NACHRICHTEN TUTZINGER - AUTOFRÜHLING 2019 Die verstopfte Mobilität
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37. Jahrgang www.tutzinger-nachrichten.de
Ausgabe 04 / April 2019
TUTZINGER
NACHRICHTEN Das Magazin für Tutzing und seine Bürger
AUTOFRÜHLING 2019 Die verstopfte Mobilität
Heft 04/19FINDEN & LESEN
EINBLICK
Liebe Leserin, lieber Leser, 3
TUTZING REPORT
Funktioniert die mobile Gesellschaft noch? 4
Autofrühling 2019: die gewerbliche Nahsicht 5
Interview mit dem Pöckinger Autohausinhaber Nikolaus Walter 6
Ingenieur Andrew Welling über die Entwicklung von Flugtaxis 7
Michael Willberg und alternative Mobilität 8
UNSERE GEMEINDE
RATHAUS KOMPAKT Aktuelle Trends und News 12
Mit dem Tutzinger Bürgermobil unterwegs 14
WIE ICH ES SEHE Der Tutzinger Architekt und Nachhaltigkeits-
Protagonist Wenzel Bauer über elektrisch mobil 15
BÜRGER FRAGEN Schandfleck rund um Supermarkt 16
TN-Inserentenliste Aprilheft 17
HANDEL, HANDWERK & SERVICE
Café Merano in Kerschlach – Stärkung mit Gutsambiente 18
E-Bikes bei Radsport Dillitzer 19
Die Sehkraft und der Straßenverkehr 20
Bergauf bergab mit Radsport The Flemisch Cap 21
Über die Schulter geschaut
Fragen an Floristin Anna-Lena Ende, Blumen Liesl
Notdienste im April 23
WIE ES FRÜHER WAR
Es war einmal eine Luft mit Auszeichnung 24
TUTZINGER APRIL-ALBUM25
MENSCHEN IN TUTZING
Clemens Mattheis – Wortmeldung eines Mitbürgers 26
TUTZINGER SZENE
Stars von Morgen in der Evang. Akademie Tutzing 28
Tanz Studio Tutzing: Erfolg beim Ballettwettbewerb 2019 29
Geistliches Konzert in St. Joseph // Besuch beim KSC Tutzing /
Sonderausstellung Thomas Mann im Ortsmuseum 30
„Aktion Summen“ des Verschönerungsvereins 31
Steffi Knittl über alte Häuser in Tutzing 32
Faschingsschießen bei den Tutzinger Altschützen 33
Band Darling and the Starling Strings 34
Second-Hand,Shop für Kinderkleidung 35
JUNGES TUTZING
Moderierte Generalprobe des BR- Symphonie-Orchesters
für Schüler / Brainstorming zu Brainfood am Gymnasium 36
Politische Akademie will jungen Förderkreis / Führerschein-
aspiranten „Warum ich den Führerschein mache“ 37
KALENDER & KONTAKTE
Termine im April 2019 38
KIRCHENMITTEILUNGEN April40
NACHLESE - Leserbriefe42
Der Tratzinger / April-Gruß / Impressum43
Redaktionsanschrift: Titelbild:
Tutzing, Rushour am Samstag
37. Jahrgang www.tutzinger-nachrichten.de
Ausgabe 04 / April 2019
TUTZINGER
E-Mail: redaktion@tutzinger-nachrichten.de Foto: HKM NACHRICHTEN Das Magazin für Tutzing und seine Bürger
Verteilung: Hermann Buncsak, Tel. 08158/2050
Anzeigen: Roland Fritsche,
anzeigen@tutzinger-nachrichten.de, Tel. 08807/8387
Post: Tutzinger Nachrichten
Zugspitzstraße 30, 82327 Tutzing
Redaktionsschluss für das Maiheft 2019 ist der 04. April 2019. AUTOFRÜHLING 2019 Die verstopfte Mobilität
Zulieferungen danach können leider nicht mehr berücksichtigt werden. Wir bitten um Verständnis. Heft 04/19
Ihre Beiträge und Fotos sind uns sehr willkommen, bitte als E-Mail oder auf CD und mit Angabe der Quelle/Foto.
Anzeigenschluss 12. April 2019, Erscheinungstermin: 25. April 2019.
Bitte besuchen Sie die Internet-Seite der Tutzinger Nachrichten mit zahlreichen
aktuellen Leserinformationen und Inserentenkontakten - www.tutzinger-nachrichten.de
2EINBLICK
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
In Tutzing hat der Individualverkehr sehr „Kompetenz kommt
niemals aus der Mode.
stark zugenommen. Immer mehr Men-
schen bewegen sich im Ort, in den Ort
hinein und aus dem Ort hinaus. Manch-
Genauso wenig wie
mal geht nichts mehr vor und nichts mehr
zurück und man fragt sich: Funktioniert
die mobile Gesellschaft generell und speziell in unserem Ort
eigentlich noch? Mit dieser Thematik befasst sich eine Studie
zur Alltagsmobilität. Nach der großen Verunsicherung durch Vertrauen.“
den Diesel-Skandal stellt sich die nächste Frage: Ist ein Au-
tofrühling in Sicht? Der Tutzinger Kfz-Meister Michael Lanio Bei U.B.I Immobilien steht seit den Anfängen
und Auto Walter in Pöcking stehen als Autoexperten dazu das ganzheitliche und nachhaltige
Rede und Antwort. Ein Tutzinger Unternehmer beschwört
die Krise in der Automobilindustrie herauf und zeigt alter-
Immobilienmanagement im Vordergrund.
native Mobilität auf. In „Wie ich es sehe“ geht es um „elek- Zusammen mit Verkauf und Vermietung,
trisch mobil“. „Und wir erklären, warum das Sehvermögen
ein so wichtiger Sicherheitsfaktor beim Autofahren ist“.
Grundstücksentwicklung, Projektsteuerung, ist
die professionelle Verwaltung von Immobilien
Radfahren ist gesund. Für kürzere Strecken und innerorts ein wesentliches Geschäftsfeld unseres
bieten sich E-Bikes an. Dieser Radsport im Aufwärtstrend Unternehmens.
sorgt bereits für Versorgungsengpässe, wie zwei Radl- Spe-
zialisten erklären. Und wenn Auto und Rad nicht mehr genü- Ihre Interessen sind unsere Interessen.
gen? Dazu eine provokante These: Wir können theoretisch in
fünf oder zehn Jahren von Tutzing nach München mit Flug-
taxis unterwegs sein. Bereits verfügbar und ganz realistisch
ist das Tutzinger Bürgermobil, das allen zur Verfügung steht.
Ursula Bluhm | Hauptstraße 42 | 82327 T u t z i n g
Zum Thema Mobilität bringen wir noch einen Aufruf an die
Menschen in Tutzing für einen lebenswerten Ort und die
08158-9066290 | www.ubi-immobilien.de
Erinnerung an den Luftkurort Tutzing. Auch Führerschein-
Neulinge und der Tratzinger haben etwas dazu zu sagen.
Wenn man – egal wie- mobil ist, bietet sich ein Besuch im
Café Merano im Gut Kerschlach an. Den Frühling verschö-
nern uns auch die Floristinnen von der Blumen Liesl und die
Aktion „Tutzing summt“ des Verschönerungsvereins. Damit
die Kinder neu eingekleidet in die wärmere Jahreszeit star-
ten können, gibt es den traditionellen Second-Hand-Shop
für Kinderkleidung. „Stars von Morgen“ und ein geistliches
Konzert mit Mysteriensonaten sorgen für musikalischen Ge-
nuss, die Sonderausstellung Thomas Mann im Ortsmuseum
und das Buch „Häuser erzählen Geschichten“ von Stefanie
Knittl sind etwas für geschichtlich Interessierte.
Die Jugend feiert mit dem Tanz Studio Tutzing große Er-
folge beim Bayerischen Ballettwettbewerb, Schüler der
Benedictus Realschule durften zum wiederholten Mal eine
Generalprobe anmoderieren und am Gymnasium Tutzing
machte man sich Gedanken über Umweltschutz und gesun-
de Ernährung. Wer politisch interessiert ist, nimmt vielleicht
gerne ein Angebot für junge Förderkreis-Mitglieder der Po-
litischen Akademie an. Leserbriefe zum Andechser Hof, zum
Nachbarort Bernried und zum Filmort Tutzing zeigen, dass
Sie unser Magazin aufmerksam lesen.
Das wünschen wir uns auch für diese Ausgabe und hoffen,
dass auch dieses Mal etwas für Sie dabei ist.
Herzlichst
Ihre
Heft 04/19 3TUTZING REPORT
Funktioniert die mobile Gesellschaft noch?
Die Studie „Mobilität in Deutschland (MiD) 2017“ ist eine sind. Beim Thema Mobilität stehen die Menschen in länd-
der umfassendsten Studien zur Alltagsmobilität weltweit – lichen Räumen in vielerlei Hinsicht vor einem Dilemma: Auf
herausgegeben vom Bundesministerium für Verkehr und di- der einen Seite zwingen sie Arbeitsplatzmangel und der
gitale Infrastruktur. Sie hat gefragt: Welche Verkehrsmittel Abbau von alltäglich notwendigen Einrichtungen dazu im-
nutzen Sie? Zu welchem Zweck sind Sie unterwegs? Welche mer mobiler zu werden. Auf der anderen Seite ist das Ange-
Wege legen Sie zurück? bot öffentlicher Nahverkehrsangebote unzureichend. Zwar
nutzen ältere Menschen, wie
oben erwähnt, häufig das Auto,
doch der Anteil der Menschen,
die aus Alters- oder Kostengrün-
den auf ein eigenes Auto ver-
zichten müssen, wird in unserer
Gesellschaft- wenn auch nicht in
Tutzing - steigen.
Es müssen also allgemein Lö-
sungsmöglichkeiten gesucht wer-
den, mit denen die Mobilität der
Menschen auch weiterhin aus-
reichend gewährleistet werden
kann, die aber gleichzeitig dazu
beitragen, die Notwendigkeit von
Mobilität zu verringern. Dabei
geht es nicht nur um überfüllte
Straßen, sondern natürlich auch
um die Umwelt. Eine Umweltbi-
lanz macht den CO²-Verbrauch
verschiedener Verkehrsmittel pro
Auto-High Noon auf der Ilkahöhe: Nicht jeder kommt mit dem Radl bergauf Foto: HKM
Person deutlich:
Viele Ergebnisse dabei waren zu erwarten, aber pro Person
im Durchschnitt täglich 39 Kilometer zurückgelegte Wege So weit kommt man mit 1 kg CO² / Person:
überraschen dann doch. In das Bild passt zwar der leichte Porsche Cayenne S 3,6 km
Rückgang von Fußwegen, aber auch dass das Auto mit drei Flugzeug 7,0 km
Viertel der Personenkilometer das dominierende Verkehrs- VW Golf 7, 7 km
mittel bleibt. Vor allem die ältere Bevölkerung nutzt es im- Smart (Coupe) 12,3 km
mer intensiver. Da in Tutzing die Altersstruktur überdurch- Linienbus 13,3 km
schnittlich vielen Senioren ausweist, ergibt sich allein schon Fernzug 19,2 km
hieraus ein höheres Autoaufkommen. E-Bikes und Pedelecs Reisebus 31,4 km
holen zwar zunehmend Senioren auch in unserem Ort aufs
Rad, sie werden aber wohl überwiegend für den Spaß an Also Augen auf bei
Radtouren und als knieschonender Sport benutzt. Das Fahr- der Verkehrsmit-
radfahren legte bundesweit leicht auf 11% zu, dient bei uns telwahl, denn es ist
aber eher selten dem Transport von Personen und Waren nicht zu übersehen,
von A nach B, sondern ist einem Modetrend geschuldet, der dass nicht nur die
sich bei unserer hügeligen Landschaft anbietet. Der ADFC Menge der Autos
(Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) hat jedoch die Vision, und der damit zu-
dass wir spätestens im Jahr 2025 in einem intelligenten, fle- rückgelegten Wege
xiblen Verkehrssystem leben, das den Menschen und der sondern ganz neben-
Umwelt gerecht wird und Städte und ländliche Gebiete wie- bei auch noch der
der lebenswerter macht. Im ihrem Mobilitätskonzept spielt Co²- Verbrauch über-
das Fahrrad eine tragende Rolle; der motorisierte Individual- proportional vieler
verkehr soll so auf das Nötigste beschränkt werden. hier fahrender SUVs
ein Problem in Tut-
Neben Auto und Fahrrad gibt es ja auch noch die öffent- zing darstellen.
lichen Verkehrsmittel, die durch die häufige Trennung von Es ist die Frage, ob
Lebens- und Arbeitswelt gerade bei uns in der Region um es reicht, nur neue
München eine wichtige Rolle spielen. In der Wegebilanz ist Möglichkeiten inner- Fotoquelle: BMVI
der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel auf jetzt 10% ange- halb bestehender
stiegen. In den Dörfern auf dem Land, abseits von Bahn- und Strukturen zu suchen oder ob man ganz neue Wege finden
Buslinien stellen sie jedoch meist keine echte Alternativen und gehen und dabei auch die diesbezügliche Raumentwick-
zum Auto dar, da sie nicht flächendeckend und zeitflexibel lung und Ortsplanung im Blick haben muss. esch
4Autofrühling 2019: Die gewerbliche Nahsicht
„Hiobsbotschaften und politische Verschleppungen belasten“
Der Tutzinger Autowerkstattchef Michael Lanio über das aktuelle Kundenverhalten.
stoffe notwendig, die aus dem stark mineralhaltigen Grund-
wasser der Atacama-Wüste kommen. Das führt rund um die-
se Wüste dazu, dass der Grundwasserspiegel absinkt – und
zwar so sehr, dass ganze Flussläufe komplett austrocknen.
Unter dem Wassermangel leidet vor allem die ansässige Be-
völkerung. Oft bleibt ihr nichts anderes übrig, als wegzu-
ziehen. Stellen Sie sich dazu einmal bildlich vor, wenn alle
Ladestationen über Nacht täglich in Orten wie Tutzing den
Verbrauch einer Kleinstadt bewerkstelligen müssen. Beden-
ken Sie dabei in der BRD bitte den Atomausstieg, das Ein-
stellen des Braunkohleabbaus sowie den Energieimport aus
dem benachbarten Ausland. Ferner sind für Rettungsdienste
und Werkstätten Spezialkurse für den Umgang mit E-Autos
zwingend vorgeschrieben. (Elektrotechnik, Hochvolttechno-
logie, Spezialwerkzeuge, Sicherheitseinrichtungen)
Wo kaufen die Tutzinger ihre Autos?
Die Mannschaft um KFZ-Meister Lanio Foto: privat
Der Löwenanteil wird wie bisher im klassischen Vertrieb
Ist ein Umrüsten bei Dieselfahrzeugen technisch möglich? über die im Umfeld liegenden Autohäuser gedeckt. Durch
Seit dem Jahre 2008 existiert bereits diese Technik in den besonders lukrative Rabatte kauft die Kundschaft zuneh-
USA. Dort ist ein Nachrüstpaket „Made in Germany“ zu er- mend häufiger ihre Neuwagen-Re-Importe EU nach Konfi-
werben, das in die meisten Dieselfahrzeuge problemlos in- guration direkt im Internet.
tegriert werden kann. Diese Systeme werden von den Her-
stellern mit diesen Originalbauteilen direkt im Fahrzeug ver- Wie schätzen Sie die Marktentwicklung in Zukunft ein?
baut. In Deutschland aber bewerten die Produzenten diese Tendenziell werden die Absatzzahlen von Personenkraft-
Komponenten als technisch nicht sinnvoll sowie als nicht um- wagen aus meiner Sicht in Deutschland leicht zurückgehen,
setzbar gegenüber dem Endkunden. In vielen Automobilen weil die potentiellen Käufer durch verschleppte politische
sind bereits im Unterbau Mulden vorgesehen, um die Abgas- Entscheidungen sowie Vorgaben verunsichert sind und des-
technik unterzubringen und stellen somit kein Hexenwerk halb ihre Kaufentscheidung hinauszögern. Wünschenswert
dar. Pro Kraftwagen schlagen zwar Kosten für das Nachbes- wäre es dennoch, vorhandene Techniken und Patente viel
sern ohne Einbau von etwa 1500 Euro netto zu Buche, aber mehr auszuschöpfen und beispielsweise künstliche weiter-
damit kann die Abgasnorm Euro 6 erfüllt werden. entwickelte Diesel-Wasser-Kraftstoffgemische zum Wohle
unserer Umwelt voranzutreiben. WK
Was sind die Schwierigkeiten bei dieser Nachrüstlösung?
Der Kunde hat im Prinzip einen Wagen gemäß der Euro-
Norm 5 oder 6 gekauft und bezahlt.(lacht) Raten Sie doch
bitte mal wer diese Zusatzkosten einer Nachrüstung jetzt Autofrühling noch nicht in Sicht
übernehmen soll? Natürlich der Autobesitzer – wer sonst. Verkehrsteilnehmer fühlen sich von Politik
Ab dem 3. Quartal 2019 wollen die Hersteller für Nachrüst- und Autobauern verunsichert
lösungen ein Austauschpaket auf den Markt bringen, wobei
im Hintergrund schon jetzt heftige Diskussionen über Ge- Aktuelle Zulassungszahlen (Stand Dezember 2018):
währleistungsfristen und Haftungsfragen im Gange sind.
Ständig neue Hiobsbotschaften und Berichte verunsichern Die Neuzulassungen im Monat Dezember 2018 sind mit
zudem die AutofahrerInnen mit täglichen Beiträgen über 237.058 PKWs um 6,7 % geringer als im Vorjahresmonat
Tempolimits, Grenzwerte und Fahrverbotsszenarien im Fern- ausgefallen. Im Vorjahr waren es in Deutschland gesamt
sehen, Radio oder den Printmedien. Es stellt sich zudem die 3,44 Millionen Neuwagen.
Frage, warum die Allgemeinheit nicht von ihrem Demonstra-
tionsrecht Gebrauch macht und gegenüber der Automobil- 63,6 % aller Fahrzeuge wurden gewerblich angemeldet,
lobby ihren Unmut auf der Straße kund tut. 36.4 % privat. Kraftfahrzeuge mit alternativen Antrie-
ben entwickelten sich positiv.
Was halten Sie persönlich von E-Autos?
Grundsätzlich ist dieser Weg eine schöne Möglichkeit zum Mit Hybrid-Antrieb wurden 130.258 PKWs (+53,8%),
Umweltschutz. Diese PKWs sind heute wegen der begrenz- elektrobetriebene 36.062 Stück (+43,9%) und Plug-in-
ten Reichweite und hohen Anschaffungskosten teuer. Haben Hybride mit 31.442 Stück (+6,8%) zugelassen. Erdgasbe-
Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, woher der ganze triebene Fahrzeuge kamen auf insgesamt 10.804 Stück
Strom kommen soll? Der Schlüsselrohstoff für Batterien wie (+190,2%) und Flüssiggasbetriebene PKWs lediglich auf
Lithiumsalz wird teilweise aus Chile importiert. 125.000 m³ 4663 Stück (+6%) als Neuanmeldung in den Verkehr.
Wasser pro Tag sind zum Ausschwemmen der Grundwerk-
Heft 04/19 5TUTZING REPORT
„Wir sind gut aufgestellt und haben treue Kunden“
Der Inhaber und Chef des Pöckinger Autohauses Nikolaus Walter GmbH ist zuversichtlich
Ihre Geschäftsentwicklung im Autojahr 2018 / 2019? Und wie ist die Nachfrage bei Elektroautos oder anderen
„Seit dem Jahre 1972 sind wir stolz auf unser Familienunter- Alternativantrieben?
nehmen, einem über Jahrzehnte stets gewachsenen Betrieb Grundsätzlich sind wir offen für umweltschonende Techno-
mit dem Schwerpunkt der Marken FIAT, Abarth, Lancia, Alfa logien wie der Herstellung und Nutzung von Wasserstoff,
Romeo, Jeep oder auch dem FIAT-Transporter. Neben dem Erdgas oder der Elektromobilität. Meiner Auffassung nach
Verkauf von Neu-(Vermittlung), Gebrauchtwagen und gün- halten derzeit viele Individualisten den prozentual geringen
stigen EU Fahrzeugen verfügen wir über langjährige Erfah- Marktanteil bei den E-Autos aufrecht.
rung bei der Reparatur und Instandsetzung klassischer Au- Als größte Hürde sehe ich dabei den Speicher (Batterie) und
tomobile aller Fabrikate in eigener Werkstatt. Wir können den Ladevorgang. Stellen Sie sich nur mal vor, wenn jedes
mit Freude auf ein sehr positiv abgelaufenes Geschäftsjahr vierte Fahrzeug ein Elektroauto wäre, die müssen ja aufgela-
in 2018 zurückblicken. Kunden aus dem gewerblichen und den werden, was da an Ladestationen, Kabeln und speziellen
Die Belegschaft des Pöckinger Autohauses Nikolaus Walter GmbH: Auch 2019 gut ausgelastet Bildquelle: Firmenfoto
privaten Bereich wissen unsere versierte Beratung und pro- Stellplätzen nötig wäre, ein „Verbrenner“ dürfte die dann
fessionelle Betreuung auch nach dem Verkauf sehr zu schät- auch nicht blockieren. Denken Sie mal an Ihre Hauptstraße
zen. Unsere Kundschaft erlebt ein Kundenbeziehungsma- in Tutzing oder an einen Stau - langfristig werden hier aber
nagement von einer anderen Seite: familiär und fair, das ist sicher Lösungen kommen. Auch zu bedenken gilt es, dass
letztendlich unser Erfolg! mittlerweile alle Fahrzeuge eine Fülle von Komfortsystemen
wie Navi, Einparkhilfe, Freisprecheinrichtung und derglei-
Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Auto-Internetkauf chen mehr haben, welche ebenfalls mit Energie versorgt sein
via Internet? müssen, nicht zu vergessen die Heizung. Der Verbrenner gibt
Für so manchen Kaufinteressenten ist mit diesem Medium Wärme ab, mit dem E-Motor geht da nichts. Ferner beträgt
der Preisvergleich leichter geworden. Persönlich bin ich der heute der Anschaffungspreis dieser Fahrzeuge im Einstiegs-
Auffassung, das Internet ist nicht nur in sozialen Netzwer- bereich das Doppelte, was für manche Verbraucher wenig
ken, sondern durch eigene Webseiten mit Bildern und tech- lukrativ ist. Viele Bürgerinnen sind skeptisch gegenüber neu-
nischen Detailaussagen extrem wichtig geworden. en Antriebssystemen (Elektro, Hybrid, Wasserstoff) und zö-
gern derzeit noch den Erwerb hinaus.
Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, uns überregional zu
präsentieren und Interessenten mit günstigen Angeboten Glauben Sie auch in 2019 an den Erfolg?
für uns zu gewinnen. (lacht) Ja sowieso, wir sind als Unternehmen gut aufgestellt
und haben treue Stammkunden und damit eine hohe Aus-
lastung über das Jahr hinweg. Sicher wird der eine oder
andere neue Konsument sein Geld in ein schönes Automo-
bil stecken, da Geldanlagen bei den Banken wenig Rendite
abwerfen. Sicher werden auch in diesem Jahr vorrangig die
Benzin- und Dieselfahrzeuge am Markt dominieren, aber
auch die anderen Antriebsmodelle gewinnen in der Bevölke-
rung nach und nach mehr an Bedeutung. WK
Quelle: Umweltbundesamt
6„Auch die Luft ist eine Verkehrsraum“
Ingenieur Andrew Welling arbeitet an der Entwicklung von Flugtaxis
Von Brighton und Bath in Großbritannien über Berlin nach Hat Sie das Thema Fliegen schon immer fasziniert?
Tutzing: Andrew Welling und seine Frau Cassi wohnen nun Natürlich wollte ich als Kind Pilot werden - oder auch Feuer-
schon seit über einem Jahr am Starnberger See. Zunächst wehrmann oder Zugführer, aber generell hatte ich schon im-
schauten sie sich Wohnungen in München an, doch die Natur mer Interesse an Wissenschaft und Mathematik. Ursprüng-
und Umgebung im Fünf-Seen-Land überzeugte sie mehr als lich bin ich eigentlich Chemieingenieur.
die Großstadt. Auch zu Andrews Arbeitgeber Lilium in Gil-
ching ist es nicht weit. Dort arbeitet der Ingenieur an Flug- Wie können wir uns einen Flugkörper vorstellen, der uns von
taxis – für ihn keine ferne Vision, sondern tägliche Arbeit. A nach B - vergleichbar mit einem Auto - bringen könnte?
Es gibt viele Firmen, die derzeit sogenannte Air-Taxis ent-
wickeln. Die Meisten sind für zwei bis fünf Personen - wie
in einem Auto. Fast alle werden durch Batterien betrieben,
deshalb sind sie sehr umweltfreundlich. Viele sehen wie ein
großer Quadcopter (Anm.: System vergleichbar mit dem ei-
ner Drohne) aus, aber der Lilium-Jet, an dem wir arbeiten,
hat Flügel mit drehbaren Klappen, die kleine, aber sehr
starke Motoren enthalten. Derzeit fliegen fast alle Modelle
noch mit Pilot, aber sie können voraussichtlich auch bald au-
tonom fliegen.
Können wir in fünf oder zehn Jahren von Tutzing
nach München zur Arbeit fliegen?
Vielleicht müssen wir gar nicht mehr so lange darauf warten.
In fünf bis sechs Jahren gibt es definitiv eine solche Möglich-
keit. Klar, es gibt von unserer Seite noch viel zu tun, um Flug-
zeugtaxis für den Markt zu entwickeln, aber es hängt auch
Entwicklungsingenieur Andrew Welling und seine Frau Cassi von der Nachfrage ab und der Planung von Heli- oder so
fühlen sich in ihrer neuen Heimat Tutzing sehr wohl Foto: privat genannten ”Verti-”Ports, Landeplätze für vertikal landende
Flugkörper. Sicher gibt es unterschiedliche Meinungen dazu,
Was hat Sie mit Ihrem Beruf nach Bayern aber die Gelegenheit in die Stadt München in zehn Minu-
und Tutzing gebracht? ten, zum Flughafen in fünfzehn Minuten oder nach Südtirol
Wir sind im Jahr 2012 von Großbritannien zuerst nach Berlin in 45 Minuten zu fliegen, umweltschonend, ohne Stau und
gezogen. Wir hatten zunächst vor nur zwei Jahre in Deutsch- mit schönen Ausblicken, ist zu gut, als dass man es verpassen
land zu bleiben, doch es hat uns einfach zu gut gefallen. Ich sollte.
habe dort bei Rolls-Royce als Ingenieur für Flugzeug-Trieb-
werke gearbeitet, Cassi war Managerin für ein Start-up-Ac- Inwiefern könnten Flugtaxis DIE Lösung für den
celerator-Programm und hat mich auf ein Start-up im Flug- zunehmenden Verkehr in und um München sein?
zeugbereich aufmerksam gemacht: Lilium. Ich habe mich Meiner Meinung nach, gibt es für die nächsten zehn bis fünf-
sofort beworben und zum Glück haben sie mir eine Stelle zehn Jahren nicht nur eine einzige Transportlösung. Zum
angeboten. In Tutzing zu leben war dann eine ganz einfache Beispiel können Heliports auch nicht überall gebaut wer-
Entscheidung! den. Wir müssen eine gute Mischung haben, zwischen Flug-
zeugtaxis, Zügen - wo es ja schon gute Trans-
portmöglichkeiten gibt - elektrischen Autos,
Fahrrädern und unseren Füßen für die soge-
nannten “letzten Meilen”. Wichtig ist es, die
Konnektivität dazwischen intelligent zu pla-
nen, sowie die Kosten, die Benutzerfreund-
lichkeit und die Energieanforderungen. Flug-
zeugtaxis haben noch dazu einen großen
Vorteil, wenn man zwei (oder mehrere) Orte
ohne schon bereits bestehende, gute Infra-
struktur verbinden will.
Was ist derzeit Ihr liebstes
Fortbewegungsmittel?
Wir haben im letzten Sommer Stand-Up-
Paddling auf dem See zum ersten Mal aus-
probiert, das war wirklich schön. Aber ei-
gentlich sind wir beide schon sehr lange Ru-
Flugtaxi Lilium Aviation: Die Luft bekommt neue Straßen derer - jetzt auch in Tutzing beim Tutzinger
Foto: merkur.de / Lilium Press Ruderverein. AB
Heft 04/19 7TUTZING REPORT
Michael Willberg und die alternative Mobilität
Michael Wilberg ist ein Vollblutuntertnehmer aus Tutzing und autobegeisterter Mitbürger seit Kindesbeinen. Mittlerweile
über 50 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder und sehr stark mit dem Gedanken beschäftigt, jüngeren Generationen eine ver-
nünftige Zukunft bieten können. Sehr früh ist er umgestiegen auf andere Arten der Mobilität, bereits seit 2013 Tesla-Fahrer
und seit 2014 mit dem Elektro Smart unterwegs. Für schönes Wetter hat er noch einen Oldtimer in der Garage, fährt aber
nicht mehr als 1.000 km im Jahr damit. Ansonsten Vielfahrer, innerdeutsch Nichtflieger, alles was geht, wird mit dem E-Auto
auf Ökostrom erledigt.
Die Automobilindustrie steckt ben, wenn man die letzten 150
in einer Krise wie noch nie in Jahre des industrialisierten Zeit-
ihrer gesamten Geschichte. Wie alters betrachtet, dann hat es
sehen Sie diese Situation? die Einführung von Robotern,
Ja, ich könnte jetzt gemein- Computern und Maschinen ge-
erweise sagen, zu Recht steht geben, da sind immer Arbeits-
die Automobilindustrie in einer plätze weggefallen. So wird es
Krise. Auf der anderen Seite auch dafür Ersatz geben, aber
muss man das sehr differen- es wird auch Arbeitsplätze ge-
ziert sehen. Ich erschrecke auch ben, die leider ersatzlos gestri-
in den Vorträgen, die ich halte, chen werden.
die Leute mit der Aussage „Wir
werden 2030 in Deutschland Wenn das alles so eintreten
Michael Willberg mit Das Netz der Ladestationen
keine nennenswerte Automo- sollte und unsere Automobil-
provokanten Thesen ist die Herausforderung
bilindustrie mehr haben“. Es industrie nur noch einen klei-
zur Automobilthematik der E-Automobilität
wird Umwandlungen im Markt ne Teil abdecken sollte, woher
Fotos: Willberg
geben, die im Moment für den kommen dann alle Fahrzeuge,
normalen Endkunden noch nicht sichtbar sind. Dies wird den die trotz der Veränderung zum autonomen Fahren noch be-
Markt so radikal verändern, dass für die deutschen Automo- nötigt werden?
bilhersteller einfach kein Markt mehr vorhanden sein wird. Es ist eine relativ einfache Berechnung: Diese 75 % weni-
Die Krise, die jetzt besteht, ist natürlich hausgemacht in Be- ger Fahrzeuge vom Bestand, die wir voraussichtlich haben
zug auf alles, was mit dem Diesel und mit WLTP zu tun hat. werden, werden autonom fahren. Die meisten Autos die
WLTP (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure) ist wir heute haben, sind keine Fahrzeuge, sondern Stehzeuge,
der neue weltweit harmonisierte Verbrauchszyklus für leich- d. h., das Durchschnittsauto steht den größten Teil seiner
te Fahrzeuge, der seit September letzten Jahres vorgeschrie- Zeit am Fleck und wird nur 50 Minuten am Tag bewegt. Das
ben ist. Er wurde anhand weltweit gesammelter Fahrdaten ist ökologisch, in Bezug auf Materialeinsatz und Geldeinsatz
entwickelt und deckt Fahrsituationen vom Innenstadtver- ein großer Unsinn, auch in Bezug auf Platz und Parkraum,
kehr bis zur Autobahn ab. Der kam aber total überraschend, ruhender Verkehr ist ein vorhandenes Problem in den Städ-
weil man ja bislang alle Vorgaben durch Lobbyismus-Arbeit ten. Wenn wir autonom fahrende Autos haben werden, wer-
verzögern konnte. Diesmal gab es in der EU eine österrei- den sie statt 50 Minuten für Personen- oder Warentransport
chischen Ratspräsidentschaft und die legten fest: „Es ist seit effektiv 4 bis zu 6 Stunden am Tag unterwegs sein. Das be-
5 Jahren bekannt, dass dieses Datum- 1. September 2018- deutet aber 75% weniger Autos im Bestand und 75% we-
steht und das wird auch gemacht“. niger Autos, die gebaut werden und andere Autos, die die
Mobilität bereitstellen, heißt für die Hersteller de facto, das
Ihre Aussage bezüglich der Automobilindustrie ist schon wird nicht mehr der Markt sein, den sie bedienen werden.
sehr provokativ! Könnte man das nicht abschwächen auf:
„Automobilindustrie nicht mehr in dieser Form?“ Was für Autos werden das dann sein?
Eine Dame von MINI hat neulich auf einem Vortrag, als Ein- Experten gehen davon aus, dass wir dann eine relativ ein-
zige bisher öffentlich verkündet: „Die Zukunft von MINI be- heitliche Basis haben, die skalierbar in der Größe ist. Darauf
steht nicht darin, Autos zu verkaufen“. Also, Automobilin- können Fahrzeuge von Zwei-, bis-, Zwanzigsitzern gebaut
dustrie im Sinne von Autos herstellen und Autos verkaufen, werden, die in jedem Fall selber fahren und elektrisch betrie-
wird es nicht mehr geben. Das ist schon provokativ, aber die- ben sein werden. Mit welcher Speichertechnologie dahinter,
ser Herausforderung muss man sich offen stellen. Das, was das ist noch nicht ganz gewiss, die Kleinen mit Sicherheit als
in Zukunft die Devise ist, ist Mobilität anzubieten, aber nicht reine batterieelektrische Fahrzeuge.
mehr Autos. Autos werden wahrscheinlich zu einem hohen
Prozentsatz gar nicht mehr aus Deutschland kommen, der Der Verbrennungsmotor wird dann wirklich keine Zukunft
Markt wird nur noch ein Viertel von dem sein, was er heute mehr haben? Auch keine andere Technologie mit Wasser-
ist. Da steht uns der größte Wechsel bevor, vom selber fah- stoff oder Methanol?
ren zum autonom fahren, damit dem Wegfall des eigenen Definitiv, es gibt ja Überlegungen in den Wüsten Anlagen
Autos. Das ist letztlich eine Zwangskombination. zu bauen, mit denen man aus Sonnenenergie Wasserstoff
generiert, mit dem Wasserstoff z. B. methanolbasierte
Die Automobilindustrie ist einer unserer größten Arbeitge- Kraftstoffe herstellt und damit Verbrennungsmotoren be-
ber. Wenn der wegfallen sollte, was machen wir dann mit treiben kann. Wir haben dann nach wie vor zwei Grundpro-
den vielen frei werdenden Arbeitsplätzen? blematiken: einerseits fahren wir zwar CO2-neutral, stoßen
Es hat schon immer Wechsel in der Industrielandschaft gege- aber immer noch Schadstoffe aus. Andererseits haben wir
8mit dem Verbrennungsmotor im Vergleich eine äußerst stö-
rungs- und wartungsanfällige Technologiebasis, die dem
Elektromotor absolut unterlegen ist.
Ein Elektromotor ist doch auch nicht unproblematisch, wir
benötigen Batterien, die nicht gerade umweltfreundlich
sind?
Mir geht es in erster Linie einmal um den Motor, wir alle
würden in unserem Rasierapparat einen Verbrennungsmo-
tor haben, wenn er besser wäre als ein Elektromotor. Wir alle
würden heute noch mit Dieselloks fahren, wenn nicht die E-
Lok besser wäre. Das Thema ist doch: „Wie kommt die Ener-
gie ins Auto, wie kann ich die Energie im Auto speichern?“
Es gibt eine klare Erkenntnis von mir, der ich ja über 300 000
km im Alltagsbetrieb nur noch elektrisch gefahren bin: der
„Elektrische Diesel“ wie der Tesla, ist nicht die Lösung. Der
ist zwar weit besser, als die Diesel, die beispielsweise BMW
oder Mercedes und Audi heute bauen.
Was ist ein Elektrischer Diesel?
Der „Elektrische Diesel“ ist der Versuch die Eigenschaften
eines Diesels elektrisch nachzubilden, ganz viel Reichweite
und möglichst kurze Ladezeiten. Das ist nicht das, was in Zu-
kunft das ausschlaggebende Kriterium sein wird. Heute sagt
man: „Mein Diesel fährt 1000 km und den tanke ich in fünf
Minuten“. Das ist das einzige verbleibende Totschlagargu-
ment, das es heute gegen die Elektromobilität gibt. Da er-
laube ich mir die Frage: „Wie oft fährst Du denn die 1000 km
so im Durchschnitt am Tag?“ Und dann kommt die Antwort:
„Ja, wenn ich in den Urlaub
Anzeige_Lieferservice_April fahre“. Dann1 kann
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12.03.19 sich doch
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Heft 04/19 9TUTZING REPORT
es ist doch Urlaub. Das ist tatsächlich das einzige Argument Rohstoffe und recycle diese anschließend wieder, beim Ver-
neben den Umweltfragen. Das sind Punkte, die heute noch brennungsmotor verbrenne ich das Öl und es ist weg, außer
gegen die Elektromobilität sprechen, im täglichen Gebrauch dass es noch als Gift und Klimagas in die Umwelt gelangt.
aber gibt es diese faktisch nicht mehr. Das Öl ist weg, wenn mein Akku irgendwann einmal nicht
mehr ist, wird er recycelt und wieder neu aufgebaut.
Und wo kommt der Strom her?
Aus heutiger Sicht zu 40 % aus erneuerbarer Energie, d. h. Wenn wir in Zukunft alle mit Elektroautos fahren wollen,
wir fahren heute schon im elektrischen Betrieb wesentlich benötigen wir auch die entsprechenden Ladestationen. Am
sauberer, als wir mit Diesel oder Benzin fahren. Das Schöne Land draußen kann man sich das noch gut vorstellen, aber
ist doch, das E-Auto wird immer sauberer, je sauberer der wie sieht das in der Stadt aus?
Strom wird. Bei mir z. B. gibt es eine Photovoltaikanlage auf In Zukunft werden wir wesentlich weniger Autos brauchen
dem Dach, die liefert mir ca. 10.500 kWh im Jahr, ich habe und damit wird das lösbar sein. Da gibt es interessante Ent-
inklusive Haus und den beiden Autos für den Anteil, den ich wicklungen, z. B. Parkhausbetreiber, die ihre Standorte seit
zu Hause lade einen Verbrauch von 12.500 kWh, die rest- Jahren nur noch danach auswählen, ob genügend Möglich-
lichen 2.000 kWh kommen aus Landsberg am Lech. Damit keiten vorhanden sind, das Parkhaus mit ausreichend Strom-
fahre ich CO2-neutral mit diesen Fahrzeugen, nachdem sie ladestellen zu versehen. Unter der Voraussetzung, dass das
einmal hergestellt sind. Natürlich ist damit die Entwicklung Elektroauto selber fährt, ist es auch nicht notwendig an je-
noch nicht zu Ende, wir müssen eines Tages zu 100 % erneu- der Laterne eine Steckdose einzurichten, wo die Passanten
erbarer Energie kommen. Die Umwelt- und Rohstoffproble- dann über das Kabel fallen oder sämtliche Straßen induktiv
matik beim E-Auto wird momentan enorm aufgebauscht, da umgegraben werden müssen. Sondern dann fährt mich ein
wird zum einen die Li-Herstellung in der Atacama-Wüste in Auto nach Hause und wenn es merkt, dass für die nächste
Chile vorgeschoben. Das sei schwierig, weil man da 29.000 Fahrt nicht mehr ausreichend Reserve im Akku ist, dann
m3 Grundwasser pro Tag aus der Wüste pumpt, um das Lithi- fährt es in das nächste Parkhaus und lädt sich dort selbstän-
um auszuspülen. Das ist eine Wassermenge, die verbraucht dig. Das ist doch die Grundlage, auf der wir vollständig um-
die Ölindustrie in 17 Sekunden. Bei der Lithiumgewinnung denken müssen.
entstehen keine Abwässer, das Wasser verdunstet, bei der
Ölgewinnung entsteht mit einem Faktor >1 noch zusätzlich Noch einmal zum Thema Batterien. Fachleute berichten,
Abwasser, das man nicht entsorgen kann. Da wird mit un- dass die Batterien ein Schwachpunkt sind, sie werden nicht
gleichen Karten gespielt, wenn man die Umweltbelastung umweltfreundlich hergestellt und die Entsorgung belastet
dieser Technologien vergleicht. Alles, was mit fossiler Tech- unsere Umwelt und ist schon ganz und gar nicht CO2 neutral?
nik betrieben wird, Kohle, Gas oder Öl, ist umweltschädlich. So wird es berichtet, es gab diese unsägliche Schwedenstu-
Was die Rohstoffe angeht, beim E-Auto gebrauche ich die die, die besagt, dass 17,5 t CO2 bei der Herstellung eines Tesla
Akkus entstehen würden. Was nicht nur von Elon Musk be-
stritten wurde, sondern inzwischen auch von den Erstellern
der Studie selber widerrufen wurde. Denn 17,5 t CO2 entste-
hen dann, wenn ich es mit einer bestimmten Art der Energie
verbinde. Die Herstellung des Akkus ist energieaufwendig,
korrekt, wenn ich diese Energie aber aus grünen Quellen be-
ziehe, dann entstehen dabei auch nicht 17,5 t CO2. Und bei
Elon Musk ist es so, dass er seine Gigafactory komplett mit
grünem Strom betreibt. VW betreibt alle seine Werke, in de-
nen Elektroautos hergestellt werden, komplett umweltneu-
tral. BMW betreibt die Herstellung seines I3 komplett um-
weltneutral, Daimler Benz und Porsche haben gesagt, dass
sie CO2-neutral die Fertigung von E-Autos durchführen wol-
len. Die Problematik gibt es nicht, sie wird nur in der Presse
so proklamiert, der CO2-Rucksack existiert so nicht. HB
Verbreitung von Elektro- und
Hybridfahrzeugen im Landkreis Starnberg
900
826
800
700
594
600
500
439
400 340
316 324
290
300
235 237 224
175 190
200 170 157 162
130
102
100 62 80
45 45
24
0 3
0
01.01.2013 01.01.2014 01.01.2015 01.01.2016 01.01.2017 01.01.2018
Elektrofahrzeuge 45 62 102 157 224 324
Elektrofahrzeuge mit kombiniertem Betrieb* 130 170 190 237 290 340
Elektrofahrzeuge mit Plugin Hybrid 0 3 24 45 80 162
Summe 175 235 316 439 594 826
* Aufgrund einer Gesetzesänderung 2017 wurden die Zahlen zur Vergleichbarkeit der Angaben rückwirkend aktualisiert
10
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Heft 04/19 11UNSERE GEMEINDE
Stromversorgung der Gemeinde
RATHAUS KOMPAKT Nach Ausschreibung der Stromversorgung der Kommune,
ging nur das Angebot der Bayernnetzwerk Netz GmbH ein.
Beim Seehofgelände geht es weiter. Die Gemeinde wird ihre Versorgung nach einem Musterkon-
Für die Gemeinde Tutzing haben der Ortsplaner Prof. Flori- zessionsvertrag des Bay. Gemeindetages abschließen. Ande-
an Burgstaller und der Geschäftsführer der gwt Starnberg, re Gemeinden im Landkreis werden ihre Versorgung in der
Christoph Winkelkötter eine realisierbare 4-Sterne-Hotel- nächsten Zeit ebenfalls neu vergeben. Die im Vertrag vor-
planung auf dem Seehof-Gelände vorgestellt. Vier kleinere zusehenden Termine für Ausstiegsoptionen sollen mit den
Gebäude mit 2-3 Geschoßen entlang der nördlichen Grund- Nachbargemeinden abgeglichen werden, damit man früh-
stücksgrenze mit dezenten Verbindungsgängen, die meisten zeitig gemeinsam andere Angebote wahrnehmen kann.
der etwa 70 Zimmer mit Seeblick und darüber hinaus ein
Wellnessbereich Richtung See im Souterrain. Dazu ein Hotel-
restaurant, das auch öffentlich nutzbar ist, eine Tiefgarage Carsharing bald auch in Tutzing
und ganz wesentlich – die südliche Hälfte des Grundstücks Damit nicht jeder zwingend ein eigenes Auto vorhalten
bleibt unbebaut. Mit Seeblick bleiben die Zimmer attraktiv muss, gibt es die Möglichkeit, gegen Gebühr auf ein ge-
und alle Spaziergänger haben weiter Sicht auf den See – meinschaftliches Angebot zuzugreifen. Der Gemeinderat
sogar von der Hauptstraße aus. Die 4.800 m² Geschoß- hat sich für das Angebot von www.stattauto-muenchen.
fläche bleiben unter dem gültigen maximalen Baurecht von de entschieden. Die Gemeinde wird jetzt noch einen geeig-
5.700 m². neten Stellplatz vor dem Bahnhof Tutzing zur Übernahme
und Rückgabe des Fahrzeugs finden. Die Bedingungen für
die Anmietung eines Fahrzeuges, das bis zu zwei Jahre vor-
ab gebucht werden kann, sind ausführlich unter www.statt-
auto-muenchen.de beschrieben. Bei der zur Registrierung
erforderlichen Führerschein-Überprüfung unterstützt dann
das Bürgerbüro im Rathaus.
Nach der Registrierung können auch STATTAUTO-Fahrzeuge
an anderen Standorten sowie die Fahrzeuge anderer Carsha-
ring-Anbieter die Möglichkeit nutzen.
Neue Buslinie in Sicht
Zum 1. September 2019 ist es so weit: Tutzing bekommt den
benötigten Nahverkehrausbau – gerade rechtzeitig vor dem
Baubeginn Hauptstraße. Damit kann der Individualverkehr,
der einen Großteil des Verkehrs im Ort ausmacht, deutlich
Nach Jahrzehnten Disput und Stillstand nun doch - reduziert werden.
ein modernes Hotel am Schloss „Der Landkreis ist sehr glücklich, dass die neue Linie 978 mit
den beiden Gemeinden eingerichtet werden kann.“, so Su-
Für den Gestaltungsentwurf sind alle Mitglieder des Ge- sanne Münster, Verkehrsmanagerin des Landratsamts Starn-
meinderates voll des Lobes und haben diesen einstimmig als berg. Dank guter Informations- und viel Überzeugungsar-
Position der Gemeinde zugestimmt. Die geschätzten Investi- beit wurde dieser wichtige Schritt geschafft.
tionskosten von rund 30 Millionen Euro sehen dagegen viele Beide Gemeinden Tutzing und Feldafing haben vor einiger
kritisch. Nach C. Winkelkötter gibt es großen Bedarf von Zeit der verbindenden Buslinie zugestimmt. Auch wenn alle
4-Sterne-Hotels (und höher) am Starnberger See. „Es gibt Beteiligten hier zuzahlen, schaffen diese Investitionen wich-
regelmäßig Anfragen von interessierten Hoteliers und Inve- tige Verkehrsanbindungen für die Bürgerinnen und Bür-
storen nach möglichen Standorten am See.“ so Winkelkötter gern. Dadurch kann bei vielen Fahrten auf das eigene Auto
in der Gemeinderatsitzung. Die Anzahl der Übernachtungen verzichtet werden.
im Landkreis steigt an. Dabei besonders die Zahl der interna-
tionalen Gäste. Nach dem jetzigen einstimmigen Beschluss
geht der Bebauungsplan (mit festgeschriebener Hotelnut-
zung) ins weitere Verfahren.
Alter Volksfestplatz für einige Jahre belegt
Das staatliche Bauamt Weilheim wird den Platz für die Zwi-
schenlagerung des Aushubs bei der Straßensanierung der
Hauptstraße nutzen. Nach Beprobung des Materials auf Be-
lastung wird dieses dann jeweils abtransportiert. Da es of-
fensichtlich keine andere geeignete Fläche dafür im näheren
Umfeld gibt, folgt mit dem Baubeginn eine Umzäunung des
Geländes (zur Absicherung). Die Gemeindeverwaltung rech-
net mit etwa drei Jahren Nutzungsdauer. Gerade im Sommer „Bushaltestelle Bahnhof Tutzing –
kann es auf den verbleibenden Parkflächen eng hergehen. ab September um eine Linie ergänzt.“ Foto: CP
12Im Stundentakt werden die Bahnhöfe Tutzing und Feldafing
miteinander verbunden. Die Strecke über die Hauptstraße
in Tutzing und durch Garatshausen verläuft parallel zur An-
dechser Verbindung (Linie 958). Das ermöglicht den Umstieg
in alle Richtungen als wichtige Queranbindung. Angeschlos-
sen ist dabei auch die neue Klinik in Feldafing neben der Ka-
serne. Deren Umzug mit Neueröffnung ist Mitte 2019 vorge-
Q U A L I TÄT A U S D E R R E G I O N
sehen und dort werden zahlreiche neue Arbeitsplätze und
Ausbildungsplätze geschaffen. Im wunderschönen Ambiente des Schlossgutes befindet sich
unser Bernrieder Hofladen mit regionalen Spezialitäten.
Auch die Kaserne, mit mehreren hundert militärischen und
zivilen Angehörigen, hat damit eine öffentliche Verkehrsan-
bindung; nach Abschluss des Umzugs der Kaserne, auch die
zahlreichen nachfolgenden Nutzer/-innen des Geländes.
Die Ausflugs- und Badegäste bekommen mit diesem zusätz-
lichen Angebot einen weiteren Anreiz, auch ohne eigenes
Auto „zurück zur Natur“ zu reisen und ohne lange nach
Parkplätzen suchen zu müssen. Zwischen diesem Gemeinde-
Pendeltakt der Linie 978 ist noch genug Zeit, für eine wei-
tere entscheidende Verbindung innerhalb Tutzings.
In Stichworten: Bahnhof – Rathaus – Traubinger Straße – • Selbst hergestellte Nudeln und • Eis aus der Leveni-Eismanufaktur
eingeweckte Gerichte • Neu im Sortiment: feine Milchshakes
Luswiese – Zugspitzstraße – Heimgartenstraße und zurück. • Feinkostsalate und Antipasti Leckere Smoothies folgen in Kürze...
Es werden kleinere, barrierefreie Busse mit 25 Sitzen einge- • Käse vom Hofgut Bernried • Kalbfleisch und Angus Weideochsen-
• Clement Schokolade fleisch von Bernrieder Gutshöfen
setzt. Der Fahrplan wird mit dem Werdenfelstakt und der • Essig, Öle und Liköre zum Abfüllen (nur auf Bestellung)
S-Bahn abgestimmt.
Genießen Sie bei uns ein gemütliches Frühstück oder einfach
eine gute Tasse Dinzler Kaffee mit selbstgebackenen Kuchen.
Besonders für Pendler wird es reizvoll sein, dass die Fahrten
ab Heimgartenstraße von 5.48 Uhr bis 20.48 Uhr gehen und BERNRIEDER HOFLADEN • Tutzinger Straße 12d • 82347 Bernried
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vom Bahnhof hinauf von 5.41 Uhr bis 20.41 Uhr. Die Linie 978 Di – Sa: 9 – 19 Uhr, Sonn – und feiertags: 14 – 19 Uhr, Frühstück 9 – 12 Uhr
wird in den MVV eingebunden und somit in vielen Fällen Sonntags Café und Eis: kein Produktverkauf, Tel: 08158 / 9048777
ohne Zusatzkosten nutzbar. Mit der MVV-Tarifreform zum
15.12.2019 wird der ÖPNV ab Tutzing überwiegend etwas
günstiger werden.
Die genaue Lage der Haltestellen auf beiden Strecken wird
im Juli erfolgen. Es sind mehr Haltestellen vorgesehen, als
wir hier nur stichpunktartig genannt haben. Danach steht
auch der endgültige Fahrplan fest. Wir berichten anschlie-
ßend darüber.
Mit den Erfahrungen der Fahrtzeiten auf beiden Strecken
wird geprüft, ob noch genug Zeit bleibt, um zusätzlich eine
Anbindung für das Fischerbucht bzw. Am Kallerbach zu er-
möglichen. CP
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Heft 04/19 13UNSERE GEMEINDE
Mit dem Tutzinger Bürgermobil unterwegs
Eigentlich ist unser Tutzinger Bürgermobil ein Erfolgsmodell, immer wieder an die Wünsche der Fahrgäste angepasst wor-
denn es besteht inzwischen über 20 Jahre. Es ist eine Initia- den, es wird versucht hier möglichst den Bedürfnissen gerecht
tive der Ambulanten Krankenpflege Tutzing e. V. in Zusam- zu werden. Seit Jahresbeginn gibt es mehr Haltestellen als bis-
menarbeit mit der Gemeinde Tutzing. Darüber hinaus wird her. Nach dem veränderten Fahrplan sind mit dem Kleinbus
diese Einrichtung von großzügigen Tutzinger Geschäfts- und ab sofort auch Diemendorf und der Waldfriedhof erreichbar.
Allzeit bereit: Das Tutzinger Bürgermobil an drei Tagen mit 20 Stationen Fotos: HB
Privatleuten gesponsert. Vonseiten der Gemeinde ist Imme Momentan stehen 12 ehrenamtliche Fahrer bereit, die sich den
Thüring die Ansprechpartnerin und der tägliche Einsatzort ist Fahrdienst untereinander einteilen und abwechselnd den Bus
die Ambulante Krankenpflege in der Traubinger Straße. Von fahren. Das Tolle ist, dass auch drei Damen zu diesem Kreis
hier aus fährt der Bus am Montag, Dienstag und Donnerstag zählen. Über neue Kollegen würde man sich sehr freuen,
seine fahrplanmäßige Runde. Der Fahrplan ist über die Jahre vielleicht gibt es Bürger, die gerne mitmachen wollen. Dann
könnte auch am Mittwoch wieder gefahren werden. Die Fah-
rer hören immer wieder von den Fahrgästen, wie dankbar sie
Parklizenzen in der Traubinger Straße über diese Einrichtung sind. Wenn Sie also Lust haben mitzu-
Aufgrund der zahlreichen parkenden Fahrzeuge entlang
machen, rufen Sie doch unter Tel. 08158/90765-0 einfach an
der Traubinger Straße sind die Verkehrsverhältnisse in die-
und melden sich bei Herrn Heil, da können Sie mehr erfah-
sem Bereich stark beengt. Eine Buslinie in die Wohngebiete
ren. Den aktuellen Fahrplan finden Sie im diesem Bericht mit
Luswiese und Bareisl ist in der Planung. Um eine störungs-
genauen Informationen über die Abfahrtszeiten und die Hal-
freie Durchfahrt des Linienbusses zu gewährleisten, müs-
testellen. Der Kleinbus steht allen Bürgern kostenlos zur Verfü-
sen die Parkbereiche verkleinert werden. Es wurde daher
gung, Spenden zur Deckung der Betriebskosten werden gerne
die Einführung von Parklizenzen für bestimmte Bereiche
entgegen genommen. Schauen Sie sich doch mal den Fahrplan
der Traubinger Straße beschlossen. Ein Parken ohne ent-
genau an, da können Sie z. B. sehen, dass wir fünf Mal am
sprechende Lizenz ist dann nicht mehr möglich. Anlieger
Vormittag das EDEKA-Center anfahren. Da können Sie dann
können unter bestimmten Voraussetzungen eine derartige
auswählen, ob Sie dort nur einen kurzen Besuch bei der Post
Parkberechtigung erwerben. Im Rahmen einer Ortsbesich-
abstatten wollen, vielleicht noch kurz in die Apotheke gehen
tigung sollen am Montag, 1. April 2019 die geeigneten
und gleich mit dem nächsten Bus wieder zurück fahren. Oder
Sonderparkbereiche festgelegt werden. Die betroffenen
Sie machen einen größeren Einkauf bei ALDI und EDEKA, da
Anlieger können im Rahmen dieser Besichtigung ihre Inte-
bietet sich dann noch ein Kaffee beim Illig an und Sie fahren
ressen anmelden und ein entsprechendes Antragsformular
dann mit dem Bus Ihrer Wahl zurück in den Ort. Unsere Fahrer
ausfüllen. Treffpunkt ist um 16 Uhr neben der Einfahrt zum
helfen gerne beim Einladen, Einkaufswägen stehen ja bereit.
Wertstoffhof.
Probieren Sie es doch einfach aus. HB
14WIE ICH ES SEHE Ein ortsansässiger Solarenergienutzer hat mit seiner 2017
errichteten Photovoltaikanlage gleich mehrere Fliegen mit
Elektrisch mobil einer Klappe geschlagen. Er versorgt seine E-Geräte und die
Beleuchtung im Haus mit dem gespeicherten Strom. Und
Bereits seit 1875 gibt es erste dies wegen seiner Lage am Rande der Bebauung sogar als
elektrisch angetriebene Fahr- sog. Insellösung. Damit ist er (im Notfall) nicht auf Strom
zeuge, zuallererst waren es aus dem Netz angewiesen. Und: Er fährt ohne jegliche CO2-
Trambahnen. Werner von Sie- Emissionen ein Elektro-Mobil der gehobenen Klasse. „Auch
mens entwickelte 1879 eine der geringere Verschleiß durch den deutlich einfacheren An-
erste Elektro-Lokomotive. trieb gegenüber dem Ottomotor-Antrieb ist ein merklicher
Rasch ging diese Entwicklung Vorteil dieser Autos“, berichtet er. „Leider ist das Stromtank-
weiter. Auch Busse fuhren bald stellennetz noch nicht so dicht wie in anderen Ländern in
schon elektrisch als sog. Ober- Europa, beispielsweise in Norwegen.“ Es gibt allerdings auch
leitungsbusse. Im öffentlichen in Deutschland bereits mehr als 16.000 öffentliche Ladesäu-
Personentransport sind heute len. Und wenn jetzt immer mehr Ultra-Schnellladesäulen in-
elektrische Antriebe weltweit stalliert werden, braucht das Elektro-Auto keinen Vergleich
im Einsatz. mehr mit den herkömmlich angetriebenen Autos fürchten,
Architekt Wenzel Bauer,
Im Individualverkehr dauerte es sofern der Strom aus regenerativer Energie gewonnen wird.
Protagonist der
allerdings noch eine ganze Zeit Auch die Anschaffung eines E-Autos unterstützen Staat und
Nachhaltigkeit Foto: privat
bis die ersten Elektro-PKW’s Autohersteller mit attraktiven Prämien.
auf der Straße rollten. Erst in
den 1990-iger Jahren schaffte das Elektroauto einen gewis- Regenerativ erzeugter und gespeicherter Solarstrom wird
sen Durchbruch. Ab dem Jahr 2000 etwa wurden diese Au- allerdings auch zukünftig nicht ausreichend für den gesamt-
tos dann mit leistungsstarken Lithium-Akkus ausgestattet, en Individualverkehr zur Verfügung stehen. E-Autos werden
so dass man mit diesen Autos auch größere Distanzen (bis zu folglich nur einen Teil der umweltfreundlichen Mobilität
400 km) ohne Zwischenaufladung fahren kann. ausmachen. Die Entwicklung anderer Antriebs-Systeme, wie
Von der Photovoltaikanlage ins Auto –Solarstrom für Elektromobilität Fotos: W. Bauer
Sind nun Elektro-Autos umweltverträglicher als mit Benzin etwa die Wasserstofftechnik, gilt es daher ebenso zu fördern
oder Diesel angetriebene PKW’s? wie es derzeit bei den E-Autos der Fall ist. Elektrische Indi-
Hier bedarf es der Differenzierung. Es macht wenig Sinn, vidualmobilität macht allerdings nicht Halt bei den PKW’s.
Autos mit Strom anzutreiben, wenn dieser aus Atomkraft- Auch für die Überwindung kleinerer Distanzen gibt es mitt-
werken, aus Braun- oder Steinkohlekraftwerken oder auch lerweile eine Reihe elektrischer, batteriegetriebener Fortbe-
aus Erdgaskraftwerken stammt, in Deutschland immerhin wegungsmittel wie die Elektrofahrräder (Pedelecs), Segways
noch zu etwa 70 %. Aber vielerorts – auch in Tutzing – ist die und mittlerweile sogar Tretroller. Wenzel Bauer
Stromerzeugung aus regenerativen Quellen - in unserer Ge-
gend meist aus Photovoltaikanlagen - im Vormarsch. Wenn
der hieraus gewonnene umweltfreundliche Strom in Batte-
riespeicher gesammelt wird, steht er zur Verfügung, auch
wenn die Quellen wie Sonne, Wind oder fließendes Wasser
hierfür gerade mal nicht nutzbar sind. Er kann mit entspre-
chender Technik sowohl im Haushalt als auch für E-Autos ge-
nutzt werden. Die Vergütung für die Einspeisung des selbst
erzeugten Stroms in die öffentlichen Netze ist in den letzten
Jahren kontinuierlich gesunken, so dass der Eigenverbrauch
immer mehr in den Vordergrund rückt.
Heft 04/19 15UNSERE GEMEINDE
BÜRGER FRAGEN
Wir wohnen in Tutzing in der Von-Kühlmann-Str. 11 und är-
gern uns beim Spazierengehen über unsere unmittelbare
Umgebung. Es geht um die Zulieferseite von Edeka an der
Hauptst. 103.
1. Dort im Fadlbach schwimmen Behältnisse aus Styropor, die
früher oder später im See landen.
2. Wer ist für die Verkehrsinsel und den Straßenbelag vor
der Edeka Filiale zuständig? Es ist ein echter Schandfleck.
3. An Ende der Sackstraße (Parkplatz) jenseits des Baches
steht ein unverschlossener, abgemeldeter Mercedes mit
Rechnungen und Rechnungsadressen auf dem Rücksitz.
Wo liegt die Zuständigkeit? Macht es Sinn, sich an Edeka zu
wenden? Maria Koch und Sandelan Wirth
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