Nutzungskonzept zur Wiederherstellung der ehemaligen Robotron-Betriebsgaststätte als Galerie für zeitgenössische Kunst der Museen der Stadt ...
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Kuns
tha
usDresden/MuseenderS t
adtDres
denNutzungskonzept
Wiederherstellung
der
ehemaligen
Robotron-‐Betriebsgaststätte
als
Galerie
für
zeitgenössische
Kunst
der
Museen
der
Stadt
Dresden
und
Labor
der
Gegenwart
Erstellt
von
Christiane
Mennicke-‐Schwarz,
Kunsthaus
Dresden
/
Museen
der
Stadt
Dresden
26.11.2017
Inhalt
1. Zielstellung
des
Vorhabens
S.
3
2. Gebäude
und
Ausgangssituation
S.
6
3. Baukultur
als
Chance:
Nachhaltiger
richtungsweisender
S.
7
ökologischer
Umgang
mit
Architektur
im
Bestand
4. Das
neue
Kunsthaus
Dresden
in
der
Robotron-‐Kantine:
S.
8
PLATINE
–
Kunsthalle
Dresden
und
Labor
der
Gegenwart
a) Verbesserte
Ausstellungs-‐
und
Betriebsbedingungen:
S.
8
Kunst
im
transparenten
Dialog
mit
Geschichte
und
Architektur
b) Größere,
zeitgemäße
Räume
für
aktuelle
Formate
der
S.
9
Kunst,
Bewegungsraum
für
Besucher
und
Raum
für
internationale,
überregionale
und
regionale
Kooperationen
c) Platine:
Dauerausstellung
Baubezogene
Kunst
vor
1989
S.
10
d) Schichten
/
Layers:
Thematische,
kollaborative
Ausstellungen
S.
11
zu
parallelen
Kunstentwicklungen
vor
und
nach
1989
e) Raum
für
Bildung:
Kulturelle
Bildung,
Experiment
S.
12
und
Bürgerbeteiligung
f) Future
Memory
Lab:
Geschichte
als
demokratische
S.
14
Beziehungsarbeit
g) grassroots:
Zeitgenössische
urbane
Landschaftskunst
S.
15
und
Ökologie
der
Beteiligung
h) Raum
zum
Teilen
/
Space
for
Sharing:
S.
16
Lebendige
Vermittlungsarbeit
vor
Ort
5. Raumprogramm:
Verwaltung,
Werkstätten,
Depots,
S.
17
Ebenerdige
Verwaltungsräume,
Werkstatt
6. Bisheriges
Nutzerprofil:
S.
18
Kunsthaus
Dresden
–
Städtische
Galerie
für
Gegenwartskunst
7. Kunsthaus
Dresden:
Vergleichsdaten
zu
Auslastung
und
S.
25
Jahresetat
bezüglich
Nutzung,
Betrieb
und
Sachkosten
zu
Ausstellungen
und
Veranstaltungen
8. Beschreibung
der
Defizite
und
erforderliche
Investitionen
S.
27
am
bisherigen
Standort
des
Kunsthauses
Dresden
in
der
Rähnitzgasse
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
2017/
cms
1
Anlage
1
–
Bildverzeichnis
Anlage
2
-‐
Stellungnahmen
Stellungnahme
Hochschule
für
Bildende
Künste
Dresden
Stellungnahme
Staatliche
Kunstsammlungen
Dresden
2
Stellungnahmen
Goethe-‐Institut
e.V.
Zentrale,
Bereich
Bildende
Kunst,
München
Stellungnahme
Kunstverein
Dresden
e.V.
Stellungnahme
Memore
Pacem.
Gesellschaft
für
Friedenskultur,
Dresden
Stellungnahme
Dresdner
Geschichtsverein
e.V.
Stellungnahme
Landesverband
Bildende
Kunst
Sachsen
e.V.
Stellungnahme
Bauhaus-‐Universität
Weimar,
Fakultät
Kunst
und
Gestaltung
Stellungnahme
Ludwig
Forum
für
Internationale
Kunst,
Aachen
Stellungnahme
Maxim
Gorki
Theater,
Berlin
2
Stellungnahmen
BDA
Landesverband
Sachsen
e.V.
Stellungnahme
Architektenkammer
Sachsen
Anlage
3
–
Raumschema
zum
Nutzungskonzept
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
2017/
cms
2
1. Zielstellung des Vorhabens Der Pavillonbau der ehemaligen Robotron-‐Betriebsgaststätte in der Lingner-‐Stadt soll zum neuen Standort der Städtischen Galerie für Gegenwartskunst, Kunsthaus Dresden, ausgebaut werden und neben Ausstellungsräumen, die für die Präsentation von zeitgenössischer Kunst erheblich bessere Bedingungen bieten als der aktuelle Standort in der Rähnitzgasse, einem verbesserten Ausstellungsangebot sowie einem Labor der Gegenwart, Flächen für kulturelle Bildung und neue Formen der Bürgerbeteiligung sowie einer raumbezogenen Dauerpräsentation zur Geschichte des Gebäudes und der für die Bauzeit typischen baubezogenen Kunst Raum geben. Für den Bau aus den frühen 1970er Jahren, dessen Abriss vor dem Hintergrund kulturhistorischer Erwägungen zur gewachsenen städtebaulichen Identität auch im Kontext der neu entstehenden Lingner-‐Stadt gestoppt wurde, wird eine neue Nutzung realisiert. Das Kunsthaus Dresden als städtische Galerie für Gegenwartskunst der Museen der Stadt Dresden mit seinen großen thematischen Ausstellungen und vielfältigen Veranstaltungen sowie Angeboten zur kulturellen Bildung ist derzeit in einem für den Betrieb der Einrichtung unzureichenden Objekt untergebracht. Die ehemalige Robotron-‐Kantine als typischer Pavillonbau der Nachkriegsmoderne mit ihrer umlaufenden Terrasse und ihrer auf Funktionalität und Transparenz angelegten Offenheit bietet mit ihrer einmaligen stadträumlichen Lage und ihrer historischen Bausubstanz für eine kulturelle Nutzung ein Potential, dass in kaum einer Innenstadtlage in einer europäischen Stadt mehr zu finden ist. Das Gebäude eignet sich auf hervorragende Weise, um in einer nachhaltigen Nachnutzung durch behutsames, zeitgemäßes Upcycling der Bausubstanz, die reich an kulturhistorischen Bezügen der letzten Jahrzehnte ist, einen für heutige Kulturarbeit optimal gelegenen neuen Standort für eine Kultureinrichtung zu erschließen. Das Kunsthaus Dresden regt am verbesserten Standort und mit erhöhter Sichtbarkeit mit seinem erfolgreichen und international anerkannten, umfangreichen Ausstellungsprogramm, das in den vergangenen Jahren nicht nur in den eigenen Räumen, sondern an vielen weiteren Orten in der Stadt präsentiert wurde, wie auch interdisziplinären Veranstaltungen und internationalen Kooperationsprojekten Konzeption erstellt durch Kunsthaus Dresden, 26. Nov 2017/ cms 3
kulturelle und künstlerische Auseinandersetzungen zu zentralen Zukunftsthemen der europäischen Stadtgesellschaft an. In unmittelbarer Nachbarschaft des Hygienemuseums und an einem familienfreundlichen wie auch in Bezug auf eine Freizeitorientierung verbesserten Standort mit seiner Lage zwischen Innenstadt und Großem Garten entsteht in Synergie mit den benachbarten Kultureinrichtungen ein neuer auf die aktive Beteiligung von Bürgerschaft und Nachbarschaft verschiedener Generationen ausgerichteter Standort, der auch in der Zusammenarbeit mit regionalen, überregionalen und internationalen Partnern Dresden als Kulturstadt in ihrer Vielfalt sichtbar und für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich macht. Konzeption erstellt durch Kunsthaus Dresden, 26. Nov 2017/ cms 4
In einer stadträumlich einzigartigen Art und Weise könnte in der Dreierkonstellation von Kulturkraftwerk Mitte, Kulturpalast und einer durch zeitgenössische und historische Kunst sowie für Themen der Stadtgesellschaft genutzten Robotron-‐Kantine vor dem Hintergrund einer vorwiegend durch Barock und Historismus gelabelten Altstadt eine für die Bürger*innen Dresdens wie auch den Tourismus attraktive Achse einer Kultur der Gegenwart entstehen. Für den Publikumsverkehr erschließt die Robotron-‐Kantine hochwertige Flächen in außerordentlich günstiger Lage und stellt einen lebendigen Verbindungspunkt zwischen dem Großen Garten, dem Dynamo-‐ Stadion und dem Deutschen Hygiene-‐Museum einerseits, und dem Neuen Rathaus und dem künftigen Verwaltungszentrum am Ferdinandplatz sowie den Museen des städtischen Museumsverbundes im Landhaus und dem sich anschließenden Neumarkt mit Frauenkirche, Albertinum und Kunsthochschule her. Die in der Bausubstanz vorgehaltene Fläche der ehemaligen Kantine würde einen zeitgenössischen Umgang mit Kunst in einem architektonisch spannungsvollen Kontext aufnehmen sowie bisher fehlende Veranstaltungsflächen und zugleich Räume für kulturelle Bildung und ein integratives Konzept und direkte Beteiligung von Stadtgesellschaft und Bürger*innen an den Projekten des Kunsthauses und seiner Kooperationspartner schaffen. Das Nutzungskonzept für den Betrieb eines Ausstellungshauses der Gegenwartskunst und der Beteiligung sieht sinnvoll konfigurierte Flächen für ein interdisziplinäres Veranstaltungsprogramm und eine Unterbringung von Verwaltung, Werkstatt und Depots sowie ein Foyer mit Bistro vor. Die Nachnutzung der Flächen und historischen Substanz der Robotron-‐ Betriebsgaststätte ermöglicht parallele Ausstellungsangebote internationaler und regionaler zeitgenössischer Kunst auf erweiterter Fläche sowie eine Erweiterung des Publikumsverkehrs und trägt dadurch erheblich zur Stärkung und Förderung des Kunststandortes Dresden insbesondere für die regionalen Kulturschaffenden bei. Durch die Zusammenarbeit mit den regionalen und überregionalen Kooperationspartnern ist möglich, eine Vielfalt der in der Stadt sichtbaren Gegenwartskultur zu stärken, und damit auf das Entwicklungspotential der Stadt hinzuwirken. Angemessene, am bisherigen Standort fehlenden, jedoch dringend benötigten Räume für Veranstaltungen können ebenso eingerichtet werden wie die bisher fehlenden erforderlichen Räume für künstlerisch-‐kulturelle Bildungsprojekte für Jugendliche und Erwachsene. Konzeption erstellt durch Kunsthaus Dresden, 26. Nov 2017/ cms 5
2. Gebäude und Ausgangssituation Die ehemalige Betriebsgaststätte ist Teil des weitläufigen Areals des ehemaligen VEB Robotron. Die Gaststätte war für bis zu 800 Personen ausgelegt. Sie wurde im Bebauungsplan im Bereich der Schnittstelle zwischen Lingner-‐Allee und Zinzendorfstraße platziert und fungierte als Gelenk zwischen den beiden Achsen und den umliegenden Gebäuden. Der Entwurf der Architekten Herbert Zimmer, Peter Schramm und Siegfried Thiel steht folgerichtig in der Tradition des freistehenden Pavillons, der von drei Seiten großflächig verglast ist und in mehrere Richtungen ausstrahlen kann. Am Gebäude selbst wird diese Mehransichtigkeit durch die umlaufende äußere Galerie unterstützt, die zwischen dem inneren Geschehen und dem Außenbereich vermittelt. Die Raumdisposition ist weitgehend unverändert, das Gebäude teilt sich in zwei etwa gleich große Säle mitsamt einem verbindenden und erschließenden Mittelteil. Vor allem im Innenbereich an den Stirnseiten, aber auch an der äußeren Galerie haben sich charakteristische Gestaltungselemente der 1970er Jahre erhalten. In rund zehn Jahren wird sich das 'Robotron-‐Areal' in die 'Lingner-‐Stadt' verwandelt haben. Alle damals errichteten Gebäude werden abgerissen sein, mit einer Ausnahme, und ein neues Stadtviertel für rund 3.000 Bewohner wird entstanden sein. Nicht wesentlich verändert stellt sich dagegen das städtebauliche Gewicht der Kantine resp. des dann neuen um Räume für Bürgerbeteiligung und kulturelle Bildung erweiterten Kunsthauses Dresden in der Robotron-‐Kantine dar. Es bleibt am Schnittpunkt der ebenfalls neu gestalteten und gestärkten Ost-‐West-‐Verbindung vom Großen Garten bis zur Altstadt und der als Grünzug parallel zum neuen Stadtquartier verlaufenden Zinzendorfstraße. Mit einer neuen Nutzung kann ein stark frequentierter Anziehungspunkt für Anwohnerinnen und Anwohner wie auch Besucherinnen und Besucher der Stadt entstehen, mit überbrückender Strahlkraft bis in die Altstadt hinein. Konzeption erstellt durch Kunsthaus Dresden, 26. Nov 2017/ cms 6
Eine
Verlagerung
verspricht
die
erfolgreiche
Tradition
fortzusetzen,
städtische
Kultureinrichtungen
nicht
in
eigens
errichteten
Neubauten
unterzubringen,
sondern
sie
zu
beiderseitigem
Vorteil
als
Nach-‐
und
Umnutzer
zu
platzieren:
siehe
vor
rund
fünfzig
Jahren
der
Einzug
des
Stadtmuseums
in
das
ehemalige
Landhaus,
siehe
vor
rund
25
Jahren
den
Einzug
der
Technischen
Sammlungen
in
ihren
kongenialen
Standort
im
Ernemannbau
und
siehe
vor
rund
einem
Jahr
den
Einzug
des
Theaters
Junge
Generation
und
der
Staatsoperette
in
das
Kraftwerk
Mitte.
Das
sind
allesamt
vorbildliche
und
vielschichtige
Kombinationen
von
baulicher
Prägnanz,
nachhaltiger
Entwicklung,
städtebaulichem
Fortschritt
und
gegenwärtigem
kulturellen
Anspruch.
Das
Raumprogramm
der
Betriebsgaststätte
ist
überschaubar
und
flexibel
und
lässt
bei
überschaubarem
Aufwand
nahezu
jede
denkbare
kulturelle
und
öffentliche
Nutzung
zu.
Das
Vorhaben
kann
nach
den
notwendig
hohen
und
prestigeträchtigen
Investitionen
in
die
klassische
Musik
und
die
Bibliothek,
das
Theater
und
Musiktheater
auch
die
'Kunst'-‐
Stadt
Dresden
in
hohem
Maße
befördern.
3.
Baukultur
als
Chance:
Nachhaltiger
richtungsweisender
ökologischer
Umgang
mit
Architektur
im
Bestand
Mit
Erhalt
und
Umnutzung
der
ehemaligen
Robotron-‐Kantine
in
der
neuen
Lingnerstadt
ergibt
sich
nicht
nur
eine
kulturelle
Chance
für
Dresden,
sondern
darüber
hinaus
die
Möglichkeit,
ein
gelungenes
Beispiel
der
Nachkriegsmoderne
zu
erhalten
und
nachzunutzen
und
modellhaft
einen
neuen
Weg
des
Umgangs
mit
erhaltenswerter
Bausubstanz
zu
entwickeln.
Eine
Alternative
zum
bekannten
Weg
der
Rekonstruktion
und
Konservierung.
Das
Bestandsgebäude
soll
einer
nachhaltigen
Sanierung
unterzogen
werden.
Nachhaltig
heißt
zum
einen,
ein
bestandsschonendes
Ausbau-‐
und
Nutzungs-‐
konzept
umzusetzen
und
den
Blick
auf
richtungs-‐
weisende
Methoden
aktuellen
nachhaltigen
Bauens
zu
lenken.
Es
heißt
auch,
Spielraum
für
zukünftige
Entwicklungs-‐
potentiale
zu
lassen.
Die
architektonische
Vision
des
Gebäudes
ist
die
eines
offenen
Kunstortes,
das
Gebäude
selbst
ist
Ausstellungsstück.
Wichtig
für
die
Umsetzung
ist
die
Annäherung
von
zwei
Seiten:
Das
Nutzungskonzept
und
die
Anforderungen
an
das
neue
Kunsthaus
sind
auf
das
Objekt
abgestimmt.
Konzept
und
Raummodule
gehen
bewusst
mit
dem
Bestand
um.
Technische
Anforderungen
sind
auf
ein
notwendiges,
realistisches
Maß
gebracht.
Die
Instandsetzung
bleibt
bestandsnah
und
sucht
nach
Möglichkeiten
der
nachhaltigen,
niedrigschwelligen
Umsetzung
des
Anforderungsprofils.
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
2017/
cms
7
Grundlage
für
diesen
Umgang
ist
ein
Museums-‐
und
Ausstellungskonzept,
welches
bauliche
und
inhaltliche
Parameter
zusammenführt.
Aus
deren
Ableitung
ergeben
sich
einzelne
Entwicklungsschritte
für
die
stufenweise
Umsetzung.
So
wird
in
einem
ersten
Schritt
das
Hauptgeschoss
bespielbar
gemacht.
Untergeschoss
und
das
eventuell
herzustellende
Mittelgeschoss
bleiben
im
Rohbau.
Die
erdgeschossigen
Flächen
stehen
als
Ausstellungssäle
und
Veranstaltungsflächen
zur
Verfügung.
Der
große
Glasflächenanteil
öffnet
das
Gebäude
in
den
Stadtraum.
Eingestellte
Wandflächen
und
Boxen
gliedern
die
Säle,
bieten
Hängeflächen
und
die
Möglichkeit
zur
Teilklimatisierung.
Der
mittige
Gebäudeteil
ergänzt
das
Angebot
an
Ausstellungsflächen.
Foyer
und
Eingangsbereich
sind
gleichzeitig
Café,
Shop
und
Verteilerfläche.
Die
umlaufenden
Terrassen
sind
bespielbare
Freiflächen
für
Museumsgastronomie,
Veranstaltungen,
Ausstellungserweiterungen
in
den
Freiraum.
Die
Dachflächen
werden
teilbegrünt
und
über
die
teilerschlossene
Dachfläche
Bestandteil
des
Ausstellungskonzepts.
Recycling
und
Upcycling
finden
hier
in
verschiedenen
Maßstäben
statt
und
beginnen
bereits
mit
der
Entscheidung
zur
Nachnutzung
des
Objekts.
Durch
Rückbau,
Freilegung
und
Inszenierung
wird
der
Bestand
in
Folge
einer
neuen
Wertigkeit
zugeführt.
Einfache,
robuste
Materialien
und
Bauweisen
erfahren
durch
deren
gezielten
Einsatz
eine
Aufwertung
und
eine
Vielzahl
von
Nutzungsszenarien
wird
ermöglicht.
Ressourcen
werden
bewusst
geschont.
Die
Architektur
ist
schwellenarm.
Der
Abschied
vom
Museum
als
zurückhaltende
–
also
weiße
–
bauliche
Hülle
bildender
Kunst
wird
bewusst
vollzogen
und
thematisiert.
Während
das
klassische
Museum
den
Kontakt
mit
der
idealerweise
umgebenden
Stadt
und
Stadtgesellschaft
nur
über
Foyerflächen
zulässt,
sich
anderweitig
aber
hermetisch
verschließt,
öffnet
sich
das
neue
Kunsthaus
in
der
Robotron-‐Kantine
bewusst
in
den
Stadtraum
und
etabliert
damit
eine
eigene,
unverwechselbare
Identität.
Das
Gebäude
selbst
wird
dabei
zum
Ausstellungsstück
–
als
öffentlicher
Raum
der
Stadtgesellschaft
und
ihrer
Themen,
welche
in
verschiedensten
Formaten
stattfinden
können.
4.
Das
neue
Kunsthaus
Dresden
in
der
Robotron-‐Kantine:
PLATINE
–
Kunsthalle
Dresden
und
Labor
der
Gegenwart
a)
Verbesserte
Ausstellungs-‐
und
Betriebsbedingungen:
Kunst
im
transparenten
Dialog
mit
Geschichte
und
Architektur
Die
ehemalige
Robotron-‐Kantine
als
typischer
Pavillonbau
der
siebziger
Jahre
mit
ihrer
umlaufenden
Terrasse
und
ihrer
auf
Funktionalität
und
Transparenz
angelegten
Offenheit
in
einer
einmaligen
stadträumlichen
Lage
und
historischen
Bausubstanz
eignet
sich
auf
hervorragende
Weise,
um
in
einer
nachhaltigen
Nachnutzung
und
durch
behutsames,
zeitgemäßes
Upcycling
der
Bausubstanz,
die
reich
an
kulturhistorischen
Bezügen
der
letzten
Jahrzehnte
ist,
einen
für
zeitgemäße
Kulturarbeit
optimal
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
2017/
cms
8
gelegenen
neuen
Standort
für
eine
Kultureinrichtung
zu
erschließen.
In
der
programmatisch
universell
angelegten
modernen
Bausubstanz,
die
ähnlich
einer
Platine
eine
Vielfalt
an
Funktionen
und
räumlich-‐funktionalen
sowie
inhaltlichen
Verknüpfungen
ermöglicht,
setzt
das
Kunsthaus
Dresden
sein
erfolgreiches,
international
anerkanntes
umfangreiches
Ausstellungs-‐
und
Veranstaltungsprogramm
in
zeitgemäßen,
der
Funktion
der
Kultureinrichtung
angemessenen
sowie
barrierefrei
zugänglichen
und
zentral
in
der
Stadt
angeordneten
Räumen
als
Kunsthalle
Dresden
und
Labor
der
Gegenwart
konsequent
fort.
Die
verbesserten
Ausstellungs-‐
und
Betriebsbedingungen
in
der
behutsam
sanierten
Bausubstanz
entsprechen
in
der
Sichtbarkeit,
Größe
und
Anordnung
im
Stadtraum
der
öffentlichen
Funktion
der
Kultureinrichtung
und
dem
interdisziplinären
Charakter
der
vielfältigen
thematischen
Ausstellungs-‐
und
Veranstaltungsprogramme
sowie
Bildungsprojekte
und
Kooperationen
mit
der
Stadtgesellschaft.
b)
Größere,
zeitgemäße
Räume
für
aktuelle
Formate
der
Kunst,
Bewegungsraum
für
Besucher
und
Raum
für
internationale,
überregionale
und
regionale
Kooperationen
Die
Bewahrung
raumbezogener
Kunst
für
den
Alltag
und
Rückblicke
der
Kunstgeschichte
treten
in
einen
spannungsvollen
Dialog
mit
großformatigen
Präsentationen
der
internationalen,
überregionalen
und
regionalen
Gegenwartskunst.
Während
unter
den
räumlichen
Bedingungen
eines
ehemaligen
Wohnhauses
des
bürgerlichen
Barock
am
ehemaligen
Standort
in
der
Rähnitzgasse
großformatige
Malerei,
besonders
aber
Skulpturen
und
Rauminstallation
und
raumgreifende
Arbeiten
der
Medienkunst
entweder
gar
nicht
oder
nur
in
kleinen,
auf
die
verfügbaren
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
2017/
cms
9
Raummaße
herunterskalierten
Formaten
präsentiert
werden
konnten,
haben
die
neuen
Räume
der
ehemaligen
Kantine
erstmals
die
geeignete
Dimension
und
zeitgemäße
Präsentationsbedingungen
für
großformatige
Werke
der
Gegenwartskunst,
Skulpturen,
Rauminstallationen
und
Medienkunst
sowie
auf
aktive
Teilhabe
angelegte
Werke
zeitgenössischer
Kunst.
Kunstwerke
können
endlich
in
einer
angemessenen
Dimension
und
auch
mit
dem
notwendigen
Bewegungsraum
für
die
Besucherinnen
und
Besucher
gezeigt
werden.
Unter
den
neuen
Raumbedingungen
ist
neben
einer
Dauerausstellung
zur
baubezogenen
Kunst
ein
paralleles
Ausstellen
in
Kooperation
mit
den
zahlreichen
bereits
bestehenden
sowie
neuen
Partnern
der
Kultureinrichtung
möglich.
Funktionserweiterung
große,
zeitgemäße
Räume:
Während
im
alten
Objekt
aufgrund
der
begrenzten
Raumsituation
ein
Großteil
bereits
finanzierter
über-‐
regionaler
und
regionaler
Ausstellungsprojekte
und
Kooperationsanfragen
unterschiedlichster
Partner
abgewiesen
werden
musste,
wird
in
den
neuen
Räumen
der
ehemaligen
Robotron-‐Kantine
die
Vielfalt
einer
regionalen
und
überregionalen
Gegenwartskunstlandschaft
auf
konsequente
Weise
und
in
attraktiver
Nachbarschaft
sichtbar.
Das
institutionelle
Netzwerk
und
kuratorische
Arbeiten
zu
virulenten
Themen
der
Gegenwart
auf
parallelen
Plattformen
kann
auf
konse-‐quente
Weise
weiter-‐
entwickelt
und
erstmals
räumlich
zusammenhängend
und
thematisch
verknüpft
dargestellt
werden.
Den
vielfältigen
Partnern
können
eigene
Plattformen
und
Veranstaltungsräume
geboten
werden,
die
das
Gebäude
mit
lebendigen
Synergien
erfüllen.
c)
Platine:
Dauerausstellung
Baubezogene
Kunst
vor
1989
Durch
den
durch
die
baubezogene
Kunst
der
siebziger
Jahre
gesetzten
Akzent
wird
es
in
der
neuen
räumlichen
Konstellation
der
Robotron-‐
Kantine
unter
der
neuen
Überschrift
Kunsthalle
Dresden
und
Labor
der
Gegenwart
möglich,
den
bereits
in
der
Arbeit
der
letzten
Jahrzehnte
gesetzten
Schwerpunkt
auf
den
Dialog
der
Kunstgeschichte(n)
Ost/
West
insbesondere
in
Bezug
auf
die
öffentlichkeitswirksame
Funktion
von
Kunst
vor
und
nach
1989
konsequent
abzubilden
und
weiterzuverfolgen.
Funktionserweiterung
Platine
–
Baubezogene
Kunst:
Eine
raumbezogene
Dauerpräsentation
der
Geschichte
des
Gebäudes
und
der
baubezogenen
Kunst,
wie
sie
in
Dresden
nach
1945
insbesondere
um
Karl-‐Heinz
Adler
und
Friedrich
Kracht
und
die
Produktionsgenossenschaft
Kunst
am
Bau
Dresden
zwischen
1958
und
1990
entwickelt
wurde,
im
Dialog
mit
ihrer
Weiterentwicklung
in
der
Gegenwart.
Die
Dauerausstellung
wird
konzipiert
in
Zusammenarbeit
mit
der
Initiative
ostmodern
und
dem
Verein
Freie
Akademie
Kunst
+
Bau
e.V.
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
2017/
cms
10
d)
Schichten
/
Layers:
Thematische,
kollaborative
Ausstellungen
zu
parallelen
Kunstentwicklungen
vor
und
nach
1989
Jenseits
einer
permanenten
Ausstellung
zur
Geschichte
der
baubezogenen
Kunst
und
des
Gebäudes
bietet
ein
thematisches
Ausstellungsprogramm
die
Möglichkeit,
umfangreicher
und
instruktiver
als
es
bisher
unter
den
beschränkten
Raumbedingungen
des
Kunsthauses
möglich
war,
Werke
aus
den
umfangreichen
Sammlungen
der
in
der
DDR
entstandenen
Kunst
zwischen
1945
und
1989
zu
zeigen.
In
den
Ausstellungsräumen
wie
auch
in
als
separate,
klimatisierbare
Ausstellungskuben
im
Ausstellungsraum
platzierten
Sonderflächen
können
unter
dem
Titel
Schichten
/
Layers
thematisch
zusammengestellte
Werke
aus
den
Depots
der
Städtischen
Galerie
sowie
des
Kunstfonds
und
des
Albertinums
sowie
Alltagsobjekte
des
Stadtmuseums
oder
auch
Rückblicke
zur
baubezogenen
Kunst
und
Architektur
dieser
Zeit
gezeigt
werden.
Funktionserweiterung
Schichten
/
Layers:
Sonderausstellungen
der
Gegenwartskunst
sowie
der
Kunst
zwischen
1945
und
1989
sowie
Einblicke
in
die
Sammlungen
der
städtischen
Museen
sowie
thematische
Kollaborationen
und
parallele
Ausstellungen
internationaler
Gegenwartskunst
in
Zusammenarbeit
mit
der
Hochschule
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
2017/
cms
11
für
Bildende
Künste
Dresden,
Staatliche
Kunstsammlungen
Dresden:
Kunstgewerbemuseum
im
Schloss
Pillnitz,
dem
Kunstfonds
und
dem
Albertinum
/
Staatliche
Kunstsammlungen
Dresden,
Kulturhauptstadtbüro
der
Landeshauptstadt
Dresden,
Kunstverein
Dresden,
Ludwig
Forum
Aachen,
Landesverband
Bildende
Kunst
Sachsen.
e)
Raum
für
Bildung:
Kulturelle
Bildung,
Experiment
und
Bürgerbeteiligung
Junge
Menschen
wie
auch
das
Ermöglichen
von
Teilhabe
und
Partizipation
an
Kultur
stehen
im
Fokus
der
Arbeit
des
Kunsthauses.
So
wurden
zahlreiche
Projekte
als
gezielte
Möglichkeit
der
Beteiligung
unterschied-‐ichster
gesellschaftlicher
Gruppen
und
Einzelakteure
auf
den
Weg
gebracht.
Zentral
waren
hier
Projekte
zur
Erinnerungskultur,
gesellschaftlicher
Veränderung
durch
Migration
in
Geschichte
und
Gegenwart
aber
auch
zu
den
Veränderungen
der
Arbeitswelt
und
postsozialistischen
Konzeption
erstellt
durch
Kunsthaus
Dresden,
26.
Nov
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