Physik Schulinterner Lehrplan Siegtal-Gymnasium - Sekundarstufe II - (Fassung vom 01.07.2021)

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Schulinterner Lehrplan
Siegtal-Gymnasium – Sekundarstufe II

Physik
(Fassung vom 01.07.2021)
1      Rahmenbedingungen der fachlichen Arbeit

Fachliche Bezüge zum Leitbild der Schule

Als Schule verstehen wir uns am Siegtal-Gymnasium als eine Gemeinschaft, in der wir uns zusammengehörig fühlen. Das bedeutet, dass wir friedlich miteinander
leben und lernen sowie dass wir uns gegenseitig unterstützen. Dies kann im Fach Physik insbesondere bei Schülerexperimenten gelebt werden. In unserer
Gemeinschaft wird jeder in seiner Besonderheit akzeptiert und alle werden gleichermaßen gerecht und fair behandelt.

Wir begegnen einander gewaltfrei mit Respekt und Wertschätzung. Jeder Mensch hat das Recht, in gleichem Maße anerkannt zu werden und an unserer Gemeinschaft
teilzuhaben. Wir respektieren und schätzen insbesondere unsere Unterschiede in der Vielfalt unserer Kulturen, Erscheinungsbilder und Ansichten. Wir achten auf
unsere geistige und körperliche Gesundheit. Hier kann das Fach Physik auf mögliche Gefahren von Elektrizität, Lärm und Radioaktivität im Alltag hinweisen.

Wir alle tragen Verantwortung für uns selbst, füreinander und für unser Lernen. Im Physikunterricht trägt der verantwortungsvolle Umgang mit
Experimentiermaterialien in Schülerexperimenten zu diesem Ziel bei.

Darüber hinaus birgt das Streben nach Fortschritt auch Risiken, die bewertet und beherrscht werden müssen. Naturwissenschaftlich-technische Erkenntnisse und
Innovationen stehen damit zunehmend im Fokus gesellschaftlicher Diskussionen und Auseinandersetzungen.
Eine vertiefte naturwissenschaftliche Grundbildung bietet die Grundlage für fundierte
Urteile in Entscheidungsprozessen über erwünschte oder unerwünschte
Entwicklungen.

Wir wollen lernen und lehren, Verantwortung bewusst und gerne zu übernehmen – gegenüber unserer Gemeinschaft in der Schule, der Gesellschaft und, im Sinne der
Nachhaltigkeit, gegenüber unserem Planeten.

Das schulische Leben am SGE ist geprägt von einem umfassenden Bildungsbegriff. Das Fach Physik leistet gemeinsam mit den anderen naturwissenschaftlichen Fä-
chern einen Beitrag zum Bildungsziel einer vertieften naturwissenschaftlichen
Grundbildung. Typische theorie- und hypothesengeleitete Denk- und Arbeitsweisen ermöglichen eine analytische und rationale Betrachtung der Welt. Naturwissen-
schaftliche Bildung ermöglicht eine aktive Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation und Meinungsbildung über technische Entwicklungen und naturwissenschaft-
liche Forschung und ist deshalb wesentlicher Bestandteil von Allgemeinbildung.
Unsere gemeinsamen Werte werden getragen von Freude am Lehren und Lernen, am Umgang miteinander und am gemeinsamen Alltag.
Ein forschend-entdeckender Unterricht soll Freude am Experimentieren schaffen und Interesse daran wecken, Alltagsphänomene physikalisch zu untersuchen und zu
beschreiben.

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Fachliche Bezüge zu schulischen Standards zum Lehren und Lernen

Im Leistungskonzept Physik finden sich fachspezifische Ergänzungen.

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2         Entscheidungen zum Unterricht

2.1       Unterrichtsvorhaben

In der nachfolgenden Übersicht über die Unterrichtsvorhaben wird die für alle Lehrerinnen und Lehrer gemäß Fachkonferenzbeschluss verbindliche Verteilung der Un-
terrichtsvorhaben dargestellt. Die Übersicht dient dazu, für die einzelnen Jahrgangsstufen allen am Bildungsprozess Beteiligten einen schnellen Überblick über Themen
bzw. Fragestellungen der Unterrichtsvorhaben unter Angabe besonderer Schwerpunkte in den Inhalten und in der Kompetenzentwicklung zu verschaffen. Dadurch soll
verdeutlicht werden, welches Wissen und welche Fähigkeiten in den jeweiligen Unterrichtsvorhaben besonders gut zu erlernen sind und welche Aspekte deshalb im
Unterricht hervorgehoben thematisiert werden sollten. Unter den weiteren Vereinbarungen des Übersichtsrasters werden u.a. Möglichkeiten im Hinblick auf inhaltliche
Fokussierungen sowie interne und externe Verknüpfungen ausgewiesen. Bei Synergien und Vernetzungen bedeutet die Pfeilrichtung , dass auf Lernergebnisse anderer
Bereiche zurückgegriffen wird (aufbauend auf …), die Pfeilrichtung →, dass Lernergebnisse später fortgeführt werden (grundlegend für …).

Die Bezüge zu folgenden Bausteinen werden im schulinternen Lehrplan farbig hervorgehoben:

      •   Verbraucherbildung
      •   Bildung für eine nachhaltige Entwicklung
      •   Fächerübergreifende Inhalte
      •   Individuelle Lernwege/EMiL
      •   Berufsorientierung
      •   Mediencurriculum

Der ausgewiesene Zeitbedarf versteht sich als grobe Orientierungsgröße, die nach Bedarf über- oder unterschritten werden kann. Der Schulinterne Lehrplan ist so
gestaltet, dass er zusätzlichen Spielraum für Vertiefungen, besondere Interessen von Schülerinnen und Schülern, aktuelle Themen bzw. die Erfordernisse anderer be-
sonderer Ereignisse (z.B. Praktika, Klassenfahrten o.Ä.) belässt. Abweichungen über die notwendigen Absprachen hinaus sind im Rahmen des pädagogischen Gestal-
tungsspielraumes der Lehrkräfte möglich. Sicherzustellen bleibt allerdings auch hier, dass im Rahmen der Umsetzung der Unterrichtsvorhaben insgesamt alle Kompe-
tenzerwartungen des Kernlehrplans Berücksichtigung finden.

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Übersicht über die Unterrichtsvorhaben der Sek. II
Einführungsphase (EP)
Vorbemerkungen:

    •   Dieser Plan wird zur Grundlage des Unterrichts in der kommenden Einführungsphase gemacht.
    •   Die Änderung der Reihenfolge einzelner Kapitel innerhalb der Inhaltsfelder wird den Unterrichtenden freigestellt.

Inhaltsfeld: Mechanik

Kontext: Physik in Sport und Verkehr
Leitfrage: Wie lassen sich Bewegungen vermessen, analysieren und optimieren?
Inhaltliche Schwerpunkte: Kräfte und Bewegungen, Energie und Impuls
Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können …
(E7) naturwissenschaftliches Arbeiten reflektieren sowie Veränderungen im Weltbild und in Denk- und Arbeitsweisen in ihrer historischen und kulturellen Entwicklung darstellen
(K4) physikalische Aussagen und Behauptungen mit sachlich fundierten und überzeugenden Argumenten begründen bzw. kritisieren.
(E5) Daten qualitativ und quantitativ im Hinblick auf Zusammenhänge, Regeln oder mathematisch zu formulierende Gesetzmäßigkeiten analysieren und Ergebnisse verallgemeinern,
(E6) Modelle entwickeln sowie physikalisch-technische Prozesse mithilfe von theoretischen Modellen, mathematischen Modellierungen, Gedankenexperimenten und Simulationen er-
klären oder vorhersagen,
(UF2)zur Lösung physikalischer Probleme zielführend Definitionen, Konzepte sowie funktionale Beziehungen zwischen physikalischen Größen angemessen und begründet auswählen,

                                                                                                                                                                        5
Inhalt                    Kompetenzen                                                  Experiment / Medium                      Kommentar/didaktische Hinweise
    (mit ungef. Angabe
                              Die Schülerinnen und Schüler…
    der Ustd.)
    Beschreibung von Be-      stellen Änderungen in den Vorstellungen zu Bewegungen                                                 Einstieg über faire Beurteilung sportlicher Leistun-
    wegungen im Alltag        und zum Sonnensystem beim Übergang vom Mittelalter zur                                                gen (Weitsprung in West bzw. Ostrichtung, Speer-
    (Verkehr) und im          Neuzeit dar (UF3, E7),                                                                                wurf usw., Konsequenzen aus der Ansicht einer ru-
    Sport                     entnehmen Kernaussagen zu naturwissenschaftlichen Positi-                                             henden oder einer bewegten Erde)
                                                                                           Textauszüge aus Galileis Discorsi zur
                              onen zu Beginn der Neuzeit aus einfachen historischen Tex-                                            Analyse alltäglicher Bewegungsabläufe, Analyse von
                                                                                           Mechanik und zu den Fallgesetzen
                              ten (K2, K4).                                                                                         Kraftwirkungen auf reibungsfreie Körper

                                                                                           Handexperimente zur qualitativen Be-
                                                                                                                                    Vorstellungen zur Trägheit und zur Fallbewegung,
                                                                                           obachtung von Fallbewegungen (z. B.
                                                                                                                                    Diskussion von Alltagsvorstellungen und physikali-
    Aristoteles vs. Galilei                                                                Stahlkugel, glattes bzw. zur Kugel zu-
                                                                                                                                    schen Konzepten
    (2 Ustd.)                                                                              sammengedrücktes Papier, evakuier-
                                                                                           tes Fallrohr mit Feder und Metall-       Vergleich der Vorstellungen von Aristoteles und Ga-
                                                                                           stück)                                   lilei zur Bewegung, Folgerungen für Vergleichbarkeit
                                                                                                                                    von sportlichen Leistungen.

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Inhalt                 Kompetenzen                                                    Experiment / Medium                      Kommentar/didaktische Hinweise
(mit ungef. Angabe
                       Die Schülerinnen und Schüler…
der Ustd.)
Beschreibung     und   unterscheiden gleichförmige und gleichmäßig beschleunigte      Digitale Videoanalyse (z.B. mit VIANA,   Einführung in die Verwendung von digitaler Video-
Analyse von linearen   Bewegungen und erklären zugrundeliegende Ursachen              Tracker) von Bewegungen im Sport         analyse (Auswertung von Videosequenzen, Darstel-
Bewegungen             (UF2),                                                         (Fahrradfahrt o. anderes Fahrzeug,       lung der Messdaten in Tabellen und Diagrammen
(16 Ustd.)             vereinfachen komplexe Bewegungs- und Gleichgewichtszu-         Sprint, Flug von Bällen)                 mithilfe einer Software zur Tabellenkalkulation)
                       stände durch Komponentenzerlegung bzw. Vektoraddition                                                   Unterscheidung von gleichförmigen und (beliebig)
                       (E1),                                                                                                   beschleunigten Bewegungen (insb. auch die gleich-
                       planen selbstständig Experimente zur quantitativen und qua-                                             mäßig beschleunigte Bewegung)
                       litativen Untersuchung einfacher Zusammenhänge (u.a. zur                                                Erarbeitung der Bewegungsgesetze der gleichförmi-
                       Analyse von Bewegungen), führen sie durch, werten sie aus                                               gen Bewegung
                       und bewerten Ergebnisse und Arbeitsprozesse (E2, E5, B1),
                       stellen Daten in Tabellen und sinnvoll skalierten Diagram-                                              Untersuchung gleichmäßig beschleunigter Bewe-
                       men (u. a. t-s- und t-v-Diagramme, Vektordiagramme) von        Luftkissenfahrbahn mit       digitaler   gungen im Labor
                       Hand und mit digitalen Werkzeugen angemessen präzise dar       Messwerterfassung:
                                                                                                                               Erarbeitung der Bewegungsgesetze der gleichmäßig
                       (K1, K3),                                                      Messreihe zur gleichmäßig beschleu-      beschleunigten Bewegung
                       erschließen und überprüfen mit Messdaten und Diagram-          nigten Bewegung
                                                                                                                               Erstellung von t-s- und t-v-Diagrammen (auch mit-
                       men funktionale Beziehungen zwischen mechanischen Grö-
                                                                                                                               hilfe digitaler Hilfsmittel), die Interpretation und
                       ßen (E5),
                                                                                                                               Auswertung derartiger Diagramme sollte intensiv
                       bestimmen mechanische Größen mit mathematischen Ver-                                                    geübt werden.
                       fahren und mithilfe digitaler Werkzeuge (u.a. Tabellenkalku-
                                                                                                                               Planung von Experimenten durch die Schüler (Aus-
                       lation, GTR) (E6),
                                                                                                                               wertung mithilfe der Videoanalyse)
                                                                                      Freier Fall und Bewegung auf einer
                                                                                      schiefen Ebene                           Schlussfolgerungen bezüglich des Einflusses der Kör-
                                                                                                                               permasse bei Fallvorgängen, auch die Argumenta-
                                                                                                                               tion von Galilei ist besonders gut geeignet, um Argu-
                                                                                                                               mentationsmuster in Physik explizit zu besprechen
                                                                                                                               Wesentlich: Erarbeitung des Superpositionsprinzips
                                                                                                                               (Komponentenzerlegung und Addition vektorieller
                                                                                      Wurfbewegungen                           Größen)
                                                                                      Basketball, Korbwurf, Abstoß beim        Herleitung der Gleichung für die Bahnkurve nur opti-
                                                                                      Fußball,     günstigster   Winkel,       onal
                                                                                      Dart-Maschine

                                                                                                                                                                               7
Inhalt                  Kompetenzen                                                    Experiment / Medium                   Kommentar/didaktische Hinweise
    (mit ungef. Angabe
                            Die Schülerinnen und Schüler…
    der Ustd.)
    Newton‘sche       Ge-   berechnen mithilfe des Newton‘schen Kraftgesetzes Wirkun-      Messung der Beschleunigung eines      Kennzeichen von Laborexperimenten im Vergleich
    setze, Kräfte und Be-   gen einzelner oder mehrerer Kräfte auf Bewegungszustände       Körpers in Abhängigkeit von der be-   zu natürlichen Vorgängen besprechen, Ausschalten
    wegung                  und sagen sie unter dem Aspekt der Kausalität vorher (E6),     schleunigenden Kraft                  bzw. Kontrolle bzw. Vernachlässigen von Störungen
    (12 Ustd.)              entscheiden begründet, welche Größen bei der Analyse von       Protokolle: Funktionen und Anforde-   Erarbeitung des Newton‘schen Bewegungsgesetzes
                            Bewegungen zu berücksichtigen oder zu vernachlässigen          rungen                                Definition der Kraft als Erweiterung des Kraftbegriffs
                            sind (E1, E4),                                                                                       aus der Sekundarstufe I.
                            reflektieren Regeln des Experimentierens in der Planung und                                          Berechnung von Kräften und Beschleunigungen
                            Auswertung von Versuchen (u. a. Zielorientierung, Sicher-                                            beim Kugelstoßen, bei Ballsportarten, Einfluss von
                            heit, Variablenkontrolle, Kontrolle von Störungen und Feh-                                           Reibungskräften
                            lerquellen) (E2, E4),
                            geben Kriterien (u.a. Objektivität, Reproduzierbarkeit, Wi-
                            derspruchsfreiheit, Überprüfbarkeit) an, um die Zuverlässig-
                            keit von Messergebnissen und physikalischen Aussagen zu
                            beurteilen, und nutzen diese bei der Bewertung von eigenen
                            und fremden Untersuchungen (B1),

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Inhalt                 Kompetenzen                                                    Experiment / Medium                  Kommentar/didaktische Hinweise
(mit ungef. Angabe
                       Die Schülerinnen und Schüler…
der Ustd.)
Energie und Leistung   erläutern die Größen Position, Strecke, Geschwindigkeit, Be-   Einsatz des GTR zur Bestimmung des   Begriffe der Arbeit und der Energie aus der SI auf-
Impuls                 schleunigung, Masse, Kraft, Arbeit, Energie, Impuls und ihre   Integrals                            greifen und wiederholen
                       Beziehungen zueinander an unterschiedlichen Beispielen         Fadenpendel (Schaukel)               Deduktive Herleitung der Formeln für die mechani-
(12 Ustd.)
                       (UF2, UF4),                                                                                         schen Energiearten aus den Newton‘schen Gesetzen
                       analysieren in verschiedenen Kontexten Bewegungen quali-                                            und der Definition der Arbeit
                                                                                      Sportvideos
                       tativ und quantitativ sowohl aus einer Wechselwirkungsper-                                          Energieerhaltung an Beispielen (Pendel, Achterbahn,
                       spektive als auch aus einer energetischen Sicht (E1, UF1),                                          Halfpipe) erarbeiten und für Berechnungen nutzen
                       verwenden Erhaltungssätze (Energie- und Impulsbilanzen),                                            Energetische Analysen in verschiedenen Sportarten
                       um Bewegungszustände zu erklären sowie Bewegungsgrö-                                                (Hochsprung, Turmspringen, Turnen, Stabhoch-
                       ßen zu berechnen (E3, E6),                                                                          sprung, Bobfahren, Skisprung)
                       beschreiben eindimensionale Stoßvorgänge mit Wechselwir-                                            Begriff des Impulses und Impuls als Erhaltungsgröße
                       kungen und Impulsänderungen (UF1),
                                                                                                                           Elastischer und inelastischer Stoß auch an anschauli-
                       begründen argumentativ Sachaussagen, Behauptungen und                                               chen Beispielen aus dem Sport (z.B. Impulserhaltung
                       Vermutungen zu mechanischen Vorgängen und ziehen dabei                                              bei Ballsportarten, Kopfball beim Fußball, Kampf-
                       erarbeitetes Wissen sowie Messergebnisse oder andere ob-                                            sport)
                       jektive Daten heran (K4),                                      Messreihen zu elastischen und un-
                                                                                                                           Hinweis: Erweiterung des Impulsbegriffs am Ende
                       bewerten begründet die Darstellung bekannter mechani-          elastischen Stößen
                                                                                                                           des Kontextes „Auf dem Weg in den Weltraum“
                       scher und anderer physikalischer Phänomene in verschiede-
                       nen Medien (Printmedien, Filme, Internet) bezüglich ihrer
                       Relevanz und Richtigkeit (K2, K4),
ca.42 Ustd.            Summe

                                                                                                                                                                           9
Kontext: Auf dem Weg in den Weltraum
Leitfrage: Wie kommt man zu physikalischen Erkenntnissen über unser Sonnensystem?
Inhaltliche Schwerpunkte: Gravitation, Kräfte und Bewegungen, Energie und Impuls

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können
(UF4) Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen natürlichen bzw. technischen Vorgängen auf der Grundlage eines vernetzten physikalischen Wissens erschließen und aufzeigen.
(E3) mit Bezug auf Theorien, Modelle und Gesetzmäßigkeiten auf deduktive Weise Hypothesen generieren sowie Verfahren zu ihrer Überprüfung ableiten,
(E6) Modelle entwickeln sowie physikalisch-technische Prozesse mithilfe von theoretischen Modellen, mathematischen Modellierungen, Gedankenexperimenten und Simulationen er-
klären oder vorhersagen,
(E7) naturwissenschaftliches Arbeiten reflektieren sowie Veränderungen im Weltbild und in Denk- und Arbeitsweisen in ihrer historischen und kulturellen Entwicklung darstellen.

 Inhalt                    Kompetenzen                                                     Experiment / Medium                    Kommentar/didaktische Hinweise
 (mit ungef. Angabe der
                           Die Schülerinnen und Schüler…
 Ustd.)
 Aristotelisches Welt-     stellen Änderungen in den Vorstellungen zu Bewegungen           Arbeit    mit    dem     Lehrbuch:     Einstieg über Film zur Entwicklung des Raketenbaus
 bild, Kopernikanische     und zum Sonnensystem beim Übergang vom Mittelalter zur          Geozentrisches und heliozentrisches    und der Weltraumfahrt
 Wende                     Neuzeit dar (UF3, E7),                                          Planetenmodell                         Historie: Verschiedene Möglichkeiten der Interpre-
 (2 Ustd.)                                                                                                                        tation der Beobachtungen
 Planetenbewegung          ermitteln mithilfe der Kepler´schen Gesetze und des Gravi-
 und Kepler’sche Ge-       tationsgesetzes astronomische Größen (E6),                      Animationen zur Darstellung der Pla-   Tycho Brahes Messungen, Keplers Schlussfolgerun-
 setze                     beschreiben an Beispielen Veränderungen im Weltbild und         netenbewegungen                        gen
 (3 Ustd.)                 in der Arbeitsweise der Naturwissenschaften, die durch die
                           Arbeiten von Kopernikus, Kepler, Galilei und Newton initiiert
                           wurden (E7, B3).
 Newton’sches Gravita-     beschreiben Wechselwirkungen im Gravitationsfeld und            Arbeit mit dem Lehrbuch, Recherche     Newton’sches Gravitationsgesetz als Zusammenfas-
 tionsgesetz, Gravitati-   verdeutlichen den Unterschied zwischen Feldkonzept und          im Internet                            sung bzw. Äquivalent der Kepler’schen Gesetze
 onsfeld                   Kraftkonzept (UF2, E6),                                                                                Newton’sche „Mondrechnung“
 (6 Ustd.)                                                                                                                        Anwendung des Newton’schen Gravitationsgesetzes
                                                                                                                                  und der Kepler‘schen Gesetze zur Berechnung von
                                                                                                                                  Satellitenbahnen
                                                                                                                                  Feldbegriff diskutieren, Definition der Feldstärke
                                                                                                                                  über Messvorschrift „Kraft auf Probekörper“

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Inhalt                   Kompetenzen                                                 Experiment / Medium                    Kommentar/didaktische Hinweise
(mit ungef. Angabe der
                         Die Schülerinnen und Schüler…
Ustd.)
Kreisbewegungen          analysieren und berechnen auftretende Kräfte bei Kreisbe-   Messung der Zentralkraft               Beschreibung von gleichförmigen Kreisbewegungen,
(8 Ustd.)                wegungen (E6),                                              (evtl. Deduktion)                      Winkelgeschwindigkeit, Periode, Bahngeschwindig-
                                                                                                                            keit, Frequenz
                                                                                                                            Experimentell-erkundende Erarbeitung der Formeln
                                                                                                                            für Zentripetalkraft und Zentripetalbeschleunigung:
                                                                                                                            Auch hier: Herausstellen der Notwendigkeit der Kon-
                                                                                                                            stanthaltung der restlichen Größen bei der experi-
                                                                                                                            mentellen Bestimmung einer von mehreren anderen
                                                                                                                            Größen abhängigen physikalischen Größe (hier bei
                                                                                                                            der Bestimmung der Zentripetalkraft in Abhängigkeit
                                                                                                                            von der Masse des rotierenden Körpers)
                                                                                                                            Ergänzend: Deduktion der Formel für die Zentripetal-
                                                                                                                            beschleunigung
                                                                                                                            Massenbestimmungen im Planetensystem, Flucht-
                                                                                                                            geschwindigkeiten
                                                                                                                            Bahnen von Satelliten und Planeten
Impuls und Impulser-     verwenden Erhaltungssätze (Energie- und Impulsbilanzen),    Skateboards und Medizinball            Impuls und Rückstoß
haltung, Rückstoß        um Bewegungszustände zu erklären sowie Bewegungsgrö-        (evtl. Wasserrakete                    Bewegung einer Rakete im luftleeren Raum
(6 Ustd.)                ßen zu berechnen (E3, E6),
                                                                                     Raketentriebwerke für Modellrake-      z.B. Untersuchungen mit einer Wasserrakete, Simu-
                         erläutern unterschiedliche Positionen zum Sinn aktueller    ten)                                   lation des Fluges einer Rakete in einer Excel-Tabelle
                         Forschungsprogramme (z.B. Raumfahrt, Mobilität) und be-
                                                                                     Recherchen zu aktuellen Projekten im   Debatte über wissenschaftlichen Wert sowie Kosten
                         ziehen Stellung dazu (B2, B3).
                                                                                     Themenbereich Raumfahrt und Mobi-      und Nutzen ausgewählter Programme
                                                                                     lität
25 Ustd.                 Summe

                                                                                                                                                                           11
Kontext: Schall
Leitfrage: Wie lässt sich Schall physikalisch untersuchen?
Inhaltliche Schwerpunkte: Schwingungen und Wellen, Kräfte und Bewegungen, Energie und Impuls
Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können
(E2) kriteriengeleitet beobachten und messen sowie auch komplexe Apparaturen für Beobachtungen und Messungen erläutern und sachgerecht verwenden,
(UF1) physikalische Phänomene und Zusammenhänge unter Verwendung von Theorien, übergeordneten Prinzipien/Gesetzen und Basiskonzepten beschreiben und erläutern,
(K1) Fragestellungen, Untersuchungen, Experimente und Daten nach gegebenen Strukturen dokumentieren und stimmig rekonstruieren, auch mit Unterstützung digitaler Werkzeuge

 Inhalt                   Kompetenzen                                                   Experiment / Medium                    Kommentar/didaktische Hinweise
 (mit ungef. Angabe
                          Die Schülerinnen und Schüler…
 der Ustd.)
 Entstehung und Aus-      erklären qualitativ die Ausbreitung mechanischer Wellen       Stimmgabeln, Lautsprecher, Fre-        Erarbeitung der Grundgrößen zur Beschreibung von
 breitung von Schall      (Transversal- oder Longitudinalwelle) mit den Eigenschaften   quenzgenerator, Frequenzmessgerät,     Schwingungen und Wellen:
 (5 Ustd.)                des Ausbreitungsmediums (E6),                                 Schallpegelmesser, rußgeschwärzte      Frequenz (Periode) und Amplitude mittels der Hör-
                                                                                        Glasplatte, Schreibstimmgabel, Klin-   eindrücke des Menschen
                                                                                        gel und Vakuumglocke

 Modelle der Wellen-      beschreiben Schwingungen und Wellen als Störungen eines       Lange   Schraubenfeder,     Wellen-    Entstehung von Longitudinal- und Transversalwellen
 ausbreitung              Gleichgewichts und identifizieren die dabei auftretenden      wanne                                  Ausbreitungsmedium, Möglichkeit der Ausbreitung
 (6 Ustd.)                Kräfte (UF1, UF4),                                                                                   longitudinaler. bzw. transversaler Schallwellen in Ga-
                                                                                                                               sen, Flüssigkeiten und festen Körpern

 Erzwungene Schwin-       erläutern das Auftreten von Resonanz mithilfe von Wechsel-    Stimmgabeln                            Resonanz (auch Tacoma-Bridge, Millennium-Bridge)
 gungen und Resonanz      wirkung und Energie (UF1).                                                                           Resonanzkörper von Musikinstrumenten
 (2 Ustd.)

 13 Ustd.                 Summe

12
Qualifikationsphase (Grundkurs)

Vorbemerkungen:

    •   Dieser Plan wird zur Grundlage des Unterrichts in der kommenden Qualifikationsphase gemacht.
    •   Die Änderung der Reihenfolge einzelner Kapitel innerhalb der Inhaltsfelder wird den Unterrichtenden freigestellt.

Inhaltsfeld: Quantenobjekte (GK)

Kontext: Erforschung des Photons

Leitfrage: Wie kann das Verhalten von Licht beschrieben und erklärt werden?

Inhaltliche Schwerpunkte: Photon (Wellenaspekt)

Kompetenzschwerpunkte:

Schülerinnen und Schüler können

(E2) kriteriengeleitet beobachten und messen sowie auch komplexe Apparaturen für Beobachtungen und Messungen erläutern und sachgerecht verwenden

(E5) Daten qualitativ und quantitativ im Hinblick auf Zusammenhänge, Regeln oder mathematisch zu formulierende Gesetzmäßigkeiten analysieren und Ergebnisse verallgemeinern

(K3) physikalische Sachverhalte und Arbeitsergebnisse unter Verwendung situationsangemessener Medien und Darstellungsformen adressatengerecht präsentieren

                                                                                                                                                                        13
Inhalt                  Kompetenzen                                                  Experiment / Medium                   Kommentar/didaktische Hinweise

 (Ustd. à 45 min)        Die Schülerinnen und Schüler…

 Beugung und Interfe-    veranschaulichen mithilfe der Wellenwanne qualitativ unter   Doppelspalt und Gitter, Wellen-       Ausgangspunkt: Beugung von Laserlicht
 renz Lichtwellen-       Verwendung von Fachbegriffen auf der Grundlage des           wanne                                 Modellbildung mit Hilfe der Wellenwanne (ggf. als
 länge, Lichtfrequenz,   Huygens’schen Prinzips Kreiswellen, ebene Wellen sowie die
                                                                                      quantitative Experimente mit Laser-   Schülerpräsentation)
 Kreiswellen,            Phänomene Beugung, Interferenz, Reflexion und Brechung
                                                                                      licht                                 Bestimmung der Wellenlängen von Licht mit Dop-
 ebene Wellen,           (K3),
                                                                                                                            pelspalt und Gitter
 Beugung, Brechung       bestimmen Wellenlängen und Frequenzen von Licht mit
                                                                                                                            Sehr schön sichtbare Beugungsphänomene finden
 (7 Ustd.)               Doppelspalt und Gitter (E5),
                                                                                                                            sich vielfach bei Meereswellen (s. Google-Earth)

 Quantelung der Ener-    demonstrieren anhand eines Experiments zum Photoeffekt       Photoeffekt                           Roter Faden: Von Hallwachs bis Elektronenbeugung
 gie von Licht,          den Quantencharakter von Licht und bestimmen den Zusam-
                                                                                      Hallwachsversuch (Zinkplatte          Bestimmung des Planck’schen Wirkungsquantums
 Austrittsarbeit         menhang von Energie, Wellenlänge und Frequenz von Pho-
                                                                                      schmiergeln!)                         und der Austrittsarbeit
                         tonen sowie die Austrittsarbeit der Elektronen (E5, E2),
 (7 Ustd.)                                                                                                                  Hinweis: Formel für die max. kinetische Energie der
                                                                                      Vakuumphotozelle                      Photoelektronen wird zunächst vorgegeben.
                                                                                                                            Der Zusammenhang zwischen Spannung, Ladung
                                                                                                                            und Überführungsarbeit wird ebenfalls vorgegeben
                                                                                                                            und nur plausibel gemacht. Er muss an dieser Stelle
                                                                                                                            nicht grundlegend hergeleitet werden

 14 Ustd.                Summe

14
Kontext: Erforschung des Elektrons

Leitfrage: Wie können physikalische Eigenschaften wie die Ladung und die Masse eines Elektrons gemessen werden?

Inhaltliche Schwerpunkte: Elektron (Teilchenaspekt)

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF1) physikalische Phänomene und Zusammenhänge unter Verwendung von Theorien, übergeordneten Prinzipien / Gesetzen und Basiskonzepten beschreiben und erläutern,

(UF3) physikalische Sachverhalte und Erkenntnisse nach fachlichen Kriterien ordnen und strukturieren,

(E5) Daten qualitativ und quantitativ im Hinblick auf Zusammenhänge, Regeln oder mathematisch zu formulierende Gesetzmäßigkeiten analysieren und Ergebnisse verallgemeinern,

(E6) Modelle entwickeln sowie physikalisch-technische Prozesse mithilfe von theoretischen Modellen, mathematischen Modellierungen, Gedankenexperimenten und Simulationen er-
klären oder vorhersagen,

 Inhalt                  Kompetenzen                                                  Experiment / Medium                 Kommentar

 (Ustd. à 45 min)        Die Schülerinnen und Schüler…

 Elementarladung         erläutern anhand einer vereinfachten Version des Millikan-   schwebender Wattebausch             Begriff des elektrischen Feldes in Analogie zum Gravitati-
                         versuchs die grundlegenden Ideen und Ergebnisse zur Be-                                          onsfeld besprechen, Definition der Feldstärke über die
 (5 Ustd.)                                                                            Millikanversuch
                         stimmung der Elementarladung (UF1, E5),                                                          Kraft auf einen Probekörper, in diesem Fall die Ladung
                                                                                      Schwebefeldmethode (keine
                         untersuchen, ergänzend zum Realexperiment, Computer-         Stokes´sche Reibung)                Homogenes elektrisches Feld im Plattenkondensator, Zu-
                         simulationen zum Verhalten von Quantenobjekten (E6).                                             sammenhang zwischen Feldstärke im Plattenkondensator,
                                                                                      Auch als Simulation bzw. Schweben
                                                                                                                          Spannung und Abstand der Kondensatorplatten vorgeben
                                                                                      von Seifenblase möglich
                                                                                                                          und durch Auseinanderziehen der geladenen Platten de-
                                                                                                                          monstrieren

                                                                                                                                                                             15
Elektronenmasse       beschreiben Eigenschaften und Wirkungen homogener             e/m-Bestimmung mit dem Faden-         Einführung der 3-Finger-Regel und Angabe der Gleichung
                       elektrischer und magnetischer Felder und erläutern deren      strahlrohr und Helmholtzspulen-       für die Lorentzkraft:
 (7 Ustd.)
                       Definitionsgleichungen. (UF2, UF1),                           paar                                  Einführung des Begriffs des magnetischen Feldes (in Ana-
                       bestimmen die Geschwindigkeitsänderung eines Ladungs-         auch Ablenkung des Strahls mit Per-   logie zu den beiden anderen Feldern durch Kraft auf Pro-
                       trägers nach Durchlaufen einer elektrischen Spannung          manentmagneten (Lorentzkraft)         bekörper, in diesem Fall bewegte Ladung oder strom-
                       (UF2),                                                        evtl. Stromwaage bei hinreichend      durchflossener Leiter) und des Zusammenhangs zwischen
                                                                                     zur Verfügung stehender Zeit)         magnetischer Kraft, Leiterlänge und Stromstärke.
                       modellieren Vorgänge im Fadenstrahlrohr (Energie der
                       Elektronen, Lorentzkraft) mathematisch, variieren Para-       Messung der Stärke von Magnetfel-     Vertiefung des Zusammenhangs zwischen Spannung, La-
                       meter und leiten dafür deduktiv Schlussfolgerungen her,       dern mit der Hallsonde                dung und Überführungsarbeit am Beispiel Elektronenka-
                       die sich experimentell überprüfen lassen, und ermitteln die                                         none.
                       Elektronenmasse (E6, E3, E5),

 Streuung von Elekt-   erläutern die Aussage der de Broglie-Hypothese, wenden        Experiment zur Elektronenbeugung      Veranschaulichung der Bragg-Bedingung analog zur Gitter-
 ronen an Festkör-     diese zur Erklärung des Beugungsbildes beim Elektronen-       an polykristallinem Graphit           beugung
 pern, de Broglie-     beugungsexperiment an und bestimmen die Wellenlänge
 Wellenlänge           der Elektronen (UF1, UF2, E4).

 (3 Ustd.)

 15 Ustd.              Summe

16
Kontext: Photonen und Elektronen als Quantenobjekte

Leitfrage: Kann das Verhalten von Elektronen und Photonen durch ein gemeinsames Modell beschrieben werden?

Inhaltliche Schwerpunkte: Elektron und Photon (Teilchenaspekt, Wellenaspekt), Quantenobjekte und ihre Eigenschaften

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(E6) Modelle entwickeln sowie physikalisch-technische Prozesse mithilfe von theoretischen Modellen, mathematischen Modellierungen, Gedankenexperimenten und Simulationen
erklären oder vorhersagen,
(E7) naturwissenschaftliches Arbeiten reflektieren sowie Veränderungen im Weltbild und in Denk- und Arbeitsweisen in ihrer historischen und kulturellen Entwicklung darstellen.
(K4) sich mit anderen über physikalische Sachverhalte und Erkenntnisse kritisch-konstruktiv austauschen und dabei Behauptungen oder Beurteilungen durch Argumente belegen bzw.
widerlegen.
(B4) begründet die Möglichkeiten und Grenzen physikalischer Problemlösungen und Sichtweisen bei innerfachlichen, naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen
bewerten.

 Inhalt                 Kompetenzen                                                 Experiment / Medium                  Kommentar

 (Ustd. à 45 min)       Die Schülerinnen und Schüler…

 Licht und Materie      erläutern am Beispiel der Quantenobjekte Elektron und       Computersimulation                   Reflexion der Bedeutung der Experimente für die Entwick-
                        Photon die Bedeutung von Modellen als grundlegende Er-                                           lung der Quantenphysik
 (5 Ustd.)                                                                          Doppelspalt
                        kenntniswerkzeuge in der Physik (E6, E7),
                                                                                    Photoeffekt
                        verdeutlichen die Wahrscheinlichkeitsinterpretation für
                        Quantenobjekte unter Verwendung geeigneter Darstellun-
                        gen (Graphiken, Simulationsprogramme) (K3).

                        zeigen an Beispielen die Grenzen und Gültigkeitsbereiche
                        von Wellen- und Teilchenmodellen für Licht und Elektronen
                        auf (B4, K4),

                        beschreiben und diskutieren die Kontroverse um die Ko-
                        penhagener Deutung und den Welle-Teilchen-Dualismus
                        (B4, K4).

 5 Ustd.                Summe

                                                                                                                                                                          17
Inhaltsfeld: Elektrodynamik (GK)

Kontext: Energieversorgung und Transport mit Generatoren und Transformatoren

Leitfrage: Wie kann elektrische Energie gewonnen, verteilt und bereitgestellt werden?

Inhaltliche Schwerpunkte: Spannung und elektrische Energie, Induktion, Spannungswandlung

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF2) zur Lösung physikalischer Probleme zielführend Definitionen, Konzepte sowie funktionale Beziehungen zwischen physikalischen Größen angemessen und begründet auswählen,

(UF4) Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen natürlichen bzw. technischen Vorgängen auf der Grundlage eines vernetzten physikalischen Wissens erschließen und aufzeigen.

(E2) kriteriengeleitet beobachten und messen sowie auch komplexe Apparaturen für Beobachtungen und Messungen erläutern und sachgerecht verwenden,

(E5) Daten qualitativ und quantitativ im Hinblick auf Zusammenhänge, Regeln oder mathematisch zu formulierende Gesetzmäßigkeiten analysieren und Ergebnisse verallgemeinern,

(E6) Modelle entwickeln sowie physikalisch-technische Prozesse mithilfe von theoretischen Modellen, mathematischen Modellierungen, Gedankenexperimenten und Simulationen
erklären oder vorhersagen,

(K3) physikalische Sachverhalte und Arbeitsergebnisse unter Verwendung situationsangemessener Medien und Darstellungsformen adressatengerecht präsentieren,

(B1) fachliche, wirtschaftlich-politische und ethische Kriterien bei Bewertungen von physikalischen oder technischen Sachverhalten unterscheiden und begründet gewichten,

18
Inhalt                    Kompetenzen                                                  Experiment / Medium                 Kommentar
(Ustd. à 45 min)          Die Schülerinnen und Schüler…
                          erläutern am Beispiel der Leiterschaukel das Auftreten ei-
Wandlung von mechani-                                                                  bewegter Leiter im (homogenen)      Definition der Spannung und Erläuterung anhand von Bei-
                          ner Induktionsspannung durch die Wirkung der Lorentz-
scher in elektrische                                                                   Magnetfeld -                        spielen für Energieumwandlungsprozesse bei Ladungs-
                          kraft auf bewegte Ladungsträger (UF1, E6),
Energie:                                                                               „Leiterschaukelversuch“             transporten, Anwendungsbeispiele.
                          definieren die Spannung als Verhältnis von Energie und
Elektromagnetische In-                                                                 Messung von Spannungen mit di-      Das Entstehen einer Induktionsspannung bei bewegtem
                          Ladung und bestimmen damit Energien bei elektrischen
duktion                                                                                versen Spannungsmessgeräten         Leiter im Magnetfeld wird mit Hilfe der Lorentzkraft er-
                          Leitungsvorgängen (UF2),
                                                                                       (nicht nur an der Leiterschaukel)   klärt, eine Beziehung zwischen Induktionsspannung, Lei-
Induktionsspannung
                          bestimmen die relative Orientierung von Bewegungsrich-                                           tergeschwindigkeit und Stärke des Magnetfeldes wird (de-
                                                                                       Gedankenexperimente zur Über-
(5 Ustd.)                 tung eines Ladungsträgers, Magnetfeldrichtung und re-                                            duktiv) hergeleitet.
                                                                                       führungsarbeit, die an einer La-
                          sultierender Kraftwirkung mithilfe einer Drei-Finger-Regel
                                                                                       dung verrichtet wird.               Die an der Leiterschaukel registrierten (zeitabhängigen) In-
                          (UF2, E6),
                                                                                                                           duktionsspannungen werden mit Hilfe der hergeleiteten
                                                                                       Deduktive Herleitung der Bezie-
                          werten Messdaten, die mit einem Oszilloskop bzw. mit ei-                                         Beziehung auf das Zeit-Geschwindigkeit-Gesetz des be-
                                                                                       hung zwischen U, v und B.
                          nem Messwerterfassungssystem gewonnen wurden, im                                                 wegten Leiters zurückgeführt.
                          Hinblick auf Zeiten, Frequenzen und Spannungen aus (E2,
                          E5).

                          recherchieren bei vorgegebenen Fragestellungen histori-
Technisch praktikable                                                                  Internetquellen, Lehrbücher, Fir-   Hier bietet es sich an, arbeitsteilige Präsentationen auch
                          sche Vorstellungen und Experimente zu Induktionser-
Generatoren:                                                                           meninformationen, Filme und         unter Einbezug von Realexperimenten anfertigen zu las-
                          scheinungen (K2),
                                                                                       Applets zum Generatorprinzip        sen.
Erzeugung sinusförmiger
                          erläutern adressatenbezogen Zielsetzungen, Aufbauten
Wechselspannungen                                                                      Experimente mit drehenden Lei-
                          und Ergebnisse von Experimenten im Bereich der Elektro-
                                                                                       terschleifen in (näherungsweise
(4 Ustd.)                 dynamik jeweils sprachlich angemessen und verständlich
                                                                                       homogenen) Magnetfeldern,
                          (K3),
                                                                                       Wechselstromgeneratoren

                                                                                                                                                                             19
Inhalt                   Kompetenzen                                                Experiment / Medium                  Kommentar
 (Ustd. à 45 min)         Die Schülerinnen und Schüler…
                          erläutern das Entstehen sinusförmiger Wechselspannun-
                                                                                     Messung und Registrierung von In-    Der Zusammenhang zwischen induzierter Spannung und
                          gen in Generatoren (E2, E6),
                                                                                     duktionsspannungen mit Oszil-        zeitlicher Veränderung der senkrecht vom Magnetfeld
                          werten Messdaten, die mit einem Oszilloskop bzw. mit ei-   loskop und digitalem Messwerter-     durchsetzten Fläche wird „deduktiv“ erschlossen.
                          nem Messwerterfassungssystem gewonnen wurden, im           fassungssystem
                          Hinblick auf Zeiten, Frequenzen und Spannungen aus (E2,
                          E5).
                                                                                     Induktionsversuch mit Änderung
                                                                                     der Fläche

                          erläutern adressatenbezogen Zielsetzungen, Aufbauten
 Nutzbarmachung                                                                      diverse „Netzteile“ von Elektro-     Der Transformator wird eingeführt und die Übersetzungs-
                          und Ergebnisse von Experimenten im Bereich der Elektro-
 elektrischer Energie                                                                Kleingeräten (mit klassischem        verhältnisse der Spannungen experimentell ermittelt. Dies
                          dynamik jeweils sprachlich angemessen und verständlich
 durch „Transformation“                                                              Transformator)                       kann auch durch einen Schülervortrag erfolgen (experi-
                          (K3),
                                                                                                                          mentell und medial gestützt).
 Transformator                                                                       Internetquellen, Lehrbücher, Fir-
                          ermitteln die Übersetzungsverhältnisse von Spannung
                                                                                     meninformationen
 (5 Ustd.)                und Stromstärke beim Transformator (UF1, UF2).

                          geben Parameter von Transformatoren zur gezielten          Demo-Aufbautransformator mit ge-
                          Veränderung einer elektrischen Wechselspannung an          eigneten Messgeräten
                          (E4).

                          führen Induktionserscheinungen an einer Leiterschleife     ruhende Induktionsspule in wech-     Der Zusammenhang zwischen induzierter Spannung und
                          auf die beiden grundlegenden Ursachen „zeitlich verän-     selstromdurchflossener Feldspule -   zeitlicher Veränderung der Stärke des magnetischen Fel-
                          derliches Magnetfeld“ bzw. „zeitlich veränderliche (ef-    mit Messwerterfassungssystem zur     des wird experimentell im Lehrerversuch erschlossen.
                          fektive) Fläche“ zurück (UF3, UF4).                        zeitaufgelösten Registrierung der    Die registrierten Messdiagramme werden von den SuS ei-
                                                                                     Induktionsspannung und des zeitli-   genständig ausgewertet.
                                                                                     chen Verlaufs der Stärke des mag-
                                                                                     netischen Feldes

20
Inhalt                Kompetenzen                                                 Experiment / Medium                   Kommentar
(Ustd. à 45 min)      Die Schülerinnen und Schüler…
                      verwenden ein physikalisches Modellexperiment zu Frei-
Energieerhaltung                                                                  Modellexperiment (z.B. mit Hilfe      Hier bietet sich ein arbeitsteiliges Gruppenpuzzle an, in
                      leitungen, um technologische Prinzipien der Bereitstel-
                                                                                  von Aufbautransformatoren) zur        dem Modellexperimente einbezogen werden.
Ohm´sche „Verluste“   lung und Weiterleitung von elektrischer Energie zu de-
                                                                                  Energieübertragung und zur Be-
(4 Ustd.)             monstrieren und zu erklären (K3),
                                                                                  stimmung der „Ohm’schen Ver-
                      bewerten die Notwendigkeit eines geeigneten Transfor-       luste“ bei der Übertragung elektri-
                      mierens der Wechselspannung für die effektive Übertra-      scher Energie bei unterschiedlich
                      gung elektrischer Energie über große Entfernungen (B1),     hohen Spannungen

                      zeigen den Einfluss und die Anwendung physikalischer
                      Grundlagen in Lebenswelt und Technik am Beispiel der
                      Bereitstellung und Weiterleitung elektrischer Energie auf
                      (UF4),

                      beurteilen Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkei-
                      ten zur Übertragung elektrischer Energie über große Ent-
                      fernungen (B2, B1, B4).

18 Ustd.              Summe

                                                                                                                                                                           21
Kontext: Wirbelströme im Alltag

Leitfrage: Wie kann man Wirbelströme technisch nutzen?

Inhaltliche Schwerpunkte: Induktion

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF4) Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen natürlichen bzw. technischen Vorgängen auf der Grundlage eines vernetzten physikalischen Wissens erschließen und aufzeigen.

(E5) Daten qualitativ und quantitativ im Hinblick auf Zusammenhänge, Regeln oder mathematisch zu formulierende Gesetzmäßigkeiten analysieren und Ergebnisse verallgemeinern,

(B1) fachliche, wirtschaftlich-politische und ethische Kriterien bei Bewertungen von physikalischen oder technischen Sachverhalten unterscheiden und begründet gewichten,

 Inhalt                     Kompetenzen                                                Experiment / Medium                  Kommentar
 (Ustd. à 45 min)           Die Schülerinnen und Schüler…
                            erläutern anhand des Thomson´schen Ringversuchs die
 Lenz´sche Regel                                                                      Freihandexperiment: Untersuchung      Ausgehend von kognitiven Konflikten bei den Ringversu-
                            Lenz´sche Regel (E5, UF4),
                                                                                      der Relativbewegung eines aufge-      chen wird die Lenz´sche Regel erarbeitet
 (4 Ustd.)
                            bewerten bei technischen Prozessen das Auftreten er-      hängten Metallrings und eines star-
                            wünschter bzw. nicht erwünschter Wirbelströme (B1).       ken Stabmagneten

                                                                                      Thomson’scher Ringversuch
                                                                                                                            Erarbeitung von Anwendungsbeispielen zur Lenz’schen
                                                                                      diverse technische und spielerische
                                                                                                                            Regel (z.B. Wirbelstrombremse bei Fahrzeugen oder an
                                                                                      Anwendungen, z.B. Waltenh-
                                                                                                                            der Kreissäge)
                                                                                      ofens’sches Pendel, Wirbelstrom-
                                                                                      bremse, „fallender Magnet“ im
                                                                                      Alu-Rohr.

 4 Ustd.                    Summe

22
Inhaltsfeld: Strahlung und Materie (GK)

Kontext: Erforschung des Mikro- und Makrokosmos

Leitfrage: Wie gewinnt man Informationen zum Aufbau der Materie?

Inhaltliche Schwerpunkte: Energiequantelung der Atomhülle, Spektrum der elektromagnetischen Strahlung

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF1) physikalische Phänomene und Zusammenhänge unter Verwendung von Theorien, übergeordneten Prinzipien / Gesetzen und Basiskonzepten beschrei-
ben und erläutern,

(E5) Daten qualitativ und quantitativ im Hinblick auf Zusammenhänge, Regeln oder mathematisch zu formulierende Gesetzmäßigkeiten analysieren und Er-
gebnisse verallgemeinern,

(E2) kriteriengeleitet beobachten und messen sowie auch komplexe Apparaturen für Beobachtungen und Messungen erläutern und sachgerecht verwenden,

 Inhalt               Kompetenzen                                      Experiment / Medium              Kommentar

 (Ustd. à 45 min)     Die Schülerinnen und Schüler…

 Kern-Hülle-Modell    erläutern, vergleichen und beurteilen Modelle    Literaturrecherche, Schul-       Ausgewählte Beispiele für Atommodelle
                      zur Struktur von Atomen und Materiebaustei-      buch
 (2 Ustd.)
                      nen (E6, UF3, B4),

                                                                                                                                                23
Inhalt               Kompetenzen                                        Experiment / Medium            Kommentar

 (Ustd. à 45 min)     Die Schülerinnen und Schüler…

 Energieniveaus der   erklären die Energie absorbierter und emittier-    Erzeugung von Linienspek-      Deutung der Linienspektren
 Atomhülle            ter Photonen mit den unterschiedlichen Energi-     tren mithilfe von Gasentla-
                      eniveaus in der Atomhülle (UF1, E6),               dungslampen
 (2 Ustd.)

 Quantenhafte         erläutern die Bedeutung von Flammenfärbung         Franck-Hertz-Versuch           Es kann das Bohr’sche Atommodell angespro-
 Emission und Ab-     und Linienspektren bzw. Spektralanalyse, die Er-                                  chen werden (ohne Rechnungen)
 sorption von Pho-    gebnisse des Franck-Hertz-Versuches sowie die
 tonen                charakteristischen Röntgenspektren für die Ent-
                      wicklung von Modellen der diskreten Energiezu-
 (3 Ustd.)
                      stände von Elektronen in der Atomhülle (E2, E5,
                      E6, E7),

 Röntgenstrahlung     erläutern die Bedeutung von Flammenfärbung         Aufnahme von Röntgenspek-      Im Zuge der „Elemente der Quantenphysik“
 (3 Ustd.)            und Linienspektren bzw. Spektralanalyse, die       tren (kann mit interaktiven    kann die Röntgenstrahlung bereits als Umkeh-
                      Ergebnisse des Franck-Hertz-Versuches sowie        Bildschirmexperimenten (IBE)   rung des Photoeffekts bearbeitet werden
                      die charakteristischen Röntgenspektren für die     oder Lehrbuch geschehen,       Mögliche Ergänzungen: Bremsspektrum mit h-
                      Entwicklung von Modellen der diskreten Ener-       falls keine Schulröntgenein-   Bestimmung / Bragg-Reflexion
                      giezustände von Elektronen in der Atomhülle        richtung vorhanden ist)
                      (E2, E5, E6, E7),

24
Inhalt              Kompetenzen                                      Experiment / Medium            Kommentar

(Ustd. à 45 min)    Die Schülerinnen und Schüler…

Sternspektren und   interpretieren Spektraltafeln des Sonnenspekt-   Flammenfärbung                 u. a. Durchstrahlung einer Na-Flamme mit Na-
Fraunhoferlinien    rums im Hinblick auf die in der Sonnen- und                                     und Hg-Licht (Schattenbildung)
                                                                     Darstellung des Sonnenspek-
                    Erdatmosphäre vorhandenen Stoffe (K3, K1),
(3 Ustd.)                                                            trums mit seinen Fraunhofer-
                    erklären Sternspektren und Fraunhoferlinien      linien
                    (UF1, E5, K2),                                   Spektralanalyse

                    stellen dar, wie mit spektroskopischen Metho-
                    den Informationen über die Entstehung und den
                    Aufbau des Weltalls gewonnen werden können
                    (E2, K1),

13 Ustd.            Summe

                                                                                                                                             25
Kontext: Mensch und Strahlung

Leitfrage: Wie wirkt Strahlung auf den Menschen?

Inhaltliche Schwerpunkte: Kernumwandlungen, Ionisierende Strahlung, Spektrum der elektromagnetischen Strahlung

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF1) physikalische Phänomene und Zusammenhänge unter Verwendung von Theorien, übergeordneten Prinzipien / Gesetzen und Basiskonzepten beschrei-
ben und erläutern,

(B3) an Beispielen von Konfliktsituationen mit physikalisch-technischen Hintergründen kontroverse Ziele und Interessen sowie die Folgen wissenschaftlicher
Forschung aufzeigen und bewerten,

(B4) begründet die Möglichkeiten und Grenzen physikalischer Problemlösungen und Sichtweisen bei innerfachlichen, naturwissenschaftlichen und gesellschaft-
lichen Fragestellungen bewerten.

26
Inhalt             Kompetenzen                                          Experiment / Medium         Kommentar

(Ustd. à 45 min)   Die Schülerinnen und Schüler…

Strahlungsarten    unterscheiden -, -, -Strahlung und Röntgen-       Recherche                   Wiederholung und Vertiefung aus der Sek. I
                   strahlung sowie Neutronen- und Schwerionen-
(2 Ustd.)
                   strahlung (UF3),
                                                                        Absorptionsexperimente zu
                   erläutern den Nachweis unterschiedlicher Arten
                                                                        -, -, -Strahlung
                   ionisierender Strahlung mithilfe von Absorptions-
                   experimenten (E4, E5),

                   bewerten an ausgewählten Beispielen Rollen
                   und Beiträge von Physikerinnen und Physikern
                   zu Erkenntnissen in der Kern- und Elementarteil-
                   chenphysik (B1, B3),

                   erläutern den Begriff Radioaktivität und beschrei-
Elementumwand-                                                          Nuklidkarte
                   ben zugehörige Kernumwandlungsprozesse (UF1,
lung
                   K1),
(1 Ustd.)

                   erläutern den Aufbau und die Funktionsweise von
Detektoren                                                              Geiger-Müller-Zählrohr      An dieser Stelle können Hinweise auf Halb-
                   Nachweisgeräten für ionisierende Strahlung (Gei-
                                                                                                    leiterdetektoren gegeben werden.
(3 Ustd.)          ger-Müller-Zählrohr) und bestimmen Halbwerts-
                   zeiten und Zählraten (UF1, E2).

                                                                                                                                          27
Biologische Wirkung    beschreiben Wirkungen von ionisierender und        ggf. Einsatz eines Films / eines   Sinnvolle Beispiele sind die Nutzung von io-
 ionisierender Strah-   elektromagnetischer Strahlung auf Materie und      Videos                             nisierender Strahlung zur Diagnose und zur
 lung und Energie-      lebende Organismen (UF1),                                                             Therapie bei Krankheiten des Menschen
 aufnahme im                                                                                                  (von Lebewesen) sowie zur Kontrolle techni-
                        bereiten Informationen über wesentliche biolo-
 menschlichen Ge-                                                                                             sche Anlagen.
                        gisch-medizinische Anwendungen und Wirkun-
 webe
                        gen von ionisierender Strahlung für unterschied-
 Dosimetrie             liche Adressaten auf (K2, K3, B3, B4),

 (3 Ustd.)              begründen in einfachen Modellen wesentliche
                        biologisch-medizinische Wirkungen von ionisie-
                        render Strahlung mit deren typischen physikali-
                        schen Eigenschaften (E6, UF4),

                                                                                                              Erläuterung von einfachen dosimetrischen
                                                                                                              Begriffe: Aktivität, Energiedosis, Äquivalent-
                        erläutern das Vorkommen künstlicher und natür-
                                                                                                              dosis
                        licher Strahlung, ordnen deren Wirkung auf den
                        Menschen mithilfe einfacher dosimetrischer Be-
                        griffe ein und bewerten Schutzmaßnahmen im
                        Hinblick auf die Strahlenbelastungen des Men-
                        schen im Alltag (B1, K2).

                        bewerten Gefahren und Nutzen der Anwendung
                        physikalischer Prozesse, u. a. von ionisierender
                        Strahlung, auf der Basis medizinischer, gesell-
                        schaftlicher und wirtschaftlicher Gegebenheiten
                        (B3, B4)

28
Inhalt             Kompetenzen                                     Experiment / Medium   Kommentar

(Ustd. à 45 min)   Die Schülerinnen und Schüler…

                   bewerten Gefahren und Nutzen der Anwendung
                   ionisierender Strahlung unter Abwägung unter-
                   schiedlicher Kriterien (B3, B4),

9 Ustd.            Summe

                                                                                                     29
Kontext: Forschung am CERN und DESY

Leitfrage: Was sind die kleinsten Bausteine der Materie?

Inhaltliche Schwerpunkte: Standardmodell der Elementarteilchen

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF3) physikalische Sachverhalte und Erkenntnisse nach fachlichen Kriterien ordnen und strukturieren,

(E6) Modelle entwickeln sowie physikalisch-technische Prozesse mithilfe von theoretischen Modellen, mathematischen Modellierungen, Gedankenexperimen-
ten und Simulationen erklären oder vorhersagen,

30
Inhalt                Kompetenzen                                         Experiment / Medium               Kommentar

(Ustd. à 45 min)      Die Schülerinnen und Schüler…

Kernbausteine und     erläutern mithilfe des aktuellen Standardmodells    In diesem Bereich sind i. d. R.
Elementarteilchen     den Aufbau der Kernbausteine und erklären mit       keine Realexperimente für
(4 Ustd.)             ihm Phänomene der Kernphysik (UF3, E6),             Schulen möglich.
                      erklären an einfachen Beispielen Teilchenum-        Es z.B. kann auf Internetseiten
                      wandlungen im Standardmodell (UF1).                 des CERN und DESY zurückge-
                                                                                                            Mögliche Schwerpunktsetzung:
                      recherchieren in Fachzeitschriften, Zeitungsarti-   griffen werden.
                                                                                                            Paarerzeugung, Paarvernichtung,
                      keln bzw. Veröffentlichungen von Forschungsein-
                      richtungen zu ausgewählten aktuellen Entwicklun-
                      gen in der Elementarteilchenphysik (K2).

(Virtuelles) Photon   vergleichen in Grundprinzipien das Modell des       Lehrbuch, Animationen             Veranschaulichung der Austauschwechsel-
als Austauschteil-    Photons als Austauschteilchen für die elektromag-                                     wirkung mithilfe geeigneter mechanischer
chen der elektro-     netische Wechselwirkung exemplarisch für funda-                                       Modelle, auch Problematik dieser Modelle
magnetischen          mentale Wechselwirkungen mit dem Modell des                                           thematisieren
Wechselwirkung        Feldes (E6).

Konzept der Aus-
tauschteilchen vs.
Feldkonzept
(2 Ustd.)

6 Ustd.               Summe

                                                                                                                                                31
Inhaltsfeld: Relativität von Raum und Zeit (GK)

Kontext: Navigationssysteme

Leitfrage: Welchen Einfluss hat Bewegung auf den Ablauf der Zeit?

Inhaltliche Schwerpunkte: Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, Zeitdilatation

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF1) physikalische Phänomene und Zusammenhänge unter Verwendung von Theorien, übergeordneten Prinzipien / Gesetzen und Basiskonzepten beschreiben
und erläutern,

(E6) Modelle entwickeln sowie physikalisch-technische Prozesse mithilfe von theoretischen Modellen, mathematischen Modellierungen, Gedankenexperimen-
ten und Simulationen erklären oder vorhersagen,

 Inhalt                Kompetenzen                                            Experiment / Medium        Kommentar

 (Ustd. à 45 min)      Die Schülerinnen und Schüler…

32
Relativität der Zeit   interpretieren das Michelson-Morley-Experiment         Experiment von Michelson und   Ausgangsproblem: Exaktheit der Positions-
                       als ein Indiz für die Konstanz der Lichtgeschwindig-   Morley (Computersimulation)    bestimmung mit Navigationssystemen
(5 Ustd.)
                       keit (UF4),
                                                                              Lichtuhr (Gedankenexperiment   Begründung der Hypothese von der Kon-
                       erklären anschaulich mit der Lichtuhr grundle-         / Computersimulation)          stanz der Lichtgeschwindigkeit mit dem Aus-
                       gende Prinzipien der speziellen Relativitätstheorie    Myonenzerfall (Experi-         gang des Michelson-Morley-Experiments
                       und ermitteln quantitativ die Formel für die Zeitdi-   mentepool der Universität      Herleitung der Formel für die Zeitdilatation
                       latation (E6, E7),                                     Wuppertal)                     am Beispiel einer „bewegten Lichtuhr“.
                       erläutern qualitativ den Myonenzerfalls in der                                        Der Myonenzerfall in der Erdatmosphäre
                       Erdatmosphäre als experimentellen Beleg für die                                       dient als experimentelle Bestätigung der
                       von der Relativitätstheorie vorhergesagte Zeitdila-                                   Zeitdilatation. Betrachtet man das Bezugs-
                       tation (E5, UF1).                                                                     system der Myonen als ruhend, kann die
                                                                                                             Längenkontraktion der Atmosphäre plausi-
                       erläutern die relativistische Längenkontraktion
                                                                                                             bel gemacht werden.
                       über eine Plausibilitätsbetrachtung (K3),

                       begründen mit der Lichtgeschwindigkeit als Ober-
                                                                                                             Die Formel für die Längenkontraktion wird
                       grenze für Geschwindigkeiten von Objekten, dass
                                                                                                             angegeben.
                       eine additive Überlagerung von Geschwindigkei-
                       ten nur für „kleine“ Geschwindigkeiten gilt (UF2),

                       erläutern die Bedeutung der Konstanz der Lichtge-
                       schwindigkeit als Ausgangspunkt für die Entwick-
                       lung der speziellen Relativitätstheorie (UF1),

5 Ustd.                Summe

                                                                                                                                                    33
Kontext: Teilchenbeschleuniger

Leitfrage: Ist die Masse bewegter Teilchen konstant?

Inhaltliche Schwerpunkte: Veränderlichkeit der Masse, Energie-Masse Äquivalenz

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(UF4) Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen natürlichen bzw. technischen Vorgängen auf der Grundlage eines vernetzten physikalischen Wissens er-
schließen und aufzeigen.

(B1) fachliche, wirtschaftlich-politische und ethische Kriterien bei Bewertungen von physikalischen oder technischen Sachverhalten unterscheiden und begrün-
det gewichten,

 Inhalt                Kompetenzen                                          Experiment / Medium               Kommentar

 (Ustd. à 45 min)      Die Schülerinnen und Schüler…

                       erläutern die Funktionsweise eines Zyklotrons und
 „Schnelle“ La-                                                             Zyklotron (in einer Simulation    Der Einfluss der Massenzunahme wird in
                       argumentieren zu den Grenzen einer Verwendung
 dungsträger in E-                                                          mit und ohne Massenveränder-      der Simulation durch das „Aus-dem-Takt-
                       zur Beschleunigung von Ladungsträgern bei Be-
 und B-Feldern                                                              lichkeit)                         Geraten“ eines beschleunigten Teilchens im
                       rücksichtigung relativistischer Effekte (K4, UF4),
                                                                                                              Zyklotron ohne Rechnung veranschaulicht.
 (2 Ustd.)

34
Inhalt             Kompetenzen                                        Experiment / Medium   Kommentar

(Ustd. à 45 min)   Die Schülerinnen und Schüler…

                   erläutern die Energie-Masse Äquivalenz (UF1).
Ruhemasse und                                                         Film / Video          Die Formeln für die dynamische Masse und
dynamische Masse   zeigen die Bedeutung der Beziehung E=mc2 für die                         E=mc2 werden als deduktiv herleitbar ange-
                   Kernspaltung und -fusion auf (B1, B3)                                    geben.
(4 Ustd.)
                                                                                            Erzeugung und Vernichtung von Teilchen,

                                                                                            Hier können Texte und Filme zu Hiroshima
                                                                                            und Nagasaki eingesetzt werden.

6 Ustd.            Summe

                                                                                                                                 35
Kontext: Das heutige Weltbild

Leitfrage: Welchen Beitrag liefert die Relativitätstheorie zur Erklärung unserer Welt?

Inhaltliche Schwerpunkte: Konstanz der Lichtgeschwindigkeit, Zeitdilatation, Veränderlichkeit der Masse, Energie-Masse Äquivalenz

Kompetenzschwerpunkte: Schülerinnen und Schüler können

(E7) naturwissenschaftliches Arbeiten reflektieren sowie Veränderungen im Weltbild und in Denk- und Arbeitsweisen in ihrer historischen und kulturellen
Entwicklung darstellen.

(K3) physikalische Sachverhalte und Arbeitsergebnisse unter Verwendung situationsangemessener Medien und Darstellungsformen adressatengerecht präsen-
tieren

 Inhalt                Kompetenzen                                             Experiment / Medium            Kommentar

 (Ustd. à 45 min)      Die Schülerinnen und Schüler…

                       diskutieren die Bedeutung von Schlüsselexperi-
 Gegenseitige Be-                                                              Lehrbuch, Film / Video
                       menten bei physikalischen Paradigmenwechseln an
 dingung von Raum
                       Beispielen aus der Relativitätstheorie (B4, E7),
 und Zeit
                       beschreiben Konsequenzen der relativistischen Ein-
 (2 Ustd.)
                       flüsse auf Raum und Zeit anhand anschaulicher und
                       einfacher Abbildungen (K3)

 2 Ustd.               Summe

36
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