PRAXIS!mappe Die Arbeitsuche Schritt f r Schritt
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Die
PRAXIS! mappe
Arbeitsuche
Schritt für Schritt
ArbeitsmarktserviceIhre
PRAXIS!mappe
enthält Das START!blatt Leitfaden für die Arbeitsuche
PRAXIS!blatt 01: Alles eine Frage der Organisation
PRAXIS!blatt 02: Die Arbeitsuche vorbereiten
PRAXIS!blatt 03: Firmen kontaktieren
PRAXIS!blatt 04: Das Vorstellungsgepräch
INFO!blätter Wichtige Informationen zur Arbeitsuche
Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Bundesgeschäftsstelle des Arbeitsmarktservice Österreich
Für den Inhalt verantwortlich: Manuela Mayer / Alle: 1200 Wien, Treustraße 35-43 / Internet: www.ams.or.at
Text: Andreas Spannring / Grafik: heavy•Design / Illustrationen: Gernot Budweiser / Druck: Druckerei Ketterl
Erschienen im Dezember 1998START!blatt
Lesen Sie bitte zuerst
diesen Leitfaden und
arbeiten Sie dann mit
PRAXIS!blatt 01 bis 04 !
„Na, gar nicht
in der Arbeit ?“
„Dir geht´s gut, Du kannst Dich ausschlafen!“ Vielleicht haben
Sie eine ähnliche Bemerkung heute früh von Ihrer Partnerin oder
Ihrem Partner gehört beim Aufbruch in die Arbeit. Oder von Ihren
Kindern, als sie sich für die Schule fertigmachten. Am Vormittag
erledigen Sie für die Familie ein paar Dinge in der Stadt. „Du hast
ja Zeit dafür!“ heißt es. Bekannte haben Sie dort keine getroffen
und vielleicht sind Sie sogar froh darüber. „Na, gar nicht in der
Arbeit?“ fragt man Sie sonst wieder. Oder: „Noch immer nichts
gefunden?“
P R A X I S ! m a p p e 1START!blatt
Dir geht’s gut ...
Meine Bekannten sind in Andere sehen gerne die sonnigen Seiten Ihrer Situation: Lange
letzter Zeit so komisch schlafen zu können. Zeit für sich selber zu haben. Keinen
zu mir. Sehr oft ist es so, daß Leistungsdruck zu spüren. Ihnen geht es aber wahrscheinlich so
Ihre Bekannten Sie wegen Ihrer
wie den meisten, die ihre Arbeit verloren haben: Die angenehmen
Arbeitslosigkeit gar nicht abwer-
ten oder kritisieren wollen. Sie Seiten haben Sie bestenfalls ganz am Anfang genießen können.
sind bloß unsicher und wissen Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto belastender wird sie.
nicht, wie sie dieses Thema
behandeln sollen. Deswegen Sie hätten jetzt die Zeit, die Sie sich immer gewünscht haben.
verhalten sie sich fallweise Aber jetzt fehlt Ihnen plötzlich die Lust oder das Geld, um Ihren
„komisch“ oder vermeiden
schlimmstenfalls den Kontakt
Hobbies nachzugehen. Vielleicht gehören Sie zu jenen, die sich
mit Ihnen. immer häufiger fragen, was die Zukunft bringen wird. Oder die
Je offener Sie über Ihre Arbeits-
losigkeit und über die Schwie-
Kündigung bei der letzten Firma geht Ihnen ständig durch den
rigkeiten bei der Arbeitsuche Kopf, und Sie fühlen sich deprimiert. Oder Sie haben zu Hause
sprechen, desto unbefangener
das Gefühl, daß Ihnen die Decke auf den Kopf fällt.
werden auch Ihre Bekannten
damit umgehen. Sollte trotzdem Möglicherweise denken Sie jetzt oft über das nach, was passiert ist:
der eine oder andere Sie mit „War der Verlust des Jobs einfach Pech oder hätte ich ihn verhin-
versteckten Bemerkungen ge-
zielt verletzen, dann stellen Sie dern können?“ Oder: „Wenn ich damals diese und jene Ausbildung
ihn ruhig zur Rede. Das sind Sie gemacht hätte, dann hätte ich heute schon einen Job ...“.
schon Ihrem Selbstwertgefühl
schuldig!
Das Vergangene abschließen.
Manchmal lohnt es sich, das Nachdenken über die letzte oder die
vorletzte Firma. Sie sagen sich etwa: „Ab jetzt werde ich früh
genug NEIN sagen, wenn es mir zuviel wird!“
Aber vieles ist vorbei und läßt sich nicht mehr ändern. Nicht jeder
Fehler muß der Grund dafür sein, daß es möglicherweise in der
letzten Firma nicht funktioniert hat. Denn Fehler machen alle. Und
Arbeitslosigkeit läßt sich nicht einfach als „Versagen“ hinstellen.
Arbeitslosigkeit kann heute jeden treffen. Entscheidend ist, wie
man damit umgeht. Sie können auch Ihre Arbeitsuche so handhaben,
wie Sie es mit beruflichen Aufgaben machen würden: Sich dem
Problem stellen und es aktiv anpacken.
Diese Mappe möchte Ihnen helfen, Ihre Arbeitsuche aktiv in die
Hand zu nehmen. Und dazu ist es wichtig, daß Sie mit dem
2 P R A X I S ! m a p p e„NA, GAR NICHT IN DER ARBEIT ?“
Vergangenen abgeschlossen haben. Denn jetzt muß Ihr ganzes
Augenmerk der Zukunft gelten. Es ist Ihre Zukunft.
Aktive Arbeitsuche funktioniert ! Immer, wenn ich an meine
letzte Firma denken muß,
Zehntausende verlieren jeden Monat ihre Arbeit. Aber dagegen schießen mir die Tränen in
die Augen. Offenbar war Ihre
stehen Zehntausende, die in einem Monat wieder Arbeit finden.
Kündigung mit viel Enttäuschung
Manche fast auf Anhieb, andere nach vielen „leeren Kilometern“. und seelischen Verletzungen
Menschen jeden Alters und jeder Ausbildung. Diese Fakten sagen: verbunden. Vielleicht haben Sie
jetzt Angst, daß in einer neuen
Aktive, hartnäckige Arbeitsuche funktioniert noch immer und zahlt Firma alles wieder so oder ähn-
sich aus ! lich kommt.
Um mit dem Geschehenen
Das sollte Ihnen Mut machen, wenn Sie soeben erst arbeitslos fertig zu werden, kann es Ihnen
geworden sind. Und es sollte Ihnen Kraft für einen neuen Anlauf helfen, sich hinzusetzen und
alles, was Ihnen zugesetzt hat,
geben, wenn Sie schon länger arbeitslos sind und bei der
Punkt für Punkt auf ein Blatt
Arbeitsuche Ihre Enttäuschungen erlebt haben. Papier zu notieren: Reibereien
mit Kolleginnen oder Kollegen,
Streit mit Vorgesetzten usw.
Schreiben Sie daneben auf,
was Sie tun können, um Ähnli-
ches in Zukunft zu vermeiden.
So bekommen Sie schrittweise
wieder das Gefühl, dem Firmen-
alltag gewachsen zu sein. Wenn
Sie sich selbst nicht mehr hin-
aussehen, reden Sie mit Ihrer
Beraterin oder Ihrem Berater
vom Arbeitsmarktservice darü-
ber. Vielleicht kann sie oder er
Ihnen ein Gespräch mit erfah-
renen Berufspsychologen
vermitteln.
P R A X I S ! m a p p e 3START!blatt
Was das Arbeitsmarktservice
für Sie tun kann.
Zwei Partner verfolgen ein gemeinsames Ziel und schließen dazu
eine Vereinbarung. Dieser Gedanke bildet die Grundlage in der
Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem Arbeitsmarktservice
(AMS). Das gemeinsame Ziel ist, daß Sie möglichst bald wieder
Arbeit haben.
Unsere Möglichkeiten ...
Wie bei einer Vereinbarung üblich erwachsen beiden Seiten
Ansprüche und Verpflichtungen. So dürfen wir vom AMS etwa
erwarten, daß Sie die vereinbarten Termine wahrnehmen, uns
wahrheitsgemäß informieren und daß Sie aktiv zum Erfolg Ihrer
Arbeitsuche beitragen.
4 P R A X I S ! m a p p eWAS DAS ARBEITSMARKTSERVICE FÜR SIE TUN KANN.
Wir vom AMS verpflichten uns dafür, Sie bei der Bewältigung der
Arbeitslosigkeit und bei der Arbeitsuche so gut wie möglich zu Mein Bekannter bekommt
unterstützen: viel öfter Bewerbungs-
• In jeder AMS-Geschäftsstelle können Sie sich selbständig über vorschläge als ich.
Sie können sicher sein, daß
offene Stellen informieren: Mit dem aufliegenden Stellen-
Ihre Beraterin oder Ihr Berater
anzeiger, über frei zugängliche Samsomaten (Selbstbedienungs- voll motiviert ist, Sie mit allen
stellen) oder im Gespräch mit Ihrem Berater oder Ihrer Informationen zu versorgen.
Denn an Ihrem Erfolg wird der
Beraterin. Auch über das Internet (http://www.ams.or.at) Erfolg unserer Berater ge-
können Sie offene Stellen zu Hause abrufen. Mit einer der messen. Wie häufig Sie Bewer-
bungsvorschläge bekommen
modernsten Computer-Anlagen in Österreich halten wir die hängt aber nicht nur von Ihren
Liste der offenen Stellen für Sie immer am neuesten Stand. Qualifikationen und Ihrer Wohn-
region ab, sondern auch davon,
• Unsere Beraterinnen und Berater kennen den regionalen wie genau Ihre Beraterin oder
Arbeitsmarkt sehr gut und beraten Sie bei Ihren beruflichen Ihr Berater über Ihre Qualifi-
Zielsetzungen und Bewerbungsstrategien. kationen und Ziele informiert ist.
• Wir betreuen Sie in allen verwaltungstechnischen Fragen
während der Arbeitslosigkeit (Antragstellung, Klärung von
Ansprüchen, Abmeldung usw.).
• In Telefonaten und Betriebsbesuchen machen wir für Sie jeden Wenn es nach dem AMS
Tag bei den Unternehmen neue offene Stellen ausfindig. geht, sollte ich jeden Job
• Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hintergrund kümmern sich annehmen. Ihre Beraterin
oder Ihr Berater ist verpflichtet,
um Ihre finanziellen Rechtsansprüche und deren Abwicklung.
Sie über relevante, offene
Stellen zu informieren. Wenn
Sie eine Arbeit nicht annehmen
wollen, müssen Sie die Gründe
... und unsere Grenzen. dafür in einem Gespräch mit der
Beraterin oder dem Berater an-
führen. Ob diese Gründe akzep-
Als unseren Partner wollen wir Sie aber auch auf die Grenzen des tiert werden, hängt im wesent-
AMS hinweisen: Wir können Ihnen mit Information, Beratung und lichen nicht von der Person der
Beraterin oder des Beraters ab,
Betreuung während der Arbeitsuche helfen, daß sich Chancen auf-
sondern von den gesetzlich
tun. Daß es am Ende klappt, wird aber immer Ihr persönlicher festgelegten Zumutbarkeitsbe-
Einsatz und Ihr persönlicher Erfolg sein. Eine gute Vorbereitung, stimmungen. Eines ist aber klar:
Je mehr Sie im Gespräch das
sorgfältig erstellte Bewerbungsunterlagen und eine grundsätzliche Gefühl vermitteln, daß Sie selbst
Kompromißbereitschaft bei den Jobverhandlungen sind dafür aktiv eine Arbeit suchen, umso
mehr wird Ihre Beraterin oder
erfahrungsgemäß wichtige Voraussetzungen. Ihr Berater sich dafür einsetzen,
daß Ihnen ein gewisser Zeit-
raum zur Verfügung steht, um
eine annähernd gleichwertige
Stelle wie die letzte zu finden.
P R A X I S ! m a p p e 5START!blatt
Was Sie
tun können.
Wer auf Arbeitsuche ist, geht diese Herausforderung ganz unter-
schiedlich an. Das ist Ihnen wahrscheinlich schon aufgefallen.
Sicher können Sie auch Ihren eigenen Stil einem der drei Grund-
typen überwiegend zuordnen:
• Resigniert: Sie sind zur Überzeugung gelangt, daß ohnehin
alles keinen Sinn hat. Daß für Sie kein Platz am Arbeitsmarkt
mehr ist. Meist meinen Sie, dafür gute Gründe zu haben:
Weil Sie zu alt sind. Weil die Wirtschaftslage schlecht ist.
Weil in Ihrer Branche Flaute herrscht. Oder einfach, weil
bisher alles mit einer Absage geendet hat. Sie unternehmen
nichts. Vom AMS eingefädelte Vorstellungsgespräche nehmen
Sie wahr, aber es fällt Ihnen schwer, an eine realistische
Chance zu glauben.
6 P R A X I S ! m a p p eWAS SIE TUN KÖNNEN.
• Abwartend: Ihre Strategie heißt Warten-Reagieren. Sie warten,
bis ein Vorschlag vom AMS kommt und gehen dann zum
Vorstellungsgespräch. Sie warten, bis Sie auf ein passendes
Inserat in Ihrer Tageszeitung stoßen und antworten darauf. Sie
warten, bis Ihnen zufällig jemand von einer freien Stelle erzählt
und rufen dann an.
• Initiativ: Sie möchten sich nicht dem Zufall und dem Glück Jedesmal nehme ich mir
ausliefern. Sie versuchen, aktiv Chancen an Land zu ziehen. vor, aktiv zu werden. Und
Sie machen sich einen genauen Plan, was Sie am Arbeitsmarkt dann passiert doch nichts.
Anrufen, nachfragen, schreiben
anbieten wollen und welche Firmen dafür in Frage kommen. Sie
... Warum kostet das manchmal
sammeln Adressen von Firmen, die in Frage kommen, und soviel Überwindung? Am
Arbeitsaufwand liegt das wohl
kontaktieren sie schriftlich oder telefonisch. Sie fragen im
kaum. Eine neue Stelle wäre
Bekanntenkreis herum und durchforsten jede Woche ein ganzes Ihnen bestimmt ein paar
Bündel an Zeitungen auf passende Inserate hin. Stunden Aufwand am Tag wert.
Manche dieser Dinge sind aber
schon in ein paar Minuten erle-
digt. Vielmehr steckt da oft die
Angst dahinter, etwas falsch zu
Pessimismus ist manchmal berechtigt.
machen. Oder sich zu blamie-
Aber er hilft nie weiter. ren. Oder gekränkt zu werden.
Da hilft es, wenn Sie sich am
Wochenende in einer entspann-
Wahrscheinlich finden Sie sich ansatzweise in allen drei Typen ten Stimmung Ihre Ziele für die
wieder. An schlechten Tagen oder nach einer schmerzlichen kommende Woche aufschrei-
ben: z.B. bestimmte Firmen
Absage kann es gut tun, sich in die Resignation zurückzuziehen. anrufen, Adressen besorgen
Falls Sie aber in Versuchung kommen, sich dort auf Dauer einzu- usw. Sie können sich die Latte
am Anfang ruhig niedrig legen.
richten, bedenken Sie eines: Eine resignierte Grundhaltung läßt Erfüllen Sie diese Ziele dafür
sich nicht verbergen. Dauernder Pessimismus führt genau das her- unbedingt! Nehmen Sie sich
beim Wort!
bei, was er befürchtet: Ihre Gesprächspartner spüren Ihre negative
Stimmung und haben am Ende „kein gutes Gefühl“.
Sie haben wahrscheinlich recht, wenn Sie Ihr Alter oder Ihre
Wohnregion als Erschwernis anführen. Aber ein Erschwernis ist
noch kein Hindernis. Jeder Tag bringt auch Beispiele, in denen
Arbeitsuchende im kritischen Alter oder in schwierigen Regionen
eine Stelle finden. Pessimismus und Resignation sind ein bewährter
Schutz gegen Enttäuschungen. Aber sie verhindern, daß man aktiv
alle Chancen nützt.
An normalen Tagen paßt vielleicht der abwartende Typus auf Sie:
Sie bewerben sich auf Inserate oder auf Vorschläge des AMS.
P R A X I S ! m a p p e 7START!blatt
Leider zeigt die Erfahrung, daß sich „von selbst“ oft zu wenig
Chancen anbieten. Das ständige Warten kostet Nerven, und mit
jedem Monat reißt die Arbeitslosigkeit ein größeres Loch in Ihren
beruflichen Werdegang. Lange Arbeitslosigkeit wird dann zum
Thema im Vorstellungsgespräch und erschwert die Ausgangslage
erst recht.
Wenn ich Firmen aktiv kon-
taktiere, mache ich mich
zum Bittsteller. Firmen sind
es heute gewohnt, täglich unter- Lieber drei Absagen in der Woche
schiedlichste Angebote zu als immer nur zu warten.
bekommen. Auch im Personal-
bereich. Sie erwarten das
sogar. Entscheidend ist Ihre Demgegenüber wirkt die initiative Methode fast wie eine
Einstellung: Wenn Sie sich
unbewußt in der Rolle eines
Befreiung: Sie haben erkannt, daß der Arbeitsmarkt in vielem wie
Bittstellers fühlen, dann werden jeder andere Markt auch funktioniert: Es gibt Angebot und Nach-
Sie sich unbewußt wie ein Bitt-
steller verhalten. Und schlimm-
frage. Arbeitnehmer, die ihre Fähigkeiten anbieten, und Firmen,
stenfalls werden Sie dann wie die diese Fähigkeiten einkaufen. Und Sie verhalten sich wie ein
ein Bittsteller behandelt.
tüchtiger Unternehmer am Markt: Sie stellen ein interessantes
Arbeiten Sie an einer ganz an-
deren Sichtweise: Sie machen Produkt zusammen (Ihr Angebot zur Mitarbeit). Sie verpacken es
den Firmen ein faires, vernünf- ansprechend (Bewerbungsunterlagen oder Präsentation im
tiges Angebot und Sie haben
ein Recht darauf, daß man Vorstellungsgespräch). Sie überlegen sich, wer es kaufen könnte
Ihnen zuhört und eine Antwort (Liste in Frage kommender Firmen). Und Sie bieten es aktiv an
gibt. Je überzeugter Sie vom
Wert Ihres Angebotes sind, je
(schriftlich, telefonisch oder persönlich).
klarer Sie diesen Wert heraus- Diese Broschüre sagt Ihnen, wie Eigeninitiative bei der Arbeit-
arbeiten, desto respektvoller
suche im Prinzip funktioniert. Die beiliegenden PRAXIS!blätter
wird man im allgemeinen auch
mit Ihrem Angebot umgehen. geben Ihnen konkrete Hilfen für die Umsetzung!
Warum eigene Initiative so wichtig ist ...
Aktive Arbeitsuche ist kein bequemer Weg. In manchen Augen-
blicken möchten Sie vielleicht alles hinwerfen und lieber wieder
abwarten. Sie schreiben, telefonieren, hören sich um – und letztlich
kann Ihnen keiner den Erfolg garantieren. Trotzdem zeigt die
Praxis, daß sich die aktive Arbeitsuche unbedingt lohnt:
• Etwa 20% aller freien Stellen werden dem AMS gemeldet,
weil die Unternehmen eine Unterstützung bei der Besetzung
8 P R A X I S ! m a p p eWAS SIE TUN KÖNNEN.
wünschen. Das heißt: Daneben gibt es rund viermal so viele
offene Stellen, zu denen Sie sich selbst die Informationen
beschaffen können. Manche Stellen werden aus Kostengründen
nicht einmal in der Zeitung inseriert. Wer durch aktives
Nachfragen eine solche Stelle am „verdeckten Arbeitsmarkt“
ausfindig macht, hat einen enormen Vorteil: Im Gegensatz zu
einer Bewerbung auf ein Inserat (meist dutzende Bewerber)
hat er keine oder nur wenige Mitbewerber!
• Eine Absage tut nur noch halb so weh, wenn gleichzeitig
noch andere Bewerbungen „am Köcheln“ sind.
• Wer die Initiative selbst in die Hand nimmt, ist nicht mehr
allein vom Glück abhängig. In einem Bild gesprochen: Wer
rudert fühlt sich viel besser als jemand der zusieht, wie immer
Nach einer Absage bin ich
mehr Wasser ins Boot sickert.
tagelang fix und fertig.
Niemand steckt eine Absage
einfach so weg. Und manchmal,
Das AMS berät Sie selbstverständlich bei Ihrer aktiven Arbeit-
wenn an einer Bewerbung viele
suche: Von der Festlegung Ihrer beruflichen Ziele, in Fragen der Hoffnungen gehangen sind, trifft
Weiterbildung bzw. Umschulung bis hin zur Gestaltung Ihrer einen die Absage wie ein
Donnerschlag. Wenn Sie aber
Unterlagen und der Auswahl in Frage kommender Firmen. nach jeder Absage tagelang
deprimiert sind, dann sollten Sie
ein paar Punkte bedenken.
Denn Absagen in großer Zahl
gehören heute zur Arbeitsuche
leider einfach dazu:
• Haben Sie vielleicht alles auf
eine Karte gesetzt, alle Ihre
Hoffnungen auf eine Bewer-
bung? Wenn Sie immer meh-
rere Eisen im Feuer haben,
trifft Sie eine Absage weniger!
• Eine Absage ist niemals ein
Werturteil über Sie als
Arbeitskraft oder gar als
Person. Auch nach mehreren
Vorstellungsgesprächen kennt
Ihr Gegenüber nur einen
schmalen Ausschnitt von
Ihnen und könnte ein solches
Urteil nie fällen.
Wahrscheinlich war Ihr Ange-
bot sogar interessant. Die
Firma hat bloß im Augenblick
keinen Bedarf.
P R A X I S ! m a p p e 9START!blatt
Die Arbeitsuche
vorbereiten.
Wer gut sattelt, reitet gut! sagt ein Sprichwort. Das trifft auch auf
die Arbeitsuche zu: wer überlegt „aufsattelt“ und die richtigen
Vorbereitungen trifft, kommt in jedem Fall besser voran. Die Vor-
bereitung umfaßt drei Schritte:
• Bestandsaufnahme: Was kann ich? bzw. Was interessiert
mich?
• Ein Ziel und eine Zielgruppe bestimmen: Was will ich am
Arbeitsmarkt anbieten? Und an wen?
• Bewerbungsunterlagen erstellen bzw. überarbeiten.
Vor allem die ersten beiden Schritte helfen Ihnen, im Vorstellungs-
gespräch den Punkt zu treffen und konsequent zu argumentieren.
Auch dann, wenn für Sie ohnehin feststeht, was Sie können und
was Sie wollen.
1 0 P R A X I S ! m a p p eDIE ARBEITSUCHE VORBEREITEN.
Die Bestandsaufnahme: Wo stecken meine Werte?
Es können schon sehr ungewöhnliche Dinge herauskommen, wenn
jemand seine Kenntnisse, Erfahrungen und Interessen gründlich
analysiert hat: Die Krankenschwester, die in die Entwicklungshilfe
geht. Der Exportkaufmann, der nebenbei geprüfter Masseur ist und
mit einem Massagestudio jetzt den Sprung in die Selbständigkeit
wagt.
Das ist aber selten. Meist sprechen gute Gründe dafür, im erlernten Ich weiß sowieso, was ich
Beruf zu bleiben. Erfahrung als Verkäufer, Sachbearbeiterin oder kann und was ich will. Wo-
im Sekretariat können aber viele vorweisen, die sich um die gleiche zu lange analysieren? So
bitter die Arbeitslosigkeit jetzt für
Stelle bewerben. Deswegen ist es so wichtig, zusätzliche Werte
Sie ist: Es kann doch auch eine
herauszuarbeiten, die nicht jeder anbieten kann: Eine Buchhalterin, große Chance darin liegen.
Vielleicht haben Sie nie wieder
die ein bestimmtes EDV-Programm im Rechnungswesen beherrscht,
die Möglichkeit, so gründlich zu
steigert ihre Chancen. Oder ein Verkäufer, der sich mit bestimmten überdenken, was Sie bisher
Produkten auskennt und einen Kurs für Auslagendekoration vorzu- beruflich gemacht haben, wo
Ihre Chancen am Arbeitsmarkt
weisen hat. liegen und wie Sie Ihre Chancen
Eine genaue Bestandsaufnahme Ihrer Kenntnisse, Erfahrungen und mit neuen Ideen oder mit Kursen
noch verbessern können. Sie
Interessen bringt genau das ans Tageslicht: Zusatz-Werte, die oft können etwa die Ergebnisse
„versteckt“ sind, mit denen Sie sich von den anderen Bewerbungen Ihrer Bestandsaufnahme mit
einer Beraterin oder einem
unterscheiden können.
Berater des
BerufsInfoZentrums (BIZ) des
AMS besprechen. Sie erfahren
So führen Sie Ihre persönliche Bestandsaufnahme
dort, wie Sie Ihre Qualifikationen
durch: Siehe PRAXIS!blatt 02, Seite 1 - 4!
sinnvoll verwerten können.
Vielleicht kristallisiert sich auch
eine Alternative heraus, so daß
Sie nicht allein auf Ihre bisherige
Ein Ziel und eine Zielgruppe bestimmen: Tätigkeit angewiesen sind.
Maßware schlägt Stangenware !
Wenn die Arbeitsuche keinen Erfolg bringt, dann ist entweder der
Arbeitsmarkt schwach oder Sie haben sich nicht gut genug präsen-
tiert. Stimmt das so? – Nicht ganz! Manchmal wirkt es Wunder,
wenn man seine Ziele überprüft und an den Markt anpaßt:
• Würde es mir helfen, mein Ziel fürs erste etwas niedriger zu
hängen? Z.B. Verkäufer statt Filialleiter. Oder: Bürohilfe statt
Sekretärin. Die Antwort darauf könnte lauten:
P R A X I S ! m a p p e 1 1START!blatt
Ich habe ohnehin schon eine Reihe von Kompromissen gemacht.
Aber auch: Eine Stufe tiefer wieder einzusteigen schadet
weniger, als weitere Monate arbeitslos zu sein.
Ich wohne am Land. Als • Habe ich realistische Rahmenbedingungen definiert ? Gibt
Zielgruppe kommen be- es derartige Stellen innerhalb des gewünschten Ortsradius? Zu
stenfalls zwei Firmen in dem gewünschten Gehalt? Mit den gewünschten Arbeitszeiten?
Frage. Wenn Sie zu einer • Bin ich für diese Aufgabe so gut qualifiziert, wie die Firmen
ähnlichen Schlußfolgerung
kommen, sollten Sie zuerst
das erwarten? Kann ich persönliche Kenntnisse oder
überprüfen: wurden wirklich alle Erfahrungen hervorheben, die andere Bewerber in dieser
in Frage kommenden Firmen
Kombination wahrscheinlich nicht haben?
erfaßt? Liegt von allen eine klare
Absage vor? Wenn ja, dann
bleiben Ihnen nur zwei Wege,
Und noch eines ist wichtig: Mit einem speziellen Angebot an wenige
um neue Möglichkeiten zu
eröffnen: Firmen haben Sie oft bessere Chancen als mit einem Allerwelts-
• Sie erweitern Ihr Angebot am Angebot an alle Firmen. Wenn Sie in der Lohnverrechnung in einem
Arbeitsmarkt, indem Sie auch
andere, unter Umständen Handelsunternehmen waren, dann sollten Sie im ersten Schritt
weniger qualifizierte auch wieder Handelsunternehmen kontaktieren und aktiv auf Ihre
Tätigkeiten akzeptieren.
• Sie erweitern Ihren Such-
Kenntnisse des Handels hinweisen. Mit Lager-Erfahrung in der
radius und nehmen eine län- Metallbranche bewerben Sie sich am besten zuerst bei metallver-
gere Pendelstrecke in Kauf.
arbeitenden Betrieben. Dort wird Ihnen Ihre Erfahrung mit
In abgelegenen Gebieten
müssen Sie sich unter Um- Metallwaren Vorteile gegenüber anderen Bewerbern verschaffen.
ständen sogar die Frage
Wenn bei Ihrer engeren Zielgruppe derzeit keine Stelle frei ist,
stellen, ob ein wöchentliches
Pendeln, bei dem Sie nur an können Sie immer noch den Firmenkreis auf andere Branchen
Wochenenden nach Hause erweitern und sich allgemein in der Lohnverrechnung oder im
kommen, Ihr Jobproblem
lösen könnte und ob es Lager bewerben.
familiär einzurichten wäre.
Beide Alternativen sind fast
immer hart und schmerzvoll.
So erarbeiten Sie Ihre persönliche Zielsetzung und Ihre
Aber es ist ehrlich, sich die Firmen-Zielgruppe: Siehe PRAXIS!blatt 02, Seite 5-6!
Schwierigkeit der Situation und
die verbleibenden Möglichkeiten
klar vor Augen zu führen.
Die Bewerbungsunterlagen erstellen:
In der Kürze liegt die Würze!
„Schicken Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an ...“
Dieser oder ein ähnlicher Satz steht oft am Schluß eines Stellen-
inserates. Gemeint sind damit ein Lebenslauf, Zeugnisse (Aus-
bildung, Kurse, Firmenzeugnisse) und ein kurzes Begleitschreiben.
1 2 P R A X I S ! m a p p eDIE ARBEITSUCHE VORBEREITEN.
In PRAXIS!blatt 02 lernen Sie noch eine interessante Ergänzung
Ziele zu planen ist ein
kennen: Ihren Persönlichen Steckbrief.
Luxus. Heute muß man
Einen aktuellen Lebenslauf und Zeugnisse sollten Sie aber in jeder
froh sein, wenn man über-
Bewerbungssituation dabei haben. Auch bei einem Vorstellungs-
haupt einen Job bekommt.
gespräch, das kurzfristig am Telefon vereinbart worden ist und Es ist wahr, daß man in der
Praxis meistens deutliche
auch, wenn Sie keiner danach fragt. Das kommt gut an, und Sie
Abstriche vom Idealjob machen
hinterlassen damit etwas Konkretes, das Ihren Gesprächspartner an muß. Trotzdem ist es wichtig,
Sie erinnert. sich klare Vorstellungen über
die Art der angestrebten Tätig-
Modern und ansprechend aufbereitete Bewerbungsunterlagen keit zu machen. Wer konkret
erfüllen in jedem Fall drei Kriterien: weiß, was er will, kann auch
überzeugend argumentieren.
• Kurz. Sie schreiben nur eine Bewerbung. Aber Personalisten Je konkreter die Idee, desto
müssen oft 20, 50 oder noch mehr Bewerbungen lesen. konkreter meist auch die
Firmen-Zielgruppe, die sich für
Deswegen soll der Begleitbrief nicht mehr als zwei bis vier
eine Bewerbung anbietet. Es ist
Absätze und der Lebenslauf nur eine, höchstens aber zwei erfolgversprechender, konkrete
Seiten umfassen. Ziele aktiv zu verfolgen als
passiv einem verschwommenen
• Informativ. Personalisten sind fast immer eilige Leser. Deshalb „Traumziel“ nachzuhängen.
müssen aus Ihren Unterlagen auch beim „Drüberfliegen“ die
wichtigsten Argumente und Fakten herausspringen. Das heißt:
Niederschrift mit Schreibmaschine oder Computer, Lebenslauf Ich hasse Bewerbungs-
in Tabellen- und nicht in Erzählform, wichtige Punkte (z.B. schreiben. Ich bleibe
Telefonnummer!) unterstrichen oder fett gedruckt. immer gleich im ersten
• Werbend. Denken Sie aus der Sichtweise der Firma heraus: Absatz stecken.
Was macht mich für diese Firma besonders interessant? Stellen • Notieren Sie sich Ihre Kern-
Argumente auf einem Zettel.
Sie dieses Argument ganz in den Mittelpunkt. Beschränken Sie Schreiben Sie dann genau
sich auf zwei, höchstens drei Kern-Argumente und heben Sie das, was Sie sagen wollen,
so als würden Sie an einen
sich Details für das Vorstellungsgespräch auf!
guten Bekannten schreiben.
Frei von der Leber weg.
Kümmern Sie sich nicht um
So erstellen Sie wirksame Bewerbungsunterlagen:
den Stil, den können Sie in
Siehe PRAXIS!blatt 02, Seite 7-12!
einem zweiten Durchgang
verfeinern. Bei den Firmen
kommt eine einfache, direkte
Sprache viel besser an als
kunstvolle Schnörkelsätze.
• Verfassen Sie kein wolkiges
Eigenlob, sondern bringen
Sie Fakten: Fakten, die für
Sie sprechen. Fakten, die der
Firma die Entscheidung
erleichtern!
P R A X I S ! m a p p e 1 3START!blatt
Auf den Markt
hinausgehen
Zwanzig zu eins. So oder ähnlich lautet die Erfolgsquote in den
Verkaufsabteilungen vieler Firmen. Das heißt: Von zwanzig
kontaktierten Personen kauft am Ende eine.
Wenn Sie Ihre Leistung am Arbeitsmarkt verkaufen, müssen Sie
mit einer ähnlich geringen oder noch geringeren Erfolgsquote rech-
nen. Bis es endlich klappt, müssen Sie davon ausgehen, daß Sie
reihenweise Stellenanzeigen beantwortet haben. Dutzende Briefe
ausgeschickt und Telefonate geführt haben. Bei allen möglichen
Bekannten „über drei Ecken“ nachgefragt haben. Das soll Sie auf
keinen Fall entmutigen. Sie sollen bloß wissen: wenn Sie nach
wochenlangen Bemühungen noch immer keinen Job haben, dann
ist das kein Grund zum Aufgeben. Jeder Anruf, jedes Anschreiben
ist nur eine Mini-Chance. Viele Mini-Chancen ergeben aber
zusammengezählt eine große Chance.
1 4 P R A X I S ! m a p p eAUF DEN MARKT HINAUSGEHEN.
Eigeninitiative bei der Arbeitsuche erfordert einen „langen Atem“.
Legen Sie eine Liste der Firmen an, die Sie anrufen oder anschrei-
ben wollen. Arbeiten Sie diese Liste systematisch ab. Versuchen
Sie dabei, sachlich vorzugehen. Je mehr Sie Ihre Gefühle und
Hoffnungen beim ersten Kontakt zurückschrauben, umso gefaßter
werden Sie auch mit den Absagen umgehen. So gewinnen Sie die
notwendige professionelle Distanz, die Sie für eine ausdauernde
Arbeitsuche brauchen. Sollten Sie aber in die engste Auswahl für
eine Stelle vorgerückt sein: dann ist immer noch genug Zeit, um
„Herzblut“ in die Bewerbung zu investieren! Ich schicke stapelweise
Bewerbungen weg. Und
dann höre ich nichts. Nicht
Stelleninserate: Das Pflichtprogramm. einmal eine Absage.
Verfolgen Sie genau, wo Ihre
Bewerbungen häufig scheitern:
Hunderte neue Stellenangebote jede Woche. Kein langes Herum- Wenn Sie öfters zum Gespräch
eingeladen werden und dann
fragen, ob überhaupt jemand gebraucht wird. Die Firma meldet
nichts zustandekommt, sollten
von sich aus Bedarf. Völlig problemlose Kontaktaufnahme. Das Sie Ihre persönliche Präsen-
sind die Vorteile des Zeitungs-Stellenmarktes. Die Kehrseite: Wenn tation überdenken. Wenn Sie
auf mehr als die Hälfte Ihrer
Sie sich auf ein Inserat bewerben, tun das Dutzende andere auch. Bewerbungsschreiben wenig-
Trotzdem gehört die Beantwortung von Stellenanzeigen zum stens eine Absage bekommen,
dann spricht das eher für Ihre
Pflichtprogramm jeder Arbeitsuche. Die Chancen, über diesen Weg Unterlagen.
fündig zu werden, stehen nämlich recht gut. Unter einer Voraus- Bekommen Sie meist überhaupt
keine Antwort auf Ihre schrift-
setzung: es genügt nicht, sich gelegentlich ein Inserat herauszu-
lichen Bewerbungen, dann soll-
suchen. Erst wenn Sie Woche für Woche und systematisch alle ten Sie Ihre Unterlagen einmal
geeigneten Zeitungs-Stellenmärkte durcharbeiten, gelangen Sie genau mit den Empfehlungen
im PRAXIS!blatt 02 (Seite 7-12)
zur nötigen Anzahl von Bewerbungen. Und damit steigt Ihre vergleichen !
Chance, trotz der dichten Konkurrenz zum Zug zu kommen.
Erstellen Sie Ihren Persönlichen Mediaplan mithilfe
von PRAXIS!blatt 03 , Seite 1!
P R A X I S ! m a p p e 1 5START!blatt
Bei Firmen nachfragen:
Irgendwann kommen Sie gerade zur rechten Zeit.
Seit ich einmal ange- Guten Tag, Maier mein Name, ich möchte gerne ... Zugegeben:
schnauzt worden bin, mag am Anfang kostet es schon Überwindung, Firmen nach einer Liste
ich nicht mehr bei Firmen anzurufen. Wenn Sie sich zehn Firmen in der Woche vornehmen
anrufen. Da war diese furcht- und diese Anrufe auch erledigen, haben Sie damit schon gute
bar unfreundliche Person am
Arbeit geleistet !
Telefon. Sie waren so überrascht,
daß Sie nur gestammelt haben Vielleicht gibt es manchmal Rückschläge, das eine oder andere
... Jetzt wüßten Sie, was Sie
verunglückte Gespräch, in dem man Sie „abgewimmelt“ hat. Aber
sagen würden. Aber es ist zu
spät und dieses demütigende Sie werden feststellen: Sehr rasch gewinnen Sie an Sicherheit und
Erlebnis sitzt im Hinterkopf. unfreundliche Reaktionen sind selten. Welchen Grund hätte man
In einer solchen Situation
müssen Sie reagieren wie ein auch, unfreundlich zu Ihnen zu sein? Die Firmen selbst tun schließ-
Rennfahrer nach einem Crash: lich jeden Tag das gleiche wie Sie: Sie informieren mögliche
entweder Sie steigen sofort
wieder ins Cockpit oder es wird
Kunden über ihr Produkt.
mit jeder Woche schwerer! Natürlich können Sie die Firmen auch anschreiben. Das fällt viel
Machen Sie gleich morgen einen
leichter. Trotzdem sollten Sie auch in diesem Fall anrufen, wenn
neuen Anfang, nehmen Sie das
Telefon wieder zur Hand! Zwei Sie nach zehn Tagen oder zwei Wochen noch nichts gehört haben.
„vernünftige“ Gespräche, und In Geschäften, Filialen oder kleinen Gewerbebetrieben können Sie
Sie haben den unfreundlichen
„Exoten“ wieder vergessen. auch einfach „vorbeischauen“ und nachfragen (Bringen Sie immer
einen Lebenslauf mit!). Das ist ein sehr direkter und unkomplizier-
ter Weg. Wenn Sie aber nicht genau wissen, daß der oder die
Zuständige da ist und Zeit hat, sollten Sie unbedingt vorher
anrufen und einen Termin ausmachen!
Meist müssen Sie viele Firmen kontaktieren, bis Sie auf ein
Interesse stoßen. Dafür ist ein solcher Kontakt ungleich wertvoller
als ein Vorstellungstermin auf ein Inserat hin: Sie haben jetzt näm-
lich keine oder nur ganz wenige Konkurrenten! Ihr Angebot ist der
Firma gerade zur rechten Zeit gekommen.
Wie kontaktiere ich aktiv Firmen? Mehr dazu in
PRAXIS!blatt 03 , Seite 3!
1 6 P R A X I S ! m a p p eAUF DEN MARKT HINAUSGEHEN.
Sich herumhören:
Wozu hat man Freunde und Bekannte?
Ist es unhöflich, sich bei Bekannten nach freien Stellen umzu-
fragen? Ist es lästig? Macht man sich damit zum Bittsteller?
Wenn Sie die Empfehlungen im PRAXIS!blatt 03 beherzigen, be-
stimmt nicht. Tatsache ist aber: Arbeitsuchende, die einen großen
Bekanntenkreis haben und die offen über ihre Arbeitsuche
sprechen, finden meist rascher wieder Arbeit als Zurückgezogene.
Sie warten auf Ihr Bera-
Wahrscheinlich ist das aktive Herumfragen und Herumhören die
tungsgespräch in der
erfolgversprechendste Bewerbungsmethode überhaupt. Das hat
AMS-Geschäftsstelle.
damit zu tun, daß am verdeckten Arbeitsmarkt viele Stellen nicht Inzwischen erzählen Ihnen
mit kostspieligen Inseraten, sondern über Mundpropaganda besetzt einige Mitwartende von ihren
frustrierenden Rückschlägen bei
werden. der Arbeitsuche. Überall um Sie
Informieren Sie Ihre Verwandten und Freunde über Ihre Jobsuche, herum Arbeitsuchende und alle
wollen das gleiche wie Sie:
ohne sie unter Druck zu setzen. Je mehr Personen von ihrer Job-
einen Arbeitsplatz ...
suche wissen, umso weiter reicht Ihr Informations-Netz! Sie tun sich bestimmt keinen
Gefallen, wenn Sie in solchen
Situationen in negative Denk-
Tips für den Aufbau Ihres Informations-Netzes gibt muster verfallen. Oder auf ver-
PRAXIS!blatt 03 , Seite 4! einzelte negative Stimmungs-
mache um Sie herum einsteigen.
Es ist eine Frage der „Seelen-
pflege“, ob Sie diesen negativen
Erfahrungen bewußt die
positiven gegenüberstellen:
Die Bekannte, die gerade
wieder Arbeit gefunden hat.
Die Bewerbung letzte Woche,
die um ein Haar zum Erfolg
geführt hätte. Die Arbeitsmarkt-
Statistik, nach der jeden Monat
Zehntausende wieder in die
Erwerbstätigkeit zurückfinden ...
Beide, negative und positive
Erfahrungen, sind gleicher-
maßen Realität. Aber die nega-
tiven lähmen Sie, die positiven
geben Ihnen Energie!
P R A X I S ! m a p p e 1 7START!blatt
Zum Gespräch bitte!
„Setzen, nicht genügend!“ Steckt uns diese Angst-Situation aus der
Schulzeit noch ein wenig in den Knochen, wenn wir zu einem
Vorstellungsgespräch hingehen? Die Praxis zeigt jedenfalls eines:
Wer vor einem Vorstellungsgespräch besonders nervös ist, denkt
dabei häufig (unbewußt) noch an Prüfungen in einem unange-
nehmen Schulfach.
Hier wird verhandelt.
Es gibt auch andere Gründe, warum wir uns in einem Vorstellungs-
gespräch unwohl oder sogar blockiert fühlen können: weil wir uns
als Bittsteller fühlen. Weil wir glauben, uns über den grünen Klee
loben zu müssen. Oder weil wir ein „Verhör“ darin sehen.
1 8 P R A X I S ! m a p p eZUM GESPRÄCH BITTE !
Dabei würde Ihr Gesprächspartner oder Ihre Gesprächspartnerin
von der betreffenden Firma kaum auf die Idee kommen, in diesem
Treffen eine Prüfung, einen Bittgang oder ein Verhör zu sehen.
In der Firma sieht man die Situation nämlich ganz anders: als
Verhandlungs-Gespräch. Die Firma sagt, was sie braucht. Sie sagen,
was Sie dazu anbieten können (Ihre Arbeitskraft, Ihre Erfahrung,
Ihr Wissen usw.). Wenn in bestimmten Punkten Zweifel aufkommen,
versuchen Sie, diese Zweifel zu entkräften. Ist Ihnen das gelungen,
dann verhandeln Sie am Schluß den Preis (also Ihr Gehalt).
Niemand stellt Sie aus Gefälligkeit ein, sondern weil die Firma
sich eine tüchtige verläßliche Mitarbeiterin oder einen ebensolchen
Mitarbeiter erwartet. Deswegen ginge die Haltung eines Bittstellers
völlig am Kern des Gespräches vorbei. Was zählt, sind Ihre Die Fragen, die mir bei den
Argumente dafür, daß Sie die gestellten Aufgaben lösen können. Firmen gestellt werden,
sind einfach unverschämt.
Haben Sie die Sache auch
Tips für das persönliche und telefonische
schon einmal anders betrachtet:
Bewerbungsgespräch finden Sie in PRAXIS!blatt 04 ! „Jeder Einwand ist ein Ge-
schenk!“ heißt es in Kursen für
erfolgreiches Verkaufen. Anders
gesagt: Wer im Vorstellungs-
gespräch nachfragt, nimmt Ihre
Bewerbung sehr ernst. Niemand
macht sich diese Mühe, wenn er
Ihre Bewerbung innerlich schon
abgeschrieben hätte.
Hartnäckige Fragen nach Ihren
Qualifikationen, Ihrer Persön-
lichkeit, Ihren familiären Ver-
hältnissen sind im Grunde ein
Appell: „Ich würde Sie ja gerne
in die engste Wahl nehmen,
wenn da nicht dieser oder jener
Punkt wäre ...“ Vielleicht fällt es
Ihnen mit dieser Sichtweise
leichter, die bestehenden
Zweifel oder Unsicherheiten
sachlich auszuräumen.
P R A X I S ! m a p p e 1 9START!blatt
Die PRAXIS! mappe
Termine, Telefonnummern, Adresslisten, Inseratenausschnitte,
Lebensläufe, Zeugnisse ... Wer die Arbeitsuche ernsthaft angeht,
der kann einen Assistenten gut brauchen. Einen, der darauf schaut,
daß man die Übersicht bewahrt. Daß man im Vorstellungsgespräch
immer alles dabei hat. Der auch einmal nützliche Tips parat hat.
Oder einem zeigt, wie es weitergehen kann.
In der PRAXIS!mappe haben Sie einen solchen Assistenten. Sie
können sie für drei Dinge nützen:
• Um sich für Ihre Arbeitsuche zu informieren: Anhand dieser
Broschüre und der INFO!blätter.
• Um Ihre Arbeitsuche zu planen: Anhand der PRAXIS!blätter
mit konkreten Tips und Planungshilfen.
• Um Ihre Arbeitsuche zu organisieren: Die PRAXIS!mappe
bietet genug Platz für Listen, Inseratenausschnitte oder Ihre
Bewerbungsunterlagen. So haben Sie immer alles auf einen
Griff dabei!
Das Arbeitsmarktservice wünscht Ihnen für Ihre Arbeitsuche alles
Gute, den nötigen Mut zur Eigeninitiative und vor allem:
einen baldigen Erfolg !
2 0 P R A X I S ! m a p p ePRAXIS!blatt 01
Alles eine Frage
der Organisation!
Alles im Griff! Das ist leichter gesagt als getan, wenn ständig neue Bewerbungstermine, Adressen
und Telefonnummern dazukommen. Mit diesen Seiten wissen Sie immer
• was als nächstes zu tun ist.
• welche Bewerbungen gerade laufen.
• welche Adressen und Telefonnummern wichtig sind.
Machen Sie vor dem Ausfüllen einige Kopien von den Vordrucken auf den
Seiten 2-4! Sie haben dann mehr Platz für Einträge!
Was ist zu tun ? siehe Vordruck Seite 2 !
Hier können Sie eintragen, was Sie als nächstes erledigen müssen: wichtige Entscheidungen
treffen, Adressen besorgen, eine bestimmte Anzahl Anrufe machen oder Bewerbungs-
unterlagen abschicken, bestimmte Firmen kontaktieren usw.
Am besten machen Sie Ihre Erledigungen-Liste immer für eine, maximal zwei Wochen.
Lieber nicht zuviel vornehmen, das aber unbedingt erledigen! Wenn trotzdem einmal
Tip 1
etwas unerledigt bleibt: gleich in die Liste für die nächste Woche eintragen!
Was läuft ? siehe Vordruck Seite 3 !
Mit dieser Übersicht sind Sie jederzeit informiert:
• Welche Bewerbungen sind noch im Laufen?
• Wie steht jede einzelne Bewerbung?
Tragen Sie jede Bewerbung immer gleich ein. So bleibt die Liste vollständig!
Wer ist wichtig ? siehe Vordruck Seite 4 !
Tragen Sie hier Firmen ein, bei denen eine Bewerbung interessant ist! (Auch private
Ansprechpersonen können Sie hier vermerken. Lassen Sie dann das Firmenfeld frei).
Vielleicht haben Sie einen Computer und möchten Ihre Adresslisten lieber damit
Tip 2
erstellen. Ein PC eignet sich dafür hervorragend! Bewahren Sie Ihre Listen am besten hier in
Ihrer PRAXIS!mappe auf, Sie haben dann immer alles dabei!
Seite 1PRA X IS !b la tt
WAS IST ZU TUN?
Bis wann … … ist was zu tun? Wenn erledigt,
abhaken !
Kalenderwoche ....................................................................................................... ❏
.................... ....................................................................................................... ❏
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Kalenderwoche ....................................................................................................... ❏
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Kalenderwoche ....................................................................................................... ❏
.................... ....................................................................................................... ❏
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Kalenderwoche ....................................................................................................... ❏
.................... ....................................................................................................... ❏
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Seite 2P RAX IS !b la tt
WAS LÄUFT?
❏ aktuell? 1
Firma ..............................................................................................................................................
Bewerbung als .............................................................................................................................
Bewerbungsweg: ❏ Inserat Nr. .......... 2 ❏ Eigeninitiative ❏ AMS ❏ sonstige
Datum der Bewerbung ......................................................................................................................
Was ist bisher passiert? 3 ..................................................................................................................
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❏ aktuell? 1
Firma ..............................................................................................................................................
Bewerbung als .............................................................................................................................
Bewerbungsweg: ❏ Inserat Nr. .......... 2 ❏ Eigeninitiative ❏ AMS ❏ sonstige
Datum der Bewerbung ......................................................................................................................
Was ist bisher passiert? 3 ..................................................................................................................
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❏ aktuell? 1
Firma ..............................................................................................................................................
Bewerbung als .............................................................................................................................
Bewerbungsweg: ❏ Inserat Nr. .......... 2 ❏ Eigeninitiative ❏ AMS ❏ sonstige
Datum der Bewerbung ......................................................................................................................
Was ist bisher passiert? 3 ..................................................................................................................
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1 Kreuzen Sie das Kästchen an, sobald Sie auf eine Bewerbung eine endgültige Absage bekommen haben. So sehen Sie auf einen Blick,
welche Bewerbungen überhaupt noch aktuell sind.
2 Bewahren Sie das Inserat in Ihrer PRAXIS!mappe auf. Notieren Sie vorher auf dem Inserat eine Nummer, die Sie hier eintragen.
So finden Sie immer auf Anhieb das richtige Inserat!
3 Tragen Sie hier alles ein, was für diese Bewerbung wichtig ist (Rückmeldungen durch die Firma, Vereinbarungen usw.)
Seite 3PRA X IS !b la tt
WER IST WICHTIG?
Firma ...................................................................................................................................................................
...............................................................................................................................................................................
Adresse ..............................................................................................................................................................
Telefonnummer ..............................................................................................................................................
Ansprechperson 1 ..........................................................................................................................................
Funktion 2 ......................................................................................................................................................
Bemerkungen 3 ...............................................................................................................................................
...............................................................................................................................................................................
...............................................................................................................................................................................
Firma ...................................................................................................................................................................
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Adresse ..............................................................................................................................................................
Telefonnummer ..............................................................................................................................................
Ansprechperson 1 ..........................................................................................................................................
Funktion 2 ......................................................................................................................................................
Bemerkungen 3 ...............................................................................................................................................
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Firma ...................................................................................................................................................................
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Adresse ..............................................................................................................................................................
Telefonnummer ..............................................................................................................................................
Ansprechperson 1 ..........................................................................................................................................
Funktion 2 ......................................................................................................................................................
Bemerkungen 3 ...............................................................................................................................................
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1 Falls Sie das schon herausgefunden haben: Notieren Sie hier, an wen Sie sich mit Ihrer Bewerbung wenden können. Vergessen Sie nicht auf eventuelle Titel!
2 Vermerken Sie hier die Funktion Ihres Ansprechpartners in der Firma. Z.B.: GeschäftsführerIn, PersonalchefIn, VerkaufsleiterIn usw.
3 Hier haben Sie Platz für Dinge, die Sie nicht vergessen wollen: warum gerade diese Firma interessant ist, gemeinsame Bekannte mit
der Ansprechperson usw.
Seite 4PRAXIS!blatt 02
Die Arbeitsuche
vorbereiten.
Wie Sie Ihre Arbeitsuche optimal vorbereiten, das zeigen Ihnen die folgenden Seiten.
Auf drei Schritte kommt es dabei an:
1 Eine Bestandsaufnahme machen.
2 Ein Ziel und eine Zielgruppe bestimmen.
3 Die Bewerbungsunterlagen erstellen.
1 Eine Bestandsaufnahme machen.
Ihr wichtigstes Kapital, das Sie am Arbeitsmarkt „verkaufen“ können, sind:
• Ihre Ausbildung
• Ihre praktischen Kenntnisse und Erfahrungen
Daneben spielen auch noch Ihre Interessen und Ihre Persönlichkeit eine Rolle bei der
Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle.
a) Ausbildung. Nicht nur Lehre oder Schule gehören auf Ihre Bestandsliste, auch Kurse und
Lehrgänge. Zumindest dann, wenn Sie vom Gelernten noch Grundkenntnisse haben. Kleinere
Kurse zu einem Thema können Sie aber zusammenfassen. Z.B.: mehrere Verkaufsseminare oder
Diverse Schulungen für Microsoft Office.
MEINE AUSBILDUNG
Lehre oder Fachschule: (welche) ........................................................................................................................
Matura: (Schultyp)...................................................................................................................................................
Studium oder Fachhochschule: (Richtung) ...................................................................................................
Teilstudium: (mind. ein Abschnitt) .........................................................................................................................
Kurse bzw. Lehrgänge:........................................................................................................................................
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Seite 1Sie können auch lesen