Regional Expansion with a Defined Strategy - Geschäftsbericht 2016 - Boersengefluester
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Regional Expansion with a Defined Strategy Geschäftsbericht 2016 MagForce AG Mit Nanomedizin Krebs bekämpfen
Regional
Expansion with a
Defined Strategy
MagForce hat das medizinische Bewusstsein
für den Wert unserer NanoTherm Therapie
zur Behandlung von Hirntumoren in Europa
signifikant erhöht (Pfad 1) und die not-
wendigen Vorbereitungen für den Start einer
zulassungsrelevanten Studie zur
fokalen Behandlung von Prostatakrebs in
den USA getroffen (Pfad 2).1
Die Behandlung von Hirntumoren in Europa Im Jahr 2016 haben wir an mehreren #Pfad1 Update
sehr renommierten wissenschaftlichen Konferenzen und Kongressen teilgenom-
men und damit den Bekanntheitsgrad für unsere einzigartige Therapie bei den
Europa
wichtigsten Zielgruppen erhöht. Wir bekommen zunehmend positive Rückmel-
dungen von Patienten und Neurochirurgen, die die NanoTherm Therapie in ihr
Behandlungsschema integrieren.
Gleichzeitig haben wir die Implementierung des grenzübergreifenden Erstattungs-
prozesses weiter vorangetrieben. Wir arbeiten daran, die Kostenerstattung für die
NanoTherm Therapie in unserem Heimatmarkt Deutschland zu erhalten. Ähnliche
Prozesse sind für die ausgewählten europäischen Länder, in denen MagForce über
eine CE-Zertifizierung für die Behandlung von Hirntumoren verfügt, in Vorberei-
tung. Im Rahmen unseres europäischen Roll-out-Plans hat unser Team bereits die
Länder und Kliniken identifiziert, die sich unter kommerziellen sowie medizinischen
Gesichtspunkten zur Einrichtung von NanoTherm Behandlungszentren eignen, um
Patienten zeitnah eine Therapie in deren Heimatländern zu ermöglichen.
Die fokale Behandlung von intermediärem Prostatakrebs in den USA In den #Pfad2 Update
USA haben wir 2015 einen Antrag zur Genehmigung der Durchführung einer kli-
nischen Studie („Investigational Device Exemption“, IDE) bei der US-amerikani-
USA
schen Regulierungsbehörde FDA („Food and Drug Administration“) für die Nano-
Therm Therapie zur Behandlung von Prostatakrebs mit mittlerem Risiko
eingereicht. Auf Empfehlung der FDA wiederholte und aktualisierte MagForce
USA im Laufe des vergangenen Jahres seine präklinischen Studien, die vor unge-
fähr zehn Jahren in Deutschland durchgeführt wurden. Diese Studien belegten
erneut, dass die Nanopartikel nicht toxisch sind und nach Injektion in die Pros
tata am Ort der Applikation verbleiben. Die Studienergebnisse und das vorge-
schlagene Prüfprotokoll für die klinische Studie wurden im vierten Quartal 2016
bei der FDA eingereicht.
Wir erwarten von dieser zulassungsrelevanten Studie den Beleg, dass die Nano-
Therm Therapie in der fokalen Behandlung von Prostatakrebs das gewünschte
Ergebnis zeigen wird und damit Operationen und andere Behandlungen mit den
bekannten Nebenwirkungen vermieden werden können. Wir sind weiterhin zu-
versichtlich, unsere ursprünglichen Ziele hinsichtlich des Markteintritts und der
Kommerzialisierung der NanoTherm Therapie in den USA zu erreichen.
In 2016, dem Jahr das unter dem Motto „Regional Expansion with a Defined
Strategy“ stand, haben wir weiter erfolgreiche Fortschritte gemacht, um unsere
Technologie zum Wohle der Patienten in Europa sowie den USA zu etablieren.#Inhalt A Year of Regional Expansion with a Defined Strategy 04 NanoTherm Therapie 08 Highlights 2016 12 Highlights 2017 14 Patienten-Story 18 Brief an die Aktionäre 22 Regional Expansion 23 Update Europa 26 Update USA 28 Investor Relations 32 Bericht des Aufsichtsrats
Lagebericht Jahresabschluss
35 Geschäfts- und Rahmenbedingungen 57 Gewinn- und Verlustrechnung
40 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage 58 Bilanz
45 Forschung und Entwicklung 60 Entwicklung des
46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anlagevermögens
46 Chancen- und Risikobericht 62 Anhang
51 Prognosebericht
75 Bestätigungsvermerk
55 Nachtragsbericht
77 Impressum4
NanoTherm
Therapie
Die NanoTherm Therapie ist ein neuartiges Verfahren
zur lokalen Behandlung solider Tumore. Prinzip der Methode
ist die direkte Einbringung magnetischer Nanopartikel
in einen Tumor und ihre anschließende Erwärmung in einem
magnetischen Wechselfeld.
#1
NanoTherm
Bei NanoTherm handelt es sich um ein so
genanntes Ferrofluid, eine Flüssigkeit mit
darin gelösten superparamagnetischen ei-
senoxidhaltigen Nanopartikeln, die durch
ein magnetisches Wechselfeld aktiviert
werden können. Diese winzigen Magne-
te lassen sich aufgrund ihrer patentierten
Aminosilanbeschichtung in Wasser fein ver-
teilen und bilden dann eine sogenannte
kolloidale Dispersion, die mit einer Spritze
direkt in das Tumorgewebe injiziert werden
kann. Durch die spezielle Beschichtung ag-
gregieren die Partikel direkt nach der Injek-
tion im Tumor zu einem stabilen Depot und
verbleiben am Wirkort, sodass die Therapie
bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt
wiederholt werden kann.Regional Expansion with a Defined Strategy 5
NanoTherm Therapie
#2
NanoPlan
Die Therapiesimulationssoftware Nano
Plan unterstützt den behandelnden Arzt
bei der Entwicklung des Therapieplans für
die NanoTherm Therapie. Der Therapieplan
ist abhängig von der Verteilung der Nano-
Therm Depots im Tumorgewebe und der Ma-
gnetfeldstärke, die zum Erreichen einer the-
rapeutischen Temperatur notwendig ist. Die
Kalkulationen mit der NanoPlan Simulati-
onssoftware berücksichtigen die Größe und
die Lage des Tumors sowie die Verteilung und
die Konzentration der Nanopartikel.6
#3
Nano
Activator
Die NanoTherm Therapie wird in einem
Magnetfeldwechselapplikator (NanoActi
vator) durchgeführt. Die Magnetfeldstärke
ist auf bis zu 18 kA/m einstellbar. Dieses
Magnetfeld versetzt die eisenoxidhaltigen
Nanopartikel (NanoTherm) in Schwingun-
gen und erzeugt so viel Hitze, dass thera-
peutische Behandlungstemperaturen im
Tumor erreicht werden. Je nach erreichter
Temperatur zerstört die Hitze die Tumorzel-
len entweder direkt (Thermoablation) oder
sensibilisiert sie für jede Form einer beglei-
tenden Therapie wie Chemotherapie oder
Bestrahlung (Hyperthermie).Regional Expansion with a Defined Strategy 7
NanoTherm Therapie
Die Wirkungsweise
der NanoTherm Therapie
1.
Das NanoTherm
Ferrofluid wird direkt
in den Tumor injiziert.
2.
Das Magnetfeld versetzt die
eisenoxidhaltigen Nanopartikel in
Schwingungen und erzeugt Hitze.
Die Hitze zerstört die Tumorzellen
(Ablation) oder sensibilisiert sie
3.
für andere Therapien wie eine
Chemotherapie oder Bestrahlung
(Hyperthermie). Nach der Behandlung
ist ein Großteil der
Tumorzellen zerstört.8
Highlights
2016
#Mai
MagForce unterstützt
Veranstaltung für
Hirntumorpatienten
#April
des Universitätsklini
MagForce AG gibt kums Münster
Beginn der kommer im Vorfeld des Welthirntumortags 2016.
ziellen Behandlung MagForce hat an einer Veranstaltung für
von Hirntumoren Hirntumorpatienten und deren Angehörige
teilgenommen, die vom Hirntumorzentrum
mit der NanoTherm des Universitätsklinikums Münster ausge-
Therapie bei Vivantes Friedrichshain in Ko- richtet wurde. Ziel dieser Veranstaltung war
operation mit der Charité – Universitäts es, die Betroffenen über wichtige und un-
medizin Berlin bekannt. Vivantes Friedrichs- terstützende Begleittherapien, wie etwa
hain, Abteilung Neurochirurgie, hat im die Kunst- oder Sporttherapie zur psycho
Rahmen ihrer intensiven Zusammenar- onkologischen Unterstützung der Patien-
beit mit der Klinik für Strahlentherapie der ten, sowie über Behandlungsmöglichkeiten
Charité Universitätsmedizin Berlin damit von Hirntumoren zu informieren.
begonnen, die NanoTherm Therapie zur
kommerziellen Behandlung von Patienten
in Berlin anzubieten. Diese Kooperation zwi-
schen der Charité und Vivantes eröffnet
Patienten außerhalb Deutschlands die Mög-
lichkeit, sich einer Behandlung mit der
NanoTherm Therapie in Berlin zu unterzie-
hen, einem Standort, der für osteuropäische
Länder strategisch günstig gelegen ist.Regional Expansion with a Defined Strategy 9
Highlights 2016
98,8 %
Zustimmung der
Hauptversammlung für
die Beschlusspunkte
#Juni
MagForce AG unter
stützt den Welthirn
#August
tumortag 2016
und nimmt an der 67. Jahrestagung der Deut-
MagForce AG gibt
schen Gesellschaft für Neurochirurgie teil. positive Ergebnisse
MagForce AG war mit einem Messestand auf der Hauptversamm
der 67. Jahrestagung der Deutschen Gesell-
schaft für Neurochirurgie (DGNC) vertreten. lung 2016 bekannt
Die Veranstaltung ist eine der deutschland- Die Hauptversammlung hat sämtlichen Be-
weit größten Konferenzen für die neurochi- schlusspunkten mit einer deutlichen Mehr-
rurgische Fachwelt und widmet sich einem heit von über 98,8 Prozent zugestimmt. Der
umfassenden wissenschaftlichen Austausch Vorstandsvorsitzende Dr. Ben J. Lipps erläu-
mit Meinungsführern auf diesem Gebiet. terte den Stand der aktuellen operativen Ent-
Mit ihrer Präsenz hat MagForce die Gelegen- wicklungen und gab einen Überblick über das
heit, die Vorzüge der NanoTherm Therapie Geschäftsjahr 2015 sowie einen Ausblick auf
zur Behandlung von Glioblastomen und an- das Geschäftsjahr 2016. Im Anschluss erfolg-
deren Hirntumoren weiter bekannt zu ma- te ein Status-Update zum Strategieplan.
chen, genutzt.10
#September
MagForce AG wird
mit EANS 2016
ausgezeichnet
MagForce AG nimmt vom 4.–8. September
am EANS 2016 in Athen, Griechenland, teil;
Abstract wird mit dem renommierten „EANS #September
2016 Best Abstract Award“ ausgezeichnet.
MagForce AG war mit einem Messestand
MagForce AG
auf dem 16ten europäischen Kongress der präsentiert ihre
Neurochirurgie, EANS 2016, vertreten. Dar- NanoTherm
über hinaus hat das Team von Prof. Dr. med.
Walter Stummer, Direktor der Klinik für Neu- Therapie
rochirurgie am Universitätsklinikum Müns- zur Behandlung von Hirntumoren auf dem
ter, einen Vortrag über seine Erfahrungen 36ten ESSO Kongress in Polen. Die Mag-
mit der NanoTherm Therapie gehalten. Die- Force AG hat am 36ten ESSO Kongress
ser Abstract wurde mit dem renommierten teilgenommen. Der Kongress, der von der
„EANS 2016 Best Abstract Award“ ausge- European Society of Surgical Oncology ver-
zeichnet. anstaltet wird, fand vom 14.–16. Septem-
ber 2016 in Krakau, Polen, statt. MagForce
präsentierte ihre NanoTherm Therapie zur
Behandlung von Glioblastomen und ande-
ren Hirntumoren.
36.
MagForce präsentiert
beim 36. ESSO Kongress
der European Society
of Surgical OncologyRegional Expansion with a Defined Strategy 11
Highlights 2016
NOA
Die Neuroonkologische
Arbeitsgemeinschaft
der Deutschen Krebsge
#Dezember sellschaft besteht aus
renommierten Wissen
MagForce AG schaftlern und Klini
kern aus dem Gebiet
sponsort die NOA der Neuroonkologie.
Winter School 2016
vom 1.–2. Dezember in Münster und präsen-
tierte Daten auf dem SNO Annual Meeting
2016 in Arizona, USA. Die MagForce AG un-
terstützte die von der Neuroonkologischen
Arbeitsgemeinschaft veranstaltete NOA
Winter School 2016 als einer der Hauptspon-
soren. Das Team von Prof. Dr. med. Walter
Stummer, Direktor der Klinik für Neurochir-
urgie, hielt eine Präsentation basierend auf
seinen Erfolgen mit der NanoTherm Thera-
pie. Darüber hinaus präsentierte Priv-Doz.
Dr. Dr. med. Grauer, Oberarzt und Leiter des
Schwerpunkts Neuroonkologie am Univer-
sitätsklinikum Münster, ein Poster auf dem
21st Annual Meeting and Education Day of
the Society for Neuro-Oncology (SNO) in
SNO
Die Gesellschaft für
Arizona, USA. Die Daten, die in dem Poster Neuroonkologie (Society
mit dem Titel „Inflammatory response after for Neuro-Oncology, SNO)
modified NanoTherm and radiotherapy of ist eine multidisziplinäre
Organisation, die sich der
recurrent glioblastoma“ vorgestellt wurden,
Förderung von Fortschrit
deuteten darauf hin, dass, zusätzlich zur ten in der Neuroonkologie
Tumorablation, ein hohes Potenzial zur Im- durch Forschung und
munstimulation besteht. Lehre widmet.12
Highlights
2017
#April
#Januar MagForce AG veran
MagForce AG staltet Symposium
präsentiert „Fokale Glioblastom-
NanoTherm Behandlung“
auf dem WFNOS 2017 Kongress. Die Mag-
Therapie Force AG richtete im Rahmen des 5th Qua-
zur Behandlung von Hirntumoren auf dem drennial Meeting of the World Federation of
ECCO2017 vom 27.–30. Januar 2017 in Amster- Neuro-Oncology Societies (WFNOS) ein wis-
dam. Die MagForce AG war auf dem von der senschaftliches Symposium mit dem Titel
European CanCer Organisation (ECCO) vom „Focal Therapy in Glioblastoma – Current
27.–30. Januar 2017 in Amsterdam, Nieder- Status / What’s New?“ aus. Der von der Eu-
lande, veranstalteten ECCO2017 Kongress ropäischen Gesellschaft für Neuro-Onkologie
mit einem Messestand vertreten und prä- (European Association of Neuro-Oncology,
sentierte ihre NanoTherm Therapie zur Be- EANO) veranstaltete WFNOS Kongress fand
handlung von Glioblastomen und ande- vom 4.–7. Mai 2017 in Zürich, Schweiz, statt.
ren Hirntumoren. Das einstündige Lunch-Symposium umfass-
te drei Key-Note-Vorträge: Nach einer Ein-
führung zum neuesten Stand der Technik bei
der Behandlung von Gliomen durch Prof.
Weller hielt Prof. Dr. Dr. Michael Vogelbaum,
Direktor der Klinik für Neuroonkologie und
-chirurgie an der Cleveland Clinic, einen Vor-
trag über die neusten Entwicklungen bei der
fokalen Behandlung von Gliomen, und Prof.
Dr. Walter Stummer, Direktor der Klinik für
Neurochirurgie am Universitätsklinikum
Münster, sprach über neue Aspekte der
Thermotherapie bei Hirntumoren.Regional Expansion with a Defined Strategy 13
Highlights 2017
#Mai
MagForce AG infor
300Teilnehmer beim
von MagForce veran
miert über Highlights stalteten WFNOS 2017
Lunch Symposium
des Symposiums
„Fokale Glioblastom-Behandlung“ auf
dem WFNOS 2017 Kongress. MagForce AG
richtete im Rahmen des 5th Quadrennial
Meeting of the World Federation of Neu-
ro-Oncology Societies (WFNOS) ein sehr
erfolgreiches wissenschaftliches Symposi-
um mit dem Titel „Focal Therapy in Gliob-
lastoma – Current Status / What's New?“
aus. Das einstündige Lunch-Symposium,
welches drei Key-Note-Vorträge umfasste,
verzeichnete mit 300 Teilnehmern einen
Besucherrekord und erreichte eine erhöhte
internationale Aufmerksamkeit für die
NanoTherm Therapie der Gesellschaft unter
hochkarätigen Neurochirurgen sowie einer
Reihe von Kliniken aus dem europäischen
Ausland. Dies ist besonders wichtig für Mag-
Force, da die Gesellschaft die Kommerziali-
sierungsphase auf weitere Zentren in Euro-
pa ausweitet, um Patienten eine Behandlung
mit der NanoTherm Therapie in ihrem jewei-
ligen Heimatland zu ermöglichen.14
#PatientenStory
Ich heiße
Mateusz
Dobrowolski
und bin
28 Jahre alt.
Die Welt von Mateusz Dobrowolski wurde Konfrontation mit einer
auf den Kopf gestellt, als bei ihm im niederschmetternden Diagnose:
März 2013, im Alter von 24 Jahren, ein Hirn- Hirntumor
tumor festgestellt wurde. Mateusz, ein Die Diagnose war niederschmetternd: Die
vermeintlich gesunder, junger Mann, hatte Ärzte vermuteten ein Glioblastom, eine der
vor Kurzem sein Studium an der Techni- bei Erwachsenen am häufigsten auftreten-
schen Hochschule in Danzig abgeschlossen, den Form von primären Hirntumoren in fort-
führte immer einen aktiven Lebensstil und geschrittenem Stadium.
spielte Fußball in einer Amateurliga. Kurz
nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Die Ärzte gaben Mateusz noch etwa 8 Mo-
Starogard Gdański, einer kleinen Stadt im nate zu leben. Ohne zu zögern, traf die Fami-
Nordwesten Polens, wurde er nach anhal- lie die Entscheidung, dass Mateusz sich einer
tenden schweren Kopfschmerzen ins Kran- Operation unterziehen würde. Darauf folgte
kenhaus eingeliefert. Bald nachdem er sich Bestrahlung und Chemotherapie – die Stan-
dort einer Reihe diagnostischer Tests, ein- dardtherapie für die Behandlung von Glio
schließlich einer Computertomographie, blastomen. Glücklicherweise wurden bei der
unterzogen hatte, wurde die Ursache dieser Operation keine lebenswichtigen Funktionen
schweren Kopfschmerzen gefunden. beschädigt, allerdings konnte der großeRegional Expansion with a Defined Strategy 15
Patienten-Story
# Eine Woche lang hatte ich Kopf
schmerzen, aber ich nahm eine Tab
lette und der Schmerz war weg. Dann
verschlimmerten sich die Kopfschmer
zen von Tag zu Tag. Ende der Woche
konnte ich überhaupt nicht mehr
schlafen, so sehr tat es weh. Meine
Freundin hatte die Nase voll und
sagte: „Jetzt ist Schluss, wir fahren
ins Krankenhaus!“ Wer weiß, hätte
sie nicht so darauf bestanden, gäbe es
mich heute vielleicht nicht mehr.“
Tumor in Mateuszs rechtem Frontallappen Remission und Regression
nicht vollständig entfernt werden. Die Ergeb- Erfreulicherweise schien die Therapie bei
nisse der Untersuchung einer Gewebeprobe Mateusz eine nachhaltige Wirkung auf
bestätigten, dass es sich bei dem Tumor tat- den Tumor zu haben und für 2,5 Jahre nach
sächlich um ein Glioblastoma multiforme der ersten Diagnose konnte er schmerz-
vom Grad IV handelte. Dies ist ein Astrozy- und symptomfrei leben. Dann, im Dezem-
tom im am weitesten fortgeschrittenen Sta- ber 2015, zeigte sich im MRT während einer
dium, das aggressiv wächst und sich sehr routinemäßigen Nachuntersuchung ein Tu-
schnell und unregelmäßig in alle Richtungen morrezidiv. Mateusz beschloss nach War-
auf umliegendes Gewebe ausbreitet. Nach- schau zu reisen, um einen renommierten
dem Mateusz die Standardbehandlung im Neurochirurgen zu konsultieren. Dieser
Dezember 2013 abgeschlossen hatte, wiesen riet zu einer erneuten Operation und emp-
alle Nachuntersuchungen im MRT (Magnet- fahl, zusätzliches Hirngewebe zu entfer-
resonanztomographie), einschließlich der im nen. Das ist ein übliches Verfahren bei der
Juli 2015, darauf hin, dass der verbleibende Behandlung von Hirntumoren, da auch
Tumor zu schrumpfen schien. nach sehr erfolgreichen Operationen häufig16
# Nach über zweieinhalb Jahren wur-
de bei mir ein Tumorrezidiv entdeckt.
Nach so langer Zeit! Ich war bei einem
Neurochirurgen in Warschau, der
sagte, dass man den Tumor heraus-
schneiden sollte und das am besten
sicherheitshalber mit etwas gesundem
Gewebe. Als ich hörte, dass man
einen Teil meines Hirns mit Gewebe,
das nicht vom Tumor betroffen
war, herausschneiden wollte, bekam
ich etwas Angst. Was genau hieß
„etwas“? Das Hirn wollten sie mir raus-
schneiden? Das war für mich zu wenig
– das war doch genau das, was sie
zuvor schon gemacht hatten. Sollte ich
mich dann alle zwei Jahre wieder
aufschneiden lassen und eine Chemo
therapie machen, die meinen
Körper schrecklich kaputt macht?“
mikroskopisch kleine Tumorzellen zurück- Nach dem neu entdeckten Tumorrezidiv war
bleiben und in unmittelbarer Nähe der ur- es für die Familie keine Option, dieselbe Be-
sprünglichen Resektionsstelle erneut zu handlung – eine Entfernung von zusätzli-
wachsen beginnen. chem Hirngewebe – noch einmal durchzu-
führen, mitsamt den daraus resultierenden
Nicht aufgeben Risiken und Ungewissheiten. Daher wandte
Um der Angst, Sorge, Hilflosigkeit sowie sie sich wieder ihren Recherchen zu und
dem Schrecken, die die erste Diagnose im stieß erneut auf die NanoTherm Therapie,
Jahr 2013 mit sich brachte, zu begegnen, die in Deutschland nunmehr kommerziell
hatte es sich die Familie von Mateusz zum verfügbar war.
Ziel gemacht, so viel wie möglich über Glio-
me und deren Behandlungsoptionen her- NanoTherm Behandlung – eine
auszufinden. Während ihrer Recherchen neuartige Therapie, die Erkran
stießen sie auf die NanoTherm Therapie, kung zu bekämpfen
eine minimalinvasive Methode, die auf dem Die Familie reiste nach Berlin, dem nächst-
Konzept der Behandlung von Tumoren mit gelegenen Behandlungszentrum zu ih-
Hitze basierte. Deren Verbreitung steckte zu rer Heimatstadt in Polen. Glücklicherweise
jener Zeit aber noch in den Kinderschuhen. erlaubte es die Lage des Tumors, dass dasRegional Expansion with a Defined Strategy 17
Patienten-Story
Rezidiv operativ entfernt werden und ma-
gnetische Nanopartikel direkt in die ver-
bliebenen Tumorreste eingebracht werden
konnten. Mateusz unterzog sich einer wei-
teren Chemotherapie und Bestrahlung,
dieses Mal in Kombination mit der Nano-
Therm Therapie. Er wurde in sechs Sitzun-
gen im NanoActivator behandelt, jeweils
eine Stunde lang.
Bei der NanoTherm Therapie werden super-
paramagnetische Eisenoxid-Nanopartikel
direkt in einen Tumor injiziert und anschlie-
ßend in einem magnetischen Wechselfeld
erwärmt, welches durch den NanoActivator
generiert wird. Die Hitze zerstört die Tumor- # Bei allem Unglück hatte
ich riesengroßes Glück, denn von
zellen entweder direkt oder sensibilisiert sie
Anfang an hatte ich Menschen,
für jede Form einer begleitenden Therapie
die mir nahestehen, um mich
wie einer Bestrahlung und / oder Chemothe-
herum. Meine Familie hat mich
rapie, wodurch die Wirkung dieser Therapien während der ganzen Zeit unter
verstärkt wird. stützt, obwohl es manchmal
schon schwer war. Hoffnung ist da,
denn ohne sie … na ja, lohnt es
sich nicht zu leben. Und Hoffnung
Heute, mehr als 4 Jahre nach der hatte ich die ganze Zeit über
ersten Diagnose, geht es Mateusz gut. und ich hoffe immer noch, dass
Im Juni 2017 reiste er erneut für die ich die Krankheit überwinde.“
Nachuntersuchungen zu seinem Neu-
roonkologie-Spezialisten nach Berlin.
Die aktuellen Ergebnisse geben keine
Anzeichen auf ein erneutes Tumor
wachstum. Mateusz achtet natürlich
immer aufmerksam auf Symptome,
falls der Krebs zurückkehrt. Insgesamt
führt er ein gesundes Leben. Bei sei-
nem Besuch hat er sich auch mit dem
MagForce-Team getroffen und uns
über sein Wohlbefinden auf dem Lau-
fenden gehalten. Wir werden in Kürze
das ausführliche Interview auf un-
serer Website veröffentlichen. Bitte
besuchen Sie www.magforce.com.18
#Brief
an die
Aktionäre
Dr. Ben J. Lipps
Chairman & Chief
Executive Officer
Prof. Dr. Hoda Tawfik
Chief Medical Officer
Christian von Volkmann
Chief Financial OfficerRegional Expansion with a Defined Strategy 19
Brief an die Aktionäre
Sehr geehrte Aktionärinnen
und Aktionäre von MagForce,
im Laufe des Jahres 2016 und während der ersten Hälfte 2017 ist MagForce erfolgreich auf
den beiden von uns definierten Pfaden vorangeschritten:
Pfad 1: Die Behandlung von Hirntumoren in Europa
Pfad 2: Die Behandlung von intermediärem Prostatakrebs in den USA
Die Behandlung von Hirntumoren in Europa
Die MagForce AG weitet die Kommerzialisierung ihrer innovativen NanoTherm Therapie
weiter aus. Um die Patientenversorgung zu verbessern, integrieren Neurochirurgen die
NanoTherm Therapie vermehrt in ihr primäres Behandlungsschema zur Behandlung von
Hirntumoren und verzeichnen dabei immer wieder zusätzliche medizinische Nutzen.
MagForce präsentierte sich auf zahlreichen anerkannten Konferenzen und Kongressen,
was den Bekanntheitsgrad unserer einzigartigen Therapie bei den wichtigsten Zielgruppen
wie medizinischen Fachkreisen, Patientenvereinigungen, Patienten und Angehörige sowie
Pflegepersonal erhöht. Wir bekommen zunehmend positive Rückmeldungen von Patienten
zu unserer NanoTherm Therapie – ein Beispiel eines solchen Patientenberichts können Sie
auf Seite 14 lesen.
2016 haben wir die Implementierung des grenzübergreifenden Erstattungsprozesses
weiter beschleunigt. Das Zeitfenster, in dem eine Behandlung durchgeführt werden muss,
ist aufgrund der Aggressivität von Glioblastomen jedoch sehr begrenzt. Unser Ziel ist es,
dass mehr Patienten von den Vorteilen einer Behandlung mit unserer NanoTherm Therapie
profitieren können und sie gemeinsam mit ihren Neurochirurgen NanoTherm möglichst
schnell nach der Diagnose des Tumors als Behandlung in Erwägung ziehen. Daher arbeiten
wir weiter daran, das Wissen über den Wert unserer Therapie in medizinischen Fachkreisen
zu verbreiten. Gleichzeitig sind wir dabei, die Kostenerstattung für unsere NanoTherm
Therapie in unserem Heimatmarkt Deutschland zu erhalten.20
Die Behandlung von intermediärem Prostatakrebs in den USA
In den USA hat die MagForce USA, Inc. einen Antrag zur Genehmigung der Durchführung
einer klinischen Studie („Investigational Device Exemption“, IDE) bei der US-amerikanischen
Regulierungsbehörde FDA („Food and Drug Administration“) für die NanoTherm Therapie
zur Behandlung von intermediärem Prostatakrebs eingereicht. Im Laufe des vergangenen
Jahres wiederholte und aktualisierte MagForce USA seine präklinischen Studien (die vor
ungefähr zehn Jahren in Deutschland durchgeführt wurden) mit dem NanoActivator Gerät,
das im Jahr 2015 an der Universität von Washington installiert wurde.
Die Ergebnisse dieser präklinischen Studien und das vorgeschlagene Prüfprotokoll für die
klinische Studie wurden Ende des vierten Quartals 2016 bei der FDA eingereicht. Anfang
Januar 2017 fand ein persönliches Folgetreffen mit Vertretern der FDA statt, um die ein-
gereichten Unterlagen von MagForce zu besprechen und festzustellen, ob weiterer
Klärungsbedarf besteht. Auch dieses Meeting verlief sehr produktiv. MagForce geht davon
aus, die Fragen der Behörde zufriedenstellend beantworten zu können.
In Kürze wird voraussichtlich ein weiteres persönliches Treffen mit der FDA stattfinden,
um festzustellen, ob die Behörde unseren vorgeschlagenen Ansatz, ihre Anliegen zu ad-
ressieren, akzeptiert.
Von zentraler Bedeutung für das Erreichen unserer Ziele ist es, unsere klinischen Behand-
lungszentren einzurichten und die notwendigen Zulassungen der Behörden zu erhalten.
Wir haben die Installation eines NanoActivator Geräts an unserem zweiten Studienzentrum
am CHRISTUS Santa Rosa Hospital – Medical Center in San Antonio, Texas, abgeschlossen.
Obwohl wir aktuell etwa sechs Monate hinter unserem Plan liegen, sind wir weiterhin
zuversichtlich und arbeiten engagiert daran, unsere ursprünglichen Ziele hinsichtlich des
für 2018 geplanten Markteintritts und der Kommerzialisierung der NanoTherm Therapie
in den USA zu erreichen.
Finanzierung
Wie in der Vergangenheit erwähnt, hat das Management von MagForce einige Finanzie-
rungsoptionen verfolgt, um unsere Expansionsziele zu erreichen.Regional Expansion with a Defined Strategy 21
Brief an die Aktionäre
Am 28. Juni 2017 haben wir eine Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital beschlossen
und erfolgreich durchgeführt. Das Grundkapital der Gesellschaft wird durch Ausgabe
von 720.461 neuen auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien von derzeit
EUR 25.622.711,00 auf dann EUR 26.343.172,00 erhöht. Die neuen Aktien wurden im
Rahmen einer Privatplatzierung sämtlich von der in London ansässigen M&G International
Investments Ltd. zu einem Preis von EUR 6,94 gezeichnet. Der Bruttoemissionserlös für
MagForce beträgt EUR 5,0 Millionen.
Mit dem Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung, der natürlich auch die Eigenkapitalbasis
des Unternehmens stärkt, soll vor allem das weitere Wachstum sowie die Beschleunigung
unserer regionalen Expansion, insbesondere in Europa, finanziert werden:
Wir haben einen Roll-out-Plan für Europa entwickelt, der zusätzliche Behandlungszentren
in ausgewählten europäischen Ländern vorsieht – so können wir Patienten eine Therapie
in ihren Heimatländern ermöglichen. Von diesem Ansatz versprechen wir uns Vorteile
hinsichtlich einer zeitnahen Verfügbarkeit unserer NanoTherm Therapie. Darüber hinaus
bereiten wir die Kostenerstattung für unsere NanoTherm Therapie in ausgewählten eu-
ropäischen Ländern, in denen MagForce über eine CE-Zertifizierung für die Behandlung
von Hirntumoren verfügt, vor. Unsere Teams haben bereits die Länder und Kliniken identi
fiziert, die sich unter kommerziellen sowie medizinischen Gesichtspunkten zur Einrichtung
von NanoTherm Behandlungszentren eignen.
Aufgrund der besonders guten Behandlungsergebnisse ist MagForce zuversichtlich, dass
die europäische Markteinführung in Kombination mit der Genehmigung der Kostenerstat-
tung in den relevanten Ländern einen nachhaltig positiven Einfluss auf die Entwicklung
von Umsatz und Profitabilität haben wird.
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, wir möchten Ihnen für Ihre anhaltende Unter-
stützung unserer Arbeit vielmals danken.
Mit den besten Grüßen
Dr. Ben J. Lipps
Vorstandsvorsitzender22
Regional Expansion
#Europa
Berlin
#USA
Santa AnaRegional Expansion with a Defined Strategy 23
Update Europa
#Update
Europa
Die Behandlung von Hirntumoren in Europa
Die MagForce AG weitet die Kommerzialisierung ihrer innovativen NanoTherm Therapie
weiter aus. In der ersten Phase der Umsetzung unserer Strategie haben wir erfolgreich
NanoActivator Geräte in Deutschland installiert. Im Mai 2016 gaben wir bekannt, dass nun
auch die Vivantes Klinik für Neurochirurgie in Friedrichshain, Berlin, die NanoTherm The-
rapie zur kommerziellen Behandlung anbietet. Neurochirurgen und Radiologen sind mit
unserer NanoTherm Therapie und ihrer Anwendbarkeit vertraut geworden.
Deutlich erhöhter Bekanntheitsgrad von MagForces einzigartiger NanoTherm
Therapie treibt Kommerzialisierung voran
2016 präsentierte MagForce auf zahlreichen international anerkannten medizinischen
Konferenzen und Kongressen: darunter die der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie
(DGNC) in Frankfurt, der European Association of Neurosurgical Societies (EANS) in Athen,
Griechenland, der European Society of Surgical Oncology (ESSO) in Krakau, Polen, der 13.
AIO-Herbstkongress in Berlin, der Society for Neuro-Oncology (SNO) in Scottsdale, Arizo-
na, USA, und die NOA Winter School 2016 in Münster. MagForces Teilnahme an diesen
Konferenzen und Kongressen trägt dazu bei, den Bekanntheitsgrad unserer einzigartigen
Therapie bei den wichtigsten Zielgruppen – Patientenvereinigungen, Patienten und An-
gehörige, Pflegepersonal und die medizinischen Fachkreise – zu erhöhen.
Um die Patientenversorgung zu verbessern, integrieren Neurochirurgen die NanoTherm
Therapie vermehrt in ihr übliches Behandlungsschema zur Behandlung von Hirntumoren.
Dabei verzeichnen sie fortwährend verschiedene zusätzliche medizinische Nutzen. Ent-
sprechende positive Erkenntnisse wurden zum Beispiel in unserer Pressemitteilung vom
2. Dezember 2016 beschrieben.
Auch von Patienten bekommen wir zunehmend positive Rückmeldungen zu unserer Nano-
Therm Therapie. Einer der Betroffenen berichtet in einem Video auf unserer Website und
in diesem Bericht auf Seite 14 über seine Erfahrungen. Beispiele wie dieses sind eine wich-
tige Antriebskraft für unsere Arbeit und für die weitere Kommerzialisierung unserer inno-
vativen Therapie.24
Europäischer Roll-out bietet Vorteile hinsichtlich
der Kostenerstattung und zeitnahen Verfügbarkeit
der NanoTherm Therapie
MagForce plant bis zum Jahr 2021 in Deutschland und
fünf weiteren EU-Ländern zusätzliche NanoActivator
Geräte zu installieren sowie entsprechende Anträge
für die Kostenerstattung durchzusetzen. Dies ist ein
weiterer wichtiger Schritt, um die NanoTherm Therapie
als anerkanntes medizinisches Therapieverfahren zu
etablieren, das von Krankenversicherungen und Kos-
tenträgern unterstützt wird.
Unser Ziel ist es, dass mehr Patienten von den Vorteilen einer Behandlung mit unserer
NanoTherm Therapie profitieren können und sie gemeinsam mit ihren Neurochirurgen
NanoTherm möglichst schnell nach der Diagnose des Tumors als Behandlung in Erwägung
ziehen. Daher arbeiten wir weiter daran, das medizinische Bewusstsein für den Wert un-
serer Therapie zu erhöhen. So haben wir unser kommerzielles Patientenprogramm mit der
Einstellung eines erfahrenen „Commercial Development Teams“ ausgeweitet, das sich vor
allem auf Deutschland und seine Nachbarländer fokussiert.
Wir haben einen Roll-out-Plan für Europa entwickelt, der zusätzliche Behandlungszentren
in ausgewählten europäischen Ländern vorsieht – so können wir Patienten eine Therapie in
ihren Heimatländern ermöglichen. Von diesem Ansatz versprechen wir uns neben der zeit-
nahen Verfügbarkeit unserer NanoTherm Therapie auch Vorteile hinsichtlich der Kostener-
stattung. Das Zeitfenster, in dem eine Behandlung durchgeführt werden muss, ist aufgrund
der Aggressivität von Glioblastomen sehr begrenzt. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Kos-
tenerstattung für unsere NanoTherm Therapie in Deutschland zu erhalten. Da MagForce
über eine EU-weite CE-Zertifizierung für die Behandlung von Hirntumoren verfügt, sind
ähnliche Prozesse für ausgewählte europäische Länder in Vorbereitung. Unser Team hat
bereits die Länder und Kliniken identifiziert, die sich unter kommerziellen sowie medizini-
schen Gesichtspunkten zur Einrichtung von NanoTherm Behandlungszentren eignen.Regional Expansion with a Defined Strategy 25
Update Europa
Bei der Ausweitung unserer Kommerzialisierungsaktivitäten auf weitere europäische Zen-
tren ist es besonders ermutigend, dass unser wissenschaftliches Symposium im Mai 2017
im Rahmen des 5th Quadrennial Meeting of the World Federation of Neuro-Oncology
Societies (WFNOS) mit dem Titel „Focal Therapy in Glioblastoma – Current Status / What's
New?“ mit über 300 Teilnehmern einen Besucherrekord sowie erhöhtes internationales
Interesse an unserer NanoTherm Therapie verzeichnete. Unter den Besuchern waren hoch-
karätige Neurochirurgen sowie eine Reihe von Kliniken aus dem europäischen Ausland.
Auf Basis der oben genannten erfreulichen medizinischen Befunde, dem zunehmenden
Bekanntheitsgrad unseres Therapieansatzes sowie der erwarteten Erstattungszulassung
in ausgewählten EU-Ländern sollte noch mehr Patienten, die nach Behandlungsalterna-
tiven für diese verheerende Krankheit suchen, Zugang zu unserer wertvollen Therapie
ermöglicht werden. Das Management ist zuversichtlich, dass die im Jahr 2017 beginnende
europäische Expansion die Generierung von Umsätzen und Erträgen in Europa beschleu-
nigen wird.26
#Update
USA
Die fokale Behandlung von intermediärem Prostatakrebs in den USA
In den USA hat die MagForce USA, Inc. 2015 einen Antrag zur Genehmigung der Durch-
führung einer klinischen Studie („Investigational Device Exemption“, IDE) bei der
US-amerikanischen Regulierungsbehörde FDA („Food and Drug Administration“) für die
NanoTherm Therapie zur Behandlung von Prostatakrebs mit mittlerem Risiko einge-
reicht. Ziel der frühzeitigen Einreichung des Antrags war es, von der FDA Empfehlungen
bezüglich der aus ihrer Sicht erforderlichen präklinischen Studien zu erhalten, um so den
Start der klinischen Studien für die Zulassung unserer innovativen und wertvollen Nano-
Therm Therapie zu ermöglichen.
Auf Empfehlung der FDA wiederholte und aktualisierte MagForce USA im Laufe des ver-
gangenen Jahres präklinische Studien, die vor ungefähr zehn Jahren in Deutschland durch-
geführt wurden, es wurden alle früheren Biokompatibilitäts-Studien wiederholt. Ziel war
es, die Toxizität zu bewerten sowie zu untersuchen, ob MagForces Nanopartikel nach der
Injektion in die Prostata im Körper wandern. Auch diese neuen Studien belegten erneut,
dass die Nanopartikel nicht toxisch sind und am Ort der Applikation verbleiben.
Die Ergebnisse dieser präklinischen Studien und das vorgeschlagene Prüfprotokoll für
die klinische Studie wurden gegen Ende des vierten Quartals 2016 bei der FDA einge-
reicht. Anfang Januar 2017 fand ein persönliches Folgetreffen mit Vertretern der FDA
statt, um die eingereichten Unterlagen von MagForce zu besprechen und festzustellen,
ob weiterer Klärungsbedarf besteht. Auch dieses Meeting verlief sehr produktiv. Mag-
Force geht davon aus, die Fragen der Behörde zufriedenstellend beantwortet zu haben,
und bleibt in engem Kontakt mit der FDA, um alle weiteren Anforderungen zu erfüllen.
Wir sind weiterhin zuversichtlich und arbeiten engagiert daran, unsere ursprünglichen
Ziele hinsichtlich des für 2018 geplanten Markteintritts und der Kommerzialisierung der
NanoTherm Therapie in den USA zu erreichen. Dafür ist es von zentraler Bedeutung,
unsere klinischen Behandlungszentren einzurichten und die notwendigen Zulassungen
für die Behandlung von Patienten zu erhalten.Regional Expansion with a Defined Strategy 27
Update USA
2015 hatten wir erfolgreich den ersten klinischen US-NanoActivator in Seattle, Was-
hington, in unmittelbarer Nähe zum Medical Center der University of Washington, auf-
gestellt. Er ist einsatzbereit und wird für die Zulassungsstudie zur fokalen Thermoab-
lation von Prostakrebs genutzt werden, für den wir den IDE-Antrag eingereicht haben.
Wir freuen uns, dass wir zusätzlich zu unserem führenden Studienzentrum in Seattle
ein zweites geplantes Zentrum identifiziert haben, das exklusiv an den zulassungsre-
levanten klinischen Studien teilnehmen wird.
Unser zweites Studienzentrum befindet sich im CHRISTUS Santa Rosa Hospital – Medical
Center in San Antonio, Texas. Dr. med. Ian M. Thompson Jr., unser Co-Studienleiter, hat
neben seinen vielfältigen Zuständigkeitsbereichen jüngst die Funktion als „President“
des CHRISTUS Santa Rosa Hospital – Medical Center übernommen. Dieses klinische
Studienzentrum wird sowohl als Büro für die klinische Studie als auch als Behandlungs-
zentrum mit einem NanoActivator dienen.
CHRISTUS Health ist eine internationale gemeinnützige Gesund-
heitsorganisation, die sich auf den katholischen Glauben stützt
und mehr als 600 Service-Betriebe und Einrichtungen umfasst,
darunter über 60 Krankenhäuser und Langzeitpflegeeinrichtun-
gen sowie 350 Kliniken und Ambulanzzentren – ein idealer Part-
ner für MagForce.
Im Laufe des Jahres 2016 haben die MagForce AG und die MagForce
USA, Inc. mit der Entwicklung eines ambulanten NanoActivator
Geräts zur fokalen Behandlung von Prostatakrebs begonnen.28
Investor Relations
MagForce-Aktie
Am 30. Dezember 2016 schloss die MagForce-Aktie (MF6.DE) bei EUR 4,55. Im Laufe des
Geschäftsjahres lag das Hoch der Aktie bei EUR 5,70 und das Tief bei EUR 3,75. Die Markt-
kapitalisierung der Gesellschaft betrug zum Ende der Berichtsperiode EUR 116,56 Mio,
gegenüber EUR 135,80 Mio. zu Beginn des Jahres. Sie stieg zum 15. Juni 2017, vor Veröf-
fentlichung dieses Berichts, signifikant auf EUR 197,30 Mio. Das durchschnittliche tägliche
Handelsvolumen der MagForce-Aktie auf XETRA lag im Jahr 2016 bei 15.642 Aktien.
MagForce Kursentwicklung
Aktienkurs (Mai 2013 bis Juni 2017 in Prozent) MagForce
TechDax
Dax
Subsector
400 400 % MedTech
350 350 %
300 300 %
250 250 %
200 200 %
150 150 %
100 100 %
50 50 %
Mai 2013 Nov. 2013 Mai 2014 Nov. 2014 Mai 2015 Nov. 2015 Mai 2016 Nov. 2016 Mai 2017Regional Expansion with a Defined Strategy 29
Investor Relations
Kennzahlen MagForce-Aktie
Anzahl der ausstehenden Aktien zu Beginn der Berichtsperiode 25.622.711
Anzahl der ausstehenden Aktien zum Ende der Berichtsperiode 25.622.711
Streubesitz 70 %
18-Monats-Hoch (XETRA) in EUR 8,90
18-Monats-Tief (XETRA) in EUR 3,75
Kurs zu Beginn der Berichtsperiode (XETRA) in EUR 5,30
Kurs zum Ende der Berichtsperiode (XETRA) in EUR 4,55
Kurs zum 15. Juni 2017 (XETRA) in EUR 7,70
Marktkapitalisierung zu Beginn der Berichtsperiode (Mio. EUR) 135,80
Marktkapitalisierung zum Ende der Berichtsperiode (Mio. EUR) 116,56
Marktkapitalisierung am 15. Juni 2017 (TEUR) 197,30
Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen in der Berichtsperiode (XETRA) 15.642
Durchschnittliches tägliches Handelsvolumen bis 15. Juni 2017 (XETRA) 22.763
Transparente Kommunikation für eine faire Bewertung
Wie in der Vergangenheit arbeitet das Unternehmen weiterhin daran, die Bekanntheit
der eigenen Aktie unter den Kapitalmarktteilnehmern zu erhöhen. Dabei wird großer Wert
auf eine regelmäßige Kommunikation mit den Aktionären gelegt. Ziel ist es, die strate-
gische Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens verlässlich und transparent zu
kommunizieren und damit das Vertrauen der Anleger in MagForce zu stärken sowie eine
faire Bewertung der Aktie zu erreichen. Die MagForce-Aktie ist seit März 2017 im neuen
„Scale“-Segment für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Deutschen Börse ge
listet. Scale ersetzt den Entry Standard für Aktien und Unternehmensanleihen, in welchem
die MagForce-Aktie zuvor notiert war.
Außerhalb der Hauptversammlung präsentierte sich das Management auf zahlreichen re-
nommierten Investorenkonferenzen in Europa und den USA. Im Rahmen dieser Veranstal-
tungen und während internationaler Roadshows hat MagForce eine Vielzahl an Einzelge-
sprächen mit bestehenden sowie potenziellen neuen, internationalen Investoren geführt.30
In der ersten Häfte des Jahres 2017 hat sich MagForce auf folgenden Konferenzen präsen-
tiert: DVFA Frühjahrskonferenz 2017 in Frankfurt, Goldman Sachs European Small & Mid-
Cap Symposium in London, Großbritannien, Berenberg European Conference USA 2017 in
Tarrytown, USA, und Deutsche Bank 20th Annual dbAccess German, Swiss & Austrian
Conference in Berlin.
Im zweiten Halbjahr 2017 wird sich MagForce auf diesen Konferenzen präsentieren: Be-
renberg & Goldman Sachs European Medtech & Healthcare Services Conference 2016 in
London; Berenberg and Goldman Sachs Fifth Annual German Corporate Conference in
München; und auf dem Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt.
Die Aktionäre wurden über aktuelle Entwicklungen in Aktionärsbriefen informiert, und
mehrere Research-Häuser haben Coverage-Updates veröffentlicht.
Research-Coverage
letzte
Institut Aktualisierung Kursziel in EUR
GBC Investment Research März 2017 13,90
Edison Investment Research Mai 2017 8,80
Hauck & Aufhauser Oktober 2016 14,90
Berenberg Juli 2016 8,40
Directors’ Dealings
Im Laufe des Jahres 2016 hat der Vorstandsvorsitzende der MagForce AG, Ben J.Lipps,
seine Anteile an der Gesellschaft durch den Erwerb weiterer Aktien im Gesamtvolumen
von EUR 237.112 in sechs verschiedenen Transaktionen erhöht und damit sein Vertrauen in
das Unternehmen und das zukünftige Wachstum ausgedrückt. Nach Abschluss der Be-
richtsperiode investierte Herr Lipps weitere EUR 118.064.
Den Grundstein für die künftige Entwicklung legen
Das Management von MagForce verfolgt auch weiterhin Finanzierungsoptionen, um die
für Europa gesteckten Expansionsziele zu erreichen. Um die Liquidität weiter zu stärken
und die Entwicklung neuer Produkte über 2017 hinaus zu ermöglichen, haben wir zusätz-
lich eine dreijährige Wandelanleihe ausgegeben. Die Produktentwicklung soll unter
anderem den Grundstein dafür legen, MagForces Therapie auf zusätzliche Tumorindika-
tionen – wie Hirnmetastasen – auszuweiten und unsere Nanopartikel als Wirkstoff-Ver-
abreichungssystem zu nutzen. Die Wandelanleihe in Höhe von EUR 5 Mio. zu einemRegional Expansion with a Defined Strategy 31
Investor Relations
Zinssatz von 5 Prozent p. a. und einem Wandlungspreis von EUR 5,00 / Aktie wurde an
eine von Lansdowne Partners Austria verwaltete Investmentgesellschaft ausgegeben.
Weiterhin wurde am 28. Juni 2017 eine Kapitalerhöhung beschlossen und erfolgreich durch-
geführt. Das Grundkapital der Gesellschaft wird daher durch Ausgabe von 720.461 neuen
auf den Inhaber lautenden nennwertlosen Stückaktien von EUR 25.622.711,00 auf
EUR 26.343.172,00 erhöht. Die neuen Aktien mit Gewinnberechtigung ab dem 1. Januar
2016 wurden im Rahmen einer Privatplatzierung sämtlich von der in London ansässigen
M&G International Investments Ltd. zu einem Preis von EUR 6,94 je Aktie gezeichnet.
Der Bruttoemissionserlös für MagForce beträgt EUR 5,0 Millionen. Das zusätzliche Kapital
wird hauptsächlich zur Beschleunigung der internationalen Expansion von MagForce, ins-
besondere in Europa, eingesetzt.32
Bericht des Aufsichtsrats
Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres durch schriftliche und mündliche
Berichte regelmäßig über den Gang der Geschäfte und die Ertragslage des Unternehmens
unterrichten lassen.
Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung laufend überwacht. In vier Sitzungen des Ge-
schäftsjahres 2016 wurden alle Geschäftsvorfälle und anstehenden Entscheidungen, die nach
Gesetz und der Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, ausführlich behandelt.
An diesen Sitzungen haben sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats teilgenommen.
Schwerpunktmäßig wurden in den Sitzungen des Aufsichtsrats die Sicherung der finan-
ziellen Ausstattung der Gesellschaft, die operative und strategische Entwicklung der
Gesellschaft sowie die damit in Zusammenhang stehenden Maßnahmen erörtert. Wie
im Vorjahr wurde detailliert über den Ausbau der Kommerzialisierung der NanoTherm
Therapie und die schnellere Verbreitung der Therapie auch in den USA diskutiert. Die
Entwicklung und die Unternehmensplanung waren jeweils quartalsmäßig Gegenstand
der Erörterung von Vorstand und Aufsichtsrat.
In den Sitzungen wurden unter anderem die nachfolgenden Themen erörtert bzw. fol-
gende Beschlüsse gefasst:
In der Aufsichtsratssitzung am 8. April 2016 wurden das Update über das operative
Geschäft der Gesellschaft und der MagForce USA Inc., den klinischen und finanziellen
Sektor inbegriffen, sowie das vorläufig benötigte Budget und der Cashflow im Geschäfts-
jahr 2016 besprochen. Das vorgestellte Budget für 2016 wurde verabschiedet und eine
Prognose für das Geschäftsjahr 2017 vorgestellt.
In seiner Sitzung vom 9. Juni 2016 wurde dem Aufsichtsrat ein konkreter Überblick zum
Jahresabschluss 2015, einschließlich des Prüfungsberichts und des Bestätigungsver
merkes, gegeben.
In der Niederschrift über die Beschlussfassung des Aufsichtsrats vom 29. Juni 2016 wurde
der Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 gebilligt und somit festgestellt.
In der Aufsichtsratssitzung vom 9. Dezember 2016 wurden dem Aufsichtsrat die aktuelle
Geschäftslage zum Geschäftsjahr 2016, der Verhandlungsstand über die Darlehensfinan-
zierung, sowie die medizinischen Schwerpunkte im Folgejahr präsentiert.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand in ständigem Kontakt mit den Mitgliedern des
Vorstands. Dabei wurden Fragen der Unternehmensstrategie, Geschäftsentwicklung,
Patentfragen, Rechtsstreitigkeiten und wichtige Vorfälle des Unternehmens besprochen.Regional Expansion with a Defined Strategy 33
Bericht des Aufsichtsrats
Außerdem hat der Aufsichtsrat mit dem Vorstand wichtige strategische Projekte erörtert.
Gegenstand waren wie in den Vorjahren die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und
Konzepte für das zukünftige Wachstum des Unternehmens.
Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 und der Lagebericht
über das Geschäftsjahr 2016 wie auch die Buchführung wurden durch die von der Hauptver-
sammlung zum Abschlussprüfer gewählte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young
GmbH, Berlin, geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 und den Lagebericht des
Vorstands über das Geschäftsjahr 2016 ebenfalls sorgfältig geprüft. Der Abschlussprüfer
hat an der Beratung des Jahresabschlusses am 30. Juni 2017 teilgenommen und für ergän-
zende Auskünfte zur Verfügung gestanden.
Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden jedem
Aufsichtsratsmitglied fristgerecht zur Prüfung ausgehändigt.
Der Aufsichtsrat hat von seinem Recht Gebrauch gemacht, Einsicht in die Bücher und
Schriften der Gesellschaft zu nehmen, insbesondere durch Vorlage von bedeutenden Ein-
zelverträgen, auch unabhängig von ihrer Zustimmungsbedürftigkeit. Geschäfte, die auf-
grund gesetzlicher oder satzungsmäßiger Bestimmung der Genehmigung des Aufsichts-
rats bedürfen, hat der Aufsichtsrat geprüft und über seine Zustimmung entschieden.
Die Berichte des Abschlussprüfers haben wir zustimmend zur Kenntnis genommen. Das
abschließende Ergebnis unserer eigenen Prüfung entspricht vollständig dem Ergebnis der
Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat sieht keinen Anlass, Einwendungen zu erheben.
Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss zum 31. Dezem-
ber 2016 in der Sitzung vom 30. Juni 2017 gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.
Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für
ihren großen persönlichen Einsatz und die im Geschäftsjahr 2016 geleistete Arbeit, insbe-
sondere in Hinblick auf die Kommerzialisierung der NanoTherm Therapie und den uner-
müdlichen Einsatz für die Weiterentwicklung und Verbreitung neuer Therapieformen zur
Bekämpfung von Krebs.
Berlin, den 30. Juni 2017
Der Aufsichtsrat
Norbert Neef
AufsichtsratsvorsitzenderLagebericht
35 Geschäfts- und Rahmenbedingungen
35 Überblick über das Unternehmen
35 Gesamtwirtschaftliche Situation
36 Markt- und Branchenumfeld
38 Entwicklung des Unternehmens im Geschäftsjahr
40 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
40 Ertragslage
41 Nicht-HGB-Kennzahlen
42 Nicht-HGB-Kennzahlen Überleitung
42 Vermögenslage
43 Finanzlage
43 Finanzlage der Gesellschaft nach dem Stichtag
44 Vergleich der aktuellen Ertrags-, Vermögens-
und Finanzlage mit der Vorjahresprognose
44 Gesamtaussage zur Ertrags-, Vermögens-
und Finanzlage
45 Forschung und Entwicklung
46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
46 Chancen- und Risikobericht
46 Chancen
47 Risiken
51 Prognosebericht
55 NachtragsberichtLagebericht 35
Geschäfts- und Rahmenbedingungen
Geschäfts- und
Rahmenbedingungen
Überblick über das Unternehmen
Die MagForce AG ist ein führendes Unternehmen auf dem Gebiet der nanotechnologisch
basierten Krebstherapie und das erste Unternehmen weltweit, das die europäische Zu-
lassung für ein Medizinprodukt mit Nanopartikeln erhalten hat. Die neuartige Therapie
steht Patienten derzeit in NanoTherm Therapiezentren in Deutschland zur Verfügung. Die
Errichtung weiterer NanoTherm Therapiezentren in Europa ist geplant.
Die mehrheitlich gehaltene US-amerikanische Tochtergesellschaft MagForce USA, Inc.,
mit Sitz in Nevada wurde gegründet, um die NanoTherm Therapie zur Behandlung von
Gehirntumoren und Prostatakrebs in den USA zu entwickeln und später in den amerika-
nischen Markt einzuführen.
Gesamtwirtschaftliche Situation
Laut dem Jahresgutachten 2016 / 2017 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde auch im Jahr 2016 ein moderates Wachstum
der Weltkonjunktur verzeichnet, welches allerdings zahlreichen Risiken und politischen
Unsicherheiten ausgesetzt war, wie z. B. dem Brexit-Votum, Turbulenzen auf den Finanz-
märkten und dem schwierigen Transformationsprozess in China. Ein moderates Wachstum
der Weltwirtschaft wird auch für 2017 prognostiziert. Die zahlreichen geldpolitischen Im-
pulse aller großen Zentralbanken lassen allerdings Zweifel an der Nachhaltigkeit aufkom-
men. Die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts im Euroraum bleibt mit 1,6 Prozent in
2016 bzw. prognostizierten 1,4 Prozent in 2017 relativ stabil. Aufgrund des Endes des Öl-
preisrückgangs in 2016 wird mit einer Steigerung der Inflationsrate von 0,2 Prozent in 2016
auf 1,3 Prozent in 2017 gerechnet.
Mit einer Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts von überdurchschnittlichen
1,9 Prozent hat der Aufschwung der deutschen Wirtschaft auch in 2016 angehalten. Für
2017 rechnet der Sachverständigenrat nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von
1,3 Prozent, das sich allerdings durch einen Kalendereffekt aufgrund der höheren Anzahl an
Feiertagen in 2017 erklärt. Die Grundtendenz der deutschen Konjunkturentwicklung bleibt
aber auch in 2017 aufwärtsgerichtet. Die Impulse des sich fortsetzenden Aufschwungs
kommen nach wie vor durch eine spürbare Ausweitung des Privatkonsums und des Woh-
nungsbaus. Das spiegelt sich auch in der weiterhin guten Verfassung des Arbeitsmarktes36
und der höheren Reallöhne wider. Für die Ausfuhren ist, aufgrund der nur moderaten Er-
holung der Weltkonjunktur, mit keiner deutlichen Wachstumsbeschleunigung zu rechnen.
Markt- und Branchenumfeld
Die MagForce AG ist im Medizinproduktemarkt aktiv und konzentriert sich derzeit auf die
Kommerzialisierung ihrer NanoTherm Therapie in den Hirntumor-Indikationen in Europa
und die Entwicklung der NanoTherm Therapie für die Indikation Prostatakrebs in den USA.
Die erwarteten jährlichen Kosten für das Gesundheitssystem und die Arbeitswelt liegen
für die medizinische Behandlung in diesen Indikationen bei EUR 15 Mrd. für Prostatakrebs
und bei EUR 2 Mrd. für Hirntumore. Durch den Anstieg der Zahl an Krebspatienten wird
davon ausgegangen, dass sich diese Kosten in den nächsten Jahren deutlich erhöhen.
Krebs, insbesondere Glioblastom, Prostatakarzinom und ihre Therapien
Glioblastom
Das Glioblastom ist der häufigste und bösartigste Gehirntumor; er betrifft hauptsächlich
Erwachsene. Die WHO (World Health Organization) stuft das Glioblastom aufgrund der
sehr schlechten Prognose und der sehr schwierigen bzw. Nicht-Therapierbarkeit in die
höchste Kategorie, als Grad IV, ein. Das Glioblastom ist operativ nicht heilbar und weitest-
gehend resistent gegen Bestrahlung und Chemotherapie.
In Deutschland werden jedes Jahr über 7.000 Personen mit Gehirntumoren diagnostiziert,
Tendenz weiter steigend, davon rund 3.800 mit Glioblastom. Das entspricht ungefähr
1,4 Prozent aller Krebserkrankungen. Damit gehört das Glioblastom zu den selteneren Tu-
morerkrankungen. In Europa werden jährlich etwa 13.000 Glioblastom-Fälle pro Jahr er-
fasst, in den USA sind es rund 10.000. (IARC: GLOBOCAN 2012. Estimated Cancer Inciden-
ce, Mortality and Prevalence Worldwide)
Die konventionelle Krebstherapie für das neu diagnostizierte Glioblastom sieht zunächst
die operative Entfernung des Glioblastoms vor. Im Anschluss wird eine adjuvante Strahlen-
und Chemotherapie mit Temozolomid (z. B. Merck, Temodar ®/ Temodal®, Generika) ange-
wendet. Es gibt nur wenige zugelassene Medikamente oder Medikamente in späteren Ent-
wicklungsphasen für die Glioblastom-Therapie. In den letzten Jahren haben diverse
Medikamente in ihren Phase-III-Studien nicht das für eine Zulassung notwendige
Ergebnis erreicht. Im März 2016 ist erneut ein vielversprechendes Immuntherapeutikum
gescheitert. Die Verwendung des in den USA für das Glioblastom-Rezidiv zugelasse-
nen Angiogenese-Hemmers Bevacizumab (Roche / Genentech / Chugai, Avastin®) fin-
det in Europa und den USA aufgrund des nicht nachgewiesenen Überlebensvorteils ausSie können auch lesen