SAP-Partner Spezialausgabe: Anbieter Produkte Trends - IT&Production Mai 2018

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SAP-Partner Spezialausgabe: Anbieter Produkte Trends - IT&Production Mai 2018
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                                                          Das
                                                     Industr
                                                             ie 4.0
                                                       Magaz
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                                 Spezialausgabe:
                                 SAP-Partner

                                  Anbieter    Produkte          Trends
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Freigelände
                                                Grußwort von Christian Mehrtens, SAP
Stand P44

                                                ERP und das Internet der Dinge
                                                                                                                                             Die digitale Transformation
                                                                                                                                             bringt spannende Technologien
                                                                                                                                             und Anwendungen mit enor-
                                                                                                                                             mem Potenzial hervor. Damit In-
                                                                                                                                             novationen wie das Industrial
                                                                                                                                             Internet of Things ihren vollen
                                                                                                                                             Nutzen entfalten, dürfen sie
                                                                                                                                             nicht in Silos operieren, sondern
                                                                                                                                             müssen zusammenspielen. Beide
Bild: SAP Deutschland SE & Co. KG

                                                                                                                                             Welten zu vereinen, stellt An-
                                                                                                                                             wender sowie deren System-
                                                                                                                                             und Lösungslieferanten vor He-
                                                                                                                                             rausforderungen. Doch auch
                                    SAP Leonardo stellt Bausteine für unterschiedliche IoT-Anwendungsfelder bereit, etwa für die Fertigung
                                                                                                                                             dafür gibt es eine Lösung, wie
                                    und den Handel.                                                                                          Beispiele aus der Praxis zeigen.

                                                D
                                                         as Internet der Dinge (Internet           zentren erfassen, haben allein für sich        Thema KI. Als Bindeglied zwischen der
                                                         of Things, IoT) ist zweifellos            genommen noch keinen Mehrwert. Erst            ERP- und IoT-Welt ist jeweils eine spezielle
                                                         dabei, die Welt zu erobern – das          in größerem Kontext bringen sie einen          Komponente erforderlich. Bei SAP Leo-
                                                gilt auch für Fertigungsumgebungen. So             Nutzen, wenn sie etwa in ein Enterprise        nardo übernimmt Leonardo Bridge diese
                                                entfielen nach Angaben des Marktfor-               Resource Planning(ERP)-System oder in          Aufgabe. Sie bringt IoT-Sensordaten mit
                                                schungshauses IDC im ersten Halbjahr               eine Anwendung für Customer Relati-            Geschäftsprozessen in Einklang, egal, ob
                                                zirka 17 Prozent der weltweiten Ausga-             onship Management (CRM) überführt              diese auf Systemen von SAP oder anderen
                                                ben im Bereich IoT auf diese Industrie.            und dort weiterverarbeitet werden.             Anbietern implementiert wurden. Ein Live-
                                                Für 2018 erwarten die Marktexperten,                                                              Operations-Center wie Leonardo Bridge
                                                dass Fertigungsunternehmen weltweit                Brücken bauen                                  verarbeitet in Echtzeit strukturierte und
                                                rund 190 Milliarden Dollar in IoT-Lösun-                                                          unstrukturierte Daten.
                                                gen investieren. Das entspricht etwa 24            Wie das funktionieren kann, zeigt SAP
                                                Prozent der gesamten Ausgaben im IoT-              Leonardo. Die Lösung kommt als zentrale        Strategie entwickeln
                                                Bereich. Auch in Deutschland ist IoT auf           Plattform unter anderem beim Auswerten
                                                dem Vormarsch. IDC zufolge planen 72               von Massendaten (Maschinendaten) im            Allerdings zeigen Erfahrungen aus der
                                                Prozent der Unternehmen im laufenden               produzierenden Gewerbe oder für Prog-          Praxis, dass nicht die Auswahl einer IoT-
                                                Jahr mindestens ein entsprechendes Pro-            nosen über das Kundenverhalten im Zu-          Datenplattform und deren Andocken an
                                                jekt. Im Maschinen- und Anlagenbau be-             sammenspiel mit einer CRM-Software             eine ERP-Lösung die zentrale Herausfor-
                                                trägt die Quote sogar 78 Prozent, in der           zum Einsatz. Hinzu kommen weitere An-          derung ist. Vielmehr ist es im ersten
                                                Fertigungsindustrie etwa 67 Prozent.               wendungsfelder, etwa im Bereich maschi-        Schritt erforderlich, Geschäftsmodelle für
                                                Mehr als die Hälfte der Firmen will                nelles Lernen und künstliche Intelligenz       die vernetzte Fertigungswelt zu entwi-
                                                zudem 2018 eine IoT-Plattform wie SAP              (KI). Sie alle spielen in vernetzten Produk-   ckeln. Außerdem gilt es zu klären, was
                                                Leonardo implementieren. Ist somit alles           tionsumgebungen eine Schlüsselrolle,           mit den IoT-Daten passieren soll und wer
                                                gut im ‘IoT-Land’? Nicht ganz. Denn nach           etwa bei der vorausschauenden Wartung          darauf Zugriff hat. Daraus leitet sich ab,
                                                wie vor gibt es eine große Herausforde-            und der Steuerung von Robotern und gan-        welche Schnittstellen und Prozesse an-
                                                rung: Die Daten, die IoT-Lösungen bei              zen Maschinenparks, so der Digitalver-         gepasst werden müssen. Entwickler, Be-
                                                Maschinen, Sensoren und Bearbeitungs-              band Bitkom in einem Positionspapier zum       treiber und Nutzer von Anlagen können

                                           34       IT&Production 5/2018
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                                                                                                                                           Bild: SAP Deutschland SE & Co. KG

beispielsweise mit SAP Asset Intelligence
Network (AIN) ihre Systeme und deren
Komponenten mit einer digitalen Identi-
tät ausstatten. Als zentrale Kommunikati-
ons- und Managementdrehscheibe dient
eine cloudbasierte Plattform von SAP.
Dort laufen Informationen von Sensoren
zusammen, die beispielsweise Daten
über den Zustand einer Anlage erfassen.
Hersteller solcher Systeme, deren Kunden
und Service-Partner können diese Infor-
mationen dazu nutzen, um neue Ge-
schäftsmodelle zu entwickeln. Techniker
eines Service-Unternehmens können
etwa die Daten nutzen, um die Systeme          Das Bild einer vernetzten Produktionsumgebung: Zu den Kernelementen zählen hier IoT-Lösungen wie SAP
aus der Ferne zu warten und einzustellen.      Leonardo und Business-Plattformen wie S/4Hana.
Der Hersteller wiederum erhält Rückmel-
dung darüber, wo Optimierungen der An-         Integrationen bleiben fordernd                      Analytics-Lösung. Diese Bestandteile soll-
lage erforderlich sind oder welche Funk-                                                           ten bestmöglich miteinander harmonieren
tionen integriert werden können. Solche        Nach wie vor erfordert die Verknüpfung              und auf die individuellen Anforderungen
Modelle setzen jedoch voraus, dass im          von IoT, ERP-Software sowie Geschäfts-              des Anwenders zugeschnitten sein. Für
Vorfeld die ‘Hoheit’ über die Daten ge-        und Fertigungsprozessen tiefgreifendes              SAP-Partner spricht zudem, dass sie mit
klärt wird. Es muss klar sein, wer auf diese   Know-how. Dieses ist selbst in Unterneh-            ihren speziellen Partnerlösungen passge-
Informationen Zugriff haben darf. Eine         men, die sich bereits seit längerer Zeit mit        naue Anwendungspakete schnüren kön-
vergleichbare Debatte hat sich im Auto-        diesen Themen beschäftigen, nicht immer             nen. Besonders kleine und mittelständische
mobilsektor entwickelt. Dort wollen Au-        vorhanden. Vor allem für Mittelständler ist         Unternehmen (KMU) können in diesem Fall
tomobilhersteller und deren Vertrags-          es daher eine Option, auf SAP-Partner und           transparente Festpreise und Lösungspa-
werkstätten, aber auch Versicherungen          deren Wissen zurückzugreifen. Mit Hilfe             kete mit definiertem Umfang erwarten. So
Zugang zu Fahrzeuginformationen. Hinzu         von externen Spezialisten fällt es leichter,        will die SAP auch KMU für die Digitalisie-
kommt, dass ERP-, CRM- und IoT-Plattfor-       Falltüren bei der Implementierung von IoT-          rung ausrüsten – vom Büro über die Werks-
men zusammenspielen müssen. Denn wie           und ERP-Lösungen im Fertigungsbereich               ebene bis zu den Maschinen und Anlagen.■
IoT-basierte Wartungsdienste verbucht          zu vermeiden. Wichtig ist zudem, dass
werden und an welche Vertragspartner           Partner Hilfestellung bei der Auswahl der           Der Autor Christian Mehrtens ist SVP Mittelstand
diese weitergegeben werden, ist nach           entsprechenden Komponenten geben                    und Partner bei der SAP Deutschland SE & Co. KG.
wie vor die Domäne von ERP-Backend-            können, etwa der IoT-Plattform, Daten-
Systemen wie S/4Hana.                          banktechnologie, ERP-Software sowie der                             www.sap.de

                                                                                                                                                             Anzeige

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SAP-Partner Spezialausgabe: Anbieter Produkte Trends - IT&Production Mai 2018
SAP-PARTNER | DIGITALER ZWILLING

     Asset Management mit der SAP-Cloud
     Netzwerk der
     digitalen Zwillinge

                                                                                                                                                        Bild: Trebing & Himstedt Prozeßautomation
     Der digitale Zwilling beinhaltet mit steigender Betriebszeit eines Produktes immer mehr Daten.

     Die Sicht auf ein Getriebe, eine Pumpe oder einen Filter unterscheidet sich für Hersteller,
     Anwender oder Service-Partner teils grundlegend. Die digitale Nachbildung einer
     dieser Komponenten kann im Internet der Dinge die unterschiedlichen Interessen und
     Informationsbedürfnisse an jedem Punkt der Erde befriedigen. Mit dem Asset Intelligence
     Network hat SAP eine Cloud-Plattform für solche Aufgaben im Portfolio.

     E
            in Hersteller strebt meist danach,             wenn sie schnell die erforderlichen Ersatz-   ned, as built) und den Service-Partner (as
            mehr über die Verwendung seiner                eile für ein spezifisches Gerät finden. An-   maintained) über den Lebenszyklus zur
            Produkte zu erfahren und möchte                wender hingegen wollen nicht unnötig Zeit     Verfügung stehen.
     über eine Internet der Dinge-Applikation              aufwenden müssen, sich in unterschiedli-
     vielleicht die technischen Parameter für              che Hersteller-Portale einzuloggen, um Da-    Struktur des virtuellen Abbildes
     deren korrekte Verwendung bereitstellen.              tenblätter und Wartungsanleitungen abzu-
     Optional ist mit dem Gerät ein Komponen-              rufen. Alle diese Aufgaben lassen sich be-    Der digitale Zwilling ist eine virtuelle Be-
     ten- und Ersatzteilkatalog verknüpft, so              schleunigen, wenn auf einer einzigen Platt-   schreibung über die Beschaffung, Funktio-
     dass im Wartungsfall schnell die richtigen            form Informationen zu allen verwendeten       nen und Prozesse von Dingen, die kontext-
     Original-Teile nachbestellt werden können.            Geräte zu finden sind und die Richtigkeit     sensitiv notwendig sind. Dafür müssen
     Davon können Service-Partner profitieren,             der Daten durch den Hersteller (as desig-     technische Infrastruktur und das Ding-Mo-

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DIGITALER ZWILLING | SAP-PARTNER

                                               Bild: Trebing & Himstedt Prozeßautomation
dell über den gesamten Lebenszyklus von
Design über Erstellung bis zur Wartung und
Pflege bis zum Ende des Produktlebenszy-
kluses beschrieben werden. Die Abbildung
der technischen Infrastruktur ist notwen-
dig, damit das Modell unabhängig verwen-
det werden kann. Die technische Infrastruk-
tur lässt sich aufteilen in Prozesse, Stamm-
daten und Schnittstellen. Die Prozesse be-
schreiben die Methoden und Verfahren
wie Arbeitsanweisungen für Wartungsar-
beiten. Stammdaten sind das Herz des Di-
gitalen Zwillings. Sie beschreiben die Be-
schaffenheit des Dings im Internet der
Dinge. Die Stammdatenpflege wird in sol-
chen Szenarien noch wichtiger werden als
heute. Die Beschreibung der Schnittstellen
ermöglicht das Netzwerken des virtuellen
Zwillings in einem Verbund von Zwillingen
sowie den Austausch von Daten mit dem
realen Entsprechnungen.

Modellierung des Dings                                                       Der digitale Zwilling ist eine virtuelle Beschreibung über die Beschaffung, Funktionen
                                                                             und Prozesse von Dingen.
Umgesetzt wird das Abbild hierarchisch
strukturiert als so genanntes Thing Model.                                   rungen am realen Produkt in der virtuellen       Daten, wie den zugehörigen Ersatzteilen
Dieses Modell bringt alle Eigenschaften                                      Kopie dokumentiert werden, wenn zum              und gegebenenfalls den Vorgänger- und
mit, um im Internet der Dinge Aufgaben zu                                    Beispiel bei der Wartung der Dichtungsring       Nachfolger-Produkten. Der Chemiepark bin-
übernehmen. Das Thing Model bildet zu-                                       durch ein Modell ersetzt wurde, der für          det diese Pumpe in seine Asset-Sicht ein
nächst die Struktur und das Modell des Ori-                                  Säuren geeignet ist. Das Ziel ist es, den vir-   und ergänzt den Zwilling mit Performance-
ginals ab. Dafür wird das Modell in unter-                                   tuellen Zwilling stets auf dem aktuellen         Daten, die Sensoren erfassen, also beispiels-
schiedliche Schichten zerlegt, die als Vor-                                  Stand zu halten. Das Asset Intelligence Net-     weise auch Stromverbrauch für den Pump-
lage für mehrere Zwillinge dienen können,                                    work (AIN) gehört zum Leonardo-Portfolio         vorgang. Der Service-Partner wiederum be-
also zum Beispiel ein Auto mit seinen vier                                   von SAP und bündelt Werkzeuge in einer           kommt eine Dienstleister-Sicht auf die
Reifen und einem Lenkrad. Die einzelnen                                      cloudbasierten Netzwerkplattform, um alle        Dinge. Neben regulären Wartungsinterval-
Templates werden dann mit Modell-spezi-                                      Abläufe im Umgang mit den digitalen Ab-          len können das auch vorausschauende Pa-
fischen Details ergänzt, wie Stufenheck                                      bildern zu strukturieren. Hersteller können      rameter sein. So ließe sich eventuell aus
oder Fließheck, bis hin zum Lederlenkrad.                                    ihre Geräte mit den spezifischen Eigen-          dem steigenden Stromverbrauch ablesen,
Das Lederlenkrad selbst kann über den as-                                    schaften dort ablegen und als zusätzlichen       dass die Pumpe bald eine Wartung benö-
built-Prozess noch granularer etwa durch                                     Dienst ‘Availabel on AIN’ für ihre Abnehmer      tigt, damit sie nicht ausfällt. Die erforderli-
Informationen zur Herkunft der Kuh für das                                   zur Verfügung stellen. Aber auch Unterneh-       chen Ersatzteile können direkt über das
Leder ergänzt werden. Diese Detailtiefe                                      men, vor allem diejenigen, die sehr Asset-       Netzwerk bestellt werden, da der Hersteller
wächst über den Lebenszyklus und erlaubt                                     Intensiv sind, wie die Chemieindustrie, kön-     bereits angegeben hat, welche Ersatzteile
es, bestimmte Funktionen über den digita-                                    nen ein eigenes Netzwerk einrichten und          für diese Pumpe passend sind. Sind Herstel-
len Zwilling abzubilden. So ist beispiels-                                   ihre Ausrüster und Service-Partner einla-        ler, Anwender und Servicepartner in einem
weise bekannt, welcher Dichtungsring in                                      den, ihre Produkte als digitalen Zwilling        solchen Netzwerk – mit digitalen Zwillingen
einer Pumpe verbaut ist und für welche                                       dort bereitzustellen. Das digitale Modell        in der Mitte – lassen sich viele Aufgaben im
Flüssigkeiten dieser Dichtungsring zugelas-                                  bleibt gleich, nur die Rechtevergabe und         Alltag eines produzierenden Unternehmens
sen ist – etwa keine Säuren. Diese Funktion                                  Sichten ändern sich.                             effizienter erledigen als je zuvor.         ■
hängt an der digitalen Nachbildung der
physischen Pumpe und kann so dafür sor-                                      Beispiele für Anwendungen
gen, dass im Prozess bestimmte Funktions-
parameter eingehalten werden. Im Betrieb                                     Wie sähe ein typischer Anwendungsfall               Der Autor Dipl. Ing. Ulf Kottig ist Senior
können dem digitalen Zwilling dann Leis-                                     dafür nun aus? Ein Pumpenhersteller könnte         Marketing Manager bei Trebing & Himstedt
tungsdaten hinzugefügt werden. Neben                                         seine Pumpe gemäß den as-designed- und                Prozeßautomation GmbH & Co. KG.
Daten etwa zum Druck, zu Temperaturen                                        as-built-Daten im Netzwerk bereitstellen.
und Flüssigkeiten müssen auch Verände-                                       Zusätzlich verknüpft er die Pumpe mit                          www.t-h.de/ain

                                                                                                                                              IT&Production 5/2018              37
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      Customer Relationship Management

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      Vertrieb im digitalen Wandel
     Unternehmen müssen sich schon heute die Frage stellen, wie sie ihre Produkte und
     Dienstleistungen auch morgen noch erfolgreich verkaufen können – verkrustete, ein-
     gefahrene Vertriebsstrukturen gilt es zu verlassen und neue Wege zu beschreiten. Die
     Herausforderung heißt, trotz der sich verändernden Vertriebswege Umsatzsteigerun-
     gen zu erzielen. Zwar nutzen laut Umfragen rund 45 Prozent der Vertriebe bereits eine
     Software für Customer Relationship Management, doch viele reizen die Datenbasis
     darin kaum aus, um neue Kanäle zu erschließen.

                                                                                            Vom Einwegkunden

     B
            ei den meisten Unternehmen sind    tomer Relationship Management(CRM)-
            die ERP-Systeme entlang einer      Lösungen integriert. Langjährige Lieferan-   zum Netzwerkkunden
            eindimensionalen Kunden-Liefe-     ten-Kunden-Beziehungen bilden die Basis
     ranten-Vertriebskette ausgerichtet. Im    für das eindimensionale Vertriebskonzept.    Die Vertriebsstrukturen gestalten sich im
     ERP-System nimmt deshalb die Auftrags-    Loyale Kunden waren das A und O für          digitalen Zeitalter jedoch erheblich kom-
     bearbeitung einen zentralen Stellenwert   den Unternehmenserfolg. Viel Augenmerk       plexer. Cross- und Social-Selling über E-
     ein. Wird ein Auftrag vom Vertriebsau-    wurde deshalb auf eine gute Kundenbin-       Commerce, Webshop, direkte Kundenab-
     ßen- beziehungsweise -innendienst er-     dung gelegt: Der Vertrieb musste seine       sprache via Social Media- und Kollaborati-
     fasst, erfolgt die Angebotserstellung.    Kundschaft gut kennen und pflegen. „Die      ons-Plattformen stellen die Mitarbeiter vor
     Nimmt der Kunde das Angebot an, stößt     CRM-Lösungen bisheriger Couleur sind         komplett neue Herausforderungen, und
     der frei gegebene Auftrag die Beschaf-    oft auf den eindimensionalen Vertrieb        zwar nicht nur im Vertrieb, dies umfasst
     fungs-, Produktions- und Kapazitätspla-   ausgelegt, zentral sind die Kunden- und      alle Unternehmensbereiche vom Einkauf
     nung an. Um den Vertrieb hierbei zu un-   Auftragsdaten für die Vertriebssteue-        über Entwicklung, Verkauf bis zu Beratung
     terstützen, wurden bei vielen Unterneh-   rung“, sagt Hilbert Karl-Heinrich Hilbert,   und Service. So werden etwa auch im Ein-
     men in den zurückliegenden Jahren Cus-    Vertriebsleiter der Cormeta AG.              kauf mit E-Procurement-Lösungen neue

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Wege für die strategische Beschaffung           Von der ein- zur
und Unterstützung der Supply Chain be-          multidimensionalen Sicht
schritten. Im Vertrieb eröffnen sich da-
durch einerseits neue Möglichkeiten für         Welche Möglichkeiten gibt es aber, die
Kundenansprache und Leadgenerierung,            mehrdimensionalen Daten für eine spe-
ergo neue Kundengruppen, andererseits           zifische Vertriebssteuerung über sämtli-
sind die bisherigen Unternehmens-Sys-           che Kanäle hinweg zu nutzen? Zunächst
teme oft nur unzureichend dafür ausge-          einmal, werden dafür die Angebots- und
legt. „Zwar liegen die Daten mehrdimen-         Auftragsinformationen, Kundenhistorie
sional vor, doch können sie meist im ERP        und so weiter aus dem ERP-System he-
und CRM nur eindimensional entlang der          rangezogen. Hierfür kommen oft bereits
definierten Prozesse genutzt werden“,           Systeme zum Einsatz, die den Vorteil
schildert Hilbert. Anders ausgedrückt: Was      haben, den Kunden direkt über Lagerka-
nützt die Unternehmenssoftware mit de-          pazitäten und Lieferzeiten zu informie-
taillierten Kunden- und Marktdaten, wenn        ren. Auch Angebote lassen sich gleich er-
sich diese nicht digital im E-Commerce, im      fassen und die ERP-Software übergeben.
Webshop, in Portalen oder im Social-Sel-        Ein Handicap dabei ist die mangelnde
ling nutzen lassen? Erschwerend kommt           Datenpflege. Denn in der Praxis sind

                                                                                                                                                Bild: Cormeta AG
hinzu, dass der Wettbewerb im digitalen         nicht alle Außendienstmitarbeiter glei-
Zeitalter transparenter und vergleichbarer      chermaßen gewillt, ihre Daten vollstän-
geworden ist, sodass neue Kundengrup-           dig einzupflegen. Dazu können Lösungen
pen oft keine langfristigen Bindungen           für mobile Endgeräte motivieren, die sich
                                                                                             Karl-Heinrich Hilbert, Vertriebsleiter beim SAP-
mehr eingehen. Kunden haben bei weitem          direkt vor Ort nutzen lassen.                Partner Cormeta AG: „Vieles lässt sich heute
nicht mehr nur einen etablierten Lieferan-                                                   schon im mobilen Vertrieb digital unterstützen,
ten, sie vergleichen bei der Beschaffung        Mobilität geht nur                           typisch etwa Kunden- und Navigationsdaten
zwischen Wettbewerbern und Wettbe-              benutzerfreundlich                           oder Kataloge via App.”
werbsprodukten. Deshalb ist es wichtig,
auch diese potentiellen Kunden immer            Von Lösungen für mobile Endgeräte
wieder aufs Neue von den eigenen Pro-           sollte man ein hohes Maß an Benutzer-        bar in solche Programme integrieren las-
dukten und Dienstleistungen zu überzeu-         freundlichkeit erwarten, damit sie auch      sen. Darüber hinaus sollten sich in den
gen – und Wettbewerberinformationen             ihren Zweck der besseren Datenqualität       Vertriebsalltag Social-Media-Plattformen
gehören in die Unternehmensstrategie ein-       erfüllen helfen. Darüber hinaus sind alle    wie Xing, LinkedIn, WhatsApp oder auch
gebunden. Dies schlägt sich auf die eigene      digitalen Tools wie Sales- und Service-      Slack nahtlos einfügen lassen, eine be-
Produkttransparenz und Beratungstiefe           Apps oder VR-Tools so zu gestalten, dass     sondere Herausforderung an bisherige
nieder – Geschwindigkeit ist im Internet-       ihre Bedienung den agilen Vertrieb un-       Unternehmens-Systeme. Einige ERP-An-
zeitalter ein enormer Wettbewerbsvorteil,       terstützen – sowohl bei der Datenein-        bieter haben dafür bereits eigene Kolla-
obgleich die Produkte selbst zunehmend          gabe als auch bei der Datenbereitstel-       borationsplattformen entwickelt und
komplexer werden. „Ein Kunde oder Inte-         lung. „Die Nutzung dieser Gerätegenera-      eingebunden. „Es muss auch nicht immer
ressent ist oft schon über ein Produkt und      tion zur Informationsbeschaffung wird        gleich ein komplettes CRM-System aus
dessen Wettbewerbsprodukte informiert,          bei vielen unserer Kunden bereits erfolg-    der Cloud oder die umfangreiche Sales-
bevor er sich überhaupt meldet, sodass          reich genutzt“, so Karl-Heinrich Hilbert.    App sein“, sagt Hilbert, „selbst kleinere
der Vertrieb nichts mehr präsentieren           Stehen bisher im Mittelpunkt der App-        Apps oder der Produktkatalog auf dem
muss. Sicherlich gibt es hierbei noch Un-       Anwendungen eher einfache Prozesse           Tablet bringen häufig bereits deutliche
terschiede zwischen Consumer- und In-           wie Genehmigungen und Freigaben,             Fortschritte.“ Letztlich ist es besonders
vestitionsgüterbereich, aber auch letzterer     haben viele Unternehmen inzwischen           der Mittelstand seit jeher gewohnt, sich
kann sich dem digitalen Wandel nicht ver-       weitere Apps für umfangreichere Pro-         flexibel auf verändernde Marktsituatio-
schließen“, erläutert Hilbert. Der Vertriebs-   zesse auf ihrer Agenda stehen. „Die          nen einzustellen. Mit den entsprechen-
mitarbeiter muss letztlich diejenigen Fra-      schnelle Verfügbarkeit solcher digitalen     den technologischen Bordmitteln ist der
gen beantworten, die nicht ‘gegoogelt’          Tools erfordert flexible Tool-Baukästen      Vertrieb für den digitalen Wandel gerüs-
werden können wie kundenspezifische             und die Bereitstellung über alle Plattfor-   tet, und kann Kunden und Interessenten
Konditionen, Lieferzeiten und Verfügbar-        men hinweg, zum Beispiel aus der             über sämtliche Verkaufskanäle hinweg
keiten. Hilbert: „Die Außendienstmitarbei-      Cloud“, sagt der Cormeta-Vertriebsleiter.    agil und flexibel erreichen.           ■
ter wandeln sich vom Präsentator zum In-        Und wer seine Produkte virtuell in 3D
formanten – je besser und schneller infor-      oder im Webshop digital veranschauli-                Der Autor Ralf M. Haaßengier ist
miert wird, umso höher ist die Chance,          chen will, sollte die Möglichkeit haben,       Inhaber der PRX Agentur für Public Relations.
den Auftrag zu gewinnen. Agilität und Fle-      dass sich Produktgeneratoren und dahin-
xibilität heißen die Zauberworte.“              terliegende Artikelstammdaten unmittel-                   www.cormeta.de

                                                                                                              IT&Production 5/2018              39
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Halle 27
              Bestandscontrolling bei ZF Friedrichshafen
Stand G29/1

              Weltweit mit gleichen
              Methoden arbeiten
              Gerade international aufgestellte Unternehmen benötigen effiziente und transparente Pro-
              zesse, damit sie weltweite Wertschöpfungsketten und verschiedene Geschäftsbereiche so
              steuern können, dass sie Verlustbringer schnell identifizieren und zur richtigen Zeit am rich-
              tigen Ort investieren können. Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen AG berechnet und op-
              timiert seine logistischen Prozesse mit SAP-Software und einem zertifizierten Add-on. Die
              eingesetzten Module unterstützen das Unternehmen beim bedarfs- und bestandsoptimalen
              Controlling sowie der länder- und werksübergreifenden Aussteuerung aller Aktivitäten.

              D
                       ie ZF Friedrichshafen AG ist ein
                       global agierender Technologie-
                       konzern in der Antriebs- und
              Fahrwerktechnik sowie der aktiven und
              passiven Sicherheitstechnik. Das Unter-
              nehmen ist mit 137.000 Mitarbeitern an
              rund 230 Standorten in annähernd 40
              Ländern vertreten. Im Jahr 2016 hat ZF
              einen Umsatz von 35,2 Milliarden Euro
              erwirtschaftet. ZF lässt Fahrzeuge mit
              seinen Produkten sehen, denken und
              handeln – und verfolgt mit seiner Vision
              Zero das Ziel, einer Mobilität ohne Un-
              fälle und Emissionen näher zu kommen.
              Mit seinem Portfolio bedient der Zuliefe-
              rer die Märke für Pkw, Nutzfahrzeuge
              und Industrietechnik-Anwendungen.

              Prozesse und Controlling

              Bei der Produktion der Technik rund um
              Antriebe, Fahrzeugsicherheit und -zuver-
              lässigkeit sowie automatisiertes Fahren
              bilden effiziente, abgesicherte und auto-
              matisierte Prozesse die Grundlage. Auf
              dem DSAG-Jahreskongress wurde Udo
              Wessbecher, Leiter IT Supply Manage-
              ment Inbound ZF Friedrichshafen auf das
              SAP-Add-On Dispo-Cockpit des Software-
              herstellers GIB aus Siegen aufmerksam,
                                                                                                               Bild: ZF Friedrichshafen AG

              das die Prozesssteuerung und das Con-        Getriebemontage in Friedrichshafen:
              trolling in Unternehmen unterstützt. Im      Am ZF-Standort Friedrichshafen wer-
              Rahmen einer Verbesserunginitiative war      den Nutzfahrzeuggetriebe gefertigt.
              ZF an der Software interessiert, da einge-
              setzte Anwendungen für diese Aufgabe

         40      IT&Production 5/2018
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bereits an ihre Grenzen stießen. Unter-       Wirtschaftlichkeits-
                                                                                                                                              „Unser Ziel war, mithilfe
schiedliche selbstgeschriebene Analyse-       prüfung und einer Ge-      Bild: ZF Friedrichshafen AG
                                                                                                                                              des Moduls einen Über-
Tools waren nicht performant genug. Um        genüberstellung mit                                                                             blick über alle relevan-
dieses Problem zu lösen, führte der Auto-     sechs anderen Lösun-                                                                            ten Dispositionsinforma-
mobilzulieferer schließlich die Module für    gen wurde das Modul                                                                             tionen zu erhalten und
Operations, Controlling und Planning ein.     Controlling vor zwei                                                                            durch die neugeschaf-
                                                                                                                                              fene Transparenz das
                                              Jahren in 150 Werken
                                                                                                                                              tägliche Arbeiten zu er-
Einheitlicher Konzernstandard                 weltweit ausgerollt.                                                                            leichtern und gezielt zu
                                              Es hilft nun den An-                                                                            steuern“ - Udo Wessbe-
2011 wurde als erstes das Modul Dispo-        wendern dabei, be-                                                                              cher, Leiter IT Supply
Cockpit Operations zunächst in einem          standsoptimiert zu                                                                              Management Inbound
                                                                                                                                              ZF Friedrichshafen
Werk, später in acht weiteren eingeführt;     bestellen und so die
derzeit steht der Rollout an ungarischen      Lieferbereitschaft des
und russischen Standorten an. „Unser Ziel     Unternehmens zu verbessern. „Mit dem                      getestet. „Es ist auch die Praxisnähe der
war, mithilfe des Moduls einen Überblick      Tool haben wir es geschafft, einen einheit-               GIB-Mitarbeiter, die dazu beiträgt, dass
über alle relevanten Dispositionsinforma-     lichen Konzernstandard herzustellen“, sagt                die bereits abgeschlossenen Implemen-
tionen zu erhalten und durch die neuge-       Rainer Grimm, IT Supply Management In-                    tierungen erfolgreich verliefen und für
schaffene Transparenz das tägliche Arbei-     bound ZF Friedrichshafen. „Wir können                     weiterhin anstehende Projekte Ähnliches
ten zu erleichtern und gezielt zu steuern“,   nun weltweit die gleiche Controlling-Me-                  erwarten lassen“, Udo Wessbecher.      ■
so Wessbecher. „Exakt dies ist eingetre-      thodik gewährleisten.“
ten.“ Wichtig waren dem Automobilzulie-                                                                    Die Autorin Eva Günzler ist IT-Journalistin
ferer zudem Oberflächen, die ein schnelles    Weitere Rollouts in Arbeit                                              für Wordfinder PR.
und übersichtliches Navigieren ermögli-
chen. Den Umgang mit der Software lern-       Aktuell wird am Standort Friedrichshafen                               www.gibmbh.de
ten die User in Schulungen. Nach einer        das Modul Planning in der Projektphase                                  www.zf.com
                                                                                                                                                            - Anzeige -

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                                                                                                                                                            Q JH
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                                                                                                                        ,QQR                   G HQ
                                                                                                                                 X W V FKODQ 6LH XQWHU                  H
                                                                                                                        LQ '   H              UHQ                HDUVLW
                7%4)RX[MGOPYRK MR (IYXWGLPERH                                                                                 HK U  HUIDK        W L V  F RPQ
                                                                                                                           0                   HQ
                                                                                                                                       HQFOL
                                                                                                                           D NWLRQ
               OSWXIRIJ¿^MIRX                                                                                      ZZ Z

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SAP-Partner Spezialausgabe: Anbieter Produkte Trends - IT&Production Mai 2018
SAP-PARTNER | SYSTEMAUSWAHL

     Welches MES passt zum Werk?
     Mit einem Manufacturing Execution System lassen
     sich zahlreiche Prozesse auf Produktionsebene di-                                                           Stammdaten
                                                                                                                 Fertigungungsaufträge
     gitalisieren. Doch bevor es an die Implementie-                                           ERP               Produktionsstücklisten
                                                                                                                 Materialverwaltung
     rung geht, muss eine Lösung gefunden werden,
                                                                                                                 Rückmeldungen
     die genau zur eigenen Fertigung passt.

                                                Konstruktionsdaten                                                                            Data Acquisition
                                                          CAx Daten                                                                           Prozessdaten
                                                    Basisstücklisten
                                                       Änderungen
                                                                          PLM                                     MES                         Traceability
                                                                                                                                              Testing
                                             Maschineneinstelldaten                                                      Bild: IT-Motive AG   Shop Floor Management

     V
              or der Auswahl einer produktions-      sischen Unternehmens-IT weit hinaus.           • Implementierungsvorgehen
              nahen Software sollte der Digitali-    Daher kann die IT zwar als Mentor zur          • Qualitätssicherung beim MES-Anbieter
              sierungsgrad im Unternehmen be-        Seite stehen, sollte das Projekt aber nicht
     stimmt werden und die Systemlandschaft,         leiten. Das sollte bereits bei der Auswahl     Aus systemtechnischer Sicht gibt es wei-
     in die das MES eingebunden werden soll.         der Lösung die Unternehmens- oder              teres zu klären:
     Daneben gilt es zu verstehen, dass ein MES      Werksleitung direkt oder eine entspre-
     stets im Kontext mit zwei weiteren strate-      chende Vertretung übernehmen.                  • Architektur der Lösung: zentral oder de-
     gischen IT-Lösungen beziehungsweise Pro-                                                         zentral (wichtig bei mehreren Werken)
     zesslösungen zu sehen ist, nämlich dem          Checklisten aus dem Netz                       • Server- und Datenbankplattform
     ERP-System und dem Product-Lifecycle-                                                          • Schnittstellen etwa zu ERP- und PLM-Sys-
     Management-System. Während die Res-             Nach diesen Vorbereitungen kann die Aus-         temen, zu Maschinen und Messmitteln
     sourcenplanung häufig in einer monolithi-       wahl der MES beginnen. Ein Hilfsmittel hier-   • Unterstützte Endgeräte wie PC, Tablet,
     schen Systemlösung wie SAP ERP erfolgt,         für können die auf der Website des MES           Smartphone und Scanner
     kann man beim Product-Lifecycle-Manage-         DACH Verbandes e.V. (www.mes-dach.de)          • Massendatenverarbeitung für Analytics-
     ment davon ausgehen, dass die Abläufe           angebotenen Checklisten sein. Diese erlau-       und Big Data-Aufgaben
     häufig über mehrere Systeme hinweg ab-          ben eine erste Eingrenzung der Anbieter.
     gebildet werden, daher ist dies auch als        Auf dieser Basis können einige MES-Anbie-      Da die Entscheidung für eine komplexe
     Prozesslösung zu verstehen. In dieses Ge-       tern kontaktiert werden. Aus dieser ersten     Softwarelösung wie ein MES häufig eine
     füge sollte das MES der Wahl flexibel einzu-    Kurzanfrage sollte hervorgehen, ob die Lö-     Entscheidung ohne Umkehr ist, sollte
     betten sein. Je nach Systemarchitektur und      sung des Anbieters für die abzudeckenden       man überlegen, ob ein kleiner Prototyp
     Prozessen können die Grenzen zwischen           Prozesse geeignet ist. Mit den übrig geblie-   mit dem Partner der Wahl implementiert
     diesen drei System unterschiedlich sein.        benen Anbietern kann man in den Aus-           wird. Über die Aufteilung der Kosten kön-
                                                     schreibungsprozess gehen. Die Ausschrei-       nen sich Kunde und Anbieter sicher leicht
     Grenzen individuell setzen                      bungsunterlagen sollten eine genaue Spe-       einigen. Sollte man aber feststellen, dass
                                                     zifikation der Anforderungen enthalten, die    die präferierte Lösung doch nicht passt,
     Ist der Digitalisierungsgrad bestimmt und       im ersten Projektschritt entwickelt wurden.    hält sich der Schaden deutlich in Gren-
     die Systemwelt konzipiert, gilt es die zu       Daneben empfiehlt es sich, folgende Frage-     zen. Ist die finale Entscheidung zu Guns-
     digitalisierenden Prozesse etwa in Pro-         stellungen zu adressieren:                     ten eines Anbieters getroffen worden, so
     duktion und Qualitätsssicherung genau zu                                                       beginnt das eigentliche MES-Implemen-
     erfassen und zu beschreiben. Hier spielt        • Anbieterinformationen wie Umsatz, Un-        tierungsprojekt. Dies kann je nach Unter-
     die Ausprägung der eigenen Produktions-           ternehmensgröße, Standorte, Mittel-          nehmensgröße mehrere Monate bis zu
     prozesse eine bedeutende Rolle. Daneben           standsorientierung oder Internationalität    mehreren Jahren dauern.                 ■
     sind die Schnittstellen der anzubindenden       • Branchenerfahrung, Referenzen, Kunden-
     Maschinen, Messmittel und Systeme zu              struktur und so weiter                         Der Autor Werner Merkl ist Geschäftsführer
     analysieren und zu definieren. Diese Fra-       • Lizenzpolitik und Lizensierungssyste-                  der IT-Motive BCS GmbH.
     gestellungen sind sehr umfassend, und             matik, auch über den angefragten Um-
     gehen über das Tätigkeitsfeld einer klas-         fang hinaus                                              www.it-motive.de

42       IT&Production 5/2018
FERTIGUNGSNAHE IT | SAP-PARTNER

   Vertikale Integration bei der
   Koehler Paper Group

   Die digitale Papierfabrik
   Mit einer integrierten IT-Landschaft aus SAP ERP, SAP APO und der MES Cat Suite legt die
   Koehler Paper Group die Grundlage für digital vernetzte und transparente Prozesse. Das
   sorgt beim Hersteller von Spezialpapieren schon heute für mehr Produktivität und schafft
   die Voraussetzung für Industrie-4.0-Szenarien. Erste Projekte zeigen Erfolg.

   E
           gal ob es sich um das Preisetikett

                                                                                                                                                                                         Bild: Koehler Paper Group
           oder den Kassenbon im Super-
           markt, um eine Tankquittung, die
   Rechnung im Restaurant, Fahrscheine,
   Eintrittskarten oder Mauttickets handelt:
   Thermopapier ist auch in der digitalen
   Welt aus vielen Bereichen des täglichen
   Lebens nicht wegzudenken. In den meis-
   ten Fällen stammt es aus dem Haus der
   Koehler Paper Group aus Oberkirch in
   Baden-Württemberg. Das Unternehmen
   hat sich auf diesem dynamischen Markt
   weltweit etabliert. Thermopapier ist aber
   nicht das einzige Standbein des unab-        Die Thermotechnologie wird für Selbstklebeetiketten
   hängigen Papierherstellers. Seine Pro-       genutzt, zum Beispiel an der Obstwaage im Super-
   duktpalette umfasst außerdem Büro- und       markt. Die Koehler Paper Group ist Weltmarktführer
   Selbstdurchschreibpapier und Karton für      im Bereich der Economy Thermo-Labelpapiere.
   Spielkarten oder Bierdeckel.
                                                                                                                                        Anzeige

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SAP-PARTNER | FERTIGUNGSNAHE IT

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                                                                                                                                              der Produktion und vernetzte Prozesse sind für
                                                                                                                                              die Koehler Paper Group geschäftskritisch.
                                                                                                                                              Dafür sorgt ein MES, das sich in die vorhandene
                                                                                                                                              SAP-Landschaft integriert.

Bild: Koehler Paper Group

                                                   Integrierte SAP-Landschaft                   und Organisation bei der Koehler Paper       ven Erfahrungen, die er in der Vergan-
                                                                                                Group. Die Grundlage für die IT-Unter-       genheit mit dem Manufacturing Execu-
                                              Insgesamt setzt die international tätige          stützung bildet eine integrierte System-     tion System und dem Einführungspartner
                                              Papierfabrik August Koehler pro Jahr              landschaft mit SAP ERP als Herzstück. Die    gemacht hat. Auch in diesem Projekt ge-
                                              mehr als 500.000 Tonnen Papier ab. 2017           Absatz- und Bestandsplanung einschließ-      lang die zügige Implementierung und
                                              erwirtschaftete sie so mit rund 1.800 Be-         lich der automatischen Terminfindung bei     der Produktivstart erfolgte zum verein-
                                              schäftigten in ihren vier Werken Ober-            der Auftragserfassung erfolgt mithilfe der   barten Termin.
                                              kirch, Kehl, Greiz und Weisenbach einen           Anwendung SAP Advanced Planning &
                                              Umsatz von 800 Millionen Euro. Um die             Optimization (SAP APO).                      Shop-Floor und Top-Floor
                                              Stellung im Markt zu behaupten und
                                              auch in Zukunft zu wachsen, dreht das             Klare Sicht auf die Produktion               Die Effekte einer homogenen SAP-Land-
                                              Management an zahlreichen Stellschrau-                                                         schaft machen sich bereits bemerkbar:
                                              ben. Durch einen neuen Geschäftsbereich           Die klare Sicht auf das aktuelle Gesche-     Die Einbindung von MES CAT in SAP ERP
                                              für papierbasierte Verpackungslösungen            hen in der Produktion und die schnelle       ermöglicht die vertikale Integration der
                                              soll nun auch der Markt für ‘Flexible Pa-         Rückmeldung abgeschlossener Ferti-           Daten und Prozesse im Shop Floor mit
                                              ckaging’ erschlossen werden. „In einem            gungsaufträge gehört für die Papierfabrik    kaufmännischen Abläufen und einen In-
                                              dynamischen Marktumfeld wie dem un-               August Koehler ebenfalls zu den kriti-       formationsaustausch in Echtzeit. „Auf
                                                                            seren sind digi-    schen Faktoren. Hier vertraut das Unter-     diese Weise entsteht die nötige Transpa-
                                                                            tal vernetzte       nehmen auf das Manufacturing Execution       renz, um die Durchlaufzeit vom Auftrags-
                                                                            und Industrie-      System (MES) der Firma T.CON aus Platt-      eingang bis zur Lieferung an den Kunden
                                                                            4.0-fähige Pro-     ling, die MES Cat-Suite, die sich nahtlos    zu verkürzen, die Kosten im Lager zu
                       Bild: Koehler Paper Group

                                                                            zesse, die un-      in die vorhandene SAP-Landschaft inte-       senken und gleichzeitig ein einheitliches
                                                                            sere Effizienz,     griert. Die Entscheidung beruht zum          und zeitnahes Berichtswesen zu etablie-
                                                                            Flexibilität und    einen auf der Tatsache, dass die Lösung      ren“, erläutert Jörg Behnisch. Ferner ent-
                                                                            Transparenz         zahlreiche branchentypische Prozesse als     fällt die Notwendigkeit einer redundan-
                                                                            verbessern, ein     Best Practices bereitstellt, zum anderen     ten Datenhaltung mit all ihren Nachtei-
                                                                            wettbewerbs-        auf den Erfahrungen der T.CON-Berater        len und der Aufwand für den Aufbau und
                                                                            relevanter Fak-     mit Unternehmen der Papierindustrie. Die     die Pflege von Schnittstellen zum Aus-
                                              Jörg Behnisch, Bereichsleiter tor und deshalb     Oberflächen der Anwendung sollen durch       tausch von Informationen. Auch die Tat-
                                              IT und Organisation bei der ein Eckpfeiler in     ihre Übersichtlichkeit dabei helfen, den     sache, dass die Werks-IT mit dem intern
                                              Koehler Paper Group, setzt
                                                                            unserer IT-Stra-    Umgang mit der Lösung schnell zu erler-      vorhandenen SAP-Know-how an indivi-
                                              digital vernetzte und Indus-
                                              trie-4.0-fähige Prozesse auf  tegie“,     sagt    nen – und so die Akzeptanz bei den An-       duelle Prozessanforderungen angepasst
                                              Basis einer integrierten SAP- Jörg Behnisch,      wendern erhöhen. Ausschlaggebend             und weiterentwickelt werden kann,
                                              Landschaft um.                Bereichsleiter IT   waren für Jörg Behnisch auch die positi-     wirkt sich positiv auf die IT-Kosten aus.

                    44                               IT&Production 5/2018
FERTIGUNGSNAHE IT                       9'00 5+' 5+%* ¸$'4 +*4'
                                                                                                                 '42 51(69#4' 1(6
                                                                                   Bild: Koehler Paper Group
                                                                                                                5%*9#4< 4)'40
Jede zweite Kassenrolle in Europa stammt
aus dem Haus der Koehler Paper Group.

Schneidplanung und Re-Trim                       naus sieht die Firma die Voraussetzung ge-
                                                 schaffen, auf Industrie-4.0-bezogene Themen
Die IT-Landschaft bildet zudem die Basis,        wie Big Data und Smart Factory adäquat rea-
um die Betriebsabläufe bei Koehler über          gieren zu können. Pilotprojekte zur voraus-
sämtliche Geschäftssparten und Standorte         schauenden Qualitätssicherung (Predictive                     &#00 9'%*5'.0 5+'
hinweg zu standardisieren sowie ständig zu       Quality Management), für die das MES an die
verbessern und weiterzuentwickeln, etwa          In-Memory-Datenbank Hana von SAP sowie                           '+0(#%*
SAP-PARTNER | INTERNET OF THINGS

     Aufbau und Nutzen einer
     Internet of Things-Anwendung

                                                                                                                                                               Bild: All4cloud GmbH & Co. KG
     Liefern Sensoren Daten über einen kritischen Zustand, werden mithilfe von Regelwerken Serviceanfragen ausgelöst. Diese werden im EAM & ERP verarbeitet.

     Bevor ein Unternehmen in eine Internet of Things-Anwendung investiert, sollen Nutzen
     und Kosten möglichst genau bekannt sein. Die technische Infrastruktur etwa mit ihrer
     Cloud-Plattform, Analytics-Plattform und Maschinenintegration lässt sich vielleicht noch
     genau beziffern. Doch der Nutzen einer IoT-Anwendung entsteht oft, wenn etwa die
     Kundenbindung steigt, weil sich Probleme mit verkauften Gütern beim Betreiber aus
     der Welt schaffen lassen, noch bevor er sie bemerkt.

                                                                                                              Ressourcen besser auslasten

     M
                 itten in der IoT-Pionierphase           die gaben fast 70 Prozent von in EMEA be-
                 wollen Unternehmen vor allem            fragten Unternehmen an, IoT habe für sie
                 wissen, was ihnen das Internet          eine strategische Bedeutung oder werde               IoT kann für effizientere Abläufe und eine
     of Things bringt. Am Ende einer solchen             ihr Geschäftsmodell verändern. Die Digita-           bessere Auslastung von Ressourcen sorgen.
     Findungsphase entstehen oft vollkommen              lisierung der Industrie schreitet nachweis-          Die Möglichkeiten sind vielfältig. Dabei bil-
     neue Geschäftsmodelle und Services. Laut            lich voran und sorgt dafür, dass sich Pro-           det jeweils die IT die Basis für die IoT-An-
     Autoren des European IT Observery (EITO)            duktionsabläufe, Arbeitsweisen oder                  wendung. Die Frage ist nun: wie dabei vor-
     wird sich der IoT-Markt in Europa bis zum           Dienstleistungen verändern. Zunehmend                gehen? Es gibt die Möglichkeit, eine On-
     Jahr 2019 auf fast 250 Milliarden Euro ver-         mehr Unternehmen sind mit Planung und                Premise-Lösung einzusetzen, also eine
     doppeln. Diese Aussage trafen die Fach-             Evaluierung fertig und setzen erste IoT-Pro-         Software, die sich im eigenen oder in
     leute im Jahr 2016. Woran das liegt, begrün-        jekte um. Mit rund 60 Prozent tun sich in            einem dafür angemieteten Rechenzentrum
     det das Beratungshaus IDC mit einer ge-             Europa laut des Marktforschers PAC dabei             betreiben lässt. Diese benötigt allerdings
     stiegenen Bedeutung von IoT: In einer Stu-          vor allem Fertigungsunternehmen hervor.              Systemadministration, Wartung und Pflege.

46       IT&Production 5/2018
INTERNET OF THINGS | SAP-PARTNER

Und es gibt Cloud-Software, die auf Ser-
vern in abgesicherten Rechenzentren läuft,
wo auch die Release-Wechsel ohne Zutun
der Unternehmen stattfinden. Im Zeitalter
der Digitalisierung basieren Geschäftsmo-
delle zunehmend auf digitalen Services.
Wollen Hersteller solche Dienstleistungen
anbieten, müssen oft auch die Produktions-
prozesse ‘mitspielen’. Diese sollten nicht
veraltet, nicht zu kompliziert oder langsam
sein. Digitalisieren verlangt daher auch oft
die Offenheit, die Produktionsprozesse auf

                                                                                                                                                   Bild: Fotolia / Eeverythingpossible
den Prüfstand zu stellen und gegebenen-
falls zu automatisieren.

Der Weg zur kognitiven Fabrik

Sensoren und IT-Systeme, die den Zu-
stand von Maschinen überwachen (Con-
                                               Anbieter von IoT-Systemen wollen gerade mittelständischen Fertigungsbetrieben den Weg zur eigenen
dition Monitoring) gibt es seit langem. Sie    IoT-Anwendung so leicht wie möglich gestalten.
agieren jedoch noch meist in einer eige-
nen, heterogenen Welt. Verbunden mit           vorzunehmen, falls sie in Verzug sind.             vice- oder Instandhaltungsprozesse in das
einem ERP-System – etwa von SAP – sind         Nach Zahlungseingang kann die Finanz-              ERP-System integrieren. Ist die Business-
ungeahnte Effizienzsteigerungen möglich.       buchhaltung den Prozess abschließen. Für           Software nicht in der Lage ist, den digita-
Nicht wenige propagieren bereits die ko-       solche IoT-Szenarien sind Softwarelösun-           len Zwilling aufzunehmen, wird eine wei-
gnitive Fabrik. Diese analysiert selbständig   gen aus der Cloud bestens geeignet.                tere Lösung benötigt. Jetzt müssen die
Fehler und Probleme und hilft Beschäftig-                                                         Sensordaten zum Objekt und in die Pro-
ten zugleich, sie zu beheben. Der Trakto-      Was wird dafür benötigt?                           zesse gelangen. Alle einfach ‘einzusam-
renhersteller John Deere beispielsweise                                                           meln’ ist allerdings meist übertrieben. Um
arbeitet daran. Predictive Maintenance ist     Um eine solche Anwendung aufzuset-                 den Umfang des Datenvolumens zu steu-
ein anderes IoT-Szenario, das sich immer       zen, brauchen Unternehmen folgende                 ern, sollte sich der Sensorfluss direkt an
stärker durchsetzt. Dabei leisten Sensoren     Komponenten:                                       der Maschine oder in einem ‘IoT Cockpit’
sehr gute Dienste. Damit bestückte Ma-                                                            regeln lassen. In diesem Edge Computing-
schinen, Anlagen oder Fassadenelemente         • ein Cloud-ERP-System, beispielsweise             Werkzeug treffen die Sensordaten ein,
melden regelmäßig ihre Zustände an den           SAP S4/Hana oder SAP Business ByDe-              werden anhand definierter Regeln verwal-
Hersteller. So können sich Störungen             sign                                             tet und können einen Event – beispiel-
unter Umständen beseitigen lassen, bevor       • eine Cloud-Lösung, die einen digitalen           weise eine Störmeldung – auslösen. Ein
sie den Betreibern Kosten verursachen.           Zwilling der Anlage oder des Produktes           solches Cockpit kann auch Daten mehrerer
Zudem lassen sich mithilfe solcher Lösun-        bereitstellt. Dieser ist nötig, um alle Infor-   Sensoren miteinander verknüpfen und Ser-
gen Service-Prozesse von administrativen         mationen und Events, die durch einen             vice-Aktivitäten auslösen. Werden die rich-
Aufgaben abkoppeln. Da die Serviceabtei-         Sensor ausgelöst werden, miteinander             tigen Komponenten (ERP, Digitaler Zwil-
lungen durch die Sensorinformationen so-         zu verbinden. Die Daten dienen später            ling, Sensor, Cloud-Plattform) mit automa-
fort von der Störung erfahren, können sie        für Vorhersagen                                  tisierten, digitalen Prozessen kombiniert,
auch umgehend Personal, Ressourcen und         • eine Cloud Plattform.                            sinken die Reaktionszeiten im Service in
Ersatzteile einplanen, um den Fehler aus                                                          der Regel deutlich. In Verbindung mit zu-
der Welt zu schaffen. Der Prozess ist au-      Darüber hinaus braucht es Sensoren und             verlässigen Prognosen lassen sich zudem
tomatisiert: Der Arbeitsauftrag geht an        Zähler direkt an den Maschinen und An-             viele Unregelmäßigkeiten bereits auflösen,
die Techniker, die die Störung beseitigen      lagen. Fehlt diese Ausstattung, lässt sie          bevor die Maschinenbetreiber sie über-
und melden, wenn sie damit fertig sind.        sich mit verschiedenen Retrofit-Angebo-            haupt bemerken. Und der beste Umgang
Daten wie Zeitaufwand und die Anzahl           ten nachrüsten, die es auf dem Markt               mit einem Problem ist es wohl, es gar nicht
der benötigten Ersatzteile werden an das       bereits gibt.                                      erst zu einem werden zu lassen.          ■
ERP-System gemeldet. Daraufhin lässt
sich bereits wenige Stunden nach Auftre-       Heimat für den Digital Twin                                Der Autor Detlef Aden ist Head
ten der Störung die Rechnung (automati-                                                                     of Business Development
siert) versenden. Im weiteren Verlauf          Um die betriebswirtschaftlichen Prozesse                     and Channel bei All4cloud.
überwacht das ERP-System die Zahlung           des ERP-Systems mit der technischen Aus-
oder erinnert die Kunden daran, diese          führung zu kombinieren, lassen sich Ser-                       www.all4cloud.de

                                                                                                                  IT&Production 5/2018             47
SAP-PARTNER | DSC Software AG                                                                                                                             - Anzeige -

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                               Dank Factory Control Center die richtigen Werkzeuge, Vorrichtungen, Unterlagen und
                               NC-Programme zur richtigen Zeit an der richtigen Maschine

                               Die Herausforderungen in der diskreten Fertigung sind heute komplexer denn je: globaler Wettbewerb,
                               deutlich kürzere Innovationszyklen, um immer schneller neue, hochgradig konfigurierbare Produkte bis hin
                               zur Losgröße 1 herzustellen. Dazu kommen verteilte Produktionsstandorte und höchste Qualitätsansprüche
                               der Kunden. Um vor diesem Hintergrund am Markt bestehen zu können, sind drei Faktoren ausschlag-
                               gebend: 1. Maximale Maschinenlaufzeiten 2. Minimale Rüstzeiten 3. Vermeidung von Fehlproduktion.
                               Um das zu erreichen, ist es entscheidend, analog zum Boxenstopp in der Formel 1 auch die Maschinen
                               in der Fertigung nach jedem Durchgang schnellstmöglich wieder fit zu machen. Dabei sind perfekte Orga-
                               nisation und Vorbereitung das A und O für den optimalen Durchfluss – Factory Control Center (FCTR) sorgt
                               gemeinsam mit SAP PLM für ideale Voraussetzungen für den ultimativen Boxenstopp!

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                                                                                                    chen. Das spart nicht nur Zeit, sondern sorgt auch für eine
                                                                                                    optimale Nut zung der Werkzeugbestände. Ausgelöst durch
                                                                                                    einen Fertigungsauftrag werden die relevanten Informationen
                                                                                                    und Daten sowohl der Betriebsmittelbereitstellung als auch
                                                                                                    den CNC-Maschinen prozesssicher zur Verfügung gestellt.
                                                                                                    Ebenso automatisch spielt FCTR optimierte Fertigungs daten
                                                                                                    ins SAP-System zurück. So bleibt Fertigungswissen erhalten
                                                                                                    und die Fertigungsqualität lässt sich stetig stei gern. Alles in
Bild: ©Fuse / gettyimages.de

                                                                                                    allem fördert FCTR so Werkzeugstandardi sierung und Lager -
                                                                                                    erschlankung, reduziert Rüst- sowie Standzeiten und optimiert
                                                                                                    Betriebsmittel- bzw. Maschinenauslastung.

                                                                                                    Die Vorteile im Überblick

                               Formel-1-Fertigung für die Fabrik von morgen                         • Alle CAD-CAM-DNC-Prozesse im SAP-System
                                                                                                    • Beschleunigung der Fertigungsvorbereitung
                               Das Konzept „Formel-1-Fertigung“ bietet Unternehmen viele            • Zentrale Werkzeugverwaltung
                               Chancen – vorausgesetzt, die Datenbasis stimmt. Sind die             • Konsistente Verwaltung der Stammdaten aus
                               Produktdaten vollständig im SAP-System hinterlegt, können              dem Fertigungsbereich im SAP-System
                               damit Folgeprozesse direkt angestoßen werden. Factory                • Anbindung von Shopfloor-Systemen
                               Control Center (FCTR) integriert u. a. CAM, Werkzeugbibliothek und     und Maschinenmagazinen
                               Fertigungsplanung in den SAP-gestützten Produktentstehungs-
                               prozess und bindet Shopfloor-Systeme an: ob Voreinstellgerät,
                               Lagerlift, CNC-Maschine oder andere. FCTR sorgt für nahtlose
                               CAD-CAM-DNC-Prozesse. Eingebunden ins Freigabe- und
                               Änderungswesen werden Planaufträge in Fertigungs aufträge
                               überführt. Damit werden die Produktionsplanung sowie die
                               Fertigung von Einzelteilen effizient unterstützt.

                               Effektive Verwaltung und Strukturierung                                  Kontakt
                                                                                                        DSC Software AG
                                                                                                        Am Sandfeld 17
                               Mit FCTR lassen sich Einzel- und Komplettwerkzeuge sowie Mess-
                                                                                                        76149 Karlsruhe
                               und Betriebsmittel normgerecht klassifizieren und verwalten –
                                                                                                        Tel.: +49 721 9774-100
                               inklusive Stücklisten, Geometrien, Schnittdaten, 2D/3D-Daten             info@dscsag.com • www.dscsag.com
                               und Prinzipbildern. Werkzeug flüsse lassen sich durch das Tool

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Moderne Zeitwirtschaft mit CAPP Knowledge
Die dmc-ortim GmbH bietet seit 1986 Hardware- und Softwareentwicklung in den Bereichen Zeitwirtschaft,
Arbeitsplanung bzw. Arbeitsorganisation und Industrial Engineering an. Wir unterstützen unsere Kunden
mit Software-Lösungen, Zeitaufnahmegeräten und Beratungen dabei, ihre Prozesse effizient zu organisieren
– von der Zeitaufnahme bis zur ERP-Integration.

Unser SAP-kompatibles Produkt CAPP Knowledge wurde als             Schwesterfirma DMC Datenverarbeitungs- und Management
Add-On für SAP Enterprise Resource Planning (ERP) entwickelt. Es   Consulting GmbH unsere Leistungen als anerkannter Software-
ist das führende Planzeitsystem und lässt sich nahtlos auch in     entwickler in SAP.
bereits bestehende SAP-Umgebungen integrieren. Mit CAPP
Knowledge können Planzeiten, die mit Methoden der Planzeit-        Sollten Sie Fragen zu unseren Produkten haben, wenden Sie sich
               ermittlung (MTM, REFA, usw.) entwickelt wurden,     gerne jederzeit an unsere Berater.
                direkt in den jeweiligen SAP-Modulen genutzt
                 werden. Das System dient zur Erstellung,
                 Verwaltung und Abfrage dieser Planzeiten.

                       dmc-ortim ist Teil der dmc-group, die
                                                                    Kontakt
                        aus sechs mittelständischen Firmen
                                                                    dmc-ortim GmbH
                         besteht. In den jeweiligen Fachgebieten
                                                                    Linderbacher Weg 30 • 99099 Erfurt
                          verfügen alle Gruppenmitglieder           Mario Rossow, Sales Manager
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                            über langjährige Erfahrung und          Tel.: +49 361 55146-12 • mario.rossow@dmc-group.com
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SAP-PARTNER | Trebing & Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co. KG                                                                                                     - Anzeige -

    SAP Digital Manufacturing & IoT-Services
    Trebing + Himstedt ist Experte für smarte MES- sowie IoT-Lösungen                Predictive Maintenance & Service und SAP Asset Intelligence
    auf SAP-Basis und betreut Konzerne und Mittelstandskunden                        Network (SAP AIN) basierend auf der SAP Cloud Platform –
    verschiedener Industriebereiche mit internationalen Referenzen                   powered by SAP Leonardo.
    für die High-Tech-Fertigung, Consumer-Products-Prozessindustrie
    sowie Automobilbranche. Die langjährige Erfahrung in der

                                                                           Bild: Trebing & Himstedt Prozeßautomation
    Produktion verbunden mit Prozess-Know-how und dem Wissen
    über Geschäftsanforderungen machen Trebing + Himstedt zu
    einem gefragten SAP Berater für die Industrie 4.0.

    Bei Trebing + Himstedt profitieren Sie von über 25 Jahren
    Projekterfahrung. Besonderes Augenmerk legt der Berater auf die
    Kernthemen Performance Management mit Produktions-
    kennzahlen, fehlerfreie variantenreiche Fertigung bis Losgröße 1
    mit papierloser Produktion und Traceability für eine automatisierte,
    rechtskonforme Produktrückverfolgbarkeit im Produktionsprozess
    sowie vorausschauende Wartung und Smart Asset Management
    für den Digitalen Zwilling.                                                                                        Kontakt
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    Als SAP Silver Partner lizenziert und implementiert Trebing +                                                      Wilhelm-Hennemann-Str. 13
                                                                                                                       19061 Schwerin
    Himstedt die SAP Leonardo Lösungen: SAP Manufacturing
                                                                                                                       Tel.: +49 385 39572-0 • Fax: +49 385 39572-22
    Execution (SAP ME), SAP Manufacturing Integration and Intelli-
                                                                                                                       sales-sap@t-h.de • www.t-h.de/sap
    gence (SAP MII), SAP Plant Connectivity (SAP PCo) sowie SAP
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                    www.it-production.com

Das ganze KNOW-HOW industrieller IT-Lösungen auf einen Blick

                                             info@it-production.com • www. it-production.com
                                                Tel.: +49 6421 3086-0 • Fax: +49 6421 3086-380
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