Scheidegger & Spiess Kunst I Fotografie I Architektur - Frühjahr 2019 - Park Books
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Wichtige Neuerscheinungen
Herbst 2018
Herausgegeben von
Ruch & Partner Architekten
Close-up
Mit Beiträgen von Hans-Jörg
Ruch und Franz Wanner
Ruch & Partner Architekten
1994–2018
Fotografien von
Filippo Simonetti
Mit seinen Restaurierungen und Umbauten historischer
Gebunden
424 Seiten, 272 farbige und Bauern- und Patrizierhäuser im Engadin hat der Schwei-
300 sw Abbildungen und Pläne zer Architekt Hans-Jörg Ruch internationale Bekannt-
27,5 × 29,5 cm
978-3-85881-553-8 Deutsch
heit erlangt. Nun liegt eine umfassende Monografie
978-3-85881-797-6 Englisch zum gesamten Schaffen des St. Moritzer Büros Ruch &
sFr. 150.– | € 140.–
Partner Architekten vor. Der opulente Band zeigt mit
ISBN 9783858815538 ISBN 9783858817976 vielen grossformatigen Bildern und auch für Laien ver-
Deutsch Englisch
ständlichen Plänen – ergänzt durch kurze Texte zu den
Projekten und einen Essay – eine repräsentative Werk-
9 783858 815538 9 783858 817976
auswahl, die auch vierzehn der berühmten Engadiner
Häuser einschliesst.
Herausgegeben von Almut
Die Welt der Giedions Grunewald. Mit Beiträgen von
Roger Fayet, Monica Giedion,
Sigfried Giedion und Carola Giedion-Welcker Almut Grunewald, Mario Lüscher,
im Dialog Bruno Maurer, Arthur Rüegg
und Bettina Zimmermann
Sigfried Giedion (1888–1968) und Carola Giedion-Wel- Gebunden
ca. 420 Seiten, ca. 253 farbige
cker (1893–1979) prägten die kunst- und architekturhis- und 23 sw Abbildungen
torische Forschung ihrer Zeit und spielten eine bedeu- 22 × 33 cm
978-3-85881-610-8 Deutsch
tende Rolle bei der Vernetzung führender Protagonisten
978-3-85881-819-5 Englisch
der Moderne in Architektur, Kunst und Literatur. Dieser
sFr. 99.– | € 97.–
Band erlaubt eine Neubestimmung ihrer Tätigkeit und
Wirkung. Reich illustriert mit Bildern und bislang un- Erscheint im Februar 2019
veröffentlichten Dokumenten aus dem erst seit Kurzem ISBN 978-3-85881-610-8 ISBN 978-3-85881-819-5
Deutsch Englisch
vollständig zugänglichen Nachlass der beiden, bietet er
einen lebendigen und facettenreichen Einblick in das 9 783858 816108 9 783858 818195
«Universum Giedion».
Roland Jaeger
Foto-Auge Fritz Block
Gebunden Neue Fotografie – Moderne Farbdias
336 Seiten, 146 farbige
und 355 Duplex-Abbildungen
23,5 × 30 cm
978-3-85881-531-6 Deutsch Der Architekt Fritz Block (1889–1955) zählte zu den en-
978-3-85881-789-1 Englisch gagierten Vertretern des Neuen Bauens in Deutschland.
sFr. 99.– | € 85.– Ab 1929 brachte er den Impuls der Moderne auch als
ISBN 978-3-85881-531-6 ISBN 978-3-85881-789-1 Fotograf zum Ausdruck. Seiner jüdischen Herkunft
Deutsch Englisch
wegen 1933 zur Aufgabe seiner Tätigkeit als Architekt
gezwungen und 1938 in die USA emigriert, machte er
9 783858 815316 9 783858 817891
die Fotografie schliesslich zu seinem Hauptberuf. Diese
erste Monografie über den Fotografen Fritz Block de-
monstriert die gesamte Breite seines Schaffens und des-
sen Bedeutung für die moderne Fotografie.Herausgegeben von Michaela
Porträt in Gesprächsform einer der
Unterdörfer und Laura Bechter
wichtigsten Kunstsammlerinnen
der Welt
In Zusammenarbeit mit
Hauser & Wirth Publishers Thematisiert den Werdegang der
Sammlerin und ihre Schwerpunkte
Gestaltet von N. N.
Behandelt Begegnungen der
Gebunden mit Schutzumschlag Sammlerin mit den ihr wichtigsten
ca. 224 Seiten, ca. 160 Abbildungen Künstlerinnen und Künstlern
ca. 15,2 × 21,4 cm
978-3-85881-631-3 Deutsch
ca. sFr. 49.– | € 48.–
Erscheint im Juni 2019
Eine heraus-
ISBN 978-3-85881-631-3
ragende Kunst-
sammlerin im
9 783858 816313 Dialog
Der innere Spiegel
Gespräche mit der Kunstsammlerin Ursula Hauser
In den Gesprächen geht es Ganz im Stillen begann Ursula Hauser in den 1980er-Jahren eine Kunstsammlung
um die folgenden Künstlerinnen
und Künstler: aufzubauen, die heute zu den eindrucksvollsten Privatsammlungen moderner und
Louise Bourgeois zeitgenössischer Kunst der Welt zählt. Sie erwarb Werke visionärer Künstlerinnen und
Roman Signer Künstler wie etwa Louise Bourgeois, Carol Rama, Alina Szapocznikow, Franz West
Eva Hesse und vieler anderer und war 1992 Mitbegründerin der heute international führenden
Francis Picabia Galerie Hauser & Wirth. Dieses Buch bietet zum ersten Mal einen ganz persönlichen
Pipilotti Rist Einblick in Ursula Hausers Leben und ihre Sammlung.
Franz West Die Werke in Ursula Hausers Sammlung sind eng mit ihrer eigenen Identität und ihrem
Maria Lassnig Lebensweg verbunden, von ihrer Geburt 1939 in der Ostschweiz bis hin zu ihrer Rolle
Jason Rhoades als Mutter, als Teilhaberin im Elektrowarenunternehmen ihres Vaters und schliesslich
Alina Szapocznikow zur Gründung einer Kunstgalerie zusammen mit ihrer Tochter und ihrem Schwieger-
Paul McCarthy sohn. Familie ist die unerschütterliche Achse, um die sich Ursula Hausers Leben dreht;
Berlinde De Bruyckere für sie gehören auch die Künstler, deren Werke sie sammelt, zu diesem Kosmos. In
u. a. Ursula Hausers Sammlung einzutauchen, heisst daher gleichzeitig, die Sammlerin
kennenzulernen und gemeinsam mit ihr eine Reise durch die Kunst des späten 20. und
frühen 21. Jahrhunderts zu unternehmen.
Laura Bechter ist Sammlungsleiterin und Kuratorin der Hauser & Wirth
Collection.
Michaela Unterdörfer ist Verlagsleiterin von Hauser & Wirth Publishers,
dem Publikationszweig der gleichnamigen internationalen Galerie.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 3217 220 223 226
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219 222 225 228
16 Markengestalten Der schleMMerkopf 17
Was alles Bauhaus ist und sein kann!
Bauhausort 000 000 000
bedeutete. Allerdings muss im Falle von realisieren konnte, mit denen es auch heute nelius van der Linden in den frühen 1930er
Friedrich Karl Engemann und Hubert Hoff- noch zuerst in Verbindung gebracht wird. Jahren eine detaillierte „Analyse des Raumes
mann auch darauf hingewiesen werden, dass Vielen Menschen, die das Bauhaus als positi- Dessau“ und einen darauf fußenden General-
sie ihre Karrieren im nationalsozialistischen ven Beitrag zu einer neuen Kultur sahen, wa- bebauungsplan erarbeitet. Beides wurde 1933
Deutschland sehr erfolgreich hatten weiter- ren das Programm und die Hervorbringungen von Walter Gropius auf dem berühmten vier-
verfolgen können. 2 der Schule als überaus aktuelle, jedoch durch ten Kongress der CIAM (Congrès Internatio-
Carl Marx beschrieb sein Empfinden so: die nationalsozialistische Diktatur brutal un- naux d’Architecture Moderne) der internatio-
„1945 ging erneut das Licht und das Herz terbrochene Angelegenheit präsent, sodass nalen Fachwelt vorgestellt. Hubert Hoffmann
auf.“ 3 Sämtliche Bauhäusler, die 1945 in Des- schon bald der Ruf nach einer Wiedereinrich- war also mit den Dessauer Gegebenheiten
sau lebten, waren noch in einem Lebensalter, tung das Bauhauses laut wurde. bestens vertraut. Im Dezember 1945 wur-
in dem man aktiven Menschen einen von Zu diesen Rufern gehörten nicht nur Bau- de Hoffmann Baurat in Dessau. Er bezog die
Elan befeuerten Neuanfang zutrauen darf: häusler. Auch Außenstehende meldeten sich gegenüber dem Bauhaus gelegene Wohnung
Carl Marx als Jüngster war 35 Jahre alt, Max zu Wort, wie etwa ein anonymer Leserbrief- am Bauhausplatz 6, die für einige Monate
Ursin war nur ein Jahr älter, Hubert Hoff- schreiber, der im Bernburger Volksblatt vom auch die offizielle Adresse des neu gegründe-
mann, Spiritus rector aller Bemühungen um 12. November 1945 die eben erfolgte Umbe- ten Bauhaus-Sekretariats werden sollte, und
einen Neubeginn des Bauhauses in Dessau, nennung des Platzes vor dem Bauhausgebäu- nahm Kontakt zu den in Dessau ansässigen
Bauhaus zur war 41, Friedrich Karl Engemann 47, Hinn-
erk Scheper 48 und Carl Fieger als Ältester
de in „Bauhausplatz“ begrüßte. Er verband
dies mit der Hoffnung auf eine „baldige Aufer-
Bauhäuslern Friedrich Karl Engemann, Carl
Marx, Rolf Radack und Max Ursin auf.
touristischen war 52 Jahre alt. Nach 1945 stießen noch wei-
tere Bauhäusler dazu, die hier nur genannt
stehung des Bauhauses“ und einer Mahnung
an die „Kleingeistigen“: „Bauhaustapeten
In Ostdeutschland beriefen sich nach 1945
mehrere Hochschulen auf das Bauhaus. Vor
profilierung sein sollen: der Bühnenbildner Georg Nei-
denberger, die Architekten Wilhelm Jacob
gibt es immer noch, Bauhausmöbel ebenso
und ‚Bauhaus‘ ist ein Begriff geworden.“ 5
allem in Weimar, Berlin, Dresden und Halle. 7
Schon im Sommer 1945 hatte der Architekt
Hess, Fritz Pfeil, Adolf Menge und Willy Alex All das bedeutete nicht zuletzt den Wunsch, Hermann Henselmann geplant, die Weimarer
Stamm sowie der Fotograf und Grafiker Kurt an eine kulturelle Institution anknüpfen zu Hochschule zu reformieren und sie „Bauhaus.
Stolp. Mit Ausnahme von Carl Fieger und können, die aus Deutschland kam, die man Hochschule für Baukunst und das gestal-
Hinnerk Scheper gehörten diese Bauhäusler jedoch vom nationalsozialistischen Ungeist tende Hand- und Maschinenwerk“ zu nen- 000 000 000
zur Dessauer Schülergeneration. Wilhelm Ja- frei wähnte. Mehr noch, gewissermaßen als nen. Fritz Hesse erfuhr davon und reagierte
cob Hess, Carl Marx, Fritz Pfeil und Max Ursin Opfer des Nationalsozialismus bot sich das prompt. In seinem Brief an Henselmann vom
hatten unter Ludwig Mies van der Rohe stu- Bauhaus als positive Identifikationsmöglich- 23. September 1945 erinnerte er an die beson-
diert, Adolf Menge, Georg Neidenberger und keit an. Max Ursin erinnerte sich Jahrzehnte deren, von 1925 bis 1932 in Dessau entstande-
Kurt Stolp studierten auch zur Ära von Han- später daran, im November 1945 in Hanno- nen Leistungen des Bauhauses, insbesondere
nes Meyer, und nur Hubert Hoffmann und ver ein Plakat des United States Information an jene Bauten, „die noch heute als Bauhaus-
Friedrich Karl Engemann hatten ihr Studium Service gesehen zu haben, auf dem stand: bauten bezeichnet werden“ 8. Der Name Bau-
18470 Z hinausgehende Aktivitäten von Bau- schon bei Walter Gropius begonnen. Es war „Wenn Deutschland in diesem Jahrhundert haus sei „mit der Stadt Dessau aufs engste
häuslern begannen erst einige Wochen spä- eine einzigartige Gemeinschaft, die sich auf nur das Bauhaus erfand, dann hat es der Welt verbunden“. Und: „Durch all dies glauben wir
ter, als Deutschland in vier Besatzungszonen das Bauhaus berief, die nur für die kurze Zeit einen großen Beitrag geschenkt!“ 6 Dessauer, uns einen besonderen Verdienst
aufgeteilt worden war und in Dessau, das ab von 1945 bis 1947 existierte – und die sich in All diese Bemühungen hätten nur wenige um das Bauhaus erworben zu haben.“ Als Ju-
Juli 1945 zur Sowjetischen Besatzungszone Ostdeutschland so nie wieder zusammenfin- Bauhäusler nach rist wies er zudem auf eine Vereinbarung hin,
gehörte, der Aufbau einer neuen Verwaltung den sollte. 4 Hoffmann, der bis dato in Magdeburg an die er 1932 mit dem letzten Bauhausdirektor
begann. Die hier zu nennenden Bauhäusler Im Mai 1945 lag die Schließung des Bau- der Stadtplanung mitwirkte, und bot ihm Mies van der Rohe getroffen hatte, und die
nahmen diese Situation sicherlich als Chan- hauses gerade einmal zwölf Jahre zurück. Ihr eine Stelle als Baurat in Dessau an. Zugleich ausschließlich diesem zusprach, „über die
ce wahr. Für fast alle kann man annehmen, Ende hatte die Schule 1933 in Berlin gefun- stellte er ihm in Aussicht, eine Wiedereröff- Bezeichnung ‚Bauhaus‘ zu verfügen und alle
dass sie den Zusammenbruch des national- den, doch ihr Name war im öffentlichen Be- nung des Bauhauses zu planen und in die mit dieser Bezeichnung verbundenen Rechte
sozialistischen Staates auch als persönliche wusstsein vor allem mit Dessau verbunden, Wege zu leiten. Hubert Hoffmann hatte von auszuüben“. Hesse machte klar, dass er nicht
Befreiung erlebten und dass dieser Neuan- wo das Bauhaus als Hochschule für Gestal- 1926 bis 1929 am Bauhaus Dessau Architektur daran zweifelte, dass Mies van der Rohe dem
fang für sie in mehr oder weniger direkter tung von 1925 bis 1932 jene epochemachen- studiert und im Auftrag von Walter Gropius Dessauer Institut „das ihm zustehende Recht
Weise einen erneuerten Bezug zum Bauhaus den Bauten, Produkte und weiteren Projekte zusammen mit Wilhelm Jacob Hess und Cor- auf die Bezeichnung ‚Bauhaus‘ zuerkennen“
18 Markengestalten Bauhausort 19 42 Markengestalten Bauhausstil 43
Die Bau
hausleuchte
121 124 127 130 000
122 125 128 131
123 126 129 132
4 Markengestalten Die Bauhausleuchte 5 64 Markeneinsatz Bauhaus-Ort 65Gestaltet von 1kilo
Eine leicht lesbare Bauhaus-
Geschichte mit ungewohnter
Gebunden
Perspektive
ca. 320 Seiten, ca. 350 farbige
Abbildungen Ein Panorama dessen, was weltweit
20 × 28 cm mit dem Begriff Bauhaus in Ver-
978-3-85881-620-7 Deutsch bindung gebracht und mithilfe
ca. sFr. 39.– | € 38.– seiner Wirkungsmacht vermarktet
wird
Erscheint im April 2019
Verdeutlicht die umfassende und
anhaltende Bedeutung des Begriffs
Bauhaus auch acht Jahrzehnte
nach Schliessung der Institution
ISBN 978-3-85881-620-7
9 783858 816207
Philipp Oswalt
Marke Bauhaus
1919–2019
Nicht Funktion und Gebrauch zeichnen das Bauhaus aus, sondern Symbolik. Ob Qua-
drat, Dreieck oder Kreis, ob Wagenfeld-Lampe, Schlemmer-Kopf oder weisse Kuben
mit Flachdach: Das Bauhaus hat ikonische Bildzeichen und einen Stil kreiert, der we-
der funktional noch sozial ist, aber visuell prägnant.
Bauhaus-Gründer Walter Gropius zielte von Anfang an darauf, aus dem Bauhaus eine
Marke zu entwickeln – mit Erfolg. Sei es in Konsum, Politik oder Kultur: Mehr als
achtzig Jahre nach seiner Schliessung ist das Bauhaus präsenter als je zuvor. Es ist in-
zwischen zu einer partizipativen Marke geworden, die nicht mehr zentral gesteuert
werden kann, sondern an der unzählige Produzenten und Konsumenten mitgeschrie-
ben haben. Das einstige Verspechen nach Funktionalität und sozialer Verpflichtung
bleibt dabei allerdings uneingelöst. Das Buch von Philipp Oswalt, ehemaliger Direktor
der Stiftung Bauhaus Dessau, widmet sich anhand zahlreicher Bildbeispiele und ge-
haltvoller Texte dieser prominenten Markenbildung und -verwendung.
Philipp Oswalt war von 2009–2014 Direktor der Stiftung Bauhaus Des-
sau und ist Mitbegründer des projekt bauhaus. Seit 2006 ist er Professor
für Architekturtheorie und Entwurf an der Universität Kassel.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 5Kapitel 3
Moving Away
„Moving Away“ nimmt Marcel Breuers Collage ein bauhaus- Debatten zwischen den Direktoren und Lehrenden des
film (1926) zum Ausgangspunkt, Anpassungen und Weiter- Bauhaus, die unterschiedliche Meinungen teilten über
entwicklungen von Gestaltungsansätzen des Bauhaus nach die soziale oder aber kommerzielle Ausrichtung der
1933 zu verfolgen. Breuers Collage ist in den Ausklapp- Schule und der künstlerischen und polytechnischen Lehre.
seiten der ersten von Gropius herausgegebenen Ausgabe der Der Aufstieg des Nationalsozialismus und die politischen
bauhaus. zeitschrift für gestaltung 1926 veröffentlicht worden Angriffe gegen das moderne Schulexperiment führten
und persifliert quasi eine Zeitschriftenanzeige. Auf einem letztlich zur Schließung durch die SA. Flucht und Migration
Filmstreifen wird pro Einzelbild ein von Breuer entworfener von Lehrenden und Studierenden verstreuten seitdem die
Stuhl vorgestellt. Diese Sequenz visualisiert mit den Mitteln Ideen in die Welt an unterschiedlichste Orte. Die erzwun-
der avantgardistischen Bildcollagetechnik den schnellen gene Migration, die Konsequenzen der prekären Lebensver-
Stilwechsel vom Expressionismus über De-Stijl-Einflüsse hältnisse, die Notwendigkeit, in der Fremde den Lebens-
bis zum Funktionalismus. Im letzten Bild aber, neben der unterhalt verdienen zu müssen, die Verstrickungen mit den
offenen Datierung „19??“, scheint eine Frau ganz ohne einen sich jeweils wandelnden staatlichen Haltungen zu Gestal-
Stuhl in der Luft zu sitzen. Diese Leerstelle, in der sich ein tung, Kunst und Architektur sowie das Zusammentreffen
Objekt befinden könnte, und die darauf bezogenen Fragezei- mit anderen Gesellschaften und deren Kulturen – all das
chen in der Datierung verweisen auf eine ungewisse Zukunft führte zu neuen Anpassungen von Ideen, die ehemals
des Gestalters und auch der Gegenstände und Gesellschafts- am Bauhaus entwickelt wurden.
formen, die Breuer 1926 noch nicht vorhersehen konnte.
In der Bildsequenz zeigt sich zudem bereits die Abkehr Bereits 1930 beantragte Hannes Meyer, der aufgrund seiner
vom Weimarer Bauhaus-Konzept, der „Einheit von Kunst Unterstützung des bestehenden kommunistischen Studen-
und Handwerk“, und nachfolgenden Phasen der Schule, tenwerks als Bauhaus-Direktor auf Druck der konservativen
die im Jahr 1926 in der Stadt Dessau angekommen war. Der Kreise in Dessau entlassen wurde, bei der sowjetischen
Neubeginn in Dessau brachte auch neue Kontroversen mit Botschaft seine Übersiedlung nach Moskau. 1931 folgten
sich. Diese waren durch externen – finanziellen, politischen, ihm ehemalige Studierende und Angestellte. Wie für viele
ideologischen – Druck geprägt, aber auch durch die internen andere Architekten der Moderne lag die Motivation, in
Marcel Breuer, ein bauhaus-film. fünf jahre lang, 1926, aus: bauhaus, 1 (1926),
158 Ausklappseite innen. Offset-Lithografie, 42 × 29,7 cm
Bauhaus Past Play >
658 Seiten Bauhaus in einer Minute. Der Film Bauhaus von
Muriel Cooper, Ausstellungsplakat für Bauhaus: Weimar, Dessau, Berlin, Chicago, 1969
Forward1
Muriel Cooper erzählt die Geschichte der Institution, ihrer
Protagonisten und Werke im Zeitraffer. Die Grundlage
für dieses filmische Experiment bildet die englische Ausgabe
des Kataloges Bauhaus. Weimar, Dessau, Berlin, Chicago
(MIT Press, 1969). Im Film rasen Hunderte von Abbil-
dungen und Dokumente und Tausende von Wörtern vor den
Augen der Betrachterinnen und Betrachter vorbei. Jede
Doppelseite bleibt für den Bruchteil einer Sekunde stehen.
Zu kurz, um sie als einzelne wirklich zu erkennen. Als würde
man einen Film im Schnellvorlauf sehen. Die Geschichte
des Bauhaus wird visualisiert und gleichzeitig verflüchtigt:
Weimar – Dessau – Berlin – Chicago.
RewindHerausgegeben von Marion
Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum
von Osten und Grant Watson
ist eines der grossen Kultur
ereignisse des Jahres 2019
Gestaltet von Wayne Daly
Untersucht erstmalig den Einfluss
Gebunden des Bauhaus auch auf die Moderne
ca. 330 Seiten, ca. 175 farbige und ausserhalb Europas
28 sw Abbildungen
ca. 24 × 30 cm Präsentiert neue internationale
978-3-85881-623-8 Deutsch Forschungsergebnisse und er
ca. sFr. 65.– | € 58.– möglicht so eine aktuelle, globale
Lektüre des Bauhaus und seiner
Erscheint im März 2019 Ideenwelt, mit rund zweihundert
Kunstwerken und Designarbeiten
aus der ganzen Welt
Begleitet die Ausstellungen im
Haus der Kulturen der Welt, Berlin
(15. März bis 10. Juni 2019), und im
Zentrum Paul Klee, Bern (20. Sep-
tember 2019 bis 12. Januar 2020)
ISBN 978-3-85881-623-8
9 783858 816238
Bauhaus Imaginista
Die globale Rezeption bis heute
h In der Geschichte von Kultur, Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts
a s Buc n
D le nimmt das Bauhaus eine zentrale Rolle ein. Seine Ideen verbreiteten sich weltweit,
z e ntra s- korrespondierten mit lokalen Ausprägungen der Moderne und wurden in die jeweili-
zur umsau
ilä gen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexte übersetzt und weiterentwickelt.
Jub ellung Als Begleitbuch zur grossen Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt in Berlin und
st
im Zentrum Paul Klee in Bern verfolgt bauhaus imaginista die internationale Wirkung
der Bauhaus-Praxis und -Pädagogik vor dem Hintergrund der geopolitischen Verän-
derungen im 20. Jahrhundert.
Ausgehend von einem mehrjährigen Forschungsprojekt zeigt dieser reich illustrierte
Band erstmals in diesem Umfang die Rezeptionsgeschichte des Bauhaus und dessen
globale Ausstrahlung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem wechselseitigen Austausch
des Bauhaus, seiner Studierenden und Lehrenden mit aussereuropäischen Entwicklun-
gen der Moderne wie etwa in Indien, China, Russland, Brasilien und den USA.
Marion von Osten ist eine international tätige Kuratorin, Wissenschaftlerin
und Autorin und lebt in Berlin. Seit 2014 ist sie künstlerische Leiterin
und Kuratorin des Ausstellungsprojektes bauhaus imaginista zusammen
mit Grant Watson.
Grant Watson lebt und arbeitet als Kurator und Forscher in London, wo er
am Royal College of Art einen Lehrauftrag hat. Zusammen mit Marion von
Osten ist er seit 2016 für das Projekt bauhaus imaginista verantwortlich.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 7Mit Beiträgen von Franziska Kunze
Blumen zählen zu den beliebtesten
und Nadine Olonetzky
Motiven in Malerei und Fotografie
Gestaltet von Anna Halm Schudel interpretiert
Hi – Visuelle Gestaltung das Sujet in ihrer Serie neu
Gebunden Hochwertige, sorgfältig materiali-
ca. 128 Seiten, ca. 80 farbige sierte Ausstattung
Abbildungen
ca. 22 × 33 cm
978-3-85881-621-4
Deutsch / Englisch
ca. sFr. 59.– | € 48.–
Erscheint im April 2019
ISBN 978-3-85881-621-4
9 783858 816214
Anna Halm Schudel
Blossom
Blumenstücke
Vom antiken Wandbild über das barocke Stillleben bis zur Fotografie der Gegenwart:
Blumen gehören zu den beliebtesten Motiven der Kunstgeschichte. Seit 25 Jahren be-
schäftigt sich die Zürcher Fotografin Anna Halm Schudel mit dem traditionsreichen
Sujet. Mit der Kamera zoomt sie in Blumenkelche hinein und an Blütenstempel oder
Blattadern heran. Sie zelebriert die leuchtende Farbenpracht und Formenvielfalt und
damit die Verführungskunst der Blumen. Ebenso leidenschaftlich verfolgt die Foto-
grafin den Prozess des Ausbleichens, Verdorrens und Welkens und nimmt trockene,
faulende oder unter Wasser driftende Sträusse auf. Blossom vereint dekorative Pracht
mit einem Memento mori. Diese Symbolik und die Bezüge zur Geschichte des Blumen-
stilllebens thematisieren die Kunst- und Fotohistorikerin Franziska Kunze und die
Fotopublizistin Nadine Olonetzky in ihren Essays.
Anna Halm Schudel lebt und arbeitet als freischaffende Fotografin
in Zürich.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 9Fig. 17 Paris, 1927, Left to right: August and Frieda Klipstein, Yvonne Gallis, Fig. 11 Jeanneret riding a horse at Shipka Pass, June 28, 1911 Fig. 12 Le Corbusier’s note from December 1962, referring to 2 drawings of Kazanlŭk
Pierre Jeanneret and Le Corbusier. Private collection. (photo attributed to Klipstein). FLC L5(1) 165 “being copies by Klipstein from his own drawings” (see Figs. 13a–13d).
FLC E2(6) 243-002
11
12
17
August Klipstein and Le Corbusier’s Journey to the East, 1911 Orient Reise [Eastern Journey] 1911 by August Klipstein
Fig. 18 Le Corbusier watercolor “in memory of my friend Klipstein,” sent
Die eindrückliche Dokumen-
to his widow Frieda, December 14, 1960. The image represents an early
variation of the series “UBU.” Courtesy Regula Bandi-Klipstein.
Marseille, Ronchamp, La Tourette, Nantes-Rezé, Berlin, the Brazilian
Pavilion at Cité Universitaire, Firminy, Carpenter Center, Hospital of
Venice, the Zurich Pavilion, and his first full city, the new capital of Punjab
province: Chandigarh (1952–1965).
tation der Bildungsreise,
In 1965, a few months before his death, Le Corbusier acquiesced
to the request of his editor, Jean Petit, to publish as many works of his
as could be assembled. Jean Petit always had his eye on the great man’s
legacy, for artistic as well as purely commercial reasons. He was willing
to work quickly and at times carelessly, pulling together various notes
and texts and publishing them in pocket-size booklets. For Jean Petit,
any artifact or topic that was still unpublished was a welcome subject, no
die Le Corbusier und sein
matter how distant and romantic it happened to be—and for Le Corbus-
ier, this project could have served as an unprefaced final confession from
his own youth.
There were, of course, literary discontinuities. Between the 1910s
and the 1960s, Le Corbusier’s writing style had undergone a major shift
from impressionistic and romantic to didactic, authoritative, and antisep-
Freund August Klipstein
tic. It is hard to imagine that on his own, the architect would have been
seized with enthusiasm for his “old” sentimental style, rejected or unreal-
ized in the past. But Frieda’s presence, Jean Petit’s editorial activity, and
perhaps moments of nostalgia were all nudging this experience towards
a new reality in print.
Still, it would take years of on-and-off reminding and backsliding
1911 unternahmen
before the 1911 text again became a priority. In a letter to Le Corbus-
ier from November 20, 1960, Frieda mentioned that she had seen his
latest publication L’Atelier de la recherche patiente [Creation is a Patient
Search]. This book, among the architect’s most autobiographical state-
ments, reproduces many images and drawings from Le Corbusier’s youth,
including those from the 1911 journey spread over 13 pages. Frieda very
much wanted a copy of this book, for August’s collection. Several weeks
later, on December 14, 1960, Le Corbusier answered her letter, apologiz-
18
ing for his tardiness (he had just returned from India). He also enclosed
a watercolor “in memory of my friend Klipstein” with an accompanying
sketch about how to frame it. (fig. 18)
August Klipstein and Le Corbusier’s Journey to the East, 1911
Fig. 23 Kariye mosque (from Tagebuch, p. 31). Fig. 10 a “Les punaises” [Bedbugs], watercolor by Ch.-E. Jeanneret, 1911, sent to Mme Klipstein
Fig. 10 b Upon receiving this drawing Madame Klipstein wrote on the back, “August tormented
by parasites during the Balkan tour with Le Corbusier.”
that her husband had left behind. It is even possible that Le Corbusier was
not even aware that his friend’s travel diary had survived. Frieda, mean-
while, continued to re-read it and to enter the occasional small marginal
comment in her own handwriting.
The relationship between the widowed Frieda, the surviving docu-
ments of her late husband, and Le Corbusier at the peak of his activity
and fame in the 1950s and 1960s, led to two hypotheses. First, that a
companion volume to Jeanneret / Le Corbusier’s Journey to the East—the
same journey, but as recorded by his travel companion—would interest
architectural historians. Such a volume would connect the full typed text
of Orient-Reise (57 pages), translated into English and annotated, to rele-
vant correspondence in its original French (the occasional German-lan-
guage exchanges translated into English as an appendix, Correspondence
1910–1965), as well as to the pertinent photographs and drawings. Among
these latter images are ones that Le Corbusier later claimed were copies
made by Klipstein of his own drawings.
This assumption of visual plagiarism in their “master-pupil rela-
tionship” (as Jeanneret described it at the time) was to be subsequently
10a
questioned on several occasions. In some instances the charge might be
true. In one case, for example, Le Corbusier claims correctly that Klip-
stein copied two of his drawings of Kazanlŭk (Bulgaria) (see chapter 2,
Orient-Reise, figs. 13a, 13b, 13c, and 13d) where clearly Klipstein has done his
own variant of Jeanneret’s sketch. But other examples of alleged plagia-
rism claimed by Le Corbusier are highly questionable, such as the draw-
ing of the Eastern Gate and view of Süleymaniye Mosque in Istanbul (see
chapter 2, Orient-Reise, figs. 30a, 30b, 30c, and 30d).
Perhaps the most interesting instance of this false claim or confu-
sion in authorship is a drawing made in Knjaževac, Serbia, claimed to
be by Jeanneret. This drawing is one of the three that is held today in
the National Museum of Belgrade, and which was done from a visit to
the Ethnographic Museum in 1911. An exchange of letters between Le
Corbusier and the curator of the Museum, Katja Ambroziŭ, in 1963 is
a case in point. On December 15, 1962 she wrote Le Corbusier asking
that he authenticate his authorship of this drawing in their collection.
Le Corbusier responded on January 5, 1963: “ . . . I did actually make a
10b
Orient Reise [Eastern Journey] 1911 by August Klipstein August Klipstein and Le Corbusier’s Journey to the East, 1911
Fig. 14 Amedée Ozenfant, Albert Jeanneret and Charles-Edouard Jeanneret, 1919. FLC L3(16)15-25 Fig. 15 “A useful journey,” early sketch by Le Corbusier of Journey to the East dividing
Europe of 1911 into 3 categories: Industry, High Culture, and Folklore. FLC B2(14) 237
Itinéraire du voyage d‘Orient
apparently in response to a question from a friend who had closely
followed the themes of the book’s chapters in L’Esprit Nouveau. “Confes-
sion” was a pretext for providing his public with an autobiography, and
in it Jeanneret dealt with his past, his education, training and formative
experiences. Still a young man, he was already mythologizing the phases
of his life. “Confession” included sketches from his 1911 journey, as well
as a hand-drawn map of the itinerary he had traveled over past years.
Le Corbusier divided the map of Europe into three different categories,
labeling various regions “c” for Culture, “f” for folklore, and “i” for indus-
München try, together with a caption that read “A useful journey.”70 (fig. 15)
Jeanneret made one last attempt to publish all his chapters as a
unified book, with additional notes and chapters. An entry in the published
edition of Après le Cubisme in 1918 advertised a new collection of his
writings to be known as Les Commentaires sur l’Art et la Vie moderne.
(fig. 16)
Also promoted were “Vers une Architecture in press” and several
other titles, among them “L’Art Decoratif Actuel” (an illustrated volume)
and Tilleul et Camomille [Linden and Camomille]. The latter was none
Paestum
14 15
Eastern Journey [Orient-Reise]—1911
August Klipstein and Le Corbusier’s Journey to the East, 1911 Le Voyage d’Orient: the Backstory of Le Corbusier’s Parallel Journey Mit einer Einführung
Mit dem vollständigen und durch
von Tim Benton
den Autor annotierten Text des
bisher unveröffentlichten Reise-
Gestaltet von Iza Hren
tagebuchs von August Klipstein
(in Englisch)
Gebunden
ca. 336 Seiten, 92 farbige und Eine grossartige Ergänzung des
43 sw Abbildungen seit 1966 in mehreren Ausgaben
15,5 × 24,5 cm publizierten Reisetagebuchs Le
978-3-85881-817-1 Englisch Voyage d’Orient von Le Corbusier
ca. sFr. 49.– | € 48.–
Reich bebildert mit Zeichnungen
Erscheint im März 2019 und Fotografien August Klipsteins
und Le Corbusiers
Mit dem Briefwechsel zwischen
Le Corbusier und August Klipstein
sowie dessen Frau Frieda Klipstein
(in Englisch)
ISBN 978-3-85881-817-1
9 783858 818171
Ivan Žaknić
Klip and Corb on the Road
The Dual Diaries and Legacies of August Klipstein and Le Corbusier
on Their Eastern Journey, 1911
Im Jahr 1911 unternahmen Charles-Edouard Jeanneret (später Le Corbusier) und der
junge Kunsthistoriker August Klipstein eine gemeinsame Reise durch Europa. Diese
führte sie über Prag, Wien, Budapest, Bukarest u. a. nach Konstantinopel, auf den Hei-
ligen Berg Athos und nach Athen. Ivan Žaknić spürt der kreativen Symbiose dieser
Freundschaft nach.
Klipsteins Interessen waren zielgerichteter, er war ästhetisch stärker geprägt und
wollte Studien betreiben, um seine Dissertation abzuschliessen, Jeannerets Wahrneh-
mungen waren unmittelbarer und romantischer. Beide interessierten sich für Volks-
kunst, führten Tagebuch, fotografierten und zeichneten, teilweise die gleichen Motive,
manchmal kopierten sie sich gegenseitig.
Mit dem bisher unveröffentlichten Reisetagebuch von August Klipstein und dem kaum
bekannten Briefwechsel zwischen ihm und Le Corbusier liegt nun, nach Le Corbusiers
Le Voyage d’Orient (1966), die andere Perspektive auf die gleiche Reise vor. Klip and
Corb on the Road bringt uns damit nicht nur die heute weniger bekannte Persönlich-
keit des Berner Kunsthändlers Klipstein näher, sondern vermittelt auch spannende
neue Einsichten in die frühen Jahre Le Corbusiers.
Ivan Žaknić ist Professor emeritus für Architektur und Kunst an der
Lehigh University in Pennsylvania. Er ist Autor mehrerer Publikationen
über Le Corbusier, in denen er sich vor allem mit dessen Früh- und
Spätwerk beschäftigt.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 11Der Architekturwettbewerb als Längsschnitt durch die Baukultur
Herausgegeben vom Institut für
Eine Architekturgeschichte
Kulturforschung Graubünden ikg
Graubündens im späten 19. und
mit Unterstützung des Bündner
frühen 20. Jahrhundert aus
Heimatschutzes
neuem Blickwinkel
Fotografien von Ralph Feiner In der betrachteten Epoche ent-
standen zahlreiche Bauwerke,
Gestaltet von Guido Widmer die Landschafts- und Ortsbilder
Graubündens bis heute prägen
Gebunden
ca. 250 Seiten, ca. 100 farbige und Präsentiert wichtige, jedoch
sw Abbildungen, ca. 100 Architek- wenig bekannte Gebäude und
turzeichnungen stellt zahlreiche nicht realisierte
ca. 22 × 28 cm Entwürfe vor
978-3-85881-619-1 Deutsch Reich illustriert mit Architektur-
ca. sFr. 79.– | € 77.– zeichnungen und neu aufgenom-
menen Fotografien ausgeführter
Erscheint im April 2019 Bauten
Ein Buch für kultur- und sozial
historisch interessierte Kunst- und
Architekturfreunde
ISBN 978-3-85881-619-1
9 783858 816191
Leza Dosch
Entwurf im Wettbewerb
Zur Architekturgeschichte Graubündens 1850–1930
Behandelt u.a.: Im Mittelpunkt dieses reich illustrierten Buchs stehen die Architekturwettbewerbe im
Chesa Planta Gartenpavillon, Kanton Graubünden des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ausgangspunkt der
Samedan
Untersuchung war die Überlegung, dass sich Auseinandersetzungen mit architektoni-
Staatsgebäude Chur
schen Fragen im regionalen Kontext oft im Umfeld von Wettbewerben dokumentieren.
Grabenschulhaus Chur Der Architekturwettbewerb verlangt ein intellektuelles und künstlerisches Engage-
Jugendstilpavillon ment der teilnehmenden Architekten, aber auch Debatten unter Auslobern, Preisrich-
Hotel Waldhaus, Flims
tern, Medien, teils auch unter Einbezug des Publikums. Das Buch zeigt auf, dass der
Erweiterung Kirche St. Johann,
Davos Platz
Reiz und die Chance des Regionalen in dessen Kleinräumigkeit und Überschaubarkeit
liegen: Wie in einem Labor macht der Fokus auf eine einzelne Region den Zusammen-
Graubündner Kantonalbank,
Chur hang von Kunst und Architektur mit den wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzun-
Gemeindesaal Samedan gen fassbar.
Psychiatrische Klinik Beverin, Zwölf Beispiele aus verschiedenen Zeitperioden, unterlegt mit bisher unpubliziertem
Cazis Archivmaterial, vertiefen das Thema und behalten dabei allgemeine Architekturent-
Friedhof und Krematorium wicklungen im Auge.
Totengut, Chur
Wiederaufbau Sent
Leza Dosch ist Kunst- und Architekturhistoriker und interessiert sich
Renovation Kathedrale Chur besonders für die Geschichte von Architektur und Kunst in kulturland-
schaftlichen Räumen und für die Übergänge zwischen den Kunstgattun-
Trink- und Wandelhalle
gen. Bei Scheidegger & Spiess erschien sein Buch Kunst und Landschaft
St. Moritz
in Graubünden. Bilder und Bauten seit 1780.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 13Ein Chronist des afroamerikanischen Lebens im 20. Jahrhundert
Herausgegeben von Storm Janse
Jacob Lawrence ist einer der
van Rensburg
wichtigsten afroamerikanischen
Künstler des 20. Jahrhunderts
Mit Beiträgen von Walter O. Evans,
Storm Janse van Rensburg und Untersucht Lawrences Werk im
Paula Wallace Dialog mit dem seiner Zeitgenos-
sen, Mentoren und bedeutenden
Gestaltet von Christine Moog Protagonisten der Kunstgeschichte
Gebunden Verdeutlicht seinen Einfluss auf
ca. 224 Seiten, ca. 122 farbige Künstler der Gegenwart
Abbildungen
ca. 24 × 30 cm
978-3-85881-825-6 Englisch
ca. sFr. 65.– | € 58.–
Erscheint im Februar 2019
ISBN 978-3-85881-825-6
9 783858 818256
Jacob Lawrence
Lines of Influence
Jacob Lawrence (1917–2000) gehört zu den bedeutendsten amerikanischen Malern
des 20. Jahrhunderts. Sein Werk reicht von modernistischen Illustrationen des Alltags
bis hin zu Erzählungen der afroamerikanischen Geschichte und deren historischen
Figuren.
Jacob Lawrence. Lines of Influence erscheint in Zusammenarbeit mit dem SCAD
Museum of Art in Savannah und untersucht Leben, Arbeit und Vermächtnis von Law-
rence – nicht nur als gefeierter Künstler, sondern auch als Erzähler und Chronist der
Lebenssituation der Afroamerikaner Mitte des 20. Jahrhunderts.
Der erste Teil des Buchs zeichnet die Beziehungen zwischen Lawrence und seinen Zeit-
genossen nach – seinen Mentoren und Künstlerfiguren wie Josef Albers, Richmond
Barthé, Gwendolyn Knight Lawrence, José Clemente Orozco, Augusta Savage oder
George Grosz. Den Blick auf die Gegenwart richtet der zweite Teil und erkundet dabei
Lawrences Einfluss auf zeitgenössische Künstler und solche, die seine formalen und
konzeptuellen Interessen teilen.
Storm Janse van Rensburg ist Chefkurator für Ausstellungen am
SCAD Museum of Art, Savannah, Georgia. Davor war er Kurator an
der Goodman Gallery Cape Town, der Kwazulu Natal Society of the Arts
in Durban und Mitgründer des Visual Arts Network of South Africa.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 15Das kosmische Theater: Lee Mullicans Kunst, inspiriert von Galaxien, Jung’scher Philosophie und der früh- geschichtlichen Kultur Amerikas
Herausgegeben und mit einem
Präsentiert rund fünfzig ausge-
Essay von Michael Auping
wählte und selten öffentlich ge-
zeigte Gemälde und Zeichnungen
Gestaltet von Evelina Laviano
des bedeutenden amerikanischen
Künstlers
Gebunden
ca. 80 Seiten, ca. 50 farbige Beleuchtet Mullicans Schaffen
Abbildungen im Kontext seiner Zeit und seiner
ca. 24 × 28 cm Inspirationsquellen
978-3-85881-823-2 Englisch
ca. sFr. 39.– | € 38.–
Erscheint im April 2019
ISBN 978-3-85881-823-2
9 783858 818232
Cosmic Theatre
The Art of Lee Mullican
Der amerikanische Maler Lee Mullican (1919–1998) pflegte einen für die US-Westküs-
te typischen Zugang zur Abstraktion, der auf Bezügen zur Mystik und zur Transzen-
denz gründet. Seine produktive, sechzig Jahre überspannende Karriere begann in San
Francisco, wo er Ende der 1940er-Jahre mit anderen Künstlern und Philosophen die
Dynaton Group gründete. Ihr gemeinsames Wirken mündete 1951 in der bedeutenden
Dynaton-Ausstellung im San Francisco Museum of Art.
Das vorliegende Buch – das erste über diesen bedeutenden amerikanischen Künstler
des 20. Jahrhunderts nach mehr als einem Jahrzehnt – geht besonders Mullicans le-
benslanger Faszination für den Himmel und das Weltall nach. Es erforscht die Ent-
wicklung seiner Arbeit zwischen 1940 und 1970 unter Einbezug seiner Beschäftigung
mit den Lehren Carl Gustav Jungs einerseits und seiner Bewunderung für die indige-
nen Kulturen Amerikas andererseits. Fünfzig Werke, darunter einige selten gezeigte
Gemälde und Zeichnungen, werden begleitet von einem Essay des Kurators Michael
Auping.
Michael Auping ist Kurator und spezialisiert auf die internationalen
Entwicklungen der Kunst der Nachkriegszeit. Seine Ausstellung Abstract
Expressionism: The Critical Developments von 1987 gilt als Meilenstein
in der Erforschung dieses Gebiets.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 17Anerkannt in Amerika, verkannt in der britischen Heimat: Lynn Chadwicks Werk im internationalen Kontext
Mit einem Beitrag von
Lynn Chadwick ist einer der be-
Marin R. Sullivan
deutendsten britischen Bildhauer
der Moderne
Gestaltet von Studio Incipit,
Mailand Erste umfassende Untersuchung
von Chadwicks Werk und dessen
Gebunden Rezeption im internationalen
ca. 224 Seiten, ca. 150 farbige und Kontext
80 sw Abbildungen
ca. 24 × 30 cm Der Autor Michael Bird ist einer
978-3-85881-824-9 Englisch der renommiertesten Experten
ca. sFr. 75.– | € 68.– für britische Kunst des 20. Jahr-
hunderts
Erscheint im April 2019
ISBN 978-3-85881-824-9
9 783858 818249
Michael Bird
Lynn Chadwick
A Sculptor on the International Stage
Der britische Bildhauer Lynn Chadwick (1914–2003) ist berühmt für seine wegweisen-
den Stahl- und Bronzeplastiken von expressiven und zugleich abstrahierten Figuren.
Bereits seine erste Ausstellung Anfang der 1950er-Jahre sorgte international für viel
Aufsehen. An der Biennale 1956 in Venedig gewann er als jüngster Künstler überhaupt
den Grand Prix für Bildhauerei. Zum Paradox von Chadwicks Karriere gehört, dass
seine späteren Arbeiten zu Hause in Grossbritannien wenig Anerkennung fanden,
während er im Ausland grosse Erfolge feierte.
Zum ersten Mal werden in diesem Buch Lynn Chadwicks Arbeiten in einen internati-
onalen Kontext gestellt. Die Kunsthistoriker Michael Bird und Marin R. Sullivan er-
öffnen neue Einblicke in die Entwicklung seiner Arbeiten. Sie verorten sein Werk im
Kunstschaffen der europäischen Nachkriegszeit und paralleler Entwicklungen in
Nordamerika. Bird und Sullivan setzen Lynn Chadwick an eine Position in der Ge-
schichte der Skulptur des 20. Jahrhunderts, die ihm längst gebührt.
Michael Bird ist Autor und Kunsthistoriker. Er publizierte über moderne
Kunst in Grossbritannien und schrieb für Zeitungen und Zeitschriften
wie The Guardian, The Times und The Telegraph.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 1910. Bettina Pousttchi significativamente lo stile delle campagne pubblicitarie e degli allestimen-
Metropolitan Life
Veduta dell’installazione / ti commerciali dell’azienda. Nel 1938 lasciò l’Italia con sua moglie, Ruth
Installation view, Museo Guggenheim, poiché l’origine ebraica di lei e le posizioni antifasciste di
Nivola, Orani, 2017
entrambi li mettevano in contrasto con il regime politico italiano. Dopo
aver vissuto per qualche tempo in Francia, Nivola si stabilì a New York,
dove fu art director della rivista “Interiors” tra il 1941 e il 1945, sostenendo
la causa dell’architettura moderna ed entrando in contatto con una serie
di architetti e artisti internazionali con i quali strinse amicizia. All’altezza
degli anni cinquanta Nivola aveva sviluppato una tecnica di sand-casting
con la quale realizzare sculture primitiviste che cominciarono a essere
largamente richieste in seguito al grande successo riscosso nel 1954 dal
suo imponente bassorilievo per lo showroom Olivetti a Manhattan (fig.
11). La giustapposizione dei motivi primitivisti del bassorilievo Olivetti
con le macchine da scrivere che emergevano da piedistalli di forma se-
mi-organica, come se fossero letteralmente escrescenze o estensioni di
antichi segni, contribuisce a delineare il complesso impegno di Nivola sui
temi del tempo e della storia. Tra le sue molte collaborazioni successive
con architetti ci fu, nel 1962, un programma di 35 sculture per il radicale
progetto di Saarinen dei college Morse e Stiles all’Università di Yale.
Nonostante abbia vissuto all’estero per la maggior parte della sua
vita adulta, Nivola attinse frequentemente all’esempio della sensibilità
collettiva e comunitaria di Orani, che incorporò nel suo insegnamento alla
Graduate School of Design di Harvard come pure alla Columbia University
e alla University of California a Berkeley33. In altre parole, Nivola era un
eclettico che frequentemente collaborò con altri e che usò la sua pratica
come forma di impegno sociale con il mondo dell’esperienza vissuta: un
tema centrale nell’installazione di Pousttchi.
Pousttchi ha affermato di essere stata colpita, nell’affrontare l’incarico,
dalla storia di Nivola come artista riconosciuto in campo internazionale ma
con forti radici nella comunità piccola e fortemente coesa di Orani; e di
aver voluto creare un’installazione sul tema di questa giustapposizione34.
11. Costantino Nivola
Olivetti Showroom, New York,
1954
12–13. Bettina Pousttchi Per esempio, lo status di emigrato di Nivola lo portò a gravitare verso altri
Metropolitan Life
Veduta dell’installazione / artisti europei come Le Corbusier, con il quale condivise temporaneamen-
Installation view, Museo te uno studio vicino al famoso Flatiron Building e a Madison Square Park.
Nivola, Orani, 2017
Pousttchi, la cui familiarità con New York deriva dall’avervi vissuto quando
era membro del Whitney Independent Studio Program, sapeva che Ma-
dison Square Park è dominato dalla lunga ombra della Metropolitan Life
Insurance Tower, una riproduzione della quale l’artista ha scelto come ele-
mento centrale dell’installazione. Con una delle sue molte argute allusioni, il
titolo Metropolitan Life si riferisce perciò non solo all’edificio in sé ma anche
alla sorprendente giustapposizione fra la “vita metropolitana” di Nivola
a New York e la sua formazione in un piccolo paese della Sardegna, alla
quale fa riferimento il paesaggio rurale visibile dalle finestre della galleria
del Museo Nivola35. Perfino l’accostamento delle tecnologie aggiornate del
Metropolitan Life Building (come la struttura d’acciaio, l’avanzato sistema
antincendio e gli ascensori elettrici) a uno stile tutto italiano basato sul cam-
30 |
Kulturelle Verschiebungen zwischen
Alter und Neuer Welt in einem neuen
Werk der gefeierten deutsch-iranischen
Künstlerin
dei grattacieli (fig. 18). La funzione esatta dei nuraghe è ancora tema di
discussione: possono essere stati residenze di capi o piccole fortezze
progettate per la “difesa passiva”, deterrente verso possibili nemici o
competitori per il possesso della terra52. Da questo punto di vista, co-
stituiscono un parallelo quasi preciso con lo scopo dei primi grattacieli
come il Metropolitan Life Building, che fu costruito come simbolo del
prestigio e del potere di una compagnia di assicurazioni.
Per aggiungere ancora qualcosa al futuro anteriore del Metropolitan
Life Building, ricordiamo che fu realizzato nello stile del campanile di
piazza San Marco a Venezia in un’epoca in cui la torre originale aveva
temporaneamente cessato di esistere: il monumento veneziano, infatti,
era crollato inaspettatamente nel 1902 e la sua ricostruzione, sebbene
fosse stata progettata e approvata dalla giunta comunale già nella notte
successiva all’evento, non venne completata fino al 1912. La notizia del
crollo ebbe ampia circolazione attraverso una serie di fotomontaggi
che pretendevano di ricatturarne il momento in medias res (fig. 19). Il
Metropolitan Life Building riveste dunque un ruolo singolare nella sto-
ria, come replica di un edificio che era crollato e il cui futuro appariva
incerto, replica di un monumento che era stato ripetutamente restaurato
e ricostruito dopo una serie di incendi, cadute di fulmini e altri disastri,
replica di un originale le cui origini erano tuttavia non proprio chiare53.
Di conseguenza, per un periodo di ben tre anni (dal 1909 al 1012), un
surrogato del campanile di San Marco esistette solo a New York, a più
di 6500 chilometri di distanza da Venezia, assicurando così al Metropo-
litan Life Building un posto nella storia come struttura tanto fuori luogo
quanto fuori dal tempo. Così il Metropolitan Life Building funzionava
molto come un collage, ritagliato e incollato da una storia distante e da
una cultura lontana; mentre l’installazione di Pousttchi funziona come un
meta-commento sulla sua discontinuità spaziale e temporale.
18. Nuraghe Arrubiu,
Sardegna / Sardinia
40 |Herausgegeben von
Präsentiert eine neue fotografische
Antonella Camarda
Installation der deutsch-iranischen
Künstlerin Bettina Pousttchi
Mit einem Text von Greg Foster-
Rice sowie einem Gespräch mit Pousttchis Werk an der Schnitt
der Künstlerin von Markus Miessen stelle von Skulptur, Architektur
und Hans Ulrich Obrist und Fotografie findet weltweit
starke Beachtung
Gestaltet von Studio Incipit,
Mailand
Klappenbroschur
112 Seiten, 46 farbige und
8 sw Abbildungen
16 × 22 cm
978-3-85881-826-3
Englisch / Italienisch
sFr. 29.– | € 29.–
Lieferbar
ISBN 978-3-85881-826-3
9 783858 818263
Bettina Pousttchi
Metropolitan Life
Seit den späten 2000er-Jahren arbeitet die 1971 geborene deutsch-iranische Künstle-
rin Bettina Pousttchi an der Schnittstelle von Skulptur, Architektur und Fotografie.
Nach ihrer Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf und in New York lebt sie
heute in Berlin. Ihre grossen Installationen, mit denen sie internationale Bekanntheit
erlangte, hinterfragen Geschichte und Gedächtnis von Orten und untersuchen die
Beziehungen zwischen Raum und Zeit mit einem transnationalen Blick.
Pousttchis neue fotografische Intervention Metropolitan Life Building im Museo
Nivola im sardischen Orani stellt die hybride Identität des berühmten Gebäudes an
der Madison Avenue in Manhattan in den Fokus. Zur Zeit seiner Eröffnung 1909
wegen seiner unverhohlenen italienischen Referenzen kritisiert, verweist das Gebäude
auf die kulturellen und raumzeitlichen Verschiebungen zwischen Alter und Neuer
Welt, zwischen Renaissance und Moderne.
Abbildungen weiterer Werke Pousttchis, ein Essay des Kunsthistorikers Greg Foster-
Rice sowie ein Gespräch zwischen der Künstlerin, dem Kritiker und Kurator Hans
Ulrich Obrist und dem Architekten und Autor Markus Miessen ergänzen das Buch.
Antonella Camarda ist Direktorin des Museo Nivola in Orani, Sardinien,
und unterrichtet Kunstgeschichte der Gegenwart an der Universität Sassari.
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 21Den Raum ärgern:
Werner Feiersingers skulpturale
Intervention im Belvedere 21
Ohne Titel / Untitled, 1992, Bronze, Lack / Ohne Titel / Untitled, 2002, Stahl, Grundierung /
bronze, paint, 42 × 22 × 12 cm steel, primer, 328 × 60 × 75 cm
15 21Herausgegeben von Stella Rollig
Präsentiert neue Arbeiten des
und Axel Köhne
österreichischen Künstlers und
Fotografen
Mit Beiträgen von Martin Herbert
und Stella Rollig sowie einem Werner Feiersinger ist auch bekannt
Gespräch mit Werner Feiersinger als Fotograf, u.a. für die Bücher
von Axel Köhne Italomodern 1, Italomodern 2 (Park
Books, 2016) und Chandigarh Redux
Gestaltet von Willi Schmid (Scheidegger & Spiess, 2015)
Broschur Das Gebäude des Belvedere 21,
108 Seiten, 58 farbige Ab- der ehemalige österreichische
bildungen Pavillon für die Weltausstellung
16,5 × 22 cm 1958 in Brüssel, ist eine Ikone der
978-3-85881-617-7 Nachkriegsmoderne Österreichs
Deutsch / Englisch Erscheint zur gleichnamigen
sFr. 29.– | € 24.– Ausstellung im Belvedere 21, Wien
(12. Oktober 2018 bis 6. Januar
Lieferbar 2019)
ISBN 978-3-85881-617-7
9 783858 816177
Werner Feiersinger. Overturn
Werner Feiersinger verbindet in seinen Werken ein breites Wissen über Kunst-, Design-
und Architekturgeschichte mit einer lakonisch-reduzierten Formensprache. Mit einem
umfassenden skulpturalen Eingriff bespielt er den Ausstellungsraum im Belvedere 21
– dem nach Wien transferierten österreichischen Pavillon der Weltausstellung 1958 in
Brüssel – und bezieht sich dabei auf die Geschichte des Gebäudes.
Feiersingers minimalistische Werke, durchzogen von tiefgründigem Humor, unterlau-
fen stets konventionelle Sehgewohnheiten. Mit seiner Intervention im Belvedere 21
ärgert er sozusagen den Raum. Er lässt diese Architekturikone der Nachkriegsmoder-
Weiterhin lieferbar: ne buchstäblich kippen und besetzt sie mit «artfremden» Körpern.
Das Buch präsentiert neben einer Auswahl von Feiersingers skulpturalen Werken diese
neuen Arbeiten in zahlreichen Abbildungen und Reproduktionen seiner Entwurfs
skizzen, ergänzt durch einführende Texte und ein Gespräch mit dem Künstler.
Stella Rollig ist seit 2017 Generaldirektorin und wissenschaftliche Ge-
schäftsführerin des Belvedere in Wien. Davor war sie als Kunstpublizistin
und österreichische Bundeskuratorin für bildende Kunst tätig.
Axel Köhne ist seit 2012 Kurator am Belvedere in Wien. 2010–2012 war
er am MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main tätig.
Chandigarh Redux
Photographs by
Werner Feiersinger
978-3-85881-762-4
Englisch Scheidegger & Spiess
sFr. 49.– | € 48.– Frühjahr 2019 23Höhepunkte internationalen Kunstschaffens aus der Sammlung der Gottfried Keller- Stiftung erstmals seit drei Jahrzehnten vereinigt
Herausgegeben vom Schweizeri-
Präsentiert die herausragenden
schen Nationalmuseum, dem
Meisterwerke einer der wichtigsten
Museo d’arte della Svizzera italiana,
Sammlungen zur Schweizer Kunst
Lugano, sowie dem Eidgenössi-
schen Departement des Innern, Beleuchtet die wechselvolle
Bundesamt für Kultur Geschichte der Stiftung und ihrer
Sammlung
Mit einem Artikel von Franz Zelger
Erscheint anlässlich der Ausstellun-
Gestaltet von Hi – gen zur Gottfried Keller-Stiftung
Visuelle Gestaltung im Landesmuseum Zürich
(14. Februar bis 22. April 2019)
Broschur und im MASI Lugano (24. März bis
240 Seiten, ca. 105 farbige 18. Juli 2019)
Abbildungen
19 × 26 cm
978-3-85881-629-0 Deutsch
978-3-85881-827-0 Französisch
ca. sFr. 39.– | € 38.–
Erscheint im Februar 2019
Die italienische Ausgabe erscheint
bei Edizioni Casagrande, Bellinzona
ISBN 978-3-85881-629-0 ISBN 978-3-85881-827-0
Deutsch Französisch
9 783858 816290 9 783858 818270
Meisterwerke der Gottfried Keller-Stiftung
Zeigt Werke u.a. von: Die Sammlung der Gottfried Keller-Stiftung ist Eigentum des Bundes und die wich-
Caspar Wolf tigste öffentliche Sammlung zur Schweizer Kunst. Lydia Welti-Escher hat die Stif-
Angelika Kauffmann tung 1890 mit einem Vermächtnis an die Eidgenossenschaft begründet. Gemäss ih-
Albert Anker ren Vorgaben sind die Werke als Dauerleihgaben auf siebzig Schweizer Museen und
Robert Zünd eine Reihe öffentlicher Gebäude verteilt. Erstmals nach fast dreissig Jahren werden
Arnold Böcklin nun mit je einer Ausstellung im Landesmuseum Zürich und im Museo d’arte della
Ferdinand Hodler Svizzera italiana in Lugano die wichtigsten Meisterwerke dieser Stiftung wieder
Karl Stauffer zusammen präsentiert.
Giovanni Segantini Das Buch zur Ausstellung bewahrt diesen Moment und umfasst im Katalogteil die
Félix Vallotton Exponate beider Ausstellungen in Bild und Wort: Gemälde, Grafiken, Glasgemälde,
Johannes Itten Goldschmiedearbeiten, Fotografien und Skulpturen vom 12. bis ins 20. Jahrhundert –
Cuno Amiet eine in dieser Qualität einzigartige Zusammenstellung herausragender Meisterwerke.
Alberto Giacometti Ein ausführlicher Essay des Kommissionspräsidenten Franz Zelger zeichnet zudem die
Marcel Bolomey Geschichte der Gottfried Keller-Stiftung und ihrer Ankäufe von der Gründung im
Pablo Picasso Jahr 1890 bis heute nach.
Meret Oppenheim
Scheidegger & Spiess
Frühjahr 2019 25Sie können auch lesen