Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin

 
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Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
Foto: QM | Peter Pulm

Schöneberger Norden
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
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                                                                Katrin Lompscher
                                                                Senatorin für
                                                                Stadtentwicklung und Wohnen

                                     Liebe Bewohnerinnen und Bewohner,

Seite                               bereits Goethe meinte: „Der ist nicht fremd, wer teilzunehmen weiß.“
                                     Recht hat er und das Quartiersmanagement des Schöneberger Nor-
vorwort2                            dens, der Quartiersrat und der Präventionsrat sind hervorragende Bei-
                                     spiele dafür. Ganz in Goethes Sinne hat sich seit 1999 eine rege Betei-
Fördermittel 1999 – 2020        3   ligungskultur weiterentwickelt, die maßgeblich zu den Zielen des
                                     Programms Soziale Stadt mit dem Quartiersmanagement beiträgt: das
PRÄVENTIONSRAT –                     Zusammenleben der Bewohnerschaft zu stabilisieren und insbeson-
DAS FORUM FÜR ALLE             4    dere solche Quartiere weiter zu entwickeln, in denen das Leben Vieler
                                     durch soziale Benachteiligung geprägt ist.
BAUEN FÜRS QUARTIER            6
                                     Mit der finanziellen Unterstützung aus dem Programm Soziale Stadt
PALLASSEUM UND PALLASPARK      8    durch das Land Berlin, den Bund und die Europäische Union haben in
                                     den letzten 20 Jahren viele bauliche Maßnahmen, soziale Projekte und
aktionsfonds – vergabejury     9    eine breite Netzwerkarbeit zur positiven Entwicklung beigetragen.
                                     Aufgrund der bisherigen Entwicklung kann ab 2021 auf die zusätz-
Miteinander leben              10   liche Förderung aus diesem Programm verzichtet werden. Die ent-
                                     standenen Netzwerke für mehr Grün, Bildung, Kreativität und Bewe-
BRÜCKEN BAUEN                  12   gung im Kiez werden weitergeführt.

gemeinsam Arbeiten             14   Im Schöneberger Norden haben sich zahlreiche Menschen im Quar-
                                     tiersrat engagiert und einen persönlichen Beitrag dazu geleistet,
WIR WOLLEN WISSEN –                  dass das Wohn- und Lebensumfeld schöner wird. Für das langjährige
VOM BILDUNGSNETZWERK                 Engage­ment im Quartiersmanagementgebiet gebührt Ihnen allen
ZUM BILDUNGSVERBUND            16   Dank und Anerkennung. Für das Pallasseum, welches 2018 in kom-
                                     munales Eigentum überführt wurde, sind die Bewohnerinnen und
grüne Orte für                       Bewohner nicht nur Mieterinnen und Mieter, sondern sind mit ihrem
bunte Nachbarschaften          18   Wohn- und Lebensumfeld besonders verbunden.

Wie geht es weiter?            20   Die Leistungen im Quartiersmanagement für die Integration und das
                                     Zusammenleben sind ein wichtiger Beitrag zur Gestaltung unserer
Quartiersmanagement                  wachsenden Stadt. Berlin lebt davon, dass Menschen mit ihren viel-
Quartiersrat22                      fältigen Talenten und Fähigkeiten zu uns kommen. Das stellt uns
                                     zugleich vor große Herausforderungen: Wir müssen bezahlbaren
Gebietskarte                   23   Wohnraum in Berlin erhalten und neu schaffen. Gleichzeitig müs-
                                     sen wir darauf achten, dass das Wachstum der Stadt sozial verträglich
IMPRESSUM / QUELLENnachweis /        gestaltet wird und mit einem guten Zusammenleben der neuen und
ABBILDUNGSnachweis / dank      25   alten Berlinerinnen und Berliner einhergeht. Der Berliner Senat zählt
                                     auf die Lust der Berlinerinnen und Berliner, sich einzubringen, mitzu-
                                     machen, mitzureden und mitzugestalten und wird die Beteiligungs-
                                     kultur weiter aktiv fördern.

                                     Ich danke allen, die sich bisher und weiterhin dafür engagieren.

                                     Ihre Katrin Lompscher

                                     Senatorin für
                                     Stadtentwicklung und Wohnen
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
Jörn Oltmann
                           Stellvertretender Bürgermeister und

                                                                           Fördermittel
                           Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen
                           von Tempelhof-Schöneberg

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner, liebe Freundin-                          1999 – 2020
nen und Freunde des Schöneberger Norden!

Auf 21 Jahre Quartiersmanagement können wir gemeinsam schauen              in 21 Jahren Quartiersmanagement
und sehr stolz auf das Erreichte sein!

Erinnern Sie sich? Mit dem bereits 1998 ins Leben gerufenen Präven­

                                                                                                  15.203.394 €
tionsrat Schöneberger Norden begann der direkte Austausch zwischen
Bewohnerinnen und Bewohnern, Politik und Verwaltung. Das Interesse            Bauprojekte 
mitzumachen war groß. Ab 1999 stand das Team Quartiersmanage-
ment vor Ort und die Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt
                                                                              Soziokulturelle
                                                                              Projekte
                                                                                                  9.175.706 €
zur Verfügung. Das Pallasseum wurde umgestaltet, Nachbarschafts-
treffpunkte geschaffen, Plätze und grüne Orte neugestaltet, Strukturen
und Netzwerke aufgebaut. Vor allen Dingen wurden die hier lebenden            Gesamt             24.379.100 €
und arbeitenden Menschen vielfältig in die Entwicklung integriert. So
haben sich in verschiedenen Vergabe- und Beteiligungsgremien über
300 Menschen aus dem Stadtteil verbindlich engagiert.

Planvoll und strategisch, kreativ und phantasievoll wurde den Heraus-
forderungen in den verschiedenen Handlungsfeldern begegnet.
Bis heute wurden fast 25 Mio. Euro Fördermittel aus dem Programm
Soziale Stadt in Bau- und soziokulturelle Projekte investiert. Für rund                                               21 %
5 Mio. Euro davon haben Anwohnerinnen, Anwohner und Akteure
direkt mitentschieden. Der Quartiersrat hat sich dadurch als ein beson-        62 %           38 %
deres Gremium etabliert, das wachsam die Interessen der Quartiers­
bewohnerinnen und Quartiersbewohner gegenüber Politik, Verwal-
                                                                                                                      13 %
tung und Eigentümern vertritt. Die Bauprojekte wurden mit breiter
Bürgerbeteiligung entwickelt.
                                                                                                                        4%

Und doch bleibt einiges zu tun: Mit dem CAMPUS der Generationen
wird ein neues Quartiers­zentrum für die Einrichtungen und die Stadt-
teilöffentlichkeit geschaffen. Charakterisiert ist der CAMPUS durch ver-
netztes Arbeiten der sozialen Einrichtungen für Kinder, Jugend­liche,
Familien, Seniorinnen und Senioren, Nachbarschaft und Gesundheit,
Anlauf­adresse für Stadtteilarbeit und bezahlbaren Wohnraum. Darü-           5.023.060€           Projektentscheidungen
ber hinaus steht Ihnen fortan der Bezirk mit der Sozialraumkoordi-                                mit Bürgerbeteiligung
nierung und einer Regionalkasse zur Seite. Die „Stadtteilkoordination                             (AF-Jury, QR, Begleitausschuss)
plus“ wird mit einem Stadtteilbüro für Anwohnerinnen, Anwohner und
lokale Akteure ansprechbar sein. Und ich würde mich freuen, Sie wei-         3.186.107€           Projektentscheidungen
terhin zum Austausch auf dem Präventionsrat Schöneberger Norden                                   ohne Bürgerbeteiligung
begrüßen zu können. Doch erst einmal wünsche ich Ihnen Vergnü-                                    (bis einschl. 2005)
gen mit der Broschüre. Sie wird Ihnen vielschichtige Einblicke in ein
lebendiges Stadtquartier und in die Arbeit von 21 Jahren Quartiers-            966.539€           Netzwerkfondsprojekte
management geben.                                                                                 (ohne Bürgerbeteiligung)

Bleiben Sie am Ball, machen Sie weiterhin mit – ich tue es auch!
                                                                                                  9.175.706 €
Ihr Jörn Oltmann

Stellvertretender Bürgermeister und
Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen
von Tempelhof-Schöneberg                                                                                                            3
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
PRÄVENTIONSRAT –
    DAS FORUM FÜR ALLE

                                                                                                                                                     F
    Zum regelmäßig stattfindenden Präventionsrat                                                                                                            ünf spannende Jahre war ich als dama-
                                                                                                                                                            lige Jugendstadträtin auch für das
    sind große und kleine Nachbarinnen und Nachbarn                                                                                                         Quartiersmanagement zuständig.
    aus dem Schöneberger Norden immer herzlich ein­                                                                                                  Damals habe ich gelernt, dass Kiezentwicklung
                                                                                                                                                     keine kurzfristige Aufgabe ist. Viele konkrete
    geladen: Dann geht es um Aktuelles aus dem Kiez.
                                                                                                                                                     Fragen konnten wir im Präventionsrat klären.
    Wichtige Leute aus der Bezirkspolitik, aus Einrich-                                                                                              Manchmal ging es auch hoch her! Aber zum
    tungen und Initiativen sind „live“ da und haben ein                                                                                              Schluss wurden immer die Sach­fragen erörtert
                                                                                                                                                     und zum großen Teil gelöst.
    offenes Ohr für Ihre Anliegen.                                                                                                                   Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin, 2020

    Das Schöneberger Modell des Präventions­
    rates, das bis heute Bestand hat, ist ein beson-
    deres Forum für den Stadtteil. Auf Initiative
    der Bürgermeisterin Elisabeth Ziemer grün-
    dete das Bezirksamt 1998 den Präventions­
    rat Schöneberger Norden als Diskussions­
    gremium für alle, die im Gebiet leben oder
    arbeiten. Kein festes Gremium, sondern
    damals noch ein regelmäßiges, öffentliches
    Arbeits­treffen der Bevölkerung mit Vertretern
    der Politik, Verwaltung und Fachleuten unter
    Leitung des Bezirksamtes.

    Der Präventionsrat Schöneberger Norden
    wurde seit der Einsetzung des Quartiers­
    managements 1999 gemeinsam organisiert
    von Bezirksamt und Team QM, geleitet von
                                                                             Foto: QM | Victor Torres Lopez

    dem verantwortlichen Stadtrat oder der
    verantwortlichen Stadträtin, von Elisabeth
    Ziemer (Grüne), erst als Bürgermeisterin, spä-
    ter als Stadträtin, dazwischen Bernd Krömer
    (CDU), dann Angelika Schöttler (SPD), Sibyll
    Klotz (Grüne), Jörn Oltmann (Grüne).                                                                      Präventionsrat – Das Forum für alle!

    Ein öffentliches Forum, es kommen regel-                             Das Programm der Veranstaltungen besteht

                                                                                                                                                     M
    mäßig zwischen 30 und 100 Personen. Teil­-                           für gewöhnlich aus fünf gesetzten Blöcken:
    nehmende sind Bewohnerinnen und Bewoh-                               Zuerst werden die aktuellen Probleme der                                                eine Erfahrung damals war, dass
    ner, Vertreterinnen und Vertreter von Bezirks­                       Bewohnerinnen und Bewohner vorgetragen,                                                 durch gemeinsame Entscheidun-
    amt und Senat, von Akteuren aus dem Quar-                            unter KiezAktuell. Hier fragen oder kritisie-                                           gen die Entfremdung zwischen
    tier, aus allen Bereichen, von Polizei, lokaler                      ren die Menschen, tragen ihre Beschwerden                                   Politik und Bevölkerung sich verflüchtigte.
    Presse, Kultur und Politik.                                          vor, geben Tipps und Hinweise, stellen sich                                 Dr. Elisabeth Ziemer, ehemalige Bezirks­bürger­
                                                                         vor oder weisen auf Veranstaltungen hin. Die                                meisterin und Stadträtin, 2019
                                                                         Fragen werden möglichst gleich beantwor-
                                                                         tet oder bei den nächsten Versammlungen,
                                                                         unter der Rubrik Nachgehakt.

    1999                                                                                                                                             2000
    Neuanlage des Parks am Pallasseum ········· Neugestaltung von Eingangsbereichen im Pallasseum ········· Balkonwettbewerbe,                       Umgestaltung Vorplatz Pallasstraße 1–5 ········· Umgestal-
4   ab 1999 ········· Etablierung und Begleitung von Frauengruppen ········· Kinderfeste ········· Nikolausmarkt ········· Trödelmarkt, ab           tung Jugendeinrichtung Treff 62 ········· Umbauten Jugend-
    1999 ········· Stadtteilzeitung Schöneberger Morgen, ab 1999 ········· Kiezspaziergänge, ab 1999 ·········                                       freizeiteinrichtung PallasT ········· Aus- und Umbau Familien-
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
Foto: QM | Gerald Backhaus

                             Der 100. Präventionsrat konnte nur digital stattfinden – wegen Corona

                             Mit kulturellen Beiträgen treten Gruppen                               Projekte des Quartiersmanagements wur-                                 Der Präventionsrat tagt gewöhnlich vier
                             und Menschen aus QM-Projekten und aus                                  den vorgestellt, Ehrungen und Auszeich-                                Mal im Jahr, zu bestimmten Themen gab
                             Einrichtungen im Quartier auf, tanzen, singen,                         nungen überreicht. Immer wieder wurden                                 es aber zusätzlich noch Sonderpräventi-
                             spielen Instrumente, wie die Bläserklasse der                          Ehrenamtliche aus dem Quartier vorge-                                  onsräte: Prostitution, Neues Bibliothekskon-
                             Neumark-Grundschule, die Trommel­gruppe                                stellt und gewürdigt, wie Bildungsbotschaf-                            zept für Schöneberg, Mieten & Wohnen,
                             der Spreewald-Grundschule oder Saz-Spieler                             ter und -botschafterinnen, Mieterbeiräte,                              Verstetigung des QM, mit Senatorin Katrin
                             aus der Steinmetzstraße. Jugendliche vom                               Mit­arbeiter und Mitarbeiterinnen der Werk-                            Lompscher, die den Bewohnerinnen und
                             Verein für HipHop-Kultur Die kulturellen                               statt des Notdienst für Suchtmittelgefähr-                             Bewohnern Rede und Antwort stand. Diese
                             Erben zeigen Breakdance und es werden                                  dete und -abhängige Berlin e. V., das Technik-                         Veranstaltungen waren immer besonders
                             Filme des Jugend Museums oder KiezVideos                               Team des PallasT oder Helmut Gillmeister,                              gut besucht. Bis auf einen fanden alle im
                             vorgeführt.                                                            der seit Jahren die Einladungen des PräRats                            PallasT statt. Der Träger des PallasT, der Stadt-
                                                                                                    plaka­tiert. Der alte Quartiersrat wurde verab-                        teilverein Schöneberg e. V. sorgte für Bestuh-

     D
                                                                                                    schiedet und der neue begrüßt, Preise wur-                             lung und Bühnentechnik. Der 100. PräRat,
                                          as Quartiersmanagement Schöneber-                         den überreicht, wie die Auszeichnung als                               im Juni 2020, konnte nur als Videokonferenz
                                          ger Norden hat den Kiez und viele Ein-                    Grün-Soziales-Modellquartier. Neue Akteure                             stattfinden, bedingt durch die SARS-CoV-2-
                                          wohnerInnen „bewegt“ und angeregt.                        im Quartier stellten sich vor, altgediente                             Eindämmungsmaßnahmen­verord­nung des
                             Beate K. Seiferth, Anwohnerin und ehemalige                            wurden offiziell verabschiedet. Zum Schluss                            Senats von Berlin, die noch keine Live-Ver-
                             Quartiersrätin, derzeit in der Vergabejury, 2019                       wurde Neues aus dem QM berichtet. Weih-                                anstaltungen zuließ. Immerhin nahmen fast
                                                                                                    nachten gab es immer Süßigkeiten und den                               40 Interessierte digital teil.
                                                                                                    berühmten alkoholfreien Weihnachtspunsch.
                                                                                                                                                                           Der PräRat bleibt ein öffentliches Stadtteil-
                                                                                                                                                                           forum mit vielen Facetten für alle, die sich für
                                                                                                                                                                           ihr Quartier interessieren, die sich engagieren
                                                                                                                                                                           möchten. Er ist das Forum für alle und kann
                                                                                                                                                                           eine Schnittstelle zwischen verschiedensten
                                                                                                                                                                           Akteuren sein, er dient dem Austausch unter
                                                                                                                                                                           den Anwesenden und ist für sie eine direkte
                                                                                                                                                                           Verbindung ins Bezirksamt. Auch nach dem
                                                                                                                                                                           Ende des Quartiersmanagements wird der
                                                                                                                                                                           Präventionsrat fortgesetzt, hat Stadtrat Jörn
                                                                                                                                                                           Oltmann zugesagt.
                                                                                                                    Foto: QM | Gerald Backhaus

                             20-jähriges Jubiläum des Präventionsrates

                                                                                                                                                                           2001
                             treffpunkt ········· Kurmärkische Straße ········· Neugestaltung       seum Namenswett­bewerb ········· www.schöneberger-nor-                 Neugestaltung Spielplatz Katzler- / Großgörschenstraße ·········
                             Dennewitzplatz ········· Neubau des Bewohnertreffs im                  den.de, ab 2000 ········· Stadtteilmediation ········· Existenzgrün-   Ausbau des Café Palladin ········· Zukunftswerkstatt Neumark-      5
                             Pallas­seum ········· Bänke in der Steinmetzstraße ········· Pallas-   dungsberatung ·········                                                Grundschule ········· Theaterprojekt „Nord-Side-Story“ ·········
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
bauen fürs quartier
    Wer heute durch den Schöneberger Norden geht, kann entdecken, wie viel sich in
    den 21 Jahren QM verändert hat. Vorhandene Grünflächen und Spiel- und Sport-
    plätze wurden verbessert, Gärten angelegt, neue Orte der Begegnung geschaffen.
    Es wurden 30 Baumaßnahmen um­gesetzt, die Aufenthalts- und Nutzungsqualität
    des öffentlichen Raumes wurde aufgewertet.

                                                                                                                                                                                                   Foto: QM | Alexander Meyer

    Feuerwehrspielplatz Kleistpark-Nord

    Aus dem brachliegenden Grundstück Großgörschenstraße 29, ge-                                   Ein Calisthenics-Fitnessparcours wurde gebaut. Die Anlage, ange-
    gen­über dem Eingang zum Alten St.-Matthäus-Kirchhof war 2002 ein                              fertigt nach Vorschlägen einer engagierten Fitnessgruppe um den
    Spiel- und Fitnessplatz geworden, der rege genutzt wurde. Nach über                            Ingenieur Martin Güzel, wurde Großgörschen II genannt. „Das war
    zehn Jahren waren die Kraftsportgeräte abgenutzt. Deshalb wurden                               eine tolle Erfahrung für uns, dass wir Einfluss nehmen konnten und
    die Kiezbewohnerinnen und -bewohner 2017 zu einer Ideen­werkstatt                              wirklich was verändern“, erzählt Martin Güzel. Beim Einweihungsfest
    eingeladen, gemeinsam mit Politik und Verwaltung. Es gab viele gute                            wurde er gefragt, ob er nicht Kiez-Übungsleiter beim Projekt Nach-
    Vorschläge. Nach ausführlichen Diskussionen wurden machbare                                    barn in Bewegung(-slandschaft) werden möchte. Jetzt kann man ihn
    Ideen ins Gesamtkonzept eingearbeitet und auf einer Infoveranstal-                             regelmäßig auf dem Platz antreffen, jede und jeder kann mittrainieren,
    tung vorgestellt: Alte Geräte wurden überarbeitet und neu aufgestellt.                         kostenlos und an der frischen Luft.
    Neu hinzu kamen Bänke zum Verweilen sowie eine Tischtennisplatte.

                                                                                                                                 2002
    Imagebroschüre Potsdamer Straße ········· Amphorenprojekt Potsdamer Straße ········· Potsdamer Straße Bärenstark ·········   Anlage von Ballspielplätzen im Kleistpark-Nord ········· Anlage
6   Konzept Boulevard Potsdamer Straße ········· Mobile Kinder- und Jugendarbeit ········· aufsuchendes Freizeitangebot für      des Ortes der Erinnerung Sophie-Scholl-Schule / Hochbun-
    Jugendliche im Treff 62                                                                                                      ker Pallasstraße ········· Garten- und Hofgestaltung Kita Kur-
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
Karte: BA TS | Felix Blaas
                                                                                                            Foto: QM | Eva Schuh
Oben: Generationenübergreifende Sportfläche mit Calisthenics-Gerät, Großgörschenstraße 29
Unten: Baumaßnahmen im Quartier 1998 – 2015 (Ausschnitt)

                                                                                                                                                                  Foto: QM | Peter Pulm

D
         ie bauliche Verbesserung der Infrastruktur
         war explizit ein Förder­grund. Dabei war
         uns die Beteiligung der Bewoh­nerinnen                                                                                                                 Informeller Treffpunkt „Bruce-Lee-Park“ an der Großgörschenstraße 22
und Bewohner an Planungs- und Veränderungs­
prozessen immer wichtig.
Corinna Lippert, Bezirkliche Koordination Quartiers­
management, 2020

Bei jedem Bauprojekt waren Nachbarinnen und Nachbarn, Kinder                                        von Treff 62 e. V. aus der Katzlerstraße, von Die kulturellen Erben e. V.
und Jugendliche beteiligt. Auch als es um die Sanierung und Neuge-                                  aus der Yorckstraße und den Teams von Outreach gGmbH und vom
staltung der Spielplätze Kleistpark-Nord und Winterfeldtstraße / Fro-                               Quartiers­management.
benstraße ging. Die Spielplatzkommission für den Bolzplatz und den
neuen „Grand Canyon“-Spielplatz an der Winterfeldt- / Frobenstraße                                  Die Dachterrassen des INA.KINDER.GARTEN Bülowstraße wurden
traf sich in der Villa Schöneberg. Zu den Umbauten im Heinrich-von-                                 komplett renoviert und neu gestaltet. Ein luftiger Freiraum ist entstan-
Kleist-Park gab es, nach einem ersten Workshop im QM-Büro, eine                                     den, mit Hochbeeten, damit Kinder und Eltern gemeinsam gärtnern
öffentliche Planungswerkstatt im PallasT. Es wurde lebhaft diskutiert                               können. Für die Kita mit Familienzentrum ist es eine Erweiterung des
und konstruktiv mitgedacht: Bolzplatz und Basketballfeld sollten auf-                               Elterntreffs ins Grüne. Mit zwei komplett sanierten Dachterrassen hat
gewertet werden, eine neue Skater-Übungsfläche wurde geplant,                                       die interkulturelle Einrichtung seitdem viel mehr Möglichkeiten, ihr
dazu wurden auch Mitglieder vom 1. Berliner Skateboardverein e. V.                                  niedrigschwelliges Angebot für Familien im Einzugsbereich zu öffnen.
eingeladen. Nach weiteren drei Werkstätten und einer gut besuchten
Informationsveranstaltung konnte gebaut werden. Zur Eröffnung des                                   Bei den Planungen zur Neugestaltung der Frei- und Sportflächen
Feuerwehrspielplatzes „Feuerwache Kleistpark“ kamen viele Kinder                                    an der Katzlerstraße / Yorckstraße trafen sich über dreißig Interessierte
aus dem PallasT und eine Abordnung der echten Berliner Feuerwehr.                                   zur ersten Ideenwerkstatt in den Räumen des Vereins Treff 62, Katzler-
                                                                                                    straße 6. Bereits im Herbst 2019 konnte mit den Bauarbeiten begon-
Cool ist auch die Geschichte, wie der Informelle Treffpunkt an der                                  nen werden und schon im Frühjahr 2020 waren die Plätze fertig. Jetzt
Großgörschenstraße 22 entstand: Es gab den Wunsch von Jugend-                                       gibt es hier wieder einen Streetball- und einen Bolzplatz. Auch der
lichen aus dem KulmerKiez nach einem eigenen Platz, an dem sie                                      vordere Teil des Stadtplatzes soll noch umgebaut werden, voraussicht-
unter sich sein können, der wettergeschützt ist und nicht direkt ein-                               lich 2022, wenn der neue U-Bahneingang fertiggestellt ist.
sehbar. In einem Workshop mit einer Landschaftsarchitektin wurde
die Idee weiterentwickelt. Die Jugendlichen konnten auch beim                                       So geschah es, dass durch die Mittel des Baufonds im Programm Soziale
Bau mit anpacken und zusammen mit Handwerkern tatkräftig einen                                      Stadt alle öffentlichen Spielplätze, Grundschulhöfe, Kita-Freiflächen und
Unterstand erstellen. Das Projekt wurde von Anfang an unterstützt                                   einige Stadtplätze im Schöneberger Norden weiterentwickelt wurden.

märkische Straße ········· Baumpflanzungen Potsdamer Straße ········· Neugestaltung Vorplatz Zwölf-Apostel-Kirche ········· Neugestaltung Platz Haupt- / Großgörschenstraße ········· Neugestaltung
Schulhof Neumark-Grundschule ········· Etablierung des Betreibervereins KaffeeKlatsch e.V im Pallasseum ········· Ausstellung zur Geschichte der Sophie-Scholl-Schule ········· Eltern-Schüler-Café                                    7
Spreewald-Grundschule ········· Theaterarbeit Spreewald-Grundschule ········· Schularbeitshilfe Spreewald-Grundschule ········· Spielmobil – aufsuchendes Spielangebot ········· Ferienfußballschule
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
Foto: Daniel Knipping
    Pallasseum, Potsdamer Straße / Pallasstraße                                                                                                              Wandbild von Jadore und Graffiti-Workshop, Die kulturellen Erben e. V.

    PALLASSEUM UND PALLASPARK

    Kurz vor Weihnachten 2018 machte der Ver-                        Seit Dezember 2018 ist der Gebäude-                                                       Es wurden gemeinschaftlich nutzbare
    kauf eines Baudenkmals Schlagzeilen: „Jetzt                      komplex also nun im Landeseigentum. Um                                                    Räume geschaffen, die zusätzlichen Lebens-
    hat die Gewobag, zweitgrößtes von sechs                          bezahl­baren Wohnraum langfristig zu sichern,                                             raum boten, und die mit sozialen und kultu­
    landeseigenen Wohnungsbauunternehmen,                            hat die Gewobag die absolute Mehrheit am                                                  rellen Projekten belebt wurden. Bewohner­
    einen spektakulären Coup gelandet. Sie hat                       Immobilienfonds Pallasseum Wohnbauten                                                     treffpunkt Kaffeeklatsch, Mieter­   zeitung,
    mehr als 90 Prozent des Pallasseums an der                       KG erworben. Bereits die Ernennung des                                                    Floh­märkte und Balkonwettbewerbe, Aus-
    Kreuzung Pallasstraße / Potsdamer Straße                         Pallasseums zum Baudenkmal 2017 hatte                                                     stellungen und Feste. Eine der ersten Akti­
    in Schöneberg gekauft“, schrieb die Berli-                       Verwunderung erregt: Nicht allen erschloss                                                vitäten war, aus einem Parkplatz einen Park
    ner Zeitung. „Das Pallasseum, auch Sozial-                       sich die geschichtliche, künstlerische und                                                für die Öffentlichkeit zu machen – mit Erfolg.
    palast genannt, ist eines der markantesten                       städtebauliche Bedeutung einer Großwohn-
    Gebäude­ensembles des alten West-Berlin –                        anlage, um die es zwanzig Jahre zuvor noch                                                Anfang 2000 wurde der Parkplatz neben
    und galt lange als verrufen: Charakteristisch                    Abriss-Debatten gab. Inzwischen war viel                                                  dem Pallasseum zum PallasPark umge-
    ist die Überbauung an der Pallasstraße mit                       getan worden. Quartiersmanager Peter Pulm:                                                baut, einer robusten Anlage mit pflegeleich-
    ihrer riesigen Fassadenfront voller Satelliten-                  „Das Gebäude und seine Umgebung wurden                                                    ter Bepflanzung und einigen Spielgeräten
    schüsseln.“                                                      im Sinne der Bewohner und Bewohnerinnen                                                   für Kinder und Jugendliche. Ein steinerner
                                                                     durch Baumaßnahmen, soziale Projekte und                                                  Park mit großen Findlingen. Unter Einbezie-
    Die Wohnanlage Wohnen am Kleistpark                              viele Aktionen positiv verändert. Heraus-                                                 hung der Nachbarschaft wurde der Park über
    wurde 1974 bis 1976 unter der Leitung des                        forderungen wie Kriminalität und Drogen-                                                  die Jahre immer weiter verbessert: Weniger
    Architekten Jürgen Sawade auf dem Gelände                        szene konnten erfolgreich angegangen wer-                                                 Steine, mehr Spielflächen, mehr Treffpunkte.
    gebaut, auf dem von 1910 bis1973 der legen-                      den. Daran haben über all die Jahre viele                                                 Mit einer Gruppe von Bürgerinnen und Bür-
    däre Berliner Sportpalast stand. Auf 16.000 m²                   Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses                                                     gern wurden um 2009 neue Konzepte für die
    Fläche gibt es heute 514 Wohnungen und                           mitgearbeitet und geholfen. Dadurch hat                                                   Belebung des Parks entwickelt, auch um die
    16 Gewerbeeinheiten, darin u. a. zwei Kitas,                     sich auch das Image deutlich verbessert.“                                                 Vielfalt der Kulturen im Schöneberger Nor-
    eine Beratungseinrichtung sowie von 1999                                                                                                                   den sichtbar zu machen: der interkulturelle
    bis 2020 das VorOrtBüro des Quartiers­                                                                                                                     Garten der Künste entstand. Mit Kindern und
    manage­­ ments Schöneberger Norden, ab                                                                                                                     Jugendlichen wurden Kunstwerke geschaf-
    2021 Sitz der Stadtteilkoordination plus.                                                                                                                  fen. Und es wurden kulturelle Feste gefei-
                                                                                                                                                               ert. 2017 bekam der PallasPark seinen neuen
                                                                                                                                                               Namen. Er heißt jetzt Lilli-Flora-Park.

                                                                     2003
    ········· Projektwoche Existenzgründung mit Schülern ·········   Hofgestaltung Kita Hochkirchstraße ········· Neugestaltung Platz Yorck- / Katzlerstraße ········· Aufwertung Jugendfreizeiteinrich-
8   Etablierung des Mediennetzwerkes, ab 2002 ·········              tung Clip ········· Neue Spielgeräte, Spielplatz Mansteinstraße ········· Hofgestaltung Kita Bülowstraße ········· Jazz an den Kolonna-
                                                                     den, Heinrich-von-Kleist-Park ········· Aktion saubere Katzlerstraße ········· Fit und Gesund – Sportangebote für junge Leute ·········
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
Fotos: Gerhard Haug | Berlin

                                                                                          Sommerfest Schöne[w]ort_tage im PallasPark

Aktionsfonds – vergabejury

D
         ie QM-Strategie lässt sich exem­­­-                                                                                                          Die Beteiligung der Bevölkerung war von Anfang an ein wichtiger
         pla­risch am PallasPark zeigen.                                                                                                              Grundsatz des Quartiersmanagements. Schon sehr früh konnten Jurys
         Dem Projekt kommt zudem Leucht-                                                                                                              bei der Vergabe von Mitteln zur Förderung von Projekten mitentschei-
turmcharakter zu. Dort wurden prozesshaft                                                                                                             den. Quartiersmanagerin Kadriye Karcı: „Bereits 2000 wurden die Ver-
über einen längeren Zeitraum mit intensiver                                                                                                           gabebeiräte ins Leben gerufen. Sie entschieden über ein Jahresbudget
Bewohner / innen-Beteiligung bauliche und                                                                                                             in Höhe von 15.000 Euro zur Pflege der nachbarschaftlichen Bezie-
soziokulturelle Maßnahmen mit­einander                                                                                                                hungen.“ 2001 kam dann die legendäre „Striedermillion“. Innerhalb von
verschränkt.                                                                                                                                          zwei Jahren konnte der „Quartiersfonds“ in Höhe von einer Million DM
Alexander Meyer, Quartiersmanager, 2015                                                                                                               unter Einbeziehung einer Jury vergeben werden, die mehrheitlich aus
                                                                                                                                                      einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung bestand.

                                                                                                                                                      Seit 2007 gibt es im Quartier die Vergabejury. Sie besteht aus ehren-
                                                                                                                                                      amtlich engagierten Bewohnerinnen und Bewohnern und vergibt
                                                                                                                                                      seitdem 10.000 Euro pro Jahr. Dieses Gremium entscheidet über klein-
                                                                                                               Foto: bwgt e. V. | Christoph Schmidt

                                                                                                                                                      teilige Projekte, die die Nachbarschaften stärken, die Integration för-
                                                                                                                                                      dern und das Wohnumfeld verbessern. Kadriye Karcı: „Aktionsfonds
                                                                                                                                                      und das Entscheidungsgremium Vergabejury sind ein gutes und sinn-
                                                                                                                                                      volles Beispiel für Bürgerbeteiligung und zur Unterstützung eines
                                                                                                                                                      starken ehrenamtlichen Engagements.“ Gefördert wurden über all die
                                                                                                                                                      Jahre Nachbarschafts- und Straßenfeste, Kunstprojekte im Quartier,
                                                                                                                                                      Ferienprogramme, Gartenprojekte und vieles mehr. Seit 2007 wurden
                                                                                                                                                      jährlich ca. 20 bis 25 Projekte gefördert und umgesetzt, bis Ende 2020
                                                                                                                                                      waren es weit über 300 Projekte.

                                                                                                                                                      D
                                                                                                                                                                urch eine Förderung vom QM konnten wir als Bildungs­
                                                                                                                                                                botschafterinnen die Willkommensklassen der Neumark-
                                                                                                                                                                Grundschule mit Obst versorgen. Das war ein schönes Ergebnis.
In den Pallasgärten. Bewegte Spaziergänge im Schöneberger Norden                                                                                      Neşe Fındık, Bildungsbotschafterin, 2019

„Ağabey – Abla“ – großer Bruder – große Schwester ········· Beratung und Aktivierung von Familien im Bülowkiez ········· Gastronomischer Führer ········· Kunstwettbewerb Boulevard Potsdamer
Straße ········· Familienbezogene Antigewaltarbeit im Bülowkiez ········· Warum Dr. Sommer fragen, wenn man auch die Jugendlichen fragen kann? ········· Berliner Modellkita – Evaluation                                       9
des Spracherwerbs 2003 ·········
Schöneberger Norden - Quartiersmanagement Berlin
MITEINANDER LEBEN
     An einem respektvollen, nachbarschaftlichen Zusammenleben arbeiten Bewohnerinnen
     und Bewohner und Akteure aus unterschiedlichen Institutionen, Einrichtungen, Vereinen,
     Projekten und Initiativen zusammen. Für ein friedliches, interkulturelles, inklusives und
     lebendiges Miteinander.

     D
               ank der Vernetzung im Kiez hatte
               ich von Anfang an einen guten
               Überblick über die Institutionen
     im Schöneberger Norden und fand für
     viele meiner Anliegen einen Ansprechpart-
     ner oder eine Ansprechpartnerin. Auch die
     regelmäßig stattfindenden Bildungs- und
     Straßenfeste halfen mir beim Kennenlernen
     und Ankommen. Ich habe mich sehr will-
     kommen gefühlt.
     Kolja Schadzinski, Leiter der Kita Haus der
     Kinder in der Kurmärkischen Straße, 2019
                                                                               Foto: Susanne Wolkenhauer

                                                                                                           BEGiNE – Tag der offenen Tür

                                                                                                           Im Schöneberger Norden leben auf engem            Beim Projekt Grüne Tore für die Nachbarschaft
                                                                                                           Gebiet sehr viele Menschen aus unter­schied­      im KulmerKiez des Trägers Jugendkunst­
                                                             Foto: Heide Ley

                                                                                                           lichen sozialen und kulturellen Herkünften        paten e. V. wurde die Vernetzung zwischen
                                                                                                           zusammen. Helge Löw erzählt: „Ich wohne           ansässi­gen Einrichtungen wie Treff 62 e. V.,
     Netzwerke knüpfen                                                                                     schon seit den 1980er Jahren im Schöne­           Harmonie e. V., Anadolu Moschee, Efeu e. V.
                                                                                                           berger Norden. Die Straße war damals              und unterschiedlichen Bewohnergruppen
                                                                                                           Sanierungs­gebiet, Ofenheizung, wenig Kom­        gestärkt. Gemeinsam wurde ein Nachbar­
                                                                                                           mu­nikation zwischen den Bewohnern unter-         schaftsfest gestaltet, das Großgörschen-
                                                                                                           schiedlicher Muttersprache. Was konnte mir        Straßen­fest, das seitdem regelmäßig statt­
                                                                                                           da Schöneres passieren als auf eine Organi-       fand. Auch die Feste in der Steinmetzstraße
                                                                                                           sation zu stoßen, die sich hier in meinem         und in der Frobenstraße wurden von ansässi­
                                                                                                           Kiez dafür einsetzte die Lebensqualität           gen Einrichtungen und Bewohnerinnen und
                                                                                                           und das Zusammenleben zu verbessern?“             Bewohnern gemeinsam organisiert.
                                                                                                           Helge Löw engagierte sich lange Jahre als
                                                                                                           Quartiers­rätin im Kiez, erlebte mit, wie Nach-   In unserem Quartier gibt es unterschied-
                                                                                                           barschaft entsteht durch gegenseitiges            liche Religionsgemeinden, die sich zu einem
                                                                                                           Kennen­lernen bei gemeinsamen Aktionen,           interkulturellen Netzwerk zusammenge-
                                                                                                           wie Flohmärkte, Bücher­­basare, Tauschbör-        schlossen haben: American Church in Berlin,
                                                                                                           sen oder Nikolausfeste.                           Anadolu Moscheegemeinde, Evangelische

     2004
     Ausstellung „Schöne Aussichten“ im Pallasseum ········· Neugestaltung des Spielbereiches im Pallasseum ········· Elternaktivierung Spreewald-Grundschule ········· Fair-sorgen: Lebens- und
10   Berufsperspektiven für Jugendliche ········· Raufen nach Regeln ········· Förderung der Zahngesundheit ········· In 80 Tagen um die Welt - Eine kulinarische Weltreise durch Gaststätten im Kiez
     ········· Lichtergalerie Steinmetzstraße ········· Eltern-Schüler-Café Spreewald-Grundschule ········· Patenschaftskatalog Alter St.-Matthäus-Kirchhof
Foto: Die kulturellen Erben e. V. | Steven Ritzer Photography
                                                                       Foto: © Semerkand Glaubens- und Kulturzentrum e. V.

                                                                                                                                                                                             Großgörschenstraßenfest 2019

Öffentliches Fastenbrechen 2019

B
         eim ersten „Fest der Religionen“ im
         Herbst 2008 auf dem Kirchplatz der
         Zwölf-Apostel-Gemeinde konnte man

                                                                                                                                                                                                                                                                                   Foto: Susanne Wolkenhauer
erleben, wie nach und nach Berührungsängste
schwanden: ein buntes Kultur- und Kinderpro-
gramm und vielfältigste kulinarische Angebote
brachten jung und alt zusammen. An den Stän-
den waren die Informationen über die einzelnen
Gemeinden und ihre Projekte sehr gefragt.                                                                                                                                                    Fest der Religionen 2009, gemeinsames Trommeln
Abdurrahim Güleç, Semerkand Glaubens- und
Kulturzentrum e. V., 2019

                                                                                                                                                                                                                                          Z
Luther-Kirchengemeinde, Evangelische Zwölf-                      ferenz Religionsgemeinschaften im Kiez – 2012.                                                                                                                                        wanzig Jahre enge Verbindung von
Apostel-Kirchengemeinde, Evangelisch-Frei­                       Eine Wanderausstellung Religiöse Symbole in                                                                                                                                           Gemeinde und regionalen Akteuren
kirch­liche Lukas-Gemeinde, Katholische Kir­-                    den Gemeinden wurde mit den Jugendlichen                                                                                                                                              im Kiez, angeregt und gefördert durch
chen­ gemeinde St. Matthias, Semerkand                           der Gemeinden erstellt. Immer war die Öffent-                                                                                                                                das QM: Viel ist dabei zustande gekommen,
Moschee­   gemeinde und Syrisch-Orthodoxe                        lichkeit eingeladen: Zu den interessanten                                                                                                                                    der neu gestaltete Platz vor der Kirche, die
Kirche von Antiochien. Seit Mai 2007 stehen                      inter­
                                                                      religiösen Vortragsabenden, zum Fest                                                                                                                                    Zusammenarbeit im Netzwerk der Religions-
die Gemeinden in einem kontinuierlichen                          der Religionen und zum öffentlichen Fasten-                                                                                                                                  gemeinden, enge Kontakte zu den anderen
Dialog, eine bezirksübergreifende Initiative,                    brechen, wie 2017 im Heinrich-von-Kleist-Park                                                                                                                                Organisationen und Einrichtungen im Kiez.
angeregt von den Quartiersmanagements                            oder im Hof des Pallasseums 2019. „Viele Reli-                                                                                                                               Jetzt besteht die begründete Hoffnung, dass
Schöneberger Norden und Tiergarten-Süd. Ein                      gionen – eine Nachbarschaft“, Quartiersmana-                                                                                                                                 wir eigenständig die Kontakte weiterführen.
Prozess des Aufeinanderzugehens, bei dem es                      gerin Kadriye Karcı erklärt: „Bei diesem Projekt                                                                                                                             Andreas Fuhr, Pfarrer i. R., Ev. Zwölf-Apostel-
weniger um Glaubensfragen ging, vielmehr                         werden Respekt, Verantwortung, Vernetzung                                                                                                                                    Kirchengemeinde, 2020
um die gemeinsame Verantwortung für das                          und Anerkennung in die Tat umgesetzt. Es
Zusammenleben im Kiez. Man besuchte sich                         gibt eine Steuerungsrunde für die Um­setzung
gegenseitig, lernte sich kennen, feierte zusam-                  des Projektes, in der alle Mitgliedergemein-
men. Jugend-Fußballturniere der Kirchen-                         den gleichberechtigt vertreten sind. Jede
und Moscheegemeinden wurden ausgetra-                            Gemeinde übernimmt Aufgaben und Verant-
gen. Pfarrer und Imame stellten abwechselnd                      wortung. Die Projektkoordination wird nach
den Schiedsrichter. Es gab eine Zukunftskon-                     Rotationsprinzip alle zwei Jahre gewechselt.“

2005
Anlage von Mietergärten im Hof des Pallasseum ········· Nachbarschaftsfeste in der Kurmärkischen Straße ········· Bewohner / innen säubern, bepflanzen und reparieren Vorgärten, Steinmetz-
straße ········· Magistrale Potsdamer Straße, ab 2005 ········· Workshop zum Thema Homophobie ········· Der letzte Krieg – Kulturpädagogisches Projekt für Jugendliche ········· peer education                                                                                                                11
Sucht ········· Der frühe Vogel fängt den Wurm, Gustav-Langenscheidt-Schule
Foto: Lisa Gilmozzi
     BRÜCKEN BAUEN
     Anlaufpunkt im Kiez und ein lebendiges Kulturzentrum: Die Steinmetz 68 unterstützt mit
     Nachbarschafts- und Bildungsprojekten Familien, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher.

     An einem Dienstag gehen wir ins Nachbarschaftszentrum Stein-                                            Sprachkursen. Es gibt viele Möglichkeiten: „Wollen Sie einen Deutsch-
     metzstraße 68. Wir wollen mithelfen bei der Aktion: Lasst uns die                                       kurs machen oder das Sprachcafé besuchen?“ fragt die ehrenamt-
     Steinmetzstraße noch schöner machen! Wir säubern Baumscheiben                                           liche Gastgeberin. „Wenn Sie Kinder haben, können Sie sich hier mit
     und Pflanzkübel, stecken Blumenzwiebeln und freuen uns mit Nach-                                        anderen Eltern über Erziehungsfragen austauschen. Oder sich in
     barinnen und Kindern über den Erfolg des Projekts Wachse, wachse &                                      Schulfragen beraten lassen. Es gibt hier Lernberatung für Eltern und
     gedeihe. Einige Männer aus der Vätergruppe sitzen auf Bänken vor der                                    Erziehende. Und meine Kinder gehen gerne in den Lernclub und las-
     Tür in der Sonne. In der Küche wird bereits das Mittag­essen vorberei-                                  sen sich bei den Hausaufgaben helfen.“
     tet, von Ehrenamtlichen. Heute wird italienisch gekocht. Eine Nach-
     barin kommt vorbei, sie ist gerade erst in die Steinmetzstraße gezo-                                    Das Nachbarschaftszentrum wurde im September 2004 als Ort für
     gen. Ein junger Mann begleitet sie, er dolmetscht für sie aus dem                                       Familien aus unterschiedlichen Kulturen aus der Steinmetzstraße und
     Arabischen. Gleich werden sie von einer jungen Gastgeberin eingela-                                     Alvenslebenstraße eröffnet. Vätergruppen und Müttergruppen tref-
     den zu einer Tasse Tee. Sie fragen nach Beratungsangeboten und nach                                     fen sich wöchentlich, seit über 15 Jahren, und beteiligen sich am Pro-

     W
                                                                                                             gramm und an der Organisation von Hinterhoffesten, aber auch von
                  ir machen mit Familien große Ausflüge in die Natur.                                        öffentlichen Veranstaltungen wie dem Steinmetzstraßenfest. Das Nach-
                  Zu den Gärten der Welt oder in den Botanischen Gar-                                        barschaftszentrum Steinmetzstraße 68 gehört, wie auch das Nachbar-
                  ten. Aber wir verreisen auch gemeinsam, waren eine                                         schafts- und Familienzentrum Kurmärkische Straße, zum Mehrgenera-
     Woche im Grunewald, und sogar an der Ostsee, in Mecklenburg-                                            tionenhaus der Kiez-Oase unter dem Dach des Pestalozzi-Fröbel-Haus
     Vorpommern. Solche Erlebnisse schweißen zusammen, man lernt                                             (PFH). Die Zusammenarbeit ist eng. „Wir ergänzen uns. Man muss nicht
     sich ganz anders kennen.                                                                                alles selbst anbieten, kann die Angebote der Nachbareinrichtung mit-
     Lisa Gilmozzi, Nachbarschaftszentrum Steinmetzstraße 68, 2019                                           nutzen“, sagt der Leiter des Nachbarschaftszentrums Hamad Nasser.

     2006
     Ausbau der Kochschule Palladin ········· Flaggenprojekt zur Fußball WM 2006 am Pallasseum ········· Netzwerk der Religionsgemeinden ········· Nachbarschaftsfeste Steinmetzstraße, ab 2006
12   ········· Wintersporthalle ········· Interkultur im Bülowkiez ········· Gründeretage Bülowstraße 66 ········· Leerstand als Chance Potsdamer Straße ········· Medienmesse, ab 2006 ········· Glaube, Liebe,
     Hoffnung – über Realitäten und Visionen, Jugend Museum ········· Kiezgespräche, ab 2006
I
                                                                                                                                                               ch engagiere mich bereits seit mehreren Jahren im Quar-
                                                                                                                                                               tier. Im April 2016 habe ich meine Ausbildung zur Bildungs-
                                                                                                                                                               botschafterin abgeschlossen und engagiere mich seitdem
                                                                                                                                                            in der Kita und der Schule meiner Kinder, bei Straßenfesten,
                                                                                                                                                            nehme an Fachtagen des Bildungsnetzwerkes teil. Ich bin auch
                                                                                                                                                            Elternvertreterin in der Schule und mittlerweile Quartiersrätin.

                                                                                                  Foto: PFH | Hamad Nasser
                                                                                                                                                            Güllü Nas, Bildungsbotschafterin und Quartiersrätin, 2019

Oben: Kehrenbürgeraktion in der Steinmetzstraße

                                                                                                                             Foto: Marion Schütt
Links: Steinmetzstraße

E
        ltern sind wichtige Bildungswegbegleiter ihrer Kinder.
        Das Projekt „BildungsbotschafterInnen in Kita, Schule
        und Stadtteil“ stärkt Eltern dabei, sich für die Bildung
von Kindern zu engagieren. BildungsbotschafterInnen bauen
Brücken zwischen Bildungseinrichtungen und Eltern verschie-
dener Herkunft. Mit ihrem Wissen aus der Weiterbildung, kultu-
rellem Verständnis und Sprachkenntnissen zeigen sie Wege zu
mehr Miteinander und Beteiligung.
Nina Lutz, Projektleiterin Bildungsbotschafter / innen in Kita, Schule
und Stadtteil, Pestalozzi-Fröbel-Haus, 2020

                                                                                                                                                   Zertifizierungsfeier am 25.11.2019 in der Spreewald-Grundschule

                                                                                                                                                     Auch bei Konflikten in der Nachbarschaft ist „Brückenbauen“
                                                                                                                                                     gefragt. Im Netzwerk AG Steinmetzstraße wird nachbarschaftliche
                                                                                                                                                     Kompetenz und Fachkompetenz zusammen­            getragen, stimmen
                                                                                                                                                     sich „pädagogische Profis“ der freien Träger, bezirkliche Jugendhilfe,
                                                                                                  Foto: PFH | Hamad Nasser

                                                                                                                                                     Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und Eltern kleinräumlich mit-
                                                                                                                                                     einander ab, um geeignete Maßnahmen zur Gewaltprävention im
                                                                                                                                                     Straßenraum zu finden. Dabei ist der gezielte Einsatz von Kinder- und
                                                                                                                                                     Jugendstreetworkern von Outreach sowie der Aufbau von Eltern­
An der Alvenslebenstraße                                                                                                                             arbeit in der Steinmetzstraße im Nachbarschaftszentrum, in der Kita
                                                                                                                                                     und in der Neumark-Grundschule von grundlegender Bedeutung.

In Zusammenarbeit mit dem QM wurden Bildungsprojekte entwi-                                                                                          Die Kinder drängeln. „Wann geht es denn endlich los?“ Wir holen
ckelt. „Wir waren Vorreiter in der Bildungsarbeit, es geht um Bildung                                                                                Schubkarren und Gartengeräte, Müllsäcke und dicke Garten­
für die Eltern, für die ganze Familie kann man sagen. Das erste grö-                                                                                 handschuhe, damit wir uns beim Aufräumen der Pflanzkübel und
ßere Projekt, das gefördert wurde, hieß Frauen fit für Bildung. Dann                                                                                 Müllsammeln nicht an Glasscherben verletzen. Alle packen mit an.
für mehrere Jahre das Projekt der Bildungsbotschafter und -botschafte-                                                                               Auch die neue Nachbarin hat gleich mitgemacht bei der Pflanz-
rinnen. Und das offene Angebot ElternMobil mit Einzelcoaching und                                                                                    aktion, vielleicht wird sie sogar eine Patenschaft für ein Beet über-
Gruppenangeboten oder Kursen“, sagt Hamad Nasser und bekräftigt:                                                                                     nehmen.
„Man kann sagen, dass gerade wir Schöneberger Pionierarbeit gelei-
stet haben, was die Verbesserung von Bildungskonzepten angeht.“

2007                                                                                                                                                                             2008
44 Bäume für den Kiez ········· Mädchenfußball Spreewald-Grundschule ········· Wettbewerb Schöne und lebendige Höfe                                                              Neugestaltung Spielplatz Nelly-Sachs-Park ········· Garten der
im Quartier ········· Fußballschule SC Integra ········· Aktive Familien im Bülowkiez ········· Hands on History, Jugend Museum                                                  Sternenkinder, Alter St.-Matthäus-Kirchhof ········· Boxpaten          13
········· Mädchenfußball international ········· Speak out – eine Plattform für den Ehrbegriff ········· Filmreihe KiezVideo, ab 2007                                            ········· Streetwork mit Sprachmittlerinnen ········· Bücher für die
D
               er Aufbau und die Stabilisierung
               von Netzwerken und Kommuni­
               kationsstrukturen mit dem Ziel,
     dass diese sich selbst tragen, ist einer der
     wichtigen Handlungsansätze zur Erfolgs­
     sicherung des QM.

                                                                     Foto: Gerhard Haug | Berlin
     Team QM, Aktionsplan 2018

                                                                                                   Gewerbegespräch am 6. Februar 2020

     GEMEINSAM ARBEITEN
     Projekte an der Schnittstelle Arbeit und Ausbildung, Unterstützungsstrukturen und
     Netzwerke helfen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, auf dem Arbeitsmarkt
     Fuß zu fassen. Passgenaue Qualifizierung erhöht die Chancen von Arbeitssuchenden.

     Quartiersmanagerin Ute Großmann erzählt:                                                      Schule und Beruf – wie sie zusammen­          Für den Übergang von der Schule zum
     „Eine Besonderheit des QM Schöne­berger                                                       hängen, sollte Schulkindern möglichst früh    Beruf hatte der Projektträger, der Schöne­
     Norden war, dass das Handlungsfeld Lokale                                                     klar werden und die Vielfalt des Arbeits­     berger Kultur­  arbeitskreis e. V., mit dem
     Ökonomie mit den Schnittstellen Standort­                                                     lebens sollten sie kennenlernen. Ute Groß-    Jugend Museum und Schulen im Bezirk
     entwicklung, Integration in Arbeit und                                                        mann: „Um Kindern und Jugendlichen            Projekte zur ersten beruflichen Orientierung
     Begleitung von Berufswegen über 20 Jahre                                                      Chancen­gleichheit zu ermöglichen, braucht    verwirklicht. Junge Menschen lernten Berufs-
     lang personell kontinuierlich besetzt war                                                     es besondere Unterstützung bei der Orien-     felder kennen und erhielten Unterstützung
     und somit ineinandergreifende und auf­­ein­                                                   tierung und Berufssuche, wohnortnah und       bei Unternehmenspraktika. Schülerinnen
     ander aufbauende Projekte entwickelt wer-                                                     niedrigschwellig.“                            und Schüler wurden zu Jugendberufslot-
     den konnten.“ Mit Projekten wie gemein-                                                                                                     sen ausgebildet und es wurde das Jugend-
     sam wirtschaften an der potsdamer wurde                                                       Im Jugend Museum wurden dafür Mit­            Berufs-Kit ent­wi­ckelt, ein Materialkoffer, der
     der Aufbau von Gewerbenetzwerken                                                              mach­­angebote entwickelt. Schülerinnen       ausgeliehen und in Schulen eingesetzt wer-
          dert. Auch regelmäßig stattfindende
     geför­                                                                                        und Schüler forschten zu den Themen           den konnte.
     Gewerbe­gespräche zu aktuellen Themen, an                                                     Arbeit, Berufe und Fertigkeiten. Sie began-

                                                                                                                                                 P
     wechseln­den Orten im Quartier, unterstütz-                                                   nen zunächst bei sich selbst und fanden
     ten das Networking im Gebiet.                                                                 heraus, was sie mögen, wollen und kön-                erspektive Arbeit will gemein-
                                                                                                   nen: Was brauche ich, auf was habe ich                sam mit Einrichtungen aus dem
     Beim Gewerbegespräch „Gewerbemie-                                                             Lust? Es ging um Neugierde und um die                 Schöne­­berger Norden Einzelperso­
     ten“ im Februar 2020 diskutierten der Sena-                                                   Freude am Ent­decken der eigenen Fähig-       nen konti­nuierlich und wirkungsvoll beim
     tor für Justiz Dr. Dirk Behrendt, die Bezirks­                                                keiten am Übergang von der Grundschule        Berufseinstieg unterstützen.
     bürgermeisterin Angelika Schöttler, der                                                       zur Oberschule.                               Marianne Konermann, Nachbarschafts- und
     Stadt­rat für Stadtentwicklung Jörn Oltmann                                                                                                 Familienzentrum Kiezoase des PFH, 2019
     und Experten aus der Wirtschaft.

                                                                                                                                                 2009
     interkulturelle Gertrud-Kolmar-Bibliothek ········· Einrichtung eines Schüler-Eltern-Cafés, Neumark Grundschule ········· Gewer-            Interkultureller Garten der Künste, PallasPark ········· Die
14   begespräche, ab 2008 ········· Förderung der Ausbildungsneigung ········· Bläserklasse Neumark-Grundschule ········· Energie-               Neumarkschule und ihr Kiez ········· Hauptsache Schule –
     sparberatung im Pallasseum ········· Bäume für den Kiez ········· Boulderwand Neumark-Grundschule                                           Unterstützung am Übergang ········· Nutzbarmachung der
T

                                                               Foto: Gerhard Haug | Berlin
                                                                                                                                     oll, dass es durch das QM und die Schulen aus dem Quartier über
                                                                                                                                     eine so lange Zeit möglich war, am ‚Puls der Zeit‘ mit den Kindern und
                                                                                                                                     Jugend­lichen des Quartiers zusammenzuarbeiten: gewalt­präventiv,
                                                                                                                            empowernd, Berufsmöglichkeiten erforschend und den Zusammenhalt
                                                                                                                            stärkend. Besonders freut mich, dass es mit den letzten Projekten gelungen
                                                                                                                            ist, auch geflüchtete Kinder und Jugendliche aktiv einzubinden.
                                                                                                                            Ellen Roters, Pädagogische Leitung des Jugend Museums bis Februar 2020

Potsdamer Straße
                                                               Foto: Jugend Museum | Ellen Roters

                                                                                                    Präsentation im Theatersaal der Spreewald-Grundschule, Ich weiß (noch nicht) was ich will, 2015

Für über 25jährige, die den Berufseinstieg suchten, ihre Abschlüsse anerkennen lassen                                                                                  Perspektive Arbeit
oder wieder zurück in den Beruf gehen wollten, gab es das Pilot-Projekt Perspektive Arbeit,                                                                            • Marianne Konermann
geleitet von Marianne Konermann vom Pestalozzi-Fröbel-Haus (PFH), in enger Kooperation                                                                                   Tel.: 030 21730-274
mit dem Jobcenter. Ein intensives und umfassendes Unterstützungs­angebot. Neutrale und                                                                                   E-Mail: konermann@pfh-berlin.de
ausdauernde Beratung und Begleitung, die den Ratsuchenden half, ihre eigenen Stärken zu                                                                                  Ort der Beratungen:
erkennen und für sich nutzbar zu machen, um lang­fristige berufliche Perspektiven zu ent-                                                                                Netzwerk Initiative P12,
wickeln. Pass­genau orientiert an den individuellen Bedürfnissen der Arbeitssuchenden: von                                                                               nach telefonischer Vereinbarung
der Recherche nach einer geeigneten Einrichtung zum Nachholen oder zur Anerkennung                                                                                       mit Frau Konermann
von Abschlüssen, über die Vermittlung von Praktikumsplätzen, die Begleitung der Praktika,
bis hin zur Suche nach einer geeigneten Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahme. Ein                                                                                   Netzwerk-Initiative P12
niedrigschwelliges Angebot, ohne Sanktionen, das weit über das Regelangebot des Job-                                                                                   • PERSPEKTIVE – BERUF – ZUKUNFT
centers hinausging.                                                                                                                                                      Hella Pergande
                                                                                                                                                                         Pallasstraße 12, 10781 Berlin
­Das Beratungsangebot soll auch in Zukunft fortgesetzt werden, die Beratungen finden                                                                                     Tel.: 030 35 12 86 26
 im Laden der Netzwerk-Initiative P12 statt, nach telefonischer Vereinbarung mit Marianne                                                                                E-Mail: h.pergande@outreach.berlin
 Konermann.                                                                                                                                                              www.outreach-berlin.de

                                                                                                                                                                    2010
Tourismuspotentiale Potsdamer Straße ········· Von Innen nach Außen, Pallasseum ········· Elternaktivierung Spreewald-Grund-                                        Weiterentwicklung PallasPark ········· Langer Tag der Bildung,
schule ········· Bücherrucksäcke für Lesepaten ········· Streetwork für Prostituierte im FrobenKiez ········· Nachbarschaft, Jugend                                 ab 2010 ········· Jugendberufslotsen ········· Nachbarschaftssport   15
und Kunst im KulmerKiez                                                                                                                                             für Ältere und Bewegungsferne ········· Bildungsbotschafter
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