SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz

Die Seite wird erstellt Oliver Böttcher
 
WEITER LESEN
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
SPIELZEIT 2021/2022
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
Theaterpädagogik                       Verwaltung                      Intendanz
                                                                 Fon (0261) 129 2866                    Fon (0261) 129 2811             Fon (0261) 129 2802
                                                                 Fax (0261) 129 2800                    Fax (0261) 129 2813             Fax (0261) 129 2899
                                                                 theaterpaedagogik@theater-koblenz.de   verwaltung@theater-koblenz.de   intendanz@theater-koblenz.de

                                                                                         SPIELZEIT
                                                                                         2021/2022
Herausgeber Theater Koblenz
Intendant Markus Dietze (V.i.S.d.P.)
Redaktion Dramaturgie, Öffentlichkeitsarbeit, Theaterpädagogik
Fotos Matthias Baus
Produktion Anja Merfeld
Redaktionsschluss 24. Juni 2021
Programm-, Termin- und Preisänderungen vorbehalten
Herstellung Druckerei Hachenburg · PMS GmbH
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
Zu vielen Krisen hat unsere Gesellschaft im alltäglichen po-    Was hilft uns, die multiplen Krisen unserer Zeit zu bewälti-
    litischen und gesellschaftlichen Diskurs entweder nur unvoll-   gen und die Welt neu zu erzählen? Wie stellen wir in einer
    kommene oder keine Bilder. Theater jedoch sind diejenigen       „Gesellschaft der Singularitäten“ wieder mehr notwendige
    Orte in unserem Gemeinwesen, an denen tagtäglich gewohn-        Gemeinsamkeiten oder zumindest ein gemeinsames Ver-
    te und überkommene Bilder, Thesen und Metaphern spielend        ständnis von Kommunikation her? Wie beteiligen wir all die-
    hinterfragt werden. Im Theatersaal werden außerdem all-         jenigen, die keine eigene starke Stimme oder keine für sie
    abendlich im Miteinander zwischen den Menschen auf der          eintretende mächtige Lobby haben, an gesellschaftlichen
    Bühne und den Menschen im Zuschauerraum neue Erzähl-            Veränderungsprozessen? Wie gelingt die Teilhabe aller an
    weisen und Bilder erfunden und in die Welt getragen.            Kunst, Kultur, Politik und Gesellschaft?

    Das ist, neben dem Verlust des gemeinsamen Lachens, Er-         Das sind Fragen, die uns beschäftigen. Die Antworten suchen
    schreckens, des gemeinsamen Berührt-Werdens und Sich-           wir gerne mit Ihnen, unserem Publikum, gemeinsam ver-
    Ärgerns aus unserer Sicht der tieferliegende Grund dafür,       mittels der Theaterkunst. Denn: So verwegen und naiv das
    dass unsere Gesellschaft vom zweifellos notwendigerweise        vielleicht in den Ohren mancher klingen mag, leistet hier ein
    erzwungenen Aussetzen öffentlicher Kunst- und Kulturver-        Stadttheater, räumlich wie ideell an einem Zentralpunkt der
    anstaltungen viel verarmter zurückbleiben wird, als es auf      Stadtgesellschaft, einen nicht zu ersetzenden Beitrag.
    den ersten Blick der Fall zu sein scheint.
                                                                    Die Vorstellungen nach der Unterbrechung des Vorstellungs-
    Kein anderes Medium hat auf die Frage „wie soll es weiter-      betriebs im Juni und Juli 2021 im Theater Koblenz haben das
    gehen?“ eine so einfache und dennoch weitreichend bedeut-       eindrucksvoll bewiesen.
    same Antwort wie das Theater: Es geht weiter, indem es
    wieder beginnt und auch das Ende der Probe oder Vorstel-        Freuen wir uns auf eine neue Spielzeit, in der dieses so wich-
    lung ist kein Ende, sondern stets nur die Unterbrechung bis     tige gemeinsame Erleben hoffentlich auch dauerhaft wieder
    zum nächsten gemeinsamen Versuch, sich auf unsere Le-           möglich sein wird.                                                   PD Dr. Margit Theis-Scholz                Markus Dietze
    bensrealität im wahrsten Sinne des Wortes „einen Reim“ zu
    machen.                                                                                                                          Kulturdezernentin der Stadt Koblenz   Intendant des Theaters Koblenz

2                                                                                                                                                                                                           3
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
PREMIEREN UND                                                                          30. Oktober 2021
                                                                                           VRona
                                                                                           Ein Romeo-und-Julia-Setting
                                                                                                                            15. Januar 2022
                                                                                                                            DEAD MAN WALKING
                                                                                                                            Oper von Jake Heggie
                                                                                                                                                           12. Februar 2022
                                                                                                                                                           DIE GROSSE
                                                                                                                                                           WÖRTERFABRIK
                                                                                                                                                                                       15. April 2022
                                                                                                                                                                                       PARSIFAL
                                                                                                                                                                                       Bühnenweihfestspiel
                                                                                                                                                                                                                     11. Juni 2022
                                                                                                                                                                                                                     PRINZESSIN HAMLET
                                                                                                                                                                                                                     Eine Tragödie im Comic-

    WIEDERAUFNAHMEN                                                                        Puppenspiel meets Digital Arts
                                                                                           Probebühne 4
                                                                                                                            Großes Haus

                                                                                                                            20. Januar 2022
                                                                                                                                                           Von Valeria Docampo
                                                                                                                                                           und Agnès de Lestrade
                                                                                                                                                           Puppentheater
                                                                                                                                                                                       von Richard Wagner
                                                                                                                                                                                       Großes Haus
                                                                                                                                                                                                                     Format von E.L. Karhu
                                                                                                                                                                                                                     Probebühne 4

                                                                                           6. November 2021                 DIE WANZE                      Probebühne 4                30. April 2022                2. Juli 2022
    4. September 2021             15. September 2021             9. Oktober 2021           MADAME POMPADOUR                 Ein Insektenkrimi                                          AVENUE Q                      UND JETZT DAS WETTER
    NICHTS – WAS IM LEBEN         TERMINAL 5 / ROHLINGE          NACH DELPHI               Operette von Leo Fall            von Paul Shipton               26. Februar 2022            Musik und Songtexte von       Monolog von
    WICHTIG IST                   Monologe von Simon             Schauspiel von            Großes Haus                      Circus Maximus                 MACBETH                     Robert Lopez und Jeff Marx,   Stefan Wipplinger
    Puppentheater nach dem        Stephens und Dorian Brunz      John von Düffel                                                                           Ballett von Steffen Fuchs   Buch von Jeff Whitty.         Uraufführung
    Schauspiel von Janne Teller   Atrium der Rhein-Mosel-Halle   Uraufführung              27. November 2021                21. Januar 2022                nach William Shakespeare    Basierend auf dem Original-   Andernorts
    Probebühne 4                                                 Großes Haus               SCHNEEWITTCHEN                   BÜRGERPUZZLE³                  Großes Haus                 konzept von Robert Lopez
                                  25. September 2021                                       Märchen nach den                 Performative Eigenproduk-                                  und Jeff Marx                 2. Juli 2022
    5. September 2021             DIE ZAUBERFLÖTE                16. Oktober 2021          Brüdern Grimm                    tion der Enthusiasten          5. März 2022                Großes Haus                   50°N 7°O
    BÜRGERPUZZLE2                 Oper von Wolfgang              DIE SCHNEEKÖNIGIN         Großes Haus                      Andernorts                     COSÌ FAN TUTTE                                            TANZT ... TRÄUME!
    Eigenproduktion der           Amadeus Mozart                 Puppentheater nach                                                                        Dramma giocoso              21. Mai 2022                  Choreografien von
    Enthusiasten                  Großes Haus                    dem Märchen von           11. Dezember 2021                29. Januar 2022                von Wolfgang                DER KIRSCHGARTEN              Mitgliedern der Ballett-
    Ein Stadtspaziergang                                         Hans Christian Andersen   ROMEO UND JULIA                  MARIA STUART                   Amadeus Mozart              Schauspiel von                compagnie
                                  2. Oktober 2021                Probebühne 2              Tragödie von                     Drama von Friedrich Schiller   Großes Haus                 Anton Tschechow               Hinter dem Eisernen Vorhang
    12. September 2021            HOW TO DATE                                              William Shakespeare              Großes Haus                                                Großes Haus
    THE LAST SHIP                 A FEMINIST                     23. Oktober 2021          Großes Haus                                                     9. April 2022                                             8. Juli 2022
    Buch von John Logan und       Komödie von Samantha Ellis     CARMEN                                                     4. Februar 2022                LET’S PINKEL                27. Mai 2022                  RIGOLETTO
    Brian Yorkey ∙ Musik und      Probebühne 2                   Ballettabend von          17. Dezember 2021                WAS DAS NASHORN SAH,           Schauspiel von              ICH BIN VERLETZT              Oper von Giuseppe Verdi
    Liedtexte von Sting                                          Steffen Fuchs             DER SCHWANENSEE                  ALS ES AUF DIE ANDERE          Anis Hamdoun                Eigenproduktion der           Festung Ehrenbreitstein
    Deutsche Erstaufführung                                      Großes Haus               Ballett von Steffen Fuchs        SEITE DES ZAUNS SCHAUTE        Uraufführung                Jungen Enthusiasten
    Großes Haus                                                                            Großes Haus                      Schauspiel von Jens Raschke    Probebühne 2                Kostümfundus Rheinhafen
                                                                                                                            Probebühne 2

4                                                                                                                                                                                                                                                  5
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
ALLES AUF EINEN BLICK                                                               Die große Wörterfabrik
                                                                                        Avenue Q
                                                                                        Prinzessin Hamlet
                                                                                                                           72
                                                                                                                           74
                                                                                                                           76
                                                                                                                                Tanzart ostwest-Festival
                                                                                                                                Adventsmatinee
                                                                                                                                Chorkonzert
                                                                                                                                                               96
                                                                                                                                                               96
                                                                                                                                                               96
                                                                                                                                                                     Hinter den Kulissen
                                                                                                                                                                     Rheinische Philharmonie
                                                                                                                                                                     Freundeskreis
                                                                                                                                                                                               104
                                                                                                                                                                                               106
                                                                                                                                                                                               108
                                                                                                                                Öffentliche Theaterführung     97
    PREMIERENÜBERBLICK           How to Date a Feminist   28   Ich bin verletzt    50   THEATERPÄDAGOGIK                        Matinee                        97    ABO UND SERVICE
    Musiktheater             8   Nach Delphi              30   Ballett             52   Rahmenprogramm                     80   Publikumsgespräch              97    Abos im Überblick         112
    Die Zauberflöte         10   Schneewittchen           32   Carmen              54   Angebote für Pädagog*innen         84   StattBühneGespräch             97    Sitzplan                  117
    Madame Pompadour        12   Romeo und Julia          34   Der Schwanensee     56   Zusammenarbeit mit Schulen         86   Sidekick                       97    Aboservice                118
    Dead Man Walking        14   Maria Stuart             36   Macbeth             58   Kunstvermittlung für Studierende   88   Tanz in der Stadt              98    Preise                    120
    Così fan tutte          16   Was das Nashorn sah      38   50°N 7°O            60   Spielclubs                         90   Öffentliches Balletttraining   98    Theaterkasse              122
    Parsifal                18   Let‘s Pinkel             40   Puppentheater       62                                           Extrachor und Statisterie      98    Kontakt                   124
    Rigoletto               20   Der Kirschgarten         42   NICHTS              64   WEITERE VERANSTALTUNGEN
    Schauspiel              22   Und jetzt das Wetter     44   Die Schneekönigin   66   Neujahrskonzert                    94   MITARBEITER*INNEN
    The Last Ship           24   Bürgerpuzzle2            46   VRona               68   Streamingportal                    96   Ensembles                      102
    Terminal 5 / Rohlinge   26   Bürgerpuzzle3            48   Die Wanze           70   Koblenzer Literaturtage            96   Künstlerische Leitung          103

6                                                                                                                                                                                                    7
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
MUSIKTHEATER

8                  9
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
DIE ZAUBERFLÖTE                                                                               Musikalische Leitung Mino Marani
                                                                                                   Inszenierung Mascha Pörzgen
                                                                                                   Bühne und Kostüme Frank Fellmann
                                                                                                                                      Matinee 19. September 2021

                                                                                                                                      In folgenden Abos enthalten
     Oper von Wolfgang Amadeus Mozart                                                                                                 Pr | Mo 2 | Di 1 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 1 | So 2 | So 3 | SoN | W
                                                                                            09.
                                                                                     AB 25.
                                                                                              ES
     Prinz Tamino wird auf der Jagd von einer gefährlichen Schlange verfolgt,
                                                                                     G R O SS
     vor dieser aber durch drei Damen der sternflammenden Königin der Nacht             HA  U S
     gerettet. Er soll Pamina, die Tochter der Königin, aus der Gewalt eines
     Bösewichts befreien. Der Vogelfänger Papageno steht ihm dabei zur Sei-
     te. Als sie in das Reich des vermeintlichen Tyrannen Sarastro eindringen
     und Pamina unversehrt vorfinden, erkennt Tamino, dass ihm die Königin
     nicht die Wahrheit gesagt hat. Sarastro ist kein Unmensch, sondern steht
     einer Priesterschaft vor, die sich für Vernunft, Natur und Weisheit einsetzt.
     Mit Hilfe zweier Zauberinstrumente, einer Flöte und eines Glockenspiels,
     unterziehen sich Tamino und Papageno den Prüfungen, die Sarastro ihnen
     auferlegt, bevor Tamino und Pamina ein Paar werden können und auch Pa-
     pageno eine Papagena findet.

     Wolfgang Amadeus Mozart hat seine letzte, 1791 uraufgeführte Oper für
     ein Wiener Vorstadttheater geschrieben und darin Elemente von Märchen
     und Volksschwank mit philosophisch-freimaurerischem Gedankengut ver-
     knüpft. Entstanden ist eine abenteuerliche Geschichte um Leben und Tod,
     um die Liebe und das Erwachsenwerden, um Weisheit und Macht, um den
     ewigen Kampf zwischen Gut und Böse und nicht zuletzt um die Kraft und
     Magie der Musik.

10                                                                                                                                                                                                                   11
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
MADAME POMPADOUR                                                                           Musikalische Leitung Karsten Huschke
                                                                                                Inszenierung Sandra Wissmann
                                                                                                Bühne Dirk Becker
                                                                                                                                       Matinee 31. Oktober 2021

                                                                                                                                       In folgenden Abos enthalten
     Operette von Leo Fall                                                                      Kostüme Uta Meenen                     Pr | Mo 1 | Di 1 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 1 | So 2 | SoN | W
                                                                                                Choreografie Sean Stephens
                                                                                         11.
                                                                                  AB 06.
                                                                                           ES
     Begehrenswert schön und abenteuerlustig stürzt sich Madame Pompadour,
                                                                                  G R O SS
     Mätresse von König Ludwig XV., inkognito in das Nachtleben des Pariser          HA  U S
     Karnevals. Auf der Suche nach einer prickelnden Liebschaft trifft sie dort
     nicht nur den aufsässigen Dichter Calicot, der frivole Spottlieder auf sie
     singt, sondern auch den Grafen René, der – ebenfalls unerkannt – eine
     Auszeit vom faden Eheleben nimmt. Mitten in den amourösen Verwick-
     lungen versucht der tölpelhafte Polizeiminister Maurepas die Pompadour
     in flagranti zu erwischen und sie damit beim König bloßzustellen. Doch
     Madame ist nicht nur schön, sondern auch gewitzt: Einfallsreich gelingt
     es ihr, Calicot zum Hofdichter zu ernennen und René als ihren persönli-
     chen Leibwächter anzustellen – selbstverständlich mit Zugang zu ihrem
     Schlafzimmer.

     Nicht von ungefähr wurde die 1922 in Berlin uraufgeführte Operette „Ma-
     dame Pompadour“ zum größten Erfolg des Komponisten Leo Fall. In ihren
     witzig-anzüglichen Einfällen und schwungvoll-eingängigen Melodien zeich-
     nen sich vor dem Hintergrund des galanten Pariser Rokoko die freizügigen
     Jahre ihrer Entstehungszeit ab.

12                                                                                                                                                                                                             13
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
DEAD MAN WALKING                                                                               Musikalische Leitung Mino Marani
                                                                                               Inszenierung Markus Dietze
                                                                                               Bühne und Kostüme Christian Binz
                                                                                                                                  Matinee 9. Januar 2022
                                                                                                                                  Werkeinführung vor jeder Vorstellung

Oper von Jake Heggie                                                                                                              In folgenden Abos enthalten
                                                                                                                                  Pr | Mo 1 | Mo 2 | Di 1 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 2 | So 3 | W
                                                                                        01.
                                                                                 AB 15.
                                                                                          ES
Joseph De Rocher hat mit seinem Bruder ein junges Paar ermordet, nach-
                                                                                 G R O SS
dem er das Mädchen vergewaltigt hatte. Nun erwartet er in der Todeszel-             HA  U S
le die Hinrichtung. Die junge Ordensschwester Helen bietet ihm Hilfe und
geistlichen Beistand an. Tief religiös geprägt, fordert sie Joseph ein Schuld-
geständnis ab, gleichzeitig wächst ihre persönliche Zuneigung. Das Ver-
fahren des Gnadengesuchs, die Auseinandersetzung mit seiner Familie und
den Eltern der Opfer sowie das Ringen um das Geständnis wird für Helen
zum existenziellen Prozess, in dem sie sich immer wieder auf das Gebot
der Nächstenliebe und Gottes Versprechen der Vergebung besinnen muss.

„Dead Man Walking!“ lautet der Ausruf, der in amerikanischen Gefängnis-
sen ertönt, wenn ein zum Tode Verurteilter seinen letzten Gang antritt. Or-
densschwester Helen Prejean, eine der engagiertesten Gegnerinnen der
Todesstrafe in den USA, wählte 1993 diesen Ruf als Titel ihres Buchs, wel-
ches später von Tim Robbins verfilmt und von Jake Heggie und Terrence
McNally als Oper adaptiert wurde. Mit suggestiv-atmosphärischer Musik,
die neben opernhaften Elementen auch Musikstile wie Blues und Gospel
einbindet und ihre Nähe zur Filmmusik nicht verleugnet, schildert Heggie
eine Geschichte über Schuld und Verantwortung, Rache und Vergebung.

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

                                                                                                                                                                                                           15
SPIELZEIT 2021/2022 - Theater Koblenz
COSÌ FAN TUTTE                                                                             Musikalische Leitung Mino Marani
                                                                                                Inszenierung Bettina Geyer
                                                                                                Bühne Piero Vinciguerra
                                                                                                                                   Matinee 27. Februar 2022
                                                                                                                                   Werkeinführung vor jeder Vorstellung

     Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart                                                 Kostüme Anna Sophia Blersch        In folgenden Abos enthalten
                                                                                                                                   Pr | Mo 1 | Di 1 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 2 | W
                                                                                         03.
                                                                                  AB 05.
                                                                                           ES
     Ferrando liebt Dorabella und Guglielmo liebt Fiordiligi. Angestiftet von
                                                                                  G R O SS
     ihrem älteren Freund Don Alfonso lassen sich die beiden jungen Offizie-         HA  U S
     re auf eine Wette ein, die die Treue ihrer Verlobten auf die Probe stellen
     soll. Verkleidet werben sie um die Partnerin des jeweils anderen. Zu spät
     erst merken die beiden Männer, dass sie selbst keineswegs die souverä-
     nen Drahtzieher ihres Experiments sind und dass sie der Manipulierbar-
     keit menschlicher Gefühle, die sie zu inszenieren glauben, durchaus selbst
     erliegen. Am Ende stehen beide Paare vor den Trümmern ihrer Beziehun-
     gen und ihrer Gefühle. Der Zyniker Don Alfonso sieht sich indes bestätigt:
     „Così fan tutte“ – „So machen es alle“!

     „Così fan tutte“, uraufgeführt 1790 am Wiener Burgtheater, ist nach „Le
     nozze di Figaro“ und „Don Giovanni“ die dritte Oper, die Wolfgang Amadeus
     Mozart gemeinsam mit seinem kongenialen Librettisten Lorenzo da Ponte
     schrieb. Ein Kammerspiel um Liebe und Treue, in dem Komik und Tragik
     nahe beieinander liegen.

     In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

16                                                                                                                                                                                            17
PARSIFAL                                                                                      Musikalische Leitung Marcus Merkel
                                                                                                   Inszenierung Markus Dietze
                                                                                                   Bühne Bodo Demelius
                                                                                                                                        Matinee 10. April 2022
                                                                                                                                        Werkeinführung vor jeder Vorstellung

     Bühnenweihfestspiel von Richard Wagner                                                        Video Georg Lendorff                 In folgenden Abos enthalten
                                                                                                                                        Pr | Mo 1 | Di 1 | Mi | Do 1 | Fr | Sa | So 1 | SoN | W
                                                                                            04.
                                                                                     AB 15.
                                                                                              ES
     Seitdem er im Schloss des Zauberers Klingsor der Verführung durch Kundry
                                                                                     G R O SS
     erlag und von Klingsor mit dem heiligen Speer verletzt wurde, leidet der           HA  U S
     Gralskönig Amfortas an einer unheilbaren Wunde. Nur einer kann ihn von
     seinen Leiden erlösen: Parsifal, „durch Mitleid wissend, der reine Tor“. Auch
     Parsifal gelangt in Klingsors Zaubergarten. Doch bei ihm versagt Kundrys
     Verführungskunst. Durch ihren Kuss erfährt er vielmehr die Bedeutung
     des Leidens und wird zum Mitleiden befähigt. Mit dem wiedergewonne-
     nen heiligen Speer kehrt er nach langen Irrfahrten zur Gralsgemeinschaft
     zurück, wo er die Wunde des Amfortas schließt und ihn von seinem Lei-
     den befreit.

     Sünde, Sühne, Mitleid und Erlösung sind die zentralen Themen in Richard
     Wagners letztem Bühnenwerk, das er speziell für sein Bayreuther Fest-
     spielhaus konzipierte und das dort 1882 uraufgeführt wurde. Richard
     Wagner schuf mit „Parsifal“ ein „Bühnenweihfestspiel“, in dem Religion zu
     Kunst und Kunst zur Religion wird.

18                                                                                                                                                                                                19
RIGOLETTO                                                                        Inszenierung Anja Nicklich
                                                                                      Bühne und Kostüme Antonia Mautner Markhof

     Oper in drei Akten ∙ Text von Francesco Maria Piave ∙ Musik von Giuseppe Verdi
                                                                                                                                           07.
                                                                                                                                   AB 08.
                                                                                                                                            NG
     Als Hofnarr steht Rigoletto in den Diensten des Herzogs von Mantua, der                                                       F E S T U E I T-
                                                                                                                                        N  B R
     sich Frauen nimmt, wie es ihm gerade gefällt, und dabei auch vor krimi-                                                      EHRE IN
     nellen Machenschaften nicht zurückschreckt. Genauso zynisch wie sein                                                             STE
     Dienstherr verhöhnt Rigoletto die Opfer des Herzogs mit seinem beißen-
     den Spott. Dies wird ihm zum Verhängnis, als er den Grafen von Monterone,
     der die Schändung seiner Tochter durch den Herzog anklagt, verlacht und
     verhöhnt. Monterone schleudert einen Fluch gegen den Herzog und Rigo-
     letto, der an ersterem abprallt, während sich Rigoletto davon tief getrof-
     fen fühlt. Als Vater liebt er seine Tochter Gilda über alles. Um sie vor der
     schlechten Welt zu bewahren, schließt er sie zu Hause ein. Nur zum Gang
     in die Kirche darf sie das Haus verlassen. Genau bei dieser Gelegenheit
     begegnet sie dem Herzog. Als der sie verführt, bricht für den Narren eine
     Welt zusammen.

     „Rigoletto“ bildet zusammen mit „Il Trovatore“ und „La Traviata“ die be-
     rühmte „trilogia popolare“, jene Trias von Werken, mit denen Giuseppe
     Verdi sich endgültig als bedeutendster italienischer Musikdramatiker des
     19. Jahrhunderts etablierte. Zu den Melodien dieser Oper gehört mit dem
     unverwüstlichen „La donna è mobile“ ein Schlager, der geradezu zum Inbe-
     griff für italienischen Operngesang geworden ist.

20                                                                                                                                                    21
SCHAUSPIEL

22                23
THE LAST SHIP                                                               Musikalische Leitung Karsten Huschke
                                                                            Inszenierung Markus Dietze
                                                                            Choreografie Catharina Lühr
                                                                                                                             In folgenden Abos enthalten
                                                                                                                             Pr | Di 1 | Di 2 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 1 | So 2 | So 3

Buch von John Logan und Brian Yorkey ∙ Musik und Liedtexte von Sting        Bühne Bodo Demelius
Deutsche Erstaufführung                                                     Kostüme Bernhard Hülfenhaus
                                                                            Video Georg Lendorff
                                                                                                                      09.
                                                                                                               AB 12.
                                                                                                                        ES
                                                                                                               G R O SS
Inspiriert von seiner eigenen Biografie, erzählt Sting vom Leben der hart
arbeitenden Werftarbeiter im englischen Wallsend und von ihrem Kampf                                              HAU  S
gegen die Schließung der Werft, die ihrer Region lange Zeit das Überleben
sicherte.

Nach fulminanten ersten Vorstellungen der Koblenzer Produktion im Juni
und Juli 2021, die von Publikum und lokaler wie überregionaler Presse
stürmisch gefeiert wurden, ist das bewegende Theaterstück mit seinen
mitreißenden Songs auch in der Spielzeit 2021/2022 auf der Bühne des
Großen Hauses zu erleben.

Nicht nur Vergangenheit und Gegenwart rücken in den Fokus, sondern auch
die Zukunft für einen gesellschaftlichen Mikrokosmos, der dramatisch ins
Wanken gerät. Für die Menschen, die sich – in Wallsend wie an vielen ver-
gleichbaren Orten – gegen das Abrutschen ganzer Lebens- und Arbeits-
biografien zur Wehr setzen müssen, ist dies ein harter Kampf. Dabei ist
die Frage, welchen Wert die eigene Arbeit in Zeiten der radikalen Ökono-
misierung aller Lebensbereiche für eine Gesellschaft hat, an Aktualität
kaum zu überbieten und wird in diesem Musical dennoch auf berührende
und zutiefst sinnliche Art verhandelt.

                                                                                                                                                                                                  25
TERMINAL 5 / ROHLINGE                                                                       Inszenierung Markus Dietze
                                                                                            Kostüme Annemie Clevenbergh

Von Simon Stephens                                      Von Dorian Brunz ∙ Uraufführung
Deutsch von Barbara Christ                              Auftragswerk des Theaters Koblenz
                                                                                                                                 09.
                                                                                                                          AB 15.
                                                                                                                                  -
Sie muss zum Tierarzt. Sie muss fürs Wochenende einkaufen. Sie muss                                                        RHEIN -
                                                                                                                           MO S E L
ihre Tochter von der Schule abholen. Aber heute Nachmittag tut sie von all-
dem nichts. Heute biegt sie nach rechts ab statt nach links. Sie steigt in                                                  HALLE
den Untergrund hinab, schleudert das Mobiltelefon unter die herannahen-
de U-Bahn und fährt zum Flughafen hinaus. So verlässt sie ihren gewohn-
ten Weg alltäglicher Routine. Umgeben vom lauten Gedränge der Groß-
stadt, sucht die Figur in Simon Stephens‘ Monolog aus dem Jahre 2008
radikal einen Moment des Innehaltens und blickt auf das geschäftige
Treiben herab wie in den Abgrund, der sich in ihrem eigenen Leben auftut.

Für den zweiten Teil dieses Theaterabends hat das Theater Koblenz den
jungen Autor Dorian Brunz, dessen Stück „Dumbo“ bereits erfolgreich in
Koblenz uraufgeführt wurde, gebeten, eine textliche Antwort aus dem Jah-
re 2021 auf den Text des englischen Erfolgsschriftstellers Stephens zu
schreiben. In „Rohlinge“ stellt Brunz unser Jetzt gegen die Welt von „Termi-
nal 5“: Der alte urbane Ausnahmezustand im Zeichen von Mobilität, Schnel-
ligkeit und Menschenmassen hat sich zur neuen Normalität der Einsam-
keit als Dauerzustand gewandelt und verdichtet sich zu der Frage: „Wer
schwelgt in Erinnerungen für mich, wer blickt zuversichtlich in meine gott-
verdammte Zukunft?“

                                                                                                                                       27
HOW TO DATE A FEMINIST                                                        Inszenierung Jan Käfer
                                                                                   Bühne und Kostüme Sandra Linde

     Komödie von Samantha Ellis ∙ Deutsch von Silke Pfeiffer
                                                                                                                           10.
                                                                                                                    AB 02.
                                                                                                                             -
     Kate steht auf Machos, Steve ist Feminist. Er ist in einem Frauenprotest-                                       PROBE 2
     camp aufgewachsen, sie als behütetes Einzelkind in einem Londoner Vor-                                          BÜHNE
     ort. Kates Vater findet Steve zu „anders“, Steves Mutter hält Kate für ma-
     terialistisch und unemanzipiert. Dennoch finden Kate und Steve einander
     unwiderstehlich. So wird ihre Liebesgeschichte zu einer schlagfertigen
     Komödie, in der die Komplexität von Beziehungen und die Widersprüch-
     lichkeiten moderner Weiblichkeit gründlich aufs Korn genommen werden:
     Wie gehen Feminismus und eine Schwäche für Mistkerle zusammen? Was
     sagt es über einen, wenn man das Bestehen des Partners auf Rücksicht-
     nahme und Respekt nicht gerade erotisch findet? Last but not least: Kann
     ein Mann wirklich Feminist sein? Tatsächlich geht Kates und Steves Ehe
     schon auf der Hochzeitsfeier in die Brüche – und es bedarf eines gewalti-
     gen Sprungs über den eigenen Schatten, um in einem furiosen Finale doch
     noch ein Paar zu werden.

     Samantha Ellis, geboren 1975 in London, schreibt Hörspiele, Sachbücher
     und Theaterstücke. Ihr erstes Buch „How to be a Heroine“ erschien 2014. Die
     Biografie „Take Courage: Anne Brontë and The Art of Life“ folgte 2017. „How
     to Date a Feminist“ wurde 2016 am Arcola Theatre in London uraufgeführt.

28                                                                                                                               29
NACH DELPHI –                                                                       Inszenierung Markus Dietze
                                                                                         Bühne Dorit Lievenbrück
                                                                                         Kostüme Bernhard Hülfenhaus
                                                                                                                                     Matinee 3. Oktober 2021

                                                                                                                                     In folgenden Abos enthalten

     SZENEN AUS DER ZUKUNFT                                                              Video Georg Lendorff
                                                                                         Musik Ralf Schurbohm
                                                                                                                                     Pr | Mo 1 | Mo 2 | Di 1 | Di 2 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 2 | SoN | W

     Schauspiel von John von Düffel · Uraufführung ∙ Auftragswerk des Theaters Koblenz
                                                                                                                              10.
                                                                                                                       AB 09.
                                                                                                                                ES
     „Du gehst in die falsche Richtung. Die Antwort auf vorwärts ist nicht rück-
                                                                                                                       G R O SS
     wärts, sondern zur Seite, runter vom Zeitstrahl und seitwärts in die Bü-                                             HA  U S
     sche. Die Zeit ist die größte vom Menschen gemachte Monokultur, und je
     schneller sie wird, desto gleicher. Du kannst sie nicht zurückdrehen. Wir
     müssen seitwärts, in andere Zeiten, in die Zeit der Natur, Zeitkreise ohne
     Richtung und Ziel.“ Dies lässt John von Düffel in seinem neuesten Stück
     die junge Hauptfigur Ilvy am Ende des Theaterabends sagen und umreißt
     so eine der größten denkbaren Herausforderungen gleichermaßen für
     unsere heutige Existenz wie für Theaterfiguren überhaupt. Wie schon beim
     Koblenzer Sensationserfolg „Alle 16 Jahre im Sommer“ ist die Vorausset-
     zung der Entstehung des neuen Theaterstücks der enge Austausch zwi-
     schen John von Düffel und Regisseur Markus Dietze. Mit Sprachwucht und
     Sprachwitz lässt von Düffel griechische Mythologie, eine heutige Fami-
     liengeschichte und die Zukunfts- und Menschheitsherausforderung „Kli-
     mawandel“ in einer dystopisch-grotesken theatralen Achterbahnfahrt auf-
     einanderprallen und konfrontiert Mitwirkende und Publikum gleicherma-
     ßen mit einem Blick auf unsere Zukunft, wie ihn nur das Theater im ge-
     meinsamen Erleben leisten kann.

30                                                                                                                                                                                                                  31
SCHNEEWITTCHEN                                                                  Inszenierung Antje Siebers
                                                                                Musik Ralf Schurbohm
                                                                                Puppenbau Josephine Hock
                                                                                                                            Der Kartenvorverkauf für Schulklassen und Kindergärten läuft
                                                                                                                            bereits. Der Vorverkauf für die Familienvorstellungen beginnt
                                                                                                                            am 23. August 2021.
Märchen nach den Brüdern Grimm                                                  Bühne Sandra Linde
In einer Bearbeitung von Hans Peter Doll und Günther Fleckenstein               Kostüme Bernhard Hülfenhaus

                                                                                                                     11.
                                                                                                              AB 27.
                                                                                                                       ES
                                                                                                              G R O SS
Der Zauberspiegel verkündet es mehrfach unmissverständlich: Die Schön-
ste im ganzen Land ist Schneewittchen, denn sie ist weiß wie Schnee, rot                                         HAU  S
wie Blut und schwarz wie Ebenholz. Rasend vor Eifersucht trachtet die
böse Stiefmutter ihr deshalb nach dem Leben. Ihre zwei Diener sollen das
Mädchen im Wald töten, doch sie haben Mitleid und lassen sie am Leben.
Das Haus der sieben Zwerge hinter den sieben Bergen stellt sich als ein
gutes Versteck heraus, freundlich nehmen diese Schneewittchen bei sich
auf. Doch dann kommt wieder der Zauberspiegel ins Spiel, der stets die
Wahrheit sagt. Daher dauert es nicht allzu lange, bis die rachsüchtige Stief-
mutter Schneewittchen bei den sieben Zwergen aufspürt. So sind noch wei-
tere Todesgefahren zu überstehen, bis Schneewittchen endlich von Prinz
Roland von Burgund gerettet wird, tatkräftig unterstützt von den tapferen
Dienern Potz und Blitz. Und so geht diese Geschichte für fast alle Betei-
ligten gut aus – denn natürlich wartet eine gerechte Strafe auf die böse
Stiefmutter.

Diese sacht und sehr kindgerecht modernisierte und vor allem von ihrem
brutalen Ende befreite Bearbeitung wird im Theater Koblenz als sparten-
übergreifende Inszenierung des Schauspiels und des Puppentheaters mit
viel Musik für Kinder ab vier Jahren gespielt.

                                                                                                                                                                                            33
ROMEO UND JULIA                                                                Inszenierung Carlos Wagner
                                                                               Bühne und Kostüme Christophe Ouvrard
                                                                                                                         Matinee 4. Dezember 2021
                                                                                                                         Werkeinführung vor jeder Vorstellung

Tragödie von William Shakespeare ∙ Deutsch von Erich Fried                                                               In folgenden Abos enthalten
                                                                                                                         Pr | Mo 1 | Mo 2 | Di 1 | Di 2 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 1 | SoN | W
                                                                                                                  12.
                                                                                                           AB 11.
                                                                                                                    ES
In Verona brennt die Luft, die Familien Montague und Capulet sind bis aufs
                                                                                                           G R O SS
Blut verfeindet. Die Fronten versuchen Romeo und Julia, die „star-cross‘d                                     HA  U S
lovers“, zu durchbrechen. Der junge Romeo Montague nimmt inkognito an
einem Maskenball im Hause Capulet teil und lernt dort Julia kennen. Es ist
Liebe auf den ersten Blick – doch sie hat keine Chance. Denn plötzlich setzt
eine Kettenreaktion furchtbarer Ereignisse ein. Romeos Freund Mercutio
und Julias Cousin Tybalt sterben in Straßenkämpfen, Romeo steht unter
Mordanklage. In der Nacht vor dessen Flucht aus Verona traut Pater Lo-
renzo heimlich das junge Liebespaar. Er erhofft sich von dieser Ehe eine
Versöhnung der Familien. Julia jedoch wird von ihren Eltern dem Grafen
Paris versprochen. Sie sieht nur einen Ausweg und versetzt sich mithilfe
eines Gifttranks in einen todesähnlichen Schlaf. Aufgrund falscher Infor-
mationen glaubt auch Romeo, dass Julia gestorben sei. Er eilt zurück nach
Verona und vergiftet sich an ihrer Totenbahre. Die erwachende Julia sieht
ihn sterben und ersticht sich neben ihrem toten Mann. Ihr Glück und ihr
Ende waren nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt.

„The Most Excellent and Lamentable Tragedy of Romeo and Juliet“ erschien
erstmals 1597 im Druck. Der Stoff ist in vielen Varianten musikalisch, lite-
rarisch und im Film verarbeitet worden; auf der Bühne genießt das Werk
ungebrochene Popularität.

                                                                                                                                                                                                        35
MARIA STUART                                                                                 Inszenierung Jana Milena Polasek
                                                                                             Bühne und Kostüme Peter Schickart
                                                                                             Musik Helena Daehler
                                                                                                                                 Matinee 22. Januar 2022
                                                                                                                                 Werkeinführung vor jeder Vorstellung

Drama von Friedrich Schiller ∙ Mit Texten von Deborah Kötting                                                                    In folgenden Abos enthalten
                                                                                                                                 Pr | Mo 1 | Mo 2 | Di 1 | Di 2 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 1 | So 2 | So 3 | SoN | W
                                                                                      01.
                                                                               AB 29.
                                                                                        ES
Maria, katholische Königin Schottlands, wurde unter der Anklage, am Mord
                                                                               G R O SS
ihres zweiten Ehemannes beteiligt gewesen zu sein, entthront und festge-          HA  U S
setzt. Ihr gelang jedoch die Flucht aus Schottland. Hilfe suchte sie bei ih-
rer Cousine Elisabeth, der protestantischen Königin Englands. Diese sieht
sich durch die Anwesenheit Marias in akuter Gefahr, denn Maria bezeichnet
sich und ihren Sohn Jakob als legitime Anwärter auf den englischen Thron.
Elisabeth hält daher Maria jahrelang unter Arrest und lässt sie schließlich
zum Tode verurteilen. Schillers Drama um die beiden Königinnen setzt in
den letzten Lebenstagen Marias im Jahr 1587 ein. Diese versucht verzwei-
felt, eine Aufhebung des Todesurteils zu erreichen. Elisabeth schwankt und
sucht nach einem Weg, das Urteil vollstrecken zu lassen, ohne sich selbst
mit Schuld zu belasten. Zu ihrem Gewissenskonflikt kommt die Gefahr gra-
vierender politischer Folgen hinzu, da im Namen Marias die katholischen
Königreiche Frankreich und Spanien mit Vergeltung drohen.

Um die beiden Frauen im Zentrum der Macht scharen sich Höflinge, die
um Gunst und Einfluss buhlen. Im Spannungsfeld zwischen Macht und Ge-
wissen, Politik und Religion, Liebe und Intrige bewegt sich Friedrich Schil-
lers 1800 uraufgeführtes Drama. Die Autorin Deborah Kötting beleuchtet
das Duell der zwei Königinnen aus Sicht einer jungen Frau des beginnen-
den 21. Jahrhunderts.

                                                                                                                                                                                                                              37
WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF                                                                 Ein kleiner Zoo vor vielen Jahren mit genügend Platz für
                                                                                                     Mama und Papa Pavian, für Herrn und Frau Mufflon, das Mur-
                                                                                                                                                                   Direkt neben dem Konzentrationslager Buchenwald gab es
                                                                                                                                                                   einen Zoo, der heutzutage wieder zugänglich ist. Als Parabel

     DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE
                                                                                                     meltiermädchen und weitere Zoobewohner – und für den Bä-      auf unsere Gesellschaft blicken die Zuschauer*innen durch
                                                                                                     ren. Dieser wird neu eingeliefert und stellt prompt unange-   die Augen der Tiere auf die menschenverachtenden Gescheh-
                                                                                                     nehme Fragen, die die anderen gar nicht hören möchten: Über   nisse unserer Vergangenheit. Mit außergewöhnlichem Ge-
     Schauspiel von Jens Raschke                                                                     die merkwürdigen Zebrawesen auf der anderen Seite des         schick und Feingefühl hat Jens Raschke einen Vorschlag
                                                                                                     Zauns zum Beispiel oder über den üblen Gestank. Der Bär       zur Frage vefasst, ob und wie Kindern die Aufklärung über
                                                     Ein Stück Kinder- und Jugendtheater für alle,   bringt fragend die gewohnte Ordnung im Zoo durcheinander.     eine grausame Wirklichkeit zugemutet werden kann – und
     Inszenierung Eberhard Köhler                    und das in einer Inszenierung und Produktion,   Trotz des Ärgers einiger Zoobewohner muss er wissen, was      findet hierfür einen fesselnden, sensiblen und humorvollen
     Bühne und Kostüme Vesna Hiltmann                die man nur als Geschenk begreifen kann.        da Unerklärliches vor sich geht. Was genau war es, das das    Weg.
                                                     Rhein-Zeitung                                   Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute?
                                               02.
                                        AB 04.
                                                 -
                                         PROBE 2
                                         BÜHNE

38                                                                                                                                                                                                                                39
LET’S PINKEL                                                                     Inszenierung Anis Hamdoun
                                                                                 Bühne und Kostüme Nina De Ludemann

Schauspiel von Anis Hamdoun · Uraufführung ∙ Auftragswerk des Theaters Koblenz
                                                                                                                             04.
                                                                                                                      AB 09.
                                                                                                                               -
Vier Männer geraten in eine klaustrophobische Situation in einem öffent-                                               PROBE
                                                                                                                           N  E 2
lichen Urinal, als auf der Straße über ihnen irritierende Geräusche zu                                                 BÜH
hören sind und sofort Strom und Mobilfunk ausfallen. Klomann Alex, lini-
entreu-konservativer russischer Poet, bekämpft hier unten seine Bakte-
rienphobie. Die anderen Männer verbindet, dass sie einen zumindest an-
teiligen Migrationshintergrund haben: Kahigis Vater ist aus Ruanda. Er ist
Lehrer und Jazz-Sänger und weiß nicht, wohin er gehört: „In Deutschland
bin ich der Afrikaner, in Afrika der Deutsche.“ Mohamad, genannt Mo, sy-
rische Mutter und palästinensischer Vater, wurde in Deutschland geboren.
Er arbeitet als Chemiker. Aziz ist Ingenieur für Stadtplanung. Seine Familie
ist türkischer Herkunft und lebt in dritter Generation in Deutschland. Die
Männer vermuten einen Terroranschlag und trauen sich nicht aus der Toi-
lette heraus, denn sie wissen, dass sie wahlweise in den Kreis der Opfer
oder der Verdächtigen geraten würden.

Anis Hamdoun wurde 1985 als Sohn einer linkspolitisch aktiven Theaterfa-
milie in Homs, Syrien, geboren. Er studierte Chemie, verbrachte aber die Zeit
lieber im Theater bei seinem Großvater Farhan Bulbul, einem der bekann-
testen Theaterautoren und -wissenschaftler im arabischen Raum. Im Zuge
der Arabischen Revolution wurde Anis Hamdoun politisch aktiv. 2012 muss-
te er Syrien verlassen; über Ägypten kam er Ende 2013 nach Deutschland.

                                                                                                                                    41
DER KIRSCHGARTEN                                                                           Inszenierung Markus Dietze
                                                                                           Bühne und Kostüme Bodo Demelius
                                                                                           Live-Kamera David Finn und Thiemo Hehl
                                                                                                                                    Matinee 14. Mai 2022

                                                                                                                                    In folgenden Abos enthalten
Schauspiel von Anton Tschechow                                                                                                      Pr | Di 1 | Di 2 | Mi | Do 1 | Fr | Sa | So 1 | W
                                                                                    05.
                                                                             AB 21.
                                                                                      ES
Ljubow Andrejewna Ranjewskaja ist vor fünf Jahren mit ihrer Tochter Anja
                                                                             G R O SS
nach Paris gegangen, um sich mit Glamour und Party von der Trauer um            HA  U S
ihren verunglückten Sohn abzulenken. Nun hat ihre Pflegetochter Warja
sie zurückgebeten ins familieneigene Landgut, das von einem prächtigen
Kirschgarten umgeben ist. Hier, am Ort glücklicher Kindheitserinnerungen,
möchte Ranjewskaja, pleite und erschöpft, zur Ruhe kommen. Doch die
Sorgen sind groß: Das Anwesen ist überschuldet, die Zwangsversteigerung
droht. Der Unternehmer Jermolaj Alexejewitsch Lopachin, dessen Vater
Leibeigener auf dem Gut war, ist inzwischen erfolgreicher Kaufmann. Er
schlägt vor, an der Stelle des Kirschgartens Sommerhäuser zu errichten
und mithilfe der Mieteinnahmen die Insolvenz abzuwenden. Doch davon
will Ranjewskaja nichts hören. Lieber feiert sie das Wiedersehen mit ihrem
Bruder Leonid Andrejewitsch Gajew und schwelgt in Erinnerungen. So er-
hält Lopachin bei der Zwangsversteigerung den Zuschlag, die Familie muss
das Gut verlassen, der Kirschgarten wird abgeholzt. Nur der alte Diener
Firs bleibt – von allen vergessen – allein zurück.

„Es ist kein Drama geworden, sondern eine Komödie, stellenweise sogar
eine Farce.“ So beschrieb Anton Tschechow sein letztes Werk, das bis heute
zu den meistgespielten des großen russischen Dichters gehört. Es wurde
zu Tschechows 44. Geburtstag im Jahre 1904 in Moskau uraufgeführt.

                                                                                                                                                                                        43
UND JETZT DAS WETTER                                                             Inszenierung Stefan Wipplinger

Monolog von Stefan Wipplinger ∙ Uraufführung
                                                                                                                         07.
                                                                                                                  AB 02.
                                                                                                                          N-
Jeden Abend kommt auf allen ernstzunehmenden Radio- und Fernsehka-
                                                                                                                  ANDER
nälen das Wetter. Gut gekleidet und gelaunt geben die Wetterfrösche vor                                             OR T  S
bunten Animationen, Karten und Kurven neueste Erkenntnisse der Meteo-
rologie zum Besten und treffen Prognosen, von denen die kurzfristigen
Pläne hunderttausender Zuschauer abhängen. Dabei wissen sie bedeutend
mehr, als ihr Publikum in den paar Minuten im Anhang an die Nachrich-
ten von ihnen hören will. Fred ist Meteorologe und Anchorman in der Wet-
terredaktion eines renommierten Fernsehsenders. Beruflich wie privat ist
sein Leben eine einzige Erfolgsgeschichte. Doch dass Politik und Gesell-
schaft seit Jahrzehnten alle Warnungen der Wissenschaft rigoros über-
hören, macht ihn rasend. Und jetzt, da die Zeichen sich bedrohlich ver-
dichten und selbst seine Kinder beginnen, ihren Eltern Versäumnisse vor-
zuwerfen, sieht er ein, dass er nicht länger übers Wetter reden kann – und
übers Klima schweigen.

Stefan Wipplinger ist Absolvent des renommierten Studiengangs „Szeni-
sches Schreiben“ an der Universität der Künste in Berlin. Bereits seit einigen
Jahren verbindet ihn eine Arbeitsfreundschaft mit dem Theater Koblenz.
Zuletzt waren von ihm die Szenenfolge „Schnitzels Erbe“ und die Shakes-
peare-Bearbeitung „Maß für Maß“ zu erleben. Zum zweiten Mal präsentiert
sich Stefan Wipplinger mit „Und jetzt das Wetter“ ebenfalls als Regisseur.

                                                                                                                               45
BÜRGERPUZZLE                                            2                     Inszenierung Anna Zimmer
                                                                                   Bühne und Kostüme Annette Haunschild

     Eigenproduktion der Enthusiasten
                                                                                                                            09.
                                                                                                                     AB 05.
                                                                                                                               -
     Was bedeutet es, eine Stadt zu kennen? Wie lernt man eine Stadt kennen?                                           STADT -
                                                                                                                          Z I E R
     Vielleicht aber viel wichtiger: Wie verlernt man, eine Stadt zu kennen? Und                                      SPA
                                                                                                                        G A N  G
     was hat das mit puzzelnden Bürger*innen zu tun?

     Für die Eigenproduktion „Bürgerpuzzle“ bündeln die Enthusiasten ihre kre-
     ativen Energien, um sich gemeinsam auf eine große Erkundungstour zu be-
     geben. Und zu erkunden gibt es einiges. Denn wir bewegen uns täglich an
     und durch eine Vielzahl von Orten und nehmen diese als gegeben hin. Was
     aber, wenn diese Orte nur als belebte und gelebte Räume Bestand haben?
     Und was, wenn wir übersehen, dass wir die Räume auch immer mitgestal-
     ten und hervorbringen?

     Was nach einer Erkenntnis klingt, kann aber nur einen Ausgangspunkt
     darstellen. Hier beginnt das große Puzzeln. Und genau wie bei der Suche
     nach den richtigen Puzzleteilen suchen wir erst im Kleinen, im Privaten,
     um dann unseren Blick auf das Große richten zu können – den öffentlichen
     Raum.

46                                                                                                                                  47
BÜRGERPUZZLE³                                                               Inszenierung Anna Zimmer
                                                                                 Bühne und Kostüme Annette Haunschild
                                                                                                                                Wer Theaterinteressierte ab 26 Jahren
                                                                                                                                Projektstart 22. September 2021
                                                                                                                                Proben mittwochs 18:30 – 21:30 Uhr
     Performative Eigenproduktion der Enthusiasten                                                                              und an festgelegten Wochenenden;
                                                                                                                                besondere Bedingungen in den Endproben
                                                                                                                          01.
                                                                                                                   AB 21.
                                                                                                                           N-
     Mit der Performance „Bürgerpuzzle³“ gehen die Enthusiasten in ihrer Aus-
                                                                                                                   ANDER
     einandersetzung mit Bürger*innen und Stadt in die dritte Runde. Mit einem                                       OR T  S
     großen Fragenkatalog ausgestattet, machen sie sich auf den Weg in den
     Probenprozess der neuen Eigenproduktion. Und auch diesmal ist es nicht
     das Ziel, auf ihre Fragen einfach(e) Antworten, sondern vielmehr immer
     eine noch bessere Frage zu finden. Dazu begeben sie sich auf die Spuren
     von Koblenzer Einwohner*innen und recherchieren deren Geschichten.
     Fragen und Erzählungen werden wie bei einem Puzzle zusammengesetzt,
     um ein performatives „Gesellschaftsspiel“ zu entwickeln.

     Nachdem sie in den beiden Runden zuvor die Straßen und öffentlichen
     Plätze mit ihren Fragen durchzogen haben, erschließen sich im wahrsten
     Sinne des Wortes neue Spielräume. Weiterhin im Spannungsfeld zwischen
     dem Öffentlichen und Privaten kreisend, werden diesmal Privaträume an
     unterschiedlichen Orten in Koblenz zum Spielbrett, auf dem die zuvor ent-
     deckten Bürgerpuzzleteile neu angeordnet werden.

48                                                                                                                                                                       49
ICH BIN VERLETZT                                                                 Inszenierung Anna Zimmer
                                                                                      Bühne und Kostüme Annette Haunschild
                                                                                                                                      Wer Theaterinteressierte zwischen 16 und 26 Jahren
                                                                                                                                      Herbstworkshop 11.,12.,13., 14. Oktober 2021
                                                                                                                                      Projektstart 3. Februar 2022
     Eigenproduktion der Jungen Enthusiasten                                                                                          Proben donnerstags 18:30 – 21:30 Uhr
     Inspiriert von „Romeo und Julia“ von William Shakespeare                                                                         und an festgelegten Wochenenden;
                                                                                                                                05.
                                                                                                                         AB 27.
                                                                                                                                      besondere Bedingungen in den Endproben
                                                                                                                                  S
     Die Tragödie „Romeo und Julia“ von William Shakespeare steht in dieser                                               FUNDU
                                                                                                                                  -
     Spielzeit gleich in drei Varianten auf dem Spielplan. Das Werk ist so reich-                                          RHEIN
                                                                                                                           HAFE  N
     haltig an Themen und Aspekten, dass die Möglichkeiten der Auseinander-
     setzung schier unbegrenzt sind.

     Die Jungen Enthusiasten werden ihren ganz eigenen Blick auf das Stück
     werfen und sich von ihren Fragestellungen tragen lassen, statt Shakes-
     peares Textvorlage nachzuspielen. In der Eigenproduktion wird „Romeo und
     Julia“ auf seine Alltagstauglichkeit untersucht: Ist die Liebe der beiden
     Teenager vielleicht deshalb unsterblich, weil die beiden nach vier Begeg-
     nungen tot sind? Wer lässt sich so jung, so bedingungslos auf einen ande-
     ren Menschen ein? Wieso sind die beiden Familien offenkundig unver-
     söhnlich zerstritten? Wer ist hier – stellvertretend – gegen wen? Wie streiten
     wir? Streiten wir überhaupt? Die Fragen, Lücken und Brüche sind Inspira-
     tionsquelle für die spielerische Umsetzung.

     Der Kostümfundus des Theaters, direkt am Rheinhafen, bietet einen spek-
     takulären Spielort und dient nicht nur als Kulisse, sondern wird Teil der
     Performance.

50                                                                                                                                                                                         51
BALLETT

52             53
CARMEN                                                                      Choreografie Steffen Fuchs
                                                                                 Kostüme Konstanze Grotkopp
                                                                                                                            Matinee 16. Oktober 2021
                                                                                                                            Werkeinführung vor jeder Vorstellung

     Ballettabend von Steffen Fuchs                                                                                         In folgenden Abos enthalten
     Musik von Rodion Shchedrin, George Bizet, Lo Cor de la Plana                                                           Pr | Mo 1 | Mo 2 | Di 1 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 2 | So 3 | SoN | W

                                                                                                                     10.
                                                                                                              AB 23.
                                                                                                                       ES
                                                                                                              G R O SS
     Ist die ideale Frau sanft und zurückhaltend oder feurig und eigensinnig?
     Literatur, Oper und Tanz haben sich in den letzten Jahrhunderten oft der                                    HAU  S
     Antwort auf diese Frage gewidmet und die Stereotypen „femme fragile“ und
     „femme fatale“ geschaffen. Doch am Ende ist diesen Frauenfiguren trotz
     vermeitlichen Facettenreichtums eines gemeinsam: Sie alle entspringen
     der Fantasie ihrer männlichen Schöpfer.

     Carmen mag selbstbestimmt und frei sein. Aber auch sie ist von Anfang an
     ein Produkt ihrer Erfinder: zunächst des Schriftstellers Prosper Mérimée,
     dann des Komponisten George Bizet. Und genau so trifft die Entscheidung
     über Leben und Tod am Ende nicht sie selbst, sondern Don José. Denn der
     Reiz ihrer Selbstbestimmtheit endet dort, wo sie sich als Frau von ihrem
     Geliebten löst.

     Zwischen mitreißenden Rhythmen und zarten Melodien entspannt sich so
     inmitten des hier stolz und lebenslustig auftretenden spanischen Volkes
     eine Liebesgeschichte von Mann und Frau, die sich auf Augenhöhe begeg-
     nen, am Ende jedoch an den festgefahrenen Vorstellungen von Liebe und
     Freiheit zerbrechen.

54                                                                                                                                                                                                         55
DER SCHWANENSEE                                                                                             „Schwanensee“ gilt als Inbegriff des klassischen Balletts.
                                                                                                                 Tschaikowski komponierte das Dramatischste seiner Ballett-
                                                                                                                 Trias 1877 im Auftrag des Moskauer Bolschoi-Balletts. Erst-
                                                                                                                                                                               den. In dieser tanzdramatischen Erzählung von Sehnsucht,
                                                                                                                                                                               Betrug und Manipulation, Hoffnung, Schuld und Erlösung
                                                                                                                                                                               verweben sich Realismus und Poesie. Der Schwanensee
     Ballett von Steffen Fuchs                                                                                   mals erlebte das Publikum hier eine emotionale Tiefe, die     wird für Siegfried zum Fluchtpunkt vor einer omnipräsenten
     Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowski und Gavin Bryars                                                      weit entfernt von den sonst üblichen musikalischen Knall-     Mutter und den starren Konventionen der Hofgesellschaft.
                                                                                                                 effekten war.                                                 In diesem Zwischenreich trifft er auf Odette und seine Liebe
                                                                                                                                                                               erwacht. Das Leben der Schwanen-Mensch-Wesen ist ein ein-
     Choreografie Steffen Fuchs             Der Ballettcompagnie bei „Der Schwanensee“ zuzuschauen,              Der Klassiker erzählt die Liebesgeschichte zwischen Prinz     ziger anhaltender Übergang, der die Möglichkeit der Mensch-
     Bühne und Kostüme Sascha Thomsen       ist eine Freude. Eine derartige tanztechnische Konzentration und     Siegfried und der Schwanenprinzessin Odette. Unter dem        werdung in Aussicht stellt; Siegfried erfährt sich in der Liebe
                                            Akkuratesse mitsamt intensivem Esprit des Ausdrucks auf fast allen   Bann des Zauberers Rotbart verwandelt sich Odette im Mor-     zu Odette als transitives Wesen, als Mensch im Aufbruch.
     Werkeinführung vor jeder Vorstellung   Positionen war hier lange nicht, womöglich noch nie zu sehen.        gengrauen in einen Schwan, nur des Nachts kann sie Mensch
                                            Rhein-Zeitung                                                        sein. Der Fluch kann nur durch wahre Liebe gebrochen wer-
                                                                                                                                                                                                               12.
                                                                                                                                                                                                        AB 17.
                                                                                                                                                                                                                 ES
                                                                                                                                                                                                        G R O SS
                                                                                                                                                                                                           HAUS

56                                                                                                                                                                                                                                               57
MACBETH                                                                        Choreografie Steffen Fuchs
                                                                                    Musikalische Leitung Mino Marani
                                                                                    Bühne und Kostüme Ines Alda
                                                                                                                               Matinee 19. Februar 2022
                                                                                                                               Werkeinführung vor jeder Vorstellung

     Ballett von Steffen Fuchs nach William Shakespeare                                                                        In folgenden Abos enthalten
     Musik von Caio de Azevedo ∙ Auftragswerk des Theaters Koblenz                                                             Pr | Mo 1 | Mo 2 | Di 1 | Mi | Do 1 | Do 2 | Fr | Sa | So 1 | So 3 | W
                                                                                                                        02.
                                                                                                                 AB 26.
                                                                                                                          ES
     Shakespeares „The Tragedy of Macbeth“ beschreibt den Aufstieg und Fall
                                                                                                                 G R O SS
     des königlichen Heerführers Macbeth. Nach seinem Wandel zum Königs-                                            HA  U S
     mörder wird er als König von Schottland gekrönt. Um seine Macht zu er-
     halten, begeht er weitere Mordtaten und wird schließlich selbst getötet.
     Getrieben zum Größenwahn durch die Prophezeiungen der drei Hexen, ei-
     len Macbeth und seine Lady in blindem Ehrgeiz der Katastrophe entgegen.
     Nicht nur sich selbst, auch das nach langen Kriegen auf Frieden hoffende
     Land reißen sie in den Abgrund.

     Das Ballett „Macbeth“ arbeitet mit körperlicher Prägnanz heraus, was
     über das Wort hinweg im Text des Werkes verdeutlicht wird: der Untergang
     zweier Menschen, gefangen in einem tödlichen Netz aus Ehrgeiz, Gewalt
     und Wahnsinn. Doch Shakespeare präsentiert Macbeth nicht als tumben
     Schlächter. In seinen Monologen spricht er über das immense Ausmaß sei-
     ner Schuldgefühle. Auch Lady Macbeth ist nicht die skrupellose Intrigan-
     tin, für die sie sich selbst zu Beginn des Stückes hält. Eine weitere Frage,
     die den Choreografen interessiert, ist die nach der Rolle der Hexen in die-
     sem Drama.

58                                                                                                                                                                                                      59
50°N 7°O TANZT ... TRÄUME!                                                     Choreografien
                                                                               von Mitgliedern der Ballettcompagnie

Choreografien von Mitgliedern der Ballettcompagnie
                                                                                                                              07.
                                                                                                                       AB 02.
                                                                                                                            R DEM
50°N 7°O – mit diesen Koordinaten beginnt die geografische Verortung                                                  HINTE NEN
des Theaters Koblenz. Gleichzeitig ist es aber auch der Titel der Veranstal-                                           EISER
tungsreihe, in der ein Tanzabend der besonderen Art entsteht.

Mitgliedern der Ballettcompagnie wird hier der Raum gegeben, das eigene
kreative Potential zu entdecken und sich mit Mut an eigenen Choreografien
auszuprobieren. Dabei liegen die Entscheidungen zu Raumkonzept, Mu-
sikauswahl, Licht und Choreografie in den Händen der jungen Künstler*in-
nen. Lediglich das Thema des Abends wird jeweils vorgegeben. In dieser
Spielzeit lautet es: TANZT … Träume!

Der Traum ist der Ort, an dem sich das Bewusste und das Unbewusste
treffen. Hier entstehen Welten, die uns inspirieren oder verstören können.
Doch längst hat sich der Traum aus Schlafes Armen befreit und ist zum
Symbol für Wünsche und Hoffnungen geworden, seien es materielle Werte,
gesellschaftliche Anerkennung oder das kleine Glück im Kreise der Fami-
lie. Der Traum von einer besseren Zukunft ist Antrieb für Erfindungen, Ent-
deckungen, Aufbrüche, Krieg und Frieden.

Träume erzählen viel über den Träumenden, ob im Wachen oder im Schlaf.
Was werden uns die Choreografien über ihre Schöpfer*innen erzählen?

                                                                                                                                    61
PUPPENTHEATER

62                   63
NICHTS – WAS IM LEBEN WICHTIG IST                                            Inszenierung Karin Herrmann
                                                                             Bühne und Kostüme Linda Sollacher
                                                                             Puppenbau Ida Herrmann
Puppentheater nach dem Schauspiel von Janne Teller
                                                                                                                        09.
                                                                                                                 AB 04.
                                                                                                                          -
Am ersten Tag nach den Sommerferien verkündet Pierre Anthon seine Er-                                             PROBE 4
kenntnis: „Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgend-                                        BÜHNE
was zu tun.” Immer wieder konfrontiert er seine Mitschülerinnen und Mit-
schüler mit Einsichten in die völlige Sinnlosigkeit der menschlichen Exis-
tenz. Die Klasse ist sich schnell einig, dass sie ihm etwas entgegensetzen
muss, und beginnt, persönlich wichtige Gegenstände zusammenzutragen
und so einen Berg aus Bedeutung aufzuhäufen. Die Kinder werden zu einer
eingeschworenen Gemeinschaft, die sich mit zunehmendem Fanatismus
ihrer Mission widmet. Als ihr monströser Plan, der immer drastischere Op-
fer verlangt, auffliegt, kommt es zu einem Medienrummel und einer lan-
desweiten Diskussion um Sinn und Unsinn ihres Tuns. Nur Pierre Anthon
bleibt von alldem unbeeindruckt – und die Klasse rächt sich an ihm. Eine
erschütternde Parabel über das Erwachsenwerden, Erziehung und letztlich
nicht weniger als den Sinn des Lebens.

Janne Teller, 1964 in Kopenhagen geboren, arbeitete als Konfliktberaterin
der EU und der UNO, bevor sie sich 1995 ganz dem Schreiben widmete.
In ihrem Werk, das neben Romanen für Erwachsene auch Essays, Kurz-
geschichten und Jugendbücher umfasst, kreist sie stets um die großen Fra-
gen des Lebens und löst mit gesellschaftskritischen Themen nicht selten
lebhafte Debatten aus.

                                                                                                                              65
DIE SCHNEEKÖNIGIN                                                     In diesem zauberhaften Märchen von Hans Christian Ander-
                                                                           sen wird die Geschichte des Mädchens Gerda erzählt. Sie
                                                                           macht sich auf den Weg, um ihren Freund Kay zu befreien,
                                                                                                                                          einmal. Gerda weint um ihn und ihre Tränen lassen sein Eis-
                                                                                                                                          herz schmelzen. So wird die Schneekönigin besiegt und Kay
                                                                                                                                          ist wieder frei.
     Puppentheater nach dem Märchen von Hans Christian Andersen            der von der Schneekönigin mit einem eisigen Zauber belegt
                                                                           und im Eispalast gefangen gehalten wird. Auf ihrem aben-       „Die Schneekönigin” lädt Zuschauer*innen auf eine span-
                                                                           teuerlichen Weg trifft Gerda auf einige hilfsbereite Tiere,    nende Reise in die skandinavische Wildnis ein. Schauspiel,
     Stückentwicklung Hendrika de Kramer und Stefan Spitzer                welche sie ein Stück weit begleiten. Angetrieben durch die     Gesang und Puppenspiel sowie verspielte Bühnenbilder
     Inszenierung Stefan Spitzer                                           Freundschaft zu Kay und mithilfe ihres Mutes und Selbstver-    schaffen eine märchenhafte Atmosphäre für diese Geschich-
     Bühne und Puppenbau Hendrika de Kramer                                trauens findet Gerda schließlich das Schloss der Schneeköni-   te für Familien und Kinder im Vorschul- und Grundschulal-
                                                                           gin, eine Ansammlung hunderter leerer Eissäle, erhellt von     ter über ein starkes, mutiges Mädchen, das bereit ist, für die
                                                                           kaltem Nordlicht. Kay erkennt seine Freundin zunächst nicht    Freundschaft auch Gefahren zu bestehen.
                                                                     10.
                                                              AB 16.
                                                                       -
                                                               PROBE 2
                                                               BÜH N  E

66                                                                                                                                                                                                         67
VRona                                                                         Ein digitales Projekt von Jeldrik Bailer, Markus Dietze, Andrea Caroline Junglas, Markus Lohoff, Thilo Reffert,
                                                                              Julien Rodewald, Svea Schiedung, Anastasiia Starodubova u.a.

Ein Romeo-und-Julia-Setting
                                                                                                                                                                                10.
                                                                                                                                                                         AB 30.
                                                                                                                                                                                  -
Puppenspiel, Text und Digital Arts wirken bei diesem Theaterprojekt in der                                                                                                PROBE 4
Begegnung von Theater und VR-Technologie auf innovative Art zusammen.                                                                                                     BÜHN   E
Die textliche Folie stammt von dem vor allem für seine Jugendstücke be-
kannten Autor Thilo Reffert. Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“
dient, verdichtet und weitergedacht, als Inspiration, um den Figurenschick-
salen der Liebenden aus verfeindeten Familien in einem expertimentel-
len virtuellen Setting genauso wie auf der Theaterbühne nachzugehen.
Puppenspielerinnen aus dem Ensemble des Theaters Koblenz entwickeln
gemeinsam mit Computervisualistik-Expert*innen Vermittlungs-, Inszenie-
rungs- und Interaktionskonzepte. Diese reichen vom technischen Setup
virtueller Charaktere und deren Animation bis hin zu Fragen der Eignung
und Akzeptanz verschiedener Repräsentations- und Interaktionskonzepte
im Zusammenspiel zwischen Bühne und Virtual Reality.
Das Publikum wird in den Experimentier- und Spielprozessen im Ambiente
eines Bühnen- und Laborsettings auf der Probebühne 4 Teil einer spannen-
den Reise in eine mögliche Zukunft von Theater und Kommunikation im
direkten Austausch mit den Macher*innen des Projekts.
„VRona“ ist das zweite Projekt der über die Grenzen der Institutionen hin-
weg forschenden Projektgruppe „Theater und Digital Media“ des Theaters
Koblenz und der Universität Koblenz.

                                                                                                                                                                                                69
DIE WANZE                                                                                                          Wanze Muldoon heißt zwar Wanze, ist aber ein Käfer und hat
                                                                                                                        alle Eigenschaften eines guten Privatdetektivs: Muldoon ist
                                                                                                                        klug, mutig, ziemlich vorlaut und vor allem sehr cool! Als
                                                                                                                                                                                      Stimme. Was als harmloser Job beginnt, entpuppt sich als
                                                                                                                                                                                      gefährliche politische Verschwörung und mörderische Ver-
                                                                                                                                                                                      folgungsjagd.
     Ein Insektenkrimi von Paul Shipton                                                                                 gelungener Doppelgänger des legendären Philip Marlowe
     Für die Bühne bearbeitet von Karin Eppler, Gerd Ritter und Daniela Merz                                            nimmt er den Auftrag an, dem Verschwinden verschiedener       „Die Wanze” ist eine bissige Krimiparodie, sozusagen maß-
                                                                                                                        Krabbler nachzugehen. Ihm hilft sein bester Freund, der       geschneidert für eine Puppenspielerin samt ihrer tierischen
                                                                                                                        zuckersüchtige Jake aus dem Clan der Stubenfliegen. Bei       Figuren. In bester Tradition des Film noir werden Muldoons
     Inszenierung Alexander Ourth     Die Coolness trieft nur so aus ihrer Stimme, wenn sie Wanze Muldoon               seinen Recherchen stößt Muldoon auf allerlei Ungereimthei-    gefährliche Ermittlungen im Insektenreich begleitet von
     Puppenbau Hendrika de Kramer     spielt, die Spinne lispelt ebenso lieblich wie einlullend, und die Killerwespen   ten im Insektenvolk: Da wären die aufständischen Ameisen-     markanten Klassikern der Filmmusik.
     Musikalische Leitung Laura Bos   knödeln königlich. Insgesamt ein großes Vergnügen. Die Deutsche Bühne             gruppen, die kämpferischen Wespengeschwader, die mör-
                                                                                                                        derische Riesenspinne und eine Ameisenfrau mit goldener
                                                                                                                                                                                                                                       01.
                                                                                                                                                                                                                                AB 20.
                                                                                                                                                                                                                                        S
                                                                                                                                                                                                                                 CIRCU S
                                                                                                                                                                                                                                      M U
                                                                                                                                                                                                                                 MAXI

70                                                                                                                                                                                                                                                  71
DIE GROSSE WÖRTERFABRIK                                                      Inszenierung Friederike Förster
                                                                             Bühne Christina Pointner
                                                                             Puppenbau Magdalena Roth
Von Valeria Docampo und Agnès de Lestrade
Für das Puppentheater bearbeitet von Rinus Silzle
                                                                                                                      02.
                                                                                                               AB 12.
                                                                                                                        -
Im Land der großen Wörterfabrik werden die Wörter industriell gefertigt                                         PROBE 4
und verlassen als teure Waren die Fabrikhallen. Weil jedoch leider nicht                                        BÜHNE
alle Menschen das nötige Geld haben, um sich wortreiche Sätze oder Ge-
schichten zu kaufen, wird in diesem Land überhaupt sehr wenig gespro-
chen. Wer kein Geld hat, durchsucht die Abfalleimer nach weggeworfenen
Wörtern. Leider finden sich dort nur ziemlich unbrauchbare Wörter. Auch
im Schlussverkauf sieht es nicht viel besser aus. Manchmal aber fliegen
ein paar Wörter durch die Luft und die Kinder fangen sie mit Schmetter-
lingsnetzen. Auf diese Weise hat Paul drei wunderschöne Wörter gefan-
gen, die er Marie zum Geburtstag schenken will, weil er sie sehr lieb hat.
Dumm nur, dass ihm dabei Oskar in die Quere kommt. Dessen Papa hat
schrecklich viel Geld und daher kann Oskar Marie auch eine famose Liebes-
erklärung machen, die ein Vermögen gekostet hat. Doch Paul nimmt seinen
ganzen Mut zusammen und flüstert Marie seine drei kleinen Wörter zu.

Das Bilderbuch „Die große Wörterfabrik“ zeigt auf sehr poetische Weise,
wie wir Sprache und Wörter gebrauchen, wie wir mit ihrer Hilfe im zwi-
schenmenschlichen Dialog Sinn stiften und bilden können. Im Theater
Koblenz wird die Fassung von Rinus Silzle mit Puppen auf poetisch-spiele-
rische Weise umgesetzt.

                                                                                                                            73
AVENUE Q                                                                     Musikalische Leitung Ralf Schurbohm
                                                                             Inszenierung Mia Constantine
                                                                             Choreografie Michelle Eckstein
                                                                                                                        Matinee 23. April 2022

Musik und Songtexte von Robert Lopez und Jeff Marx, Buch von Jeff Whitty     Bühne, Kostüme, Puppenbau Christian Binz
Basierend auf dem Originalkonzept von Robert Lopez und Jeff Marx             Video Ansgar Beck

Deutsch von Dominik Flaschka (Dialoge) und Roman Riklin (Songtexte)
                                                                                                                                                        04.
                                                                                                                                                 AB 30.
                                                                                                                                                          ES
Princeton, frisch vom College, mietet ein Appartement in der Avenue Q. Für
                                                                                                                                                 G R O SS
die besseren Adressen, beginnend bei Avenue A, reicht sein Budget leider                                                                            HA  U S
nicht, so hat er sich bis hierhin durchgefragt. Bald entdeckt er, dass die
zunächst sehr nett wirkenden Bewohner*innen keine gewöhnliche Nach-
barschaft sind. Hier leben so unterschiedliche Leute wie der arbeitslose
Komiker Brian und seine Verlobte Christmas Eve, eine japanische Immigran-
tin und Sozialtherapeutin ohne Patienten. Daneben wohnt die engagierte
Grundschullehrerin Kate Monster, zu ihrem Leidwesen Dauer-Single. Oder
auch der seine Homosexualität verleugnende Rod und der chaotische Nicky,
die gemeinsam ein kleines Appartment bewohnen und sich ständig strei-
ten. Und nicht zuletzt der zottelige und großherzige Trekkie Monster.

„Avenue Q“ feierte 2003 am New Yorker Broadway seine Uraufführung. Die
Bewohner*innen der Avenue Q sind in der Mehrheit Puppen, die sich mit
Humor, Schlagfertigkeit und Gesang durch die Unwägbarkeiten des Lebens
schlagen. Dabei werden Themen wie Immigration und Rassismus, Homo-
sexualität, Arbeits- und Obdachlosigkeit ohne Berührungsängste und doch
unterhaltsam auf die Bühne gebracht.

                                                                                                                                                               75
Sie können auch lesen