Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna

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Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
Ausgabe Frühjahr | 2019    Das Gesundheitsmagazin für Unna und Werl

Vorhofflimmern:                      Hygiene: Es liegt                Krebstherapie: Das
Eis statt Hitze                      in unseren Händen                Immunsystem greift an
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Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
medTREND 2

    Elektronische Patientenakte

    Die digitale Zukunft ist da
    Die digitale Zukunft ist da: Vorbei ist das teils                           die alte, papiergefüllte Akte abgelöst.              „Alle Patientendaten können jetzt in den
    mühevolle Entziffern einer Handschrift oder das                             Eine Veränderung, die Patienten, Ärzten              Krankenhäusern elektronisch erfasst und
    Hin- und Hertragen von Unterlagen – neu ist das                             und Pflegepersonal einen entscheiden-                verwaltet werden“, beschreibt IT-Leiter
    schnelle Heraussuchen von Untersuchungsergeb-                               den Mehrwert bietet.                                 Matthias Kloos. EKG, Ultraschallbilder,
    nissen, egal wann, egal wo.                                                 Seit einigen Monaten sind das Marian-                Medikamentenlisten und Informationen
                                                                                nen-Hospital Werl, das Marienkranken-                zu allen wichtigen Parametern der Pati-
    Die elektronische Patientenakte (EPA) hat in den drei Kran-                 haus Soest und das Katharinen-Hospi-                 enten sind damit digital abrufbar.
    kenhäusern des Katholischen Hospitalverbundes Hellweg                       tal Unna in Sachen „Akten“ digitalisiert.            Moderne Visitenwagen, ausgerüstet mit
                                                                                                                                     Rechner, Monitor Tastatur und WLAN,
                                                                                                                                     sind seit der Umstellung auf den Fluren
                                                                                                                                     der Krankenhäuser unterwegs. Von dort
                                                                                                                                     aus können die jeweils berechtigten Mit-
                                                                                                                                     arbeiterinnen und Mitarbeiter immer und
                                                                                                                                     überall im Haus zugreifen und arbeiten.
                                                                                                                                     Daraus ziehen alle Beteiligten Vorteile:
                                                                                                                                     Unnötige Wege- und Wartezeiten entfal-
                                                                                                                                     len, eine intensivere Betreuung der Pati-
                                                                                                                                     enten wird möglich. „Und da alle Daten
                                                                                                                                     jetzt immer klar und lesbar sind, haben
                                                                                                                                     wir mehr Übersicht und Sicherheit“, be-
                                                                                                                                     stätigt Gesundheits- und Krankenpflege-
                                                                                                                                     rin Daniela Becker.
                                                                                                                                     Stichwort Sicherheit: Das digitale Speichern
                                                                                                                                     und Verwalten von sensiblen Daten stell-
                                                                                                                                     te die IT des Hospitalverbundes vor beson-
                                                                                                                                     dere Herausforderungen. „Wir haben hier
                                                                                                                                     in die Cyber-Security investiert. So sind
                                                                                                                                     unsere Krankenhäuser bestmöglich vor
Die elektronische Patientenakte im Einsatz: v. l. Pflegedirektor Martin Krampe, Gesundheits- und Krankenpflegerin                    Hackerangriffen und Ausspähungen ge-
Daniela Becker, IT-Leiter Matthias Kloos und Oberarzt Dr. Peer Strohbach.                                                            schützt“, betont IT-Chef Matthias Kloos.

INHALT              Ausgabe Frühjahr | 2019

                                                                     8
                                                                                Mensch Mitarbeiter:                                  Auf dem Weg zum
                                                                                Chefarzt Dr. Stephan Morbach                         demenz-sensiblen Krankenhaus
                                                                                Seite 3                                              Seite 10 und 11

 6                                                                              Eis statt Hitze bei Vorhofflimmern
                                                                                Seite 4 und 5

                                                                                Weiterbildung:
                                                                                Teamarbeit will trainiert sein
                                                                                                                                     Ein Jahr Heilig-Geist-Hospiz Unna
                                                                                                                                     Seite 12 und 13

                                                                                                                                     Neue Krebstherapie: Mit den
                                                                                                                                     Waffen unseres Immunsystems
                                                                                Seite 6                                              Seite 14 und 15

                               12 14
                                                                                Hygiene:                                             Termine
                                                                                Es liegt in unseren Händen                           und Aktionen
                                                                                Seite 8 bis 9                                        Seite 16

Impressum                                Redaktion:                             Realisation:                     Bildnachweise:
                                         Unternehmenskommunikation              Horschler Kommunikation GmbH     Seite 3: Achim Keller,
Herausgeber:                             Katholischer Hospitalverbund Hellweg   www.horschler.eu                 iStock: chengyuzheng/hatman
Katholischer Hospitalverbund             Karin Riedel (V.i.S.d.P.),             Druck:                           selvanegra/PeopleImages
Hellweg gem. GmbH                        Jan Schneider, Melanie Flammersfeld    Graphische Betriebe              mon5ter/Rogotanie/HS3RUS
Obere Husemannstr. 2                     uk@hospitalverbund.de                  F. W. Rubens KG                  Titelbild: iStock: Massonstock
59423 Unna                               Horschler Kommunikation GmbH           Ostring 2, 59423 Unna
www.hospitalverbund.de                   www.horschler.eu                       Ausgabe Unna/Werl
                                                                                Gesamtauflage: 152.500
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                                                                                                                         M    ENSCH
                                                                                                                              ITARBEITER

                                                                                                                                                          Foto: Achim Keller
Dr. Stephan Morbach. Im Berufsleben ist der Chefarzt seriös und bedacht, wenn es um den SC Freiburg geht „etwas verrückt“.

Diabetologie und Doppelpass:

Zwischen Fußball und Fußsyndrom
Fußballfans? Na klar, die gibt es unter unseren mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im
Katholischen Hospitalverbund Hellweg viele. Beispiel gefällig? Bei einem Kollegen hängt eine alte Bundes-
ligatabelle von einem Spieltag an der Bürotür. Es zeigt den Tag, als der SC Paderborn kurzzeitig vor dem
BVB stand – ein wahrhaft fußballhistorischer Moment! Mit schwarz-gelben und blau-weißen Kaffee-
tassen auf den Schreibtischen werden hier die Fan-Territorien markiert. Und als ein BVB-Kollege einen
Schalke-Adventkalender geschenkt bekommen hatte, fand er das natürlich gar nicht „süß“. Ein Zei-
tungsausschnitt am Büroschrank erinnert einen weiteren Kollegen regelmäßig an den legen-
dären 4:1-Auswärtssieg seines FC Kölle bei der ungeliebten Werkself von Bayer Leverkusen.

Seit Kurzem wissen wir, dass sich mitten      bedacht. Seine umfassenden Erfahrungen         man als Trainer ebenso
unter uns im Hospitalverbund auch „Frei-      und Kenntnisse teilt der Mediziner des         wie als Chefarzt hart ar-
burgs verrücktester Fan“ befindet – so        Marienkrankenhauses als renommierter           beiten, Wertschätzung
hat ihn jedenfalls die BILD-Zeitung titu-     Referent bei großen nationalen und in-         zum Ausdruck bringen,
liert. Anlass war ein großer Bericht über     ternationalen Kongressen, in Fachgesell-       alles andere den gemein-
den „Chefarzt und Allesfahrer“. Denn          schaften und als Fachbuchautor. „Im Ar-        samen Zielen unterordnen
nach Möglichkeit sieht sich Chefarzt Dr.      beitsalltag bin ich sehr kontrolliert“, be-    und aus den zur Verfügung
Stephan Morbach jedes Freiburg-Spiel          stätigt Dr. Morbach. „Fußball hat Ventil-      stehenden Mitteln das Ma-
an – und das fast immer live im Stadion.      charakter für mich, nach dem Spiel bin         ximale herausholen“.
Die 520 Kilometer ins Schwarzwaldsta-         ich meistens ziemlich heiser“, gibt er zu.     Sympathisch macht den
dion kennt er in- und auswendig. (Fast)       Seine Fußballleidenschaft ist für ihn ein      engagierten Mediziner bei
kein Weg ist ihm für seinen Club zu weit.     Gegenpol zu seinem Engagement für den          aller Erfolgsorientiertheit ein
Seit 25 Jahren ist er dem SC verbunden.       Beruf und die Medizin. Andererseits sieht      weiteres (Fußball-)Credo: „Wichtig ist,   Einen echten
Und das mit ganz viel Leidenschaft. Ein       der fußballbegeisterte Chefarzt durchaus       das Leben an sich und die Mitmenschen     Fußballfan
bisschen „verrückt“ eben. Im Berufsle-        Parallelen zwischen seinen beiden Wel-         auf und neben dem Platz nicht aus den     erkennt man auch
ben ist der Diabetologe dabei seriös und      ten: „Für eine gute Teamleistung sollte        Augen zu verlieren.“                      am Arbeitsplatz.
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medTREND 4

             Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Georg Nölker im Gespräch

             Eis statt Hitze: Kryoablation
             bei Herzrhythmusstörungen
             60 bis 100 Mal pro Minute schlägt das Herz, um unseren Organismus mit Blut und so mit Sauerstoff und
             Nährstoffen zu versorgen. Bei körperlicher Anstrengung oder Aufregung kann es auch weit über 100 Mal
             in der Minute schlagen – kein Grund zur Besorgnis. Von einer Herzrhythmusstörung ist erst die Rede,
             wenn das Herz plötzlich und ohne erkennbaren Anlass sehr schnell oder unregelmäßig schlägt. Nicht
             therapiert kann das ernste und sogar lebensbedrohliche Folgen haben. Priv.-Doz. Dr. Georg Nölker, Chef-
             arzt der Klinik für Innere Medizin II / Kardiologie am Katharinen-Hospital, erläutert die Kryoablation –
             eine noch relativ neue Behandlungsmöglichkeit, bei der das für die Herzrhythmusstörung verantwortliche
             Herzgewebe durch Kälte verödet wird.

             Herr Dr. Nölker, wie kommt es überhaupt zu
             Herzrhythmusstörungen?
                                                                                  Vorhofflimmern
             Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, Herzschwäche oder
             ein Herzinfarkt, aber auch Schilddrüsenerkrankungen gehören            Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstö-
             zum Beispiel zu den Ursachen. Manchmal findet man auch kei-            rung und eine der häufigsten Ursachen für ambulante Arztbe-
             ne Erklärung. Die wohl bekannteste Herzrhythmusstörung ist             suche und Krankenhausaufenthalte wegen einer Herz-Kreis-
             das sogenannte Vorhofflimmern – ein häufiger Grund für ei-             lauf-Erkrankung. Nach neuesten Berechnungen, basierend
             nen Schlaganfall. Ausgelöst wird es durch spontane, unregel-           auf Krankenkassendaten, leiden fast 1,8 Millionen Menschen
             mäßige elektrische Signale aus den Lungenvenen, die in die             in Deutschland an Vorhofflimmern, die meisten sind älter als
             Herzvorhöfe weitergeleitet werden und dort den Rhythmus                60 Jahre. Aufgrund der sich ändernden Altersstruktur und der
             des Herzschlags beeinträchtigen. Die Betroffenen fühlen ein            Zunahme von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Überge-
             Rasen oder Stolpern des Herzens, sind müde oder leiden unter           wicht steigt die Zahl der Vorhofflimmer-Patienten ständig.
             Schwindel und Übelkeit. Es gibt aber auch Menschen, die kei-           Experten rechnen mit einer Verdoppelung in den nächsten 50
             nerlei Symptome zeigen.                                                Jahren. www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de

             Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, und welche Rol-
             le spielt dabei die Kryoablation?
             Die Kryoablation ist eine besondere Variante der Katheterabla-       Region im Herzmuskelgewebe an, die für die Herzrhythmusstö-
             tion, die bereits seit 30 Jahren eingesetzt wird, wenn eine Be-      rung verantwortlich ist. An dieser Stelle wird das Gewebe ver-
             handlung mit Medikamenten nicht erfolgreich ist oder nicht           ödet, und die Herzmuskelzellen verlieren dort ihre elektrische
             aussichtsreich erscheint. Mittlerweile ist sie auch als Primärthe-   Leitfähigkeit. Während die traditionelle Ablation mit Hitze ar-
             rapie anerkannt. Dabei führt der Arzt einen flexiblen dünnen         beitet, wird bei der Kryoablation Kälte eingesetzt.
             Kunststoffschlauch ins Innere des Herzens und steuert die
                                                                                  Wie funktioniert das?
                                                                                  Bei der Kryoablation wird flüssiges Kühlmittel in die hohle Spit-

 Zur Person                                                                       ze des Katheters geleitet. Dort verdampft es und entzieht dem
                                                                                  umliegenden Gewebe Wärme. Durch die Eisbildung werden die
                    Privatdozent Dr. Georg Nölker ist seit Herbst 2018            betroffenen Herzmuskelzellen zerstört. Das hat zum Beispiel
                    Chefarzt der Inneren Klinik II / Kardiologie am               den Vorteil, dass der Arzt anders als bei der Ablation mit Hit-
                    Katharinen-Hospital. Der 53-Jährige war einer der             ze (Hochfrequenz-Ablation) testen kann, ob der Katheter sich
                    leitenden Kardiologen und Elektrophysiologen am               wirklich an der richtigen Stelle befindet. Das Gewebe wird zu-
                    Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen,                  nächst nur für kurze Zeit gekühlt und seine elektrische Leitfä-
                    bevor er nach Unna wechselte. Dort hat er an der              higkeit erst einmal vorübergehend lahmgelegt. Ist der entspre-
                    Etablierung des Verfahrens der Kryoablation maß-              chende Punkt nicht exakt getroffen, wird die Kältezufuhr ge-
                    geblichen Anteil gehabt. Das Vorhofflimmern war               stoppt. Das Gewebe erwärmt sich auf Körpertemperatur und
                    zudem Thema seiner Habilitationsschrift. Bei allem            funktioniert wieder. Ein weiterer Pluspunkt dieses Verfahrens
                    wissenschaftlichen Interesse an seinem Spezialgebiet          ist, dass der Katheter aufgrund der Eisbildung nicht so schnell
                    Herzrhythmusstörungen legt Dr. Nölker Wert darauf,            verrutscht. Das ist besonders wichtig, wenn Gewebe nahe des
                    als Internist den Menschen als Ganzes zu sehen.               sensiblen AV-Knotens im rechten Vorhof getroffen werden
                    Teil seiner Ausbildung waren viele Jahre in der All-          muss. Denn er bildet eine Art Verbindungsstelle in der Mitte
                    gemeinen Inneren Medizin und in der Speziellen                des Herzens, von der aus elektrische Impulse von den Vorhö-
                    Internistischen Intensivmedizin.                              fen zu den Hauptkammern geleitet werden.
Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
medTREND 5

                                                                                            Der Kryoballon-Katheter
                                                                                                    Der Kryoballon-Katheter (Grafik oben) wird mit einem
                                                                                                    aufblasbaren Ballon an der Spitze durch die Leistenvene
                                                                                                    bis in den linken Vorhof eingeführt. Dort wird der Bal-
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Georg Nölker zeigt gemeinsam mit dem leitenden Oberarzt der                 lon an der Öffnung zur Lungenvene platziert, aufgebla-
Rhythmologie, Dr. Daniel Möller (l.), und Funktionsoberarzt Timo Gottschling (r.) die Technik       sen und mit einem Kühlmittel gefüllt. Die Kälte führt
der Kryoablation.                                                                                   dazu, dass sich eine Narbe um die Lungenvene bildet.
                                                                                                    Auf diese Weise gelangen keine elektrischen Störimpul-
                                                                                                    se mehr von der Vene in den Herzvorhof.

Wann setzt man welches Verfahren ein?                                    aus. Im Einzelfall werden zusätzlich Schmerz- und Beruhigungs-
Dank intensiver Forschung und Entwicklung steht heute eine Aus-          mittel eingesetzt. Eine Allgemeinnarkose ist nur in sehr selte-
wahl von Kathetern sowohl für das Kryo- als auch das Hochfre-            nen Fällen erforderlich. Während des Eingriffs wird das Herz
quenz-Verfahren zur Verfügung, um die verschiedenen Formen               mittels EKG überwacht.
der Herzrhythmusstörung bestmöglich zu behandeln. Hauptan-
wendungsgebiet der Kryoablation ist die Therapie des Vorhof-             Und danach?
flimmerns, das aufgrund der Schlaganfallgefahr konsequent be-            Der Patient sollte eigentlich keine Beschwerden mehr haben.
handelt werden muss. Denn durch den unregelmäßigen Herz-                 Beim Vorhofflimmern können die Symptome allerdings zu-
schlag bilden sich im linken Vorhof Blutgerinnsel. Gelangen die          nächst weiterhin auftreten. Ursache ist der Heilungsprozess.
mit der Blutbahn ins Gehirn, kommt es zum gefürchteten Hirn-             Die Nachsorgeuntersuchungen finden zunächst engmaschig,
infarkt. Anders als die medikamentöse Therapie kann die Kryo-            danach im halbjährlichen Abstand statt.
ablation Vorhofflimmern heilen. In den meisten Fällen werden
die Lungenvenen, die in den linken Vorhof führen und für die
Rhythmusstörung verantwortlich sind, isoliert. Denn die Impul-
se selbst lassen sich nicht zuverlässig beseitigen, wohl aber ihre
Weiterleitung. Dabei eingesetzt wird ein spezieller Ballonkathe-
ter, über den Kälte von bis zu minus 60 Grad abgegeben wird.
                                                                                   Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Georg Nölker
                                                                                   Innere Klinik II / Kardiologie
Wie belastend ist dieser Eingriff für die Patienten?                               Tel.: 02303 / 100 - 1832
Es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren und erfolgt                     E-Mail: innere2.unna@hospitalverbund.de
                                                                                   www.katharinen-hospital.de
in der Regel unter örtlicher Betäubung von den Leistengefäßen
Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
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             Interdisziplinäre Weiterbildung im Katholischen Hospitalverbund Hellweg

             Teamarbeit will trainiert sein
             Krankenhaus? Da denkt man natürlich zunächst einmal an die Patienten. Ihre Gesundheit,
             das Wohlbefinden, eine gute Begleitung, das sind die wichtigsten Punkte. Klar. Weniger im
             Blick ist, dass auch ein Krankenhaus selbst ein komplexer Organismus ist. „Und den gilt es,
             gesund und agil zu halten.“ Als Personalleiterin des Katholischen Hospitalverbundes blickt
             Jutta Kappel immer wieder dorthin, wo es für diesen „besonderen Organismus Kranken-
             haus“ Not tut. „Denn nur, wenn wir hier über alle Berufsgruppen hinweg eng, vertrauens-
             voll und flexibel miteinander arbeiten, kann unser Auftrag für den Patienten gelingen.“

             Seit vielen Jahren legt die erfahrene Per-   um zukunftsfähig zu sein. Nur: So ein-     Jahrgang werden Führungskräfte der
             sonalchefin Wert auf einen zentralen         fach ist das bei Traditionsunternehmen     mittleren Ebene in einem ganz beson-
             Punkt: „Wie alles im Leben wandelt sich      mit gelernten festen Strukturen natür-     deren Seminar in fünf je zweitägigen
             auch die Arbeitswelt. Neue Generatio-        lich nicht. Im Katholischen Hospitalver-   Modulen weitergebildet. Das „Beson-
             nen von Mitarbeiterinnen und Mitarbei-       bund war deshalb klar: Dieser notwendi-    dere“ heißt: Mitarbeiterinnen und Mit-
             tern, die ‚anders ticken’, kommen hinzu.“    ge und permanente Wandel gelingt nur,      arbeiter aus Pflege, Medizin und Ver-
                     Genau deshalb muss sich auch die     wenn wir unsere Führungskräfte stärken,    waltung werden gemeinsam außerhalb
                          Führung und Kultur von Unter-   dies aktiv zu gestalten.                   der eigenen vier (Krankenhaus-)Wände
                            nehmen stetig verändern,      Gedacht, getan. Im nunmehr dritten         geschult. „Wir haben als Ort etwa ein
                                                                                                     Kloster ausgewählt, sind in großen Indus-
                                                                                                     trieunternehmen zu Gast oder führen ein
                                                                                                     Strategie-Spiel zum Thema Krankenhaus-
                                                                                                     ökonomie durch“, schildert Ethikberater
                                         „Das Krankenhaus selbst ist ein                             Daniel Robbert die Konzeption des außer-
                                         komplexer Organismus, den wir                               gewöhnlichen Führungskräftetrainings.
                                                                                                     Dass die ethisch-christlichen Fragestel-
                                         agil und gesund halten wollen.“                             lungen wichtiger Bestandteil der Fort-
                                                                Jutta Kappel, Personalleiterin       bildung sind, ist kein Zufall. „Als christ-
                                                                                                     liches Unternehmen stellen wir uns den
                                                                                                     ethischen Fragen der heutigen Zeit, die
                                                                                                     an uns in Ökonomie, Medizin und Pflege
Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
medTREND 7

                                                    Teamarbeit will trainiert sein. Das ge-
                                                    meinsame Bogenschießen im Wald
                                                    trägt dazu bei.

                     „Durch den Austausch mit den Kollegen
                     aus Medizin und Pflege ist mir klar                                      „Mein Blick für das ganzheitliche
                     geworden, wie sehr auch meine Arbeit                                     Denken im Unternehmen
                     am Schreibtisch zur guten Patienten-                                     Krankenhaus hat sich erweitert.“
                                                                                                              Susanne König, Stationsleitung
                     versorgung beitragen kann.“
                               Florian Dürich, Leitung Finanz- und Rechnungswesen

zur besten Versorgung der Patienten ge-       „zum gesundheitlichen Wohle des Orga-
stellt werden“, so Robbert.                   nismus Krankenhaus“ gibt den Initiatoren
                                              Recht. „Wir haben erfahren, dass an vie-
Vernetzung ausdrücklich erwünscht             len Schnittstellen im Alltag die Kommuni-
Wichtig ist, dass gerade die mittlere         kation und der Austausch selbst in Stress-
Führungsebene wie Stationsleitungen,          situationen viel reibungsloser laufen. Auch
Oberärzte und Abteilungsleitungen des         wurden von den Teilnehmern neue, eige-
Managements in diesem Training mitein-        ne Themen weiterbearbeitet. Das Entlass-
ander vernetzt wird. „Denn wir erleben,       management oder die Digitalisierung sind
dass wir damit viele wichtige interne Ma-     einige davon, die jetzt mit eigenen Exper-
nagerinnen und Manager für gute Prozes-       tinnen und Experten innerhalb des Hospi-
se in unserem komplexen Krankenhaus-          talverbundes diskutiert werden. Aus Sicht
alltag erreichen. Sie als Führungskräfte      von Personalleiterin Jutta Kappel ist das
können dann weit in die Mitarbeiterschaft     richtig super: „Wir als Arbeitgeber wollen      „Das Seminar war einzigartig mit
hinein wirken und das erworbene Wissen        ja dafür sorgen, dass Mitarbeiter als res-      seinen vielen Eindrücken, die eine
und die Fähigkeiten zum Wohle der Kolle-      pektierte Menschen Sinn und Erfüllung in
gen weitertragen.“ Davon, so ist Jutta Kap-   ihrer Arbeit und damit letztlich auch im
                                                                                              Bereicherung für die Zusammen-
pel überzeugt, profitieren alle – und ganz    Leben finden.“ Wer diese Aufgabe nicht          arbeit sind.“
besonders Patienten und Angehörige.           annimmt, so ihre Überzeugung, wird in                        Sabine Grund, Leitende Oberärztin
Das positive Feedback der ersten Teilnehmer   Zukunft bald keine Mitarbeiter mehr fin-
dieser ungewöhnlichen Fortbildungsreihe       den und binden.
Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
medTREND 8                                                                                                                                                                                                                                      medTREND 9

                                                                         Hygiene im Krankenhaus und zu Hause
                                                                                                                                                                                                                So geht es:

                                                                         Es liegt in unseren                                                                                                                     Richtig
                                                                                                                                                                                                                 Händewaschen

                                                           Händen
                                                                                                    Keime werden überwiegend über die Hände übertragen – im Krankenhaus                                            Nutzen Sie Flüssigseifen. Sie sind hygie-
                                                                                                    sogar zu rund 90 Prozent. Überall finden deshalb Besucher, Patienten und                                       nischer als Seifenstücke. Um den natür-
                                                                                                    Mitarbeiter Spender mit Desinfektionsmittel, um Infektionen vorzubeugen.                                       lichen Säureschutzmantel der Haut zu
                                                                                                    Aber welche Hygienemaßnahmen sollte man zuhause einhalten, um                                                  schonen, empfehlen sich pH-neutrale
                                                                                                    Familie, Freunde und sich selbst zu schützen?                                                                  Waschsubstanzen.
                                                                                                                                                                                                                   Legen Sie Schmuckstücke ab. Dann ist das
                                                                                                     Bakterien und Viren sind auf vielen Dingen, die       besonders rund um Fingerkuppen, Nagelbett und           Händewaschen effektiver.
                                                                                                     wir im Alltag anfassen: sei es das Treppengelän-      in den Zwischenräumen zu waschen. Dort gibt es          Lassen Sie das Wasser nicht zu heiß werden.
                                                                                                     der, der Einkaufskorb, die Fernbedienung oder         in der Regel die höchsten Keimzahlen.“                  Es schadet sonst der Haut.
                                                                                                     das Handy. Zudem geben wir Tag für Tag vielen                                                                 Nehmen Sie sich mindestens 20 bis 30
                                                                                                     Menschen die Hand und neigen dazu, uns unbe-                                                                  Sekunden Zeit, den Seifenschaum überall
                                                                                                     wusst ins Gesicht zu fassen. Da ist es schnell ge-
                                                                                                                                                           „Auch die Handpflege ist                                sanft einzureiben, bevor Sie Ihn unter flie-
                                                                                                     schehen, dass Keime über Augen oder Schleim-          wichtig. Denn kleine Risse                              ßendem Wasser abwaschen.
                                                                                                     häute in den Körper eindringen.                       sind Eintrittspforten                                   Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten
                                                                                                     Trotzdem, so betont Yvonne Barkschat, Leiterin
                                                                                                                                                           für Keime.“                                             zum Schließen des Wasserhahns möglichst
                                                                                                     Hygienemanagement des Hospitalverbundes,                                                                      ein Einweghandtuch oder den Ellenbogen.
                                                                                                                                                           Yvonne Barkschat, Leiterin Hygienemanagement
                                                                                                     müssen wir bei allem Bedürfnis nach Sicherheit                                                                Hände gründlich mit einem Handtuch ab-
                                                                                                     unterscheiden, ob wir uns in einer Gesundheits-                                                               trocknen – auch zwischen den Fingern.
                                                                                                     einrichtung oder im privaten Umfeld befinden.         Krankheitserreger sind nicht sichtbar                   Keime vermehren sich in feuchtem Milieu.
                                                                                                     Die Grundregel lautet: Im häuslichen Alltag ist       Und wie häufig sollte man im Alltag die Hände           Zuhause sollte jedes Familienmitglied ein
                                                                                                     eine Hand sauber, wenn Verschmutzungen mit            waschen? Zunächst einmal immer dann, wenn               eigenes Handtuch benutzen.
                                                                                                     Wasser und Seife entfernt sind. Beim Umgang mit       sie sichtbar verschmutzt sind oder mit relevan-
                                                                                                     kranken und geschwächten Menschen kommt es
                                                                                                     dagegen darauf an, dass die Keime an den Hän-
                                                                                                                                                           ten Keimen in Berührung gekommen sein könn-
                                                                                                                                                           ten – also zum Beispiel beim Niesen und Husten,
                                                                                                                                                                                                                Gewusst wie:
Tipps für den Haushalt:                                                                              den deutlich reduziert, also möglichst abgetötet
                                                                                                     werden. Dies geschieht mit speziellen, Alkohol
                                                                                                                                                           beim Umgang mit rohen Eiern, Fisch oder Fleisch,
                                                                                                                                                           nach der Gartenarbeit, dem Kraulen des Hundes         In kurzen Videos erläutert u. a. Prof. Dr.
                                                                                                     basierten Desinfektionsmitteln, die konsequent        oder dem Toilettengang. Allerdings: Krankheits-       Elisabeth Pott, Direktorin a. D. der
    Wechseln Sie Wisch- und Spüllappen täglich und                                                   vor und nach jedem Patientenkontakt zum Ein-          erreger sind nicht sichtbar. Deshalb mahnt die Hy-    Bundeszentrale für gesundheitliche
    waschen Sie die Lappen bei mindestens 60 Grad.                                                   satz kommen. Die Expertin erklärt: „Für eine kor-     gienefachkraft: „Unbedingt regelmäßig die Hän-        Aufklärung, wie richtiges Händewaschen
    Verwenden Sie getrennte Lappen für Bad und Küche.                                                rekte Anwendung sollten mindestens drei Millili-      de waschen.“ Regeln wie „Immer vor den Mahlzei-       geht und warum es so wichtig ist, sich
    Waschen Sie Küchenhandtücher und Putzutensilien                                                  ter Flüssigkeit so lange verrieben werden, bis die    ten“ oder „Immer, wenn ich nach Hause komme“          und andere damit zu schützen.
    separat.                                                                                         Hände trocken sind. Wichtig dabei ist, die Finger-    helfen, Routine zu schaffen. Dabei sollte auch die    www.infektionsschutz.de
    Säubern Sie Schneidebretter, Messer und andere                                                   zwischenräume nicht auszulassen.“                     Pflege mit einer Handcreme nicht vergessen wer-
    Kontaktflächen nach der Verarbeitung von rohem                                                                                                         den, denn kleine Risse können Eintrittspforten für
    Fleisch, Fisch oder Eiern sofort. Nehmen Sie unter-                                              Vorsicht bei Desinfektionsmitteln                     Keime sein. „Es liegt im wahrsten Sinne des Wor-
    schiedliche Bretter, wenn Sie verschiedene Lebens-
                                                          Aktionstag Keine Keime”
                                                                                                     Im Haushalt sind diese Desinfektionsmittel nicht      tes in unseren Händen, was wir für unse-
                                                                                                                                                                                                                Zweimal fünf Finger
                                                          30. März, Alter” Markt Unna
    mittel gleichzeitig zubereiten. Waschen Sie sich                                                 zu empfehlen, da sie auch unbedenkliche Keime         re Gesundheit tun“, so Yvonne Barkschat.
    zwischendurch die Hände.                                                                         abtöten, die der gesunde Körper braucht, um sei-
    Reinigen Sie alle Ess- und Kochutensilien möglichst                                              ne Abwehr zu trainieren. Und: Wer zuhause häu-                                                                   Zwei Hände mit je fünf Fingern – sie
    in der Spülmaschine bei 60 Grad.                                                                 fig zu Desinfektionsmitteln greift, zerstört die                                                                 stehen für den 5.5., den Internationa-
                                                                  Die Experten der beiden
    Spülen Sie mit der Hand, sollten Sie das möglichst                                               natürliche Schutzbarriere der Haut und wird so                                                                   len Tag der Handhygiene. Die Weltge-
    bald nach der Mahlzeit tun, denn bei Zimmertempe-             Unnaer Krankenhäuser beraten       letztlich anfälliger für Infektionen und Allergien.                                                              sundheitsorganisation (WHO) hat ihn
    ratur vermehren sich Keime besonders schnell.                 am Samstag, 30. März, von 10       Deshalb gilt hier: Es kommt auf das richtige Hän-                                                                ausgerufen, um die Menschen auf die
    Für das Aufwischen von Lebensmittel-                          bis 14 Uhr auf dem Alten           dewaschen an – eine einfache Schutzmaßnahme                                                                                 Bedeutung der Handhygie-
    rückständen eignen sich am besten                                                                mit großer Wirkung. Yvonne Barkschat sagt dazu:                                                                             ne insbesondere in Kranken-
    Einmaltücher.
                                                                  Markt zum Thema Hygiene            „Man muss wissen, dass der keimreduzierende                                                                            häusern aufmerksam zu machen.
                                                                  in Krankenhaus und Alltag.         Effekt beim Händewaschen eher ein mechani-                                                                          Auch die Einrichtungen des Katholi-
                                                                                                     scher ist. Denn die Keime werden von der Hand                                                                    schen Hospitalverbundes Hellweg be-
                                                                                                     abgespült, nicht vernichtet. Deshalb ist es wich-              E-Mail: hygiene@hospitalverbund.de               teiligen sich regelmäßig mit Aktionen.
                                                                                                                                                                    www.hospitalverbund.de
                                                                                                     tig, die Hände gründlich und mit ausreichend Seife
Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
medTREND 10

                  Auf dem Weg zum demenz-sensiblen Krankenhaus

                  „Diese Aufgabe geht jeden an“
                    Was früher kaum Beachtung fand, stellt Kranken-                      eine Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig trifft, entstand dann
                    häuser heute vor eine große Herausforderung:                         das Konzept des Demenz-Coach. „Mitarbeiter im Umgang mit
                    Immer mehr ältere Patienten sind von demenzi-                          an Demenz erkrankten Menschen zu sensibilisieren, über-
                    ellen Veränderungen betroffen. Sie benötigen                                                   greifend auf allen Stationen in allen
                    besondere Aufmerksamkeit – und                                                                      Einrichtungen, ist eine komplexe
                    Verständnis für ihre Bedürfnisse.                                                                     Gemeinschaftsaufgabe. Und sie
                    Damit das Krankenhauspersonal
                    diese erkennen und danach                                      G e r ia t r i e                       geht jeden an“, sagt Rita Diers. Der
                                                                                                                        Demenz-Coach bildet hierfür die
                    handeln kann, stellt ihnen der                                                                    Schnittstelle, ist Koordinator, Ansprech-
                    Katholische Hospitalver-                                                                      partner, Berater und Anleiter zugleich. „Ich
                    bund Hellweg Marion                                                        selbst sehe mich als eine Art Dolmetscherin“, verrät Ma-
                    von der Pütten als De-                                                               rion von der Pütten, die seit Oktober vergange-
                    menz-Coach zur Seite.                     Intens                                       nen Jahres als Demenz-Coach tätig ist. Ihr bis-
                                                                            ivstati
                 Wilfried K. fühlt sich immer un-
                                                                                        on                 heriger Einsatzort ist das Mariannen-Hospi-
                                                                                                         tal. Ziel ist es, dieses regional einzigartige Kon-
                 sicherer auf den Beinen. Er stürzt                                                             zept auf den Hospitalverbund auszuwei-
                 und kommt ins Krankenhaus. Dort wird der                                                            ten. Hospitationen von Marion von der
                 Senior behandelt und seine Wunden ver-                                                                  Pütten in den anderen Einrichtun-

                                                                              Sozialer Dienst
                 sorgt. Weil medizinische Ursachen für den                                                                 gen werden deshalb folgen.
                 Sturz aber ausgeschlossen werden, folgt die
                 Entlassung. Doch: Wieder zuhause stürzt                                                               Wertschätzung der Patienten
                 Wilfried K. erneut. Der Grund: Sein un-                                                             und Mitarbeiter
                 sicherer Gang ist ein frühes Anzei-                                                              Auch Krisenmanagement gehört zu den
                 chen einer Demenz, die jedoch                                                              Aufgaben des Demenz-Coach. Ist ein Seni-
                 noch nicht als solche diagnos-                        I nn e r e                             or oder eine Seniorin unruhig, verweigert
                 tiziert wurde. „Das ist nur ein                      M e d iz                                Hilfsangebote oder stört mit lauten Schrei-
                 Beispiel von vielen für den so ge-                            in                            en womöglich andere Patienten, tritt Marion
                 nannten Drehtür-Effekt“, sagt Daniel                                                       von der Pütten auf den Plan. Pflegekräfte und
                 Robbert, Ethikberater des Hospitalverbunds                                                 Ärzte können sich jederzeit an die geschulte
                      Hellweg. Das Beispiel macht deutlich, wie wichtig es                                 Krankenschwester mit Zusatzausbildung wen-
                              ist, die Nebendiagnose Demenz frühestmög-                   den, wenn sie Fragen haben oder überfordert sind. Der Kon-
               Alle                lich zu stellen. Nur so lassen sich Folgepro-          takt mit den von demenziellen Veränderungen Betroffenen ist
                                      bleme vermeiden. „Das erfordert aber                Marion von der Pütten wichtig. „Besuche, Aktivierungs- und
               100                      ein hohes Maß an Sensibilität und ist             Biografiearbeit ist Teil meines Jobs“, erzählt sie. Und genau
     Sekunden erkrankt ein               natürlich auch eine Frage der Res-               dieser Teil hat große Bedeutung: „Wenn ich mich den Betrof-
    Mensch in Deutschland an             sourcen“, ergänzt Daniel Robbert.                fenen zuwende und beim Sprechen in deren Blickfeld rücke,
     Demenz. Die Deutsche                Denn: Im hektischen Krankenhaus-                 werden sie oft unmittelbar ruhiger“, erzählt die Fachfrau. Au-
     Alzheimer Gesellschaft
                                         alltag, insbesondere in der Zentra-              genkontakt suchen, Reime aufsagen oder beispielsweise mit
      zählt mittlerweile 1,7
                                       len Notaufnahme, bleibt                                         bestimmtem Essen oder Trinken die Geschmacks-
            Millionen
           Betroffene.                dem Personal für die in-                                            sinne aktivieren, kann positiv auf den Patienten
                                   dividuellen Belange der Pa-                                            wirken. „Es ist wichtig, ihnen auf der Gefühls-
                             tienten wenig Zeit.                                                          ebene zu begegnen“, ergänzt sie. Aber: Was heute
                                                                                                      wirkt, kann morgen schon nicht mehr funktionieren.
                    Ein regional einzigartiges Konzept                                   Der Umgang mit Demenz-Erkrankten erfordert nicht nur Sensi-
                    Bei einem Ethik-Fachtag des Hospitalverbundes, bei dem Exper-        bilität, sondern auch Kreativität. Marion von der Püttens Arbeit
                    ten aus Medizin, Pflege und Direktion in Dialog treten konnten,      wirkt dabei nicht nur auf die Patienten, auch das Krankenhaus-
                    wurde klar: Um den Patienten langfristig zu helfen, muss sich        personal profitiert. Neben der Gesprächsmöglichkeit mit dem
                    etwas ändern. Dabei geht es nicht nur um das Erkennen der            Demenz-Coach können die Mitarbeiter an Schulungen teilneh-
                    Demenz, sondern auch um den bedürfnisorientierten Umgang             men, die Marion von der Pütten anbietet. „Durch den bedürfnis-
                    mit den Betroffenen. „Wir haben uns intensiv mit der Thema-          orientierten Umgang können ganze Arbeitsabläufe optimiert
                    tik auseinandergesetzt und uns gefragt: Was können wir tun?“,        werden“, sagt Rita Diers mit Blick auf die vergangenen Mona-
                    erzählt Rita Diers, Pflegedienstleiterin des Mariannen-Hospi-        te. „Jeder Patient und jeder Mitarbeiter, den wir durch das An-
                    tals Werl. Zusammen mit Kollegen aus dem Demenz-Zirkel,              gebot erreichen, ist ein Gewinn“, ergänzt sie.
Vorhofflimmern: Eis statt Hitze Krebstherapie: Das Immunsystem greift an - Katharinen-Hospital Unna
medTREND 11

Den Geschmackssinn akti-
vieren: Marion von der
Pütten reicht einem
Senior verschiedene
Fruchtsäfte. Klarer
Favorit: Multivitamin
schmeckt ihm am besten.

                                      „Oma ist
                              ein bisschen tüddelig“,
                              hieß es damals oft: Die
                           Diagnose Alzheimer-Demenz
                             ist erst seit etwas mehr      Alle Informationen im Blick
                           als 100 Jahren bekannt und
                                die am häufigsten            Nicht den Überblick verlieren – das ist
                                 auftretende Form            für Pflegekräfte und Ärzte im Umgang
                                   der Krankheit.            vor allem mit älteren Patienten gar
                                                             nicht so einfach. Denn: Sie leiden oft
                                                             nicht nur an einer Erkrankung. Dass die
                                                             einzelnen Stationen im Krankenhaus
                                                             gut vernetzt und Patienteninformationen jederzeit ab-
                                                             rufbar sind, ist da wichtig. In den Krankenhäusern des
                                                             Hospitalverbunds kommt deshalb das Krankenhaus-
                                                             Informations-System „One KIS“ zum Einsatz. Darin
                                                             werden nicht nur medizinische Befunde, sondern auch
                                                             Beobachtungen und Handlungsempfehlungen von
                                                             Marion von der Pütten verzeichnet. Und: Direkt bei der
                                                             Aufnahme des Patienten kann in der digitalen Kran-
                                                             kenakte angeklickt werden, ob dieser eine Begleitung
                                                             des Demenz-Coach braucht.

„Früher wurden ältere Menschen oft von ihren
Familien gepflegt. Heute ist das nicht mehr so:
Eine Versorgungslücke entsteht, die von                            Daniel Robbert
Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen                             Ethikberatung
                                                                   Tel.: 02303 / 100 - 2624
aufgefangen werden muss.“                                          E-Mail: d.robbert@hospitalverbund.de
                                                                   www.hospitalverbund.de
Rita Diers, Pflegedienstleiterin Mariannen-Hospital Werl
medTREND 12

Ein Jahr Heilig-Geist-Hospiz Unna

Für ein gutes Leben
bis zum letzten Tag
Sanfte Melodien klingen durch die schön gestalteten Flure. Lachen
dringt aus einem Gästezimmer. Der Duft von frischem Kaffee zieht                               Spenden wie diese se
durch die Räume. Die Haustür wird geöffnet, und immer begrüßt eine                                                  lbstgenähten
                                                                                                Kissen unterstütze
freundliche Mitarbeiterin die Besucher: „Herzlich willkommen bei uns.“                                             n die Gäste.
Bei uns – das ist das Heilig-Geist-Hospiz in Unna. Seit gut einem Jahr
werden hier Menschen an ihrem Lebensende betreut.

                                         Natürlich ist an manchen Tagen           den Angehörigen, mit dem Team aus Haupt- und Ehrenamt-
                                         Wehmut und Traurigkeit zu spü-           lichen bereichere ihr Leben sehr.
                                         ren. „Manches Mal geht es schon an       Dass man im Hospiz zurückkehrt zu den Wurzeln der Kran-
                                         die Grenzen, wenn innerhalb kur-         kenpflege, viel Zeit hat für die Gäste, ist für viele Mitarbeiter
                                          zer Zeit zwei liebgewonnene Gäs-        ein großer Gewinn. Auch der junge Kollege Joschka, der nach
                                          te versterben“, sagt Ina Schulz. Die    dem Abitur im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes sei-
                                           erfahrene Krankenschwester hat         ne Arbeit hier aufnahm, ist eingetaucht in die ganz besonde-
                                           28 Jahre im Krankenhaus gearbei-       re Atmosphäre des Hospizes. „Für mich persönlich ist das eine
                                           tet. Bewusst hat sie sich aber vor     prägende und eine gute Erfahrung“, sagt er. Auch beruflich
                                            gut einem Jahr für die Arbeit im      hat er sich jetzt in diese Richtung orientiert.
                                            Hospiz beworben. Heute ist sie        Die Angebote im Hospiz sind dabei einzig und allein an einem
                                            stellvertretende Pflegedienstlei-     Kriterium orientiert: den Wünschen der Gäste. „Wenn jemand
                               besser.
          Im Team geht alles
                                             terin hier. „Und ich bin jeden Tag   ein Eis möchte, holen wir es aus der Eisdiele. Und wenn kurz
                                             sehr glücklich.“ Denn die inten-     darauf die Currywurst auf dem Wunschzettel steht, dann ma-
                                             sive Arbeit mit den Gästen, mit      chen wir eben Currywurst“, bringt es Ina Schulz auf den Punkt.
medTREND 13

                                                                           Das Heilig-Geist-Hospiz Unna
                                                                            Im Herzen der Innenstadt, ganz nahe dem historischen „Hos-
                                                                            pital Zum Heiligen Geist“, wurde am Standort des ehemali-
                                                                            gen Kolpinghauses an der Klosterstraße die neue Heimat für
                                                                            Schwerstkranke gebaut. Im Heilig-Geist-Hospiz, das im De-
                                               Mitt en in der               zember 2017 eröffnet wurde, gibt es zehn Plätze. Hinzu kom-
                                                              Sta
                                               das Heilig-Gei d t liegt     men Räume für Begegnungen wie Wohnzimmer und Küche
                                                              st-Hospiz.    sowie ein Raum der Stille. Angehörige können in Gästezim-
                                                                            mern übernachten. Auch ein Außenbereich als Innenhof ist
                                                                            zentraler Bestandteil des Hauses. Zudem hat jedes Gästezim-
                                                                            mer eine eigene kleine Terrasse.
                                                                            Im Heilig-Geist-Hospiz werden Menschen aufgenommen, die
                                                                            an einer unheilbaren, fortschreitenden oder fortgeschritte-
                                       men in
        Angehörige und Mitarbeiter kom                                      nen Erkrankung leiden, deren Lebenserwartung begrenzt ist
                                       men.
          Gedenkfeiern im Hospiz zusam                                      und bei denen eine stationäre Krankenhausbehandlung nicht
                                                                            mehr nötig und eine ambulante Betreuung nicht mehr aus-
                                                                            reichend ist. Der erste Kontakt zum Hospiz wird in der Regel
                                                                            von den Sozialdiensten der Krankenhäuser, den Angehörigen,
                                                                            den Betroffenen selbst oder den Ärzten gesucht.

                                                                                                                       Heilig-Geist-Hospiz Unna
                                                                                                                               Klosterstraße 77
                                                                                                                                    59423 Unna
                                                                                                             E-Mail: info@heilig-geist-hospiz.de
                                                                                                                     www.heilig-geist-hospiz.de

Musiktherapie, Gespräche,
gemeinsames Kaffeetrin-
ken, Geburtstagsfeiern
                                                                           Die Heilig-Geist-Hospizstiftung
und gemeinsames Ab-
                                  Die weiße Taube F
schiednehmen sind nur                              rieda war drei Tag        Aus dem christlichen Selbstverständnis heraus haben das
                                  Besucherin im Gar                    e
einige der vielen Dinge,                             ten des Hospizes.       Katharinen-Hospital, die Katharinengemeinde, der Evan-
die den Alltag im Hospiz                                                     gelische Kirchenkreis und weitere engagierte Menschen
darstellen.                                                                  in Unna die Initiative ergriffen, mit der Errichtung der Hei-
                                                                             lig-Geist-Hospizstiftung Unna die Grundlage für den Auf-
Eine weiße Taube als Symbol der Hoffnung                                     bau und Betrieb des Heilig-Geist-Hospizes zu schaffen. In
Und dann geschehen auch die ganz außergewöhnlich berüh-                      den Gremien – Vorstand, Kuratorium und Stiftungsver-
renden Momente. Eine absolut seltene weiße Taube hatte sich                  sammlung – arbeiten katholische und evangelische Chris-
im Januar für drei Tage den Garten des Heilig-Geist-Hospizes                 ten sowie Vertreter aus weiteren Verbänden und Einrich-
als Zuhause ausgewählt. Vom Team und Gästen erhielt sie so-                  tungen der Stadt konfessionsübergreifend zusammen.
gleich einen Namen: Frieda. Frieda blieb drei Tage. Genau den                Das Ziel ist die umfassende und gute Versorgung und
Zeitraum, in dem sich zwei Gäste von dieser Welt verabschie-                 Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen
deten. „Wir alle hatten das Gefühl, dass diese weiße Taube ein               aus der Region.
wunderbares Symbol der Hoffnung für alle Menschen war, die                   Neben Geldern der Stifter und großzügigen ersten Spen-
die letzten Tage ihres Lebens hier mit uns verbringen“, sagt                 den ist für den Betrieb des Hospizes eine stetige Unter-
Hospizleiterin Marion Eichhorn.                                              stützung nötig. Die Initiatoren hoffen dabei auf die Soli-
Gemeinsam mit ihrem Team, den Ehrenamtlichen, die vom                        darität der Menschen in der Region. Denn eines zeigt die
Ambulanten Hospizdienst ausgebildet wurden, sowie den be-                    Erfahrung: Nur etwa 95 Prozent der laufenden Kosten ei-
treuenden Ärzten hat sie in den vergangenen Monaten die um-                  nes Hospizes werden von den Kostenträgern finanziert.
fangreiche Arbeit des noch recht jungen Hospizes aufgebaut.                  Die klaffende Lücke im Budget muss jährlich über Spen-
„Es war und ist eine spannende Zeit voller Arbeit und mancher                den oder Eigenmittel getragen werden.
Aufregung. Aber jeder Tag mit unseren Gästen und Angehöri-
gen gibt uns viel zurück.“                                                                                          SPENDENKONTO
Ihr Dank geht stellvertretend auch an diejenigen Menschen, Ver-                                     Heilig-Geist-Hospizstiftung Unna
eine, Verbände, Serviceclubs und alle, die bereits engagiert für                                              Sparkasse UnnaKamen
das Hospiz gespendet haben. „Ohne diese zusätzlichen Hilfen                                      IBAN: DE85 4435 0060 0000 1339 91
könnten wir unsere Arbeit nicht tun. Herzlichen Dank dafür!“
medTREND 14

                       Neue Therapie im Kampf gegen Krebs

                       Mit den Waffen unseres
                       eigenen Immunsystems
                       Operation, Bestrahlung, Chemotherapie – das sind die drei großen Säulen der Krebsbehandlung. Nun ge-
                       winnt eine vierte Säule an Bedeutung: Ziel der Immuntherapie ist es, Tumoren mit Hilfe des menschlichen
                       Immunsystems zu bekämpfen. „Die Medikamente, die wir geben, zielen nicht direkt auf den Krebs. Sie be-
                       wirken, dass die Immunzellen die veränderten Zellen im Körper erkennen, angreifen und zerstören“, erklärt
                       Dr. Elke Hofstra, leitende Oberärztin der Hämato-Onkologischen Tagesklinik am Katharinen-Hospital.

                       Die Idee, dass eigene Immunsystem des Patienten im Kampf           Hautkrebs, nicht kleinzelligem Lungenkrebs, Nierenkrebs und
                       gegen den Krebs einzusetzen, ist alt. Die Umsetzung schien         Morbus Hodgkin, einer bösartigen Erkrankung des lymphati-
                       aber lange Zeit unmöglich. Denn Krebszellen gehen aus körper-      schen Systems, eingesetzt werden. Dabei gibt es verschiede-
                       eigenen Zellen hervor. Der menschliche Abwehrmechanismus           ne Therapieansätze. Denn: Den einen Tumor und die eine Im-
                       erkennt sie nicht immer als Gefahr, sie vermehren sich unge-       muntherapie gibt es nicht. „Wir müssen das richtige Behand-
                       hindert und verdrängen gesundes Gewebe. Zudem gibt es Tu-          lungskonzept für den Einzelnen finden“, betont die Oberärz-
                       morarten, die in der Lage sind, regelrechte Strategien zu entwi-   tin. Und: Es gilt bei der Immuntherapie die Herausforderung
                       ckeln, um sich zu schützen. Sie können zum Beispiel durch die      zu meistern, das richtige Gleichgewicht zwischen Stimulierung
                       Ausschüttung chemischer Substanzen ihre Bösartigkeit                          und Hemmung des Immunsystems zu schaffen. Re-
                       verschleiern und das Immunsystem aktiv unterdrü-                                   agiert dieses über, können die Nebenwirkun-
                       cken. „Unsere Aufgabe ist es also, die Immun-                                         gen erheblich sein. Schwere Entzündungen
                       zellen dazu zu bringen, Krebs auf die gleiche                                            des Darms, der Haut, Leber, Niere und Lun-
                                                                            „Wir müssen
                       Weise anzugehen wie andere eindringende                                                   ge oder auch der hormonbildenden Orga-
                       Krankheitserreger. Wir wecken die schlafen-           das richtige                         ne gehören dazu.
                       de Abwehr sozusagen auf“, so Dr. Hofstra.                                                  Eine Form der Immuntherapie, für die
                                                                         Behandlungskonzept
                       Das gelingt mit immunonkologischen Medika-                                                 die Wissenschaftler James Allison und
                       menten, die bislang vor allem bei schwarzem        für den Einzelnen                       Tasuku Honjo im vergangenen Jahr den
                                                                               finden.“                          Nobelpreis bekommen haben, ist die Be-
                                                                                                                handlung mit sogenannten Immun-Check-
                                                                                                             point-Hemmern. Das sind Antikörper, die ge-
                                                                                                          gen natürliche „Bremsen“ im Körper gerichtet
                                                                                                     sind, die normalerweise dafür sorgen sollen, dass
                                                                                          das Immunsystem nicht zu stark aktiviert wird und dem eige-
                                                                                          nen Körper damit schadet. Die Idee: Es gibt Situationen, in de-
                                                                                          nen das Immunsystem besser überreagieren sollte, statt sich
                                                                                          zurückzuhalten. Dann etwa, wenn es darum geht, lebensbe-
                                                                                          drohliche Tumoren zurückzudrängen. Insbesondere die Hei-
                                                                                          lungschancen von schwarzem Hautkrebs, aber auch die Chan-
                                                                                          cen einer Lebensverlängerung bei fortgeschrittenen Krebssta-
                                                                                          dien, haben sich dank der Entdeckungen der Nobelpreisträger
                                                                                          deutlich verbessert.
                                                                                          „Das ist eine der bahnbrechendsten Behandlungsansätze, die
                                                                                          wir in den vergangenen Jahren in der Medizin hatten“, sagt
                                                                                          Dr. Hofstra. „Auch wenn die Therapie noch längst nicht für je-
                                                                                          den Patienten und jede Krebsart geeignet ist, werden sich die
                                                                                          Einsatzgebiete mit Sicherheit erweitern.“

                                                                                                   Ltd. Oberärztin Dr. Elke Hofstra
                                                                                                   Hämato-Onkologische Tagesklinik
                                                                                                   Tel.: 02303 / 100 - 2240
                                                                                                   E-Mail: onkologie.unna@hospitalverbund.de
                                                                                                   www.katharinen-hospital.de
Die leitende Oberärztin Dr. Elke Hofstra am Mikroskop
medTREND 15

 Die körpereigene Abwehr                                                      Ambulante Therapie in der Tagesklinik
Rund um die Uhr versuchen Viren und Bakterien in den menschlichen             Die Immuntherapie gehört zum Leistungsspektrum der Hämato-Onko-
Körper einzudringen – fast immer vergeblich. Denn meist arbeitet die          logischen Tagesklinik am Katharinen-Hospital. Die Einrichtung für Pa-
körpereigene Abwehr so effektiv, dass Infektionen unbemerkt vorüber-          tienten mit Krebserkrankungen und Erkrankungen des Blutbildungs-
ziehen. Überall lauern weiße Blutkörperchen, auch Wächter- oder T-Zel-        und Immunsystems verfügt über großzügige und moderne Räume im
len genannt, die auf die Erkennung verschiedener Eindringlinge trainiert      Medical Center I. Hier wird die Immuntherapie in der Regel ambulant
sind. Mithilfe ihrer Rezeptoren identifizieren sie den Feind anhand von       durchgeführt. Die Medikamente werden je nach Präparat im Abstand
dessen Oberflächenproteinen, heften sich mit ihren Rezeptoren an und          von zwei bis drei Wochen über eine Infusion verabreicht. Das ist auch
alarmieren andere Immunzellen, damit diese Antikörper produzieren.            über Jahre möglich, sofern die Substanzen gut vertragen werden. Da
Die Antikörper krallen sich an die Krankheitserreger und lähmen sie, bis      Nebenwirkungen anders als bei der Chemotherapie stark zeitverzögert
schließlich Fresszellen die Strukturen in ihre Einzelteile zerlegen und aus   auftreten können, ist eine erhöhte Aufmerksamkeit der behandelnden
dem Körper befördern.                                                         Ärzte erforderlich.

                    Am Anfang stand ein Zufall
                        1867 legte der Bonner Chirurg Wilhelm Busch eine krebskranke Frau in
                        ein leeres Bett, in dem vorher ein Wundrose-Patient behandelt wurde.
                        Kurze Zeit darauf schrumpfte der lebensbedrohliche Tumor im Hals
                        der Frau. Grund: Die zurückgelassenen Bakterien des Vorgängers hat-
                        ten die Frau infiziert. In ihrem Körper wurde eine Immunreaktion aus-
                        gelöst. Ihr Immunsystem sandte Antikörper aus, um die Infektion zu
                        bekämpfen – diese griffen auch die Krebszellen an.
medTREND 16

                                       Elternschule:
                                       Neuer Name gesucht
                                         Das Angebot der Elternschule am Katharinen-Hospital ist
                                         vielseitiger als ihr Name vermuten lässt. Daher wird jetzt
                                         ein neuer Name gesucht – und alle dürfen mitmachen!
                                         Die Einrichtung bietet Bildung, Beratung, Gesundheitskur-
                                         se, Infoabende und ist Treffpunkt für Familien, Schwange-
                                         re sowie Interessierte rund um Geburt und Elternschaft.
                                         Das alles soll auch der neue Name künftig widerspiegeln.
                                         Keine leichte Aufgabe! Deshalb eine kleine Motivation:
                                         Unter allen Einsendern, die einen Vorschlag machen, wird
                                         eine Motto-Geburtstagstorte für Kinder oder Eltern ver-
Kick-Off der Namenssuche war der         lost. Eine Jury wählt den neuen Namen aus. Einsende-
gut besuchte Tag der offenen Tür der     schluss ist der 1. Juni 2019. Vorschläge bitte auf facebook
Elternschule.                            oder per E-Mail an: elternschule@hospitalverbund.de
                                                                                                              Die Hälfte des Himmels –
  60 Jahre „Boniheim”
                                                                                                                         55 Frauen und Du
                In diesem Jahr jährt sich die Geburtsstunde des St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheims
                zum 60. Mal. Im Sommer 1959 war es, als das Gebäude nach wechselvoller Geschich-
                te seinem heutigen Zweck übergeben wurde.                                               „Die Hälfte des Himmels – 55 Frauen und
                Das Haus ist 1905 als israelitisches Altersheim für Westfalen entstanden. Bis 1942      Du“ ist das Thema einer Ausstellung, zu
                wohnten 38 Menschen in dem Gebäude an der Mühlenstraße 7. Im Juli 1942 wurden           deren Eröffnung das Mariannen-Hospital
                alle jüdischen Bewohner und Mitarbeiter nach Theresienstadt in das dortige Konzen-      am 2. April um 19 Uhr in die Kapelle einlädt.
                trationslager deportiert. Überlebt hat nur eine ehemalige Bewohnerin.                   Im Zeitraum vom 2. bis zum 22. April macht
                Nach Ende des NS-Terrors sprachen die Alliierten das Gebäude dem Katharinen-Hospital    die Wanderausstellung des Vereins „Rund
                als Krankenhausabteilung zu. Am 5. Juni 1945 wurde es dem Heiligen Bonifatius           um die Welt“ zum Thema „Frauen und
                geweiht. 1956 erwarb die Katholische Kirchengemeinde St. Katharina das Haus von         Gewalt“ im Erdgeschoss des Mariannen-
                der Jewish Trust Corporation. Seit 1959 ist „unser Boni“ Wohn- und Pflegeheim. In       Hospitals in Werl Halt. In Kooperation
                diesem Jahr wird beim Sommerfest der Einrichtung der Geschichte des Hauses und          mit der Gleichstellungsstelle der Stadt
                seiner Bewohner gedacht.                                                                Werl und dem Soroptimist International
                                                                                                        Club Werl können Besucher innerhalb ei-
                                                                                                        ner Ausstellung von Portraits und Hör-
                                                                                                        Interviews 55 Frauen und ihre Geschichten
 Ausstellung:
                                                                                                        kennenlernen. Dabei geht es um Frauen
                                                                                                        mit ganz normalen Biographien wie eine
 Engel in der Welt
                                                                                                        Frisörin, eine Hausfrau, eine Studentin,
                                                                                                        eine Dolmetscherin oder eine Verkäufe-
„Engel in der Welt“ sind die Fotografien von Uwe Kappel                                                 rin. Ziel der Ausstellung ist es, insbeson-
überschrieben. Die aktuelle Ausstellung im Katharinen-                                                  dere die Besucher dazu zu inspirieren „in
Hospital zeigt eine Auswahl.                                                                            den Spiegel zu schauen“.
An ganz unterschiedlichen Orten der Welt hat Uwe Kappel
Engelfiguren in Szene gesetzt: Sie stehen im Wald, am Strand,                                           Weitere Informationen zur
auf dem Petersplatz in Rom, neben der Tageszeitung oder                                                 Ausstellung und Thematik sind auf
der Sonnenbrille. Dabei hat der Leiter der ehrenamtlichen                                               www.haelfte-des-himmels.de oder
Gruppe der „Wegbegleiter“ des Krankenhauses die kleinen                                                  unter der Telefonnummer 02922-800 5004
Engelfiguren aus Metall selbst gegossen. Und immer geben                                                (Gleichstellungsstelle Werl) erhältlich.
sie Anlass zum Nachdenken und Staunen.

                                                      UNSERE EINRICHTUNGEN
                             Besuchen Sie
                             uns auf                  Katharinen-Hospital Unna • www.katharinen-hospital.de
                             Facebook                 Marienkrankenhaus Soest • www.marienkrankenhaus-soest.de
                                                      Mariannen-Hospital Werl • www.mariannen-hospital.de
                                                      Schule für Gesundheitsberufe • www.gesundheitsberufe-hellweg.de
                                                      MVZ St. Damian Balve • www.st-damian-balve.de
                                                      St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheim • www.boni-unna.de
                   Ihr direkter Weg ins Netz          St. Elisabeth Wohn- und Pflegeheim • www.elisabeth-körbecke.de
                   www.hospitalverbund.de             Mariengarten Servicegesellschaft • www.mariengarten.de
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