Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
Deutsche Bank
DB Research
Wissenswerte als Treiber der
Wertschöpfung -
Trends in der Entstehung der
Wissenswirtschaft in Deutschland und im
Standortvergleich
Dr. Ingo Rollwagen, 16. September 2013
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung
Berlin, 16. September 2013Agenda
Trends in der Entstehung der
1
Wissenswirtschaft
Wissenswirtschaft in
2
Deutschland und weltweit
Eine neue Wissens-
3
weltordnung? — Implikationen
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 1
Berlin, 16. September 2013Deutsche Bank Research/BTR –
St t i h F
Strategische Frühaufklärung
üh fklä fü
für di
die D
Deutsche
t h B Bank
k
Strategische Frühaufklärung,... gerichtete Prognose alternative Zukünfte
… mit langfristiger,
Sozialwissenschaftl.
interdisziplinärer Analysen Szenario-
Zukunftsperspektive qualitative analyse
Analyse Trendprojektion
… und breitem
Methodenspektrum
um… … System
Kurzfrist-
… relevantes Zukunftswissenquantitative Dynamics
Analyse BIP-Prognose BIP-Risikomodell
in die Strategie- und
Regressions-
Entscheidungsprozesse Prognosen
einzubringen,
… sich in der öffentlichen
wirtschafts- und
gesellschaftspolitischen
Diskussion zu engagieren
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung Folie 2
Berlin, 16. September 2013DB Research – Branchen, Technologie und
Ressourcen
Arbeitsschwerpunkte
Ressourcen Technologie
- Fokusthema -Analyse Branchen
Natürliche Ressourcen: branchenübergreifender - Branchenkonjunktur und
u.a. Verknappung Technologien Branchenentwicklungen
natürlicher Ressourcen,
Resso rcen -Analyse struktureller a f mittlere Sicht
auf
Erneuerbare Energien, Veränderungen der u.a. Automobilindustrie,
Energiewende in Finanzdienstleistungs- Maschinenbau,
Deutschland branche durch Elektrotechnik,,
- Mitarbeit in Technologie Dienstleistungsbranchen
Umweltkomitees der -Innovation: - Branchenmonitoring
Deutschen Bank Trends,, Treiber und - Analyse der
- Ressource
R Wi
Wissen & Technologien V ä d
Veränderung von
WeiterBildung Geschäftslogiken und
(‚Strategiegespräche mit Wertschöpfungsmustern
Hochschulen&Regionen‘))
Hochschulen&Regionen (offene Innovation,
- Nutzung bzw. ‚Projektwirtschaft‘)
‚Veredelung‘ von
Ressourcen
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung
Berlin, 16. September 2013DBR-Dynamikkarte: Zur Erfassung des
St kt
Strukturwandels
d l
Öffnung von
Arbeit und
Wissensrevolution – Gesellschaft
Gestaltung des politisch-rechtl.
Eroberung kleinster Rahmens
Strukturen
Ausdehnung
Nutzung des
des Lebens
gesellschaftlichen
ll h ftli h Potentials
P t ti l
Veränderung von Geschäftskultur
und Wertschöpfungsmustern Differenzierung
des Konsums
Prozess-
virtuali-
sierung
Entwicklung der Fragmentierung
in Netz- Wissensbasis Kriminalisierung in
werken
Gesellschaften
Verknappung
Erstarken von Emerging Markets
natürlicher
Globale Vernetzung Ressourcen
von Wirtschaft und Politik
Dynamik (künftige Entwicklung unsicher)
trendhafte Dynamik (künftige Entwicklung relativ vorhersehbar aufgrund von Pfaddependenz)
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
4
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung
Berlin, 16. September 2013Globaler Wettlauf um wissenschaftliche Exzellenz
Weiterentwicklung der Wissensbasis
Bildungsausgaben, Gestaltung geistiger Eigentumsrechte
-effizienz steigen Bewertung von Immateriellem
Ökonomisierung der Bildung Mehr Handel mit geistigem Eigentum
Standards gewinnen an Bedeutung
Höhe, Effizienz F&E-
Ausgaben
g Entwicklung der
Forschungswettbewerb
Neue Kultur der Wissensbasis
Wissensintensive
Grundlagenforschung
Automatisierung 2
2.0
0 Dienstleistungen
g
Nachwuchsmangel Hochqualifizierter Beschleunigung Wissensgenerierung
geogr. Ballung Hochqualifizierter Mediale Inhalte wichtiger
V lidi
Validierung von IInformationen,
f ti K
Konzentration
t ti von
Wissen und Identitäten Informationen über Bürger
Gefährdung der Informationsverarbeitung,
Datensicherheit Demokratisierung des Internet
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
5
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung
Berlin, 16. September 2013DBR-Dynamikkarte:
Erfassung des Strukturwandels anhand von „wahrscheinlichen
wahrscheinlichen“ Dynamiken
Arbeitsmigration nimmt zu
Urbanisierung steigt Öffnung von
Frauen gewinnen im
Biotechnologie
Mikro- und Nanotechnologie Flexiblere
Arbeit und Erwerbsleben an Bedeutung
Wissensrevolution — Karrierewege Gesellschaft
Eroberung kleinster
Strukturen Ökonomisierung des Gesundheitssektors
Konvergenz von FuE-Feldern
G
Gesundheitssektor
dh it kt wächst
ä h t
medizinische Versorgung
Virtualisierung von Body Tech Ausdehnung Sport wächst
Organisations- und als Markt
Marktprozessen
Bevölkerungen altern des Lebens
Interaktivität im Gesundheitsbewusstsein/
Medienkonsum steigt e-Disintermediation Lebensmittelqualität Körperbewusstsein
Annäherung Prozess- Always on
Mensch-Maschine
M hM hi
virtuali-
Neue Wahlverwandtschaften
Ausgaben für sierung Grid Computing
Kommunikation Flexibler Zeitumgang Differenzierung Mobilität
in Netz- breitbandige Veränderte
Prozessorleistung/ werken Infrastrukturen Lebensformen, Fragmentierung in
Speicherkapazität Familienstrukturen
Ambient Intelligence
Vernetzung von Netzen Gesellschaften
u. Datenbanken Mehr Religiösität
El kt
Elektronische
i h Vernetzung
V t Kompetenzkluft
breiter und besser Polarisierung Kind vs. kein Kind
Einkommensschere
Pluralisierung von Werten
Bedeutung Chinas und
Indiens wächst massiv
Umweltschutz Umweltbewusstsein
Erstarken von Emerging Markets Umweltdienstleistungen
mehr regenerative
Energien
Internationale ökonomische Bedeutung der Emerging Klimawandel
Verknappung
Ungleichheit wächst Markets wächst
hochqualitativen
Verknappung natürlicher Energiediversifizierung
Märkte national dereguliert mehr int. Koordination
Trinkwassers
Verknappung
Ressourcen Vom Landwirt zum Energiewirt
Präsenz ausländischer Dienstleister Einfluss globaler produktionskritischer Verknappung fossiler Energieträger
Globale Vernetzung Institutionen wächst Rohstoffe
Dienstleistungen grenzüberschreitend
Unternehmenskonzentration
von Wirtschaft und Politik
in globalen Branchen Bedeutung transnationaler
Ausdifferenzierung internationaler
Unternehmen wächst
Arbeitsteilung
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Seite 6
Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 6
Berlin, 16. September 2013Strukturwandel & Veränderte Wertschöpfung in 2020
Arbeitsmigration nimmt zu
Urbanisierung steigt Öffnung von
Frauen gewinnen im
Flexiblere Arbeit und Erwerbsleben an Bedeutung
Karrierewege Gesellschaft
Ökonomisierung des Gesundheitssektors
G
Gesundheitssektor
dh it kt wächst
ä h t
medizinische Versorgung
Virtualisierung von
Organisations- und Body Tech Ausdehnung Sport wächst
Marktprozessen Oft mit Bevölkerungen altern des Lebens als Markt
Interaktivität im Gesundheitsbewusstsein/
Medienkonsum steigt e-Disintermediation Partnern/ Kunden Riskanter
Lebensmittelqualität
Körperbewusstsein
Annäherung Prozess- Always on
Mensch-Maschine
M hM hi
virtuali-
Ausgaben für
Kommunikation sierung Grid Computing
Spezialisierter Umweltschutz Umweltbewusstsein
mehr regenerative
in Netz- breitbandige Umweltdienstleistungen
Klimawandel
Energien
Prozessorleistung/ Infrastrukturen
Speicherkapazität werken
Ambient Intelligence
Vernetzung von Netzen
Zeitlich flexibler Verknappung
hochqualitativen Verknappung natürlicherEnergiediversifiz
Trinkwassers
u. Datenbanken
Ressourcen Energiewirt
Vom Landwirt zum
Elektronische Vernetzung
breiter und besser S hl
Schlauer Glokaler Verknappung
produktionskritischer
E i it
Verknappung fossiler Energieträger
Rohstoffe
Bedeutung Chinas und
Indiens wächst massiv
Mikro- und Nanotechnologie
Biotechnologi
e
Erstarken von Emerging Markets
Eroberung kleinster Internationale ökonomische Bedeutungg der Emerging
g g
S
Strukturen Ungleichheit wächst Markets wächst
Konvergenz von FuE-Feldern
Märkte national dereguliert mehr int. Koordination
Globale Vernetzung Einfluss
Präsenz ausländischer Dienstleister
Dienstleistungen grenzüberschreitend
globaler
Institutionen wächst
Unternehmenskonzentrationvon Wirtschaft und Politik
in globalen Branchen Bedeutung transnationaler
Ausdifferenzierung internationaler
Unternehmen wächst
Arbeitsteilung
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
7
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung
Berlin, 16. September 2013Agenda
Trends in der Entstehung der
1
Wissenswirtschaft
Wissenswirtschaft in
2
Deutschland und weltweit
Eine neue Wissens
Wissens-
3
weltordnung? — Implikationen
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 8
Berlin, 16. September 2013Wissensrevolution –
mehr
h IInvestitionen
titi in
i Wi
Wissen d
durch
h Bild
Bildung
- Zunehmende Dynamik der Investitionen in Wissen durch
Produktion des Rohstoffs Wissen Bildung
durch mehr Investitionen Jährliche Wachstumsraten der Bildungsaus-
gaben 1998-2008 in %, in lokaler Währung
- Forschungs-
F h undd Bild
Bildungsausgaben
b
TR
wachsen besonders in den IE
aufstrebenden Volkswirtschaften stark KR
- Relevanz von Bildung wurde UK
erkannt: Wissensproduktion durch AU
Investitionen in Bildung gefördert und NO
FI
di Wi
die Wissensrevolution
l ti vorangetrieben
ti b
SE
- Durch diese Investitionen erweitern FR
diese Staaten ihr Potenzial, in Zukunft AT
zu den gestaltenden Akteuren in der JP
-2 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20
Wissensrevolution und der weltweiten
Wissenswirtschaft zu gehören Quellen: OECD, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 9
Berlin, 16. September 2013Mehr Investitionen in die nächste Generation kluger
Kö f – mehr
Köpfe h StStudenten,
d t …
-USA
USA und China mit Abstand den Studentenzahlen nehmen
größten Zuwachs zum Pool weltweit zu
Insgesamt eingeschriebene Studenten nach
zukünftigen Humankapitals hatten (im Nationen, '000
Jahr 2010) 35.000
-China hat den Anteil der Bevölkerung 30.000
mit Beteiligung an tertiärer Bildung
25.000
deutlich erhöht (30 Mio.
Mio Studenten)
20.000
- Dies ist erst der Anfang: Pläne der
chinesischen Regierung und die der 15.000
anderen
d asiatischen
i ti h und d 10.000
südostasiatischen Staaten deuten auf 5.000
weitere Expansion hin
0
(Quelle: ADB 2012) 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011
CN JP KR BR US
Quellen: UNESCO, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 10
Berlin, 16. September 2013International mobile Studenten
- mehr
h ‚brain
b i circulation‘
i l ti ‘
-„globale
globale Tradition
Tradition“, die Studium und Wissensdurst wird jenseits der
Grenzen gestillt - Studenten
die Wissensproduktion auch schon in international mobiler
den vergangenen Jahrhunderten Internationale Flussgrößen von Studierenden
geprägt hatte,
hatte erhält neue Qualität: in `000
000 im tertiären Bereich
Steigende internationale Mobilität von 700
Studenten 600
500
-Dadurch entsteht international das 400
Bild von stark beweglichen fluiden 300
Strukturen: ‚brain
brain circulation
circulation‘ als Folie 200
zum Verstehen statt nur ‚brain drain‘ 100
0
1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
US UK AU FR
DE RU CA CN
Quellen: UNESCO, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 11
Berlin, 16. September 2013Neue Dynamik bei den klugen Köpfen von morgen –
mehr
h FForscher
h
-Zahl
Zahl der Forscher in vielen Nationen Mehr kluge Köpfe für mehr
und Regionen steigt an: Globaler Wissen
Anzahl der Forscher pro Mio. Einwohner
Wettbewerb um Forscher und hoch
6.000
Talentierte
-Mehr Forscher sind wertschöpfend 5.000
tätig: Mehr als eine Million zusätzliche 4.000
Arbeitsplätze in der direkten
Wissensproduktion (F&E) entstanden. 3.000
-Größte Industrieländer wie Japan, die 2.000
USA Großbritannien
USA, G ßb it i und d 1.000
Deutschland führen die Liste an.
0
-Bemerkenswert: Chinas Entwicklung. 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008
Heute um 1,6 Mio. Forscher & JP US UK DE
RU CN TR BR
Wissenschaftler.
Quellen: UNESCO, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 12
Berlin, 16. September 2013Weltweit mehr Output aus der Wissenspipeline mit
lä d
länderspezifischen
ifi h A Ausprägungen
ä
- Anzahl wissenschaftlicher Asien holt durch
Publikationen in den letzten Wissensrevolution auf
Anteil an weltweit veröffentlichten Artikeln,
Jahrzehnten – je nach Zählweise – in %
weltweit gestiegen 960.000
960 000 bis 1
1,55 50
Mio. Artikel im Jahr 2008 (UNESCO 45
2011, Royal Society 2011). 40
35
- Pfaddependenzen und regionale 30
Begebenheiten sind prägend: 25
Bisherige Forschungsnationen 20
bleiben stark (USA
(USA, europäische 15
10
Staaten, Japan) bleiben treibende 5
Kräfte der Weltwissensproduktion. 0
1985 1989 1993 1997 2001 2005 2009 2013 2017 2021 2025
-Andere
A d St t und
Staaten d Regionen
R i iim CN DE FR UK
Kommen sind: China, (südost-) IN JP KR US
asiatische Staaten – Hinweis auf eine Quellen: Weltbank, DB Research
neue Wissensweltordnung
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 13
Berlin, 16. September 2013Wissensrevolution und Wissenswirtschaft im Kommen
- Globaler Wettbewerb: Investitionen Dynamik in Wissensinvestitionen
vieler Staaten und Unternehmen in Jährliche Wachstumsraten der Ausgaben für
F&E steigen (teils) stark. Forschung und Entwicklung in %, 2000-2008
-Angestammte
A t t undd neue CN
‚Wissensmächte‘ weiten ihre RU
AU
Ausgaben für F&E aus: USA immer
ZA
noch weit vorn.
vorn AT
-Differenzierte Investitionspolitik nach MX
Branchen und Clustern: PL
EU 27
EU-27
v. a. aufstrebende
f t b d b bauen Staaten
St t ihr ih
US
Engagement erheblich aus – IL
China in Führung; Russland, UK
Süd f ik und
Südafrika dMMexiko
ik − wiei auch h NL
entwickelte Staaten, wie Australien, 0 2,5 5 7,5 10 12,5 15 17,5 20 22,5
Polen und Österreich − legen zu Quellen: OECD, DBR
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 14
Berlin, 16. September 2013Wissenswirtschaft – mehr Wissenswerte
Wi
Wissensschutz
h t nimmt
i t weltweit
lt it zu
Neue Qualität des Strukturwandels: Wissensschutz nimmt weltweit zu
Aus geschaffenem Wissen werden Rechtskräftige Patente, in Mio.
mehr Wissenswerte geschaffen: 2,5
Anzahl und Bedeutung kodifizierten
Wissens und intellektueller 2,0
Eigentumsrechte wächst.
1,5
1,0
0,5
0,0
2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
JP US KR DE
CN FR RU
Quellen: WIPO 2011, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 15
Berlin, 16. September 2013Wissensschutz für neue Produkte weltweit stark im
T d
Trend
Wissensschutz für neue Produkte Wissensschutz für neue Produkte
weltweit (1) weltweit (2)
Rechtskräftige Gebrauchs- und Geschmacks- Rechtskräftige Gebrauchs- und Geschmacks-
muster in Tausenden nach zuständigen Büros muster in Tausenden nach zuständigen Büros
600
70
500
60
400
50
300
40
200
30
100
20
0
10
2000 2002 2004 2006 2008 2010
CN OHIM/EM* DE 0
JP US KR 2000 2002 2004 2006 2008 2010
UK AU SG BR TR CA
RU MX PL IN
*EM: European Market
Quellen: WIPO 2011, DB Research Quellen: WIPO 2011, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 16
Berlin, 16. September 2013Wissensschutz für neue Produkte weltweit stark im
T d – auch
Trend hbbeii M
Markenrechten
k ht
- Marken werden wichtiger Marken als Teil der
Wissenswirtschaft im Aufwind
Jährliche Wachtumsrate der rechtskräftigen
Marken-rechte in %, 2008-2010*
-10 0 10 20 30 40
CN 35,2
OHIM/EM 12,5
RU 7,0
MX 6,8
AU 5,1
US 3,8
CA 3,6
KR 3,4
PL 1,1
JP 0,7
ES -1,3
FI -1,4
BeNeLux -1,9
IL -3,6
* außer DE, CN 2009
Quellen: WIPO 2011, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 17
Berlin, 16. September 2013Wissensrevolution & Wissenswirtschaft:
A Wi
Aus Wissen wird
i d iimmaterielles
t i ll V Vermögen
ö
-Weltweit
Weltweit wird immer mehr Wissen Immaterielles Vermögen wächst
produziert. Aus diesem Wissen beträchtlich
Jährliche durchschn. Wachstumsrate des
entstehen mehr Wissens-Werte in immateriellen Vermögens, in %
Form von Patenten
Patenten, Marken und
Gebrauchsmustern, mit denen Geld KR
verdient wird: Durch angewandte AU
Innovationstätigkeiten und den Handel UK
CA
mit intellektuellen Eigentumsrechten
ES
wurden im Jahr 2009 weltweit mehr
JP
als USD 180 Mrd. verdient mit einer
FR
jährlichen Wachstumsrate von 8,8%
DE
p.a. seit dem Jahr 2010: Produktion US
und wirtschaftliche Verwertungg von IT
innovativen Ideen wird zu einem 0 2 4 6 8
bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Quellen: OECD, DBR
- Erfassung dieses Wirtschaftsfaktors
steht noch am Anfang.
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 18
Berlin, 16. September 2013Aus Forschungsgeld Wissenswerte
F
Forschungsrendite
h dit
-Türkei,
Türkei China und die Niederlande Aus Forschungsgeld
haben seit 2001 konnten die Wissenswerte
Produktion von Wissenswerten Jährliche Wachstumsraten der Patente pro
Mio. USD F&E-Ausgaben, in %, 2001-2009
steigern ohne signifikant mehr
steigern,
investieren zu müssen. TR
NL
- Im selben Zeitraum Japan, Südkorea PL
US
und auch Deutschland negative FR
Veränderungen hinnehmen. Offenbar KR
ist diese Sättigung v. a. bei IL
RU
industrialisierten Ländern mit bereits MX
hohen Wissensinvestitionen zu DK
SG
beobachten FI
ZA
-15 -10 -5 0 5 10 15
Quellen: WIPO 2011, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 19
Berlin, 16. September 2013Wissenswerte – mehr neue Handelsmarken
„Made
M d iin G
Germany““ h
hoch
h iim K
Kurs
- Deutliche Zunahme an Made in Germany als Wissenswert
eingetragenen Markenrechten: Im Angemeldete Markenrechte, nach Nationalität
Jahr 2010 weltweit mehr als 18,1 Mio. der 50 wichtigsten Unternehmen, 2010
rechtskräftige Markenrechte
7
- Immer mehr Markenrechte: Im Jahr 12
2011 mehr als 3,16 Millionen
5
Handelsmarken registriert.
registriert
2
- „Made in Germany“ im Trend:
2
Deutsche Unternehmen melden viele
3
M k
Markenrechteht an. 4
15
-China spielt wichtigere Rolle.
Unternehmen aus EU, D, USA, CH
wichtig, jedoch im Jahr 2010 jedes CN FR DE CH US NL RU Andere
dritte Markenrecht von einer
Quellen: WIPO, DB Research
chinesischen Organisation
angemeldet. (Quelle: WIPO 2011)
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 20
Berlin, 16. September 2013Mehr Wissen – mehr wissensintensives
P d ktd i und
Produktdesign dPProdukte
d kt – ‚Created
C t d in…‘Germany
i ‘G
- Starker Anstieg der Anzahl der "Created
Created in Germany und
hoch im Kurs
Gebrauchs- und Geschmacksmuster: Rechtskräftige Gebrauchsmuster in ´000 nach
Produktinnovationen und jeweiligen Ämtern
lösungsorientiertes Produktdesign 600
wichtig in der Wissenswirtschaft: 500
2011 um die 1,65 Mio. Gebrauchs- 400
und Geschmacksmuster
300
- Bei produktorientierten
200
Wissenswerten behaupten USA,
einige europäische Länder und vv. a
a. 100
Deutschland ihre bisherige 0
2001 2003 2005 2007 2009
Vorreiterrolle:
CN OHIM/EM* DE
„Designed
Designed bzw.
bzw Created in Germany“
Germany JP US KR
liegt neben Made in Germany über FR
*EM: European Market
Produktklassen hinweg im Trend Quellen: DBR, WIPO 2011
(Quelle: WIPO 2011)
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 21
Berlin, 16. September 2013Wissenswirtschaft – mehr grenzüberschreitender
H d l mitit Wi
Handel Wissen (1)
-Mehr
Mehr Handel mit Wissen: Forschungs- und Entwicklungs
Forschungs Entwicklungs-
Unternehmen übertragen mehr exporteur Deutschland
Lizenzen ins Ausland oder kaufen Saldo der Im- und Exporte von F&E-
Dienstleistungen, in USD Mrd.
Lizenzrechte ein: Zahlungen aus
5
grenzüberschreitenden Handel mit
Lizenzen steigen schneller als 4
weltweites Wirtschaftswachstum 3
(von USD 27 Mrd. (1990) auf über USD 85 Mrd.
(2000) und mehr als USD 180 Mrd. (2009)). 2
- D profitiert von industriellen Stärken 1
und der anwendungsorientierten
0
Kreativität kluger Köpfe: Deutschland
wird vom Wissensimporteur zum -1
Wissensexporteur. -2
Mit Export von F&E-Dienstleistungen im Jahr 2010 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10
mehr als USD 3 Mrd. erwirtschaftet. Quellen: UN, DB Research
Auch beim Handel mit Lizenzen weist Deutschland ein
Pl von um die
Plus di USD 270 Mi
Mio. auf.
f
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 22
Berlin, 16. September 2013Wissenswirtschaft – grenzüberschreitender Handel
mitit Wissen
Wi (2)
(2): Wi
Wissensexporteure
t & -importeure
i t
-Wissenswirtschaft
Wissenswirtschaft fasst weltweit Fuß: Wissensexporteure
Im Jahr 1990 noch 62 Länder Zahlungen für die und -importeure
Nutzung intellektueller Eigentumsrechte, im Überschussrechnung der Im- und Exporte von
Jahr 2007 schon 147 Länder. Lizenzen, in Mrd. USD
Erhielten im Jahr 1990 nur 43 Länder 15
Zahlungen für Lizenzen, waren dies im Jahr 10
2007 143 Länder. 5
0
-Im
Im Zeitraum von 2000 bis 2009 -5
gewannen vor allem Brasilien, -10
Russland, Indien, China, Südafrika, -15
-20
Irland Südkorea und auch
Irland, -25
osteuropäische Staaten an Bedeutung -30
-- Pfaddependenz: Entwickelte Länder -35
-40
bl ib h
bleiben hauptsächliche
t ä hli h Nutznießer
N t i ß mit it 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010
über 99 Prozent der Zahlungsströme DE KR UK NL IE
auf Basis von intellektuellen Quellen: UN, DB Research
Eigentumsrechten
Eigentumsrechten.
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 23
Berlin, 16. September 2013Wissensproduktion &
V
Vermögensaufbau
ö fb d durch
h Wi
Wissenswerte
t
-Wert
Wert der globalen Wissens-
Wissens Top 10 Länder nach
produktion, gemessen an Wissensvermögen
'Fixed intangible assets' in USD Mrd.
immateriellen Vermögenswerten,
350
nimmt stetig zu.
zu
300
-USA, gemessen an immateriellen
Vermögensgegenständen, im Jahr 250
2009 einen Wert von EUR 283 Mrd
Mrd. 200
(fast 50% des global aggregierten immateriellen
Vermögens). 150
-Im Jahr 2009 konnten 100
JP: USD 64 Mrd., 50
D: USD 33 Mrd. 0
g
KR: USD 23 Mrd. als Gegenwert 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
nationalen geistigen Eigentums US JP ES FR DE
UK AU KR CA IT
verbuchen
Quellen: WIPO, DB Research
ate e es Vermögen
-Immaterielles e öge wuchs uc s
schneller als Wirtschaftsleistung
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 24
Berlin, 16. September 2013Vermögensaufbau durch Wissenswerte
I
Immaterielle
t i ll W Werte
t wachsen
h schneller
h ll alsl BIP
-Immaterielles
Immaterielles Vermögen wuchs Immaterielles Vermögen wächst
schneller als die Wirtschaftsleistung. schneller als BIP
(durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Wertes Scatterplot der Wachstumsraten des BIP und
der immateriellen Vermögensgegenstände der durch- immaterieller Vermögenswerte, in % p.a.
schnittlichen, jährlichen Wachstumsrate des BIP für
den Zeitraum von 2000 bis 2009) 14
SK
-In nahezu allen Fällen wachsen
swerte
12
KR
immaterielle Vermögensgegenstände
elle Vermögens
10
schneller als der Rest der jeweiligen IE
8 CH
nationalen Wirtschaft. FI
PT
GR
LU
6 AU CZ
JP
Immaterie
CA ES
4 DK PL
SE AT FR
DE HU
2 NL
IT
BIP
0
0 2 4 6 8 10 12 14
Quellen: OECD, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 25
Berlin, 16. September 2013Wissensintensive Dienstleister –
G i
Gewinner der
d WiWissenswirtschaft
i t h ft
-Im
Im Strukturwandel zählt es Wissen Wissen kompetent zu Dienst
Dienst-
leistungen und Geld machen
kompetent zu Dienstleistungen
Umsätze in Mrd. EUR*
und Geld machen: 70
Dienstleister die als Forscher im
Dienstleister,
60
Auftrag von Unternehmen oder
50
anderen Auftraggebern Architektur-
und sonstige Untersuchungs-
Untersuchungs und 40
Prüfdienstleistungen anbieten, sind 30
die „neuen Alchemisten“. 20
10
-Positive Entwicklung der Umsätze in 0
1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
„Forschung und Entwicklung“, „Archi- UK FR DE ES
tektur- und Ingenieurbüros
Ingenieurbüros“ sowie NL NO DK AT
„Technische, physikalische und * von Architektur- & Ingenieurbüros; techn.,
phys., chem. Untersuchung
chemische Untersuchung“. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 26
Berlin, 16. September 2013Wissenswirtschaft: Erhöhte Wissenswertproduktion
d hH
durch Hochschulen
h h l und dF
Forschungseinrichtungen
h i i ht (1)
- Hochschulen und (öffentliche) Öffentliche Forschungs-
Forschungs
einrichtungen & Hochschulen
Forschungsorganisationen beginnen, gewinnen an Gewicht
eine wichtigere Rolle in der Prozentualer Anteil an gesamten
Wissenswirtschaft zu spielen: Patentanmeldungen TOP 30 Herkunftsländer
Patentanmeldungen,
Patentierungstätigkeit dieser 7
Organisationen in USA und andere 6
entwickelten Ländern (wie DD, F und 5
FI), aber v.a. in Emerging Markets 4
(China) steigt rapide 3
(auch auf Basis der strategischen 2
Förderung der Patentierungstätigkeit 1
dieser Akteure durch Regierungen) 0
1980 1983 1986 1989 1992 1995 1998 2001 2004 2007 2010
Anteil Hochschulen
Anteil öffentliche Forschungseinrichtungen
Quellen: WIPO, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 27
Berlin, 16. September 2013Wissenswertproduktion durch Hochschulen und
F
Forschungseinrichtungen
h i i ht (2)
Wissenswerte aus öffentlichem Auftrag geschaffen
Hochschulen – einer der Horte von Wissenswerten Öffentliche Herkunfts- Patent-
Anzahl
A hl d
der Forschungsorganisation Land anmeldungen
angemeldeten im Jahr 2010
Hochschule/Universität Land
Patente im Jahr Fraunhofer-Gesellschaft DE 298
2010
Consejo Superior De
ES 126
U i
University
it off C
California
lif i US 306 Investigaciones Cientificas
Nederlandse Organisatie Voor
Massachusetts Institute
US 145 Toegepast -
NL 116
of Technology Natuurwetenschappelijk
University of Texas Onderzoek (TNO)
US 130
S t
System N ti
Nationall IInstitute
tit t off Advanced
Ad d
Industrial Science and JP 91
University of Florida US 107 Technology
The University of Tokyo JP 105 SNU R&D Foundation KR 86
Mayo
Ma o Fo
Foundation
ndation for Medical
Harvard College US 91 US 60
Education and Research
Columbia University in Max-Planck-Gesellschaft DE 57
US 91
City of NY
Council of Scientific and
Johns Hopkins University US 89 IN 56
Industrial Research
University of Michigan US 79 Battelle Memorial Institute US 50
University of Valtion Teknillinen
US 75 FI 48
Pennsylvania Tutkimuskeskus
Quellen: WIPO, DB Research Quellen: WIPO, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung
Berlin, 16. September 2013Wissenswirtschaft prosperiert durch Zusammenarbeit
von Wirtschaft
Wi t h ft und
d Wi
Wissenschaft
h ft – neue Netzwerke
N t k
- ‚Offene
Offene‘, projektwirtschaftliche Wirtschaft und Wissenschaft
arbeiten enger zusammen
Wissensproduktion zwischen Drittmittel an Universitäten aus der Wirtschaft,
Wissenschaft (Hochschulen & in Mio. EUR
250
öffentliche Forschungseinrichtungen)
und Wirtschaft treibt 200
Wissenswirtschaft. 150
100
- Wissens- und 50
Wertschöpfungsnetzwerke werden
weltweit
lt it undd stark
t k regionalisiert
i li i t 0
2000 2004 2005 2006 2007 2008 2009
wichtiger: Finanzierungs-, Baden-Württemberg Bayern
Kooperations-, Zuliefer- und Berlin Brandenburg
Bremen Hessen
rechtlichen
htli h Konstruktionen
K t kti Niedersachsen Nordrhein-Westfalen
entscheiden über Sachsen
wissenswirtschaftlichen Erfolg. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 29
Berlin, 16. September 2013Wissensrevolution geht durch neue Wissens- und
L t h l i weiter
Lerntechnologien it
Wissenstechnologien
Wissenstechnologien…
- Fortgeschrittene Informations- und Kommunikationstechnologien und
Softwarelösungen zur Speicherung und zum Wissensmanagement
(Datenbanktechnologien Big Data Mining
(Datenbanktechnologien, Mining, Texterkennung)
- Social-Media-Angebote der nächsten Generation sowie Lösungen aus dem Bereich
Künstliche Intelligenz.
- AAnwendungen
d aus dem
d B
Bereich
i hdder Virtuellen,
Vi t ll E
Erweiterten
it t & Gemischten
G i ht Realität
R lität
(‚wearable technologies‘)
- Lernlösungen (Learning-Management-Systems, Kollaborationstools, adaptive
Bewertungs und Testtechnologien,
Bewertungs- Testtechnologien Bildungsinhalts
Bildungsinhalts-Technologien
Technologien ((‚ebooks
ebooks‘)), Online
Online-
und Hybridkurse, so genannte MOOCs (Massive Open Online Courses) sowie Cloud-
basierte Lösungen im Forschungs- und Bildungsbereich), die das Lernen in den
nächsten Jahren g
grundlegend
g verändern werden.
…werden in den kommenden Jahren den internationalen
Wissenswettlauf und die Ausbreitung der Wissenswirtschaft prägen
und über den Erfolg von Akteuren und Regionen entscheiden
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 30
Berlin, 16. September 2013Agenda
Trends in der Entstehung der
1
Wissenswirtschaft
Wissenswirtschaft in
2
Deutschland und weltweit
Eine neue Wissens-
3
weltordnung? — Implikationen
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 31
Berlin, 16. September 2013Entwicklung der Wissenswirtschaft (1):
M h Wi
Mehr Wissenswertet d
durch
h mehr
h globale
l b l KKooperation
ti
-Durch
Durch weltumspannende Patente mit internationalen
wissenschaftliche Zusammenarbeit Erfinderteams weit verbreitet
entstehen auch zunehmend mehr Anteil der Patente mit mindestens einem
ausländischen Co-Erfinder 2010, in %
Wissenswerte Wachsende Zahl von
Wissenswerte.
Patentanmeldungen mit mindestens CH
NL
einem ausländischen Co-Erfinder:
FI
Anteil von Patentanmeldungen
g mit mindestens einem
Co-Erfinder aus dem Ausland, die unter dem PCT SE
(‚Patent Cooperation Treaty‘) angemeldet wurden, von DK
9,2 % im Jahr 1990 auf 25,3 % im Jahr 2010 erhöht. UK
- KleinereStaaten (Bsp.
(Bsp CH) setzen FR
auf internationale Kooperation und JP
steigern so Innovationskraft. IN
KR
CN
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90
Quellen: WIPO, DB Research
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 32
Berlin, 16. September 2013Entwicklung der Wissenswirtschaft (2): Asien gibt bei
geschütztem
hüt t Wi
Wissen llangsam d
den TTon an
-Schutz
Schutz intellektueller Eigen
Eigen- Asien gibt bei geschütztem
tumsrechte (v.a. bei Patenten) in Wissen langsam den Ton an
verschiedenen Weltregionen sehr TOP 10 Ursprungsländer nach erteilten
Patenten im Jahr 2010, '000
unterschiedlich dynamisch: JP JP, USA &
CN konnten in absoluten Zahlen im JP
Jahr 2010 den mit Abstand größten US
Teil des kodifizierten Wissens für sich CN
KR
beanspruchen.
DE
-Mit beinahe 300.000 Patenten Japan FR
eine wichtige Rolle in RU
Wissensproduktion UK
-Viele Nationen schaffen es im CH
i t
internationalen
ti l Wettlauf
W ttl f um mehr h NL
geschütztes Wissen in innovativen 0 50 100 150 200 250 300
Branchen zum Club der innovativen Quelllen: WIPO 2011, DB Research
Wissensnationen aufzuschließen
aufzuschließen.
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 33
Berlin, 16. September 2013Entwicklung der Wissenswirtschaft (3):
M h spezialisierter
Mehr i li i t OOutput
t t aus d
der Wi
Wissens-Pipeline
Pi li
Neue „Champions
Champions durch Wissen“
Wissen - Branchenverteilung
Output steigt stetig
Anzahl der angemeldeten Patente nach
Branche
500.000
450.000
400.000
350.000
300 000
300.000
250.000
200.000
150.000
100.000
50.000
0
2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Electrical Engineering Instruments Chemistry Mechanical engineering Other fields
Quelle: WIPO 2011 Database
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 34
Berlin, 16. September 2013Entwicklung der Wissenswirtschaft (4):
Cl t b i t Wi
Clusterbasierte Wissenswertproduktion
t d kti
- Unterschiedlich starke Regionale Wissenshochburgen
Wissensrevolution in verschiedenen Anzahl der
Region Land angemeldeten Patente
Weltregionen: Bestehende im Jahr 2010
Wissenszentren in den USA Tokyo JP 8914
(Kalifornien), Japan (Tokio, Osaka),
Osaka JP 4821
Frankreich (rund um Paris) und
Kalifornien US 3586
Deutschland (allen voran Bayern
Bayern,
Baden-Württemberg) bleiben wichtig. Bayern DE 3240
- Mehr neue ‚Wissenshochburgen‘ Baden-Württemberg DE 2793
und Cluster,
Cluster entstehen Südkorea S
Seoul
l KR 2335
(Seoul), China (Shenzen) und Paris FR 2334
Singapur, Kanada, Malaysia, Mexiko,
Singapore SG 2017
Indonesien südamerikanische und
afrikanische Regionen Shenzen CN 1914
Amsterdam NL 1435
- Eine neue ‚Wissensweltordnung‘ ist
im Entstehen Quellen: WIPO
WIPO, DB Research 2011
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 35
Berlin, 16. September 2013Entwicklung der Wissenswirtschaft (5): Globale
Landschaft der Wissenswertproduktion
Innovative Weltregionen Öffentliche Forschungsorganisationen Anzahl Patente Land
Anzahl Fraunhofer-Gesellschaft 298 DE
Region Patente Consejo Superior De Investigaciones Cientificas 126 ES
Nederlandse Organisatie Voor Toegepast- Natuurwetenschappelijk
Tokyo 8,914
Onderzoek Tno 116 NL
Osaka 4,821 National Instit
Institute
te Of Ad
Advanced
anced Ind
Industrial
strial Science And Technolog
Technology 91 JP
California 3,586 Snu R&db Foundation 86 KR
Seoul 2,335 Mayo Foundation For Medical Education And Research 60 US
Singapore 2,017 Max-Planck-Gesellschaft 57 DE
Baden- Council Of Scientific And Industrial Research 56 IN
Württemberg 2,793 Battelle Memorial Institute 50 US
Shenzen 1,914 Valtion Teknillinen Tutkimuskeskus 48
8 FI
Paris 2,334
Bayern 3,240 Amsterdam
Amsterdam 1,435
Baden-Württemberg
Paris
Bayern
Tokio
Seoul
Osaka
Shenzen
Singapore
Anzahl
Universitäten Patente
University Of California 306
Massachusetts Institute Of Technology 145
University
y Of Texas System
y 130
University Of Florida 107
The University Of Tokyo 105
Harvard College 91
Öffentliche Forschungsorganisationen
Columbia University In The City Of NY 91
Johns Hopkins University 89
Führende Forschungsuniversitäten
University Of Michigan 79
University Of Pennsylvania 75
Innovative Weltregionen (nach Patentanmeldungen)
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 36
Berlin, 16. September 2013Entwicklung der Wissenswirtschaft (6): „Intelligentes
W h t “ durch
Wachstum“ d h WiWissen undd Wi
Wissenswerte t
Herausforderungen entstehen durch:
1. internationalen Wissenswettlauf
2. die struktur
struktur- und wachstumspolitischen Offensiven und deren
positive Wirkungen in bspw. asiatischen Ländern (Südkorea/China)
3. den Paradigmenwechsel, der in der Struktur-, Regional- und
F
Forschungspolitik
h litik d
der EU („Horizont
(H i t 2020“ & ESF)
ESF):
6 neue Knowledge Innovation Centers (KIC)
für 2014-2020 in 2 Phasen:
1. Erste Gruppe 2014 mit Themen: ‘innovation for healthy living and
active ageing’; ‘Food4Future’, ‘Raw materials’
2 Zweite Gruppe 2018 mit Themen: ‘Added
2. Added-value
value manufacturing
manufacturing’
(developing more competitive, sustainable and environmentally
friendly manufacturing processes); ‘smart, secure societies’
(inno ati e ICT solutions);
(innovative sol tions) ‘urban
‘ rban mobilit
mobility’’
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 37
Berlin, 16. September 2013Implikationen der Entwicklungen der
Wi
Wissenswirtschaft
i t h ft ((auch
h fü
für di
die Di
Diskussion)
k i ) (1)
Regionen und Unternehmen können qualitativ wachsen
wachsen, wenn sie:
- Pioniere und Persönlichkeiten unterstützen
auch eine Frage der Struktur- & (Weiter-) Bildungspolitik
- Plattformen für besseren Wissenstransfer und Wissenswerte nutzen:
- ‚science
i 2 business‘
b i ‘ ausweiten
it auch hd durch
h (j
(juristisch-rechtliche)
i ti h htli h ) W
Weiterentwicklung
it t i kl von
institutionellen und finanziellen Plattformen
- Philanthropische Investitionen besser in die regionale Wissensentwicklung integrieren,
Wissenswerte strategisch durch offeneren Umgang mit Wissen fördern (Open access
access‘-
Modelle)
- die Anwendung von Wissen und Umsetzung in Produkte incentivieren (‚gain-sharing‘- Modelle)
- Subtile Patentierungs
Patentierungs- und Standardisierungsstrategien – auch
international – entwickeln
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 38
Berlin, 16. September 2013Implikationen der Entwicklungen der
Wi
Wissenswirtschaft
i t h ft ((auch
h fü
für di
die Di
Diskussion)
k i ) (2)
- Mehr Anwendung von Wissen,
Wissen Umsetzung in Produkte fördern
- Strategische wissenswirtschaftliche Spezialisierung:
g
Partnerschafts- und Kooperationsstrategien differenziert
weiterentwickeln und ein eigenes Profil entwickeln: Mit
‚Wissensflaggschiffen‘ ins Zentrum der glokalen
Wissenswertproduktion:
auf Basis des jeweiligen wissensbasierten Wertschöpfungsprofils und der Potenziale von schon etablierten
Akteuren in Wissenschaft und Wirtschaftsbranchen (champions) eine integrierte Struktur-, Außenwirtschafts-,
Bildungs- und Forschungspolitik mit neuen Förder- und Investitionskonzepten (auch grenzüberschreitende
PPPs) Lösungen entwickeln, um Wertschöpfungsnetzwerkpartner in anderen Ländern zu gewinnen/qualifizieren
- Neue Finanzierungslösungen auf Basis von Wissenswerten nutzen
(neue Beteiligungs- und Entwicklungsmodelle, Crowdfunding, Impact Investments oder auch Formen des
Corporate Venturings)
- Wissensintensive Dienstleister in ihrer Zusammenarbeit vor allem mit
KMU fördern – Dienstleister qualifizieren helfen (‚Patentbewertung‘)
-Klare
Klare Parameter für die Förderung von Wissenswerten entwickeln
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 39
Berlin, 16. September 2013Disclaimer
© Copyright 2013. Deutsche Bank AG, DB Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe
„Deutsche Bank Research“ gebeten.
Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des
Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen
können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank
veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations-
zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der
vorstehenden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen.
In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht verfügt. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG London, Mitglied der London Stock
Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die in Bezug auf Anlagegeschäfte im Vereinigten Königreich der Aufsicht der Financial Services Authority
unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur
durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Limited, Tokyo Branch, genehmigt
und/oder
nd/oder verbreitet.
erbreitet In Australien
A stralien sollten Pri
Privatkunden
atk nden eine Kopie der betreffenden Prod
Produktinformation
ktinformation (Prod
(Product
ct Disclosure
Disclos re Statement oder PDS) zu
jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen.
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 40
Berlin, 16. September 2013Literaturverzeichnis (1)
Asian Development Bank (2012): Counting the Cost: Financing Asian Higher Education for Inclusive Growth
Growth.
Mandaluyong City, Philippines.
Athreye, Suma /Yang, Yong 2011. Disembodied knowledge flows in the world economy. WIPO Economic
Research Working Papers, Working Paper No. 3. December 2011. WIPO. Genf.
Berger, Florian
B Fl i (2010):
(2010) M
Measuring
i ththe K
Knowledge
l d E Economy – Intangible
I t ibl SSpending
di and
d IInvestment
t t in
i GGermany.
Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Volume 232/1.
British Council (2012): The shape of things to come: higher education global trends and emerging opportunities to
2020. London.
Ernst, D. (2009). A New Geography of Knowledge in the Electronics Industry? Asia's Role in Global Innovation
Networks. Policy Studies 54.
Granovetter, Mark/ Ferrary, Michel (2009): "The Role of Venture Capital Firms in Silicon Valley's Complex
Innovation Network". Economy and Society 38 (2: May): 326-359.
Hazelkorn, Ellen (2012): Measuring Value: Societal Benefits of Research, Chronicle of Higher Education online
version, posted on August 15, 2012.
Hofmann, J. / Rollwagen, I. / Schneider, S. (2007): „Deutschland im Jahr 2020 – Neue Herausforderungen für ein
Land auf Expedition“,
p , Aktuelle Themen 382. Deutsche Bank Research. Frankfurt am Main.
Kempermann, Hanno/ Lichtblau, Karl (2012): Definition und Messung von hybrider Wertschöpfung. IW-Trends,
Volume 39, Heft 1/2012. Köln.
Lehnfeld, Marc (2012): Von Made in Germany zu Invented in Germany: Die internationale Wettbewerbsfähigkeit
des deutschen Innovationssystems
Innovationssystems. Germany Trade & Invest
Invest, 07
07.09.2011.
09 2011
Nielsen, Michael (2011): Reinventing Discovery: The New Era of Networked Science. Princeton University Press.
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 41
Berlin, 16. September 2013Literaturverzeichnis (2)
OECD (2012): Industrial Policy and Territorial Development.
Development Lessons from Korea
Korea. OECD Development Centre
Studies. Paris.
OECD (2012): OECD Science, Technology and Industry Scoreboard 2011: Innovation and Growth in Knowledge
Economies. Paris.
OECD (2011):
(2011) OECD Science,
S i Technology
T h l and
d Industry
I d t Outlook
O tl k 2010.
2010 PParis.
i
Meyer, Thomas/ Ehmer, Philipp (2006): Kapitalmärkte belohnen F&E. E-conomics 83, vom 27.04.2011. Deutsche
Bank Research. Frankfurt.
Rollwagen, Ingo (2010): Project economy approaches for higher education: diversifying the revenue base of
German universities. Higher Education Management and Policy, Volume 22 Issue 3, Paris.
Schneegans, Susan (2011): UNESCO SCIENCE REPORT 2010: The Current Status of Science around the World.
UNESCO. Paris.
The Royal Society (2011): Knowledge, Networks and Nations: Global scientific collaboration in the 21st century.
RS Policy document 03/11. London.
Wadhwa, Vivek/Rissing, Ben/ Lee Saxenian, Anna/ Gereffi, Gary (2007): Education, Entrepreneurship and
Immigration: America’s New Immigrant Entrepreneurs, Part II. Kaufmann Foundation, Kansas.
Weinberger, David (2012): Too Big to Know: Rethinking Knowledge Now That the Facts Aren't
Weinberger Aren t the Facts
Facts, Experts
Are Everywhere, and the Smartest Person in the Room, Basic Books.
World Intellectual Property Organization (2012): World Intellectual Property Report 2011: The Changing Face of
Innovation. WIPO Economics & Statistics Series. Genf.
World
W ld IIntellectual
t ll t l P Property
t Organization
O i ti (2011)
(2011): W
World
ld IIntellectual
t ll t l P Property
t IIndicators.
di t WIPO E
Economics
i &
Statistic Series. Genf
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 42
Berlin, 16. September 2013Grundlegende Definitionen rund um
Wi
Wissenswertschöpfung
t hö f (1)
Wissenswerte:
Wissensbestände, die auf Basis der verschiedenen international
g
bestehenden Traditionen intellektueller Eigentumsrechte in
Wissenswerte umgewandelt werden. Wissenswerte sind dabei nicht per
se monetär bewertet. Die monetäre Bewertung erfolgt erst nach einer
Preisbildung zwischen Interessenten und Anbietern von Wissen auf
Basis von Lizenz- und anderen Vereinbarungen bzw. von
Marktdurchsetzungsprozessen.
Wissenswirtschaft:
Im weiteren Sinne die Gesamtheit des Wirtschaftens auf Basis von mehr
oder weniger hoch kodifiziertem Wissen (Wissenswerten). Im engeren
Sinne die auf die Produktion und den Handel mit kodifiziertem Wissen
und intellektuellen Eigentumsrechten zurückzuführende
g
Wirtschaftstätigkeit bzw. der Aufbau nationalen immateriellen
Vermögens.
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 43
Berlin, 16. September 2013Grundlegende Definitionen rund um
Wi
Wissenswertschöpfung
t hö f (2)
Wissensrevolution:
Länger andauernder struktureller Wandel des Wissens, der sich aufgrund besser
Möglichkeiten zur Informations- und Wissensverarbeitung auf Basis fortgeschrittener
Informations und Kommunikationstechnologien nun beschleunigt
Informations- beschleunigt. Dieser
Strukturwandel, der über mehrere Jahrzehnte in verschiedenen Beschleunigungsphasen
vor sich geht, bezieht sich zum einen auf das Wesen des Wissens. Hier verändert sich
p
die Spezifikation von Wissen und Nicht-Wissen auf Basis epistemischer
p
Weiterentwicklungen (vgl. Weinberger 2012). Weiterhin verändert sich die Anzahl der
Wissensproduzenten und Wissensträger. Auch auf Basis der verschiedenen
Wissenstechnologien und des wirtschaftlichen Strukturwandels ist Wissensproduktion
nicht
i ht mehr
h nur auff di
die Wi
Wissenschaft
h ft und
d Wi
Wirtschaft
t h ft bbeschränkt.
h ä kt ZZur Lö
Lösung von
Alltagsherausforderungen werden nun auch andere Wissensdomänen aus dem Bereich
der Nicht-Experten und der sozialen und kulturellen Praktiken, d.h. Formen des
informellen Wissens, herangezogen. Drittens verändert sich die Wissensproduktion: Es
wird auf Basis von offeneren Formen der Zusammenarbeit vieler Akteure mit
Unterstützung von Wissenstechnologien schneller, mehr (auch spezialisiertes) Wissen
geschaffen und vorhandenes Wissen überprüft (vgl. Nielsen 2011).
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 44
Berlin, 16. September 2013Grundlegende Definitionen rund um
Wi
Wissenswertschöpfung
t hö f (3)
Wissenstechnologien:
Zu den Wissenstechnologien gehören fortgeschrittene Informations- und
Kommunikationstechnologien und Softwarelösungen zur Speicherung und zum
Wissensmanagement (Datenbanktechnologien
(Datenbanktechnologien, Big Data Mining,
Mining Texterkennung),
Texterkennung)
Social-Media-Angebote der nächsten Generation sowie Lösungen aus dem Bereich
Künstliche Intelligenz. Dazu zählen auch Anwendungen aus dem Bereich der Virtuellen
g
und Erweiterten Realität. Diese werden eingesetzt, , um Informationen und Wissen zu
visualisieren, auf dieser Basis Prozesse zu simulieren und für Nutzer den Zustand der
Immersion (d.h. das Eintauchen und die Interaktionen in Informations- und
Wissensräumen) zu ermöglichen. Informations- und Wissenstechnologien finden schon
lä
länger Einsatz
Ei t im
i Data
D t Mining
Mi i und d in
i der
d Entwicklung
E t i kl unddPProduktion
d kti von PProdukten.
d kt Z
Zu
den Wissenstechnologien gehören auch Lernlösungen (Online- und Hybridkurse, so
genannte MOOCs (Massive Open Online Courses) sowie Cloud-basierte Lösungen im
Forschungs- und Bildungsbereich), die das Lernen in den nächsten Jahren grundlegend
Forschungs
verändern werden.
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 45
Berlin, 16. September 2013Grundlegende Definitionen rund um
Wi
Wissenswertschöpfung
t hö f (4)
Wissensvermögen:
Die nach internationalen statistischen Übereinkünften ausgewiesenen
g g g
Anteile von immateriellen Vermögensgegenständen am
Gesamtvermögen von Staaten.
Wissensträger und -akteure:
I di id
Individuen, O
Organisationen
i ti unddGGemeinschaften,
i h ft di
die Wi
Wissen
produzieren.
p g
Wissens- und Wertschöpfungsnetzwerke:
Netzwerke von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, wissensintensiven
Dienstleistern, produzierenden und dienstleistenden Unternehmen unterschiedlicher
Größenklasse aus unterschiedlichen Branchen. Diese schaffen auf Basis von komplexen
Finanzierungs-, Kooperations-, Zuliefer- und rechtlichen Konstruktionen mehr Wissen.
Sie schützen dieses Wissen, bringen Innovationen hervor und vermarkten diese in
verschiedenen Märkten einzeln oder zusammen (bspw. mit Dachmarken) weltweit und
stark regionalisiert.
regionalisiert
Deutsche Bank Dr. Ingo Rollwagen
DB Research Wissenswerte als Treiber der Wertschöpfung 46
Berlin, 16. September 2013Sie können auch lesen