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BBG Journal Die Mitgliederzeitschrift der Braunschweiger Baugenossenschaft Winter 2021 | Ausgabe 105 Neues von der BBG: 110x ein neues Zuhause Aus dem Quartier: Staunen über die Natur Lokales: Für kalte Tage Z Erfurtplatz im Heidberg
Inhalt
dieser
Ausgabe
4 20
110x ein neues Zuhause Für kalte Tage
Die Bagger kreisen wieder. Schlangen bis hin zur Mitte
14
Im Oktober haben wir den des Kohlmarktes – vor
Spatenstich für den allem montags, wenn es
zweiten Bauabschnittim Hochzeitssuppe gibt und diens
Caspari-Viertel gesetzt. Staunen über die Natur tags bei den schwäbischen
Karin Hollweck, Lehrerin an Maultaschen in Rinderkraftbrühe.
der Sally-Perel-Gesamtschule, Täglich stehen sieben selbstge
betreut ein besonderes Projekt: machte Suppen auf der Tafel.
Im Heidberg verwandelt sie mit
Sechs- bis Elfjährigen den Hof
hinter dem Nachbarschaftsladen
in einen Nachbarschaftsgarten.
Übersicht
4 110x ein neues Zuhause 6 „Wenn wir selbst gebaut hätten, hätten wir wenig anders gemacht“
9 Schuntersiedlung: Ambitioniertes Neubauprogramm im Jahr 2022
10 Auf der Suche nach den kleinen Stachelfreunden
12 Warum sitzt ein Froschkönig in der Virchowstraße? 13 Gesichter des Emsviertels
14 Staunen über die Natur 16 Live im nord 18 Terry Franke rollt den Bonbonteppich aus
20 Für kalte Tage 22 Der schönste Job der Welt 24 Der neue Wohnraum kommt gut an
25 Die hyggeligste Zeit des Jahres 28 Zinsen: Informationen zum Jahreswechsel
30 Vodafone 32 Zum genießen 34 Für Winternaschkatzen
36 Eintracht Braunschweig 38 Wir gratulieren herzlich 40 Ihr Vorteilsprogramm
42 Tipps und Tricks 43 Veranstaltungskalender und wichtige Rufnummern
Hinweis: Wichtige Rufnummern finden Sie auf der letzten Seite3
Liebe Leserin
und lieber Leser,
d er Winter ist eine besondere Jahreszeit. Drau-
ßen ist es dunkel und kalt. Drinnen erstrahlt‘s
im Lichterglanz. Obwohl ich den Sommer ein
bisschen mehr liebhabe, muss ich doch anerkennen,
auch der Winter hat so seine schönen Seiten. Schnee
(jedenfalls ab Januar oder Februar, manchmal auch
nur im Harz), Kerzenschein, Lebkuchen, Geschenke,
Walnüsse und Clementinen. Die Liste lässt sich leicht
um viele Begriffe erweitern. Lesen zum Beispiel. Für
viele bietet die dunkle Jahreszeit ideale Bedingun-
gen, um endlich mal das eine Buch anzufangen oder
abzuschließen.
Damit Sie unser BBG-Journal ebenfalls gerne lesen,
sind wir ständig auf der Suche nach interessanten
Berichten und Geschichten. Sei es aus den Quartieren,
der Stadtgesellschaft oder natürlich direkt von der
BBG. Im vergangenen Jahr haben wir das Journal kon-
tinuierlich weiterentwickelt. Sowohl auf der inhaltli-
chen als auch auf der gestalterischen Seite. Wir hoffen,
Ihnen gefällt diese Entwicklung genauso gut wie uns.
Unser Ziel ist es, mit jedem Journal besser zu werden.
Genau deshalb freuen wir uns auf Ihr Feedback.
Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an
marketing@baugenossenschaft.de
mit dem Stichwort „BBG-Journal Feedback“.
Herzliche Grüße
Im Namen des gesamten BBG-Teams wünsche ich
Ihnen und Ihren Lieben ein frohes Weihnachtsfest und Eric Spruth
ein gesundes neues Jahr 2022! Teamleitung MarketingVorfreude am Nordanger: (v.l.) Mathias Stumpf, Dirk Sievers,
Renate Hoitz, Michael Gorschlüter und Tim Seidel.
110x ein neues
Zuhause
2. Bauabschnitt im Caspari-Viertel gestartet5
D ie Bagger kreisen wieder. Im Oktober haben
wir den Spatenstich für den zweiten Bauab-
schnitt im Caspari-Viertel gesetzt. Am Lam-
padiusring und in der Montgolfierstraße investieren
wir rund 30 Millionen Euro in vielfältigen neuen
Auch die grünen Aspekte haben hohen Stellenwert:
Effizient und nachhaltig mit Photovoltaikanlagen
mit integriertem Batteriespeicher, energieeffizienten
Gebäudehüllen, Dachbegrünung in Teilbereichen und
einer Rigolenversickerung von Regen. Die nachhaltige
Wohnraum. Um Mitgliedern in den unterschiedlichs- Mobilität unterstützen wir durch Bereitstellung von
ten Lebenslagen den Bezug einer Neubauwohnung Vorrichtungen für die Ladeinfrastruktur von E-Autos
zu ermöglichen, werden 80 Prozent der insgesamt in den Tiefgaragen und sichere Fahrradabstellplätze
110 neuen Wohnungen öffentlich gefördert – mit in den Gebäuden.
Wohnungsbaufördermitteln des Landes Niedersach-
sen sowie einem städtischen Zuschuss. Das heißt:
Mieter:innen mit einem Wohnberechtigungsschein
können hier künftig für 6,10 Euro oder 7,50 Euro pro
Quadratmeter wohnen.
Bunt gemischt und modern
Der Wohnraum im ersten Bauabschnitt war sehr
gefragt. Die 94 BBG-Wohnungen im Nördlichen Ring-
gebiet waren schnell bezogen. Das neue, zentral ge-
legene Quartier am Nordpark ist inzwischen voller
Leben: mit vielfältigen Treffpunkten, schönen Spiel-
plätzen und einer Ganztags-Kinderstätte. Voraussicht-
lich im Frühjahr 2022 eröffnet zudem ein Restaurant.
Die Infrastruktur ist attraktiv. In der Nachbarschaft
gibt es zum Beispiel gleich fünf große Supermärkte.
Wir bauen facettenreich. Im zweiten Bauabschnitt am
Nordanger gestalten wir nun überwiegend 2-Zimmer-
Wohnungen, aber auch 3- und 4-Zimmer-Wohnungen –
Wohnflächen von knapp 40 bis rund 110 Quadratme-
tern. 80 Prozent der Wohnungen werden öffentlich
gefördert. Dadurch möchten wir auch eine Alternative
für Genossenschaftsmitglieder bieten, die eine Woh-
nung ohne Barrieren suchen – etwa, weil das Treppen-
steigen Mühe macht. Jedes Geschoss ist durch einen Das bauen wir
Aufzug erreichbar. Elf Wohnungen gestalten wir roll-
stuhlgerecht. Davon planen wir fünf als Familienwoh- 53 neue Wohnungen im Lampadiusring, die voraus-
nungen. „Wir wünschen uns eine bunte Mischung von sichtlich im Herbst 2023 fertiggestellt sind.
Nachbarschaften in einem modernen Stadtquartier“,
so Dirk Sievers, Bereichsleiter Bestandsmanagement. 57 neue Wohnungen in der Montgolfierstraße. Der
Baubeginn ist im ersten Quartal 2022 geplant und
Die zuständigen Architektinnen, Renate Hoitz und Ute die Fertigstellung voraussichtlich im Frühjahr 2024.
Meyer-Hoitz vom Braunschweiger Architekturbüro
a48, wurden von der BBG ausgewählt, weil sie beson • Barrierefreie, bezahlbare Neubauwohnungen
deres Augenmerk auf die funktionale Gestaltung des mit Balkon
Wohnraums richten – auf die optimale Nutzung der • Alle Wohnungen mit Bodenbelägen und frisch
erlebbaren Flächen, berichtet Michael Gorschlüter, gestrichen
Leiter der Technischen Abteilung. Außerhalb der Woh- • Insgesamt rund 6.600 Quadratmeter Wohn
nungen bieten wir zusätzliche Abstellmöglichkeiten fläche
an. Zu jeder Wohnung gehört ein Kellerraum. • Gesamtinvestition: rund 30 Millionen EuroStefanie und Helge Koch sind mit Tochter Lena
in die Theisenstraße gezogen.
„Wenn wir selbst gebaut hätten,
hätten wir wenig anders gemacht“
Neubauprojekte in der Schuntersiedlung.
BBG-Mitglieder berichten über ihre Erfahrungen.
D as Quartier kannte er schon gut. Nach dem
Studium der Luft- und Raumfahrttechnik war
Helge Koch in die Mergesstraße gezogen: in
„die erste richtige eigene Wohnung“. Seit gut zwei Jah-
ren ist der Entwicklungsingenieur nun zurück in der
Im Rahmen des Masterplans Schuntersiedlung hat
die BBG in den vergangenen Jahren modernen, zeit-
gemäßen Wohnraum gestaltet. „Durch den Neubau
können wir nun ganz andere Wohntypen anbieten“,
so Dirk Sievers, Bereichsleiter Bestandsmanagement.
Schuntersiedlung – zusammen mit seiner Frau Stefa- 17 Baukörper wurden seit 2014 abgerissen. In den
nie Koch und Tochter Lena in einer Doppelhaushälf- Neubauten entstanden 78 Wohneinheiten – von der
te in der Theisenstraße, in Nachbarschaft des Dowe- 1-Zimmer-Wohnung mit 32 Quadratmeter Wohnflä-
sees. „Die Gestaltung des Neubaus hat uns überzeugt“, che bis zur 113 Quadratmeter großen Maisonette-
erzählt der 38-Jährige. „Wenn wir selbst gebaut hät- Wohnung mit fünf Zimmern. „Damit können wir eine
ten, hätten wir wenig anders gemacht.“ noch breitere Zielgruppe ansprechen“, berichtet
Beatrice Eigert, Abteilungsleiterin des Bestandsma-
nagements. Im größten Neubauprojekt – dem Block
in der Simonstaße 2 bis 4 und dem Block 5 bis 7, mit
insgesamt 30 Wohneinheiten und jeweils 3 Eingängen
– wohnen inzwischen 15 Parteien. Besonders innovativ:
Alle Wohnungen werden über ein energieeffizientes
Blockheizkraftwerk versorgt.
Natürlich traumhaft
Modernen Wohnraum mit guter Energiebilanz bie-
ten nun auch die neu gebauten Doppelhaushälften
mit Terrassen.
„Die Schuntersiedlung hat ein bisschen dörflichen
Charakter. Eine schöne Gegend“, erzählt Helge Koch.
„Wir sind hier gern im Bürgergarten am Dowesee. Gut
für die Naherholung ist auch der Querumer Forst.
Gleichzeitig wohnt man stadtnah.“ Mit vielen Nach-7
Weihnachtsbasteln im Wohnzimmer mit Blick ins Grüne
barn war die Familie schnell in gutem Kontakt. „Das Heorhi Smirnou – gerade in der Ausbildung zum Kauf-
ergibt sich mit einem dreijährigen Mädchen wie von mann für Büromanagement bei der Stadt – erzählt,
selbst.“ Am neuen Zuhause schätzen sie vor allem die dass die WG oft zusammen zockt: zurzeit vor allem
offene Wohnküche, den Stauraum im Keller und die Super Smash Bros. „Wir haben einen großen Fernseher.
Badezimmer auf jeder Etage. „Wenn unsere Tochter Wir schauen auch viele Filme und Serien zusammen.
im Teenager-Alter ist, dann ist ein eigenes Bad für sie
und ein zweites für die Eltern Gold wert.“ Als großes
Plus sieht Helge Koch auch das grüne Umfeld mit
altem Baumbestand. „Wir schauen in Richtung des Was-
serschutzgebietes – im Sommer komplett ins Grüne.
Das ist natürlich traumhaft.“
Gemeinsamer Start als WG
Ganz in der Nähe, in der Simonstraße, wohnt seit
einem Jahr eine Vierer-WG. „Wir sind alle Mitte 20 –
Freunde aus Wolfsburg und Umgebung“, erzählt
Etienne Tost. Alle planten zur Ausbildung oder zum
Heorhi Smirnou
Studium nach Braunschweig zu ziehen. So suchten sie
zusammen. „Dass wir hier den Zuschlag bekommen, Empfehlen kann ich zum Beispiel die Serie Vikings.
konnten wir erst gar nicht glauben.“ Die 113 Quadrat- Die hat ein cooles Design und ist cool inszeniert.“ Fest
meter große Maisonette-Wohnung sei gut geeignet zum WG-Leben gehören auch Brettspiele und das Kar-
für eine WG. „Wir haben zwei Zimmer oben und zwei tenspiel Magic: The Gathering. „Das letzte Jahr war ja
unten und auf jeder Etage ein Bad. Man kommt sich für die meisten Leute sehr schwer“, so Heorhi Smirnou.
nicht in die Quere. Wichtig war uns auch ein großes „Aber dadurch dass ich hier mit den Jungs zusammen-
Wohnzimmer. Die Glastür ist gut schallisoliert.“ Falls er wohne, habe ich mich in den Lockdowns nicht einsam
mal früh im Landhaus Seela sein muss, wo er zum Koch gefühlt. In einer WG ist man nie einsam.“
ausgebildet wird, kann Etienne Tost in Ruhe schlafen.
Etienne Tost
In der Nachbarschaft hat er inzwischen eine feste
Laufstrecke – rund um den Dowesee – und wird bald
das B58 näher erkunden. „Ich bin Gitarrist in einer
Metalband. Vielleicht können wir da auch mal auf-
treten.“
Gemeinsamer Spielabend in der WG8
Die Neugestaltung der Schuntersiedlung führt indes
auch dazu, dass einige Schunteraner:innen ihre ver-
traute Wohnung aufgeben müssen. „Wir wissen um
die herausfordernde Situation und bieten bei einem
Wohnungstausch Unterstützung und individuelle
Lösungen“, betont Beatrice Eigert, Abteilungsleiterin
Bestandsmanagement. Einige Male ist es zum Bei-
spiel schon gelungen, dass BBG-Mitglieder in einen Raimund Marhenke: Umzug über die Straße
benachbarten Neubau umgezogen sind.
ich optimistisch. Ich dachte: Das wird schon.“ Schöne
Ein Umzug zu Fuß Entwicklung: „Die neuen Nachbarn sind sehr offene
Raimund Marhenke etwa, 14 Jahre Bewohner der und friedliche Menschen. Wir haben sogar schon auf
Bassestraße 10, lebt nun im Neubau Bassestraße 11. dem Rasen mit einem Glühwein zusammen gestanden.
„Meine Mutter wohnt nebenan. Deshalb wollte ich hier Relativ schnell wurde eine Initiative gestartet. Alle wa-
bleiben“, erzählt der 58-Jährige. „Die BBG schickte mir ren da. Atmosphärisch passt es. Das ist einfach Glück.“
einen Grundriss einer neuen Wohnung gleich gegen-
über. Da war ich neugierig.“ Die Wohnung gefiel ihm. Altbau statt Neubau
„Beim Umzug musste ich meine Sachen nur über die Joachim Henties derweil hat sich entschieden, in einen
Straße tragen. Altbau umzuziehen. „Ich habe mir hier einige Neu-
bauwohnungen angeschaut, aber ich bin kein Fan von
Wohnküchen. Ich möchte meine Küchentür schlie-
ßen können. Da bin ich konservativ. Dann zog zufällig
eine Mieterin im Nachbarhaus aus. Das war natür-
lich praktisch – aus der Wilhelmshavener Straße 40
in die 41. Die Wohnung ist sehr gründlich renoviert
worden. Weil ich schon den Zuschlag hatte, konnte
ich darauf Einfluss nehmen. Das Bad ist komplett neu
gestaltet, die Elektrik ist vollständig neu. Hier ist kein
altes Stück Kupfer mehr in der Wand. Auch der Fußbo-
den wurde neu verlegt. Die letzte Renovierung hatte
Der Altbau in der Bassestraße 10
hier in den Dreier-Blöcken schon für neu eingedeckte
Dächer und dreifach verglaste Fenster gesorgt. Die
Wohnung hat fast einen Zustand wie ein Neubau.“ Er
schätzt auch den Kellerraum und die abschließbare
Bodenkammer.
Ende gut, alles gut
Den Umzug erledigte der 68-Jährige dann ganz in
Ruhe, in drei Etappen. „38 Jahre in einer Wohnung, da
hat sich einiges angesammelt. Ich habe allein 3.000
Bücher. Insgesamt habe ich 297 Umzugskartons ge-
packt. Die BBG ist mir da sehr entgegengekommen.
Der Neubau Bassestraße 11 direkt gegenüber Ich musste nur Miete für die neue Wohnung bezah-
len.“ Zur alten Wohnung gehörte ein Gartenteil, den
Inzwischen freue ich mich einfach nur.“ Wohnküche, er auch beackerte. Stattdessen sitzt Joachim Henties
Fußbodenheizung, gute Dämmung – das sei ein gro- nun auf dem Balkon. „Das kommt mir insofern entge-
ßer Sprung. „Das bisherige Haus war nicht mehr in gen, weil man nicht jünger wird. Die Knie meckern“,
gutem Zustand. Ich habe noch mit Kohlen geheizt. kommentiert er. „Alle Randbedingungen waren güns-
Das war abenteuerlich.“ Etwas Sorge bereitete ihm tig, die Wohnlage ist sehr schön: eine aufgelockerte
allerdings, wie die neuen Nachbar:innen sein würden. Siedlung – ruhig und gut an die Stadt angebunden.
„Im alten Haus hatten sich Freundschaften entwickelt. Ich kann mich wirklich nicht beklagen. Die gesamte
Man konnte so sein, wie man ist. Aber letztlich war Abwicklung durch die BBG war sehr kooperativ.“9
Schuntersiedlung:
Ambitioniertes Neubauprogramm im Jahr 2022
Aktuell: Neubau in der Simonstraße 11 und in sie barrierefrei erreichbar sind. Entsprechend vergrö-
der Gmeinerstraße 6 ßert sich die Baugrube.“ Nach dem Bauabschluss wer-
Bald können wir weiteren zeitgemäßen Wohnraum den wir das Wohnumfeld wie gewohnt ansprechend
in der Schuntersiedlung anbieten. In der Simonstraße begrünen und für ein reiches Nektar- und Pollenan-
11 bauen wir zurzeit ein Drei-Parteien-Haus mit drei gebot sorgen – durch heimische, insektenfreundliche
4-Zimmer-Wohnungen. Der Innenausbau hat begon- Neupflanzungen. Entfernte Bäume werden in doppel-
nen. Die neuen Wohnungen sind voraussichtlich im ter Zahl nachgepflanzt.
Frühjahr 2022 bezugsfertig.
In der Gmeinerstraße 6 wächst derweil der Rohbau. Folgende Gärten werden freigeräumt:
Aktuell wird am Kellergeschoss gearbeitet. Der künfti- Bassestraße 4 und 10
ge Neubau bietet im Erdgeschoss Platz für eine schö- Gmeinerstraße 4 und 15/16
ne 4-Zimmer-Wohnung mit Terrasse sowie für zwei Lübeckstraße 3/4 und 7/8
3-Zimmer-Maisonettewohnungen mit Balkon. Die Simonstraße 13
Fertigstellung ist Ende 2022 geplant. Theisenstraße 22/23
Wilhelmshavener Straße 28/29
Freiräumung von Gärten
In diesem Winter treffen wir vorbereitende Maßnah- Was entsteht auf den Grundstücken?
men für alle weiteren geplanten Neubauprojekte im Um den beschaulichen Siedlungscharakter der Schun-
Jahr 2022. Bis Ende Februar 2022 werden zehn Gärten tersiedlung zu erhalten, gestalten wir die Mehrpar-
freigeräumt. Also noch rechtzeitig vor der Brut- und teienhäuser weiterhin mit maximal drei Geschossen:
Setzzeit. „Naturnahes Wohnen ist ein Markenzeichen zwei Vollgeschossen und einem Satteldachgeschoss.
der Schuntersiedlung. Uns ist es wichtig, alle Projekte Wir bauen 1-, 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen, Mai-
ökologisch vorsichtig anzugehen und so viel Natur zu sonettewohnungen und Doppelhaushälften.
erhalten wie möglich“, betonen die Bauleiterinnen
Giede Heidotting und Melanie Falke. „Die Bäume, die Was wird in den folgenden Jahren gebaut?
in den Baufeldern oder im direkten Arbeitsbereich lie- Im Rahmen des Masterplans Schuntersiedlung ent-
gen, können wir aber leider nicht erhalten. Die Neu- stehen in den anschließenden Jahren rund 35 wei-
bauten haben eine etwas größere Grundfläche als die tere Objekte.
Altbauten und erhalten einen tieferen Keller, damit
Vorabzug eines Übersichtsplans
10 11 12 13 13D
(83)Ahorn
(75)Eberesche 89
2
(74)Rubinie
14
12
15 87
6.
89
17
(73)Ahorn 1
16
Mergesstraße (72)Kastanie
Dr.Heinrich-Jasper-Haus
17
(35)Platane
Birke U1,70m eingemessen (36)Platane (71)Kastanie 87
eingemessen
(31)Linde eingemessen 18
13
(61)Kastanie
10 Stellplätze
(15)Ahorn
eingemessen
(14)Ahorn
19
(60)Kastanie
1
eingemessen 87
20
87
9
6 Garagen
19
11
LSG
7 Garagen
1
(38)Eiche???
1
LSG
LSG
(4)Linde (59)Feldahorn
(16)Linde (34)Mehlbeere
(1)Kastanie (58)Mehlbeere
eingemessen
LSG
18
2
87
20
19
(39)Eiche
8
14
87
eingemessen 90
Theisen
21 226
7
9
(19)Kastanie (30)Linde
2
86
(38)Kastanie
2
eingemessen U=2,95
eingemessen
87
10
(57)Mehlbeere
straße
(33)Platane Spielplatz
???
4A
(17)Linde eingemessen U=2,20
(32)Linde
3
Kirche
17
18
(40)Linde
8A
(3)Kastanie (41)Linde
5
(20)Linde eingemessen 86
eingemessen
(42)Linde???
7
3
3
10
15
(56)Lin LSG 86
(2)Vogelbeere de (55)Lin 1
de 87
(29)Rubinie
86
eingemessen
Weg 11
6
384
Weg
6
90
(22)Linde Tostmann- 87
87
7
13 11
(21)Linde
(8)Kastanie platz
(5)Kastanie Weg 8
(54)Ahorn
5
Steinhorstwie
4
15
87
4
17
86
14
3A
2 164
4
90 90
3 90
4
2
5
(7)Kastanie LSG
4 9
383
se
90
3
(43)Mehlbeere 2 3
1 86
3
15
(6)Rubinie (23)Eiche 18 4 14
3
6.
71.5
3
24
Gmeinerstraße
86
5
16
23 5 86
14
5
4
(24)Ahorn 20 19 18 17
7
108
10 90
(53)Ahorn 5 7
(83)Trompetenbaum 20A
(28)Nussbaum 85
14
10
6.
2
(69)Linde
8
19A
1
39
15
12
(70)Eberesche
8
6.
7 390
9 90
9.
6.
389
19B
1
Riekes
90
90
(84)Rotdorn 85
Fichte bestand 10
11
90 2
traße 9
20B
1
1
(25)Rubinie (45)Eiche
(68)Ahorn 11 85
11
12
13
19
38
13
90
(86)Eiche
tze
8
11
(26)Vogelbeerbaum
llplä
47 14
14
7
15
10 Ste
10
(63)Ahorn
46
2
7
(52)Linde
38
2
16 1A
45 (47)Linde (42)Ahorn 17
1
2
37
(51)Gingko
10
12
raße
44 (27)Ahorn (50)Kastanie (71)Linde (85)Ahorn
13A
Bassest
1
(62)Nussbaum
18
43 Fichte 19
3
37
(72)Linde
8
42 22
13
21
(41)Linde 20
3
8
41 4 Ga
36
rag
(66)Mehlbeere en
11
40 (65)Mehlbeere (43)Ahorn
ee
4
(11)Ahorn
2
35
traß
(33)Kastanie
(64)Mehlbeere
4
onstraß
43
(34)Mehlbeere
39 13
Simons
(40)Linde
36
12
5
38 (69)Kastanie (39)Eberesche
Sim
9.
Th
eise
34
(73) Kugelakazie (74)Ahorn (40)Eiche (12)Linde
37 nstra
1
FG
(32)Ahorn (13)Linde
1
(14)Linde (11)Linde
3
ße
eingemessen
36 12
33
65
42
2
10
6.
(35)Gingko
35
(36)Gingko
3
35 (82)Linde
7
(63)Linde
Straße
34
4
34
(38)Linde
11
32
(46)Linde (37)Kastanie (15)Linde (10)Linde
2
(45)Erle
5
33
5
ener
10
(81)Kugelakazie
31
41
32 15
6
8
mshav
6
(31)Eiche
9.
(62)Buche
4
31
66
33
9.
Weg
6
Wilhel
er Weg
30 (44)Erle
(9)Linde
(64)Linde
7
30
3
(49)Nussbaum
Bienroder
32
(12)Linde
14
Bienrod
Eise
nba
29
8
77
hn
29
10
(75)Buche
(16)Eberesche
5
28
7
76
9
8
40
(47)Buche
27
11
(80)Buche
10
31
75
6.
26 (65)Nussbaum
28
11
25
30
14
74
111 (48)Eiche
24
4
27
67
12
LSG
73
12
39
23
13
7
72
13
22 (79)Eiche (61)Eberesche
38
14
29
7A
26
8
21
(49)Linde
8
20 (7)Linde
28
(8)Linde
25
(30)Erle
6.
14
15
(60)Buche (17)Eberesche
37
(76)Eberesche
7B
71
15
9.
16
(78)Linde
(50)Eiche
36
(13)Ahorn
(29)Linde
17
27
(66)Linde
24
10
Straße
18
(19)Ahorn
ße
26
(51)Ahorn
16
8
23
(6)Linde
annstra
(67)Kastanie
19
Kieler
70
(18)Kastanie
Syltweg
17
11
35
20
Stegm
22
(5)Linde
(59)Eberesche
25
12
72.000
(20)Kastanie
21
10
15
10
24
Ga
21
rag
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en (77)Eiche (58)Eiche (28)Eiche
18
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33
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23
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(57)Linde
23
19
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25
(56)Eberesche
31
15
37
26
68
38 Birke weg? (27)Kugelakazie
30
16
8 Garagen
21
36
(26)Eiche
41
10 Garagen
(3)Platane
14
35
27
20
15
67
28
34 40
17
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33 Lü
29
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stra (54)Buche
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19
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31
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(52)Ahorn (22)Kastanie
(97)Buche
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42
27
17
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2
(25)Kugelakazie
(95)Linde
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66
26
18
LSG
FG
28 (94)Eiche
Legende
33
18
27
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Weg (53)Ahorn
25
er Straße
26
65
35
Lärche (23)Kastanie
25
24
Tanne
8 Garagen
5 Garagen
Birke
36
Wilhelmshaven
24 43
Bestandsbauten
37
23
20
38
(1)Ahorn
(93)Akazie
22
23
21 (92)Erle
Lübe (24)Linde
ckstr
64
(91)Linde Tanne
(2)Platane
20 aß eingemessen
e
Neubauten
Zaun Bestand
22
39
19
40
(90)Buche
18 47
17
41
45
63
42
16
Helgolandstraße
Neubaubautenabsichten
15
43
(89)Eiche
14 46 49
44
Lübe
13 ckstr
aß
12 e 48
11 51
Neubaubautenabsichten 2022
10
45
50
9
62
46
(88)Eiche
Lüb
47
8 eckstra
7 ße
69
48
FG 6
5
49
4
3
50
2
1
20
61
51
(87)Eiche10
Katharina Dämmgen initiierte die besondere Aktion, die auch für ein noch
besseres Kennenlernen unter den Nachbar:innen sorgte.
Auf der Suche nach
den kleinen Stachelfreunden
Engagierte Schunteraner:innen geben Igeln ein neues Zuhause
S träucher, Laubhaufen, dich-
te Hecken: Das sind be-
liebte Schlafquartiere von
Igeln. In der Gmeinerstraße 6 ist
in den letzten Jahren so ein Igel-
Als nun im Oktober die Rodung
bevorstand, meldeten sich einige
Quartiersbewohner:innen: „Wir
würden gern vorab die Rückzugs-
möglichkeiten für Igel beseiti-
paradies entstanden. Hier, in der gen, damit kein Igel verletzt wird.
Schuntersiedlung, gestalten wir in Würden Sie uns einen Container
den kommenden Monaten neuen bereitstellen?“ Daraus wurde eine
Wohnraum. Bis dahin überließen tolle Nachbarschafts-Aktion.
wir den Garten am leer stehenden Die Idee hatte Katharina Dämm-
Altgebäude der Natur. gen. Die Goldschmiedin ist sehr
naturverbunden. Sie hilft regelmä-
ßig bei Amphibienwanderungen,
ist Fördermitglied beim NABU und
hat nach und nach fünf Kaninchen dachte ich: Wir müssen etwas tun.“
aufgenommen. Bei ihr im Garten Die BBG sponserte für die Aktion
steht auch ein selbst gebautes gern fünf von der Gruppe ausge-
Igel-Futterhaus. „ An manchen wählte Igelhäuschen mit abnehm-
Abenden habe ich rund um unser barem Deckel.
Haus sieben bis acht Igel angetrof Als wir am letzten Samstag im
fen“, erzählt sie. „ Als ich nun September vorbeischauen, ist
hörte, dass das kleine Biotop in der Container mittags bereits fast
der Gmeinerstraße verschwindet, komplett gefüllt. Zwei Kinder nut-
Jörg Fischer ist u.a. Aufsichtsrat bei der BBG
und schleppte kräftig mit.m 11
Schon voll? Hier
war es mal wieder
Zeit, das Grün im
Container zusam-
menzudrücken.
zen die vielen Äste als Trampolin.
Ausgelassenes Auspowern. Hinter
dem Haus schneidet jemand eine
Schneise in den Brombeerbusch.
Nebenan wird kräftig gestutzt und
geschleppt. Zwischendurch essen
die rund zehn Schunteraner:innen
zusammen Quiche.
Mit dabei ist auch Wolfgang Fabi-
siak. Der Heidberger hat sich sechs
Jahre im Igelhaus Laatzen enga-
giert. Seit fast 20 Jahren päppelt
er zudem privat Waisen-Igel so-
wie kranke, verletzte und unterge-
wichtige Tiere auf. „Die Wildtiere Mitte Oktober traf sich dann eine
sind nachtaktiv. Sieht man sie tags- 15-köpfige Gruppe in der Basse-
über, stimmt etwas nicht“, erzählt straße. „Dort gab es auch viele Ver-
er. „Kranke Igel torkeln oder sind stecke für Igel“, erzählt Katharina
apathisch. Sie rollen sich kaum Dämmgen. „Wir haben wieder kei-
Anja Greafe, auch Vertreterin bei der BBG, beim Stutzen.
ein.“ In solchen Fällen schaut er, nen gefunden, aber wir sind sehr Die Nachtkamera in einem Garten zeigte später: Die neuen
ob er helfen kann. Beim Treffen zufrieden mit der Aktion. Die zuge- Igel-Futterhäuser kommen gut an.
berichtet er über die Pflege und wachsenen Rückzugsorte wurden
ideale Fütterung (Wasser und Kat- beseitigt. Die Igel können woan-
zenfutter). Er erzählt, dass jeder ders in Ruhe nisten und schlafen
Stachel von einem eigenen Muskel und laufen nicht im Schreck auf
bewegt wird – und dass Igel auch die Straße.“ Die fünf neuen Igel-
mal wie ein Baby schreien, aber Futterhäuschen wurden vor dem
nur in Todesgefahr. „Ich habe das Winterschlaf ausgiebig genutzt.
mal in Hannover gehört, als ein „Eines steht bei uns im Garten. Ab
Marder auf der Wiese war.“ In der und zu beobachten wir die Lage
Schuntersiedlung untersucht er mit einer Nachtsichtkamera. Da
mit einer Wärmebildkamera, ob sieht man gut, dass immer viel los
Igel auf dem Gelände sind. Bis zum ist. Die Igel hinterlassen uns kleine
Nachmittag taucht indes nur eine Glückshaufen.“
interessierte Kröte auf.Graffitikünstler Sebastian „Ente“ Meyer gestaltete das frische Entree
in der Virchowstraße 6. Man möchte glatt dran riechen.
Warum sitzt ein Froschkönig
in der Virchowstraße?
Vor Haus 6 blüht es nun ganzjährig. Die Idee hatte BBG-Mitglied Heidi Wissel
V or der Virchowstraße 6
sitzt seit Oktober ein
Froschkönig. Großen An-
teil daran hat BBG-Mitglied Heidi
Wissel. „Aus meinem Küchenfens-
schweiger Graffitikünstler hat
schon viele Ecken eindrucksvoll
gestaltet: Räume von Institutio-
nen, Garagen, Mauern, Wickel-
räume und vieles mehr. Heidi Wis-
auf der ein Froschkönig sitzt. Der
hat nun einen besonderen Thron:
eine goldene Kugel mit BBG-Logo.
„Als Extra für Frau Wissel ließ ich
noch einen Marienkäfer direkt vor
ter schaue ich auf den grauen sel dachte sich: Der passt perfekt. ihrem Fenster sprühen.“
Betonrahmen der Müllboxen“, er- Die BBG, die sie um Genehmigung
zählt die 81-Jährige. „Ich dachte: bat, freute sich über die Idee. Dirk
Den müsste man mal mit Graffiti Sievers, Bereichsleiter Bestands-
verschönern.“ management, versprach: Das Ur-
Der Sohn von Heidi Wissel arbei- laubsgeld muss nicht dran glau-
tet bei Avacon. Deshalb hängt bei ben. Die Kosten übernehmen wir.
ihr zu Hause ein Kalender mit Tra- Frauke Markwardt nahm Kontakt
fohäuschen, die Künstler gestaltet auf. Die Bauingenieurin leitet die
haben. So ein Motiv wünschte sie Modernisierung in der Virchow-
straße. Jedes Haus erhielt in den
vergangenen Jahren ein eigenes
Gesicht. Die Vorhänge, Girlanden,
Borten, Putten und Figuren an den
Fassaden wurden markant in Sze-
ne gesetzt, im Zusammenspiel Die BBG ist bei Modernisierungen
mit einer individuellen Farbge- offen für Ideen, so Frauke Mark-
bung. Inzwischen gehört die Allee wardt. „Es ist schön, wenn sich die
zu den schönsten Straßen Braun- Bewohner:innen für ihr Haus enga
schweigs. „Unter den Ornamenten gieren und sich mit dem Umfeld
sich nun auch als Aussicht aus der an den Häusern 4 und 5 sind vier identifizieren.“ Heidi Wissel freut
Küche. „Einmal im Jahr fahre ich Froschkönige. Drei tragen nun wie- sich sehr über das Ergebnis. „Mei-
eigentlich nach Perleberg. Dies- der eine goldene Krone; der vierte ne erste Reaktion war: Eine wun-
mal wollte ich darauf verzichten. – der Chef – sitzt vor einem golde- derschöne Wiese, aber da sind ja
Die rund 400 Euro wollte ich in ein nen Hintergrund“, erzählt die Bau- überhaupt keine Insekten drauf.
buntes Bild investieren.“ leiterin. Da sieht man mal, wie das Insek-
Wie es der Zufall so will, sah sie In Korrespondenz dazu gab sie tensterben vorangeht“, erzählt sie
einige Wochen später eine NDR- bei Sebastian „Ente“ Meyer eine lächelnd. „Aber wahrscheinlich
Reportage über Ente. Der Braun- Graffiti-Blumenwiese in Auftrag, hat der Frosch alle gefressen.“m 13
Gesichter des Emsviertels
Ergiebiges Nachbarschaftsprojekt:
Bewohner:innen der Weststadt erzählen über ihr Quartier
I ryna Pronkina erinnert sich genau an den Tag, als
sie ihre neue Wohnung im Emsviertel besichtigte.
„Gelbe Häuser, es war so krass. Wir standen davor:
Wow, cool, das ist eine Großstadt.“ In der nächsten Sze-
ne sitzt die gebürtige Ukrainerin auf einem Stein und
schildert, wie er durch seinen Kiosk im Westpark hier
heimisch wurde: „Multikulti, für jeden ist was dabei.
Man gehört zusammen. Woanders könnte ich nicht
leben.“ Talar Baban berichtet, wie sie zunächst ganz
allein, ohne Verwandtschaft, hier wohnte. Vor allem
zeichnet Charaktere für Videospiele. Sie trägt ein AC/ der internationale Familientreff trug dazu bei, dass
DC-Shirt und erzählt: „Mein größter Traum ist, Concept die Weststadt für sie heute Heimat ist.
Artist zu werden.“ Nur 90 Sekunden dauert ihre Vor- 50 weitere Quartiersbewohner:innen wurden auf
stellung insgesamt, und doch hat man den Eindruck, Fotos porträtiert, in Szene gesetzt von 10- bis 16-Jäh-
die 17-Jährige nun schon ganz gut zu kennen. rigen, unterstützt vom Fotografen Klaus G. Kohn. Die
Kinder und Jugendlichen hatten überlegt, wer für sie
ein stiller Held ist. Die vielfältigen Ergebnisse waren
im September – effektvoll hinterleuchtet – im Vier-
tel zu sehen, bei einem kleinen Fest mit Livemusik
und Snacks. Zusätzlich präsentierte Grafiker Maic Ull-
mann Fotocollagen mit Motiven aus dem Quartier.
Seine Werke mit Bewohner:innen und typischen Ku-
lissen schmücken nun dauerhaft zwei Unterführungen
auf dem Weg zu Amir’s Kiosk.
Schöne Aktionen fürs Gemeinschaftsgefühl im Ems-
viertel, in dem rund 5.000 Menschen leben. „Wir hof-
fen, auf diese Weise das Interesse fürs Leben und die
Gestaltungsmöglichkeiten im Quartier zu wecken und
die vorhandenen Potenziale sichtbar zu machen und
zu mobilisieren“, so Projektleiterin Violetta Lenz. Das
Projekt wurde in Kooperation mit dem Kinder- und
Jugendzentrum Rotation durchgeführt. Die Ausstel-
Iryna Pronkina ist eines von acht Gesichtern des Ems- lung wurde durch die LEG Wohnen NRW und das
viertels, die in einem Video über sich und ihr West- Team von Amir’s Kiosk unterstützt.
stadt-Quartier berichten. Wie kamen sie hierher?
Haben sie sich gut eingelebt? Was gefällt ihnen? Was
sehen sie kritisch? Das macht das Projekt des Ver-
eins Stadtteilentwicklung Weststadt so interessant.
Die Befragten erzählen drauflos, auch mal über ver-
nachlässigte Spielplätze, wenig Kommunikation in
ihrer Nachbarschaft oder zu viel Müll auf dem Boden.
„Irgendwie lieben die Leute ihr Umfeld nicht“, sagt
etwa Karl Koeppen verwundert angesichts gelegent-
licher Müllberge. Er sagt dann aber auch die prägnan-
ten Sätze: „Ich lasse nichts auf die Weststadt kommen.
Es ist wie ein Aquarium. Ich fühle mich wie ein Fisch
im Wasser. Ich fühle mich einfach wohl.“ 1969 kam er.
Und blieb.
Sehr ergiebig sind auch die weiteren Erzählungen,
unterlegt mit entspannter Musik. Amir Cheikho etwa › VIDEO MIT ACHT KURZPORTRÄTS
Das Video ist in Kürze zu sehen unter
www.stadtteilentwicklung-weststadt.de.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.In drei Hochbeeten gedeihen zurzeit Gemüse und Kräuter. Die Kinder
beobachten und dokumentieren gespannt die Fortschritte.
Staunen
über die Natur
Die HeidbergKids
gestalten einen Nachbarschaftsgarten
D ie Blätter des Kürbisses und der Zucchini wa-
ren wie ein kleines Wunder. In einer warmen
Woche schossen sie plötzlich in die Höhe. So
groß wie ein Kinderkopf. „Die Kinder schauten mit offe-
nem Mund. Wir haben hier bei den Hochbeeten schon
weck. Die Lehrerin an der Sally-Perel-Gesamtschule
betreut ein besonderes Projekt: Im Heidberg verwan-
delt sie mit Sechs- bis Elfjährigen den Hof hinter dem
Nachbarschaftsladen in einen Nachbarschaftsgarten.
Das Projekt auf Initiative der BBG wird durch Erlö-
viel Zeit mit Staunen zugebracht“, erzählt Karin Holl- se des walk4help finanziert. Das Kindernetzwerkm 15
United Kids Foundations stellt für drei Jahre einen
„Forschungsetat“ zur Verfügung: für Erlebnisse und
Beobachtungen rund ums Wachsen und Vergehen.
„Ich möchte vermitteln, dass alle Lebewesen im Natur
kreislauf wichtig sind“, so Karin Hollweck. „Wir beob-
achten zum Beispiel einen Marienkäfer und erzählen
dann über Blattläuse. Die können zur Plage werden,
wenn zu wenige Fressfeinde wie Marienkäfer für
eine ausgewogene Population sorgen. Ameisen wie-
derum lieben den Honigtau der Läuse und beschüt-
zen sie. Im Ökosystem sind Ameisen die Müllabfuhr,
durchlüften den Boden und verteilen Pflanzensamen.
Solches Wissen fördert die Wertschätzung auch für
Winzlinge.“
Die Treffen zeigen aber auch, dass Gemüse nicht im-
mer so wächst, wie es im Supermarkt liegt, und dass
nicht alles glattläuft. Da sorgt auch mal eine erfrorene
Gurke für Enttäuschung – oder Tauben, die Kohlrabi
und Erbsen stibitzten. Dann wird diskutiert: Sollen wir
ein Netz über die Hochbeete spannen, auch wenn sich
Vögel darin verfangen könnten? Wer Lust hat, mitzu-
gärtnern, kann sich gern im Nachbarschaftsladen am
Erfurtplatz melden – Kinder wie Erwachsene.
Die Richard Borek Stiftung sponserte für das Projekt
Gartengeräte, Saatgut und Pflanzen. Im Mittelpunkt
der wöchentlichen Treffen steht die Bepflanzung
von drei Hochbeeten, mit vielen Aha-Effekten: etwa
wie Samen keimen, Radieschen, Karotten und Toma-
ten wachsen oder dass Thymian und Salbei gegen
Halsschmerzen und Husten helfen. „Einmal habe
ich Walderdbeeren mitgebracht. Die Kinder waren
begeistert. Sie haben sie gleich mit Zitronenmelis-
se und Basilikum gemischt“, erzählt Karin Hollweck,
die Fachberaterin im Kleingartenverein Asseblick ist.
Karin Hollweck sorgt immer wieder für Aha-Effekte.
„Der Garten soll zum Treffpunkt werden. Wir haben
schon Möbel angeschafft und möchten hier Work-
shops und Aktionen anbieten“, erzählt Bettina Eiben.
Im Frühling geht es spannend weiter.
› INFORMATIONEN
Weitere Infos unter Telefon 0531/86 67 00 53.16
Live
im nord
Alles über das neue
Veranstaltungsformat im Hotel Nord
H ier finden Künstlerinnen und Künstler ver-
schiedenster Sparten einen Auftrittsort in
entspannter und zugewandter Atmosphäre.
„Unsere Besucher:innen können sich hier voll und ganz
den Darbietungen auf der Bühne und unserem gast-
ronomischen Angebot widmen“, sagt uns der Initiator
von Live-im-Nord, Axel Uhde.
Viele BBG-Mitglieder werden Axel Uhde sicherlich
noch von den legendären BBG-Open-Air-Nights am
Dowesee kennen. „Live im nord ist natürlich ein ganz
anderer Schnack´“, fügt er hinzu. „ Ich habe in meinem
langen Musikerleben schon soviele Bühnen und Ver-
anstalter erlebt und wollte jetzt endlich einmal alle
meine Wünsche und Erwartungen an einen guten
Club an einem Ort in die Tat umsetzen.“
Mit dem Betreiber des Hotel Nord, Uwe Schönicke,
scheint Uhde den passenden Partner gefunden zu
haben. Der Gastwirt verfügt über einen Veranstal-
tungssaal mit Platz für 100 Personen an Tischen in
gepflegtem Ambiente und mit einem freundlichen
Serviceteam.
„Auf dieser erstklassigen Infrastruktur können wir auf-
bauen“, schaltet sich Schönicke in unser Gespräch ein.
„Corona hat nun mal die eingefahrenen Abläufe in der
Gastronomie grundlegend erschüttert, also war es
Zeit für neue Strukturen und Angebote in meinem
Hotel. Es muss ja schließlich weitergehen und da kam
Axel mit seiner Idee genau im richtigen Moment.“
Pianist und Trompeter
Géza Gál17
Geigenvirtuose Josef Ziga wird am Flügel
von Karsten Scholz begleitet.
„Das besondere an meiner Idee“, erklärt Axel Uhde, „ist
eigentlich ganz naheliegend, kann aber nur viel zu
selten umgesetzt werden. Stellen Sie sich vor, Sie wol-
len mit Ihrem Herzensmenschen oder einer sympa
thischen Gruppe gemeinsam einen schönen Abend
verbringen. Das sieht ganz oft so aus: erst gut Essen,
dann Kino, Theater oder was auch immer und anschlie-
ßend noch ein gemütlicher Entspannungsdrink.
In der Praxis bedeutet das häufig, beim Essen müssen
Sie schon auf die Uhr schauen, damit Sie pünktlich
zur Veranstaltung kommen und anschließend gilt es,
noch einen Platz für den Absacker zu finden. Bei uns
gibt es eine gute Speisekarte, ein qualitativ wertiges
Bühnenprogramm und eine gute Getränkekarte.
Und das alles an Ihrem Tisch.“
Ein Programmhighlight im Dezember ist der Auf-
tritt des Geigenvirtuosen Josef Ziga (Staatsorchester
Braunschweig) begleitet von Karsten Scholz am Flü-
gel am zweiten Weihnachtstag.
„Dass solche Konzerte bei Live-im-Nord möglich sind, › INFORMATIONEN
liegt auch an der Förderung der BBG, ohne die die Gegen die Vorlage einer BBG-Mitglieds-
Anschaffung eines Flügels einem Club in der Startpha- karte erhalten Sie beim Besuch einer Ver-
se bestimmt sehr schwer gefallen wäre,“ bedankt sich anstaltung ein Begrüßungsgetränk. Eine
Axel Uhde und fügt hinzu: „Um die vielen schwarzen Haltestelle der Straßenbahnlinie 1 befindet
und weißen Tasten auch weiter richtig auszunutzen, sich in unmittelbarer Nähe.
gastiert der Pianist und Trompeter Géza Gál am 14. Ja- Das Programm und den Vorverkauf finden
nuar mit seiner Band und eröffnet so die Saison 2022.“ Sie unter www.live-im-nord.de
Foto: David Gal18
Terry Franke rollt
den Bonbonteppich aus
Dropswerk: Bonbons und Marshmallows aus eigener Produktion
Was sind Ihre ersten Erinnerungen Verkaufsfahrerin bei Bofrost. Das hat auch Spaß ge-
an Süßigkeiten? macht. Aber irgendwann dachte ich: Machst du das
Als ich Kind war, gab es hier in Bevenrode einen Kiosk jetzt weiter bis zur Rente?
mit 30 Boxen zum Aussuchen, mit Salinos, Mäusen,
Schlümpfen und vielem mehr. Einmal in der Woche Wie kamen Sie dann zur Süßigkeitenher
durfte ich hin. Meine Oma beauftragte mich, zwei Fla- stellung?
schen Brause und gefüllte Waffeln für sie zu kaufen. Auslöser war ein Urlaub in Dänemark. Dort gibt es in
Sie sagte immer: ‚Eine Mark ist für dich.‘ Das vergisst jedem Dorf eine Manufaktur. In einer Scheune stellte
man nicht. Später habe ich sieben Jahre lang selbst eine Frau Drops her. Ihr Mann arbeitete nebenan mit
einen Kiosk geführt, in Hondelage. Der war auch ein Holz. Sie hat das in so einer Seelenruhe gemacht. Es
Süßigkeiten-Eldorado. Danach war ich fast 20 Jahre hat so schön geduftet. Wir schauten zu, durften pro-19
bieren, und ich dachte: toll. Los ging es dann mit ei- Was waren Ihre ungewöhnlichsten
nem Starterpaket aus Dänemark – mit Utensilien, Aro- Erlebnisse auf Märkten?
men, Farben und Rezepten. Ein großer Fortschritt war Inzwischen stehe ich immer in einem Zelt, mit zehn
später die Anschaffung einer 100 Kilo schweren Bon- Gläsern auf dem Tisch. Wer möchte, kann vorab pro-
bonwalze. Die heißt bei mir „die flotte Lotte“. Mit ihr bieren. Ich verkaufe ja keine Schrauben, bei denen
kurbele ich aus der Zuckermasse einen langen Bon- man genau weiß, was das Richtige ist. Der Horror war
bonteppich. In einer Stunde entsteht ein Kilo Drops. einmal ein Tag bei 35° C. Über 25° C kann ich eigent-
Terry Franke bei der Produktion in Bevenrode. Renner bei den Marshmallows: Erdnuss-Banane (2.v.l.)
Wie entstehen Ihre Marshmallows? lich nicht verkaufen. Da kleben die Drops in der Tüte,
Die erhalten den besonderen Geschmack durch weil ich sie im Gegensatz zu Industrieware nicht mit
Früchte und Fruchtsaft. Damit habe ich wirklich eine Bienenwachs überziehe. Hier waren nun auch die
Nische besetzt. In dieser frischen, fluffigen Art gibt es Marshmallows flüssig. Die konnte man löffeln. Ich
bundesweit nur drei Anbieter. Die bestverkaufte Sor- habe nur noch unter dem Tisch verkauft… Den größ-
te ist Erdnuss-Banane – schmeckt wie Snickers ohne ten Ansturm gab es mal beim Markt am Prinzenpark.
Schokolade drumherum. Ich selbst mag gern Erdbee- Viele Schüler probierten in ihrer Pause. Einer sagte:
re oder Vanille mit zerbröselten Mandelkeksen und Kannst du auch Lollis herstellen? Beim nächsten Mal
geschmolzener Schokolade. habe ich dann welche mitgebracht.
Experimentieren Sie viel? Was testen Sie zurzeit?
Ja. Ich denke: Das müsste doch auch schmecken, und Vegane Marshmallows. Die Gelatine durch Agar Agar
dann probiere ich es aus. Glühwein, Lakritze, Spekula- oder Kichererbsensud zu ersetzen, hat aber nicht
tius und Schokolade, Heidelbeer-Pistazie – das passte funktioniert. Die Konsistenz war nicht gut, und es hat
alles gut. Ein Flop waren mal Zitronen-Marshmallows. nicht geschmeckt. Das kann noch eine Weile dauern,
Die waren geschmacklich klasse, aber durch den Saft bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
ließen sie sich nicht schneiden. Die waren wie Wackel
pudding.
› SÜSSIGKEITEN-BRINGDIENST
Ihre Drops und Marshmallows stellt Terry Franke auf der
Webseite www.dropswerk.de vor. Telefon: 05307 980291.20
Täglich stehen am Kohlmarkt sieben Suppen bereit: auf dem
Foto Rote-Bete-Suppe, Gulasch-Eintopf und Linsensuppe.
Für kalte Tage
Zu Besuch in der Suppenbar am Kohlmarkt
„Kein Safransüppchen mit Scam- leer stehenden Pavillon sah, war
pispieß, kein Chichi“: Das war die Idee der Suppenbar gebo-
die Devise, als Andreas Weichelt ren. Die sorgt nun mittags oft für
vor sieben Jahren die Suppenbar Schlangen bis hin zur Mitte des
„Ut’n grooten Pott“ am Kohlmarkt Kohlmarktes – vor allem montags,
eröffnete. Seit 1999 hatte der aus- wenn es Hochzeitssuppe gibt und
gebildete Koch nach Stationen in dienstags bei den schwäbischen
Braunschweig, Starnberg und Ber- Maultaschen in Rinderkraftbrühe.
lin auf Braunschweiger Wochen-
märkten Fleisch- und Wurstwaren Eintöpfe sind oft mit Erinne
verkauft. Um auch das Übrigge- rungen verbunden. Hören
bliebene gut zu nutzen, bot er bald Sie an der Theke viele emo
auch Eintöpfe mit Fleischeinlage tionale Geschichten?
an – und merkte: Viele kamen nur Ja, ganz oft. Ich habe ja viel ältere nach dem Krieg essen.“ Das ist so
wegen der Suppen. „Wenn die Kundschaft. Da höre ich Geschich- drin in der Volksseele, das sagt dir
anderen mittags anfingen einzu- ten, die bis zum Krieg zurück auch mal ein 50-Jähriger, bei dem
räumen, war es bei uns erst bre- reichen. Aufhänger ist oft die du denkst: Das ist aber eng mit der
chend voll.“ Als er dann 2014 den Steckrübensuppe: „Mussten wir Zeit (lacht).21
Samstags bieten Sie seit Au
gust ein Weißwurstfrühstück
an. Ist das schon ein Erfolg?
Viele kommen nach dem Markt-
bummel. Da steht hier der Banker
neben dem Straßenkehrer, der
Rentner neben dem Handwer-
Andreas Weichelt kochte auch mal eine Suppe zu Ehren seines Großonkels. ker. Ganz unterschiedliche Leute
kommen miteinander ins Ge-
Kochen Sie alle Suppen wenn er lange heiß steht. Bei man- spräch. Das ist ein Treffen, das ich
selbst? Ist Ihnen dabei eine chen Gewürzen muss ich vorsichtig sehr genieße. Ich bin jetzt 22 Jah-
persönliche Note wichtig? sein. Ich habe mich aber mal breit- re im direkten Verkauf. Die meis-
Ja, morgens ab fünf stehe ich in schlagen lassen, eine Karotten-Ing- ten Leute möchten gern ein paar
der Küche. Ich koche in Töpfen wer-Suppe anzubieten. Das war für Worte wechseln, gerade die älte-
für 50, 70 oder 150 Liter. Bei uns mich eigentlich eine Chichi-Suppe. ren. Immer gerne. Dafür ist unsere
stehen täglich sieben Suppen auf Aber seitdem läuft die wie Teufel. Suppenbar ein wirklich gut geeig-
der Tafel. Gulasch-, Erbsen- und Ich habe auch mal zu Ehren mei- neter Ort.
Linsensuppe sind gesetzt. Die nes Großonkels aus dem Spessart
Klassiker sind immer dabei. Dazu einen hessischen Bauerntopf ge-
gibt es eine in Stein gemeißelte kocht. Da sind Mettenden drin,
Tagessuppe. Für alles Weitere las- dicke Bohnen, viel deftiges Gemü-
se ich mich gern auf dem Markt se und Grumbeeren. So nennt man
inspirieren oder probiere etwas in der Pfalz Kartoffeln. Tante Anna,
Neues aus. Im Oktober gab es zum seine Frau, hatte einen Holzofen.
Beispiel Pinzgauer Laugenbrezel- Darauf stand immer ein großer
Kaspressknödelsuppe, eine öster- Topf mit Brühe oder Eintopf. Kamen
reichische Spezialität. Im Sommer die Kerle aus dem Wald oder vom
ist immer eine kalte Suppe mit Feld, musste schnell etwas Nahr-
dabei, etwa Gurken-Avocado-Sup- haftes da sein. Du konntest kom-
pe oder Gazpacho Andaluz, eine men, wann du wolltest – es gab im-
spanische Gemüsesuppe. Ich ko- mer etwas Warmes zu essen.
che nach meiner Auslegung. In die
Kürbissuppe kommen Äpfel mit Am Pavillon hängt eine Tafel
rein, in die Linsensuppe Tomaten. mit Suppenpaten. Was steckt
Im Gulasch-Eintopf sind Kartof- dahinter?
feln, Paprika und Mais. Ich versu- An jedem Dienstag bringen wir 20
che, dem immer eine persönliche Suppen zum Tagestreff Iglu. Mitt-
Note zu geben. wochs liefern wir 20 Suppen an die
Bahnhofsmission. Die Aktion wird Seit vielen Jahren dabei: Michaela Feuge
Nehmen Sie auch mal Anre durch Unternehmen finanziell un-
gungen auf? terstützt. Für dieses Engagement
Ja. Meine Suppe muss allerdings habe ich die „Hall of Fame“ einge-
so gekocht sein, dass sie acht Stun- richtet. Wir haben auch eine schö- › ÖFFNUNGSZEITEN
den warm stehen kann, ohne den ne Kooperation mit den Maltesern. Die Suppenbar hat montags bis
Geschmack zu verändern. Ein Tu- Seit Beginn der Pandemie liefern samstags von 10 bis 18 Uhr geöff-
cken Kreuzkümmel zu viel wäre wir zweimal pro Woche 40 Sup- net. Wöchentliche Speisekarte unter
schon nach der zweiten Stun- pen zum absoluten Vorzugspreis. www.suppenbar-kohlmarkt.de
de eklatant überlagernd. Ingwer Die werden dann an Obdachlose
kann auch unangenehm werden, verteilt.22
Bei der Premiere 2019 wählte eine Jury die Knödelwerkstatt zum
schönsten Stand des Braunschweiger Weihnachtsmarktes.
Der schönste Job der Welt
Carolin Feilke hat sich mit der Knödelwerkstatt
einen Traum erfüllt – und plant bereits weiter
D ie Hütte mit Rundbogen und blau-weißen
Ornamentfliesen stellte ein Schreiner im All-
gäu her. „Wir haben sie mit viel Liebe zum
Detail dekoriert: mit Tannengirlanden, selbst gebas-
telten Schleifen, Sternen und großen Holzfiguren“,
gedacht, dass es klappt. Sonst auch niemand. Mein
Bruder hat mir hinterher verraten, dass er mit meiner
Mutter gebrainstormt hat. Sie planten, mich in Mün-
chen zu besuchen, um mich aufzuheitern, wenn die
Absage eingetroffen ist.
erzählt Carolin Feilke. Die gebürtige Braunschweige-
rin, die seit zwölf Jahren in München lebt, hat sich mit War das Erlebnis dann
der Knödelwerkstatt einen Traum erfüllt. Die Premie- nach der Zusage so wie erwartet?
re – 2019 auf dem Weihnachtsmarkt – sorgte für zwei Mein Arbeitgeber, ein großer Sportartikelhersteller,
besondere Momente: Eine Jury wählte den Stand zum hatte mich drei Monate freigestellt. Ich war zu dieser
schönsten aller 151 Stände, und eine Gruppe älterer Zeit im Projektmanagement tätig. Nach einer Woche
Damen fuhr 70 Kilometer im Zug, um sie zu besuchen. auf dem Markt habe ich meinen Job gekündigt! Es
„Sie hatten über den Stand gelesen und wollten mich hat mir hier so viel Spaß gemacht, dass mir klar war:
kennenlernen. Zur Begrüßung schenkten sie mir eine Das möchte ich ausbauen. Ich bin jeden Morgen mit
Rose. Da kamen mir die Tränen.“ so viel Freude zur Arbeit gegangen und dann auch
Wie kamen Sie auf die Idee?
Das war eine wahrhaftige Schnapsidee. Am 23. De-
zember treffe ich mich immer mit meinen alten
Schulfreunden auf dem Weihnachtsmarkt. Obwohl
ich schon seit 20 Jahren Besucherin bin, war ich 2018
so ergriffen von der Atmosphäre, dass ich dachte: Hier
einen Knödelstand zu haben, das muss der schönste
Arbeitsplatz auf der Welt sein. Knödel liebe ich, seit
ich die Wirtshauskultur in München kenne. Die Idee
hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe ein Kon-
zept erarbeitet und mich beworben. Ich hätte aber nie
Der ideale Knödel: fluffig, aber zerfällt nicht23
Knödel schmecken wir jetzt zum Beispiel mit Bitter-
mandel und Zitrone ab. Beim Spinatknödel bringt
etwas Muskat eine spezielle Note. Die größte Heraus-
forderung war die Konsistenz: dass der Knödel fluffig
ist, aber nicht zerfällt. Unser Brot ist nun zwei Tage
durchgetrocknet und wird dann mit Milch aufgegos-
sen. Den Teig bereitet die Bäckerei Karl Mechau nach
unserem Rezept zu. Dort geht es zu wie in der Weih-
nachtsbäckerei von Rolf Zuckowski: viele Fleißige, die
die ganze Nacht lang arbeiten. Die leben noch die
Handwerkskunst. Die Beilagen hatten wir zunächst
in einer Küche im Keller meines Elternhauses zube-
reitet. Heute haben wir eine Produktionsküche mit
einem zweiköpfigen Küchenteam. Alle Beilagen wer-
den täglich frisch gekocht. Da wird der Kohl noch am
Stück gekauft. Dann wird er geschnitten, mariniert,
eingekocht und mit Zimt und Nelken abgeschmeckt,
sodass es schmeckt wie bei Oma.
Planen Sie, das Angebot auszubauen?
In diesem Jahr verkaufen wir auch auf dem Weih-
nachtsmarkt in Hannover und auf dem Wintermarkt
Snodekk in der Steinstraße. Dort kann bei uns auch
ein Schweizer Käsefondue bestellt werden. Wir kön-
nen uns auch vorstellen, auf Festivals zu gehen und
bei der Mummemeile mitzumachen. Gut zum Sommer
glücklich nach Hause gekommen – ins alte Kinder- würden ein Wildkräutersalat, ein Bärlauch- und ein
zimmer. Ich liebe das einfach: den Umgang mit den Rote-Bete-Knödel mit Ziegenkäse passen. Im Herbst
Kunden, die freundlichen Gesichter und das Mitein- dann vielleicht ein Kürbisknödel. Wir machen uns vie-
ander auf dem Markt. Wie sehr mein Herz aufging, le Gedanken. Ab und zu denke ich auch mal im Schlaf
dieses Gefühl hatte ich bei meinem anderen Job nie an Knödel. Dann sagt mein Mann morgens: Heute
in dem Maße. Inzwischen arbeite ich nun freiberuf- Nacht hast du wieder verkauft (lacht).
lich, im Consulting.
Was bieten Sie in diesem Jahr
auf dem Weihnachtsmarkt an?
Unser Verkaufsrenner ist der Tiroler Spinatknödel
mit brauner Butter und Parmesan. Außerdem gibt es
bei uns Semmel- oder Speckknödel mit Apfelrotkohl,
Ananas-Sauerkraut, Pilzrahmsauce oder Bratensauce.
Als süßen Knödel bieten wir diesmal einen Topfenkö-
del mit Zwetschgenkompott und Vanillesauce an. Wir
servieren in Porzellanschalen mit Edelstahlbesteck.
Damit unsere Gäste Platz und Ruhe zum Speisen ha-
ben, haben wir die Zahl der Stehtische verdreifacht
und ein Abgabefenster angebaut.
Dauerte es lange, den
optimalen Knödel zu finden?
Ich habe ein Jahr an der Rezeptur gefeilt. Mein Mann
und mein Bruder kamen an fast jedem Wochenen-
de in den Genuss meiner Knödel. Als wir sie perfekt
fanden, gab es Probeessen mit Freunden. Den süßen › ÖFFNUNGSZEITEN
Der Braunschweiger Weihnachtsmarkt ist bis zum
29. Dezember geöffnet – täglich bis 21 Uhr. Vorbestellung
des Käsefondues im Snodekk unter www.snodekk.de24 m
Der neue Wohnraum
kommt gut an
Großes Interesse an der Wohnungsbesichtigung
in der Broitzemer Straße 235
G anz in Ruhe alles erkunden: planen, ausmes-
sen, Fragen stellen und die Aussicht auf sich
wirken lassen. Nach der Besichtigung steht
dann auf dem Coffee-Bike eine Kaffeespezialität nach
Wahl bereit. So liefen unsere Besichtigungstage in der
me mit Waschmaschinenstellplatz. Oft hieß es: Toll,
was aus dem Objekt geworden ist. Durch die Innen-
stadtnähe und den Fahrstuhl ist es auch ein tolles
Objekt bis ins hohe Alter.“
In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Objekt
Broitzemer Straße 235 – ganz entspannt. Alle BBG- als Möbellager genutzt. Der moderne Umbau fügt
Mitglieder, die sich für den neuen Wohnraum interes- sich nun ins Umfeld ein, als ob er schon lange dage-
sierten, luden wir Ende September zu Einzelterminen wesen wäre: mit Wohnflächen von rund 48 bis rund
ein. Der Wohnraum kam so gut an, dass inzwischen 187 Quadratmetern. Die teilmöblierte Musterwoh-
bereits acht der zwölf Wohnungen fest reserviert sind. nung, eingerichtet von Möbel Homann, ermöglichte
„Mit dem Wohnungsmix haben wir eine breite Ziel- allen Interessent:innen, die Phantasie spielen zu las-
gruppe angesprochen. Junge, Ältere, Familien – es gab sen. Wie könnte es bei uns aussehen?
kaum jemanden, der nach der Besichtigung kein Inte- Im Keller steht für jede Wohnung ein zusätzlicher Ab-
resse an einer bestimmten Wohnung hatte“, erzählt stellraum zur Verfügung – und eine großzügige Stell-
Nicole Sticka aus Team 2. Besonders gefragt waren fläche für Kinderwagen, Fahrräder und Rollatoren.
die 2-Zimmer-Wohnungen und die beiden Penthouse-
Wohnungen mit großen Dachterrassen. „Bei den Be-
sichtigungen gab es viel Lob für die Grundrisse und › FREIE WOHNUNGEN
die Ausstattung, zum Beispiel für die Parkettfußböden, Bei Redaktionsschluss waren noch zwei Wohnungen im
die dezent grau gefliesten Bäder und die Abstellräu- Angebot: eine 3-Zimmer-Wohnung (135,91 m²) sowie eine
4-Zimmer-Wohnung (160,59 m²). Nähere Informationen
bei Nikolaos Chatzikiriakidis, Telefon: 0531/2413-143.Sie können auch lesen