ZürioberlANd Magazin - Pro Zürcher Berggebiet
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04 Editorial 12 Richtungswechsel
von Daniela Waser, Geschäfts- Die Naherholung boomt. Weg- rund ums Thema
führerin des Regionalmanage-
ments Zürioberland
05 Fahrt aufnehmen
weisende Aktionen ermöglichen
die gemeinsame Raumnutzung.
14 Das kulinarische Herz
bewegt.
für das Ziel der integrierten schlägt einen Takt höher
Standortförderung im Zürcher Ein Sommerrezept von René
Oberland. Kaufmann. Rössli Illnau.
06 Aus gutem Holz geschnitzt 15 Hoch hinaus
Ein Bushaus komplett aus Zür- Der Stadtpräsident Ruedi Rüfe-
cher Oberländer Holz, Muskel- nacht verrät seine Lieblingstour
kraft und Ingenieursleistung. mit dem Mountainbike.
07 Berge auf Messers Schneide 16 Die Nase im Wind
Das neue Zürioberland Panora- Schlagzeilen, welche die Zür-
ma Messer ist jetzt beim Regio- cher Oberländer Seele erfreuen.
nalmanagement erhältlich.
08 Digital in die Gänge kommen
So mancher Betrieb hat wäh-
rend Corona die digitalen Hilfs-
mittel neu entdeckt.
09 Avanti Trivanti
Ein Zürcher Oberländer Unter-
nehmen sucht den Weg aus der
Krise.
10 Zeitreise
Das Bewegtbild erobert die In-
dustriekultur des Zürcher Ober-
landes und die Fotografie die
Bäder als Bewegungsstätten.
Arbeiter stellen in
Wildberg ein Haus
fertig.
IMPRESSUM
Redaktion Daniela Waser, Mirjam Wüthrich | Texte Mani Sokoll | Adresse Regionalmanagement Zürioberland, Bahnhof
strasse 13, 8494 Bauma, T +41 52 396 50 90, info@zuerioberland.ch, www.zürioberland.ch | Fotos Zürioberland Touris
mus | Layout Mirjam Wüthrich | Druck Sieber AG | Auflage 750 Exemplare | Titelbild Alp Scheidegg, Wald
∙2∙INHALT | AGENDA.
AGENDA
29. August
Drei-Kantons-Tour
geführte (E-)Mountainbike-Tour mit
Jürg Röthlisberger
17. – 27. September
Genusswoche 2020
30 kulinarische Anlässe im Zürcher
Oberland
13. Oktober
Schulung Customer Expierience –
jeder Eindruck zählt.
5. und 9. November
Sensorik-Kurs
12. November
Ausserordentliche Mitgliederver-
sammlung Zürioberland Tourismus
∙3∙Daniela Waser
Geschäftsführerin Regionalmanagement
Als Geschäftsführerin des Regionalmanagements Zürioberland habe ich
das Glück, täglich bewegende Momente zu erleben. In persönlichen Be-
gegnungen, unterwegs in der Region oder in spannenden Projekten. Ich
sehe, wie vage Ideen reifen, wie sich Meinungen verändern und Neues
entsteht. Und genau hier beginnt unsere Aufgabe. Wo sich etwas bewegt,
können wir unterstützen. Und falls sich nichts bewegt, können wir den
Anstoss dazu geben. Ich verstehe das Regionalmanagement als Funken,
der ein Feuer zum Brennen bringt.
Stillstand bedeutet Rückschritt in einer Welt, wo stündlich neue Innovatio-
nen lanciert werden, sich Rahmenbedingungen verändern und der Wett-
bewerb um Kunden täglich neu erfunden wird. In Bewegung zu sein
bedeutet also wach zu sein, zu beobachten, zu antizipieren. Denn Chan-
cen frühzeitig zu packen ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber all jenen,
die still stehen.
Was braucht es, damit wir uns bewegen? Sich zu bewegen heisst, die
bisherige Position zu verlassen. Und dies, ohne genau zu wissen, wie das
Neue sein wird. Wir brauchen also ein Ziel. Eine Vorstellung davon, wohin
wir wollen, was wir erreichen möchten. Stellen wir uns vor, wir planen
einen Urlaub. Wir durchforsten das Internet, lesen hundert Erfahrungs
berichte und planen die Route minutiös. Das weckt Vorfreude! Doch wie
der Urlaub war – und erst recht ob er so war, wie wir ihn uns vorgestellt
haben – wissen wir erst, wenn wir wieder zu Hause sind. Sich zu bewegen
braucht also auch eine Portion Mut. Mit dem Ziel eines wettbewerbsfähi-
gen und lebenswerten Zürioberlandes vor Augen freue ich mich, gemein-
sam mit Ihnen als starke Partner mutig vorwärts zu gehen und unterwegs
alle mitzunehmen, die sich mit uns bewegen wollen.
∙4∙FAHRT AUFNEHMEN.
Schon Aristoteles sagte «das Der unternehmerische Puls von Zürich schlägt auch in unserer Region.
Leben besteht in der Bewe Visionäre Ideen treffen hier auf fruchtbaren Boden – ambitionierte
gung». Dieses Zitat passt Vorhaben finden ein positives Klima. Schliesslich gehören Innovationen
wunderbar zum Regional schon seit 200 Jahren zu unserer Geschichte. Unser Name steht für
management. Sie konnten es Qualität, die über dem Durchschnitt liegt. Wir lieben unsere Region und
bereits verschiedenen Kanä sind stolz auf das, was wir tun. Sorgfalt, Freude und Engagement gehö-
len entnehmen: Wir stellen ren für uns deshalb einfach dazu, was in jedem Produkt, jeder Dienst-
uns neu auf und wollen per leistung und in jeder Begegnung spürbar wird. Die einzigartige Natur-
1. Januar 2022 einen neuen und Kulturlandschaft ist das Kapital unserer Region. Wir tragen Sorge
Verein gründen, in dem künf zu ihr und teilen sie mit Bedacht mit unseren Gästen. Sie bildet die
tig alle Akteure mitreden. Die Quelle für die Lebensqualität, die unsere Region so wertvoll macht für
bisherigen Schwerpunkte im all jene, die naturnah und doch nicht ab der Welt leben möchten.
Sinne der integrierten Stand
ortförderung haben sich be Im April 2019 begann dieser Prozess und hat seither viele verschiedene
währt und bleiben bestehen: Stadien durchlaufen. Aus Drei-mach-Eins ist in so einem Fall alles ande-
Tourismus, Wirtschaft, Regio re als einfach, und deshalb ist es umso wichtiger, alle Beteiligten recht-
nalprodukte sowie Kultur & zeitig und immer wieder abzuholen. Die bisherigen Vereine PZB (Pro
Gesellschaft. Das Ziel ist ein Zürcher Berggebiet), RZO (Region Zürcher Oberland) und ZOT (Züriober-
attraktives, wettbewerbs land Tourismus) müssen sich bezüglich Strategie und künftiger Ausrich-
fähiges und lebenswertes tung sicher und einig sein – was heute der Fall ist. Wie immer liegt der
Zürcher Oberland, in welchem Teufel im Detail: so sind wichtige Punkte zu klären wie z.B. die Einbin-
alle Gemeinden, Verbände dung der überregional erfolgreichen Marke «natürli». Diese darf auf
und Unternehmen in der Regi keinen Fall wegfallen oder vernachlässigt werden. Auf der anderen
on ihren Platz finden. Seite gilt es, weitere Bereiche wie die Wirtschaft oder Kultur so abzu-
holen, dass diese sich ebenfalls ernst genommen und eingebunden
fühlen in die neue Organisation.
Das eigens geschaffene Kernteam und die jeweiligen Vorstandsmitglie-
der sind mit vollem Engagement an der Umsetzung dieses anspruchs-
vollen Projektes und überzeugt vom eingeschlagenen Weg. Dies zeigte
sich denn auch am Vorständetreffen (alle Vorstandsmitglieder der drei
Vereine) am 2. Juli. Es herrscht Klarheit und Einigkeit sowie Übereinstim-
mung bezüglich der noch verbleibenden Themen und offenen Punkte.
Alle haben ein Ziel im Blick: Ab Januar 2022 ist die integrierte Standort-
förderung unter einem Label Realität!
Wo Landwirtschaft
und Industrie dicht
beisammen liegen.
∙5∙AUS GUTEM HOLZ GESCHNITZT.
Sicher haben Sie es schon bemerkt: Seit Juni
strahlt die Bushaltestelle auf der Durchgangs
strecke zwischen Bauma und Saland in neuem
Glanz und besticht mit aussergewöhnlichem
« Idealerweise werden verschiedene
Modelle erarbeitet.
Sabrina Honegger, Regionalmanagement Zürioberland
«
Design. Sie ist ein gelungener Dialog zwischen ander von Mensch und Natur, von Tradition und
lokaler Tradition, gutem Handwerk und regio Moderne, von Handwerk und Baukultur.
nalem Holz.
So fügt sich der kleine, aber durchaus sehenswerte
Bau harmonisch in die Umgebung ein. Und bietet
Es wäre sehr schön, wenn weitere dem täglichen Pendler, wie dem Wanderer auf der
solche Wartehäuschen entstehen Heimkehr einen geschützten Moment des Wartens
würden. oder Ausruhens. Die praktische Architektur bietet
Brix Frischknecht, Postauto AG auch Platz für Velos und Kinderwagen. Bei diesem
ersten Vorzeigeobjekt soll es aber nicht bleiben. Be-
Kleine Nutzbauten im öffentlichen Raum finden reits haben weitere Gemeinden Interesse an einem
meist keine grosse Aufmerksamkeit. Es sei denn, das individuellen Bushäuschen angemeldet. Klar ist für
Projekt ist mutig. Dank der Kooperation zwischen Sabrina Honegger: «Wir wollen nicht einfach eine
der Gemeinde Bauma, dem Regionalmanagement Kopie aufstellen, sondern idealerweise werden ver-
Zürioberland und den lokalen Handwerkern ist eben- schiedene Modelle erarbeitet». Bei Interesse können
dies gelungen. Etwas mehr als bloss die Errichtung sich die Gemeinden beim Regionalmanagement mel-
einer Haltestelle mit Unterstandsmöglichkeit war den und aus verschiedenen Varianten auswählen.
das Projekt von Anfang an. «Es ist ein Signal», meint
Sabrina Honegger, Projektleiterin beim Regionalma-
nagement Zürioberland, «dass man Buswartehäus-
chen nicht als reine Zweckgebäude gestaltet.» Das
Bushäuschen wurde als Reminiszenz an den Einsatz
traditioneller Materialien, gekonnte Fertigungstech-
niken und die Landschaft gebaut. Und damit unter-
strichen, was bis heute die Region prägt: Ein Mitein-
Die Wittwer AG fügt
die einzelnen Elemen
te zu einem fertigen
Bushaus zusammen.
Die komplette Holz-
Wertschöpfungskette
wurde im Zürcher
Oberland abgedeckt.
∙6∙Bei der Wahl der Handwerker sind sie dann frei. Vo-
raussetzung ist natürlich, dass das Holz aus dem
Zürcher Oberland stammt.
Joe Schmid, Leiter Angebot und Markt VZO, hält fest:
«Unseren Fahrgästen ist ein Witterungsschutz mit
Sitzgelegenheit an der Bushaltestelle wichtig. Zu-
dem ist eine Haltestelle das Eintrittstor in den ÖV,
welches eine Gattung machen soll. Von unseren
Lieferanten erwarten wir ein ökologisches Produzie-
ren und Handeln. Somit passt das Bushaus aus regi-
onalem Holz mit einer Wertschöpfung vor Ort gut in
unsere Umweltpolitik».
BERGE AUF
Auch Brix Frischknecht, Verantwortlicher Infrastruk- MESSERS SCHNEIDE
tur bei der Postauto AG, ist begeistert: «Die Idee, Immer noch unsicher mit den Na-
eine Busstation anhand eines Wettbewerbes mit men der Berge und Hügel im Zür-
ZHAW-Absolventen zu realisieren ist einfach genial. cher Oberland? Die ultimative
Besonders lobenswert ist der Grundsatz, dafür loka- Lösung ist messerscharf. Das ein-
les Holz zu verwenden. Es wäre sehr schön, wenn zigartige Panorama-Messer dient
weitere solche Wartehäuschen entstehen würden». nämlich nicht nur als Schneid
instrument, sondern auch als
Geografienachhilfe. Die Klinge ist
in der Form von acht bekannten
Zürcher Oberländer Berg-High-
lights geschliffen und kommt in
zwei Editionen (helle oder dunkle
Klinge). Speziell erwähnenswert
ist der Griff, welcher aus regiona-
lem Kirschbaum von der Firma
Nef Holzwaren in Bauma eigens
angefertigt wird. Erhältlich ist das
Universalmesser für CHF 69.–
(CHF 79.– / dunkle Teflon-Varian-
te).
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ZÜRIOBERLAND PANORAMAMESSER
∙ 7 ∙ WWW.ZÜRIOBERLAND-REGIONALPRODUKTE.CHDIGITAL
IN DIE GÄNGE KOMMEN.
Corona hat unsere Gesellschaft nachhaltig und auf Austausch nicht ganz einfach. Wenn die direkte Mi-
verschiedenen Ebenen bewegt. Die Welt, die auch im mik oder Körperhaltung fehlt, ist es ungleich schwe-
Jahr 2020 noch häufig sehr analog unterwegs war, rer, Reaktionen zu deuten». Die Begeisterung für das
kam nicht umhin, sich in Richtung Digitalisierung zu Thema war dennoch so gross, dass ein Nachfolge-
bewegen. Mit unterschiedlichen Erfahrungen und Anlass geplant ist – vermutlich dann wieder analog.
Auswirkungen. Plötzlich fanden Meetings nur noch
via Zoom, Teams oder anderen virtuellen Plattfor- Verkaufen per Internet
«
men statt. Unternehmen mussten sich überlegen, Seit 1975 stellt Nef Holzwaren in Bauma individuell
einen Online-Shop einzurichten oder weitere Neue- gefertigte Holzprodukte her. Inhaber Walter Nef hat
rungen zu implementieren. aufgrund von Corona den schon länger angedachten
Online-Shop in Kürze auf die Beine gestellt. «An-
fänglich wollte ich alles allein umsetzen, doch dann
musste ich doch eine externe Fachperson hinzuzie-
Wenn die direkte Mimik oder Kör hen. Schliesslich will ich, dass der Shop perfekt und
perhaltung fehlt, ist es ungleich kundenfreundlich daherkommt», erzählt der umtrie-
schwerer, Reaktionen zu deuten. bige Unternehmer.
Nathalie Humm, Regionalmanagement Zürioberland
Frischer Wind im www
Nathalie Humm, Projektleiterin Tourismus & Kultur Die Website des Regionalmanagements kommt in
beim Regionalmanagement, organisierte für Touris- einem aufgefrischten Kleid daher. Informieren Sie
mus-Betriebe im Zürioberland ein Webinar zum sich über die verschiedenen Bereiche der integrier-
Thema «Social Media Marketing» und erzählt: «Der ten Standortförderung unter www.zürioberland.ch.
Vorteil war, dass niemand eine längere Anfahrt auf Für Spielfreudige hat die Seite www.zürioberland-
sich nehmen musste, und sich so die zeitliche Koor- regionalprodukte.ch einen besonderen Spass bereit:
dination stark vereinfachte. Auf der anderen Seite Sie tuckern mit einem Traktor durch die Gegend und
waren wir lange mit technischen Themen wie unter- sammeln dabei verlorene Gegenstände ein. Aber
schiedlichen Internetleitungen, fehlenden Kameras Achtung: Kuhgefahr! Zu gewinnen gibt es leckere
und weiteren solchen Herausforderungen beschäf- Geschenkboxen mit regionalen Spezialitäten. Sofort
tigt, bevor wir überhaupt auf das Kernthema zu einloggen und mitspielen – Ende August gibt’s die
sprechen kamen. Zudem gestaltete sich der virtuelle nächste Gewinnrunde!
Das Smartphone
war in den letzten
Monaten für viele das
Tor zur Aussenwelt.
∙8∙Avanti trivanti.
Der Mann hinter dem Event-Artikel-Unternehmen mit über 150 Spiel-
geräten für Erwachsene heisst Marco Botta und hat den Firmensitz nach
langen Jahren in Greifensee aus Logistikgründen nach Saland verlegt.
«Jetzt haben wir einen zentralen Standort, und meine Mitarbeitenden
wohnen in Bäretswil und Wetzikon. Das passt also ideal», meint der
«
sympathische Unternehmer.
So spielerisch der Inhalt seiner Firma, so wenig lustig ist momentan
jedoch die Geschäftslage. «Am 17. März hat sich mein gesamtes 2020
in Luft aufgelöst. Auf einen Schlag wurden alle Aufträge storniert»,
Überall wo wir sind, resümiert Botta. «Ein klitzekleines Lichtlein sehe ich am Horizont für
sind die Leute mit ei 2021, doch zuerst müssen wir es bis dahin schaffen».
nem Smile unterwegs.
Marco Botta, Botta Event Factory Marco Botta ist sich Unsicherheit und Durchbeissen gewohnt. Seine
Lehre absolvierte er als Maschinenmechaniker, danach machte er eine
Diesen Sommer in der Schweiz Weiterbildung zum technischen Kaufmann und eine weitere im Kader-
geblieben und Lust auf etwas bereich. «Per Zufall stiess ich auf die Ausschreibung einer Stelle als
Aussergewöhnliches? Gute Geschäftsführer einer Event-Artikel-Firma in Effretikon.» Botta bekam
Laune in den Firmenalltag den Posten und entdeckte seine Freude an dieser Branche. «Es macht
bringen und erst noch Corona- richtig Spass. Man ist viel unterwegs, und überall, wo wir sind, sind die
konform unterwegs sein? Leute mit einem Smile unterwegs.» Als die Besitzer ihre Firma verkauf-
Dann ist die Firma Event-Fac ten, wollte Botta zugreifen: «Aber ich war zu jung, die Banken wollten
tory in Saland Ihre perfekte mir keinen Kredit geben.» Botta wollte jedoch unbedingt in diesem
Anlaufstelle. Dort können Sie Bereich bleiben. Er entschied sich, nochmals bei null anzufangen und
mit Ihrem Team oder Ihrer Fa selbst eine Firma zu gründen: «In den ersten Jahren war es hart: wenig
milie exklusiv in der Schweiz Geld und viel Arbeit. Dann lief es sehr gut, und jetzt haben wir Corona».
die schnittigen E-Scooter Tri
vanti mieten und durch die Einen anderen Beruf kann sich Marco Botta trotzdem nicht vorstellen.
Landschaft düsen. Erleben Sie Auch nicht, mit 65 Jahren in Pension zu gehen. «Solange ich körperlich
mit 20 km/h Fahrspass pur noch fit bin, werde ich weitermachen», ist seine Überzeugung.
und dank zwei Akkus kommen
Sie bis zu 70 Kilometer weit. Es ist der Event-Factory zu wünschen, dass sich die vielen Firmen und
privaten Gruppen wieder trauen, Feste und Events durchzuführen – das
www.event-factory.ch Leben ist zu kurz für keinen Spass!
∙9∙ZEITREISEN
UND BÄDERWELTEN.
«Alles neu macht der Mai», sagte Schriftsteller Hermann Adam von
Kamp anno 1820. Genau zur selben Zeit entstand die Neuthal Textil-
und Industriekultur, welche einen zentralen Stellenwert nicht nur im
Zürcher Oberländer Wirtschaftsleben, sondern auch überregional ein-
«
nahm. In den 1960er-Jahren wurde die Produktion eingestellt, doch das
Industrie-Ensemble Neuthal ist nach wie vor ein Ortsbild von nationaler
Bedeutung. Die Villa und ihre Nebengebäude werden heute zwar von
einer Therapie-Stiftung genutzt. Jedoch ist im Spinnereigebäude und
seinen Nebenbauten das sehenswerte Museum Neuthal Textil- und
Industriekultur untergebracht. Es lohnt ein Besuch zurück in die Vergan- Alles neu macht der
genheit. Eintauchen in die Welt der Spinnerei, welche vom Textilindus- Mai.
triellen Johann Rudolf Guyer, dem Vater des späteren Eisenbahnpioniers Hermann Adam, Schriftsteller
Adolf Guyer-Zeller, erbaut wurde. Die europaweit einzigartige Webma-
schinensammlung befindet sich ebenfalls in Neuthal. Nur durch den «Alles neu macht der Mai» hiess
unermüdlichen Einsatz von Fachspezialisten ist es möglich, die komple- es aktuell auch in den Badis der
xe Mechanik der Webmaschinen am Laufen zu halten. Und noch ein Region. Das von Zürioberland
Highlight: Weltweit einzigartig können gleich sechs Websysteme im Tourismus organisierte und finan-
Betrieb bestaunt werden. Diese Perle von Kulturgut bietet ein faszinie- ziell unterstützte Bädershooting
rendes Rundum-Kennenlernen von Wasserkraft über Stickerei bis We- war ein voller Erfolg! Das Ziel war
ben. Keiner ist ein waschechter Zürioberländer, der nicht mindestens professionelle und anziehende
einmal in Neuthal war... Fotos, mit denen sich die einzel-
nen Badis voll identifizieren kön-
nen. Wichtig war der Einbezug
der Gemeinden, damit sie ihre
Ideen für die Sujets einbringen
konnten, da sie die Bilder kosten-
los nutzen. Auch die Organisation
allfälliger «Badi-Models» lag
ganz in Gemeindehand. Am Tag
des Shootings waren alle Beteilig-
ten voll im Einsatz. Besonders die
Badi Effretikon hat sich enorm ins
Zeug gelegt und mit ihren eigens
Der Filmproduzent engagierten Personen eine richtig
Roman Meister rückt volle Badi inszeniert. Das Tüpfel-
die alten Maschinen
chen auf dem i sind die wunder-
der Neuthal Textil-
schönen Drohnenfotos, welche
und Industriekultur
ins richtige Licht. die Badis gleich nochmal so at-
traktiv wirken lassen.
∙ 10 ∙1 2
3
4
1 Hallenbad, Bauma
2 Strandbad Auslikon, Wetzikon
3 Freibad Tränkibach, Grüningen
4 Eselriet, Effretikon
5 Schwimmbad Steg, Fischenthal 5
∙ 11 ∙RICHTUNGSWECHSEL.
Wer kennt es nicht: wegen all der Corona-Massnah- Wirt Hansruedi Häne ist erfreut: «Das Angebot stösst
men blieb den Meisten in den vergangenen Wochen auf grosses Echo, und vor allem der Verkauf von
zur Erholung nur der nahe Wald, der heimische See Gutscheinen für die Picknickkörbe läuft super».
oder die Wanderung auf den nächst gelegenen Berg
(wo dann die beliebte Beiz erst noch zu war). Doch Auch das Alpenbad hat die Zeit genutzt und ein wei-
statt lauschigem Gipfelerlebnis oder Naherholung teres attraktives Angebot realisiert. Ein wahres
waren auf einmal überfüllte Waldwege und ebensol- Highlight ist die neue Alpenbubble, ein Hotelzimmer
che Abfallkübel, Konflikte zwischen rasanten Bikern in der Plexiglaskugel mit freier Sicht auf den Sternen-
und gemütlichen Spaziergängern und ähnliches an himmel, welches ein unvergessliches Erlebnis bietet.
der Tagesordnung. Auch die zur Untätigkeit ver-
dammten Gastronomiebetriebe hatten viel zu ver- Zürioberland Tourismus hat während diesen Zeiten
dauen. So erforderten all diese unerwarteten Aufla- nicht nur alle regionalen Gastro- und Tourismusbe-
gen kreative Ansätze und einen gelassenen Umgang triebe tatkräftig unterstützt, sondern war auch un-
mit den aufreibenden Folgen. Statt mit Verboten gewohnt intensiv Anlaufstelle für interessierte Gäs-
oder dem Mahnfinger unterwegs zu sein, setzte das te. Die Website-Zahlen zeigen dies besonders
Regionalmanagement auf Augenzwinkern und lan- eindrücklich: Die Klicks auf den Seiten Wanderungen
cierte einen humorvollen und dennoch ernst gemein- und Biken erfuhren eine 500%ige Steigerung, und
ten «Guide für waschechte Zürioberländer», welcher der Webshop hat schon im Juni den Jahresumsatz
die ungeschriebenen Gesetze für ein respektvolles erreicht. Wir alle wünschen uns für das restliche Jahr
Verhalten in der Natur und einem freundlichen Mit- stabile Verhältnisse, auf dass die regionalen Betriebe
einander enthält. Ebenso erfinderisch waren viele erfolgreich tätig sein können.
Betriebe in der Region. So kann man zum Beispiel im
Berggasthaus Hörnli neu Picknickkörbe bestellen
und seinen Lunch in der schönen Natur geniessen.
Wegen Corona:
Lützelsee-Rundgang
nur im Uhrzeigersinn erlaubt!
Der Zugang zu vielen Seen war ja
gesperrt. Ein besonders gelungenes
Projekt war jedoch die Lenkung um
den Lützelsee. Im Corona-Krisenstab
der Gemeinde Hombrechtikon wollte
man den vielen geschlossenen Plätzen
Von 8 bis 18 Uhr sind auf der entgegenwirken und lancierte den Weg
Naturstrasse keine Velofahrer und
Jogger gestattet! im Uhrzeigersinn um den See. «Dank
Eigenverantwortung und keinerlei Pro
Krisenstab Coronavirus Hombrechtikon
bleme lief dies alles wunderbar», sagt
Gemeindepräsident Rainer Odermatt.
∙ 12 ∙Mit 10 Tipps werden Sie bald für
waschechte Zürioberländer gehalten:
www.zürioberland-tourismus.ch/ausflugsguide
∙ 13 ∙DAS KULINARISCHE HERZ
SCHLÄGT EINEN TAKT HÖHER.
Gebratenes Baumer Zan
derfilet an Ingwersauce
auf Gurken-Carpaccio mit
Radiesli und Tricolore-
Quinoa
Zanderfilet auf der Hautseite in
Olivenöl kräftig anbraten. Mit
Fleur de Sel und Pfeffer ab-
schmecken.
Ingwer fein reiben und in Butter
dünsten. Mit Pernod ablöschen ZUTATEN
und mit Fischfond und Rahm auf- 540 g Baumer Zanderfilet
füllen. Alles auf 1/3 reduzieren 30 g Ingwer geschält
und mit kalter Butter aufmontie- 50 g Butter
ren. Mit Fleur de Sel und Pfeffer Pernod
Vreni und René Kaufmann abschmecken. 1 dl Fischfond
Rössli Illnau 1 dl Rahm
Gurke (nach Bedarf schälen) und 50 g Butter
Getreu diesem Motto bewegt in dünne Scheiben schneiden, Fleur de Sel, Pfeffer
René Kaufmann vom Rössli Radiesli halbieren. Beides in But-
Illnau seit Jahren die Gastro ter und Noilly Prat kurz glacieren. 1 Gurke
szene. Das Geheimnis liegt nicht Mit Fleur de Sel, Pfeffer abschme- 4 Radisli
nur in der gastfreundlichen Hal- cken und fächerartig auf einem Noilly Prat
tung, sondern auch in der hoch- Teller drapieren. 30 g Butter
stehenden und weltoffenen Fleur de Sel, Pfeffer
Speisekarte. Die Verbindung von Schalotte fein hacken und im Oli-
regionalen und internationalen venöl glasig dünsten. Quinoa Olivenöl
Komponenten sorgt für einen beigeben und mitdünsten. Mit 200 g Quinoa tricolore
unvergesslichen Hochgenuss. Gemüsefond auffüllen und Lor- 1 Schalotte
Auch in Zeiten von Stillstand beerblatt beigeben. Zugedeckt 4 dl Gemüsefond
wurde kreativ gewirkt. Folgen- bei kleiner Hitze 8 – 10 min garen. 1 Lorbeerblatt
des exklusive Sommer-Rezept Mit Fleur de Sel, Pfeffer und Li- 1/2 Limette
wird Sie begeistern! mettensaft abschmecken. Fleur de Sel, Pfeffer
∙ 14 ∙Hörnli und
Ruedi Rüfenacht Tössstock.
Stadtpräsident Wetzikon
Gastautor
Seit gut 30 Jahren fahre ich mit dem Mountainbike Mit dem Aufstieg verändert sich die Umgebung und
durch das Zürioberland. Seit wir in Wetzikon wohnen ich komme in eine andere Welt. Ab hier folgt ein
immer direkt zu Hause. In dieser Zeit habe ich viele Höhepunkt dem anderen. Der Weg führt mich, auf
schöne Strecken gefahren und bin begeistert, weil gefühlt gleichbleibender Höhe, rings um den War-
ich immer wieder Neues entdecke. Ich bin kein Hard- ten, das Hirzegg und den Roten Richtung Hulftegg.
core Biker, ich geniesse die Mischung von Bewe-
gung, Technik und der schönen Umgebung. Zum Fahren ist die Route wunderbar: grosse Stre-
cken führen über nicht befahrene Forst- und Wan-
Ende Mai habe ich mich über die Lockerungen ge- derwege. An diesem Tag sind viele Wanderer und
freut und die erste Bike-Tour geplant. Seit letztem Biker unterwegs. Auffallend viele jüngere Menschen
Sommer ist eine Halterung für mein uraltes GPS- geniessen die Natur. Beim Vorbeifahren oder Kreu-
Gerät am Lenker fixiert. So kann ich mir vorgängig zen gibt es keine bösen Worte. Ein «schöner Tag»
Routen zusammenstellen und problemlos unterwegs oder auch «viel Spass» sind die guten Wünsche, wel-
navigieren. Auf der Webseite von Zürioberland Tou- che ich mit auf dem Weg bekomme.
rismus wurde ich fündig: die Route Bauma–Roten–
Bauma schien wie für mich gemacht. Es geht weiter immer auf rund 1’000 Höhenmetern
über Regelsberg und Silberbüel Richtung Sternen-
Schnell sind die GPS-Daten gespeichert, der Akku berg. Über Langfuri führt der Weg zu einem weiteren
des E-Mountainbikes ist geladen und es kann losge- Hit der Tour: auf einem wunderbaren Trail durch ein
hen. Die Anfahrt auf dem Radweg von Wetzikon menschenleeres Tobel runter nach Bauma kann ich
über Bäretswil nach Bauma ist gut zum Aufwärmen es noch mal so richtig krachen lassen. Weil der Akku
und steigert die Vorfreude auf die erwarteten Erleb- vom Mountainbike und von mir noch nicht ganz leer
nisse. Entlang der Töss führt der Weg Richtung Steg, ist, fahre ich auf kleinen Wegen über Dürstelen, den
und an der ersten Engstelle halte ich bereits einen Golfplatz und das Kemptnertobel nach Wetzikon
Plausch mit entgegenkommenden Wanderern. Ich zurück.
schätze das sehr, einige Worte mit Weggenossen zu
wechseln. Bei Steg führt mich das Navi seitlich in ein Rückblickend ist dies eine der schönsten Touren, die
Tobel. Eine schöne schattige Route mit leichter Stei- ich im Oberland je gefahren bin – bietet sie doch
gung – perfekt. Zuhinterst im Tobel geht’s zur Sache: genau diejenige Mischung, welche ich am meisten
ein steiler Aufstieg, mehrere Kehren führen auf gro- liebe.
bem Schotter wirklich steil bis auf ca. 1’000 m Höhe,
ohne Motorunterstützung wäre es für mich nicht zu
schaffen. 37.3 km | 666 hm | 4 h 45 min
∙ 15 ∙ www.zürioberland-tourismus.ch/bikeDIE NASE IM WIND.
Das Regionalmanagement ist im stetigen Austausch mit Gemeinden, Unternehmen und vielen
weiteren Akteuren und Ansprechpartner für unterschiedlichste Anliegen. Unsere Freude sind
kleine und grosse Erfolge zugunsten eines attraktiven und lebenswerten Zürioberlandes.
E LGG PLANT ALT
STADTENTWICKLUNG
E -Bike Sharing
Gemeinsam mit der Planungs-
Das historische Landstädt- kommission legt das Regionalma-
chen Elgg ist vom Lädelister- nagement den Städten Wetzikon
ben betroffen. Die Gemeinde und Uster ein Konzept von Publi-
will mit einer Nutzungs bike vor.
planung Altstadt Elgg die
H S
Kernzone beleben und das
lokale Gewerbe sowie den
Detailhandel erhalten. Pro erzlich ennhütte
Zürcher Berggebiet unter- willkommen 1028 m Ü. m.
stützt das Projekt mit Seit dem 1. Juli empfängt das Re- Das beliebte Berggasthaus in
CHF 20’000.– aus der Neuen gionalmanagement seine Besu- der Strahlegg hat eine neue
Regionalpolitik des Bundes. cherInnen im neuen Empfangs- Gastgeberin. Sarah Tiefen
raum im Bahnhof Bauma. Hier bacher empfängt Ausflugs-
erhalten Gäste touristische Infor- gäste von Freitag bis Dienstag
mationen und erwerben Züri- zwischen 9 und 20 Uhr.
oberland Regionalprodukte. Die
Einrichtung wurde ausschliesslich
«
aus regionalem Holz gefertigt.
Das «E-» ist der wich
Z äme Konkret
Vorwärts
tigste Buchstabe der
Mountainbikeplanung.
Jürg Röthlisberger, Bikeguide
eine Kampagne von Züriober-
land Wirtschaft für Gewerbe
und Unternehmen in der Regi-
J akob Stutz-Weg
Das Konzept des neuen Kultur
on. Wir realisieren interessan- weges steht. Geplant sind nebst
Zürioberland Tourismus arbeitet te Hintergrund-Stories und klassischer Beschilderung auch-
an der Beschilderung von Moun- führen Interviews mit regiona- Theateraufführungen. Zurzeit
tainbike-Routen. Dazu trafen und len Menschen und Unterneh- sucht die Trägerschaft nach Geld-
treffen sich die Mountainbiker merInnen, die bewegen. gebern für die erfolgreiche Um-
Innen aus der Region. setzung.
∙ 16 ∙Sie können auch lesen