12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern

Die Seite wird erstellt Sam Lange
 
WEITER LESEN
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
CALL FOR PROJECTS
12. – 22. Januar 2023
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
Call for Projects
Liebe Lichtkünstler*innen

Bereits zum 4. Mal dürfen wir einen „Call for Projects“ für das Lilu
Lichtfestival Luzern lancieren. Da wir das geplante Programm vom
Januar 2021 fast vollumfänglich auf den Januar 2022 umbuchen
dürfen, befassen wir uns bereits mit dem Programm für 2023. Vom
12. bis 22. Januar 2023 laden wir erneut nationale und internationale
Künstler*innen ein, mit uns die Stadt Luzern zum Leuchten zu bringen.

Es gibt kein spezifisches Festivalthema, jedoch werden Projekte
mit einem Bezug zur Stadt und Region Luzern bevorzugt. Luzern
verfügt über eine grosse architektonische Vielfalt. Historische
Sehenswürdigkeiten, spezielle Hausfassaden, lauschige Plätze und
kleine Gassen warten auf kreative Ideen. Im weiteren Dokument
findest du Geschichten, Sagen und Informationen zu möglichen
Standorten als Inspiration.

Luzern soll mit innovativen und interaktiven Lichtinstallationen zum
leuchtenden Treffpunkt im Januar werden. Der Verein Lichtfestival
Luzern freut sich auf spannende und überraschende Projekteingaben.

      Lea Isaak                     Thomas Fritschi
    Festivalleitung                  Festivalleitung

                                                                        Genesis 2 – Projektil © Laila Bosco / Lilu Lichtfestival Luzern
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
Oktogon – François Chalet © Laila Bosco / Lilu Lichtfestival Luzern
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
27   28       29
     Mögliche Standorte,
     wir sind offen für weitere Vorschläge.
                                                                                                                                                                          33

                                                                                                                                                                               34
                                                                                                     26                                                                        35
                                                       16                                                                    31                                                36
                                                                                                                                             32
              Fussballplatz                  16                                23                    25                                                                        37
                                                                                                24            30
                              16
        16                                                                        22                               1    Inseli - Park               20   Wasserturm

16                                                                                                                 2    KKL Luzern                  21   Peterskapelle

                                                                                                                   3    Torbogen                    22   Seequai

                                                                                                                   4    Meilihalle                  23   Hotel Schweizerhof

                                                                                                                   5    Raiffeisen                  24   Kurplatz

                                                             21                                                    6    Vögeligärtli                25   Musikpavillion

                                        18                                                                         7    Lukaskirche                 26   Hofkirche

                                                  19                     38                                        8    LUKB                        27   Bourbaki

       15                          17                                                                              9    Theater Luzern              28   Löwendenkmal

                                                                                                                   10   Franziskanergärtli          29   Gletschergarten
             14                                                               4                                    11   Franziskanerplatz           30   Nationalquai
                                                            20
                                                                                                                   12   Regierungsgebäude           31   Grand Casino
                                                                                            2                      13   Jesuitenkirche              32   Matthias-Luchsinger-Platz
                                                             5                 3
                                        13                                                                         14   Zöpfli                      33   Hotel Montana

                              12                   9                                                               15   Mühlenplatz                 34   Rössliwiese

                                                                                                                   16   Museggmauer & Museggtürme   35   Villa Schweizerhof

        11                                                                                                         17   Weinmarkt                   36   Lido Wiese

                                                                                                          1        18   Hirschenplatz               37   Verkehrshaus

        10                                             8                                                           19   Kornmark                    38   Seebrücke (Wasserinstallation)

                                                                 6

                                                                     7
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
Eckpunkte zur Projekteingabe
Das Lilu Lichtfestival Luzern 2023 steht unter keinem konkreten Festivalthema.

Erwünscht und bevorzugt werden jedoch Ideen und Konzepte mit Bezug zu Luzern. Im weiteren Dokument findest du Geschichten, Sagen und
Informationen zur Unterstützung.

Der Verein Lichtfestival Luzern legt Wert auf künstlerische Freiheit, hält jedoch fest, dass die Projekte keine politischen oder diskriminierenden
Themen oder Aussagen beinhalten dürfen.

Die Eingaben werden nach folgenden Kriterien bewertet:

•   Berücksichtigung der provisorischen zur Verfügung stehenden Standorte (Wir sind offen für andere Vorschläge.)
•   Innovationsgrad von Inhalt und Umsetzung
•   Interaktionsmöglichkeit für Besucher*innen
•   Kreativität
•   Rücksicht auf Anwohner*innen: Das Festival findet in der Innenstadt statt. Es muss Rücksicht auf die Bevölkerung genommen werden
    (Immissionen von Audio, Fassadenprojektionen etc.)
•   Primeur: Die Installation/Inszenierung ist neu und wurde an keinem Festival vorher gezeigt

                                                                                                            Les Amours en Cage - Christophe Martine © Laila Bosco / Lilu Lichtfestival Luzern
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
Rahmenbedingungen
Bei den Projekteingaben steht die gestalterische und kreative Idee im     Die Haftung für die Materialien der Installationen liegt bei den
Vordergrund. Rahmenbedingungen im Hinblick auf Machbarkeit und            Künstler*innen. Dabei ist zu beachten, dass die Installationen in einem
technische Umsetzung müssen dennoch bereits einbezogen werden.            öffentlichen Bereich installiert werden und während dem Betrieb
                                                                          wartungsfrei funktionieren sollten. Nachts wird ein Sicherheitsdienst
Im Januar muss mit Schnee, Regen, Wind und kalten Temperaturen            patrouillieren.
gerechnet werden. Die Installation ist immer unter freiem Himmel
und muss diesen Wettersituationen standhalten. Die Installation ist       Grundsätzlich sind die Installationen selber auf- und abzubauen. In
während des Festivals täglich von 18 bis 22 Uhr in Betrieb.               Absprache mit den Veranstaltern steht Unterstützung zur Verfügung.

Das Lilu Lichtfestival Luzern unterstützt die Künstler*innen              Technische Angaben und Materialbedarf müssen bereits möglichst
bei der Umsetzung der Technik und der Infrastruktur. Die                  genau bei der Eingabe gemacht werden. Das Festival arbeitet mit
Grundverantwortung für Entwürfe, Planung und Umsetzung der                Technik-Anbietern zusammen.
Ideen, liegt in der Verantwortlichkeit der Künstler*innen.
                                                                          Während der Auf- und Abbauzeit sorgen wir für Verpflegung und
Das Festival stellt die nötige Grundinfrastruktur (Stromanschlüsse,       Unterkunft.
Hängepunkte) bis zur Lichtinstallation. Bei Bedarf unterstützt das
Festival bei der baulichen Planung der Installationen. Zudem werden       Zusammen mit den Künstler*innen gibt es drei Content Abnahmen
alle Eingaben hinsichtlich des Bewilligungsverfahrens der Stadt Luzern    durch das Festival. Erste Abnahme bei Vertragsunterzeichnung, zweite
geprüft. Das Festival bestimmt die Partner, welche die Produktion         ca. Anfangs Dezember, dritte vor Festivalbeginn.
technisch und in der Infrastruktur unterstützen.

Die Wartung der Installation während der Betriebszeit liegt in der
Verantwortung der Lichtkünstler*innen. Für allfällige Reparaturen der
Installationen sind die Künstler*innen verantwortlich. Ersatzteile sind
daher mit einzuplanen.
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
Daten und Formales
Die Eingaben sind wie folgt einzusenden:

•   Vornamen und Namen aller beteiligten Künstler*innen mit Kontaktangaben (Telefon, Adresse, E-Mail, Webseite, Social Media Kanäle)
•   Künstlername, Projekttitel sowie detaillierte Beschreibung der Installation (Skizzen, Bilder, Text, Animationen)
•   Verfügbarkeit Januar 2023
•   Genaue technische Beschreibung (Platzbedarf, benötigtes Material inkl. Technik, Spezifikation zur Montage, Strombedarf, etc.)
•   Motivation, Portfolio
•   Kostenübersicht

    Alle Eingaben sind bis am 30.06.21 per Mail an projekte@lichtfestivalluzern.ch einzugeben.
     30.06.21: Eingabeschluss für Projekte / Konzept

                   30.09.21: Prüfung aller Eingaben und 1. Feedback

                                 31.10.21: Detailkonzepte einreichen

                                               Januar 2022: Allfällige Begehungen vor Ort und Abgabe Projektbeschreibung

                                                             30.04.22: Definitiver Bescheid
                                                                           30.11.22: Vorabnahme Content und Storyboard durch Festivalleitung

                                                                                         09.01.23: Start Aufbau Installation vor Ort

                                                                                                       11.01.23: Content Abnahme durch Festivalleitung

                                                                                                                     12 - 22.01.23: Festivaldauer
12 22. Januar 2023 - Lilu Lichtfestival Luzern
Projekteingaben:     projekte@lichtfestivalluzern.ch

Verein Lichtfestival Luzern
Bahnhofstrasse 3
6002 Luzern

Website:      lichtfestivalluzern.ch
Facebook:     facebook.com/lichtfestivalluzern
Instagram:    instagram.com/lichtfestivalluzern

Instagram      Youtube        Facebook

                                                       Hofkirche © Laila Bosco / Lilu Lichtfestival Luzern
Plätze, Gassen und Gebäude

                             Oktogon – François Chalet © Laila Bosco / Lilu Lichtfestival Luzern
Die Stadt Luzern stellt sich vor
Eingebettet in ein eindrückliches Bergpanorama liegt Luzern, das
Tor zur Zentralschweiz, am Vierwaldstättersee. Die Stadt ist dank
ihrer Sehenswürdigkeiten, der attraktiven Lage am See und der
nahen Ausflugsberge Pilatus, Rigi und Titlis Ziel vieler Gäste. Was die
Region jedoch am meisten auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, scheinbar
Gegensätzliches miteinander zu verbinden: Moderne findet hier
ebenso ihren Platz wie jahrhundertealte Sehenswürdigkeiten und
Traditionen.

>> www.luzern.com

LUCERNA – LEUCHTENSTADT (NAMENSHERLEITUNG)

Luzern hat den Zunamen Leuchtenstadt seit dem späten Mittelalter.
Der Luzerner Chroniker Diebold Schilling schrieb «Von des liechtz
wägen» sei Luzern zu seinem Namen gekommen. Laut einer Legende
hatte ein Engel den ersten Bewohnern von Luzern mit einem Licht die
Stelle gewiesen, wo sie Sankt Nikolaus zu Ehren eine Kapelle errichten
sollten. Auf dieser Stelle steht heute die Hofkirche. Andere sagen,
dass der Name «Luzern» mit dem Fischfang und der Lage am See
in Verbindung steht. «Luciaria» bedeutet «eine Ansammlung von
Hechten».
Siehe auch «Luzern leuchtet. Von der wundersamen
Leuchterscheinung zum Plan Lumière».

                                                                          Cygnus - Electric swan ensemble© Laila Bosco / Lilu Lichtfestival Luzern
SEHENSWÜRDIGKEITEN

                                                                     Das Luzerner Stadtbild prägt die gedeckte, mittelalterliche
                                                                     Kapellbrücke, die mit ihren Giebelgemälden als eine der ältesten
                                                                     überdachten Holzbrücken Europas gilt. Ein weiteres Wahrzeichen
                                                                     der Stadt ist die Museggmauer, die bis auf einen Turm in ihrer
                                                                     ursprünglichen wehrhaften Gestalt erhalten geblieben ist.

                                                                     Historische, mit Fresken geschmückte Häuser umsäumen in der
                                                                     autofreien Altstadt malerische Plätze wie etwa den Weinmarkt.
                                                                     Luzern ist eine Stadt der Plätze und Kirchen.

                                                                     Die Jesuitenkirche aus dem 17. Jahrhundert gilt als der erste sakrale
                                                                     Barockbau der Schweiz und die zwei Türme der Hofkirche sind aus
                                                                     dem Stadtbild nicht wegzudenken. Der sterbende Löwe, welcher
                                                                     zum Andenken an den Heldentod der 1792 in den Tuilerien gefallenen
                                                                     Schweizer in den Felsen gehauen wurde, ist eines der bekanntesten
                                                                     Denkmäler der Schweiz. Und mit dem 112 Meter langen Bourbaki-
                                                                     Panorama besitzt Luzern eines der wenigen erhaltenen Monumental-
                                                                     Rundgemälde der Welt.

                                                                     ARCHITEKTUR

                                                                     Zu den architektonischen Höhepunkten gehört das futuristische
                                                                     KKL Luzern (Kultur- und Kongresszentrum) des französischen
                                                                     Stararchitekten Jean Nouvel. Für die kühne und grosszügig konzipierte
                                                                     Bahnhofshalle aus Glas und Beton ist der berühmte spanisch-
                                                                     schweizerische Architekt, Bauingenieur und Künstler Santiago
                                                                     Calatrava verantwortlich.

                                                                     Lassen Sie die Fassaden lebendig werden und Symbole an anderen
                                                                     Orten/Plätzen/ Wasser erscheinen. Auch in der Neustadt befinden
                                                                     sich spannende Plätze und Durchgänge.

                                                                     THEATERSTADT LUZERN

                                                                     Das Theater (und Maskieren) spielte in Luzern schon immer
                                                                     eine grosse Rolle. Dieser Bezug kann durch Figuren, Masken und
Oktogon – François Chalet © Simon Illi / Lilu Lichtfestival Luzern   Geschichten hergestellt werden.
Sagen und Figuren
                  der Stadt Luzern
DER RIESE VON REIDEN:

Zu sehen ist der Wilde Mann auf dem Zeitturm der Museggmauer, auf der Tafel 001
der Kapellbrücke sowie der Reuss-seitigen Fassade des historischen Museums. Zudem
gibt es auch ein Wirtshaus zum Wilden Mann.

BRUDER FRITSCHI:

Einfacher Bauer, Kultfigur der Luzerner Fasnacht, Fritschibrunnen auf dem Kapellplatz

GESPENST DER FURRENGASSE:

Dünne, figürliche Erscheinung, welche immer grösser wird und sich via Eggtreppe
und Kornmarkt durch die Furrengasse zum Kapellplatz bewegt und einen grausigen
Tierschwanz am Ende hinter sich herzieht.

PILATUS:

Geschichte vom Drache, welcher seine Schätze in einer Höhle hütet, Geschichte
der Pilatus-Hexen, Geschichte der Wildleute (kleine Wildmannen, welche in Höhlen
hausten)

PILATUSSEE:

Sage der Grabstelle von Pontius Pilatus (Namensgeber des Bergs)

DRACHENSTEIN:

Sage vom Stein, welchen ein Drache verloren hat und der Wohlstand bringen soll. Ist
bis heute im Historischen Museum aufbewahrt.

                                                        Genesis 2 – Projektil © Laila Bosco / Lilu Lichtfestival Luzern
Plätze, Gassen und Gebäude
INSELI-PARK                                                             LUZERN BAHNHOF

Das Inseli war ursprünglich ein in seichtem Wasser vorgelagertes        1971 brannte der alte Bahnhof nieder. Übrig blieb nur die
Eiland. Bis 1924 war es im Privatbesitz. Das heutige Aussehen erhielt   Eisenkonstruktion der Perronhallen. 2001 war der Neubau vollendet.
das Inseli erst in den fünfziger Jahren. Damals wurde der Inselikanal   Der Kopfbau des Aufnahmegebäudes, ursprünglich als Hotel geplant,
eingedeckt um Parkplätze für die immer zahlreicheren Touristencars      ist ein attraktives, schönes und grosszügiges Zweckgebäude. Santiago
zu schaffen. Seitdem ist es zwar nur noch eine Halbinsel, dafür aber    Calatrava schuf in Glas und Beton eine kühne Eingangshalle. An den
zu einem attraktiven Naherholungsgebiet direkt am See                   alten, 1896 eröffneten Bahnhof mit seiner 42 m hohen Kuppel erinnert
aufgewertet worden. Im Sommer sind zwei Sommerbars geöffnet. Im         die gegen den See hin neu aufgebaute, historische Eingangspforte,
Herbst findet die traditionelle „Lozärner Määs“ auf dem Inseli statt.   die von der Skulptur «Zeitgeist » bekrönt wird. Sie stammt von
                                                                        Richard Kissling (1848 – 1919), dem berühmtesten Schweizer Bildhauer
KKL LUZERN                                                              der damaligen Zeit. Kissling schuf auch das Tell-Denkmal in Altdorf.
                                                                        An der Westfassade des Aufnahmegebäudes an der Pilatusstrasse
Das KKL Luzern (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) steht an der        zeigt sich heute das Monumentalgemälde «Nord et Sud» von Maurice
Stelle des früheren Kunst- und Kongresshauses (1932 – 1933) von         Barraud – es schmückte bis zum Brand das Innere der
Armin Meili und entstand im Zeitraum zwischen 1996 und 2000 nach        Bahnhofskuppel. Wer vom neuen Bahnhof gegen die Seebrücke
den Plänen von Jean Nouvel, Paris. Das Gebäude umfasst drei Säle,       zuhält, gelangt direkt in das «historische» Luzern, für das der jetzige
den Konzertsaal «Salle Blanche» mit seiner perfekten Akustik und        Bahnhof in seinen Dimensionen etwas zu gross erscheint.
2000 Sitzplätzen, den Luzerner Saal (auf der Mittelachse des
Gebäudes) und den kleinen Saal auf der Seite sowie das
Kunstmuseum Luzern. Ein kupfernes, weit nach Norden ausladendes
Dach in Form einer Flügelschwinge überdeckt das Raumangebot.
Beeindruckend ist die Aussicht von zwei Dachterrassen auf See
und Altstadt; szenografisch von Jean Nouvel klug definierte Fenster
gewähren im Foyer Ausblicke auf Luzerns Sehenswürdigkeiten.
Auf dem Vorplatz des KKL steht der Wagenbachbrunnen, 1934 nach
Plänen von Armin Meili gebaut. Er sprüht 16 Bündel Wasserstrahlen 20
Meter hoch.

>> www.kkl-luzern.ch
Plätze, Gassen und Gebäude
MEILIHALLE                                                                VÖGELIGÄRTLI

Die Landungsbrücke 1 gehört zu den architektonisch wertvollsten           Im Vögeligärtli gab es nicht nur Vögel, sondern auch Hirsche, eine
Schiffstationen an Schweizer Gewässern und ist schweizweit die            Tropfsteinhöhle und einst ein stinkendes Gaswerk. Erst als das
einzige Landungsbrücke mit einer Halle aus den 1930er-Jahren. Sie         Hirschmattquartier fertig gebaut war, kam auch die
wurde 1935/36 durch den renommierten Luzerner Architekten                 Zentralbibliothek dazu – und dies auf Umwegen. Das Vögeligärtli
Armin Meili erbaut. Die betonierte Plattform schwebt über dem See         heisst eigentlich Sempachergarten.
und ist mittels Eisenjochen auf Betonpfeilern abgestützt. Die luftige
Stahl-Glas-Architektur nimmt das Thema der Stationshallen aus dem         LUKASKIRCHE
Eisenbahnzeitalter des 19. Jahrhunderts auf, realisiert diese Idee aber
in einer der Moderne entsprechenden einfachen, auf das Wesentliche        Zu hoher Turm, zu laute Glocken – die reformierte Lukaskirche hatte es
reduzierten Ingenieur-Architektur in der Meili eigenen konstruktiven      im katholischen Luzern nicht leicht. Zumindest nicht zu Beginn. Schon
Kargheit. Seit 2013 ist die Landungsbrücke 1 im Kantonalen                bald wurde aber die Architektur des Stahlbetonbaus als ein
Denkmalverzeichnis eingetragen.                                           herausragender Vertreter der frühen Moderne gerühmt. Im Innern der
Ab Ende 2018 wurden umfassende Instandsetzungsarbeiten in der             Kirche sind vor allem die Glasmalereien sehenswert. Sie wurden von
Meilihalle durchgeführt. Störende später zugefügte Elemente wurden        Louis Moilliet entworfen.
entfernt. Die Aussenhaut ist wieder von Boden bis Decke verglast und
gibt ein einmaliges Panorama auf die Stadt Luzern und den See frei.       VIKTORIAPLATZ (HEUTE LUZERNER KANTONALBANK)
Die ursprüngliche Farbigkeit – ein dunkles Blau – unterstreicht die
feingliedrige, elegante und wohlproportionierte Konstruktion.             Mit dem Bau des neuen Bahnhofs im Jahr 1896 wurde die
Rechtzeitig auf den Fahrplanwechsel konnte die Meilihalle vor Ostern      Pilatusstrasse von den Gleisen der Centralbahn befreit.
2019 wieder den Betrieb aufnehmen.                                        Dadurch entstand ein Prachtboulevard, der den Vergleich mit
                                                                          der Bahnhofstrasse in Zürich nicht zu scheuen brauchte. Das
RAIFFEISEN SCHALTERHALLE                                                  Hirschmattquartier entstand auf dem Reissbrett.

Raiffeisen ist die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz. Die
Raiffeisen Gruppe ist in der Schweiz an 834 Standorten vertreten.
Zur Gruppe gehören die 226 genossenschaftlich organisierten
Raiffeisenbanken. Eine davon befindet sich an der Bahnhofstrasse 5 in
Luzern. In dieser Filiale kann die Schalterhalle inszeniert werden.
Plätze, Gassen und Gebäude
THEATER LUZERN                                                            FRANZISKANERKIRCHE INNENHOF

Die Luzerner Theatertradition begann nicht erst 1839, sondern lässt       Die Pfarrei St. Maria zu Franziskanern liegt in der Altstadt von Luzern,
sich bis ins Mittelalter und in die Frühe Neuzeit zurückverfolgen. 1812   auf der linken Seite der Reuss. Die Franziskanerkirche und das
kam die Idee für ein neues Theater. Louis Pfyffer von Wyher war der       «Franziskanergärtli» sind das geschichtsträchtige Wahrzeichen der
leitende Architekt des Theaterbaus, dessen Fundamente im März 1838        Pfarrei. Das «Franziskanergärtli» wird in der Weihnachtszeit auch als
gelegt wurden.                                                            Weihnachtsmarkt genutzt.

Eröffnet wurde das Stadttheater am 7. November 1839 mit «Wilhem           FRANZISKANERPLATZ
Tell» von Friedrich Schiller. 1846 wurde das Theatergebäude mit dem
gesamten Fundus an die Stadt Luzern verkauft.                             Bis Mitte des 19. Jh. umgürtete eine Stadtmauer mit hohen Türmen
                                                                          entlang des Hirschengraben die Kleinstadt auf dem linken, südlichen
Einschneidend war der Grossbrand von 1924. In der Nacht vor der           Reussufer. Seit dem 13. Jh. befand sich innerhalb des Mauerrings ein
Saisoneröffnung brach ein Feuer aus, das grosse Teile des Dachstocks      Franziskanerkloster. Die Kirche St. Maria im Zentrum des Klosters
sowie die dort eingelagerten Kostüme, Kulissen und Requisiten             wurde zwischen 1270 und 1280 erbaut. Der Vorgängerbau stammte
zerstörte.                                                                also aus der Romanik. 1561–1562 wurde das Langhaus erweitert und
                                                                          im Stil der Gotik im Wesentlichen neu gebaut.
Das Theatergebäude ist zwar immer wieder umgebaut worden
– zuletzt 2012, als die Sitzzahl auf unter 500 reduziert wurde, um        Spätere Um- und Ausbauten folgten und brachten neue Stilelemente
den Komfort für die Besucher*innen zu erhöhen. Doch in seiner             aus Barock und Rokoko in die Kirche – dazu gehören die beiden
Konzeption als Rangtheater des 19. Jahrhunderts gilt es seit              Seitenkapellen. Der Hochaltar von 1736 zeigt die Anbetung der
Jahrzehnten als Auslaufmodell. Seit längerem werden Pläne über            Hirten vor der Krippe, ein Werk von Renward Forer; das
einen weiteren Umbau oder Neubau diskutiert.                              reichgeschnitzte Chorgestühl stammt von Kaspar Tüfel aus Sursee
                                                                          und Hans Ulrich Räber. Niklaus Geiser schuf das Kunstwerk der
>>www.luzernertheater.ch/                                                 Kanzel. Die Deckenbilder stammen von Johann Georg Hunkeler
                                                                          aus Altishofen. Im Obergaden des Langhauses ist ein Fahnenzyklus
                                                                          dargestellt – er zeigt die Feldzeichen, welche die Eidgenossen 1386 in
                                                                          der Schlacht von Sempach als Beute von den Habsburgern eroberten.
Plätze, Gassen und Gebäude
REGIERUNGSGEBÄUDE                                                       JESUITENKIRCHE

Der Bauherr Lux (Luzius) Ritter hatte als Hauptmann im                  Im Zuge der katholischen Gegenreformation kamen die Jesuiten
französischen Königsregiment in Norditalien gedient und war dabei       1574 nach Luzern. Sie sollten mit ihrer Lehre und ihrem Beispiel die
wohlhabend geworden. Nach Luzern zurückgekehrt, wurde er                Geistlichkeit und die Gläubigen zu einem heiligmässigen Leben
Schultheiss, d.h. Regierungschef von Stadt und Republik Luzern. Der     führen. 1577 zogen sie in den Ritterschen Palast. 1666 begannen sie
Bau eines Renaissance-Palazzo nach florentinischem Vorbild sollte       mit dem Bau ihrer Kollegiumskirche, der heutigen Jesuitenkirche. Sie
seine gesellschaftliche Karriere äusserlich darstellen. 1556 erteilte   wurde 1677 feierlich eingeweiht. Die Kirche Il Gesùn Rom bildete das
der Rat von Luzern die Baubewilligung und der italienische Architekt    Vorbild für die Luzerner Jesuitenkirche. Die Jesuitenkirche ist die erste
Giovanni Lynzo begann mit dem Bau. Der Architekt wurde während          barocke Hallenkirche der Schweiz. Künstlerisch besonders wertvoll
der Bauzeit der Ketzerei bezichtigt, vor ein Gericht gestellt und       sind der Barock- und Rokoko-Stuck, der Hochaltar, die Orgel und der
zum Tode verurteilt. Lux Ritter selbst verschied kurz nach seinem       Kirchenschatz. 1895 wurden die Schaufassade an der Reuss durch
Baumeister – der Palast war noch nicht unter Dach. Der Rat von          den Aufbau der beiden Türme gemäss ursprünglichen Plänen ergänzt.
Luzern liess das Bauwerk fertigstellen.                                 Eindrucksvoll ist auch die Akustik des prächtigen Kirchenraumes; er
                                                                        dient heute neben Gottesdiensten auch der Ausbildung von
Der Palazzo bildet ein prachtvolles Bauwerk im Stil der italienischen   Organisten der Luzerner Hochschule für Musik.
Renaissance: Besonders anmutig ist der dreigeschossige Kolonnaden-
Innenhof (Patio) im Zentrum des Gebäudes. Er kann werktags              >> www.jesuitenkirche-luzern.ch
besucht werden. Der Rittersche Palast kam 1577 an die in Luzern neu
zugezogenen Jesuiten. Sie ergänzten den Palast zu beiden Seiten         ZÖPFLI
und errichteten 1666–1677 die barocke Jesuitenkirche. 1847, nach
dem Sonderbundeskrieg, wurden die Jesuiten des Landes verwiesen.        «Zöpfli» ist sprachlich die Verkleinerungsform von «Zopf». Der
Der Rittersche Palast dient seither als Regierungssitz. 1841–1843       Volksmund bezeichnete damit die Stellung des ausserordentlich
wurde der halbrunde, klassizistische Parlamentssaal nach den Plänen     schönen Gebäudes an der Südostecke der Altstadt, im Zwickel
von Melchior Berri, einem Schüler des Berliner Architekten Friedrich    zwischen Kramgasse und Reuss am nördlichen Brückenkopf der
Schinkel, angebaut.                                                     Reussbrücke. Die Fundamente des Bauwerks ragen in den Reussraum
                                                                        hinaus. Marschall Anton Jakob Thüring von Sonnenberg liess das Haus
                                                                        1787 erbauen. Er war ein begabter Liebhaberarchitekt und entwarf
                                                                        eigenhändig die Pläne für das Haus. Süd- und Ostfassaden zeigen
                                                                        Fassadenmalereien aus der Bauzeit. Im Giebelfeld erkennt man ein
                                                                        Wappen mit Krone. Besonders prächtig zeigt sich das Portal an der
                                                                        Kramgasse.
Plätze, Gassen und Gebäude
MÜHLENPLATZ                                                                MUSEGGMAUER (MUSEGGTÜRME)

Ab dem 8. Jahrhundert nutzten die Mühlen die Kräfte der Reuss,             Die Museggmauer mit ihren neun Türmen gehört zur historischen
wo heute die Spreuerbrücke zum Mühlenplatz führt. 1875 wurden              Stadtbefestigung Luzerns. Im 13. Jh. begann Luzern mit dem Bau der
zehn von elf Mühlen durch einen Brand zerstört. Stattdessen wurden         Stadtbefestigung. Zwei Befestigungsringe wurden errichtet. Der innere
1887/89 drei Jonval-Turbinen gebaut. Bis 1926 wurde die mechanische        Ring bestand aus einer Stadtmauer entlang des Löwengrabens und
Kraftübertragung durch einen Stromgenerator ersetzt, der 0,5               des Hirschengrabens – auch die Kapellbrücke und die Spreuerbrücke
Millionen kWh pro Jahr produziert.                                         gehörten dazu. Der zweite Befestigungsring entstand vom 14. Jh. an
                                                                           auf dem Sandsteingrat des Musegghügels in Richtung West-Ost.
Zwischen 2008 und 2010 wurde der Platz einer Gesamtsanierung               Zunächst wurden die Türme gebaut, und der Zwischenraum erst
unterzogen, welche sowohl eine Erneuerung des Leitungsnetzes wie           später mit der Museggmauer ausgefacht. Die Museggtürme bilden
auch den Ersatz der Platzbeläge umfasste. Bereits bei den ersten           die weithin sichtbare Stadtkrone, ein Macht- und Herrschaftszeichen,
archäologischen Sondierungen im Frühling 2008 bestätigte sich in           und werden zur Nachtzeit beleuchtet.
aller Deutlichkeit, was spärliche Indizien in Schriftquellen des 14. und
16. Jahrhunderts vermuten liessen: Der Mühlenplatz ist ursprünglich        >> www.museggmauer.ch
nicht als Freifläche genutzt worden, sondern erst im Spätmittelalter
durch den Abbruch einer Häuserzeile entstanden. Diese Ausgangslage         Von Westen nach Osten betrachtet sind es:
führte 2008-2009 zur flächenmässig grössten archäologischen
Untersuchung, die bisher innerhalb der Stadt Luzern durchgeführt           Nölliturm
worden ist. Die Aufgabe der Archäologie bestand darin, den für
den neuen Unterbau des Platzbelages benötigten ganzflächigen               Der Torturm trägt das Baudatum 1513. Vor ihm stand bereits ein
Abtrag von 80 cm vorzunehmen. Daneben mussten die Sanierung                anderer Turm an dieser Stelle. Er ist der einzige Rundturm der
des bestehenden Leitungsnetzes begleitet und Leitungsgräben in             Museggmauer und ist 28 m hoch. Der heutige Strassendurchbruch
bisher ungestörten Bereichen angelegt werden. Einen Blick in die           wurde 1901 geschaffen. Der Nölliturm wird heute von der Zunft zu
Tiefe ermöglichte einzig die Neuverlegung sämtlicher Werkleitungen         Safran genutzt.
in bereits bestehenden Leitungsgräben, wobei sich zeigte, dass die
Stratigrafie am Mühlenplatz teilweise mehr als zwei Meter beträgt.         Männliturm
Damit hat der Platz viele seiner Geheimnisse behalten.
                                                                           Die eiserne, geharnischte Männergestalt mit Standarte auf dem
                                                                           Dach gab dem Turm seinen Namen. Er ist der zweite Turm im
                                                                           aufsteigenden Felsgrat. Vom Boden bis zur Zinne gemessen ist er
                                                                           33 m hoch.
Plätze, Gassen und Gebäude
Luegislandturm                                                             Schirmerturm

Der Luegislandturm macht seinem Namen alle Ehre: Aus der                   Der Schirmerturm ist – wie der Nölliturm – ein Torturm. Der Weg führte
Turmstube reicht der Blick am weitesten; als einziger Turm ist er von      durch das gleichnamige Tor aus der Stadt hinaus ins Land. Wer durch
Norden aus gesehen klar erkennbar und überragt die vorgelagerten           das Schirmertor trat, befand sich auf dem Land. Der vor die
Hügel. Sein hohes spitzes Dach zeigt einen Winddrall von links nach        Museggmauer gestellte Schirmerturm wurde, wie die meisten
rechts. Der Turm ist mit seiner Höhe von 52,6 m der höchste unter          anderen Museggtürme auch, in Bruchsteinmauerwerk aufgeführt und
den neun Türmen. Er entstand 1370 und ist bis heute als nach Süden         weist hübsche Eckquader auf. Auf den Zinnen liegt ein niederes
offener Schalenturm erhalten geblieben.                                    Pyramidaldach – wie bei den weiter östlich gelegenen Türmen auch.
                                                                           Die Turmhöhe beträgt 27,5 m.
Wachtturm/Heuturm
                                                                           Pulverturm
Ursprünglich stand hier der Heuturm. Er erhielt seinen Namen vom
Heu, das hier einmal eingebracht wurde. In der Neuzeit versorgte           Der Stadtstaat Luzern lagerte das Schiesspulver vorsorglich in zwei
man hinter seinen dicken Mauern auch Schiesspulver. Ein Blitzschlag        Türmen (Wachtturm). Auch der Pulverturm misst 27,5 m in der Höhe.
brachte am 30. Juli 1701 250 Zentner Pulver zur Explosion.                 Das Gerücht, wonach vorher an dieser Stelle das Schloss Tannberg
Der Heuturm zerbarst vollständig; der dabei ausgelöste Steinregen          gestanden habe, konnte bislang nicht belegt werden. Die Weyzunft
tötete fünf Menschen in der Altstadt. Der wiederaufgebaute barocke         nutzt den Pulverturm heute als Zunftlokal.
Turm ist 44 Meter hoch. Der neuen Funktion als Hochwacht verdankt
der Turm seinen heutigen Namen.                                            Allenwindenturm

Zytturm                                                                    Der Allenwinden- und der untere Dächliturm überragen heute das
                                                                           Häusergewirr vor der Museggmauer nicht mehr. Man heisst den
Der Zytturm stammt aus dem Jahre 1442. Seine Glocke, die                   Turm nach einem früheren Säckelmeister auch Holdermeyerturm.
Leonhardsglocke, wurde 1370 gegossen und hing ursprünglich im              Seine Mauern sind 1,8 m dick und er gehört zu den einstigen
Glockenstuhl der Peterskapelle am Kapellplatz. Das erste Uhrwerk           Schalentürmen.
wurde bereits 1385 hergestellt und 1535 durch das heutige ersetzt. Das
Zifferblatt mit den Zahlen ist so gross, dass selbst die Fischer auf dem   Dächliturm
Luzernersee die Zeit ablesen konnten. Zwei wilde Männer, Sinnbilder
für kraftstrotzende Luzerner Krieger, stützen zu beiden Seiten das         Den Dächliturm ist mit 27,35 m Höhe der niedrigste der neun
Zifferblatt. Die Uhr des Zytturms (Zeitturm) kündigt die Stunde eine       Museggtürme. Neben dem Namen Dächliturm (Turm mit dem
Minute früher an als die Kirchenglocken der Stadt. Die Höhe des            kleinen Dach) wurde er auch Chutzeturm (Chutze: Signal) genannt.
Zytturmes beträgt 31 m.                                                    Der Turm wird heute vom Schreinermeisterverband genutzt.
Plätze, Gassen und Gebäude
WEINMARKT                                                                 KORNMARKT

Der Weinmarktbrunnen – er gilt als schönster Brunnen der Stadt – ist      An Stelle des Vorgängerbaus errichtete der italienische Architekt
ein Werk des Steinmetzen Konrad Lux. 1481 schuf er den Brunnen;           und Baumeister Anton Isenmann aus Prismell zwischen 1602
zehn Jahre lang arbeitete er daran. Als Vorbild diente ihm offenbar der   und 1606 das Rathaus am Kornmarkt im Stil der italienischen
Basler Fischmarktbrunnen. Der Brunnen ist mehrmals restauriert            Renaissance. Mailänder Bauleute und Kunsthandwerker begleiteten
worden. So wurde das einst sechseckige Becken im 16. Jahrhundert          Isenmann nach Luzern. Charakteristisch am Rathaus sind die
durch ein achteckiges ersetzt. 1737–1738 nahm der damalige                auf quadratischen Pfeilern ruhenden Arkaden auf der Reussseite,
Stadtwerkmeister Hans Georg Urban Veränderungen am Stock vor.             die kräftige Rundung der Bogenfenster, die Bossenquader im
1902 wurde der Brunnenstock kopiert und 1952 wurde erneut ein             Erdgeschoss nach florentinischem Vorbild, die massigen Eckquader
Abguss des Originals geschaffen. Bildhauer Leopold Häfliger meisselte     und der von korinthischen Säulen flankierte Eingang auf der
schliesslich aus Muschelkalk den heutigen Brunnenstock. Das Original      Kornmarktseite. Die Kornschütte, das Erdgeschoss des Rathauses,
steht heute im Treppenauge des Historischen Museums, dem Alten            bildete ursprünglich das Kaufhaus im alten Luzern. Heute dient es als
Zeughaus an der Pfistergasse.                                             städtischer Ausstellungsraum. Der Rathaus-Turm war ursprünglich
                                                                          ein mittelalterlicher Familienturm; er wurde 1505 und 1619 erhöht
HIRSCHENPLATZ                                                             und erhielt damals seine rote Kuppel mit den vier Erkern. Die Alte
                                                                          Kanzlei Renward Cysats befindet sich im Obergeschoss dieses
Am Hirschenplatz stehen zwei historische Gasthäuser: Der «Goldene         Turmes, während die Neue Kanzlei, zwischen 1695 und 1698 im Stil des
Adler» und der «Hirschen». Der «Goldene Adler» hatte sein                 italienischen Barocks errichtet, sich als einzigartiges Schmuckstück
Tavernenrecht bereits früh, 1356, erhalten. Wo war Goethe nicht?          anstelle eines ehemaligen Gerichtshauses zwischen Rathaus und
Gedenktafeln weisen auch in Luzern den Weg: Johann Wolfgang               Turm befindet. Ein breites Walmdach überdacht den Renaissancebau
Goethe war selbstverständlich auch in Luzern. 1779 stieg Goethe im        – es schützt gegen Wind und Wetter. Das Rathaus am Kornmarkt
«Goldenen Adler» ab. Zuvor war vor ihm hier schon Prinz Ladislaus         steht unter dem Denkmalschutz der Eidgenossenschaft und gilt als
von Schweden und Polen abgestiegen. Der «Goldene Adler» galt              eine der schönsten öffentlichen Bauten der Schweiz.
damals als das erste Haus am Platz und durfte Veltlinerwein
ausschenken – ein gastronomisches Privileg! Das schmiedeiserne
Wirtshausschild mit dem goldenen Adler erinnert an die glanzvollen
Zeiten. Der nahe «Hirschen» besteht seit 1474. Auch er brilliert mit
dem kunsthandwerklich prachtvollen Wirtshausschild, das einen
goldenen, springenden Hirsch zeigt. Johann Wolfgang Goethe soll
ihm ein Gedicht gewidmet haben.
Plätze, Gassen und Gebäude
WASSERTURM                                                              PETERSKAPELLE

Zu den bekanntesten Wahrzeichen Luzerns gehört der Wasserturm.          Die Peterskapelle ist die älteste Kirche auf Stadtboden. Sie war schon
Er entstand vor dem Bau der Kapellbrücke in der ersten Hälfte           immer ein öffentlicher Ort, verbunden mit dem Geschehen und dem
des 14. Jh. Sein Merkmal ist nicht nur das alte, seit hundert Jahren    Schicksal der Stadt Luzern. Das soll die Kapelle auch heute sein:
nicht mehr besetzte Storchennest auf der Turmspitze, sondern            ein Ort der Stille und der Begegnung, offen für Menschen aus allen
seine Bauform. Sein Grundriss ist achteckig, besitzt also jene Form,    Schichten und mit unterschiedlichen Herkünften, mit Respekt vor
die der Stauferkaiser Friedrich II. Barbarossa besonders liebte. Sie    der Geschichte und mit dem Mut, neue Geschichten zu schreiben.
prägt seine schönsten Bauten (z.B. das Castel del Monte/Italien).       Kulturelle, gemeinnützige, soziale und politische Veranstaltungen
Der Wasserturm misst vom Grund bis zur Dachspitze 34,5 m. Sein          haben darin ebenso Platz wie Gebete und Gottesdienste.
Umfang beträgt 38 m – der Turm hat also mehr Umfang als Höhe.
Der Wasserturm diente im Laufe seiner Geschichte verschiedenen          SCHWEIZERHOFQUAI
Zwecken. Er war zuerst ein Herrschaftszeichen, ein Wehr- und
Wachtturm, später benützte man ihn als Archiv, Schatz- und              Der Schweizerhofquai in Luzern ist der Quaiabschnitt zwischen
Rüstkammer. Der unterste Raum mit seinen viereinhalb Meter dicken       dem Schwanenplatz und dem Kurplatz. Die Stadtregierung von
Mauern diente als Verlies. In seinem Innern war es vollkommen dunkel.   Luzern plante bereits 1836 eine Strassenverbindung zwischen dem
Die armen Gefangenen wurden, auf einem Knebel sitzend, durch            Schwanenplatz und der Hofkirche St.Leodegar im Hof. Ein erster
ein Loch in das Verlies hinuntergelassen. Auch eine Folterkammer        schmaler Quai wurde dann in den Jahren 1844, gleichzeitig mit dem
fehlt im Wasserturm nicht, denn im Spätmittellalter entschied hier      Bau des Hotel Schweizerhof Luzern errichtet. Vom Namen des Hotels
das Blutgericht über Hexen, Ketzer und schlimme Missetäter. Heute       erhielt der Quai seinen Namen.
nutzt der Artillerieverein Luzern den Wasserturm. Im Dach nisten seit
Jahrzehnten die seltenen Alpensegler. Diese Vögel sind, wenn sie im     Der Quai wurde 1895 mit Aushubmaterial des Stadttunnels um
April aus den Winterquartieren in Aequatorialafrika zurückkehren,       weitere zehn Meter verbreitert. Gleichzeitig entstand die Strasse in
Luzerns Frühlingsboten.                                                 der heutigen Breite, die etwa die Hälfte der Seeaufschüttung für sich
                                                                        beansprucht. Der seeseitige Teil blieb verkehrsfrei und wird bis heute
>> www.avluzern.ch                                                      von Touristen und Spaziergängern rege genutzt.
>> www.kapellbruecke.com
Plätze, Gassen und Gebäude
HOTEL SCHWEIZERHOF                                                    KURPLATZ & MUSIKPAVILLON

Das Hotel Schweizerhof Luzern ist ein Fünf-Sterne-Haus und befindet   Zwischen dem Schweizerhofquai und dem Nationalquai wurde 1906
sich nahe dem Ufer des Vierwaldstättersees am Schweizerhofquai. Zu    der Kurplatz mit dem Musikpavillon errichtet. Die kleine, beispiellos
Beginn des 19. Jahrhunderts suchte die Stadt Luzern im Wandel der     schöne Parkanlage entwarf der Berliner Architekt Bruno Schmitz im
Zeit nach einem neuen Gewerbe und entdeckte den Fremdenverkehr.       Auftrag der Luzerner Hotellerie in Anlehnung an den sog.
Durch den Bau erster Hotels und dem stetigen Wandel der Stadt         geometrischen Jugendstil. Pavillon, Sitzbänke, Brunnen und Leuchten
Luzerns wurde der Schwanenplatz zum neuen Verkehrsknoten. Für         bilden ein Gesamtkunstwerk. Schmitz ist u.a. auch Schöpfer des
die weitere Entwicklung beauftragte der Luzerner Stadtrat 1836 den    Völkerschlacht-Denkmals in Leipzig (D). Im Pavillon konzertierte vor
Architekten Melchior Berri.                                           dem ersten Weltkrieg täglich während der Touristensaison ein
                                                                      Kurorchester.
Im März 1844 erhielt der Bauherr Melchior Berri die Baubewilligung
und begann umgehend mit den Arbeiten. Seit 1861 ist das Hotel im
Besitz der Familie Hauser. Das Hotel gehört zu den wenigen in der
Schweiz, die ein Kulturgut von nationaler Bedeutung sind und steht
unter Denkmalschutz. Die ursprüngliche Architektur ist bis heute
grösstenteils bewahrt geblieben.

>>www.schweizerhof-luzern.ch
Plätze, Gassen und Gebäude
HOFKIRCHE AUSSENFASSADE                                                   BOURBAKI

Die Stiftskirche St. Leodegar und St. Mauritius bildete das spirituelle   Am Ende des Deutsch-Französischen Krieges von 1870–1871 wurde
Zentrum Luzerns. Der Benediktinerorden gründete Kirche und                die französische Ostarmee unter General Bourbaki in der neutralen
Kloster. Der Ursprung des Benediktinerklosters mit Kirche geht auf        Schweiz interniert. Binnen dreier Tage überschritten mehr als 80‘000
das Jahr 768 zurück. Das Kloster kam im Laufe der Zeit zu grossem         Bourbaki-Soldaten die Schweizer Grenze zwischen Basel und Genf.
Grundbesitz. Sechzehn Dinghöfe, unter diesen Luzern und der ganze         Der Genfer Landschafts- und Genremaler Edouard Castres begleitete
Pilatus, gehörten ihm. Das Kloster in Luzern kam schliesslich an          die französischen Truppen als Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Im
das elsässische Kloster Murbach (Guebwiller F). Anstelle des Abtes        Auftrag des Genfer Panorama-Unternehmers Benjamin Henneberg
residierte von nun an ein Propst in Luzern. Die Geschichte des Klosters   schuf er das Riesenrundgemälde zum Übertritt der Bourbaki-Armee
im Hof ist mit der Geschichte der Stadt Luzern eng verbunden.             in Les Verrières im Neuenburger Jura. 1889 wurde dieses einzigartige
Luzern erhielt 1178 unter Konrad von Eschenbach, einem Luzerner,          Panorama von Genf nach Luzern verlegt. Heute ist es Teil eines
der damals Abt von Murbach war, eine relative Selbstständigkeit. Die      Kulturzentrums. Im Neubau befinden sich Kinos im Untergeschoss
Hofkirche, ursprünglich ein romanischer Bau, brannte 1633 nieder          und die Stadtbibliothek Luzern im Obergeschoss.
und wurde neu erbaut. Die beiden Türme, die noch romanische
Bauelemente zeigen, blieben bestehen. Am Nordturm erstand 1633            >> www.bourbakipanorama.ch
die gotische Oelberggruppe. Zwischen den beiden 69 m hohen
Türmen befindet sich oberhalb der Eingangshalle die Michaelskapelle.
Im Innern zeigt die Kirche verschiedene Stilarten. Der Hochaltar
besteht aus schwarzem Unterwaldner Marmor. Die geschnitzten
Chorstühle, der Maria End- und der Kreuzabnahme-Altar sind gotisch.
Zwei Orgeln, die grosse Orgel, deren Gehäuse 1643 vom bekannten
Holzbildhauer Niklaus Geisser geschaffen wurde, füllt die ganze Breite
des Kirchenschiffes aus. Die acht Glocken, von denen die grösste, die
St. Theodulsglocke, 108 Zentner wiegt, zeichnen das Geläute durch
Kraft und Tonfülle aus.
Plätze, Gassen und Gebäude
LÖWENDENKMAL                                                                HOTEL NATIONAL & NATIONALQUAI

Stadt und Republik Luzern stellten seit dem 16. Jh. bis zur                 Das Hotel National wurde in den Jahren 1870–1890 in verschiedenen
Französischen Revolution mit zwei Königsregimenten die Leibwache            Bauetappen errichtet. Der monumentale Hotelbau im Stil des
der französischen Könige. Am 10. August 1792 verteidigte diese Garde        französischen Historismus zeugt heute noch von der prägenden
das Tuilerienschloss in Paris gegen 6000 Revolutionäre, während             Kraft des Tourismus in der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jh.
König Ludwig XVI. mit seiner Familie in der Nationalversammlung             Die Quaianlage, der Nationalquai, verdankt seinen Namen dem
weilte. Offiziere und Soldaten starben den Heldentod. Karl Pfyffer von      Hotel National. Der Quai wurde grosszügig angelegt, das bisher
Altishofen, Offizier dieser Garde, überlebte, da er zufällig in Luzern in   flache Seeufer stark verändert. Das Schüttmaterial für den Bau der
Urlaub weilte. 1821 beauftragte er den in Rom wirkenden dänischen           Quaianlagen wurde vom Bürgenstock über den See nach Luzern
Bildhauer Berthel Thorvaldsen in dem aufgelassenen Steinbruch auf           gebracht. Die schnurgerade Quaimauer wurde nach den Vorbildern
seinem Grundbesitz Kreuzmatt ein Denkmal für die Luzerner Garde             von Nizza und Menton gestaltet – mit zwei Reihen boskierter
zu schaffen. Thorvaldsen entwarf drei Modelle zum Löwendenkmal:             Rosskastanien und einer für die Entstehungszeit topmodernen
eines befindet sich im Gletschergarten, ein zweites im Historischen         elektrischen Beleuchtung. Am Nationalquai entstand schliesslich
Museum und das dritte im Thorvaldsen-Museum in Kopenhagen.                  als erster Endpunkt der Quaianlage vor der Jahrhundertwende 1893
Der Konstanzer Steinbildhauer Lukas Ahorn übertrug das Modell               der Kursaal, eine Unterhaltungsstätte nach französischem Muster.
des monumentalen, steinernen Löwen, der inmitten eines nach                 Ein Theater- und Konzertsaal, ein Restaurant und im Untergeschoss
englischem Vorbild geschaffenen Pleasure-Ground am Teich steht.             eine Druckerei für eine englische Tageszeitung, die von März bis
Die Inschrift über dem Monument besagt: «Der Schweizer Treue und            Oktober des Kalenderjahres erschien, gehörten ebenfalls zu seinem
Tapferkeit». Die vor dem Denkmal stehende kleine Kapelle nennt die          Raumprogramm.
Namen der beim Tuileriensturm ums Leben gekommenen Schweizer.
Das Löwendenkmal ist die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit                  >> www.grandhotel-national.com
Luzerns und als Ort eine Oase der Ruhe.

GLETSCHERGARTEN

1873/1874 wurden zufällig beim Bau eines Weinkellers in unmittelbarer
Nähe des Löwendenkmals Gletschertöpfe entdeckt. Das Museum
Gletschergarten entstand: Im Zentrum steht die Darstellung des
eiszeitlichen Luzern. Zu den besonderen Attraktionen gehören
eine Eiszeit-Show und das Pfyffer-Relief, das u.a. für Goethe und
Schleiermacher Anlass war, Luzern zu besuchen.

>> www.gletschergarten.ch
Plätze, Gassen und Gebäude
GRAND CASINO                                                              MATTHIAS LUCHSINGER PLATZ

Im Jahre 1882 wurde in der Stadt Luzern ein prunkvolles bauliches         Matthias Luchsinger war auf kommunaler Ebene zwischen 1959
Bijou, der ehemalige Kursaal, erschaffen. Ein neobarocker Palastbau       und 1973 Mitglied des Luzerner Stadtparlaments (Grosser Stadtrat).
ganz nach dem architektonischen Vorbild der französischen                 Er wurde 1973 in den Luzerner Stadtrat (Stadtregierung) gewählt
Renaissance. Schon damals ein Ort der Begegnung, Unterhaltung             und bekleidete dort das Amt des Baudirektors. Nach dem Rücktritt
und des Genusses für Augen, Ohren und Gaumen.                             von Hans Rudolf Meyer wurde er 1979 zusätzlich Stadtpräsident
                                                                          von Luzern. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tod 1984 aus. In
Im Laufe der vergangenen 130 Jahren hat der Kursaal bis zum               seinen elf Jahren als Baudirektor war er für zahlreiche Bau- und
heutigen Grand Casino Luzern einige Renovationen durchlebt. Und           Planungsvorhaben verantwortlich. Hervorzuheben sind die autofreie
immer noch kennt er keine Altersbeschwerden, sondern strotzt noch         Altstadt Luzern, der Seeuferweg vom Verkehrshaus bis zum Tribschen,
voll gesunder Jugendlichkeit. Pulsierendes, glitzerndes Leben füllt bis   der Jesuitenvorplatz und die Modernisierung der Gebäude und
heute seine prächtigen Räume.                                             Sportanlagen auf der Luzerner Allmend. Zu seinen Ehren erhielt der
                                                                          Platz beim Casino Luzern am Luzerner Nationalquai den Namen
Die malerische Lage am Ufer des Vierwaldstättersees und die               Matthias-Luchsinger-Platz.
durchwegs stilvolle Einrichtung machen das Grand Casino Luzern
bis heute zu einem besonderen Ort. Jedoch rollen hier nicht nur die       MONTANA
Roulettekugeln: Neben den Spielautomaten geniessen Sie auch
populäre Kartenspiele wie Poker oder Black Jack. Zudem kann man           Eine Standseilbahn führt die Gäste von der Haldenstrasse zum Hotel
sich im Gault Millau ausgezeichneten Restaurant Olivo kulinarisch         Montana auf der Anhöhe über dem Halden-Quartier: Das prachtvolle
verwöhnen lassen oder im Casineum die Nacht an einer Party                Hotel Montana entstand kurz vor dem Ersten Weltkrieg, in den Jahren
ausklingen lassen.                                                        1911–1913, als Werk der in Deutschland, Frankreich, Italien und
                                                                          Tschechien tätigen Luzerner Architekten Moeri & Krebs. Es gilt heute
>> www.grandcasinoluzern.ch                                               als Meisterwerk der Art-Déco-Architektur in der Schweiz.

                                                                          >> www.hotel-montana.ch/de/Ueber-uns/Geschichte
Plätze, Gassen und Gebäude
RÖSSLIWIESE                                                             VERKEHRSHAUS

Die grosse Wiese am Carl – Spitteler-Quai lädt zum Entspannen und       Das Verkehrshaus der Schweiz wurde nach zweijähriger Bauzeit am
Geniessen ein. Der ruhige Park ist direkt am Wasser gelegen. Die        1. Juli 1959 eröffnet und avancierte schnell zum meistbesuchten
grossen Bäume sorgen im Sommer für genügend Schatten um einen           Museum der Schweiz. 1969 kam das erste und bis heute einzige
Nachmittag am See zu verbringen.                                        Grossplanetarium der Schweiz sowie das Restaurant und das
                                                                        Bürogebäude dazu. Seit 1972 ergänzt die Halle Luft- und Raumfahrt
VILLA SCHWEIZERHOF                                                      das Ensemble von Ausstellungshallen. Zwischen 1979 und 1985 wurden
                                                                        das Hans Erni Museum, die zweite Halle für den Schienenverkehr
Es war um das Jahr 1860, als das Grundstück an privilegierter           mit der Überdeckung des früheren Schienen-Freigeländes sowie die
Lage, direkt am Ufer des Vierwaldstättersees, von der Familie           Halle Schifffahrt, Seilbahnen und Tourismus gebaut. 1996 wurde
Zingg erworben und darauf ein Herrenhaus erbaut wurde. Als              mit der Integration des Filmtheaters ein weiterer Ausbau vollzogen.
dann das 20. Jahrhundert vor der Tür stand – und mit ihm der in         Zum 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 2009 kamen die ikonische Halle
unmittelbarer Nachbarschaft geplante Gotthard-Bahnhof, erstand          Strassenverkehr und die Neugestaltung des Eingangsbereichs mit
die Familie Hauser (Besitzerin des Hotels Schweizerhof Luzern) dieses   Conference Center, Gastronomie und Shop hinzu.
herrschaftliche Anwesen, um darauf ein stil- und prachtvolles Hotel
zu erbauen. Durch die Fusion der damaligen Bahngesellschaften           >> www.verkehrshaus.ch
im Jahr 1909 wurde allerdings nicht nur Bahnhof, sondern auch
die Vision vom Hotel obsolet und fortan wurde die Hausermatte
als Austragungsort von renommierten Reitsportanlässen auf der
ganzen Welt bekannt. Ab 1924 auch als Austragungsort des Concours
Hippique International. Bis 1976 traf sich hier die internationale
Reitsportelite.

LIDO WIESE

Die Lido Wiese mit toller Aussicht nach Luzern und dem
Bergpanorama bietet vielen Besucher*innen unvergessliche
Momente. Der prachtvolle Park liegt direkt am Seeufer. Der Park dient
heute als Treffpunkt und schafft dank seiner Grösse eine angenehme
Atmosphäre.
Plätze, Gassen und Gebäude
SEEBRÜCKE

Vor gut 150 Jahren wurde die Brücke erbaut. Erste Änderungen kamen
erst 1934. Während zwei Jahren wurde die Brücke mit einem neuen
Eisenbetonüberbau auf eine Breite von 26,7 Metern vergrössert. Zu
jener Zeit machte das die Luzerner Seebrücke zur breitesten Brücke
der Schweiz.

1994 wurde nach langen Diskussionen die alte Seebrücke für 22.35
Millionen Franken ersetzt. Damit der Überbau in einem Guss betoniert
werden konnte, wurde der Verkehr auf zwei Hilfsbrücken links und
rechts der bestehenden Seebrücke verlegt.

Die neue Brücke misst seither entlang der Mittelachse 157,32 Meter,
an der Breite von 26,7 Metern änderte sich seit 1934 nichts. Neun
Pfeiler stützen die Brücke auf der Seite der Reuss, fünf Stück sind es
auf der Seeseite. Seit dem Neubau der Brücke fahren täglich rund
40‘000 Fahrzeuge und Hunderte Busse über die Seebrücke. 2014
wurde die neue Brücke saniert. Gesprochen wurde ein Kredit von
1,1 Millionen Franken, gekostet hat der Bau letztlich die Hälfte.
Sie können auch lesen