Aktives alter olten - Eine altersfreundliche Stadt Angehörige betreuen Musizieren im Alter Welche Musik schätzen Sie? Kino, Kaffee, Kuchen 11 16 ...

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Aktives alter olten - Eine altersfreundliche Stadt Angehörige betreuen Musizieren im Alter Welche Musik schätzen Sie? Kino, Kaffee, Kuchen 11 16 ...
Nummer 43 Herbst 2021

aktives alter olten

       Eine altersfreundliche Stadt                    5
       Angehörige betreuen                             9
       Musizieren im Alter                           11
       Welche Musik schätzen Sie?                    16
       Kino, Kaffee, Kuchen                          21
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Jeweils am Sonntagnachmittag
Kaffeehausatmosphäre im Stadttheater
Kaffeehauskonzerte heisst eine Reihe, die das Stadttheater Olten seit        Die Kaffeehauskonzerte verspre­
diesem Herbst regelmässig anbietet. Geplant sind Kammermusikkon-             chen, was sie sagen: Sie bieten
zerte mit Musikerinnen und Musikern aus der Region.                          Gelegenheit am Sonntagnachmit­
                                                                             tag, virtuosen, verspielten oder
                                     Stile. Mit grosser Inspiration lesen    witzigen Melodien zu lauschen
                                     sie Spuren alter und neuer Werke,       zum Genuss von Kaffee und feins­
                                     kleiden Komponisten neu ein und         tem Kuchen. Der Eintritt kostet
                                     hinterlassen dabei Staunen und          jeweils 55 Franken, Kaffee und
                                     Begeisterung.                           Kuchen sind inbegriffen. Die Platz­
                                     Der in Olten bestens bekannte Gi­       wahl ist frei.
                                     tarrist Michael Erni tritt am 20. Fe­
                                     bruar gemeinsam mit dem Cellisten
                                     Eros Jaca auf. Die beiden überzeu­
                                     gen mit virtuoser Technik und er­
                                     greifender Musikalität.
Am 28. November ist der in Wolf­     Leicht und lüpfig schliesst sich der
wil beheimatete Armin Bachmann       Zyklus am 3. April: Vier Musiker
als Teil des Trios Cappella zu hö­   des Theater Orchesters Biel Solo­       Tickets unter:
ren. Die drei Musizierenden stö­     thurn präsentieren feinste Wiener       www.stadttheater-olten.ch oder
bern neugierig durch Zeiten und      Musik.                                  Telefon 062 289 70 00

                                           Suteria Olten ist bekannt für Café und Kuchen
                                           sowie verschiedene Canapés.
                                           Bei uns können Sie auch einen spritzigen Apéro
                                           mit BIO Prosecco geniessen oder glasweise tolle offene Weine
                                           degustieren.

                                           Wir freuen uns auf ihren Besuch
                                           in der Oltner Altstadt Hauptgasse 11

                                           Ihre Gastgeber & Team
                                           mit Bernadette & Sascha Rickenbacher & Peter Oesch

                                           Offen von Dienstag bis Sonntag
                                           (Di-Fr 08.00–18.30 / Sa 08.00–17.30 / So 09.00–16.00 Uhr)

                                                      Gut zu wissen, wie es um das eigene Hörvermögen
                                                      steht. Unsere Akustikexperten beraten Sie gerne
                                                      darüber, wie Sie Ihr Hörvermögen bewahren bzw.
                                                      verbessern können. Vereinbaren Sie einen Termin
                                                      für einen kostenlosen Hörtest, eine Hörberatung
                                                      oder unseren Hörgeräteservice. Wir freuen uns auf
                                        Jetzt         Ihren Besuch!
    Dass Sie                         Wunsch-          Audika Hörcenter
                                      termin
    besser hören,                    vereinbaren
                                                      Solothurnerstrasse 21
                                                      4600 Olten
    ist für uns                                       Tel. 062 213 95 25

    Herzenssache.
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aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                             3

Editorial
Vom Gutmenschen zum Altenschreck

Liebe Leserinnen, liebe Leser             Überrascht bin ich nicht über diese     menschenfreundliche Verkehrsmit­
                                          Beurteilung des Verkehrsgesche­         tel wahrgenommen werden.
Im letzten Winter machte die Stadt        hens. Fahre ich beispielsweise auf
Olten eine Umfrage bei allen über         der Alten Brücke langsam, weil          Im Vordergrund dieses Magazins
65-jährigen Einwohnern (Bericht           viele Leute zu Fuss unterwegs sind,     steht aber nicht die Verkehrsprob­
Seiten 5 bis 7). Was die Seniorinnen      werde ich prompt links und rechts       lematik, sondern das Thema «Mu­
und Senioren auf den Fragebogen           überholt. Zudem beachte ich – ehr­      sizieren im Alter» (ab Seite 10).
über Zweiräder aller Arten schrieben,     lich gesagt – auch nicht jede Regel.    Wie die kurzen Porträts zeigen, ist
hat mein Selbstbild arg erschüttert.                                              Musik ein Hobby, das Menschen
Als eifriger Radfahrer und Unterstüt­     Das geschilderte Unbehagen ist in       ein Leben lang begleitet und Ge­
zer von Veloanliegen zählte ich mich      Olten besonders ausgeprägt, weil        nerationen verbindet. Dieses Heft
bislang zu den Guten, die sich für        die gesamte Verkehrsfläche sehr         kann keine Melodien und Rhyth­
den Langsamverkehr und gegen den          begrenzt ist. Mehr Platz, namentlich    men wiedergeben, aber das Oltner
Klimawandel einsetzen.                    für den Veloverkehr und die Fuss­       Konzertangebot ist breit. Es lohnt
                                          gänger, wäre dringend nötig.            sich hinzugehen, zu lauschen und
Nach dem Lesen mancher Kommen­                                                    mitzutanzen.
tare sehe ich mich nun aber mehr          Die fehlende Rücksichtnahme auf
als «Schreck der Alten». Da heisst        Schwächere ist aber überall in der
es etwa: «Elektroroller und schnel­       Schweiz spürbar. Zweckdienlich
le Velofahrer sind in der Altstadt für    wäre eine Kampagne der Interes­
ältere Menschen gefährlich; wur­          senverbände des Zweiradverkehrs,        
de zweimal fast angefahren.» Von          die ihre Mitglieder zu einem vorbild­                       Eugen Kiener
«Trottoirmissbrauch» ist die Rede.        lichen Verkehrsverhalten bringen
Gefordert wird mehrfach, dass end­        kann. Das wäre ein erster Schritt
lich «die Regeln beim Veloverkehr         dazu, dass E-Bikes und Velos nicht
durchgesetzt werden».                     nur als umwelt- sondern auch als

           Orgeln und jodeln,
        zupfen und streichen,
            tuten und blasen
                       Musik erfreut
             Menschen in jedem Alter.

                           Aquarell von
                     Christine Hunziker
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                                                                     Schweizweites Angebot
                                                                     Über 150 Alzheimer-Cafés werden in der
                                                                     ganzen Schweiz regelmässig angeboten.
                                                                     Nähere Informationen über die Alzheimer-
                                                                     Cafés von Alzheimer Solothurn finden Sie
Für ein gutes Leben mit Demenz
                                                                     unter: www.alz.ch/so

In Olten eröffnet ein                                                Das nächste Alzheimer-Café in Olten wird
                                                                     am 1. Dezember in der Senevita Residenz

neues Alzheimer-Café                                                 Bornblick, Solothurnerstrasse 70 stattfinden.
                                                                     (Zertifikatspflicht)

                                          n Menschen mit Demenz und ihre          sich an einem für sie gut erreichba­
                                               Begleitung, egal ob Freunde oder    ren Ort treffen zu können.
                                               Angehörige, besuchen das Alz­
                                               heimer-Café gemeinsam               Was ist das Besondere am Angebot?
                                          n   Die Veranstaltung findet in einem   Menschen mit Demenz und ihre An­
                                               öffentlich zugänglichen Raum        gehörigen sind krankheitsbedingt
                                               statt, so dass neue Kontakte        im Alltag oft mit belastenden Situ­
                                               geknüpft werden können und          ationen konfrontiert. Das Alzhei­
                                               ein Stück «Normalität» gepflegt     mer-Café bietet die Gelegenheit, in
                                               werden kann                         einem unverbindlichen Rahmen ge­
                                          n   Rückzugsmöglichkeiten und Ru­       meinsam einen schönen Nachmittag
Anfang Oktober eröffnete Alzhei-               heareale sind vorhanden, in de­     mit Personen zu verbringen, die in
mer Solothurn ein Alzheimer-Café               nen persönliche Gespräche ver­      ähnlichen Situationen sind. Je nach
in Olten. Dieses wird alle zwei                tieft werden können                 Lust und Laune kann man sich mit
Monate in der Cafeteria der Sene-         n   Regelmässiges Vermitteln von de­    den anderen Teilnehmenden aus­
                                               menzspezifischem Wissen durch       tauschen oder auch nur einen Kaf­
vita Residenz in Olten stattfinden.
                                               eine Fachperson, sei es durch       fee trinken und ein Stück Kuchen
Es richtet sich nicht nur an Er-
                                               Fachliteratur oder mündlichen In­   geniessen. In einem kurzen Input
krankte, sondern auch an Betreu-               put, wird grossgeschrieben          zum Thema Demenz können sich
ende, Pflegende und Interessierte.        n   Erfahrungsaustausch in der All­     die Teilnehmenden zudem informie­
                                               tagsbewältigung bietet Unter­       ren oder sich bei konkreten Fragen
Rosemarie Wullschleger und Gudrun              stützung für die Besuchenden        an die anwesenden Fachpersonen
Hochberger, die beiden Leiterinnen                                                 wenden.
des Alzheimer-Cafés, verfügen über        Ergänzung zu anderen Angeboten
einen reichen Erfahrungsschatz im         Das Alzheimer-Café ist als Ort des       Wie ist die Atmosphäre und das
Umgang mit Menschen mit Demenz            zwanglosen Austausches gedacht           Feedback der Teilnehmer aus an-
und ihren Angehörigen: Beide sind         und stellt damit eine wertvolle Er­      deren Cafés?
gelernte Pflegefachfrauen und mit         gänzung zu anderen Angeboten             Der unverbindliche Rahmen des
viel Herzblut dabei.                      wie Angehörigengruppen, Tagesbe­         Cafés wird sehr geschätzt. Man
                                          treuung, Workshops oder Semina­          kann ohne Anmeldung hingehen,
Das Alzheimer-Café gründet auf dem        ren zu Demenz dar.                       wenn man Zeit hat. Gleichzeitig be­
Leitbild von Alzheimer Schweiz und                                                 suchen viele Stammgäste das Café
der dort festgehaltenen Vision «Ein       Das sagt Nadia Leuenberger, Ge­          regelmässig und aus den Kontak­
gutes Leben mit Demenz». Das Café         schäftsleiterin von Alzheimer Solo­      ten haben sich auch Freundschaf­
will Menschen mit Demenz und ihnen        thurn, zum neuen Angebot in Olten:       ten entwickelt. Das Café bietet so,
nahestehenden Personen Gelegenheit                                                 nebst der Unverbindlichkeit, auch die
geben, sich in informeller, entspannter   Wozu ein weiteres                        Mög­lichkeit, in Kontakt mit anderen
Atmosphäre über ausgewählte The­          Alzheimer-Café?                          Betroffenen zu kommen. Viele Teil­
men zu informieren, offen mit anderen     Das Alzheimer-Café ist ein nieder­       nehmende geniessen es zudem, eine
Personen über ihre Probleme zu spre­      schwelliges Angebot, welches für         Auszeit vom Pflegealltag zu haben
chen und ihr Wissen in Zusammen­          die Teilnehmenden einfach und gut        und gemeinsam einen gemütlichen
hang mit Demenz weiterzugeben.            erreichbar sein soll. Bisher fand die­   Nachmittag verbringen zu können.
                                          ses nur in Solothurn statt. Mit der
Wichtig dabei ist:                        Eröffnung des Alzheimer-Cafés in         Was kostet die Teilnahme?
n Eine gesellige Atmosphäre, in der      Olten wollen wir den Menschen mit        Die Teilnahme ist kostenlos. Die
   sich die Gäste entspannt und ak­       Demenz und deren Angehörigen im          Konsumation ist jedoch selbst zu
   zeptiert fühlen                        Raum Olten die Möglichkeit bieten,       bezahlen.
Aktives alter olten - Eine altersfreundliche Stadt Angehörige betreuen Musizieren im Alter Welche Musik schätzen Sie? Kino, Kaffee, Kuchen 11 16 ...
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Seniorinnen und Senioren fühlen sich wohl,
haben aber Wünsche offen

Olten ist eine
altersfreundliche Stadt
                                                                                   Waldner, die Geschäftsleiterin von
                                                                                   Pro Senectute Solothurn.

                                                                                   Was ist Ihnen bei den Oltner
                                                                                   Ergebnissen speziell aufgefallen?
                                                                                   Ida Boos: Von den 18‘549 Personen,
                                                                                   die in Olten leben, stehen 3414 Per­
                                                                                   sonen im Pensionsalter, also 18.4 %;
                                                                                   im schweizerischen Durchschnitt
                                                                                   sind es 18.3 %. Besonders gross ist
                                                                                   in Olten der Anteil von Personen
                                                                                   zwischen 20 und 40 Jahren. Insofern
                                                                                   ist es richtig, wenn sich die Stadt mit
                                                                                   der Zukunft auseinandersetzt und
                                                                                   für eine gute Durchmischung von
                                                                                   Älteren und Jüngeren sorgt.
Das Leben in Olten wird von der älteren Bevölkerung geschätzt.
                                                                                   In Olten sind die Rückmeldun­
Im Bild: Bistroszene in der Kirchgasse.
                                                                                   gen zum vielfältigen kulturellen
Die ältere Bevölkerung fühlt sich in Olten wohl, dies ergab die vor                Angebot aufgefallen. Die Mischung
Jahresfrist von Pro Senectute Solothurn in Zusammenarbeit mit der                  aus städtischer Umgebung und
Stadt durchgeführte Umfrage. Die städtischen Angebote fürs Alter                   Naturnähe, die zentrale Lage im
liessen sich da und dort aber noch verbessern.                                     SBB-Netz sowie das gute Angebot
                                                                                   des öffentlichen Verkehrs innerhalb
Eindringlich gefordert wird von           Der Grossteil der Befragten fühlt sich   von Olten werden sehr geschätzt.
den Seniorinnen und Senioren              in der Stadt Olten freundlich und re­    Der gute Umgang von Seiten Be­
etwa eine Entflechtung von Fuss-          spektvoll behandelt und meint, die       hörden und die Hilfsbereitschaft
und Zweiradverkehr; besonders             Stadt berichte genügend über Alters­     wurden mehrfach gelobt. Gewür­
zu schaffen macht vielen der              themen. Auf der Homepage der Stadt       digt wird auch das gute Angebot
Mischverkehr auf der Alten Brü­           findet sich ein Teil gut zurecht, mehr   an Dienstleistungen. Dies zeigt,
cke. Mehrfach kritisiert wird die         als ein Viertel sagt dagegen, dass die   wie viele Ressourcen direkt in der
fehlende ÖV-Erschliessung des             Informationen übers Alter gar nicht      Stadt liegen und genutzt werden
Schöngrundquartiers.                      leicht zu finden seien.                  können, wenn sie denn auch be­
                                                                                   kannt sind.
Gewünscht werden von den Be­              622 Personen beteiligten sich an
fragten mehr Sitzbänke an Bus­            der Umfrage zur Altersfreund­            Die 226 Verbesserungsvorschläge
haltestellen, entlang von Stras­          lichkeit der Stadt. Vor Jahresfrist      und 124 Kritikpunkte zeigen, wie
sen und Plätzen, an Spazier- und          waren 3361 Fragebogen zusam­             aktiv sich die befragten Seniorin­
Waldwegen. Die öffentlichen Toi­          men mit dem Magazin «aktives             nen und Senioren mit Olten ausei­
letten werden bemängelt bezüg­            alter olten» verschickt worden. Die      nandergesetzt haben. Die meisten
lich Anzahl, Öffnungszeiten, Sau­         Rücklaufquote betrug 18.5 %.             Kritikpunkte betreffen den öffentli­
berkeit und Verfügbarkeit für alle                                                 chen Raum.
Geschlechter. Mehrfach wurde der          Ida Boos, Pro Senectute:                 Von den befragten Personen leben
Wunsch nach mehr altersgerech­            Vielfältiges kulturelles Angebot         65 % in einer Wohnung, 30 % in
ten Wohnungen bzw. Angeboten              Um die Resultate der Umfrage ein­        einem Einfamilienhaus und 5 % in
in Form von Mehrgenerationen­             zuordnen, wandte sich das Maga­          einem Altersheim oder in einer Al­
wohnen geäussert.                         zin aktives alter olten an Ida Boos      terswohnung. Wenn es attraktive
Aktives alter olten - Eine altersfreundliche Stadt Angehörige betreuen Musizieren im Alter Welche Musik schätzen Sie? Kino, Kaffee, Kuchen 11 16 ...
6                                                                                       aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021

Die zentrale Lage im SBB-Netz ist ein Trumpf der Stadt Olten.
                                                                                     Der Stadtrat hat die Resultate des
                                                                                     Berichtes zur Kenntnis genommen.
                                                                                     Was passiert nun damit?
                                                                                     Raphael Schär-Sommer: Der Stadt­
                                                                                     rat und die Direktion Soziales wer­
                                                                                     den in Absprache mit Pro Senectute
                                                                                     resp. mit Ida Boos die Massnah­
                                                                                     men priorisieren und angehen. So
                                                                                     sind zum Beispiel die selbständigen
                                                                                     Wohnstrukturen, Aufenthaltsorte
                                                                                     im öffentlichen Raum und die bes­
                                                                                     sere Information und Beratung als
und bezahlbare Wohnformen gibt              Fusswegen, die Aufbereitung der          Massnahmen im Regierungspro­
wie Hausgemeinschaften oder Ge­             Information, wo es öffentliche Toi­      gramm 2021–2025 aufgeführt.
nerationenwohnen, überlegen sich            letten gibt, sowie die hindernisarme
Einfamilienhausbesitzer, ihren Wohn­        Gestaltung des öffentlichen Raums.       Wird die Information über Alters-
raum Jüngeren zu überlassen und in                                                   fragen im städtischen Webauftritt
eine andere Wohnform umzuziehen.            Beim öffentlichen Verkehr werden         verbessert?
                                            die fehlende Anbindung des Alters-       Ja, wir überprüfen die Informations­­
Allein leben heisst nicht, einsam           und Pflegeheims Weingarten und           angebote und -kanäle und bauen
sein                                        des Schöngrundquartiers wieder­          diese wo nötig in den nächsten vier
Im Vergleich zu kleineren Gemein­           holt bemängelt.                          Jahren aus.
den gibt in Olten ein grösserer An­
teil der Befragten an, alleine zu           Bezüglich Wohnen ist zu beachten,        Plant die Stadt Verbesserungen
wohnen. In Olten ist dieser Anteil          dass das Thema Generationenwoh­          bei den zum Teil veralteten öffent-
rund 50 %, während er in ande­              nen und kostengünstiges Wohnan­          lichen Bedürfnisanstalten?
ren Solothurner Gemeinden in der            gebot in der Stadtplanung genug          Der Stadtrat ist sich des Verbes­
Regel zwischen 30 und 40 % liegt.           Beachtung erhält. Im Bereich Inte­       serungsbedarfs bewusst und Ab­
Alleine Wohnen darf nicht gleich            gration und Mitwirkung sind Treff­       klärungen für eine zeitgemässe
gesetzt werden mit Einsamkeit. Die          punktmöglichkeiten und Unterstüt­        Toilette im Umfeld des Munzinger­
Befragten geben an, sich nicht ein­         zung von Eigeninitiativen gefragt.       platzes sind am Laufen. Seit 2020
sam zu fühlen. Das Bedürfnis, hie                                                    unterstützt die Stadt Olten zudem
und da allein zu sein, ist zutiefst         Auf der Webseite der Stadt Olten         das Konzept «Nette Toilette», bei
menschlich. In der vorübergehen­            sollte die Rubrik «Alter» und Dienst­    dem verschiedene Restaurants ihre
den Einsamkeit schöpfen wir Kraft           leister von Altersangeboten eigen­       Toiletten auch Nicht-Gästen zur Ver­
und finden wieder zu uns selbst.            ständig aufgeführt und auch mit          fügung stellen.
Anders ist es, wenn die soziale Iso­        der Angebotsplattform www.info­          (Infos unter: www.olten.ch)
lation zum Alltag wird. Wer unfrei­         senior.ch verlinkt sein, damit man
willige, langandauernde Einsamkeit          sich schnell orientieren kann. Um        Erhält das nur über recht steile
erlebt, weiss, dass diese genauso           die vorhandenen Dienstleistungen in      Strassen erreichbare Schöngrund-
schmerzt wie eine körperliche Er­           Olten gebündelt und übersichtlich        quartier bald einen echten ÖV-
krankung. Deshalb unterscheidet             abzubilden, empfiehlt Pro Senectute,     Anschluss?
die Altersforschung zwischen ‹Ein­          eine Broschüre «Älter werden in Ol­      Die Linien des öffentlichen Ver­
samkeit› und ‹Vereinsamung›.                ten» zu erstellen und diese gedruckt     kehrs werden nicht direkt von der
                                            und in digitaler Form zu verbreiten.     Stadt bestellt. Versuchsbetriebe im
Insgesamt ist die Einschätzung der                                                   Schöngrundquartier haben bisher
Altersfreundlichkeit von Olten sehr         Raphael Schär-Sommer, Stadtrat:          gezeigt, dass die vom Kanton für
gut. Olten wird sehr geschätzt.             Erste Massnahmen im Regierungs-          einen von ihm wesentlich finan­
                                            programm                                 zierten Regelbetrieb geforderten
Wie kann Olten noch altersfreund-           Seit August ist der 34-jährige Rapha­    Frequenzen nicht erreicht werden
licher werden?                              el Schär-Sommer als Stadtrat Leiter      konnten. Falls der politische Wille
Im Bereich Öffentlicher Raum be­            der Sozialdirektion. Er erläutert, wie   gegeben ist, kann die Stadt selbst
steht Verbesserungspotential: Dazu          die Stadt Olten auf die Umfrageer­       eine Buslinie durch dieses Quartier
gehören die Führung von Velo- und           gebnisse zu reagieren gedenkt.           bestellen, wie dies auch schon ge­
Aktives alter olten - Eine altersfreundliche Stadt Angehörige betreuen Musizieren im Alter Welche Musik schätzen Sie? Kino, Kaffee, Kuchen 11 16 ...
aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                                         7

Die Seniorinnen und Senioren schätzen Oltens vielfältiges Kulturangebot und sie fürchten die vielen Zweiräder in der Innenstadt.

macht wurde. Diese Linie müsste            Fussgängern vorprogrammiert. Die            dass die Sicherheit für alle Verkehrs­
Olten aber alleine finanzieren.            Stadt Olten hat mit dem Mobilitäts­         teilnehmenden verbessert werden
                                           plan Prioritäten festgelegt und wird        kann. Zwei weitere Elemente liegen
Viele ältere Personen sind zu Fuss         diese im Rahmen der Ortsplanung             nicht in der Zuständigkeit der Stadt
unsicher; sie fürchten sich in der         konkretisieren. So besteht unter            Olten. So erachte ich den gegen­
Innenstadt vor Begegnungen mit             anderem ein Fahrverbot für Velos            seitigen Respekt und die Rücksicht­
E-Bikes, Velos und Trottinetts.            durch die Hauptgasse zum Wohle              nahme unter den Verkehrsteilneh­
Was unternimmt die Stadt zur Si-           der Fussgänger, was aber wiederum           menden als sehr wichtig und es be­
cherheit der schwächsten Gruppe?           zu kritischen Situationen für Velo­         nötigt auch Kontrollen der Polizei,
Im bebauten Gebiet sind Nutzungs­          fahrende auf dem Klosterplatz führt.        um Übertretungen zu ahnden.
konflikte zwischen Auto und Velo              Generell muss bei solchen Mass­                          Text: Eugen Kiener
resp. Velo und Fussgängerinnen und         nahmen dafür geschaut werden,                           Fotos: Remo Fröhlicher

Ab 15. Dezember auf Youtube

Digitale Infos zu:
«Älter werden in Olten»
                                                                 Bis das eigentliche Infoprogramm am 15. Dezember aufge-
                                                                 schaltet wird, ist auf dem Youtube-Kanal von Pro Senectute
                                                                 Kanton Solothurn ein Ankündigungsvideo (Bild) zu sehen.
Pro Senectute und die Stadt Olten erarbeiten zurzeit
eine gemeinsame digitale Information. Der kleine
Film mit dem Titel «Informationsprogramm: Älter
werden in Olten» wird am 15. Dezember im Internet
aufgeschaltet.
Das geplante Youtube-Video wird über die zahlreichen
Angebote für die Oltner Seniorinnen und Senioren
informieren. Es handelt sich um vielfältige Dienstleis­
tungen, die ihnen helfen, die Herausfoderungen des
Alltags zu meistern. Bis zur Aufschaltung des Infor­
mationsprogrammes ist auf dem Youtube-Kanal von
Pro Senectute Kanton Solothurn ein kurzes Ankündi­
gungsvideo zu sehen.                             red.

n zum Newsroom von Pro Senectute:
www.so.prosenectute.ch/de/Newsroom
Wer Hilfe benötigt, wendet sich an Pro Senectute,
Telefon 032 626 59 59.                                                              Dieser QR-Code führt –
n direkt zum Youtube-Film:                                             gescannt mit dem Smartphone oder
https://youtube.com/playlist?list=PL5R8_ua_                               dem Tablet – zum Infoprogramm.
Z7NkbN0kM8Qar8Flmz09u5uJV
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Zuhause bleiben können -
dank individueller Pflege und Betreuung
                                                                                    und Grundpflege. Das Wohl unserer
                                                                                    Kundinnen und Kunden ist dabei das
                                                                                    Wichtigste. Deshalb achten wir dar­
                                                                                    auf, dass stets dieselbe Pflegekraft vor
                                                                                    Ort ist; sei es, um eine Wunde zu ver­
                                                                                    sorgen oder für die Körperpflege.

                                                                                    Wir betreuen und begleiten
                                                                                    Ob bei chronischen Leiden, alters­
                                                                                    bedingter Gebrechlichkeit oder einer
                                                                                    Behinderung – unser Team steht Ih­
                                                                                    nen zur Seite und fördert aktiv die
                                                                                    Gesundheit und Selbstständigkeit der
                                                                                    zu betreuenden Person. Zudem sind
In den eigenen vier Wänden leben            und begleiten seit mehr als 35 Jahren   unsere spezialisierten Fachkräfte auch
zu können ist der Wunsch vieler             Menschen in ihrem Daheim. Vertraut,     für einzelne Kurzeinsätze wie Beglei­
pflege- und betreuungsbedürftiger           kompetent, bedürfnisorientiert – für    tung zum Arzt, Tageseinsätze oder
Menschen. Dies zu ermöglichen,              Pflege, Haushalt und Betreuung.         Nachtwache für Sie da.
ist oft eine grosse Herausforde-
                                            Das ist nur möglich, indem unsere       Wir helfen im Haushalt
rung sowohl für Betroffene wie
                                            gut ausgebildeten und engagierten       Je nach Bedarf übernehmen wir auch
auch für ihre Angehörigen.                  Mitarbeitenden mit den Betroffenen,     kleine und grosse Aufgaben im Haus­
                                            den Angehörigen und mit dem Arzt        halt wie Waschen, Einkaufen, Putzen
Besonders Menschen, deren Gesund­           zusammen die Lage besprechen. So        oder das Zubereiten von Mahlzeiten
heitsbild sich allmählich ändert, spü­      sorgen wir dafür, dass die zu betreu­   – selbstverständlich immer pünktlich
ren einen verstärkten Wunsch nach           enden Personen exakt diejenigen         zu der von Ihnen gewünschten Zeit.
Nähe und Stabilität. Die Lebenssitu­        Spitex-Leistungen von uns erhalten,
ation verändert sich, gewohnte Ab­          die sie auch wirklich brauchen.         Wir beraten
läufe sowie alltägliche Besorgungen                                                 Neben unserem Pflege- und Betreu­
müssen neu organisiert werden.              Und weil Menschlichkeit, Herzlichkeit   ungsangebot bieten wir auch einen
                                            und Respekt bei uns an erster Stelle    professionellen Beratungsservice für
Dabei ist es nicht einfach, wenn nötig      stehen, leben wir diese Werte jeden     Angehörige. Wo erhalten Sie finanziel­
Hilfe von Dritten anzunehmen und aus        Tag – damit die Ihnen nahestehende      le Unterstützung? Welche Dienstleis­
der Vielfalt von Angeboten zu wäh­          Person so lange wie möglich zuhause     tungen werden benötigt? Wie organi­
len. Aber Sie sind nicht allein. Senevita   bleiben kann.                           sieren Sie sich in der Familie? Bei die­
Casa sorgt auch in Ihrer Region dafür,                                              sen und weiteren Fragen helfen Ihnen
dass pflege- und betreuungsbedürfti­        Wir pflegen                             unsere Mitarbeitenden gerne weiter.
ge Menschen so lange wie möglich zu­        Unser ambulantes Pflegeangebot für
hause leben können. Wir unterstützen        zuhause umfasst die Behandlungs-        Unser Team steht Ihnen zur Seite.
                                                                                    Vereinbaren Sie ein kostenloses,
                                                                                    unverbindliches Beratungsgespräch:
  Senevita Casa – Betreuung und Pflege zuhause

  Ambulante und stationäre Angebote rücken in der Senevita nahtlos
  zusammen, so dass Seniorinnen und Senioren in jeder Lebensphase die
  passende Unterstützung aus einer Hand erhalten. Während sich die
  Senevita als Innovatorin im selbstständigen betreuten Wohnen und in um­           Solothurnerstrasse 70
  fassender Pflege beweist, ist die Senevita Casa die schweizweit grösste           4600 Olten
  Anbieterin privater Spitex-Leistungen und besitzt in allen Regionen die           062 823 44 22
  Spitex-Bewilligung und die Anerkennung durch die Krankenkassen.                   aarau-olten@senevita.ch
                                                                                    www.senevitacasa.ch/aargau-west
Aktives alter olten - Eine altersfreundliche Stadt Angehörige betreuen Musizieren im Alter Welche Musik schätzen Sie? Kino, Kaffee, Kuchen 11 16 ...
aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                                 9

SRK-Kurs
«Angehörige betreuen und pflegen»

«Ich brauche keine Spitex, du machst das super»
                                                                                   durchgeführt – können einzeln be­
                                                                                   sucht werden. Da es sich bei den
                                                                                   Kursinteressierten um ältere Men­
                                                                                   schen handelt, die abends nicht
                                                                                   mehr gerne weggehen und tags­
                                                                                   über eher eine Ablösung für ihre
                                                                                   Betreuungsaufgabe finden, ist das
                                                                                   Kursangebot vom Abend auf den
                                                                                   Nachmittag verlegt worden.

                                                                                   Fachkundig und praktisch
                                                                                   Alle Kursnachmittage sind stark auf
                                                                                   die Praxis ausgerichtet. Die Besucher­
                                                                                   innen und Besucher erfahren, welche
Sechs Frauen und ein Mann besuchten Mitte September den Kursnachmittag zum         finanzielle Unterstützung staatliche
Thema «Kommunikation mit dementen Personen».              Foto: Yvonne Ingold     Sozial- und private Hilfswerke bie­
                                                                                   ten, welche konkreten Hilfen ihnen
Wer möchte nicht im Alter mög-            de Hilfe. - Ein Mann, noch nicht im      Spitex, SRK usw. offerieren. Noch
lichst lange in der vertrauten Um-        AHV-Alter, wendet sich an die Kurs­      konkreter auf den Alltag ausgerichtet
gebung bleiben, auch wenn Betreu-         leiterin: «Meine Frau und ich haben      sind die Themen Kommunizieren mit
ung und Pflege notwendig werden?          sehr eng zusammengelebt, wir ha­         Menschen mit Demenz, Ernährung
                                          ben kaum Freunde. Nun ist meine          im Alter, Bewegung und Immobili­
Meist sind es Angehörige, die dies
                                          Frau früh an Demenz erkrankt. Für        tät, Abschied nehmen. Der nächste
garantieren. Im Kurs «Angehörige
                                          mich macht das Leben keinen Sinn         Kursnachmittag findet am 24.2.2022
betreuen und pflegen» des Schwei-         mehr. Ich habe mir schon überlegt,       zum Thema «Die Rollen werden neu
zerischen Roten Kreuzes (SRK) er-         zusammen mit ihr zu gehen.» Die          verteilt» in Solothurn statt.
halten diese Informationen und            Kursleitung muss einiges auffangen
Ermutigung für ihre Tätigkeit.            können.                                  Die pflegenden und betreuenden
                                                                                   Angehörigen sind eine zentrale Ziel­
Im Kurslokal des SRK Solothurn an         Nachmittags statt abends                 gruppe der SRK-Angebote. Der Rot­
der Ringstrasse in Olten haben sich       «Wir können natürlich nicht auf je­      kreuz-Entlastungsdienst bietet An­
ein Dutzend Frauen und Männer aus         des Problem vertieft eingehen, das       gehörigen von betreuungsbedürfti­
allen Teilen des Kantons zusammen­        von Teilnehmenden im Kurs ange­          gen Menschen Verschnaufpausen.
gefunden. Ein Teil von ihnen ist frei­    sprochen wird», betont Yvonne In­        Nebst den verschiedenen Kursange­
willig in Betreuungs- oder Besuchs­       gold, Bereichsleiterin Bildung beim      boten können auch der SRK-Notruf
diensten tätig, andere hoffen, im         SRK Solothurn. «Ziel ist es, pflegen­    und der Fahrdienst gezielte Unter­
Kurs Unterstützung zu finden für ihr      den Angehörigen Gelegenheit zu           stützung bieten.
privates, persönliches Engagement.        geben, um sich aussprechen zu kön­
                                          nen, sich mit Leuten in ähnlichen Si­                      Text: Eugen Kiener
Die Gespräche in der Gruppe und           tuationen zu vernetzen. Wichtig ist,
in der Pause zeigen, dass sich man­       dass die Betroffenen erkennen, dass            Schweizerisches Rotes Kreuz
che Angehörige überfordern. «Mein         es Hilfsangebote gibt und wie sie zu                     Kanton Solothurn
Mann will partout nicht, dass die         diesen kommen und ihr Wissen er­                             Kursangebot:
Spitex ins Haus kommt; du machst          weitern können.»                              www.srk-solothurn.ch/bildung
das doch ausgezeichnet», sagt er,                                                             Telefon 062 207 02 50
so erzählt eine über 80-jährige Frau.     Der SRK-Kurs «Angehörige pflegen
Eine andere Teilnehmerin berichtet,       und betreuen» ist dank der Unter­
dass sie in der gleichen Situation        stützung einer Stiftung kostenlos.
war; erst als sie einen Herzinfarkt er­   Die insgesamt acht Kursteile – je vier
litt, akzeptierte ihr Ehepartner frem­    werden in Olten und in Solothurn
Aktives alter olten - Eine altersfreundliche Stadt Angehörige betreuen Musizieren im Alter Welche Musik schätzen Sie? Kino, Kaffee, Kuchen 11 16 ...
10   aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021
aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                                      11

Musikerinnen und Musiker
aller Stilrichtungen sind sich einig

Beglückendes Hobby
für jedes Lebensalter
«Musik ist Teil einer idealen Welt und zugleich eine sensible Sprache, vielfältig und unergründlich wie Poesie;
Musik kann man für sich oder noch besser zusammen mit Gleichgesinnten lebenslang als Hobby betreiben»,
sagt der 72-jährige Klaus Schmuziger. Er ist einer von unzähligen Oltnerinnen und Oltnern, die im Senioren-
alter weiterhin regelmässig musizieren.

Flöten und Hörner blasen, Ventile öffnen und schlies­           Das wurde nötig, weil das Duett schnell Fahrt aufnahm
sen, Tasten und Pedale drücken, auf die Pauke hauen,            und «wuchs». Musiklehrer Robert Hiltbrunner, 76, aus
Saiten streichen und zupfen, singen und jodeln: Unzäh­          Trimbach, Marianne Straumann, 77, Primar- und Flöten­
lige ältere Oltnerinnen und Oltner musizieren alleine, in       lehrerin aus Olten, der 61-jährige Tierarzt Beat Gassner
Gruppen und Chören, für sich oder für ein Publikum.             und zuletzt Karin Grob, 53-jährige Logopädin aus
Das Redaktionsteam des Magazins aktives alter olten             Kappel, kamen dazu. Leider verstarb Hans Jeger früh.
hat eine zufällige Auswahl von ihnen getroffen.                 Er hinterliess dem Fagottquintett eine grosse Samm­
                                                                lung arrangierter Stücke.
bassoNobile, eine Hobbyformation mit Ansprüchen                     Die Mitglieder von bassoNobile haben sich mehr­
Die Geschichte von bassoNobile begann 1989 beim                 heitlich in der Freizeit der Musik verschrieben. Das Zu­
Strassenfest am Blumenweg in Olten. Der Oltner Logo­            sammenspiel steht im Fokus: Zuhause üben, aber so
päde Max Affolter, heute 73, lernte dort Hans Jeger, ei­        oft es geht, die Leidenschaft mit andern teilen. Das ist
nen leidenschaftlichen Hobbyfagottisten aus Binningen           die Idee, welche das Quintett noch lange weiter füh­
kennen. Da er selbst auch seit einigen Jahren Basson            ren möchte. Aus gelegentlichen öffentlichen Auftritten
(französisches Fagott) spielte, entstand ein Fagottduett.       erwächst stets zusätzliche Motivation; sei es bei der
    Hans Jeger, damals schon pensioniert, arrangierte           «Hora musica» im Kapuzinerkloster, bei Familienfeiern
viele Stücke, bekannte Melodien aus allen Musikrich­            oder ganz einfach an einem sonnigen Samstag in der
tungen, für zwei, später auch für drei und vier Fagotte.        Oltner Altstadt.

Seite links: Cellistin Ursula Moor
unten: bassoNobile beim Proben: von links Max Affolter, Robert Hiltbrunner, Karin Grob, Beat Gassner, Marianne Straumann
12                                                                                            aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021

Die Oltner Jodlerinnen und Jodler feierten vor drei Jahren das 100-Jahr-Jubiläum ihres Vereins.                          Foto zVg
Für Ursula Moor ist Musik tägliche Labsal                          Ursula Oegerli dirigiert den Jodlerklub
Ursula Moor spielt seit 1980 – mit einem kleinen                   Der Jodlerklub Olten ist seit 1918 musikalisch unter­
Unterbruch – im Cello-Register des Stadtorchesters                 wegs. Zurzeit dirigiert Ursula Oegerli-Kissling aus Härkin­
Olten sowie seit mehreren Jahren die Bass-Viola da                 gen die 20 Männer und 9 Frauen. Die Jodlerinnen und
Gamba in einem Gamben-Consort in Basel.                            Jod­ler im Alter zwischen 55 und 83 Jahren proben je­den
   «Im Stadtorchester proben wir für unsere jährlichen             Montag in der reformierten Kirche Wangen bei Olten.
Konzerte mit bekannten Solistinnen und Solisten haupt­                Die 74-jährige Dirigentin erklärt: «Die Lieder, die wir
sächlich klassische, aber auch zeitgenössische Werke. Im           singen, wurden von verschiedenen Komponisten und
fünfköpfigen Gamben-Consort spielen wir Stücke aus                 Dichtern geschrieben und vertont. Mit diesen möch­
der Renaissance- und Barockmusik. Da faszinieren mich              ten wird das alte Brauchtum der jüngeren Generation
ganz besonders die englischen Kompositionen von Jen­               weitergeben und unserem Publikum Freude bereiten.»
kins, Purcell, Lawes und Byrd», berichtet die 77-jährige           Am alljährlichen Unterhaltungsabend darf der Jodler­
Oltner Musikerin.                                                  klub Olten die einstudierten Lieder den Freunden der
   «Musizieren, die Erarbeitung eines schönen Wer­                 Volksmusik darbieten. Ab und zu sorgt der Verein bei
kes, sei es im Orchester oder in einer kleinen Gruppe,             Auftritten in Altersheimen und Gottesdiensten für Ab­
bedeutet mir enorm viel, ist tägliches Labsal für Kör­             wechslung. Immer ein besonderes Erlebnis ist die Teil­
per und Geist. Dabei ist nicht von Belang, welche Art              nahme an einem Jodlerfest.
von Musik man ausübt, Hauptsache ist, die gewählte                    «Jodeln als Hobby bringt uns Kameradschaft, Ent­
Musik berührt, fördert mein Denken und Wohl­                       spannung, das Auswendiglernen der Lieder hält das
befinden und ist somit beglückender Teil meines                    Gedächtnis aktiv. Solange es Stimme und Gesundheit
Lebens.»                                                           zulassen, möchten wir dieses weiter pflegen», sagt Ur­
                                                                   sula Oegerli-Kissling.

Ursula Moor und ihr Cello                                          Ursula Oergeli, Dirigentin des Jodlerklubs Olten    Foto zVg
aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                                13

Ernesto Gloor liebt den Jazz                                   Klaus Schmuziger:
In der Oltner Big Band und in der Jazz-Rock-Formation           Beatmusik stellte alles auf den Kopf
«Crossbeat» sitzt der 70-jährige Ernesto Gloor aus              Der Oltner Architekt Klaus Schmuziger spielt Elektro-
Starrkirch-Wil am Schlagzeug. Er hat eine Vorliebe für          Gitarre, Elektro-Bass und Klavier. Mit der wiederbe­
den Jazz in allen möglichen Besetzungen. Ursprünglich           lebten Rockband «WoodBees» aus den Jugendjahren
war er aber in der Unterhaltungsmusik daheim; als jun­          steht er seit 2000 wieder ab und zu auf der Bühne.
ger Drummer spielte er im Tanzorchester «The Teddys».              Der 72-jährige Gitarrist über seine musikalischen
Seine Unterrichtstätigkeit hat er eigentlich aufgegeben,        Anfänge: «Meine Mutter war sehr musikalisch. So lag
auf Anfrage erteilt er aber ab und zu noch ein paar             es auf der Hand, dass ich früh Klavierunterricht er­
private Lektionen.                                              hielt. Das behagte mir nicht, ich sträubte mich vehe­
    «Musik hält geistig frisch, macht viel Spass, berei­        ment dagegen, Fingerübungen und klassische Lieder
tet mir eine spezielle Lebensfreude jeden Tag, ob beim          bei Frau Hamprecht und Frau Kunz zu spielen. In der
Üben oder bei einem Auftritt. Ich mache das, so lange           Pubertät hörte ich dann von den Beatles. Das hat alles
es geht und mir meine Fitness das Schlagzeugspielen             auf den Kopf gestellt, so etwas Tolles. So gründete ich
erlaubt», betont Ernesto Gloor und fügt bei: «Wenn ich          1965 mit meinen Kollegen eine jugendliche Beatband,
sehe, dass das Publikum Freude an meinem Wirken hat,            «The WoodBees». Da kam endlich Lust auf zu üben,
empfinde ich Zufriedenheit mit einem tollen Gefühl.»            das Resultat war ein berauschendes Lebensgefühl.
(Bild siehe Titelseite)                                            «Musik kann man für sich oder noch besser zusam­
                                                                men mit Gleichgesinnten lebenslang als Hobby betrei­
Organist Hansruedi von Arx                                      ben. Man versteht sich und ist aufgehoben, mehr nicht,
Der 68-jährige Oltner Organist Hansruedi von Arx be­            und es macht Spass», erklärt Klaus Schmuziger und
zeichnet sich nach wie vor als Berufsmusiker. Er bespielt       fügt bei: «Zugang zu Musik gleich welcher Art zu ha­
zurzeit sechs verschiedene Orgeln, beherrscht aber auch         ben, ist ein grosses Privileg, das ich zu schätzen weiss.»
das Klavier und das Cembalo. In der Regel ist er solis­
tisch unterwegs, auf der Orgel begleitet er manchmal                                 Texte: Eugen Kiener, Sibylle Scherer
OltenBrass.                                                                                      Fotos: Remo Fröhlicher
    Musik machen zu dürfen - natürlich stehen Kirchen­
musik und Konzerte im Vordergrund - bereitet Hans­
ruedi von Arx Genugtuung und Vergnügen. Er geniesst
die Wertschätzung als gefragter Organist. In Trimbach,
Wangen, Langendorf, Olten usw. unterrichtet er auch
Orgelschüler.
    «Musik gibt mir Zufriedenheit und Erfüllung,» sagt
Hansuerdi von Arx: «Solange es meine Gesundheit und
Fitness zulassen, möchte ich sie weiter pflegen.»

Hansruedi von Arx greift in die Tasten einer «seiner» sechs Orgeln. Klaus Schmuzigers (unten) Band «The WoodBees»
14                                                                                       aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021

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        20–49 jährig, Privat im Einbettzimmer und freier        20–49 jährig, Halbprivat im Zweibettzimmer
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     Unsere Beiträge sind seit 2015 unverändert.

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 Alltag Sicherheit

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                                                                   Beratung • Hauspflege • Haushilfe
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aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                                15

Hans-Ruedi Binz freut sich über Echos
nach dem Gottesdienst

Ein Musiker geht nie
in den Ruhestand
Seit vielen Jahren ist Hans-Ruedi Binz Organist der
Christkatholischen Kirchgemeinde der Region Olten.
Kirchgemeindepräsidentin Monique Rudolf von Rohr
befragte den 72-jährigen Musiker zu seiner Tätigkeit.

Monique Rudolf von Rohr: Wie kam es dazu, dass du
Musiker wurdest und dazu noch Orgelmusiker?
Hans-Ruedi Binz: Ich bin in einer Lehrerfamilie aufge­
wachsen; da gehörte das Erlernen eines Instrumentes
einfach dazu. Die Liebe zur Musik erwachte erst all­
mählich. Mit der Orgel in Berührung kam ich – wenig
überraschend – in der Kirche, das Instrument faszinier­
te mich, die Vielfalt der Klänge, die Möglichkeit, auf
mehreren Klangebenen gleichzeitig zu spielen. An der
Kantonsschule gab es dann die Möglichkeit, Orgel als
Freikurs zu belegen. Später habe ich nebenberuflich            Hans-Ruedi Binz an der Orgel der Oltner Stadtkirche
beim Schweizerischen Musikpädagogischen Verband
ein Lehrdiplom erworben. Mit Cembalo-Unterricht                Momentan läuft in der Stadtkirche die Reihe
fand ich den Weg zur historischen Aufführungspraxis.           «Musik in der Stadtkirche». Was war die Motiva-
                                                               tion für diese Konzertreihe?
Du spielst seit vielen Jahren für die                          Ich hatte lange Zeit auf privater Basis die «Feierabend-
Christkatholische Kirchgemeinde? Wie kam das?                  Konzerte» organisiert. Ich freue mich, dass jetzt die
Als ich 1972 in Olten eine Übungsmöglichkeit suchte,           Christkatholische Kirchgemeinde die Sache an die
verwies mich Pfarrer Franz Ackermann von der Stadt­            Hand genommen hat und den prächtigen Kirchenraum
kirche an Pfarrer Roland Lauber in Trimbach, da sich           mit seiner ausgezeichneten Akustik und der kostbaren
die dortige Orgel viel besser zum Üben eignete. Schon          Orgel gebührend nutzen möchte. Entsprechend will
bald bat mich Letzterer, in Gottesdiensten die Orgel zu        die neue Konzertreihe Musik aller Art darbieten.
spielen. Dazu musste ich mich als Reformierter erst mit
der christkatholischen Messe vertraut machen. Das fiel         Wann geht ein Musiker in Pension?
mir leicht, auch weil in der christkatholischen Kirche die     Aufhören, Musik zu machen kann man wohl erst,
Musik grundsätzlich als Bestandteil der Liturgie ernst         wenn körperliche oder geistige Gebresten einen dazu
genommen wird. Nur einmal hörte ich die Befürchtung            zwingen. Viele grössere Kirchgemeinden kennen eine
eines Priesters, ein Zwischenspiel nach der Predigt wür­       strikte Altersguillotine, andere sind froh, wenn sie
de diese «zudröhnen».                                          noch jemanden haben, der sich zu regelmässigem
    Der Sprung nach Olten kam 1984 nach der Restaurie­         Dienst verpflichtet, und Stellvertretende sind immer
rung der Orgel in der Stadtkirche, weil dort die Stelle frei   gesucht.
wurde. Am schönsten ist es, wenn Gemeindemitglieder
nach dem Gottesdienst sagen, die Musik habe sie erfreut        Zum Abschluss noch die Frage nach deiner
oder ergriffen. Auch das prächtige Instrument, eine der        Lieblingsmusik?
schönsten Orgeln des späten 19. Jahrhunderts, bietet           Im Zentrum steht Johann Sebastian Bach (1685–1750),
tiefe Befriedigung, selbst wenn sie, wie jede markante         mit dessen Werk man sich ein ganzes Leben lang aus­
Persönlichkeit, ab und zu ihre Macken hat.                     einandersetzen kann. Es kommt auch sehr darauf an,
                                                               was für ein Instrument mir im Moment zur Verfügung
Wird Musizieren mit den Jahren schwieriger?                    steht, denn die meiste Orgelmusik, vielleicht mit Aus­
Ja und nein. Die Erfahrung hilft mir beim Verstehen und        nahme jener von Bach, klingt nur auf den Instrumenten
Erfassen musikalischer Abläufe. Andererseits erschwert         wirklich gut, für die sie komponiert ist.
die eingeschränkte Sehkraft das Lesen der Noten, wes­
halb ich die Stücke sehr genau kennen muss.                                 Text und Foto: Monique Rudolf von Rohr
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Umfrage am Oltner Wochenmarkt
Welche Musik
schätzen Sie?
Haben Sie ein Instrument gelernt? Welche Musik hören Sie am liebsten? Ist es die gleiche wie in Ihrer Ju-
gend? Solche Fragen stellte das Team des Magazins aktives alter olten Besucherinnen und Besuchern im
September auf dem Markt an der Kirchgasse.

Ruth und Fritz Aeberhard, Olten            Madeleine Aeberhard, Olten               Emil Flückiger, Olten

Das Ehepaar Aeberhard ist sich ei­         Madeleine Aeberhard lässt sich           Auf die Frage, was dem 89-jähri­
nig: «Wir sind eher dem Wort und           durch Radio SRF 1 im Hintergrund         gen Marktgänger Musik bedeute,
der Literatur zugewandt als der Mu­        durch den Tag begleiten.                 huscht ein Strahlen über sein ju­
sik.» Konzerte besuchen sie weni­              Das Programm, die Mischung           gendliches Gesicht. Musik, klassi­
ger, aber das Radio im Hintergrund         aus Wort und Musik, gefällt ihr gut.     sche Klaviermusik, das sei sein Elixir.
strahlt ja auch Musik aus.                 Besonders gefällige Stücke singt              «Und hören Sie: Ich gehe immer
    Ruth Aeberhard hat mal Flöte ge­       oder summt sie mit.                      noch in die Klavierstunde, etwa alle
spielt, eigentlich hätte sie das Klavier       Kürzlich sei ihre Nichte zu Besuch   vier bis sechs Wochen.» Als Schul­
bevorzugt. Ohne Notenkenntnisse            gewesen, als am Samstagnachmit­          kind hat er mit dem Klavierspiel
habe sie geflötet, der Musiklehrer         tag «Potzmusig» erklang, Schwei­         begonnen, als Berufstätiger hatte
habe es aber nicht gemerkt.                zer Volksmusik. Die junge Frau habe      er dafür manchmal zu wenig Zeit,
    Fritz Aeberhards Vater war Haus­       verwundert zugehört und gesagt,          aber im Ruhestand nahm er das
meister im Stadttheater Olten, die         sie erinnere sich nicht daran, wann      Üben wieder auf. Konzerte besucht
Familie wohnte ganz zuoberst im            sie zum letzten Mal Ländlermusik         er nicht, nein, er spielt selbst, um
Haus. Die Stadt Olten besitzt einen        gehört habe.                             sich die geistige und physische Be­
eigenen Konzertflügel, einen Stein­            Madeleine Aeberhard hat selbst       weglichkeit zu erhalten, die Koordi­
way. Der kleine Knirps Fritz schien        nie ein Instrument gespielt, jedoch      nation, um flexibel zu bleiben.
ebenfalls fasziniert gewesen zu            fünf Jahre in einem Chor gesungen.            Dass das Musizieren erfolgreich
sein und klimperte heimlich ein­           In ihrer Jugend summte sie gerne         ist, sieht man sofort, wenn er seinen
händig «Hänschen klein» auf dem            die damaligen Schlager aus Hitpara­      Marktwagen ergreift und flink von
edlen Instrument, bevor am Abend           de und Nachtexpress mit.                 dannen zieht.
die Künstlerhände von Clara Haskil
oder Vladimir Horowitz über diesel­
ben Tasten huschten.
aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                               17

Charlotte Arnold, Winznau                  Christian Wyss, Olten                   Elisabeth Meier, Olten

Auch der fröhlichen Winznauerin            Leise und bescheiden erwähnt Chris­     Obwohl die Zeit als aktive Fasnächt­
steht ins Gesicht geschrieben, dass ihr    tian Wyss, Musik sei ihm wichtig,       lerin abgeschlossen sei, gut kann
die Musik seit Kindheit wichtig ist. Be­   vor allem die klassische Richtung, er   man sich Elisabeth Meier verkleidet
schwingt verrät sie, dass sie sich am      singe auch im Buchsgauer Kammer­        an einem Umzug vorstellen.
Morgen durch Radio SRF 2 wecken            chor mit. Dieser Chor ist bekannt           Sie spielte jahrelang zusammen
lässt. Zum Aufwachen soll es klassisch     für die Aufführung anspruchsvoller      mit einer Frauengruppe Piccolo.
sein, da möchte sie keine Ländler hö­      Werke, meist quittiert das Publikum     Ihre Familie wohnte einige Jahre in
ren. Später sei ihr SRF 1 recht.           die Konzerte mit Standing Ovations.     Basel, vom Fasnachstvirus gepackt,
    Die ehemalige Lehrerin spielt              Dem Befragten begegnet man          lernte sie Piccolo spielen und führ­
Klavier. Das war wichtig, weil sie         oft bei Konzertaufführungen, sei es     te die Tradition auch in Olten wei­
jahrzehntelang verschiedene Chöre          im Konzertsaal oder an einer Sonn­      ter. Noch heute könne sie die Fas­
leitete und dirigierte und mit die­        tagsmatinee im Kunstmuseum.             nachtsmärsche auswendig spielen.
sen an unzähligen Konzerten auf­               Seit seiner Seminarzeit spielt          Elisabeth Meiers musikalischer
getreten ist.                              Christian Wyss Klavier. Als Lehrer      Favorit ist der Jazz. Sie hört regel­
    Bis vor Corona sang sie im En­         habe er für die Schüler auch gerne      mässig CDs, auch Radio Swiss Jazz,
semble Cant’animato. Corona hat            Gitarre gespielt, später in der Mig­    mittlerweile gefällt ihr aber auch
dem Chorgesang ein abruptes Ende           ros Klubschule Kurse in klassischer     klassische Musik immer besser. Kon­
gesetzt. Charlotte Arnold findet,          Gitarre besucht. Mit Ausnahme           zerte besucht sie selten. Als Kind
ihre Stimme sei nun eingerostet und        von volkstümlicher Musik hört er        hat sie kein Instrument gespielt, sie
es würde sich jetzt nicht mehr loh­        alle Musikstile, oft Radio SRF 1 und    singt aber gerne, was ihr als allseits
nen, für die halbstündigen Proben          SRF 2, am nächsten ist und bleibt       bekannter Schauspielerin im Heimat­
nach Zürich zu reisen. Wer Charlot­        ihm aber die Klassik.                   schutz-Theater Olten oft zugutekam.
te Arnold kennt, nimmt ihr dieses
definitive Ende nicht ganz ab.
                                                                                                   Text: Sibylle Scherer
                                                                                                Fotos: Remo Fröhlicher
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                                                                                                               He! – Was hesch gseit?
                                                                                                               Haben Sie das Gefühl, dass Sie weniger
                                                                                                               gut hören und verstehen als früher?
                                                                                                               Wir helfen Ihnen gerne weiter.
                                                                                                               Das Team von pro audito region olten
                                                                                                               berät Sie kostenlos und unverbindlich in
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                                                                                                                 - Soll ich zuerst zum Ohrenarzt oder
                                                                                                                    zum Akustiker?
                                                                                                                 - Ab wann braucht man Hörgeräte?
                                                                                                                 - Wie kann ich Angebote für Hörsysteme
                                                                                                                    vergleichen?
                                                                                                                 - Wer bezahlt im IV/AHV-Alter?
                                                                                                                 - Welche weiteren Möglichkeiten zur
  Treppenlifte                                                                                                      Verbesserung der Verständigung gibt es?
                                                                                                                 - Welche Hilfsmittel gibt es zum
  Sitzlifte | Aufzüge | Plattformlifte                                                                              Telefonieren und Fernsehen?
  Service schweizweit, kostenlose Beratung                                                                     Rufen Sie uns einfach an 062 213 88 44

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  Meier + Co. AG, Oltnerstrasse 92, 5013 Niedergösgen                                                                                       FÜR MENSCHEN
  Telefon 062 858 67 00, info@meico.ch, www.meico.ch                                                                                        MIT HÖRPROBLEMEN

                          Rathsstube & Bar
                          Rathsstube & Bar
                Klosterplatz 5, 4600 Olten
                Klosterplatz 5, 4600 Olten
   Tel. 062 212 21 60 www.rathskeller.ch
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                Das Restaurant im Herzen der Altstadt
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                 Das Restaurant im Herzen der Altstadt                                                         «Wenn manchmal alles etwas viel
                                                                                                               wird, hilft mir der Entlastungsdienst
                                                                                                               für pflegende Angehörige»
                                                                                                                                                      rmieren: thurn.ch
                                                                                                                                           Jetzt info           lo
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                                                                                                                                                       37
                                                                                                                                            032 622

                                                                                                               Entlastung für pflegende Angehörige.
                                                                                                               Durchatmen und Kraft schöpfen.
                                                                                                               Eine ausgebildete Pflegehelferin SRK kümmert sich während
            Kreuz Olten GmbH                                                                                   Ihrer Abwesenheit fürsorglich und zuverlässig um Ihren
            Kreuz Olten GmbH                                                                                   Angehörigen.
        Hauptgasse 18, 4600 Olten
        Hauptgasse 18, 4600 Olten
  Tel. 062 212 78 18 www.kreuzolten.ch
  Tel. 062 212 78 18 www.kreuzolten.ch
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                           Im Herzen der Altstadt
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                           Im Herzen der Altstadt
aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                                    19

Kennen Sie Olten?
Frage-Zeichen
Wo steht auch das? Wie heisst auch die? Wer war denn das?
Testen und vermehren Sie ihr Wissen über Olten mit den Frage-Zeichen von Christoph Rast.
Auflösung und kurze Erklärungen Seite 21

n Wo steht der             n Auf welchem               n Welches Restau­        n Welcher Oltner          n In welchem
Spittel, das ehe­          Platz stand der Fo­         rant befindet sich       Politiker und seine       Oltner Schulhaus
malige städtische          tograf, als er dieses       heute in diesem          Frau sind hier zu         befand sich
Armen- und Wai­            Foto knipste?               Haus?                    sehen?                    1914–1919 ein
senhaus?                                                                                                  Militärspital,
                                                                                                          welches Tausende
                                                                                                          von Soldaten ver­
                                                                                                          sorgte?

1                         2                        3                        4                         5

Fotoalbum
1954: St. Nikolaus kommt per Heli          stehen und flogen schon 1954 per             hatte den Anlass am 6. Dezember
In den Nachkriegsjahren war die            Helikopter nach Olten. Beim Lande­           1954 das Warenhaus von Felbert.
Technikbegeisterung gross. Selbst          platz auf der Schützenmatte wur­             
St. Nikolaus und seine Begleiter lies­     den die drei von einer grossen Schar                        Text: Eugen Kiener
sen damals den Esel am Waldrand            Neugieriger empfangen. Organisiert                           Bilder: Stadtarchiv
20                                                                                                                     aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021

                                                               THOMAS MÜLLER
                                                                    Inhaber/CEO

         ALBAN AVDYLI
         Stv. CEO

                                                                                             Betreuung und
                                                                                             Pflege zuhause
                                                                                              Wir unterstützen und begleiten seit mehr als
 MEHR                                                                                         35 Jahren Menschen in ihrem Zuhause. Vertraut,
ALS EINE                                                                                      kompetent, bedürfnisorientiert – für Pflege,
                                                                                              Haushalt und Betreuung.
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                                                                                              Telefon 062 823 44 22, www.senevitacasa.ch/aarau-olten

                                                                    Das Kinovergnügen für Junggebliebene
                                                                    Jeden 1. Dienstag zeigt youcinema Filme, die
                                                                    den Geschmack der goldenen Generation treffen.
                                                                    Für eine Prise Nostalgie sorgen der feine
                                                                    Kaffee und der Kuchen in der Pause, die im
                                                                    Eintrittspreis von CHF 18.00 inbegriffen sind.

                                                                    Nächste Cineor-Termine:
                                                                    Di,    02.    November 2021              Di, 01. März 2022
                                                                    Di,    07.    Dezember 2021              Di, 05. April 2022
                                                                    Di,    04.    Januar 2022
                                                                    Di,    01.    Februar 2022

                                                                    jeweils 14.00 Uhr • KinoKONI • AarauerstrASSE 51, Olten
                                                                    Reservation Tel. 0900 24 63 62 (90 Rp./Anruf ab Festnetz)
                                                                                     BÄCKEREI
                                                                                     KONDITOREI
                                                                                     CAFÉ
aktivesalterol ten Nr. 43 Herbst 2021                                                                                      21

Jeden ersten Dienstag im Monat
Seniorenkino «Cineor»
im KINOKONI Olten
Interessante Gespräche, fröhliches Treffen Gleichgesinnter und ein span-                Die Filme an der nächsten Cineor:
nender Film – Das ist die Cineor. Das Kino für Seniorinnen und Senioren.
                                                                                        EIFFEL
                                                                                        Gustave Eiffel ist Ingenieur und
                                                                                        erlangte Bekanntheit durch eine
                                                                                        Eisenbahnbrücke in Bordeaux, die
                                                                                        er erbaute. Für die Weltausstellung
                                                                                        1889 in Paris hat Eiffel jedoch noch
                                                                                        weitaus Grösseres vor: Er will einen
                                                                                        300 Meter hohen Turm aus Eisen er­
                                                                                        bauen. Privat hat Eiffel jedoch auch
                                                                                        einiges zu tun.

                                                                                        STÜRM: BIS WIR TOT SIND
                                                                                        ODER FREI
                                                                                        In ihrem Kampf gegen das rückstän­
                                                                                        dige Rechtssystem der 1980er-Jahre
                                                                                        findet die idealistische Anwältin Bar­
                                                                                        bara Hug im egoistischen Schweizer
                                                                                        Kriminellen Walter Stürm einen uner­
                                                                                        warteten Verbündeten. Hug möchte
Saal 1 mit 100 edlen Polstersesseln, Poufs zum Füsse hochlagern und eigenen Tischchen   Stürms Popularität als «Ausbrecher­
Vor 15 Jahren, im September 2006            en Schwung in den Alltag mit bes­           könig» für ihr Ziel nutzen, den Straf­
wurde das Seniorenkino in Olten             ter Unterhaltung und gemeinsamen            vollzug in der Schweiz zu reformie­
unter dem Label «Cineor – Kino für          Erlebnissen bringen.                        ren. Eine radikale Partnerschaft im
die reife Generation» ins Leben ge­         Vor einem Jahr zog die beliebte             Spannungsfeld zwischen staatlicher
rufen. Einmal pro Monat flimmert            Cineor vom Kino Palace ein paar             Repression und persönlicher Freiheit.
extra für die ältere Generation ein         Meter weiter ins charmante Bou­
ausgewählter Film in deutscher              tique-Kino KINOKONI um. Da pro­             Nächste Vorstellung:
Sprache über die Leinwand. Kaffee           fitieren die Gäste von bequemen             Dienstag, 7. Dezember 2021
und Kuchen versüssen die Pause,             Polstersesseln oder Sofas, barrie­          Seniorenkino im KINOKONI Olten,
wobei immer wieder anregende                refreien Toiletten und moderner             Aarauerstrasse 51, Eintritt CHF 18.00
Diskussionen entstehen. Der Nach­           Infrastruktur mit eigener Gastro­           inkl. Kaffee und Kuchen in der Pause,
mittag soll dem älteren Publikum            nomie.                                      Filmstart 14:00 Uhr,
nebst passenden Filmen auch neu­                                                        Tickets & Infos: www.youcinema.ch

Lösungen                                                                    Ihre Erben:
                                                                    Ihre Erben:
                                                                            Tiere in Not.
zu den Frage-Zeichen von Seite 19                                   Tiere inMitNot.
                                                                                Ihrer Testamentsspende helfen
1. Antwort: Marktgasse                                                            Sie dauerhaft. helfen
                                                                    Mit Ihrer Testamentsspende
Der Spittel, das städtische Armen- und Waisenhaus, war über
                                                                    Sie dauerhaft.Wir beraten Sie gerne!
Jahrhunderte hinweg so schlecht unterhalten worden, dass
er am 21. März 1866 mit vier anstossenden Gebäuden gegen            Wir beraten Sie gerne!
den Mühlekanal hinunter abrutschte. (Bild: Stadtarchiv Olten)
2. Klosterplatz, Blickrichtung Restaurant Rahthskeller
3. McDonalds
                                                                                       Tierschutzverein Olten und Umgebung
4. Germaine (30. Mai 1924 – 26. April 2014) und Hans Deren-
                                                                                                bis Solothurn und Umgebung
    dinger (29. Nov. 1920 – 13. Nov. 1996)                              Tierschutzverein Olten und Umgebung
                                                                                                           www.tierdoerfli.ch
5. Bifang Schulhaus (Etappen Sanitäts Anstalt Olten)                            bis Solothurn und Umgebung
                                                                                            www.tierdoerfli.ch
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