Allgemeine Anrechnungsempfehlung-Anrechnungspotenzialanalyse - Allgemeine ...
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Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Diese Allgemeine Anrechnungsempfehlung wird vom Kompetenzbereich Anrechnung der Carl von Ossietzky Universität
Oldenburg im Rahmen des Verbundprojektes „Aufbau berufsbegleitender Studienangebote in den Pflege- und Gesund-
heitswissenschaften“ (PuG) herausgegeben.
Aufbau berufsbegleitender Studienangebote in den Querschnittsbereich
Pflege- und Gesundheitswissenschaften (PuG) Kompetenzanrechnung und
Durchlässigkeit
Das Verbundprojekt „Aufbau berufs- Diese sollen an der Schnittstelle von Uni- Als Querschnittsbereich „Kompetenzan-
begleitender Studienangebote in den versitäten und Fachhochschulen einen rechnung und Durchlässigkeit“ nimmt
Pflege- und Gesundheitswissenschaf- direkten Wissenschaftstransfer ermög- der Kompetenzbereich Anrechnung am
ten“ (PuG) ist ein innerhalb des vom lichen und dazu beitragen, den wach- Verbundprojekt „Aufbau berufsbeglei-
Bundesministerium für Bildung und senden Bedarf akademisch gebildeter tender Studienangebote in den Pflege-
Forschung (BMBF) initiierten Wettbe- Fachkräfte in den Pflege- und Gesund- und Gesundheitswissenschaften“ (PuG)
werbs „Aufstieg durch Bildung: offene heitsberufen zu decken. teil und unterstützt die Teilprojekte u.a. in
Hochschulen“ gefördertes Vorhaben. folgenden Arbeitsfeldern:
Das übergeordnete Ziel des Verbundpro- Entwicklung individueller und pau-
jektes besteht insbesondere darin, dem schaler Anrechnungsverfahren zur Do-
Fachkräftemangel im Pflege- und Ge- kumentation und Anrechnung beruf-
sundheitsbereich entgegenzuwirken so- lich erworbener Kompetenzen,
wie die Versorgungsqualität der Patient/
Erstellung Allgemeiner Anrechnungs-
inn/en und Klient/inn/en zu erhöhen.
empfehlungen zur Verbesserung der
Zu diesem Zwecke sollen im Projekt- Anrechenbarkeit von Weiterbildungen,
verbund der Carl von Ossietzky Univer-
Beratung und Begleitung des gesam-
sität Oldenburg, der Jade Hochschule
ten Projekts durch gezielte Anrech-
Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, der
nungsworkshops und Unterstützungs-
Ostfalia Hochschule für angewandte
angebote.
Wissenschaften und der Hochschule für
Gesundheit in Bochum qualitativ hoch-
wertige berufsbegleitende, wettbewerbs-
fähige, wissenschafts- und forschungsna-
he Studienangebote entwickelt werden.
Förderhinweis: Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung unter dem Förderkennzeichen [FK: 16OH22033] gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung
liegt bei den Mitarbeiter/inne/n des Kompetenzbereich Anrechnung.
2Weiterbildung „Notfallpflege“
Inhalt
Die Weiterbildung „Notfallpflege“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Darstellung der Weiterbildung durch den Bildungsanbieter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Anrechnungsempfehlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Basismodul 1: Berufliche Grundlagen anwenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10
Basismodul 2: Entwicklungen initiieren und gestalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Fachmodul 1: Patienten in der Notaufnahme ersteinschätzen, aufnehmen und begleiten . . . . . . . . . . . . . . . .12
Fachmodul 2: Patienten in speziellen Pflegesituationen begleiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .13
Fachmodul 3: Patienten mit akuten Diagnosen überwachen und versorgen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Fachmodul 4: Patienten mit akuten traumatologischen Ereignissen versorgen und überwachen . . . . . . . . . . .15
Fachmodul 5: Abläufe in Notaufnahmen strukturieren und organisieren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16
Hinweise für Weiterbildungsanbieter und -absolvent / inn /en . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18
Hinweise für Hochschulen und Studiengangsverantwortliche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Kompetenzanrechnung nach dem Oldenburger Modell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .19
Allgemeine Anrechnungsempfehlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Grundlage für die Begutachtung der Weiterbildung „Notfallpflege“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Hinweise zur Bestimmung des Workloads . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Niveaubestimmung – Module Level Indicator ( M L I ) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .23
Die Ergebnisskalen des MLI . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .24
Die Niveaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .26
Wann sollten Lerneinheiten aus außerhochschulischer Bildung auf Hochschulstudiengänge
angerechnet werden? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Anhang
Gesamteinschätzung der Gutachterin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .32
Zeugnis der Weiterbildung „Notfallpflege“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34
Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung „Notfallpflege“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
3Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Die Weiterbildung „Notfallpflege“
Schwerpunkt Zielgruppe Dauer
Bei der Weiterbildung „Notfallpflege“ Die Weiterbildung „Notfallpflege“ rich- Die Weiterbildung erstreckt sich über ei-
(WB NFP) handelt es sich um eine beruf- tet sich an dreijährig ausgebildete Pfle- nen Zeitraum von zwei Jahren und wird
liche Weiterbildung für Pflegefachkräfte gefachkräfte, die in Notaufnahmen oder berufsbegleitend durchgeführt.
in der klinischen Notfallversorgung. Die Notfallzentren der Krankenhäuser tätig
Weiterbildung wird gemäß Empfehlung sind.
der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft
Theoretische und praktische
(DKG) vom 18.06.2019 durchgeführt. Weiterbildung
Voraussetzung
Ziel der Weiterbildung ist, die Teilneh- Die Weiterbildung „Notfallpflege“ um-
Die Teilnahme an der Weiterbildung „Not-
menden zur Pflege von Patientinnen fasst mindestens 720 Stunden theoreti-
fallpflege“ ist unter folgenden Vorausset-
und Patienten entsprechend dem allge- schen und praktischen Unterricht. Zudem
zungen möglich:
mein anerkannten Stand pflegewissen- ist die Weiterbildung modular aufgebaut
schaftlicher, medizinischer und weiterer Abgeschlossene Ausbildung in der und besteht aus zwei Basismodulen im
bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse Kranken- oder Kinderkrankenpflege Umfang von insgesamt 200 Stunden so-
zu befähigen. Dabei begegnen die Teil- bzw. Gesundheits- und Krankenpfle- wie fünf Fachmodulen im Umfang von
nehmenden komplexen beruflichen ge oder Gesundheits- und Kinder- insgesamt 520 Stunden. (Eine Übersicht
Situationen mit individuellem Handeln. krankenpflege über die Module der Weiterbildung ist
Sie fördern die Selbstständigkeit und und auf Seite 8 abgebildet.) Der Unterricht
Selbstbestimmung der Patientinnen und Erlaubnis zum Führen der Berufs- findet i.d.R. einmal monatlich in fünftä-
Patienten sowie deren Sicherheit und bezeichnung in der Kranken- oder gigen Blöcken von montags bis freitags
beziehen familiäre, soziale, spirituelle Kinderkrankenpflege bzw. der Gesund- statt. Bis zu 25 Prozent des theoretischen
und kulturelle Aspekte in die Pflege mit heits- und Krankenpflege oder Gesund- Unterrichts können in Form von selbstge-
ein. Die Weiterbildung ermöglicht den heits- und Kinderkrankenpflege1 steuertem Lernen durchgeführt werden.
Erwerb einer umfassenden beruflichen und Hierzu werden auch digitale Lernformen
Handlungskompetenz im Feld der Not- eine mindestens sechsmonatige eingesetzt, die über eine Lernplattform
fallpflege. Berufserfahrung in der Notaufnahme zur Verfügung stehen. Der Erwerb prak-
nach Erteilung der pflegerischen tischer Fähigkeiten und Kompetenzen
Berufserlaubnis. im Rahmen des Unterrichts wird durch
videogestützte Szenarientrainings, zu-
Ebenso wird die Bereitschaft zu Praxis-
künftig auch interprofessionell durch
einsätzen in externen Krankenhäusern
Integration von Virtual Reality, gefördert
sowie weiteren Einrichtungen der Not-
und unterstützt.
fallversorgung und des Rettungsdiens-
tes im Rahmen der praktischen Weiter-
bildung vorausgesetzt.
1
Hinweis: Aufgrund der Reform des Pflegeberufegesetzes (PflBG 2017), welches zum 01.01.2020 in Kraft getreten ist, heißt die
Berufsbezeichnung nach dem neuen Gesetz dann „Pflegefachmann/Pflegefachfrau“.
4Weiterbildung „Notfallpflege“
Abschluss
Die praktische Weiterbildung umfasst Nach erfolgreicher Absolvierung aller
mindestens 1.800 Stunden, davon jeweils Module, der Praxiseinsätze und der prak-
mindestens 920 Stunden in einer Notauf- tischen Leistungsnachweise sowie der
nahme, 260 Stunden auf der Intensivsta- Abschlussprüfungen erhalten die Teilneh-
tion, 200 Stunden in der Anästhesie und menden das Weiterbildungszeugnis, wel-
120 Stunden in der präklinischen Notfall- ches gleichzeitig die Erlaubnis zum Führen
versorgung (Rettungsdienst). Von den für der Weiterbildungsbezeichnung „(Kinder-)
den Einsatz in der Notaufnahme vorge- Krankenschwester/(Kinder-)Krankenpfle-
schriebenen 920 Stunden sind mindes- ger bzw. Gesundheits- und (Kinder-)Kran-
tens 300 Stunden in einer zentralen oder kenpfleger/in für die Notfallpflege (DKG)“
interdisziplinären Notaufnahme zu absol- beinhaltet.
vieren. Die praktische Weiterbildung wird Das Weiterbildungszeugnis ist mit der Un-
durch Praxisbegleitung der Lehrenden terschrift und dem Stempel der zuständi-
des Hanse Instituts, Praxisanleitung und gen Aufsichtsbehörde (DKG) versehen.
Lernaufgaben unterstützt und in einem
Praxisbegleitordner dokumentiert.
Trägerschaft
Hanse Institut Oldenburg – Bildung und
Integrierte Zusatz- Gesundheit gGmbH
qualifikation
In die Weiterbildung „Notfallpflege“ ist der Verantwortliche Personen
16-stündige „Basiskurs Ersteinschätzung in
der Notaufnahme“ des Deutschen Netz- Träger der Weiterbildung
werks Ersteinschätzung integriert.
Frauke Wiedermann
Geschäftsführung
Modulprüfungen, benotete wiedermann@hanse-institut-ol.de
praktische Leistungsnachweise
Leitung der Weiterbildung
und Abschlussprüfung
Mareike Heyer
Die Weiterbildung beinhaltet weiter-
Leitung der Weiterbildung „Notfall-
bildungsbegleitende Modulprüfungen
pflege“ am Hanse Institut Oldenburg
sowie praktische Leistungsnachweise
heyer@hanse-institut-ol.de
und endet mit einer Abschlussprüfung.
Des Weiteren besteht die Abschlussprü-
fung aus einem praktischen und einem
mündlichen Teil.
5Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Darstellung der Weiterbildung
durch den Bildungsanbieter
Hanse Institut Oldenburg – Bildung und Gesundheit gGmbH / Oldenburg (Oldb)
Seit dem Jahr 2018 wird die Weiterbildung sorgung Mindestvorgaben zur Anzahl und
„Notfallpflege“ am Hanse Institut Olden- Qualifikation des vorzuhaltenden Fachper-
burg durchgeführt. Die Weiterbildung sonals zugeordnet sind. Vor diesem Hinter-
qualifiziert Pflegefachkräfte für verant- grund spielt die Qualifizierung der in der
wortungsvolle pflegerische Aufgaben im Notfallpflege tätigen Pflegefachkräfte eine
hochkomplexen Bereich der klinischen wichtige Rolle.
Notfallversorgung. Dabei spielt die inter-
Die aktuelle Notfallversorgung ist gekenn-
professionelle und sektorenübergreifende
zeichnet durch steigende Fallzahlen in den
Zusammenarbeit mit anderen Berufsgrup-
Notaufnahmen, die Reduktion alternativer
pen, vor allem den Mediziner/inne/n und
Versorgungsstrukturen sowie die Verände-
Rettungskräften, eine entscheidende Rolle.
rung der prähospitalen Notfallversorgung.3
Das Curriculum der Weiterbildung „Notfall- Verbunden mit steigenden Fallzahlen so-
pflege“ wurde auf Basis der Empfehlung wie einer (objektiv) häufig nicht gegebe-
der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft nen Behandlungsdringlichkeit sind lange
(DKG) (DKG 2016/20192) entwickelt und er- Wartezeiten, die bei den Patient/inn/en
füllt die Anforderungen an ein modulares, zu Unverständnis und Frustration führen4
kompetenz- und handlungsorientiertes und insbesondere die Pflegefachkräfte der
Bildungsangebot für Pflegefachkräfte. Notaufnahmen vor große Herausforderun-
gen stellen. Das nicht planbare und nicht
Des Weiteren erfolgte die Curriculument-
vorhersehbare Patientenaufkommen führt
wicklung im Rahmen einer kliniküber-
dazu, dass Anzahl, Art und Schweregrade
greifenden Projektgruppe aus Pflege-/
der Notfallpatient/inn/en stark variieren
Berufspädagog/inn/en, Leitungskräften,
und jederzeit Versorgungsspitzen auftre-
Praxisanleiter/inne/n und ärztlichen Lei-
ten können, die zur Aus- oder Überlastung
tungen der Notaufnahmen. Durch die
der Notaufnahmen sowie einem erhöhten
interprofessionelle Projektgruppe wurde
Stresslevel führen. Gleichzeitig sind die
von Anfang an eine hohe Zielgruppen-
Beteiligten einem hohem Entscheidungs-
und Bedarfsorientierung sichergestellt.
druck beispielsweise zur Einschätzung der
Die Weiterbildung greift aktuelle gesund- Behandlungsdringlichkeit sowie zur Art
heitspolitische Entwicklungen der Not- der Weiterbehandlung ausgesetzt. Vor die-
fallversorgung auf. Ziel des 2016 in Kraft sem Hintergrund kann, obwohl die Notauf-
getretenen Krankenhausstrukturgesetzes nahmen prinzipiell interessante Arbeitsfel-
(KHSG) ist beispielsweise die Stärkung und der darstellen, in den Notaufnahmen vieler
Qualitätsverbesserung der Notfallversor- Krankenhäuser eine hohe Fluktuationsrate
gung. Dieses soll u.a. durch ein gestuftes beobachtet werden, die auch den pflege-
System der Notfallstrukturen an Kranken- rischen Bereich betrifft. Sowohl erfahrene
häusern bewirkt werden (KHSG § 136c, Kolleg/inn/en als auch Berufsanfänger/
Abs. 4), wobei jeder Stufe der Notfallver- innen, die bereits eine umfangreiche und
2
Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG) (2019).
3
Riessen, R. et al. (2015).
4
Wedler, K., et al. (2016).
→ siehe Literaturverzeichnis
6Weiterbildung „Notfallpflege“
zeitintensive Einarbeitungsphase erfahren abzuleiten. Die Module der Weiterbildung Die Absolvent/inn/en der Weiterbildung
haben, verlassen unter Umständen auf- beschreiben zu erwerbende Kompeten- erhalten Berufs- und Karriereperspektiven
grund der genannten Herausforderungen zen, die sich am Kompetenzniveau 6 des in einem hochspezialisierten pflegerischen
die Notaufnahmen. Somit gehen kontinu- Europäischen Qualifikationsrahmens EQR Arbeitsfeld an der Schnittstelle zwischen
ierlich dringend benötigte Kompetenzen orientieren. Eine Vergleichbarkeit mit an- ambulanter und stationärer Notfallversor-
als auch Expertenwissen verloren. deren europäischen (Weiter-)Bildungsab- gung sowie zwischen den Akteur/inn/en
schlüssen ist damit gewährleistet. der Pflege, Medizin und des Rettungsdiens-
Um den Pflegefachkräften Handlungssi-
tes. Als Expert/inn/en der Notfallpflege
cherheit zu geben, dadurch womöglich Die Basismodule vermitteln allgemeine
treffen sie wichtige Entscheidungen in der
einer Fluktuation des Personals entgegen Kenntnisse, Fertigkeiten sowie Kompeten-
Versorgung kritisch kranker Patient/inn/en
zu wirken und im Verlauf die Qualität der zen zu wissenschaftsbasierter Pflege, Ethik,
aller Altersstufen. Sie vertreten die Profes-
Notfallversorgung zu sichern, stellt die In- Ökonomie, Qualitätsentwicklung und Pro-
sion Pflege im Behandlungsteam, stellen
vestition in die Weiterbildung der Pflege- jektarbeit sowie zum Lehren und Lernen
eine evidenzbasierte Versorgung sicher
fachkräfte eine wichtige Maßnahme dar. im pflegerischen Kontext. Die Basismodule
und stehen ihren Kolleg/inn/en beratend
Die pflegerische Handlungskompetenz sind auf Antrag auch auf andere Weiterbil-
zur Seite. Sie unterstützen Patient/inn/en
im komplexen Feld der Notfallversorgung dungen gem. DKG-Empfehlungen anre-
und deren Bezugspersonen kompetent
wird durch die Weiterbildung erhöht und chenbar.
bei der Bewältigung eines Notfallgesche-
die Bedeutung interprofessioneller Team- Die Fachmodule vermitteln pflegerelevan-
hens in besonderen Lebenssituationen.
arbeit in der Versorgung gestärkt. tes spezifisches Wissen, Fertigkeiten und
Zudem begleiten sie aktiv Veränderungen
Kompetenzen zur umfassenden Notfall-
Das modulare und handlungsorientierte in der Notfallversorgung und beteiligen
versorgung ebenso wie pflegerelevantes
Konzept der Weiterbildung „Notfallpflege“ sich an der Entwicklung neuer Strukturen
Wissen aus den Bezugswissenschaften, vor
trägt den vielfältigen beruflichen Anforde- und Prozesse.
allem der Medizin, der Pharmakologie und
rungen der klinischen Notfallversorgung
des Rettungswesens.
in besonderem Maß Rechnung. Durch Frauke Wiedermann
die Verzahnung von Kompetenzen der Die Weiterbildung „Notfallpflege“ er- Geschäftsführung Hanse Institut
Basismodule, beispielsweise von Metho- möglicht den Krankenhäusern die Si- Oldenburg
denkompetenzen zum kritischen Umgang cherstellung der im Rahmen der Quali-
Oldenburg, im Mai 2020
mit Forschungsliteratur, und den Kompe- tätssicherung geforderten pflegerischen
tenzbereichen der Fachmodule können Fachquoten gem. den Richtlinien des Ge-
aktuelle Forschungsergebnisse zur Notfall- meinsamen Bundesausschusses (G-BA)
versorgung und Notfallpflege identifiziert, und bildet damit gleichzeitig die Grund-
analysiert und deren Relevanz für den eige- lage für die adäquate Abrechenbarkeit
nen Arbeitsbereich bewertet werden. Die der erbrachten Leistungen. Damit trägt
Methode Evidence Based Nursing (EBN) die Weiterbildung in besonderem Maße
dient dazu, praxisrelevante Fragen an- zur Sicherheit und Qualität in der Notfall-
hand der kritischen Auseinandersetzung versorgung bei.
mit Forschungsliteratur zu beantworten
sowie Maßnahmen für die eigene Praxis
7Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Anrechnungsempfehlung
Übersicht über die Module der Weiterbildung
Weiterbildung „Notfallpflege“ Anrechnungsumfang gesamt:
insgesamt Bachelor-Einstiegsniveau maximal 24 KP
Basismodule Fachmodule Praxisanteile
„Notfallpflege“ „Notfallpflege“ „Notfallpflege“
Basismodul 1 Fachmodul 1 Fachmodul 3 Praxismodul
Berufliche Grundlagen Patienten in der Notaufnahme Patienten mit akuten Die Praxisanteile der Weiter-
anwenden ersteinschätzen, aufnehmen Diagnosen überwachen und bildung umfassen insgesamt
und begleiten versorgen mindestens 1800 Stunden.
Bachelor-Einstiegsniveau Bachelor-Einstiegsniveau Bachelor-Einstiegsniveau
4 KP 5 KP 4 KP 60 KP (siehe Hinweis auf Seite 9)
Basismodul 2 Fachmodul 2 Fachmodul 4
Entwicklungen initiieren und Patienten in speziellen Pflege- Patienten mit akuten trauma-
gestalten situationen begleiten tologischen Ereignissen
versorgen und überwachen
Bachelor-Niveau Bachelor-Einstiegsniveau
3 KP 6 KP (siehe Hinweis auf Seite 9)
Fachmodul 5
Abläufe in Notaufnahmen
strukturieren und organisieren
Bachelor-Einstiegsniveau
2 KP
Abbildung 1: Übersicht über die Module der Weiterbildung „Notfallpflege“
Anmerkung:
Wenn in der vorliegenden Allgemeinen Anrechnungsempfehlung die männliche Sprachform Verwendung findet, so geschieht
dies aus Gründen der besseren Lesbarkeit. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für alle Geschlechter.
8Weiterbildung „Notfallpflege“
Anrechnungsempfehlung
Die Anrechnung der berufsbegleitenden
Weiterbildung „Notfallpflege“ auf Hoch-
schulstudiengänge wird im Umfang von
maximal 24 Kreditpunkten (KP/ECTS) emp-
fohlen.
Das Niveau der Weiterbildung wird ins-
gesamt auf Bachelor-Einstiegsniveau ein-
gestuft. Die Weiterbildung kann daher
auf einen inhaltlich passenden Bachelor-
Studiengang angerechnet werden, so-
fern der Gesamtumfang der Module auf
Bachelor-Einstiegsniveau (einschließlich
der angerechneten Module) 60 KP nicht
überschreitet.
Der maximale Anrechnungsumfang be-
trägt 24 KP.
Hinweis zu Fachmodul 4
Aus organisatorischen Gründen konnte
das Fachmodul 4 in der vorliegenden
Anrechnungspotenzialanalyse nicht be-
rücksichtigt werden.
Hinweis zum Praxismodul
Die praktische Weiterbildung findet in
verschiedenen Bereichen der inner- und
außerklinischen Notfallversorgung statt
und umfasst mindestens 1800 Stunden.
Der für das Praxismodul ermittelte An-
rechnungsumfang von 60 KP kann aus-
schließlich auf die Praxismodule eines
Studienganges angerechnet werden.
9Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Basismodul 1
Modulcode Modulname MLI-Wert ECTS (max.)
BM 1 Basismodul 1: 3,98 4 KP
Berufliche Grundlagen anwenden
Lehrform Prüfung Sprache Unterrichtszeit
Vortrag, Textarbeit, Transfer- Weiterbildungsbegleitende Leistungskontrolle Deutsch Präsenz: 92 Zeitstunden,
leistung, Gruppenarbeit, Selbststudium: siehe Work-
Präsentation, Selbststudium loaderhebung auf Seite 22
Lernerfolgskontrolle
Lernaufgaben, Literaturrecherche, Präsentation
Lernergebnisse
Basismodul 1: Berufliche Grundlagen anwenden
Denken und Handeln Modelle von Gesundheit und Krank- Ökonomisch handeln im Gesundheits-
heit in der Pflege einbeziehen wesen
Die Lernenden ...
Die Lernenden ... Die Lernenden ...
sind in der Lage, Grundbegriffe aus
dem Bereich Ethik anzuwenden. können theoretisch erlerntes Wissen kennen Grundbegriffe des ökonomi-
über Gesundheit, Krankheit, betrieb- schen Handelns im Gesundheitswesen
können ein ethisches Modell zur
liche Gesundheitsförderung und und sind in der Lage, das deutsche
Entscheidungsfindung auf konkrete
Gesundheits-Krankheits-Modelle auf Gesundheitssystem aus einer ökono-
berufliche Situationen anwenden.
die eigne berufliche Situation übertra- mischen Perspektive zu beurteilen.
sind in der Lage, Ansätze der ethi- gen und diese reflektieren.
schen Entscheidungsfindung in ihre
sind in der Lage, die Anaphylaxie,
berufliche Praxis zu integrieren.
Hyperkaliämie und den Kreislaufstill-
Theoriegeleitet pflegen stand bei ausgewählten Ursachen zu
beschreiben.
Die Lernenden ...
kennen den Forschungsprozess und
können Begrifflichkeiten des wissen-
schaftlichen Arbeitens anwenden.
können wissenschaftliche Kriterien
einer Studie überprüfen.
sind in der Lage, eine ausgewählte
berufsbezogene Studie zu reflektieren
und relevante Inhalte auf die Pflege-
praxis zu beziehen.
10Weiterbildung „Notfallpflege“
Basismodul 2
Modulcode Modulname MLI-Wert ECTS (max.)
BM 2 Basismodul 2: 4,92 3 KP
Entwicklungen initiieren und gestalten
Lehrform Prüfung Sprache Unterrichtszeit
Vortrag, Präsentation, Weiterbildungsbegleitende Leistungskontrolle Deutsch Präsenz: 64 Zeitstunden,
Gruppenarbeit, Diskussion, Selbststudium: siehe Work-
Projektarbeit, Selbststudium loaderhebung auf Seite 22
Lernerfolgskontrolle
Präsentation der Projektarbeit, Lernaufgaben, Literaturrecherche
Lernergebnisse
Basismodul 2: Entwicklungen initiieren und gestalten
Lernen lernen Anleitung In Projekten arbeiten
Die Lernenden ... Die Lernenden ... Die Lernenden ...
sind in der Lage, eigene Lernstrategi- sind in der Lage, den Bedarf an eine kennen theoretische Grundlagen des
en zu beschreiben und zu bewerten. Anleitung zum Kompetenzerwerb zu Projektmanagements.
beschreiben und die Rahmenbedin-
kennen verschiedene Lerntechniken sind in der Lage, eine Projektskizze in
gungen von Anleitungssituationen zu
und können diese in Bezug zum eige- ihrer Institution zu planen, umzuset-
erläutern.
nen Lernen setzen. zen und zu evaluieren.
können verschiedene Methoden der
können Lernaufgaben zur Erreichung
Anleitung skizzieren.
der beruflichen Handlungskompetenz
verstehen. QM-Abläufe in komplexen Situationen
gestalten
Die Lernenden ...
sind in der Lage, Grundbegriffe des
Qualitätsmanagements (inklusive von
Fehlern und Risiken) zu verstehen
und diese auf ihre eigene Institution
anzuwenden.
können den Aufbau eines beispielhaft
ausgewählten Qualitätsmanagement-
modells skizzieren.
11Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Fachmodul 1
Modulcode Modulname MLI-Wert ECTS (max.)
FM 1 Fachmodul 1: Patienten in der Notaufnahme erst- 4,47 5 KP
einschätzen, aufnehmen und begleiten
Lehrform Prüfung Sprache Unterrichtszeit
Vortrag, Gruppen- und Plenum- Weiterbildungsbegleitende Leistungskontrolle Deutsch Präsenz: 118 Zeitstunden,
arbeit, Transferleistungen, Fall- Selbststudium: siehe Work-
arbeit, Präsentation, praktische loaderhebung auf Seite 22
Übungen, Selbststudium
Lernerfolgskontrolle
Lernaufgaben, Literaturrecherche, Reflektion, Präsentation einer selbstständig vorbereiteten Fallarbeit
Lernergebnisse
Fachmodul 1: Patienten in der Notaufnahme ersteinschätzen, aufnehmen und begleiten
Den Erstkontakt mit Patienten gestalten Die Behandlungsdringlichkeit von Als Notfallpflegende agieren und mit
Patienten ersteinschätzen und doku- Belastungen umgehen
Die Lernenden ...
mentieren
Die Lernenden ...
sind in der Lage, theoretische Grund-
Die Lernenden ...
lagen von Deeskalation im Klinikalltag wissen um die Vor- und Nachteile
sowie Kommunikationsregeln und können eine fachlich korrekte Erstein- einer teambasierten Arbeit in der
-modelle zu erläutern. schätzung durchführen, dokumentie- Notaufnahme und können diese
ren und die Daten situationsadaptiert benennen.
können eine angepasste Gesprächs-
kommunizieren.
führung (auch vor kulturell unter- sind sich ihrer Rolle als
schiedlichem Hintergrund) auf mög- sind in der Lage, verschiedene Triage- Notfallpflegende/r bewusst.
liche Stressoren wählen, angepasst systeme miteinander zu vergleichen.
sind in der Lage, ausgewählte Fehler-
an verschiedene Situationen dees-
können hochinfektiöse Erkrankungen Management-Systeme zu erläutern
kalierend handeln und dabei ihren
und eine damit verbundene Kontami- und auf ihre berufliche Praxis zu
Selbstschutz wahren.
nation wahrnehmen und situations- beziehen.
Symptomorientiert Handeln in der adaptiert reagieren.
Notaufnahme
Patienten mit akuten Syndromen in
Die Lernenden ... der Notaufnahme überwachen und
folgerichtig handeln
sind in der Lage, ausgewählte Notfall-
symptome, deren Ursache, mögliche Die Lernenden ...
Differenzialdiagnosen, deren Diagnos-
können eine klinische apparative
tik und einzuleitende therapeutische
Überwachung der Vitalparameter
Maßnahmen zu erläutern.
und physiologischer Parameter bei
Notfallpatient/inn/en durchführen und
bewerten.
sind in der Lage, lebensbedrohliche Si-
tuationen zu erkennen und leitlinienge-
rechte Maßnahmen und Medikamente
der Notfallversorgung zu erläutern.
12Weiterbildung „Notfallpflege“
Fachmodul 2
Modulcode Modulname MLI-Wert ECTS (max.)
FM 2 Fachmodul 2: Patienten in speziellen Pflege- 3,86 6 KP
situationen begleiten
Lehrform Prüfung Sprache Unterrichtszeit
Vortrag, Fallbeispiel, Rollen- Weiterbildungsbegleitende Leistungskontrolle Deutsch Präsenz: 120 Zeitstunden,
spiel, Gruppenarbeit, Präsenta- Selbststudium: siehe Work-
tion, Rechenaufgabe (Infusio- loaderhebung auf Seite 22
nen), Selbststudium
Lernerfolgskontrolle
Präsentation der Fallbeispiele
Lernergebnisse
Fachmodul 2: Patienten in speziellen Pflegesituationen begleiten
Patienten mit thermischen Schäden/Not- An Demenz erkrankte Patienten in der Patienten mit gynäkologischen, urologi-
fällen, Elektro- und Blitzunfällen, Chemie- Notaufnahme versorgen schen und nephrologischen Erkrankun-
und Strahlenunfällen in ihrer speziellen gen überwachen und versorgen
Die Lernenden ...
Pflegesituation begleiten
Die Lernenden ...
sind in der Lage, das Erkrankungsbild,
Die Lernenden ...
pflegetherapeutische Konzepte, Kom- können ausgewählte Erkrankungen
sind in der Lage, die Erkrankungsbilder munikationsstrategien und Assessment- der Urologie, der Nephrologie und der
bei thermischen Schäden/Notfällen, instrumente bei Demenz zu erläutern. Gynäkologie, dessen Diagnostik und
Elektro- und Blitzunfällen sowie Chemie- Therapie beschreiben und kennen
Patienten mit Gewalt- und Missbrauchs-
und Strahlenunfällen zu beschreiben besondere Interventionen bei ne-
erfahrung begleiten
und spezielle Maßnahmen zu erläutern. phrologischen Patient/inn/en in der
Die Lernenden ... Notaufnahme.
können eine Schockraumbehandlung
von Schwerbrandverletzten begründen können die gesetzlichen Rahmenbe- sind in der Lage, eine physiologisch
und diese Patient/inn/en im Schock- dingungen bei Kindeswohlgefährdung verlaufende Schwangerschaft, Geburt
raum übernehmen. und dessen Auswirkungen, Risiko- und und die Versorgung des Neugeborenen
Schutzfaktoren beschreiben. zu erläutern.
Patienten mit akuten psychiatrischen
und verhaltensbedingten Notfällen sind in der Lage, die Begriffe Gewalt, sind in der Lage, ausgewählte Komplika-
überwachen und versorgen Missbrauch und Misshandlung zu erläu- tionen in der Schwangerschaft und the-
tern und Warnzeichen zu erkennen. rapeutische Maßnahmen zu erläutern.
Die Lernenden ...
können das Vorgehen der Opferun-
sind in der Lage, den Begriff des psy-
tersuchung bei Gewalterfahrungen
chiatrischen Notfalls zu definieren und
erläutern und die damit zusammen-
ausgewählte Symptome und rechtliche
hängenden Kommunikationsstrategien
Rahmenbedingungen zu erläutern.
beschreiben.
können Verhaltensweisen und Kommu-
nikationsstrategien zu ausgewählten
psychiatrischen Notfällen erläutern.
13Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Fachmodul 3
Modulcode Modulname MLI-Wert ECTS (max.)
FM 3 Fachmodul 3: Patienten mit akuten Diagnosen 4,01 4 KP
überwachen und versorgen
Lehrform Prüfung Sprache Unterrichtszeit
Vortrag, Concept Map, Text- Weiterbildungsbegleitende Leistungskontrolle Deutsch Präsenz: 88 Zeitstunden,
arbeit, Fallarbeit, Visualisie- Selbststudium: siehe Work-
rungsaufgabe, Gruppenarbeit, loaderhebung auf Seite 22
Plakatgestaltung und -präsen-
tation, Selbststudium
Lernerfolgskontrolle
Plakatpräsentation
Lernergebnisse
Fachmodul 3: Patienten mit akuten Diagnosen überwachen und versorgen
Patienten mit hämatologisch/onkolo- Patienten mit akuten gastroenterolo- Patienten mit kardiologischen und/
gischen Syndromen begleiten gischen und Stoffwechsel-Syndromen oder pulmonologischen Erkrankungen
oder Intoxikationen versorgen überwachen und versorgen
Die Lernenden ...
Die Lernenden ... Die Lernenden ...
können ausgewählte hämatologische/
onkologische Syndrome, ihre Patho- sind in der Lage, Intoxikationswege können ausgewählte kardiologische
physiologie, physiologische Hinter- und -formen sowie deren Gefähr- und pulmologische Erkrankungen,
gründe, Symptomatik, Diagnostik und dungspotenzial zu erläutern, Konse- physiologische Hintergründe, Diag-
Therapie beschreiben. quenzen für die Versorgung abzulei- nostik und Therapie beschreiben.
ten und ausgewählte Maßnahmen zu
sind in der Lage, ausgewählte sind in der Lage, ausgewählte Maß-
planen.
Notfälle onkologisch/hämatologisch nahmen zur Pneumonieprophylaxe zu
erkrankter Patient/inn/en zu erläutern wissen um verschiedene Möglichkei- erläutern und zu planen.
und Behandlungsmöglichkeiten zu ten der Giftelemination und können
kennen die Grundlagen der Atmung
beschreiben. diese beschreiben.
und der Beatmung.
14Weiterbildung „Notfallpflege“
Fachmodul 4
Modulcode Modulname MLI-Wert ECTS (max.)
FM 4 Fachmodul 4: Patienten mit akuten traumato- 2,41 - (siehe Anmerkung)
logischen Ereignissen versorgen und überwachen
Lehrform Prüfung Sprache Unterrichtszeit
Vortrag, Selbststudium Weiterbildungsbegleitende Leistungskontrolle Deutsch Präsenz: 100 Zeitstunden,
Selbststudium: siehe Work-
loaderhebung auf Seite 22
Lernerfolgskontrolle
Reflektion, Lernaufgaben
Lernergebnisse
Fachmodul 4: Patienten mit akuten traumatologischen Ereignissen versorgen und überwachen
Patienten mit Schmerzen in der Not-
aufnahme überwachen und begleiten
Die Lernenden ...
könnnen die Physiologie und Patho- kennen die Bedeutung von Schmerz
physiologie des Schmerzgeschehens für Patient/inn/en und die hohe
darstellen und den chronischen und Relevanz der adäquaten Schmerzer-
akuten Schmerz differenzieren. fassung.
sind in der Lage, ausgewählte
Assessmentinstrumente zur Schmerz-
erfassung für verschiedene Patienten-
Gruppen zu erläutern und wissen um
spezifische Fragestellungen, um den
Schmerz zu beschreiben.
Anmerkung:
Aus organisatorischen Gründen konnten für das Fachmodul 4 nur wenige Lernergebnisse formuliert werden (siehe auch Seite 9).
Auch der für dieses Modul ermittelte Workload konnte nicht gewertet werden (siehe Seite 22).
15Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Fachmodul 5
Modulcode Modulname MLI-Wert ECTS (max.)
FM 5 Fachmodul 5: Abläufe in Notaufnahmen 3,52 2 KP
strukturieren und organisieren
Lehrform Prüfung Sprache Unterrichtszeit
Vortrag, Fachgespräch, Weiterbildungsbegleitende Leistungskontrolle Deutsch Präsenz: 44 Zeitstunden,
Fragenkatalog, Übungen, Selbststudium: siehe Work-
Selbststudium loaderhebung auf Seite 22
Lernerfolgskontrolle
Reflektion, Lernaufgaben
Lernergebnisse
Fachmodul 5: Abläufe in Notaufnahmen strukturieren und organisieren
Notaufnahmeabteilungen organisie- Rechtliche Grundlagen in der Notfall- Besondere Lagen und Massenanfälle
ren und Prozesse mitgestalten pflege umsetzen von Verletzten und Erkrankten in der
Notaufnahme bewältigen
Die Lernenden ... Die Lernenden ...
Die Lernenden ...
sind in der Lage, verschiedene Erwar- kennen ausgewählte gesetzliche
tungen an eine Notaufnahme zu be- Grundlagen zum Rettungsdienst, können die Strukturen des Rettungs-
nennen und diese mit den Prozessen Katastrophenschutz und Krankenhaus dienstes und der klinischen Versor-
und Interaktionen in der Notaufnah- und können diese beschreiben. gung bei einem Massenanfall von
me in Verbindung zu bringen. Verletzten (MANV) skizzieren und
Arbeitsschutz und Hygienerichtlinien
hierbei rechtliche Rahmenbedingun-
können eine exemplarische prozess- in der Notaufnahme umsetzen
gen und den Krankenhausalarmplan
gesteuerte Patienten-Versorgung
Die Lernenden ... berücksichtigen.
in der Notaufnahme erläutern und
Grundbegriffe des Prozessmanage- sind in der Lage, ausgewählte Infek- sind in der Lage, individualmedizini-
ments anwenden. tionskrankheiten und ihre Maßnah- sche und katastrophenmedizinische
men anhand eines Hygieneplans zu Versorgung voneinander abzugren-
erläutern. zen.
können die Bedeutung, Umsetzung
und Relevanz von Triage bei einem
MANV präklinisch und innerklinisch
erläutern.
16Weiterbildung „Notfallpflege“
17Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Hinweise für Weiterbildungsanbieter
und -absolvent / inn /en
Der Kompetenzbereich Anrechnung gibt chen Übereinstimmung zwischen Lerner- anrechnenden Studiengang gültige Prü-
Empfehlungen für die Anrechnung außer- gebnissen der Weiterbildung und des Stu- fungsordnung entsprechend angepasst
hochschulischer Lernergebnisse, hat je- diengangs tatsächlich auch gewährt wird. worden sein.
doch keinerlei Einfluss auf die Umsetzung Aus einer teilweisen Übereinstimmung
Diese Anrechnungsempfehlung soll den
dieser Empfehlungen an den Hochschulen. kann ein geringerer Anrechnungsumfang
Verantwortlichen in Hochschulen und
resultieren.
Die Entscheidung über die Anrechnung staatlichen Bildungsbehörden eine ver-
einer Weiterbildung liegt in aller Regel bei Auch Hochschulen, die bereit sind, eine lässliche und qualitätsgesicherte Grund-
den Studiengangsverantwortlichen an Anrechnung entsprechend dieser Emp- lage für die Einrichtung von Anrech-
den Hochschulen. Studiengänge können fehlung zu gewähren, unterliegen u.U. nungsmöglichkeiten bieten. Auch die
die Anrechnung außerhochschulischer Restriktionen bei der Einrichtung von Umsetzung dieser Anrechnungsemp-
Lernergebnisse ablehnen oder von dieser Anrechnungsmöglichkeiten, die sich aus fehlung sollte qualitätsgesichert erfol-
Empfehlung abweichende Anrechnungs- gesetzlichen oder in anderer Weise wirk- gen. Umfassende Hinweise liefert hierzu
umfänge gewähren. samen Vorgaben ergeben. Damit eine z. B. die „Leitlinie für die Qualitätssiche-
Anrechnung entsprechend dieser Emp- rung und Verfahren zur Anrechnung
Der in dieser Empfehlung dargestellte An-
fehlung eingerichtet werden kann, muss beruflicher und außerhochschulisch er-
rechnungsumfang ist ein Maximalwert, der
i.d.R. sowohl das jeweils gültige (Landes-) worbener Kompetenzen auf Hochschul-
i.d.R. nur bei einer weitreichenden inhaltli-
Hochschulgesetz als auch die für den studiengänge“ (ANKOM, 2008).
Hinweise für Hochschulen und Studiengangs-
verantwortliche
Die hier vorliegende Allgemeine Anrech- Empfehlung gegebenen Informationen den sollte. Die Anrechnungsmöglichkeit
nungsempfehlung richtet sich an Hoch- bei Anrechnungsentscheidungen zu be- sollte öffentlich (z. B. auf der Studiengangs-
schulen, die Bachelor- bzw. Master-Studi- rücksichtigen und Absolvent/inn/en der webseite) bekannt gemacht werden. Es
engänge entsprechend dem Rahmenwerk begutachteten Weiterbildung „Notfallpfle- sollte spezifiziert werden, welche Abschnit-
des Europäischen Hochschulraums anbie- ge“ eine entsprechende Anrechnung ihrer te des Studiums aufgrund der Anrechnung
ten, d.h. an die Mehrheit aller Hochschul- Lernergebnisse zu gewähren. entfallen.
studiengänge im sogenannten „Bologna-
Anrechnung bedeutet, dass Studienab- Nicht alle Hochschulgesetze innerhalb der
Raum“ (Bologna Working Group, 2005).
schnitte (i.d.R. Module) aufgrund bereits Staaten des Bologna-Raumes erlauben
Die Anrechnungsempfehlung soll den nachgewiesener Lernergebnisse entfal- eine Anrechnung, wie sie hier empfohlen
Hochschulen unabhängig zertifizierte len. Die durch außerhochschulische Ler- wird. Bei Einrichtung einer Anrechnungs-
Informationen über die Lernergebnisse, nergebnisse ersetzten Studienabschnitte möglichkeit oder Gewährung einer An-
den Workload (Kreditpunkte) und das Ni- sollten aufgrund des Abschlusszertifikats rechnung sollten die Verantwortlichen
veau von Lerneinheiten außerhochschu- der Weiterbildung angerechnet und nicht in den Hochschulen daher zunächst die
lischer Bildungsangebote liefern. Diese noch einmal individuell geprüft werden. entsprechenden gesetzlichen Grundlagen
Informationen können die Anrechnung bzw. mögliche Einschränkungen aufgrund
Die Anrechnung sollte bevorzugt „pau-
solcher Lernergebnisse erleichtern und von Verordnungen recherchieren.
schal“ umgesetzt werden. Damit ist ge-
vereinfachen.
meint, dass aufgrund der hier vorliegen-
Der Kompetenzbereich Anrechnung emp- den Anrechnungsempfehlung für alle
fiehlt den Hochschulen und deren Studi- Absolvent/inn/en der Weiterbildung eine
engangsverantwortlichen, die in dieser garantierte Anrechnung eingerichtet wer-
18Weiterbildung „Notfallpflege“
Kompetenzanrechnung nach
dem Oldenburger Modell
Als eines von zwölf Modellprojekten be- Die Anrechnung von beruflich erworbe-
teiligte sich die Carl von Ossietzky Uni- nen Kompetenzen auf Studienleistun-
versität Oldenburg von 2005 bis 2007 gen wird in Oldenburg bereits seit 2006
an der BMBF-Initiative ANKOM („An- praktiziert. Im Wolfgang Schulenberg-
rechnung beruflicher Kompetenzen auf Institut für Bildungsforschung und Er-
Hochschulstudiengänge“) (Hartmann et wachsenenbildung an der Carl von Os-
al., 2006). sietzky Universität wurde im Zuge der
ANKOM-Initiative ein qualitätsgesicher-
Die Modellprojekte des ANKOM-Ver-
tes Verfahren zur Überprüfung der Anre-
bundes wurden möglich durch einen
chenbarkeit beruflicher Lernergebnisse
Beschluss der Kultusministerkonferenz
auf Hochschulstudiengänge entwickelt
(KMK) aus dem Jahr 2002. Dieser Be-
(Müskens, 2006).
schluss gibt gleichzeitig Hinweise da-
rauf, wie Anrechnungsverfahren gestal- Mit diesem Verfahren, dem sogenann-
tet werden sollen. Es heißt dort: „Außer- ten „Äquivalenzvergleich“, wurde be-
halb des Hochschulwesens erworbene reits eine Vielzahl von Abschlüssen aus
Kenntnisse und Fähigkeiten können im der Fort- und Weiterbildung untersucht.
Rahmen einer – ggf. auch pauschalisier- Im Äquivalenzvergleich geht es in der
ten – Einstufung auf ein Hochschulstu- Hauptsache darum, nach Inhalt und
dium angerechnet werden, wenn […] Niveau gleichwertige Anteile innerhalb
sie nach Inhalt und Niveau dem Teil des eines Studiengangs und einer Fort- bzw.
Studiums gleichwertig sind, der ersetzt Weiterbildung zu identifizieren.
werden soll […]“ (KMK, 2002).
Weitere Informationen zum
Oldenburger Anrechnungsmodell auf
www.anrechnung.uni-oldenburg.de
19Allgemeine Anrechnungsempfehlung 20
Weiterbildung „Notfallpflege“
Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Die hier vorliegende Allgemeine Anrech- Ein solcher Äquivalenzvergleich war be- Zusätzlich enthält diese Allgemeine An-
nungsempfehlung soll Hochschulen bei zogen auf die Weiterbildung „Notfallpfle- rechnungsempfehlung weitere Informa-
der qualitätsgesicherten Anrechnung ge“ nicht möglich, da aufgrund der spe- tionen über die Weiterbildung, ähnlich
der Weiterbildung „Notfallpflege“ unter- ziellen Thematik der Weiterbildung kein den Inhalten einer Modulbeschreibung
stützen. Diese Anrechnungsempfehlung inhaltlich verwandter Hochschulstudien- für einen Studiengang.
basiert auf einer unabhängigen Begut- gang identifiziert werden konnte.
Daher könnte man sie in gewisser Weise
achtung der Weiterbildung, die eine
Die Begutachtung der Weiterbildung auch als eine „Übersetzung der Weiter-
Bestimmung der Lernergebnisse, der Ni-
„Notfallpflege“ wurde von einer unab- bildung in Hochschulsprache“ verstehen.
veaus und der Workloads ihrer Lernein-
hängigen Fachgutachterin durchgeführt.
heiten beinhaltet. Das hier verwendete Verfahren der Be-
Dabei wurde das Niveau der Weiterbil-
gutachtung sowie die dabei verwende-
Im Rahmen der Erstellung einer Allge- dung und ihrer Lerneinheiten mithilfe
ten Instrumente und Methoden entspre-
meinen Anrechnungsempfehlung für des Instruments „Module Level Indicator“
chen vollständig den Anforderungen
eine außerhochschulische Fort- bzw. (MLI) geschätzt (Gierke & Müskens, 2009).
der „Leitlinie für die Qualitätssicherung
Weiterbildung wird üblicherweise ein
Die Ergebnisse der Begutachtung wur- und Verfahren zur Anrechnung berufli-
Äquivalenzvergleich zu einem inhalt-
den von den Mitarbeiter/inne/n des cher und außerhochschulisch erworbe-
lich verwandten Referenzstudiengang
Kompetenzbereichs Anrechnung ausge- ner Kompetenzen auf Hochschulstudi-
durchgeführt (vgl. Eilers-Schoof & Müs-
wertet und bilden die Grundlage der hier engänge“ (ANKOM, 2008).
kens, 2012).
vorliegenden Anrechnungsempfehlung.
Grundlage für die Begutachtung der Weiterbildung
„Notfallpflege“
Beschreibung der Weiterbildung und Darstellung der Entwicklung der Wei- umfangreiche Unterrichtsmaterialien
der Lernerfolgskontrollen, terbildung inkl. Hintergrundinformati- zu den Lerneinheiten,
onen,
allgemeine Informationen zur Materialien und Angaben zu den Prü-
Weiterbildung, Modulhandbücher der Weiterbildung, fungen.
Curriculum der Weiterbildung,
21Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Hinweise zur Bestimmung des Workloads
Zur Bestimmung des Workloads der Vorbereitung auf Prüfungen in Ar- Im Rahmen der Workload-Erhebung füll-
Weiterbildung „Notfallpflege“ wurde im beitsgruppen zusammen mit anderen ten zehn der Teilnehmer/innen der Wei-
Zeitraum von Februar 2019 bis Februar Lernenden, terbildung an insgesamt fünf Erhebungs-
2020 eine empirische Erhebung vom stichtagen den Fragebogen aus.
sonstige Aktivitäten zusammen mit
Hanse Institut Oldenburg durchgeführt.
anderen Lernenden, Der Median der Vorbereitungsstunden
Hierzu wurde mittels standardisierter
für eine Selbstlernphase betrug 13 Stun-
Fragebögen der Arbeitsaufwand der sonstige Aktivitäten im kollegialen Di-
den über alle Teilnehmer/innen. Hochge-
Teilnehmer/innen während der Selbst- alog mit den Kolleg/inn/en oder ande-
rechnet auf 19 Selbstlernphasen ergibt
lernphase, also im Zeitraum zwischen ren Berufsgruppen aus der Praxis (z. B.
sich somit eine Schätzung der Selbstlern-
zwei Präsenzphasen, erhoben. Innerhalb Einholen von Informationen o.ä.),
zeit von 247 Zeitstunden.
des Fragebogens wurde der Zeitauf-
Kommunikation mit Dozent/inn/en
wand für folgende Aktivitäten erfasst: Die Selbstlernzeit wurde entsprechend
oder der Weiterbildungsleitung oder
des Umfangs der Präsenzzeiten anteilig
Lesen von Texten, mit Autor/inn/en fachrelevanter Arti-
den Weiterbildungsmodulen zugeordnet
kel/Veröffentlichungen (per Mail, tele-
Prüfungsvorbereitung in Einzelarbeit, (Tabelle 1).
fonisch etc.),
Vorbereitung von Vorträgen und Prä-
sonstige Aktivitäten im Zusammen-
sentationen zusammen mit anderen
hang mit der Weiterbildung.
Lernenden (z. B. in Arbeitsgruppen),
Tabelle 1: Selbst- und Präsenzlernzeiten für die einzelnen Weiterbildungsmodule
Präsenzzeit Anteil % Selbstlernzeit Stunden KP KP gerundet
Stunden gesamt
Basismodul 1:
92 14,7 36,3 128,3 4,28 4
Berufliche Grundlagen anwenden
Basismodul 2:
64 10,7 25,3 89,3 2,98 3
Entwicklungen initiieren und gestalten
Fachmodul 1:
Patienten in der Notaufnahme ersteinschätzen, aufnehmen 118 18,8 46,6 164,6 5,49 5
und begleiten
Fachmodul 2:
120 19,7 47,3 167,3 5,58 6
Patienten in speziellen Pflegesituationen begleiten
Fachmodul 3:
88 14,1 34,7 122,7 4,09 4
Patienten mit akuten Diagnosen überwachen und versorgen
Fachmodul 4:
Patienten mit akuten traumatologischen Ereignissen versor- 100 16,0 39,5 139,5 4,65 0(5)5
gen und überwachen
Fachmodul 5:
44 7,0 17,4 61,4 2,05 2
Abläufe in Notaufnahmen strukturieren und organisieren
Summe 626 100 247 873 29,1 24
Insgesamt ergibt sich für die Weiterbil- Für das Praxismodul wurde der Work- Der Umfang der Praxisphase von min-
dung somit ein Workload von 24 Kredit- load auf der Grundlage der vom Wei- destens 1800 Stunden entspricht dabei
punkten ECTS. terbildungsanbieter angegebenen Min- einem Workload von 60 KP ECTS.
destdauer der Praxisphase geschätzt.
5
Fachmodul 4 wurde in der Anrechnungspotenzialanalyse nicht berücksichtigt (siehe auch Seite 9).
Daher kann auch der für dieses Modul ermittelte Workload nicht gewertet werden.
22Weiterbildung „Notfallpflege“
Niveaubestimmung –
Module Level Indicator ( M L I )
Die Bestimmung des Niveaus von Wei- Der MLI ist ein stark strukturiertes Be-
terbildungs- und Studienmodulen er- wertungsinstrument mit 51 Kriterien. Die
fordert einen bildungsbereichsübergrei- von den Gutachter/inne/n zu bewerten-
fenden Vergleichsmaßstab. Doch die den Kriterien beziehen sich in erster Linie
Niveauvorstellungen in der beruflichen auf die innerhalb der Lerneinheit vermit-
und in der Erwachsenenbildung unter- telten Kenntnisse und Fähigkeiten sowie
scheiden sich erheblich von denen in der auf die Form der Lernerfolgskontrollen.
akademischen Bildung. Bereichsüber-
greifende Qualifikationsrahmen wie der
Europäische Qualifikationsrahmen für
Lebenslanges Lernen (EQR) unterneh-
men den Versuch, diese unterschiedli-
chen Niveauvorstellungen zu integrie-
ren (EU Parlament, 2007). Allerdings sind
sie zur Einstufung von Teilqualifikatio-
nen – wie Studienmodule oder Weiter-
bildungsfächer – kaum geeignet.
Im ANKOM-Projekt „Qualifikationsver-
bund Nord-West“ wurde daher mit dem
Module Level Indicator (MLI) ein In-
strument entwickelt, das eine solche Ni-
veaubeurteilung von Lerneinheiten bzw.
Teilqualifikationen ermöglicht, sich dabei
aber gleichzeitig an der bereichsüber-
greifenden Niveauvorstellung des EQR
orientiert (Gierke & Müskens, 2009).
23Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Die Ergebnisskalen des MLI
Die 51 Bewertungen zu einer Lerneinheit Die Skala „Praxisbezug“ beschreibt, ob
werden zu neun testtheoretisch konstru- und in welchem Maße sich die Lern-
ierten, reliablen Ergebnisskalen verrechnet: materialien und Lernerfolgskontrollen
auf reale Praxisanforderungen und
Die Skala „Breite und Aktualität des
-probleme beziehen.
Wissens“ beschreibt die Breite, Tiefe
und Aktualität der in der Lerneinheit Die Skala „Innovation und Kreativität“
vermittelten Kenntnisse. beschreibt, ob und inwieweit die Lern-
erfolgskontrollen einer Lerneinheit die
Die Skala „Kritisches Verstehen“ be-
Lernenden mit neuartigen Problemen
schreibt, inwieweit die innerhalb der
konfrontieren, die kreative Lösungsan-
Lerneinheit vermittelten Theorien,
sätze erfordern.
Modelle und/oder Methoden kritisch
reflektiert werden. Die Skala „Selbstständigkeit“ be-
schreibt das Ausmaß der Selbststän-
Die Skala „Interdisziplinarität“ be-
digkeit und Verantwortungsübernah-
schreibt, in welchem Ausmaß eine
me, das von den Lernenden innerhalb
Lerneinheit Bezüge zu anderen Beru-
der Lerneinheit erwartet wird.
fen oder Disziplinen aufweist und den
Lernenden vermittelt, in interdiszipli- Die Skala „Berücksichtigung sozia-
nären Kontexten tätig zu werden. ler und ethischer Fragen (Ethik)“ be-
schreibt, ob und inwieweit innerhalb
Die Skala „Problemlösen“ beschreibt,
der Lerneinheit soziale und ethische
ob und inwieweit die Lernenden inner-
Fragen thematisiert werden.
halb der Lerneinheit mit komplexen
Problemstellungen konfrontiert wer- Die Skala „Kommunikation“ beschreibt,
den, die sie unter Anwendung kogniti- in welchem Maße den Lernenden ver-
ver und/oder praktischer Fertigkeiten mittelt wird, Informationen, Ideen,
selbstständig zu lösen haben. Probleme und Lösungsansätze ge-
genüber Mitlernenden, Fachexperten
bzw. Fachexpertinnen und Laien zu
kommunizieren.
Bei der vorliegenden Niveaubestimmung
wurde die aktuelle MLI-Version 3.0 ver-
wendet.
24Weiterbildung „Notfallpflege“
Kenntnisse
Das Modul beinhaltet zumindest einige vertiefte Wissensbestände auf dem
Breite und Aktualität aktuellen Stand der Forschung innerhalb des Fachgebiets.
Das Modul vermittelt ein Bewusstsein für die Grenzen der vermittelten
Kritisches Verstehen
Kenntnisse.
Das Modul beinhaltet interdisziplinäre Fragestellungen, deren Beantwor-
Interdisziplinarität tung auf Wissen aus unterschiedlichen Fachgebieten basiert.
Fertigkeiten
Die Lernanforderungen bzw. Prüfungsaufgaben verlangen den umfassen-
Problemlösen den Einsatz kognitiver oder praktischer Fertigkeiten.
Praxisbezug Das Modul vermittelt unmittelbar in der Praxis verwertbare Kenntnisse.
Die Lernanforderungen beinhalten die Entwicklung neuer strategischer
Innovation und Kreativität
Ansätze.
Kompetenzen
Die Lernanforderungen verlangen von den Lernenden selbstständiges
Selbstständigkeit Handeln und Eigeninitiative.
Berücksichtigung sozialer Die Lernenden bezeugen bei der Lösung von Problemen Rücksichtnahme
und ethischer Fragen (Ethik) auf andere und Solidarität mit Betroffenen.
Die Lernenden haben demonstriert, dass sie ihr Verständnis des Fachge-
Kommunikation biets gegenüber Mitlernenden kommunizieren können.
Abbildung 2: Skalen des MLI – Version 3.0 mit Beispielitems
25Allgemeine Anrechnungsempfehlung
Die Niveaus
Die neun Ergebnisskalen des MLI lassen Bachelor-Einstiegsniveau Bachelor-/Master-Übergangsniveau
sich auch zu einem Gesamtwert ver- (3,5 < MLI Gesamtwert < 4,5) (5 < MLI-Gesamtwert < 5,5)
rechnen. Dieser Gesamtwert beschreibt
Das Niveau der beurteilten Lerneinheit Das Niveau der beurteilten Lerneinheit
das Niveau einer Lerneinheit insgesamt.
entspricht dem Niveau typischer Module entspricht dem Niveau eines fortge-
Sowohl der Gesamtwert als auch die Ein-
der ersten Semester eines Bachelor-Stu- schrittenen Bachelor-Moduls oder dem
zelergebnisskalen können als Entschei-
diengangs. Eine solche Lerneinheit sollte Niveau typischer Master-Module aus
dungsgrundlage über die Anrechnung
nur dann auf einen Bachelor-Studiengang der Eingangsphase des Studiengangs.
eines Moduls verwendet werden.
angerechnet werden, wenn der Gesamt- Die Lerneinheit kann daher bei entspre-
Die MLI-Werte lehnen sich an die Stufen umfang der Module auf Bachelor-Ein- chender inhaltlicher Übereinstimmung
des EQR an. Höhere Werte bedeuten da- stiegsniveau (einschließlich des angerech- auf Bachelor-Studiengänge angerech-
her ein höheres Niveau. neten Moduls) 60 KP nicht überschreitet. net werden. Auf Master-Studiengänge
Auf Master-Studiengänge sollte die Lern- sollte die Lerneinheit nur dann ange-
Aufgrund der bisherigen Untersuchun-
einheit nicht angerechnet werden. rechnet werden, wenn der Gesamtum-
gen kann man davon ausgehen, dass
fang der Module auf Bachelor-/Master-
sich sowohl Bachelor- als auch Master-
Bachelor-Niveau Übergangsniveau (einschließlich des
Studiengängen kein exaktes Niveau von
(4,5 < MLI-Gesamtwert < 5) angerechneten Moduls) 30 KP nicht
Lerneinheiten zuordnen lässt. Vielmehr
überschreitet.
handelt es sich um Niveaubereiche, die Das Niveau der beurteilten Lerneinheit
ineinander übergehen. Die Ergebnisse entspricht dem Niveau typischer Modu-
Master-Niveau
einer MLI-Bewertung lassen sich fünf le der mittleren Phase eines Bachelor-
(5,5 < MLI-Gesamtwert)
verschiedenen Niveaubereichen zuord- Studiengangs. Die Lerneinheit sollte bei
nen: entsprechender inhaltlicher Überein- Das Niveau der beurteilten Lerneinheit
stimmung auf Bachelor-Studiengänge entspricht dem Niveau typischer Master-
MLI Gesamtwert < 3,5
angerechnet werden. Auf Master-Studi- Module. Die Lerneinheit sollte daher bei
Das Niveau der beurteilten Lerneinheit engänge sollte die Lerneinheit nicht an- entsprechender inhaltlicher Überein-
liegt erheblich unterhalb des Niveaus gerechnet werden. stimmung auf Bachelor- und Master-
typischer Bachelor-Studienmodule. Eine Studiengänge angerechnet werden.
solche Lerneinheit sollte nicht auf Bache-
lor- oder Master-Studiengänge angerech-
net werden. Das Profil der MLI-Skalen gibt
Hinweise auf eine mögliche Veränderung
der Lerneinheit, durch die eine Erhöhung
des MLI-Niveaus erreicht werden kann.
Solche Veränderungen können die In-
halte der Lerneinheit, die Art und Weise
der Vermittlung und/oder die Form der
verwendeten Lernerfolgskontrollen be-
treffen.
Anmerkung:
In einigen der auf den Seiten 27 bis 30 dargestellten Skalen konnten aufgrund unzureichender Begutachtungsunterlagen keine
Werte bestimmt werden. Für diese Skalen wurde der Nullwert in den Grafiken dargestellt. Die entsprechenden Skalen wurden
bei der Berechnung des Gesamtwertes jedoch nicht berücksichtigt.
26Sie können auch lesen