Bulletin 7/19 DV 2019: Der AM Suisse entwickelt sich weiter - Metaltec Suisse
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Impressum Delegiertenversammlung 2019
Der AM Suisse entwickelt sich weiter 3
Verbandsbulletin des AM Suisse
Verlag
AM Suisse, Unternehmernachmittag
Seestrasse 105, 8002 Zürich Zwischen Tradition und Innovation 7
T +41 44 285 77 77, F +41 44 285 77 78
info@amsuisse.ch
Weiterentwicklung der Berufsbildung
Verlagsleitung Handlungsspielräume erkennen – Chancen nutzen 11
Heidi Foster,
h.foster@amsuisse.ch
T +41 44 285 77 13, F +41 44 285 77 24 Innovationsmanagement
Innovationsfreundliche Unternehmenskultur als Basis 16
Redaktion
Sarah Brandenberger,
s.brandenberger@amsuisse.ch Generationenmanagement
T +41 44 285 77 14, F +41 44 285 77 24 «Ein Wissenstransfer in beide Richtungen wäre wünschenswert» 18
Übersetzungen:
Global Translations, www.global-translations.ch WorldSkills
Gestaltung: Überraschungsbesuch von Bundesrat Guy Parmelin 20
Javier Magdaleno, j.magdaleno@amsuisse.ch
Erscheinungsweise:
10 ¼ jährlich Brandlabor
SIPIZ AG per 1. Juli 2019 gestartet 22
Schreibweise maskulin
Für einen besseren Lesefluss wird im Text nur die
männliche Form einer Personenbezeichnung
verwendet. Die weibliche Form ist darin enthalten.
2 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019DV 2019: Der AM Suisse
entwickelt sich weiter
Zur 56. Delegiertenversammlung am 14. Juni 2019
trafen sich rund 180 Teilnehmende im Casineum
Grand Casino in Luzern. Die Delegierten nahmen
die Jahresrechnung 2018 ab und auch das weitere
Vorgehen in der Weiterentwicklung des AM Suisse
wurde gutgeheissen.
Sarah Brandenberger
Marcel Sigg
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 3Zentralpräsident Peter Meier erörterte die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern.
Unbestritten gehört die Interessenvertre- leistungen mit 55 Prozent am grössten, Neu wurde Peter Meier als Vorsitzender
tung zu den Kernaufgaben des Verban- gefolgt von den Mitgliederbeiträgen mit 26 der PLKM und als Stiftungsratsmitglied der
des. Daher stellte Zentralpräsident Peter Prozent und 19 Prozent aus Subventionen PV-PROMEA gewählt. Toni Merkle wurde
Meier in der Eröffnungsrede die verschie- und zweckgebundenen Beiträgen. als Präsident des AHV-Kassenvorstands
denen Kooperationspartner vor, mit denen Die Jahresrechnung 2018 wurde von den und Präsident des FAK-Kassenvorstands
der Dachverband und die Fachverbände Delegierten mit grosser Mehrheit ange- wiedergewählt. Neu gewählt wurde Sabine
zusammenarbeiten. Diese zahlreichen nommen. Die Decharge wurde einstimmig Bellefeuille-Burri als Stiftungsrats-Mitglied
Verbindungen erlauben eine bessere Nut- erteilt. der PV-PROMEA.
zung der Ressourcen sowie eine deutlich
höhere Wahrnehmung, und damit verbun- Wahlen Weiterentwicklung AM Suisse
den eine Erhöhung der Effizienz und Ef- Da keine Kandidaturen als Zentralvor- Christoph Andenmatten, Direktor AM
fektivität. Zum Schluss erwähnte er, dass standsmitglied für das Ressort Finanzen Suisse, präsentierte ein Fazit der beiden
der Wunsch nach einer weiteren Verstär- eingingen, wird Zentralpräsident Peter Fachpräsidententagungen vom 15. März
kung der Interessenvertretung bereits in Meier das Amt des Finanzverantwortli- 2019, bei denen die Vertreter der Regio-
die Strategie 2020–2024 aufgenommen chen interimistisch bis zur nächsten De- nalen Branchen- und Fachverbände die
wurde. legiertenversammlung wahrnehmen. Mit Ausgangslage analysierten und die Erwar-
dem Ziel der besseren Abstützung der tungen an die Weiterentwicklung des AM
AM Suisse mit Gewinn Regionen im Vorstand und da die West- Suisse in den verschiedenen Bereichen
Peter Meier präsentierte und erläuterte schweiz seit einiger Zeit nicht mehr im formulierten. In beiden Branchen, im Me-
die Jahresrechnung 2018. Der AM Suisse Zentralvorstand vertreten ist, wurde mit tallbau und in der Landtechnik, erfolgten
erzielte im vergangenen Geschäftsjahr den Vertretern des Metaltec Romandie ähnliche Einschätzungen und Erwartun-
einen Gewinn von 379 997 Franken. Der vereinbart, dass ein geeigneter Kandidat gen. Zudem waren sich alle einig, dass
Budgetauftrag des Zentralvorstandes lau- bis zur Delegiertenversammlung 2020 auf- man die Zukunft gemeinsam angehen
tete einen Gewinn von 100 000 Franken zu gebaut werden soll. will. Die weitere Verfahrensweise sieht
erwirtschaften – budgetiert waren 66 000 nun die Erarbeitung einer Strukturoptimie-
Franken. Der Ertrag lag bei 17 342 472 Wiedergewählt wurde Artho Marquart als rung sowie der Strategie 2020–2024 vor.
Franken. Dabei war der Ertrag aus Dienst- Zentralvorstandsmitglied.
4 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019Zur Delegiertenversammlung trafen sich rund 180 Teilnehmende.
Dem präsentierten Vorgehen und Zeitplan Informationen zum Bildungszentrum rin des AM Suisse Tessin, präsentierte den
stimmten die Delegierten einstimmig zu. Aarberg Veranstaltungsort der nächsten Delegier-
Zentralvorstandmitglied René Gujer in- tenversammlung mit einem imposanten
Pflanzenschutzmittel-Initiativen formierte über den Abschluss der Erwei- Film. Bereits wird mit Freude der nächsten
Werner Berger, Vorstandsmitglied Agrotec terung des Bildungszentrums Aaberg. Die DV entgegengesehen.
Suisse Ressort Information und Wirtschaft, gezeigte Kostenübersicht bestätigte, dass
tat die Haltung des Fachverbandvorstan- dank eines hohen Kostenbewusstseins Ehrungen
des zur Trinkwasserinitiative und Initiative das Bauprojekt innerhalb des Budgetrah- Geehrt wurde Bruno Andrey, der lange
für eine Schweiz ohne synthetische Pesti- mens abgeschlossen werden konnte. Am Jahre für den Verband wirkte. Sein Amt
zide publik. Der Vorstand Agrotec Suisse Schluss wies er darauf hin: «Wir haben es im Vorstand des Agrotec Suisse gab er
lehnt die Initiativen ab und unterstützt nun in der Hand, in einer hervorragenden bereits 2016 ab, wurde aufgrund der Tä-
damit die Haltung des Bundesrates. Infrastruktur unsere Berufe weiterzuentwi- tigkeit in der Baukommission des BZA
ckeln. Es liegt nun an unserem Verband, aber auf Stufe AM Suisse erst jetzt geehrt.
Informationssystem Allianz Bau und diese Infrastruktur optimal zu nutzen.» Unter grossem Applaus erhielt er die Eh-
AVE neuer LGAV renmitgliedschaft. 1
Christoph Andenmatten stellte das Infor- Auf Wiedersehen Luzern, Buongiorno
mationssystem Allianz Bau (ISAB) vor, das Ticino
den Vollzug der GAV in der Baubranche Der AM Suisse Tessin lädt für die DV 2020
verbessern und modernisieren wird. Diese nach Locarno ein. Cristina Resmi, Direkto-
Plattform dient als Arbeitsinstrument,
mit dem Ziel aussagekräftige und bran-
cheneinheitliche GAV-Bescheinigungen
bereitzustellen.
Weiter informierte Christoph Andenmat-
ten, dass der LGAV nach letzten kleinen
Änderungen vom Bundesrat als allgemein- 57. Delegiertenversammlung
verbindlich erklärt wurde. Die nächste Delegiertenversammlung findet am 26. Juni 2020 im Palacinema in Locarno statt.
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 5Unternehmernachmittag:
Zwischen Tradition und
Innovation
Der Weg zur Innovation stand im Zentrum der Podiumsdiskussion.
Die Arbeitswelt verändert sich immer schneller und
viele Unternehmen sehen sich im Spannungsfeld
zwischen Tradition und Innovation. Der AM Suisse-
Unternehmernachmittag lieferte neue Denkanstösse
zu diesem Thema.
Sarah Brandenberger Nach dem statutarischen Teil der Dele- Dienstleistungshaus geht. Die Kunden-
Marcel Sigg giertenversammlung am 14. Juni 2019 bedürfnisse stehen für ihn immer im Mit-
vermittelten drei Referate sowie eine Podi- telpunkt, auch wenn sich diese verändern
umsdiskussion neue Impulse zum Thema und immer anspruchsvoller werden. Die
«zwischen Tradition und Innovation». erfolgreiche Weiterführung der Firmentra-
dition steht bei ihm über dem kurzfristigen
Peter Galliker, CEO Galilker Transport Gewinndenken und er meint: «Wir denken
AG, verdeutlichte anhand seiner Un- in Generationen und nicht in Quartalen.»
ternehmensgeschichte den Wandel im
Logistikbereich, der vom kleinen Trans- Der gelernte Landmaschinenmechaniker
portunternehmen bis hin zum modernen und heutige CEO Pilatus Flugzeugwerke
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 7Moderator Michael Weinmann. Peter Galliker, CEO Galilker Transport AG. Markus Bucher, CEO Pilatus Flugzeugwerke AG.
AG, Markus Bucher, betonte, dass auch
die Pilatus-Flugzeugwerke – gleich wie
die Galliker Transporte – langfristig und
in Generationen denken. Auch sieht er
es als wichtig an, dass die Pilatus-Flug-
zeugwerke sich als Schmiede von Projekt-
leitern in der Aviatik verstehen. Und die
Besten mit den Besten reden – der beste
Ingenieur redet mit dem besten Mechani-
ker. Für ihn ist auch wichtig, dass Innova-
tion ausserhalb der Komfortzone entsteht.
«Sobald der Kunde weiss was er braucht,
ist man zu spät.»
Alice Baumann, Direktorin Strategisches
Marketing und Innovation der Losinger
Marazzi AG / Bouygues, erklärte, dass
viele Menschen einen Wandel wollen, aber
die wenigsten sich selbst wandeln wollen.
Dazu stellte sie die Frage in den Raum:
Wird der Wandel als ein Stein im Schuh
oder als Diamant wahrgenommen? Weiter Alice Baumann, Direktorin Strategisches Marketing Der Austausch in der Pause inspirierte die Teilneh-
meinte sie: «Auch wenn sich der Prozess und Innovation der Losinger Marazzi AG/Bouygues. menden zusätzlich.
ähnlich wie ein schmerzhafter Marathon
anfühlt: Durchhalten lohnt sich, denn zum
Schluss winkt der Sieg über sich selbst
und alle Hindernisse. Ein tolles Gefühl.»
Herausforderungen, wie das Senken des sie die Treiber seien und ein solches for-
Der Weg zur Innovation stand auch im Treibstoffverbrauchs, sieht Markus Bucher derten. Regierungsrat Paul Winkler wies
Zentrum der Podiumsdiskussion mit dem mit grosser Zuversicht entgegen, sagt aber darauf hin, dass viel Innovatives entstehe,
Luzerner Regierungsrat Paul Winkler und auch, dass dies Schritt für Schritt passiere. man dies aber auch kommunizieren
den drei Referenten. Alice Baumann sieht Einen Wandel erkennt Peter Galliker darin, müsse und forderte auf: «Unternehmerin-
es als eine Stärke für ein Unternehmen an, dass es früher die Lieferanten – wie bei- nen und Unternehmer sprecht darüber
wenn der Nachwuchs sich auch für Nach- spielsweise LKW-Hersteller – waren, die was ihr macht!» 1
haltigkeit begeistern lässt. Zukünftigen ein neues Produkt vorstellten, heute aber
8 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019AM Suisse Zentral und AM Suisse
danken ihren Sponsoren
Co-Sponsor
Sapa Hydrobuilding Systems
Switzerland AG Gewerbepark 5506 Mägenwil
Tagessponsor Freitag
Elumatec Suisse AG Talstrasse 31 8801 Pfäffikon
Tagessponsor Partnerprogramm
Freitag
Würth AG Dornwydenweg 11 4144 Arlesheim
Foodsponsor
Jansen AG Industriestrasse 34 9463 Oberriet SG
MTS Metallbaubeschläge AG Im Grossherweg 7 / Industrie Nord 8902 Urdorf
OPO Oeschger AG Steinackerstrasse 68 8302 Kloten
Goldsponsor
Bider&Hauser 8200 Schaffhausen
Kaltenbach(Schweiz) GmbH Dättwilerstrasse 43 5405 Baden-Dättwil
Pestalozzi + Co AG Riedstrasse 1 8953 Dietikon
Silbersponsor
AVIA Badenerstrasse 329 8040 Zürich
Debrunner Acifer Hinterlauben 8 9004 St.Gallen
dormakaba Schweiz AG Mühlebühlstrasse 23 8620 Wetzikon
Fronius Schweiz AG Industriegebiet Meienbreiten 8153 Rümlang
Kärcher AG Industriestrasse 16 8108 Dällikon
Orgadata Swiss GmbH Feldstrasse 2 6060 Sarnen
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 9Bronzesponsor
Creditreform AG Teufener Strasse 36 9000 St.Gallen
Foster Profilsysteme AG Amriswilerstrasse 50 9320 Arbon
Granit Part Gewerbestrasse 23 8451 Kleinandelfingen
PROMEA Infangstrasse 8 8952 Schlieren
PROMRISK Dielsdorferstrasse 1 8173 Neerach
Goodwillsponsor
Flachglas AG (Schweiz) Zentrumstrasse 2 4808 Wikon
Gebrüder Spiegel AG Hauptstrasse 18 8274 Tägerwilen
Kramp GmbH Meieriedstrasse 4A 3400 Burgdorf
Schweizer Bauer Dammweg 9 3001 Bern
Schweizerischer Verein
für schweisstechnik SVS St. Alban-Rheinweg 222 4052 Basel
Vetrotech Saint-Gobain International AG 3175 Flamatt
10 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019Berufsbildung: Handlungs
spielräume erkennen –
Chancen nutzen
Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt
haben in den vergangenen Jahren gemeinsam den
Strategieprozess «Berufsbildung 2030» erarbeitet.
Rémy Hübschi, Leiter der Abteilung Berufs- und
Weiterbildung im SBFI, gibt Einblick in den Stand der
Arbeiten. Er ist überzeugt: «Mit Berufsbildung 2030
haben wir eine gute Grundlage, um die Berufsbil-
dung verbundpartnerschaftlich weiterzuentwickeln».
Quelle «Magazin SBFI News»
Rémy Hübschi, Vizedirektor und Leiter Abteilung Berufs- und Weiterbildung, SBFI.
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 11Wie steht es um die Schweizer Berufs- Wo steht der Strategieprozess
bildung? «Berufsbildung 2030»?
Rémy Hübschi: Ohne falsche Scheu dür- Nachdem wir in den vergangenen Jah-
fen wir sagen: Die Schweizer Berufsbil- ren die Grundlagen gelegt haben, sind
dung ist gut aufgestellt. Bund, Kantone wir nun seit Sommer 2018 in der Um-
und Organisationen der Arbeitswelt arbei- setzung. Wenn man auf die Projektliste
ten in einem feintarierten System zusam- schaut, so stellt man fest, dass einiges
men. Das Interesse der Jugendlichen an im Gange ist. Die Palette reicht von der
der Berufsbildung ist nach wie vor gross. Revision der Rahmenlehrpläne für Berufs-
Auch haben wir in den letzten Jahren ver- bildungsverantwortliche über die Klärung
schiedene Modernisierungen umgesetzt der Governance bis zur Untersuchung der
wie beispielsweise die Stärkung der eid- Finanzflüsse. Wichtig ist mir, dass «Be-
genössischen Berufs- und höheren Fach- rufsbildung 2030» als eine gemeinsame
prüfungen. Wichtig erscheint mir, dass Initiative von Bund, Kantonen und Organi-
wir nicht stehen bleiben. Wir haben ein sationen der Arbeitswelt verstanden wird.
Berufsbildungsgesetz, das als offenes Es braucht den Willen und das Engage-
Rahmengesetz konzipiert ist und entspre- ment von allen Beteiligten. Entsprechend
chend Handlungsspielräume ermöglicht. lädt das Steuergremium von «Berufsbil-
Diese gilt es zu nutzen. dung 2030» alle Akteure der Berufsbildung
ein, sich am Prozess zu beteiligen.
Welche Entwicklungen gilt es beson-
ders im Auge zu behalten? Wo wird die Berufsbildung im Jahr
Im Strategieprozess «Berufsbildung 2030 stehen?
2030» haben wir gemeinsam die zentra- Auch im Jahr 2030 geht es im Endeffekt
len Herausforderungen eruiert. Das da darum, dass die Absolventinnen und Ab-
raus resultierende Leitbild und die davon solventen einer Berufsbildung auf den
abgeleiteten Stossrichtungen zeigen den Arbeitsmarkt abgestimmte Qualifikationen
Weg auf. Mir persönlich erscheint es erwerben können. Und ebenso haben die
dabei wichtig, dass wir die Chancen der Unternehmen ein Interesse daran, über
Digitalisierung aktiv nutzen. Dazu haben qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu
wir beispielsweise die Förderinitiative verfügen. Schliesslich haben wir mit unse-
«digitalinform.swiss» lanciert. Wir gehen rer Verbundpartnerschaft ein Modell, um
damit über die bisherige Förderpraxis hin- welches uns andere Länder beneiden.
aus und wollen Projekte sichtbar machen, Wenn wir uns bei allen Reformschritten an
Akteure vernetzen und auf der Basis des diesen drei Konstanten orientieren, sind
Aktionsplans «Digitalisierung im BFI-Be- wir auf gutem Weg. ●
reich» des WBF/SBFI Projekte fördern.
Zudem müssen wir darauf Acht geben,
dass die Berufsbildung weiterhin attraktiv
bleibt. Ich denke dabei einerseits an die
Jugendlichen. Modernisierte berufliche
Grundbildungen und eine möglichst hohe
Durchlässigkeit des (Berufs-)Bildungssys-
tem sind Voraussetzungen dafür, dass wir
weiterhin qualifizierte Fach- und Führungs-
kräfte ausbilden können. Andererseits sind
wir aber auch daran, die Berufsbildung für
Erwachsene zu optimieren. Das reicht von
der Förderung von Grundkompetenzen
am Arbeitsplatz, über die Attraktivitätsstei-
gerung der beruflichen Grundbildung bis
hin zu den Angeboten der höheren Berufs-
bildung.
12 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019Wirksame Unfälle verursachen nebst viel Leid auch hohe administra-
tive und organisatorische Aufwände sowie Kosten.
Prävention
In Zusammenarbeit mit der Suva bietet der AM Suisse ein
Seminar mit Ansätzen zur erfolgreichen und nachhaltigen
Nichtberufsunfallprävention an. Profitieren Sie dabei von
von Freizeit
praxiserprobten Inputs.
Kursprogramm:
unfällen
▪ Grundlagen zu Unfallschwerpunkten in der Branche
▪ Präventionsinstrumente
▪ Persönliche Unfallprävention
Seminar für
▪ Sicherheitsgespräch
▪ Rückkehrgespräche
▪ Lernen aus Unfällen
Führungs
▪ Unfallabklärung für Nichtberufsunfälle
▪ Planung der Umsetzung
▪ Erfolgskriterien für die nachhaltige Wirkung
personen Kurstermine:
▪ BZA Aarberg, 22. November 2019, 15.00 –18.30 Uhr
▪ AM Suisse Geschäftsstelle Zürich, 3. Dezember 2019,
15.00 –18.30 Uhr
Freizeitunfälle fordern Mitarbeitende
Anmeldung unter:
und Führung heraus. Einer von
sieben Mitarbeitenden verunfallt in Amsuisse.ch ➔ Bildung ➔
der Freizeit. Kursprogramm
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 13Prompt zu Ihrer individuellen Versicherungslösung PROMRISK AG
Wir sind der akkreditierte Versicherungsbroker des AM Suisse und beraten und
betreuen die Verbandsmitglieder in Versicherungs- und Vorsorgefragen kompetent,
umfassend und unabhängig seit unserer Gründung im Jahre 2001. Unsere
Spezialisierung auf die Betriebe der Landtechnik, Metallbau und Hufschmiede
garantiert unseren Kunden massgeschneiderte Versicherungslösungen zu fairen
Versicherungsprämien.
Unsere Beratungs- und Betreuungstätigkeiten umfassen:
Analyse der bestehenden betrieblichen Risiken, Betriebsversicherungen
und BVG-Vorsorgelösungen
Erstellen und Einholen von Versicherungsofferten im Rahmen unserer
Verbands-Versicherungslösungen und bei weiteren
Versicherungspartnern
Einfache und verständliche Offertvergleiche als Entscheidungsgrundlage
für den Kunden
Neutrale und unabhängige Beratung und Gesamtbetreuung des
Versicherungsportefeuilles unter Berücksichtigung der finanziellen
Tragbarkeit und der bestehenden Geschäftsbeziehungen des Kunden
Attraktive Prämiensätze und branchenspezifische
Verbands-Versicherungslösungen, gültig nur für AM Suisse Mitglieder
Begleitung des Kunden im Schadenfall. Wir sorgen dafür, dass unsere
Kunden im Dschungel der Versicherungsparagraphen zu ihrem Recht
kommen
Sämtliche Versicherungskorrespondenz wird über uns geführt. Wir
überprüfen sämtliche Versicherungsdokumente auf ihre Korrektheit
Wir entlasten den Kunden ganzjährig in der Versicherungsadministration
und bei der Verwaltung der Policen
Wir kennen die Bedürfnisse unserer AM Suisse Kunden und deren
beruflichen Risiken
Wir sind der zentrale Ansprechpartner für alle Versicherungsfragen, ein
Kundenbetreuer als Ansprechperson für alle Ihre
VersicherungsbedürfnisseWIR SIND DIE PROMRISK AG
Max Roth Herbert Wild Livio Cedraschi
Geschäftsleiter Mandatsleiter Mandatsleiter
Hanspeter Kaufmann Mario Gmür Gilles Hardegger
Mandatsleiter Mandatsleiter Leiter Innendienst
Hans Joerg Herder David von Mentlen Alen Dervisagic
Kundenadministration Administration Kundenadministration
Weitere Informationen, Beratungen und Offerten:
PROMRISK AG • Dielsdorferstrasse 1 • 8173 Neerach • Tel. 044 851 55 66 • www.promrisk.chInnovationsfreundliche
Unternehmenskultur
als Basis
In der heutigen Zeit stellt sich nicht mehr die Frage,
ob ein Unternehmen ein Innovationsmanagement
braucht oder nicht. Vielmehr steht im Zentrum, das
Innovationsmanagement möglichst effektiv und
sinnvoll umzusetzen.
Sarah Brandenberger
16 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019Beim Innovationsmanagement geht es ▪ In einem KMU braucht das Innovations-
darum, Innovationen systematisch zu management eine Identifikationsperson.
planen, steuern und kontrollieren. Im Ver- Dies ist üblicherweise der/die Innovati-
gleich zur Entwicklung von Innovationen onsmanager/in. Dabei ist nicht mass-
sprich neuen Ideen beschäftigt sich das In- gebend, wie viele Stellenprozente dafür
novationsmanagement mit der Verwertung eingesetzt werden beziehungsweise
der Ideen respektive deren Umsetzung in in welcher hierarchischen Stellung die
wirtschaftlich erfolgreiche Produkte und Person in ihrer ordentlichen Tätigkeit
Dienstleistungen. Dazu werden Auswer- beschäftigt ist. Wichtig ist diese Funk-
tungen von Trends und Technologien tion in einem KMU als Drehscheibe und
eingesetzt sowie Kundenbedürfnisse ana- Motor des Innovationsmanagements.
lysiert. ▪ Ein effektives Innovationsmanagement
braucht Zielsetzungen, welche konse-
3 Fragen an Prof. Kurt Schori, Professur quent verfolgt und überprüft werden. Die
für Unternehmensführung an der PHW Vorstellung, dass kreative Geister sich
Bern in einer ausserbetrieblichen Umgebung Prof. Kurt Schori: «Ein effektives Innovations
irgendwelchen abgehobenen Ideen management braucht Zielsetzungen, welche
konsequent verfolgt und überprüft werden.»
Was ist wichtig beim Innovations widmen, ginge komplett an der Realität
management? vorbei. Deshalb verfügen erfolgreiche
Die Basis für ein erfolgreiches Manage- Innovationsmanager eher über ausser-
ment von Innovation ist eine innovations- ordentliche Durchsetzungsqualitäten als
freundliche Unternehmenskultur. Fehlt über überdurchschnittliche Kreativität.
diese Grundlage, so bleiben Innovations-
strategien, -prozesse oder -strukturen Gibt es besondere Feststellungen zu
ohne die gewünschte Wirkung. KMU?
Ja. Die Erfahrung zeigt, dass Innovati-
Diese Unternehmenskultur kann unter onsmanagement in KMU noch nicht den
Beachtung einiger Positionen stark unter- Stellenwert hat, welcher aufgrund unserer
stützt werden. Dazu gehören: wirtschaftlichen Situation notwendig ist.
▪ Die Würdigung von Innovationen Dafür sind offenbar zwei Ursachen verant-
(materiell und immateriell) wortlich:
▪ Eine ausgeprägte Fehlerkultur ▪ Zahlreiche KMU schätzen die Aus-
▪ Das Fördern von Champions und Quer- wirkung von Innovationsmanagement
denkern nicht korrekt ein. Die Ausgabenseite
▪ Das Fördern der Risikobereitschaft der wird überschätzt, die resultierende
Mitarbeiter Wertschöpfung (Innovationsprämie)
▪ Schaffung von Freiräumen zur Diskus- unterschätzt. Dies führt dazu, dass die
sion von Problemstellungen Einführung eines gesamtheitlichen In-
novationsmanagement nicht ins Auge
Ebenso zentral ist die strategische Veran- gefasst wird. Eine sorgfältige Analyse
kerung von Innovation im Unternehmen. dieser Positionen ist empfehlenswert.
Klare Aussagen/Ziele zum Bereich Inno- ▪ KMU gehen davon aus, dass ihnen die
vation und Engagement seitens der Ge- Fähigkeiten fehlen, ein betriebliches In-
schäftsführung geben den Aktivitäten die novationsmanagement dauerhaft durch-
notwendige Dynamik. zuführen. Dies mag auf den ersten Blick
richtig sein, darf aber kein Hinderungs-
Wie setzt man das Innovations grund sein. Die Grundlagen können
management möglichst effektiv und leicht erlernt werden beziehungsweise
sinnvoll um? in einer Initialphase von aussen gelie-
Ich nenne drei Punkte, welche zu einer fert werden. Nach einer gewissen Phase
effektiven Umsetzung beitragen: agiert das KMU selbstständig und ist in
▪ Das Innovationsmanagement sind dem der Lage, regelmässig Innovationsout-
Unternehmen und dessen Kapazitäten put zu generieren. ●
anzupassen. Ein KMU verfügt über an-
dere Ressourcen und Kapazitäten als
ein Grossunternehmen und organisiert Literaturtipp:
das Innovationsmanagement schlanker «Innovationsmanagement für KMU»
Kurt Schori / Andrea Roch
oder in Kooperation mit einem anderen ISBN-Nr.: 978-3258077499
KMU.
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 17«Ein Wissenstransfer in beide
Richtungen wäre wünschenswert»
Im Interview erläutert Dr. Anina Hille wie der
Wissensaustausch zwischen den Generationen
gefördert werden kann und was die grösste
Herausforderung im Generationenmanagement
ist.
Sarah Brandenberger
Dr. Anina Hille erstaunte die grosse Offenheit zur
Wissensweitergabe und Wissensannahme.
In welchem Bereich sehen Sie die bestätigt sich, dass viele Vorurteile zu und von ihm getragen und kommuniziert
grösste Herausforderung im Generati- Generationen vorhanden sind. Ein Bei- wird – sonst läuft man Gefahr, dass Mass-
onenmanagement? spiel ist, dass ältere Mitarbeitende mit nahmen zu einer Farce verkommen. Einen
In der konkreten Umsetzung. Die über- hohen Kosten assoziiert werden. Zwar Katalog von konkreten Massnahmen und
wiegende Mehrheit der Unternehmen steigen die Sozialversicherungsbeiträge Handlungsempfehlungen publizieren wir
erachtet Generationenmanagement als mit zunehmendem Alter, gleichzeitig sug- diesen Herbst und werden auch eine Tool-
wichtig. Den Hauptnutzen von Generati- gerieren unsere Resultate aber, dass ins- box online stellen, mit der Organisationen
onenmanagement sehen sie darin, dem besondere die älteren Arbeitnehmenden auf ihre Situation zugeschnittene Hand-
demografischen Wandel und Fachkräfte- offen dafür sind, dass der Lohn mit stei- lungsempfehlungen erhalten.
mangel zu begegnen sowie im Vermeiden gendem Alter und gleicher Qualifikation
von Wissensverlust bei Ausscheiden älte- nicht steigen muss. Man sollte also solche Gab es bei den Studienresultaten
rer Mitarbeitenden. Aber in der Umsetzung Assoziationen differenziert betrachten und etwas, das Sie überraschte?
hapert es noch. Beispielsweise ist nur die ich denke, es braucht diesbezüglich eine Ja, verschiedenes. Die grosse Offenheit
Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Sensibilisierung von Arbeitnehmenden wie zur Wissensweitergabe und Wissensan-
Grossunternehmen der Meinung, dass der auch Arbeitgebenden. nahme von Arbeitnehmenden hat mich
Wissenstransfer zwischen den Genera- überrascht. Sie ist eine gute Vorausset-
tionen auch tatsächlich stattfindet – und Wie kann aus Ihrer Sicht der Wissens- zung für einen verbesserten Wissens
wenn, dann eher von älteren zu jünge- austausch zwischen den Generationen transfer zwischen den Generationen und
ren Mitarbeitenden als umgekehrt. Um gefördert werden? stimmt optimistisch, dass dieser auch
dem Fachkräftemangel bestmöglich zu Da gibt es unterschiedliche Ansätze – man vermehrt gelingen wird. Überrascht haben
begegnen und die Arbeitsmarktfähigkeit kann beispielsweise ganz im Kleinen be- mich auch zusätzliche Erkenntnisse der
älterer Personen zu fördern wäre aber ginnen, ohne dass die Massnahme teuer Studie, wie beispielsweise ein Resultat
ein Wissenstransfer in beide Richtungen sein muss. Beispielsweise mittels einer zum Thema Gesundheitsförderung: Ge-
wünschenswert – also auch vermehrt von «Lunch-Lottery», bei der ältere und jün- nerell sind die Arbeitnehmende sehr zu-
jüngeren zu älteren Personen. Die Organi- gere Mitarbeitende zusammengebracht frieden damit und erachten es als nicht
sationen brauchen ein Instrumentarium um werden. Arbeitgeber können aber auch besonders wichtig – sprich, Arbeitgebern
Generationenmanagement umzusetzen. ganz bewusst Strukturen für die inter-ge- würde ich empfehlen hierzu nicht unbe-
nerationelle Zusammenarbeit schaffen. dingt viele weitere Mittel einzusetzen.
Konnten Sie einen spezifischen Hand- Beispiele sind das Bilden von altersge- Vielmehr könnten sie sich auf Themen
lungsbedarf ausmachen? mischten Teams oder Generationen Tan- konzentrieren, welche Arbeitnehmende
Ja, mehrere. Nebst dem oben genannten dems, bei denen eine jüngere Person wichtig finden, gleichzeitig damit aber
ist ein wichtiges Thema «Lebenslanges Mentor und eine ältere Person Mentee unzufrieden sind. Beispiele hierzu sind
Lernen» und «Erhalt der Arbeitsmarktfä- ist. Wichtig scheint mir, dass Arbeitgeber «Work-Life-Balance» bei den Jüngeren
higkeit». Die Auswertungen zeigen, dass hierbei generationenverbindende Gemein- und «Arbeitsplatzsicherheit» bei den Älte-
Arbeitnehmende wie auch Arbeitgeber samkeiten nutzen, um den konstruktiven ren. Für Arbeitgeber kann es eine Chance
die Chancen für ältere Personen auf dem Austausch zwischen den Generationen sein, altersspezifisch auf diese Aspekte
Arbeitsmarkt signifikant schlechter ein- zu fördern. Weiter wichtig ist, dass das einzugehen und damit die Diskrepanzen
schätzen als für jüngere Personen. Auch Thema im Top-Management verankert zu verkleinern. ●
18 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019Generationenmanagement
Wie Unternehmen die Zusammenarbeit verschiede-
ner Generationen fördern und nutzen können,
untersuchte eine Studie der Hochschule Luzern.
HSLU Altersabhängige Unterschiede Auch die Bereitschaft zur Annahme von
Die Umfrageergebnisse zeigen altersab- Wissen ist bei älteren und jüngeren Mit-
hängige Unterschiede betreffend den arbeitenden hoch, wobei diese Feststel-
eigenen Vorstellungen und der Zufrieden- lung wiederum bei älteren Mitarbeitenden
heit mit der eigenen Arbeitssituation. Für leicht ausgeprägter zutrifft als bei jünge-
Rund zwei Drittel der an der Umfrage teil- ältere Arbeitnehmende ist vor allem die ren. Es ist auch eine hohe Bereitschaft
nehmenden Unternehmen fühlen sich vom persönliche Wertschätzung und eine gute zur Zusammenarbeit mit deutlich jünge-
Fachkräftemangel betroffen und erachten Altersvorsorge signifikant wichtiger als für ren oder deutlich älteren Personen fest-
Generationenmanagement als wichtig die jüngeren. Jüngeren Arbeitnehmenden zustellen. Diese Bereitschaft steigt zudem
oder sehr wichtig. Den Hauptnutzen von ist die Rücksichtnahme auf das Privatle- mit zunehmendem Alter. Bemerkenswert
Generationenmanagement sehen die ben und die familiäre Situation signifikant ist, dass trotz der grossen Offenheit zur
Unternehmen darin, den Wissensverlust wichtiger als älteren. inter-generationellen Zusammenarbeit
durch das Ausscheiden älterer Mitarbei- deutlich weniger Arbeitnehmende es als
tenden zu vermeiden. Der direkte und offene Austausch wird von wichtig erachten, dass altersgemischte
97 Prozent der Befragten als wichtig oder Teams gebildet werden (51 Prozent wich-
Wissensaustausch und Zusammen sehr wichtig betrachtet. Die Bereitschaft tig oder sehr wichtig). Die Bildung von
arbeit zwischen den Generationen und die Offenheit für den Wissensaus- solchen Teams erachten ältere Personen
Fast alle der befragten Unternehmen sind tausch zwischen den Generationen ist wichtiger als jüngere. Allen Befragten ist
der Ansicht, dass der Wissenstransfer und bei jüngeren und wie auch älteren Arbeit- die Zusammenarbeit, ein verständnisvol-
die Zusammenarbeit zwischen den Gene- nehmenden hoch. 71Prozent der älteren ler Umgang zwischen Generationen sowie
rationen eine grosse Bedeutung für den Arbeitnehmenden geben an, sehr offen die Vertrauensbeziehung zu Vorgesetzten
Unternehmenserfolg haben. Die Mehrheit zu sein, ihr Wissen an jüngere weiterzu- und Mitarbeitenden sehr wichtig. Dass
ist auch der Meinung, dass dieser im Un- geben. Umgekehrt bezeichnen 65 Prozent das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und
ternehmen stattfindet. Wobei dies eher der Jüngeren ihre Bereitschaft zur Wei- gepflegt wird, ist aber interessanterweise
von älteren zu jüngeren Mitarbeitenden als tergabe von Wissen mit als «sehr offen». deutlich weniger wichtig. ●
von jüngeren zu älteren der Fall ist. Vor
dem Hintergrund des Fachkräftemangels
wäre ein gelingender Wissenstransfer in
beide Richtungen wünschenswert. Hierzu
identifiziert die Studie verschiedene Hand-
lungsfelder, welche in der Praxis vermehrt
angegangen werden könnten. Der Wis-
senstransfer kann beispielsweise durch
altersgemischte Teams oder durch eine
gute Führung und Kommunikation geför-
dert werden.
Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit
der Mitarbeitenden
Eine grosse Mehrheit der analysierten
Unternehmen in der Stichprobe erachtet
es als wichtig, bestehende Mitarbeitende
im Unternehmen zu behalten. Dazu un-
terstützt eine überwiegende Mehrheit der
Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden mittels
verschiedener Entwicklungs- und Weiter-
bildungsmassnahmen und investiert da-
durch in deren Arbeitsmarktfähigkeit. 97 Prozent aller Befragten finden den Austausch zwischen den Generationen wichtig.
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 19Vorfreude auf Kazan: In 50 Tagen startet die Berufsweltmeisterschaft.
WorldSkills:
Überraschungsbesuch
von Bundesrat Guy Parmelin
Spezielle Überraschung während der Vorbereitung
auf die WorldSkills in Kazan. Bundesrat Guy
Parmelin besuchte am letzten Teamweekend in
Neuenburg überraschend die 42 Mitglieder der
Schweizer Berufs-Nationalmannschaft.
SwissSkills
20 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019Landtechniker Christof Röllin und Metallbauer Rémy Mornod werden von Guy Parmelin begrüsst.
Der Countdown läuft: In rund 50 Tagen Beteiligten für deren riesiges Engagement: und die Berufsverbände sowie ihre Exper-
beginnen die WorldSkills in Kazan. Die «Neben der ganzen Delegation sind es ten ermöglicht und begleitet wird. Hinzu
Schweizer Delegation, welche die Schweiz auch die Berufsverbände, die Arbeitgeber kommen, wie zuletzt beim Teamweekend
vom 22. bis 27. August an den Berufs-Welt- und das persönliche Umfeld aller Team- in Magglingen und Neuenburg, Teambuil-
meisterschaften vertreten wird, umfasst mitglieder, die zum Erfolg unserer Mission ding-Massnahmen, sowie die mentale
42 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer in beitragen», so Bundesrat Parmelin weiter. und physische Vorbereitung. Gemeinsam
40 verschiedenen Berufen. Begleitet und haben alle 42 Teilnehmenden, dass sie
unterstützt werden sie unter anderem von Teammotto «Swiss Heart Beats All» mit dem erfolgreichen Abschluss ihrer Be-
43 Expertinnen und Experten und 3 Team- Die spezielle Schweizer Teamfahne, ver- rufslehre die Basis für ein erfolgreiches
leadern. sehen mit dem Teammotto «Swiss Heart Abschneiden an den WorldSkills gelegt
Beats All» und den Handabdrücken des haben.
«Ausgezeichnete Botschafter für die ganzen Teams, erhielt durch den Bundes-
Berufslehre» rat noch einmal zusätzliche Symbolkraft: Abflug am 16. August
Ende Juni hat für das SwissSkills Team das Der Bildungsminister hinterliess seinen Die weitere Agenda sieht wie folgt aus:
vierte und letzte Teamweekend in Mag- eigenen Handabdruck auf der Teamfahne. Am 27. Juli ist bei der Ruag Schweiz AG
glingen und Neuenburg stattgefunden. Am Mit dieser symbolischen Geste und sei- in Emmen der Materialverlad angesetzt –
Samstagvormittag, 29. Juni, absolvierte nem Besuch brachte der Bundesrat seine insgesamt stolze 10 Tonnen werden nach
das ganze Team auf dem Neuenburger- Wertschätzung gegenüber dem ganzen Kazan transportiert.
see als Teambuildings-Massnahme eine SwissSkills Team zum Ausdruck, das im Am 16. August fliegen die Teilnehmenden
Segel-Einheit. Nach dem Mittagessen traf Ausland ein Zeichen für die Schweizer ab Zürich Richtung Kazan los. Bis am 19.
Bundesrat Guy Parmelin zu einem Über- Berufsbildung setzt. Anwesend war auch August halten sie sich im Pre-Camp auf.
raschungsbesuch ein. «Die Schweiz darf Regierungsrätin Monika Maire-Hefti, Erzie- Am 21. und 22. August werden die Wettbe-
stolz auf dieses Team sein. Es besteht aus hungsdirektorin des Kantons Neuenburg. werbsanlage besucht und die Arbeitsplätze
hoch talentierten, leidenschaftlichen und eingerichtet.
motivierten jungen Berufsleuten, die durch Vorbereitung wie Spitzensportler
ihren ausserordentlichen Einsatz ausge- Das Vorbereitungsprogramm für die Teil- Die Opening Ceremony der WorldSkills
zeichnete Botschafter für die Berufslehre nehmenden der WorldSkills ist sehr inten- findet am 22. August statt. Der Wettbe-
und den Werkplatz Schweiz sind», sagte siv und vergleichbar mit der Vorbereitung werb dauert vom 23. bis 26. August. Sie-
der Vorsteher des Eidgenössisches De- eines Spitzensportlers auf einen Grossan- gerehrung und Schlussfeier erfolgen am
partements für Wirtschaft, Bildung und lass. Dazu gehören 500 bis 1000 Stunden 27. August. Nach der Heimreise ist am 29.
Forschung WBF. Er bedankte sich dabei berufsbezogenes Vorbereitungstraining, August in der Ruebisbachhalle Kloten der
beim Team, aber auch bei allen anderen das in der Regel durch die Arbeitgeber Welcome Event angesagt. ●
AM SUISSE | Bulletin | 7/2019 21SIPIZ AG per 1. Juli 2019
gestartet
Per 1. Juli 2019 hat der branchenübergreifende liche Zusammenarbeit bei der Übernahme
Trägerverein SIPIZ als Initiative der Wirtschaft schafft eine gute Ausgangslage, um die
SIPIZ AG zum Erfolg zu führen.
sämtliche Tätigkeiten der VKF ZIP AG im Bereich Das Angebot umfasst wie bisher Prüfun-
Prüfen, Zertifizieren und Inspizieren von Brand- gen, Inspektion und Zertifizierung. Für
schutzprodukten übernommen und führt sie nahtlos Prüfungen wird in einem ersten Schritt
bestehende Prüfinfrastruktur genutzt. Der
weiter. Die Wirtschaft profitiert weiterhin von einer
Anstoss zum weiteren Aufbau von Prüfin-
unabhängigen Schweizer Lösung. frastruktur ist gemacht. Erste Aufträge für
Prüfungen sind bereits eingegangen.
Der Angebots-Schwerpunkt der SIPIZ liegt
im Bereich Brandschutz. Daneben sollen
Trägerverein SIPIZ im SIPIZ-Tätigkeitsportfolio auch weitere
Zertifizierungs- und Inspektionstätigkeiten
als Dienstleistungen für Produkte der be-
Der gelungene Neustart unter der Ägide zu entwickeln. Später bot die VKF an, teiligten Branchen möglich sein.
des Trägervereins SIPIZ (Schweizeri- nicht nur Prüfungen, sondern auch die Der dreiköpfige Verwaltungsrat ist einst-
sches Institut für Prüfung, Inspektion und dazu gehörenden Inspektions- und Zerti- weilen mit den aktiven Mitgliedern des
Zertifizierung) öffnet einen Ausweg aus fizierungs-Dienstleistungen an eine neue Trägervereins besetzt, er gewährleistet die
einer drohenden Sackgasse für baunahe Trägerschaft zu übergeben. zielgerichtete Weiterführung der Aufbau-
Schweizer KMU. In der Arbeitsgruppe vertreten waren die arbeit. Geschäftsführer ist Rolf Honegger,
Diese sahen sich letztes Jahr vor die Si- Schweizerische Zentrale Fenster und der als ehemaliger Leiter der Türenfabrik
tuation gestellt, dass es für ihre Produkte Fassaden SZFF, Lignum – Holzwirtschaft Safenwil aufgrund seines reichen Erfah-
bald keine Feuerwiderstandsprüfungen im Schweiz, Metaltec Suisse als Fachver- rungsschatzes hinsichtlich Zertifizierung,
Inland mehr geben sollte. Die alleinige An- band des Metallbaus, die Berner Fach- Prüfung und Inspektion sowie als Unter-
bieterin VKF ZIP AG, eine hundertprozen- hochschule Architektur, Holz und Bau nehmerpersönlichkeit beste Voraussetzun-
tige Tochtergesellschaft der Vereinigung BFH-AHB, der Verband Schweizerische gen für diese Aufgabe mitbringt. Er verfügt
Kantonaler Feuerversicherungen VKF, Türenbranche VST und der Verband über ein fachlich bestens ausgewiesenes
hatte den Rückzug aus diesem Geschäft Schweizerischer Schreinermeister und Team.
per Ende Juni 2019 beschlossen. Möbelfabrikanten VSSM. Ziel war, zusam- Der Verein SIPIZ zählt derzeit rund 35
men mit Unternehmen und Hochschulen Mitglieder aus den Branchen Holz, Metall
Metall- und Holzbranche finden sich eine breit abgestützte neue Trägerschaft und weiteren Sektoren. Die breite Mitträ-
Aufgrund der Konsequenzen, die sich für Feuerwiderstandsprüfungen, aber auch gerschaft über Branchengrenzen hinweg
durch die künftig fehlende Prüfmöglichkeit Inspektionen und Zertifizierungen in der ist ein Novum und wird längerfristig Sta-
in der Schweiz ergeben könnten, suchten Schweiz zu bilden. Diese hat sich in Form bilität schaffen. Die Organisation sucht im
die stark betroffenen Branchen Holz und des am 9. April 2019 in Olten gegründeten Interesse einer möglichst umfassenden
Metall ab Oktober 2018 in einer Arbeits- Trägervereins SIPIZ konstituiert. Verankerung weitere Mitglieder. Die Mit-
gruppe mit Unterstützung des Bundes- gliedschaft steht interessierten Unterneh-
amtes für Bauten und Logistik BBL den Professionelles Team an der Arbeit men und Organisationen aller Branchen
Schulterschluss, um für künftige Brand- Die bisherige VKF ZIP AG tritt seit dem mit Bezug zum Vereinszweck offen.
schutzprüfungen eine tragfähige Lösung 1. Juli als SIPIZ AG auf. Die partnerschaft-
Weitere Informationen:
Für Fragen stehen folgende Ansprechper-
sonen zur Verfügung:
▪ Rolf Honegger, Geschäftsführer SIPIZ
SIPIZ AG, 079 255 51 72
«Schweizerisches Institut für Prüfung, Inspektion und Zertifizierung» ist eine branchenübergreifende ▪M arkus Stebler, Präsident SIPIZ AG, 079
Allianz von Verbänden, Institutionen und Firmen. Der Verein wurde am 9. April 2019 in Olten gegründet
und zählt derzeit rund 35 Mitglieder aus den Branchen Holz, Metall und weiteren Sektoren. Er erbringt ein 653 78 70
unabhängiges Angebot zur Prüfung, Zertifizierung und Inspektion von Bauprodukten mit Schwerpunkt im www.sipiz.ch ●
Brandschutz auf dem Werkplatz Schweiz.
22 AM SUISSE | Bulletin | 7/2019Sie können auch lesen