DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung - Geschäftsbericht 2017 - ERSTE Stiftung
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Treffpunkt für Menschen aus ganz Europa
S
ie halten den Geschäftsbericht der ERSTE Stif- ziale Innovation, auf die Bewahrung eines demo-
tung für das Jahr 2017 in Händen. Er sieht in kratischen Europas gerade in der Region, in der
vielerlei Hinsicht anders aus als die Berichte der wir arbeiten, und auf die Stärkung von unabhängi-
Vorjahre. Das liegt nicht nur am aufgefrischten Logo, gem, kritischem Denken. Wir kooperieren lokal mit
das nun schlichter und präsenter wirkt. Die neue visu- anderen österreichischen Sparkassenstiftungen,
elle Gestaltung mit ineinanderfließenden Farbflächen ermöglichen öffentliche, zivilgesellschaftliche
vermittelt außerdem, dass die ERSTE Stiftung nicht Debatten in Wien und stärken weiterhin zeitge-
mehr als klassische Förderstiftung in eng begrenzten nössische Kulturproduktion. Außerdem haben wir
Programmfeldern operiert, sondern die Herausforde- mit dem Online-Magazin erstestiftung.org 2017
Bernhard Spalt
rungen der Gegenwart mit flexiblen, interdisziplinären ein Forum geschaffen, das Ideen und Statements
Ansätzen angeht. aus der Zivilgesellschaft Zentral- und Osteuropas
einen gemeinsamen und unabhängigen Raum und
In dieser Publikation finden Sie die Entwicklung der Resonanzboden gibt.
finanziellen Beteiligungen der ERSTE Stiftung an der
Erste Group, ihre Kernprojekte und Aktionsfelder so- Die finanzielle Situation der ERSTE Stiftung hat
wie das Team und die Gremien, die Entscheidungen sich im letzten Jahr erfreulicherweise weiter kon-
treffen. Informative Beiträge zu gesellschaftlichen und solidiert. Die wirtschaftliche Beteiligung der ERS-
kulturellen Entwicklungen in Zentral-, Ost- und Süd- TE Stiftung an der Erste Group Bank AG liegt bei
osteuropa, die sich aus den Inhalten der zahlreichen 11,15 %. Als Kernaktionärin führt die ERSTE Stiftung
Projekte der ERSTE Stiftung ergeben, sind in einem außerdem eine Gruppe von Aktionären an, die als
Boris Marte
Magazin enthalten, dem dieser Bericht beigelegt ist. Syndikat knapp unter 30 % der Anteile an der Erste
Diese neue Gliederung spiegelt den Umbruch und die Group Bank AG hält. Wir wollen die Rolle der ERS-
neue Arbeitsweise wider, die die Stiftung in diesem TE Stiftung als Haupteigentümerin einer der größ-
Jahr vollzogen bzw. eingeführt hat. ten Retail-Banken Zentral- und Osteuropas auch
künftig beibehalten.
Für die Organisationen, mit denen wir zusammen-
arbeiten, sehen wir uns als starke Partnerin und Im- Die ERSTE Stiftung ist in ihren neuen Räumlichkei-
pulsgeberin: Einerseits ist die ERSTE Stiftung als ten am Erste Campus in Wien zu einem Treffpunkt
Hauptaktionärin einer der größten Retail-Banken der für Menschen aus ganz Europa geworden, die sich
Region eine verlässliche Institution für mittelfristige Gedanken machen über unser Zusammenleben
Zusammenarbeit; andererseits sind wir inhaltlich mit und unsere Kultur, über sozialen Zusammenhalt
unserer Expertise und unserem Netzwerk in den Dis- Franz Portisch und demokratische Werte, über das Schicksal
kursen der Zivilgesellschaft verankert und wollen sie Europas besonders im Angesicht der neuen Ost-
verstärken. 2017 haben wir die zentralen Themen, an denen wir künftig West-Spaltung. Am meisten beschäftigt hat uns die Verantwortung,
arbeiten wollen, in strategischen Working Tables am großen Tisch in der die jede/r Einzelne von uns, aber auch ein Unternehmen, eine zivilge-
ERSTE Stiftung mit Partnern, Fachleuten und KollegInnen besprochen. sellschaftliche Organisation und nicht zuletzt der Staat für die künftige
Wir werden diese intensiven Arbeitsgespräche auch in den kommenden Entwicklung unserer Gesellschaft trägt. Gerade heute ist es wichtiger
Jahren weiterführen, um die Stoßrichtung unserer Arbeit immer wieder denn je, Formen der Verständigung über Fragen zu unserer Zukunft zu
neu an gegenwärtige Entwicklungen anzupassen. finden.
Unser Augenmerk wollen wir stärker auf Fragestellungen richten, zu Wir freuen uns auf weitere spannende Begegnungen und Gespräche
denen wir einen echten Beitrag leisten können. Aktuell vor allem auf so- mit Ihnen in der ERSTE Stiftung.
Bernhard Spalt Boris Marte Franz Portisch
Vorsitzender des stv. Vorsitzender des Vorstandsmitglied
Vorstandes Vorstandes
Rolle der Stiftung als Kernaktionärin auf Dauer gestärkt
D
as Jahr 2017 war für die ERSTE Im Namen des gesamten Aufsichtsrates bedanke ich mich herzlich bei
Stiftung ein erfreuliches. Im Ge- allen MitarbeiterInnen der ERSTE Stiftung für die geleistete Arbeit im
schäftsjahr 2016 erzielte die Ers- vergangenen Jahr.
te Group einen Jahresüberschuss von
EUR 1,26 Mrd. Dies ermöglichte ihr, die
Dividendenausschüttung 2017 gegen-
über dem Vorjahr auf EUR 1,00 pro Ak-
tie zu verdoppeln. So konnte die ERS-
TE Stiftung als Hauptaktionärin der
Georg Winckler
Erste Group ihre Dividendenerträge im
Vorsitzender des Aufsichtsrates
vergangenen Jahr signifikant erhöhen.
Dadurch waren 2017 erneut Förderun-
Georg Winckler
gen für die Projekte der ERSTE Stif-
Vorsitzender des tung in den Themenfeldern soziale In-
Aufsichtsrates der novation, Zukunft Europas und Kultur Mitglieder des Aufsichtsrates
ERSTE Stiftung aus den operativen Erträgen möglich.
Georg Winckler (Vorsitzender)
Seit einigen Jahren wird die ERSTE Stiftung außerdem in ihrer Rolle Johanna Rachinger (stv. Vorsitzende)
als Kernaktionärin durch mehrere Syndikatsverträge mit anderen Ak- Bettina Breiteneder
tionären gestärkt. Diese Gruppe von Aktionären unter der Führung der Ilse Fetik
ERSTE Stiftung besteht aus der überwiegenden Anzahl der österrei- Maximilian Hardegg
chischen Sparkassen, zahlreichen Sparkassenstiftungen und Anteilsver- Barbara Pichler
waltungssparkassen, der CaixaBank S. A. und dem Wiener Städtische Peter Pichler
Wechselseitiger Versicherungsverein – Vermögensverwaltung. Somit Markus Trauttmansdorff
kann sich eine der größten Retail-Banken Zentral- und Osteuropas auf Manfred Wimmer
eine solide Eigentümerstruktur stützen.
2ERSTE Stiftung:
Hauptaktionärin der Erste Group
Die ERSTE Stiftung ist eine Sparkassen-Privatstiftung gemäß österreichischem Sparkassengesetz.
Entsprechend ihrer Stiftungserklärung hat sie gleichzeitig zwei Funktionen zu erfüllen: dem Gemeinwohl
zu dienen und eine dauerhafte Beteiligung an der Erste Group Bank AG zu halten.
Institutionelle und
private Investoren ERSTE Stiftung**
international 11,2 %
11,2 %
Sparkassen**
BlackRock Inc.
4,8 %
5,0 %
Syndiziert**
3,8 %
CaixaBank**
9,9 %
MitarbeiterInnen
0,7 % * Stand 31. 12. 2017
** Die ERSTE Stiftung kontrolliert insgesamt 29,5 % der Aktien
Private Investoren hinsichtlich der Stimmrechte bei Aufsichtsratswahlen der Erste
5,1 % Group Bank AG (inklusive 18,5 % aus den Anteilen der CaixaBank,
Institutionelle der Sparkassen und Sparkassen-Privatstiftungen sowie des Wiener
Städtische Wechselseitiger Versicherungsverein) und ist mit 11,15 %
Investoren
wirtschaftlich an der Erste Group Bank AG beteiligt.
48,3 %
Signifikante Erhöhung der Dividendenerträge
Um dem Gemeinwohl zu dienen, soll die ERSTE Stiftung Teile ihrer Divi- reichischen Sparkassen, zahlreichen Sparkassenstiftungen und Anteils-
dende aus der Beteiligung an der Erste Group Bank AG („Erste Group“) verwaltungssparkassen (zusammen die „Sparkassengruppe“), der Cai-
in gemeinnützige Projekte investieren. Die Höhe der Dividende wird jähr- xaBank S. A. und dem Mehrheitsaktionär der Vienna Insurance Group,
lich vom Vorstand der Erste Group vorgeschlagen und von der Haupt- Wiener Städtische Wechselseitiger Versicherungsverein – Vermögens-
versammlung der AktionärInnen beschlossen. Im Jahr 2016 erzielte die verwaltung. Durch diese Vereinbarungen ist die ERSTE Stiftung berech-
Erste Group einen Jahresüberschuss von EUR 1,26 Mrd., was ihr ermög- tigt, das Stimmverhalten der Vertragspartner bei Aufsichtsratswahlen
lichte, die Dividende gegenüber dem Vorjahr auf EUR 1,00/Aktie zu ver- zu bestimmen. Die Vereinbarung zwischen CaixaBank S. A. und ERSTE
doppeln. Stiftung sieht zudem das Recht der CaixaBank S. A. vor (die mit 9,9 %
an der Erste Group Bank AG beteiligt ist), zwei Mitglieder des Aufsichts-
Dadurch waren erneut Zuwendungen an die Begünstigten aus den ope- rates der Erste Group Bank AG zu nominieren. Die Sparkassengruppe,
rativen Erträgen der ERSTE Stiftung möglich. Zu den Begünstigten, die die gemeinsam einen syndizierten Anteil von 5,2 % hält, hat das Recht,
Zuwendungen der Stiftung erhalten dürfen, gehören ausschließlich ge- ein Mitglied des Aufsichtsrates der Erste Group Bank AG zu nominieren.
meinnützige, mildtätige und kirchliche Organisationen, nicht aber Ein-
zelpersonen oder kommerzielle Unternehmen. Die von der ERSTE Stif- Die Erste Group hat dank dieser Vereinbarungen eine stabile Gruppe
tung initiierten und mitentwickelten Projekte werden daher immer mit von Aktionären, die knapp unter 30 % der Anteile hält. Somit kann sich
Partnern durchgeführt oder haben Begünstigte, die diesem Kreis zuge- eine der größten Retail-Banken Zentral- und Osteuropas auf eine solide
hörig sind. Eigentümerstruktur stützen. Die ERSTE Stiftung hat in der Vergangen-
heit die Erste Group bei ihren regionalen und überregionalen Investitio-
Rolle der ERSTE Stiftung als Kernaktionärin auf Dauer gestärkt nen unterstützt und dafür wiederholt an Kapitalerhöhungen der Erste
Gemäß Stiftungserklärung soll die ERSTE Stiftung dauerhaft und quali- Group teilgenommen. Dafür wurden Verbindlichkeiten aufgenommen.
fiziert an der Erste Group beteiligt sein. In dieser Rolle wurde die ERSTE Diese konnte die ERSTE Stiftung in den letzten Jahren beträchtlich re-
Stiftung durch Unterzeichnung mehrerer Syndikatsvertrage mit anderen duzieren. Aktuell beträgt der Schuldenstand der ERSTE Stiftung rund
Aktionären gestärkt. Diese Gruppe von Aktionären unter der Führung EUR 286 Mio. Die wirtschaftliche Beteiligung der ERSTE Stiftung an der
der ERSTE Stiftung besteht aus der überwiegenden Anzahl der öster- Erste Group Bank AG liegt nunmehr bei 11,15 %.
Erfolgreich im 20. Börsenjahr
Am 4. 12. 2017 jährte sich der Börsengang der Erste Group an der Wie- 150
ner Börse zum 20. Mal. Die Erste Group entwickelte sich nicht nur von
einer österreichischen Bank zu einer der führenden Finanzinstitutionen
in Zentral- und Osteuropa, sondern blickt ebenso auf eine erfolgreiche,
teils auch volatile, Entwicklung des Aktienkurses zurück. Ihren Höchst-
stand erreichte sie mit EUR 61,5 im April 2007. Infolge der Finanzkrise
lag der tiefste Aktienkurs ihrer Geschichte im Februar 2009 bei EUR
7,0. Seither hat sich der Aktienkurs der Erste Group durch konsequente
Umsetzung ihrer Strategie mehr als verfünffacht.
Im abgelaufenen Jahr konnte die Erste Group-Aktie ihre stärkere Ent- 100
wicklung gegenüber dem Dow Jones Euro Stoxx Banks Index im Jah-
resverlauf ausbauen. Der Jahrestiefstkurs der Erste Group-Aktie lag
am 28. 2. 2017 bei EUR 27,46, der Jahreshöchstkurs am 20. 10. 2017
Erste Group-Aktie
bei EUR 37,99. Mit einem Schlusskurs von EUR 36,105 zum Ultimo 2017
beendete die Aktie das Börsenjahr mit einem Zuwachs von 29,8 %. Im Austrian Traded Index (ATX)
Vergleich dazu beendete der europäische Bankenindex den Beobach- DJ Euro Stoxx Banks
tungszeitraum mit einem Anstieg von 10,9 %. Das Hauptaugenmerk der
Analysten und Investoren lag im abgelaufenen Jahr neben der guten Ge- 50
schäftsentwicklung auf dem Kreditwachstum, den niedrigen Risikokos-
ten, der Entwicklung der Betriebserträge sowie der Kapitalausstattung. 1. 1. 2017 31. 12 2017
3ERSTE Foundation NGO Academy, Social Innovation and Management Programme 2017
Soziale Innovation
Impulse setzen durch sozialunternehmerische
Ansätze und digitale Lösungen
Soziale Ungleichheit, fortschreitende Entsolidarisierung und Digitalisierung sind aktuelle Herausforderungen
für unsere Gesellschaft. Altbekannte politische und ökonomische Strategien und Modelle greifen vielfach nicht
mehr. Daher richtet die ERSTE Stiftung einen Fokus auf soziale Innovation. Wir unterstützen die Entfaltung
kreativer und unternehmerischer Potenziale zur Schaffung neuer wirkungsvoller Impulse und innovativer
Lösungen für relevante gesellschaftliche Probleme. Wir brauchen dafür eine starke Zivilgesellschaft, welche die
Unabhängigkeit und Ressourcen hat, Neues zu schaffen.
D
ie ERSTE Stiftung ist ihr enger Partner in diesem Transformations- tral and Eastern Europe: Challenges and Opportunities. 27 AutorInnen
prozess. Wir schaffen ein breites Bewusstsein für soziales Unter- analysieren hier die Situation in 16 Ländern in Zentral- und Osteuropa:
nehmertum und stärken die Innovationsfähigkeit von zivilgesell- Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, dem Kosovo, Kroatien,
schaftlichen AkteurInnen. Wir unterstützen digitale Innovationen in ihrer Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Österreich, Polen, Rumänien, der
Inkubation. Wir entwickeln neue Methoden zur Stärkung von benachtei- Slowakischen Republik, Slowenien, Serbien, der Tschechischen Repub-
ligten Communitys über sozialunternehmerische Ansätze und skalieren lik und Ungarn.
diese zielgruppenübergreifend. Wir helfen zivilgesellschaftlichen Organi-
sationen durch die Stärkung ihrer Organisationsstrukturen und Manage-
Größtes Management-Capacity-Building-Programm für
mentkompetenzen. Und wir ermöglichen über den Zugang zu Finanzins- zivilgesellschaftliche Organisationen in Zentral- und Osteuropa
trumenten und Finanzbildung die Teilhabe an einem ökonomischen und
selbstbestimmten Leben als Schlüssel zu finanzieller Inklusion. ·4 0 Veranstaltungen pro Jahr
(Fortbildungen, Trainings, Workshops, Seminare)
· 120 Vortragende und ExpertInnen
· 400 teilnehmende Organisationen
ERSTE Foundation NGO Academy · 1.000 teilnehmende Personen
· 4.500 Teilnehmertage
Die ERSTE Foundation NGO Academy wurde 2013 mit dem Ziel gegrün-
det, den zivilgesellschaftlichen Sektor in Zentral- und Südosteuropa
durch Bildungsangebote zu stärken. Sie bietet eine Reihe von hochwer-
Auswirkungen auf die TeilnehmerInnen am Social Innovation and
tigen Programmen zur Stärkung von Organisationsstrukturen und Ma-
Management Programme nach einem Jahr
nagementkompetenz speziell für Führungskräfte und MitarbeiterInnen
von NGOs. Diese werden in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum · 90 % „Wir haben neue Projekte wegen des Programms initialisiert.“
für Non-Profit-Organisationen und Social Entrepreneurship der Wirt- · 55–75 % der Kursprojekte werden umgesetzt
schaftsuniversität Wien (WU Wien) umgesetzt: das Social Innovation · 90 – 100 % der TeilnehmerInnen sind noch miteinander in Kontakt
and Management Programme für Führungskräfte von NGOs sowie das · 50 % sind noch in Kontakt mit der Fakultät
Regional Programme mit starker lokaler Ausrichtung, das in bis zu sie- · 40 % haben in einem professionellen Kontext zusammengearbeitet
ben Sprachen angeboten wird. Von zentraler Bedeutung sind hier die (z. B. neues Projekt)
hohe Expertise der Vortragenden, die hohe Qualität der Inhalte und ihre · 65 % haben anderen TeilnehmerInnen im beruflichen Kontext geholfen
Anwendbarkeit in der Praxis sowie der Aufbau internationaler Netzwer- · 95 % wollen zukünftig zusammenarbeiten oder andere Teilnehmer
ke mit Gleichgesinnten und ExpertInnen sowie Einblicke in aktuelle Ent- Innen unterstützen
wicklungen und Trends. · 100 % würden das Programm „sehr weiterempfehlen“
Partner: Wirtschaftsuniversität Wien, Porticus Stiftung, „la caixa“ Bank
2017 haben DozentInnen des Programms außerdem eine Studie zur
Stiftung
Zivilgesellschaft in der Region herausgegeben: Civil Society in Cen-
Weiterführende Informationen und Weblinks auf
unserer Website www.erstestiftung.org/de/soziale-innovation/
4Social Impact Award Austria
Social Impact Award Social Banking / Finanzielle Bildung
Dieser Preis und Inkubator unterstützt junge InnovatorInnen beim Auf- Wir möchten, dass Einzelpersonen, SozialunternehmerInnen und Füh-
bau sozialer Unternehmen, die sich den herausforderndsten Fragen rungskräfte im Non-Profit-Bereich in der Lage und willens sind, ihre fi-
unserer Zeit stellen. Veranstaltungen und Workshops sollen das Be- nanziellen Angelegenheiten zu verstehen, selbstständig zu regeln und
wusstsein für soziales Unternehmertum schärfen, die notwendigen Fä- zu planen. Sie müssen mit finanziellen Schieflagen umgehen und sich
higkeiten vermitteln, um von vagen Absichten zu vielversprechenden wieder von ihnen erholen können. Zusätzlich muss ihnen eine an ihre
Vorhaben zu gelangen, Zugang zu Netzwerken ermöglichen und die Bedürfnisse angepasste Auswahl von Finanzinstrumenten bekannt und
besten Teams mit dem Social Impact Award fördern. zugänglich sein, sie müssen wissen, wo sie Hilfe erhalten, und diese
auch annehmen können.
Es werden neue Möglichkeiten für die nächste Generation von sozia- Mit den sich aus diesen Maßnahmen ergebenden Effekten streben wir
len InnovatorInnen geschaffen. Die Jugend bekommt den nötigen In- einen positiven Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft insge-
put, um ein Sozialunternehmen zu gründen, Feedback von ExpertInnen samt an: Sie schaffen Arbeitsplätze, erhöhen private Investitionen in Ge-
und Gleichgesinnten, eine Vorstellung von sozialem Unternehmertum sundheit und Bildung, bieten mehr Sicherheit und Privatsphäre in Geld-
als potenziellen Karrierepfad sowie Know-how, Inkubation und Seed- angelegenheiten und fördern das Wachstum von Organisationen und
Finanzierung. Das Projekt wird derzeit in Albanien, Bosnien und Herze- die Optimierung von Sozialdienstleistungen. Finanzielle Bildung trägt
gowina, Georgien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Monte- somit zur Reduktion des Armutsrisikos bei sowie zu wirtschaftlichem
negro, Österreich, Rumänien, Russland, der Schweiz, Serbien, der Slo- Wachstum, sozialer Inklusion und Stabilität.
wakischen Republik, Slowenien, der Tschechischen Republik, Tunesien
und Ungarn umgesetzt. Eine weitere Ausdehnung ist geplant. Partner: Erste Group
Social Impact Award 2017 BeeTwo
· 27 Workshops
2 BeeTwo unterstützt digitale soziale Innovation und trägt so zu sozia-
· 172 inkubierte, höchst talentierte Teams ler Inklusion bei. Es ermöglicht benachteiligten Gruppen über digitale
· 791 Projektanträge Lösungen Zugang zum ökonomischen, politischen, sozialen und kultu-
· 55 ausgezeichnete Sozialprojekte (Gewinnerprojekte) rellen Leben. Durch das Zusammenführen von Expertise und Erfahrung
aus dem zivilgesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Be-
Partner: Social Impact Award reich schafft es ein Umfeld, das digitale soziale Innovation fördert und
weiterentwickelt. So kann die Zivilgesellschaft nicht nur verstärkt einen
eigenen Nutzen aus der Digitalisierung ziehen; es werden auch direkt
bei den zivilgesellschaftlichen AkteurInnen digitale, technologische und
wirtschaftliche Kompetenzen aufgebaut und ein Verständnis für soziale
Wirkung und ihre Kommunikation entwickelt.
Partner: BeeTwo
5Demokratiewerkstatt in Montenegro
Die Zukunft Europas und der Demokratie
Initiativen für gesellschaftlichen Zusammenhalt
und rechtsstaatliche Entwicklung
Die Länder Europas und die Europäische Union stehen aktuell vor
großen Herausforderungen. Eine Häufung von Krisen erzeugt bei vielen Menschen
den Eindruck, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt, die wirtschaftliche Stabilität,
ja sogar der Frieden in Gefahr ist.
D
ie Krisen in der Eurozone und der EU, der Aufstieg von Nationalis- gemeinsamen Projekte. Der EFB selbst veröffentlichte fünf umfassende
mus und Populismus, die Migrationskrise, Klientel- und Identitäts- Publikationen und 70 Grundsatzpapiere. Zwei Balkan-Festivals wurden
politik, die sich verstärkenden Spaltungen in Nord-Süd sowie Ost- veranstaltet, Menschen kamen in 15 Sommerschulen und -akademien,
West und das neue Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen bei 21 Road-Shows, 30 internationalen Veranstaltungen, 60 Debatten
bestimmen die Debatten und befeuern die Ängste der EuropäerInnen. Wir und 95 Podiumsdiskussionen zusammen. Von der einzigen in ganz
wollen durch verschiedene Initiativen an der Stärkung der europäischen Südosteuropa ausgestrahlten TV-Show Okruzenje/Vicinities läuft nun
Idee, demokratischer Werte und einer freien Gesellschaft mitwirken. schon die sechste Staffel.
Partner: König-Baudouin-Stiftung, Robert Bosch Stiftung
Ideas for Actors – Europe’s Futures
Wir brauchen Plattformen für ein erneuertes, ein neu zu erfindendes Western Balkans Civil Society Forum
Europa. Mit dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien
und seinen Sozial- und PolitikwissenschaftlerInnen, mit führenden euro- Seit 2016 organisiert der EFB diese Plattform, die seit 2015 einen Bei-
päischen Organisationen und Thinktanks gehen wir einige der zentralen trag zum sogenannten Berlin-Prozess leistet, einer diplomatischen In-
Themen an: Asyl und Migration, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, itiative zur Unterstützung einer künftigen Erweiterung der EU durch
europäische Erweiterung und soziale Inklusion. Wir knüpfen ein Netz- bilaterale Partnerschaften. Die Zivilgesellschaft des westlichen Balkans
werk von wichtigen AkteurInnen der EU, insbesondere zwischen Öster- arbeitet hier an regional relevanten Themen und Politiken und über-
reich, den Ländern der Visegrád 4 und den Ländern Südosteuropas. wacht die Fortschritte bei deren Umsetzung. Jahrestreffen, Workshops
Europe’s Futures hat klare Ziele: eine Europäische Union, die ihre Bürg- und eine Online-Beratungsstelle bieten den Rahmen für ausführliche
erInnen schützt und sicherere Lebensgrundlagen als bisher bietet; in Abstimmungsprozesse. ExpertInnen unterstützen Formulierungen für
der die Mitgliedstaaten die fundamentalen Werte einer demokratischen politische Empfehlungen an die EntscheidungsträgerInnen in der Re-
Ordnung und Rechtsstaatlichkeit verteidigen; und in der Länder wie gion.
Österreich weiterhin die Demokratisierung und Erweiterung der Union
unterstützen. Partner: European Fund for the Balkans
Partner: Institut für die Wissenschaften vom Menschen, Europäische
Stabililtätsinitiative
Demokratiewerkstatt
2008 wurde die Demokratiewerkstatt im österreichischen Parlament
European Fund for the Balkans eingerichtet und schnell zu einem der erfolgreichsten Projekte für
politische Bildung. Junge ÖsterreicherInnen, die ab dem 16. Lebens-
Der European Fund for the Balkans (EFB) ist eine 2007 gegründete jahr wahlberechtigt sind, lernen bereits vorher in Workshops die par-
gemeinsame Initiative europäischer Stiftungen, die Projekte zur Stär- lamentarische Demokratie, parlamentarische Arbeit, Verabschiedung
kung der Demokratie, zur Förderung der europäischen Integration und und Durchsetzung von Gesetzen sowie die Rolle der Medien in einer
zur Bekräftigung der Rolle Südosteuropas bei der Bewältigung der auf- pluralistischen Gesellschaft kennen. Die ERSTE Stiftung griff diese Idee
kommenden Herausforderungen in Europa konzipieren, durchführen auf und gründete 2011 die Demokratiewerkstatt Montenegro, die 2014
und unterstützen. Der EFB bemüht sich um eine kontinuierliche „Euro- vom montenegrinischen Parlament übernommen wurde. Die Demokra-
päisierung“ der Politik und Praktiken der Länder des westlichen Balkans tiewerkstatt Montenegro besuchten bereits über 60.000 Kinder (= 20 %
auf dem Weg zum EU-Beitritt und setzt dabei schwerpunktmäßig auf der Bevölkerung von acht bis 14 Jahre). Seit 2015 entwickeln wir eine
Fortbildung, strategische Entwicklung und regionale Kooperation. Demokratiewerkstatt im Kosovo. Eine Ausdehnung des Projekts auf
weitere Länder Osteuropas ist geplant.
In den letzten zehn Jahren wurden u. a. die Kapazitäten für 56 Thinktanks
geschaffen. Von Fortbildungsmaßnahmen profitierten 115 junge Regie- Partner: Müllers Freunde; Parlament Montenegro und Forum Youth and
rungsbeamtInnen und 203 junge Führungskräfte. 120 Wissenschaftle- Non-formal Education/Forum MNE (erfolgreich abgeschlossen), Parla-
rInnen wurden ebenso gefördert wie 35 Forschungsgruppen und ihre ment Kosovo und NGO Toka
Weiterführende Informationen und Weblinks auf
unserer Website www.erstestiftung.org/zukunft-europa-demokratie/
6Vladimir Kostić berichtete 2017 in seiner investigativen Story im Rahmen des Balkan Fellowship for Journalistic Excellence über dubiose Parteispenden im serbischen Wahlkampf.
Die Sonderstaatsanwaltschaft in Mazedonien (Bild) klärt, anders als in Serbien, ähnliche Fälle auf.
Kritischer Journalismus und freie Medien
Projekte für eine informierte, aufgeklärte Öffentlichkeit
In den letzten Jahren haben sich bei vielen Menschen massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit
und Unabhängigkeit traditioneller Medien eingestellt. Über die Gründe wird kontrovers diskutiert.
O Milena-Jesenská-Stipendien für
ft genannt werden die Möglichkeiten der individuellen Recher-
che in den neuen Medien, die polarisierenden Debatten in den
sozialen Medien, die wirtschaftlichen Interessen von politikna- JournalistInnen
hen Medienkonzernen ohne Qualitätsanspruch und nicht zuletzt die Dif-
famierungen seitens populistischer Gruppierungen und PolitikerInnen Das Stipendium richtet sich an JournalistInnen, die sich intensiver mit
(„Fake News!“). Lange vor diesen Entwicklungen hat die ERSTE Stiftung einem europäischen Kulturthema auseinandersetzen wollen. Es wurde
bereits die Notwendigkeit zur Förderung von kritischem Journalismus vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) sowie von der
erkannt und mit Partnern Stipendienprogramme ins Leben gerufen. In European Cultural Foundation gegründet und wird von Project Syndicate
Zukunft werden wir unsere Aktivitäten jedoch nicht nur auf die Länder und der ERSTE Stiftung unterstützt. Die Namensgeberin Milena Jesenská
Südosteuropas richten, sondern uns verstärkt auch Zentral- und Ost- (1896–1944) war eine herausragende tschechische Journalistin, Schrift-
europa zuwenden. stellerin und Übersetzerin ihrer Zeit, die im Konzentrationslager Ravens-
brück wegen ihres politischen Widerstandes ermordet wurde.
Balkan Fellowship for Journalistic Partner: Institut für die Wissenschaften vom Menschen
Excellence
Das Stipendienprogramm unterstützt seit 2007 investigativen Quali-
Journalismuspreis „von unten“
tätsjournalismus in Südosteuropa. Es wird von der ERSTE Stiftung und
Der Journalismuspreis „von unten“ wurde 2010 in Wien von der Armuts-
den Open Society Foundations in Kooperation mit dem Balkan Investi-
konferenz entwickelt. Er zeichnet jährlich jene JournalistInnen aus, die
gative Reporting Network (BIRN) umgesetzt. Mit dem Programm wird
den vielen Facetten von Armut gerecht werden, Betroffene respektvoll
qualitativ hochwertige Berichterstattung sowie regionales Networking
behandeln, ihre Stimmen hör- und sichtbar machen und Hintergründe
unter JournalistInnen gefördert. Ein Vertiefen ihrer Fertigkeiten und
ausleuchten. Die Jury setzt sich ausschließlich aus Menschen mit Ar-
Kenntnisse, insbesondere über europapolitische Themen, soll zu einer
mutserfahrungen zusammen. Auch deshalb ist die Würdigung für die
gründlicheren Information der südosteuropäischen Öffentlichkeit bei-
ausgezeichneten JournalistInnen etwas Besonderes. Seit 2015 wird mit
tragen. Darüber hinaus soll bei den StipendiatInnen das Interesse an der
Unterstützung der ERSTE Stiftung und des Europäischen Armutsnetz-
Arbeit der Medien in den Nachbarländern geweckt werden.
werkes an einer internationalen Verbreitung des Preises gearbeitet. Der
Journalismuspreis für respektvolle Armutsberichterstattung, der nicht
Jedes Jahr werden zehn erfahrene JournalistInnen aus Albanien, Bosni-
mit einem Preisgeld verbunden ist, wurde inzwischen auch in Ungarn,
en und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Maze-
Kroatien, Finnland und Island verliehen. Großes Interesse zeigen Maze-
donien, Montenegro, Rumänien und Serbien von einer Jury ausgewählt.
donien, Serbien, die Slowakische Republik und Rumänien.
Die besten drei Reportagen werden am Ende gesondert prämiert und –
wie auch weitere Artikel – in zahlreichen Qualitätsmedien veröffentlicht.
Partner: Armutskonferenz (Österreich), Magyar Szegénységellenes Ala-
pítvány (Ungarische Stiftung gegen Armut), Mazedonische Plattform
Partner: Open Society Foundations, Balkan Investigative Reporting Network
gegen Armut, Reteaua Nationala Antisaracie si Incluziune Sociala / RE-
Medienpartner: Der Standard, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung
NASIS (Rumänisches Netzwerk gegen Armut und für soziale Inklusion),
Evropska mreža protiv siromaštva – Srbija (Europäisches Netzwerk
gegen Armut – Serbien), Hrvatska mreža protiv siromštva (Kroatisches
Netzwerk gegen Armut)
Weiterführende Informationen und Weblinks auf
unserer Website www.erstestiftung.org/de/journalismus-und-medien/
7Oben: Everything we see could also be otherwise (My Sweet Little Lamb), London 2017
Unten: My Sweet Little Lamb (Everything we see could also be otherwise), Zagreb 2016–2017
Kontakt
Die Kunstsammlung der Erste Group und ERSTE Stiftung
Kontakt wurde 2004 von der Erste Group als unabhängiger Verein gegründet und
widmet sich den künstlerischen Entwicklungen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa,
die in der jüngsten Kunstgeschichte sowie im öffentlichen Bewusstsein bis zu
diesem Zeitpunkt kaum verankert waren.
E
in internationaler Kunstbeirat bestehend aus Silvia Eiblmayr, Georg
Kontakt. Die Kunstsammlung der Erste Group und ERSTE Stiftung
Schöllhammer, Jiří Ševčík, Branka Stipančić und Adam Szymczyk
ist für die sammlungspolitische Positionierung und den Aufbau Verein zur Förderung der Kunst in Zentral-, Ost- und Südosteuropa
der Sammlung mitverantwortlich. Künstlerische Leitung: Kathrin Rhomberg
Am Belvedere 1, 1100 Wien, Österreich
Als nomadische Sammlung steht Kontakt als Ganzes oder in Teilen für
collection@erstegroup.com, www.kontakt-collection.net
Museen und Ausstellungshäuser weltweit zur Verfügung, um die oftmals
fragile Situation öffentlicher Institutionen zu unterstützen. Mit der wis- Kontakt umfasst 600 Kunstwerke von 107 KünstlerInnen/Künstlergrup-
senschaftlichen Förderung und Initiierung von Publikationen, Künstler- pen. Seit der Gründung erfolgten 2.650 Leihgaben an 161 Institutionen
archiven und Projekten unterschiedlichster Art unterstützt Kontakt eine weltweit.
umfassende Einschreibung der nach wie vor ungenügend erforschten
Kunst Mittel-, Ost- und Südosteuropas in eine globale Kunstgeschichte. Mitglieder des Vereins: Banca Comerciala Romana, Ceská spořitelna,
Erste Bank Kroatien, Erste Bank Ungarn, Erste Group Bank AG, ERSTE
Stiftung, Slovenská sporitel’ňa
Weiterführende Informationen und Weblinks auf
unserer Website www.erstestiftung.org/de/kontakt/
8Paul Chaney: Donetsk Syndrome Diagrammatic, tranzitdisplay Prag, 16. 12. 2016 – 26. 2. 2017
tranzit
Initiativen für zeitgenössische Kunst in Österreich, Rumänien,
der Slowakei, Tschechien und Ungarn
tranzit existiert seit 2002 als Netzwerk mit polyzentrischer Struktur. Ein Kollektiv
unabhängiger lokaler Einheiten kooperiert über verschiedene Grenzen hinweg:
zwischen Nationen, Sprachen, Medien, Mentalitäten und Geschichten.
J
ede der fünf tranzit-Initiativen arbeitet nach eigenen Vorgaben tranzit.org
in einer Vielzahl von lokalen Kontexten und verwendet dabei ver- office@tranzit.org
schiedene Formate und Methoden wie etwa kritische Plattformen,
tranzit.at
Ausstellungen und andere künstlerische Settings (musikalisch, poe-
Georg Schöllhammer
tisch, literarisch, performativ und mehr), Vorträge, Diskussionen, Pu-
c/o Springerin, Museumsplatz 1, 1070 Wien, Österreich
blikationen, Forschung, Vermittlung und nonkonformistische Bildung.
at.tranzit.org, office.at@tranzit.org
In den künstlerischen und intellektuellen Biotopen vor Ort entstehen
durch tranzit tiefgründige Erfahrungen in Bezug auf Kontinuität, auf tranzit.cz
eine Neubewertung der Zeitgeschichte (die hauptsächlich ein Produkt Vít Havránek
der künstlerischen Katharsis der 1960er- und 1970er-Jahre ist). Die Ka- Dittrichova 9, Prag 2, 120 00, Tschechische Republik
nons, Geografien und vorherrschenden Narrative der (Kunst-)Geschich- cz.tranzit.org/en, office.cz@tranzit.org
ten Nachkriegseuropas werden infrage gestellt. tranzit will translokal
vorgehen: Die Initiativen agieren in ständiger Dialektik zwischen lokalen tranzit.hu
und globalen kulturellen Narrativen. tranzits Erfahrung mit selbst orga- Dóra Hegyi
nisierten Aktivitäten in fortschrittlichen Kulturen geht auf die totalitäre Vasas Szakszervezeti Szövetség Székháza, Magdolna utca 5-7., 1086
Gesellschaft der 1970er- und 1980er-Jahre zurück und hat sich über die Budapest, Ungarn hu.tranzit.org/en, office@tranzitinfo.hu
Übergangsperiode und die umfassende Reform aller Schichten der Ge- tranzit.sk
sellschaft in den 1990er-Jahren bis heute fortgesetzt. Judit Angel
Beskydská 12, Bratislava, 811 05, Slowakische Republik
Artist-in-Residence-Programm Q21 / MuseumsQuartier Wien sk.tranzit.org/en, office.sk@tranzit.org
Jedes Jahr von Februar bis November bietet tranzit gemeinsam mit
der ERSTE Stiftung ein Artist-in-Residence-Programm im Wiener Mu- Asociaţia tranzit.ro
seumsQuartier an. Bis zu zehn KünstlerInnen aus Rumänien, der Slowa- ro.tranzit.org/en/, office.ro@tranzit.org
kischen Republik, der Tschechischen Republik und Ungarn haben die tranzit.ro / Bucuresti
Möglichkeit, in der Stadt zu leben und in einem der Studios des Muse- Raluca Voinea
umsQuartiers zu arbeiten. Str. Gazelei nr. 44, cod 040514, sector 4, Bukarest, Rumänien
ro.tranzit.org/en/, raluca.voinea@tranzit.org
Stipendien für KuratorInnen und KünstlerInnen
Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg tranzit.ro / Cluj
Zusammen mit tranzit.cz, tranzit.hu, tranzit.ro und tranzit.sk bietet Attila Tordai-S.
die ERSTE Stiftung jedes Jahr fünf Stipendien für junge KünstlerIn- Str. Sámuel Brassai nr. 5, cod 400104, Cluj-Napoca, Rumänien
nen und fünf Stipendien für aufstrebende KuratorInnen aus Rumä- ro.tranzit.org/en/, attila.tordai@tranzit.org
nien, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik und tranzit.ro / Iași
Ungarn an, die jeweils an einem Kurs ihrer Wahl an der Internationa- Livia Pancu
len Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg teilnehmen können. Str. Al. Lăpușneanu 7–9, cod 700057, Iași, Rumänien
ro.tranzit.org/en/, livia.pancu@tranzit.org
Weiterführende Informationen und Weblinks auf
unserer Website www.erstestiftung.org/de/tranzit/
9Igor Zabel Award for Culture and Theory
Einer der höchstdotierten, renommiertesten Kulturpreise
Der Igor Zabel Award for Culture and Theory würdigt außerordentliche kulturelle Leistungen und wird an
Personen aus dem Kulturbereich verliehen, deren Arbeit das Wissen über die bildende Kunst und Kultur in
Zentral-, Ost- und Südosteuropa international vertieft und erweitert.
K
andidatInnen für den Preis sind internationale KuratorInnen,
Igor Zabel Award for Culture and Theory
KunsthistorikerInnen und TheoretikerInnen, SchriftstellerInnen
oder KritikerInnen, die aus der Region kommen oder in der Re- 2008
gion leben und/oder arbeiten und deren Arbeit sich über Zentral-, Ost- Gewinnerinnen: What, How & for Whom (WHW)
und Südosteuropa erstreckt. Mit einem Preisgeld von insgesamt EUR Stipendien: Fouad Asfour, Erden Kosova, Prelom Kolektiv
76.000 ist er einer der höchstdotierten und renommiertesten Kultur- Jury: Eda Čufer, Josef Dabernig, Charles Esche
preise für die Region.
2010
Der Preis, der zu Ehren des herausragenden slowenischen Kurators und Gewinner: Piotr Piotrowski
Kunsthistorikers Igor Zabel (1958–2005) benannt wurde, ist eine Initia- Stipendien: Maja und Reuben Fowkes, Interdisziplinäres Friedensins-
tive der ERSTE Stiftung und wird gemeinsam mit dem Verein Igor Zabel titut Ljubljana, Raluca Voinea, Daniel Grúň
Association for Culture and Theory alle zwei Jahre verliehen. Der Ver- Jury: Edit András, Chus Martínez, Tadej Pogačar
ein wurde im Februar 2008 in Igor Zabels Heimatstadt Ljubljana von
seiner Frau Mateja Kos Zabel, seinem Vater Bojan Zabel und der ERSTE 2012
Stiftung gegründet. Der Verein möchte die Bedeutung und den anhal- Gewinnerin: Suzana Milevska
tenden Einfluss von Zabels Arbeit hervorheben, um den Austausch von Stipendien: Sabine Hänsgen, Klara Kemp-Welch, European Roma
Wissen und die Vernetzung in der zeitgenössischen bildenden Kunst Cultural Foundation
und Kultur zu fördern. Jury: Alenka Gregorič, Yuri Leiderman, Hanna Wróblewska
2014
Für den Preis kann man sich nicht bewerben. Der Preisträger oder die
Gewinnerin: Ekaterina Degot
Preisträgerin wird von einer internationalen Jury ausgewählt, die von
Stipendien: Karel Císař, Miklavž Komelj, Kirill Medwedew
der ERSTE Stiftung und der Igor Zabel Association ernannt wird. Diese
Jury: Keti Chukhrov, Apolonija Šušteršič, Rainer Fuchs
besteht aus drei Mitgliedern: einem Künstler/einer Künstlerin, einem
Kurator/einer Kuratorin und einem Theoretiker/einer Theoretikerin, 2016
wobei eines der Mitglieder aus Slowenien stammt. Der Gewinner/die Gewinner: Viktor Misiano
Gewinnerin erhält EUR 40.000. Zusätzlich werden drei Stipendien zu Stipendien: Viviana Checchia, Anca Verona Mihuleţ, OFF-Biennale
jeweils EUR 12.000 vergeben. Zwei Stipendien werden von der Jury Budapest
und eines vom Preisträger/von der Preisträgerin vergeben. Jury: Zdenka Badovinac, Vít Havránek, Roman Ondak
Igor Zabel
Igor Zabel (1958–2005) war ein slowenischer Kurator, Schriftsteller
und Kulturtheoretiker, der Zeit seines Lebens in vielen Feldern der
Theorie und Kultur aktiv war – als Philosoph, Autor, Essayist, Kurator
für moderne und zeitgenössische Kunst, Literatur- und Kunstkritiker,
Übersetzer und Vorbild für neue Generationen von KuratorInnen und
KritikerInnen zeitgenössischer Kunst.
Igor Zabel Association for Culture and Theory
Programmdirektorin: Urška Jurman
Trg Prekomorskih brigad 1 (Raum 618), 1000 Ljubljana, Slowenien
Weiterführende Informationen und Weblinks auf info@igorzabel.org www.igorzabel.org
unserer Website www.erstestiftung.org/de/iza/
10Grenzgänger/Grenzdenker 2017: „Rimbauds trunkenes Schiff“. Mit Mircea Cărtărescu, Martin Pollak und Barbi Marković.
Wiener Diskurse
Weil ExpertInnen etwas zu sagen haben
Mehrere Gesprächsreihen und Diskussionsforen bringen hochkarätige Expertise aus Wissenschaft, Politik,
Kultur und Wirtschaft nach Wien. Wir wollen Dialog und Dialektik wieder salonfähig machen.
W Vienna Humanities Festival
ir leben in einer Zeit, in der viele Menschen Fakten nicht mehr
von Fälschungen unterscheiden können. Zusammenhänge
werden in einer globalen Welt immer komplexer, die Möglich-
Jedes Jahr im Herbst versammelt das Vienna Humanities Festival seit
keiten, sich – oft anonym – Informationen zu beschaffen und zu ver-
2016 führende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Kultur zu
teilen, unübersichtlicher. Gedankenaustausch endet immer schneller
einem ebenso konzentrierten wie inspirierenden Gedankenaustausch.
in Rechthaberei. Statt Argumenten werden Likes und Smileys ausge-
Rund 40 Gespräche und Diskussionen verwandeln den Karlsplatz zwei
tauscht. In Wien wollen wir die Kunst des öffentlichen Diskutierens pfle-
Tage lang in einen weiträumigen urbanen Salon. Gesprächsorte waren
gen. Und echte ExpertInnen auf ihrem Gebiet zu Wort kommen lassen.
2017 das Wien Museum, die Technische Universität, die Karlskirche, die
Evangelische Schule und das Radiokulturhaus. Alle Veranstaltungen
Europa im Diskurs sind öffentlich und kostenlos.
Das Festival 2017 hatte das Thema „Revolution!“.
Die Matinée-Reihe Europa im Diskurs bringt führende PolitikerInnen,
WissenschaftlerInnen und Intellektuelle auf die Bühne des Wiener Burg- Zu Gast waren hochkarätige WissenschaftlerInnen, PublizistInnen und
theaters, um über aktuelle Themen von politischer und sozialer Rele- KünstlerInnen aus den Bereichen Geschichte, Philosophie und Kultur-
vanz zu diskutieren. Die besprochenen Themen 2017 reichten vom his- wissenschaften bis hin zu Architektur und Literatur.
torischen Rückblick auf die Revolution von 1917 und ihre Bedeutung für
die Gegenwart und Zukunft über die Wahl des US-Präsidenten Donald Gäste 2017: u.a. Aditya Bharadwaj, Martin Bútora, Scott Carpenter, Holly
Trump und ihre Auswirkungen auf Europa bis zur möglichen Bedrohung Case, Michael Chalupka, Barbara Coudenhove-Kalergi, Ekaterina Degot,
für Demokratie und Rechtsstaat durch Populismus. Diskutiert wurden Elke Delugan-Meissl, Heinz Fischer, Cengiz Günay, Farid Hafez, Angelina
Krisen der europäischen Kultur, der Solidarität und des Wertesystems. Kariakina, Anna Kim, Ivan Krastev, Michael Landau, Raimund Löw, Wolf-
Verantwortung, Zusammenhalt und Zukunft sind Schlüsselbegriffe in gang Maderthaner, Oliver Marchart, Fiston Mwanza Mujila, Jan-Werner
jeder Debatte. Müller, Wolfgang Müller-Funk, Walter Pohl, Martin Pollack, Srđa Popović,
Moishe Postone, Doron Rabinovici, Julya Rabinowich, Shalini Randeria,
DiskussionsteilnehmerInnen 2017: Istvan Rev, Kathrin Röggla, Anton Shekhovtsov, Thomas Schmidinger,
Philipp Blom, Heinz Bude, Michael Bünker, Judy Dempsey, Robert Dorn- Heide Schmidt, Karl Schlögel, Susanne Scholl, Max Schrems, Marci Sho-
helm, Ulrike Guérot, Agnes Heller, Christian Kern, Jim Kolbe, Roger Köp- re, Jon Singerton, Nora Sternfeld, Chris Tedjasukmana, Ilija Trojanow
pel, Ivan Krastev, Jan-Werner Müller, Viola Raheb, Shalini Randeria, Heide und Ivan Vejvoda
Schmidt, Karel Schwarzenberg, Alison Smale, Hans-Christian Ströbele
Eine Veranstaltung des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen,
Partner: Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), Burg- des Wien Museums und von Time to Talk. Die ERSTE Stiftung beteiligt
theater, Der Standard sich an den Veranstaltungskosten.
Medienpartner: W24 und Ö1
Grenzgänger/Grenzdenker
In der Reihe Grenzgänger/Grenzdenker lädt Autor, Journalist und Histo-
riker Martin Pollack AutorInnen aus Osteuropa zum Gespräch ins Kasino
am Schwarzenbergplatz. Einerseits werden die Grundwerte und Ideale
Europas reflektiert und die sich verändernde europäische Landschaft
in literarischen und philosophischen Texten erkundet, andererseits wird
im persönlichen Austausch der Gedanken über Identität und Diversi-
tät jener Raum gegeben, der die „Idee Europa“ abseits von Politik und
Demografie ermöglicht.
Gäste 2017: Adam Michnik, Barbi Marković und Mircea Cărtărescu
Partner: Burgtheater Weiterführende Informationen und Weblinks auf
Medienpartner: Die Presse unserer Website www.erstestiftung.org/de/wiener-diskurse/
11Big Brothers Big Sisters: MentorInnen begleiten junge Menschen als „Starthilfe“ für einen erfolgreichen Lebensweg.
Kooperationen mit Sparkassen und
Sparkassenstiftungen in Österreich
Gemeinsame Initiativen in der Tradition des Sparkassengedankens
Neben der gemeinsamen Bank für Menschen ohne Bank, der Zweite Sparkasse, haben die ERSTE Stiftung und
die österreichischen Sparkassenstiftungen drei weitere Schwerpunkte für ihre Zusammenarbeit gesetzt.
Die 35 Sparkassenstiftungen in ganz Österreich nutzen einen Teil der Dividendenerträge, die sie als
Eigentümerinnen ihrer jeweiligen Sparkasse erhalten, um ihre Region zu fördern, weiterzuentwickeln
und Initiativen von BürgerInnen zu unterstützen. Darüber hinaus engagieren sich auch jene Sparkassen,
die keine Stiftung als Eigentümerin haben, für soziale, kulturelle, ökologische oder infrastrukturelle
Projekte in ihren Gemeinden.
Kooperation der Österreichischen Partner: Österreichischer Sparkassenverband, Privatstiftung Sparkasse
Krems, Privatstiftung Lienzer Sparkasse, Anteilsverwaltung Allgemeine
Sparkassen mit dem Dachverband Hospiz Sparkasse Oberösterreich, Die Kärntner Sparkasse Privatstiftung, Spar-
kasse Poysdorf Privatstiftung, Dornbirner Anteilsverwaltung Sparkasse,
Österreich Privatstiftung Sparkasse Niederösterreich, Sparkasse Imst Privatstif-
tung, Sparkasse Groß-Siegharts Privatstiftung
Seit 2007 kooperieren die Österreichischen Sparkassen mit dem Dach-
verband Hospiz Österreich, um die ehrenamtliche Hospizbegleitung in
Österreich zu fördern. Die Kooperation unterstützt rund 2.300 ehren- Big Brothers Big Sisters Österreich
amtliche HospizbegleiterInnen in sechs Bundesländern bei ihrem Ein-
satz für ein menschenwürdiges Sterben. Die ERSTE Stiftung engagiert
sich insbesondere für die Förderung der ehrenamtlichen Hospizarbeit in Sorgsam ausgewählte und kompetent vorbereitete MentorInnen beglei-
Wien sowie in den Bundesländern Salzburg und Burgenland. Auch der ten junge Menschen in herausfordernden Lebenslagen – als „Starthilfe“
Wiener Hospiz- und Palliativtag findet seit Jahren mit unserer Unter- für einen erfolgreichen Lebensweg und eine selbstbestimmte Zukunft.
stützung statt. Die Broschüre „begleiten bis zuletzt“ für Angehörige Ehrenamtliche MentorInnen sind freundschaftliche WegbegleiterInnen,
kann dank Zuwendungen der ERSTE Stiftung und des Sozialministe- die ihre Zeit schenken. Dabei wird insbesondere auf die optimale Zu-
riums auch in Rumänisch, Ungarisch und Slowakisch erscheinen. sammenstellung der Tandems sowie deren professionelle Begleitung
während des gesamten Tandem-Prozesses großer Wert gelegt. Das
Partner: Dachverband Hospiz Österreich, Erste Group, Österreichischer 1:1-Mentoring bewirkt, dass Selbstvertrauen und Selbstständigkeit ge-
Sparkassenverband steigert sowie neue Bildungschancen eröffnet werden, die soziale Kom-
petenz gefördert wird und vor allem die Kinder und Jugendlichen ler-
nen, Verantwortung für sich und ihr Umfeld zu übernehmen.
zusammen.helfen
Partner: Big Brothers Big Sisters, Österreichischer Sparkassenverband,
Ergänzend zu ihren bestehenden Gemeinwohlaktivitäten gibt es seit Privatstiftung Sparkasse Niederösterreich, Die Kärntner Sparkasse Privat-
2017 eine gemeinsame Initiative der österreichischen Sparkassen und stiftung, Steiermärkische Sparkasse und Sparkasse Pöllau Privatstiftung
Sparkassenstiftungen. zusammen.helfen versucht, österreichweit eine
noch größere Wirkung zum Wohle der Gesellschaft zu erzielen. Die
ERSTE Stiftung, das größte Institut des Sektors, Sparkassen und Spar-
kassenstiftungen agieren gemeinsam, um wirksamer unterstützen zu
können. Regionale Partner – Einzelpersonen genauso wie Unterneh-
men – können sich gemeinsam mit ihrer Sparkasse vor Ort engagieren.
zusammen.helfen fördert den Zusammenhalt auf lokaler und regionaler
Ebene und motiviert Kooperationen.
Alle zwei Jahre steht ein anderes gesellschaftlich bedeutsames Thema
im Blickfeld. 2017/2018 werden innovative Projekte gefördert, die Ju-
gendlichen neue Chancen eröffnen. Eine unabhängige Fachjury wählt
die Projekte aus und Fachleute stehen bei der Umsetzung und Ent-
wicklung der Projekte beratend zur Seite. Projekte können ausschließ-
lich über eine österreichische Sparkasse oder Sparkassenstiftung ein- Weiterführende Informationen und Weblinks auf
unserer Website www.erstestiftung.org/sparkassenkooperationen
gereicht werden.
12Zweite Sparkasse
Die Bank für Menschen ohne Bank
Die Zweite Sparkasse war das erste Projekt der ERSTE Stiftung zur Förderung sozialer
und finanzieller Inklusion. Und sie ist in Österreich das bis dato bekannteste.
Ihr oberstes Ziel: Den KundInnen soll der dauerhafte Wiedereinstieg in geordnete
finanzielle Verhältnisse ermöglicht werden.
S
eit der Gründung der Zweite Sparkasse 2006 wurde rund 15.000 Partnerorganisationen:
Menschen in Österreich geholfen, ihre finanziellen Schwierigkeiten Schuldnerberatungen, Caritas, AhZ – Arbeit hat Zukunft, aktion leben
zu überwinden. KundInnen der Zweite Sparkasse erhalten ein Gi- österreich, Selbsthilfegruppe „Anonyme Spieler“, Arbeiter-Samari-
rokonto mit Bankomatkarte und Zugang zum Online-Banking von Erste ter-Bund Wien, ARGE SOZIAL VILLACH, dialog, Wiener Hilfswerk, In-
Bank und Sparkasse, George, sowie in Zusammenarbeit mit der Wiener terventionsstelle gegen Gewalt in der Familie Wien, itworks Personal-
Städtische Versicherung eine kostenlose Unfallversicherung und eine service, Lighthouse Wien, Stadt Wien MA 40, neunerHAUS, NEUSTART,
Rechtsberatung pro Quartal. Man kann auch ein Sparkonto, einen ge- Österreichisches Rotes Kreuz, PIVA – Projektgruppe Integration von
bührenfreien Bausparvertrag und eine Haushaltsversicherung zu güns- AusländerInnen, Schuldner-Hilfe OÖ, Magistrat Graz – Sozialamt, SOS
tigen Konditionen abschließen. Menschen, die zwar geschäftsfähig sind, Kinderdorf, Soziale Arbeit gGmbH, Spielsuchthilfe, Suchtberatung der
aber mangelnde Kontrolle über ihr Geld haben, bietet die Zweite Spar- Stadt Klagenfurt, Tabea Lebenshilfe, TRENDwerk, VinziDach, Volkshilfe
kasse gemeinsam mit der Schuldnerberatung das „Betreute Konto“ an. Wien, Volkshilfe Beschäftigung, Wiener Berufs-Börse, Jugend am Werk,
Die Zweite Sparkasse hat keine Ertragsziele, sie arbeitet nicht gewinn- BIKU-Treff
orientiert, sondern sie ist dem gemeinwohlorientierten Sparkassenge-
danken verpflichtet. Sie wird ausschließlich von ehrenamtlichen Mit-
arbeiterInnen aus Erste Bank und Sparkassen geführt. Die KundInnen
werden von Partnerorganisationen vermittelt und begleitet.
Die Zweite Sparkasse Filialen
• Gründung und Eröffnung: 2006 Graz Annenstraße 40, 8020 Graz
• Gründungskapital von der ERSTE Stiftung: EUR 5,8 Mio. Innsbruck Kirschentalgasse 10a, 6020 Innsbruck
• Filialen in Österreich: 7 Klagenfurt Fischlstraße 67, 9020 Klagenfurt
• KundInnen seit 2006: rund 15.000 Linz Franckstraße 41, 4020 Linz
• Erfolgreich zu einer anderen Bank gewechselte Kundinnen: über 3.000 Salzburg Rainerstraße 4, 5020 Salzburg
• Ehrenamtliche MitarbeiterInnen: über 300 Villach Moritschstraße 11, 9500 Villach
www.diezweitesparkasse.at Wien Glockengasse 3, 1020 Wien
Weiterführende Informationen und Weblinks auf
unserer Website www.erstestiftung.org/de/zweite-sparkasse/
13ERSTE Stiftung Bibliothek
Der öffentlich zugängliche Wissensfundus der ERSTE Stiftung
Mit Beginn des Jahres 2017 wurde die ERSTE Stiftung Bibliothek am neuen Standort Erste Campus eröffnet.
Die moderne, helle und offene Struktur sowie die einfache Zugänglichkeit haben unsere NutzerInnen überzeugt:
Im Jahr nach der Übersiedlung hat sich die Anzahl eingeschriebener BibliotheksbenützerInnen nahezu
verdoppelt und stieg somit von 270 (Stand: 2016) auf nunmehr 512 NutzerInnen an.
D
as bedeutet, dass sich im ersten Jahr am Erste Campus 242 Insgesamt wurden 2017 etwa 1.200 Medieneinheiten katalogisiert, davon
Personen neu für die Entlehnung angemeldet haben. Im Durch- 446 Neuerwerbungen für die ERSTE Stiftung Bibliothek, 459 Bücher für
schnitt registrieren wir pro Öffnungstag zumindest eine/n neue/n mehrere Erste Bank-Beratungszentren und -Filialen. Der Rest entfällt
Bibliotheksnutzer/in. auf Zeitschriften und die Katalogisierung älterer Bestände. Inhaltliche
600
Schwerpunkte bei den Neuanschaffungen lagen bei den gegenwärtigen
40 % der BibliotheksnutzerInnen kommen aus dem Umfeld von ERSTE politischen Entwicklungen in Europa und der damit verbundenen Gefähr-
Stiftung und Erste Group, beispielsweise Projektpartner und Stipen- dung von Demokratie und Rechtsstaat, bei Debatten zu Populismus, sozi-
diatInnen. 60 % sind LeserInnen ohne unmittelbaren Bezug zu ERSTE alen
450Medien und Verteilungsgerechtigkeit, beim Wandel von Gesellschaft
Stiftung oder Bank, viele neue NutzerInnen kommen aus den angren- und Arbeitswelt durch die Digitalisierung, bei der Zukunft der Finanzwirt-
zenden Wiener Gemeindebezirken Landstraße, Wieden und Favoriten. schaft mit Themen wie Kryptowährungen und Blockchain-Technologie,
bei Social Banking und sozialem Unternehmertum und bei sozialer Inno-
300
Auch die Zahl der Entlehnungen hat sich 2017 deutlich um etwa 50 % vation. Weiters konnten über einen umfangreichen Publikationstausch u.
gesteigert. 1.667 Medieneinheiten zu den Themen der ERSTE Stiftung, a. mit der Biennale von Venedig oder der Kunstgalerie von Bosnien und
also überwiegend Fach- und Sachliteratur sowie wissenschaftliche Lite- Herzegowina wichtige Bereiche in der bildenden Kunst ergänzt werden.
ratur, wurden an zwei Bibliotheksstandorten (ERSTE Stiftung und FLiP 150
– Erste Financial Life Park) ausgeliehen. Intensiv genutzt werden die Dem immer größer werdenden Kreis von NutzerInnen der ERSTE Stiftung
Arbeitsplätze der ERSTE Stiftung Bibliothek auch durch SchülerInnen Bibliothek stehen somit derzeit 11.000 Medieneinheiten zur Ausleihe zur
und StudentInnen, die die Bibliothek als Lernort entdecken. Verfügung.
0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Aktive BenutzerInnen 2010 – 2017 Entlehnte Medien 2008 – 2017
600 1.800
Medien
450 1.350
300 900
150 450
0 0
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
14
1.800
MedienSie können auch lesen