Economic Adviser Macro Research - Die NORD/LB

 
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Economic Adviser
     Macro Research

17. September 2021  Ausgabe Oktober 2021
1 / Economic Adviser  Oktober 2021

Inhalt

                         Special: Materialengpässe – Risiko für Konjunktur und Inflation nimmt zu           2

                         USA: Nach der Konferenz von Jackson Hole                                           4

                         Euroland: Peak PEPP – EZB rekalibriert Anleihekauftempo                             6

                         Deutschland: Knappheiten wirken zunehmend wie Sand im Getriebe                      8

                         Schweiz: Kräftige Wirtschaftserholung im Frühjahr                                  10

                         Japan: Wer folgt auf Yoshihide Suga?                                               11

                         China: Restriktionen, Verunsicherungen führen zu Dynamikeinbußen                   12

                         Großbritannien: Klare Hinweise auf ein deutliches Lohnwachstum                     13

                         Portfoliostrategien: Zinsstrukturkurve Euroland                                    14

                         Portfoliostrategien: Zinsstrukturkurve International – 3-Monats & 12-Monatssicht   15

                         Portfoliostrategien: Aktienmarktstrategie; 3-Monats-, 6-Monats- & 12-Monatssicht   16

                         Übersicht Prognosen                                                                17

                         Ansprechpartner                                                                    18

                         Wichtige Hinweise                                                                  20

Researchportal:
www.nordlb.de/research
Bloomberg:
RESP NRDR
2 / Economic Adviser  Oktober 2021

Special
Materialengpässe – Risiko für Konjunktur und Inflation nimmt zu
Analyst: Christian Lips, Chefvolkswirt

                                  Materialengpässe hemmen Industrieproduktion – Engpässe verfestigen sich
                                  Seit einiger Zeit wirken sich Materialengpässe belastend auf die Produktion in der Industrie
                                  sowie im Bausektor aus. Das bekannteste Beispiel ist sicher die Knappheit von Halbleitern,
                                  worunter insbesondere die Automobilindustrie seit Monaten leidet. Die Engpässe bei Mate-
                                  rialien und Vorprodukten ziehen jedoch längst schon weitere Kreise: Stahl, Metalle, Holz,
                                  Kunststoffe, Harze, Farben und Lacke und verschiedene andere Vorprodukte und Rohstoffe
                                  sind derzeit knapp und die Einstandspreise in der Folge teils erheblich gestiegen. Bereits im
                                  zweiten Quartal gaben in der vierteljährlichen Unternehmensumfrage der EU-Kommission
                                  42% der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und sogar 58% der Hersteller von
                                  Fahrzeugen in Deutschland Material- bzw. Ausrüstungsmängel als produktionshemmend an.
                                  Im dritten Quartal erhöhte sich der Anteil der Unternehmen mit nennenswerten Material-
                                  engpässen im gesamten verarbeitenden Gewerbe gar auf 71% (vgl. Chart), im Automobil-
                                  sektor auf gut 90%. Auch in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Phasen mit derarti-
                                  gen Engpässen, das aktuelle Ausmaß ist im langfristigen Vergleich jedoch absolut einmalig.
                                  Zwar hat sich auch in der gesamten Eurozone der Anteil der betroffenen Unternehmen er-
                                  höht (auf 38%), gut die Hälfte ist hiervon aber allein auf die Situation in Deutschland zurück-
                                  zuführen (Zum Vergleich: Italien 13%, Frankreich 7%). Die Umfrageergebnisse belegen somit
                                  eine erhebliche Zunahme der angebotsseitigen Friktionen vor allem für deutsche Unterneh-
                                  men und über fast alle Branchen hinweg. Die Unternehmen müssen deutlich verlängerte
                                  Produktions- und Lieferzeiten und einen erheblichen Anstieg der Materialpreise hinnehmen.
                                  Trotz der auch im historischen Vergleich prall gefüllten Auftragsbücher bremsen die Lie-
                                  ferengpässe spürbar die Erholung der deutschen Industrieproduktion, die im Gegensatz zu
                                  den Auftragseingängen noch immer nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt ist. Ange-
                                  sichts der inzwischen auf ein Rekordtief gesunkenen Lagerbestände könnten auf kurze Sicht
                                  die Lieferverzögerungen in vielen Branchen sogar noch zunehmen.

                                  Chart: Industrieumfrage – Materialengpässe immer größeres Produktionshemmnis
                                  80     in %

                                  60

                                  40

                                  20

                                   0
                                       1985 1987 1989 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021
                                           Nachfragemangel (DE)   Personalmangel (DE)   Ausrüstungsmangel (DE)   Ausrüstungsmangel (EMU)
                                  Quelle: EU-Kommission, NORD/LB Macro Research
3 / Economic Adviser  Oktober 2021

                       Gründe für die Engpässe vielfältig, Coronakrise aber Hauptursache
                       Zu den Engpässen haben sicher vereinzelt auch zusätzliche Probleme wie Käferbefall und
                       bilaterale Handelsstreitigkeiten (Holz) oder Brände in Fabrikanlagen beigetragen. Die Haupt-
                       ursache für die Friktionen ist jedoch in der Coronakrise zu suchen. Auf den massiven, pan-
                       demiebedingten Nachfrageeinbruch im ersten Halbjahr 2020 haben viele Anbieter reagiert,
                       indem sie ihre Produktion zeitweise gedrosselt und die Produktionskapazitäten herunterge-
                       fahren haben. Mit Öffnung der Wirtschaft setzte dann eine derart rasante Erholung der
                       Nachfrage ein, so dass viele Produzenten überrascht wurden und ihre Kapazitäten nicht
                       schnell genug hochfahren konnten. Bei Halbleitern kam es zudem – ebenfalls als Folge der
                       Pandemie – zu einer deutlichen Nachfrageumleitung, da infolge von vermehrter Telearbeit
                       im Home-Office und Distanzunterricht der IT-Bedarf sprunghaft angestiegen war. Die Lücke
                       wurde so absorbiert, die Wiederbelebung der Nachfrage der Fahrzeughersteller trifft nun
                       jedoch auf ausgeschöpfte Kapazitäten. Kurzfristig ist keine Linderung in Sicht, da der ge-
                       plante Ausbau der Produktionskapazitäten komplex und zeitintensiv ist. Verschärft werden
                       die Engpässe durch Störungen bei den Transportkapazitäten. Durch den nicht synchronen
                       Aufholprozess geriet der in Normalzeiten wohl austarierte globale Containerumlauf aus dem
                       Gleichgewicht. Containerkapazitäten sind häufig nicht dort, wo sie dringend benötigt wer-
                       den. Die Normalisierung verzögert sich immer wieder durch zeitweise Schließungen von Pro-
                       duktionsanlagen und ganzen Häfen (z. B. zur Eindämmung der Deltavariante). Seit dem Be-
                       ginn der Erholungsphase haben sich daher die Seefrachtraten, insbesondere auf den Routen
                       aus Asien in die Vereinigten Staaten sowie nach Europa, massiv erhöht. Erschwerend kommt
                       hinzu, dass die Luftfrachtkapazitäten pandemiebedingt stark gedrosselt wurden.
                       Ausblick: Sand im Getriebe des Aufschwungs und Risiko für zusätzlichen Inflationsdruck
                       Bestand Anfang des Jahres noch die Hoffnung, dass sich die Friktionen durch die Pandemie
                       (Corona-Echoeffekte) zügig auflösen, so deuten jüngste Umfragen auf länger anhaltende Be-
                       lastungen durch Materialengpässe hin. Bis ins Jahr 2022 hinein werden sich die Knappheiten
                       belastend auswirken. In Deutschland wird das Wachstum im laufenden Jahr gut einen Pro-
                       zentpunkt schwächer ausfallen als ohne diese Friktionen zu erwarten gewesen wäre. Im Eu-
                       roraum insgesamt fällt das Gewicht dieses belastenden Effekts deutlich geringer aus. Noch
                       besteht Grund zur Annahme, dass mit einem sukzessiven Auflösen der Friktionen der Nach-
                       fragestau im kommenden Jahr abgearbeitet werden kann und die deutsche Konjunktur zeit-
                       verzögert noch einmal einen Schub erhält. Die jüngsten Unternehmensumfragen belegen
                       eine hervorragende Auftragslage, selten war der Anteil der Unternehmen so niedrig, die ihre
                       Produktion durch eine zu schwache Nachfrage gedämpft sehen. Für 2022 erwarten wir da-
                       her weiterhin ein deutlich kräftigeres Wirtschaftswachstum. Je länger die Knappheiten aber
                       anhalten, desto schwieriger wird es für Unternehmen, den hohen Einstandspreisen auszu-
                       weichen. Die Unternehmen beurteilen ihre Lagerbestände bereits jetzt historisch niedrig.
                       Anhaltende Verspannungen könnten zudem den aktuellen Inflationssorgen neue Nahrung
                       liefern. Zwar ist bislang nur bei vereinzelten Produkten ein erster Effekt durch die Knapphei-
                       ten auch auf Ebene der Verbraucherpreise spürbar und erfahrungsgemäß erfolgt die Wei-
                       tergabe eines Preisdrucks auf den Vorstufen nicht automatisch bis zu den Endverbraucher-
                       preisen. Die Preisbildung hängt auf jeder Stufe von einer ganzen Reihe von Faktoren ab.
                       Allerdings ist das Ausmaß der Knappheiten ohne historisches Beispiel, und die Inflationsrisi-
                       ken dürften mit der Dauer der Materialengpässe tendenziell zunehmen. Und auch der Per-
                       sonalmangel nimmt zumindest in Deutschland bereits wieder spürbar zu. Steigende Löhne,
                       hohe Ersparnisse und aufgestaute Bedürfnisse infolge der Krise könnten die Überwälzungs-
                       möglichkeit höherer Inputpreise erleichtern. Höhere Inflationsrisiken sieht auch die EZB und
                       hat angekündigt, sehr genau die Lohnentwicklung in den kommenden Monaten zu beobach-
                       ten. Die Währungshüter dürften aber vorerst noch auf Zeit spielen und auf eine Auflösung
                       der Friktionen in 2022 setzen.
4 / Economic Adviser  Oktober 2021

USA
Nach der Konferenz von Jackson Hole
Analysten: Tobias Basse // Bernd Krampen

                             Einzelhandel kann unerwartet zulegen
                             Die US-Einzelhandelsumsätze haben im August mit einem Anstieg um immerhin 0,7% M/M
                             auf den ersten Blick sehr positiv überrascht. Die Revisionen an den Juli-Zahlen relativieren
                             dieses optimistische Bild der Lage allerdings partiell. Zudem zeigen die Absatzzahlen in den
                             Autohäusern klar die dämpfenden Effekte des Mangels an Produkten an. Dennoch war der
                             Anstieg der Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze um 2,5% M/M eine erfreuliche Nach-
                             richt. Aufgrund der jüngst gemeldeten Konjunkturdaten haben wir unsere Wachstumsprog-
                             nose für die USA leicht nach oben hin anpassen müssen. Das grundsätzliche Bild der ökono-
                             mischen Lage bleibt aber unverändert. Die US-Wirtschaft präsentiert sich klar gestärkt, stößt
                             nun aber an die Grenzen des Wachstums.

                             Chart: Zinsentwicklung USA
                                  4
                                        in %
                                  3

                                  2

                                  1

                                  0
                                23.09.2016      23.09.2017     23.09.2018      23.09.2019      23.09.2020
                                          UST 2J           UST 5J            UST 10J            Fed Funds Target

                             Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

                             Nach der Konferenz von Jackson Hole
                             Nach der Fed-Konferenz von Jackson Hole und vor der nächsten US-Notenbanksitzung ha-
                             ben hochrangige Offizielle der Zentralbank in ihren Reden zuletzt doch noch einige Hinweise
                             auf die weiteren Pläne des FOMC liefern wollen. Bekanntlich hatte Jerome Powell in
                             Wyoming lediglich extrem dezente Signale in Richtung einer bevorstehenden langsamen
                             Normalisierung der US-Geldpolitik ausgesendet. Einige Marktteilnehmer scheinen offenbar
                             mehr Klartext vom Fed-Chef erwartet zu haben – aber Klartext ist spätestens seit Alan
                             Greenspan eindeutig keine große Stärke der US-Notenbank mehr. In der Tat ist Fed-Speak
                             in den 1990er Jahren eher zum genauen Gegenteil von unmissverständlichen Aussagen ge-
                             worden! In jedem Fall hat Jerome Powell es versäumt, bereits jetzt wenigstens etwas mehr
                             Klarheit zu schaffen. Die Aktienmärkte profitierten von dieser Tatsache und konnten wäh-
                             rend des Auftritts des Fed-Chefs in Wyoming spürbar zulegen – die US-Währung kam dage-
                             gen natürlich unter Druck. Dennoch ist noch im Laufe des Jahres 2021 mit ersten Reduktio-
                             nen der Wertpapierkäufe durch die Fed zu rechnen. Schließlich bewegt sich die Arbeitslo-
                             senquote inzwischen auf die psychologisch wichtige Marke von 5,0% zu. An der Inflations-
                             front scheint der Vormarsch der Konsumentenpreise sich zwar zu verlangsamen, die Jahres-
                             rate der Konsumentenpreise notiert im Juli aber weiterhin bei immerhin noch 5,3%. Eine
                             nachhaltige Verringerung des Preisauftriebs in den USA dürfte sich erst im Jahr 2022 zeigen.
5 / Economic Adviser  Oktober 2021

                       Insofern sollte sich die US-Notenbank schon unter einem gewissen Handlungsdruck sehen.
                       Man wird aber nur sehr vorsichtig agieren wollen – und Leitzinsanhebungen stehen aktuell
                       eindeutig nicht auf der Agenda des FOMC. Diese Tatsache dürfte die kurzfristigen Zinsen in
                       den USA noch für geraume Zeit auf einem sehr niedrigen Niveau verankern.
                       Der US-Dollar und die Fed
                       Auf der US-Währung lastete zwischenzeitlich ein gewisser Abwertungsdruck. Neben dem
                       Auftritt von Jerome Powell auf der Konferenz in Jackson Hole ist in diesem Kontext auch auf
                       recht „hawkishe“ Kommentare einiger EZB-Offizieller zu verweisen. Inzwischen haben sich
                       aber auch US-Notenbanker mit Wortbeiträgen gemeldet. So hat sich Patrick Harker (Phi-
                       ladelphia-Fed) jüngst wieder für einen zügigen Start der Verringerungen der Fed-Wertpa-
                       pierkäufe ausgesprochen. Er will diese geldpolitische Maßnahme der Zentralbank sogar
                       möglichst zeitnahe beenden, um so perspektivisch Spielräume für Leitzinsanhebungen zu
                       erhalten. In jedem Fall spricht das Zinsumfeld noch immer recht klar für die US-Währung.

                       Fundamentalprognosen USA
                                                                          2020                       2021                    2022
                       BIP                                                 -3,4                        6,0                    3,3
                       Privater Konsum                                     -3,8                        5,3                    2,5
                       Öffentlicher Konsum                                  2,0                        2,2                    1,5
                       Investitionen                                       -1,6                        9,5                    7,0
                       Export                                             -13,6                        8,0                    5,0
                       Import                                              -8,9                        6,0                    5,0
                       Inflation                                            1,2                        4,3                    3,2
                       Arbeitslosenquote1                                   8,1                        5,0                    4,2
                       Haushaltssaldo2                                    -15,8                      -11,4                   -7,2
                       Leistungsbilanzsaldo2                               -3,0                       -3,5                   -3,3
                       Veränderung gg. Vj. in %, 1 in % der Erwerbstätigen, 2 in % des BIP

                       Quelle: Feri, NORD/LB Macro Research

                       Quartalsprognosen USA
                                                                   IV/20               I/21          II/21          III/21      IV/21
                       BIP Q/Q ann.                                  4,5                6,3           6,6             6,1        4,1
                       BIP Y/Y                                      -2,3                0,5          12,2             5,9        5,8/
                       Inflation Y/Y                                 1,2                1,9           4,8             5,2        5,2
                       Veränderung in %

                       Quelle: Feri, NORD/LB Macro Research

                       Zinsen und Wechselkurse USA
                                                                     16.09.                   3M             6M                12M
                       Fed Funds Target Rate                          0,25                    0,25           0,25              0,25
                       3M-Satz                                        0,12                    0,20           0,25              0,30
                       10J Treasuries                                 1,34                    1,55           1,65              1,90
                       Spread 10J Bund                                164                     185            205               210
                       EUR in USD                                     1,18                    1,18           1,17              1,16
                       Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research
6 / Economic Adviser  Oktober 2021

Euroland
Peak PEPP – EZB rekalibriert Anleihekauftempo
Analysten: Christian Lips, Chefvolkswirt // Bernd Krampen

                              BIP wächst im Frühjahr um 2,2% Q/Q – Inflationsrate springt im August auf 3,0% Y/Y
                              Noch etwas stärker als zunächst gemeldet hat die ökonomische Aktivität im Euroraum dank
                              niedriger Infektionszahlen und Öffnungen der Wirtschaft im Frühjahr zugelegt. Im II. Quartal
                              ist das preis- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal um
                              2,2% gewachsen. Damit hat sich die Wirtschaft von den coronabedingten Belastungen im
                              Winter vollständig erholt und den Aufholprozess fortgesetzt. Die Jahresrate machte wegen
                              eines Basiseffekts einen großen Sprung auf 14,3% Y/Y. Der private Konsum (+3,7% Q/Q) war
                              der wichtigste Wachstumstreiber. Das Wachstum wäre sogar noch etwas höher ausgefallen,
                              wenn nicht die Industrieproduktion zunehmend durch Lieferengpässe und Knappheiten bei
                              Vorprodukten und Rohstoffen ausgebremst worden wäre. Dieses Problem betrifft vor allem
                              die Volkswirtschaften mit einem hohen industriellen Wertschöpfungsanteil. In Deutschland
                              blieb denn auch das Wachstumstempo mit 1,6% Q/Q hinter den optimistischeren Erwartun-
                              gen zurück. Noch etwas schwächer fiel die Erholung in Frankreich aus (+1,1% Q/Q). Hier
                              machten sich zwar auch die Belastungen für die Industrieproduktion bemerkbar, vor allem
                              litt die französische Wirtschaft im April aber noch unter den Lockdown-Maßnahmen. Zu teils
                              sprunghaften Verbesserungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität kam es vor allem in Süd-
                              europa und Österreich, also in Ländern mit einem hohen Tourismusanteil, sowie erneut in
                              Irland (vgl. Chart). Im Sommer dürfte sich der dynamische Aufholprozess fortgesetzt haben,
                              für 2021 erwarten wir daher eine BIP-Wachstumsrate von gut 5%. Die Inflationsrate hat sich
                              im August deutlich auf 3,0% Y/Y beschleunigt. Für die erhöhten Jahresraten im zweiten Halb-
                              jahr bleiben im Grundsatz die Verzerrungen durch den deutschen MwSt-Effekt und Basisef-
                              fekte ausschlaggebend. Der starke Anstieg von Juli auf August geht auf eine pandemiebe-
                              dingte Verzerrung zurück: Während in einigen Ländern Saisonschlussverkäufe 2020 im Au-
                              gust stattfanden, stellte sich 2021 wieder das übliche Saisonmuster ein – wodurch die Jah-
                              resrate in der Konsequenz im Juli nach unten und im August nach oben verzerrt wurde. Dies
                              belegt auch der unüblich erratische Verlauf der Kernrate (1,6% nach zuvor 0,7% Y/Y).

                              Chart: Kräftige Wirtschaftsbelebung im Frühjahr
                                                    GDP swda, Q/Q in %
                                         Malta
                                      Zypern
                                      Litauen
                                   Frankreich
                                 Deutschland
                                      Belgien
                                   Slowenien
                                     Finnland
                                    Slowakei
                                    Euroland
                              Euroland (ex D)
                                        Italien
                                     Spanien
                                 Niederlande
                                Griechenland
                                   Österreich
                                      Estland
                                     Lettland
                                     Portugal
                                         Irland
                                                  -1,0          0,0      1,0   2,0   3,0   4,0     5,0       6,0       7,0

                              Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

                              EZB nimmt beim PEPP leicht den Fuß vom Gaspedal – Ausrichtung bleibt klar expansiv
                              Auf der Septembersitzung hat der EZB-Rat beschlossen, leicht den Fuß vom Gaspedal zu
                              nehmen. So sieht der Rat für das vierte Quartal einhellig keine Notwendigkeit mehr, zur Si-
                              cherung günstiger Finanzierungskonditionen das Front-Loading beim PEPP fortzusetzen. Im
7 / Economic Adviser  Oktober 2021

                       vierten Quartal wird daher das Tempo der Nettoankäufe verglichen mit den beiden Vorquar-
                       talen wieder etwas zurückgefahren. Auch wenn damit die Falken im Rat einen Teilerfolg für
                       sich verbuchen können, ein Tapering stellt dies sicher noch nicht dar. Ein explizites Volumen
                       wird weiterhin bewusst nicht genannt und der Rat behält sich weiter vor, flexibel auf Mark-
                       tentwicklungen zu reagieren. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach vielmehr von einer
                       „Rekalibrierung“ des PEPP. Damit soll vor allem der Eindruck einer vorzeitigen Festlegung
                       auf einen kontinuierlichen Abbaupfad vermieden werden. Der Peak der Anleihekäufe liegt
                       mit hoher Wahrscheinlichkeit nun hinter uns. Grundsätzliche Aussagen zur Zukunft des PEPP
                       über den März 2022 hinaus dürften gerade auch wegen der Unsicherheit über den weiteren
                       Pandemieverlauf aber erst im Dezember auf die Agenda rücken. Die Ausrichtung bleibt si-
                       cher grundsätzlich expansiv, vor allem ist eine im Vergleich zur Fed aggressivere Vorgehens-
                       weise sehr unwahrscheinlich. Die Einschätzung, dass dem aktuellen Inflationsauftrieb weit-
                       gehend transitorische Effekte zu Grunde liegen, bleibt bestehen, auch wenn die EZB ein ge-
                       stiegenes Risiko eines längeren Aufwärtsdrucks für die Inflation durch angebotsseitige Rest-
                       riktionen sieht. Mögliche Risiken für Zweitrundeneffekte in Form einer Lohnpreisspirale will
                       die EZB genau beobachten. Dass dies nicht das Basisszenario der EZB ist, signalisieren die
                       Inflationsprojektionen für 2022 (1,7%) und 2023 (1,5%). Gemäß Forward Guidance kommt
                       diesen Langfristprognosen eine entscheidende Bedeutung zu. Die Ergebnisse der Septem-
                       bersitzung waren an den Märkten antizipiert worden. Der Anstieg der Kapitalmarktzinsen
                       der vergangenen Tage könnte sich noch etwas fortsetzen, große Sprünge sind bei Bunds
                       vorerst aber nicht zu erwarten. Auf Sicht von sechs Monaten könnten wie 2017 kurzzeitig
                       politische Risiken im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen in den Fokus rücken.

                       Fundamentalprognosen Euroland
                                                                         2020                           2021                      2022
                       BIP                                               -6,5                            5,2                       4,4
                       Privater Konsum                                   -8,0                            3,5                       5,2
                       Öffentlicher Konsum                                1,4                            3,6                       1,5
                       Investitionen                                     -7,5                            5,1                       5,4
                       Außenbeitrag1                                     -0,4                            1,2                      -0,2
                       Inflation                                          0,3                            2,2                       1,8
                       Arbeitslosenquote2                                 7,9                            7,7                       7,1
                       Haushaltssaldo3                                   -7,2                           -7,1                      -3,9
                       Leistungsbilanzsaldo3                              2,2                            2,5                       2,5
                       Veränderung gg. Vj. in %, 1 Wachstumsbeitrag, 2 in % der Erwerbstätigen, 3 in % des BIP

                       Quelle: Feri, NORD/LB Macro Research

                       Quartalsprognosen Euroland
                                                                  IV/20              I/21               II/21            III/21      IV/21
                       BIP sa Q/Q                                  -0,4              -0,3                2,2               2,0        1,1
                       BIP sa Y/Y                                  -4,4              -1,2               14,3               3,5        5,1
                       Inflation Y/Y                               -0,3               1,1                1,8               2,8        3,2
                       Veränderung in %

                       Quelle: Feri, NORD/LB Macro Research

                       Zinsen Euroland
                                                                    16.09.                   3M                   6M                12M
                       Tendersatz EZB                                0,00                    0,00                 0,00              0,00
                       3M-Satz                                      -0,55                   -0,53                -0,53              -0,52
                       10J Bund                                     -0,30                   -0,30                -0,40              -0,20
                       Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research
8 / Economic Adviser  Oktober 2021

Deutschland
Knappheiten wirken zunehmend wie Sand im Getriebe
Analysten: Christian Lips, Chefvolkswirt // Bernd Krampen

                              Deutsche Wirtschaft wächst kräftig in Q2 – Knappheiten bremsen Industrie
                              Die deutsche Wirtschaft hat sich im Frühjahr spürbar von den Belastungen der zweiten
                              Welle im letzten Winter erholen können. Das reale BIP legte saisonbereinigt um 1,6% ge-
                              genüber dem Vorquartal zu, die Jahresrate macht einen großen Sprung auf 9,4% Y/Y. Aller-
                              dings geht dies maßgeblich auf einen Basiseffekt zurück. Der Rücksetzer aus dem ersten
                              Quartal konnte bis zur Jahresmitte jedoch noch nicht ganz wieder aufgeholt werden, obwohl
                              die Voraussetzungen für einen schnelleren Aufholprozess durchaus gegeben waren. Mit
                              rückläufigen Infektionszahlen und dem Ende des Lockdowns haben im Frühjahr vor allem
                              die von der Pandemie besonders betroffenen Sektoren ihre wirtschaftliche Aktivität massiv
                              steigern können. In der Tat trug neben den staatlichen Ausgaben (+1,8% Q/Q) vor allem der
                              wieder anspringende private Konsum (+3,2% Q/Q) zum Wachstum bei. Allerdings wurde die
                              Industrie, genauer gesagt die Produktion im verarbeitenden Gewerbe, durch Liefer- und Ma-
                              terialengpässe sowie gestörte Wertschöpfungsketten ausgebremst. Vor allem im für die
                              deutsche Wirtschaft so wichtigen Fahrzeugbau machten sich Knappheiten negativ bemerk-
                              bar. Nach Angaben des VDA sind Knappheiten bei Halbleitern aktuell der entscheidende
                              Engpassfaktor und somit verantwortlich für die trotz guter Nachfrage nur schleppende Ent-
                              wicklung der Produktionszahlen. Aber auch bei weiteren Vorleistungen und Rohstoffen hält
                              das Knappheitsproblem an und belastet die Unternehmen in der Industrie und im Bausektor,
                              was sich inzwischen auch in teils erheblich gesteigerten Erzeugerpreisen niederschlägt. Die
                              Produktion kann weiterhin nicht mit der zügig angesprungenen Nachfrage mithalten. Ent-
                              sprechend stark wurden in den vergangenen Monaten die Lager geräumt und dennoch klet-
                              terte der Auftragsbestand auf ein neues Rekordhoch. Im Juli lag er bereits 19,8% über dem
                              Vorkrisenniveau. Die Auftragsreichweite beträgt inzwischen durchschnittlich 7,2 Monate,
                              bei den Herstellern von Investitionsgütern sogar 10,0 Monate – Tendenz steigend.

                              Chart: Konjunkturerwartungen seit der Jahresmitte deutlich gesunken
                               40   Saldenpunkte                                                                            Saldenpunkte   100
                               30                                                                                                          80
                               20                                                                                                          60
                               10                                                                                                          40
                                0                                                                                                          20
                              -10                                                                                                          0
                              -20                                                                                                          -20
                              -30                                                                                                          -40
                              -40                                                                                                          -60
                              -50                                                                                                         -80
                                 2008    2009 2010 2011 2012            2013   2014 2015 2016       2017   2018 2019 2020 2021
                                        ifo-Erwartungskomponente               sentix Erwartungen          ZEW-Konjunkturerwartungen (r.S.)
                              Quelle: ifo, ZEW, sentix, Bloomberg, Feri, NORD/LB Macro Research

                              Frühindikatoren: Knappheiten und Delta dämpfen Konjunkturerwartungen
                              Knappheiten und Unsicherheiten durch die Deltavariante haben auch einen Stimmungsum-
                              schwung bei Finanzmarktexperten und Unternehmen bewirkt. Seit der Jahresmitte sind die
                              Konjunkturerwartungen sehr deutlich gesunken, von der großen Euphorie im Frühjahr ist
9 / Economic Adviser  Oktober 2021

                       jedenfalls nicht viel übriggeblieben (vgl. Chart). So sind die ZEW-Erwartungen im September
                       das vierte Mal in Folge auf nun nur noch 26,5 Saldenpunkte gesunken. Zwar blieben damit
                       die Konjunkturoptimisten weiter in der Überzahl, allerdings notiert dieser wichtige Frühin-
                       dikator nach den Rückgängen der vergangenen Monate nun „nur“ noch im Bereich des lang-
                       fristigen Mittelwerts. Natürlich muss der Rücksetzer bei den Erwartungen im Zusammen-
                       hang mit der erneut etwas positiveren Beurteilung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Si-
                       tuation interpretiert werden. Die Lagekomponente kletterte von 29,3 auf 31,9 Saldenpunkte
                       und markiert damit den höchsten Stand seit Ende 2018. Gleichwohl unterstreichen die nur
                       noch kleinen Verbesserungen der letzten Monate, dass der ursprünglich erwartete rasante
                       Konjunkturaufschwung im Sommer schwächer ausfallen dürfte als ursprünglich erhofft.
                       Auch der sentix-Konjunkturindex hatte ein nahezu identisches Bild ergeben, wonach der Ze-
                       nit des coronabedingten Aufholprozesses überschritten sein dürfte. Damit sind auch die Vor-
                       gaben für die nächste ifo-Umfrage (24.09.) negativ. Hier droht gar der dritte Rückgang des
                       Geschäftsklimas in Folge, was in normalen Zyklen eine recht verlässliche Daumenregel für
                       einen Abschwung darstellt. Die Entwicklung der Frühindikatoren ist durchaus als ein Warn-
                       signal zu verstehen, dass die Risiken für die Konjunktur durch Knappheiten, aber auch durch
                       die noch nicht überwundene Pandemie, nicht auf die leichte Schulter genommen werden
                       dürfen. Es bestätigt sich immer mehr, dass die Lieferprobleme derzeit wie Sand im Getriebe
                       der deutschen Konjunktur wirken. Bis ins nächste Jahr hinein dürften die angebotsseitigen
                       Restriktionen die wirtschaftliche Aktivität spürbar dämpfen. Zwar profitiert vor allem der
                       Dienstleistungssektor im dritten Quartal noch einmal von dem durchgehend hohen Offen-
                       heitsgrad der Wirtschaft infolge der im Sommer relativ niedrigen Belastungen durch die
                       Corona-Pandemie. Wir haben unsere Konjunkturprognose dennoch reduzieren müssen und
                       rechnen für 2021 nun nur noch mit einem BIP-Wachstum von 2,7%. Grundsätzlich bleiben
                       wir aber auf mittlere Sicht optimistisch gestimmt, da sich zumindest die Nachfrageseite bis
                       zuletzt sehr robust präsentierte. Mit einem sukzessiven Überwinden der angebotsseitigen
                       Engpässe dürften sich dann Aufholeffekte einstellen und die Konjunktur wieder anschieben.

                       Fundamentalprognosen Deutschland
                                                                  2020                            2021                            2022
                       BIP                                        -4,6                             2,7                             4,4
                       Privater Konsum                            -5,9                            -0,7                             6,1
                       Öffentlicher Konsum                         3,5                             2,9                             2,0
                       Investitionen                              -2,2                             3,1                             5,3
                       Exporte                                    -9,3                             8,2                             4,9
                       Importe                                    -8,6                             8,6                             6,1
                       Außenbeitrag1                              -0,8                             0,3                            -0,3
                       Inflation2                                  0,4                             2,9                             1,9
                       Arbeitslosenquote3                          5,9                             5,7                             5,0
                       Haushaltssaldo4                            -4,2                            -5,0                            -1,9
                       Leistungsbilanzsaldo4                       6,8                             7,3                             7,3
                       Veränderung gg. Vj. in %, 1Wachstumsbeitrag; 2HVPI; 3in % der ziv. Erwerbspersonen (BA-Definition); 4 in % des BIP

                       Quelle: Feri, NORD/LB Macro Research

                       Quartalsprognosen Deutschland
                                                 IV/20                  I/21                 II/21                III/21               IV/21
                       BIP sa Q/Q                  0,7                  -2,0                  1,6                   2,0                 0,8
                       BIP nsa Y/Y                -1,9                  -3,3                  9,8                   2,3                 2,6
                       Inflation Y/Y              -0,6                   1,7                  2,2                   3,4                 4,4
                       Veränderung in %

                       Quelle: Feri, NORD/LB Macro Research
10 / Economic Adviser  Oktober 2021

Schweiz
Kräftige Wirtschaftserholung im Frühjahr
Analyst: Christian Lips, Chefvolkswirt

                                Dienstleistungen schieben Wachstum an – niedrige Impfquote Anlass zur Sorge
                                Die Schweiz erlebte eine schwungvolle Erholung im II. Quartal, das BIP legte real um 1,8%
                                Q/Q zu, womit das Vorkrisenniveau noch dieses Jahr erreicht werden kann. Speziell die Wie-
                                derbelebung der Dienstleistungswirtschaft hat das Wachstum angetrieben, das Auslaufen
                                restriktiver Gesundheitsregeln führten zu einer kräftigen Expansion von 4,1% Q/Q. Auch die
                                weiteren Aussichten sind angesichts des mit 61,3 Punkten erneut höher notierenden PMI
                                Dienstleistungen erfreulich. Jedoch wird der zukünftige Konsumverlauf auch von der weite-
                                ren Entwicklung der Infektionszahlen und der Impfquote abhängen, wobei gerade in diesem
                                Bereich einige Sorgenfalten aufkommen. Mit einem Anteil von nur 52,5% an der Gesamtbe-
                                völkerung weist die Schweiz die niedrigste Quote vollständig geimpfter Personen in West-
                                europa auf. Zusätzlich hat die Regierung den Beginn der vierten Corona-Welle angekündigt.
                                Die positiven Fälle legten im September täglich zwischen 2.500 bis 3.500 Personen zu und
                                die Intensivbetten sind zu über 80% belegt. Ohne eine höhere Impfquote und mit steigen-
                                den Infektionen sind über die kürzlich eingeführte 3G-Regel im Innenbereich der Gastrono-
                                mie hinaus weitergehende restriktive Maßnahmen nicht ausgeschlossen. Zuversichtlich
                                stimmt für die kommenden Monate die sehr gute Stimmung unter den Einkaufsmanagern
                                in der Industrie, auch wenn der PMI zuletzt leicht auf 67,7 Punkte zurückging. Zwar gibt es
                                weiterhin Probleme in den Beschaffungsprozessen, jedoch wurden von jedem zweiten Un-
                                ternehmen Anpassungen in den Lieferketten vorgenommen. Die Besserungen am Arbeits-
                                markt waren zuletzt recht dynamisch, die saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank im Au-
                                gust auf 2,9%. Die Anzahl der offenen Stellen legte auf 58,450 (August) zu. Das hohe Wachs-
                                tumstempo dürfte gleichwohl im zweiten Halbjahr nicht ganz zu halten sein. Das KOF-Kon-
                                junkturbarometer ist zum dritten Mal in Folge auf 113,5 Punkte gesunken, liegt jedoch wei-
                                terhin deutlich über dem langfristigen Mittelwert. Ein noch deutlicheres Zeichen für die
                                nächsten Monate ist die deutliche Abkühlung der ZEW-Erwartungen auf -7,8 Saldenpunkte.
                                Teuerung steigt auf 0,9% im August – SNB führt expansive Geldpolitik fort
                                Die Teuerungsrate ist auf 0,9% Y/Y im August gestiegen, wozu vor allem höhere Preise für
                                Hotelübernachtungen und im Luftverkehr sowie gestiegene Mieten beigetragen haben. Im
                                globalen Vergleich bleibt die Inflation in der Schweiz aber mäßig, was weiterhin ein sehr
                                niedriges Zinsniveau begünstigt. Die SNB führt Ihren expansiven Kurs der Geldpolitik noch
                                lange Zeit fort, zumal sich die Fed und die EZB weiterhin schwer tun mit dem Beginn einer
                                Normalisierung. Der Schweizer Franken tendiert in diesem Umfeld nur langsam wieder in
                                Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 1,10 EUR/CHF.

                                Fundamentalprognosen* Schweiz                                   Zinsen und Wechselkurse Schweiz
                                                               2020       2021        2022                       16.09.    3M      6M     12M
                                BIP                            -2,4        3,4         3,2      SNB-Leitzins     -0,75    -0,75   -0,75   -0,75
                                Inflation (CPI)                -0,7        0,6         0,9      3M Satz          -0,76    -0,75   -0,75   -0,75
                                Arbeitslosenquote1              3,1        3,0         2,5      10J              -0,25    -0,20   -0,30   -0,10
                                Haushaltssaldo2                -2,6       -2,2        -0,6      Spread 10JBund      5       10      10     10
                                Leistungsbilanzsaldo2           4,2        8,7         9,0      EUR in CHF        1,09     1,09    1,09   1,10
                                *Veränderung gg. Vj. in %, 1 in % der Erwerbstätigen, 2 in % des BIP

                                Quelle: Feri, Bloomberg, NORD/LB Macro Research
11 / Economic Adviser  Oktober 2021

Japan
Wer folgt auf Yoshihide Suga?
Analysten: Tobias Basse

                          Wer folgt auf Yoshihide Suga?
                          Der stark in der Kritik stehende Regierungschef Yoshihide Suga gab jüngst bekannt, dass er
                          nicht mehr für den LDP-Parteivorsitz kandidieren wird. Spätestens seit der Bürgermeister-
                          wahl in Yokohama war mit größeren innerparteilichen Streitigkeiten in der LDP zu rechnen
                          gewesen. Suga zieht nun die Konsequenzen aus dem für ihn sehr schwierigen Umfeld. Übli-
                          cherweise übernimmt der LDP-Chef aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Parlament auch
                          das Amt des japanischen Ministerpräsidenten. Daher werden sich die internationalen Finanz-
                          märkte wohl schon bald an einen neuen Regierungschef in Tokio gewöhnen müssen. Die Ab-
                          stimmung über den Nachfolger von Suga an der Spitze der LDP wird am 29. September statt-
                          finden. Nach diesem Termin ist dann auch mit dem Stabwechsel beim Amt des Regierungs-
                          chefs zu rechnen. Eine Umfrage der Tageszeitung Asahi Shimbun zeigt, dass Taro Kono in der
                          Bevölkerung der beliebteste Kandidat für den Vorsitz der LDP ist. Kono war unter Sugas Vor-
                          gänger Shinzo Abe unter anderem Außen- und Verteidigungsminister. Er gehört allerdings
                          einer der kleineren Fraktionen innerhalb der LDP an, welche bei der Wahl des Parteivorsit-
                          zenden im Jahr 2007 nicht den Sieger Shinzo Abe (sondern seinen Wettbewerber Taro Aso)
                          unterstützt hatte.
                          Nach den Olympischen Sommerspielen
                          Nach einer leichten Revision nach oben zeigen die BIP-Zahlen in Japan für das II. Quartal nun
                          ein Wachstum von immerhin schon 0,5% Q/Q an. Nach mechanistischer Definition konnte
                          damit also eine abermalige Rezession verhindert werden. Die jüngst gemeldeten Juli-Zahlen
                          zur Industrieproduktion haben die Mehrzahl der interessierten Beobachter – trotz eines
                          Rückgangs um 1,5% M/M – nicht negativ überrascht. Es hätte durchaus schlimmer kommen
                          können. Die japanische Automobilindustrie leidet beispielsweise unter dem Mangel an Halb-
                          leiterchips. Die japanische Arbeitslosenquote ist im Juli leicht auf nun 2,5% gefallen. Sonder-
                          effekte – sprich der Personalbedarf zur Durchführung der Olympischen Spiele – haben am
                          aktuellen Rand jedoch eindeutig zu gewissen Datenverzerrungen geführt. Das Wiederauf-
                          flammen der Coronavirus-Krise in Japan dürfte nun zu unerfreulicheren Zahlen vom Arbeits-
                          markt des Landes führen. Aufgrund der Demographie ist aber auch ab August nicht mit einem
                          sehr ausgeprägten Anstieg der Arbeitslosenquote zu rechnen.

                          Fundamentalprognosen* Japan                                 Zinsen und Wechselkurse Japan
                                                           2020         2021   2022                    16.09.    3M      6M     12M
                          BIP                               -4,6         2,5    2,6   Leitzins         -0,10    -0,10   -0,10   -0,10
                          Inflation                          0,0         0,1    0,6   3M Satz          -0,09     0,05    0,05   0,10
                          Arbeitslosenquote1                 2,8         2,9    2,7   10J               0,05     0,10    0,15   0,20
                          Haushaltssaldo2                  -10,1        -8,5   -5,5   Spread 10JBund     35       40      55     40
                          Leistungsbilanzsaldo2              3,2         3,5    3,5   EUR in JPY        129      130     129     128
                          * Veränderung gg. Vj. in %                                  USD in JPY        110      110     110     110
                          1   in % der Erwerbstätigen, 2 in % des BIP

                          Quelle: Feri, Bloomberg, NORD/LB Macro Research
12 / Economic Adviser  Oktober 2021

China
Restriktionen, Verunsicherungen führen zu Dynamikeinbußen
Analysten: Tobias Basse // Bernd Krampen

                             Wiederanstieg der Infektionszahlen und Lockdown bremsen – Immobilienmarkt im Fokus
                             Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt scheint im laufenden Quartal einen Gang herun-
                             tergeschaltet zu haben. Dem soliden Plus im II. Quartal von 1,3 Q/Q (7,9% Y/Y) dürfte eine
                             deutlich moderatere Entwicklung im III. Quartal gefolgt sein. Darauf deuten die aktuellen
                             Wirtschaftsindikatoren recht einheitlich hin. Die wieder zunehmende Ausbreitung von Co-
                             vid-19 in einzelnen Provinzen führt zu erneuten Schließungen von Städten (und auch Häfen),
                             was die Wirtschaft bremst und über die Verunsicherung zudem die Investitions- und Kons-
                             umbereitschaft im Land der Mitte hemmt. Hinzu kommen kritische Fragen zur Solidität des
                             Finanz- und des Immobiliensektors. Aktuell steht dabei Evergrande stark unter Druck – mit
                             möglichen makroökonomischen, noch nicht absehbaren Implikationen. Erste klare konjunk-
                             turelle Warnsignale sendeten die Stimmungsumfragen von Caixin und CFLP unter Unterneh-
                             men, die im August deutlich weniger freundlich ausfielen: Während im verarbeitenden Sek-
                             tor immerhin noch die kritische Marke von 50 Punkten in Reichweite blieb, brachen die In-
                             dizes für den Dienstleistungssektor unisono auf Niveaus von knapp 47 Punkten ein. Die wirt-
                             schaftliche Dynamik nimmt demnach bei den Services schon wieder deutlich ab. Schwäche
                             weisen auch die aktuellen Daten der Einzelhandelsumsätze und der Industrieproduktion für
                             den Berichtsmonat August auf. Seit Januar nehmen die Jahresraten sukzessive ab und no-
                             tieren nun bei 2,5% Y/Y bzw. 5,3% Y/Y auf Jahrestiefständen. Positiv vermerkt werden darf
                             allerdings, dass die Exportdynamik im August zugenommen hat, was auch als Signal einer
                             wieder anziehenden Auslandsnachfrage aufzufassen ist. Restriktivere Regelungen auf dem
                             stark boomenden Immobilienmarkt sollten aber im Auge behalten werden.
                             PBoC steht bereit für erneuten Einsatz – Renminbi dürfte leicht abwerten
                             Die im Juli von der PBoC vorgenommene Senkung des Mindestreservesatzes (RRR) auf 12,0%
                             verdeutlichte die Sorge der Notenbank um die Nachhaltigkeit des Aufschwungs. Der aktuelle
                             Anstieg der Produzentenpreise von 9,5% Y/Y und die zu erwartenden Spillover-Gefahren auf
                             die Verbraucherpreise – derzeit nur 0,8% Y/Y – begrenzen die Handlungsoptionen der PBoC
                             schon ein wenig. Sie dürfte dennoch bereit stehen für weitere Eingriffe, wenngleich ein Ab-
                             warten eine für die Offiziellen vorzuziehende Option wäre. Schließlich soll der Überhitzung
                             auf dem Immobilienmarkt entgegengewirkt werden. Insofern könnten die staatlichen Maß-
                             nahmen letztlich nicht ausreichend sein, ein angestrebtes hohes Wirtschaftswachstum zu
                             erzielen. Entsprechen gehen wir auch aufgrund der soliden Konjunkturerholung in den USA
                             von einer sukzessiven, aber langsamer als bisher erwarteten Aufwertung des US-Dollars aus.

                             Fundamentalprognosen* China                                 Zinsen und Wechselkurse China
                                                               2020        2021   2022                    16.09.   3M     6M     12M
                             BIP                                2,3         8,4    5,6   Einlagesatz       1,50    1,50   1,50   1,50
                             Inflation                          2,5         1,3    2,3   3M SHIBOR         2,37    2,40   2,40   2,40
                             Arbeitslosenquote1                 3,8         3,9    3,6   10J               2,89    2,90   2,90   2,90
                             Haushaltssaldo2                   -11,4       -5,2   -4,4   Spread 10JBund    319     320    330    310
                             Leistungsbilanzsaldo2              1,9         1,7    1,3   EUR in CNY        7,60    7,73   7,72   7,71
                             * Veränderung gg. Vj. in %                                  USD in CNY        6,46    6,55   6,60   6,65
                             1   in % der Erwerbstätigen, 2 in % des BIP

                             Quelle: Feri, Bloomberg, NORD/LB Macro Research
13 / Economic Adviser  Oktober 2021

Großbritannien
Klare Hinweise auf ein deutliches Lohnwachstum
Analysten: Tobias Basse // Bernd Krampen

                             Klare Hinweise auf ein deutliches Lohnwachstum
                             Die aktuellen Angaben zur Entwicklung der Konsumentenpreise zeigen im Berichtsmonat
                             August erwartungsgemäß einen deutlichen Anstieg der Inflation. Die Jahresrate legte am
                             aktuellen Rand auf immerhin schon 3,2% zu. Die Arbeitslosenquote im Vereinigten König-
                             reich ist dagegen zuletzt leicht gefallen. Im Juli notiert diese nach aktuellen Angaben nun bei
                             4,6% (ILO-Definition). Die Kombination von Brexit und Corona-Pandemie hat auch in Britan-
                             nien zu einem Mangel an verfügbaren Arbeitskräften geführt, wobei bestimmte Branchen
                             besonders stark unter dem EU-Austritt des Vereinigten Königreiches gelitten haben. In der
                             Tat zeigen sich inzwischen sehr klare Hinweise auf einen Fachkräftemangel, was natürlich
                             auch Implikationen für die Lohnentwicklung hat. Die Unternehmen müssen in einigen Seg-
                             menten der Wirtschaft Britanniens sehr attraktive Angebote machen, um noch geeignetes
                             Personal an sich zu binden. So sind die wöchentlichen Löhne und Gehälter im 3-Monats-
                             durchschnitt am aktuellen Rand um immerhin 8,8% Y/Y im Juni und um 8,3% Y/Y im Juli
                             gestiegen. Auch diese Daten haben natürlich eine hohe Relevanz für die Inflationsentwick-
                             lung im Vereinigten Königreich. In Verbindung mit den Lieferkettenproblemen wirkt die Per-
                             sonalknappheit zudem auch dämpfend auf das britische Wirtschaftswachstum. Die Nach-
                             richt von einem Brand in einer für den Import von Strom aus Frankreich wichtigen Einrich-
                             tung in Kent ist an dieser Stelle natürlich auch nicht hilfreich. In der Tat würde die Nachfra-
                             geseite per se ein stärkeres Anziehen der realen ökonomischen Aktivität ermöglichen, was
                             für die Wirtschaftspolitiker in London ohne Zweifel ein recht schwieriges Umfeld ist.
                             Wege des Ausstiegs aus dem QE
                             Die Bank of England wird die momentanen Entwicklungen an der Inflationsfront in jedem
                             Fall sehr genau im Auge behalten müssen. In einer aktuellen Rede hat der hochrangige BoE-
                             Offizielle Andrew Hauser beispielsweise darauf verwiesen, dass die Notenbank beginnen
                             müsse, über mögliche Wege des Ausstieges aus dem Quantitative Easing nachzudenken.
                             Diese aktuellen Diskussionen sind grundsätzlich hilfreich für das Pfund. Eine zentrale Frag ist
                             an dieser Stelle aber, was das FX-Segment an Aktionen der Bank of England inzwischen be-
                             reits einpreist. Hauser gab zudem noch zu bedenken, dass das Volumen der Aktiva der No-
                             tenbank in London auch perspektivisch auf einem hohen Niveau verharren werde.

                             Fundamentalprognosen* Großbritannien                           Zinsen und Wechselkurse Großbritannien
                                                              2020       2021       2022                     16.09.   3M     6M     12M
                             BIP                               -9,8       6,8        5,4    Reposatz          0,10    0,10   0,10   0,10
                             Inflation (CPI)                    0,9       2,1        2,4    3M Satz           0,07    0,10   0,10   0,15
                             Arbeitslosenquote1                 4,5       5,0        4,8    10J               0,82    0,90   0,95   1,10
                             Haushaltssaldo2                  -12,4      -9,6       -4,5    Spread 10JBund    112     120    135    130
                             Leistungsbilanzsaldo2             -3,5      -3,8       -3,7    EUR in GBP        0,85    0,90   0,90   0,90
                             *Veränderung gg. Vj. in %                                      GBP in USD        1,38    1,31   1,30   1,29
                             1   in % der Erwerbstätigen nach ILO Konzept, 2 in % des BIP

                             Quelle: Feri, Bloomberg, NORD/LB Macro Research
14 / Economic Adviser  Oktober 2021

Portfoliostrategien
Zinsstrukturkurve Euroland

Renditen und Prognosen (Bunds/Swap)                           Prognosen Zinsstrukturkurve (Bunds)
     Renditen (in %)         NORD/LB Prognose auf Sicht von
                                                              1,00 %
                Aktuell        3M         6M         12M
3M               -0,55        -0,53      -0,53      -0,52     0,75
1J               -0,67        -0,65      -0,70      -0,60     0,50
2J               -0,70        -0,70      -0,80      -0,65
3J               -0,73        -0,72      -0,80      -0,65     0,25
4J               -0,69        -0,69      -0,78      -0,63     0,00
5J               -0,62        -0,65      -0,75      -0,60
6J               -0,56        -0,60      -0,70      -0,54     -0,25
7J               -0,49        -0,54      -0,64      -0,47     -0,50
8J               -0,46        -0,47      -0,57      -0,39
9J               -0,39        -0,39      -0,49      -0,30     -0,75
10J              -0,30        -0,30      -0,40      -0,20     -1,00
2J (Swap)        -0,45        -0,50      -0,55      -0,45              3M     1       2   3    4    5     6    7   8   9     10
5J (Swap)        -0,27        -0,35      -0,40      -0,30
                                                                         Aktuell              3M              6M           12M
10J (Swap)        0,06         0,05      -0,05       0,15
Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research                     Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

Prognosen und Total Returns                                   Erwartete Total Returns
                 Total Returns (in %) auf Sicht von…                  in %
                                                              1,5
               3M                   6M            12M
3M            -0,14                -0,27          -0,53
                                                              1,0
1J            -0,18                -0,32          -0,67
2J            -0,20                -0,28          -0,81
3J            -0,22                0,32           -0,88       0,5
4J            -0,14                0,01           -0,80
5J             0,03                0,34           -0,58       0,0
6J             0,15                0,62           -0,38
7J             0,34                0,96           -0,17       -0,5
8J             0,12                0,88           -0,37
9J             0,10                1,02           -0,37       -1,0
10J            0,12                1,22           -0,32               3M     1        2   3   4   5       6    7   8   9    10
                                                                                 3M            6M               12M
Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research                     Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

Der Total Return misst den absoluten Ertrag einer Anlage im betrachteten Zeithorizont unter Berücksichtigung der
zeitanteiligen Rendite zuzüglich der aufgrund der prognostizierten Zinsstrukturkurvenveränderung zu erwartenden
Kursgewinne bzw. –verluste.
15 / Economic Adviser  Oktober 2021

Portfoliostrategien
Zinsstrukturkurve international: 3-Monats- & 12-Monatssicht

Auf 3-Monatssicht

        Erwartete Total Returns (in %) in Euro                  Erwartete Total Returns (in %) in Landeswährung
             EUR         USD        GBP     JPY    CHF                     USD            GBP         JPY    CHF
1J           -0,2        -0,3       -5,2    -0,7   0,0    1J                0,0            0,0        -0,1   -0,2
2J           -0,2        -0,3       -5,0    -0,8   0,0    2J                0,0            0,2        -0,1   -0,1
3J           -0,2        -0,1       -4,9    -0,8   0,1    3J                0,2            0,4        -0,1   -0,1
4J           -0,1        -0,1       -4,9    -0,9   0,1    4J                0,1            0,3        -0,2   -0,1
5J            0,0        -0,5       -4,9    -1,0   0,1    5J               -0,2            0,3        -0,3   -0,1
6J            0,1        -0,6       -5,3    -1,1   0,1    6J               -0,3           -0,1        -0,5   -0,1
7J            0,3        -0,9       -5,4    -1,3   0,0    7J               -0,6           -0,2        -0,6   -0,1
8J            0,1        -1,2       -5,3    -1,4   0,1    8J               -0,9           -0,1        -0,8   -0,1
9J            0,1        -1,5       -5,4    -1,3   0,0    9J               -1,2           -0,2        -0,7   -0,2
10J           0,1        -2,0       -5,6    -1,1   0,0    10J              -1,7           -0,4        -0,4   -0,2
Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research                 Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

Auf 12-Monatssicht

        Erwartete Total Returns (in %) in Euro                  Erwartete Total Returns (in %) in Landeswährung
             EUR         USD        GBP     JPY    CHF                     USD            GBP         JPY    CHF
1J           -0,7         1,5       -5,1     0,8   -1,5   1J                0,1            0,2        -0,1   -0,8
2J           -0,8         1,6       -4,9     0,6   -1,4   2J                0,2            0,4        -0,3   -0,7
3J           -0,9         2,0       -4,6     0,6   -1,3   3J                0,5            0,6        -0,3   -0,5
4J           -0,8         2,0       -4,7     0,5   -1,2   4J                0,6            0,6        -0,4   -0,5
5J           -0,6         1,9       -4,7     0,4   -1,2   5J                0,4            0,6        -0,5   -0,4
6J           -0,4         1,3       -5,1     0,2   -1,2   6J               -0,2            0,1        -0,7   -0,5
7J           -0,2         0,9       -5,3    -0,1   -1,3   7J               -0,5           -0,1        -1,0   -0,6
8J           -0,4         0,3       -5,3    -0,3   -1,2   8J               -1,1           -0,1        -1,2   -0,5
9J           -0,4        -0,4       -5,5    -0,3   -1,3   9J               -1,9           -0,4        -1,2   -0,6
10J          -0,3        -1,4       -5,9    -0,1   -1,4   10J              -2,8           -0,7        -1,0   -0,7
Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research                 Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

Der Total Return misst den absoluten Ertrag einer Anlage im betrachteten Zeithorizont unter Berücksichtigung der
zeitanteiligen Rendite zuzüglich der aufgrund der prognostizierten Zinsstrukturkurven- und Wechselkursveränderung
zu erwartenden Kursgewinne bzw. –verluste.
16 / Economic Adviser  Oktober 2021

  Portfoliostrategien
  Aktienmarktstrategie; 3-Monats-, 6-Monats- & 12-Monatssicht

  Werte und Performance
                                       Wert am                      Stand                              Performance seit
            Index                     16.09.2021        Vormonat            Jahresbeginn         Vormonat        Jahresbeginn
            DAX                        15.651,75        15.835,09             13.718,78           -1,16%            14,09%
           MDAX                        35.557,88        35.952,74             30.796,26           -1,10%            15,46%
        EuroSTOXX50                     4.145,94         4.196,41              3.552,64           -1,20%            16,70%
          STOXX50                       3.544,82         3.617,19              3.108,30           -2,00%            14,04%
         STOXX600                        463,91           470,88                399,03            -1,48%            16,26%
         Dow Jones                     34.814,39        35.360,73             30.606,48           -1,55%            13,75%
          S&P 500                       4.480,70         4.522,68              3.756,07           -0,93%            19,29%
           Nikkei                      30.323,34        28.089,54             27.444,17            7,95%            10,49%
  Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

  Prognosen Indizes                                       EuroSTOXX50 und S&P500
                             NORD/LB Prognose             4800                                                                4800
       Index
                              auf Sicht von ...           4600                                                                4600
                        3M        6M            12M       4400                                                                4400
           DAX        15.000    15.300         16.300     4200                                                                4200
         MDAX         33.700    34.400         36.700     4000                                                                4000
  EuroSTOXX50          3.950     4.070          4.300     3800                                                                3800
      STOXX50          3.400     3.475          3.650     3600                                                                3600
     STOXX600           445       460            480      3400                                                                3400
     Dow Jones        34.000    35.000         36.500     3200                                                                3200
       S&P 500         4.400     4.500          4.700     3000                                                                3000
         Nikkei       29.000    29.500         31.000     2800                                                                2800
                                                          2600                                                                2600
  Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research
                                                          2400                                                                2400
                                                           17.09.2020 17.12.2020           17.03.2021   17.06.2021 17.09.2021
                                                                    EuroSTOXX50                            200-Tage-Linie
                                                                    S&P 500 (r.S.)                         200-Tage-Linie (r.S.)
                                                          Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

Redaktionsschluss für Daten, Prognosen und Texte war Freitag, 17. September 2021.

Der nächste Economic Adviser erscheint am 15. Oktober 2021.
17 / Economic Adviser  Oktober 2021

Übersicht Prognosen

Fundamentalprognosen
       in %                    BIP Wachstum                          Inflationsrate                Arbeitslosenquote1              Haushaltssaldo2
                          2020      2021   2022              2020         2021      2022           2020   2021 2022          2020      2021      2022
USA                       -3,4       6,0    3,3                1,2         4,3       3,2           8,1     5,0    4,2        -15,8     -11,4     -7,2
Euroland                  -6,5       5,2    4,4                0,3         2,2       1,8           7,9     7,7    7,1         -7,2      -7,1     -3,9
Deutschland               -4,6       2,7    4,4                0,4         2,9       1,9           5,9     5,7    5,0         -4,2      -5,0     -1,9
Japan                     -4,6       2,5    2,6                0,0         0,1       0,6           2,8     2,9    2,7        -10,1      -8,5     -5,5
Großbritannien            -9,8       6,8    5,4                0,9         2,1       2,4           4,5     5,0    4,8        -12,4      -9,6     -4,5
Schweiz                   -2,4       3,4    3,2               -0,7         0,6       0,9           3,1     3,0    2,5         -2,6      -2,2     -0,6
China                      2,3       8,4    5,6                2,5         1,3       2,3           3,8     3,9    3,6        -11,4      -5,2     -4,4
Veränderung gg. Vj. in %, 1 in % der Erwerbstätigen (Deutschland: BA-Definition), 2 in % des BIP

Quelle: Feri, NORD/LB Macro Research

Leitzinsen                                                                       Wechselkurse
  In %        16.09.21         3M              6M               12M               EUR in…          16.09.21        3M                6M            12M
USD             0,25           0,25           0,25               0,25            USD                 1,18          1,18              1,17          1,16
EUR             0,00           0,00           0,00               0,00            JPY                 129           130               129           128
JPY             -0,10         -0,10           -0,10             -0,10            GBP                 0,85          0,90              0,90          0,90
GBP             0,10           0,10           0,10               0,10            CHF                 1,09          1,09              1,09          1,10
CHF             -0,75         -0,75           -0,75             -0,75            CNY                 7,60          7,73              7,72          7,71
CNY             1,50           1,50           1,50               1,50
                                                                                 Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research
Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

Zinsen (Staatsanleihen)
                    3M-Sätze                              Renditen 2J                              Renditen 5J                        Renditen 10J
         16.09.      3M        6M      12M      16.09.      3M         6M      12M     16.09.        3M      6M     12M    16.09.        3M      6M    12M
USD        0,12     0,20      0,25     0,30       0,22     2,60       0,25     0,40      0,84       0,95    1,05    1,20      1,34      1,55    1,65    1,90
EUR       -0,55    -0,53     -0,53    -0,52      -0,70    -0,70      -0,80    -0,65     -0,62      -0,65   -0,75   -0,60     -0,30     -0,30   -0,40   -0,20
JPY       -0,09     0,05      0,05     0,10      -0,13    -0,10      -0,05    -0,05     -0,10      -0,03    0,03    0,04      0,05      0,10    0,15    0,20
GBP        0,07     0,10      0,10     0,15       0,29     0,20       0,20     0,25      0,49       0,46    0,48    0,57      0,82      0,90    0,95    1,10
CHF       -0,76    -0,75     -0,75    -0,75      -0,76    -0,75      -0,80    -0,75     -0,57      -0,55   -0,60   -0,50     -0,25     -0,20   -0,30   -0,10
Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research

Spreads (Bp)
                  3M EURIBOR                                2J Bund                                  5J Bund                            10J Bund
         16.09.     3M        6M      12M      16.09.       3M        6M      12M        16.09.      3M     6M     12M     16.09.       3M      6M     12M
USD          67      73        78        82        92        95      105       105         146      160    180     180        164       185    205        210
JPY          46      58        58        62        57        60       75        60          52       63     78      64         35        40     55         40
GBP          62      63        63        67        99        90      100        90         111      111    123     117        112       120    135        130
CHF         -21     -22       -22       -23        -5        -5        0       -10           6       10     15      10          5        10     10         10
Quelle: Bloomberg, NORD/LB Macro Research
18 / Economic Adviser  Oktober 2021

  Anhang
  Ansprechpartner in der NORD/LB
  Macro Research

              Dr. Martina Noss
              Leitung Research/Volkswirtschaft

              +49 511 361-2008
              martina.noss@nordlb.de

              Christian Lips
              Chefvolkswirt
              Head of Macro Research
              +49 511 361-2980
              +49 172 735 1531
              christian.lips@nordlb.de

              Tobias Basse
              Macro Research
              +49 511 361-9473
              tobias.basse@nordlb.de

              Bernd Krampen
              Macro Research
              +49 511 361-9472
              bernd.krampen@nordlb.de

unter Mitwirkung von: Lars Christ
19 / Economic Adviser  Oktober 2021

Sales                                          Trading

Institutional Sales        +49 511 9818-9440   Covereds/SSA                +49 511 9818-8040

Sales Sparkassen &
                           +49 511 9818-9400   Financials                  +49 511 9818-9490
Regionalbanken

Sales MM/FX                +49 511 9818-9460   Governments                 +49 511 9818-9660

Sales Europe               +352 452211-515     Länder/Regionen             +49 511 9818-9550

Sales Asia                 +65 64 203131       Frequent Issuers            +49 511 9818-9640

Origination & Syndicate                        Sales Wholesale Customers

Origination FI             +49 511 9818-6600   Firmenkunden                +49 511 361-4003

Origination Corporates     +49 511 361-2911    Asset Finance               +49 511 361-8150

Treasury

Collat. Management/Repos   +49 511 9818-9200

                           +49 511 9818-9620
Liquidity Management       +49 511 9818-9650
20 / Economic Adviser  Oktober 2021

  Wichtige Hinweise
Diese Studie (nachfolgend als „Information“ bezeichnet) ist von der NORDDEUTSCHEN LANDESBANK GIROZENTRALE („NORD/LB“)
erstellt worden. Die für die NORD/LB zuständigen Aufsichtsbehörden sind die Europäische Zentralbank („EZB“), Sonnemannstraße 20,
D-60314 Frankfurt am Main, und die Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht („BaFin“), Graurheindorfer Str. 108, D-53117 Bonn
und Marie-Curie-Str. 24-28, D-60439 Frankfurt am Main. Sofern Ihnen diese Information durch Ihre Sparkasse überreicht worden ist, un-
terliegt auch diese Sparkasse der Aufsicht der BaFin und ggf. auch der EZB. Eine Überprüfung oder Billigung dieser Präsentation oder
der hierin beschriebenen Produkte oder Dienstleistungen durch die zuständige Aufsichtsbehörde ist grundsätzlich nicht erfolgt.

Diese Information richtet sich ausschließlich an Empfänger in Deutschland, Australien, Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Grie-
chenland, Indonesien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Korea, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Republik China
(Taiwan), Schweden, Schweiz, Singapur, Spanien, Thailand, Tschechische Republik, Vereinigtes Königreich, Vietnam und Zypern (nachfolgend
als „relevante Personen“ oder „Empfänger“ bezeichnet). Die Inhalte dieser Information werden den Empfängern auf streng vertraulicher Basis
gewährt und die Empfänger erklären mit der Entgegennahme dieser Information ihr Einverständnis, diese nicht ohne die vorherige schriftliche
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zieren. Diese Information ist nur an die relevanten Personen gerichtet und andere Personen als die relevanten Personen dürfen nicht auf die
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Staaten von Amerika oder in ihre Territorien oder Besitztümer gebracht oder übertragen oder an Mitarbeiter oder an verbundene Gesellschaften in
diesen Rechtsordnungen ansässiger Empfänger verteilt werden.

Bei dieser Information handelt es sich nicht um eine Anlageempfehlung/Anlagestrategieempfehlung, sondern um eine lediglich Ihrer allgemeinen
Information dienende Werbemitteilung. Aus diesem Grund ist diese Information nicht unter Berücksichtigung aller besonderen gesetzlichen Anfor-
derungen an die Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlageempfehlungen/Anlagestrategieempfehlungen erstellt worden. Ebenso we-
nig unterliegt diese Information dem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung, wie dies für Anlageempfehlungen/Anlagestrategieempfehlungen
gilt.

Die hierin enthaltenen Informationen wurden ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und werden ausschließlich zu Informationszwecken
bereitgestellt. Es ist nicht beabsichtigt, dass diese Information einen Anreiz für Investitionstätigkeiten darstellt. Sie wird für die persönliche Informa-
tion des Empfängers mit dem ausdrücklichen, durch den Empfänger anerkannten Verständnis bereitgestellt, dass sie kein direktes oder indirektes
Angebot, keine Empfehlung, keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf sowie keine Aufforderung zur Zeichnung oder zum Erwerb von
Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten und keine Maßnahme, durch die Finanzinstrumente angeboten oder verkauft werden könnten,
darstellt.

Alle hierin enthaltenen tatsächlichen Angaben, Informationen und getroffenen Aussagen sind Quellen entnommen, die von der NORD/LB für zu-
verlässig erachtet wurden. Für die Erstellung dieser Information nutzen wir emittentenspezifisch jeweils Finanzdatenanbieter, eigene Schätzungen,
Unternehmensangaben und öffentlich zugängliche Medien. Da insoweit allerdings keine neutrale Überprüfung dieser Quellen vorgenommen wird,
kann die NORD/LB keine Gewähr oder Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen übernehmen. Die
aufgrund dieser Quellen in der vorstehenden Information geäußerten Meinungen und Prognosen stellen unverbindliche Werturteile dar. Verände-
rungen der Prämissen können einen erheblichen Einfluss auf die dargestellten Entwicklungen haben. Weder die NORD/LB, noch ihre Organe oder
Mitarbeiter können für die Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der Informationen oder für einen Renditeverlust, indirekte Schäden,
Folge- oder sonstige Schäden, die Personen entstehen, die auf die Informationen, Aussagen oder Meinungen in dieser Information vertrauen
(unabhängig davon, ob diese Verluste durch Fahrlässigkeit dieser Personen oder auf andere Weise entstanden sind), die Gewähr, Verantwortung
oder Haftung übernehmen.

Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Währungskurse, Kursschwankungen der Finanzinstru-
mente und ähnliche Faktoren können den Wert, Preis und die Rendite der in dieser Information in Bezug genommenen Finanzinstrumente oder
darauf bezogener Instrumente negativ beeinflussen. Im Zusammenhang mit Wertpapieren (Kauf, Verkauf, Verwahrung) fallen Gebühren und Pro-
visionen an, welche die Rendite des Investments mindern. Die Bewertung aufgrund der historischen Wertentwicklung eines Wertpapiers oder
Finanzinstruments lässt sich nicht zwingend auf dessen zukünftige Entwicklung übertragen.

Diese Information stellt keine Anlage-, Rechts-, Bilanzierungs- oder Steuerberatung sowie keine Zusicherung dar, dass ein Investment oder eine
Strategie für die individuellen Verhältnisse des Empfängers geeignet oder angemessen ist, und kein Teil dieser Information stellt eine persönliche
Empfehlung an einen Empfänger der Information dar. Auf die in dieser Information Bezug genommenen Wertpapiere oder sonstigen Finanzinstru-
mente sind möglicherweise nicht für die persönlichen Anlagestrategien und -ziele, die finanzielle Situation oder individuellen Bedürfnisse des Emp-
fängers geeignet.

Ebenso wenig handelt es sich bei dieser Information im Ganzen oder in Teilen um einen Verkaufs- oder anderweitigen Prospekt. Dementsprechend
stellen die in dieser Information enthaltenen Informationen lediglich eine Übersicht dar und dienen nicht als Grundlage einer möglichen Kauf- oder
Verkaufsentscheidung eines Investors. Eine vollständige Beschreibung der Einzelheiten von Finanzinstrumenten oder Geschäften, die im Zusam-
menhang mit dem Gegenstand dieser Information stehen könnten, ist der jeweiligen (Finanzierungs-) Dokumentation zu entnehmen. Soweit es sich
bei den in dieser Information dargestellten Finanzinstrumenten um prospektpflichtige eigene Emissionen der NORD/LB handelt, sind allein verbind-
lich die für das konkrete Finanzinstrument geltenden Anleihebedingungen sowie der jeweilig veröffentlichte Prospekt und das jeweilige Registrie-
rungsformular der NORD/LB, die insgesamt unter www.nordlb.de heruntergeladen werden können und die bei der NORD/LB, Georgsplatz 1, 30159
Hannover kostenlos erhältlich sind. Eine eventuelle Anlageentscheidung sollte in jedem Fall nur auf Grundlage dieser (Finanzierungs-) Dokumen-
tation getroffen werden. Diese Information ersetzt nicht die persönliche Beratung. Jeder Empfänger sollte, bevor er eine Anlageentscheidung trifft,
im Hinblick auf die Angemessenheit von Investitionen in Finanzinstrumente oder Anlagestrategien, die Gegenstand dieser Information sind, sowie
für weitere und aktuellere Informationen im Hinblick auf bestimmte Anlagemöglichkeiten sowie für eine individuelle Anlageberatung einen unabhän-
gigen Anlageberater konsultieren.

Jedes in dieser Information in Bezug genommene Finanzinstrument kann ein hohes Risiko einschließlich des Kapital-, Zins-, Index-, Währungs-
und Kreditrisikos, politischer Risiken, Zeitwert-, Rohstoff- und Marktrisiken aufweisen. Die Finanzinstrumente können einen plötzlichen und großen
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