Hand in Hand - Das Team im Background - Das Magazin des Schwesternverbandes
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2 :: 2022
Hand in Hand
Das Magazin des Schwesternverbandes
ISSN 1866-198X
schwerpunkt
Das Team im Background ID-Nr. 22120717Impressum Liebe Leser*innen,
„Hand in Hand“
Das Magazin die Pandemie war und ist immer noch für uns alle eine schwere Zeit
des Schwesternverbandes und Ihr aller Einsatz ist unersetzlich. Nicht nur die Mitarbeiter*innen in
ISSN 1866-198X der Pflege hatten in den letzten beiden Jahren mit großen Herausforde-
Nr. 2 | 2022 rungen zu kämpfen, auch die vielen Hauswirtschafts- und Reinigungs-
Auflage: 4230 Exemplare kräfte, die Mitarbeiter*innen der Technik und und und. Wir sind sehr froh
und dankbar, dass Sie alle mit uns diesen schweren Weg gegangen sind
HERAUSGEBER und wir gemeinsam die Zeit überstanden haben.
Schwesternverband Das Team im Background taucht nicht so oft in den Schlagzeilen auf
Pflege und Assistenz gGmbH und tritt auch nicht ganz so oft bei Facebook und Co. in Erscheinung.
Geschäftsführung Um aber auch diesen Mitarbeiter*innen ein Gesicht zu geben und deren
Von Barnaul nach Ottweiler
Im Eichenwäldchen 10 Arbeit zu würdigen, legen wir in dieser Ausgabe den Schwerpunkt auf
66564 Ottweiler die Mitarbeiter*innen, die im Hintergrund Tag für Tag ihr Bestes geben.
www.schwesternverband.de
Besonders froh sind wir, dass unsere Schwesternverband Dienstleis-
Redaktion: tungsgesellschaft mbH nun bereits zum zweiten Mal durch das „audit
Bettina Hönig (V.i.S.d.P.), berufundfamilie“ zertifiziert wurde. Wie auch in den anderen Unterneh- Ignat Kühn ist beim Schwesternverband „der Herr der Autos"
T. 06824 909-105 men werden bei der Dienstleistungsgesellschaft Arbeitszeitmodelle um-
marketing@schwesternverband.de gesetzt, um die Arbeit im Schwesternverband mit den Anforderungen aus
dem privaten Bereich wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder Zum Ende letzten Jahres beschäftigten der Schwes- Der Herr der Autos – so könnte eine spannende
FOTOS: Schwesternverband, auch Weiterqualifizierungen bestmöglich zu vereinbaren. ternverband und seine Unternehmen 4.138 Mit- Film-Trilogie heißen, die das Arbeitsspektrum von
soweit nicht anders angegeben Und vor allem freut es uns für die Senior*innen, die in diesem Jahr arbeiter*innen. 83 % davon sind Frauen. Der Al- Ignat Kühn beschreibt. Als Operativer Fuhrpark-
endlich wieder eine schöne Zeit bei Sommerfesten und Ausflügen ver- tersdurchschnitt liegt bei 44. Auch wenn mehr als manager ist er im Schwesternverband angestellt
Druck: reha GmbH, Saarbrücken bringen können. Lesen Sie selbst, was in unseren Einrichtungen alles die Hälfte der Beschäftigten dem Bereich Pflege und „kümmert“ sich um die momentan rund 315
los ist und auch welche neuen Projekte in Umsetzung sind oder bereits zuzurechnen sind, arbeiten rund 1.200 Mitar- Kraftfahrzeuge, die für den Schwesternverband auf
realisiert wurden. Viel Vergnügen! beiter*innen im Hintergrund: in der Hauswirt- Deutschlands Straßen unterwegs sind. Das sind zum
schaft, Reinigung, Verwaltung, Technik oder der Beispiel die Autos der ambulanten Pflegedienste oder
Ihr Thomas Dane Küche. Diese im Background beschäftigten Mit- des „Fachdienst Selbstbestimmtes Wohnen“, das sind
Das Team im Background
Vorstandsvorsitzender arbeiter*innen halten den Pflege- und Assistenz- die Dienstautos von Beschäftigten, die Busse der Ta-
Namentlich gekennzeichnete kräften sowie dem pädagogischen Personal den gespflegen und Einrichtungen, die Autos der Techni-
Artikel geben nicht unbedingt die Rücken frei und unterstützen damit die tägliche ker sowie Anhänger und natürlich auch die LKWs der
Ansicht des Herausgebers wieder. Arbeit in der Pflege auf unterschiedlichste Art und Zentralküche. Ignat Kühn hat sie alle im Blick, führt
Weise. Deshalb widmet sich der Schwerpunkt die- quasi ein „Tagebuch“ über jedes einzelne Kraftfahr-
Editorial
ser Ausgabe dem Team im Background. Zu diesem zeug „und auch über E-Bikes“, wie er lächelnd hinzu-
gehört auch Ignat Kühn aus Ottweiler. fügt. Denn diese gehören seit etwa zwei Jahren ebenso
2 zum Bestand des Verbandes. 3Ignat Kühn selbst ist schon ein paar Jahre länger Über Umwege zum Schwesternverband Er sei zufrieden mit seinem Werdegang: „Ich hatte in
an Bord des Unternehmens – genauer gesagt seit meinem Leben jede Menge an Herausforderungen
2011. Da wurde er im Bereich Technik als Fahrer Es blieb ihm zuletzt nur der Gang zum Arbeitsamt, das und habe mich entwickelt.“ Ein bis zwei Jahre könne
in den „Häusern im Eichenwäldchen“ eingestellt. ihm eine Rehabilitationsmaßnahme mit verschiede- er sich noch vorstellen, weiter beim Schwesternver-
Die Pflegeeinrichtung hatte er über eines von vie- nen Praktika empfahl. „Eigentlich wollte ich einfach band zu arbeiten. Aber auch in der Rente wird es Ignat
len Praktika kennengelernt, die er im Rahmen einer nur was schaffen; ich bin technisch sehr begabt, aber Kühn nicht langweilig werden, denn sein Garten kom-
Rehabilitationsmaßnahme bei der Arbeitsagentur mit nunmehr über 50 Jahren musste ich holen was mir me momentan doch etwas zu kurz und könne ebenso
absolvierte. Und das, obwohl er diplomierter Land- angeboten wurde“, sagt der Familienvater. Durch die mehr operatives Management vertragen.
wirtschaftstechniker und ausgebildeter KFZ-Mecha- Hospitationen in unterschiedlichen Bereichen lern-
niker ist. Aber sein Werdegang, den er in Russland te er den Schwesternverband kennen und war einige Wir danken Ignat Kühn für das Gespräch und wün-
vollzogen hatte, wurde in Deutschland leider nicht Wochen in den „Häusern im Eichenwäldchen“ tätig. schen ihm für die Zukunft beste Gesundheit und
anerkannt. Die damalige Einrichtungsleitung bot ihm eine Anstel- alles Gute!
lung an, sobald die damaligen Zivildienstleistenden
Vom Landwirtschaftstechniker zum Bauleiter ihren Dienst beendet haben. So brachte Ignat Kühn
zunächst die Maßnahme zu Ende und ein paar Monate
Ignat Kühn wurde 1957 in Russland in Barnaul gebo- später fing er in der Fürther Straße als „Fahrer“ an.
ren. Er wuchs als „Deutscher“ auf: „Meine Großeltern Zunächst nur als 400 Euro-Kraft später in Vollzeit und
und Eltern waren ebenso Deutsch. Wir sprachen auch in Festanstellung. Für ihn war das ein Glücksgriff, da
alle Deutsch“, erzählt er. Nach seinem fünfjährigen Stu- er mit seiner Familie in Ottweiler wohnte und damit
dium zum Landwirtschaftstechniker und drei Jahren die Arbeit vor der Haustür hatte.
beim Militär, in welchen er seinen LKW-Führerschein
machte, fand er, „wie so viele Studierte“ keinen Job Seit Oktober 2018 ist Ignat Kühn im Schwesternver- Leichte Sprache
in diesem Bereich. Er begann eine neue Ausbildung band für das operative Fuhrparkmanagement zustän-
als KFZ-Mechaniker und arbeitete nebenbei auf dem dig. Er „überwacht“ quasi alle Autos aller Einrichtung
Bau. Dort blieb er hängen, da ihm in diesem Bereich in allen Regionen. Das heißt, er ist zum Beispiel für die
Beim Schwesternverband
die besten Perspektiven geboten wurden. An- und Abmeldungen der Kraftfahrzeuge zuständig, arbeiten mehr als 4000 Mitarbeiter.
Bevor er nach Deutschland kam war er zwei Jahre macht Bestandsaufnahmen, bei denen er die jewei-
lang bei einer Firma als Bauleiter beschäftigt und sah lige Ausstattung schriftlich festhält, er führt über je- Viele arbeiten in der Pflege.
durch seine gute Position auch eigentlich gar keinen des Auto Protokoll, bewertet und dokumentiert jeden
Grund auszuwandern. „Aber 1990 gingen plötzlich Kratzer. Im Grunde mache er nun das, was er immer
Aber einige arbeiten in anderen Bereichen.
alle nach Deutschland. Meine Schwester ging rüber wollte: was Technisches. „Und ich bin mein eigener Zum Beispiel in der Küche.
und auch der Rest meine Familie wollte nicht in Russ- Herr“, sagt Ignat Kühn froh. Auch wenn er sich mit
land bleiben. Also habe ich einen Antrag gestellt und den Kolleg*innen aus den Einrichtungen und seinem Oder in der Technik.
es dauerte nicht lange, dass er genehmigt wurde und Teamleiter David Breidt abstimmen muss, so habe er
wir unsere Sachen packten.“ Seine Schwester war be- viele Freiheiten, kann sich seine Termine legen, wie es
Oder in der Haus-Wirtschaft.
reits seit einiger Zeit im Saarland angekommen, also für ihn passt. Er sei viel unterwegs; gerade ging es für Auch diese Mitarbeiter sind sehr wichtig.
verschlug es Familie Kühn ebenso in den Südwes- ihn vier Tage nach Südbaden, wie er erzählt.
ten Deutschlands. Zunächst kam die Großfamilie in Seine Arbeit erfordere auch operatives Denken und Deshalb können wir in dieser Zeitung
Lebach an, wurde anschließend mehrere Monate in großes Organisationsvermögen, schließlich muss er
einer Turnhalle in Hüttigweiler untergebracht. Mit viele Abstimmungen mit den Leitungskräften und
viel über diese Bereiche lesen.
insgesamt 12 Personen bezogen sie schließlich eine der Technik vornehmen. „Mittlerweile führe ich sogar Zum Beispiel über Ignat Kühn.
64 m² große Wohnung in Steinertshaus. „Das war eine einen Outlook-Kalender“, lächelt der 65-Jährige ver-
sehr schwere Zeit, mit so vielen Leuten auf so engem schmitzt, denn die digitalen Neuerungen waren ihm Er arbeitet in der Technik.
Das Team im Background
Das Team im Background
Raum“, erinnert sich Ignat Kühn. doch lange fremd. Trotz seines Alters und dem nahen-
Doch dieser Zustand war keine Option für ihn und den Renteneintritts hat er sich in den letzten Jahren
Er kümmert sich um alle Autos.
deshalb besorgte sich Ignat Kühn ziemlich schnell eine stets weitergebildet: unter anderem nahm er an einer Der Schwesternverband hat 315 Autos.
Arbeit. Bei einer kleinen Baufirma wurde er im Hoch- Outlook-Fortbildung teil, 2019 schloss er beim TÜV
und Tiefbau eingestellt, er war zufrieden. Einige Jahre die Prüfung zum Sachkoordinator von Fahrzeugen ab Ignat Kühn macht Termine bei der Werkstatt.
später wollte sich die Firma jedoch verkleinern und und 2021 absolvierte er einen Lehrgang zur sicheren
entließ Ignat Kühn nach elf Jahren. Beförderung von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Er kontrolliert die Autos und hat viel zu tun.
4 5Eine Reportage von unserem
Mitarbeiter Aaron Francus.
Tageseinsatz in der Großküche
Einblicke in die „Zentralküche Saarland“ des Schwesternverbandes 3 René Stein ist der Küchenleiter der „Zentralküche Saarland“.
Montagmorgen, 6:15 Uhr in Illin- Großküche einblicken dürfen. Instinktiv folge ich zunächst der tag hat wohl noch früher begon- allerdings nur durch ein Drehkreuz Eindrücke zu verarbeiten. Für ein
gen. Ich bin zugegeben noch et- Insgesamt packen dort 48 Mitar- Reihe an LKWs, die bereits an den nen“, stelle ich, der sich noch im- weiter. „Fast wie in der U-Bahn“, erstes Verständnis zeigt er mir zu-
was müde, dennoch gespannt, als beiter*innen mit an, sodass täglich Be- und Entladeplätzen der Gebäu- mer wegen des frühen Aufstehens denk ich mir. Allerdings benötigt es nächst den Speiseplan, wie er für
ich vor der „Zentralküche Saar- circa 1.800 Mahlzeiten zubereitet dewand parken. Am letzten Trans- selbstbemitleidet, demütig fest. hier keine Tickets, um die Blocka- die belieferten Pflegeeinrichtun-
land“ des Schwesternverbandes werden, die an alle saarländischen porter der Schlange angekommen, Jedenfalls scheine ich hier rich- de zu entsperren, sondern meine gen in dieser Woche vorgesehen
ankomme. Hier bin ich heute mit und teils rheinland-pfälzischen sehe ich, wie dessen Fahrer bereits tig zu sein. Ich bewege mich also Hände, die ich zur Desinfektion ist. Generell rotieren diese Wo-
René Stein, dem Küchenleiter des Einrichtungen des Schwestern- einige Kartons sowie rollende Me- Richtung Anlieferung und muss nochmals in einen oberhalb ange- chenpläne im Sechs-Wochen-Zy-
Betriebs, verabredet. Mit seiner verbandes geliefert werden. tallgestelle, auf den sich zahlreiche noch wenige Augenblicke warten, brachten Apparat einführen muss. klus und werden zwei Mal im Jahr
Unterstützung soll ich in die Ar- Joghurtpaletten stapeln, von seiner bis ich von einem freundlich grin- entsprechend den „Frühjahr/Som-
beit und Abläufe innerhalb einer Laderampe schiebt. „Sein Arbeits- senden René Stein begrüßt werde. Faszinierende Größe mer- und Herbst-/Winter-Essge-
Nach einer kurzen Vorstellung geht und Organisation wohnheiten“ angepasst. „Wir pro-
es dann auch sofort los. duzieren hier selbstverständlich
Ich folge dem Küchenleiter Nach den notwendigen Hygiene- auch vor. Das heißt, das Gulasch,
durch die durchsichtige Tür hinein maßnahmen öffnet sich das Dreh- das wir heute zubereiten, wird den
und durchquere mit ihm helle Flure kreuz und ich bin endlich da, wo ich Bewohnern und Bewohnerinnen
und Räumlichkeiten, ehe wir sein hinwollte: in der Küche. Ich weiß der jeweiligen Einrichtungen erst
Büro erreichen. Dort werde ich von gar nicht so wirklich wo ich zuerst am Donnerstag serviert. Anders
René Stein mit weißem Kittel und hinschauen soll: auf das faszinie- wäre das ja gar nicht machbar“,
Kopfhaube ausgestattet. Während rend große Küchenequipment, bei erklärt mir Stein. Mit Blick auf den
ich mich also in Schale schmeiße, dem ich in einigen Fällen den je- Plan bemerke ich, dass es für jeden
Das Team im Background
Das Team im Background
erklärt mir der gelernte Koch und weiligen Gebrauch höchstens er- Tag mehrere Gerichte zur Auswahl
Küchenmeister, was heute auf dem raten könnte. Oder das Personal, gibt. Neben einer vegetarischen
Plan steht: Gulasch. „Klingt schon das in riesigen Wasserwannen Nu- Alternative zu jedem Fleischge-
mal gut“, finde ich und bleibe wei- deln kocht, mit XXL-Pürierstäben richt, wird zusätzlich eine pas-
terhin neugierig. Fertig eingeklei- hantiert und in aller Routine von sierte Kreation angeboten, auf die
det, gehen wir zurück auf den Flur, A nach B marschiert. René Stein rund 220 bis 250 Bewohner*innen
wo ich mir nochmal die Hände wa- scheint mir einen Augenblick Zeit laut Stein angewiesen sind. Wei-
6 schen soll. An dieser Stelle geht es einzuräumen, um meine ersten ter hinzu kommen verschiedene 73 Mitarbeiter Peter Probst stellt den Mercedes unter den Küchengeräten vor. 3 Im "Kälterudi" werden zum Beispiel Suppen gerührt und gekocht.
Beilagen, Suppen, Salate und Des- Köche bei uns angestellt. Davon falls gekühlt an die Einrichtungen hinter massiven Stahltüren direkt und im Anschluss in die weiter in die wieder dahinterliegende
serts. Schnell wird mir klar, dass sind an jedem Produktionstag zwei ausgeliefert. Erst dort werden die gegenüber der „Self Cooking Cen- hinten liegende Räumlichkeit ge- Räumlichkeit, wo die jeweiligen
hier heute weitaus mehr als „nur“ am arbeiten, die dann alles weitest- Speisen dann vor der tatsächlichen ters“ befinden. bracht. Diese ist voll mit fahrbaren Lieferungen für die Einrichtungen
Gulasch auf der Agenda steht. Es gehend im Blick behalten. Die Ba- Ausgabe fertig gegart und serviert. Edelstahl-Regalen, die nach den transportfertig gemacht werden.
werden demzufolge zeitgleich auch sis, sowohl für Köch*innen als auch Im Zusammenhang mit diesem In den Tiefen der Kältekammern verschiedenen Einrichtungen sor- Zum einen werden dabei die Mit-
Komponenten für den nächsten für Küchenhelfer*innen, sind die Verfahren, stellt mir René Stein das tiert sind. Dort werden die Speisen tagsgerichte in einem sogenann-
und übernächsten Tag vorbereitet. Speisepläne und die jeweiligen Re- sogenannte „SelfCookingCenter“ Hinter diesen Kammern geht’s für zunächst gesammelt und gelagert. ten „Shuttle“ verstaut und bis zum
„Also wann genau was zubereitet zepturen. Diese werden im Vorfeld, und den „Kälterudi“ vor. Bei Erste- uns beide kalt weiter. Denn sind Sind die Regale vollständig be- Transport gekühlt gelagert. Sind
wird, hängt natürlich immer mit in Zusammenarbeit mit den Kü- rem handelt es sich um ein Gerät, die Speisen entsprechend herun- füllt, geht die Speise-Reise weiter die Shuttles in der Einrichtung
den jeweiligen Komponenten und chenleitungen aus den Regionen das durch die Kombination von tergekühlt, gilt es sie zu verpa-
ihrem verbundenen Aufwand zu- Eifel, Südbaden und Saarland so- Hitze und Dampf mehrere Spei- cken. Auch dafür müssen die
sammen. Der Produktionsablauf wie der Diätleitung Rebecca Pink, sen gleichzeitig garen oder grillen Raumtemperaturen zwischen
ist somit immer auch ein wenig erstellt“, erläutert René Stein. Auch kann. Davon besitzt die „Zentral- 8 und 10° C liegen. Heute wird
variabel und optimierbar“, klärt die Speisenwünsche der Bewoh- küche Saarland“ gleich fünf an der eine vegetarische Currywurst
mich Stein auf. Ich bin ganz ehr- ner*innen werden berücksichtigt. Zahl. Beim „Kälterudi“ handelt es und eine Rindfleisch-Reispfan-
lich gesagt etwas überfordert, diese sich um ein außerordentlich großes ne, die für Mittwoch auf dem
organisatorische Planung ganz zu Cook & Chill Koch- und Rührgefäß, welches un- Speiseplan stehen, abgepackt.
durchblicken. Das Küchenperso- terschiedlich einsetzbar ist. Eines Noch nie habe ich eine so große
nal ist es ganz offensichtlich nicht. Was seit Beginn der mittlerweile von Dreien rührt gerade eine cre- Menge Reis auf einmal gesehen.
Gerade wegen meiner eigenen Ver- fast vier Jahre alten Zentralküche mige Suppe. „Der Mercedes unter Nach und nach wird dieser aus
Das Team im Background
Das Team im Background
wirrung, bin ich so fasziniert davon, umgesetzt wird, ist das sogenann- diesen Geräten“, wie ihn René Stein dem riesigen Gefäß portions-
wie jede hier anwesende Person te „Cook & Chill-Verfahren“, durch stolz bezeichnet. Wie die Speisen weise abgewogen und auf klei-
ganz genau zu wissen scheint, was das sich die Produktion der Illinger erhitzt und gegart werden ist so- nere Einwegschalen umgefüllt,
sie gerade zu tun hat. Ich hake also Großküche auszeichnet. Bei die- mit schon mal geklärt. Jetzt ist laut die bereits mit dem jeweiligen
nochmal nach, wie genau sich die sem Verfahren werden die frisch „Cook & Chill“ also das schnel- Einrichtungsnamen etikettiert
Mitarbeiter*innen hier untereinan- zubereiteten Speisen kurz vor le Abkühlen an der Reihe. Dafür sind. Mithilfe einer Maschine
der organisieren. Ende des Garungsprozesses auf zeigt mir René Stein die entspre- werden die einzelnen Portio-
8 „Mit mir einbegriffen sind sechs +3° C heruntergekühlt und eben- chenden Kältekammern, die sich nen mit einer Folie verschweißt 3 Astrid Valentin beim Sortieren der Speisen. 9Was Sie noch nicht über den Schwesternverband wussten:
zirka 32.850 Liter
Suppe werden pro Jahr gekocht. Das sind rund 90
Liter am Tag und 2.700 Liter pro Monat. Das ent-
spricht dem Volumen von ca. 217 Badewannen oder
einem größeren Pool.
3 Die lange Waschstraße beeindruckte.
angekommen, werden sie dort bis René Stein erklärt mir demzufolge auch regelmäßig ethisch relevan- An der letzten Station unseres beeindruckt ich von all den Details Kilometer pro Tag an. Leider muss
zum Verzehrtag ebenso im Kühl- schmunzelnd, dass die dort ein- te Aspekte, wie beispielsweise den kleinen Rundgangs ist es zu mei- bin, die beachtet werden müssen. ich die nette Unterhaltung zu ei-
raum untergebracht und vor dem gesetzten Mitarbeiter*innen nicht der Nachhaltigkeit, hinterfragt. Ge- ner Freude wieder wärmer. Dort Ich bin vor allem überrascht, wie nem frühzeitigen Ende kommen
Servieren in die Regenerations- ohne Grund mit dickerer Jacke und meinsam mit Betriebsleiter Bernd zeigt mir René Stein die beeindru- unerwartet unhektisch die Arbeit lassen, denn schließlich bin ich
wägen eingeräumt und erhitzt. Es teilweise Mütze arbeiten. Aufgrund Merker und Qualitätsmanagerin ckend lange Waschstraße, in der in der Großküche abläuft. Irgend- verabredet.
gibt auch Mittagessen, die im Ofen des höheren Energieverbrauchs Rebecca Pink gehören für den jun- gerade die Kisten für den Lebens- wie hatte ich mir das anders vorge-
erhitzt werden müssen. Diese wer- stünden diesen Mitarbeiter*innen gen Küchenleiter mit Sterne-Kü- mittel-Transport gereinigt werden. stellt, gerade angesichts der Tatsa- Sensorische Prüfung
den vorab in Thermoboxen ver- auch mehr Pausenzeit zu. Neben chen-Erfahrung solche Herausfor- Eine solche Maschine habe ich che, dass dort jeden Tag fast 2.000 und Speiseverkostung
packt und bis zum Verzehr ebenso guten Arbeitsbedingungen werden derungen zum Job dazu. zuvor noch nie gesehen. Apropos Mahlzeiten gekocht werden. Aber
gekühlt gelagert. „gesehen“: davon habe ich inzwi- es braucht ja noch lange kein hek- Zu meiner Überraschung finde ich
Darüber hinaus werden für die schen so Einiges; doch noch nicht tisches Durcheinander, wenn die sogar noch selbst den Weg ins Büro
Einrichtungen große Styropor- das versprochene Highlight: die Organisation von Abläufen sowie von René Stein. Dort bekleide ich
boxen mit weiteren Zuliefer-Pro- Zubereitung des Gulaschs. Heute Mitarbeiter*innen Hand und Fuß mich wieder mit Kittel und Kopf-
dukten wie Wurst, Käse, Müsli und gäbe es leider ein paar nicht abzu- hat. Am Ende meiner Pause kom- haube und betrete nach den bereits
vielem mehr befüllt, die vor allem schätzende Verzögerungen bei der me ich draußen noch mit Bodo bekannten Hygiene-Maßnahmen
für das Frühstück und Abendessen Fleischlieferung, die dazu benötigt Dorst, einem der Transportfahrer, die Küche, wo ich schon von dem
sowie Zwischenmahlzeiten benö- wird, entschuldigt sich Stein. Na ins Gespräch. Er kommt gerade aus gebürtigen Berliner erwartet wer-
tigt werden. Diese Lebensmittel gut, schließlich gehören eben auch der Gemeinde Nalbach und entlädt de. Die Zubereitung des Gulaschs
werden im Raum nebenan fleißig solche Komplikationen hin und die leeren Lebensmittel-Boxen aus ist nun schon im vollen Gange. Eine
Das Team im Background
Das Team im Background
sortiert und bis zum Transport wieder dazu. Ich verabrede mich seinem Fahrzeug. Als ich ihn nach der großen Koch-Wannen ist rand-
ebenso gekühlt bei +3° C gelagert. mit dem Küchenleiter wieder für den Routen frage, die er regelmä- voll mit dem Ragout-Gericht gefüllt.
Auch hier bemerke ich wieder das 11 Uhr, in der Hoffnung, dass die ßig fährt, schätzt er deren Länge, je Eine zweite Wanne ermöglicht mir
enorme organisatorische Geschick, Lieferung bis dahin ankommt. Für nach Tour, zwischen 110 und 240 einen etwas genaueren Einblick in
das dabei benötigt wird. Da es in all mich heißt das erstmal eine Stun- Kilometer. Insgesamt werden die den Kochprozess. Darin werden
diesen Lager- und Sortierstationen de Zeit. Zeit dafür, die gesammel- Lebensmittel in die Einrichtungen gerade die Fleischwürfel zusam-
entsprechend kühl ist, komme auch ten Eindrücke an der frischen Luft mit vier LKW-Touren täglich aus- men mit frischgehacktem Gemü-
10 ich so langsam etwas ins Zittern. 3 Manches muss auch von Hand (vor)gespült werden. sacken zu lassen. Ich merke, wie gefahren. Dabei fallen rund 680 se angebraten, ehe auch dieses 11Hitze-Becken mit entsprechen- Die Verkostung selbst bekom-
den Gewürzen und Soßen aufge- me ich nicht mehr mit. Meine Be-
füllt wird. Aus irgendeinem Grund suchszeit neigt sich nämlich ihrem
könnte ich dem Schweinefleisch Ende zu. Ein guter Abschluss wie
noch Stunden lang dabei zuschau- ich finde, jetzt wo ich das fertige
en, wie es sich in dem brutzelnden Essen auf dem Teller liegen sehe.
Fett langsam gold-braun färbt. Al- Mir fällt auf, dass es noch einen Be-
lerdings bleibt hierfür keine Zeit, reich „Verwaltung“ in der „Zentral-
denn René Stein hat noch eine küche Saarland“ gibt, die in dem
Aufgabe zu erledigen, bei der ich Prozess der Speisenversorgung
ihn begleiten darf. Der Küchenlei- ebenfalls beteiligt ist, aber leider
ter rüstet sich mit ein paar bereits konnte ich heute aus zeitlichen
verpackten Speisebehältern und Gründen keine Eindrücke in die-
führt mich über das Treppenhaus sem Bereich gewinnen.
in die obere Etage des Betriebsge- Am Ende kann ich mich bei
bäudes. Gemeinsam betreten wir René Stein nur bedanken, der mir
den Kantinen-Saal, der auch von an diesem spannenden Tag stets
externen Unternehmen für Sit- Rede und Antwort stand. Ich ver-
zungsveranstaltungen angemietet abschiede mich und verspüre ei-
3 Heute steht Gulasch auf dem Kochplan. werden kann. nen großen Appetit auf Gulasch.
Dort richtet René Stein nun die
Reispfanne mit Gurkensalat und
die vegetarische Currywurst mit
Kroketten und Eisbergsalat zur 3 René Stein richtet die Speisen für die sensorische Prüfung.
Leichte Sprache sogenannten „sensorischen Prü-
fung“ an. Dabei handelt es sich im
Endeffekt um eine Geschmacks-
Unser Mitarbeiter Aaron hat sich verkostung, die in der Regel von Was Sie noch nicht über den Schwesternverband wussten:
Betriebsleiter Bernd Merker, Di-
die Zentral-Küche genauer angesehen.
248.000 km
ätleiterin Rebecca Pink, der Kü-
Die Küche ist in Illingen-Uchtelfangen. chenwirtschafterin Petra Müller
sowie dem Lebensmitteleinkäufer rund
Dort wird das Essen für die Bewohner Stefan Kirrbach vollzogen wird.
René Stein findet es besonders
im Saarland gekocht. wichtig, dass die sensorische Prü- fahren die LKW's im Jahr, um die
René Stein ist Küchenleiter. fung nicht ausschließlich von Lebensmittel zu den Einrichtun-
Köch*innen durchgeführt wird. gen zu bringen. Das entspricht ca.
Er hat Aaron die Küche gezeigt. Oftmals gewöhnen sich diese durch 6 Erdumrundungen.
das mehrfache Abschmecken an
Sie ist riesengroß. die zubereiteten Speisen, sodass
Auch die Küchen-Maschinen sind riesig. ihnen dann bei der Geschmacks-
beurteilung selbst oftmals die nö-
Aaron war beeindruckt. tige Objektivität und ‚Distanz‘ zum
Das Team im Background
Das Team im Background
Gericht fehlt.
An dem Tag wurde Gulasch gekocht. Beide Gerichtvarianten sollen am
Aber auch noch viel mehr. Mittwoch den Bewohner*innen der
Einrichtungen serviert werden und
Zum Beispiel Suppe, heute grünes Licht für die Ausliefe-
rung erhalten. Die Verkostung für
Gemüse und Nudeln. das Gulasch steht demnach erst am
12 folgenden Tag auf dem Programm. 13hatte, sodass sie den einstigen Nachbarsjungen 1995 mir das extrem schwer damals, gerade in dem Alter“,
in der rumänischen Botschaft in Straßburg heiratete. erklärt sie. Aber die positiven Zukunftspläne überwo-
Ohne deutsche Staatsangehörigkeit war die Hochzeit gen und sie ging nach Deutschland. Der Großteil ihrer
in einer Botschaft die einzige Möglichkeit, sich gegen- Familie lebt auch heute noch in Rumänien. Vor 18 Jah-
seitig die Treue zu schwören. Bei den rumänischen ren war sie das letzte Mal dort. Zu ihrer Mutter pflegt
Botschaften in Stuttgart oder Bonn gab es keine pas- sie noch guten Kontakt. Schon des Öfteren wurde sie
senden Termine für die beiden, sodass sie sich letzt- von ihr in Deutschland besucht. Andere emotionale
endlich im Elsass das Ja-Wort gaben. Bis heute sind Bindungen litten hingegen mehr unter dieser Ent-
sie ein glückliches Paar. „Natürlich war meine Liebe scheidung. So ist der Kontakt zu ihren beiden Schwes-
auch mit ausschlaggebend, nach Deutschland zu ge- tern weniger geworden. Diese haben sich inzwischen
hen, ganz klar. Aber auch die Perspektiven, die sich ebenfalls ein neues Leben in Österreich und Spanien
mir dort aufzeigten. Die hatte ich in Rumänien einfach aufgebaut.
nicht“, erinnert sich die heute 49-Jährige zurück. Sie Angekommen in Deutschland sprach sie zunächst
hatte aber nicht nur berufliche Pläne, wie sie verrät: kein Wort Deutsch. Sie brachte sich selbst die Spra-
„Ich wusste, dass ich definitiv irgendwann eine Familie che bei und versuchte dabei gleichzeitig, in der Ar-
gründen wollte, der ich auch etwas bieten kann.“ beitswelt Fuß zu fassen. Als sie sich für eine Stelle auf
dem Arbeitsamt interessierte, folgte schnell Ernüchte-
Neuer Anfang in Deutschland rung. Ohne die nötige Qualifizierung bekam sie dort
keine Chance. Ein Plan B musste her. Erst nach einer
Angetrieben von diesem Wunsch packte die damals Beschäftigung als Putzfrau und circa sieben Jahren
22-Jährige ihre Sachen und verließ ihr gesamtes fami- Tätigkeit in der Gastronomie, landete Juliana Bucur
liäres und freundschaftliches Umfeld. „Natürlich fiel 2007 im „Haus St. Katharina“ des Schwesterverbandes.
Eine neue Heimat
in Endingen gefunden
Leichte Sprache
Von der Hilfskraft zur leitenden Hauswirtschaftskraft
Juliana Bucur lebt in Endingen.
Vor 27 Jahren kam Juliana Bucur aus dem damals Als Tochter eines Bauarbeiters wuchs Juliana
Sie arbeitet auch in Endingen.
kommunistischen Rumänien nach Deutschland. Bucur mit zwei Schwestern in Mediasch (Rumänien)
Heute kann sie glücklich und stolz behaupten, dass auf. Mit 18 absolvierte sie ihr Abitur und begann bei Beim Schwesternverband im Haus Sankt Katharina.
sich ihre damalige Hoffnung auf ein neues Leben einer Emaille-Firma zu arbeiten. Sie hatte zu diesem
ausgezahlt hat. Nach Jahren harter Arbeit ist sie als Zeitpunkt stetigen Briefkontakt mit einem engen Sie kam vor langer Zeit aus dem Land Rumänien
leitende Hauswirtschaftskraft im „Haus St. Kathari- Freund und ehemaligen Nachbarn, der bereits 1988, als
nach Deutschland.
na“ tätig und fühlt sich mit ihrer Familie in Endingen 15-Jähriger, mit seiner Familie nach Deutschland aus-
angekommen. gewandert war, um dem kommunistischen Ceausescu- Sie war früher Hilfskraft.
Regime zu entkommen. Sieben Jahre lang bestand die
Brieffreundschaft, 1993 besuchte Juliana Bucur die Fa- Heute organisiert sie den Bereich Haus-Wirtschaft.
Das Team im Background
Das Team im Background
milie in Deutschland. Schon zuvor hatte sie sich oft
Sie bestellt zum Beispiel das Essen.
gefragt, wie ihr die Strukturen ihres Heimatlandes ein
erfülltes Leben ermöglichen sollten, doch nach dem Und sie arbeitet neue Mitarbeiter ein.
Besuch in Deutschland stand für sie endgültig fest,
dass sie nicht in Rumänien bleiben wollte. Das macht ihr Spaß und
Dies lag wohl nicht zuletzt an der Tatsache, dass
sie fühlt sich wohl bei der Arbeit und in Endingen.
sich zu diesem Zeitpunkt aus der langjährigen Brief-
14 freundschaft eine romantische Beziehung entwickelt 15Ein Arbeitgeber fürs Leben
Mitarbeiterin Regina Göbel feiert Jubiläum
So kam es jedenfalls, dass Regina
Göbel dann zwei Jahre nach ihrer
Lehre im Bitburger „Eifelhaus“ ein-
gestellt wurde. Ihr Ziel war es im-
mer, gut zu den alten Leuten zu sein
und ihnen helfen zu können. Be-
sonders gerne macht sie dies auch
heute noch im Rahmen einer so-
genannten „aktivierenden Pflege“,
nach der die Pflegebedürftigen die
größtmögliche Selbstständigkeit
bei der Durchführung alltäglicher
Bewegungsabläufe wiedererlangen
sollen. Nach 40 Jahren gibt es da
Sie begann in der Wäscherei, arbeitete anschließend dass ich ein einfacher und bodenständiger Mensch natürlich so einige Erlebnisse, an
als Hilfskraft auf einem Wohnbereich und in der Kü- bin, der eigentlich nicht so gerne im Mittelpunkt steht“, die sich Regina Göbel gut und ger-
che. Inspiriert von ihrem Arbeitsumfeld entschied sie erklärt sie. Doch nach relativ kurzer Zeit blühte Juliana ne zurückerinnert: „Ich kann mich
sich im Jahr 2013 zu einem Fernlehrgang als Hauswirt- Bucur in ihrer neuen Rolle und Verantwortung richtig an eine Frau aus dem ‚Eifelhaus‘
schaftskraft bei der Studiengemeinschaft Darmstadt. auf und ist für Einrichtungsleiter Michael Zimmer- erinnern, die schwer bettlägerig
Während Juliana Bucur all diese Stationen durchlief, mann und Serviceleiterin Annette Herz-Eichenrode war. Immer wieder haben wir sie
waren sie und ihr Mann als Eltern von zwei kleinen gar nicht mehr wegzudenken. Bereits 40 Jahre arbeitet Regina damaligen Arbeitgeber. Überzeugt aktiviert, sind mit ihr zum Beispiel
Kindern zusätzlich gefordert. Doch das eingespielte Ihre berufliche Entwicklung und das gute Team im Göbel als Pflegefachkraft für den durch das Praktikum meldete sich spazieren gegangen. Sie meckerte
Team meisterte neben ihrer erfolgreichen Integration „Haus St. Katharina“ haben sicherlich dazu beigetra- Schwesternverband. In dieser Zeit Regina Göbel 1980 in einer Alten- und beklagte sich viel dabei. Auch
auch das Großziehen ihrer mittlerweile erwachsenen gen, dass sich Juliana Bucur heute wie zu Hause in durfte sie schon so einiges erleben pflegeschule, ebenfalls in St. Au- wir bekamen ihren Unmut hin
Söhne. Im Zusammenhang damit betont sie auch die ihrer neuen Heimat Endingen fühlt. Aber die ambiti- und viele Erfahrungen sammeln. gustin, an. Für ihre Erfahrungen und wieder zu spüren. Doch als sie
Familienfreundlichkeit des Schwesternverbandes: „Ich onierte Deutsch-Rumänin hat längst nicht alles aus ih- Sowohl das „Eifelhaus“ als auch in der Stadt nähe Bonn verließ sie dann plötzlich wieder ganz allei-
wohne ja nur zehn Minuten vom ‚Haus St. Katharina‘ rer Vergangenheit hinter sich gelassen. Aus Rumänien die „Tagespflege Bitburg“, in der zusammen mit ihrem heutigen ne ohne Stock und ohne Rollator
weg und schon damals gab es bei der Vereinbarkeit von mitgenommen hat Juliana Bucur schließlich ihre Lei- sie aktuell immer noch angestellt Ehemann ihren Heimatort Dahlem laufen konnte, durfte sie das ‚Ei-
der Arbeit mit den kleinen Kindern nie ein Problem.“ denschaft für den Fußball. Schon in Rumänien spielte ist, bereicherte sie mit ihrer Lei- aus dem Kreis Bitburg. Während sie felhaus‘ wieder verlassen und wir
sie gerne, sodass das jährliche Betriebs-Turnier vom denschaft zur Pflege. zu dieser Zeit bei ihrer dort leben- Pfleger*innen waren auf einmal die
Beruflich und privat angekommen „Haus St. Katharina“ für sie immer ein Highlight war. den Tante wohnte, lebte ihr Mann allerbesten. Das war mein schöns-
Inzwischen schnürt sie sich jedoch nicht mehr so oft Der Beginn des Werdegangs jedoch in Bonn und war dort in den tes Erlebnis in all der Zeit“, erzählt
Seit sechs Jahren ist Juliana Bucur koordinierende die Fußballschuhe, sondern lässt es lieber ein wenig von Regina Göbel ist jedoch in der 70er Jahren im Verkehrsministeri- die langjährige Mitarbeiterin mit
Hauswirtschaftskraft in der Endinger Pflegeeinrich- ruhiger angehen. Sie strickt gerne und arbeitet viel im Hauswirtschaft zu verzeichnen. um tätig. „Damals war das mit dem einem Schmunzeln.
Arbeiten beim Schwesternverband
tung. In dieser Funktion arbeitet sie neue Mitarbei- Garten. Bei gutem Wetter lässt es sich dort nach einem In einem Pflegeheim im nord- Zusammenwohnen alles noch ein
ter*innen im Service-Bereich ein, koordiniert die Ein- anstrengenden Arbeitstag am besten entspannen. rhein-westfälischen St. Augustin wenig ‚strenger‘“, erinnert sich die Entscheidung für die Pflege und
den Schwesternverband nie bereut
Das Team im Background
sätze der weiteren Hauswirtschaftskräfte und verwaltet Für die Zukunft möchte Juliana Bucur weiterhin fand sie dort ihren Einstieg ins heute 62-Jährige amüsiert zurück.
Bestellungen oder Lieferungen etwa von Putzmitteln dazulernen, denn ihre Lernbereitschaft spornt sie Tag Berufsleben. Somit war allerdings Vor allem auf den Wunsch ihres
und Lebensmitteln. Sie selbst sagt über sich, dass sie für Tag aufs Neue an. Darüber hinaus darf ihrerseits der erste Kontakt zur Pflege bereits sehnsüchtigen Schwiegervaters, Regina Göbel ist sich der Tatsache
schon immer ein Mensch war, der Sauberkeit und Ord- alles gerne so bleiben wie es ist, vor allem die tolle hergestellt und sollte weiter inten- entschied sich das Paar, das in- bewusst, dass es bei ihrer Arbeit bei-
nung liebt. Auch das Koordinieren bei der Arbeit berei- Zusammenarbeit im Mitarbeiter*innen-Team. Denn siviert werden. Fasziniert von der zwischen 42 Jahre verheiratet ist, de Parteien nicht immer unbedingt
tet ihr besonders viel Freude. Sie gibt jedoch zu, dass auch gerade deshalb macht ihr die Arbeit so viel Spaß Arbeit innerhalb der Pflegeeinrich- zurück nach Dahlem zu kommen. leicht haben, sowohl die Mitarbei-
sie sich anfangs in dieser Führungsposition ein wenig und vermittelt ihr das Gefühl, richtig im Leben ange- tung entschloss sie sich zu einem Auch heute noch leben sie glück- ter*innen als auch die zu pflegen-
16 zurechtfinden musste: „Ich würde von mir behaupten, kommen zu sein. Praktikum in der Pflege bei ihrem lich in dem kleinen Dorf in der Eifel. den Menschen. Nichtsdestotrotz 17den morsch“, scherzt die Jubilarin.
Natürlich ist es demnach nahelie- Mitarbeiterin
des „Service-Center-Oberkirch“
gend, dass sie dann doch ab und an
in Gedanken an den wohlverdien-
ten Ruhestand schwärmt: „Ich hof-
geht in Ruhestand
fe, dass ich letztendlich in der Rente
auch so viel machen kann, wie ich
mir das vorgestellt habe“, grübelt
sie, ohne dabei ihren Optimismus
bedeckt zu halten. Dabei denkt
sie vor allem an ihre Hobbies wie
das Wandern und das Radfahren,
die sie dann gemeinsam mit ihrem
Mann noch mehr ausleben möchte.
Bisher hat sie schon einige Routen
in der Pfalz, der Eifel und sogar auf So ein Abschied kann schmer-
Teneriffa erklommen. Konkrete zen. Besonders dann, wenn es der
Streckenziele für die Zeit im Ruhe- einer so guten Mitarbeiterin wie
würde sie sich jederzeit wieder klärt Regina Göbel, die sich auch stand gibt es bisher noch nicht, aber Ingrid Witt vom „Service-Cen-
für ihren Werdegang entscheiden, heute noch sehr glücklich über die- um sich darüber Gedanken zu ma- ter-Oberkirch“ ist. Nach 26 ½ Jahren
insbesondere auch für die Arbeit in se Unterstützung schätzt. chen, hat Regina Göbel auch noch und dreimaliger Verlängerung der
einer Pflegeeinrichtung anstatt bei- Regina Göbel spricht zudem zwei Jahre Zeit. Altersteilzeit geht die langjährige
spielsweise in einem Krankenhaus. ganz offen und ehrlich darüber, wo- Mitarbeiterin in den mehr als wohl-
„Ob in der vollstationären- oder der von auch sie leider nicht verschont Wir wünschen Regina Göbel für die verdienten Ruhestand. Was dem
Tagespflege – man verbringt mit geblieben ist: dem Alter. Nach wie Zukunft alles Gute, freuen uns über Kolleg*innen-Team aus Oberkirch
den älteren Menschen regelmäßig vor mache ihr die Arbeit viel Spaß, die noch übrigbleibende Zeit, in der jedoch bleibt, sind die vielen schö-
eine längere Zeit. Da wachsen ei- doch sie merke, dass manche Din- sie tatkräftig bei uns im Schwes- nen Erinnerungen, die ihnen Ing-
nem die Leute natürlich ans Herz ge mittlerweile etwas schwerer fal- ternverband mit anpackt! Herzli- rid Witt bescherte. Für ein würdiges
und dann macht das auch einfach len als früher. „Die Knochen wer- chen Dank für das Engagement! „Auf Wiedersehen“ gab es an ihrem
Spaß auf der Arbeit. Ich fühl mich letzten Tag zwei Kuchen und eine
dort wirklich fast wie zu Hause“, er- große, belegte Brezel. Und natürlich
zählt die Pflegefachkraft stolz. erhielt die Rentnerin auch ein klei-
Doch nicht nur der Pflegeberuf nes Abschiedspräsent. Das Team
selbst stellte sich für Regina Göbel des „Service-Center-Oberkirch“
als die richtige Wahl heraus, son- Leichte Sprache und der gesamte Schwesternver-
dern auch speziell die Entschei- band wünschen Ingrid Witt alles
dung für den Schwesternverband Gute für den weiteren Lebensweg.
erwies sich als Volltreffer. Als Ehe- Regina Göbel arbeitet seit 40 Jahren
frau und Mutter eines Sohnes hat-
te sie nie die geringsten Probleme beim Schwesternverband.
ihr Berufsleben mit privaten Ver- Früher war sie im Eifelhaus.
Arbeiten beim Schwesternverband
Arbeiten beim Schwesternverband
antwortlichkeiten zu vereinbaren.
Auch als ihre Mutter krank wurde Heute arbeitet sie in der Tages-Pflege
und ihre Unterstützung benötigte,
nahmen Führungskräfte und das in Bitburg.
gesamte Mitarbeiter*innen-Team Sie ist Altenpflegerin.
stets Rücksicht auf ihre familiäre
Situation. „Da gab es nie irgend- Sie pflegt und betreut alte Menschen.
welche Schwierigkeiten, wenn ich
mal früher gehen musste oder mal Sie liebt ihre Arbeit und die Menschen.
18 eine Schicht tauschen wollte“, er- 3 Pflegedienstleiter Karl-Heinz Haupt verabschiedet seine langjährige Mitarbeiterin. 19Puppen in der Pflege an, lehrte diese wie der Kontakt
zwischen Puppe und Bewohner*in
aufgebaut wird oder auch wie mit
manent gemachten Erfahrungen
liefern inzwischen etliche Mög-
lichkeiten und verschiedenste
Hilfe der Puppe Problemsituati- Ansätze, um die Lebensqualität
Akademie bildet „Puppen-Expert*innen“ aus onen gelöst werden können. Es und Fähigkeiten pflegebedürf-
liegt natürlich nahe, dass in dieser tiger Menschen zu fördern. Der
Schulung in gewissem Maße auch Pflegeträger achtet es demnach
Die beiden Mitarbeiter*innen Von einer Therapiepuppen- zulösen und somit einen Kontakt Entertainer-Qualitäten vermittelt als sein Selbstverständnis, sich
Margit Frombach und Silvia Fortbildung hören viele vielleicht zu den betroffenen Personen zu werden, wie beispielsweise das an- immer wieder aufs Neue selbst
Schieder vom „Haus im Glantal“ zum ersten Mal, allerdings wird erleichtern. Darüber hinaus kön- schauliche Erzählen von Geschich- zu reflektieren, um somit nicht in
machten sich im Rahmen einer dieses spannende Seminar beim nen sie kommunikative Fähigkei- ten und Märchen. Mit besonderem festgefahrenen Mustern zu ver-
Fortbildung an der „Akademie“ Schwesternverband in seinen drei ten fördern sowie Wachheits- und Augenmerk zielt die Veranstaltung harren und sich dadurch Fort-
Arbeiten beim Schwesternverband
Arbeiten beim Schwesternverband
des Schwesternverbandes zu ech- unternehmenseigenen Pflege- Aufmerksamkeitsgrad erhöhen. vor allem darauf ab, das Erlernte im schritt und Qualitätsgewinn zu
ten Puppen-Expert*innen. Dabei schulen (Neunkirchen, Bitburg Wer glaubt es handele sich da- praktischen Alltag umzusetzen und verschließen. Umso erfreulicher
handelt es sich jedoch nicht ein- und Nonnenweier) angeboten. bei um einfache „Spielereien“ oder zu integrieren. ist dann zu sehen, dass das Ange-
fach um irgendwelche Puppen, Denn besonders im Umgang mit eine simple Form der Belustigung, Die Welt dreht und entwickelt bot entsprechend geschätzt und
sondern um sogenannte The- Menschen, die von einer demen- den können Silvia Schieder und sich bekanntlich immer weiter. auch angenommen wird. Margit
rapiepuppen, bezüglich deren ziellen Erkrankung betroffen sind, Margit Frombach nun vom Ge- Genauso tun das auch die Pfle- Frombach und Silvia Scheider be-
Handhabung und Anwendung sie kann der Einsatz solcher Puppen genteil überzeugen. Dozent Walter geberufe. Dessen ist man sich richteten von all dem Spaß, den sie
sich in einem zweitägigen Semi- als wahrer Türenöffner fungieren. Görg leitete die Teilnehmer*innen auch beim Schwesternverband dabei hatten und dass sie es kaum
nar schulen ließen. Mit ihnen gelingt es, positive Reak- in dem Seminar zu einem profes- bewusst. Sowohl Wissenschaft erwarten können, das Erlernte in
20 tionen auf der Gefühlsebene aus- sionellen Umgang mit der Puppe und Forschung, als auch die per- der Praxis anzuwenden. 21„Wir sind ein schönes Team Chefin Daniela Willemsen hat hier ten Kunden sind so froh, dass sie
von Jung und Alt und kommen gut eine lösungsorientierte und gut zuhause versorgt werden können.
zusammen klar“, schwärmt Ma- funktionierende Struktur gefun- Sie sind sehr dankbar und freund-
rianne Kinnen, die seit Mai 2016 den, wie sie den Wünschen ihrer lich.“ Die Arbeit macht ihr so viel
beim Schwesternverband arbeitet. Arbeitnehmer nahkommen kann. Freude, dass sie sich sogar nochmal
Zuerst war sie in Bitburg in der Ta- Ob „Mutti-Touren“ oder auch mal weitergebildet hat und seit Septem-
gespflege angestellt, seit Dezem- kurzfristige Änderungen – im „Ser- ber 2021 Praxisanleiterin beim Bet-
ber 2017 arbeitet sie in der Verwal- vice-Center Bettingen“ ist das kein tinger Pflegedienst geworden und
tung des Bettinger Pflegedienstes. Problem. damit für die Betreuung der Schü-
Hier hat sie viele Kundenkontakte, „Bei uns ist eine individuelle ler*innen zuständig ist.
auch mit den Bewohner*innen Arbeitszeitgestaltung möglich“, Aber die Freude an der Arbeit
der „Service-Wohnungen“, die sagt Hildegard Weyres aus Ritters- hat sie – zumindest zum Teil – eben-
vom Schwesternverband vermie- dorf. Sie ist die Schwester von Ma- so dem guten Team und Chefin
tet werden. Sie mag ihre Arbeit, rianne Kinnen und wohnt wie sie Daniela Willemsen zu verdanken.
findet sie abwechslungsreich: „Es in Rittersorf. Seit 1989 arbeitet sie „Unsere Pflegedienstleiterin geht
ist ein schönes, facettenreiches schon beim Schwesternverband, auf uns ein und versucht unseren
Zwei Schwestern
und individuelles Arbeiten. Es ist hat bereits ihre Ausbildung zur Dienstplanwünschen nachzukom-
Hildegard Weyres ist mit dem wirklich spannend. Ich habe schon Altenpflegerin im „Eifelhaus“ in men. Ihr ist es wichtig, dass die
Schwesternverband groß gewor- viele interessante Menschen ken- Bitburg absolviert. Unter anderem Mitarbeiter zufrieden sind. Auch
im Schwesternverband
den. Bereits ihre Ausbildung ab- nengelernt, gerade im Bereich des nach 14 Jahren im Nachtdienst, kurzfristige Dienstplanänderun-
solvierte sie bei dem Träger für Service-Wohnens.“ In Rücksprache sechs Jahren in der Tagespflege ist gen sind bei Bedarf möglich und
stationäre und ambulante Diens- mit Daniela Willemsen, der Pfle- sie Anfang 2020 beim ambulanten es klappt sehr gut“, lobt sie die Zu-
te für *innen sowie Menschen mit gedienst- und Regionalleiterin für Pflegedienst gelandet. Eigentlich sammenarbeit. Wechseln zurück in
Arbeiten beim Schwesternverband
Arbeiten beim Schwesternverband
Beeinträchtigungen. Sie hat viele ambulante und teilstationäre An- durch Zufall, denn zu Beginn der den stationären oder teilstationä-
Marianne Kinnen und Hildegard Weyres Arbeitsbereiche ausprobiert: vom gebote beim Schwesternverband in Coronapandemie wurden die Ta- ren Bereich will sie auf jeden Fall
Nachtdienst über Tagespflege bis der Eifel, kann sie sich ihre Bürozei- gespflegen geschlossen und für nicht mehr: „Es ist wirklich sehr
arbeiten beim „Service-Center Bettingen“ hin zum ambulanten Pflege- ten flexibel einteilen. die Mitarbeiter*innen wurde eine harmonisch. Und ich empfinde die
dienst in Bettingen. Hier fühlt sie Flexible Dienstzeiten sind im neue Arbeitsmöglichkeit gesucht. ambulante Pflege nicht so anstren-
sich nun angekommen, hat nette Büro natürlich einfacher zu gestal- „Ich habe immer gedacht, ich sei gend, wie den stationären Bereich.
Kolleg*innen. Darunter auch ihre ten als in der Pflege, aber auch die ein stationärer Typ. Ich hätte nie Vielleicht ist ambulant wirklich was
Schwester Marianne Kinnen, die Mitarbeiter*innen des Pflegediens- geglaubt, dass es mir in der am- für Ältere.“
beim „Service-Center Bettingen“ tes loben die Berücksichtigung der bulanten Pflege so gut gefällt“, sagt
22 in der Verwaltung arbeitet. individuellen Dienstplanwünsche. Hildegard Weyres: „Die ambulan- 233 Personalleiterin Heike Müller-
Grübner (rechts) mit zwei Azubis der
Hauswirtschaft und Serviceleiterin
Lisa Druschke (links) aus dem
„Haus Hubwald“.
Organisationsentwicklung
im Miteinander
Schwesternverband Dienstleistungsgesellschaft mbH
für lebensphasenbewusste Personalpolitik geehrt
Die Schwesternverband Dienstleistungsgesellschaft nochmals unser Bewusstsein dafür geschärft, wie
mbH ist mit dem Zertifikat zum „audit berufund sehr Entwicklung, Umsetzung und Nutzen von Ver-
familie“ geehrt worden. Bereits zum zweiten Mal – einbarkeitsangeboten von dem Miteinander abhängig
wie ein Jahr zuvor auch schon die anderen Unter- sind – dem Miteinander von Arbeitgebern und Arbeit-
nehmen des Schwesternverbandes. Erfolgte die nehmenden sowie vor allem auch von Beschäftigten
Zertifizierung bereits Ende letzten Jahres, so fand untereinander. Kurzum: Eine familien- und lebens
nun die Würdigung für die strategisch angelegte phasenbewusste Personalpolitik braucht solidarisches
familien- und lebensphasenbewusste Personalpoli- Denken und Handeln. Gegenseitige Unterstützung
tik im Rahmen eines Zertifikats-Online-Events statt, und Zusammenarbeit ermöglichen bzw. stärken trag-
zu dem sich zahlreiche Gratulant*innen einfanden: fähige Vereinbarkeitslösungen und schaffen die Basis
u.a. Bundesfamilienministerin Lisa Paus MdB. für ein faires und gesundes Betriebsklima – insbeson-
dere in einer Zeit der Umbrüche. Das stellen auch die
Die webbasierte Veranstaltung war insgesamt 343 nach dem „audit berufundfamilie“ oder „audit famili-
Ausbildung beim Schwesternverband
Arbeitgeber*innen gewidmet, die in den vorangegan- engerechte hochschule“ zertifizierten Organisationen
Arbeiten beim Schwesternverband
genen zwölf Monaten erfolgreich das „audit berufund- eindrucksvoll unter Beweis. Der mit 343 Zertifikats
familie“ oder „audit familiengerechte hochschule“ empfängern besonders starke Jahrgang hat vor und
durchlaufen hatten. Das von der berufundfamilie Ser- in der Krise unzählige Ideen und Maßnahmen entwi-
vice GmbH angebotene Managementinstrument sorgt ckelt, die unser Jahresmotto „miteinander vereinbaren
dafür, dass eine familien- und lebensphasenbewusste – gesund, fair, zusammen“ absolut untermauern und
Personalpolitik nachhaltig gesteuert und umgesetzt zudem zukunftsweisend für die jeweilige Organisation
werden. und für die gesamte Arbeitswelt sind. Wir freuen uns
Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfa- daher nicht nur über das Erreichte, sondern auch auf
milie Service GmbH, unterstrich anlässlich des Zer- das, was noch entsteht!“
24 tifikats-Online-Events: „Die Coronapandemie hat 25Tolles Kooperations-Projekt Wer sich für einen Beruf in der Pflege entscheidet,
der entscheidet sich vor allem dafür, die Gesundheit
und Lebensqualität anderer Menschen zu fördern.
Doch dabei sollte eines auf keinen Fall in Vergessen-
„Akademie“ des Schwesternverbandes heit geraten: nämlich die eigene Gesundheit.
sorgt für Gesundheit der Auszubildenden So schloss sich die „Akademie“ des Schwestern-
verbandes mit der Barmer Krankenkasse und der Be-
rufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohl-
fahrtspflege für ein gemeinsames Projekt zusammen.
Das Ziel dahinter ist es, die Auszubildenden der ge-
neralistischen Pflege- und Pflegeassistenzausbildung
zu begleiten und neben den fachspezifischen Kom-
petenzen, den Blick für deren eigene Gesundheit zu
schärfen.
Bereits im Oktober letzten Jahres wurden die Azu-
bis für Themen wie Arbeitsschutz, Hautschutz und
Bewegung sensibilisiert. Im März dieses Jahres waren
Ausbildung beim Schwesternverband
Ausbildung beim Schwesternverband
dann Themen wie Rückengesundheit, Kinästhetik,
Gehirntraining mittels Koordinationsübungen und
Selbsterfahrungen bezüglich altersbedingter, körper-
licher Einschränkungen dran.
Der Schwesternverband freut sich sehr über das
Projekt und die fortschrittliche Denkweise hinter der
Idee. Als Pflegeträger haben bei dem Verband An-
liegen wie Gesundheit, Lebensqualität und Selbst- Folgen Sie uns bei Instagram,
verwirklichung oberste Priorität. Das gilt sowohl für dort erfahren Sie mehr zum
Mitarbeiter*innen als auch für die Klient*innen und Thema Ausbildung:
26 Bewohner*innen. 27Die Ausbildung im Saarland – Freiwilligendienste
Mehr als Pflege
Werde SUPERRELEVANT Am Sitz des Schwesternverbandes sind neben den
Ausbildungen in der Pflege weitere Einstiege in die
Natürlich sind in allen unseren Einrichtungen in allen
Bundesländern auch Freiwilligendienste (Freiwilliges
beim Schwesternverband –
vielfältigen Arbeitsbereiche des Trägers möglich. Soziales Jahr oder Bundesfreiwilligendienst) möglich.
Unsere „Akademie“ in Neunkirchen ermöglicht da- Hier erhalten die meist jungen Erwachsenen einen
Wir brauchen Dich mehr denn je!
bei die theoretische Wissensvermittlung und bildet ersten Eindruck in die Arbeit in unseren Häusern und
Pflegefachmänner und -frauen, Pflegeassistent*in- können im Anschluss entscheiden, ob und welche
nen und auch Heilerziehungspfleger*innen aus. Ausbildung für sie infrage kommt.
Letzteres wird ab dem kommenden Schuljahr beim
Schwesternverband sogar mit einem Ausbildungsge-
Spätestens seit der Corona-Pandemie wissen wir, Wenn Du das auch so siehst, dann ist eine Ausbil- halt vergütet. Als einziger Träger im Saarland geben wir
wie wichtig Pflegekräfte sind. Die Bewohner*innen dung in der Pflege (Pflegefachmann/frau oder Pflege- damit der Ausbildung den Stellenwert, den sie verdient.
von Pflegeeinrichtungen brauchen Menschen, die helfer*in bzw. Pflegeassistent*in) beim Schwesternver- Doch nicht nur die Pflege bietet Ausbildungsmög-
für sie da sind. Und das geben sie auch zurück – mit band für Dich die richtige Perspektive. Eine intensive lichkeiten. An verschiedenen Standorten wie Eppel-
einem Lächeln, einem Dankeswort oder einer einfa- Einarbeitung mit einer umfänglichen Betreuung ste- born und Ottweiler wird auch zum/zur Hauswirt-
Ausbildung beim Schwesternverband
Ausbildung beim Schwesternverband
chen Geste. Das berührt emotional und macht einem hen bei uns an erster Stelle. Praxisanleiter*innen und schafter*in ausgebildet. In drei Jahren werden die Hört sich gut an?
deutlich, wie sehr man gebraucht wird. Führungskräfte haben immer ein offenes Ohr. Eine Azubis zu wahren Organisationstalenten, die in vielen Dann informier Dich gerne auf unserer Home-
dienstfreie Zeit während des Schulblocks sowie eine verschiedenen Bereichen angelernt werden. Zum Bei- page über unsere verschiedenen
Übernahme nach erfolgreich abgeschlossener Ausbil- spiel üben sie das professionelle Eindecken der Tische Ausbildungsmöglichkeiten:
dung sind garantiert. Fort- und Weiterbildungen wer- bei Feierlichkeiten, sie zeichnen sich für die saisonale www.ausbildung.schwesternverband.de
den beim Schwesternverband groß geschrieben. Ein Dekoration der Einrichtungen verantwortlich, erhal-
„Aufstieg“ innerhalb des Unternehmens und eine in- ten unter anderem Einblicke in die Bereiche Küche, Auch Mitarbeiterin Sophie Kiefer vom
dividuelle Karriereplanung werden unterstützt, auch Wäsche und Reinigung. Unsere Kindertagesstätte in Recruiting hilft gerne bei Fragen weiter:
mit Wechsel von Einsatzort oder -bereich – schließlich Heusweiler hat aber auch einiges zu bieten. Seit 2021 sophie.kiefer@schwesternverband.de,
ist der Schwesternverband an rund 50 Standorten in bilden wir hier auch Erzieher*innen im Rahmen der T. 06824 909 148.
28 fünf Bundesländern aktiv. praxisintegrierten Ausbildung aus. 29Sie können auch lesen