Herausforderungen und Fallstricke der Schienentherapie - KZV Berlin

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Herausforderungen und Fallstricke der Schienentherapie - KZV Berlin
Thema

     Obstruktive Schlafapnoe

     Herausforderungen und Fallstricke
     der Schienentherapie
     D      ie obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist die häufigste schlafbe­
            zogene Atmungsstörung und zeichnet sich durch Tagesmü­
     digkeit, Konzentrationsstörungen und unerholsamen Schlaf aus45.
                                                                           Schweregrades der OSA für Erwachsene folgende Abstufungen –
                                                                           für Kinder gelten geringere Grenzwerte – bezogen auf die Anzahl
                                                                           von Apnoe- und Hypopnoe-Ereignissen pro Stunde Schlaf (Apnoe-
     Patienten beschreiben im gleichen Zuge oft das akustische Phäno­      Hypopnoe-Index, AHI) an54:
     men des „Schnarchens“, welches das eigentliche Ausmaß der Er­         • leichte OSA: AHI 5–15/Std.
     krankung nur unzureichend beschreibt und nicht als Indikator für      • moderate OSA: AHI 15–30/Std.
     den Schweregrad betrachtet werden darf. Hauptursächlich ist die       • schwere OSA: AHI ≥ 30/Std.
     OSA auf den repetitiven Kollaps der oberen Atemwege – mit ge­
     häuften Apnoen/Hypopnoen und zyklischem Absinken der Sauer­           Prävalenz und klinisches Bild der OSA
     stoffsättigung im arteriellen Blut24 – zurückzuführen. Die OSA als    Die Gesamtprävalenz der OSA in der Bevölkerung der west­
     Krankheit und damit ihre kardiovaskulären Langzeitfolgen27 soll­      lichen Industrieländer liegt laut aktueller Literatur zwischen 6
     ten immer von dem Phänomen „Schnarchen“ durch fachärztliche           und 14 %17,24. Die Studien zeigen ein heterogenes Bild auf, da
     schlafmedizinische Expertise abgegrenzt werden. Bei beiden Dia­       die Schlafapnoe bei Erwachsenen oft nicht frühzeitig diagnostiziert
     gnosen kann die Zahnmedizin mittels Unterkieferprotrusionsschie­      wird60.
     ne (UPS) die schlafmedizinischen Therapieoptionen leitlinienge­       In der erwachsenen Bevölkerung sind Frauen insgesamt seltener
     recht erweitern.                                                      betroffen als Männer. Ebenso steigt die OSA-Prävalenz mit zuneh­
                                                                           mendem Alter und Body-Mass-Index (BMI) an41,50.
     Definitionen                                                          Die betroffenen Patienten klagen über lautes Schnarchen, exzes­
     Die Schlafmedizin unterteilt die schlafbezogenen Atmungsstö­          sive Tagesmüdigkeit, Hypersomnie und Leistungsverluste. Die be­
     rungen (SBAS) in 4 Hauptgruppen53. Die Atmungsstörungen mit           schriebenen Symptome sind primär auf die Schlaffragmentierung
     Obstruktion sind von denen ohne Obstruktion der oberen Atem­          zurückzuführen. Der nächtliche Kollaps der oberen Atemwege
     wege abzugrenzen. Bei den schlafbezogenen Atmungsstörungen            führt zur Verringerung oder Unterbrechung des Luftstroms zur Lun­
     ohne Obstruktion unterscheidet man zwischen dem zentralen             ge und damit zu Weckreaktionen des Körpers33. Das anatomische
     Schlafapnoe-Syndrom und den schlaf­bezogenen Hypoventilations-        Problem der Einengung der Atemwege wird von weiteren „nicht­
     und Hypoxämie-Störungen54. Diese Erkrankungen sind nicht mit­         anatomischen“ pathogenetischen Faktoren ver­stärkt. Hierzu zählen
     tels UPS therapierbar. Die OSA ist hauptursächlich auf eine Enge      beispielweise Veränderungen der kortikalen Erregungsschwelle,
     im oberen Atemweg zurückzuführen und wird laut internationa­          den sogenannten Arousals13, oder eine instabile Atemkontrolle,
     lem Klassifikationssystem für Schlafstörungen und Normvarianten       dem „Loop gain“58.
     („International classification of sleep disorders – Third edition“,   Die im klinischen Bild oft fremdbeobachteten Symptome sind wie­
     ICSD-31) der American Academy of Sleep Medicine (AASM)                derum differenzialdiagnostisch von depressiven Störungen oder
     durch folgende Diagnosen definiert:                                   der Insomnie abzugrenzen. Die unbehandelte schwere OSA kann
     1. 15 oder mehr vorwiegend obstruktive respiratorische Ereignisse     eine Vielzahl von Begleiterkrankungen und ein relevant erhöhtes
         pro Stunde Schlaf oder                                            kardiovaskuläres Mortalitätsrisiko zur Folge haben59. Aus diesem
     2. mindestens 5 respiratorische Ereignisse pro Stunde Schlaf in       Grund ist bei einer Verdachtsdiagnose die entsprechende Abklä­
         Kombination mit einem weiteren Symptom.                           rung durch einen Schlafmediziner erforderlich. Auch bei leichten
                                                                           oder moderaten Schweregraden kann es im Zuge der OSA zu kar­
     In diesem Zusammenhang werden folgende klinisch relevante
                                                                           diovaskulären, neurologischen oder metabolischen Folgeerkran­
     Symptome genannt:
                                                                           kungen kommen29.
     1. Schläfrigkeit,
                                                                           Auch im Kindesalter ist die OSA die häufigste SBAS und liegt un­
     2. Erwachen mit Atemnot,
                                                                           abhängig vom Geschlecht bei Häufigkeiten von bis zu 5 %7,26,39,51.
     3. lautes Schnarchen/Atempausen (fremdbeobachtet),
                                                                           Die Literatur beschreibt das kindliche Schnarchen als Vorstufe der
     4. vorhandenes Krankheitsbild der Hypertonie, Diabetes mellitus
                                                                           OSA. Das klinische Bild der Kinder mit OSA zeigt Hinweise wie
        Typ 2, Herzerkrankung.
                                                                           eine Unterkieferrücklage, einen dolichofazialen Gesichtstyp, eine
     Die genaue Diagnosestellung mittels Polysomnographie (PSG)            transversale Enge der Maxilla, eine dorsokaudale Zungenlage und
     oder ambulanter Methoden sollte immer durch eine fachärztliche        eine erhöhte Schläfrigkeit36. Die erhöhte Tagesschläfrigkeit kann zu
     Abklärung erfolgen. Ebenso liegt die Evaluation des Schweregra­       kognitiven Verhaltensstörungen und daraus resultierenden schlech­
     des der OSA in der Hand der Schlafmediziner und ist nicht Ge­         ten Schulleistungen führen28,56. Als Folge kann die OSA soziale
     genstand dieser Veröffentlichung. Die AASM gibt hinsichtlich des      Auswirkungen auf das betroffene Kind haben. Der Zusammen­

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Thema

hang zwischen Adipositas und atembedingten Schlaf­störungen im                    sowie sagittalen Limitationen in den oberen Luftwegen („Posterior
pädiatrischen Alter ist seit Langem bekannt und in der Literatur                  airway space“, PAS), etwa aufgrund einer mandibulären Retrogna­
beschrieben30.                                                                    thie, können positive Einflüsse auf kausaler Ebene erzielt werden.
Ebenso korrelieren kraniofaziale Wachstums­ver­änderungen mit
der Atemwegseinengung16. Diver­se syndromale Erkrankungen wie                     Diagnostisches Vorgehen
Trisomie 21 und Pierre-Robin-Sequenz haben ein erhöhtes Risiko                    Der Goldstandard der Diagnostik ist die Messung des pharyngea­
für das Schlafapnoesyndrom, wobei die Pathomechanismen meist                      len Drucks, ab dem die oberen Atemwege kollabieren. Dies erfolgt
unterschiedlich und multifaktoriell bedingt sind55.                               mithilfe einer Nasenmaske und eines „Positive airway pressure“
Im kindlichen Schädelaufbau kann das Vorhandensein eines                          (PAP)-Gerätes unter PSG-Bedingungen im Schlaflabor33.
schmalen harten Gaumens, eines kleinen und/oder retropositio­                     Die Teil-Aktualisierung der S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/
nierten Unterkiefers, einer adenotonsillären Hyperplasie oder ei­                 Schlafstörungen“ der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung
ner Kombi­nation der oben genannten Befunde ursächlich für die                    und Schlafmedizin (DGSM) weist ausdrücklich darauf hin, dass
Einengung der Atemwege sein. Diese stark prädisponierenden                        die klinische Untersuchung der anatomischen Veränderungen der
anatomischen Merkmale führen zusammen mit einer Fehlregu­                         oberen Atemwege und des Gesichtsschädels für eine ausreichen­
lation neuromuskulärer Faktoren zur OSA. Auch kindlicher Bruxis­                  de Diagnostik durchzuführen ist52 und durch einen qualifizierten
mus, welcher laut ICDS-3 zu den schlafbezogenen Bewegungs­                        Fachkollegen (HNO-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie,
störungen1 gehört, wird damit in Zusammenhang gebracht und                        Kieferorthopädie, spezialisierter Zahnarzt) erfolgen sollte.
beeinflusst das nächtliche Schlaf­muster15.                                       Bei zutreffender Anamnese und klinischen Auffälligkeiten kann
Das kindliche OSA kennt variable Manifestationen und Verdachts­                   in der zahnärztlichen Praxis mittels geeigneter Fragebögen6 ein
fällen sollte frühzeitig nachgegangen werden. Die Behandlung der                  OSA-Screening erfolgen. Bei der extraoralen Untersuchung kön­
erkrankten Kinder erfolgt synergistisch durch die Kieferorthopädie,               nen Übergewicht, ein großer Halsumfang und nach hinten schiefe
die Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Heilkunde, die Logopädie und die                       Gesichtsprofile auf die OSA hinweisen. Bei der intraoralen Unter­
Pädiatrie. Insbesondere durch die Funktionskieferorthopädie und                   suchung stehen enge Rachenverhältnisse, transversale Engstände
die frühzeitige Korrektur von transversalen skelettalen Einengungen               und Distalbisslagen im Vordergrund. Hervorzuheben ist, dass die

                                                                                                                                                                Universitätsklinikum Tübingen, Abteilung für Kieferorthopädie

 a                                                                                 b

Abb. 1a und b  Darstellung eines Ausschnittes der oberen Luftwege („Posterior airway space“, PAS): PAS von lateral rechts (a) und dorsal (b) mit ausgewogenen
Verhältnissen des Atemweges. Es zeigen sich die deutlichen Unterschiede zwischen der transversalen und sagittalen Dimension in den unterschiedlichen Höhen
des PAS.

                                                                                                                                            12 | 2021 MBZ                                                                       11
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      a                                                                                   b

     Abb. 2a und b  Darstellung eines Ausschnittes des PAS von lateral rechts (a) und dorsal (b) bei einem Patienten mit kraniofazialer Fehlbildung (Apert-Syndrom).
     Es zeigen sich im lateralen Bild die deutliche anterior-posteriore Einengung sowie in der dorsalen Darstellung die deutlichen Unterschiede in der transversalen
     Dimension in den unterschiedlichen Höhen des PAS. Diese transversalen Limitationen sind im Fernröntgenbild lateral nicht ersichtlich.

     leitliniengerechte Diagnostik auch einen Zahnstatus und eine Ein­                  Die nächtliche Positivdruckbeatmung („Conti­nu­ous positive airway
     schätzung der muskulär und artikulär möglichen Unterkieferprotru­                  pressure“,CPAP) gilt als Standardverfahren in der Behandlung der
     sion beinhaltet52. Die Fernröntgenseitenaufnahme (FRS) zählt zu                    OSA. Ab einem AHI ≥ 15/Std. (entsprechend einer moderaten
     den standardisierten diagnostischen Mitteln der Kieferorthopädie                   OSA) oder einem AHI 5–15/Std. (leichte OSA) und vorhandener
     und ermöglicht die zweidimensionale Beurteilung in der sagittalen                  Begleiterkrankung ist die Indikation für die Einleitung einer CPAP ge­
     Dimension des PAS der Patienten. Die dorsoventrale Querschnitts­                   geben. Die Therapie der OSA ist als erfolgreich zu werten, wenn die
     fläche des Pharynx, welche bei OSA-Patienten im Durchschnitt                       Maske mehr als 4 Stunden pro Nacht in mehr als 70 % der Nächte
     meist kleiner ist als bei Gesunden, wird im FRS nur zweidimensi­                   verwendet wird49. Die Literatur beschreibt allerdings, dass 40 bis
     onal abgebildet, welches eine Limitation des Verfahrens darstellt38.               60 % der Patienten die Behandlung mit CPAP abbrechen oder die
     Die Vermessung des PAS erfolgt z. B. auf Höhe des nach dorsal ver­                 Maske nicht ausreichend verwenden, um einen positiven Effekt für
     längerten Nasenbodens, der Zahnreihe, der Uvula und des Mandi­                     ihre Gesundheit zu erzielen5.
     bularplanums. Da es sich um eine zweidimensionale Bildgebung                       Diese Studienergebnisse zeigen die Schwierigkeiten in der CPAP-
     handelt, kann keine Aussage über den gesamten dreidimensionalen                    Compliance auf. Die Behandlung mittels CPAP ist mit einem um­
     Durchmesser des PAS gegeben werden4. Die dreidimensionale                          fangreichen Spektrum an Nebenwirkungen verbunden. Mund­
     Darstellung des PAS mittels der digitalen Volumentomografie (DVT)                  trockenheit, Druckgeschwüre, Maskenverlagerungen, Luft-Leckage,
     unterliegt aufgrund der erhöhten Strahlendosis strengeren Indikati­                chronische Sinusitis oder Aerophagie durch zu hohe Beatmungs­
     onsstellungen und steht somit nicht als routinemäßige Bildgebung                   drucke limitieren die Therapieadhärenz2,40. Ebenso kann die soziale
     zur Verfügung (Abb. 1 und 2).                                                      Interaktion und schlussendlich der „häusliche Frieden“ unter dem
                                                                                        Einsatz der nächtlichen Maske leiden20. Langzeitstudien zeigen
     Therapie der OSA                                                                   ebenfalls, dass die CPAP-Behandlung Auswirkungen auf die Ok­
     Die Therapieindikation ist abhängig vom Schweregrad des                            klusion hat und zu einer Verringerung des Overbite und Overjet
     Schlafapnoe-Syndroms (Sauerstoffsättigung, Apnoe-Dauer und                         führt57. Diese Vielzahl an Nebenerscheinungen kann bei den Pa­
     -Anzahl) sowie den Begleit- und Folgeerkrankungen45. Gewichts­                     tienten zur einer CPAP-Intoleranz führen.
     reduktion bei Adipositas, Schlafhygiene, oropharyngeale Übungen,                   Alternativtherapien sind Lagerungshilfen zur Verhinderung der Rü­
     Vermeidung der Rückenlage und Verzicht auf Alkohol gelten als all­                 ckenlage, Hypoglossusnervstimulationen, invasive chirurgische Ver­
     gemeine Verhaltensmaßnahmen34.                                                     fahren48 oder die Therapie mittels UPS, die in der internationalen

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Thema

Literatur meist unter dem Begriff „Mandibular advancement device“      Zur Erweiterung des PAS sollte darüber hinaus – unter strenger
(MAD) beschrieben wird.                                                Indikationsstellung – die Adenektomie/Tonsillektomie bzw. Ade­
Nachdem der Patient durch einen qualifizierten Schlafmediziner die     notomie/Tonsillotomie in Betracht kommen8. Der Vollständigkeit
Diagnose der leichten bis mittelgradigen OSA mit einem AHI < 30/       halber wird weiterführend auf die komplexe Thematik der kombi­
Std. und einem BMI < 30 erhalten hat, kann die UPS als alterna­        niert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlung, die nach
tives, leitliniengerechtes Behandlungsgerät eingesetzt werden34,45.    Wachstumsabschluss bei entsprechender kraniofazialer Konfigura­
Vor Therapiebeginn sollten eine zahnärztliche Unter­suchung so­        tion eine kausale Therapieoption zur dauerhaften Erweiterung des
wie ein Funktionsbefund des Kiefergelenkes, der Kaumuskulatur          PAS darstellen kann, sowie auf weitere chirurgische Maßnahmen
und ein parodontaler Befund vorliegen. Die aktuelle Studien­lage       im Bereich der Zunge, des weichen Gaumens und der Pharynx­
zeigt, dass die UPS nicht genauso effektiv wie die CPAP ist, aber      wand verwiesen.
gleichbedeutende therapeutische Vorteile bringen kann12,44. Die
Tagesschläfrigkeit, Bluthochdruck und die neuropsychologischen         Herausforderungen in der Behandlung mit der UPS
Funktionen werden unter der UPS-Therapie verbessert21. Die Schie­      Insbesondere bei CPAP-Unverträglichkeit ist die UPS eine adäquate
nentherapie dient – wie auch die CPAP – der symptomatischen            Therapiealternative, die jedoch unerwünschte Nebenwirkungen
Behandlung der Erkrankung und trägt damit zur langfristigen Le­        und langfristige unerwünschte Folgen auslösen kann. Die meisten
bensqualitätssteigerung des Patienten bei42. Die Schienen zeigen       Komplikationen in der Behandlung mit UPS sind temporär und
vielfältige Vorteile und sind verglichen mit CPAP nichtinvasiv, ge­    können bei regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen frühzeitig ent­
räuschlos, transportabel und gut tolerier­bar. Bei schwerer OSA ist    deckt und abgewendet werden.
die UPS eine Alterna­tive für Patienten, die andere Therapien ableh­   Nach präziser Abformung der Zahnbögen sollte dem Patienten
nen oder nicht vertragen32,35. Die kardiovaskulären Risiken und die    zur Verbesserung der OSA-Symptomatik eine individuell für den
Tagesschläfrigkeit sollten nicht unbehandelt bleiben.                  Patienten im zahntechnischen Labor hergestellte UPS eingesetzt
Der Unterkiefer wird mittels der UPS gegen den Oberkiefer funktio­     werden. Laut der aktuellen S3-Leitlinie der DGSM sind bi­maxillär
nell nach ventral geführt und fixiert (meist etwa 75 % der maxima­     verankerte und adjustier- bzw. titrierbare Geräte als medizinischer
len Protrusion). Dadurch kommt es zu einer Verlagerung der Zunge       Standard anzusehen45. Diese minimieren unerwünschte Neben­
nach anterior und der Pharynx öffnet sich. Durch die Erweiterung       wirkungen, erzielen bessere Ergebnisse als konfektionierte Geräte
des pharyngealen Volumens auf Höhe des Velums bis zur Epiglottis       und sichern dadurch eine höhere Gerätetoleranz und -wirksam­
verringert sich der Atemwegswiderstand. Ebenso erhöht sich die         keit18. Konfektionierte Schienen, bekannt als „Boil and bite“, sind
passive Muskelspannung in der Pharyngealwand und die Vibrati­          nicht leitliniengerecht und als obsolet zu bewerten. Die Designs
on der Weichteile und der turbulente Luftstrom werden verringert.      der UPS sind vielfältig und sollten Anpassungen in den vertikalen
Als Folge verbessern sich die Atemaussetzer und das Schnarchen         und sagittalen Parametern der Schienen ermöglichen. Die sagittale
deutlich35.                                                            Aktivierung reicht im Spektrum von 3 bis 16 mm und sollte bei je­
Bei noch vorhandenem Restwachstum liegt das kurative kausale           dem Kontrolltermin evaluiert und ggf. angepasst werden. So kann
Therapieziel in der Wachstumsförde­rung des retrognathen Unter­        bei persistierenden Apnoen der Unterkiefer noch im Nachhinein
kiefers – möglichst mit anteriorer („clockwise“) Rotation der Mandi­   weiter nach vorne adjustiert werden.
bula – oder in der transversalen Erweiterung des harten Gaumens        Bei auftretenden Muskelverspannungen oder Kiefergelenk­
und der skelettalen Oberkieferbasis. Die Behandlung mittels funk­      problemen kann eine Reduzierung des eingestellten Unterkiefer­
tionskieferorthopädischen Geräten der skelettalen Klasse II wirkt      vorschubs oder der verti­kalen Höhe Beschwerden reduzieren14.
anfangs wie eine UPS bei Erwachsenen. Der PAS vergrößert sich          Die Studienlage beschreibt jedoch, dass für ein erfolgreiches Be­
durch die Vorverlagerung des Unterkiefers. Als Thera­pieoptionen       handlungsergebnis die Abhängigkeit zwischen AHI-Ausgangswert
bei funktionskieferorthopädischen Maßnahmen zu nennen sind             und Unterkieferprotrusion beach­tet werden muss46. Diese Ein­
etwa Geräte wie die Vorschubdoppelplatte (VDP), der Aktivator          schränkung im Tragekomfort für den Patienten ist ggf. nötig, um
oder die Herbst-Apparatur25,37 sowie deren Derivate. Bei wach­         eine erfolgreiche Behandlung der OSA sicherzustellen22,47.
senden Patienten sind Zahn- und Knochenveränderungen bei               Kurzzeitige Nebenwirkungen treten normaler­wei­se während der
Verwendung von funktionellen Apparaturen gut dokumentiert. Die         Akklimatisation in den ersten Wo­chen der Therapie auf. Aufgrund
Art des verwendeten Gerätes ist weniger bedeutend als die Trage­       der modifizierten protrudierten Bisstellung des Unterkiefers kommt
dauer und Compliance der Patienten. Durch eine umfassende kie­         es zu Veränderungen im dentoalveolären und funktionellen Be­
ferorthopädische Diagnostik lassen sich bei den jungen Patienten       reich, die die Patienten auf unter­schiedliche Art wahrnehmen kön­
Zahn- und Skelettveränderungen planen, die zur Verbesserung der        nen. Über Neben­wirkungen wie Hypersalivation, Mundtrockenheit,
OSA beitragen und gleichzeitig auch weitere kieferorthopädische        Zahnschmerzen, Zahnfleischreizungen, myofaziale Schmerzen
Behandlungsaufgaben lösen.                                             und Beschwerden des Kiefergelenkes22 sollten Patienten zwin­

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Thema

       a                                        b                                         c                                   d

                                                                                                                                                                   Universitätsklinikum Tübingen, Abteilung für Kieferorthopädie
     Abb. 3a bis d  Darstellung der dentobasalen Situation vor Behandlungsbeginn mit einer „Mandibular advancement device“ (MAD) bei einem ausgewachsenen
     Patienten.

       a                                        b                                     c                                       d

     Abb. 4a bis d  Darstellung der dentobasalen Situation nach Behandlung mit einer MAD ohne körperliche Fassung aller Zähne (Doppelvorschubplatte). Es zeigt
     sich eine deutliche Protrusion der unteren Frontzähne sowie eine Mesialkippung der Zähne im Seitenzahnbereich als Ausdruck einer Nebenwirkung der Kraftaus-
     wirkung der MAD.

     gend aufgeklärt werden. Die individuell hergestellten UPS sind                  von 21 Jahren durch Hamoda et al. festgestellt werden. Verglichen
     durch eine gute körperliche Retention im gesamten Zahnbogen                     mit den zeitgleich auftretenden Zahnveränderungen sind diese aber
     gekennzeichnet und können vom Kieferorthopäden und Zahnarzt                     vernachlässigbar23. Andere Autoren fanden ebenfalls signifikante
     ange­passt werden, um beispielsweise den Druck auf die Zähne                    Veränderungen in den Zahnbeziehungen und in der Position oder
     oder das Zahnfleisch zu verringern. Länger­fristige funktionelle Be­            Größe des Unterkiefers3,43.
     schwerden der Kiefergelenke oder Kaumuskulatur können durch                     Dentale Nebenwirkungen betreffen die Abnahme von Overjet und
     eine begleitende Physiotherapie und spezielle Gymnastik­übungen                 Overbite sowie die Anteinklination der unteren und die Retroinkli­
     reduziert oder vermieden werden9.                                               nation der oberen Schneidezähne11,22. Diese dentalen Auswirkun­
     Der Behandler sollte darauf vorbereitet sein, dass die Wahrneh­                 gen können zu einer Verschlechterung der Ästhetik im Sinne von
     mung der Patienten normalerweise nicht mit objektiven Messun­                   Zahnfleischrezessionen führen. Einige Patien­ten, die sich einer UPS-
     gen korreliert. Berichten Patienten darüber, dass die Zähne am                  Therapie unterzogen, bemerkten ebenfalls okklusale Veränderungen
     Morgen nach Entfernung der UPS nicht mehr aufeinanderpas­                       der Seitenzähne im Sinne von Vorkontakten3,43. Die Kontrolle und
     sen, normalisiert sich diese muskuläre Haltung des Unterkiefers                 Anpassung der UPS sollte regelmäßig bei einem schlafmedizinisch
     meistens nach dem Kauen auf den Mo­laren wieder. Die Reduk­                     weitergebildeten Zahnarzt oder Kieferorthopäden erfolgen, um
     tion des Schnarchens, das Ausbleiben von Atemaussetzern, die                    Spätfolgen zu vermeiden. Der Patient sollte die Bissveränderungen,
     Verringerung der Tagesschläfrigkeit und eine Verbesserung in                    die allgemein als Vorwärtsbewegung der unteren Zähne und kleine
     den Ergebnissen des Screening-Fragebogens stellen – insbeson­                   Rückwärtsbewegung der oberen Zähne beschrieben werden, ver­
     dere bei Fremdbeobachtung – erste Therapieerfolge dar30. Nach                   stehen und akzeptieren. Eine neue Studie von Venema et al. hat
     der Eingewöhnungsphase und der subjektiv optimalen Adjustie­                    die dentalen Effekte der UPS innerhalb eines 10-Jahres-Zeitraumes
     rung der UPS sollte eine PSG mit eingesetzter UPS den Therapie­                 erfasst. Nach 10 Jahren ist mit einer Verringerung des Overjets um
     erfolg überprüfen.                                                              3,5 mm und einer Verringerung des Overbites um 2,9 mm zu rech­
     Langzeitnebenwirkungen beinhalten hauptsächlich dentofaziale Ver­               nen57 (Abb. 3 und 4).
     änderungen10. Signifikante Verände­rungen der Gesichtshöhe und                  Aus diesem Grund stellt die Therapie bei einem Patienten mit einer
     der Kieferbeziehung konnten durch Veränderungen in den FRS-Wer­                 kompensierten Klasse III, bei der es nicht mehr zu einer Bisslage­
     ten (S-N-Go-Gn, SNB) in einer Langzeitstudie über einen Zeitraum                veränderung mit nega­tivem Overjet kommen darf, eine besondere

14   MBZ 12 | 2021
Thema

Herausforderung dar. Die Therapieoptionen sollten abgewogen wer­         Schlussfolgerungen
den, da eine angemessene Pla-nung dieser Fälle eine Aufklärung
des Patienten über eine mögliche kombiniert kieferorthopädisch-          Das dargestellte Krankheitsbild der OSA und die Heraus­
kiefer­chirurgische Behandlung beinhaltet.                               forderungen in der Therapie verdeutlichen, dass der umgangs­
Durch eine regelmäßige Überwachung der UPS im Sinne einer                sprachliche Begriff des „Schnarchens“ nicht ausreicht, um die Pro­
halbjährlichen Verlaufskontrolle können die Passgenauigkeit über­        blematik der Schlafapnoe zu beschreiben. Eine strikte Trennung
prüft und so dentale und myofunktionale Auswirkungen vermieden           des Symptoms des primären Schnarchens und des Schnarchens
werden. Nebenwirkungen sind tolerierbar, wenn durch die UPS die          im Rahmen einer OSA ist klinisch nicht eindeutig möglich, da die
OSA langfristig verbessert werden kann. Ebenso kann die Schienen­        Übergänge bei Veränderungen der oberen Atemwege fließend
therapie bei Patienten mit Kiefergelenksproblemen oder Rezessio­         sind1. Somit darf das Schnarchen nicht als hinreichendes klini­
nen eingesetzt werden, wenn der Patient die auftretenden Begleiter­      sches Symptom zur Beurteilung einer möglichen OSA angesehen
scheinungen zur erfolgreichen Behandlung der OSA hinnimmt. Der           werden. Die Therapie mittels UPS ist leitliniengerecht und bei
behandelnde Kieferorthopäde/Zahnarzt sollte nicht zögern, schon          leicht- und mittelgradiger OSA medizinisch indiziert.
beim Einsetz­termin Physiotherapie zu verschreiben, um Kiefer­           Eine apparative und damit rein symptomatische Behandlung
gelenksbeschwerden vorzubeugen. Regelmäßige Kontrollen durch             der multifaktoriellen Erkrankung der OSA im Erwachsenenalter
einen fachärztlichen Schlafmediziner sind ebenfalls Voraussetzung        kann nur erfolgen, wenn eine sorgfältige Indikationsstellung und
für eine erfolgreiche Therapie. Die Schlafmedizin sollte evaluieren,     der Ausschluss von Kontraindikationen erfolgt sowie die intensi­
inwieweit die kurative zahnärztliche und kieferorthopädische Be­         ve Weiterbetreuung des Patienten möglich ist. Nebenwirkungen
handlung die Atemprobleme und die damit verbundenen klinischen           der UPS auf die Zähne, den Zahnhalteapparat und die Kiefer­
Konsequenzen lösen kann.                                                 gelenke müssen schnell erkannt und soweit möglich behandelt
Weitere Fallstricke, die den aktuell noch zurückhaltenden Einsatz        werden. Die langfristigen Auswirkungen der Schiene sollten pa­
der UPS verglichen mit der CPAP erklären könnten, sind zum ei­           tientenspezifisch bewertet werden, da die Behandlung mit UPS
nen die Ausbildung der Schlafmediziner in Bezug auf die Wirksam­         oft eine komfortable Alternative zur Positivdrucktherapie darstellt
keit und die Möglichkeiten einer UPS/MAD. Zum anderen könnte             und die Patienten meist eine gute Compliance und hohe Akzep­
eine Rolle spielen, dass die Erstattung der Kos­ten für die UPS durch    tanz zeigen. Auch bei Patienten mit schweren Symptomen und
die Krankenversicherungen bislang noch nicht problemlos erfolgt.         CPAP-Unverträglichkeit hat die UPS einen hohen therapeutischen
Im Rahmen von Einzelfallentscheidungen haben die gesetzlichen            Nutzen, wenn Alternativen wie die kombiniert kieferorthopädisch-
Krankenkassen die Kosten der Protrusionsschienen und ihrer Kon­          kieferchirurgische Therapie abgelehnt werden. Die kausale Therapie
trollen bisher zum Teil übernommen, das Antragsverfahren war stets       ist im Wachstum noch durch funktionskieferorthopädische Appara­
schwierig und mit Hürden verbunden. Aktuell wurde durch die Kas­         turen möglich und verspricht langfristige präventive und möglicher­
senzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) bekannt gegeben, dass          weise auch pro­tektive Effekte.
der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) in Berlin den Beschluss
gefasst hat, die UPS in die vertragszahnärztliche Versorgung aufzu­      Lorena Kielmann | Hannah Finke | Bernd Koos
nehmen. Die individuell hergestellte, adjustierbare UPS ist als Zweit­
linientherapie bei leichter, mittel­gradiger und schwerer Schlafapnoe    Erstveröffentlichung in Quintessenz Zahnmedizin, Juni 2021, S. 686 ff.
einzusetzen19. Die privaten Krankenversicherungen und Beihilfen          Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Quintessenz Verlags-
befürworten in der Regel die Therapie der OSA mittels UPS.               GmbH

 Autoren, Korrespondenz, Literatur

                                    Lorena Kielmann           Hannah Finke          Bernd Koos
                                    Dr. med. dent.            Dr. med. dent.        Prof. Dr. med. dent
                                                                                    E-Mail: Bernd.Koos@med.uni-tuebingen.de
                                                                                    Poliklinik für Kieferorthopädie
                                                                                    Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
                                                                                    Universitätsklinikum Tübingen
                                                                                    Osianderstraße 2–8, 72076 Tübingen
 Ein umfangreiches Literaturverzeichnis finden Sie auf der Website der KZV Berlin, www.kzv-berlin.de, über den Webcode W00314.

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KIEFERORTHOPÄDIE

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                 models of STOP-bang                           apnea and a low arousal                   therapy reduces blood pressure
                 questionnaire improve specificity             threshold. Sleep 2014;37(4):              in obstructive sleep apnea:
                 to detect undiagnosed                         811–819.                                  A randomized, controlled trial.
                 obstructive sleep apnea. J Clin         14.   Ferguson KA, Cartwright R,                Sleep 2004;27(5):934–941.
                 Sleep Med 2014;10(9):951–958.                 Rogers R, Schmidt-Nowara W.         22.   Hammond RJ, Gotsopoulos H,
           7.    Collu MA, Esteller E, Lipari F et al.         Oral appliances for snoring               Shen G et al. A follow-up study
                 A case-control study of drug-                 and obstructive sleep apnea:              of dental and skeletal changes
                 induced sleep endoscopy (DISE)                a review. Sleep 2006;29(2):               associated with mandibular
                 in pediatric population: A                    244–262.                                  advancement splint use in
                 proposal for indications. Int J         15.   Ferreira NM, Dos Santos JF,               obstructive sleep apnea. Am J
                 Pediatr Otorhinolaryngol 2018;                dos Santos MB, Marchini L.                Orthod Dentofacial Orthop
                 108:113–119.                                  Sleep bruxism associated with             2007;132(6):806–814.

           694                                                             QUINTESSENZ ZAHNMEDIZIN | Jahrgang 72 • Ausgabe 6 • Juni 2021

686_Kielmann_2106.indd 694                                                                                                               28.05.21 10:48
Lorena Kielmann et al.

           23. Hamoda MM, Almeida FR,               31. Lai CC, Lin PW, Lin HC et al.              positive airway pressure in sleep-
               Pliska BT. Long-term side                Clinical predictors of pediatric           apnea syndrome – Study of 193
               effects of sleep apnea treatment         obstructive sleep apnea                    patients in 2 french sleep centers.
               with oral appliances: Nature,            syndrome. Ann Otol Rhinol                  Chest 1995;107(2):375–381.
               magnitude and predictors of              Laryngol 2018;127(9):608–613.        41.   Peppard PE, Young T, Barnet JH
               long-term changes. Sleep Med         32. Marco Pitarch R, Selva Garcia M,           et al. Increased prevalence of
               2019;56:184–191.                         Puertas Cuesta J et al.                    sleep-disordered breathing in
           24. Heiser C, Eckert D. Patho­               Effectiveness of a mandibular              adults. Am J Epidemiol 2013;
               physiologie der obstruktiven             advancement device in                      177(9):1006–1014.
               Schlafapnoe. HNO 2019;67(9):             obstructive sleep apnea patients:    42.   Phillips CL, Grunstein RR,
               654–662.                                 A prospective clinical trial.              Darendeliler MA et al. Health
           25. Hourfar J, Kinzinger GSM,                Eur Arch Otorhinolaryngol 2018;            outcomes of continuous positive
               Meißner LK, Lisson JA. Effects           275(7):1903–1911.                          airway pressure versus oral
               of two different removable           33. Masuhr KF, Masuhr F,                       appliance treatment for
               functional appliances on depth           Neumann M. Duale Reihe                     obstructive sleep apnea:
               of the posterior airway space.           Neurologie. Stuttgart: Thieme,             A randomized controlled trial.
               J Orofac Orthop/Fortschritte der         2013.                                      Am J Respir Crit Care Med
               Kieferorthopädie 2017;78(2):         34. Mezzofranco L, Gracco ALT,                 2013;187(8):879–887.
               166–175.                                 Milano F et al. Personality traits   43.   Quinnell TG, Bennett M,
           26. Ipsiroglu OS, Fatemi A, Werner I,        and oral device: A new challenge           Jordan J et al. A crossover
               Tiefenthaler M, Urschitz MS,             to increase compliance with MAD            randomised controlled trial of
               Schwarz B. [Prevalence of sleep          therapy for OSAS and snoring.              oral mandibular advancement
               disorders in school children             Sleep Sci 2020;13(1):10–17.                devices for obstructive sleep
               between 11 and 15 years of           35. Mintz SS, Kovacs R. The use of             apnoea-hypopnoea (TOMADO).
               age]. Wien Klin Wochenschr               oral appliances in obstructive             Thorax 2014;69(10):938–945.
               2001;113(7-8):235–244.                   sleep apnea: A retrospective         44.   Ramar K, Dort LC, Katz SG et al.
           27. Jain V, Kimbro S, Kowalik G et al.       cohort study spanning 14 years             Clinical practice guideline for the
               Intranasal oxytocin increases            of private practice experience.            treatment of obstructive sleep
               respiratory rate and reduces             Sleep Breath 2018;22(2):                   apnea and snoring with oral
               obstructive event duration and           541–546.                                   appliance therapy: An update for
               oxygen desaturation in               36. Müller-Hagedorn S, Koos B.                 2015. J Clin Sleep Med 2015;11
               obstructive sleep apnea patients:        Das pädiatrische obstruktive               (7):773–827.
               a randomized double blinded              Schlafapnoesyndrom.                  45.   Riemann D, Baum E, Cohrs S et al.
               placebo controlled study. Sleep          Somnologie 2016;20(4):297–308.             S3-Leitlinie nicht erholsamer
               Med 2020;74:242–247.                 37. Müller-Hagedorn SE, Poets CF.              Schlaf/Schlafstörungen.
           28. Joosten KF, Larramona H,                 Die Behandlung des obstruktiven            Somnologie 2017;21(1):2–44.
               Miano S et al. How do we                 Schlafapnoe-Syndroms durch           46.   Robertson C, Herbison P,
               recognize the child with OSAS?           kieferorthopädische Therapie –             Harkness M. Dental and occlusal
               Pediatr Pulmonol 2017;52(2):             Fall-basierte Denkanstöße. Klin            changes during mandibular
               260–271.                                 Pädiatrie 2017;229(04):241–244.            advancement splint therapy in
           29. Knauert M, Naik S, Gillespie MB,     38. Neelapu BC, Kharbanda OP,                  sleep disordered patients. Eur J
               Kryger M. Clinical consequences          Sardana HK et al. Craniofacial             Orthodont 2003;25(4):371–376.
               and economic costs of                    and upper airway morphology in       47.   Robertson C, Herbison P,
               untreated obstructive sleep              adult obstructive sleep apnea              Harkness M. Dental and occlusal
               apnea syndrome. World J                  patients: A systematic review              changes during mandibular
               Otorhinolaryngol Head Neck               and meta-analysis of cephalo­              advancement splint therapy in
               Surg 2015;1(1):17–27.                    metric studies. Sleep Med Rev              sleep disordered patients. Eur J
           30. Koos B, Finke H, Lenz JH.                2017;31:79–90.                             Orthod 2003;25(4):371–376.
               Obstruktive Schlafapnoe –            39. Paglia L. Respiratory sleep          48.   Rodenstein D, Rombaux P,
               Kieferorthopädie als Schnittstelle       disorders in children and role of          Lengele B, Dury M, Mwenge
               zur inneren Medizin und zur              the paediatric dentist. Eur J              GB. Residual effect of THN
               Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.              Paediatr Dent 2019;20(1):5.                hypoglossal stimulation in
               Quintessenz 2017;68(5):              40. Pepin JL, Leger P, Veale D et al.          obstructive sleep apnea:
               573–583.                                 Side-effects of nasal continuous           A disease-modifying therapy.

           QUINTESSENZ ZAHNMEDIZIN | Jahrgang 72 • Ausgabe 6 • Juni 2021                                                         695

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KIEFERORTHOPÄDIE

                 Am J Respir Crit Care Med 2013;              störungen bei Erwachsenen.         57. Venema JAMU, Doff MH,
                 187(11):1276–1278.                           Somnologie 2020;24(3):176–208.         Joffe-Sokolova DS et al. Dental
           49.   Schwab RJ, Badr SM, Epstein LJ         53.   Stuck BA, Maurer JT. Recent            side effects of long-term
                 et al. An official American Thoracic         developments in the diagnosis          obstructive sleep apnea therapy:
                 Society statement: Continuous                and treatment of obstructive           A 10-year follow-up study.
                 positive airway pressure                     sleep apnea: English version.          Clin Oral Investig 2020;24(9):
                 adherence tracking systems. The              HNO 2017;65:S13–S18.                   3069–3076.
                 optimal monitoring strategies          54.   Stuck BA, Maurer JT, Schredl M,    58. Wellman A, Jordan AS,
                 and outcome measures in adults.              Stuck BA, Weeß HG. Praxis der          Malhotra A et al. Ventilatory
                 Am J Respir Crit Care Med                    Schlafmedizin. Diagnostik,             control and airway anatomy
                 2013;188(5):613–620.                         Differenzialdiagnostik und             in obstructive sleep apnea.
           50.   Senaratna CV, Perret JL, Lodge               Therapie bei Erwachsenen und           Am J Respir Crit Care Med
                 CJ et al. Prevalence of                      Kindern. Heidelberg: Springer,         2004;170(11):1225–1232.
                 obstructive sleep apnea in the               2009.                              59. Young T, Finn L, Peppard PE et al.
                 general population: A systematic       55.   Trachsel D, Datta AN. Atmen im         Sleep disordered breathing
                 review. Sleep Med Rev                        Schlaf – Nicht immer leicht            and mortality: Eighteen-year
                 2017;34:70–81.                               gemacht. Praxis (Bern 1994)            follow-up of the Wisconsin
           51.   Sommer JU. Polysomnographie                  2019;108(2):97–102.                    sleep cohort. Sleep 2008;31(8):
                 bei Kindern: Nicht nur an              56.   Urschitz MS, Guenther A,               1071–1078.
                 obstruktive Schlafapnoe denken.              Eggebrecht E et al. Snoring,       60. Young T, Peppard PE,
                 Laryngo-Rhino-Otologie                       intermittent hypoxia and               Gottlieb DJ. Epidemiology of
                 2018;97(3):156–157.                          academic performance in                obstructive sleep apnea:
           52.   Stuck BA, Arzt M, Fietze I et al.            primary school children. Am J          A population health perspective.
                 Teil-Aktualisierung S3-Leitlinie             Respir Crit Care Med 2003;168          Am J Respir Crit Care Med 2002;
                 Schlafbezogene Atmungs­                      (4):464–468.                           165(9):1217–1239.

                                            Lorena Kielmann                              Hannah Finke
                                            Dr. med. dent.                               Dr. med. dent.

                                                                                         Bernd Koos
                                                                                         Prof. Dr. med. dent

                                                                                         E-Mail: Bernd.Koos@
                                                                                         med.uni-tuebingen.de

                                                                                         Poliklinik für Kieferorthopädie
                                                                                         Universitätsklinik für Zahn-, Mund-
                                                                                         und Kieferheilkunde
                                                                                         Universitätsklinikum Tübingen
                                                                                         Osianderstraße 2–8
                                                                                         72076 Tübingen

           696                                                           QUINTESSENZ ZAHNMEDIZIN | Jahrgang 72 • Ausgabe 6 • Juni 2021

686_Kielmann_2106.indd 696                                                                                                            28.05.21 10:48
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