INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE

 
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Beilage zur Aargauer Zeitung Samstag, 17. August 2019

   Industriewelt Aargau
   #ZeitsprungIndustrie

                         Industriewelt Aargau mit dem Projekt #ZeitsprungIndustrie wird unterstützt
                         durch den Swisslos-Fonds des Kantons Aargau
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 3

Editorial                                                                                                             Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser                                                                                            300 Jahre industrielles Wirken
                                                                                                                      Neue und alte
                                                                                                                      Industrie­geschichten         4

Wo Jung und Alt ins Kino oder in den Fit-            organisiert haben: aufzuzeigen, dass der                         Stimmen
ness-Park gehen, wo Firmen aus aller                 Erfindergeist von gestern die Basis für die                      Grosse Unterstützung
Welt Kongresse durchführen und zahlrei-              Innovationen, Digitalisierung und Automa-                        aus Wirtschaft und Politik   5
che Events stattfinden – hier, im Trafo, im          tisierung von morgen legt.
Herzen von Baden Nord, hat die Aargauer              Bewegt sich die Gesellschaft auf eine Zu-                        Industriekulturpfade
Industrialisierung vor 128 Jahren eine neue          kunft ohne Industrie hin? Wir befinden uns                       Wasser war, ist und bleibt
Dimension erhalten: Die beiden Strompio-             mitten in einem Transformationsprozess,                          ein kostbares Gut            6
niere Charles Brown und Walter Boveri                der nicht nur die Arbeit, sondern auch die
legten 1891 den Grundstein für die Erfolgs-          Arbeitsbedingungen und damit unsere                              Einst grösster Arbeitgeber
geschichte der BBC (Brown, Boveri & Cie.),           Gesellschaft radikal verändert. Mit #Zeit-                       Vom Erzbergwerk zum
die heute in der ABB weiterlebt. Im heu-             sprungIndustrie zeigen wir auf, was Gene-                        Besucherbergwerk             7
tigen Trafo wurden einst Transformatoren             rationen vor uns erkämpft haben und was
(abgekürzt: «Trafos») und Spannungsum-               den Werkplatz Schweiz wertvoll gemacht                           Bally-Schuhfarbik
wandler produziert, im Zuge der Deindus­             hat. Dieses Erbe gilt es nicht leichtsinnig                      Schuhgeschichte(n)           8
trialisierung hat sich Baden Nord zu einem           zu verspielen – gleichzeitig muss man
urbanen Stadtteil mit einem Mix aus Woh-             wichtige Weichen für die Zukunft stellen.                        Hightech Zentrum Aargau
nen, Arbeit und Freizeit entwickelt. Noch            Unter dem Motto #ZeitsprungIndustrie                             Die Schuhindustrie
immer haben weltweit bedeutende Firmen               können Sie das Gestern erleben und das                           der Zukunft                  9
wie ABB und GE hier ihren Sitz.                      Morgen erobern. Wir laden Sie ein, mit
Das Trafo ist nur ein Beispiel von vielen im         uns durch die Industrie-Zeiten im Kanton                         Paul Kramer, Leuggern
Aargau, wo Industriegeschichte auf Gegen-            zu springen!                                                     «Ich bin digital – so viel wie
wart trifft und in die Zukunft weist. Und da-                                                                         nötig, so wenig wie möglich» 10
rum geht es dem Netzwerk Industriewelt                            Carol Nater Cartier
Aargau mit dem Themenjahr #Zeitsprung-                             und Kaba Rössler                                   Schulbildung im Wandel
Industrie, in dem sich über 40 Partner                               Co-Präsidentinnen                                Schule der Zukunft: Lernplatt-
mit Projekten aus Kultur und Wirtschaft                         Netzwerk Industriewelt Aargau                         form statt dicke Bücher     11

                                                                                                                      Veranstaltungen
                                                                                                                      Manufaktur-Sonntag
                                                                                                                      1. September 2019            12

                                                                                                                      Highlights bis November 2020
                                                                                                                      Quer durch
                                                                                                                      den Kanton Aargau           14

                                                                                                                      Unternehmerisches Gen im Blut
                                                                                                                      «Start-up-kids»
                                                                                                                      Kanton Aargau             17

                                                                                                                      Mitmachen und gewinnen
                                                                                                                      Wettbewerb                   18

Kaba Rössler                              Carol Nater Cartier

VORSTAND NETZWERK INDUSTRIEWELT AARGAU               IMPRESSUM
Carol Nater Cartier, Co-Präsidentin                  Herausgeber: IndustrieWelt Aargau
Kaba Rössler, Co-Präsidentin                         c/o Stadtmuseum Aarau
Andrea Portmann                                      Schlossplatz 23, 5000 Aarau
Rudolf Velhagen
Marc Philipp Seidel                                  Eine Beilage der «Aargauer Zeitung»
Ann-Marie Arioli (Geschäftsstelle)                   Redaktion: Helen Dietsche, HD Kommunikation & Marketing
                                                     Layout: Reto Kyburz, AZ Zeitungen AG
Bild Frontseite: Heizlüfter REXTHERM AG              Korrektorat: Vrena Ryter, AZ Zeitungen AG
(ehemals Schiesser und Lüthy), Aarau                 Anzeigen: Urs Lüpold, AZ Zeitungen AG
Produktion 1957 bis circa 1962. ©Museum Aargau       Druck: Mittelland Zeitungsdruck AG
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Seite 4 | Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE

300 Jahre industrielles Wirken

Neue und alte Industriegeschichten

                                                                                                                                  Anlässlich des
                                                                                                                                  25-Jahr-Jubiläums
                                                                                                                                  posiert das BBC-
                                                                                                                                  Personal der
                                                                                                                                  Versuchsabteilung
                                                                                                                                  vor der Hälfte eines
                                                                                                                                  unbearbeiteten
                                                                                                                                  Generator-Polrads.
                                                                                                                                  Bild: Historisches
                                                                                                                                  Archiv ABB
                                                                                                                                  Schweiz, N.1.1.9631

Im Aargau wurde in den letzten        von #ZeitsprungIndustrie, wie sich    fänge der mechanischen Indus-       immer wieder im Fokus – ein
Jahren viel gefestet: Lenzburg        Fabrikbetriebe in der Region eta-     trie. Im ganzen Kanton finden       spannendes Jahresprogramm im
feierte sein 700-jähriges Stadt-      bliert und entwickelt haben. Nicht    attraktive Veranstaltungen für      Zeichen der Industrie im Kanton
recht, in Laufenburg wurde der        nur neue Maschinen und Techni-        Jung und Alt statt: Es werden       Aargau. Siehe Seite 14 und 15 in
800-jährige Geburtstag bejubelt       ken wurden entwickelt, auch die       längst stillgelegte Maschinen in    dieser Beilage.
und in Wettingen werden sich          Arbeitnehmenden mussten sich          Betrieb genommen, ehemalige
2020 Tausende von Menschen            bewegen, wurden mobiler, flexib-      Industriestandorte zum Leben        Abschluss: «Helle Nacht»,
am zehntägigen Volksfest zum          ler und sind auch heute noch ge-      erweckt, aber auch Einblicke in     20. November 2020
975-Jahr-Jubiläum vergnügen.          fordert, um mit den technischen       moderne Unternehmen ermög-          Licht und Elektrizität waren wich-
Und wann, bitte schön, ist das        Fortschritten Schritt zu halten.      licht. Museen aus dem Aargau        tige Errungenschaften, welche
Gründungsjahr der Industrie-          Schulen wurden neu strukturiert       bieten Workshops zum Mitma-         die Branchenstruktur auch im
geschichte im Kanton Aargau?          und machen aktuell mit der Um-        chen an. Der Manufaktur-Sonn-       Aargau stark veränderten und
                                      setzung des Lehrplans 21 einen        tag gedenkt des «Manufaktur-        nach der Dampfmaschine die
Text: Helen Dietsche, Bild: zvg       wichtigen Schritt in die richtige     mandats», das der bernische         zweite industrielle Revolution
Das lässt sich nicht mit einer Jah-   Richtung. Ziel des neuen Bildungs-    Rat vor genau 300 Jahren erlas-     einleiteten. Der Bau von grossen
reszahl festlegen und deshalb im      modells ist es, dass Schülerinnen     sen hat. Es schuf die wirtschaft-   Kraftwerken und die technische
herkömmlichen Sinne auch nicht        und Schüler und später dann die       lichen Voraussetzungen für die      Möglichkeit, Strom übertragen zu
so feiern. Wie sich der Kanton        Lernenden den Anforderungen der       Entstehung der frühen Industrie     können, machten die elektrische
Aargau aber in den letzten 300        Wirtschaft genügen und auch in        im heutigen Aargau. Details zu      Energie überall und immer ver-
Jahren wirtschaftlich entwickelt      Zukunft gut qualifizierte Fachkräf-   den vielen Veranstaltungen sind     fügbar. Zu den hell erleuchteten
und sich heute, dank diesem soli-     te zur Verfügung stehen. #Zeit-       zu finden auf den Seiten 12 und     Fabrikhallen mit den endlos lau-
den Fundament, zu einem der at-       sprungIndustrie bündelt die vielen    13 in dieser Beilage.               fenden Maschinen sind Computer
traktivsten Wirtschaftsstandorte      regionalen Engagements rund um                                            und Roboter dazugekommen, die
der Schweiz gemausert hat, zeigt      den Industriekanton Aargau und        Dazwischen: Industrie erleben       heute von selbstlernenden Syste-
in den nächsten Monaten #Zeit-        bietet allen Interessierten eine      Ob Tanzvorstellungen, Theater-      men gesteuert werden und mit-
sprungIndustrie.                      Plattform, um sich gemeinsam zu       aufführungen, Wanderungen, Er-      tels künstlicher Intelligenz Daten
                                      präsentieren – regional, kantonal     lebnisausstellungen, Führungen,     in Echtzeit verarbeiten. Die «Hel-
Aus der Vergangenheit                 und schweizweit.                      Tag der offenen Tür oder Volks-     le Nacht» schafft die Möglichkeit,
in die Zukunft                                                              fest: Bis November 2020 finden      sowohl den historischen Wandel
Viele Organisationen, Vereine und     Start: Manufaktur-Sonntag,            im ganzen Kanton unzählige Ver-     zur «elektrifizierten Fabrik» zu
Institutionen im ganzen Kanton        1. September 2019                     anstaltungen statt. Neben dem       thematisieren als auch die heu-
pflegen das Erbe der Industria-       Der Manufaktur-Sonntag gibt           Blick in die Vergangenheit stehen   tige «intelligente Fabrik» in den
lisierung und zeigen im Rahmen        einzigartige Einblicke in die An-     auch die Gegenwart und Zukunft      Fokus zu stellen.
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 5

Stimmen aus Wirtschaft und Politik

Industrie im Aargau: Tradition und Zukunft
Die Industrie im Aargau ist äl-      der ersten Wasserkraftwerke           Und heute? Der Aargau ist                gen. Doch das allein reicht
ter als der Kanton selbst. Mehr      im Kanton. Es brachte Strom in        einer der wichtigsten Industrie­         nicht aus, um die Zukunft eben-
als 80 Jahre vor der Kantons-        die Stadt und ihre Umgebung           standorte der Schweiz. Die               so erfolgreich zu gestalten wie
gründung begann mit dem ber-         und war Versuchsobjekt für neue       vorzügliche Lage und die gut             die Vergangenheit. Die letzten
nischen Manufakturmandat von         Technologien, die später die Welt     ausgebildeten Fachkräfte sind            300 Jahre haben vor allem eines
1719 ein historischer, wirtschaft-   verändern sollten.                    dafür wichtige Voraussetzun-             gezeigt: Um erfolgreich zu blei-
licher und gesellschaftlicher                                                                                       ben, braucht es Innovationen.
Prozess: die Industrialisierung.                                                                                    Und Innovationen brauchen
In den letzten 300 Jahren ha-                                                                                       Ideen, Mut, Vertrauen, Risiko-
ben unzählige Aargauerinnen                                                                                         bereitschaft und nicht zuletzt
und Aargauer die Industriege-                                                                                       gute Rahmenbedingungen. Der
schichte der Schweiz, aber auch                                                                                     Regierungsrat setzt sich dafür
weltweit mitgeprägt: Die Sei-                                                                                       ein, dass agile und innovative
denbandfabrikanten Vater und                                                                                        Köpfe im Aargau weiterhin her-
Sohn Meyer haben um 1800 halb                                                                                       vorragende Voraussetzungen
Aarau unterhöhlt, um die ersten                                                                                     vorfinden und die industriel-
Manufakturen der Schweiz mit                                                                                        le Erfolgsgeschichte unseres
                                                                                             Am Puls der Zeit:
Wasserkraft zu versorgen. Da-                                                                Regelmässig be-
                                                                                                                    Kantons fortschreiben.
von zeugen heute noch die ein-                                                               sucht Urs Hofmann
zigartigen Meyerschen Stollen.                                                               Unternehmen im                  Dr. Urs Hofmann
Fast hundert Jahre später grün-                                                              Kanton Aargau.          Landammann, Vorsteher Departement
                                                                                             Wie im April 2019
deten Charles Brown und Walter                                                                                            Volkswirtschaft und Inneres
                                                                                             die Adrian Michel
Boveri ein Unternehmen in Ba-                                                                AG in Walde,
den: Das erste Projekt der BBC –­                                                            Schmiedrued.
der heutigen ABB – war eines                                                                 Bild: Flurina Dünki

 Der Kanton Aargau gehörte zu den Schwer­       Im Aargau arbeiten mehr Menschen in der              Aare, Limmat, Rhein und Reuss lieferten die
 punkten der industriellen Entwicklung der      Industrie als in anderen Schweizer Kanto­            Energie für die erste industrielle Revolution
   Schweiz. Der Kanton hat nicht nur eine       nen. Dabei handelt es sich um hochqualifi­             im Aargau. Heute bringen Bits und Bytes
   bedeutende industrielle Vergangenheit,       zierte Arbeiten, die eine starke Nachfrage                  den Fortschritt. Als Stromkanton
  sondern überdurchschnittlich viele Men­        nach Dienstleistungen und Forschungs­                   sitzen wir gleichsam an der Quelle der
schen arbeiten auch heute noch im Vergleich          lösungen generieren. Als grösstes              vierten industriellen Revolution. Und unsere
    zu anderen Kantonen in der Industrie.        Schweizer Forschungsinstitut für Natur-            Industrie ist bei der digitalen Transformation
   Pioniergeist, schöpferische Ingenieure,        und Ingenieurwissenschaften nehmen                  ja tatsächlich schon heute vorne mit dabei.
   gut ausgebildete Menschen und stetige        auch wir hier unsere Verantwortung wahr                   Das spüre ich, wenn ich mich mit den
  Forschung haben immer wieder zu bahn­             und freuen uns, den Tag der offenen                  Vertretern der aargauischen Industrie
brechenden Innovationen geführt. So wurde            Tür am Paul Scherrer Institut (PSI)             austausche. Als Bankchefin und Präsidentin
aus der Bäderstadt die Industriestadt Baden            im Herbst 2020 im Rahmen von                  des kantonalen Wirtschaftsdachverbandes
und aus der landwirtschaftlichen Region ein        #ZeitsprungIndustrie durchzuführen.                     unterstütze ich diese Entwicklung,
 Industriezentrum. Wir alle müssen unsere                                                                            wo ich nur kann.
Vergangenheit kennen, damit wir die Gegen­                   Dr. Thierry Strässle
  wart verstehen und damit wir bereit sind,               Stabschef Paul Scherrer Institut                             Marianne Wildi
          die Zukunft zu gestalten.                                                                            Vorsitzende der Geschäftsleitung
                                                                                                                   Hypothekarbank Lenzburg AG
               Edwin Somm                                                                                      und Präsidentin der Aargauischen
              ehem. CEO BBC/ABB                                                                              Industrie- und Handelskammer (AIHK)
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Seite 6 | Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE

Industriekulturpfade

Wasser war, ist und bleibt ein
kostbares Gut
Die beiden Industriekulturpfade       see und der Aare. Und wer will,      Beginn der Industrialisierung im       gen in der Industrie beschäftigt.
im Aargau zeigen: Entlang den         kann auf der rund 6-stündigen        Aargau bezeichnet werden – ohne        Der Verein Melonenschnitz, der
Bächen und Flüssen entstanden         Wanderung (auch in Teilstücken       die Hünerwadels würden wir in          private Förderverein des Histo-
bereits vor Hunderten von Jahren      möglich) in die Vergangenheit        Lenzburg heute nicht so eine er-       rischen Museums Baden, hat es
Gewerbebetriebe. Diese nutzten        eintauchen. 26 Wasserkraftwer-       folgreiche Industriegeschichte         zu seiner Aufgabe gemacht, den
die Wasserkraft und entwickel-        ke waren laut Statistik 1928 in      schreiben. Deshalb ist besonders       vor über 20 Jahren entstande-
ten sich zu florierenden Unter-       Betrieb und jetzt zieren 27 Info-    darauf zu achten, dass nicht noch      nen «Industriekulturpfad Lim-
nehmen und: Es wurde um die           tafeln den Weg von Hallwil nach      mehr von der Geschichte ver-           mat–Wasserschloss» zu aktua-
Wasserrechte gekämpft. Wie im         Wildegg. Auf den Tafeln ist zu le-   schwindet.» Am 22. August, ab          lisieren, weiterzuentwickeln und
Seetal, wo bereits 1853 ein Was-      sen, wie die Wasserkraft genutzt     18 Uhr haben alle Interessierten       bekannt zu machen. Gruppen-
seraufseher im Einsatz war. Für       und was zum Schluss damit pro-       die Gelegenheit, sich in der Bleichi   führungen und massgeschnei-
120 Franken im Jahr musste er         duziert wurde. Die Mehlherstel-      in Lenzburg über die Industrie-        derte Angebote für Schulklas-
Tag und Nacht über die zugeteil-      lung war ein Kernthema, aber         geschichte zu informieren und          sen auf dem Industriekulturpfad
te Wassermenge wachen und bei         auch Tabakstampfen, die Produk-      sich in der Bleichibeiz auszutau-      Limmat–Wasserschloss (Teil-
Missbrauch einschreiten.              tion von Gewehrläufen, Baum-         schen. Weitere Infos zu Führun-        strecken) werden vom Histori-
                                      wollspinnen, Ziegelherstellung       gen und Aktivitäten des Vereins        schen Museum Baden auf Anfra-
Text: Helen Dietsche                  und natürlich die weltbekannten      Industriekultur am Aabach unter        ge organisiert und durchgeführt.
Bis zur Wende vom 19. ins 20.         Hero-Konserven haben die In-         www.industriekultur-aabach.ch          www.museum.baden.ch
Jahrhundert waren sehr viele Be-      dustriegeschichte im Seetal und                                             www.industriekulturpfad.ch
triebe auf Standorte entlang der      entlang dem Aabach geprägt.          Industriekulturpfad
Wasserläufe angewiesen. Erst als                                           Limmat–Wasserschloss
die Leistung der Wasserräder und      Was wäre Lenzburg                    Rund 40 Bild- und Texttafeln er-
Turbinen nicht mehr nur via Trieb-    ohne die Familie Hünerwadel?         zählen auf dem Weg von Wettin-
riemen und Seilzüge, sondern mit      Viel ist von der Bleiche nicht üb-   gen bis nach Brugg von Pionie-
Elektrizität weitergeleitet werden    rig geblieben. Wenn man jedoch       ren, technischen Innovationen,
konnte, waren auch andere Stand-      die Grundrisse von 1858 betrach-     industrieller Produktion, aber
orte möglich. Aber letztlich blieb    tet, sieht man, dass diverse Ge-     auch von den Lebensverhält-
weiterhin das Wasser die treiben-     bäude zum ganzen Bleichekom-         nissen der Arbeiterinnen und
de Kraft für die Industrialisierung   plex gehörten. Längst stillgelegt,   Arbeitern. Die Region des Indus­
im Aargau. Er ist heute der fünft-    fristet das Mühlrad der Bleiche      triekulturpfads Wasserschloss
grösste Wasserkraftkanton – nur       ein einsames Dasein. «Das soll       war seit dem 19. Jahrhundert
knapp hinter Tessin und Bern.         sich ändern», so Martin Stücheli,    eine der am höchsten industri-
                                      denn: «Die Geschichte der Fami-      alisierten der Schweiz. In ver-
Industriekulturpfad Aabach            lie Hünerwadel hier in der Blei-     schiedenen Gemeinden waren
Rund 15 Kilometer ist er lang, der    che geht noch viel weiter zurück.    über Jahrzehnte hinweg 70 oder
Aabach zwischen dem Hallwiler-        Der Ort kann als eigentlicher        gar 80 Prozent der Erwerbstäti-

                                                                                                                  Runterladen und los!
                                                                                                                  Die neue App, die vom Muse-
                                                                                                                  um Aargau, Museum Burghalde
                                                                                                                  und vom Verein Industriekultur
                                                                                                                  Aabach entwickelt wurde, führt
                                                                                                                  mit spannenden Touren zu ver-
                                                                                                                  schiedenen Schauplätzen am
                                                                                                                  Aabach. Ob auf den Spuren von
                                                                                                                  Gastarbeiter Guido oder von So-
                                                                                                                  phie von Erlenbach: Verschwun-
                                                                                              1835: Bau der       dene Bauten, Geschichten aus der
                                                                                              Spinnerei in der    industriellen Blütezeit und Rätsel-
                                                                                              «Au Baden»,
                                                                                                                  raten garantieren Spass für die
                                                                                              seit 1995 Teil
                                                                                              der Limmat­
                                                                                                                  ganze Familie. Starten kann man
                                                                                              kraftwerke AG.      in Seon, Lenzburg oder Wildegg.
                                                                                              Bild: zvg           www.industriekultour-aabach.
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 7

Zu Besuch beim einst grössten Arbeitgeber im oberen Fricktal                                                          Ein Fest rund
                                                                                                                      um die Eisenkultur

Vom Erzbergwerk                                                                                                       Am Wochenende des Manufak-
                                                                                                                      tur-Sonntags vom 1. September
                                                                                                                      bietet sich die Gelegenheit, die

zum Besucherbergwerk                                                                                                  Fortschritte auf dem Weg vom
                                                                                                                      Erzbergwerk zum Besucher-
                                                                                                                      bergwerk zu besichtigen. Mit
                                                                                                                      einem Schmelzofen wird die
                                                                                                                      Erzverhüttung von damals de-
                                                                                                                      monstriert, ebenso wird man
                                                                                                                      an das Schmieden von Hufeisen
                                                                                                                      verfolgen können. Wie 2016 ist
                                                                                                                      das Fest in einen kulturellen
                                                                                                                      Rahmen gebettet, neben Fest-
                                                                                                                      beizen soll auch musikalische
                                                                                                                      Unterhaltung zu gemütlichen
                                                                                                                      Stunden beitragen. Ein Markt
                                                                                                                      mit regionalen Produkten und
                                                                                                                      der Ammoniten-Klopfplatz sind
                                                                                                                      weitere Höhepunkte am Festwo-
                                                                                                                      chenende. Die Bergwerkbahn ist
                                                                                                                      dabei eine der Hauptattraktionen
                                                                                                                      für Gross und Klein.
                                                                                                                      www.bergwerkfest.ch
                                                                                                  Der 165 Millio-
                                                                                                  nen Jahre alte
                                                                                                  Meeres­boden im
                                                                                                  alten Erzbergwerk   Unterwegs auf dem Eisenweg
                                                                                                  Herznach.           Der Weg führt vom Dorfplatz
                                                                                                                      Wölflinswil vorbei am Wölflins-
                                                                                                                      wiler Graben und steigt dann
Im stillgelegten Bergwerk ist             Feinarbeit freigelegt und jetzt der   von Zeihen wurde im 17./18.           hoch zum «Multimillionär», ei-
es seit ein paar Jahren alles             breiten Öffentlichkeit zugänglich     Jahrhundert Bohnerz aus der           nem Brunnentrog mit Gesteins­
andere als ruhig – der Verein             gemacht wird. Geologen datieren       frühen Erdneuzeit gewonnen.           proben aus der Erdgeschich-
Eisen und Bergwerke gräbt sich            die dort zu Hunderten, ja Tau-                                              te. Weiter geht es vorbei an den
durch die stillgelegten Stollen           senden angeschwemmten und             Letzte Betriebsphase                  Tagbaugruben aus der Frühzeit
und stiess vor zwei Jahren un-            inzwischen zu Stein gewordenen        Einen letzten Höhepunkt erreich-      des Erzabbaus auf den Kornberg.
verhofft auf eine geologische             Meerestiere auf rund 165 Millio-      te der Erzabbau mit dem Betrieb       Vor dem Dorf Herznach wird das
Sensation.                                nen Jahre – eine Einzigartigkeit      des Bergwerks Herznach von            imposante Erzsilo sichtbar, ein
                                          von internationaler Bedeutung.        1937 bis 1967. In dieser Zeit haben   Relikt des industriellen Eisenerz-
Text: Helen Dietsche, Bilder: Geri Hirt   «Für uns ist die Entdeckung des       bis zu 140 Mitarbeiter insgesamt      abbaus. Daneben befindet sich die
Zufällig sind freiwillige Helfer          Meeresbodens ein absoluter            1,7 Millionen Tonnen Eisenerz         sehenswerte Ausstellung «Berg-
des Vereins in einem Seiten-              Glücksfall», erklärt Geri Hirt,       abgebaut. Entstanden ist ein Stol-
stollen auf einen rund 165 Milli-         Vizepräsident des Vereins, «und       lensystem von rund 32 km Länge.
onen Jahre alten Meeresboden              die Nachfrage nach Führungen          Grosse Strecken dieses unter­
gestossen. Darin befindet sich            ins stillgelegte Bergwerk, das        irdischen Labyrinths sind einge-
ein Ammoniten-Friedhof, der in            jetzt dank einer Stollenöffnung       brochen. Jetzt werden einzelne
                                          wieder teilweise begehbar ist, ist    Abschnitte schrittweise gesichert
                                          erfreulich gross.»                    und für die Öffentlichkeit wieder
                                                                                zugänglich gemacht. Zum Schluss
                                          Ein Blick in die Vergangenheit        stellt sich noch die Frage, was aus
                                          Der älteste schriftliche Hinweis      der halben Tonne Eisen geworden
                                          auf einen Eisenerz-Bergbau im         ist, die in der letzten Betriebs­
                                          Fricktal stammt aus dem Jahr          phase bis 1967 gewonnen wurde.
                                          1207. Das Hauptabbaugebiet lag        Man kann es nur erahnen: Ein          werk, Geologie und Ammoniten»
                                          bei Wölflinswil, wo östlich und       Teil davon ist sicher auch heute      Auf den Informationstafeln ent-
                                          nordöstlich des Dorfes spätes-        noch in alten Eisenkonstruk­          lang des Weges erfahren Interes-
                                          tens seit dem Hochmittelalter         tionen verbaut, vielleicht zu einer   sierte viel Wissenswertes über die
                                          bis ins 18. Jahrhundert, verein-      rosten­den Eisenskulptur gewor-       Geologie des Juras und die Ge-
                                          zelt noch im 19. Jahrhundert          den oder dank Recyclingprozes-        schichte des Eisenerzabbaus im
                                          Eisenerz abgebaut wurde. Klei-        sen irgendwo im Umlauf auf der        Fricktal. Der zweite Wegabschnitt
                                          nere Gruben befanden sich zu-         grossen weiten Welt – es wäre         führt von Herznach nach Zeihen
                                          dem bei Herznach und Ueken.           spannend zu wissen, wo.               hinauf auf den Homberg.
                                          Auf der Summerhalde oberhalb          www.bergwwerkherznach.ch              www.eisenweg.ch
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Seite 8 | Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE

Schönenwerd, Aarau und die Bally-Schuhfabrik

Schuhgeschichte(n)
Um den Besuch im Bally-Muse-
um in Schönenwerd zu beschrei-
ben, fehlt der Platz auf dieser
Seite. Deshalb hier die Kurzver-
sion: Viele schöne Schuhe, der
Geruch von Leder und das Rat-
tern von alten Maschinen lassen
die längst vergangene Indust-
riegeschichte wieder aufleben.
Möglich machen das Menschen
wie Edith Huber-Haus, Tony Frei
oder Philipp Abegg.

Text und Bild: Helen Dietsche
Edith Huber-Haus unterstützt
als Gönnerin den Verein Bally-
ana und hat vor vier Jahren die
schönen Bally-Schuhe ihrer ver-
storbenen Mutter dem Museum                                                                                                  Die Bally-
                                                                                                                             Geschichte
vermacht, Tony Frey ist Kassier
                                                                                                                             prägt ihr Leben:
des Vereins Ballyana und amtet                                                                                               Edith Huber-Haus,
als Archivar im Museum und                                                                                                   Tony Frey und
Philipp Abegg ist Präsident des                                                                                              Philipp Abegg.
Stiftungsrates.

«Mit Stolz trug ich                eigenen sind zwar inzwischen        draufsteht.» Eines der vielen Ex-   Bally-Familie. «Ich bin quasi in
meine ­Mädchenschuhe»              mehr praktisch als schön.» Den      ponate gefällt ihm ganz beson-      Bally-Schuhen gross geworden.
Edith Huber-Haus ist die Toch-     Blick fürs Schuhwerk hat sich       ders: ein brauner Herrenschuh.      Dass wir mit unserem Museum
ter des Werkmeisters der ehe-      Edith Hauser-Haus schon in          Er steht in einer Holzkiste mit     im Grossraum Aargau eine wohl
maligen Bally-Fabrik in Aarau.     jungen Jahren angeeignet: «Mit      einem Plexiglasdeckel, im De-       einzigartige Industrie-Kultur­
Sie freut sich, dass die Schuhe    Stolz trug ich meine Mädchen-       ckel hat es einen Schieber. Wenn    geschichte schreiben, freut mich.
ihrer Mutter zur Sammlung im       schuhe, die mir mein Vater heim-    man ihn öffnet, kann man durch      Wenn man die Schweiz und somit
Museum gehören. «Zu Lebzeiten      gebracht hat, so wie eine meiner    ein Loch im Deckel die Nase ins     auch den Kanton Aargau mit den
meiner Mutter wäre die Schen-      Schulkolleginnen ihre auch.         Innere der Kiste stecken und den    grossen Industrienationen wie
kung der Schuhe nicht möglich      Ihr Vater arbeitet allerdings bei   unverkennbaren Duft von Leder-      Frankreich oder England ver-
gewesen. Zum einen, weil mei-      ‹Fretz› (heute Fretz Men AG).       schuhen riechen. «Dieser Her-       gleicht, so hinken wir beim Er-
ne Mutter fast nicht verstehen     Was die Schuhe betraf, waren wir    renschuh ist über 45 Jahre alt,     halt und der Wertschätzung der
konnte, dass ihre getragenen       richtige Konkurrentinnen. Beide     wurde nie getragen und er ist       industriellen Zeitzeugen deutlich
Schuhe museumswürdig sind,         waren wir überzeugt, dass der       perfekt verarbeitet.» Neben dem     hinterher. Mit dem Themenjahr
und zum anderen, weil sie die      eigene Vater die schöneren und      Archivieren und den Führungen       #ZeitsprungIndustrie werden die
Schuhe immer wieder ange-          besseren Schuhe macht. Leider       kümmert sich Tony Frey auch         Weichen in die richtige Richtung
schaut hat. Kein Wunder: Waren     ist sie bereits verstorben. Heute   um den Gönnerverein: «Der Jah-      gestellt», so Philipp Abegg. Im
doch einzelne Paare Unikate,       hätte sie vermutlich die besse-     resbeitrag beträgt 20 Franken       Rahmen der Kampagne werden
gefertigt in Handarbeit von mei-   ren Karten in der Hand: Bally ist   und Einzelne runden den Betrag      ab 29. Oktober 2019 in der Son-
nem Vater Karl Haus. Wenn in       aus dem Aargau verschwunden,        jeweils grosszügig auf. Das hilft   derausstellung «Bally Monsieur»
der Werkstatt ein Schaft nicht     Fretz Men hingegen ist nach wie     uns enorm, denn zusammen mit        ausgesuchte Modelle von Her-
mehr gebraucht wurde, hat mein     vor erfolgreich auf dem Markt.»     den Eintrittsgeldern und den        renschuhen gezeigt. Die Vernis-
Vater daraus neue Schuhe für                                           Einnahmen der Führungen be-         sage findet um 18.30 Uhr statt.
meine Mutter geschustert und       «Wir sammeln alles,                 gleichen wir damit die Miete für    Gibt es einen Schuh, den Philipp
sie damit überrascht. Schade,      wo Bally draufsteht»                das Museum.»                        Abegg gerne tragen würde? Er
dass sie mir nie gepasst haben,    Tony Frey ist Museumsführer mit                                         zögert nicht lange und greift nach
meine Mutter hatte kleinere        Leib und Seele, kennt die Her-      «Ich wurde mit dem ­                einem braunen «Scribe» aus den
Füsse.» Als gelernte Schuhver-     kunft vieler Ausstellungsstücke     Bally-Gen geboren»                  1990er-Jahren. «Es ist ein klas-
käuferin hat Edith Huber-Haus      und ihre Geschichten. Beinahe       Philipp Abegg ist in Schönen-       sisches Herrenmodell, das von
auch heute noch ein Auge für       wöchentlich melden sich Leute       werd aufgewachsen, sein Vater,      der Form her auch heute noch so
Schuhe: «Ich freue mich immer,     im Museum, die beim Aufräumen       Gross- und Urgrossvater haben       zu kaufen ist. Schade, dass die
wenn ich schöne, aber auch gut     Bally-Artikel finden. Ihn freuts:   bei Bally gearbeitet und seine      Schuhe nicht mehr in Schönen-
sitzende Schuhe sehe – meine       «Wir sammeln alles, wo Bally        Grossmutter stammt aus der          werd produziert werden.»
INDUSTRIEWELT AARGAU #ZEITSPRUNGINDUSTRIE
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 9

Das Hightech Zentrum Aargau vernetzt Unternehmen

Die Schuhindustrie der Zukunft
Bei Fragen zu neuen Technolo-
gien oder Innovationsvorhaben
sind Unternehmerinnen und
Unternehmer aus dem Kanton
Aargau beim Hightech Zentrum
Aargau an der richtigen Adres-
se. Auch die Schuhindustrie
hat vor drei Jahren angeklopft.
Technologie- und Innovations-
experte Renato Franchetto
macht nun das, was zur Kern-
aufgabe des Hightech Zentrums
Aargau gehört: die Vernetzung
von Unternehmen – untereinan-
der, aber auch mit Forschungs-
institutionen und Hochschulen.

Text: Helen Dietsche, Bild: Rolf Jenni
«In der Schweiz gibt es für die                                                                                                      Hightech Zentrum
                                                                                                                                     Aargau: Für einen
schuhherstellende     Industrie
                                                                                                                                     modernen und
keinen Branchenverband (mehr).                                                                                                       leistungsfähigen
Diese Tatsache und die diversen                                                                                                      Wirtschafts-­
Kontakte mit den Schuhprodu-                                                                                                         standort Aargau.
zenten haben mich veranlasst,
den «Praxiszirkel Schweizer
Schuhe» ins Leben zu rufen.              wie vor ein sehr gutes Ansehen,      sichtbaren Mehrwert erkennen»,       Vormarsch. Umweltschutz, Um-
Seit rund drei Jahren treffen            doch aufgrund des Preisdruckes       so Franchetto. Möglich ist das,      weltverträglichkeit und Nachhal-
wir uns regelmässig, tauschen            braucht es neue Ansätze.»            wenn zum Beispiel die Rohmate-       tigkeit sind auch bei der Schuh-
uns aus und entwickeln gemein-                                                rialien von besserer Qualität sind   wahl ein Thema. «Gemeinsam
sam Ideen, wie die Schuhe aus            Gemeinsam erfolgreich                als bei der Massenware aus dem       erarbeiten wir neue Ideen und
dem Aargau – gemeinsam mit               «Konsumentinnen und Konsu-           Ausland, sprich: Woher stammt        suchen für die Umsetzung pas-
den schweizweit tätigen Unter-           menten sind bereit, für Schuhe       das Leder? Wie wurden die            sende Partner. Nur so kann die
nehmen – langfristig auf dem             einen höheren Preis zu bezahlen,     Tiere gehalten? Und immer wich-      Schuhindustrie – im Aargau und
Markt bestehen können», er-              aber – das wird im Austausch mit     tiger wird: Wie wurde das Leder      schweizweit – die Erwartungen
klärt Renato Franchetto. «Die            den Teilnehmenden am Praxis-         gefärbt? Dort sind natürliche,       der Schuhträger erfüllen und
Marke Schweiz geniesst nach              zirkel deutlich – sie müssen einen   ungiftige Farbstoffe auf dem         weiterhin erfolgreich tätig sein.»

                                                                                              Barbara
                                                                                              Artmann
                                                         Daniel Omlin                         Inhaberin und                        Antonio Zullo
                    Dr. Max Schär                        CEO und Geschäfts-                   Geschäftsführerin                    Inhaber Techno-
                    CEO Anova Swiss AG                   leiter FRETZMEN AG                   Künzli SwissSchuh                    Boots Ltd.

Wir sind in einem spezialisier-          FRETZ – über 100 Jahre Schuh­        Für Künzli ist der Aargau Heimat     Dank dem Praxiszirkel Schwei-
ten Markt tätig und können des-          tradition im Kanton Aargau. Seit     seit 1927. Heute bilden zentrale     zer Schuhe ist es unserer kleinen
halb existieren. Eigentlich ist die      Beginn wird der Familienbetrieb      Erreichbarkeit und Verfügbarkeit     Manufaktur gelungen, sich aus
Schweiz zu klein für mehrere             langfristig wirtschaftlich und       von kompetentem Personal die         ihrer Anonymität hervorzuheben,
Schuhproduzenten. Viel besser            sozialverträglich geführt. Als       Vorteile. Schuhwissen allerdings     um neue Wege der Produktent-
wäre es, wenn wir uns zusam-             grösster verbliebener Schweizer      findet sich heutzutage interna-      wicklung durch Digitalisierung
menschliessen und auf einen ge-          Schuhproduzent montieren wir         tional, z. B. im Forschungszen­      zu erforschen. Denn nur durch
meinsamen Produktionsstandort            heute in Fahrwangen mit unseren      trum in Deutschland oder im von      Qualität und Innovation können
einigen würden. So könnte jeder          rund 65 Mitarbeitenden täglich       Italien beeinflussten Know-how       wir unsere hohen Produktions-
Hersteller seine Stärken einbrin-        über 1000 Paar Schuhe – leider       unseres Produktionsstandortes        kosten gegen einen einst florie-
gen und alle Modelle wären tat-          nur für Männer!                      in Albanien.                         renden, aber heute deflationie-
sächlich Made in Switzerland.                                                                                      renden Markt legitimieren.
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Das Handwerk von der Pike auf gelernt

«Ich bin digital – so viel wie nötig,
so wenig wie möglich»
Paul Kramer ist 1965 geboren,
hat die Sekundarschule besucht
und von 1981 bis 1985 eine Leh-
                                     die Höhere Fachschule, Richtung
                                     Maschinenbau, und erwarb das
                                     Diplom zum eidg. diplomierten
                                                                             « Wer hoch                       dere interessiert mich weniger.
                                                                                                              Und wenn es bei mir an digita-
                                                                                                              lem Wissen fehlt, habe ich viele
re als Werkzeugmacher bei der        Erwachsenbildner.»                       hinaus will,                    junge Menschen um mich her-
Jehle AG in Etzgen absolviert.
Eine Berufslehre notabene, die       Menschen statt Maschinen                 braucht ein                     um, die mir gerne zeigen, wie
                                                                                                              flott ihnen diese Themen von
es heute – in dieser Form nicht
mehr gibt, und in der von Hand
                                     Könnte Paul Kramer seinen er-
                                     lernten Beruf heute noch aus-             ­sicheres                      der Hand gehen. Ich gehöre zur
                                                                                                              letzten Generation, die analog
gefräst, gefeilt und gesägt wur-
de – Maschinen wurden damals
                                     üben? «Von der Fingerfertigkeit
                                     her sicher, aber ich habe grossen       ­Fundament, ­­                   aufgewachsen ist. Wir hatten
                                                                                                              ein Haustelefon und wenn nie-
mit Lochstreifen gesteuert. Wie      Respekt vor den Maschinen, den
                                                                              eine solide                     mand zu Hause war, gabs keine

                                                                                                   »
findet er sich in der digitalen      Drehbänken mit hohen Touren-                                             Nachricht auf der Comebox und
Welt zurecht?                        zahlen, überhaupt die ganze
                                     Digitalisierung in der Werkstatt
                                                                           ­Ausbildung.                       auch keine Anrufe in Abwe-
                                                                                                              senheit. Die heutigen Erwar-
Text und Bild: Helen Dietsche        würde mich überfordern.» Kei-                                            tungen an die Erreichbarkeit
Seit 30 Jahren arbeitet Paul         ner seiner ehemaligen Berufs-       Überzeugung, dass eine Berufs-       überschreiten meine persön-
Kramer im Paul Scherrer Ins-         kollegen steht noch an der Werk-    lehre der richtige Einstieg ins      liche Grenze – privat nehme
titut in Villigen PSI und ist dort   bank. Grund dafür sieht Kramer      Berufsleben ist. Deshalb arbeite     ich mir die Freiheit, nicht je-
seit acht Jahren Leiter der Be-      darin, dass man mit zunehmen-       ich hier und unterstütze die vie-    derzeit verfügbar zu sein.» Es
rufsbildung. 102 Lehrlinge in 15     dem Alter merkt, wo die eigenen     len Jugendlichen gerne auf ih-       gibt auch andere Momente, da
verschiedenen Berufen sorgen         Fähigkeiten liegen und was ei-      rem beruflichen Weg. In Sachen       wünscht Paul Kramer sich die
für einen abwechslungreichen         nem Spass macht. «Heute haben       Digitalisierung sind sie mir über-   Zeit ohne Smartphones zurück.
Arbeitsalltag.                       wir im Vergleich zur Generation     legen, meine Berufserfahrung         Zum Beispiel beim gemütlichen
                                     unserer Eltern die Möglichkeit,     macht das jedoch wett.»              Zusammensein mit Freunden
Schritt in die Berufswelt            uns beruflich zu verändern. Ich                                          und Familie: «Smartphones auf
Schon als Jugendlicher hat           zum Beispiel habe erkannt, dass     Von analog zu digital                dem Tisch sind mir ein Gräuel.
Paul Kramer gemerkt, dass ihn        ich viel lieber mit Menschen als    «Den digitalen Wandel habe           Ständig werden Nachrichten ge-
eine staubige Umgebung belas-        mit Maschinen arbeite, und mir      ich sehr widerwillig akzeptiert.     checkt, News gelesen – so kann
tet: «Mich kratzte es im Hals,       die nötigen Kompetenzen ange-       Was ich in der digitalen Welt        doch kein richtiges Gespräch
mir brannten die Augen und ich       eignet. Ich bin nach wie vor der    brauche, besitze ich, alles an-      entstehen.»
musste niesen.» Eine Schnup-
perlehre als Schreiner bestätigte
sein Gefühl und er sah sich wei-
ter nach einem passenden Beruf
um. Sein damaliger Nachbar war
Mechaniker und ein richtiger
«Töfflibueb». «Mich hat beein-
druckt, wie er Töffli frisieren
konnte und das war ausschlag-
gebend für meine Berufswahl.»
Als Sohn einer Bauernfamilie
war damals an ein Studium nicht
zu denken. Aber: «Es war nicht
nur die finanzielle Situation, die
weiterführende Schulen verun-
möglichte, sondern auch meine
vielen anderen Interessen, be-
sonders das Fussballspielen. Ich
war lange Zeit der Überzeugung,
dass ich bis zu meiner Pensio-                                                                                                 Paul Kramer und
nierung in der Werkstatt arbei-                                                                                                Alicia, KV-Lernen-
                                                                                                                               de, 3. Lehrjahr, am
ten werde. Doch es kam anders:
                                                                                                                               PSI: «Wir helfen
Berufsbegleitend      absolvierte                                                                                              uns gegenseitig –
ich mit 23 Jahren das Handels-                                                                                                 das funktioniert
diplom, besuchte anschliessend                                                                                                 prima.»
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 11

Schulbildung im Wandel

Schule heute: Lernplattform
statt dicke Bücher
Vor 30 Jahren wurden in den                                                                                    gen der zukünftigen Arbeitgeber
Berufsschulen Formeln ge-                                                                                      vorzubereiten. Und das funktio-
paukt, Paragrafen auswendig                                                                                    niert nur, wenn man sich unter-
gelernt und Basiswissen ver-                                                                                   einander austauscht.» Eine wei-
mittelt. Im Alleingang führten                                                                                 tere Schnittstelle besteht zu den
die Lehrpersonen durch die                                                                                     Schulen: «Ich gehe davon aus,
Schulstunden mit einem klar                                                                                    dass die heutigen Schülerinnen
definierten Ziel, welcher Stoff                                                                                und Schüler fit sein werden für
behandelt werden muss – ohne                                                                                   die Herausforderungen der lau-
Einbezug des Wissensstandes
der Schülerinnen und Schü-
ler. Für diese war in der Regel
«büffeln» angesagt, auswendig
                                                                                                                   «Ballungs-­
lernen von trockener Materie,                                                                                    zentren für
oft weit entfernt von der Pra-
xis. Wie wird heute Fachwissen                                                                                 Bildung, so wie
vermittelt? Die Antworten hat
Rolf Häner, Rektor der Berufs-                                                                                 Baden eines ist,
                                                                                                                            ­­
fachschule BBB in Baden.
                                                                                                                sind attraktiv
                                                                                                                   für die
Text: Helen Dietsche, Bild: zvg

                                                                                                                                       »
«Unsere elektronische Lern-
plattform ist aus dem Schulalltag
nicht mehr wegzudenken und ich                                                                                  Wirtschaft.
wage zu behaupten, dass keiner
der über hundert Lehrpersonen                                                                                  fenden Industrialisierung, falls
an der BBB zur früheren Unter-                                                           Auch die angehen-     die geplanten Umstrukturierun-
                                                                                         den Coiffeusen
richtsform mit Büchern, Block                                                                                  gen (Lehrplan 21) in den Schu-
                                                                                         nutzen die digitale
und Bleistift zurückkehren will.»                                                        Lernplattform der
                                                                                                               len gut umgesetzt werden. Wir
Ein grosser Vorteil, sowohl für                                                          Berufsfachschule      Berufsschulen sind gut beraten,
die Lehrpersonen als auch für die                                                        BBB in Baden.         wenn wir die Erfahrungen der
Lernenden, ist die Tatsache, dass                                                                              Oberstufenlehrer aufnehmen und
jederzeit und von überall her auf                                                                              im Rahmen der Berufsschule
das Unterrichtsmaterial zuge-        tigkeiten über die Plattform       Probleme einzelner Lernender           weiterführen.»
griffen werden kann. Rolf Häner      vermitteln können. Das war für     einzugehen – die personalisier-
weiss: «Im Zuge der heutigen         jedes Thema in der Anfangspha-     te Lernplattform sorgt dafür,          Blick in die Zukunft
Mobilität wird das sehr geschätzt.   se ein enormer Aufwand. Jetzt,     dass in solchen Situationen der        Rolf Häner über seine Visio-
Ohne schwere Bücher rumzu-           nach über zwölf Jahren, können     Rest der Klasse trotzdem wei-          nen: «Ein besonderes Anliegen
schleppen, kann man unkom-           wir auf eine umfassende, stets     terarbeiten kann.»                     ist uns, dass sich die Auszubil-
pliziert und ganz einfach im Zug     wachsende Sammlung von In-                                                denden zu verantwortungsbe-
oder im Bus sein Wissen vertiefen    halten und Lernaktivitäten zu-     Kompetenzen entwickeln                 wussten Persönlichkeiten ent-
oder etwas nachschauen. Und auf      rückgreifen, die ständig weiter-   Rolf Häner erläutert weiter:           wickeln, die sich in der immer
unsere Druck- und Kopierkosten       entwickelt werden. Sämtliche       «Neben dem nötigen Basiswis-           komplexer werdenden Welt be-
hat sich die Umstellung auch sehr    Lernenden und Lehrenden ha-        sen sind in der Arbeitswelt ver-       währen und wir so einen wich-
positiv ausgewirkt.»                 ben Zugriff auf alle Daten, was    mehrt Kompetenzen gefragt:             tigen Beitrag zur Stärkung der
                                     beim Vorbereiten des Unter-        Kreativität, lösungsorientiertes       Wirtschaft und Gesellschaft
Umdenken                             richts heute zu einer massiven     Denken, gesunder Menschen-             leisten.» Dass weitere Berufe in
Das Aufarbeiten des Schulstof-       Effektivitätssteigerung führt.     verstand, gute Umgangsformen           Zukunft verschwinden werden,
fes erforderte ein Umdenken          Früher galt für einen Lehrer       und virtuelle Teamarbeit sind          das weiss auch Rolf Häner, aber:
der Lehrpersonen: «Wir muss-         ‹Ich und meine Klasse›, heute      nur einige davon. Wir sind über        «Technologische Entwicklun-
ten raus aus unseren Schul-          leben wir nach dem Motto ‹Wir      das Bildungsnetzwerk Baden             gen werden auch künftig Jobs
zimmern und gemeinsam in             und unsere Schule›. Dank der       im Gespräch mit der Wirtschaft.        ersetzen. Sie werden, wie es in
den Fachgruppen überlegen,           Digitalisierung unseres Schul-     Unsere Aufgabe als Berufsfach-         der Vergangenheit stets der Fall
wie wir die vom Lehrplan ge-         unterrichtes steht uns deutlich    schule ist es, die zukünftigen         war, auch neue Arbeitsstellen
forderten Fähigkeiten und Fer-       mehr Zeit zur Verfügung, um auf    Berufsleute auf die Erwartun-          schaffen.»
Seite 12 | Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE

Veranstaltungen

Manufaktur-Sonntag, 1. September 2019
Aarau                                         Baden                                           Filzquadrat, Oederlin-Areal, Rieden bei Baden
                                                                                              MIT WASSER, SEIFE, WOLLE …
Glockengiesserei H. Rüetschi AG              Historisches Museum Baden                       Filzen für Gross und Klein.
und Aargauer Kunsthaus                        und Verein Melonenschnitz                       Zeit: 11.00–16.00 Uhr
SKULPTURENPRODUKTION                          INDUSTRIE ENTLANG DER LIMMAT                    Start: jeweils zur vollen Stunde.
Einblicke in die Arbeitsprozesse der Pro-     IM RAUM BADEN–ENNETBADEN, UND WAS               www.filzquadrat.ch
duktion. Anschliessend erzählt Silja Burch,   DAVON GEBLIEBEN IST
Kunsthistorikerin, Wissenswertes zu Skulp-    Die Einführung im Historischen Museum
turen und stellt Werke zum Thema vor.         Baden erklärt die Textilindustrie und ihr       Bremgarten
Zeit: 13.30 Uhr                               plötzliches Ende. Anschliessend Rundgang
Dauer: 1 ½ Stunden, Anmeldung unter:          zwischen Museum und Tränenbrünneli.             Museum Reusskraftwerk – Bruggmühle
anlaesse.kunsthaus@ag.ch                      Zeit: 10.30–11.30 Uhr.                          Bremgarten
www.aargauerkunsthaus.ch                      www.melonenschnitz.ch                           NUTZUNG DER WASSERKRAFT UND DIE
                                                                                              WANDLUNG DER MECHANISCHEN IN ELEK­
                                              Historisches Museum Baden                       TRISCHE ENERGIE.
Foyer Stadtmuseum Aarau                       BLICK ÜBER DIE SCHULTERN: SPINNEN UND           Interessantes zur Bremgarter Industriege-
MIT KURVENLINEAL, ZIRKEL                      ARBEITEN AN DER WERKBANK                        schichte.
UND REISSBRETT                                Der Täschner Peter Fasnacht verlegt seine       Zeit: 13.30–17.00 Uhr.
Zeichnungsworkshop mit Mandalas und Mus-      «Werkstatt» ins Museum und Marianne Kiel        www.museumreusskraftwerk.ch
tern. Ehemalige Mitarbeiter der Firma Kern    sitzt am Spinnrad.
helfen dabei und erzählen von der Kunst der   Zeit: 11.00–16.00 Uhr.
Reisszeugmacher.                                                                              Egliswil
Zeit: 11.00–17.00 Uhr                         FABRIK-SCHICKSALE: ARBEITERALLTAG
Kurzführungen um 13.30 und 15.00 Uhr.        IN DER BAUMWOLLSPINNEREI                        Sammlungszentrum Museum Aargau
                                              Führung mit szenischer Thea­tereinlage zur     EINBLICKE IN DIE INDUSTRIEGESCHICHT­
Aufschluss Meyerstollen (3. UG im Bahnhof     Frühindustrialisierung in Baden im Museum      LICHE SAMMLUNG VON MUSEUM AARGAU
Aarau, vis-à-vis Bahnreisezentrum)            und auf dem Industriekulturpfad.                Mit drei einstündigen Führungen zeigen Ru-
VON AARAUS UNTERGRUND ZUM                     Zeit: 14.00 Uhr.                                dolf Velhagen, Chefkurator Sammlung und
HINGUCKER AM HUT                              www.museum.baden.ch                             Ausstellungen, und Thomas Frei, Kurator, in-
Besuch eines Teilabschnitts der Meyerschen                                                    dustriegeschichtliche Objekte der Sammlung.
Stollen, der gebaut wurde, um die Seiden-     Museum Langmatt
bandfärberei zu betreiben.                    DAS HISTORISCHE ENSEMBLE LANGMATT               HIGHLIGHTS DER SAMMLUNG
Zeit: 11.00–16.00 Uhr.                        Kurzführungen zur Sammlung französischer       Führung mit Rudolf Velhagen.
Kurzführungen zu jeder vollen Stunde         Impressionisten und zur Architektur von Karl    Zeit: 11.15 und 16.15 Uhr
Kinderprogramm um 11.30 und 13.30 Uhr.        Moser. Führung mit Sarah Csernay.
www.stadtmuseum.ch                            Zeit: 11.15 Uhr, 13.15 Uhr, 15.15 Uhr           INDUSTRIAL DESIGN
                                              (regulärer Museumseintritt. Führung gratis).   Führung mit Thomas Frei.
aarau info und Stadtmuseum Aarau              www.museumlangmatt.ch                           Zeit: 14.15 Uhr
VON FRÜHINDUSTRIE ZUR HIGHTECH-BRANCHE                                                       Teilnehmerzahlen sind beschränkt, Anmel-
Führung am Stadtbach und im Stadtmuseum.                                                     dung über: reservationen.lenzburg@ag.ch
Zeit: 14.15 Uhr (Dauer 1 ½ Stunden).                                                          Tel. 0848 871 200
www.weloveaarau.ch                                                                            www.museumaargau.ch
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 13

Ehrendingen                                      Oberentfelden                                     Schönenwerd
Zementfabrik Oberehrendingen                     Industriemuseum Oberentfelden                     Ballyana
GESCHICHTE DER ZEMENTFABRIK                      (Alte Bürstenfabrik Walther)                     DIE INDUSTRIELLE REVOLUTION IM
OBEREHRENDINGEN                                  FÜHRUNG DURCH DAS GELÄNDE                        NIEDERAMT VON 1719 BIS 1850
Führung mit Infos zum Aufbau, Ausbau und         DER EHEMALIGEN BÜRSTENFABRIK                     Philipp Abegg, Präsident der Stiftung «Bally­
Ende (1892–1902).                                Tauchen Sie ein in die Vergangenheit und lernen   ana», führt durch die Ausstellung.
Besammlung: Dorfzentrum/Kirche Oberdorf          Sie die einstige Nutzung der Räume kennen.        Zeit: 14.30–15.15 Uhr
Zeit: 9.00–12.00 Uhr                             Zeit: 11.00–12.00 Uhr.
Dauer: ca. 1 ½ Stunden Wanderzeit)                                                                 BALLY MONSIEUR: HERRENSCHUHE
Anmeldung unter:                                 EINE FIRMA KÄMPFT GEGEN DEN SCHMUTZ               1851 BIS HEUTE – DAS MAKING-OF
eckmann_claudio@hotmail.com/079 678 87 62        Das Buch «Eine Firma kämpft gegen den             DER SONDERAUSSTELLUNG
                                                 Schmutz» dient als Grundlage der Führung         Jürg Brühlmann, CEO Spinform AG, und
                                                 durch das Museum.                                 Dr. Christian Schneider, Historiker bringen den
Herznach                                         Zeit: 14.00–15.00 Uhr.                            Besucher/-innen die Sonderausstellung näher.
                                                                                                   Zeit: 16.00–16.45 Uhr.
Verein Eisen und Bergwerke                       ARBEITSPLÄTZE UND MASCHINEN                       www.ballyana.ch
BERGWERKFEST                                     Arbeitsplätze und Maschinen wie anno dazumal.
Freie Besichtigung von Museum und Stollen.       Zeit: 15.00–17.00 Uhr.
Markt und musikalische Unterhaltung auf dem                                                        Zofingen
Festgelände. Bahnbetrieb sowie Klopfplatz für    Neben den Veranstaltungsblöcken können die
die Kinder sind einige der Highlights.           Besucher/-innen von 12 bis 14 Uhr Waffeln         Museum Zofingen
Zeit: ab 10.00 Uhr                               nach altem Rezept und Getränke geniessen.         INDUSTRIEGESCHICHTE
Findet auch am Samstag, 31. August 2019 statt.   www.oberentfeldenmuseum.ch                        DER STADT ZOFINGEN
www.bergwerkfest.ch                                                                                Die neu gestaltete Abteilung «Industrie» zeigt
                                                                                                   tiefe Einblicke in die Welt der Textil- und Ma-
                                                 Schinznach-Dorf                                   schinenindustrie des 20. Jahrhunderts.
Lenzburg                                                                                           www.museumzofingen.ch
                                                 Museum Mittlere Mühle
Museum Burghalde und Dépendence Seifi            EIN LEBENDIGES INDUSTRIEDENKMAL
INDIENNES: BEDRUCKTE BAUMWOLL­                   UND «TEIGGEN» UND BACKEN                          Zeit- und ortsunabhängig
TÜCHER EROBERN LENZBURG                         IN DER EMMERSTUBE
Experten des Textildrucks zeigen ihr Können.     Die Geschichte der 2000 Jahre alten Technik       MUSEUMSBESUCH ONLINE – VIRTUELLER
Bedrucken von Stoff oder des selbst mitge-       des Getreidemahlens mit Wasserrad, Getriebe       RUNDGANG VON SBB HISTORIC
brachten Shirts und Führungen durch das          und Mahlwerk. Wer Lust hat, kann sein eigenes     Besuchen Sie auf einem virtuellen Rundgang
Museum. Eine Veranstaltung in Kooperation        Brot backen lassen.                               die Sammlungen von SBB Historic. Der vir-
mit der Historischen Vereinigung Seetal.         Zeit: 14.00–17.00 Uhr.                            tuelle Rundgang ist am Manufaktursonntag
Zeit: 13.00–17.00 Uhr                            www.mittleremuehle.ch                             digital verfügbar auf instagram unter:
Ohne Voranmeldung                                                                                  @HistoricRailwayPic oder #InstaTour
Kosten: Kollekte für Materialbeitrag                                                               www.sbbhistoric.ch
www.museumburghalde.ch
www.hvseetal.ch
Seite 14 | Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE

Ausgewählte Veranstaltungen bis November 2020

Quer durch den Kanton Aargau
Demnächst                                        Highlights bis November 2020                     Ab 29. September 2019
                                                                                                  Strohmuseum im Park, Wohlen
Historische Gesellschaft des Kantons Aargau      Bis 8. Januar 2021, Ortsmuseum Bellikon          SONDERAUSTELLUNG – VON KOPF BIS FUSS
INDUSTRIEGESCHICHTE DER LETZTEN                  PIONIERE DER METALLINDUSTRIE                     1939 fand um das Zürcher Seebecken die le-
50 JAHRE – RINGVORLESUNG                         170 Jahre Industrie-History, Rohrdorferberg      gendäre Landi statt. Die Flaggschiffe der Aar-
Die Historische Gesellschaft des Kantons         und Umgebung. Eine Ausstellung über 20 Un-       gauer Modeindustrie – die Hutgeflechtprodu-
Aargau (HGA) ist Drehscheibe der histo-          ternehmen aus der Metallindustrie – seit 1849.   zenten und die Bally-Schuhfabriken – hatten
rischen Forschung im Kanton Aargau, sie          Zeit: Jeden ersten Montag im Monat, 17.00 bis    ihren letzten grossen Auftritt. Im Rahmen von
pflegt eine rege Publikationstätigkeit und ist   19.00 Uhr, resp. nach Absprache mit Führun-      #ZeitsprungIndustrie zeigt das Strohmuseum
mit dem Staatsarchiv und den regionalen his-     gen für Firmen, Gruppen, Schulen, Vereine.       im Park eine Sonderausstellung rund um eine
torischen Vereinigungen verbunden. Akteure       Mit oder ohne Apéro.                             fiktive Begegnung zwischen den beiden Fab-
aus Bildung, Industrie, Kultur und Tourismus                                                      rikanten Johann Rudolf Isler und Iwan Bally.
erzählen Geschichten und Zukunftsvisionen.       Museumsverein Bellikon, 056 496 0105,            Die Besucherinnen und Besucher tauchen ein
Ort: Campus FHNW, Windisch                       monn@flashcable.ch                               ins Jahr 1939. Die Inszenierung lässt sie am
                                                 19. Mai 2019 bis 8. Januar 2021                  Kaminfeuergespäch der beiden Patrons teil-
18. September, 19.00 Uhr                         Ort: Dorfstrasse 6, 5454 Bellikon                haben und gibt Einblick in die endende Zwi-
DIE INDUSTRIE IM AARGAU SEIT 1970                www.ortsmuseum-bellikon.ch                       schenkriegszeit mit ihren Hochs und Tiefs.
Referentin: Astrid Baldinger, Historikerin                                                        Zahlreiche Objekte aus der Sammlung des
                                                                                                  Strohmuseums sowie Leihgaben der Stiftung
2. Oktober, 19.00 Uhr                            Ab sofort und bis auf unbestimmte Zeit           Ballyana werden erstmals zusammen in
BBC – ABB – ASLTOM – GE: DESINDUSTRIA-           Audiowalk im Merker-Areal, Baden                 einer Ausstellung gezeigt.
LISIERUNG UND UMNUTZUNG IN BADEN                 WIE AUS 35 RAPPEN DAS GELBE                      www.strohmuseum.ch
Referent: Bruno Meier, Historiker                VIERECK WURDE
                                                 Der Audio-Rundgang ist eine Zeitreise von
23. Oktober, 19.00 Uhr                           der Gründung der Firma Merker & Meining          13. November 2019 bis Juni 2020
KERN AARAU – DAS ENDE EINES                      im Jahr 1873 über die Merker AG bis hin zum      Stadtmuseum Aarau
TRADITIONSBETRIEBS                               Gelben Viereck der Gegenwart. Die mit Kopf-      FOYERAUSSTELLUNG «KERN EXAKT200!»
Referent: Dominik Sauerländer, Historiker       hörern ausgestatteten Besucherinnen und          1819 – vor exakt 200 Jahren – gründete Jakob
                                                 Besucher erfahren auf dem Rundgang durch         Kern in Aarau seine Reisszeugfabrik. Vom
6. November, 19.00 Uhr                           die ehemalige Fabrik Fakten aus der Firmen-      einfachen Zirkel bis zum Theodoliten, von der
#ZEITSPRUNGINDUSTRIE – DAS THEMEN-               und Familiengeschichte. Suggestive Geräu-        Landesvermessung bis zum Tunnelbau: Kern-
JAHR IM ÜBERBLICK                                sche, Werbeslogans und Musik eröffnen            Instrumente begleiteten die Industrialisierung
Organisiert vom Verein IndustrieWelt Aargau      einen anregenden Hörraum. Der Rundgang           der Schweiz – und bald der ganzen Welt. Das
                                                 kann während des ganzen Jahres auf Anmel-        Stadtmuseum Aarau nimmt das Jubiläum
27. November, 18.00 Uhr                          dung gebucht werden, er dauert 35 Minuten.       zum Anlass, die Entwicklung der Vermessung
DAS ERBE DER INDUSTRIE                           Anmeldung unter:                                 zu dokumentieren und ihre gesellschaftliche
IM MUSEUM AARGAU                                 audiorundgang@merker-areal.ch                    Bedeutung bis heute zu ergründen. Beson-
Besuch der Sammlung in Egliswil mit Rudolf       www.merker-areal.ch                              dere Attraktion ist ein 3D-Scanner, mit dem
Velhagen, Chefkurator Museum Aargau.                                                              sich Besucherinnen und Besucher selbst ver-
www.geschichte-aargau.ch                                                                          messen und sich die eigene Punktewolke nach
                                                                                                  Hause mailen können.
                                                                                                  www.stadtmuseum.ch
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 15

20. Februar 2020 bis Januar 2021                28. August 2020, Premiere-Vorstellung         Ab März 2020
Stadtmuseum Aarau                               Landschaftstheater Lenzburg                   Museum Burghalde
SONDERAUSSTELLUNG                               «SANATORIUM ZUM FEUERVOGEL»                   «SAUBERE SACHE!»
«INDUSTRIE UPDATE»                              Ende August 2020 feiert die Jubiläumspro-     FASZINIERENDE WELT DER SEIFE
Das Stadtmuseum Aarau als Werkhalle –           duktion des Landschaftstheaters Lenzburg      Eine Ausstellung über die faszinierende Welt
Kollaborative Roboter, nachhaltige Produk-      Premiere. Die Inszenierung unter der künst-   der Seife in der ehemaligen Seifenfabrik
tion und Industrie 4.0 – aktuelle Entwicklun-   lerischen Leitung des Vereins der Flaneure    Lenzburg. In einem Seifen- und Duftlabor
gen verändern Industrie und Gesellschaft.       nimmt Fährten der ehemaligen Seifenfabrik     dürfen Klein und Gross ihre Sinne testen.
Die Ausstellung setzt bei den heutigen          Lenzburg auf – und lädt zu einer sinnlichen   Ausgehend vom Lokalen vermittelt eine klei-
Herausforderungen an und thematisiert           Reise durch Hygiene und Dreck. Die Pro-       ne Kulturgeschichte spannende Details über
wichtige Fragen zu Umweltschutz, Digitali-      duktion zum zwanzigjährigen Jubiläum des      das Industrieprodukt Seife. Eine Kunstinstal-
sierung und Globalisierung. Dazu erkunden       Landschaftstheaters entsteht in enger Ko-     lation setzt auf die Ästhetik des Produkts mit
die Besucherinnen und Besucher die Pro-         operation mit dem Museum Burghalde. Bis       seinen Formen, Farben und Duftnoten.
duktions- und Arbeitswelt in der Industrie,     September 2020 sind weitere 15 Vorstellun-    www.museumburghalde.ch
setzen sich mit der Verfügbarkeit von Gü-       gen eingeplant.
tern auseinander und erleben neue techni-       www.landschaftstheater.ch
sche Entwicklungen.                                                                           3.April bis 29. Oktober 2020
www.stadtmuseum.ch                                                                            Museum Aargau im SBB Historic-
                                                24. September 2020 bis März 2021,             Gebäude Windisch
                                                Historisches Museum Baden                     VON MENSCHEN UND MASCHINEN
14. August bis 27. September 2020               BERUF IM WANDEL                               150 Jahre Aargauer Industriegeschichte. Die
Alte Schmiede, Baden                            Das Historische Museum realisiert in einer    Ausstellung, welche aus der Sicht eines Pat-
ERLEBNISAUSSTELLUNG                             engen Zusammenarbeit mit der Berufsfach-      rons oder eines Arbeiter oder einer Arbeite-
«UNTER STROM»                                   schule BBB und den Studierenden diese         rin besucht werden kann, zeigt zahlreiche in-
Von den Industriepionieren zur Zukunft          Sonderausstellung. Im Mittelpunkt stehen      dustriegeschichtliche Objekte der Sammlung
der Region Baden. Die Sonderausstellung         Geschichten rund um das Thema Beruf, die      des Museum Aargau. Ein Teil der Ausstellung
macht die spannende Geschichte der Baden-       mittels Audio- und Videobeiträgen erzählt     widmet sich eingehend jüngsten Entwicklun-
er Elektroindustrie für ein breites Publikum    werden. «Was willst du einmal werden?»        gen wie dem Aufkommen der Robotik, die uns
erlebbar. Innovationen, Internationalität und   Diese Frage wird den Kindern schon früh       in Zukunft den Alltag erleichtern soll.
soziale Entwicklung sind die Kernthemen.        gestellt. Ausgehend von den Wunschvorstel-    www.museumaargau.ch
Organisiert wird die Ausstellung vom Verein     lungen und den Erwartungen an das Berufs­-
IndustrieWelt Baden. Ein Zeittunnel, diverse    leben, beleuchtet die Ausstellung zum
Zeitinseln und der Marktplatz der Zukunft       einen die Entwicklungen des Berufsle-         Alle Veranstaltungen zum
garantieren ein unvergessliches Erlebnis        bens und fragt nach dem Stellenwert           Themenjahr finden Sie unter
– eines von vielen, zum Abschluss des The-      des Jobs in der Gesellschaft. Zum an-         www.zeitsprungindustrie.ch
menjahres #ZeitsprungIndustrie.                 deren werden anhand konkreter Bei-
www.unter-strom.ch                              spiele die Veränderungen thematisiert,
                                                welche die Digitalisierung auf die Arbeit
                                                des Menschen hat und noch haben wird.
                                                www.museum.baden.ch
Aargauer Themenjahr #ZEITSPRUNGINDUSTRIE | Seite 17

Projektwoche «Start Up Kids»: Kinder entwickeln eine Geschäftsidee

Unternehmerisches Gen im Blut

                                                                                                                                    «Start Up Kids»:
                                                                                                                                    Für Kinder und die
                                                                                                                                    Coaches eine tolle
                                                                                                                                    Erfahrung.
                                                                                                                                    Bild: zvg

Niclas hat genaue Vorstellun-         woche in der Badi herumzutollen,       Moment, weil sie sich von der        möglichen Verkaufskanäle und
gen, wie der Hightech-Rucksack        machen sie sich im Rahmen der          eigenen Geschäftsidee verab-         passenden Werbemassnahmen
der Zukunft aussehen muss,            vom Kanton Aargau organisierten        schieden und sich einem der aus-     besprochen, benötigte Infra-
Laila ist überzeugt, dass die         Projektwoche «Start Up Kids»           gewählten Projekte anschliessen      strukturen und Materialbedarf
Nachfrage nach einer Kinder-          ernsthafte Gedanken darüber, wie       müssen. Niclas schliesst sich        diskutiert und es werden Mög-
Kochschule für gesundes Essen         sie eine Geschäftsidee erfolgreich     dem Team von Johanna und Pau-        lichkeiten gesucht, das nötige
immer grösser wird, und Johan-        am Markt etablieren können. Sie        la an. «Taschen und Rucksäcke        Startkapital zu beschaffen.
na und Paula nähen aus alten          sind zwischen neun und zwölf           haben viel Gemeinsames – wenn
Kleidern praktische Einkaufs-         Jahre alt, voller Energie, und: Sie    die Taschen erfolgreich sind,        Erfolge feiern, Misserfolge
taschen. Die unternehmerische         glauben an ihren Erfolg.               können wir das Sortiment ja mit      wegstecken
Zukunft des Aargaus scheint                                                  meinen Rucksäcken erweitern.»        Die Projektwoche ist gespickt
gesichert.                            Kompromisse machen                     Auch die Kochschule von Laila        mit unterschiedlichen Gefässen.
                                      Nicht alle der eingereichten Pro-      muss weichen – das gesunde           Spielerisch wird der Teamgeist
Text und Bild: Helen Dietsche         jektideen werden in der erstmals       Znüni macht das Rennen: «Kein        gefördert, und die gemeinsamen
Neunzehn Mädchen und Buben            durchgeführten Projektwoche            Problem, ich lege meine Ge-          Mittagessen regen den Erfah-
aus dem Kanton Aargau sitzen          «Start Up Kids» weiterentwi-           schäftsidee vorläufig auf Eis –      rungsaustausch an. In interes-
im Mühlbergsaal im Naturama in        ckelt. Für einen grossen Teil der      als Produktentwicklerin von ge-      santen Vorträgen erfahren die
Aarau. Statt in der letzten Ferien-   Teilnehmenden ein schwieriger          sunden Riegeln kann ich meiner       zukünftigen Jungunternehmerin-
                                                                             Leidenschaft, dem Kochen und         nen und Jungunternehmer, dass
                                                                             Backen, auch nachgehen.» Be-         Misserfolge stark machen, Neid
                                                                             reits am Montagnachmittag ste-       und Missgunst ignoriert werden
                                                                             cken die Kinder in ihren Gruppen     sollen und konstruktive Kritik
                                                                             gemeinsam mit den Coaches die        sehr wertvoll ist. Nach dem Re-
                                                                             Köpfe zusammen, eruieren nöti-       ferat der «Törtlifee» Eliane Rohr
                                                                             ge und vorhandene Kompetenzen        aus Suhr packt die Firma «Sun-
                                                                             und verteilen die Rollen in ihrem    ne-Snäck» – so heisst inzwischen
                                                                             Unternehmen.                         die Firma, die den gesunden Znü-
                                                                                                                  ni-Riegel herstellt – die Gelegen-
                                                                             Businessplan light                   heit beim Schopf: «Wir zeigen der
                                                                             Als Arbeitsgrundlage dient ein       «Törtlifee» das Rezept für den
                                                                             vereinfachter Businessplan. In       ersten Riegel. Sie hat so viel Er-
                                                                             fünf Schritten wird darin erklärt,   fahrung, davon können wir sicher
                                                        Parat zum            wie das Fundament einer er-          profitieren», ist Produktentwick-
                                                        Probieren:
                                                        «Sunne-Snäck-
                                                                             folgreichen Firma entsteht. Ne-      lerin Laila überzeugt und macht
                                                        Riegel» mit Apfel-   ben dem Firmennamen werden           sich sofort an die Überarbeitung
                                                        Zimt Aroma.          die Zielgruppen definiert, die       des Rezeptes.
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