Interview für die Wochenzeitung "Globus" - (Erschienen am 7. April 2009)
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Interview für die Wochenzeitung „Globus“ (Erschienen am 7. April 2009) 1. Bei der Übergabe der Akkreditierungsschreiben an Präsident Crvenkovski äußerten Sie die Hoffnung, dass sich die freundschaftlichen Beziehungen und die Partnerschaft zwischen beiden Staaten auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet weiter entwickeln werden. Wie bewerten Sie heute die Beziehungen zwischen Deutschland und Mazedonien und wie können diese verbessert werden? Die deutsch-mazedonischen Beziehungen sind auf allen Gebieten eng und freundschaftlich. Es gibt auf politischer Ebene einen regen Besucherverkehr; so hat z.B. Staatspräsident Horst Köhler letztes Jahr Mazedonien zweimal besucht; erst vor kurzem war der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, in Skopje zu Besuch. Einige Bundesländer wie z.B. Bayern und Brandenburg pflegen eine enge Zusammenarbeit mit Mazedonien. Wenn ich sage „die Beziehungen sind freundschaftlich“, dann ist das sehr abstrakt. Denn nicht Staaten haben Beziehungen, sondern letztlich immer nur Menschen. Ich freue mich besonders über die lebhaften Beziehungen auf Ebene der Zivilgesellschaft. Eine wichtige Brücke zwischen unseren Ländern bildet dabei die mazedonische Diaspora in Deutschland, ca. 70 000 Personen. Die Stadt Skopje unterhält zwei Partnerschaften mit deutschen Städten, Nürnberg und Dresden. Die Partnerschaft mit Nürnberg geht zurück auf das große Erdbeben 1963: auf menschliche Kontakte , die damals im Zuge der Hilfsaktionen entstanden. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass in den deutsch-mazedonischen Beziehungen das gemeinsame Erleben von schwierigen Zeiten eine große Rolle spielt. Viele der Freunde, die Mazedonien in Deutschland hat, z.B. unter Abgeordneten des Deutschen Bundestages, haben sich in das Land verliebt in den schwierigen Jahre nach der Unabhängigkeit und besonders in der Krisenzeit 2000/2001. Unsere Wirtschaftsbeziehungen entwickeln sich dynamisch. Deutschland ist der zweitgrößte Handelspartner Mazedoniens, und in den vergangenen fünf Jahren hat sich das Handelsvolumen nahezu verdoppelt. Hierbei ist interessant, dass Mazedonien das einzige Land in der Region ist, das gegenüber Deutschland einen Überschuss in der Handelsbilanz hat. Das Potential der Wirtschaftsbeziehungen ist allerdings nicht ausgeschöpft, insbesondere im Bereich der Investitionen. Kultur, Bildung und Wissenschaft leben vom internationalen Austausch, und auch in Mazedonien wird das Angebot unserer Austauschprogramme, z.B. die Stipendien des
DAAD und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, gerne genutzt. Das Interesse an der deutschen Sprache ist groß; Deutsch konkurriert in Mazedonien mit Französisch um Platz zwei nach dem Englischen. Die Nachfrage nach Deutsch übersteigt das Angebot. Ich bin froh, dass es seit 2007 in Skopje ein Goethe-Institut gibt, ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Fortbildung mazedonischer Deutschlehrer durch Seminare und Stipendien. Seit dem letzten Schuljahr führt das Goethe-Institut an zwei Grundschulen in Skopje ein Projekt zum Deutschunterricht ab der 1.Klasse durch. Auch das Land Bayern fördert den Deutschunterricht in Mazedonien, und an den Universitäten unterstützen wir die Lehrstühle für Germanistik durch Lektoren aus Deutschland. Wichtige Partner sind für uns auch die beiden Kulturgesellschaften in Skopje und Bitola, die regelmäßig Veranstaltungen durchführen. Diese Kulturgesellschaften wurden durch Mazedonier gegründet, die sich Deutschland besonders verbunden fühlen und ich bin sind sehr dankbar für dieses freiwillige Engagement. Es zeigt, dass unsere Beziehungen ein echtes, lebendiges Fundament haben. 2. Obwohl Deutschland für einen der wichtigsten Partner Mazedoniens auf politischem, jedoch auch wirtschaftlichem Gebiet, gehalten wird: warum gibt es nicht größere deutsche Investitionen in Mazedonien? Es gibt in Mazedonien durchaus einige bedeutende deutsche Investitionen, allen voran die Deutsche Telekom, die über ihre ungarische Tochter die mazedonische Telekom gekauft hat. Und es gibt durchaus deutsche Unternehmen, die an einer Investition in Mazedonien interessiert sind. Die Regierung hat viel für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getan. Dennoch scheint mir, dass es noch Raum für Verbesserung gibt, vor allem wenn es um Transparenz und Effizienz des Verwaltungshandelns geht. Auch wenn ein bereits abgeschlossener Tender neu ausgeschrieben werden muss, ist das keine gute Reklame für einen Investitionsstandort. Die guten oder schlechten Erfahrungen, die Unternehmen machen, sprechen sich herum, und bewirken mehr als jede Werbekampagne. 3. Deutsche Stiftungen und NGOs (Friedrich Naumann, KAS...) nahmen Einfluss auf die „Ausbildung“ zahlreicher Politiker sowohl der mazedonischen Linken als auch Rechten und der Liberalen. Auch der mazedonische Außenminister schulte sich u.a. in Deutschland. Wie hoch ist der reale politische Einfluss Deutschlands auf die mazedonische politische Szene? Die Unterstützung der euro-atlantischen Perspektive ist das Leitmotiv der deutschen Politik gegenüber Mazedonien. Die Integration Mazedoniens in euro-atlantische Strukturen ist unser gemeinsames Interesse. Ich bin froh, dass eine Reihe mazedonischer Politiker gute persönliche Kontakte nach Deutschland und zur deutschen politischen Szene unterhalten, denn dies fördert unser gemeinsames Ziel. Insgesamt denke ich, dass „realer politischer Einfluss“ nur dann stattfinden kann, wenn ihm konkrete gemeinsame Interessen zugrunde liegen; persönliche Kontakte, Schulungen usw. reichen hierzu nicht aus. 4. Nach mehreren Monaten im Amt in Skopje; wie ist Ihre Einschätzung des Bereitseins Mazedoniens für die Integration in EU und NATO? Gibt es eine Lösung für den 2
irrationalen Streit mit Griechenland hinsichtlich des Verfassungsnamens Mazedoniens? Bezüglich des NATO-Beitritts gibt es keinen Zweifel an der Bereitschaft Mazedoniens. Der Beschluss des NATO-Gipfels von Bukarest gilt weiterhin: Mazedonien wird aufgenommen, sobald der Namensstreit mit Griechenland gelöst ist. Dies bedeutet, dass ein erneuter Gipfelbeschluss nicht mehr erforderlich ist. Nicht ganz so einfach steht es mit dem EU-Beitritt. Der EU-Beitritt ist ein sehr anspruchsvolles Ziel, weil Mazedonien hierfür umfassende Anpassungsprozesse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewältigen muss. Als Deutsche wissen wir aus der Erfahrung mit der deutschen Einigung, wie schwierig diese Transformationsprozesse sind. Die EU hat mit den Kopenhagener Kriterien von 1993 klar die Bedingungen für den Beitritt definiert: Wahrung der Menschenrechte, Demokratie, Schutz von Minderheiten, Marktwirtschaft. Die sogenannte „Beitrittspartnerschaft“, die die EU im Februar 2008 mit Mazedonien erneuert hat, gibt eine klare politische Orientierungshilfe. Leider fiel der letzte Fortschrittsbericht der EU-Kommission noch nicht so aus, dass ein Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen vorgeschlagen werden konnte. Grund waren vor allem Mängel in der politischen Kultur. Nach dem guten Verlauf der Wahlen vom 22.03. sieht das Bild allerdings schon deutlich besser aus. Wichtig ist, dass jetzt auch die zweite Runde friedlich verläuft – gerade im Hinblick auf den nächsten Fortschrittsbericht, den die EU- Kommission im Herbst vorlegen wird. Insgesamt freue mich, dass die Regierung die Kritik aus dem letzten Fortschrittsbericht konstruktiv aufgenommen hat, d.h. als Fahrplan, um Defizite zu beheben. Beim Namensstreit mit Griechenland handelt es sich um ein schwieriges Problem, das die beiden Länder Mazedonien und Griechenland mit Hilfe des VN-Vermittlers selbst lösen müssen. Der Streit hat schon viel zu lange gedauert. Wir beobachten mit Sorge, dass der Streit nicht nur den Beitritt Mazedoniens zur NATO behindert, sondern auch andere politische Fragen beeinflusst. Es ist wichtig, dass es sehr bald zu einer Lösung kommt, die für beide Seiten akzeptabel ist. Dafür ist m. E. auf beiden Seiten mehr Kompromissbereitschaft nötig. Außerdem sollte auf beiden Seiten die Diskussion in dieser hoch emotionalisierten Frage viel sachlicher geführt und alles vermieden werden, was die Gemüter zusätzlich aufregt und den Spielraum für mögliche Lösungen einschränkt. Ich sehe hier eine große Verantwortung der Medien. Letztlich ist die Lösung des Namensstreits eine Frage des politischen Willens und der Prioritätensetzung. Politiker müssen manchmal auch unpopuläre Entscheidungen treffen, das gehört zu ihrem Job. Unser früherer Bundeskanzler Willy Brandt hatte beim Start seiner neuen Ostpolitik die Mehrheit der Bevölkerung gegen sich. Später bekam er den Friedensnobelpreis und wurde als Bundeskanzler wiedergewählt. 3
5. Dem Berater Angela Merkels, Elmar Brok, zufolge, muss sich die EU mit einer Konsolidierung auseinandersetzen bevor sie mit der Erweiterung fortfährt; „dafür sind wenigstens sechs Jahre erforderlich, wenn in diesem Jahr ein Verhandlungsdatum erteilt wird“. Wenn – nach ´deutschem Standpunkt – die EU- Erweiterung nach Kroatien eingestellt wird und die europäischen Türen für Mazedonien noch mindestens sechs Jahre verschlossen bleiben, inwieweit kann die Phrase „Bewahrung der Beitrittsperspektiven“ ein Motivationsfaktor für die proeuropäischen Kräfte in Mazedonien sein, die sich mit Mühe dem angebotenen Isolationismus widersetzen? Ich nehme an., Sie beziehen sich mit Ihrer Frage auf das Programm der CDU für die Wahlen zum Europaparlament am 7. Juni. Dort heißt es in der Tat, „die CDU tritt für eine Phase der Konsolidierung ein, in der die Festigung der Identität und der Institutionen der Europäischen Union Vorrang vor weiteren EU-Beitritten haben. Eine Ausnahme von dieser Regel kann es nur für Kroatien geben“. Von einer Frist von sechs Jahren steht dort allerdings nichts. Sie müssen den Text als das nehmen, was er ist: als ein Parteiprogramm für die Wahlen zum Europaparlament. Das Europaparlament hat insgesamt 785 Sitze, davon hat die Fraktion der Europäischen Volkspartei, der die CDU zuzurechnen ist, derzeit 287 Abgeordnete, und hiervon wieder kommen 49 Abgeordnete aus Deutschland. Wie viele Abgeordnete es nach den Wahlen sein werden, kann ich jetzt selbstverständlich nicht sagen. Ich möchte Ihnen nur eine Vorstellung von dem Kontext geben, in dem die zitierten programmatischen Aussagen unmittelbar relevant sind. Ich erinnere daran, dass das Europäische Parlament in seiner Entschließung vom 12. März 2009 sich dafür ausgesprochen hat, Mazedonien noch dieses Jahr ein Datum für den Beginn von Beitrittsverhandlungen zu nennen. In Deutschland hat die sozialdemokratische SPD die Aussagen des CDU- Wahlprogramms sofort kritisiert. Für die Bundesregierung, die bekanntlich eine Koalitionsregierung aus CDU/CSU und SPD ist, bleibt der Koalitionsvertrag von 2005 maßgeblich, der ganz klar die Beitrittsperspektive für die Länder des Westlichen Balkan bekräftigt. 6. Wie und warum kam es zu Ihrer Aussage auf dem Workshop „Schaffung eines neuen Europas“, organisiert durch deutsche Unterstützung, die die Medien in Skopje als kontrovers bewertet haben und das AM dazu bewegt haben, Protest einzulegen? Sehen Sie, außer einer Stimulierung der Debatte, persönlich in der Simulierung der Studenten aus Mazedonien, Albanien und dem Kosovo die Zukunft Mazedoniens? Meine in den Medien wiedergegebenen Äußerungen stehen im Kontext eines Simulationsspieles mit Jugendlichen aus Mazedonien, Kosovo und Albanien zur EU- Erweiterung. Das Spiel wurde von der deutschen Organisation „Institut für Auslandsbeziehungen“ veranstaltet. Die Jugendlichen sollten für eine Reihe von Ländern Beitrittsverhandlungen mit der EU simulieren, d.h. sie spielten in der Rolle von Vertretern von Rat, Kommission, nationalen Delegationen usw. Ein Ergebnis des Spiels war, dass Mazedonien keinen Beitrittsvertrag unterschreiben konnte. Dies wurde von der „Präsidentschaft“ damit begründet, dass Mazedonien noch nicht ausreichend vorbereitet sei. Die „mazedonischen Delegation“ führte als Grund das Veto Griechenlands an. Die Organisatoren des Spieles hatten mir außerdem mitgeteilt, dass die Tatsache, dass die Jugendlichen nur über das Englische als gemeinsame Sprache kommunizieren konnten, das Spiel erschwert hatte. 4
Ich wurde gebeten, zum Ergebnis und den Äußerungen der Jugendlichen Stellung zu nehmen. Ich berichtete dann u.a. vom einem Workshop mit deutschen, französischen und mazedonischen Jugendlichen, das im Januar von Deutsch-Französischen Jugendwerk in Skopje veranstaltet worden war. Dort hatten die Jugendlichen u.a. ihr Bild von Mazedonien im Jahre 2020 entworfen. Ich möchte betonen, dass keine Vertreter der Botschaft bei den Diskussionen der Jugendlichen anwesend waren; uns wurde nur das Ergebnis präsentiert. Dieses sah folgendermaßen aus: Mazedonien wird im Jahre 2020 als „Nord-Mazedonien“ EU-Mitglied sein, es wird von einer ethnisch übergreifenden Partei regiert, es wird weniger Korruption geben und bereits vom Kindergarten an lernen die albanischen und die mazedonischen Bürger jeweils die Sprache des anderen. Ich möchte nochmals unmissverständlich klarstellen: Selbstverständlich beschreibt dieses Bild nicht die deutsche Politik. Denn darüber, ob sich Mazedonien in diese Richtung entwickelt, entscheiden allein die Mazedonier. Es ging auch nicht darum, ein ganz konkretes Zukunftsbild zu empfehlen. Worum es bei diesem, von den Teilnehmern an dem Workshop im Januar entworfenen Bild, geht, ist doch folgendes: die Teilnehmer sahen die Zukunft ihres Landes optimistisch, sie sahen ihr Land als EU-Mitglied, sie sahen den Streit mit Griechenland gelöst und die Barrieren zwischen den ethnischen Gruppen abgebaut. Ich habe das Bild zitiert, um die Kreativität der Jugendlichen zu würdigen und sie zu ermuntern, an der Zukunft ihres Landes mitzuarbeiten. 7. In Ihrer Mitteilung nach dem Protest des AM heben Sie hervor, dass Sie „lediglich das Ergebnis eines Workshops zitiert haben“ und dass „die Aussagen in keiner Weise die offizielle deutsche Politik gegenüber Mazedonien beschreiben“. Wie würden Sie die offizielle deutsche Politik gegenüber Mazedonien beschreiben? Stehen die Thesen, dass „die komplizierte Struktur des Westbalkans nur an Stabilität gewinnen kann mit Hilfe der europäischen Perspektiven“ nicht in direktem Widerspruch mit der angekündigten deutschen Restriktivität hinsichtlich der Integrationen der Region? Die europäische Perspektive ist selbstverständlich ein wichtiger Faktor für Stabilität und Entwicklung der Balkanregion. Dementsprechend bekräftigt auch, wie oben bereits ausgeführt, der Koalitionsvertrag der Bundesregierung diese europäische Perspektive. Deutschland hat Mazedonien immer auf dem Weg in die EU unterstützt und wird dies auch weiterhin tun. Seit 1992 hat Deutschland im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit über 150 Mio. EUR Projekte finanziert, die alle ein Ziel haben: Mazedonien für den EU-Beitritt fit zu machen. Dies sind Projekte zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, zur Wasserversorgung und zum Umweltschutz, zur Anpassung der mazedonischen Gesetzgebung an die EU, zu Demokratisierung und Dezentralisierung. Hinzu kommen der Einsatz von Experten in verschiedensten Bereichen, Maßnahmen unserer politischen Stiftungen oder auch von einzelnen, sehr engagierten Organisationen wie der Handwerkskammer Koblenz. Unabhängig davon kann man natürlich die Frage nicht ignorieren, inwieweit die EU im gegenwärtigen Zustand imstande ist, neue Mitglieder aufzunehmen. Der Begriff der Konsolidierung ist durchaus ein Teil der Erweiterungsstrategie. Wir brauchen dringend den Vertrag von Lissabon als neue institutionelle Grundlage der EU. Der Europäische Rat vom 11./12. Dezember 2008 hat sich zum Ziel gesetzt, den Vertrag von Lissabon Ende 2009 in Kraft treten zu lassen. 5
8. Nach der Aussage, dass in 2020 Mazedonien Mitglied der EU unter dem Namen Nordmazedonien sein wird und die Regierung aus einer Partei mit dem Namen Neue Mazedonische Partei angeführt wird, in der Albaner und Mazedonier Mitglieder sind, die albanische Bevölkerung mazedonisch spricht....“ sowie nach der Einschätzung, dass es sich um „eine schöne Vision für Mazedonien handelt, die nicht unrealistisch ist, wenn auf politischem Gebiet daran gearbeitet wird“, warf Ihnen ein Teil der Medien vor, sich in innere Angelegenheiten eingemischt zu haben sowie kontroverse und für die Beziehungen zwischen beiden Ländern schädliche Aussagen gemacht zu haben. Inwieweit ist diese Vision real umsetzbar? Weswegen genau richteten Sie Ausdruck des Bedauerns an das AM? Wie ich oben bereits ausgeführt habe: es ging mir nicht darum, ein bestimmtes Zukunftsbild zu entwerfen, sondern allgemein die Kreativität der Jugend zu würdigen und die Teilnehmer an dem Simulationsspiel zu ermuntern, an der Zukunft ihres Landes mitzuarbeiten. Ich habe gegenüber Außenminister Milošoski den Kontext meiner Äußerungen erläutert und die Missverständnisse bedauert, die meine Äußerungen ausgelöst haben. Dass der Vorfall gegenüber der Öffentlichkeit als „diplomatische Krise“ inszeniert wurde, war völlig unangemessen und überzogen. Diese Art der Darstellung widerspricht diametral den sehr guten und freundschaftlichen Beziehungen zwischen Mazedonien und Deutschland. 9. Wie kommentieren Sie die Aussage des früheren Sonderbeauftragten/Gesandten für Bosnien und Herzegowina Christina Schwarz-Schilling, der den Standpunkten Merkels und der CDU zum Westbalkan und der EU-Erweiterung widerspricht? Ist er im Recht, wenn er sagt, dass „wenn das schwarze Loch in der Mitte Europas nicht geschlossen wird, kann die Stabilität des ganzen europäischen Hauses ins Wanken geraten“? Die Aussage von Herrn Dr. Schwarz-Schilling zeigt die Komplexität der Fragestellung und dass unterschiedliche Stabilitätsrisiken sorgfältig bewertet werden müssen. 6
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