Jan Scheunemann: "Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte". Zur Darstellung der Arbeiterbewegung in den Heimatmuseen der frühen DDR.

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Jan Scheunemann: "Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte". Zur Darstellung der Arbeiterbewegung in den Heimatmuseen der frühen DDR.
Jan Scheunemann: „Laßt die Finger
                 weg von der Parteigeschichte“. Zur
                 Darstellung der Arbeiterbewegung in
                 den Heimatmuseen der frühen DDR.

                 In: Susanne Muhle, Hedwig Richter und Juliane
                 Schütterle (Hg.): Die DDR im Blick. Ein
                 zeithistorisches Lesebuch.
                 Berlin: Metropol 2008, S. 249 – 259.

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JAN SCHEUNEMANN

„Laßt die Finger weg von
der Parteigeschichte“
Zur Darstellung der Arbeiterbewegung in den Heimatmuseen
der frühen DDR

Als Rudolf Donnerhack im Januar 1951 die Leitung des noch stark kriegs-
zerstörten Museums im vogtländischen Plauen übernahm, hatte er sich hohe
Ziele gesteckt. Nicht weniger als eine zusammenhängende Darstellung von der
Frühgeschichte bis zur Gegenwart wollte er bieten und dabei besonders die
„Entwicklung des Sozialismus und der Arbeiterbewegung im Vogtland“ be-
rücksichtigen. Aus dem, was für viele Menschen „eine Verbindung von Staub,
Antiquitäten und unverständlicher Gelehrsamkeit“ darstellte, sollte „eine
Pflegestätte heimatlicher Werte, eine Quelle der Kraft für den Neuaufbau und
die neue sozialistische Ordnung“ entstehen.1
     Mit diesem Vorsatz stand Donnerhack am Beginn der fünfziger Jahre
allein in einer Museumslandschaft, die sich gerade von den Auswirkungen des
Krieges erholte, nun aber mehr und mehr den geschichtspolitischen Regle-
mentierungen der SED folgen musste. Dabei gewann besonders ein Thema an
Bedeutung: die „Geschichte der Arbeiterbewegung“. Dass Donnerhack der
Erste in der DDR sein würde, der eine derartige Museumsschau gestaltet,
daran mochte er 1951 kaum geglaubt haben. Dass er die Ausstellung ausgerech-
net im Juni 1953 fertigstellte, gehört zur Ironie des Geschehens.
     Geschichte besaß für die SED eine besonders herausgehobene Funktion.
Als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart ließen sich mit ihr aktu-
elle politische Handlungsweisen rechtfertigen und historisch begründen. Nach
1   Rudolf Donnerhack, Gedanken über die Um- und Neugestaltung des Kreismuseums vom
    4. 1. 1951, Museumsarchiv Plauen, Ordner: Pläne I/9, unpag.
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keinem Ereignis war dies mehr der Fall, als nach dem Volksaufstand des 17. Juni
1953. Die Macht der SED war bedrohlich ins Wanken geraten. Doch trat die
Einheitspartei nach der gewaltsamen Niederschlagung der Erhebung gestärkt
aus der Krisensituation hervor. Sie verstand sich auch weiterhin als „Vorhut der
Arbeiterklasse“ und beanspruchte unter Berufung auf vermeintlich historische
Entwicklungsgesetze ihre Führungsrolle in allen Gesellschaftsbereichen. Vor
diesem Hintergrund avancierte die „Geschichte der Arbeiterbewegung“ zu ei-
nem nahezu staatstragenden Forschungsgegenstand. Sie dominierte ab Mitte
der fünfziger Jahre ganze Zweige der universitären und parteiinstitutionellen
Forschung und bot zugleich eine Projektionsfläche, auf der sich symbolisch
Herrschaft und Autorität der SED abbilden ließen. Wollte man aus ihr aber eine
tatsächliche politische Wirkung in der breiten Masse ableiten, bedurfte es ei-
ner mythischen Aufladung, volkspädagogischer Inszenierung und vor allem
einer flächendeckenden Vermittlung im öffentlichen Raum. Um das Leit-
bild der „führenden Rolle der Partei“ noch in den letzten Winkel der DDR zu
tragen, waren hierzu auch solche Felder und Institutionen geschichtspolitisch
zu erobern, die scheinbar nur wenig oder gar nichts mit der Herrschaftsdurch-
setzung zu tun hatten. Dies betraf zweifellos den Bereich der Heimatmuseen.
In der Tradition der deutschen Heimatbewegung des 19. Jahrhunderts stehend
und zumeist aus bildungsbürgerlichen Geschichts-, Altertums- und Museums-
vereinen entsprungen, sahen sich diese Einrichtungen zunehmend einer
inhaltlichen Verpflichtung auf Themen der Arbeiterbewegung ausgesetzt.
Doch gerade die Engführung auf die Marx’sche Weltveränderungslehre von
„Klassengegensätzen“ und „revolutionären Kämpfen“ provozierte erheblichen
Widerstand beim konservativen Museumspersonal.
     Ansätze, die Arbeiterbewegung geschichtspropagandistisch zu nutzen,
reichen bis in die unmittelbare Nachkriegszeit zurück. Mit seinen Darlegungen
auf der 1. Kulturkonferenz der KPD umriss Anton Ackermann schon im Februar
1946 ein Geschichtsbild, in dem nur das „Fortschrittliche, Edle und Große“ zur
Geltung kommen dürfe, das „Reaktionäre, Widerwärtige und Schädliche“ je-
doch auszublenden sei. Er erklärte ferner, es sei künftig nicht mehr vertretbar,
die „Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ohne die Entwicklung der Arbei-
terbewegung und des wissenschaftlichen Sozialismus“ zu behandeln.
     Damit war die „wirklich arbeitende Klasse“ zwar ins Zentrum gerückt,
doch lief die Umsetzung der nunmehr geforderten „gegenwartsbezogenen“
„Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte“                   251

und „zeitnahen“ Ausstellungen in den regionalen Museen nur schleppend an.
Einerseits befand sich das Museumswesen in der Sowjetisch Besetzten Zone
noch immer im Wiederaufbau. Von den einst 381 hier vorhandenen Museen
hatte 1947 nicht einmal die Hälfte ihre Arbeit wieder aufgenommen. Ande-
rerseits zeigten die mit der Zerschlagung des überkommenen Vereinswesens
vorgenommenen Einschnitte in die Organisationsstruktur der Museen ihre
Wirkung. Die Behinderung und spätere Auflösung der traditionellen Vereine
aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Nähe zum Nationalsozialis-
mus entzog den Museen anfangs nicht nur ihre finanzielle, sondern vor allem
ihre ideelle Basis. Trotz einer regional zum Teil rigoros vorgenommenen Ent-
nazifizierung – in Thüringen behielten beispielsweise von 103 Museumsleitern
lediglich 28 ihr Amt – blieb ein grundsätzlicher Personalwechsel aus. Wie die
Altersstruktur der Museumsbeschäftigten belegt, gab es bis in die sechziger
Jahre hinein Tendenzen zur „Überalterung“ mit Geburtsjahrgängen um 1890.
Der Anteil an Museumsleitern „bürgerlicher Herkunft“ wird für die fünfziger
Jahre mit 80 bis 90 Prozent angegeben. Diese „heimatbewegten Traditionalis-
ten“ entzogen sich nicht nur dem staatlichen Geschichtsdirigismus. Sie trugen
ihre Arbeitspraktiken und Wertevorstellungen der nunmehr ideologisch sus-
pekten Heimatbewegung in die 1950 gegründete Kommission der Natur- und
Heimatfreunde innerhalb des Kulturbundes. Der im Jahr 1945 unter Leitung
von Johannes R. Becher gegründete Kulturbund sollte ursprünglich bürgerliche
Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle für eine „demokratische Erneue-
rung Deutschlands“ gewinnen. Spätestens mit der im Januar 1949 vollzogenen
Zwangseingliederung letzter Vereinsstrukturen fungierte er aber als Sammel-
becken für alle möglichen heimatlich engagierten Kräfte.2
     Bereits auf der zweiten Konferenz der Natur- und Heimatfreunde im
Oktober 1951 in Quedlinburg deuteten sich Versuche einer stärkeren Poli-
tisierung an. Wesentliche Punkte der dort verabschiedeten „14 Leitsätze“
orientierten sich darauf, die „Reste des alten konservativen Vereinslebens zu
überwinden“, aus den Museen „Bildungsstätten unserer Werktätigen“ entstehen

2   Vgl. Willi Oberkrome, „Durchherrschte“ Heimat? Zentralismus und Regionalismus im
    organisierten Heimatschutz der frühen DDR. Das Beispiel Thüringens, in: Habbo Knoch
    (Hrsg.), Das Erbe der Provinz. Heimatkultur und Geschichtspolitik nach 1945, Göttingen
    2001 (Veröffentlichungen des Arbeitskreises des Landes Niedersachsen nach 1945; Bd. 18),
    S. 252–274, hier S. 256 ff.
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zu lassen und die Orts- und Heimatgeschichte einer „gründlichen, kritischen
Durchsicht“ zu unterziehen. Letztere sollte sich verstärkt der Aufbauperiode
nach 1945 und der „Geschichte der Arbeiterbewegung“ widmen. Damit hatte
auch die Heimatgeschichtsschreibung ihren Beitrag zur Herausbildung jener
handlungsbezogenen Grundüberzeugungen zu leisten, die in den Beschluss der
7. Tagung des ZK der SED vom 20. Oktober 1951 eingingen. Die Staatspartei
forderte die Historiker auf, „die wissenschaftliche Ausarbeitung der Geschichte
Deutschlands und der deutschen Arbeiterbewegung“ vom „Standpunkt des Mar-
xismus-Leninismus“ voranzutreiben sowie Erinnerungsstätten für die Führer
der Arbeiterbewegung, allen voran Marx, Engels, Lenin und Stalin, zu schaffen.
     Die von der Partei postulierte „ideologische Offensive“ stieß in den Mu-
seen allerdings an ihre Grenzen. Als das „gründliche Studium der Theorie des
Marxismus-Leninismus“ auf einer Museumsleitertagung des Landes Bran-
denburg im Dezember 1951 in einer verbindlichen Arbeitsentschließung als
„wichtigste Voraussetzung“ künftiger Museumsarbeit festgeschrieben werden
sollte, mochten nicht alle Tagungsteilnehmer in das verordnete Horn blasen.
Der Leiter des Museums in Angermünde wandte ein, er habe in seinem langen
Leben viele Museen von Weltruf besucht, die auch ohne den Marxismus-
Leninismus große Leistungen vollbracht hätten.3
     Es bedurfte einer groß angelegten Kampagne, um die Heimatforscher
und Museumsleiter von der Notwenigkeit methodischer Weltanschauungs-
festlegungen zu „überzeugen“. Mit dem auf der 2. Parteikonferenz der SED
im Juli 1952 verkündeten „Zwickauer Plan“ bahnten sich dann unübersehbar
parteilich sanktionierte Bemühungen auf dem Gebiet des regionalen Muse-
umswesens an. Walter Ulbricht proklamierte hier nicht nur den „planmäßigen
Aufbau des Sozialismus“ in der DDR, er rief auch dazu auf, die „revolutionären
Kämpfe“ der deutschen Arbeiterbewegung in die Geschichtsbetrachtung
einzubeziehen. Daraufhin versprach die Kreisleitung der SED Zwickau die Ein-
richtung eines Museums zur Geschichte des Kreises nach den Grundsätzen der
marxistisch-leninistischen Geschichtsforschung.
     Im Februar 1953 überprüfte das SED-Bezirksorgan Freie Presse die Ein-
lösung dieser Pläne und zeigte sich enttäuscht angesichts des „durcheinander
3     Aktennotiz von Paul Gruson, Landesverwaltung für Kunstangelegenheiten Brandenburg,
      Abt. Bildende Kunst und Museen, vom 21. 12. 1951, Privatarchiv Scheunemann, Nachlass
      Martin Schumacher, Teltow, Nr. 1, Bl. 13.
„Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte“                    253

gewürfelte[n] Sammelsurium[s] von Gegenständen“ im Zwickauer Museum.
Nichts war zu sehen von den „revolutionären Kämpfen der Arbeiterklasse“,
noch gab es Hinweise auf die „Produktionskräfte“ oder die „Produktionsver-
hältnisse“. Für Rudolf Donnerhack, der die Reorganisation seines Plauener
Hauses als „ideologische Durcharbeitung“ und „Parteiauftrag“ begriff, konnten
diese Feststellungen nur den Ansporn bedeuten, sein Museum an die vorderste
Front heimatmusealer Arbeit zu rücken. Wenige Tage später kündigte er in der
Freien Presse fast beiläufig die Einrichtung einiger Ausstellungsräume zur „Ge-
schichte der Arbeiterbewegung“ an.4
     Donnerhack nutzte die 30-Jahrfeier des Museums am 1. Juli 1953, um die
neuen Abteilungen zu eröffnen. Es war seine politische Überzeugung, die ihn
auch in Krisenzeiten als „pflichtbewußten Genossen“ hinter der Partei stehen
ließen. „Ich habe in der Zeit um den 17. Juni“, schrieb er an die Kreisleitung
der SED Plauen, „als andere Museumsleiter zu mir mit der Frage kamen, ob sie
noch in der augenblicklichen Situation eine Karl-Marx-Ausstellung durchfüh-
ren könnten, mit dem Aufbau und der Einrichtung der vorläufigen Räume der
Arbeiterbewegung angefangen.“ Anerkennung für eine solche Standfestigkeit
erhielt er von den Funktionären jedoch nicht. Offenkundig fand die Ausstel-
lung wenige Wochen nach dem Aufstand nicht das Interesse der Partei. Zur
Eröffnung seien unter den Gästen nur 10 Prozent Genossen gewesen, stellte
der Museumsleiter ernüchtert fest, eine „bedauerliche Tatsache, als schließlich
doch die Eröffnung von Räumen der ‚Geschichte der Arbeiterbewegung‘ eine
Angelegenheit der Arbeiterpartei ist“.5
     Wie recht Donnerhack hatte! Bald wurde deutlich, dass die „Geschichte
der Arbeiterbewegung“ gleichsam als Gegengewicht zu den Sommerereignis-
sen des Jahres 1953 erhöhte historiografische Relevanz gewann. Zur Festigung
ihrer Macht bedurfte die SED einer breiten Legitimationsbasis, die es histo-
risch zu unterfüttern galt. Die Einrichtung einer eigenen Geschichtsabteilung
am Marx-Engels-Lenin-Stalin-Institut beim ZK der SED, dem späteren Institut
für Marxismus-Leninismus (IML), war nur ein Indiz für das neue Verhältnis
der SED zur Vergangenheit. Ulbricht erwies seinem Drittberuf als Historiker

4   Werner Eckert, Diskussion um unser Zwickauer Museum, in: Freie Presse, Ausgabe Plauen
    vom 28. 2. 1953, S. 5; Neuerungen in unserem Museum, in: ebenda vom 12. 3. 1953, S. 4.
5   Schreiben von R. Donnerhack an die Kreisleitung der SED Plauen vom 31. 7. 1953, Muse-
    umsarchiv Plauen, Nr. 30, SED-Kreisleitung Plauen, unpag.
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schon frühzeitig Ehre, als er 1953 eigene Reden und Aufsätze unter dem Ti-
tel „Zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“ in drei voluminösen
Bänden publizierte.
     Mit der Einrichtung einer Fachstelle für Heimatmuseen in Halle innerhalb
des neu gegründeten Ministeriums für Kultur im Jahre 1954 waren schließ-
lich die administrativen Voraussetzungen erfüllt, nun auch die über 460 regi-
onal- und lokalgeschichtlichen Museen der DDR den geschichtspolitischen
Ansprüchen der Partei zu unterwerfen. Der sogenannte Geschichtsbeschluss
des SED-Politbüros vom 5. Juli 1955 sowie eine darauf zugeschnittene „An-
ordnung über die Arbeit in Heimatmuseen“, die die „Beschäftigung mit der
Geschichte der Arbeiterbewegung und der revolutionären Tradition unseres
Volkes“ rechtsverbindlich zur vornehmlichen Aufgabe erklärte, bildeten den
Ausgangspunkt der angestrebten Museumsreform.
     Nun war das Verkünden einer solchen Programmatik das eine, ihre Ver-
wirklichung in der Praxis das andere. Denn die althergebrachten Methoden
und Darstellungsthemen der Museen ließen sich nicht von heute auf morgen
überwinden. Die staatlich verordnete Zielsetzung kollidierte nicht nur mit dem
tradierten professionellen Selbstverständnis der Museumsleiter, die den Len-
kungsanspruch der Fachstelle nur unwillig akzeptierten. Sie brach sich auch
an den überlieferten Sammlungen, die kaum sinnfällige Ausstellungsstücke zu
den örtlichen Traditionen einer organisierten Arbeiterschaft, geschweige denn
zur Gründung „revolutionärer Parteien“ enthielten. Gerade aber die konzep-
tionelle Anlage der „Geschichte der Arbeiterbewegung“ als reine Geschichte
und Vorgeschichte der SED erwies sich in den Museen als Bremsklotz. Der
partei- und vor allem nationalhistorische Ansatz konnte nur schwerlich mit
dem Heimatmuseum als einer Institution in Einklang gebracht werden, die die
Vergangenheit per se aus einer lokalhistorischen Perspektive befragte und
deren Betrachtungshorizont zumeist um 1850 endete.
     Die Ausstellungspraxis bot dann auch alle Varianten fehlgeschlagener
Musealisierungsversuche. Selbst Donnerhack musste sich nun Vorhaltungen
gefallen lassen. Wenn er dazu aufrief, Ferdinand Lassalle in den Museen als
„Vater des Opportunismus“ und die Führer der Sozialdemokratie als Verräter
an der Sache des Sozialismus zu brandmarken, selbst aber dem sozialistischen
Vogtland-Rebellen und 1920 aus der KPD ausgeschlossenen Max Hoelz einen
Ausstellungsraum widmete, fand das kaum die Anerkennung der Parteihisto-
„Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte“                      255

riker. Für den Leiter des Hauses der Heimat in Freital war die „Geschichte der
Arbeiterbewegung“ ein „besonders heikles Problem“, an das er „nur sehr zö-
gernd herangehe“, da die Geschichte der Stadt eng mit der SPD verknüpft und
deren Rolle durchaus positiv zu bewerten sei. In Zeulenroda wiederum hatte
man gewagt, Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens in die Ausstellung
zu integrieren, um den „Lebensrahmen der Menschen“ zu veranschaulichen.
Konnte man nicht erahnen, dass dadurch der „Kampf der Arbeiterklasse“ zur
„Nebensache“ geriet?6
     Um die Forschungen zur Parteigeschichte auch regional anzuschieben,
entstanden bei den Bezirks- und Kreisleitungen der SED „Kommissionen zur
Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung“. Als „Hilfsorgane
der Partei“ sollten sie auch der musealen Umgestaltung Nachdruck verleihen.
In die gleiche Richtung zielte der beim Kulturbund gegründete „Arbeitskreis
für Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung“, dessen Verflechtungsgrad mit
der SED sich allein darin offenbarte, dass der Vorsitzende Heinrich Gemkow
Mitarbeiter am Ost-Berliner IML war. Als Gemkow im Juni 1956 daran ging,
die Fortschritte auf dem Feld der „Geschichte der Arbeiterbewegung“ kritisch
zu prüfen, war das Resultat wenig erhebend. Weder sei es der Partei gelungen,
flächendeckend entsprechende Kommissionen auszubilden, noch habe man es
verstanden, „wirklich die treibende und führende Kraft bei der Popularisierung
der örtlichen Traditionen zu werden“. Vielmehr machten sich ringsum „sektie-
rerische Einstellungen“ nach der Devise „‚Laßt die Finger weg von der Partei-
geschichte‘“ bemerkbar.7
     Auch im Jahr 1957 war man noch weit davon entfernt, die Heimat-
museen als Orte bürgerlicher Sinnwelten nachhaltig mit einer Klassenkampf-
Ikonografie zu besetzen. Nicht „jede rote Ecke mit einem Thälmannbild“ stelle
eine Museumsabteilung zur „Arbeiterbewegung“ dar, polterte der Direktor der
Fachstelle für Heimatmuseen, Heinz Arno Knorr, noch seien Treppenaufgänge
mit langweiligen Texttafeln dazu angetan, „das Neue überzeugend parteilich

6   Protokoll der Zentralen Museumsleitertagung des Ministeriums für Kultur und der Fachstelle
    für Heimatmuseen zur Darstellung der Geschichte der Arbeiterbewegung in den Heimatmu-
    seen der DDR in Plauen am 22. und 23. 11. 1955, Museumsarchiv Plauen, Nr. 1, unpag.
7   Bericht von Heinrich Gemkow über die Realisierung der Empfehlungen der Hallenser
    Konferenz zu Fragen der Erforschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung
    vom 12. 6. 1956, SAPMO-BArch DY30/IV/2/9.07/56, Bl. 157–165.
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und ausdrucksvoll zu propagieren“. Diese wichtigen Inhalte dürften nicht
„einfach formal ‚angeklatscht‘ werden, ohne daß die Thematik mit der Ge-
samtkonzeption der historischen Abteilung überprüft“ worden sei. Der „Wir-
kungsgrad“ der Ausstellungen blieb auch deshalb weit hinter den Erwartungen
zurück, weil der „ideologische Stand des Bewußtseins der Museumsleiter“
kaum befriedigen konnte und das Festhalten an unverfänglichen Themen der
Heimatgeschichte „mehr individuellen Wünschen oder romantischen Vorstel-
lungen als wirklichen Bedürfnissen“ gehorchte.8
     Als man im Jahr 1958 dem 40. Jahrestag der Novemberrevolution ent-
gegensah, wurde deutlich, dass es bei der musealen Verarbeitung der „Arbei-
terbewegung“ nicht nur darum ging, die bisher im geschichtspolitischen
Organisationsgefüge eher randständigen Heimatmuseen in das Fahrwasser
der staatliche Legitimationsstrategien zu lenken. Mochten es die Museums-
leiter bisher auch verstanden haben, sich der geschichtspolitischen Observanz
erfolgreich zu entziehen, kann das Jahr 1958 als Zäsur gelten. Das Jubiläum bot
in seiner engen thematischen Eingrenzung die willkommene Möglichkeit zu
einer durchgreifenden inhaltlichen Umprägung der Museen und war zugleich
Prüfstein für die weltanschauliche Verfasstheit ihrer Leiter.
     Mit einem ungeheuren Kraftaufwand sollte nun gelingen, was bisher nur
in Ansätzen vorhanden war. Hand in Hand mit den Parteikommissionen galt
es, in den Museen neue Traditionsbilder zu verankern, um mit ihrer Hilfe die
„sozialistische Bewußtseinsbildung“ zu fördern. Dreh- und Angelpunkt der
gesamten SED-Argumentation um die Geschichte der Novemberrevolution
bildete die KPD. Ihre späte Gründung 1918/19 beweise, dass alle Opferbereit-
schaft der Arbeiter umsonst war, solange eine organisatorisch geschlossene
marxistisch-leninistische Partei fehlte. Allein deshalb könne auch keine Rede
von einer „sozialistischen“ oder „proletarischen“ Revolution sein. In ihrer
„klassenmäßigen Einschätzung“ war stattdessen das umständliche Begriffs-
konstrukt einer „bürgerlich-demokratischen Revolution“ zu gebrauchen, „die
in gewissem Umfange mit proletarischen Mitteln und Methoden durchgeführt
wurde“. So legte es Walter Ulbricht persönlich fest und fegte die „falschen

8     Heinz A. Knorr, Museum und Ausstellung. Die museale Ausstellung, ihr Wert und Anteil
      an den Aufgaben der kulturellen Massenarbeit, undat. (1957), BArchB DR1/8068, Bl. 1–31,
      hier Bl. 12, 25; ders., Zur Neugestaltung des Schausammlungen in den Heimatmuseen, in:
      Neue Museumskunde 1 (1958) 1, S. 14–20, hier S. 18.
„Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte“         257

„Im November 1918 erhebt sich die deutsche Arbeiterschaft zum Kampf für
Frieden, Demokratie und Sozialismus. Die Grundaufgaben der Revolution werden
nicht gelöst, da zum Zeitpunkt eine wirklich revolutionäre Partei fehlt.“
Vogtländisches Kreismuseum Plauen, Ausstellungsabteilung zur „Geschichte der
Arbeiterbewegung“ um 1955.
Quelle: Bildarchiv Vogtlandmuseum Plauen

Auffassungen“ einiger „Genossen Historiker“, die für einen „sozialistischen
Charakter“ plädiert hatten, vom Tisch.
     Ulbrichts Grundsatzentscheidung über den „richtigen“ Charakter der
Novemberrevolution war mitten in die heiße Phase der Ausstellungsvorberei-
tungen gefallen und hatte nicht nur dort erhebliche Verunsicherung gestiftet.
Es überraschte nicht, dass die in Fragen der Parteigeschichte gänzlich uner-
fahrenen Heimatmuseumsleiter „theoretische Kenntnisse“ zur „Bedeutung
der Rolle der Volksmassen und vor allen Dingen der Rolle der revolutionären
Partei“ vermissen ließen, was sich in „objektivistischen Darstellungen“ zeigte.
In Görlitz hatte der Museumsleiter die „Machtfrage“ nicht richtig herausgear-
beitet, stattdessen aber „die Dokumente der KPD und der rechtssozialistischen
SPD-Führer fein säuberlich nebeneinander ausgebreitet“. Geradezu skandalös
258                                  Jan Scheunemann

aus Sicht der Geschichtswächter gestaltete sich die Situation in Köthen. Die
Ausstellung war „lieblos hingehauen“, enthielt „schwerwiegende Mängel“ und
musste kurz nach ihrer Eröffnung geschlossen werden. Robert Leibrand vom
IML tobte noch im Januar 1959:

      „Da liegt ein Aufruf zur Mobilmachung, ‚Die Russen sind schuld am
      Kriege‘, darum für Gott, Kaiser und Vaterland. Dazu gibt es in Köthen kein
      Wort zu sagen. Kommentarlos liegen die Dokumente der Reaktion. Eine
      Bildtafel trägt die Überschrift ‚Konterrevolution‘; unter der Überschrift
      befinden sich die Bilder von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg schwarz
      umrändert. Aber auch die sich anschließenden Bilder der Noske-Truppe
      sind schwarz umrändert. Die Mörder und die Ermordeten auf einer Tafel
      und beide schwarz umrändert.“9

     Erst mit dem 1963 von Ulbricht autorisierten „Grundriß der Geschichte
der deutschen Arbeiterbewegung“ lag dann ein Gradmesser für die Partei-
geschichtsschreibung vor, der auch „eine den politischen Erfordernissen
entsprechende Darstellung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung in
den Heimatmuseen“ ermöglichte.10 Nicht zuletzt der Mitte der sechziger Jahre
einsetzende personelle Umbruch in den Museen begünstigte schließlich die
Durchsetzung dieses Themas.
     Abgesehen von einigen regionalen Museen, die ab den späten siebzi-
ger Jahren versuchten, Aspekte einer proletarischen Alltagskultur in ihre
Ausstellungen zu integrieren, blieb das offizielle Postulat, in den Museen eine
einheitlich organisierte und kämpferische „Arbeiterbewegung“ zu präsen-
tieren, bis zum Ende der DDR aufrechterhalten. Sozialhistorische Fragen, die

9     Arbeitsberatung mit den Vorsitzenden und Sekretären der Bezirkskommissionen zur Er-
      forschung der Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung in Auswertungen der Aktio-
      nen zum 40. Jahrestag der Novemberrevolution am 13. 1. 1959 in Berlin, SAPMO-BArch
      DY/30/IV/2/9.07/58, Bl. 63; Ausstellungen „40. Jahrestag der November-Revolution“, un-
      dat. (1958), BArchB DR1/8058, Bl. 124–135, hier Bl. 130.
10    Aktennotiz von Hans Maur (IML, Sektor Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung)
      vom 29. 4. 1963, SAPMO-BArch DY30/IV A 2/9.07/252, unpag. Grundlegend zur gesam-
      ten Problematik vgl. Siegfried Lokatis, Der rote Faden. Kommunistische Parteigeschichte
      und Zensur unter Walter Ulbricht, Köln 2003 (= Zeithistorische Studien; Bd. 25), be-
      sonders S. 212–216.
„Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte“               259

eine Anknüpfung an gesellschaftliche Realitäten in der DDR erlaubt hätten,
wurden bewusst übergangen, wohlwissend, dass „der Hausrat einer armseligen
Proletarierküche trotz klassenkämpferischer Texte“ von den Museumsbesu-
chern „mit dem größten nostalgischen Vergnügen ‚konsumiert‘ wurde“.11 Das
Mobilisierungspotenzial der „Arbeiterbewegung“ hielt sich auch deshalb in
Grenzen, weil eine eindimensional auf die Parteigeschichte ausgerichtete
Sichtweise kaum Identifikationsmöglichkeiten bot. Die „Geschichte der
Arbeiterbewegung“ erwies sich letztendlich als untaugliche Agitationsvokabel.

11   Ernst Hofmann, Zum kommunikativen Wert musealer Objekte im Geschichtsmuseum, in:
     Informationen für die Museen in der DDR 22 (1990) 3/4, S. 5–12, hier S. 8.
Die DDR im Blick
Ein zeithistorisches Lesebuch

Herausgeben von
Susanne Muhle, Hedwig Richter und Juliane Schütterle

im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
ISBN 978-3-940938-04-6

© 2008 Metropol Verlag
Ansbacher Str. 70 · 10777 Berlin
www.metropol-verlag.de
Alle Rechte vorbehalten
Druck: Aalexx Druck, Großburgwedel
Inhalt

Einleitung
von Susanne Muhle, Hedwig Richter und Juliane Schütterle                                                                               .........................................   11

Herrschaft im Alltag – Alltag der Herrschaft ....................................................... 17

MICHAEL BIENERT
     Wie demokratisch muss es aussehen?
     Die SED und die Inszenierung der „Volkswahlen“ 1950
     in der DDR .................................................................................................................................................................. 19

MICHAEL PL OENUS
     Zweifelnde Hasen im ideologischen Pfeffer
     Anmerkungen zum Pflichtstudium des Marxismus-Leninismus,
     seiner Tiefenwirkung und seinen Verfechtern ..................................................................... 29

TILMANN SIEBENEICHNER
     Vom Mythos einer kämpferischen Klasse
     Die Kampfgruppen der Arbeiterklasse und „der Schutz der
     sozialistischen Errungenschaften“ ..................................................................................................... 39

JULIANE SCHÜ T TERLE
     Die toten Helden der Arbeit
     Das Grubenunglück auf Schacht 250 im Uranerzbergbau Wismut
     am 16. Juli 1955 ..................................................................................................................................................... 51
Inhalt

RALPH KASCHKA
        Oberbaukrise!
        Die SED, die Deutsche Reichsbahn und das Gleisnetz der DDR
        in den fünfziger Jahren .................................................................................................................................. 59

MICHAEL HEINZ
        Die Geschichte der individuellen Kuh
        Private landwirtschaftliche Produktion in der DDR                                                           ...................................................   69

HEDWIG RICHTER
        Rechtsunsicherheit als Prinzip
        Die Herrnhuter Brüdergemeine und wie der SED-Staat seine
        Untertanen in Schach hielt ........................................................................................................................ 77

D OROTHÉE B ORES
        „Wenn man ihn kalt stellt und ihn echt isoliert“.
        Wolf Biermann als Mitglied des DDR-PEN ........................................................................... 87

Aufbrüche und Ausbrüche ................................................................................................................... 97

FABIAN KL ABUNDE
        Überreden als Strategie
        Die Mauer war nicht genug ...................................................................................................................... 99

ANDREAS STIRN
        Mit dem Rollschinken nach Utopia
        Die „Fritz Heckert“ als sozialistisches Traumschiff und
        realsozialistischer Albtraum .................................................................................................................... 109

ANNA PELKA
        Wie der Pop in den Osten kam
        Mode in der DDR und in Polen in den sechziger Jahren ......................................... 119
Inhalt

PETER WURSCHI
        „Mir ist so langweilig!“
        Jugend, Alltag und die sozialistische Provinz                                             .......................................................................   129

ANGELIKA Z AHN
        Die Ruine der Dresdner Frauenkirche im Widerstreit
        der DDR-Öffentlichkeit .............................................................................................................................. 139

DANIEL SCHWANE
        Eine Geschichte des Scheiterns im Kalten Krieg
        Das „Berliner Wirtschafts-Blatt“ und der West-Ost-Handel .............................. 149

Grenzüberschreitungen ............................................................................................................................. 157

SUSANNE MUHLE
        Mit „Blitz“ und „Donner“ gegen den Klassenfeind
        Kriminelle im speziellen Westeinsatz des
        Ministeriums für Staatssicherheit ..................................................................................................... 159

SVEN SCHULTZE
        Auftrag „Grüne Woche“
        Die Landwirtschaftsausstellung als Angelegenheit
        deutsch-deutscher Systemkonkurrenz .......................................................................................... 169

PATRICIA F. ZECKERT
        „Eine Versammlung von Sehnsucht“
        Die Internationale Leipziger Buchmesse und die Leser in der DDR                                                                                        ..........   179

JENS NIEDERHU T
        „… das geistige Symbol der Einheit des deutschen Volkes“
        1964 kamen in Weimar Wissenschaftler aus beiden Teilen
        Deutschlands zusammen ............................................................................................................................ 189
Inhalt

U TA ANDREA BALBIER
      „Flaggen, Hymnen und Medaillen“
      Die gesamtdeutsche Olympiamannschaft und die
      kulturelle Dimension der Deutschlandpolitik ..................................................................... 201

SUSANNE TIMM
      Vorherrschaft statt Solidarität
      Das Kinderheim Bellin für namibische Flüchtlingskinder
      von 1979 bis 1990 ................................................................................................................................................ 211

Reflexionen und Wahrnehmungen ....................................................................................... 219

JENS HÜ T TMANN
      So sah die DDR im Jahr 2000 einmal aus
      Mutmaßungen über die Zukunft der SED-Diktatur
      in der Bundesrepublik vor 1989 .......................................................................................................... 221

DANIEL FRIEDRICH STURM
      Mailand statt Magdeburg
      Viele Westdeutsche zeigten wenig Interesse an der DDR. Von einer
      staatlichen Einheit mochte die Politik nicht einmal mehr träumen ........... 229

KATHLEEN SCHRÖTER
      „… reif für eine West-Mission“
      Bildende Kunst aus der DDR in der Bundesrepublik Deutschland                                                                                                     ............   239

JAN SCHEUNEMANN
      „Laßt die Finger weg von der Parteigeschichte“
      Zur Darstellung der Arbeiterbewegung in den Heimatmuseen
      der frühen DDR ..................................................................................................................................................... 249

CHIARA MARMUGI
      Wolf Biermann und sein Meister Brecht                                                         ...............................................................................   261
Inhalt

UD O GRASHOFF
           Selbsttötung oder durch die Staatssicherheit verschleierter Mord?
           Vier Beispiele aus den achtziger Jahren ...................................................................................... 269

BET TINA GREINER
           Der Preis der Anerkennung
           Zur Erinnerungsliteratur über die Speziallagerhaft                                                                                             .....................................................    281

NINA LEONHARD
           Gewinner und Verlierer der Vereinigung
           Berufsbiografische Bilanzen zweier ehemaliger NVA-Offiziere ...................... 291

Essay               ............................................................................................................................................................................................   301

RALPH JESSEN
           Eine Vorschau auf die Rückschau                                                                  ...................................................................................................    303

Abkürzungsverzeichnis ...........................................................................................................................................                                                  311
Register ........................................................................................................................................................................................                  315
Danksagung ...........................................................................................................................................................................                             319
Die Autorinnen und Autoren ...........................................................................................................................                                                             321
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