KFW-MITTELSTANDSATLAS 2018 - REGIONALE GESICHTER DES MITTELSTANDS: EIN BUNDESLÄNDERVERGLEICH
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KfW Research KfW-Mittelstandsatlas 2018 ∆Regionale Gesichter des Mittelstands: ein Bundesländervergleich
Impressum Herausgeber KfW Bankengruppe Abteilung Volkswirtschaft Palmengartenstraße 5-9 60325 Frankfurt am Main Telefon 069 7431-0, Telefax 069 7431-2944 www.kfw.de Autoren Dr. Michael Schwartz Telefon 069 7431-8695 Dr. Juliane Gerstenberger Telefon 069 7431-4420 Copyright Titelbild Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Holger Peters Frankfurt am Main, März 2018
Regionale Gesichter des Mittelstands: ein Bundeslandvergleich
Der deutsche Mittelstand hat viele Gesichter und trale Elemente für die Wettbewerbsfähigkeit eines Lan-
entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die Vielzahl an des.
kleinen und mittleren Unternehmen sind zentrale
Säulen der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Das KfW-Mittelstandspanel informiert seit mittlerweile
Wirtschaftsstandorts Deutschland. Mit dem KfW-Mit- 15 Jahren regelmäßig zur aktuellen Lage, zur Struktur
telstandspanel informiert die KfW Bankengruppe seit und zu den relevanten Entwicklungen im Mittelstand
1
2002 jährlich zur aktuellen Lage, zur Struktur und zu mit all seinen Facetten. Der hier vorgelegte Bericht
den relevanten Entwicklungen im Mittelstand mit all geht einen Schritt weiter und legt erstmals Mittelstands-
seinen Facetten. fakten nach Bundesländern vor. Die Grundlage bilden
die Daten des KfW-Mittelstandspanels der Jahre
KfW Research vertieft diese Analyse, indem erst- 2012–2016. Deutlich wird dabei vor allem eines: Der
mals eine Betrachtung nach Bundesländern vorge- Mittelstand hat viele Gesichter.
legt wird. Dabei zeigen sich, abseits genereller struk-
tureller Unterschiede, die verschiedenen regionalen Große Spannbreite: Die Unternehmenslandschaft
Gesichter des Mittelstands in Deutschland. der Bundesländer im Kurzüberblick
Die rund 3,7 Mio. kleinen und mittelständischen Unter-
So schafften KMU aus Rheinland-Pfalz zwischen nehmen hier zu Lande stellen 99,95 % des gesamten
2012 und 2016 das größte Beschäftigungsplus, Un- Unternehmensbestandes. Sie sind daher auch eine
ternehmen aus Hamburg sind am stärksten im Aus- tragende Säule des deutschen Arbeitsmarktes – zuletzt
land präsent, während KMU aus Berlin deutlich loka- waren mit 30,9 Mio. erwerbstätigen Personen so viele
ler verankert sind. Mittelständler aus Brandenburg Menschen in KMU beschäftigt wie nie zuvor. Davon
sind Investitionsspitzenreiter, Unternehmen aus entfallen im Jahr 2016 etwas mehr als die Hälfte allein
Mecklenburg-Vorpommern führen am häufigsten auf die drei größten Bundesländer Nordrhein-West-
Kreditverhandlungen und die kräftigste Eigenmittel- falen, Bayern und Baden-Württemberg. Dort sind rund
ausstattung können KMU in Sachsen-Anhalt aufwei- 15 Mio. Erwerbstätige in KMU beschäftigt, so viele wie
sen. in den restlichen 13 Bundesländern zusammen (Gra
fik 1).
Die Unterschiede sind groß. So auch in den Füh-
rungsetagen der Mittelständler: In Sachsen sind die Grafik 1: Verteilung der Erwerbstätigen im Mittel-
Inhaber am jüngsten, in Schleswig-Holstein am älte- stand auf die Bundesländer
sten – dort ist auch die Nachfolgeproblematik aus- Niedersachsen Hessen
geprägt. Frauen sitzen vor allem in den norddeut- Nordrhein-Westfalen
schen Bundesländern an der Unternehmensspitze.
Migrantengeführte KMU sind häufig in den Stadt-
staaten beheimatet.
Der KfW-Mittelstandsatlas 2018 zeigt bislang unbe- Sachsen Berlin
kannte Einblicke in die Struktur des deutschen Mit-
Bayern
telstands. Er bietet interessierten Personen aus Thüringen
Mecklenburg-Vorpommern
Wirtschaft, Wissenschaft und Wirtschaftspolitik er-
gänzend zum KfW-Mittelstandspanel eine umfas-
Rheinland-Pfalz
sende Informationsquelle. Brandenburg
Das mittelständische Rückgrat Deutschlands Baden-Württemberg Hamburg Bremen
Mittelständische Unternehmen sind Motoren für Schleswig-
Holstein
Wachstum und Beschäftigung einer Volkswirtschaft
Sachsen-Anhalt Saarland
und stehen zu Recht im Fokus der deutschen wie eu-
ropäischen Wirtschaftspolitik. Die Vielzahl an kleinen
und mittleren Unternehmen (KMU) – dazu zählen klei- Anmerkung: Die Fläche der Bundesländer-Vierecke entspricht ihrem
ne Handwerksbetriebe genauso wie Selbstständige Anteil an allen Erwerbstätigen im Mittelstand. Bezugsjahr ist 2016.
oder traditionsreiche Familienunternehmen – sind zen- Quelle: KfW Research
Seite 1KfW Research
Grafik 2: KMU-Anteil an allen Erwerbstätigen Grafik 3: Mehr Großunternehmen in
Westdeutschland
Anteile in Prozent Anzahl Großunternehmen je 1 Mio. Erwerbstätige
Schleswig-Holstein 93 Schleswig-Holstein 292
Thüringen 91 Thüringen 288
Mecklenburg-Vorpommern 91 Mecklenburg-Vorpommern 262
Brandenburg 84 Brandenburg 247
Sachsen 80 Sachsen 292
Bayern 76 Bayern 323
Sachsen-Anhalt 73 Sachsen-Anhalt 307
Hessen 71 Hessen 367
Rheinland-Pfalz 71 Rheinland-Pfalz 271
Hamburg 69 Hamburg 403
Baden-Württemberg 65 Baden-Württemberg 348
Nordrhein-Westfalen 64 Nordrhein-Westfalen 363
Niedersachsen 63 Niedersachsen 301
Berlin 58 Berlin 318
Quellen: KfW-Mittelstandspanel, Destatis, eigene Berechnungen. Anmerkungen: Großunternehmen definiert als Unternehmen mit
mehr als 250 Mitarbeitern. Entspricht nicht der tatsächlichen Anzahl
Vor allem in den vergangenen Jahren waren die mittel- der Großunternehmen. Stand 2015.
ständischen Unternehmen der Antrieb des anhaltenden
Quelle: Destatis, eigene Berechnungen.
Beschäftigungsbooms in Deutschland. Die kräftigen
Zuwächse in der Erwerbstätigkeit bei KMU haben ihre deutschen Bundesländern ist ein Erbe der deutschen
Bedeutung für den Arbeitsmarkt zuletzt weiter zuneh- Teilung. Es zeigt sich auch darin, dass die DAX- und
men lassen: Der Anteil KMU-Beschäftigter an allen Er- MDAX-Unternehmen ausnahmslos in Westdeutschland
3
werbstätigen überschritt im Jahr 2016 erstmals die beheimatet sind.
70 Prozent-Marke, und liegt bei 70,4 %.
Kleinstunternehmen dominieren in allen Regionen
In Abhängigkeit von der Größenstruktur und Branchen- Die grundsätzliche Größenstruktur des Mittelstands ist
zusammensetzung der KMU variiert dieser Anteil zwi- in den einzelnen Bundesländern weit gehend ähnlich
schen den Bundesländern (Grafik 2). Die höchste rela- (Grafik 4). Kleinstunternehmen mit weniger als 5 Voll-
tive Bedeutung des Mittelstands für den Arbeitsmarkt zeitäquivalent-Beschäftigten (VZÄ) stellen in allen
findet sich in Schleswig-Holstein (93 % KMU-Erwerbs- Bundesländern den überwiegenden Teil der KMU (im
tätige) sowie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern Durchschnitt 81 %). Besonders ausgeprägt ist die
(jeweils 91 %). Die geringsten KMU-Anteile an der Er- Kleinteiligkeit des Mittelstands aber in Berlin; 83 % der
werbstätigkeit eines Bundeslandes finden sich in Berlin KMU sind hier Kleinstunternehmen. Dies reflektiert un-
sowie in Niedersachsen. Hier sind 58 bzw. 63 % aller ter anderem auch den hohen Bestand an Start-ups in
Erwerbstätigen im Mittelstand beschäftigt. Das breite Berlin, die in der Regel nur wenige Mitarbeiter beschäf-
Mittelfeld wird unter anderem besetzt von Sachsen tigen. Dagegen fällt Sachsen-Anhalt durch den mit Ab-
(80 %), Sachsen-Anhalt (73 %), Rheinland-Pfalz und stand geringsten Anteil an Kleinstunternehmen auf
Hessen mit jeweils 71 % KMU-Beschäftigten. (72 %). Die Spannweite des Segmentanteils von grö-
ßeren Mittelständlern (50 und mehr VZÄ-Beschäftigte)
Die durchgehend überdurchschnittlichen Mittelstands- ist moderat. Der Anteil liegt in allen Bundesländern
anteile an den Erwerbstätigen in den ostdeutschen recht einheitlich zwischen 2 und 3 %.
Bundesländern sind dabei unter anderem Ausdruck
des geringen Besatzes mit Großunternehmen in diesen Etwas mehr Variation existiert bei der durchschnittli-
2 chen Unternehmensgröße (hier nicht abgebildet). An
Regionen (Grafik 3). Während es beispielsweise in
Brandenburg je 1 Mio. Erwerbstätige 247 Großunter- der Spitze stehen Unternehmen aus Hamburg mit im
nehmen (mehr als 250 Beschäftigte) gibt, sind es in Mittel 8,9 VZÄ-Beschäftigten. Auch in Sachsen-Anhalt
Hessen 367 oder in Hamburg sogar 403. Dieses noch und Nordrhein-Westfalen sind die Unternehmen im
immer bestehende Ungleichgewicht in der Verteilung Durchschnitt vergleichsweise groß (8,6 und 8,0 VZÄ-
der Großunternehmen zwischen ost- und west- Beschäftigte). Anders beispielsweise in Rheinland-
Seite 2KfW-Mittelstandsatlas
Pfalz: Hier sind KMU mit durchschnittlich 6,1 VZÄ-Be- Grafik 4: Kleine stellen die Mehrheit
schäftigten etwa um ein Drittel kleiner. Anteile für VZÄ-Größenklassen in Prozent
82
Berlin: Die Start-up-Hauptstadt macht ihrem Namen
alle Ehre 2
80
Mit einem durchschnittlichen Betriebsalter von 17 Jah- Schleswig-
2
Holstein
ren ist der Mittelstand in Mecklenburg-Vorpommern am Mecklenburg- 83
jüngsten. Aber auch die anderen ostdeutschen Bun- 79
78 Vorpommern
desländer weisen eine vergleichsweise junge KMU- 2
3
Landschaft auf (Durchschnittsalter zwischen 19 und 2 Berlin
Niedersachsen Hamburg
21 Jahren). Hier mussten sich kleinteilige, privatwirt- 72 76
schaftliche Strukturen (der vormals weit gehend in
3 2
Großbetrieben organisierten Wirtschaft) nach der deut- 79
Sachsen- Brandenburg
schen Wiedervereinigung erst schrittweise etablieren. 3
Anhalt
81
Die Unternehmenshistorien sind daher naturgemäß Nordrhein- 78
Westfalen
kürzer. Dennoch gibt es auch in den ostdeutschen 81
3
2
Sachsen
Bundesländern auffällige Unterschiede in der Alters- Thüringen
81 2
struktur. Die Start-up-Hauptstadt Berlin weist mit 21 %
Hessen
deutschlandweit den höchsten Anteil an KMU auf die 2
jünger als 5 Jahre alt sind – Sachsen-Anhalt mit 6 % Rheinland-Pfalz
den niedrigsten. 82
82
2
Den höchsten Anteil an KMU, die länger als 20 Jahre
Bayern
am Markt aktiv sind, gibt es in Baden-Württemberg und 2
Hessen (je 43 %). Die im Mittel „dienstältesten“ Mittel- Baden-
Württemberg
ständler (Durchschnittsalter 26 Jahre) sind in Baden-
Württemberg angesiedelt. Hier finden sich zahlreiche
mittelständische Traditionsunternehmen. Schleswig-
Kleinstunternehmen
Holstein hat mit 31 % den niedrigsten Anteil älterer Un- (KfW Research
Dienstleistungen prägen Mittelstand überall In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg dominie-
– dennoch große Unterschiede ren KMU der wissensintensiven Dienstleistungen (50
Auch bei der Branchenzusammensetzung gibt es zwi- bzw. 49 %), wie beispielweise Rechtsanwaltskanzleien,
schen den Bundesländern einige Gemeinsamkeiten. Architektur- und Ingenieurbüros, PR-, Finanz- oder
4
So prägen in allen Teilen Deutschlands Dienstlei- Personalberatung. Diese Ballung von Dienstleistungen
stungsunternehmen den Mittelstand. Dieser Umstand auf engem geografischen Raum lässt sich vor allem mit
reflektiert die in allen entwickelten Volkswirtschaften zu den Bedürfnissen dieser Branchen erklären: Sie profi-
beobachtende Verlagerung des wirtschaftlichen tieren von so genannten Urbanisierungsvorteilen wie
Schwerpunktes hin zum Dienstleistungsbereich. Zum Diversifizierung, großen Kundengruppen, kurzen Di-
einen spielt hier die Auslagerung bzw. Vergabe vor- stanzen und den Vorteilen eines effizienten Ideen- und
5
mals unternehmensintern durchgeführter Leistungen Informationsaustausches. Insgesamt betrifft dies
an Fremdunternehmen eine Rolle (beispielsweise IT- Branchen mit einem hohen Akademikeranteil bzw. ei-
Wartung, Datenspeicherung, Personalrekrutierung, Be- ner starken Technologieorientierung. Das Verarbeiten-
reiche Recht und Steuern). Zum anderen erzeugen de Gewerbe wie auch das Baugewerbe sind in Berlin
strukturelle Entwicklungen schon länger eine erhöhte und Hamburg dagegen kaum vertreten.
Dienstleistungsnachfrage (beispielsweise im Zuge des
demografischen Wandels). In den ostdeutschen Flächenländern stechen vor
allem die weit überdurchschnittlichen Anteile von Bau-
Gegenwärtig sind über 2,8 Mio. Dienstleister im Mittel- unternehmen hervor (13 bis 17 %). Ursache hierfür ist
stand aktiv. Je nach Bundesland schwankt ihr Anteil unter anderem der Investitionsschub in Infrastruktur,
zwischen 77 % und bemerkenswerten 95 % (Grafik 6). Wohnungs- sowie Industriebauten, der sich nach der
Nicht zuletzt sind sie Hauptträger des Beschäftigungs- Wiedervereinigung in den ostdeutschen Bundesländern
aufbaus der letzten Jahre: Alle mittelständischen einstellte. Dies hat den Bedarf an Bauunternehmen
6
Dienstleistungsunternehmen zusammen beschäftigen und Handwerksbetriebe hoch gehalten. Unternehmen
aktuell 18,4 Mio. Erwerbstätige (ohne Handel). Zur der wissensintensiven Dienstleistungen sind dagegen
Jahrtausendwende waren es „nur“ 12,7 Mio. unterrepräsentiert (26 bis 35 %). KMU im Bereich der
sonstigen Dienstleistungen sind insbesondere in Bran-
Ein genauer Blick auf die Zusammensetzung der Bran- denburg und Mecklenburg-Vorpommern präsent (52
chen in den Bundesländern verdeutlicht aber auch ei- bzw. 51 %). Darunter fallen unter anderem Unter-
nige Unterschiede. Drei größere Ländergruppen treten
hervor:
Grafik 6: Branchenverteilung nach Bundesländern
Unternehmensanteile in Prozent
Berlin 3 7 50 40
Hamburg 31 49 46
Thüringen 9 13 33 44
Sachsen-Anhalt 7 15 35 42
Sachsen 8 14 33 45
Mecklenburg-Vorpommern 5 13 30 51
Brandenburg 4 17 26 52
Bayern 6 11 39 42
Baden-Württemberg 8 9 46 36
Rheinland-Pfalz 7 10 37 46
Hessen 5 11 45 38
Nordrhein-Westfalen 6 11 43 39
Niedersachsen 6 12 42 38
Schleswig-Holstein 5 13 39 41
Verarbeitendes Gewerbe Bau Wissensintensive Dienstleistungen Sonstige Dienstleistungen
Anmerkung: Darstellung der Branchenverteilung aus methodischen Gründen ohne die Anteile für die Kategorie „Sonstige Branchen“.
Quelle: KfW Research.
Seite 4KfW-Mittelstandsatlas
nehmen aus den Bereichen Gesundheits- und Sozial- sten Zuwächse konnten Mittelständler aus Rheinland-
wesen, Aus- und Weiterbildung, Gastronomie- und Ho- Pfalz verbuchen (3,2 %), dicht gefolgt von KMU aus
telgewerbe oder Kultur und Sport. Hessen und Schleswig-Holstein. In diesen Bundeslän-
dern ist die Zahl der Vollzeitäquivalent-Beschäftigten
Recht einheitlich ist die Branchenverteilung auch in
7
um durchschnittlich rund 3 % gestiegen. Mit einem
den westdeutschen Flächenländern. Auffällig ist, durchschnittlichen jährlichen Plus von 1,1 % bilden
dass die Transformation der westdeutschen Wirt- KMU aus Sachsen-Anhalt das Schlusslicht beim Be-
schaftsstruktur hin zu mehr Dienstleistungen – vor al- schäftigungszuwachs. Aber auch Unternehmen aus
lem Unternehmensdienstleistungen – bereits weiter Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern
vorangeschritten ist als in Ostdeutschland. KMU im Be- verbuchen ein unterdurchschnittliches VZÄ-Wachstum.
reich der wissensintensiven Dienstleistungen weisen
hier mit 37 bis 46 % sehr hohe Anteile auf. Beim Umsatzwachstum führen Hamburg und Rhein-
land-Pfalz die Rangliste an. Die Umsätze der dort an-
Beschäftigungsaufbau und Umsatzwachstum sässigen Unternehmen stiegen durchschnittlich um
in allen Regionen Deutschlands 4,1 % im Jahr. Bayern folgt dichtauf mit 3,7 %. Am un-
Auf die Binnenkonjunktur in Deutschland war für den teren Ende rangieren KMU aus Sachsen-Anhalt, Sach-
überwiegend inlandsorientieren Mittelstand in den ver- sen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, die
gangenen Jahren Verlass. Besonders zuletzt sorgten mit jährlichen Umsatzwachstumsraten von etwa 2 % al-
privater Konsum und der kräftige Zuwachs im Woh- lerdings gute Steigerungen erzielen konnten. Insge-
nungsbau für Rückenwind, von dem alle Regionen samt ist die länderspezifische Auswertung Spiegelbild
Deutschlands profitieren konnten. Umsätze und Be- der in der Gesamtsicht soliden Wachstumsdynamik im
schäftigung haben bei KMU in allen Bundesländern Mittelstand hier zu Lande. Zuletzt nahm die Dynamik
zugelegt (Grafik 7). sogar leicht zu (3,7 % Wachstum 2016) – dies war das
größte Plus seit fünf Jahren. Die gesamten Umsätze
Deutschlandweit konnte der Mittelstand in den letzten beliefen sich dabei zuletzt auf knapp 4.500 Mrd. EUR
Jahren ein jährliches Beschäftigungsplus von etwa (2016).
2,4 % vorweisen (Durchschnitt 2012–2016). Die stärk-
Grafik 7: Wachstumsraten der Beschäftigung (links) und des Umsatzes (rechts) nach Bundesländern
2,9 % 2,1 %
Schleswig- Schleswig-
Holstein
2,2 % Holstein 2,8 %
Mecklenburg- Mecklenburg-
Vorpommern Vorpommern
2,4 % 4,1 %
Hamburg
Hamburg
2,5 % Berlin 3,3 % Berlin
2,8 % 2,5 %
Niedersachsen 1,1 % 2,5 % Niedersachsen 2,0 % 3,4 %
Sachsen- Sachsen-
Brandenburg Brandenburg
Anhalt Anhalt
2,5 % 2,1 %
Nordrhein- Nordrhein-
Westfalen Westfalen
1,2 % 2,1 %
1,8 % Sachsen 2,5 % Sachsen
2,9 % Thüringen 3,0 % Thüringen
Hessen Hessen
Mindestens 3,0 % Mindestens 4,0 %
3,2 % 2,5 bis unter 3,0 %
4,1 % 3,0 bis unter 4,0 %
Rheinland- Rheinland-
Pfalz 2,0 bis unter 2,5 % Pfalz 2,5 bis unter 3,0 %
Unter 2,0 % Unter 2,5 %
2,4 % 3,7 %
2,5 % Bayern
2,8 % Bayern
Baden-
Baden-
Württemberg
Württemberg
Quelle: KfW Research.
Seite 5KfW Research
Große Unterschiede bei der Rentabilität weise hoch. Fast jedes fünfte Unternehmen in Berlin
Für den Unternehmenserfolg ganz entscheidend ist muss Verluste verkraften.
nicht nur das Umsatzwachstum, sondern auch welcher
Anteil von den erzielten Umsätzen als Gewinn tatsäch- Eine hohe Umsatzrendite von 10 % und darüber wei-
lich im Unternehmen verbleibt. Die Umsatzrendite – ei- sen Unternehmen in erster Linie in Hessen, Bayern
ne wichtige Kennzahl der Unternehmensrentabilität – und Niedersachen auf. Überdurchschnittlich viele KMU
zeigt, dass es dabei durchaus stärkere Unterschiede agieren in diesen Bundesländern sehr profitabel.
8
zwischen den Bundesländern gibt. Eine hohe und sta-
bile Umsatzrendite ist nicht zuletzt von Bedeutung, da Standortfaktor Häfen: Mittelständler aus Hamburg
diese neben der Eigenkapitalquote ein zentrales Be- stark im Auslandsgeschäft
wertungskriterium von Kreditnehmern bei Kreditverga- Mit Umsätzen von rund 547 Mrd. EUR (im Jahr 2016)
beentscheidungen ist. Entsprechend ist der Zugang zu spielt das Auslandsgeschäft eine wichtige Rolle für die
Investitionskrediten für mittelständische Unternehmen Gesamtumsätze des Mittelstands. Die Bedeutung der
stark an diese Kennziffer gekoppelt. internationalen Verflechtung für die KMU ist zwischen
den Bundesländern aber höchst unterschiedlich (Gra-
Die überdurchschnittlich hohen Umsatzzuwächse der fik 9).
Mittelständler aus Rheinland-Pfalz verhelfen den Un-
ternehmen dort auch zu hoher Rentabilität (Grafik 8). Mit deutlichem Abstand führt Hamburg die Rangliste
Im Durchschnitt können die hier ansässigen KMU Um- an. Mehr als jedes dritte hier ansässige Unternehmen
satzrenditen von 7,9 % vorweisen. Dies spricht für eine erzielt grenzüberschreitend Umsätze (38 %). Beson-
hohe Wirtschaftlichkeit. Oberhalb des Bundesdurch- ders auffällig ist hier die über Europa hinausgehende
schnitts von 6,3 % liegen auch die Renditen von KMU Aktivität. Mit 21 % aller KMU erzielen in Hamburg
aus Hamburg, Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Hes- enorm viele Mittelständler außereuropäische Umsätze.
sen und Baden-Württemberg. Eine unterdurchschnittli- Jedes dritte mittelständische Unternehmen aus Ham-
che Umsatzrendite haben KMU insbesondere in Meck- burg ist ferner zumindest auf europäischen Märkten ak-
lenburg-Vorpommern (4,8 %) sowie Sachsen-Anhalt tiv. Hamburg profitiert dabei von seiner geografischen
(4,6 %). Lage bzw. vom Hafen als entscheidendem Standortfak-
tor (Containerschifffahrt, Anbindung an das Binnen-
Der Anteil von Unternehmen, die Verluste erzielen (ei- wasserstraßennetz, Schienennetzanbindung, etc.). Die
ne negative Umsatzrendite erzielen) ist vor allem in Rahmenbedingungen für Auslandsaktivitäten sind da-
Thüringen, Baden-Württemberg und Mecklenburg- mit überdurchschnittlich vorteilhaft.
Vorpommern gering (jeweils 11 % im Jahresdurch-
schnitt); dagegen insbesondere in Berlin vergleichs-
Grafik 8: Kennziffern zur Umsatzrendite nach Bundesländern
Unternehmensanteile bzw. Umsatzrendite in Prozent
Rheinland-Pfalz 14 7,9 13
Hamburg 16 6,9 8
Thüringen 11 6,7 9
Nordrhein-Westfalen 16 6,7 11
Hessen 12 6,6 16
Baden-Württemberg 11 6,3 13
Deutschland gesamt 14 6,3 13
Schleswig-Holstein 17 6,2 13
Bayern 17 6,1 16
Niedersachsen 12 6,1 15
Berlin 19 6,0 13
Brandenburg 16 5,5 7
Sachsen 14 5,4 11
Mecklenburg-Vorpommern 11 4,8 10
Sachsen-Anhalt 12 4,6 12
Anteil Unternehmen Durchschnittliche Anteil Unternehmen
mit negativer Umsatzrendite Umsatzrendite mit hoher Umsatzrendite
Quelle: KfW Research.
Seite 6KfW-Mittelstandsatlas
Grafik 9: Anteil auslandsaktive KMU nach Bundesländern und Regionen
Unternehmensanteile in Prozent
Hamburg 38 33 21
Baden-Württemberg 25 24 9
Bayern 24 23 9
Berlin 23 24 7
Nordrhein-Westfalen 23 21 10
Deutschland 21 20 8
Hessen 20 18 8
Mecklenburg-Vorpommern 19 18 5
Niedersachsen 19 19 6
Rheinland-Pfalz 19 17 7
Brandenburg 18 16 7
Thüringen 17 16 6
Sachsen 17 14 6
Schleswig-Holstein 15 14 3
Sachsen-Anhalt 9 9 4
Ausland gesamt Europa Ausland ohne Europa
Quelle: KfW Research.
Weit unterdurchschnittlich auslandsaktiv sind KMU aus satz dazu liegt dieser Wert bei Unternehmen aus Bun-
Sachsen-Anhalt – weniger als jedes zehnte Unterneh- desländern mit einem höheren Internationalisierungs-
men erzielt grenzüberschreitend Umsätze (9 %). Die grad des Mittelstands unter 50 %. Wenig überraschend
Unternehmen dort sind weitaus stärker regional ausge- weisen KMU aus Hamburg daher den niedrigsten Re-
richtet bzw. binnenorientiert. Der Umsatzbeitrag, der im gionalanteil am Gesamtumsatz von 44 % auf – parallel
engeren regionalen Umkreis erzielt wird, liegt für KMU aber mit 40 % den höchsten Auslandsanteil. In Sach-
aus Sachsen-Anhalt bei 53 % (Grafik 10). Im Gegen- sen-Anhalt beläuft sich der Umsatzanteil, der im
Grafik 10: Anteil des Auslandsumsatzes (links) und Anteil des lokal erzielten Umsatzes (rechts)
Jeweils im Verhältnis zum Gesamtumsatz; Links: Nur Unternehmen mit Auslandsumsatz / Rechts: Nur Unternehmen mit lokalem Umsatz in-
nerhalb eines 50km-Umkreises.
29 % 45 %
Schleswig- Schleswig-
Holstein 37 % Holstein 53 %
Mecklenburg- Mecklenburg-
Vorpommern Vorpommern
40 % 44 %
Hamburg 38 % Hamburg 69 %
Berlin Berlin
27 % 53 %
Niedersachsen Niedersachsen
19 % 24 % 53 % 69 %
Sachsen- Brandenburg Sachsen-
29 % Brandenburg
Nordrhein-
Anhalt 51 % Anhalt
Westfalen Nordrhein-
26 % Westfalen 54 %
27 % Sachsen 53 % Sachsen
27 % Thüringen 56 % Thüringen
Hessen Hessen
32% 30 % und mehr
54 % 60 % und mehr
Rheinland- Zwischen 20 und 29 % Rheinland- Zwischen 50 und 59 %
Pfalz Unter 20 % Pfalz Unter 50 %
26 % 49 %
Bayern Bayern
33 % 47 %
Baden- Baden-
Württemberg Württemberg
Quelle: KfW Research.
Seite 7KfW Research
Ausland erzielt wird, nur knapp auf die Hälfte (19 %). bereitschaft der KMU ist recht nah beieinander (Gra-
fik 11, links). Die Abweichungen vom gesamtdeutschen
Den mit Abstand stärksten regionalen Fokus haben Wert von 42 % (durchschnittlicher Anteil investierender
Unternehmen aus Berlin und Brandenburg – durch- KMU zwischen 2012–2016) sind meist moderat. Ledig-
schnittlich jeweils 69 % der Umsätze erzielen die Mit- lich KMU aus Rheinland-Pfalz weisen eine stärker un-
telständler dort im engeren regionalen Umfeld. Das terdurchschnittliche Investitionsneigung auf (-6 Pro-
lässt sich zurückführen auf die hohe und breite Nach- zentpunkte Abweichung vom gesamtdeutschen Mittel-
frage des Ballungsraumes Berlin. wert) – wohingegen KMU aus Brandenburg und Sach-
sen-Anhalt im Durchschnitt häufiger Investitionen täti-
Investitionsspitzenreiter? Brandenburg! gen (48 bzw. 49 %).
Investitionen sind die entscheidende Stellschraube zur
langfristigen Sicherung des Unternehmenserfolgs, in- Werden die Investitionen der KMU allerdings an der
dem der Kapitalstock erneuert, Kapazitäten erweitert, jeweiligen Beschäftigtenzahl gemessen (Investitionsin-
Kosten eingespart oder neue Geschäftsfelder und tensität in Euro je Vollzeitäquivalent-Beschäftigtem),
Technologien erschlossen werden. Zudem trägt eine zeigen sich weitaus stärker ausgeprägte Länderdiffe-
rege Investitionstätigkeit von KMU zur konjunkturellen renzen (Grafik 11, rechts). „Investitionsspitzenreiter“
Entwicklung bei, erhöht das gesamtwirtschaftliche Pro- sind danach KMU aus Brandenburg mit einer durch-
duktionspotenzial und leistet einen bedeutsamen Bei- schnittlichen Investitionssumme je VZÄ-Beschäftigtem
trag zum langfristigen Wirtschaftswachstum. von rund 9.900 EUR. Schon deutlich darunter liegen
Mittelständler aus Niedersachen (rund 9.200 EUR je
Die Bereitschaft mittelständischer Unternehmen, In- VZÄ-Beschäftigtem) sowie Hamburg und Baden-
vestitionsvorhaben zu tätigen, hat allerdings seit den Württemberg mit jeweils rund 8.800 EUR. Zum Ver-
Krisenjahren 2008 / 2009 abgenommen und stagniert gleich: Damit investieren Unternehmen aus Branden-
seitdem auf geringem Niveau. Vor allem die Kleinstun- burg im Durchschnitt pro Vollzeitstelle etwa ein Drittel
ternehmen halten sich mit Investitionsprojekten zurück. mehr in den Ausbau und den Erhalt ihrer Strukturen als
Ein Blick auf die Bundesländer zeigt: Die Investitions- KMU aus Schleswig-Holstein oder Berlin.
Grafik 11: Investitionstätigkeit der KMU nach Bundesländern
Anteil Unternehmen mit Investitionen in Prozent (links) – Investitionsvolumen in Euro je VZÄ-Beschäftigtem (gesamt und verteilt auf
Investitionsarten)
48 Brandenburg 5.853 3.274 9.920
40 Niedersachsen 4.036 4.495 9.173
41 Hamburg 4.327 4.151 8.831
42 Baden-Württemberg 4.411 3.969 8.821
44 Bayern 3.936 3.685 8.375
40 Thüringen 3.840 4.007 8.347
38 Mecklenburg-Vorpommern 4.027 3.222 8.054
49 Sachsen-Anhalt 3.941 3.538 8.042
42 Deutschland gesamt 3.896 3.578 7.952
43 Hessen 3.935 3.009 7.716
36 Rheinland-Pfalz 3.788 3.059 7.284
43 Nordrhein-Westfalen 3.589 3.374 7.178
43 Sachsen 3.633 3.206 7.124
41 Berlin 3.258 2.593 6.649
39 Schleswig-Holstein 2.690 3.459 6.405
Kapazitätserweiterung Ersatzinvestitionen Sonstiges
Lesehilfe: In Brandenburg investieren 48 % aller Mittelständler. Das durchschnittliche Investitionsvolumen je Vollzeitäquivalent-Beschäftigtem
beläuft sich dabei auf 9.920 EUR. Davon entfallen 5.853 EUR auf Erweiterungsinvestitionen (rund 59 %) und weitere 3.274 EUR auf Ersatzin-
vestitionen (rund 33 %). Der Rest entfällt auf die Kategorie Sonstiges.
Anmerkung: Mit dem Investitionsvolumen gewichtet. Sonstiges umfasst unter anderem Innovation, Rationalisierung, Sanierung und Reparatu-
ren.
Quelle: KfW Research.
Seite 8KfW-Mittelstandsatlas
Bei der Unterscheidung nach Investitionsarten zeigt ihrer Investitionen überdurchschnittlich viele Eigenmit-
sich (weit gehend) das folgende Muster: Wird mehr in tel (61 und 60 %).
Kapazitätserweiterungen investiert (beispielsweise An-
schaffung einer zusätzlichen Produktionsstraße, Aus- Spiegelbildlich setzen KMU in diesen Ländern in weit-
bau der Transportkapazitäten, Auslandseintritt), fallen aus geringerem Ausmaß auf die Kreditfinanzierung ih-
in der Regel die Gesamtinvestitionen ebenfalls höher rer Investitionen. Vor allem bei KMU in Hamburg ist der
aus (gemessen an der Investitionsintensität). Beson- Anteil der Bankkredite am jährlichen Investitionsvolu-
ders deutlich zeigt sich das für Brandenburg mit einem men mit 19 % so gering wie in keinem anderen Bun-
Anteil der kapazitätserweiternden Investitionen von desland. Dazu passt, dass in diesen Ländern auch die
59 % – das sind 17 Prozentpunkte mehr als bei KMU grundsätzliche Neigung, Verhandlungen mit Banken
aus Schleswig-Holstein mit 42 %. Aus früheren Unter- oder Sparkassen über Investitionskredite zu führen, ge-
suchungen ist diesbezüglich bekannt, dass kapazitäts- ringer ausgeprägt ist (24–28 % der investierenden Un-
erweiternde Investitionen eher von KMU mit positiven ternehmen).
Geschäftserwartungen vorgenommen werden. Dage-
gen konzentrieren sich tendenziell vorsichtige Inhaber Der geringe Fremd- sowie hohe Eigenmittelanteil spe-
9
stärker auf Ersatzinvestitionen. ziell in den Stadtstaaten dürfte unter anderem eng mit
dem dort hohen Anteil der in freiberuflichen Tätigkeits-
Investitionsfinanzierung: Stadtstaaten setzen auf feldern aktiven Dienstleistungen zusammenhängen.
Eigenmittel Deren Investitionsprojekte sind in der Regel weniger
Dass mittelständische Unternehmen den größten Anteil kapitalintensiv und können eher aus eigenen Mitteln
der Investitionsfinanzierung über Eigenmitteleinsatz bestritten werden. Für die Realisierung eher großvolu-
stemmen ist bekannt. Die Unternehmen haben Ge- miger Investitionen ist dagegen oftmals der Zugang zu
winnzuwächse in den letzten Jahren weit gehend ein- externen Finanzierungsquellen von maßgeblicher Be-
behalten und finanzielle Polster geschaffen. Vor allem deutung.
am aktuellen Rand wurde stark darauf zurückgegriffen
10
– der Eigenmitteleinsatz erreichte ein Allzeithoch. Neigung zur Kreditfinanzierung bei KMU aus
Ostdeutschland stärker ausgeprägt
Den höchsten Eigenmittelanteil zur Finanzierung der Die stärkste Neigung zur Kreditfinanzierung haben
Investitionen wenden KMU aus Berlin auf (Grafik 12). KMU aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpom-
Im Durchschnitt haben die hier ansässigen mittelstän- mern, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Sie finanzierten
dischen Unternehmen 62 % ihres jährlichen Investiti- etwa vier Zehntel ihres jährlichen Investitionsvolumens
onsvolumens mit internen Mitteln finanziert. Auch KMU über Bankkredite – ein gegenüber Unternehmen aus
in Hamburg und Brandenburg nutzen zur Finanzierung Hamburg doppelt so hoher Anteil. Entsprechend haben
Grafik 12: Investitionsfinanzierung und Anteil KMU mit Kreditverhandlungen
Anteil am Investitionsvolumen in Prozent (links) – Anteil KMU mit Kreditverhandlungen an den investierenden Unternehmen in Prozent (rechts)
Berlin 62 5 4 29 24
Hamburg 61 8 12 19 25
Brandenburg 60 9 4 27 28
Baden-Württemberg 58 10 6 26 30
Rheinland-Pfalz 56 9 5 30 31
Schleswig-Holstein 56 7 2 35 32
Niedersachsen 52 8 4 36 32
Hessen 54 11 9 26 32
Bayern 53 13 6 28 33
Deutschland 53 10 7 30 34
Nordrhein-Westfalen 52 11 6 31 34
Thüringen 48 11 4 37 36
Sachsen 46 12 10 32 37
Sachsen-Anhalt 46 9 5 40 41
Mecklenburg-Vorpommern 44 10 6 40 43
Eigenmittel Fördermittel Sonstiges Bankkredite
Quelle: KfW Research.
Seite 9KfW Research
in diesen Bundesländern auch überdurchschnittlich vie- den in der Branchenstruktur kommt für diese ostdeut-
le Unternehmen Kreditverhandlungen geführt: Wagt schen Länder die Besonderheit hinzu, dass der Anteil
deutschlandweit im Durchschnitt rund jedes dritte inve- unselbstständiger Niederlassungen (westdeutscher Un-
13
stierende KMU den Gang zu einer Bank oder Sparkas- ternehmen) hoch ist. Dabei handelt es sich häufig um
se, sind es in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen- Produktionsstätten mit im Durchschnitt höheren Eigen-
14
Anhalt jeweils mehr als 40 %. Hingegen werden dort kapitalquoten. Man spricht hier auch von so genann-
15
(sowie in Sachsen und Thüringen) mit Anteilen von je- ten „verlängerten Werkbänken“.
weils unter 50 % vergleichsweise weniger Eigenmittel
zur Investitionsfinanzierung eingesetzt. Diese im Vergleich sehr hohen Eigenkapitalquoten
könnten einen Erklärungsbeitrag liefern, warum über-
Eigenkapitalquoten der KMU zeigen große durchschnittlich viele KMU in diesen Bundesländern
Spannweite Kreditverhandlungen geführt haben. Das günstige Fi-
Für den externen Finanzierungszugang ganz entschei- nanzierungsumfeld der jüngsten Vergangenheit (weit
11
dend ist die Bonität eines Unternehmens. Die Eigen- gehend offener Kreditzugang, sinkende Zinsaufwen-
12
kapitalquote spielt dabei eine wichtige Rolle. Hier dungen) und die aufgrund der guten Eigenkapitalaus-
schneiden Unternehmen aus den meisten ostdeut- stattung höheren Erfolgsaussichten einen Bankkredit
schen Flächenländern besonders gut ab (Grafik 13). zu erhalten, könnte die Unternehmen motiviert haben
KMU aus Sachsen-Anhalt können den höchsten Wert den Gang zur Bank zu wagen. Eigene liquide Mittel
aufweisen, mit einer durchschnittlichen Eigenkapital- können so einbehalten werden, um für zukünftige In-
quote von 42 %. Aber auch der Mittelstand in Thürin- vestitionsprojekte ein finanzielles Polster zu haben.
gen und Sachsen kann mit rund 35 bzw. 34 % eine or-
dentliche Eigenkapitalausstattung vorweisen. Demografie und Nachfolge vielerorts proble-
matisch
Grafik 13: Eigenkapitalquoten Der demografische Wandel hat Deutschland erfasst:
Angaben in Prozent Die Bevölkerungszahlen sinken, das Durchschnittsalter
steigt, auch die Erwerbsbevölkerung wird zunehmend
Sachsen-Anhalt 42 älter. Dabei hat sich die allgemeine demografische
Rheinland-Pfalz 40 Entwicklung in der Inhaberschaft der KMU rascher voll-
Thüringen 35 16
zogen als in Deutschland insgesamt.
Sachsen 34
Bayern 32 Im Jahr 2016 waren allein 39 % aller Unternehmensin-
Hessen 30 haber 55 Jahre oder älter. Zum Vergleich: Im Jahr
Niedersachsen 29 2002 waren es gerade einmal 20 %. Damit hat mehr
Deutschland 29 als ein Drittel aller Unternehmenslenker – oder rund
Baden-Württemberg 29 1,4 Mio. KMU-Chefs – ein Alter erreicht, in dem Er-
Mecklenburg-Vorpommern 28 werbstätige Gedanken über den Ruhestand nachge-
Hamburg 27 hen.
Nordrhein-Westfalen 26
Schleswig-Holstein 23
Für mittelständische Unternehmen bergen die demo-
Berlin und Brandenburg 19
grafischen Prozesse sowohl Chancen wie auch große
17
Anmerkung: Mit der individuellen Bilanzsumme gewichtete Mittelwer- Herausforderungen – vor allem rückt das erfolgreiche
te der Eigenkapitalquote je Bundesland. Zur Berechnung werden nur Management der Unternehmensnachfolge mehr und
bilanzierungspflichtige Unternehmen herangezogen. Zusammenfas- 18
mehr ins Zentrum. Allein in den kommenden beiden
sung von Berlin und Brandenburg aus Gründen der Robustheit.
Jahren planen 236.000 Inhaber den Rückzug aus ih-
Quelle: KfW Research. rem Unternehmen – und wollen das Unternehmen in
Die niedrigste Eigenkapitalquote weisen KMU in Berlin die Hände eines Nachfolgers legen. Das sind allein
19
und Brandenburg auf (im Durchschnitt 19 %). Aber 6 % aller KMU in Deutschland bis Ende 2019.
auch bei KMU in Schleswig-Holstein besteht mit einer
Eigenkapitalquote von durchschnittlich 23 % noch Ver- Parallel mangelt es an nachrückenden Existenzgrün-
besserungspotenzial. dern. Deren Anzahl sinkt seit Jahren – von über
1,5 Mio. im Jahr 2001 auf nur noch 672.000 im Jahr
20
Die Ursachen für die vergleichsweise hohen Eigenkapi- 2016. Speziell für die Nachfolgersuche wirkt ver-
talquoten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen schärfend, dass rund drei Viertel der Existenzgründer
sind nicht eindeutig zu bestimmen. Neben Unterschie- lieber neu gründen anstatt auf bestehende Strukturen
zurückzugreifen. Im Jahr 2016 haben sich nur rund
Seite 10KfW-Mittelstandsatlas
154.000 Existenzgründer durch eine Unternehmensbe- größeren strukturellen Herausforderungen. Nachfolge-
21
teiligung oder -übernahme selbstständig gemacht. prozesse müssen überdurchschnittlich häufig angesto-
Das sind deutlich zu wenige, um den Bedarf an qualifi- ßen werden. In Schleswig-Holstein planen 21 % der
zierten Nachfolgern zu decken. Mittelständler, die Übergabe oder den Verkauf des Un-
ternehmens an einen Nachfolger in einem Dreijahres-
Nicht überall in Deutschland sind die Alterung der zeitraum (entweder innerhalb oder außerhalb der Fami-
KMU-Inhaber und anstehende Nachfolgen gleicherma- lie). Das ist mit Abstand der höchste Wert aller Bundes-
ßen ein drängendes Problem (Grafik 14 und 15): Be- länder, gefolgt von Thüringen, Hessen und Baden-
sonders ausgeprägt zeigt sich die Alterung der Inhaber Württemberg (je 17 %).
in Schleswig-Holstein. Dort sind fast die Hälfte der
KMU-Inhaber 55 Jahre oder älter – das Durchschnitts- Anders stellt sich die Situation in Hamburg, Rheinland-
alter liegt bei 55 Jahren. Das liegt auch daran, dass Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern dar. Hier liegt der
Schleswig-Holstein das einzige Bundesland ist, in dem Anteil der KMU-Inhaber, die kurzfristig eine Nachfolge-
die Gründungsneigung älterer Personen die Grün- regelung anstreben, unter dem Durchschnitt. Insbe-
22
dungsneigung der Jungen übersteigt. Ein Nebenef- sondere in Hamburg dürften es übernahmewillige
fekt: Mit steigendem Inhaberalter nimmt naturgemäß Gründer schwer haben – dort stehen lediglich 4 % der
auch der Erfahrungsschatz der Unternehmenslenker zu KMU kurzfristig zur Nachfolge an.
(Grafik 16). Nirgends sonst können die KMU-Inhaber
so viel Berufs- und Branchenerfahrung vorweisen. Die im Mittel jüngsten Unternehmenslenker finden sich
unter anderem in Sachsen. Das Durchschnittsalter liegt
Auch in Thüringen (44 %) und Baden-Württemberg bei 48 Jahren, und ein vergleichsweise niedriger Anteil
(41 %) ist der Anteil älterer Inhaber vergleichsweise von 14 % aller KMU, beschäftigt sich mit einer Unter-
hoch. Speziell diese Bundesländer stehen damit vor nehmensnachfolge. Generell ist die Altersverteilung in
den ostdeutschen Bundesländern vorteilhafter. Die In-
haber sind im Durchschnitt vergleichsweise jung.
Grafik 14: Inhaberalter nach Bundesländern
Unternehmensanteile je Inhaber-Altersklasse in Prozent – Durchschnittliches Inhaberalter in Jahren (kursiv) / Absteigende Sortierung nach
Durchschnittsalter
Schleswig-Holstein 10 8 15 22 20 26 54
Baden-Württemberg 17 10 16 16 13 27 52
Sachsen-Anhalt 12 5 23 31 16 13 51
Nordrhein-Westfalen 13 11 21 19 15 21 51
Hessen 13 10 17 22 17 20 51
Thüringen 20 9 13 15 28 16 50
Niedersachsen 14 16 21 19 14 17 50
Hamburg 18 5 19 29 13 16 50
Rheinland-Pfalz 22 14 15 16 17 16 49
Bayern 21 13 16 17 16 17 49
Sachsen 24 13 17 18 12 16 48
Mecklenburg-Vorpommern 21 13 12 21 20 14 48
Brandenburg 21 11 21 23 10 14 48
Berlin 23 11 18 16 11 21 48
unter 40 zwischen 40 und 44 zwischen 45 und 49
zwischen 50 und 54 zwischen 55 und 59 60 und darüber
Anmerkung: Ausschließlich im jeweiligen Befragungsjahr neu in den Datensatz aufgenommene Unternehmen werden berücksichtigt. Regel-
mäßige Befragungsteilnehmer werden aufgrund eines per Definition zunehmendem Inhaberalter ausgeklammert.
Quelle: KfW Research.
Seite 11KfW Research
Grafik 15: Anteile Inhaber über 55 Jahre sowie Anteile KMU mit geplanter Nachfolge nach Bundesländern
Links: Anteil der Inhaber an allen KMU mit 55 Jahren oder älter (Durchschnitt 2012–2016) / Rechts: Anteil der KMU mit einer geplanten Nach-
folge innerhalb drei Jahren (Durchschnitt 2011–2015)
21 %
46 % Schleswig-
Holstein
Schleswig-
Holstein
9%
34 % Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern 4%
29 % Hamburg
Hamburg
13 %
32 % 16 % Berlin
33 % Berlin
Niedersachsen Niedersachsen
29 % 24 % 14 % 15 %
Sachsen- Brandenburg
37 %
Sachsen- Brandenburg 16 % Anhalt
Anhalt Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen
28 % 14 %
Sachsen
44 %
Sachsen 17 %
38 % 17 % Thüringen
Thüringen Hessen
Hessen
40 % und mehr 9% 17 % und mehr
33 % Zwischen 35 und 39 % Rheinland- Zwischen 11 und 16 %
Rheinland- Pfalz
Pfalz Zwischen 30 und 34 % Bis zu 10 %
Unter 30 %
34 % 15 %
41 % Bayern 17 % Bayern
Baden-
Baden- Württemberg
Württemberg
Anmerkungen: Ausschließlich im jeweiligen Befragungsjahr neu in den Datensatz aufgenommene Unternehmen werden berücksichtigt. Re-
gelmäßige Befragungsteilnehmer wurden aufgrund eines per Definition zunehmenden Inhaberalters ausgeklammert. Abbildung zur Unterneh-
mensnachfolge (rechte Seite) basierend auf einer repräsentativen Regionalauswertung der Berichtsjahre 2011–2015 des KfW-Mittelstands-
panels. Das jüngste Berichtsjahr 2016 (Erhebung im Jahr 2017) kann hier aufgrund der modifizierten Erhebungsmethodik nicht berücksichtigt
werden.
Quelle: KfW Research.
Mehr Diversität eine Lösung? Wo stehen die
Grafik 16: Erfahrung der Inhaber
Länder?
Angaben jeweils in Jahren Eine stärkere Mobilisierung von bislang nur unter-
Schleswig-Holstein 21 30 durchschnittlich in der Inhaberschaft vertretenen Per-
Baden-Württemberg 21 29 sonengruppen kann eine Option sein, um der demogra-
Hessen 19 29
fischen Entwicklung und einer sich abzeichnenden
Nordrhein-Westfalen
„Nachfolgerlücke“ im Mittelstand entgegenzuwirken.
21 28
Speziell Bundesländer, die durch eine demografisch
Rheinland-Pfalz 19 28
unvorteilhafte Altersverteilung in der KMU-Inhaber-
Hamburg 18 28
schaft gekennzeichnet sind, sind gefordert.
Thüringen 20 27
Sachsen-Anhalt 21 27 Besonderes Augenmerk liegt dabei auf zwei Bevölke-
Bayern 20 27 rungsgruppen: Frauen und Migranten. So sitzt deutsch-
Niedersachsen 19 27 landweit in den rund 3,7 Mio. mittelständischen Unter-
23
Mecklenburg-Vorpommern 17 26 nehmen bei rund 18 % eine Frau im Chefsessel.
Brandenburg 19 26 Wenn der Zuwachs zuletzt auch ins Stocken geriet, mit
Berlin 18 26 einer Zunahme ist künftig zu rechnen. Die Anreize sind
Sachsen 18 26
hoch. Ähnliches gilt für Migranten, die bereits jetzt
schon für jede fünfte Existenzgründung verantwortlich
Branchenerfahrung 24
sind, mit steigender Bedeutung. Gegenwärtig werden
Berufserfahrung
deutschlandweit betrachtet rund 6 % aller mittelständi-
Quelle: KfW Research.
schen Unternehmen von einem Inhaber geführt, der bei
Seite 12KfW-Mittelstandsatlas
Geburt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besaß Die Unterschiede zwischen den Bundesländer im Hin-
(im Folgenden Migranten genannt). blick auf den Migrantenanteil unter den mittelständi-
schen Unternehmensinhabern ist Spiegelbild gesamt-
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern im An- gesellschaftlicher Strukturen (Grafik 17, rechts): Der
teil frauengeführter Mittelständler sind erheblich (Gra- Anteil ist in denjenigen Bundesländer besonders hoch,
fik 17, links). In Nordrhein-Westfalen (14 %) sowie Ber- die ohnehin einen hohen Ausländeranteil an der Bevöl-
lin (13 %) und Thüringen (12 %) sind vergleichsweise kerung aufweisen. In den Stadtstaaten Berlin und
wenig Mittelständler frauengeführt. Hamburg sind die Anteile mit jeweils 14 % am höch-
sten. Diese Länder weisen auch generell den größten
Dagegen werden in den nördlichen Bundesländern Ausländeranteil innerhalb der Bevölkerung auf (Berlin
26
Schleswig-Holstein (28 %), Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 1 mit 16 %, Hamburg auf Platz 2 mit 15 %) .
(27 %) und Hamburg (24 %) etwa ein Viertel der KMU Auch in den westdeutschen Flächenländern Baden-
von einer Frau geführt. Dieses Bild lässt sich zum gro- Württemberg, Nordrhein-Westfalen sowie Hessen wer-
ßen Teil mit der Branchenverteilung erklären (Grafik 6). den überdurchschnittlich viele KMU von Migranten ge-
In diesen drei Bundesländern ist der Anteil der KMU im führt.
Bereich der Sonstigen Dienstleistungen am höchsten.
Genau dieses Segment besitzt nach Analysen von KfW In allen fünf ostdeutschen Flächenländern ist der Anteil
25
Research einen sehr hohen Anteil weiblicher Inhaber: migrantengeführter KMU mit Werten zwischen 1 und
So steht beispielweise im Teilsegment Erziehung und 2 % sehr niedrig. Auch dies ist Ausdruck gesamtgesell-
Unterricht bei nahezu jedem zweiten Mittelständler eine schaftlicher Strukturen. Der Ausländeranteil an der Be-
Frau an der Unternehmensspitze bzw. ist selbstständig völkerung liegt in diesen Bundesländern jeweils bei
mit ihrem eigenen Unternehmen tätig (46 %). Chefin- 4 %.
nen finden sich darüber hinaus überproportional häufig
im Gastronomie- und Hotelgewerbe, im Gesundheits-, Generell fällt auf, dass der Migrantenanteil an der In-
Veterinär- und Sozialwesen sowie im Bereich Pflege, haberschaft der KMU in jedem Bundesland niedriger
Aus- und Weiterbildung (je etwa ein Drittel).
Grafik 17: Anteile frauengeführter KMU (links) und Anteil migrantengeführter KMU (rechts) nach
Bundesländern
28 % 3%
Schleswig- Schleswig-
Holstein 27 % Holstein 1%
Mecklenburg- Mecklenburg-
Vorpommern Vorpommern
24 % 14 %
Hamburg 13 % Hamburg 14 %
Berlin Berlin
16 % 5%
Niedersachsen Niedersachsen
16 % 19 % 2% 1%
Sachsen- Brandenburg Sachsen- Brandenburg
14 % Anhalt 8% Anhalt
Nordrhein- Nordrhein-
Westfalen 22 % Westfalen 1%
12 % Sachsen 2% Sachsen
15 % Thüringen 7% Thüringen
Hessen Hessen
16 % 20 % und mehr 4% 9 % und mehr
Rheinland- Zwischen 15 und 19 % Rheinland- Zwischen 4 und 8 %
Pfalz Pfalz
Unter 15 % Unter 4 %
21 % 6%
Bayern Bayern
16 % 11 %
Baden- Baden-
Württemberg Württemberg
Anmerkungen: Die Bezeichnung Migrant umfasst im vorliegenden Kontext einen KMU-Inhaber, der bei seiner / ihrer Geburt nicht die deutsche
Staatsangehörigkeit besaß.
Quelle: KfW Research.
Seite 13KfW Research
ist, als der Ausländeranteil an der Bevölkerung gene- durchschnittlich ausbildungsaktiv. Die wenigsten Aus-
rell. Eine Erklärung liegt in der höheren Abbruchwahr- bildungsunternehmen finden sich in den ostdeutschen
scheinlichkeit der Migrantengründer innerhalb der er- Flächenländern Sachsen, Thüringen (jeweils 10 %) und
27
sten Jahre des Unternehmertums. Der KfW-Grün- Mecklenburg-Vorpommern (11 %) sowie in den Stadt-
dungsmonitor weist hier auf die höhere Abhängigkeit staaten Berlin (10 %) und Hamburg (11 %).
der Gründungsaktivität der Migranten vom Arbeitsmarkt
hin. Sie sind häufiger Notgründer aus Mangel an Er- Verantwortlich dafür sind die unterschiedlichen Struktu-
werbsalterativen, und geben das Unternehmen schnel- ren des Mittelstands in den Ländern: So dominieren in
ler wieder auf, wenn sich ein attraktiver Arbeitsplatz den Stadtstaaten die Dienstleistungsunternehmen.
bietet. Unterproportional viele migrantengeführte KMU Traditionell starke Ausbildungsbranchen (Verarbeiten-
erreichen daher ein hohes Betriebsalter (zum Ver- des Gewerbe, Bau, Handwerk) mit Ausbilderanteilen
gleich: Das Durchschnittsalter eines KMU beträgt von 20–30 % sind in Großstädten seltener vertreten. In
23 Jahre). Ostdeutschland sind Kleinstunternehmen besonders
häufig. Allerdings mangelt es durch Bevölkerungsrück-
Ausbildungsbeteiligung im Nordwesten am gang vielerorts auch an Nachfrage nach Ausbildungs-
höchsten plätzen, nicht nur am Angebot.
Etwa 90 % aller Auszubildenden in Deutschland absol-
vieren ihre Ausbildung in einem mittelständischen Un- Ähnliche Herausforderungen für den Mittelstand
ternehmen, und damit etwa 1,2 Mio. Auszubildende in bei unterschiedlicher Ausgangslage
rund 440.000 KMU deutschlandweit (11,7 % aller Eine regional differenzierte Betrachtung mittelständi-
KMU). scher Unternehmenstätigkeit ist wichtig und kann für
wirtschaftspolitische Debatten auf Ländereben bedeu-
Grafik 18: Anteil ausbildender KMU tende Beiträge liefern. Die vorliegende Untersuchung
zeigt, dass der deutsche Mittelstand kein einheitliches
Muster aufweist. So gibt es wesentliche landesspezifi-
12,7 %
Schleswig- sche Besonderheiten hinsichtlich struktureller Merkma-
Holstein 11,1 % le (Größen- und Branchenverteilung, Altersstruktur)
Mecklenburg-
Vorpommern sowie teils deutliche Unterschiede in den Führungseta-
10,7 % gen der KMUs. Damit lassen sich zum Teil auch die
Hamburg 10,1 % von uns gefunden Unterschiede zentraler Mittelstands-
Berlin
kennziffern erklären. Diese regionalen Besonderheiten
16,8 % verlangen nach differenzierten wirtschaftspolitischen
Niedersachsen
14,8 % 12,3 %
Sachsen- Brandenburg Antworten.
Anhalt
15,9 %
Nordrhein-
Westfalen 9,9 % Dennoch gibt es auch über die Ländergrenzen hinweg
10,1 % Sachsen einheitliche Trends und Herausforderungen. Dies ist
14,4 % Thüringen
zum einen der demografische Wandel. Denn die zu-
Hessen
Über 15 % nehmende Alterung macht auch vor den Chefetagen
18,9 %
Rheinland-
14 bis 15 % der KMU nicht Halt. In fast allen Regionen Deutsch-
Pfalz 12 bis 13 %
lands „bedrohen“ ungeklärte Unternehmensnachfolgen
Unter 12 % 28
die Substanz der KMU. Aber auch die Sicherung von
12,7 % Fachkräften bei einer künftig schrumpfenden Erwerbs-
12,3 % Bayern
Baden- bevölkerung wird für den Mittelstand in ganz Deutsch-
Württemberg
land zur Herausforderung. Viele KMU versuchen dem
drohenden Fachkräftemangel u. a. durch ein stärkeres
Engagement in der betrieblichen Ausbildung zu begeg-
29
nen. Hier sind aber vor allem Regionen mit einem
hohen Anteil an Kleinunternehmen – die nicht allein
Quelle: KfW Research.
ausbilden können – im Nachteil.
In den Bundesländern ist die Ausbildungsbeteiligung
der KMU unterschiedlich (Grafik 18). Die nord- Will Deutschland trotz abnehmenden Erwerbspoten-
westdeutschen Flächenländer liegen vorn: In Rhein- zials sein Potenzialwachstum auch in Zukunft auf ei-
land-Pfalz bilden 18,9 % aller dort verankerten KMU nem angemessenen Niveau halten sind mehr Investi-
aus. Auch Unternehmen aus Niedersachsen mit tionen notwendig. Trotz einiger positiver Ausreißer
16,8 % und Nordrhein-Westfalen mit 15,9 % sind über- nach oben halten sich die KMU in vielen Regionen mit
Seite 14KfW-Mittelstandsatlas
Investitionen jedoch noch immer merklich zurück. Dies noch viel Potenzial, das es zu mobilisieren gilt. Aber
gilt es auf breiter Front zu ändern – durch investitions- die Rahmenbedingungen müssen stimmen – denn aus
freundliche Rahmenbedingungen sowie geeignete und Unternehmenssicht stehen dem verschiedene Hemm-
hinreichende Finanzierungsangebote. Denn mehr In- nisse entgegen. Dazu zählen fehlende IT-
vestitionen in den Kapitalstock können auch helfen, die Kompetenzen, ungelöste Fragen der Datensicherheit
zuletzt größer gewordene Produktivitätslücke des und des Datenschutzes, Probleme bei der Anpassung
Mittelstands zur Gesamtwirtschaft wieder zu schlie- der Unternehmens- und Arbeitsorganisation sowie eine
30 32
ßen. mangelnde Qualität der Internetverbindung.
Daneben bietet auch die Digitalisierung große Chan- Zur Lösung der genannten Herausforderungen sind
cen für zukünftiges Wachstum und Wettbewerbsfähig- Anstrengungen auf allen politischen Ebenen gefragt. ■
keit. Der Mittelstand partizipiert derzeit aber noch un-
31
terdurchschnittlich an den Möglichkeiten. Hier ist
KfW-Mittelstandsatlas: Datenbasis und Methode
Die repräsentative Regionalauswertung KfW-Mittelstandsatlas 2018 basiert auf Daten des KfW-Mittelstands-
panels. Die Daten hierfür werden seit dem Jahr 2003 im Rahmen einer Wiederholungsbefragung der kleinen
und mittleren Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Mit einer Datenbasis von bis zu 15.000 Unternehmen
pro Jahr ist das KfW-Mittelstandspanel die einzige repräsentative Erhebung im deutschen Mittelstand und damit
die wichtigste Datenquelle für mittelstandsrelevante Fragestellungen.
Das KfW-Mittelstandspanel liefert ein repräsentatives Abbild der gegenwärtigen Situation, der Bedürfnisse und
der Pläne mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Den Schwerpunkt bilden jährlich wiederkehrende In-
formationen zum Unternehmenserfolg, zur Investitionstätigkeit, zur Finanzierungsstruktur und zur Inhaber-
schaft. Zur Grundgesamtheit gehören mittelständische Privatunternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige, de-
ren jährlicher Umsatz die Grenze von 500 Mio. EUR nicht übersteigt. Ausgeschlossen sind der öffentliche Sek-
tor, Banken sowie Non-Profit Organisationen. Die Stichprobe des KfW-Mittelstandspanels ist so konzipiert, dass
repräsentative, verlässliche und möglichst genaue Aussagen generiert werden. Um von der Stichprobe auf
die Grundgesamtheit schließen zu können, werden die Befragungsergebnisse gewichtet bzw. hochgerechnet.
Die erstmalig durchgeführte regional differenzierte Betrachtung nutzt die fünf jüngsten jährlichen Erhe-
bungswellen des KfW-Mittelstandspanels (Welle 11–15) – und umfasst damit die Berichtsjahre 2012–2016
(Erhebungsjahre 2013–2017). Basierend auf dieser Zusammenfassung können im besten Fall rund 50.000 Be-
obachtungen für die Analyse berücksichtigt werden. Somit sind auch bei der nach Bundesländern vorgenom-
menen regionalen Disaggregation hinreichend hohe Fallzahlen sichergestellt. Um ausschließlich robuste Er-
gebnisse vorzulegen, muss im aktuellen Bericht auf Ergebnisse zu den Bundesländern Bremen und Saarland
verzichtet werden. Künftig werden auch diese beiden Bundesländer berücksichtigt.
Weiterführende Informationen finden Sie im Internet unter: www.kfw-mittelstandspanel.de
Seite 15KfW Research
1 15
Zur aktuellen Ausgabe siehe Schwartz, M. (2017), KfW-Mittelstandspanel Eine über dem Bundesdurchschnitt und am oberen Ende der Rangfolge lie-
2017: Rekordjagd im Inland geht ungebremst weiter – neue Herausforderun- gende Eigenkapitalquote für Unternehmen aus den ostdeutschen Bundeslän-
gen durch sektoralen Wandel, KfW Research. Dazu wird jährlich ein ausführ- dern einerseits sowie eher schwach kapitalisierte Unternehmen in Berlin und
licher Tabellenband begleitend veröffentlicht. Der Tabellenband zum Hamburg weisen auch andere Quellen nach: Creditreform Rating Agentur
KfW-Mittelstandspanel ist abrufbar unter: https://www.kfw.de/KfW- (2015), Eigenkapitalpolster im deutschen Unternehmenssektor
Konzern/KfW-Research/KfW-Mittelstandspanel.html# Dort finden sich zu- (https://www.creditreform-rating.de/fileadmin/user_upload/creditreform-
dem sämtliche Jahresberichte zum KfW-Mittelstandspanel. rating.de/Dokumente/Fachpublikationen/15-11-
26_Creditreform_Rating_EKpolster_deutscher_Unternehmen.pdf)
2
Siehe Destatis (http://www.statistik-portal.de/Statistik-
16
Portal/de_inhalt23.asp) Größere Unternehmen sind danach Unternehmen Gerstenberger, J. und M. Schwartz (2014), Mittelstand altert im Zeitraffer,
mit steuerbarem Umsatz aus Lieferungen und Leistungen und / oder mit sozi- Volkswirtschaft Kompakt Nr. 63, KfW Economic Research.
alversicherungspflichtig Beschäftigten im Berichtsjahr 2014 mit 250 und mehr
17
Beschäftigten. Vgl. Leifels, A. (2015), Fachkräfterekrutierung im Mittelstand: Optimismus
darf Blick auf Qualifikationsprobleme nicht verstellen, Fokus Volkswirtschaft
3
Vgl. http://www.boerse.de/aktien/dax-konzerne-deutschland/grafik (Ab- Nr. 100, KfW Research. Siehe ausführlich dazu Schwartz, M. und J. Gersten-
ruf am 19.05.2017). berger (2015), Alterung im Mittelstand bremst Investitionen, Fokus Volkswirt-
schaft Nr.85, KfW Research. – Gerstenberger, J. und M. Schwartz (2014),
4
Wissensintensive Dienstleistungen umfassen Dienstleistungs-Teilbranchen Mittelstand altert im Zeitraffer, Volkswirtschaft Kompakt Nr. 63, KfW Economic
mit einem überdurchschnittlich hohen Akademikeranteil an der Gesamtbe- Research.
schäftigung bzw. Dienstleistungen mit einer starken Technologieorientierung.
18
Darunter fallen beispielsweise Architektur- und Ingenieurbüros, Rechts-, KfW Research begleitet diesen Transformationsprozess im Mittelstand
Steuer- und Unternehmensberatungen, Datenverarbeitung oder Fernmelde- schon länger. Um der wachsenden Bedeutung des Themas gerecht zu wer-
dienste. Die Abgrenzung basiert auf der so genannten NIW / ISI-Liste wissens- den, wurde die Erhebung entsprechender Daten im Rahmen des KfW -Mittel-
intensiver Industrien und Dienstleistungen, die wiederum auf der WZ2008- standspanels ab dem Jahr 2017 umgestellt und erheblich ausgeweitet. Nicht
Systematik des Statistischen Bundesamtes fußt. alle in dieser Analyse ausgewiesenen Ergebnisse sind daher mit vorherigen
Veröffentlichungen vergleichbar. Siehe zum Thema beispielsweise auch Lei-
5
Siehe hierzu die grundlegenden Arbeiten: Jacobs, J. (1969), The Economy fels, A. (2016), Alterung treibt Nachfolgerbedarf im Mittelstand: 620.000
of Cities. New York: Random House.- Isard, W. (1956), Location and Space- Übergaben bis 2018, Fokus Volkswirtschaft 132, KfW Research – Schwartz,
economy; a General Theory Relating to Industrial Location, Market Areas, M. und J. Gerstenberger (2015), Nachfolgeplanungen auf Hochtouren: Halbe
Land Use, Trade, and Urban Structure. Cambridge, MA: MIT. Einen generel- Million Übergaben bis 2017, Fokus Volkswirtschaft Nr. 91, KfW Research.
len Überblick über die akademische Debatte bieten Beaudry, C. und
19
A. Schiffauerova (2009), Who’s Right, Marshall or Jacobs? The Localisation Vgl. Schwartz, M. (2018), Generationenwechsel im Mittelstand: Bis 2019
Versus Urbanisation Debate. Research Policy 38, pp. 318–337. werden 240.000 Nachfolger gesucht, Fokus Volkswirtschaft Nr. 197,
KfW Research
6
Vgl. IAB (2015), Wandel der Betriebslandschaft in West- und Ostdeutsch-
20
land – Ergebnisse aus dem IAB-Betriebspanel 2014, IAB Forschungsbe- Metzger, G. (2017), KfW-Gründungsmonitor 2017: Beschäftigungsrekord
richt 9/2015, Nürnberg. mit Nebenwirkung: So wenige Gründer wie nie, KfW Research.
7 21
Die Wachstumsrate der Beschäftigten wird auf Grundlage der Vollzeitäqui- Für eine detaillierte Analyse der Übernahmegründungen in Deutschland vgl.
valenten (VZÄ oder Full-Time-Equivalent (FTE)) berechnet. Hierdurch wird Metzger, G. (2016), Dreimal mehr Übergabeplaner als Übernahmegründer,
– im Gegensatz zum Erwerbstätigenkonzept – die tatsächliche Arbeitsnach- Fokus Volkswirtschaft Nr. 133, KfW Research.
frage abgebildet. Die Vollzeitäquivalent-Beschäftigten errechnen sich aus der
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Zahl der Vollzeitbeschäftigten (inklusive Inhaber) zuzüglich der Zahl der Teil- Vgl. Metzger, G. (2015), Deutschland einig Gründerland? Mitnichten! Ein
zeitbeschäftigten multipliziert mit dem Faktor 0,5. Auszubildende werden nicht Bundesländervergleich, Fokus Volkswirtschaft Nr. 111, KfW Research.
berücksichtigt. 23
Vgl. Schwartz, M. (2017), Chefinnen im Mittelstand: Zuwachs gerät ins
8
Die Umsatzrendite ist definiert als Quotient aus Vorsteuerertrag und Umsatz. Stocken, Volkswirtschaft Kompakt 127, KfW Research.
Ausgewiesen werden jeweils mit dem Umsatz gewichtete Mittelwerte der Um- 24
satzrendite. Vgl. Metzger, G. (2017), Migranten gründen häufiger und größer: mehr W o-
chenstunden, mehr Angestellte, Fokus Volkswirtschaft Nr. 165, KfW Rese-
9
Vgl. Gerstenberger, J. und M. Schwartz (2014), Unsicherheit kostet mittel- arch.
ständische Investitionen: Sichere Rahmenbedingungen nötig, Fokus Volks- 25
wirtschaft Nr. 66, KfW Economic Research. – Schwartz, M. (2015), KfW-Mit- Vgl. Schwartz, M. (2015), Wie weiblich ist der Mittelstand? Frauen als Un-
telstandspanel 2015: Mit steigender Zuversicht aus dem Investitionstief, ternehmenslenker, Fokus Volkswirtschaft Nr. 101, KfW Research.
KfW Research, S. 13. 26
Siehe Destatis (2016), Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Bevölkerungsfort-
10
Schwartz, M. (2017), KfW-Mittelstandspanel 2017: Rekordjagd im Inland schreibung auf Grundlage des Zensus 2011, Fachserie 1 Reihe 1.3, Wiesba-
geht ungebremst weiter – neue Herausforderungen durch sektoralen Wandel, den.
KfW Research. 27
Vgl. Leifels, A. (2017), Migranten gründen häufiger und größer: mehr W o-
11
Vgl. Gerstenberger, J. und V. Zimmermann (2016), Unternehmensbonität – chenstunden, mehr Angestellte, Fokus Volkswirtschaft Nr. 165, KfW Rese-
eine nicht zu vernachlässigende Größe, Studien und Materialien, KfW Rese- arch.
arch. 28
Schwarz, M. (2018), Generationenwechsel im Mittelstand: Bis 2019 werden
12
Die Eigenkapitalquote ist definiert als Quotient aus Eigenkapital und Bilanz- 240.000 Nachfolger gesucht, Fokus Volkswirtschaft Nr. 197, KfW Research –
summe. Ausgewiesen werden jeweils mit der Bilanzsumme gewichtete Mit- Leifels, A. (2016), Alterung treibt Nachfolgerbedarf im Mittelstand: 620.000
telwerte der Eigenkapitalquote. Zur Berechnungen werden nur bilanzierungs- Übergaben bis 2018, Fokus Volkswirtschaft Nr. 132, KfW Research –
pflichtige Unternehmen herangezogen. Schwartz, M. und J. Gerstenberger (2015), Nachfolgeplanungen auf Hochtou-
ren: Halbe Million Übergaben bis 2017, Fokus Volkswirtschaft Nr. 91,
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Unsere Daten zeigen dazu, dass bei 19 % der KMU der ostdeutschen Flä- KfW Research.
chenländer mindestens 25 % des Kapitals oder über 25 % der Stimmanteile 29
im Besitz anderer Unternehmen ist. In den westdeutschen Bundesländern Vgl. Leifels A. (2016) Mittelstand steht bei der Fachkräftesicherung in den
sind es nur 14 %. Startlöchern, Fokus Volkswirtschaft Nr. 119, KfW Research.
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Trautvetter, A.(2011), Bedeutung der Eigenkapitalausstattung für den Mit-
telstand, HWWI Policy Paper 56, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut.
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