AMS - Arbeitsschutz mit System

AMS - Arbeitsschutz mit System
VBG-Fachinformation           BGI 5023




AMS – Arbeitsschutz mit System
   In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb – mit CD-ROM




                             VBG
                             Ihre gesetzliche Unfallversicherung

                             www.vbg.de
AMS - Arbeitsschutz mit System
VBG – Ihre gesetzliche Unfallversicherung
   Die VBG ist eine gesetzliche Unfallversicherung mit circa 34 Millionen Versicherungsver-
   hältnissen in Deutschland. Versicherte der VBG sind Arbeitnehmer, freiwillig versicherte
   Unternehmer, Patienten in stationärer Behandlung und Rehabilitanden, Lernende in
   berufsbildenden Einrichtungen und bürgerschaftlich Engagierte. Zur VBG zählen über
   970.000 Unternehmen aus mehr als 100 Branchen – vom Architekturbüro bis zum Zeitar-
   beitsunternehmen.

   Weitere Informationen zur VBG finden Sie unter www.vbg.de.



Die in dieser Publikation enthaltenen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen
nicht aus, die auch in Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder der Türkei oder anderer
Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden
haben können.


In dieser Publikation wird auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise geachtet. Wo dieses nicht möglich ist,
wird zugunsten der besseren Lesbarkeit das ursprüngliche grammatische Geschlecht verwendet. Es wird
hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass damit auch jeweils das andere Geschlecht angesprochen ist.


Wenn in dieser Publikation von Beurteilungen der Arbeitsbedingungen gesprochen wird, ist damit auch immer
die Gefährdungsbeurteilung im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes gemeint.
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                                                                       Version 3.0/2010-02 (ersetzt Version 2.0/2008-03)




AMS – Arbeitsschutz mit System
        In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb – mit CD-ROM




Im Rahmen der redaktionellen Überarbeitung wurde diese Fachinformation gegenüber der Version 2.0/2008-03 um
den Anwendungsbereich über den Dienstleistungssektor hinaus erweitert. In allen Kapiteln wurden dazu Anpassun-
gen vorgenommen.

Außerdem wurden die Praxishilfen auf Aktualität geprüft und ergänzt.
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V B G - Fachinformation   3


    Inhaltsverzeichnis


     AMS – Arbeitsschutz mit System                                                   5

     Der Nutzen                                                                       5
     Die Bescheinigung                                                                5
     Die Bestandteile                                                                 6
     Die Einführung und Pflege                                                        6
     Die Integration in die Wertschöpfungskette                                       6

1    Die 7 Prozessschritte des AMS – Arbeitsschutz mit System

1    Führen und             1.1   Unternehmensziele Sicherheit und Gesundheit         9
     organisieren           1.2   Aufgaben, Verantwortungen, Anweisungen, Mittel     12
                            1.3   Personaleinsatz                                    14
                            1.4   Dokumentation                                      16


2    Arbeitsbedingungen  2.1 Beurteilung der Arbeitsbedingungen                      18
     beurteilen und
     Maßnahmen festlegen


3    Planen und             3.1 Planung der Arbeitsgestaltung                        20
     beschaffen             3.2 Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen          23


4    Beschäftigte           4.1   Information der Beschäftigten                      25
     informieren und        4.2   Kommunikationswege                                 28
     beteiligen             4.3   Beteiligung der Beschäftigten                      30
                            4.4   Qualifizierung und Weiterbildung                   32


5    Betreuung              5.1 Betreuung und Beratung                               34
     organisieren und für   5.2 Erste Hilfe und Notfälle                             37
     Notfälle vorsorgen


6    Prüfen und             6.1 Prüfung der Arbeitsmittel und Einrichtungen          39
     verbessern             6.2 Wirksamkeitskontrolle und Verbesserung der           41
                                beschlossenen Maßnahmen


7    Verbesserung des       7.1 Bewertung des AMS                                    43
     AMS vornehmen          7.2 Kontinuierliche Verbesserung                         46


     Anhang                                                                          49

    1 Praxishilfen und Dokumente auf der CD-ROM und unter                            50
      www.vbg.de/amsonline
    2 VBG-Auditfrageliste                                                            51
    3 Verknüpfbarkeit von AMS – Arbeitsschutz mit System zum                         62
      Nationalen Leitfaden, Qualitäts- und Umweltmanagement




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    AMS – Arbeitsschutz mit System

Der Nutzen                                             – der Betriebssicherheitsverordnung,
                                                       – der BGV A1 „Grundsätze der Prävention“
Wenn Sie den Arbeitsschutz systematisch                  oder
orga nisieren, verbessern Sie die Wettbe-              – der DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und
werbsfähigkeit Ihres Unternehmens. Guter Ar-             Fachkräfte für Arbeitssicherheit“.
beitsschutz führt zu einer hohen Qualität der
Arbeit, fördert die Produktivität, die Leis-           Darüber hinaus entspricht dieser Leitfaden
tungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft           den Anforderungen des „Nationalen Leitfa-
Ihrer Beschäftigten.                                   dens für Arbeitsschutzmanagementsysteme“
                                                       und ist somit die spezifische Handlungshilfe
Die Praxis guter Unternehmen zeigt: Syste-             für die Unternehmen der VBG. Informationen
matischer Arbeitsschutz – Sicherheit und Ge-           zum „Nationalen Leitfaden für Arbeitsschutz-
sundheit bei der Arbeit – bedeutet auf Dauer           managementsysteme“ finden Sie auf der
keinen Zusatzaufwand, sondern ist alltäg-              CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline.
licher Bestandteil aller Entscheidungen in
Ihrem Unternehmen. Ein systematischer Ar-                Weiterhin existieren VBG-Branchenleitfä-
beitsschutz ist integriert in alle Prozesse Ihres        den mit konkreten Praxishilfen, die Ihnen
Betriebes.                                               helfen, AMS – Arbeitsschutz mit System für
                                                         Ihre Branche jeweils spezifisch umzusetzen
Der Leitfaden AMS – Arbeitsschutz mit Sys-               – zum Beispiel zu Branchen wie Zeitarbeit,
tem hilft Ihnen, alle Ressourcen Ihres Unter-            Wach- und Sicherungsdienste, Produktio-
nehmens (humane, soziale, materielle und                 nen und Veranstaltungen, keramische und
räumliche Ressourcen) möglichst optimal                  Glas-Industrie sowie ÖPNV/Bahnen. Darü-
auszuschöpfen und kontinuierlich zu verbes-              ber hinaus können die VBG-Leitfäden zu be-
sern. Er ermöglicht es Ihnen bei Bedarf auch,            trieblichen Themen genutzt werden – zum
ein Arbeitsschutzmanagementsystem für Ihr                Beispiel zu Themen wie Büroarbeit, Erste
Unternehmen aufzubauen.                                  Hilfe und Brandschutz oder Verkehrssicher-
                                                         heit (siehe www.vbg.de).
Der Leitfaden richtet sich an Unternehmer und
Führungskräfte kleiner und mittlerer Unter-
nehmen. Er ist verfügbar als Broschüre mit             Die Bescheinigung
CD-ROM sowie unter www.vbg.de/amsonline.
Auf der CD-ROM und im Internet finden Sie              Nach Einführung des AMS in Ihrem Unterneh-
die Inhalte des Leitfadens und weiterführende          men kann Ihnen die VBG die wirksame Um-
Dokumente, Praxishilfen und Fachinformatio-            setzung bescheinigen. Dazu stehen Ihnen
nen. Außerdem befindet sich dort eine inter-           spezielle Berater und Begutachter der Prä-
aktive Umsetzungshilfe, mit der Sie alle für           vention zur Verfügung. Die Umsetzung wird
Ihren Betrieb wichtigen Punkte individuell             im Rahmen von Begutachtungen, vergleich-
zusammenstellen können.                                bar mit Systemaudits – wie zum Beispiel im
                                                       Qualitätsmanagement – durch die VBG ge-
Wer AMS – Arbeitsschutz mit System um-                 prüft. Bei Erfüllung der Kriterien erhalten Sie
setzt, kann davon ausgehen, dass er alle we-           eine entsprechende Bescheinigung, die eine
sentlichen rechtlichen Anforderungen zum Ar-           Gültigkeit von 3 Jahren besitzt. Danach sind
beitsschutz berücksichtigt – zum Beispiel die          Wiederholungsbegutachtungen möglich.
Anforderungen aus
– dem Arbeitsschutzgesetz,
– der Bildschirmarbeitsverordnung,


                               AMS – Arbeitsschutz mit System
                              In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
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               Die Bestandteile                                                   durchgeführt haben. Dazu können Sie
                                                                                  das Planungsinstrument am Ende eines
               AMS – Arbeitsschutz mit System besteht aus                         jeden Prozessschrittes nutzen. Dabei
               I sieben Prozessschritten zur systematischen
                                                                                  legen Sie auch fest, wer bis wann für die
                 Umsetzung und Pflege des AMS in Ihrem                            Umsetzung eventuell notwendiger Maß-
                 Unternehmen. Die Prozessschritte sind wie-                       nahmen verantwortlich ist. Dann setzen
                 derum jeweils untergliedert in                                   Sie die von Ihnen geplanten Maßnahmen
                 – Informationen und Anregungen,                                  um.
                 – Planungsinstrument zur Planung und                          3. Dokumentation: Sie dokumentieren die
                    Kontrolle,                                                    durchgeführten Prozessschritte mit Hilfe
                 – Praxishilfen zur Umsetzung und Doku-                           der beigefügten Praxishilfen.
                    mentation.

                                                                               Pflege und Verbesserung des AMS
               Der Punkt „Informationen und Anregungen“
               ist wiederum untergliedert in                                   1. Sie überprüfen anhand der VBG-Audit-                VBG-Audit-
                  – „Basisschritte“, die die Mindestanforde-                      frageliste – siehe Anhang 2 – die Qualität          frageliste
                    rungen für die Umsetzung des AMS be-                          der Maßnahmen nach einem von Ihnen
                    schreiben, und in                                             festgelegten Zeitraum.
                  – „Weitere Möglichkeiten“, die zu empfehlen                  2. Sie verbessern mit Hilfe der Informationen
                    sind oder die aufgrund der spezifischen Situ-                  und Instrumente dieses Leitfadens und
                    ation in Ihrem Unternehmen erforderlich sind.                 der Praxishilfen und Dokumente (auf der
                                                                                  CD-ROM oder online) auf der Basis der
               Die Einführung und Pflege                                          sieben Prozessschritte Ihr Arbeitsschutz-
                                                                                  managementsystem.
                      AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                               Die Integration in die
                                       Bestandsaufnahme                        Wertschöpfungskette
                    Einführen




                                                                               AMS – Arbeitsschutz mit System ermöglicht,
                                                                               Arbeitsschutz in die gesamte Wertschöp-
                                       AMS umsetzen und
                                        dokumentieren                          fungskette von Unternehmen zu integrieren.
                                                                               Mit AMS – Arbeitsschutz mit System können
                                                                               Sie präventive Aspekte der Arbeitsgestaltung
                    Pflege




                                   Überprüfen und verbessern                   in die Alltagsabläufe Ihres Unternehmens inte-
                                                                               grieren – als Bestandteil Ihres alltäglichen Ma-
                                                                               nagements. AMS – Arbeitsschutz mit System
               Abbildung 1
                                                                               folgt dabei einem
                                                                               I systemischen Ansatz mit Gestaltungshilfen
               Einführung des AMS –
                                                                                 für alle Bestandteile Ihres Arbeitssystems
               Arbeitsschutz mit System:
                                                                                 (Abbildung 2) in einem
Fragebogen     1.               Bestandsaufnahme: Sie überprüfen, wel-         I kontinuierlichen Prozess mit Gestaltungshilfen
 „Bestands-                     che Maßnahmen Sie bereits systema-               zur Verbesserung der Arbeitsabläufe (Abbildung 3).
  aufnahme“
                                tisch in Ihrem Unternehmen durchführen.
                                Dazu können Sie die VBG-Praxishilfe zur        AMS – Arbeitsschutz mit System kann auch
VBG-Audit-                      Bestandsaufnahme oder die VBG-Audit-           als integriertes System mit dem Qualitäts- und
  frageliste                    frageliste im Anhang 2 nutzen.                 Umweltmanagement aufgebaut werden. Hilfen
               2.               Sieben Prozessschritte umsetzen: Sie ge-       zur Verknüpfbarkeit finden Sie im Anhang 3.
                                hen die sieben Prozessschritte des AMS
                                – Arbeitsschutz mit System systematisch        Für Verbesserungsvorschläge und Anregun-
                                durch und ergänzen alle Maßnahmen, die         gen zu AMS – Arbeitsschutz mit System sind
                                Sie in Ihrem Unternehmen noch nicht            wir Ihnen dankbar.
                       = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline


                                                       AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                      In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
AMS - Arbeitsschutz mit System
V B G - Fachinformation   7




Abbildung 2



                            Prozessschritte zum Aufbau und zur Pflege
                               des AMS – Arbeitsschutz mit System




                                         Präventive
                                      Arbeitsgestaltung
                                          mit dem
                                     AMS – Arbeitsschutz
                                         mit System




Abbildung 3




    Auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline:
   I     interaktive Bestandsaufnahme
   I     interaktives Planungsinstrument mit automatischer To-do-Liste
         (das Planungsinstrument können Sie betriebsspezifisch zusammenstellen)
   I     interaktive Auditfrageliste, die sich aus der betriebsspezifischen Auswahl des
         Planungsinstrumentes individuell zusammensetzt
   I     Praxishilfen, Formulare, Fachinformationen
   I     Vorschriften im Volltext



                              AMS – Arbeitsschutz mit System
                             In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
AMS - Arbeitsschutz mit System
1


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V B G - Fachinformation   9




    Die 7 Prozessschritte des
    AMS – Arbeitsschutz mit System




                                                                                                                 Führen und organisieren
1         Führen und
          organisieren




                                                                                                                 1
    1.1      Unternehmensziele Sicherheit und Gesundheit


Wesentliche Voraussetzungen für Ihren Unternehmenserfolg sind hochwertige Produkte und
Leistungen, gute Arbeitsbedingungen und reibungslose Abläufe sowie motivierte und gesunde
Beschäftigte. Um Ihr Unternehmen erfolgreich, sicher und gesundheitsgerecht zu führen,
machen Sie allen Beschäftigten deutlich, dass Sicherheit und Gesundheit sowie gute Zusam-
menarbeit zu den wichtigen Unternehmenszielen, ausgehend von Ihrer Unternehmenspolitik,
gehören.


     Basis-Schritte


     I    Unternehmensziele mit integriertem Arbeitsschutz eindeutig schriftlich formulieren und
          allen bekannt machen.
     I    Auf Grundlage der allgemeinen Unternehmensziele messbare Unterziele jährlich fest-
          legen und Zielerreichung überprüfen.
     I    Allen Beschäftigten deutlich machen, dass die Unternehmensleitung Wert auf die Um-
          setzung der Unternehmensziele legt.




                                  AMS – Arbeitsschutz mit System
                                In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
10    V B G - Fachinformation



                               Weitere Möglichkeiten

                               I Unternehmensziele gemeinsam mit den Führungskräften          I Sicheres und gesundes Verhalten bei der Arbeit zu einem
                                 oder gemeinsam mit allen Beschäftigten besprechen und          entscheidenden Kriterium für die Beurteilung/Bewertung
                                 vereinbaren.                                                   von Führungskräften und Beschäftigten machen (Bewer-
                                                                                                tungskriterien sind aus den unten genannten Unterzielen
                               I Möglichst bei allen Gelegenheiten deutlich machen, dass
                                                                                                ableitbar).
                                 Sicherheit und Gesundheit zu den wichtigen Zielen in Ihrem
                                 Unternehmen gehören – zum Beispiel in Besprechungen,         I Unterziele gemeinsam mit Führungskräften und Beschäf-
Führen und organisieren




                                 Meetings, Versammlungen.                                       tigten vereinbaren oder festlegen. Unterziele können sich
                                                                                                zum Beispiel beziehen auf:
                               I Die Führungskräfte verpflichten, dass sie diese Unterneh-
                                 mensziele bei allen Gelegenheiten deutlich machen und           –   Anzahl der Störungen und Fehler
                                 Fehlverhalten von Beschäftigten gemeinsam besprechen.           –   Anzahl der Verbesserungsvorschläge
                                                                                                 –   Anzahl der Beschwerden von Beschäftigten
                               I Darauf achten, dass sich Unternehmer und Führungskräfte
                                                                                                 –   Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen
                                 selbst glaubwürdig verhalten und die vereinbarten Unter-
                                                                                                 –   Teilnahme an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
                                 nehmensziele in ihrem alltäglichen Verhalten umsetzen
                                                                                                     im Arbeitsschutz
                                 (Vorbildcharakter).
                                                                                                 –   Anzahl von Krankheitstagen und Unfällen
                               I Unternehmensziele den Lieferanten und Kooperationspart-         –   Anzahl der Kundenbeschwerden
                                 nern bekannt machen.                                            –   Anzahl der Ersthelfer
                                                                                                 –   Kompetenzen für sicheres und gesundes Arbeiten (Unter-
                               I Beim Kontakt mit dem Kunden die Unternehmensziele
                                                                                                     weisungen, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen)
                                 und das Niveau des Arbeitsschutzes deutlich machen
                                                                                                 –   Tragequote von Persönlicher Schutzausrüstung
                                 (Imageförderung) und sie bitten, auf Schwachstellen und
                                 Verbesserungsmöglichkeiten hinzuweisen (Kunden orien -       I Gesundes Unternehmen gestalten – optimale Bedingungen
                                 tierung).                                                      für die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Beschäftig-
                                                                                                                                                               VBG-Fachin-
                                                                                                ten sowie eine aktivierende Unternehmenskultur schaffen –
                                                                                                                                                               formation
                                                                                                VBG-Beratungsangebot „Gesundheit mit System – GMS“
                                                                                                                                                               „GMS –
                                                                                                nutzen.
                                                                                                                                                               Gesundheit
1




                                                                                                                                                               mit System“
                                                                                                                                                               (BGI 5132)




                                  Praxishilfen und Dokumente:
                                  I Unsere Unternehmensziele
                                  I Gemeinsame Vereinbarung zum Unternehmensziel „Sicheres und gesundes Arbeiten“




                                  = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline




                                                                     AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                   In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation    11



    Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

    Prozessschritt 1.1:
    Unternehmensziele Sicherheit und Gesundheit

    I   Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit als Unternehmensziele festlegen (schriftlich).
    I   Unternehmensziele bekannt machen.




                                                                                                                            Führen und organisieren
    I   Messbare Unterziele jährlich festlegen.
    I   Zielerreichung überprüfen.
    I   Beschäftigten deutlich machen, dass die Unternehmensleitung Wert auf die Umsetzung der
        Unternehmensziele legt.

    Maßnahme*                              Dokument/                  wer                     bis wann      erledigt
                                           Praxishilfe

    Unternehmensziele festlegen.           Unsere Unter-
                                           nehmensziele
    Unternehmensziele bekannt
    machen.
    Messbare Unterziele jährlich
    festlegen.
    Zielerreichung überprüfen.
    Die Beschäftigten wissen, dass
    die Unternehmensführung Wert




                                                                                                                            1
    auf die Umsetzung der Unter-
    nehmensziele legt.




    Bemerkung:




* Hier sind diejenigen Maßnahmen eingefügt, die Sie in jedem Fall durchführen und dokumentieren sollten, um ein
  wirkungsvolles AMS einzuführen und zu pflegen. Weitere Maßnahmen sollten Sie betriebsspezifisch festlegen.
  Praxishilfen und Dokumente für weitere Maßnahmen        .




                                     AMS – Arbeitsschutz mit System
                                    In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
12    V B G - Fachinformation




                                 1.2       Aufgaben, Verantwortungen, Anweisungen, Mittel



                               Um effektiv und effizient handeln zu können, müssen alle Führungskräfte und Beschäftigten in
                               Ihrem Unternehmen das Arbeitssystem kennen und genau wissen, was ihre Aufgaben und ihre
                               Verantwortung auch im Arbeitsschutz sind und welche Mittel ihnen zur Verfügung stehen.
Führen und organisieren




                                   Basis-Schritte


                                   I   Verpflichtungen ermitteln – zum Beispiel für das Unternehmen geltende staatliche und
                                       berufsgenossenschaftliche Regelwerke, Auflagen von Behörden; auf die Hilfen der
                                       VBG zurückgreifen – CD-ROMs zu Arbeitssystemen einzelner Branchen nutzen.
                                   I   Für jede Führungskraft Pflichten und Aufgaben inklusive der Aufgaben im Arbeits-
                                       schutz klar abgrenzen, festlegen und schriftlich übertragen – zum Beispiel per Arbeits-
                                       vertrag oder in einer speziellen Pflichtenübertragung. Gegebenenfalls auch einen
                                       AMS-Beauftragten festlegen.
                                   I   Alle Betroffenen über Verantwortungsbereiche und Arbeitsaufgaben im Unternehmen
                                       oder im Arbeitsbereich informieren, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.
                                   I   Beschäftigte zu sicherem und gesundheitsgerechtem Arbeiten verpflichten.
                                   I   Bei bestimmten Arbeiten eine spezielle Erlaubnis erteilen – zum Beispiel Schweißarbeiten.
1




                                   I   Für jede Führungskraft die zur Realisierung der Anweisungen und Arbeitsaufträge not-
                                       wendigen Mittel festlegen.



                               Weitere Möglichkeiten

                               I Pflichten und Aufgaben der verantwortlichen Führungskraft      I Arbeitsaufgaben gemeinsam mit dem jeweiligen Beschäf-
                                 konkret benennen – zum Beispiel Unterweisung, Kommuni-           tigten besprechen und vereinbaren.
                                 kation, Mitarbeiterbeteiligung, Prüfungen von Arbeitsmit-
                                                                                                I Arbeitsablauf, Terminierung, Vorgehen bei der Realisierung
                                 teln, ergonomische Arbeitsgestaltung, Tragen Persönlicher
                                                                                                  der Arbeitsaufgaben zwischen Führungskraft und Beschäf-
                                 Schutzausrüstung, Qualität der Arbeitsergebnisse, Unfall-
                                                                                                  tigten festlegen oder vereinbaren.
                                 untersuchung, Audits.
                                                                                                I Für Arbeiten beim Kunden beziehungsweise außerhalb des
                               I Verantwortungsbereiche gemeinsam mit dem jeweiligen
                                                                                                  Unternehmens Einsatz- und Arbeitsbedingungen berück-
                                 Verantwortlichen besprechen und vereinbaren.
                                                                                                  sichtigen – zum Beispiel Montagearbeiten, Einzelarbeits-
                               I Befugnisse und Mittel zur Umsetzung der Pflichten und            plätze, Dienstfahrten, Zeitarbeit.
                                 Aufgaben genau festlegen und möglichst schriftlich verein-
                                                                                                I Alle Beschäftigten informieren, welches staatliche und be-
                                 baren – zum Beispiel Anweisungsbefugnis, Arbeits- und Ar-
                                                                                                  rufsgenossenschaftliche Regelwerk in ihrem Unternehmen
                                 beitszeitgestaltung, Beauftragung von befähigten Perso-
                                                                                                  einzuhalten ist.
                                 nen, Anschaffung von Arbeitsmitteln, Gestaltung von Ar-
                                 beitsplätzen, Budget.                                          I Bei Unternehmen, deren Beschäftigte auch zu Hause –
                                                                                                  zum Beispiel Telearbeit – oder außerhalb arbeiten: Festle-
                               I Arbeitsaufgaben inklusive der Aufgaben im Arbeitsschutz
                                                                                                  gen oder gemeinsam vereinbaren, wie die Arbeitsaufgaben,
                                 für alle Beschäftigten (auch Aushilfen, Telearbeitskräfte
                                                                                                  die Arbeitszeit zu Hause und unterwegs gestaltet und be-
                                 und Zeitarbeitskräfte) klar abgrenzen und benennen – zum
                                                                                                  wertet werden.
                                 Beispiel im Tätigkeitsprofil (Beteiligungsmöglichkeiten, er-
                                 gonomisches Arbeiten, bestimmungsgemäßer Einsatz der           I Ansprechpartner für die Beratungsdienstleistungen der
                                 Arbeitsmittel, Beseitigung von Gefährdungen und unnöti-          VBG zu Fragen des Arbeitsschutzes festlegen.
                                 gen Belastungen, Benutzen Persönlicher Schutzausrü-
                                                                                                I Die Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit und des
                                 stung, Mängel, Störungen und Probleme im Arbeitsablauf
                                                                                                  Betriebsarztes festlegen (kleinere Unternehmen bei Bedarf
                                 melden, Möglichkeiten, Verbesserungen einzuleiten, ...).
                                                                                                  – siehe Betreuung, Prozessschritt 5.1).
                               I Kriterien des Arbeitsschutzes in die persönlichen Zielver-
                                 einbarungen aufnehmen.


                                  = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline



                                                                      AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                     In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation    13



    Praxishilfen und Dokumente:
    I Übertragung von Unternehmerpflichten
    I Verantwortlichkeiten in unserem Betrieb
    I Muster eines Tätigkeitsprofils




                                                                                                                            Führen und organisieren
    Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

    Prozessschritt 1.2:
    Aufgaben, Verantwortungen, Anweisungen, Mittel

    I   Verpflichtungen ermitteln.
    I   Verantwortlichkeiten im Arbeitsschutz festlegen; Pflichtenübertragung organisieren; gegebenenfalls
        eine/einen AMS-Beauftragte(n) festlegen.
    I   Alle Beteiligten über die Verteilung der Arbeitsaufgaben und Verantwortungen im Unternehmen informieren.
    I   Beschäftigte zu sicherem und gesundem Arbeiten verpflichten.
    I   Bei bestimmten Arbeiten eine spezielle Erlaubnis erteilen – zum Beispiel Schweißarbeiten.
    I   Für jede Führungskraft die zur Realisierung der Anweisungen und Arbeitsaufträge notwendigen Mittel
        festlegen.


    Maßnahme*                              Dokument/                  wer                     bis wann      erledigt
                                           Praxishilfe




                                                                                                                            1
    Ermittlung von Verpflichtungen.        Beurteilung der
                                           Arbeitsbedingungen
    Festlegen der Verantwortlich-          Verantwortlichkeiten
    keiten – gegebenenfalls AMS-           in unserem Betrieb
    Beauftragte(n).
    Pflichtenübertragung                   Übertragung von
                                           Unternehmerpflichten
    Beteiligte über die Verteilung
    der Arbeitsaufgaben und Verant-
    wortungen im Unternehmen
    informieren.
    Beschäftigte zu sicherem und           Muster eines
    gesundem Arbeiten verpflichten.        Tätigkeitsprofils
    Feststellen, bei welchen               Beurteilung der
    Arbeiten eine spezielle Erlaubnis      Arbeitsbedingungen
    erforderlich ist und diese erteilen
    – zum Beispiel Schweißarbeiten.
    Festlegen der Mittel zur
    Umsetzung der Aufgaben und
    Anweisungen.




    Bemerkung:




* Hier sind diejenigen Maßnahmen eingefügt, die Sie in jedem Fall durchführen und dokumentieren sollten, um ein
  wirkungsvolles AMS einzuführen und zu pflegen. Weitere Maßnahmen sollten Sie betriebsspezifisch festlegen.
  Praxishilfen und Dokumente für weitere Maßnahmen        .


                                     AMS – Arbeitsschutz mit System
                                    In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
14    V B G - Fachinformation




                                 1.3        Personaleinsatz


                               Gute Arbeit und hochwertige Arbeitsergebnisse erzielen Sie nur, wenn Sie die Beschäftigten
                               ihren Fähigkeiten entsprechend einsetzen. Das gilt auch für Aushilfen, Telearbeitskräfte oder
                               Zeitarbeitskräfte.
Führen und organisieren




                                   Basis-Schritte


                                   I   Festlegen, welche Kompetenzen und Qualifikationen für die einzelnen Arbeitsaufga-
                                       ben erforderlich sind und Beschäftigte entsprechend einsetzen. Dabei auch psychi-
                                       sche und körperliche Anforderungen beachten.
                                   I   Spezielle Nachweise über Qualifikationen und andere Voraussetzungen überprüfen
                                       und dokumentieren – zum Beispiel Führerschein, Sachkunde-Nachweise, Gabelstap-
                                       ler-Ausbildung, spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Bildschirm-
                                       arbeiten oder Fahr- und Steuertätigkeiten.
                                   I   Beschäftigungsbeschränkungen für Jugendliche und werdende sowie stillende Mütter
                                       berücksichtigen.
                                   I   Neue Beschäftigte, Aushilfen, Telearbeitskräfte und Zeitarbeitskräfte haben die notwen-
                                       digen betriebsspezifischen Qualifikationen.
1




                               Weitere Möglichkeiten

                               I Bei der Verteilung der Arbeitsaufgaben die individuellen         I Arbeiten möglichst abwechslungsreich gestalten – zum
                                 Kompetenzen und Vorstellungen sowie die Erfahrungen                Beispiel Mischtätigkeit bei reinen Bildschirmarbeiten, Job-
                                 und Fähigkeiten der Beschäftigten berücksichtigen. Die Be-         Rotation.
                                 schäftigten bei der Verteilung der Arbeitsaufgaben beteiligen.
                                                                                                  I Bei der Beauftragung von Zeitarbeitskräften die Qualifi-
                               I Mit den Beschäftigten werden regelmäßig Gespräche über             kationen und Kompetenzen auch im Arbeitsschutz berück-
                                 ihre Beanspruchung (Über- oder Unterforderung) geführt.            sichtigen.
                                 Bei Problemen gemeinsam mit den Beschäftigten Verbes-
                                 serungsmöglichkeiten der Arbeitssituation vereinbaren.

                               I Mit Beschäftigten, die zeitweise besonderen Belastungen          Hier auch die Anforderungen des Arbeitnehmerüberlassungs-
                                 unterliegen, werden gemeinsam Entlastungsphasen verein-          gesetzes (AÜG), des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) sowie
                                 bart.                                                            des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) beachten.




                                  Praxishilfen und Dokumente:
                                  I Checkliste „Beauftragung von Zeitarbeitskräften“
                                  I Muster eines Tätigkeitsprofils




                                   = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline




                                                                       AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                      In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation    15



    Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

    Prozessschritt 1.3:
    Personaleinsatz

    I   Qualifikationen und Kompetenzen für die Arbeitsaufgaben festlegen und Beschäftigte




                                                                                                                            Führen und organisieren
        (auch Aushilfen und Telearbeitskräfte) entsprechend einsetzen.
    I   Qualifikationsnachweise überprüfen und dokumentieren.
    I   Körperliche Voraussetzungen überprüfen und dokumentieren – zum Beispiel arbeitsmedizinische
        Vorsorgeuntersuchungen.
    I   Beschäftigungsbeschränkungen berücksichtigen – zum Beispiel Jugendarbeitsschutz, Mutterschutz.
    I   Neuen Beschäftigten, Aushilfen, Telearbeits- und Zeitarbeitskräften die notwendigen betriebs-
        spezifischen Qualifikationen und Kompetenzen vermitteln und sie sorgfältig einweisen.

    Maßnahme*                              Dokument/                  wer                     bis wann      erledigt
                                           Praxishilfe

    Qualifikationen und Kompetenzen        Muster eines
    für die Arbeitsaufgaben festlegen.     Tätigkeitsprofils
    Überprüfen, ob Beschäftigte (auch
    Aushilfen und Telearbeitskräfte)
    entsprechend eingesetzt sind.
    Qualifikationsnachweise
    überprüfen und dokumentieren.




                                                                                                                            1
    Körperliche Voraussetzungen
    überprüfen und dokumentieren –
    zum Beispiel arbeitsmedizinische
    Vorsorgeuntersuchungen.
    Überprüfen, ob es Beschäfti-
    gungsbeschränkungen gibt und
    ob sie eingehalten werden.
    Neue Beschäftigte,                     Checkliste
    Aushilfen, Telearbeits- und            „Beauftragung von
    Zeitarbeitskräfte haben die            Zeitarbeitskräften“
    notwendige Qualifikation und
    sind eingewiesen.




    Bemerkung:




* Hier sind diejenigen Maßnahmen eingefügt, die Sie in jedem Fall durchführen und dokumentieren sollten, um ein
  wirkungsvolles AMS einzuführen und zu pflegen. Weitere Maßnahmen sollten Sie betriebsspezifisch festlegen.
  Praxishilfen und Dokumente für weitere Maßnahmen        .




                                     AMS – Arbeitsschutz mit System
                                    In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
16    V B G - Fachinformation




                                 1.4       Dokumentation


                               Um die Gestaltung der Arbeitsprozesse in Ihrem Unternehmen bei gleichbleibend guter Qualität
                               besser steuern zu können, sollten Sie die Maßnahmen dokumentieren. Das trägt auch zur
                               Rechtssicherheit Ihres Unternehmens bei. Wenn Sie die Praxishilfen und sonstigen Dokumente
Führen und organisieren




                               des AMS – Arbeitsschutz mit System sammeln, dann können Sie sicher sein, dass Sie Ihren
                               Verpflichtungen nachkommen.


                                   Basis-Schritte


                                   I   Verantwortlich festlegen, wer die nach dem staatlichen und berufsgenossenschaft-
                                       lichen Regelwerk notwendigen Unterlagen dokumentiert.
                                   I   Ermitteln, welche Unterlagen auf Grundlage von Vorschriften zu erstellen sind.
                                   I   Festlegen, welche Dokumente und Formulare geführt werden.
                                   I   Festlegen, wie die Aktualisierung der Dokumente sichergestellt wird.



                               Weitere Möglichkeiten
1




                               I Unter anderem sollte Folgendes dokumentiert werden:         I Setzen Sie die sieben Prozessschritte zur Einführung und
                                 – Pflichtenübertragungen                                      Pflege des AMS – Arbeitsschutz mit System um und nutzen
                                 – Ergebnisse der Beurteilung der Arbeitsbedingungen           Sie dazu die zur Verfügung gestellten Praxishilfen und Do-
                                 – Durchgeführte Unterweisungen                                kumentationen. Sammeln Sie diese Praxishilfen und Doku-
                                 – Eingesetzte Betriebsanweisungen                             mentationen in einem Ordner. Dieser Ordner ist dann Ihr
                                 – Durchgeführte Prüfungen                                     „AMS-Handbuch“.
                                 – Gegebenenfalls die notwendigen und durchgeführten         I Mit dem „AMS-Handbuch“ können Sie nachweisen, dass Sie
                                   arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen                 Ihren Verpflichtungen nach dem staatlichen und berufsge-
                                 – Sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung     nossenschaftlichen Regelwerk nachgekommen sind.
                                 – Erlaubnisscheine




                                  Praxishilfen und Dokumente:
                                  I Inhaltsverzeichnis „Handbuch AMS – Arbeitsschutz mit System“




                                  = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline




                                                                    AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                   In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation    17



    Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

    Prozessschritt 1.4:
    Dokumentation

    I   Verantwortlich festlegen, wer die nach dem staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Regelwerk




                                                                                                                            Führen und organisieren
        notwendigen Unterlagen dokumentiert.
    I   Ermitteln, welche Unterlagen auf Grundlage von Vorschriften zu erstellen sind.
    I   Festlegen, welche Dokumente und Formulare geführt werden.
    I   Festlegen, wie die Aktualisierung der Dokumente sichergestellt wird.


    Maßnahme*                              Dokument/                  wer                     bis wann      erledigt
                                           Praxishilfe

    Verantwortlich festlegen, wer
    die nach dem staatlichen und
    berufsgenossenschaftlichen
    Regelwerk notwendigen Unter-
    lagen dokumentiert.
    Ermitteln, welche Unterlagen
    auf Grundlage von Vorschriften
    zu erstellen sind.
    Festlegen, welche Dokumente
    und Formulare geführt werden.
    Festlegen, wie die Aktualisierung




                                                                                                                            1
    der Dokumente sichergestellt
    wird.




    Bemerkung:




* Hier sind diejenigen Maßnahmen eingefügt, die Sie in jedem Fall durchführen und dokumentieren sollten, um ein
  wirkungsvolles AMS einzuführen und zu pflegen. Weitere Maßnahmen sollten Sie betriebsspezifisch festlegen.
  Praxishilfen und Dokumente für weitere Maßnahmen        .




                                     AMS – Arbeitsschutz mit System
                                    In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
18    V B G - Fachinformation




                                    2     Arbeitsbedin gun-
                                          gen beurteilen
                                          und Maßnahmen
Arbeitsbedingungen beurteilen und




                                          festlegen
      Maßnahmen festlegen




                                           2.1       Beurteilung der Arbeitsbedingungen

                                         Gute Arbeitsbedingungen sind optimale Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg, und
                                         gleichzeitig fördern gute Arbeitsbedingungen die Zufriedenheit und damit die Leistungsbereit-
                                         schaft Ihrer Beschäftigten. Voraussetzung für gute Arbeitsbedingungen ist, dass Sie ausgehend
                                         von Ihrer Zielsetzung die Gefährdungen und Belastungen in Ihrem Unternehmen analysieren
                                         und beurteilen sowie entsprechende Maßnahmen auswählen und durchführen. Die Beurteilung
                                         der Arbeitsbedingungen trägt dazu bei, dass der Unternehmer selbst die notwendigen Maßnah-
2




                                         men im Betrieb festlegt und somit viele Vorschriften abgeschafft werden konnten.


                                             Basis-Schritte

                                             I   Festlegen, wer die Arbeitsbedingungen beurteilt (Gefährdungen, Belastungen).
                                             I   Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen durchführen und Maßnahmen festlegen.
                                             I   Die Verantwortlichkeit für die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen festlegen
                                                 sowie einen Zeitpunkt, bis wann sie umgesetzt sein müssen.
                                             I   Eine Wirksamkeitskontrolle der beschlossenen Maßnahmen festlegen.
                                             I   Beurteilung der Arbeitsbedingungen dokumentieren.


                                         Weitere Möglichkeiten

                                         I Fristen für die Durchführung der Beurteilung der Arbeitsbe-   I Vorhandene Vorlagen der VBG für die Beurteilung der Ar-
                                           dingungen festlegen – zum Beispiel jährlich oder bei neuen      beitsbedingungen nutzen; auf der CD-ROM und online
                                           Arbeitsverfahren, neuen Arbeitsmitteln oder wesentlichen        (www.vbg.de/amsonline) ist ein Vorschlag für eine Beurtei-
                                           Änderungen im Arbeitsablauf.                                    lung der Arbeitsbedingungen im Bereich der Büroarbeit zu
                                                                                                           finden. Die VBG bietet aber auch für andere Gewerke
                                         I Festlegen, wer an den Beurteilungen der Arbeitsbedingun-
                                                                                                           spezielle Arbeitssystem-Leitfäden mit einer Beurteilung der
                                           gen teilnimmt – zum Beispiel die betroffenen Beschäftigten.
                                                                                                           Arbeitsbedingungen an zum Beispiel Zeitarbeit, Wach- und
                                         I Sicherstellen, dass auch die Gefährdungen für Kunden, Be-       Sicherungsdienste, Kfz-Prüfanlagen, Tierheime, keramische
                                           sucher und andere betriebsfremde Personen bei der Beur-         und Glas-Industrie, ÖPNV/Bahnen.
                                           teilung berücksichtigt werden.
                                                                                                         I Bei Unternehmen mit Interessenvertretungen: Die Interes-
                                         I Die Erfahrungen der Beschäftigten bei der Beurteilung der       senvertretung wird bei der Beurteilung der Arbeitsbedingun-
                                           Arbeitsbedingungen und bei der Festlegung der notwendigen       gen beteiligt.
                                           Maßnahmen mitberücksichtigen (Beschäftigte befragen).

                                            = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline


                                                                               AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                              In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation   19



Praxishilfen und Dokumente:
I Beurteilung der Arbeitsbedingungen „Büroarbeit verbessern“
I Checkliste „Büroarbeitsplatz“
I Checkliste „Bildschirmdarstellung“




                                                                                                               Arbeitsbedingungen beurteilen und
Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

Prozessschritt 2.1:




                                                                                                                     Maßnahmen festlegen
Beurteilung der Arbeitsbedingungen

I   Festlegen, wer die Arbeitsbedingungen beurteilt.
I   Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen durchführen und Maßnahmen festlegen.
I   Die Verantwortlichkeit für die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen festlegen
    sowie einen Zeitpunkt, bis wann sie umgesetzt sein müssen.
I   Eine Wirksamkeitskontrolle der beschlossenen Maßnahmen festlegen.
I   Beurteilung der Arbeitsbedingungen dokumentieren.


Maßnahme*                          Dokument/                  wer                bis wann    erledigt
                                   Praxishilfe

Festlegen, wer die Arbeitsbedin-
gungen beurteilt.
Beurteilung der Arbeitsbedingun-
gen durchführen und Maßnahmen




                                                                                                               2
festlegen.
Die Verantwortlichkeit für die     Beurteilung der
Umsetzung der beschlossenen        Arbeitsbedingungen
Maßnahmen festlegen sowie
einen Zeitpunkt, bis wann sie
umgesetzt sein müssen.
Eine Wirksamkeitskontrolle         Beurteilung der
der beschlossenen Maßnahmen        Arbeitsbedingungen
festlegen.
Die Ergebnisse der Beurteilung
der Arbeitsbedingungen doku-
mentieren.




Bemerkung:




                              AMS – Arbeitsschutz mit System
                             In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
20       V B G - Fachinformation




                             3         Planen und
                                       beschaffen
Planen und beschaffen




                                 3.1      Planung der Arbeitsgestaltung


                             Um die Arbeitsabläufe präventiv gestalten zu können, ist ein planvolles und konzeptionelles
                             Vorgehen erforderlich. So sollten Sie beispielsweise die Anschaffung von Arbeitsmitteln wie
                             Software oder die Flächennutzung sorgfältig planen. Damit nutzen Sie Ihre Zeitressourcen und
                             motivieren Ihre Beschäftigten, weil sie Fehler und Störungen vermeiden. Auch das Arbeiten in
                             fremden Unternehmen oder außerhalb des Unternehmens – zum Beispiel zu Hause, im
                             Fahrzeug oder Zug, im Hotel – oder das gemeinsame Arbeiten mehrerer Firmen an einer Auf-
                             gabe erfordern spezielle Planung, Vorbereitung und Koordination.
3




                                   Basis-Schritte


                                   I   Neue, aber auch vorhandene Arbeitsräume nach einem Konzept planen und gestalten,
                                       das die Bearbeitung der Arbeitsaufgaben und die Leistungsfähigkeit der Menschen
                                       fördert. Die Raumplanung umfasst die Raum abmessungen, die Anordnung der Ar-
                                       beitsplätze, die Flächennutzung, die Verkehrswege, das Raumklima, die Beleuch-
                                       tung und die Lärmein wirkungen.
                                   I   Arbeitsabläufe zur Erledigung der Arbeitsaufgaben sorgfältig planen und Verantwort-
                                       lichkeiten genau festlegen.
                                   I   Wenn sich eigene oder fremde Beschäftigte gegenseitig gefährden könnten, vertraglich
                                       eine Person (Koordinator) festlegen. Der Koordinator stimmt die Arbeiten aufeinander ab
                                       und hat Weisungsbefugnis gegenüber Ihren Beschäftigten und den Beschäftigten der
                                       Fremdfirma, soweit dies zur Vermeidung der gegenseitigen Gefährdung erforderlich ist.
                                       Die Beschäftigten über den Koordinator und seine Weisungsbefugnisse informieren.
                                   I   Bedingungen bei Arbeiten im Betrieb des Kunden oder in anderen Betrieben klären und
                                       eventuelle Schutzmaßnahmen vereinbaren und veranlassen.


                                  = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline




                                                                AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                               In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation            21




               Weitere Möglichkeiten

               I Bei der Planung von Arbeitsplätzen sind die Wechselbezie-      I Bei der Konzeption und Planung der Arbeitsaufgaben die
                 hungen unter anderem zwischen folgenden Aspekten zu              Anforderungen der Kunden auf die Machbarkeit in Bezug
                 beachten:                                                        auf den Arbeitsschutz überprüfen.
                 – Bedürfnisse und Interessen des Menschen (Bewegungs-
                   räume, Steuerbarkeit, Individualisierbarkeit, Lärm, Klima,   Koordination
                   Licht, Sehvermögen, Blickrichtung, Körperhaltung, Barrie-    I Alle Beteiligten über den Koordinator und dessen Wei-
                   refreiheit, ...).                                              sungsbefugnis informieren.
                 – Arbeitsaufgabe und -abläufe (Kommunikationsprozesse,
                   Information, Kooperationsbedarf, Konzentrationserfor-        Benutzung von fremden Arbeitsstätten
                   dernisse, Sehaufgaben, Schichtarbeit, Desksharing, ...).     I Arbeiten Ihre Beschäftigten in fremden Arbeitsstätten,
                 – Soft- und Hardware (Bildschirmdarstellung, Re fle -            vorab die Bedingungen und Gefährdungen dieser Arbeits-
                   xion/Blendung, Anzahl der Bildschirme, Platz für Rech-         plätze ermitteln. Mit dem Verantwortlichen der fremden Ar-
                   ner/Drucker und Tastatur, Bewegungsräume am Arbeits-           beitsstätte klären, wie man sich gegen eventuelle Gefähr-




                                                                                                                                                        Planen und beschaffen
                   platz, ...).                                                   dungen schützen kann und wer die Schutzmaßnahmen
                 – Arbeitsplatzanordnung (Art der Arbeitsplätze – Einzelar-       veranlasst – zum Beispiel Persönliche Schutzausrüstungen,
                   beit, Gruppenarbeit, Anordnung und Variabilität der Ar-        bestimmte Verhaltensweisen, arbeitsmedizinische Vorsor-
                   beitsplätze, Fenster und Beleuchtung, ...).                    geuntersuchungen. Die Beschäftigten über die notwendi-
                 – Voraussetzungen des Gebäudes (Architektur des Gebäu-           gen Schutzmaßnahmen informieren. Umsetzung der Schutz-
                   des, Geometrie der Räume, elektrische Anlagen, Ver-            maßnahmen kontrollieren.
                   kehrswege, Himmelsrichtung, Nachbarbebauung, ...).
               I Bei der Planung von Arbeitsplätzen berücksichtigen, dass       Bei allen Fragen der Konzeption und Planung bei Bedarf die
                 gekennzeichnete Arbeitsmittel (GS, DGUV Test) angeschafft      Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt oder den Bera-
                 werden.                                                        ter der VBG hinzuziehen.

               Arbeitsabläufe konzipieren und planen
               I Bei der Konzeption und Planung der Arbeitsaufgaben
                  sowie der Festlegung der Verantwortlichkeiten unter ande-
                  rem beachten:
                  – Notwendige Materialien zur Verfügung stellen.
                  – Notwendige Arbeitsmittel organisieren.
                  – Arbeitsflächenbedarf festlegen (Arbeitsplatz, Verkehrs-
                    wege, Lagerflächen).
   Produkt-       – Eventuell erforderliche Persönliche Schutzausrüstungen




                                                                                                                                                        3
sicherheits-        organisieren.
   gesetz –       – Informations- und Kommunikationswege festlegen.
    ProdSG        – Mögliche Überschneidungen von Arbeitsprozessen fest-
                    stellen und regeln.




                  Praxishilfen und Dokumente:
                  I Planungshilfe „Arbeitsgestaltung“
                  I Bestellung des Koordinators/der Koordinatorin




                                                      AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                     In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
22    V B G - Fachinformation




                                 Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

                                 Prozessschritt 3.1:
                                 Planung der Arbeitsgestaltung

                                 I   Konzept für die Gestaltung von Arbeitsplätzen erstellen und umsetzen (Raumabmessungen, Anordnung
                                     der Arbeitsplätze, Flächennutzung, Verkehrswege, Raumklima, Beleuchtung, Lärm).
                                 I   Arbeitsaufgaben sorgfältig vorbereiten und planen und Verantwortlichkeiten festlegen.
                                 I   Beim Einsatz von Fremdfirmen und bei der Zusammenarbeit mit anderen Firmen prüfen, ob ein Koordinator/
                                     eine Koordinatorin notwendig ist. Falls ja, Koordinator/in festlegen und Beschäftigte darüber informieren.
                                 I   Bedingungen bei Arbeiten im Betrieb des Kunden oder in anderen Betrieben klären und Schutzmaßnah-
Planen und beschaffen




                                     men vereinbaren und veranlassen.


                                 Maßnahme*                              Dokument/                  wer                     bis wann      erledigt
                                                                        Praxishilfe

                                 Konzept für die Gestaltung von         BGI 5050 „Büroraum-
                                 Arbeitsplätzen erstellen und           planung“
                                 umsetzen.
                                 Arbeitsaufgaben planen,                Planungshilfe „Arbeits-
                                 Verantwortlichkeiten festlegen.        gestaltung“
                                 Bei gegenseitiger Gefährdung           Bestellung des
                                 (eigene und fremde Beschäftigte)       Koordinators/der
                                 werden Arbeiten koordiniert.           Koordinatorin
                                 Bedingungen bei Arbeiten
                                 im Betrieb des Kunden oder in
                                 anderen Betrieben klären und
                                 Schutzmaßnahmen vereinbaren
                                 und veranlassen.
3




                                 Bemerkung:




                             * Hier sind diejenigen Maßnahmen eingefügt, die Sie in jedem Fall durchführen und dokumentieren sollten, um ein
                               wirkungsvolles AMS einzuführen und zu pflegen. Weitere Maßnahmen sollten Sie betriebsspezifisch festlegen.
                               Praxishilfen und Dokumente für weitere Maßnahmen        .

                                = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline




                                                                   AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                 In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation            23




                    3.2       Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen



                  Achten Sie bei der Beschaffung von Arbeitsmitteln, -stoffen und -materialien auf Qualität, Pro-
                  duktsicherheit und Wirtschaftlichkeit. Nur geeignete Arbeitsmittel und -materialien erlauben ein
                  sicheres und störungsfreies und damit auch wirtschaftliches Arbeiten. Auch die eingekauften
                  Dienstleistungen müssen ein sicheres und gesundheitsgerechtes Arbeiten fördern. Qualität von
                  Gütern und Dienstleistungen berücksichtigt somit auch immer die Aspekte des Arbeitsschutzes.


                      Basis-Schritte




                                                                                                                                                                    Planen und beschaffen
                      I   Den Einkäufern beziehungsweise den Verantwortlichen für die Bestellung und Be-
                          schaffung von Gütern deutlich machen, dass nur sicherheitstechnisch einwandfreie und
                          gekennzeichnete – zum Beispiel GS, DGUV Test, RAL, EG-Baumusterprüfung – Arbeits-
                          mittel, Einrichtungen und Persönliche Schutzausrüstungen angeschafft werden.
                      I   Bei Arbeitsstoffen prüfen, ob weniger gefährliche Ersatzstoffe eingesetzt werden können.
                      I   Bei der Beschaffung von Gefahrstoffen Schutzstufen mit den entsprechenden Maßnah-
                          men festlegen (Schutzstufenkonzept nach Gefahrstoffverordnung). Den Aufwand für die
                          Maßnahmen bei der Auswahl der Stoffe mitberücksichtigen.
                      I   Sicherstellen, dass die Sicherheitsdatenblätter der Gefahrstoffe vorliegen.
                      I   Dienstleister und Fremdfirmen auch nach Kriterien der sicheren und gesundheits -
                          gerechten Leistungserbringung auswählen.
                      I   Liste innerbetrieblich genutzter Arbeitsmittel und Gefahrstoffe führen.




                                                                                                                                                                3
                  Weitere Möglichkeiten
                  Arbeitmittel, -stoffe und andere Güter                         Dienstleister und Fremdfirmen
    INFO-MAP      I Beim Kauf von Software sicherstellen, dass die Gebrauchs-    I Bei der Auswahl von Dienstleistern und Fremdfirmen nach          BGI 5020
„Software nut-       tauglichkeit überprüft wird.                                   Kriterien der sicheren und gesundheitsgerechten Leistungs-      „Zeitarbeit –
  zerfreundlich   I Erfahrungen der Verantwortlichen und der Beschäftigten          erbringung sind unter anderem zu beachten:                      sicher,
 einstellen und      der betroffenen Arbeitsbereiche berücksichtigen, damit         – Nachweise der Lieferanten – zum Beispiel sicherheitstech-     gesund und
     gestalten“      keine Arbeitsmittel, Stoffe oder anderen Güter sowie Per-        nische Betreuung, Unfallquote, Managementsysteme.             erfolgreich“
                     sönliche Schutzausrüstungen angeschafft werden, die den        – Auszeichnungen und Zertifikate – zum Beispiel SCC, Qua-
Planungshilfe                                                                                                                                       BGI 5021
                     Erfahrungen der Verantwortlichen und der Beschäftigten           litätsmanagement, Umweltmanagement.
„Betriebliche                                                                                                                                       „Zeitarbeit
                     widersprechen.                                                 – Erfahrungen und Empfehlungen.
 Arbeitsmittel                                                                                                                                      nutzen –
                  I Vorgaben zum Arbeitsschutz in die Verträge mit den Liefe-    I Qualität der vorhandenen Lieferanten überprüfen.
  – Bestand                                                                                                                                         sicher,
                     ranten mit aufnehmen.                                       I Mit Dienstleistern und Fremdfirmen vertraglich sichere und
und Prüfung“                                                                                                                                        gesund und
                  I Die eingehenden Arbeitsmittel, Stoffe und anderen Güter         gesundheitsgerechte Leistungserbringung vereinbaren.
                                                                                                                                                    erfolgreich“
                     darauf überprüfen, ob sie den Sicherheitsanforderungen
  Gefahrstoff-
                     entsprechen (Eingangsprüfung).                              Generell bei der Beschaffung von Gütern und Dienstleistern         Produkt-
   verzeichnis
                                                                                 bei Bedarf die Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt   scherheitsge-
                                                                                 oder den Berater der VBG hinzuziehen.                              setz –
                                                                                                                                                    ProdSG
                                                                                 Hier auch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) beachten.




                     Praxishilfen und Dokumente:
                     I    Planungshilfe „Einkauf von Produkten“
                     I    Checkliste „Qualität der vorhandenen Lieferanten“
                     I    Gefahrstoffverzeichnis
                     I    Planungshilfe „Betriebliche Arbeitsmittel – Bestand und Prüfung“


                                                        AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                      In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
24    V B G - Fachinformation




                                 Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

                                 Prozessschritt 3.2:
                                 Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen

                                 I   Nur sicherheitstechnisch einwandfreie, geprüfte Arbeitsmittel, Einrichtungen und Persönliche
                                     Schutzausrüstungen anschaffen.
                                 I   Beim Einkauf von Arbeitsstoffen prüfen, ob weniger gefährliche Ersatzstoffe angeboten werden
                                     (Schutzstufenkonzept beachten).
                                 I   Sicherstellen, dass die Hersteller von Gefahrstoffen Sicherheitsdatenblätter zu den beschafften Stoffen
                                     mitliefern.
                                 I   Dienstleister und Fremdfirmen auch nach Kriterien der sicheren und gesundheitsgerechten Leistungs-
                                     erbringung auswählen.
                                 I
Planen und beschaffen




                                     Liste innerbetrieblich genutzter Arbeitsmittel und Gefahrstoffe führen.


                                 Maßnahme*                              Dokument/                  wer                     bis wann      erledigt
                                                                        Praxishilfe

                                 Festlegen, dass nur sicher-            Planungshilfe
                                 heitstechnisch einwandfreie            „Einkauf von
                                 Arbeitsmittel, Einrichtungen und       Produkten“
                                 Persönliche Schutzausrüstungen
                                 angeschafft werden.
                                 Festlegen, dass beim Einkauf
                                 von Arbeitsstoffen geprüft wird,
                                 ob weniger gefährliche Ersatz-
                                 stoffe angeboten werden und
                                 dass diese zu beschaffen sind
                                 (Schutzstufenkonzept beachten).
                                 Sicherstellen, dass die Hersteller
                                 von Gefahrstoffen Sicherheits-
                                 datenblätter zu den beschafften
3




                                 Stoffen mitliefern.
                                 Dienstleister und Fremdfirmen
                                 auch nach Kriterien der sicheren
                                 und gesundheitsgerechten Leis-
                                 tungserbringung auswählen.
                                 Liste innerbetrieblich genutzter       Planungshilfe „Betrieb-
                                 Arbeitsmittel und Gefahrstoffe         liche Arbeitsmittel –
                                 führen.                                Bestand und Prüfung“
                                                                        Gefahrstoffverzeichnis




                                 Bemerkung:




                             * Hier sind diejenigen Maßnahmen eingefügt, die Sie in jedem Fall durchführen und dokumentieren sollten, um ein
                               wirkungsvolles AMS einzuführen und zu pflegen. Weitere Maßnahmen sollten Sie betriebsspezifisch festlegen.
                               Praxishilfen und Dokumente für weitere Maßnahmen        .

                                = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline


                                                                    AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                 In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation   25




4        Beschäftigte
         informieren und
         beteiligen




                                                                                                                            Beschäftigte informieren
                                                                                                                                und beteiligen
    4.1      Information der Beschäftigten


Ihre Beschäftigten können ihre Arbeitsaufgabe nur produktiv, sicher und gesundheitsgerecht
durchführen, wenn Sie als Unternehmer ihnen alle für ihre Arbeitsaufgabe notwendigen
Informationen zur Verfügung stellen. Dazu gehören beispielsweise Informationen über die Ar-
beitsaufgabe, die Arbeitsabläufe, die Abstimmungsprozesse oder die Gefährdungen und die
notwendigen Schutzmaßnahmen. Fehlende Information ist einer der wesentlichen Gründe für
Unzufriedenheit, Fehler, Zeitverluste und Unfälle.


     Basis-Schritte




                                                                                                                       4
     I    Die Beschäftigten (auch Aushilfen und Telearbeitskräfte) regelmäßig über die Gefähr-
          dungen bei der Arbeit sowie über sicheres und gesundheitsgerechtes Arbeiten infor-
          mieren (unterweisen).
     I    Die Unterweisungen dokumentieren.
     I    Sicherstellen, dass die Beschäftigten alle Informationen erhalten, die sie für die
          Bewältigung ihrer Arbeitsaufgabe benötigen.
     I    Staatliches und berufsgenossenschaftliches Regelwerk zur Verfügung stellen.                       Vorschriften-
                                                                                                            texte




                                AMS – Arbeitsschutz mit System
                               In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
26      V B G - Fachinformation



                                    Weitere Möglichkeiten

                          Muster    I Die in den Beurteilungen der Arbeitsbedingungen ermittel-     I Informationsschriften – zum Beispiel Flyer, Broschüren,
                       der VBG –      ten Betriebsanweisungen erstellen und aushängen; dazu            INFO-MAPs, Plakate, CD-ROMs – zu fachgerechtem, siche-
                       auch unter     die Muster der VBG nutzen, die für verschiedene Branchen         rem und gesundheitsgerechtem Arbeiten organisieren; der
                      www.vbg.de      erstellt worden sind – siehe zum Beispiel VBG-Branchen-          Bezug ist für bei der VBG versicherte Unternehmen im Bei-
                                      leitfäden, VBG-Fachinformationen, VBG-Toolbox                    trag enthalten.
                                      (www.vbg.de/toolbox).                                         I Beschäftigte informieren, wo sie im Internet Informationen
                                    I Betriebsanweisungen für Information der Beschäftigten            zu fachgerechtem, sicherem und gesundheitsgerechtem
                                      (Unterweisungsgespräche) nutzen.                                 Arbeiten finden – zum Beispiel www.vbg.de; www.dguv.de;
                                    I Festlegen, dass alle Beschäftigten (auch Aushilfen und Te-       www.baua.de; www.praevention-online.de.
                                      learbeitskräfte) über ihre Arbeitsaufgaben alle notwendigen   I Aktionen im Unternehmen zu fachgerechtem, sicherem
                                      Informationen besitzen.                                          und gesundheitsgerechtem Arbeiten durchführen.
                                    I Alle darüber informieren, wo die erforderlichen Informatio-   I Aktionen zur betrieblichen Gesundheitsförderung durchfüh-
                                      nen zu den Arbeitsaufgaben und den damit verbundenen             ren.
                                      Gefährdungen und Schutzmaßnahmen zu finden sind,              Zu den Aktionen die Hilfen der VBG oder der Krankenkassen,
                                      damit sich alle jederzeit selbst informieren können – zum     die regelmäßig zu verschiedenen Themen Aktionsmaterial an-
                                      Beispiel im Intranet/Extranet, in Projektordnern, bei Pro-    bieten, nutzen. Die Hilfen werden meistens kostenlos ange-
                                      jektverantwortlichen.                                         boten.
                                    I Den Beschäftigten (auch Aushilfen und Telearbeitskräften)
Beschäftigte informieren




                                      die VBG-Infoblätter über die Gefährdungen bei der Arbeit
                                      sowie über sicheres und gesundheitsgerechtes Arbeiten
                                      geben.
    und beteiligen




                                       Praxishilfen und Dokumente:
                                       I Infoblatt „Gesund arbeiten im Büro“
                                       I Unterweisungshilfe „Büroarbeit“
                                       I Unterweisungen und Betriebsanweisungen
4




                                       = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline




                                                                          AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                         In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
V B G - Fachinformation    27



    Planungsinstrument AMS – Arbeitsschutz mit System

    Prozessschritt 4.1:
    Information der Beschäftigten

    I   Beschäftigte (auch Aushilfen und Telearbeitskräfte) über sicheres und gesundheitsgerechtes Arbeiten
        informieren (unterweisen).
    I   Unterweisungen dokumentieren.
    I   Beschäftigten alle Informationen zur Verfügung stellen, die sie für die Bewältigung ihrer Arbeitsaufgabe
        benötigen.
    I   Staatliches und berufsgenossenschaftliches Regelwerk zur Verfügung stellen.


    Maßnahme*                              Dokument/                  wer                     bis wann      erledigt
                                           Praxishilfe

    Beschäftigte unterweisen.              Infoblatt
                                           „Gesund arbeiten im




                                                                                                                            Beschäftigte informieren
                                           Büro“
                                           Unterweisungen




                                                                                                                                und beteiligen
                                           und Betriebsanwei-
                                           sungen
    Unterweisungen dokumentieren.          Unterweisungshilfe
                                           „Büroarbeit“
    Beschäftigten alle Informationen
    zur Verfügung stellen, die sie
    für die Bewältigung ihrer Arbeits-
    aufgabe benötigen.
    Staatliches und berufsgenossen-        Vorschriftentexte
    schaftliches Regelwerk zur Verfü-
    gung stellen.




                                                                                                                            4
    Bemerkung:




* Hier sind diejenigen Maßnahmen eingefügt, die Sie in jedem Fall durchführen und dokumentieren sollten, um ein
  wirkungsvolles AMS einzuführen und zu pflegen. Weitere Maßnahmen sollten Sie betriebsspezifisch festlegen.
  Praxishilfen und Dokumente für weitere Maßnahmen        .




                                     AMS – Arbeitsschutz mit System
                                    In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
28    V B G - Fachinformation




                                  4.2       Kommunikationswege


                                Viele Störungen, unnötige Belastungen, Ärger und Zeitverluste wären vermeidbar, wenn die Kom-
                                munikationswege im Unternehmen vereinbart und allen Beteiligten bekannt wären. Auch viele
                                Konflikte, schlechte Stimmungen und Probleme in der Zusammenarbeit haben in ungenügender
                                oder nicht kooperativer Kommunikation ihre Ursache.


                                    Basis-Schritte


                                    I   Mit den Führungskräften und Projektverantwortlichen vereinbaren und festlegen, wie
                                        die Kommunikation im Unternehmen zu erfolgen hat (Kommunikationswege).
                                    I   Die Kommunikationswege bei Störungen, Mängeln und Unfällen festlegen oder ge-
Beschäftigte informieren




                                        meinsam mit den Beschäftigten vereinbaren.
    und beteiligen




                                Weitere Möglichkeiten

                                I Führungskräften und Projektverantwortlichen verdeutlichen      I Kommunikationswege für folgende Fälle vereinbaren oder
                                  und mit ihnen vereinbaren, dass im Unternehmen eine ver-         festlegen:
                                  trauensvolle Zusammenarbeit der Beschäftigten und ein            – wer bei Störungen und Unfällen zu informieren ist und
                                  kooperativer Führungsstil gepflegt werden (Unternehmens-           was mit der Information geschieht,
                                  kultur).                                                         – wer über Mängel von Arbeitsmitteln und Einrichtungen zu
                                I Mit den Führungskräften und Projektverantwortlichen ver-           informieren ist und was mit der Information geschieht,
                                  einbaren oder festlegen, wie Beschäftigte (auch Aushilfen        – wer über unnötige Belastungen und Probleme bei der
                                  und Telearbeitskräfte) behandelt werden, die ihre Leistun-         Umsetzung der Arbeitsaufgabe zu informieren ist und
                                  gen nicht wie vereinbart erbringen. Führungskräfte und             was mit der Information geschieht,
                                  Projektverantwortliche dazu motivieren, den Beschäftig-          – wer über Probleme beim Einsatz von Arbeitsstoffen zu in-
                                  ten zu vertrauen und gemeinsam mit ihnen zu versuchen,             formieren ist und was mit der Information geschieht.
                                  die Ursachen zu ermitteln und abzustellen.                     I Gemeinsam mit allen Beteiligten vereinbaren oder festlegen
                                I Mit den Führungskräften und Projektverantwortlichen ver-         und alle Beteiligten informieren, wie Kommunikationspro-
                                  einbaren oder festlegen, dass sie Ursachen für Probleme          bleme untereinander und Probleme der sozialen Beziehun-
4




                                  gemeinsam mit den Beschäftigten herausfinden und ge-             gen zu klären sind. Vereinbaren oder festlegen, wie even-
                                  meinsam mit den Beschäftigten Änderungsmaßnahmen                 tuelle Konflikte untereinander zu lösen sind.
                                  vereinbaren. Probleme können beispielsweise sein: hohe         I Auch die Kommunikationswege zu externen Dienstleistern
                                  Fehlzeiten, viele Fehler und Störungen, viele Beinahe-Unfäl-     vereinbaren – wie zum Beispiel Fachkraft für Arbeitssicher-
                                  le und Unfälle, mangelhafte Qualität der Produkte und Leis-      heit, Betriebsarzt, VBG, staatliche Stellen.
                                  tungen oder Kundenbeschwerden.




                                   Praxishilfen und Dokumente:
                                   I Selbstverpflichtung Kommunikationskultur




                                   = auf der CD-ROM und unter www.vbg.de/amsonline




                                                                       AMS – Arbeitsschutz mit System
                                                                     In 7 Schritten zum sicheren und gesunden Betrieb
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