KONZEPTION 2021 - KINDERTAGESEINRICHTUNGEN MEMMINGEN - STADT MEMMINGEN:KITA ...
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
1
Inhaltsverzeichnis
1 Inhaltsverzeichnis 2 Infowand und Infosäule 19
Internetseite 19
2 Vorworte 3 Gemeinsame Aktivitäten mit Familien 19
Elternbefragung 19
3 Unsere Einrichtung „Im Mitteresch“ 5 Elternabende 19
stellt sich vor: Vorgeschichte Elternbeiratswahl 19
Planung und Organisation 19
4 Rahmenbedingungen 6 von Aktionen und Projekten
Trägerschaft 6 Eltern Café 20
Öffnungszeiten 6 Mithilfe bei Festen 20
Zusätzliche Buchungszeiten 6 Öffentlichkeitsarbeit 20
Elternbeiträge 6
Mittagsbetreuung 6 9 Kooperation und Vernetzung 21
Tagesablauf 6 mit anderen Einrichtungen
Bring- und Abholzeiten 7 und Institutionen
Fortbildungen 7 Therapeutische Kooperationen 21
Andere Institutionen 21
5 Ausstattung 8 Schulen 22
Räumlichkeiten 8 Musikalische frühe Bildung und Rhythmik 22
Personal / Teamarbeit 8 Ausbildungsstätten 22
Fachkräfte der Stadt Memmingen 22
6 Pädagogische Grundlagen 9 Soziales Umfeld der Kindertageseinrichtung 22
7 Ganzheitliche Begleitung von Kindern 10 10 Schlusswort 23
in unserer Einrichtung
Inklusion 10 11 Impressum 24
Ganzheitliche Bildung und Erziehung 10
Kompetenzen zum Handeln 12 Anhänge 25
im sozialen Kontext 12 I. Wir sind Sprachkita 25
Freispiel 12 „Sprache ist der Schlüssel zur Welt“
Gezieltes Angebot 15 II. Konzeption Krippe 29
(Mit Kindern Bildungsprozesse planen A Inhaltsverzeichnis 30
und gestalten / Bildungsunterstützung B Rahmenbedingungen 31
durch die pädagogischen Fachkräfte) C Ausstattung 32
Partizipation / Beteiligung 15 D Eingewöhnungsphase 34
Integrative Gruppe 16 E Pädagogische Grundlagen 35
Elementarbildung (Vorschulerziehung) 17 und Tagesablauf
Alltagsintegrierte Sprachbildung 17 F Pflege mit sicherer Bindung 40
G Bildungs- und 42
8 Zusammenarbeit mit den Eltern – 18 Erziehungspartnerschaft mit Eltern
eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft H Übergang zum Kindergarten 44
zum Wohle des Kindes I Schlusswort 45
Elterngespräche 18 III. Pandemien 46
Hospitationen 18 IV. Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung 47
Elternbriefe 18
22
Vorwort
Manfred Schilder
Oberbürgermeister
Wertschätzender Umgang
Das Kind bringt in alle Bildungsprozesse seine
Kompetenzen ein und entwickelt diese weiter.
Das Kind wird dabei als aktiver Mitgestalter
seines Lernens verstanden und soll in diesen
Erfahrungen unterstützt werden. Dieser Blick auf
das Kind ermöglicht dabei einen positiven und
wertschätzenden Umgang mit Unterschiedlichkeit
und Individualität.
Bildungsprozesse fachkompetent begleiten
Für die pädagogischen Fachkräfte stellt sich die
Aufgabe, diese Bildungsprozesse zu begleiten und
sie so zu gestalten, dass Kinder sich einbringen
und entfalten können und darüber hinaus
Anregungen und Erfahrungsmöglichkeiten für den
Erwerb neuen Wissens und neuer Kompetenzen
erhalten.
In der vorliegenden Konzeption sehen Sie nun, wie
diese Ziele in Ihrer KiTa konkret umgesetzt werden.
Ich wünsche mir dabei vor allem, dass Sie und
Ihr Kind sich in unserer KiTa gut aufgehoben fühlen.
Ich lade Sie ein, hierbei vertrauensvoll mit den
Liebe Eltern, pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
zusammen zu arbeiten.
ich darf Sie ganz herzlich in unserer
Kindertageseinrichtung willkommen heißen! Ihr
Ihre KiTa möchte Ihnen die Bildung, Erziehung und
Betreuung Ihres Kindes sicherstellen. Das Bayerische
Kinderbildungs- und betreuungsgesetz (BayKiBiG) Manfred Schilder
formuliert dazu zwei wichtige Ziele: Oberbürgermeister
32
Vorwort
Liebe Eltern
und erzieherisch tätige Bezugspersonen!
Ebenso grüßen wir alle sonstig Interessierten!
Wir wollen Sie ganz herzlich in unserer Einrichtung
willkommen heißen und freuen uns, dass Sie
sich über unser Kindergartengeschehen informieren
wollen. Auf den nachfolgenden Seiten erhalten Sie
alle Informationen über
· unsere Einrichtung
· die Rahmenbedingungen
· unsere Ausstattung
· ganzheitliche Begleitung von Kindern
· mit Kindern gestaltete Bildungsprozesse
· die Bildungs- Erziehungspartnerschaft
mit den Eltern
· die Vernetzung mit anderen Institutionen.
Unser Hauptziel ist es, eine optimale, fundierte
pädagogische Arbeit zu leisten, Sie als Eltern
in die Arbeit miteinzubeziehen und Sie rund um
Erziehungsfragen kompetent zu beraten.
Unsere Konzeption richtet sich in erster Linie an
die Eltern und Erziehenden. Angesprochen sind
aber explizit auch pädagogische Fachkräfte,
alle Vertreterinnen und Vertreter der Träger und
das Bayerische Staatsministerium für Familie,
Arbeit und Soziales.
Ihr Mitteresch-Team
43
Unsere Einrichtung
»Im Mitteresch« stellt sich vor:
VORGESCHICHTE
Bedingt durch die anhaltende Wohnbautätigkeit im Im September 2008 wurde ein Schulkindergarten im
Jahre 1987 im Bereich Bräuäcker, im Unteresch und Schlafraum des Kindergartens untergebracht. Dieser
an der Mittereschhalde, stieg die Nachfrage nach wurde im September 2013 aufgelöst.
Kindergartenplätzen im Westen der Stadt sprunghaft
an. Die vorhandenen Plätze in diesem Einzugsbereich Innerhalb eines kurzen Zeitraumes stieg der Bedarf
waren überbesetzt. an Kindergartenplätzen wieder und es wurde eine
vierte Kindergartengruppe eröffnet, die Kinderzahl
Zunächst beabsichtigte die Stadt, den Kindergarten erhöhte sich auf 85 Kinder.
am Hühnerberg zu sanieren und zu erweitern. Aus
Kostengründen entschied man sich für einen Neubau Im Juli 2012 wurde an den bestehenden Kinder-
im Mitteresch. Der Standort wurde gut gewählt. garten eine zweigruppige Kinderkrippe angebaut.
Er lag günstig im Einzugsbereich, der neben dem Diese nahm im September 2013 ihren Betrieb auf.
Hühnerberg auch das Unteresch, das Mitteresch
und den Stadtteil Hart und Buxach umfasste. Der Seit 2014 gibt es eine integrative Gruppe im Haus.
Spatenstich fand am 2. Mai 1988 statt. Am 31.
Dezember 1988 erfolgte die Fertigstellung und Der Garten des Hauses bietet mit seiner Gesamt-
zeitgleich wurde der Kindergarten am Hühnerberg fläche von 1.204 Quadratmetern viel Platz zum
geschlossen. Der Kindergarten „Im Mitteresch“ Spielen.
öffnete am 9. Januar 1989.
· Der Garten ist gut eingewachsen und ermöglicht
Der neue Kindergarten, der durch seine den Kindern kreatives Spielen. Im Laufe der Zeit
außergewöhnliche Innen- und Außenarchitektur ins kamen neue Spielgeräte hinzu (zweite Schaukel,
Auge sticht, bot Platz für 75 Buben und Mädchen Balancierbalken).
im Alter von drei bis sechs Jahren. Zudem wurde
der Kindergarten barrierefrei gebaut, um eventuell · Erweiterung des Gartens im Jahre 1995 durch
auch Kinder mit einer körperlichen Beeinträchtigung den „Luise Hail Garten“. Die verstorbene
aufnehmen zu können. Luise Hail (1901 – 1995), Schwester des
Kunstmalers Fritz Hail, stiftete ihren Garten mit
Schon nach kurzer Zeit reichten die Plätze nicht Gartenhäuschen und Brunnen dem Kindergarten
mehr aus und der Kindergarten wurde auf vier Mitteresch. Ihr Wunsch war es, dass dieser auch
Gruppen für 95 Kinder erweitert. Es dauerte jedoch weiterhin als Garten genutzt werde.
nicht lange, bis der Kindergarten wieder in die
ursprüngliche Form zurückversetzt wurde und Platz
für 75 Kinder in drei Gruppen bot.
54
Rahmenbedingungen
TRÄGERSCHAFT
Trägerin unserer Einrichtung
ist die Stadt Memmingen.
ÖFFNUNGSZEITEN
Montag – Freitag 8:00 Uhr – 12:00 Uhr
13:30 Uhr – 16:30 Uhr
ZUSÄTZLICHE BUCHUNGSZEITEN
Frühdienst: ab 07:00 Uhr
Mittagsdienst: bis 12:30 Uhr
Spätdienst: bis 17:00 Uhr
ELTERNBEITRÄGE TAGESABLAUF
Der Elternbeitrag ist ein Beitrag zu den gesamten All unsere Ausführungen und Schwerpunkte
Betriebskosten der Einrichtung und ist deshalb werden täglich im Tagesablauf berücksichtigt.
auch während der Schließzeiten, insbesondere im
Monat August, bei vorübergehender Schließung 7:00 – 8:00 Uhr Frühdienst
oder längerem Fehlen des Kindes zu bezahlen. 8:00 – 8:45 Uhr Bringzeit
Der Elternbeitrag wird zum 1. eines Monats fällig.
Die Zahlung erfolgt durch Abbuchung. 8:00 – 11:30 Uhr Freispielzeit mit flexibler
Sie können jederzeit Ihre Buchungsstunden ohne Brotzeit
Angabe von Gründen umbuchen. Umbuchungen Beschäftigungsformen
für den Folgemonat müssen bis zum 10. des Monats jeglicher Art
vorliegen.
11:45 – 12:00 Abholzeit
MITTAGSBETREUUNG 12:00 – 12:30 Uhr Mittagsdienst
In unserer Einrichtung besteht die Möglichkeit
einer Mittagsbetreuung einschließlich Mittagessen. 12:00 – 13:30 Uhr Mittagsbetreuung
Das abwechslungsreiche und kindgerechte Essen (Mittagessen und Ruhephase)
wird von der Bürgerstift-Küche zubereitet und
angeliefert. Der wöchentliche Speiseplan hängt 13:30 – 14:00 Uhr Bringzeit- und Abholzeit
im Eingangsbereich aus, dort können Sie das Menü 15:00 – 15:10 Uhr Flexible Abholzeit
des Tages entnehmen.
Wenn Sie sich noch ausführlicher informieren 14:00 – 16:15 Uhr Freispielzeit mit flexibler
möchten, können Sie gerne das Leitbild „Ernährung“ Brotzeit
für die Kindertageseinrichtungen der Stadt und Beschäftigungsangebote
der Unterhospitalstiftung in Memmingen einsehen. jeglicher Art
Dieses finden Sie im Internet auf unserer Kita Seite.
Sie buchen bei Urlaub und sonstigen Abwesenheiten 16:15 – 16:30 Uhr Abholzeit
das Essen individuell im Voraus. 16:30 – 17:00 Uhr Spätdienst
Die aktuellen Kosten hierfür entnehmen Sie bitte im
Internet: www.kita.memmingen.de
6BRING- UND ABHOLZEITEN FORTBILDUNGEN
Die Gestaltung der Bringzeit Es ist immer unser Ziel, eine fundierte pädagogische
Die Gruppentüre steht je nach Gruppe und Arbeit zu leisten und Sie als Eltern rund um
Situation meist offen, dies vermittelt den Kindern Erziehungsfragen kompetent zu beraten. Außerdem
und Eltern ein Gefühl des Willkommen seins. wollen wir uns über neue pädagogische Aspekte,
Die Eltern begleiten ihre Kinder zu einer Modelle und gesellschaftlich veränderte Standards
pädagogischen Fachkraft, diese begrüßt jedes Kind informieren, sie reflektieren, und wenn es unserem
persönlich durch das Handgeben. Die pädagogische Konzept entspricht, miteinbeziehen.
Fachkraft nimmt während der Bringzeit die
Bedürfnisse der Kinder wahr und reagiert dem- Deshalb ist dem gesamten Fachpersonal
entsprechend, um den Trennungsprozess daran gelegen, regelmäßig Fortbildungen zu
zu unterstützen. In der Bringzeit haben die Eltern unterschiedlichen Themen zu besuchen und die
auch die Möglichkeit ein kurzes Tür- und Angel- neuen Erkenntnisse in die Arbeit einfließen zu lassen.
gespräch mit der pädagogischen Fachkraft
zu führen, dieses kann auch das Ankommen des Einige pädagogische Fachkräfte haben unter-
Kindes erleichtern. schiedlichste Weiterbildungen besucht. Sie sind
geschult in Systemischer Pädagogik, Elternbegleiter,
Gestaltung der Abholzeit Krippenpädagogik oder Marte Meo. Die Erkenntnisse
Die Abholzeit findet, wenn möglich, im Garten und Erfahrungen werden in Teambesprechungen an
statt. Auch hier wird die Verabschiedung durch das alle weitergegeben.
Handgeben der pädagogischen Fachkraft begleitet.
Bei der Übergabe an die Eltern ist auch Zeit mit Hier möchten wir noch auf das Fortbildungs-
der pädagogischen Fachkraft kurz ein Gespräch zu konzept verweisen, das Sie ebenfalls
führen / in den Austausch zu kommen. Inhalte auf www.kita.memmingen.de finden.
dafür könnten eine kurze Reflexion des Tages oder
auch Anliegen der Eltern sein. Außerdem bietet unser Träger (Stadt Memmingen)
einen jährlichen Klausurtag, für alle pädagogischen
Fachkräfte, zu einem aktuellen Thema an.
75
Ausstattung
RÄUMLICHKEITEN PERSONAL / TEAMARBEIT
Es stehen vier Gruppenräume für insgesamt In jeder Gruppe wird Ihr Kind von einer staatlich
85 Kinder zur Verfügung. Jede Gruppe bildet eine anerkannten Erzieherin und einer staatlich
Einheit und hat ein eigenes Erkennungssymbol. anerkannten Kinderpflegerin oder einer Vor- bzw.
Berufspraktikantin erwartet.
Nebenräume: In der integrativen Gruppe werden die Kinder von
· Kinderküche zwei staatlich anerkannten Erzieherinnen und einer
· Küche staatlich anerkannten Kinderpflegerin betreut.
· Schlafraum
· Teamzimmer Eine Erzieherin arbeitet gruppenübergreifend als
· Büro Sprachförderkraft.
· Turnhalle Im Rahmen der Sprachkita arbeitet noch eine
· Ton- und Werkraum mit Tonofen Sprachfachkraft in der Einrichtung
· Ausweich- und Materialräume (siehe Konzept unten).
· großer Kellerraum
· Essensbereich mit Platz für 18 Kinder Außerdem begleitet uns eine ehrenamtliche Person
des Rotary Club Memmingen in der Sprachförderung,
Sanitäre Anlagen: die an zwei Tagen in der Woche mit den Kindern
· drei Toilettenräume für Kinder arbeitet.
(eine Toilette ist barrierefrei)
· zwei Personaltoiletten Unterstützt wird das Team von drei
· Waschküche mit Dusche Reinigungskräften.
In regelmäßig, wöchentlichen Abständen treffen
sich Kleinteams bzw. das gesamte Kollegium sowohl
aus der Krippe, als auch aus dem Kindergarten,
zu Teambesprechungen. In diesen organisieren und
reflektieren wir unsere pädagogische Arbeit
(nähere Ausführungen dazu im Anhang „Sprachkita“).
86
Pädagogische Grundlagen
Zum 1. August 2005 wurde das Bayerische Erziehung bedeutet:
Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) · Vermittlung von Wertehaltungen
eingeführt. Allen Kindern frühzeitige, bestmögliche · Gestaltung sozialer Beziehungen
Bildungserfahrungen und– Chancen zu bieten, zählt · Umgang mit Gefühlen
heute zu den Hauptaufgaben verantwortungsvoller
Bildungspolitik. Deshalb wurde für die praktische Bildung bedeutet:
Umsetzung zum 1. Januar 2006 zudem noch der · Kinder lernen von Geburt an, Lernen ist
Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) vom wesentlicher Bestandteil des kindlichen Lebens.
Sozialministerium herausgegeben. · Kinder können nur in einem Umfeld aktiv lernen
und sich positiv entwickeln, in welchem sie
Dieser BEP (für Tageseinrichtungen) gilt für Kinder sich sicher und geborgen fühlen und täglich
in Kinderkrippen, Kindergärten, Kinderhäusern und ausreichend Möglichkeiten erhalten, sich zu
integrativen Kindertageseinrichtungen bis zu deren bewegen und zu entfalten.
Einschulung. · Kinder lernen nachhaltig, was sie interessiert
und emotional bewegt.
Die zentralen Ziele des Plans sind die Stärkung · Kinder lernen in erster Linie sich selbst und die
der Kinder, der kindlichen Autonomie und der Welt schrittweise kennen und verstehen
sozialen Mitverantwortung. Von besonderer (durch gemeinsame Lernaktivitäten mit anderen).
Bedeutung ist dabei die Förderung grundlegender · Kinder profitieren am meisten von äußeren
Kompetenzen und Ressourcen, die die Kräfte des Lernanreizen, wenn sie am Lernprozess aktiv
Kindes mobilisieren und es befähigen, ein Leben beteiligt sind und möglichst viel selbst
lang zu lernen. Kinderkrippen und Kindergärten sind handeln, denken und experimentieren dürfen.
und bleiben Bildungseinrichtungen eigener Art. Das · Kinder sind höchst motiviert, kreativ, konzentriert
Spiel ist weiterhin pädagogisches Grundprinzip. und ausdauernd bei der Sache, wenn sie
Lernprozesse werden begleitet. Lernziele betreffen Aufgaben lösen, die viele Lösungswege zulassen.
die Persönlichkeitsbildung ebenso, wie die übrigen · Je ganzheitlicher und vielfältiger sich Kinder mit
Bildungsinhalte. Bildung und Erziehung gehören in einem Thema immer wieder befassen,
diesem Plan untrennbar zusammen. desto besser lernen sie.
Seit dem Kindergarten- und Schuljahr 2012 Bildung in den Dienst positiver Entwicklung zu
/ 2013 sind, bayernweit, Leitlinien für die stellen heißt, Kindern die bestmöglichen Lern-
Bildung und Erziehung von Kindern bis zum und Entwicklungschancen zu bieten. Bildung
Ende der Grundschulzeit, eingeführt. Mit und Erziehung gehen Hand in Hand. Wird
diesen Bildungsleitlinien liegt ein gemeinsamer Bildung als sozialer Prozess verstanden, sind
und verbindlicher Orientierungsrahmen für diese Aspekte automatisch integriert. „Mut zur
Kindertageseinrichtungen, sowie für Grund- Erziehung“, d.h. Kindern in einer wertschätzenden
und Förderschulen vor (vom Bayerischen Weise Orientierung geben, indem erwachsene
Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales Bezugspersonen ihnen gegenüber klare Stand-
und dem Bayerischen Staatsministerium für punkte beziehen und Grenzen setzen. Dies ist
Unterricht und Kultus eingeführt). ein Anliegen, das uns pädagogische Fachkräfte,
Da der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan, in gemeinsamer Verantwortung für die Kinder,
sowie die Bayerischen Leitlinien für die Bildung begleitet.
und Erziehung von Kindern, Grundlagen unserer
pädagogischen Arbeit sind, möchten wir hiermit
diese beiden Ziele näher erläutern.
97
Ganzheitliche Begleitung
von Kindern in
unserer Einrichtung
INKLUSION vielfältigen Themen der Welt begegnen. Wir bieten
ihnen dabei Möglichkeiten, selbst zu handeln, eigene
Die Organisation der Vereinten Nationen Erfahrungen zu machen und selbständig Lösungen
hält Inklusion im Rahmen der allgemeinen für Probleme zu finden.
Menschenrechte für unverzichtbar. Inklusion umfasst
nicht nur Kinder mit Behinderung, sondern alle Die Sammlung von Erfahrungen und Wissen soll
Kinder unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, nach Möglichkeit immer über das Erleben und
Herkunft und kulturellem Hintergrund. Ihnen soll nicht über das Belehren erfolgen. Das Kind wird in
eine gleichberechtigte Teilhabe am Alltag in der seiner ganzen Person wertgeschätzt und respektiert.
Kindertageseinrichtung ermöglicht werden. Dabei versuchen wir stets, die aktuellen, individuellen
Unser Ziel ist es, in allen Gruppen unserer Einrichtung Lebenslagen der Kinder zu berücksichtigen.
den Prozess der Inklusion weiterzuentwickeln
(näheres dazu siehe Integrative Gruppe). Dabei „Die Bildung des Kindes muss darauf gerichtet sein,
haben wir stets den Grundsatz vor Augen „Jedes die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen
Kind ist einzigartig“. Die pädagogischen Fachkräfte und körperlichen Fähigkeiten des Kindes voll zur
setzen sich mit dem familiären Hintergrund des Entfaltung zu bringen“ (Kinderrechte – Artikel 29)
Kindes individuell und differenziert auseinander.
Die Zielsetzung der Inklusion geschieht sowohl Bildung beinhaltet nicht nur das geistige Lernen,
gruppenspezifisch, als auch die ganze Einrichtung sondern auch die Entfaltung der kindlichen
betreffend. Dabei stehen die Information und der Persönlichkeit.
Austausch zwischen pädagogischem Personal und
Eltern im Vordergrund. Sei es während Tür- und „Das Kind wird nicht erst zum Menschen,
Angelgesprächen, Aufnahme-, Eingewöhnungs- es ist bereits einer.“ Korczak
und Entwicklungsgesprächen, durch Informationen
über die schriftliche Konzeption, in der Homepage, Wir hier in der Einrichtung wollen das Kind in seiner
in Elternbriefen, anhand von Fotos der Kinder, Persönlichkeit festigen, es stärken und auch wider-
Hospitationen und Elternabenden. Dazu gehört aber standsfähiger machen. Wir möchten Ihr Kind unter-
auch unser, für alle Eltern regelmäßig stattfindendes stützen, damit es Resilienz entwickelt, um den
Eltern Café, verschiedene Feste, etc. äußeren Einflüssen immer mehr gewachsen zu sein.
Jedem geistigen Lernschritt geht ein emotionaler
Entwicklungsschritt voraus. Hierfür ist der Erwerb
GANZHEITLICHE BILDUNG UND ERZIEHUNG sozialer und emotionaler Fähigkeiten äußerst wichtig.
Darum möchten wir Ihr Kind annehmen wie es ist.
Die Planung der Erziehungs- und Bildungsarbeit Weiterhin begleiten wir es in seiner Entwicklung und
im Kindergarten nimmt einen hohen Stellenwert vermitteln ihm die Kompetenzen zur Bewältigung
ein. Bei der Auswahl der Bildungsthemen und von Übergängen und Veränderungen. Ebenso geben
Erlebnisinhalte arbeiten wir schwerpunktmäßig wir Hilfestellung, Orientierung und unterstützen Ihr
nach dem ganzheitlichen und sinnorientierten Kind in den verschiedensten Bereichen, damit es
Ansatz. Ganzheitlich meint eine Bildung von sich frei entfalten kann. Hierbei wollen wir besondere
Herz, Hand und Verstand gleichermaßen. Unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten, genauso wie individuelle
Kindertageseinrichtung ist ein Ort, in dem die Kinder Interessen der einzelnen Kinder, entdecken und fördern.
10Kognitiver Bereich und mathematische Bildung ihre Grobmotorik zu verfeinern, Verschiedenes
Im Umgang mit Zahlen, Formen und Farben auszuprobieren und Neues zu wagen. Sie üben dabei
wollen wir das Interesse der Kinder an der hüpfen, klettern, balancieren und können mit den
Mathematik wecken. Sowohl in unterschiedlichen Fahrzeugen die unterschiedlichsten Bewegungsarten
Beschäftigungsformen, als auch in der Begleitung entdecken. Außerdem finden in einigen Gruppen
während der Freispielzeit, bieten wir den Kindern regelmäßige Waldtage statt.
Möglichkeiten an, dies zu erleben. Im feinmotorischen Bereich wollen wir den Kindern
Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, bekommt Anreize geben, die Finger- und Handmuskulatur
die Zeit zum Ausprobieren und Wiederholen, um zu stärken und zu trainieren. Zum Beispiel anhand
Zusammenhänge zu begreifen. Durch positive von Steckspielen, Materialien zum Auffädeln, Knete
Erfahrungen und Motivation der pädagogischen und bereitgestellten Stiften. Durch die Übungen
Fachkräfte werden Gedächtnis- und Denkprozesse des täglichen Lebens wie selbständiges Anziehen,
angeregt. Dies geschieht stets durch Interaktion der Geschirr spülen, Frühstück zubereiten, sowie dem
pädagogischen Fachkraft mit dem Kind. selbständigen Handeln an Alltagsgegenständen wie
z.B. dem Reißverschluss, können die Kinder in diesem
Musikalische Bildung Bereich eigene Erfahrungen sammeln.
Durch das gemeinsame Musizieren, Singen von
Liedern, Einsetzen von Instrumenten, sowie durch Religiöse Bildung
Formen von Tanz und Bewegung, wollen wir bei den Bedingt durch den jahreszeitlichen Ablauf orientieren
Kindern die Freude an der Musik wecken. Sowohl im wir uns in der Einrichtung an religiösen Festen, wie
Kindergarten, als auch in der Krippe, gehören Lieder z.B. St. Martin, Nikolaus, Weihnachten und Ostern.
zu den wiederkehrenden Elementen. Unser Anliegen ist es, Ihren Kindern den Sinn dieser
Tageszeitveränderungen werden mit Liedern, Feste nahezubringen.
sowie verschiedenen Signalen rhythmisiert und Sei es als religiöse Tradition oder als allgemeines
begleitet. Jedes Kind hat die Möglichkeit hier zu Kulturgut. Wir setzen uns mit den spirituellen Fragen
experimentieren, sei es in der Lautstärke, der der Kinder auseinander (z.B. „Wo wohnt Gott?“,
Bewegung, der Spielweise oder dem Erlernen von „Warum haben manche Kinder nichts zum Essen?“)
Rhythmusgefühl (klatschen, patschen, stampfen…). und versuchen diese nachzuspüren. Im Rahmen der
Dabei werden die Sinne der Kinder angesprochen, Inklusion werden den Kindern auch Feste anderer
zugleich wird ebenso intensiv die Sprache gefördert. Kulturen vermittelt. Religiöse Erziehung geht für uns
noch weiter und meint den Umgang, die Art und
Kreative Bildung Weise, wie wir mit etwas, sei es mit einer Sache,
Der Malbereich als Bildungsraum in den Gruppen- mit einem Menschen, mit uns selbst, mit der ganzen
räumen ist mit unterschiedlichsten Materialien Schöpfung umgehen. Dadurch verfestigen sich im
ausgestattet (verschiedenes Papier, verschiedenartige Kind Einstellungen und Haltungen und es entwickelt
Stifte, Kleber, unterschiedliches Bastelmaterial). seine eigene Spiritualität.
Mit Angeboten und Beschäftigungsformen wollen
wir die Phantasie der Kinder wecken und ihnen die Naturwissenschaftliche Bildung
Möglichkeit bieten, kreativ und selbstbestimmt in In diesem Bereich wollen wir den Kindern einen
diesem Bereich zu experimentieren. Gleichzeitig achtsamen Umgang mit der Natur vermitteln
wird dabei der Umgang mit der Schere, den Stiften und ihnen eine wertschätzende Haltung
und verschiedenen Farben ausprobiert und geübt. nahebringen. Dabei werden ihre Sinne angeregt und
Kreativität und die Phantasie wird nicht nur durch Zusammenhänge in der Natur erlebt. Wichtig ist
gestalterische Angebote angeregt, sondern auch uns dabei auch andere Lebensräume, wie z.B. den
anhand von Rollenspielen, Erzählen von Geschichten, Wald, kennenzulernen. Ebenso bieten Spaziergänge
aktive Beteiligung im Bau- und Konstruktionsbereich im Freien den Kindern viele Naturerfahrungen.
usw. Die Jahreszeiten geben unzählige Möglichkeiten,
die Natur bewusst zu erleben, Früchte, Tiere, Blumen
Bewegungsbildung usw. kennenzulernen und ihre Lebensräume nicht zu
Im Kindergarten, wie in der Krippe, wollen wir dem zerstören. So wird der Umgang mit Müllvermeidung,
Bewegungsdrang der Kinder nachkommen, der Mülltrennung und Umweltschutz für die Kinder
für das allgemeine Lernen von größter Bedeutung nachvollziehbar.
ist. Bewegungsbaustellen im Flur, im Turnraum Kinder besitzen einen enormen Forschungs- und
oder im Garten ermöglichen es den Kindern, Experimentierdrang. Deshalb ist es wichtig, ihnen
11genügend Anreize zu geben, um Neues zu entdecken, Ernährungsbildung
vieles auszuprobieren und unterschiedliches Material Im Rahmen der häuslichen Beschäftigung wollen
zu nutzen (Sand, Linsen, Wasser, Kies, Knete, Becher wir bei den Kindern die Freude an den unter-
zum Schütten usw.). Sowohl im Zimmer, als auch schiedlichsten Lebensmitteln wecken und ihnen
in der Natur finden die Kinder unterschiedliche deren Zubereitung nahebringen. Beim gemeinsamen
Materialien (glatte, raue, harte, weiche usw.) und es Einkaufen und Zubereiten kann man die Freude an
gibt auch Tiere zu entdecken und zu beobachten. den Produkten wecken und den maßvollen Umgang
mit diesen erlernen. Im Kindergarten kochen
Medienbildung und backen wir regelmäßig zu den verschiedensten
Während einzelner Projekte sind die Kinder sehr Themen oder zu Festen und Feiern.
interessiert an unterschiedlichsten Medien, die
sie benutzen und ausprobieren dürfen, wie z.B.
Videoaufnahmen mit der Videokamera und dem KOMPETENZEN ZUM HANDELN
iPad, usw. IM SOZIALEN KONTEXT
Auch hier unterstützt und regt das pädagogische
Fachpersonal die Kinder in ihrem Tun an. In erster Linie geschehen Erfahrungen dieser Art
vornehmlich in und über Beziehungen: In der
Sozialraumorientierung Interaktion mit der pädagogischen Fachkraft, aber
Bei regelmäßigen Spaziergängen werden die auch in den Beziehungen der Kinder untereinander.
örtlichen Gegebenheiten bewusst erlebt und Mit dem Eintritt in den Elementarbereich macht
gleichzeitig das richtige Verhalten im Straßenverkehr das Kind erste Erfahrungen außerhalb der Familie.
eingeübt. Bei verschiedenen Exkursionen lernen Dies sind Bildungsorte, in denen Kinder in alters-
die Kinder unterschiedliche Berufsgruppen und geschlechtsgemischten Gruppen
und Einrichtungen kennen, z.B. Polizei, Feuerwehr, unterschiedlichste soziale Erfahrungen machen.
Bäckerei, Theater usw. Ihr Kind kann seine eigene Meinung und Gefühle
äußern, sich am gemeinsamen Tun freuen, kann
Gesundheitsbildung / Gesundheitsförderung teilen, beobachtet soziale Umgangsformen, lernt
Gesunde Ernährung ist uns ein großes Anliegen im den Anderen zu akzeptieren und zu tolerieren,
Kindergarten und in der Krippe. Aus diesem Grund übt Konflikte zu lösen und sich durchzusetzen, usw.
nehmen wir auch am Schulfruchtprogramm teil.
Somit haben die Kinder die Gelegenheit, jeden
Tag frisches Obst, Gemüse und Milchprodukte zu FREISPIEL
genießen. Alle Produkte sind aus biologischem
Anbau. Im Freispiel kann jedes Kind frei entscheiden, mit
Auch hygienische Maßnahmen werden mit den welchem Spielmaterial und an welchem Spielort
Kindern besprochen und in praktischen Übungen, es im Gruppenraum spielen möchte. (Puppenecke,
sowohl mit einzelnen Kindern, als auch mit einer Maltisch, Bauecke, Konstruktionsecke, Vorlesesofa…).
Kleingruppe, eingeübt (z.B. zum Thema Corona). Es kann wählen, sowohl alleine, als auch zu zweit
Bei der jährlichen Zahnputzaktion lernen die Kinder oder mit mehreren Kindern zusammen ein Spiel zu
die richtige und wichtige Pflege der Zähne kennen beginnen. Das Kind bestimmt den Zeitpunkt des
und auch den bewussten Umgang mit Speisen und Spielbeginns selbst und auch wie lange es in dem
Getränken. Spiel verweilen will. Wir lassen den Kindern im freien
Für uns pädagogische Fachkräfte gehört zur Spiel genügend Zeit für selbstbestimmtes Spielen.
Gesundheitsbildung auch ein achtsamer Umgang mit
dem eigenen Körper. Die Kinder beschäftigen sich „Die Kinder können spielen, spielen, spielen.“
mit uns zu folgenden Themen: „Was braucht mein Zitat von Astrid Lindgren.
Körper, um gesund zu bleiben – gesund zu werden?“,
„Was tut mir und meinem Körper gut?“, „Mein Körper Das Kind hat ein Recht auf ein zweckfreies Spiel.
gehört mir!“. Ziel ist es, den Kindern einen achtsamen Dies bedeutet, dass nicht bewusst immer
und verantwortungsvollen Umgang mit ihrem eine Förderung oder ein Bildungsziel verfolgt wird.
eigenen Körper zu vermitteln. Auch im Außenbereich des Kindergartens findet
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Gesundheits- Freispiel statt. Das Kind kann draußen frei und
bildung ist die feinfühlige Begleitung des Kindes selbständig entscheiden, wo, wann, mit wem, wie
in seiner individuellen Sauberkeitsentwicklung. und was es spielt.
12Während der Freispielzeit entscheidet es selbst, Das Beteiligen der Kinder bedeutet auch, die Ich-
nach seinem Hungergefühl, wann es Zeit zur Botschaften des einzelnen Kindes als wertvoll zu
Essenspause ist. Je nach eigenem Appetit isst das betrachten. Wir zeigen Respekt gegenüber den
Kind so viel es möchte. Empfindungen des Kindes und gehen in den Dialog,
Immer wieder findet bei besonderen Anlässen der geprägt von wertschätzender Kommunikation
(gemeinsame Feste, Geburtstage, …) eine und Haltung ist. So können die Kinder im
gemeinsame Mahlzeit für alle statt. geschützten Rahmen ihre Anliegen ansprechen. Die
Die Kinder haben morgens die Gelegenheit, bei den Kinder lernen dabei, sich selbstbewusst und angstfrei
Frühstücksvorbereitungen zu helfen und gerne selbst zu äußern. So können sie auch bei ihren kleinen
aktiv zu sein (Schneiden und Waschen von Obst Sorgen und Problemen individuelle Hilfe erhalten und
und Gemüse zum Brotzeiten, Müsli bereitstellen, eine Verbesserung herbeiführen. Jedes Kind erfährt
Eindecken, Abräumen und Spülen). somit eine gewisse Selbstwirksamkeit.
Sie übernehmen selbstverständlich dabei Aufgaben
des täglichen Lebens. Besonders wesentlich für die Entfaltung der
Beziehungsfähigkeit des Kindes ist das Spielen
Eine wichtige Aufgabe für das pädagogische in einer altersgemischten Gruppe. Von Anfang
Personal ist die Begleitung während des Freispiels. an braucht es eine verlässliche Bindung zu uns
Durch genaue Beobachtung der Kinder und der Erzieherinnen und eine vertraute, sicherheitsgebende
Interaktion mit den Kindern, ergeben sich neue Atmosphäre im täglichen Zusammenleben in der
Gestaltungsmöglichkeiten und Spielanlässe. Kindergruppe. In diesem liebevoll gestalteten Umfeld
Dazu gehört, mit den Kindern gemeinsam deren lernt es, Beziehungen zu jüngeren oder älteren
Lernumgebung zu gestalten. In Kinderkonferenzen Kindern einzugehen und sich in einer Gemeinschaft
werden Regeln und Grenzen besprochen und zu entfalten und weiterzuentwickeln.
gemeinsam festgelegt, die dann für alle Kinder
bindend sind. Dies gibt den Kindern einen Denn Kinder brauchen andere Kinder ganz
großzügigen Rahmen, in dem sie sich frei bewegen wesentlich, sie bereichern einander, sie lernen
können. voneinander und geben sich gegenseitig Impulse.
So knüpfen sie Freundschaften, pflegen diese und
Im Morgenkreis reflektieren wir gelegentlich, in übernehmen auch Verantwortung für andere. Sie
welchem Bereich oder in welcher Spielecke die lernen ihre Interessen einzubringen, die Bedürfnisse
beschlossenen Regeln verändert werden müssen. der anderen zu achten, mit Konflikten umzugehen,
Ideen und Vorschläge der Kinder für die gemeinsam nach Lösungen und Kompromissen
Freispielgestaltung werden gerne aufgegriffen und zu suchen, welche alle Beteiligten akzeptieren
mit Hilfe der Kinder umgesetzt (zusätzlich eine und als Gewinn empfinden. Sie nehmen Rücksicht
Verkleidungsecke, Friseurecke oder ein Kaufladen, aufeinander, üben sich im Teilen und helfen sich
Experimentierbereich, …). gegenseitig. Bei uns darf gestritten werden!
Sie erfahren im Gruppengespräch, dass ihre Meinung Wir leben mit den Kindern eine Streitkultur, in
erwünscht ist und ernstgenommen wird. Zudem der sich Menschen verbal auseinandersetzten. Im
werden sie aktiv in die Planung und Durchführung zwischenmenschlichen Miteinander wird es immer
von neuen Spielbereichen und Aktivitäten wieder zu Konflikten kommen. Wichtig dabei ist es,
einbezogen. Das Selbstwertgefühl der Kinder und die dem Anderen zuzuhören, seine eigene Position zu
Wahrnehmung der eigenen Mitverantwortung für das erläutern und sich gegebenenfalls nach einem Streit
Zusammenleben werden gestärkt. auch wieder zu versöhnen.
Wir leben mit den Kindern Partizipation. Die
Kinder werden von Anfang an, entsprechend Das Freispiel gibt Raum, die verschiedenen Kulturen
ihres Entwicklungstandes, an allen Fragen und der anderen Kinder kennenzulernen und zu
Entscheidungen, die das alltägliche Zusammenleben respektieren. So erleben sie die Vielfalt der Nationen
in der Gruppe betreffen, beteiligt. Bei der und deren religiösen Glaubensgemeinschaft als
Kinderkonferenz im Morgenkreis darf jedes einzelne Bereicherung.
Kind seine Erlebnisse und Erfahrungen einbringen, Im Spielen erkennen die Kinder die unterschiedlichen
seine Meinung äußern und tolerant gegenüber Eigenarten und Fähigkeiten ihrer Mitspieler und
den Meinungen anderer sein. Die Kinder lernen Mitspielerinnen. Dabei lernen sie, diese Individualität
demokratische Verfahren wie Abstimmung, Wahl und tolerant zu akzeptieren und wertzuschätzen. Dabei
freie Meinungsäußerung kennen. werden sie im Spiel von anderen Kindern mit anderen
13Meinungen und Verhaltensweisen konfrontiert. Wir die Kinder ausgiebig ausprobieren, forschen
sind ihnen ein positives Vorbild im Gelingen eines und experimentieren. Dadurch erweitern sie
friedlichen und harmonischen Zusammenlebens in ihren Horizont, z.B. über naturwissenschaftliche
der Gruppe, indem unsere Grundhaltung geprägt Zusammenhänge.
ist von Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung
gegenüber allen Kindern. Ausgerichtet auf das Ziel der ganzheitlichen
Besonders in Rollenspielen, bei den Als-ob-Spielen, Förderung im Freispiel wählen wir sorgfältig
üben sich die Kinder in guter Kommunikation zusätzliches Spiel- und Lernmaterial aus,
und Kooperation. Sie setzen Gesehenes aus der wie z.B. Knetmasse, Massagebälle, Materialien
Erwachsenenwelt in ihre eigene Welt um. Im Spiel wie Linsen, Sand, Naturmaterialien.
lebt das Kind seine positiven und negativen Gefühle
aus und lernt mit ihnen lebensnah umzugehen. Ganzheitlich meint das Lernen über Erfahren, Erleben
Wir geben ihnen Möglichkeiten, auch Geschichten und Handeln, sowie Lernen mit Körper, Geist und
oder Erlebnisse mit anregenden Requisiten zum Seele und mit allen Sinnen.
Verkleiden oder mit dem Einsatz von Handpuppen, Diese ganzheitliche Förderung geschieht im Freispiel
nachzuspielen. Wenn die beteiligten Kinder es spielerisch, dabei werden
wünschen, erhalten sie Gelegenheit, der Gruppe ihr der motorische, sprachliche, kognitive, emotionale,
Theaterstück vorzuspielen. Dies stärkt das Gefühl soziale, kreative und
der Gruppenzusammengehörigkeit. musische Bereich des Kindes angesprochen.
Das Freispiel trägt ganz entscheidend zur
In unserer Einrichtung achten wir die Würde und die Persönlichkeitsbildung bei.
Einzigartigkeit jedes Kindes. Wir sehen die Kinder als
Akteure ihrer Entwicklung und nehmen uns deshalb Wir sehen die Neugierde und die Wissbegierde des
auch die Zeit, die Kinder in der Freispielphase zu Kindes als wertvolle Eigenschaft an und unterstützen
beobachten. Denn im Freispiel sind die Kinder sie dabei, Interesse und Freude am lebenslangen Lernen
selbst, verstellen sich nicht und können von den zu entwickeln. Durch ansprechende Spielmaterialien
pädagogischen Fachkräften so beobachtet werden, werden die Konzentration und Ausdauer spielerisch
wie sie sind. gefördert.
Beobachten bedeutet das „Beachten“ jedes Bei Bedarf regen wir die Kinder im Freispiel zum
einzelnen Kindes. Diese Aufgabe erfordert von Spielen an, ermuntern und
uns Erzieherinnen ein interessiertes Hinsehen und ermutigen sie, begleiten sie in ihrem Tun und geben
Hinhören. Dabei werden die besonderen Fähigkeiten ihnen dazu Anregungen und Impulse, z.B. werden
und Interessen jedes einzelnen Kindes sichtbar. Die offene Arbeiten am Basteltisch angeboten. Die
Stärken und Talente, sowie aktuelle Themen, die das Kinder können frei wählen, ob sie teilnehmen oder
Kind bewegen, geben uns Anhaltspunkte, wie die nicht und sie entscheiden selbst, wie und was mit
anregende Lernumgebung zu gestalten ist. kostenlosem Verpackungsmaterial wie Pappröhren,
Klebestreifen, Verpackungschips, großen und kleinen
Die Kinder sollen sich im Kindergartenalltag ein Kartons gestaltet und gebastelt wird.
Bild von der Welt machen können und versuchen
herauszufinden, wie die Welt funktioniert: Das Freispiel wird im Vergleich zur gezielten
Wir stärken unsere Kinder für die Zukunft, die sich Beschäftigung häufig unterbewertet. Es wird
als „Forscherinnen“, „Künstler“, „Wissenschaftler“, dabei übersehen, wie wertvoll die Freispielzeit
„Philosophinnen“, die Welt aneignen, indem wir für die Kinder ist und welche hohe Qualifikation
inspirierende Lern- und Erfahrungsräume schaffen. und Einsatzbereitschaft sie gleichzeitig von den
Durch eine entsprechend anregende Raumgestaltung pädagogischen Fachkräften fordert.
im Freispiel z.B. Kreativwerkstatt, Werkbank,
Experimentierecke… regen wir die kindliche „Hilf mir es selbst zu tun“ (Maria Montessori)
Neugier an. In diesen Bildungsräumen können
14GEZIELTES ANGEBOT PARTIZIPATION / BETEILIGUNG
(mit Kindern Bildungsprozesse planen und
gestalten / Bildungsunterstützung durch die Seit 2019 beschäftigen wir uns noch bewusster und
pädagogischen Fachkräfte) intensiver mit der Beteiligung von Kindern in unserem
Kitaalltag. Kinder zu beteiligen ist ein Prozess, der
Neben dem Freispiel gibt es bei uns im gleichzeitig einen „Machtverzicht“ der pädagogischen
Kindergartenalltag einen weiteren Bereich: Fachkräfte mit sich bringt. Die Rolle der Erzieherin
Das gezielte Angebot. ist neu zu überdenken. Sie ist für die Kinder nicht
Es wird vom pädagogischen Personal vorbereitet mehr die alleinige „Bestimmerin“ (hat die Krone auf),
und durchgeführt. Dabei orientieren wir uns an dem sondern sie gibt einen Zacken der Krone an das Kind
jeweiligen Jahresthema, an der Jahreszeit, an Festen ab.
und Feiern und vor allem am Entwicklungsstand
und den Interessen des Kindes. In einer Kleingruppe Dieser Prozess schreitet in unserem pädagogischen
oder auch in der Gesamtgruppe erfährt das Team in unterschiedlicher Geschwindigkeit voran,
Kind Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. aber immer mit dem gemeinsamen Blick auf das
Gleichzeitig wird ihm neues Wissen vermittelt und Wohl des Kindes.
es vertieft seine vorhandenen Vorkenntnisse. Partizipation nimmt einen hohen Stellenwert in
unserem pädagogischen Alltag ein. Kinder lernen
Gezielte Angebote können sein: etwas über die Welt, wenn sie gehört und beteiligt
· Lieder einüben und singen werden.
· themenbezogene Gespräche Jedes Kind ist selbstbestimmt und hat seine eigene
· Bilderbuchbetrachtungen Meinung, die es frei äußern darf und die von der
· Sinnesübungen pädagogischen Fachkraft ernstgenommen wird.
· didaktische Spiele Jedem Kind wird aktiv zugehört und durch gezielte
· Experimente durchführen Fragestellungen der pädagogischen Fachkraft
· Rhythmik und Bewegungserziehung unterstützt.
· Kochen und Backen Die Kinder entscheiden selbstständig, wann sie ihre
· Umweltbegegnungen eigenen Bedürfnisse befriedigen.
· Exkursionen Wir vermeiden es, Kindern Entscheidungen und
Lösungen vorweg zu nehmen.
Bei all diesen Lern- und Bildungsanlässen ist es Die Kinder werden in alle Entscheidungen, die das
uns wichtig, die Kinder intensiv miteinzubeziehen Kind betreffen, miteinbezogen.
und partizipativ zu arbeiten. Kinder dürfen Wir ermuntern die Kinder sich zu beteiligen und sich
mitentscheiden, was und wie sie ihr Wissen eine eigene Meinung zu bilden. Die Meinungsbildung
erweitern wollen. Deshalb dürfen sie sich, anhand ist ein Prozess, der viel Feinfühligkeit und Geduld der
von unterschiedlichen Wahlmöglichkeiten, für ein Erwachsenen erfordert. Da es Kindern bei manchen
bestimmtes Thema entscheiden. Im situativen Themen an genügend Erfahrungen fehlt, müssen
Arbeiten hat das Kind die Möglichkeit, selbständig diese erst gemacht werden. Nur so sind Kinder in der
und begleitet von Erwachsenen, sein Wissen zu Lage, sich eine eigene Meinung zu bilden.
erweitern und Erfahrungen zu sammeln. Durch Die daraus folgenden Entscheidungen werden mit
Erfolgserlebnisse werden viele verschiedene den Kindern sowohl verbal, als auch nonverbal
Kompetenzen geübt. Das Kind bekommt den Antrieb getroffen. Bei der nonverbalen Wahl haben die
Neues auszuprobieren. Es lernt spielerisch, seinem Kinder verschiedene Möglichkeiten abzustimmen
Entwicklungsstand entsprechend, durch ständiges (zum Beispiel mit einem Stein und einem Symbol auf
Wiederholen. einer Bildkarte). Auf den Bildern sind verschiedene
Auswahlmöglichkeiten und den Stein dürfen die
Kinder dann zu ihrem ausgewählten Bild legen.
Solche Abstimmungen finden zu ganz verschiedenen
Anlässen, wie z.B. Laternengestaltung, Deko,
Sommerfest usw., statt.
Partizipation ist ein Kinderrecht; selbstbestimmt und
mitbestimmt zu handeln.
15„Partizipation heißt, Entscheidungen, die das geben ist eine wichtige Voraussetzung in unserer
eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft Gruppe. Dazu gehören Rhythmisierung zeitlicher
betreffen, zu teilen und gemeinsam Lösungen Abläufe (Rituale wie der Morgenkreis) und fester
für Probleme zu finden.“ Richard Schröder 1995 Regeln z.B. bei der Material- oder Raumnutzung.
Das Freispiel nimmt einen sehr großen Stellenwert
Partizipation ist ein wichtiger Teil unserer ein.
demokratischen Gesellschaft. Wir verstehen unsere Dabei schaffen wir Bildungsräume in unserem
Kita als eine Gesellschaft im Kleinen. Indem die Gruppenraum, in denen die Kinder ihre
Kinder demokratische Partizipation erleben, werden Kompetenzen entdecken. Diese helfen ihnen eine
sie motiviert sich für ihre Belange zu engagieren. Resilienz zu entwickeln, die Voraussetzung ist,
Demokratische Partizipation wird nicht willkürlich Herausforderungen des Lebens zu meistern.
gewährt und wieder entzogen, sondern ist ein
verlässliches Recht von Kindern. Unsere Bildungsräume:
· großzügig ausgestatte Kreativwerkstatt
Erwachsene und ihr Umgang miteinander sind mit vielen Materialien zum Experimentieren
stets Vorbild und Anregung für die Kinder. Deshalb · Werkbank
erfordert gelingende Partizipation der Kinder immer · Bewegungsbaustelle
auch die Partizipation der Eltern und des Teams · Ruheschaukel
bzw. Kollegiums. Aus der Kultur des gemeinsamen · Rollenspielecken (Verkleidungsecke, Friseurecke
Lernens und Entscheidens ergibt sich eine neue Rolle jeweils an die Bedürfnisse der Kinder angepasst)
und Haltung des pädagogischen Personals. (Aus: · Besondere Plätze bzw. Ecken mit spezifischem
„Bayerische Leitlinien für die Bildung und Erziehung Material zur Sinneswahrnehmung
von Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit“). (Linsenwanne, Massagematerial)
Deshalb verändert sich im Prozess der Partizipation · Montessori Material
auch die Teamarbeit. Es werden alle Kolleginnen · Bauecke zum Konstruieren
wertschätzend, ehrlich und offen miteinbezogen, · Wald als Bildungsraum
z.B. bei der Jahresplanung, der Fortbildungsauswahl, · Sozialräume (Marktbesuch, Erdbeerfeld,
der Gestaltung der Räume, usw. Das Miteinander Schlittschuh laufen, gemeinsames Kochen
im täglichen Austausch, in der Reflexion der Arbeit, und Backen, etc.), dabei ist uns auch wichtig,
ist Voraussetzung für Partizipation im Team. der Öffentlichkeit einen Einblick in die
Bei Differenzen wird gemeinsam nach Lösungen integrative Arbeit zu geben
gesucht. Es werden alle Meinungen gehört und alle · Regal mit zugänglichem Portfolio
Vorschläge miteinbezogen. Je nach persönlichen · Aktive Partizipation (in einer regelmäßigen
Fähigkeiten übernimmt jeder eine aktive Beteiligung Kinderkonferenz wird über die Aktionstage
im Kindergarten- und Krippenalltag. entschieden und abgestimmt, die Bedürfnisse
der Kinder aufgegriffen und umgesetzt)
INTEGRATIVE GRUPPE Ein weiterer wichtiger Aspekt in unserer Arbeit
ist das Entstehen eines „Wir–Gefühls“ innerhalb
Seit 2014 befindet sich in unserer Einrichtung eine der Gruppe. Die Regelkinder und die Kinder mit
integrative Gruppe. Dort werden insgesamt 15 erhöhtem Förderbedarf lernen im gezielten Handeln,
Kinder betreut, darunter 5 Kinder mit erhöhtem durch Rücksichtnahme, dass niemand aufgrund
Förderbedarf. Zum pädagogischen Personal zählen seiner Schwäche ausgegrenzt wird. Ein Beispiel:
zwei Erzieherinnen und eine Kinderpflegerin. Zu Beginn eines jeden neuen Kindergartenjahres
Mit unserer integrativen Gruppe möchten wir der übernehmen die Vorschulkinder Patenschaften für
Forderung der UN – Kinderrechtskonvention „Recht die neuen Kinder.
auf Zugang des Kindes mit einer Behinderung zu Jedes Kind wird hier ernst genommen, es wird
einem Bildungssystem, möglichst vollständige soziale respektiert - damit es sich wohl fühlt und Freude
Integration, individuelle Entfaltung, Förderung der am Zusammenleben hat.
kulturellen und geistigen Entwicklung“ nachkommen. Unsere Voraussetzung im Umgang miteinander
Mit unserem Grundsatz „So wie du bist, bist sind eine wertschätzende Kommunikation und
du genau richtig!“ orientieren wir uns an den viel sprachliche Begleitung im Spiel.
Bedürfnissen der Kinder in unserer Gruppe. Den Diese pädagogischen Grundsätze fließen in
Kindern Geborgenheit, Sicherheit und Orientierung unsere Planung mit ein. In der Zusammenarbeit
16mit Fachdiensten der Frühförderung erstellen wir ALLTAGSINTEGRIERTE SPRACHBILDUNG
individuelle Förderpläne und erarbeiten Methoden,
mit denen wir unsere Zielsetzungen erreichen Spracherziehung findet im täglichen Umgang in
möchten. sämtlichen Bereichen der Erziehung und Bildung
In der Interaktion mit dem Kind, wollen wir statt. All unser pädagogisches Handeln wird stetig
Kompetenzen des Kindes aktiv fördern und stärken. durch Sprache begleitet. Somit lernt das Kind, ob
Nach dem Prinzip „Stärken stärken“ und „Schwächen im Freispiel oder in der gezielten Beschäftigung,
schwächen“ möchten wir den Kindern Eigenschaften die Sprache als Kommunikationsmittel ebenso wie
und Fähigkeiten mit auf den Weg geben, sich aus Grammatik und Ausdruck.
eigener Kraft Rückschlägen und Herausforderungen Es gilt, die Sprechfreude der Kinder zu wecken!
zu stellen. Sie üben für sich selbst einzustehen und Dies kann durch verschiedenste Dinge geschehen.
zu wachsen. In der alltagsintegrierten Sprachförderung durch
unterschiedliche Spiele, Bücher, Geschichten oder
durch einfache Gespräche, die entstehen, wenn
ELEMENTARBILDUNG (VORSCHULERZIEHUNG) die Sprachförderkraft bzw. die Sprachfachkraft
aktiv zuhört. Unser Ziel ist es dabei, auch das
Elementarbildung bedeutet für uns, Ihre Kinder Selbstbewusstsein der einzelnen Kinder zu stärken,
während der gesamten Kindergartenzeit, denn wer sich traut zu sprechen, Sprache zu
alters- und entwicklungsangemessen auf die benutzen, kann selbstbewusst durchs Leben gehen.
Schule vorzubereiten. Kinder werden in ihren In Absprache mit dem Team und der jeweiligen
Kompetenzen gestärkt. Im Sinne der Bildungs- Gruppenleitung sind die Sprachfachkraft und
und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern die Sprachförderkraft in ein- bis zweiwöchigem
werden die Lern- und Entwicklungsprozesse Abstand in den Gruppen tätig. Durch Gespräche
Ihrer Kinder besprochen. Es kann mit dem pädagogischen Fachpersonal und durch
Bildungsunterstützung angeboten werden, durch Beobachtungen der Kinder entstehen partizipativ
z.B. Ergotherapie, Frühförderung, Logopädie, kleine Sprachprojekte, mit Blick auf einige
Erziehungsberatungsstelle, medizinische Fachstellen, „Grundpfeiler“ der Sprache, wie Reime, Sätze und
usw. Im letzten Kindergartenjahr Ihres Kindes planen Wörter, Silben, Anlaute erkennen, usw.
wir besondere Projekte, wie z.B. Theaterbesuch,
Übernachtung, Vorschulnachmittage, usw. Wichtig ist dabei immer: Was brauchen die Kinder,
was interessiert sie gerade, denn dann ist ihre
Motivation am Größten!
Nähere Ausführungen dazu finden Sie im Anhang:
“Wir sind Sprachkita!“
Für Kinder mit Migrationshintergrund bieten wir im
Alter von 3–5 Jahren einen Sprachkurs an. Dieser
findet zweimal in der Woche jeweils 30 Minuten statt
und wird vom Rotary Club Memmingen gefördert.
Außerdem beobachten und dokumentieren wir bei
allen Kindern zwei Jahre vor der Einschulung den
Sprachstand und dementsprechend werden die
Kinder bei uns gefördert und sprachlich unterstützt.
Im Vorschulalter findet für Kinder, die
Bildungsunterstützung benötigen, in der Schule bzw.
bei uns in der Einrichtung ein Vorkurs statt.
178
Zusammenarbeit
mit den Eltern
Eine Bildungs- und
Erziehungspartnerschaft
zum Wohle des Kindes
Eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen ist uns sehr mögliche Hilfestellungen, die es braucht zu
wichtig. Wir möchten jedes Kind in seiner gesamten erkennen und Lösungsmöglichkeiten zu finden.
Entwicklung individuell fördern. Dies kann nur durch Außerdem bieten wir Ihnen einmal im Jahr
einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch und ein Gespräch über den Entwicklungsstand Ihres
einen klaren Informationsfluss zwischen Eltern und Kindes an.
Erzieherinnen stattfinden.
3. Tür- und Angelgespräche
Das sind spontane kurze Gespräche, die sich oft beim
ELTERNGESPRÄCHE Bringen und Abholen ergeben und Einblicke über die
momentane Situation des Kindes zeigen. Diese sind
1. Aufnahmegespräch sehr wichtig, da auch Organisatorisches besprochen
Von Januar bis März findet die Anmeldung für wird. Außerdem werden Informationen über die
das kommende Kindergartenjahr statt. Die Befindlichkeit des Kindes weitergegeben.
Zusammenarbeit beginnt bereits mit der Anmeldung
des Kindes. Dort bekommen Sie erste Informationen
über die Einrichtung. Innerhalb dieses Zeitraumes HOSPITATIONEN
begrüßen wir Sie zu einem Tag der offenen Tür.
Dort haben Sie die Möglichkeit, die Einrichtung Durch einen Besuch in der Kindergartengruppe,
kennenzulernen und Sie erfahren, nach welchen können Sie den Alltag intensiv miterleben. So
pädagogischen Grundsätzen im Haus gearbeitet werden die Kinder aus einem anderen Blickwinkel
wird. Beim Aufnahmegespräch werden von Ihnen beobachtet, wodurch mehr Einblick und Verständnis
Informationen über Ihr Kind (Alter, Kinderarzt entstehen kann. Wir würden uns freuen, wenn
oder Kinderärztin, Geschwisterkonstellation, Sie diese Möglichkeit nutzen und hierfür einen
Besonderheiten u.a.) an die Einrichtung Besuchstermin vereinbaren.
weitergegeben.
2. Einzelgespräch ELTERNBRIEF
Während eines Einzelgespräches haben Sie und
die Erzieherin die Möglichkeit, sich Zeit zu nehmen. In regelmäßigen Abständen schreiben wir
Es wird dabei besprochen, wie sich Ihr Kind in Elternbriefe, die dem Jahreskreis entsprechen
der Gruppe entwickelt. Bei Bedarf können Sie gerne (z.B. Herbst, Weihnachten, Fasching, Ostern,
einen Gesprächstermin vereinbaren. Ziel dieser Frühling, Sommer). Sie als Eltern erhalten aktuelle
Gespräche ist es, die Position des Kindes in Informationen über unsere Arbeit, über Termine,
der Gruppe zu erläutern, aber auch gemeinsam Veranstaltungen und Aktionen.
18INFOWAND UND INFOSÄULE
Im Eingangsbereich des Kindergartens befindet 2. Thematische Elternabende
sich eine große Infowand. Dort können Sie Dort werden den Eltern Informationen zu
wichtige Termine und Informationen über Feste im bestimmten Themen (z.B. Vorschulerziehung,
Kindergarten, Terminänderungen, Kinderkrankheiten Sprachentwicklung) in Zusammenarbeit mit
(die gerade im Umlauf sind), Veranstaltungen Referenten und Fachkräften weitergegeben oder wir
außerhalb des Kindergartens oder Informationen bereiten in der Einrichtung einen gruppeneigenen
vom Elternbeirat entnehmen. Haben Sie wichtige bzw. gruppenübergreifenden Elternabend vor (z.B.
Informationen, die Sie weitergeben wollen, können einen adventlichen Elternabend).
Sie diese an der Infosäule anbringen.
ELTERNBEIRATSWAHL
INTERNETSEITE
Der Elternbeirat wird jedes Kindergartenjahr neu
www.kita.memmingen.de in geheimer Wahl von den Eltern gewählt. Der
Elternbeirat ist im BayKiBiG verankert. Die gewählten
Elternvertreterinnen und Elternvertreter stehen mit
GEMEINSAME AKTIVITÄTEN MIT FAMILIEN beratender Funktion zu Fragen der Organisation,
des Personals, der pädagogischen Arbeit und der
Durch diese Aktionen haben Sie die Möglichkeit, Elternarbeit dem Kindergartenteam zur Seite.
andere Eltern kennenzulernen. Je nach Jahresplanung Im Mitteresch - Kindergarten arbeitet der
(Jahresthema) können unterschiedliche Eltern-Kind Elternbeirat aktiv am Kindergartengeschehen mit.
Aktivitäten stattfinden, wie zum Beispiel: Unter anderem teilen sich der Elternbeirat und das
· Laternenumzug pädagogische Personal folgende Aufgaben:
· Elterntag
· Sommerfest PLANUNG UND ORGANISATION
· Eltern – Kind - Ausflug VON AKTIONEN UND PROJEKTEN
Kuchenverkauf
ELTERNBEFRAGUNG Der Elternbeirat organisiert jedes Jahr einen
Kuchenverkauf in einem Lebensmittelgeschäft. Von
Einmal im Kindergartenjahr findet für die Eltern dem Erlös werden größere Anschaffungen finanziert,
eine schriftliche, anonyme Meinungsumfrage statt. die den Kindern zu Gute kommen.
Diese wird vom Kindergartenteam ausgewertet und
reflektiert. Anhand dieser Befragung können wir Ihre Adventskranz binden
Meinung, aber auch Ihre Wünsche und Anregungen Zur Adventszeit bindet und schmückt der
annehmen und wenn möglich umsetzen. Elternbeirat für den Eingangsbereich jedes Jahr einen
Adventskranz.
ELTERNABENDE Skikurse
Ein speziell für Kindergartenkinder ausgerichteter
1. Informationsabend für neue Eltern Skikurs von einer Skischule wird angeboten. Die
Dieser soll den Eltern die Möglichkeit geben, die Kinder werden vom Kindergarten mit dem Bus
Einrichtung und das pädagogische Personal näher abgeholt und wieder zurückgebracht oder es werden
kennenzulernen. Es werden organisatorische Fragen Fahrgemeinschaften unter den Eltern gebildet.
beantwortet und Einblicke in die pädagogische
Arbeit gegeben.
19Sie können auch lesen