Post-Development: Fundamentalkritik der "Entwicklung"

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Geogr. Helv., 67, 133–138, 2012
www.geogr-helv.net/67/133/2012/
doi:10.5194/gh-67-133-2012
© Author(s) 2012. CC Attribution 3.0 License.

        Post-Development: Fundamentalkritik der Entwicklung“
                                               ”
                                                             A. Ziai
                  Universität Bonn, Zentrum für Entwicklungsforschung/Center for Development Research,
                                          Walter-Flex-Str. 3, 53113 Bonn, Germany

                                        Correspondence to: A. Ziai (ziai@uni-bonn.de)

        Zusammenfassung. The article presents the post-development school in development theory and deals with
        its basic lines of argument as well as with criticisms raised against the approach. Encountering these criticisms
        leads to a differentiation between a neo-populist and a sceptical variant of Post-Development. Subsequently the
        article discusses the theoretical position of the approach. Finally, the “alternatives to development” promoted
        here are dealt with and the conclusion argues that Post-Development has massive implications also for the
        North.

1   Einleitung                                                      2   Post-Development: Fundamentalkritik der
                                                                         Entwicklung“
                                                                        ”
Der in den 1980er Jahren vorwiegend im lateinamerika-
nischen Raum entstandene und von Ivan Illich inspirier-
                                                                    Das hervorstechende Merkmal von PD-Ansätzen ist ihre
te Post-Development Ansatz ist mittlerweile als entwick-
                                                                    grundlegende Ablehnung des Konstrukts der Entwicklung“
lungstheoretische Position anerkannt (Menzel, 2010:152f).                                                           ”
                                                                    wie auch der damit verbundenen Praxis. Dies qualifiziert
Doch was verbirgt sich überhaupt hinter dem Terminus Post-
                                                                    sie als Fundamentalkritik: PD kritisiert Entwicklungszusam-
Development? In diesem Beitrag soll der Post-Development
                                                                    menarbeit (EZ) nicht (wie üblich) aufgrund ihrer mangel-
(PD) Ansatz in Grundzügen vorgestellt und als Fundamen-
                                                                    haften Zielerreichung, sondern stellt sie grundlegend in Fra-
talkritik der Entwicklung“ charakterisiert werden. Dabei
              ”                                                     ge. Pointiert formuliert soll die EZ nicht verbessert, sondern
werden einige grundlegende Argumentationslinien des An-
                                                                    abgeschafft werden. Hierbei erstreckt sich die Kritik jedoch
satzes vorgestellt (Abschnitt 2). In diesem Kontext wird
                                                                    keineswegs nur auf die EZ im herkömmlichen Sinne, son-
anschließend auf verbreitete Kritikpunkte gegenüber dem
                                                                    dern auf jegliche Versuche der Übertragung des westlichen
PD eingegangen, die in eine Differenzierung zwischen neo-
                                                                    Gesellschaftmodells in den Süden. Entwicklung“ wird hier
populistischem und skeptischem PD münden (Abschnitt 3).                                                 ”
                                                                    als eine Ideologie des Westens verstanden, die eine Fortset-
Sodann wird eine theoretische Verortung des PD vorge-
                                                                    zung des Kolonialismus mit anderen Mitteln erlaubte (Rah-
nommen, (Abschnitt 4) und schließlich geht es auch um
                                                                    nema, 1997a:379).
die Alternativen zur Entwicklung“, die PD propagiert (Ab-
    ”                                                                  Eine Ideologie, oder in den Worten Estevas (1991:76) ein
schnitt 5).
                                                                     bösartiger Mythos“, sei Entwicklung“, weil das Konzept
   Als Vorbemerkung sei noch erwähnt, dass die Kürze des          ”                          ”
                                                                    den Menschen im Süden durch ihre Eingliederung in die ka-
vorliegenden Textes weder eine umfassende Darstellung der
                                                                    pitalistische Weltwirtschaft und die damit verknüpfte inter-
einzelnen Autor innen des PD und ihrer Unterschiede, noch
                                                                    nationale Arbeitsteilung eine Annäherung an den Lebens-
eine gründliche Aufarbeitung der wissenschaftlichen Diskus-
                                                                    standard der OECD-Welt versprochen habe. Faktisch ha-
sion zu PD erlaubt, und er daher eher als Überblicksdarstel-
                                                                    be diese Eingliederung jedoch nicht zur Verringerung, son-
lung gedacht ist (s. auch Ziai, 2004a, 2007).
                                                                    dern zur Vergrößerung der Kluft zwischen entwickelten“
                                                                                                                   ”
                                                                    und weniger entwickelten“ Ländern geführt (ebd.). Bis
                                                                          ”
                                                                    hierhin erscheint die Kritik starke Ähnlichkeit aufzuwei-
                                                                    sen mit altbekannten Argumentationen aus dem Umfeld von
                                                                    Dependenz- und Weltsystemtheorie, jedoch geht sie noch
                                                                    einen wichtigen Schritt weiter und zweifelt nicht nur an der

Published by Copernicus Publications for the Geographisch-Ethnographische Gesellschaft Zürich & Association Suisse de Géographie.
134                                                         A. Ziai: Post-Development: Fundamentalkritik der Entwicklung“
                                                                                                            ”

Erreichbarkeit, sondern an der Wünschbarkeit des universel-       Die Logik dieser konzeptuellen Operation ist unüberseh-
                                                                  ”
len Ziels einer industriellen Massenkonsumgesellschaft, wie       bar; nicht die Idee Entwicklung‘ wird aufgegeben, sondern
                                                                                      ’
in der folgenden Darstellung zentraler Argumentationslinien       ihr Zuständigkeitsbereich erweitert“ (Sachs, 1995:30). Durch
im PD noch deutlicher werden wird.                                die Fülle von unterschiedlichen oder sogar widersprüchli-
                                                                  chen Inhalten, die mit dem Begriff verknüpft worden seien,
                                                                  sei er jedoch zu einem schwammigen, qualligen, amöben-
3   Die Erfindung der Unterentwicklung“                                                                    ”
       ”                                                          gleichen Wort“ geworden: Wer es ausspricht, benennt gar
                                                                                               ”
                                                                  nichts, doch nimmt für sich alle guten Absichten dieser Welt
 Entwicklung“ und Unterentwicklung“ werden im PD als
”                     ”                                           in Anspruch“ (Sachs, ebd.).
Konstrukte begriffen, die historisch zu verorten und mit be-
                                                                     Andere PD-Autor innen haben darauf hingewiesen, dass
stimmten Interessen verknüpft sind. Obwohl sich die PD-
                                                                  durch diese begriffliche Unschärfe politische Interventio-
Autor innen der weit zurückreichenden Begriffsgeschichte
                                                                  nen wie die Unterstützung herrschender Regime entpoliti-
bewusst sind, wird der Beginn der Entwicklungsära“ mit
                                        ”                         siert (Ferguson, 1994) bzw. sogar gewaltförmige Maßnah-
der Nachkriegszeit Mitte des 20. Jahrhunderts und insbe-
                                                                  men (z.B. die Vertreibung von Menschen im Rahmen von In-
sondere mit der Antrittsrede von US-Präsident Truman 1949
                                                                  frastrukturprojekten) legitimiert worden sind (Nandy, 1995).
verknüpft. In dieser kündigte er angesichts des Elends in
den unterentwickelten Regionen“ ein Programm der Ent-
     ”
wicklungshilfe an, das Technologietransfer und Investitionen
beinhalten sollte. Esteva verweist in diesem Kontext nicht        5   Das Ende der Entwicklungsära
nur auf die kaum verhüllte Zielsetzung, dass es dabei v.a.
auch um die Bekämpfung des Kommunismus und die Gefahr
                                                                  Nun sei in den 1990er Jahren die Ära der Entwicklung“,
des Überlaufens unabhängig werdender Staaten ins soziali-                                                     ”
                                                                  die in der Nachkriegszeit begonnen habe, jedoch am Ende
stische Lager ging, sondern auch auf die Implikationen dieser
                                                                  angelangt, so die Diagnose des PD. Ihre These stützt sich da-
Klassifizierung im Hinblick auf Fragen der Identität und der
                                                                  bei auf folgende Argumente (vgl. Sachs, 1992): Erstens habe
möglichen Gesellschaftsentwürfe. Mit der Antrittsrede von
                                                                  die ökologische Problematik mehr als deutlich gemacht, dass
Truman, so Esteva (1992:7) wurde die Identität einer Mehr-
                                                                  die als entwickelt“ geltenden Industrieländer aufgrund ihres
heit der Weltbevölkerung als unterentwickelt“ und somit als              ”
                               ”                                  Ressourcenverbrauchs und ihrer Umweltverschmutzung kei-
rückständiges Spiegelbild einer Minderheit definiert.
                                                                  nesfalls als einzuholende Vorbilder gelten könnten – ihr Ge-
   Bei genauerem Hinsehen sind zwei Kritikpunkte zu unter-
                                                                  sellschaftsmodell sei schlicht nicht universalisierbar. Zwei-
scheiden: zum einen der westliche Maßstab, andere Gesell-
                                                                  tens sei mit dem Ende des Ost-West Konflikts die zentrale
schaften anhand ihres Bruttosozialprodukts als fortgeschrit-
                                                                  geopolitische Motivation für Entwicklungshilfe und das Ent-
ten oder rückständig zu klassifizieren. Dem liege ein ökono-
                                                                  wicklungsversprechen weggefallen. Dazu ist festzuhalten,
mistisches Denken zugrunde, das fälschlicherweise von der
                                                                  dass die Official Development Assistance (ODA) nach 1989
Unendlichkeit menschlicher Bedürfnisse und dementspre-
                                                                  tatsächlich deutlich gesunken ist. Seit 2000 ist im Rahmen
chend von der Notwendigkeit stetigen Wirtschaftswachs-
                                                                  der Millennium Development Goals (MDGs) jedoch wieder
tums ausgehe – und dabei unproduktiven“ Aktivitäten und
                             ”                                    ein moderater Aufschwung festzustellen. Als dritter Grund
Fähigkeiten einen Eigenwert abspreche (Esteva, 1992:16–
                                                                  wird angeführt, das Projekt der Entwicklung“ habe sich als
19). Zum anderen aber wendet sich die Kritik generell ge-                                           ”
                                                                  Fehlschlag erwiesen, da es keinesfalls zu einer Entwicklung
gen universelle Kriterien, anhand derer ganze Gesellschaften                                                      ”
                                                                  der unterentwickelten Regionen“ gekommen sei, die ökono-
als defizitär bezeichnet werden. Die Diagnose einer Lebens-
                                                                  mische Kluft zwischen den entsprechenden Ländern sei so-
weise als unterentwickelt“ unterwerfe die betroffenen Men-
           ”                                                      gar stetig gewachsen. Dies ist bis auf wenige Ausnahmen
schen einem Expertenwissen und nehme ihnen Eigenständig-
                                                                  zwar zutreffend, unterschlägt jedoch, dass es in den meisten
keit und Selbstbestimmung (Esteva, 1995:158–160).
                                                                  Ländern in den Entwicklungsdekaden zu einem deutlichen
                                                                  Anstieg der Lebenserwartung und einem Rückgang der Kin-
4    Entwicklung“ als Amöbe                                      dersterblichkeit gekommen ist. Schließlich wird im PD ange-
    ”
                                                                  merkt, dass dieses Scheitern auch nicht bedauernswert sei, da
Selbstverständlich wird auch im PD anerkannt, dass sich          der Erfolg dieses Projektes unweigerlich zu einer Verwestli-
der Entwicklungsbegriff im Laufe der Geschichte der Ent-          chung der Welt und einer globalen Monokultur geführt hätte.
wicklungspolitik durchaus gewandelt hat. Bestritten wird          Hierzu ist zu sagen, dass sich der globale Kapitalismus ei-
allerdings, dass diese Neudefinitionen zu substantiellen          nerseits als sehr anpassungsfähig im Hinblick auf kulturelle
Veränderungen geführt hätten. Vielmehr seien die Konzep-       Besonderheiten erwiesen hat (was der These widerspricht),
te ländlicher, grundbedürfnisorientierter, geschlechtersensi-   er andererseits natürlich auch Implikationen hat (hinsichtlich
bler, nachhaltiger oder partizipativer Entwicklung“ als Re-       Naturverhältnis, Warenproduktion und Lohnarbeit), die als
                                        ”
aktion auf das Scheitern bisheriger Strategien und zur Legiti-    kulturspezifisch interpretiert werden können (was ihr doch
mation der Fortführung von Entwicklungshilfe entstanden.         wieder eine gewisse Plausibilität verleiht).

Geogr. Helv., 67, 133–138, 2012                                                             www.geogr-helv.net/67/133/2012/
A. Ziai: Post-Development: Fundamentalkritik der Entwicklung“                                                               135
                                                ”

   Des weiteren sei festzustellen, so die PD-Argumentation,          dere wie Escobar (1995:170) und Marglin (1990:15) machen
dass immer mehr Menschen im Süden nach dem Scheitern                durchaus darauf aufmerksam, dass kulturelle Traditionen oft
                                                    ”
der Entwicklung“ Alternativen zu ihr praktizieren würden,           verdinglicht und als Unterdrückungsinstrumente eingesetzt
oft unter Rückgriff auf nichtwestliche kulturelle Traditionen.      werden.
Auf diese wird in einem späteren Abschnitt noch einzugehen              Schließlich ist dem PD-Paternalismus vorgeworfen wor-
sein.                                                                den: Den Menschen im Süden werde das Recht abge-
                                                                     sprochen, einen westlichen Lebensstil anzustreben und sich
                                                                     ganz orthodox für Wirtschaftswachstum und Industrialisie-
6   Kritik und zwei Varianten des Post-Development                   rung (und gegen die PD-Alternativen) zu entscheiden (Eriks-
                                                                     son Baaz, 1999:385; Peet und Hartwick, 1999:159). Auch
Der PD-Ansatz ist in der entwicklungstheoretischen Debat-            hier muss das Urteil zwiespältig ausfallen: Während Esteva
te vehement kritisiert worden. Vier der häufigsten Kritik-          und Rahnema tatsächlich eine Rückkehr zum einfachen Le-
punkte sollen hier skizziert und anhand von PD-Texten über-         ben in der Subsistenzgemeinschaft empfehlen, betonen Ban-
prüft werden (für eine ausführlichere Darstellung siehe Ziai,     uri (1990:96) und Marglin (1990:27) explizit, dass es ihnen
2004a).                                                              nicht zustehe, für Andere gesellschaftliche Zielvorstellungen
   Der erste Vorwurf lautet, PD romantisiere die als Alterna-        zu formulieren.
tiven angepriesenen lokalen Gemeinschaften und kulturellen               In der Summe sehen wir uns mit zwei Varianten des PD
Traditionen (z.B. Corbridge, 1998:145). Diese würden un-            konfrontiert: einer neo-populistischen, die das Recht auf kul-
ter Ausklammerung der dort bestehenden Machtverhältnisse            turelle Differenz und Autonomie gegen den westlichen Uni-
als egalitär und harmonisch verklärt. Tatsächlich ist eine sol-   versalismus und das Entwicklungsprojekt reklamiert, dabei
che Tendenz bei Esteva (1992) und Rahnema (1997b) fest-              aber potenziell reaktionäre politische Konsequenzen hat, da
stellbar, und Alvares (1992:150) spricht tatsächlich pauschal       die weisen‘ PD-Expert innen die wahren Bedürfnisse der
                                                                           ’
von einem Zustand der Friedfertigkeit und Harmonie im Hin-           Menschen kennen. Und einer gegenüber kulturellen Tradi-
blick auf vorkoloniale Gesellschaften im Süden. Anderer-            tionen skeptischen Variante, die das Recht auf kulturelle Dif-
seits weist Escobar (1995:188) die Annahme herrschaftsfrei-          ferenz und Autonomie gegen den westlichen Universalismus
er ursprünglicher Gemeinschaften explizit zurück, und Nan-         und das Entwicklungsprojekt, aber auch gegen jede andere
dy (1992:63) und Marglin (1990:12) weisen darauf hin, dass           Form von Entmündigung und Herrschaft propagiert, somit
in zahlreichen kulturellen Traditionen besonders Kinder und          also zu einer radikaldemokratischen Politik führt (und die
Frauen demütigenden und gewalttätigen Praktiken unterwor-          Entscheidung für oder gegen westliche Lebensweisen offen
fen werden. Dies kann kaum als Romantisierung gelten.                lässt).
   Weiterhin, so die Kritik, bleibe PD in einem binären Den-
ken gefangen und würde Entwicklung“ sowie die gesam-
                             ”
te westliche Moderne pauschal verdammen, ohne ihre po-               7   Theoretische Verortung
sitiven Aspekte zu berücksichtigen (Corbridge, 1998:144;
Kiely, 1999:44f). Dem mag man durchaus zustimmen,                    Die Kritik führt zu der Frage nach der theoretischen Veror-
wenn Rahnema (1997b:111) das Entwicklungsdenken als                  tung des PD. PD hat Entwicklung“ als einen eurozentri-
                                                                                             ”
 kulturelle Variante von AIDS“ oder Esteva und Pra-                  schen und herrschaftsförmigen Diskurs verworfen (und so
”
kash (1998:2) Modernisierung und die Moderne als Holo-               den Weg bereitet für viele ähnlich gelagerte, aber präziser
                                                           ”
caust“ und Gulag“ für Menschen aus nichtwestlichen Kultu-           und moderater argumentierende Analysen). Diese Charakte-
             ”
ren bezeichnen. Weniger plausibel wirkt der Vorwurf, wenn            risierung legt nahe, PD als postkolonialen Ansatz zu veror-
Rist (1997:224), Marglin (1990:26), Nandy (1988:11) und              ten. Viele Post-Development-Autoren verfahren diskursana-
Escobar (1995:218) betonen, dass es ihnen um Hybridisie-             lytisch, um aus postkolonialer Perspektive das Dispositiv der
rung und die kreative Aneignung von traditionellen und mo-           Entwicklung herauszuarbeiten.
dernen Elementen gehe.                                                  Tatsächlich sind PD und postkoloniale Studien in den
   Ein verwandter Vorwurf ist, der statische und relativisti-        1980ern eher unabhängig voneinander entstanden. Während
sche Kulturbegriff im PD (siehe dazu auch Hauck, 2007)               letztere v.a. anfangs stark von den Literaturwissenschaften
legitimiere Unterdrückungsverhältnisse und die Behauptung          geprägt waren, war PD zunächst von Ivan Illichs autono-
kultureller Differenzen zur Zurückweisung universeller Men-         mieorientierter Kritik der industriellen Gesellschaft inspi-
schenrechte. In der Tat sehen Esteva und Prakash (1998:118)          riert und entsprang einer praktischen Auseinandersetzung
das Konzept der Menschenrechte als unvereinbar mit zen-              mit der Entwicklungszusammenarbeit (Esteva, 1995). In bei-
tralen Ideen ihrer eigenen Kultur (argumentieren dabei aller-        den Theoriesträngen finden sich jedoch häufig Bezugnahmen
dings, dass in jeder Kultur Normen über menschliches Ver-           auf Foucault und bisweilen auf antikoloniale Intellektuelle
halten auffindbar seien), und Alvares (1992:159) kontrastiert        wie Gandhi und Fanon. Wenn wir mit der weiten Definition
oft essentialistisch die schädlichen Einflüsse aus dem We-         von Conrad und Randeria (2002:24) übereinstimmen, dass
sten mit den positiv konnotierten kulturellen Wurzeln. An-           das Anliegen postkolonialer Ansätze . . . in der Thematisie-
                                                                          ”

www.geogr-helv.net/67/133/2012/                                                                Geogr. Helv., 67, 133–138, 2012
136                                                          A. Ziai: Post-Development: Fundamentalkritik der Entwicklung“
                                                                                                             ”

rung des Fortbestehens und Nachwirkens einer Vielzahl von          logie kritisiert, deren Wohlstandsversprechen für den größten
Beziehungsmustern und Effekten kolonialer Herrschaft“ be-          Teil der Menschheit unerfüllt bleibt. Die Kritik an der Nich-
steht, dann können wir PD durchaus als einen auf Entwick-         terfüllung ist jedoch schwer zu vereinbaren mit der ande-
                                                      ”
lung“ fokussierten postkolonialen Ansatz ansehen.                  rerseits geübten Kritik an den ökonomistischen und euro-
   Die Fokussierung auf den Diskurs der Entwicklung“ hat           zentrischen Wohlstandskriterien. Offensichtlich ist jedoch,
                                             ”
oftmals zu einer Einordnung des PD als Foucault’sche Dis-          dass PD nicht generell sozialen Wandel ablehnt, der zu ei-
kursanalyse geführt (z.B. Storey, 2000:40). Damit verbunden       ner Verbesserung von Lebensverhältnissen führt (was viele
war gelegentlich der Vorwurf einer unzureichenden Berück-         heute auch als Entwicklung“ bezeichnen), sondern primär
                                                                                     ”
sichtigung von materiellen Strukturen und Akteuren (Velt-          das v.a. nach dem zweiten Weltkrieg einsetzende Entwick-
                                                                                                                       ”
meyer, 2001; Korf, 2004). Allerdings ist in der Debatte her-       lungsprojekt“ und den damit verknüpften Diskurs (Matt-
ausgearbeitet worden, dass im PD von einer theoretischen           hews, 2004:375f). Einen solchen positiven Wandel verbinden
und methodischen Orientierung an Foucaults Diskursanalyse          sie mit den Alternativen zur Entwicklung“.
                                                                                ”
nur sehr bedingt die Rede sein kann und PD besser als Ideo-
logiekritik zu beschreiben ist (Nederveen Pieterse, 2000:180;
Ziai, 2006 – für eine konsequentere Umsetzung siehe Brigg,        8   Alternativen zur Entwicklung“
                                                                                       ”
2002 oder Ziai, 2004b und 2011a).
   Die dieser Diagnose (u.a.) zugrundeliegende mangelnde           Einer der umstrittensten Punkte im PD sind die hier propa-
Reflexivität hinsichtlich der Perspektivität des eigenen Wis-    gierten Alternativen zur Entwicklung“. Während die PD-
                                                                            ”
sens führt im Extremfall sogar dazu, dass die Strukturen des      Autor innen die These vertreten, dass nach dem Ende der
                                                                                                                      ”
Entwicklungsdiskurses im PD reproduziert werden: Wenn              Entwicklungsära“ sich in sozialen Bewegungen und lokalen
wir mit durch die PD-Kritik geschärftem Blick die Struk-          Gemeinschaften im Süden Alternativen zum westlichen Ge-
turen des Entwicklungsdiskurses betrachten, dann lässt sich       sellschaftsmodell herausbilden würden, entgegnen viele ihrer
sein zentraler Mechanismus als ein universeller sozialtechno-      Kritiker innen, dass es den dortigen Akteuren gerade nicht
logischer Blick bezeichnen. Anhand eines universellen Maß-         um die Abkehr von, sondern um den Zugang zur westlichen
stabs werden bestimmte Gesellschaften als defizitär ( unter-      Moderne und ihrer Errungenschaften gehen würde (z.B. Sto-
                                                         ”
entwickelt“) identifiziert, und auf der Grundlage von uni-         rey, 2000:42).
versellem Expertenwissen werden ihnen bestimmte Inter-                Konzeptionell relevant ist in diesem Kontext v.a. die Fra-
ventionen zur Behebung dieser Defizite verordnet (Moder-           ge nach dem Unterschied zwischen alternativer Entwicklung
nisierung, Industrialisierung, Wirtschaftswachstum). Diese         und Alternativen zur Entwicklung. An dieser Stelle sei er
Kombination von Diagnose und Therapie erinnert an den              so definiert, dass es in ersterer um andere Wege zum glei-
 ärztlichen Blick“ (Foucault, 1988). Genau dieser ärztliche      chen Ziel (eine entwickelte“, säkular-aufgeklärte, liberal-
”                                                                                    ”
Blick erscheint jedoch auch im neo-populistischen PD selbst        kapitalistische, parlamentarisch-demokratische, technologi-
am Werk zu sein. Wenn Rahnema (1997b) Entwicklung“                 sierte und industrialisierte Gesellschaft nach dem Vorbild
                                                 ”
als sozio-kulturelle Variante von AIDS identifiziert, die das      Nordamerikas oder Westeuropas), in letzteren aber um ein
Immunsystem vernakulärer Gemeinschaften mit dem Virus             anderes Ziel geht. Dieses andere Ziel soll durch Praktiken
des Homo Oeconomicus infiziert, dann liegt implizit eben-          erreicht werden, die auf die Wiederaneignung der Politik ge-
falls ein universeller Maßstab und eine diagnostische und          genüber dem Staat und den Parteien, die Wiederaneignung
therapeutische Expertenkompetenz vor. Nur, dass hier eine          der Ökonomie gegenüber dem Weltmarkt und die Wiederan-
Umkehrung der konkreten Werte und Urteile vorgenommen              eignung des Wissens gegenüber der Wissenschaft abzielen.
wird: Die Industriegesellschaften erscheinen als krank, tra-          Als Beispiele für solche Alternativen verweisen die PD-
ditionelle Subsistenzgemeinschaften jedoch als universelles        Autor innen auf die Prozesse der Selbstorganisation schwar-
Vorbild.                                                           zer Gemeinschaften in Kolumbien (Escobar, 2008) oder dörf-
   Dabei ist die Empörung über solche abwertenden Zu-            licher Gemeinschaften auf den Philippinen (Gibson-Graham,
schreibungen und die Ablehnung darauf aufbauender sozi-            2005) oder von Stadtteilen in Mexico-City (Esteva, 1995) (zu
altechnologischer Interventionen im Namen der ”Entwick-            weiteren Beispielen siehe Latouche, 1993; Rahnema, 1997a;
lung” ein zentrales Merkmal des PD. Nederveen Pieter-              Esteva und Prakash, 1998; Curry, 2003). Das am häufigsten
se (2000:182) bezeichnet dies als anti-managerialism“ und          genannte Beispiel sind jedoch die zapatistischen indigenen
                                    ”
verortet den Ansatz folgerichtig als anti-autoritär und anar-     Gemeinden in Chiapas (Mexiko), die sich seit 1994 im Auf-
chistisch geprägt. Das erwähnte Beispiel von Rahnema of-         stand gegen die Regierung befinden.
fenbart jedoch die Widersprüche des neo-populistischen PD,           Diese Gemeinden haben in Abgrenzung zum mexikani-
die ja auch in einer größeren Tradition der Linken zu finden      schen Staat tatsächlich in vielen Bereichen autonome Struk-
sind: die einer Herrschaftskritik, die selbst herrschaftsförmi-   turen aufgebaut: Schulen, in denen der Unterricht in indige-
ge Züge trägt.                                                   ner Sprache stattfindet und eine lebensnahe, weniger akade-
   Die Widersprüchlichkeit der PD-Fundamentalkritik zeigt         mische Bildung vermittelt wird. Kooperativen, in denen kol-
sich auch daran, dass sie einerseits Entwicklung“ als Ideo-        lektiv für den Eigenbedarf produziert wird, z.T. auf Land,
                                      ”

Geogr. Helv., 67, 133–138, 2012                                                              www.geogr-helv.net/67/133/2012/
A. Ziai: Post-Development: Fundamentalkritik der Entwicklung“                                                                    137
                                                ”

das zuvor besetzt wurde, und eine eigene Gesundheitsver-           ge von Expertenwissen vermeintlich demokratische Regie-
sorgung, die primär mit Gesundheitspromotor innen arbei-          rungen Infrastrukturprojekte gegen den ausdrücklichen Wil-
tet und auf indigener Heilkunde und einem ganzheitlichen           len der betroffenen Bevölkerung durchgesetzt werden, dann
Verständnis beruht. Sogenannte Räte der guten Regierung“         werden gewisse Parallelen deutlich zwischen z.B. dem Belo-
                                   ”
mit basisdemokratischen Entscheidungsprozessen, bei denen          Monte-Staudammprojekt in Brasilien und Stuttgart 21 – nur
politische Ämter an ein imperatives Mandat gebunden und           dass hierzulande nicht im Namen der nationalen Entwick-
                                                                                                         ”
unentgeltlich sind und zudem rotieren, und erfolgreicher Wi-       lung“ argumentiert wird, sondern im Namen des Wirtschafts-
derstand gegen Großgrundbesitzer und transnationale Kon-           standorts.
zerne – und all dies unter den Bedingungen von Repression
und Kooptationsversuchen durch die Regierung.
   Diese Autonomie ist keineswegs frei von Ambivalenzen:           Literatur
Bei schweren Fällen wird doch auf die staatlichen Kran-
kenhäuser zurückgegriffen, wirtschaftliche Unterstützung        Alvares, C.: Science, Development and Violence. The Revolt
von außen z.B. durch international vertriebenen Kaffee spielt         against Modernity, Oxford University Press, Delhi, 1992.
durchaus eine Rolle, die Frauenbewegung kämpft immer              Banuri, T.: Modernization and its Discontents: A Critical Perspec-
                                                                      tive on the Theories of Development, in: Dominating Knowled-
noch gegen patriarchale Strukturen, und die Migration in die
                                                                      ge: Development, Culture and Resistance, Herausgeber: Apffel-
USA scheint für manche Jugendliche erstrebenswerter als              Marglin, F. und Marglin, S., Oxford, 73–101, 1990.
das Leben in den autonomen zapatistischen Gemeinden (Mo-           Brigg, M.: Post-development, Foucault, and the Colonisation Meta-
ser, 2009; Kerkeling, 2006; Munoz Ramı́rez, 2003). Dennoch            phor, Third World Q., 23, 421–436, 2002.
liefern die – hier aus Platzgründen nur angedeuteten Beispie-     Conrad, S. und Randeria, S. (Herausgeber): Jenseits des Eurozen-
le – hinreichend Belege dafür, dass die Post-Development-            trismus. Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kul-
Alternativen keineswegs unrealistisch und zum Scheitern               turwissenschaften, Campus, Frankfurt a.M., 2002.
verurteilt sein müssen, dass andere Welten durchaus möglich      Corbridge, S.: “Beneath the Pavement only Soil”: The Poverty of
sind. An PD anknüpfend ließe sich im Hinblick auf entspre-           Post-Development, J. Dev. Stud., 34, 138–148, 1998.
chende Probleme bzw. Ziele hier der Vorschlag formulieren,         Curry, G.: Moving Beyond Postdevelopment: Facilitating Indige-
anstelle von Entwicklung“ z.B. von globalen Ungleichheits-            nous Alternatives for “Development”, Econ. Geogr., 79, 405–
              ”                                                       423, 2003.
verhältnissen bzw. Gerechtigkeit oder einem guten Leben“
                                               ”                   Eriksson Baaz, M.: Culture and the Eurocentrism of Development:
zu sprechen (Hacker, 2011; Fatheuer, 2011; Ziai, 2011b).              The Noble Third World versus the Ignoble West and Beyond, J.
                                                                      Int. Rel. Dev., 2, 380–390, 1999.
                                                                   Escobar, A.: Encountering Development. The Making and Unma-
9   Ausblick                                                          king of the Third World, Princeton University Press, Princeton,
                                                                      1995.
PD lässt sich, so das Fazit der obigen Ausführungen, als wi-     Escobar, A.: Territories of Difference: Place, Movements, Life, Re-
dersprüchliche anti-autoritäre und anti-eurozentrische, post-       des, Duke University Press, Durham and London, 2008.
koloniale Kritik am Entwicklungsdiskurs und damit ver-             Esteva, G.: Preventing Green Redevelopment, Development – Jour-
knüpften Praktiken und Machtverhältnissen begreifen. Die            nal of SID, 1991, 74–78, 1991.
skeptische Variante bietet darüber hinaus wichtige Anregun-       Esteva, G.: Development, in: The Development Dictionary. A Guide
                                                                      to Knowledge as Power, Herausgeber: Sachs, W., London, 6–25,
gen für radikaldemokratische Alternativen jenseits des Be-
                                                                      1992.
stehenden.                                                         Esteva, G.: FIESTA – jenseits von Entwicklung, Hilfe und Politik,
   Konsequent zu Ende gedacht, beziehen sich diese Anre-              Brandes & Apsel, Frankfurt a.M., 1995.
gungen nicht nur auf den Süden: Die PD-Kritik bezieht sich        Esteva, G. und Prakash, M. S.: Grassroots Post-Modernism. Rema-
nicht nur auf die EZ, sondern stellt implizit oder explizit auch      king the Soil of Cultures, Zed Books, London, 1998.
Kapitalismus, Staat und Wissenschaft in Frage, zumindest           Fatheuer, T.: Buen Vivir. Eine kurze Einführung in Lateinamerikas
in ihrer vorherrschenden Ausprägung. Wie sähe eine Welt-            neue Konzepte zum guten Leben und zu den Rechten der Natur,
wirtschaft aus, in der zunächst für die lokalen Bedürfnis-         Heinrich-Böll-Stiftung, Schriften zur Ökologie Bd. 17, available
se produziert wird? Eine Technologie, die wirklich für Alle          at: http://www.boell.de/downloads/Endf Buen Vivir.pdf, 2011.
zugänglich und nicht auf die Ausbeutung von Mensch und            Ferguson, J.: The Anti-Politics Machine. “Development”, Depoliti-
Natur angewiesen ist? Eine Politik, in der die Souveränität         cization and Bureaucratic Power in Lesotho, University of Min-
                                                                      nesota Press, Minneapolis, 1994.
der Beherrschten in höherem Maße verwirklicht ist als in
                                                                   Foucault, M.: Die Geburt der Klinik. Eine Archäologie des ärztli-
derzeit existierenden politischen Systemen? PD bietet hier
                                                                      chen Blicks, Suhrkamp, Frankfurt a.M., 1988.
keine gänzlich überzeugenden, fertigen Lösungen, aber wirft     Gibson-Graham, J. K.: Surplus possibilities. Post-development and
(erneut) Fragen auf, die auch für Gesellschaften im Norden           community economies, Singapore J. Trop. Geo., 26, 4–26, 2005.
zentral sind (vgl. auch Habermann und Ziai, 2007). Und be-         Habermann, F. und Ziai, A.: Development, internationalism and
stimmte im PD kritisierte Muster sind uns aus einer ande-             social movements. A view from the North, in: Exploring Post-
ren Perspektive durchaus vertraut: Wenn auf der Grundla-              Development. Theory and Practice, Problems and Perspectives,

www.geogr-helv.net/67/133/2012/                                                                 Geogr. Helv., 67, 133–138, 2012
138                                                             A. Ziai: Post-Development: Fundamentalkritik der Entwicklung“
                                                                                                                ”

  Herausgeber: Ziai, A., Routledge, London, 212–225, 2007.            Peet, R. und Hartwick, E.: Theories of Development, Guilford
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            ”
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  Der Mythos von der kulturellen Gemeinschaft“ in Postdeve-              V., Zed Books, London, 377–403, 1997a.
                          ”
  lopmentalismus und Kommunitarismus, Leviathan, 36, 576–589,         Rahnema, M.: Development and the People’s Immune System: The
  2007.                                                                  Story of another Variety of AIDS, in: The Post-Development
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