Prävention und Therapie des pädiatrischen Emergence Delir

 
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Prävention und Therapie des pädiatrischen Emergence Delir
Leitlinien und Empfehlungen                    Sonderbeiträge445

                                                            Guidelines and Recommendations               Special Articles

                              German guideline for prevention and therapy of                             S2e-Leitlinie:
                                              paediatric emergence delirium
                                                                                                         Prävention und Therapie
                        S. Ghamari · C. Höhne · K. Becke · C. Eich · S. Kramer · A. Hoeft ·
                                                            J. Wermelt · R. K. Ellerkmann
                                                                                                         des pädiatrischen
                                                                                                         Emergence Delir*

  Zitierweise: Ghamari S, Höhne C, Becke K, Eich C, Kramer S, Hoeft A et al: Prävention und Therapie
    des pädiatrischen Emergence Delir. Anästh Intensivmed 2019;60:445–455. DOI: 10.19224/ai2019.445

                                                       Präambel                                          kritischen Evidenzbewertung mit wis­   -
                                                                                                         senschaftlichen Methoden. Die metho-
                                                       Die vorliegende Leitlinie befasst sich
                                                                                                         dische Vorgehensweise des Leitlinien­
                                                       mit der Prävention und der Therapie des
                                                                                                         entwicklungsprozesses entspricht den
                                                       pädiatrischen Emergence Delir und der
                                                                                                         Anforderungen an eine evidenzbasierte
                                                       Abgrenzung zur Emergence Agitation.
                                                                                                         (S2e-) Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft
                                                       Diese Empfehlungen basieren auf einer
                                                                                                         der Wissenschaftlichen Medizinischen
                                                       systematischen Literaturrecherche, loka-
                                                                                                         Fachgesellschaften e.V. (AWMF).
                                                       len SOPs sowie der klinischen Erfahrung
                                                       ausgewiesener Kinderanästhesisten un-             Die Erstellung der Leitlinie erfolgte in
                                                       terschiedlicher Zentren. Die vorliegende          folgenden Schritten:
                                                       Leitlinie entspricht einem Konsens, der           1. Definition der Suchbegriffe zu allen
                                                       im Wissenschaftlichen Arbeitskreis Kin-              Themenschwerpunkten und Festle-
                                                       deranästhesie (WAKKA) der Deutschen                  gung der relevanten Datenbanken
                                                       Gesellschaft für Anästhesiologie und              2. Systematische Recherche der wis-
                                                       In­
                                                         tensivmedizin e.V. (DGAI) erarbeitet               senschaftlichen Literatur, aber auch
                                                       wurde.                                               Suche nach bereits verfügbaren
                                                                                                            Standardleitlinien, Empfehlungen
                                                       Preamble                                             und Expertenmeinungen
                                                       This evidence-based guideline is con-             3. Evaluation dieser Publikationen nach
                                                       cerned with the prevention and therapy               Evidenzkriterien des Oxford Centre
                                                       of paediatric emergence delirium and                 for Evidence-based Medicine (Levels
                                                       the delimitation of emergence agitation.             of Evidence 2009; http://www.cebm.
* AWMF-Reg. Nr. 001–035                                These recommendations are based on a                 net/index.aspx?o=1025, Stand 04.04.
  Beschluss des Engeren Präsidiums der                                                                      2016)
  DGAI vom 09.11.2016.
                                                       systematic literature research, local SOPs
                                                       and clinical experience of designated             4. Konsensusverfahren, organisatori-
                                                       paediatric anaesthesiologists from vari-             scher und methodischer Ablauf der
 Schlüsselwörter
                                                       ous centers. This guideline corresponds              Leitlinienerstellung
 Kinderanästhesie – Emer-
 gence Delir – Prävention des                          to a consensus that was developed in              Die Textversion dieser Leitlinie wurde
 pädiatrischen Emergence Delir                         the Scientific Working Group of Paediat-          durch die Redaktionsgruppe unter Be­   -
 – evidenzbasierte Leitlinie –                         ric Anaesthesia (WAKKA) of the German             rücksichtigung der aktuellen Literatur
 pädED                                                 Society of Anaesthesiology and Intensive          erstellt. Die Leitlinienerstellung wurde
                                                       Care Medicine (DGAI).                             durch Frau Dr. Cathleen Muche-Borowski
 Keywords
                                                                                                         (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaft-
 Paediatric Anaesthesia –
                                                                                                         lichen Medizinischen Fachgesellschaf-
 Emergence Delirium – Preven-                           Erstellungsprozess
                                                                                                         ten e.V., AWMF) methodisch begleitet.
 tion of Paediatric Emergence
                                                       Der Erstellungsprozess dieser Leitlinie           Die organisatorischen Vorbereitungen
 Delirium – Evidence-based
                                                       basiert auf einer systematischen Litera-          begannen im November 2015. Die Lite­
 Guideline – paedED
                                                       turrecherche sowie der anschließenden             raturrecherche und Literaturbewertung

© Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
446                   Sonderbeiträge          Leitlinien und Empfehlungen

                           Special Articles    Guidelines and Recommendations

   erfolgte bis zum 04.04.2016. In meh-        ausgeschlossen werden. Schließlich                tigte sowohl Wirksamkeitsaspekte mit
   reren Konsensuskonferenzen zwischen         wurden 121 Referenzen in die Analyse              Berücksichtigung der Evidenzlage als
   Juni 2014 und März 2016 wurden die          eingeschlossen. Die verwendeten Quel­             auch unter anderem die Aspekte der Si-
   Kernaussagen und Empfehlungen mit           len und Zitierungen sind am Ende der              cherheit, Praktikabilität und das Kosten/
   der gesamten Leitliniengruppe abge-         Leitlinie im Literaturverzeichnis aufge-          Nutzen-Verhältnis.
   stimmt. Die redaktionelle Überarbeitung     führt. Einige Empfehlungen, die keine             Graduierung von Empfehlungen wurden
   des Volltextes, der evidenzbasierten Em-    ausreichende wissenschaftliche Evidenz            wie folgt definiert:
   pfehlungen und der Algorithmen nach         hatten, jedoch durch den Konsens der
   den Konsensuskonferenzen erfolgte bis       Expertenkommission im Rahmen der                   In Anlehnung an http://www.awmf.org/leitli-
   April 2016 durch die Redaktionsgruppen-     klinischen Bedeutung für wichtig er-               nien/awmf-regelwerk/ll-entwicklung/awmf-
                                               achtet wurden, sind ebenfalls mit in die           regelwerk-03-leitlinienentwicklung/ll-ent-
   mitglieder Herrn Dr. Shahab Ghamari
                                                                                                  wicklung-graduierung-der-empfehlungen
   und Herrn Professor Dr. Richard Ellerk-     Leitlinie aufgenommen worden. Zudem                html (Stand: 19.02.2016).
   mann. Ergänzungen der Literaturliste        fanden relevante Arbeiten Eingang in
   wurden noch bis zum 04.04.2016 be-          die Leitlinie, welche von den Experten              Empfeh- Beschreibung      Formulierung
                                                                                                   lungsgrad
   rücksichtigt. Die vollständige Dokumen-     nachbenannt wurden.
                                                                                                   A         starke          soll / soll nicht
   tation der einzelnen Schritte des Kon-
                                                                                                             Empfehlung
   sensusprozesses ist bei dem Leitlinien-     Evidenz- und Empfehlungsgrad-                       B         Empfehlung      sollte /
   koordinator hinterlegt. Die Abstimmungs-
                                               schema                                                                        sollte nicht
   ergebnisse wurden von der Redaktions-
                                                                                                   0         offene          kann erwogen
   gruppe in den Text eingearbeitet und        Evidenzgrade wurden wie folgt definiert:                      Empfehlung      werden / kann
   allen Mitgliedern zur Diskussion in                                                                                       verzichtet
   einem erneuten Delphi-Verfahren zur          In Anlehnung an Oxford Centre for Evidence-                                  werden
   Verfügung gestellt.                          based Medicine (Levels of Evidence 2009),
                                                http://www.cebm.net/index.aspx?o=1025
                                                (Stand: 04.04.2016).                             Die Empfehlungsgrade wurden unter
   Auswahl der Literatur                         Stufe   Evidenz-Typ                             Berücksichtigung der nun folgenden
                                                                                                 Aspekte erstellt.
   Es wurde eine umfangreiche Literatur­         IA      wenigstens ein systematischer
   recherche anhand vorformulierter                      Review auf der Basis methodisch         Im Vordergrund standen hierbei die
                                                         hochwertiger kontrollierter,            ethischen Verpflichtungen, die Patienten­
   Schlüsselwörter durchgeführt. Die Suche               randomisierter Studien (RCTs)
   erfolgte primär über Medline und wurde                                                        präferenzen, die Konsistenz der Stu-
                                                 IB      wenigstens ein ausreichend
   durch die Suche über das Deutsche                                                             dienergebnisse als auch die klinische
                                                         großer, methodisch hochwertiger
   Institut für Medizinische Dokumentation               RCT                                     Relevanz (Eignung der Effektivitätsmaße
   und Information (DIMDI) ergänzt. In der                                                       der Studie für die verschiedenen Berei-
                                                 IIA     wenigstens eine hochwertige
   DIMDI-Suchmaske sind neben Med-                       Studie ohne Randomisierung              che der Kinderanästhesie, Relevanz der
   line- auch die Embase- und Cochrane-          IIB     wenigstens eine hochwertige
                                                                                                 Kontrollgruppen). Weiterhin wurde das
   Datenbanken enthalten. Untersucht                     Studie eines anderen Typs               Verhältnis zwischen erwünschten und
   wurden sämtliche in den Datenbanken                   quasi-experimenteller Studien           unerwünschten Behandlungsergebnis-
   publizierte Arbeiten. Im Rahmen der           III     mehr als eine methodisch                sen, die pathophysiologischen und kli-
                                                         hochwertige nichtexperimentelle         nischen Plausibilitäten als auch die An-
   Recherche (Januar 1960 – April 2016)                  Studie
   wurden anhand der Suchbegriffe 316 Ar-                                                        wendbarkeit auf die Patientenzielgruppe
                                                 IV      Meinungen und Überzeugungen             berücksichtigt. Schließlich wurden die
   beiten identifiziert. Berücksichtigt wur-             von angesehenen Autoritäten (aus
   den nur deutsche oder englischsprachige               klinischer Erfahrung); Experten-
                                                                                                 Umsetzbarkeit in den ärztlichen Alltag
   Publikationen. Der Schwerpunkt lag auf                kommissionen; beschreibende             in Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Res-
   Arbeiten, welche sich mit pädiatrischen               Studien                                 sourcenbedarf und -verbrauch und die
   Patienten befassten. Die Selektion des                                                        Schnittstellen zwischen den einzelnen
   Literatursuchergebnisses erfolgte mit       In der Regel bestimmt der Evidenzgrad             Leistungserbringern berücksichtigt.
   Schwerpunkt auf kontrollierten Studien,     den Empfehlungsgrad, d.h. eine Empfeh-
   systematischen Übersichtsarbeiten, Meta-    lung mit einem mittleren Evidenzgrad              Erläuterungen zu den Empfeh-
   Analysen, Fallserien und Fallberichten.     würde auch zu einem mittleren Empfeh-             lungen des Leitlinienentwurfes
   Nach Sichtung der Abstracts, Ausschluss     lungsgrad führen. Auf Grund der weiter
   von Duplikaten in DIMDI versus Med-         unten genannten Aspekte kann es jedoch            Die Einstufung der Leitlinienempfeh-
   line, Überprüfung der Relevanz und          gelegentlich zu einem begründeten Auf-            lungen erfolgt auf der Basis der best-
   nach Lektüre der Volltexte mussten wei-     oder Abwerten des Empfehlungsgrades               verfügbaren Evidenz (Evidenzgrad) und
   tere Studien aufgrund fehlender Rele-       gegenüber dem Evidenzgrad kommen.                 der klinischen Beurteilung im formalen
   vanz oder mangelhaftem Studiendesign        Die Stärke der Empfehlung berücksich-             Konsensusverfahren (Empfehlungsgrad).

                                                                             © Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
Leitlinien und Empfehlungen                    Sonderbeiträge447

                                                   Guidelines and Recommendations                Special Articles

Die Gründe für ein Abweichen des                                                                 ten verfügbaren Evidenz anhand einer
                                                Finanzierung der Leitlinienerstel-
Empfehlungsgrades vom Evidenzgrad                                                                systematischen Literaturrecherche durch
können sich aus ethischen Erwägungen,           lung / Interessenkonflikt                        die Redaktionsgruppe. Die überarbeite-
klinischer Relevanz, Abwägung von              Die vorliegende Leitlinie wurde durch             ten Kernaussagen werden im Rahmen
Nutzen und Risiken, Nebenwirkungen             die Autoren der Leitlinie auf freiwilliger        des geplanten Aktualisierungsverfahrens
sowie der Anwendbarkeit der unter-             Basis und ohne finanzielle Unter-                 veröffentlicht.
suchten Interventionen in der Breite           stützung erstellt. Jedes Mitglied der
und Berücksichtigung von Konsistenz            Leitlinien-Entwicklungsgruppe hat das             Definition
und Effektstärke der Studienergebnisse         Formular zur Darlegung der Interessen-
ergeben. Empfehlungen, für welche die                                                            Das pädiatrische Emergence Delir
                                               konflikte seitens der AWMF erhalten
verfügbare externe Evidenz nicht ausrei-                                                         (pädED) ist nicht klar definiert. Aufgrund
                                               und unabhängig mit bestem Wissen
chend bis nicht vorhanden ist, die aber                                                          einer Vielzahl verwendeter Messin­
                                               und Gewissen ausgefüllt. Hierbei sind,
erfahrungsgemäß für den klinischen Ab-                                                           strumente sowie der zum Teil synonym
                                               soweit vorhanden, verschiedenste be-
lauf unabdingbar sind, können trotzdem                                                           verwendeten Begriffe „Emergence
                                               rufliche und private Interessen und Ver-
nach Konsensusfindung den höchsten                                                               Agitation“ (EA) und „Emergence Deli-
                                               bindungen dargelegt. Die Bewertung der
Empfehlungsgrad erhalten. Empfeh-                                                                rium“ und den Überschneidungen im
                                               potentziellen Interessenkonflikte erfolgte
lungen, für welche der Evidenzgrad A                                                             klinischen Bild zwischen pädED und
                                               durch die Co-Autoren selbst, aber die
vorliegt, können dagegen nach Konsen-                                                            Emergence Agitation ist eine Abgren-
                                               Stellungnahmen wurden im Nachgang
susfindung wegen ihrer geringfügigen                                                             zung beider Begriffe schwierig. In dieser
                                               durch die Redaktionsgruppe kritisch
klinischen Bedeutung einen niedrigeren                                                           Leitlinie wird der Begriff pädED als
                                               evaluiert. Hierbei kam die Redaktions-
Empfehlungsgrad erhalten. Dementspre-                                                            Überbegriff für die Zustände Emergence
                                               gruppe zu dem Entschluss, dass keine
chend sind die Hintergründe der Emp-                                                             Agitation und pädED verwandt.
                                               Bias oder Beeinflussung in Bezug auf
fehlungen im anschließenden Volltext           das Thema dieser Leitlinie vorliegen. Die         Dabei ist es den Autoren wichtig, zwi-
dieser Leitlinie diskutiert.                   Formblätter sind bei dem Leitlinienko­            schen Delir und Agitation zu differen-
                                               ordinator hinterlegt.                             zieren. Die Ursachen für beide Zustände
                                                                                                 können durchaus unterschiedlich sein
Mitglieder der Leitliniengruppe
                                                                                                 und somit können therapeutische An-
                                                Gültigkeit und Aktualisierungs-
Die Leitlinienkoordination erfolgte                                                              sätze ebenfalls unterschiedlich ausfallen
durch Professor Dr. Richard Ellerkmann,
                                                verfahren                                        (Abb. 1).
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie      Die Gültigkeitsdauer der Leitlinie er-            So kann eine durch Schmerzen, Hunger
und operative Intensivmedizin, Univer­         streckt sich über einen Zeitraum von 5            oder die periphere Venenverweilkanüle
sitätsklinikum Bonn.                           Jahren. Nach Ablauf dieses Zeitraums ist          getriggerte Agitation kausal therapiert
Dr. Cathleen Muche-Borowski, Arbeits-          eine Aktualisierung der Leitlinie durch           werden, während das pädiatrische
gemeinschaft der Wissenschaftlichen            die Mitglieder der Redaktionsgruppe               Emer­gence Delir deutlich schwieriger
Medizinischen Fachgesellschaften e.V.          projektiert. Das Aktualisierungsverfahren         zu therapieren ist. Ursächlich kommt
(AWMF), Marburg, übernahm die metho-           beinhaltet eine Prüfung und Bewertung             es postoperativ wahrscheinlich häufiger
dische Begleitung der Leitlinienentwick-       der Kernaussagen anhand der aktuells-             zu einer schmerzbedingten Agitation
lung.

Die Leitliniengruppe umfasste als                Abbildung 1

Mitglieder:                                       Agitation                                          Delir

Redaktionsgruppe:
Dr. Shahab Ghamari, Professor Dr.                       Ursachen                      Ursachen
Richard Ellerkmann                                      • Schmerzen                   • rapides Erwachen?
                                                        • Hunger/Durst                • Nebenwirkung von
Expertengruppe:                                         • venöser Zugang                Anästhetika?
Professor Dr. Andreas Hoeft, Dr. Sylvia                 • Angst                       • Neuroinflammation?
                                                        • Halluzinationen
Kramer, Professor Dr. Christoph Bernhard                • Diplopie
Eich, Professor Dr. Claudia Höhne, Dr.
Karin Becke-Jakob, Dr. Julius Wermelt
Kontrolle der Literatur:                              Klinik                                Klinik
                                                      • Kind schreit                        • kein Augenkontakt
                                                                            pädED                                   Ursachen und klinisches
Wissenschaftlicher Arbeitskreis Kinder-               • schlägt um sich                     • desorientiert
                                                                                                                    Erscheinungsbild der
anästhesie der DGAI (Nachbenennung                                                          • akuter Beginn
                                                                                                                    Agitation und des Delirs.
relevanter Arbeiten durch die Experten).

© Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
448                   Sonderbeiträge            Leitlinien und Empfehlungen

                            Special Articles     Guidelines and Recommendations

   als zu einem Delir im eigentlichen Sinne.     daher in ihrer Veröffentlichung vorge-                  terschiedlichen therapeutischen Ansätze
   Das Delir wird nach der ICD-10-GM-            schlagen, lediglich die ersten 3 „Items“                bedenkt (Abb. 1 und Tab. 1).
   Klassifikation Version 2016 (Deutsches        der PAED-Skala zu berücksichtigen (ED
   Institut für Medizinische Dokumentation       I-Score, Tab. 1). Bei Werten ≥ 9 dieses                 Risikofaktoren
   und Information) wie folgt definiert:         ED I-Scores kamen die Autoren in der
                                                 Beurteilung eines postoperativen Delirs                 Verschiedenen Studien zufolge kommt
   „Ein ätiologisch unspezifisches hirnor-
                                                 auf eine Sensitivität von 93% und eine                  es abhängig vom Eingriff, den durch­
   ganisches Syndrom, das charakterisiert
                                                 Spezifität von 94%.                                     geführten Präventionsmaßnahmen, dem
   ist durch gleichzeitig bestehende
                                                                                                         gewählten Anästhesieregime, dem Aus-
   Störungen des Bewusstseins und der            Im klinischen Alltag kann es dennoch                    maß der postoperativen Analgesie und
   Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung,              schwierig sein, in der akuten Situation                 der verwendeten Dokumentationsskala,
   des Denkens, des Gedächtnisses, der           zwischen einem Delir und einer Agita-                   wie oben bereits erwähnt, zu differieren-
   Psychomotorik, der Emotionalität und          tion zu differenzieren, zumal delirante                 den Inzidenzen des pädED zwischen
   des Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Dauer           Patienten auch agitiert sein können.                    18 und 80% [49,114].
   ist sehr unterschiedlich und der Schwe-       Locatelli et al. haben in ihrer Studie
   regrad reicht von leicht bis zu sehr          [79] keinen parallelen Schmerzscore                     Alter
   schwer.“                                      erhoben.                                                Bereits 1961 konnte Eckenhoff [41]
   Sikich et al. definierten im Rahmen ihrer                                                             nachweisen, dass das Alter Einfluss auf
   Studie das pädiatrische postnarkoti-           Im Sinne einer effektiven Qualitäts-                   die Inzidenz des pädED hat. Die höchste
   sche Delir als eine Bewusstseins- und          kontrolle soll die Inzidenz des pädED                  Inzidenz mit 13% wurde damals bei
   Aufmerksamkeitsstörung des Kindes im           im Aufwachraum anhand einer vali-                      3- bis 9-Jährigen detektiert, im Vergleich
   Zusammenhang mit Desorientierung               dierten Skala (Beispielsweise PAED                     zu 2,4% bei über 70-Jährigen. Ergänzend
   und einer gestörten Wahrnehmung,               oder ED I) dokumentiert werden                         hierzu konnten Aono et al. beschreiben,
   hy­
     peraktiv motorisches Verhalten und           (Evidenzgrad IIA).                                     dass die Inzidenz nach Sevoflurannar-
   eine Überreaktion auf äußere Reize im                                                                 kosen im Vorschulalter (3 – 6 Jahre) mit
   unmittelbaren Zusammenhang einer              Da Schmerzen vorhandene Delirscores                     40% signifikant höher war, als bei Schul-
   Aufwachphase nach erfolgter Narkose           beeinflussen [96] muss ein pädiatri-                    kindern (6 – 10 Jahre) mit 11,5% [8]. Im
   [101].                                        scher Schmerzscore (KUSS = kindliche                    Gegensatz zu Erwachsenen und Schul-
                                                 Unbehagens- und Schmerzskala) im Auf-                   kindern, sind Vorschulkinder eventuell
   Um den Schweregrad des postoperati­       -
                                                 wachraum erhoben werden, um besser                      weniger in der Lage, mit emotionalem
   ven Delirs zu quantifizieren, haben
                                                 zwischen schmerzbedingter Agitation                     Stress in einer ungewohnten Umgebung
   Sikich et al. in ihrer Studie eine Skala
                                                 und einem postoperativen Delir zu                       umzugehen, sodass das Auftreten eines
   (Pediatric Anaesthesia Emergence De­      -
                                                 differenzieren [20].                                    pädED aufgrund der niedrigeren Frustra-
   lirium: PAED-Scale) von 0 bis 20
   entwickelt (Tab. 1) und diese an 50                                                                   tionstoleranz häufiger beobachtet wird
                                                 Die gezielte Dokumentation von Delir-
                                                                                                         [8].
   postoperativen pädiatrischen Patienten        kriterien (Frage 1 bis 3 des PAED-Scores)
   evaluiert [101]. Die Autoren errechneten      versus Agitationskriterien (Frage 4 und 5
   für einen PAED-Skala-Wert von ≥ 10                                                                     Vorschulalter soll bei Kindern als ein
                                                 des PAED-Scores) versus Schmerzscores
                                                                                                          Risikofaktor für das pädED angesehen
   eine Sensitivität für das Vorhandensein       kann für die Therapieentscheidung des
                                                                                                          werden (Evidenzgrad IIA).
   eines Delirs von 64%. Gleichzeitig            pädED hilfreich sein, wenn man die un-
   diskutierten die Autoren aber auch die
   Schwächen dieser Skala, da der Einfluss
   von „Ruhelosigkeit“ und „Untröstbar-           Tabelle 1
   keit“ auf die Skala schmerzbedingt             PAED-Skala aufgeteilt anhand Delir- und Agitationskriterien. Delirkriterien = ED I-Score (nach [79].
   zu falsch positiven Ergebnissen führen                          Das Kind                  gar nicht    ein       etwas       viel       sehr viel
   kann, wobei hierbei kein Delir, sondern                                                                wenig     mehr
   eine durch Schmerzen verursachte                Delir-          …hält Augenkontakt        4            3         2           1          0
   Agitation vorliegt (Abb. 1). Wie lässt sich     Kriterien       zur Bezugsperson
   jedoch eine postoperative Agitation von         (ED I-Score)
                                                                   …zeigt zielgerichtete     4            3         2           1          0
   einem Delir unterscheiden? Entschei-                            Bewegungen
   dend bei der Differenzierung zwischen                           …nimmt seine Umwelt       4            3         2           1          0
   der postoperativen Agitation und dem                            wahr
   Delir ist bei letzterem die fehlende
                                                   Agitations-     …ist unruhig/ruhelos      0            1         2           3          4
   Kontaktierbarkeit und die fehlende              Kriterien
                                                                   …ist untröstlich          0            1         2           3          4
   Wahrnehmung der Umgebung [82].                  (ED II-Score)
   Die Autoren Locatelli et al. [79] haben

                                                                                © Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
Leitlinien und Empfehlungen               Sonderbeiträge449

                                                   Guidelines and Recommendations           Special Articles

Präoperative Ängstlichkeit                     ADVANCE setzt sich zusammen aus:             nergebnisse haben bisher gezeigt, dass
Diverse Studien haben gezeigt, dass            A = Anxiety-reduction, D = Distraction,      eine suffiziente Analgesie maßgeblichen
die präoperative Ängstlichkeit, im Eng­-       V = Video-modeling and -education, A =       Einfluss auf die Inzidenz des pädED
lischen als „anxiety“ bezeichnet, die          Adding parents, N = No excessive reas-       nimmt [30,32,42,47,55]. So konnte ge-
Intensität des pädED beeinflusst [7,           surance, C = Coaching, E = Exposure/sha-     zeigt werden, dass die Verbesserung der
57,117]. Das Ausmaß der präoperativen          ping. In der ADVANCE-Gruppe wurden           postoperativen Analgesie, sei es durch
Ängstlichkeit konnte wiederum durch            sowohl die Eltern, als auch die Kinder       Fentanyl [33,39,45,47,104], Nalbuphin
Vermeidung jeglicher während der               zuvor geschult, damit sie besser auf den     [98], Gabapentin [97], Magnesium [1],
Einleitung auftretender Nebengeräusche         operativen Eingriff vorbereitet sind.        Ketamin [3,37,67,107], Dexmedetomidin
[64], den Einsatz von Clownärzten                                                           [50,53,54,100], Clonidin [34,74,76,83,
[44,48,86,109,110], Musik [56], Hyp-             Entscheidend ist nicht die Anwesen-        106,120], Dexamethason [69] oder
nosemaßnahmen [21], Iphone-Induction             heit der Eltern bei der Einleitung,        den Einsatz verschiedener Regionalan-
[81], Ablenkung in Form von Videoclips           sondern eine effektive Angstreduktion      ästhesieverfahren wie dem Fascia iliaca
während der Einleitung [87] als auch             des Pa­tienten. Dies sollte mit dem        Kompartment-Block [70], der Kaudalan-
durch den Einsatz von Aufklärungsfilmen          sogenannten ADVANCE-Bundle er-             ästhesie [9,102] oder dem infraorbitalen
für die Eltern vor der Operation [85,121]        folgen, wobei die Eltern aktiv in den      Nervenblock [116], einen positiven
reduziert werden.                                Prozess eingebunden werden (Evi-           Effekt hat. Regionalanästhesiologische
                                                 denzgrad IB), kann aber auch durch         Verfahren sollten daher supplementär
Mehrere Studien untersuchten die An­      -      Musik [56], Videoclips [87], Iphone-       eingesetzt werden, falls keine Kontrain­
wesenheit der Eltern und deren Auswir-           Induction [81] sowie Sedativa er-          dikationen bestehen.
kung auf die Angst der präoperativen             folgen (Midazolam [25], Clonidin
Kinder. Hierbei wurde „Eltern anwesend“          [6,105], Dexmedetomidin [43]; Evi-          Eine präemptive Analgesie, ange-
versus „Eltern nicht anwesend“ [4,12,            denzgrad IB).                               passt an die Schwere des operativen
16,58,59,61–63,91,119], „beide Eltern
                                                                                             Eingriffs, ist Grundvoraussetzung für
anwesend“ versus „ein Elternteil anwe-
send“ [60] sowie „Eltern anwesend“ ver-        Operativer Eingriff                           eine niedrige Inzidenz des pädED
                                               Die Inzidenz des pädED hängt zudem            (Evidenzgrad IA).
sus „sedative Medikation“ [12,59,62,68]
untersucht. Auch wenn die PPIA (Pa-            vom operativen Eingriff ab. So lag die
rental Presence during Induction of            Inzidenz bei HNO-Eingriffen [41,114]         Narkoseform
Anaesthesia), also die Anwesenheit der         höher als bei allgemeinpädiatrischen         In anderen Studien konnte gezeigt wer-
Eltern bei Narkoseeinleitung, in einigen       Eingriffen. Ob dieser Unterschied allein     den, dass Narkosen unter Inhala­ tions­
                                                                                                                                  -
europäischen Ländern zum Standard ge-          durch die unterschiedliche postoperative     anästhetika, wie zum Beispiel Sevoflu-
hört, so konnte in den oben genannten          Schmerzintensität erklärt werden kann        ran oder Desfluran, mit einer höheren
Studien bisher kein klarer Vorteil für PPIA    bleibt unklar.                               Inzidenz des postoperativen Delirs ein-
hinsichtlich präoperativer Ängstlichkeit                                                    hergehen, verglichen mit total intrave-
gezeigt werden [84].                             Eingriffe im Kopf-/Halsbereich (Stra-      nöser Anästhesie [27,49,66,80,94,108].
                                                 bismuschirurgie, Bronchoskopien,           Andere haben zeigen können, dass
2004 untersuchte Kain et al. 791 Kinder
                                                 HNO-Eingriffe, MKG-Spalten-OPs,            bereits ein Propofolbolus oder eine
im Rahmen von operativen Eingriffen
                                                 u.a.) stellen aber nachweislich einen      Propofolinfusion von ca. 3 mg/kg zum
mit Sevofluran, wobei vor der Einleitung
                                                 Risikofaktor da (Evidenzgrad IIB).         Ende einer Narkose mit volatilen Anäs-
keine Prämedikation mit Midazolam
erfolgte. Hierbei konnte nicht nur ein                                                      thetika die Inzidenz der postoperativen
                                               Bryan et al. zeigten im Rahmen ihrer
Zusammenhang zwischen präoperativer                                                         Agitation senken kann [2,10,31].
                                               Studie jedoch auch, dass ein pädED
Ängstlichkeit und der Inzidenz eines           ohne operativ erfolgten Schmerzreiz          Ob bereits die Einleitung mit Sevofluran
pädED gezeigt werden, sondern auch             im Rahmen von MRT-Untersuchungen             im Vergleich zur intravenösen Einleitung
zwischen präoperativer Ängstlichkeit           vorkommt, wobei die Inzidenz mit 9%          zur Erhöhung der Inzidenz des pädED
und postoperativen Anpassungsstörun-           nach Sevofluran- und 4% nach Propofol-       führt ist unklar. In einer Umfrage des
gen, die über einen längeren Zeitraum          narkosen deutlich niedriger angegeben        wissenschaftlichen Arbeitskreises Kin-
nach dem Eingriff noch nachgewiesen            wird, als nach operativen Eingriffen [19].   deranästhesie wurde dieser Frage nach-
werden konnten [57].                                                                        gegangen und 44% der Befragten be-
In einer Folgestudie 2007 konnte die-          Analgesie                                    antworteten die Frage mit ja [78].
selbe Arbeitsgruppe zeigen, dass die           Auch wenn Unruhezustände nach                Wissenschaftliche Untersuchungen, die
Inzidenz des postoperativen Delirs in          nicht­
                                                    operativen Eingriffen vorkommen,        diese Annahme belegen, existieren
einer sogenannten ADVANCE-Studi-               nehmen viele Autoren an, dass Schmerz        nicht. Jedoch konnten Auerswald et al.
engruppe im Vergleich zur Kontroll-            ein wichtiger Risikofaktor des pädED ist     zeigen, dass nach Maskeneinleitung mit
gruppe reduziert werden konnte [59].           [18,28,36,38,70,89,90,93,118]. Studie-       Sevofluran und anschließender TIVA

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450                   Sonderbeiträge           Leitlinien und Empfehlungen

                            Special Articles    Guidelines and Recommendations

   nur in 36% der Fälle eine postoperative      hin, dass ein postoperatives Delir durch      im Vergleich zur Gasnarkose [14,22].
   Agitation vermieden werden konnte,           die präoperative Gabe von Midazolam           Eine kurze zeitlich limitierte Propofol-
   versus 59% nach intravenöser Einleitung      ausgelöst werden kann [40,115]. Die           anwendung im Rahmen einer TIVA nach
   und anschließender TIVA. Ob diese            postoperative Gabe von Flumazenil             dem Anwendungsmodel von Short et
   Daten ein Effekt des Sevoflurans oder        führte in diesen beiden Fallberichten         al. [99] erscheint für Kinder als sicher,
   der „Stormy Mask Induction“, also einer      innerhalb weniger Minuten zur kli-            jedoch muss man auch an das geringe
   unkooperativen Maskeneinleitung und          nischen Verbesserung. Die generelle           Risiko eines durch Propofol induzierten
   somit einer erhöhten Ängstlichkeit zum       postoperative Gabe von Flumazenil zur         Infusionssyndroms, abgekürzt als PRIS
   Zeitpunkt der Einleitung geschuldet sind,    Prävention eines postoperativen Delirs        (Propofol Infusion Syndrome), denken,
   lässt sich nicht klären [14].                erwies sich in einer Studie von Araki         dessen komplexe Pathophysiologie die
                                                et al. jedoch nicht als zielführend [13].     Mitochondrien involviert [111]. Um das
    TIVA-Narkosen verringern die Inzi-                                                        Risiko einer PRIS zu reduzieren, sollte
    denz des pädiatrischen Emergence             Nach kurzen operativen Eingriffen            die Anwendungsdosis bezogen auf 24
    Delirs (Evidenzgrad IB).                     und oraler Gabe von Midazolam                Stunden bei ≤ 4 mg/kg/h liegen und
                                                 sowie langanhaltendem pädED sollte           dadurch der katabole Stoffwechsel un-
   Da moderne volatile Anästhetika mit           auch an eine paradoxe Reaktion auf           terbunden werden [65]. Zu den häufigen
   einem verbesserten Blut-Gas-Vertei-           Midazolam gedacht werden und eine            Nebenwirkungen von Propofol während
   lungskoeffizienten eine höhere Inzidenz       Therapie mit Flumazenil (0,02 mg/kg)         eines operativen Eingriffs bis zu 60 Minu-
   der postoperativen Unruhe aufweisen           in Erwägung gezogen werden (Evi-             ten gehören der reversible Anstieg der Tri-
   als Halothan [75], wurde bereits gemut-       denzgrad IV).                                glyceride und Plasmalipide als auch der
   maßt, dass ein Zusammenhang zwischen                                                       bauspeicheldrüsenspezifischen Enzyme
   raschem postoperativem Erwachen und                                                        [23]. Eine Propofolanwendung erscheint
   der Inzidenz eines postoperativen Delirs     Präventionsstrategien                         als sicher, wenn bei einer 24 stündigen
   besteht [114]. Dies konnte in anderen        Die Präventionsstrategien ergeben sich        Applikation die Höchstdosis von 4 mg/
   Studien bisher aber nicht eindeutig belegt   bereits größtenteils aus den oben ge-         kg/h nicht überschritten wird [73]. In
   werden [27]. Grundsätzlich erscheint es      nannten Risikofaktoren. Während Alter         Tabelle 2 sind relevante medikamentöse
   jedoch ratsam, pädiatrische Patienten        und operativer Eingriff nicht beeinflusst     Präventionsstrategien zur Vermeidung
   postoperativ ausschlafen zu lassen. Eine                                                   eines pädiatrischen Emergence Delirs,
                                                werden können, so sollte jedem Anästhe-
   ruhige Atmosphäre im Aufwachraum                                                           nach Empfehlungs- und Evidenzgrad
                                                sisten bewusst sein, dass bei einem Kind
   kann hierbei hilfreich sein. Ein großer                                                    gegliedert, aufgelistet.
                                                im Vorschulalter die Wahrscheinlichkeit
   Zusammenhang zwischen der Lautstärke
                                                eines pädED nach einem HNO-Eingriff
   im Aufwachraum und der Inzidenz des                                                        Therapieoptionen
                                                am höchsten ist.
   pädED wurde von 46% der Mitglieder
   des WAKKA bejaht [78].                       Präventionsstrategien erstrecken sich         Um das pädED zu therapieren, sollte
                                                hierbei auf nichtmedikamentöse und            zunächst anhand einer validierten
   Paradoxe Reaktion auf Midazolam              medikamentöse Maßnahmen. Nicht-               Skala versucht werden, zwischen Delir
   Bereits Eckenhoff stellte 1961 fest, dass    medikamentöse Strategien basieren auf         und Agitation zu differenzieren. Hierzu
   die Prämedikation mit einem Barbiturat       Minimierung der präoperativen Ängst-          kann beispielsweise die PAED-Skala in
   ein Risikofaktor für ein postoperati-        lichkeit durch oben genannte Maß-             Zusammenhang mit der KUSS-Skala
   ves Delir darstellt [41]. Auch in der        nahmen sowie auf der Beseitigung von          dienen, um Schmerzen als Ursache
   ADVANCE-Studie von Kain et al. lag die       postoperativen Ursachen einer Agitation       für das pädED abschätzen zu können.
   Inzidenz des postoperativen Delirs in        (Durst, Hunger, Anwesenheit der Eltern;       Kann eine schmerzbedingte Ursache
   der Midazolamgruppe mit 20% doppelt          Abb. 1). Eine japanische Untersuchung         nicht ausgeschlossen werden, können
   so hoch wie in der ADVANCE-Gruppe            konnte mit Elektrostimulation des Ak­         nach Ausschöpfung der nichtmedika-
   (kein Midazolam) [59]. In einer Studie       ku­punkturpunktes HT7 eine effektive          mentösen Maßnahmen unter pulsoxy-
   von Cole et al. konnte gezeigt werden,       Prävention des pädED zeigen [52].             metrischer Kontrolle intravenöse Opiate
   dass eine verzögert stattfindende Agita-     Medikamentöse Strategien können               zum Einsatz kommen. Auch sollte ver-
   tion fast ausschließlich bei Kindern zu      zum einen auf eine Verbesserung der           sucht werden, andere Ursachen für eine
   sehen war, die präoperativ Midazolam         prä- und postoperativen Sedierung             postoperative Agitation (Durst, Hunger,
   erhalten hatten [30]. Cho et al. konnten     durch Dexmedetomidin [50,53,54,100],          Angst etc.) auszuschließen, und den
   wiederum zeigen, dass die Dauer der          Clonidin [34,66,74,76,83,106,120] oder        Eltern sollte ermöglicht werden, ihr Kind
   Agitation nach Gabe von 0,5 mg/kg            Midazolam [15] abzielen, wie auch auf         zu beruhigen und zu trösten.
   Midazolam i.v. im Vergleich zu 0,3           eine Verbesserung der postoperativen          Wenn eine Fremd- oder Eigengefähr-
   mg/kg signifikant verlängert war [25].       Analgesie (siehe oben). Zudem emp-            dung besteht, hat sich der Einsatz von
   Vereinzelte Fallberichte weisen darauf       fiehlt sich die Durchführung einer TIVA       intravenösen Anästhetika bewährt.

                                                                          © Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
Leitlinien und Empfehlungen                    Sonderbeiträge451

                                                             Guidelines and Recommendations               Special Articles

 Tabelle 2                                                                                                Zusammenfassung
 Medikamentöse Präventionsstrategien des pädED (MA = Meta-Analyse, SR = systematischer Review).
                                                                                                          Zusammenfassend kann festgehalten
  Medikament             Art und Zeitpunkt der           Evidenzgrad                          Empfeh-     werden, dass das pädED ein häufig auf-
                         Applikation                                                          lungsgrad
                                                                                                          tretendes Phänomen bei narkotisierten
  Midazolam              oral, intravenös, rektal,       [30]: 2b; [11]: 1b; [24] 1b; [26]:   B           Kindern im Vorschulalter ist. Man kann
                         cave: nasal brennt!             1b; [72]: 1b; [77]: 1b; [112]:
                                                         NR; [113]: 1b                                    das pädED, dessen Ursache multifakto-
                                                                                                          riell anzusehen ist, nicht zu 100% ver-
  Alpha-2-Agonisten      intravenös, intranasal,         [5]: 1b; [92]: MA; [103]: MA;        B
  (Clonidin,             epidural                        [6]: 1b; [17]: 1b; [74]: 1b; [95]:               hindern. Präventionsmaßnahmen sind
  Dexmedetomidin)                                        SR & MA; [88]: 1b                                sowohl pharmakologisch (Analgesie und
  Propofol               als TIVA oder am Ende der       [66]: 1b; [10]: 1b                   B           Sedativa) als auch nichtpharmakolo-
                         OP                                                                               gisch möglich. Grundsätzlich erscheint
  Analgesie durch        präoperativ, intraoperativ,     [117]: 1b; [9]: 2b; [71]: 1b         B           es ratsam, Eltern bereits im Vorfeld über
  u.a. Kaudalanäs-       am Ende der OP                                                                   das klinische Bild eines möglichen
  thesie oder Fascia                                                                                      pädED aufzuklären. Weiterhin sollten
  iliaca-Block
                                                                                                          Eltern darüber informiert werden, dass
                                                                                                          postoperative Verhaltensstörungen nach
                                                                                                          dem operativen Eingriff noch länger
Hierbei kann die Gabe von Propofol in                   Prospektive randomisierte Studien zur             anhalten können [29].
einer Dosierung von 0,5–1 mg/kg KG                      Therapie des postoperativen Delirs
unter pulsoxymetrischer Kontrolle und                   existieren leider kaum. Eine Studie un-
                                                        tersuchte den therapeutischen Effekt von
                                                                                                          Literatur
Beatmungsbereitschaft Anwendung fin­-
den [35,51]. Alternativ kann auch die                   Physostigmin im Vergleich zu Placebo              1.   Abdulatif M, Ahmed A, Mukhtar A,
Gabe von Clonidin in einer Dosierung                    [46], ohne einen klaren Vorteil für Phy-               Badawy S: The effect of magnesium
von 2 µg/kg oder die Gabe von 1 mg/kg                   sostigmin erkennen zu können.                          sulphate infusion on the incidence
                                                                                                               and severity of emergence agitation in
Ketamin S erfolgen.                                     Die Therapieempfehlung, welche in                      children undergoing adenotonsillec-
Laut einer Umfrage beim WAKKA konnte                    Abbildung 2 dargestellt ist, besitzt somit             tomy using sevoflurane anaesthesia.
die höchste Zufriedenheit hinsichtlich                  lediglich einen Evidenzgrad der Klasse                 Anaesthesia 2013;68(10):1045–1052
der Wirkung einer medikamentösen                        IV (Expertenmeinung).                             2.   Abu-Shahwan I: Effect of propofol on
Therapie dem Propofol zugeordnet wer-                                                                          emergence behavior in children after
                                                                                                               sevoflurane general anesthesia. Paediatr
den – vor Clonidin und Dipidolor [78].
                                                                                                               Anaesth 2008;18(1):55–59
                                                                                                          3.   Abu-Shahwan I, Chowdary K:
                                                                                                               Ketamine is effective in decreasing the
 Abbildung 2                                                                                                   incidence of emergence agitation in
                                                                                                               children undergoing dental repair under
                            vor jeder Score-Erhebung für jedes Kind:                                           sevoflurane general anesthesia. Paediatr
         ruhige und warme Aufwachumgebung, Kontakt zu Bezugsperson, kein grelles Licht                         Anaesth 2007;17(9):846–850
                                                                                                          4.   Akinci SB, Kose EA, Ocal T, Aypar U:
                                                                                                               The effects of maternal presence during
    Schmerzen können als                               Schmerzen können als
                                                                                                               anesthesia induction on the mother‘s
    Ursache nicht                                      Ursache ausgeschlossen
    ausgeschlossen werden                              werden (KUSS4)                                           ED I>9 (Delir wahrscheinlich)                           vior. Turk J Pediatr 2008;50(6):566–571
                                                                                                          5.   Ali MA, Abdellatif AA: Prevention of
                                                                                                               sevoflurane related emergence agitation
                                                                                                               in children undergoing adenotonsil-
    Analgesie z.B. mit
    • Dipidolor i.v.                   Eigen- und/oder                   Eigen- und/oder                       lectomy: A comparison of dexmedeto-
      (0,05–0,1 mg/kg)                 Fremdgefährdung                   Fremdgefährdung nicht                 midine and propofol. Saudi J Anaesth
    • Nalbuphin i.v.                   vorhanden                         vorhanden                             2013;7(3):296–300
      (0,1–0,2 mg/kg)                                                                                     6.   Almenrader N, Passariello M, Coccetti
                                                                                                               B, Haiberger R, Pietropaoli P:
                                                                                                               Premedication in children: a
                                       • Propofol 0,5–1 mg/kg i.v.       konservative Therapie:                comparison of oral midazolam and
                                       • Clonidin 2 µg/kg i.v.           Kontakt zu Eltern aufrecht            oral clonidine. Paediatr Anaesth
                                       • Ketamin S 1 mg/kg i.v.          erhalten                              2007;17(12):1143–1149
                                                                                                          7.   Aono J, Mamiya K, Manabe M:
 Therapieempfehlung des pädED.                                                                                 Preoperative anxiety is associated with a
                                                                                                               high incidence of problematic behavior

© Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
452                    Sonderbeiträge           Leitlinien und Empfehlungen

                            Special Articles     Guidelines and Recommendations

    Empfehlungen
    • Eltern sollten präoperativ über die Möglichkeit des pädED aufgeklärt werden (Empfehlungsgrad B).
    • Das pädED soll im AWR differenziert anhand einer validierten Skala für Schmerzen und gleichzeitig anhand einer validierten
      Skala für Delir erfasst werden (Empfehlungsgrad A).
    • Vorschulalter gilt als ein nicht beeinflussbareres Risiko des pädED (Empfehlungsgrad A).
    • Präoperative Ängstlichkeit gilt als Risikofaktor des pädED.
    • ADVANCE-Strategien (Schulung von Eltern und Kindern) können die präoperative Ängstlichkeit senken und sollten gegenüber
      der Midazolam-Prämedikation favorisiert werden (Empfehlungsgrad B).
    • Alpha-2-Agonisten (Dexmedetomidin, Clonidin; jede Applikationsform) sollten appliziert werden, um die Inzidenz des pädED
      zu senken (Empfehlungsgrad B).
    • Eingriffe im Kopf/Hals-Gebiet (HNO-Eingriffe, Bronchoskopien, MKG-Spalten-OPs u.a.) gehen mit einem erhöhtem Risiko
      eines pädED einher (Empfehlungsgrad B).
    • Postoperative Schmerzen erhöhen das Risiko eines pädED (Empfehlungsgrad A).
    • Regionalanästhesieverfahren sollten zur präventiven Analgesie eingesetzt werden, um die Inzidenz des pädED zu senken
      (Empfehlungsgrad B).
    • Moderne volatile Anästhetika erhöhen das Risiko eines pädED im Vergleich zur TIVA (Empfehlungsgrad B).
    • Propofolboli zum Ende einer inhalativen Anästhesie sollte zum Senken für das Risiko eines pädED in Betracht gezogen
      werden (Empfehlungsgrad B).

       on emergence after halothane anest-       13. Araki H, Fujiwara Y, Shimada Y: Effect of     19. Bryan YF, Hoke LK, Taghon TA, Nick TG,
       hesia in boys. Acta Anaesthesiol Scand        flumazenil on recovery from sevoflura-            Wang Y, Kennedy SM, et al: A
       1999;43(5):542–544                            ne anesthesia in children premedicated            randomized trial comparing se-
   8. Aono J, Ueda W, Mamiya K, Takimoto             with oral midazolam before undergoing             voflurane and propofol in children
       E, Manabe M: Greater incidence of             herniorrhaphy with or without caudal              undergoing MRI scans. Paediatr Anaesth
       delirium during recovery from sevoflu-        analgesia. J Anesth 2005;19(3):204–207            2009;19(7):672–681
       rane anesthesia in preschool boys.        14. Auerswald K, Behrends K, Burkhardt            20. Buttner W, Finke W, Hilleke M,
       Anesthesiology 1997;87(6):1298–1300           U, Olthoff D: Propofol for paediatric             Reckert S, Vsianska L, Brambrink A:
   9. Aouad MT, Kanazi GE, Siddik-Sayyid             patients in ear, nose and throat surgery.
                                                                                                       Development of an observational
       SM, Gerges FJ, Rizk LB, Baraka                Practicability, quality and cost–effective-
                                                                                                       scale for assessment of postope-
                                                     ness of different anaesthesia proce-
       AS: Preoperative caudal block                                                                   rative pain in infants. Anasthesiol
                                                     dures for adenoidectomy in infants.
       prevents emergence agitation in                                                                 Intensivmed Notfallmed Schmerzther
                                                     Anaesthesist 2006;55(8):846–853
       children following sevoflurane                                                                  1998;33(6):353–361
       anesthesia. Acta Anaesthesiol Scand       15. Bae JH, Koo BW, Kim SJ, Lee DH, Lee
                                                     ET, Kang CJ: The effects of midazolam         21. Calipel S, Lucas-Polomeni MM, Wodey
       2005;49(3):300–304
                                                     administered postoperatively on                   E, Ecoffey C. Premedication in children:
   10. Aouad MT, Yazbeck-Karam VG, Nasr                                                                hypnosis versus midazolam. Paediatr
                                                     emergence agitation in pediatric
       VG, El-Khatib MF, Kanazi GE, Bleik                                                              Anaesth 2005;15(4):275–281
                                                     strabismus surgery. Korean J Anesthesiol
       JH: A single dose of propofol at the          2010;58(1):45–49                              22. Chandler JR, Myers D, Mehta D, Whyte
       end of surgery for the prevention
                                                 16. Bevan JC, Johnston C, Haig MJ,                    E, Groberman MK, Montgomery CJ,
       of emergence agitation in children
                                                     Tousignant G, Lucy S, Kirnon V, et al:            et al: Emergence delirium in children:
       undergoing strabismus surgery during
                                                     Preoperative parental anxiety predicts            a randomized trial to compare total
       sevoflurane anesthesia. Anesthesiology
                                                     behavioural and emotional responses               intravenous anesthesia with propofol
       2007;107(5):733–738                           to induction of anaesthesia in children.          and remifentanil to inhalational
   11. Arai YC, Fukunaga K, Hirota S:                Can J Anaesth 1990;37(2):177–182                  sevoflurane anesthesia. Paediatr Anaesth
       Comparison of a combination of            17. Bock M, Kunz P, Schreckenberger R,                2013;23(4):309–315
       midazolam and diazepam and mida-              Graf BM, Martin E, Motsch J:
       zolam alone as oral premedication on                                                        23. Chauhan M, Garg A, Bharadwaj A:
                                                     Comparison of caudal and intravenous
       preanesthetic and emergence condition                                                           Effect of short-term propofol administ-
                                                     clonidine in the prevention of agitation
       in children. Acta Anaesthesiol Scand                                                            ration on pancreatic enzymes and lipid
                                                     after sevoflurane in children. Br J
       2005 May;49(5):698–701                        Anaesth 2002;88(6):790–796                        biochemistry in children between 1
   12. Arai YC, Ito H, Kandatsu N, Kurokawa                                                            month and 36 months. Paediatr Anaesth
                                                 18. Bortone L, Bertolizio G, Engelhardt T,
       S, Kinugasa S, Komatsu T: Parental                                                              2013;23(4):355–359
                                                     Frawley G, Somaini M, Ingelmo PM:
       presence during induction enhances the        The effect of fentanyl and clonidine on       24. Chen J, Li W, Hu X, Wang D:
       effect of oral midazolam on emergence         early postoperative negative behavior             Emergence agitation after cataract
       behavior of children undergoing general       in children: a double-blind placebo               surgery in children: a comparison of
       anesthesia. Acta Anaesthesiol Scand           controlled trial. Paediatr Anaesth                midazolam, propofol and ketamine.
       2007;51(7):858–861                            2014;24(6):614–619                                Paediatr Anaesth 2010;20(9):873–879

                                                                               © Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
Leitlinien und Empfehlungen                 Sonderbeiträge453

                                                   Guidelines and Recommendations             Special Articles

25. Cho EJ, Yoon SZ, Cho JE, Lee HW:           36. Dahmani S, Stany I, Brasher C,             46. Funk W, Hollnberger H, Geroldinger J:
    Comparison of the effects of 0.03 and          Lejeune C, Bruneau B, Wood C, et al:           Physostigmine and anaesthesia
    0.05 mg/kg midazolam with placebo              Pharmacological prevention of                  emergence delirium in preschool
    on prevention of emergence agitation           sevoflurane- and desflurane-related            children: a randomized blinded trial.
    in children having strabismus surgery.         emergence agitation in children: a             Eur J Anaesthesiol 2008;25(1):37–42
    Anesthesiology 2014;120(6):1354–1361           meta-analysis of published studies. Br J   47. Galinkin JL, Fazi LM, Cuy RM,
26. Cohen IT, Drewsen S, Hannallah RS:             Anaesth 2010;104(2):216–223                    Chiavacci RM, Kurth CD, Shah UK,
    Propofol or midazolam do not               37. Dalens BJ, Pinard AM, Letourneau DR,           et al: Use of intranasal fentanyl in
    reduce the incidence of emergence              Albert NT, Truchon RJ: Prevention of           children undergoing myringotomy and
    agitation associated with desflurane           emergence agitation after sevoflurane          tube placement during halothane and
    anaesthesia in children undergoing             anesthesia for pediatric cerebral mag-         sevoflurane anesthesia. Anesthesiology
    adenotonsillectomy. Paediatr Anaesth           netic resonance imaging by small doses         2000;93(6):1378–1383
    2002;12(7):604–609                             of ketamine or nalbuphine administered     48. Golan G, Tighe P, Dobija N, Perel A,
27. Cohen IT, Finkel JC, Hannallah                 just before discontinuing anesthesia.          Keidan I: Clowns for the prevention
    RS, Hummer KA, Patel KM: Rapid                 Anesth Analg 2006;102(4):1056–1061             of preoperative anxiety in children: a
    emergence does not explain agitation       38. Davis PJ, Greenberg JA, Gendelman M,           randomized controlled trial. Paediatr
    following sevoflurane anaesthesia in           Fertal K: Recovery characteristics             Anaesth 2009;19(3):262–266
    infants and children: a comparison             of sevoflurane and halothane in            49. Grundmann U, Uth M, Eichner A,
    with propofol. Paediatr Anaesth                preschool-aged children undergoing             Wilhelm W, Larsen R: Total intravenous
    2003;13(1):63–67                               bilateral myringotomy and pressure
                                                                                                  anaesthesia with propofol and remifen-
28. Cohen IT, Hannallah RS, Hummer KA:             equalization tube insertion. Anesth
                                                                                                  tanil in paediatric patients: a compari-
    The incidence of emergence agitation           Analg 1999;88(1):34–38
                                                                                                  son with a desflurane-nitrous oxide in-
    associated with desflurane anesthesia in   39. Demirbilek S, Togal T, Cicek M, Aslan          halation anaesthesia. Acta Anaesthesiol
    children is reduced by fentanyl. Anesth        U, Sizanli E, Ersoy MO: Effects of             Scand 1998;42(7):845–850
    Analg 2001;93(1):88–91                         fentanyl on the incidence of emergence
                                                                                              50. Guler G, Akin A, Tosun Z, Ors S,
29. Cohen-Salmon D: Perioperative psycho-          agitation in children receiving desflu-
                                                                                                  Esmaoglu A, Boyaci A: Single-dose
    behavioural changes in children. Ann Fr        rane or sevoflurane anaesthesia. Eur J
                                                                                                  dexmedetomidine reduces agitation
    Anesth Reanim 2010;29(4):289–300               Anaesthesiol 2004;21(7):538–542
                                                                                                  and provides smooth extubation after
30. Cole JW, Murray DJ, McAllister JD,         40. Drobish JK, Kelz MB, DiPuppo PM,               pediatric adenotonsillectomy. Paediatr
    Hirshberg GE: Emergence behaviour              Cook-Sather SD: Emergence delirium             Anaesth 2005;15(9):762–766
    in children: defining the incidence of         with transient associative agnosia
                                                                                              51. Hallen J, Rawal N, Gupta A:
    excitement and agitation following             and expressive aphasia reversed by
                                                                                                  Postoperative recovery following outpa-
    anaesthesia. Paediatr Anaesth                  flumazenil in a pediatric patient. A A
                                                                                                  tient pediatric myringotomy: a compari-
    2002;12(5):442–447                             Case Rep 2015;4(11):148–150
                                                                                                  son between sevoflurane and halothane.
31. Costi D, Ellwood J, Wallace A, Ahmed       41. Eckenhoff JE, Kneale DH, Dripps RD:
                                                                                                  J Clin Anesth 2001;13(3):161–166
    S, Waring L, Cyna A: Transition to             The incidence and etiology of posta-
                                                   nesthetic excitment. A clinical survey.    52. Hijikata T, Mihara T, Nakamura N, Miwa
    propofol after sevoflurane anesthesia
                                                   Anesthesiology 1961;22:667–673                 T, Ka K, Goto T: Electrical stimulation
    to prevent emergence agitation: a
    randomized controlled trial. Paediatr                                                         of the heart 7 acupuncture site for
                                               42. Fan KT, Lee TH, Yu KL, Tang CS, Lu DV,
    Anaesth 2015;25(5):517–523                                                                    preventing emergence agitation in
                                                   Chen PY, et al: Influences of tramadol
                                                                                                  children: A randomised controlled trial.
32. Cravero J, Surgenor S, Whalen K:               on emergence characteristics from
                                                                                                  Eur J Anaesthesiol 2016;33(7):535–542
    Emergence agitation in paediatric              sevoflurane anesthesia in pediatric
    patients after sevoflurane anaesthesia         ambulatory surgery. Kaohsiung J Med        53. Ibacache ME, Munoz HR, Brandes V,
    and no surgery: a comparison                   Sci 2000;16(5):255–260                         Morales AL. Single–dose dexmedetomi-
    with halothane. Paediatr Anaesth           43. Faritus SZ, Khazaee-Koohpar M,                 dine reduces agitation after sevoflurane
    2000;10(4):419–424                             Ziyaeifard M, Mehrabanian MJ: Oral             anesthesia in children. Anesth Analg
                                                   Dexmedetomidine Versus Midazolam               2004;98(1):60–63, table
33. Cravero JP, Beach M, Thyr B, Whalen K:
    The effect of small dose fentanyl              as Anesthetic Premedication in Children    54. Isik B, Arslan M, Tunga AD, Kurtipek O:
    on the emergence characteristics of            Undergoing Congenital Heart Surgery.           Dexmedetomidine decreases
    pediatric patients after sevoflurane           Anesth Pain Med 2015;5(3):e25032               emergence agitation in pediatric
    anesthesia without surgery. Anesth         44. Fernandes SC, Arriaga P: The effects           patients after sevoflurane anesthesia
    Analg 2003;97(2):364–367, table                of clown intervention on worries               without surgery. Paediatr Anaesth
34. Dahmani S, Brasher C, Stany I,                 and emotional responses in children            2006;16(7):748–753
    Golmard J, Skhiri A, Bruneau B, et al:         undergoing surgery. J Health Psychol       55. Johannesson GP, Floren M, Lindahl SG:
    Premedication with clonidine is superi-        2010;15(3):405–415                             Sevoflurane for ENT-surgery in
    or to benzodiazepines. A meta analysis     45. Finkel JC, Cohen IT, Hannallah RS,             children. A comparison with ha-
    of published studies. Acta Anaesthesiol        Patel KM, Kim MS, Hummer KA, et al:            lothane. Acta Anaesthesiol Scand
    Scand 2010;54(4):397–402                       The effect of intranasal fentanyl on           1995;39(4):546–550
35. Dahmani S, Mantz J, Veyckemans F:              the emergence characteristics after        56. Kain ZN, Caldwell-Andrews AA,
    Case scenario: severe emergence                sevoflurane anesthesia in children             Krivutza DM, Weinberg ME, Gaal D,
    agitation after myringotomy in                 undergoing surgery for bilateral               Wang SM, et al: Interactive music
    a 3-yr-old child. Anesthesiology               myringotomy tube placement. Anesth             therapy as a treatment for preoperative
    2012;117(2):399–406                            Analg 2001;92(5):1164–1168                     anxiety in children: a randomized

© Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
454                      Sonderbeiträge           Leitlinien und Empfehlungen

                              Special Articles     Guidelines and Recommendations

         controlled trial. Anesth Analg                  in children after desflurane anaesthesia.          Emergence delirium in children: a
         2004;98(5):1260–1266, table                     Paediatr Anaesth 2004;14(6):477–482                comparison of sevoflurane and des-
   57.   Kain ZN, Caldwell-Andrews AA,             68.   Kazak Z, Sezer GB, Yilmaz AA, Ates Y:              flurane anesthesia using the Paediatric
         Maranets I, McClain B, Gaal D, Mayes            Premedication with oral midazolam                  Anesthesia Emergence Delirium scale.
         LC, et al: Preoperative anxiety and             with or without parental presence. Eur J           Paediatr Anaesth 2013;23(4):301–308
         emergence delirium and postoperative            Anaesthesiol 2010;27(4):347–352              80.   Lopez Gil ML, Brimacombe J, Clar B:
         maladaptive behaviors. Anesth Analg       69.   Khalili G, Sajedi P, Shafa A, Hosseini B,          Sevoflurane versus propofol for
         2004;99(6):1648–1654, table                     Seyyedyousefi H: A randomized eva-                 induction and maintenance of
   58.   Kain ZN, Caldwell–Andrews AA,                   luation of intravenous dexamethasone               anaesthesia with the laryngeal mask
         Mayes LC, Wang SM, Krivutza DM,                 versus oral acetaminophen codeine in               airway in children. Paediatr Anaesth
         LoDolce ME: Parental presence during            pediatric adenotonsillectomy: emer-                1999;9(6):485–490
         induction of anesthesia: physiological          gence agitation and analgesia. Middle        81.   Low DK, Pittaway AP: The ‚iPhone‘
         effects on parents. Anesthesiology              East J Anaesthesiol 2012;21(4):499–504             induction – a novel use for the
         2003;98(1):58–64                          70.   Kim HS, Kim CS, Kim SD, Lee JR: Fascia             Apple iPhone. Paediatr Anaesth
   59.   Kain ZN, Caldwell–Andrews AA, Mayes             iliaca compartment block reduces emer-             2008;18(6):573–574
         LC, Weinberg ME, Wang SM, MacLaren              gence agitation by providing effective       82.   Malarbi S, Stargatt R, Howard K,
         JE, et al: Family-centered preparation          analgesic properties in children. J Clin           Davidson A: Characterizing the
         for surgery improves perioperative              Anesth 2011;23(2):119–123                          behavior of children emerging with
         outcomes in children: a randomized        71.   Kim MS, Moon BE, Kim H, Lee JR:                    delirium from general anesthesia.
         controlled trial. Anesthesiology                Comparison of propofol and fentanyl                Paediatr Anaesth 2011;21(9):942–950
         2007;106(1):65–74                               administered at the end of anaesthesia
                                                                                                      83.   Malviya S, Voepel-Lewis T, Ramamurthi
   60.   Kain ZN, Maclaren J, Weinberg M,                for prevention of emergence agitation
                                                                                                            RJ, Burke C, Tait AR: Clonidine for
                                                         after sevoflurane anaesthesia in child-
         Huszti H, Anderson C, Mayes L: How                                                                 the prevention of emergence agita-
                                                         ren. Br J Anaesth 2013;110(2):274–280
         many parents should we let into the                                                                tion in young children: efficacy and
         operating room? Paediatr Anaesth          72.   Ko YP, Huang CJ, Hung YC, Su NY,                   recovery profile. Paediatr Anaesth
         2009;19(3):244–249                              Tsai PS, Chen CC, et al: Premedication             2006;16(5):554–559
                                                         with low-dose oral midazolam reduces
   61.   Kain ZN, Mayes LC, Caramico LA,                                                              84.   Manyande A, Cyna AM, Yip P, Chooi C,
                                                         the incidence and severity of emer-
         Silver D, Spieker M, Nygren MM, et al:                                                             Middleton P: Non-pharmacological
                                                         gence agitation in pediatric patients
         Parental presence during induction                                                                 interventions for assisting the induction
                                                         following sevoflurane anesthesia. Acta
         of anesthesia. A randomized                                                                        of anaesthesia in children. Cochrane
                                                         Anaesthesiol Sin 2001;39(4):169–177
         controlled trial. Anesthesiology                                                                   Database Syst Rev 2015;7:CD006447
                                                   73.   Koriyama H, Duff JP, Guerra GG, Chan
         1996;84(5):1060–1067                                                                         85.   McEwen A, Moorthy C, Quantock C,
                                                         AW: Is propofol a friend or a foe of the
   62.   Kain ZN, Mayes LC, Wang SM,                     pediatric intensivist? Description of              Rose H, Kavanagh R: The effect
         Caramico LA, Hofstadter MB: Parental            propofol use in a PICU*. Pediatr Crit              of videotaped preoperative infor-
         presence during induction of anest-             Care Med 2014;15(2):e66–e71                        mation on parental anxiety during
         hesia versus sedative premedication:                                                               anesthesia induction for elective
                                                   74.   Kulka PJ, Bressem M, Tryba M:
         which intervention is more effective?                                                              pediatric procedures. Paediatr Anaesth
                                                         Clonidine prevents sevoflurane-induced
         Anesthesiology 1998;89(5):1147–1156                                                                2007;17(6):534–539
                                                         agitation in children. Anesth Analg
   63.   Kain ZN, Mayes LC, Wang SM,                     2001;93(2):335–338                           86.   Meisel V, Chellew K, Ponsell E, Ferreira
         Caramico LA, Krivutza DM, Hofstadter      75.   Kuratani N, Oi Y: Greater incidence of             A, Bordas L, Garcia–Banda G: The
         MB: Parental presence and a sedative            emergence agitation in children after se-          effect of „hospital clowns“ on distress
         premedicant for children undergo-               voflurane anesthesia as compared with              and maladaptive behaviours of children
         ing surgery: a hierarchical study.              halothane: a meta-analysis of rando-               who are undergoing minor surgery.
         Anesthesiology 2000;92(4):939–946               mized controlled trials. Anesthesiology            Psicothema 2009;21(4):604–609
   64.   Kain ZN, Wang SM, Mayes LC, Krivutza            2008;109(2):225–232                          87.   Mifflin KA, Hackmann T, Chorney JM:
         DM, Teague BA: Sensory stimuli and        76.   Lankinen U, Avela R, Tarkkila P: The               Streamed video clips to reduce
         anxiety in children undergoing surgery:         prevention of emergence agitation                  anxiety in children during inhaled
         a randomized, controlled trial. Anesth          with tropisetron or clonidine after                induction of anesthesia. Anesth Analg
         Analg 2001;92(4):897–903                        sevoflurane anesthesia in small children           2012;115(5):1162–1167
   65.   Kam PC, Cardone D: Propofol                     undergoing adenoidectomy. Anesth             88.   Mukherjee A, Das A, Basunia SR,
         infusion syndrome. Anaesthesia                  Analg 2006;102(5):1383–1386                        Chattopadhyay S, Kundu R,
         2007;62(7):690–701                        77.   Lapin SL, Auden SM, Goldsmith LJ,                  Bhattacharyya R: Emergence agitation
   66.   Kanaya A, Kuratani N, Satoh D,                  Reynolds AM: Effects of sevoflurane                prevention in paediatric ambulatory sur-
         Kurosawa S: Lower incidence of                  anaesthesia on recovery in children:               gery: A comparison between intranasal
         emergence agitation in children                 a comparison with halothane. Paediatr              Dexmedetomidine and Clonidine. J Res
         after propofol anesthesia compared              Anaesth 1999;9(4):299–304                          Pharm Pract 2015;4(1):24–30
         with sevoflurane: a meta-analysis of      78.   Lehmann V, Giest J, Wermelt J, Bode          89.   Oh AY, Seo KS, Kim SD, Kim CS, Kim
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         2014;28(1):4–11                                 emergence agitation. Anaesthesist                  not result in a lower incidence of emer-
   67.   Kararmaz A, Kaya S, Turhanoglu S,               2015;64(5):373–380                                 gence agitation after sevoflurane an-
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                                                                                  © Anästh Intensivmed 2019;60:445–455 Aktiv Druck & Verlag GmbH
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