Rechenschaftsbericht 2015 - Uni Bremen

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Rechenschaftsbericht 2015 - Uni Bremen
SuUB Rechenschaftsbericht 2015         1

                Rechenschaftsbericht
                2015
Rechenschaftsbericht 2015 - Uni Bremen
SuUB Rechenschaftsbericht 2015          2

Staats- und Universitätsbibliothek
Bremen
Bibliothekstraße
28359 Bremen
Telefon: 0421 218-59500
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Herausgeberin: Maria Elisabeth Müller
Bildnachweis: Copyright SuUB
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Inhalt

Vorwort .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .    4
1.		 Dienste und Leistungen .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .                          6
1.1 Etat- und Bestandsentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                 6
1.2 Die SuUB als Archiv- und Landesbibliothek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                       8
1.3 Benutzung und Service . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                          11
1.4 Fernleihe und Dokumentlieferdienste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                    16
1.5 IT-Dienste und elektronische Bibliothek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                  16
1.6 Bibliotheksindex für wissenschaftliche Bibliotheken (BIX-WB) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                                   21
2. Personal .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .        22
2.1 Personalstand. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                   22
2.2 Aus- und Weiterbildung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                        22
2.3 Mitarbeit in universitären Gremien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                 23
2.4 Mitarbeit in Fachgremien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                           23
3. Projekte .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .        26
3.1 Restitution von NS-Raubgut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                             26
3.2 Mobile SuUB-website . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                        26
3.3 Jahresgespräche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                      27
4. Schwerpunktthemen .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .                          28
4.1 Bau eines neuen Magazinturms . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                 28
4.2 Aufbau des Fachinformationsdienstes (FID) Politikwissenschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                                      28
5. Öffentlichkeitsarbeit .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .                      29
5.1 Freundeskreis der SuUB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                           29
5.2 Veranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                    30
5.3 Ausstellungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                  32
5.4 Vorträge und Veröffentlichungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                                34
5.6 Social Media Angebote . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                        37
5.7 Pressemitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                       38
6. Bibliothek in Zahlen .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .                    39
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Vorwort                                       hohen Forschungsintensität der Exzellenz-
                                              universität. Mit über einer Million Biblio-
Der Rechenschftsbericht 2015 der Staats-      theksbesucherinnen und -besuchern und
und Universitätsbibliothek Bremen infor-      einer gleich hohen Zahl von virtuellen Besu-
miert umfassend über unsere Aktivitäten,      chen erfährt die SuUB eine unvermindert
Projekte und Schwerpunkte. Der Auftrag,       große Resonanz. Die gute Leistungsbilanz
Forschung, Lehre und Studium an allen         wird der SuUB auch beim nationalen Biblio-
wissenschaftlichen Hochschulen im Land        theksranking BIX bescheinigt. Ausschlag-
Bremen angemessen und umfassend mit           gebend für die mehrfach ausgezeichnete
Literatur und Fachinformation sowie biblio-   hohe Effizienz der Arbeitsorganisation ist
thekarischen Dienstleistungen zu versorgen,   das gute Verhältnis von Literaturmitteln zur
stellte uns auch im Jahre 2015 vor große      Personalausstattung.
Herausforderungen.
                                              Das DFG-Pilotprojekt der Zeitungsdigitali-
Es ist uns erfolgreich gelungen, den zur      sierung fand Ende des Jahres 2015 einen
Verfügung stehenden Medienetat von über       erfolgreichen Abschluss. Die SuUB digitali-
7 Mio. EUR zielgerichtet und effektiv zum     sierte den für die historische Forschung
Ausbau des gedruckten und elektronischen      einmaligen Bestand der deutschsprachigen
Medienbestandes einzusetzen. Durch den        Zeitungen des 17. Jahrhunderts. Die Digitali-
Abschluss eines neu ausgehandelten Lizenz-    sierung der Zeitungen des 17. Jahrhunderts
vertrages mit dem Elsevier-Verlag kann das    eröffnet die Chance, „ein ganzes Jahrhun-
umfangreiche digitale Volltextangebot         dert neu zu entdecken“, so Volker Hagedorn
(E-Journals und E-Books) für die beiden       in seinem ganzseitigen ZEIT-Beitrag
Folgejahre garantiert werden. Die Nutzung     „Die Breaking News von damals kann man
der elektronischen Angebote hat im Jahr       jetzt online lesen” (DIE ZEIT, 22.10.2015,
2015 erneut die Zahl der Ausleihen von        S. 18). Ein weiteres Forschungsprojekt
gedruckten Beständen deutlich übertroffen.    zur Suche und Restitution von NS-Raubgut
Diese Entwicklung ist auch ein Zeichen der    im Bestand der SuUB, das mit Mitteln des
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Deutschen Zentrums Kulturgutverluste          Ihnen gilt mein besonderer Dank,
gefördert wird, startete im Februar 2015.     meine Anerkennung und Wertschätzung.

Von großer Bedeutung ist die Ende Dezem-
ber 2015 erhaltene Bewilligung des DFG-
Antrags zum Aufbau eines Fachinformati-
onsdienstes Politikwissenschaft. In den       Bremen, im November 2016
nächsten drei Jahren erhält die Bibliothek
über 1 Mio. EUR Fördermittel, um gemein-
sam mit dem Projektpartner GESIS ein
bedarfsgerechtes Literatur- und Infor-        Dieser Rechenschaftsbericht wurde von der Gemeinsamen Bibliotheks-
                                              kommission in ihrer Sitzung am 16.11.2016 zustimmend zur Kenntnis
mationsangebot für die politikwissenschaft-   genommen.

liche Spitzenforschung in Deutschland
aufzubauen.

Positiv hervorzuheben ist darüber hinaus
der Baubeginn des neuen Büchermagazins,
das dringend benötigten Raum für die
auch im digitalen Zeitalter weiter wachsen-
den gedruckten Bestände insbesondere
der historisch arbeitenden Wissenschafts-
disziplinen schaffen wird.

Der Rechenschaftsbericht verdeutlicht wie
schon in den Jahren zuvor die hohe Leis-
tungsbereitschaft und Motivation der Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter der Staats- und
Universitätsbibliothek Bremen.
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1.	 Dienste und Leistungen                      gegenüber 2014. Durch Angebote wie nut-
                                                zergesteuerte Erwerbung und Kaufvor-
1.1 Etat- und                                   schläge konnte sichergestellt werden, dass
Bestandsentwicklung                             die knappen Mittel zielgerichtet und effektiv
                                                eingesetzt werden.
Die Basiszuweisung für wissenschaftliches
Schrifttum bewegte sich 2015 mit einem          Im zweiten Quartal 2015 zeichnete sich
Betrag von 7.075.000 € auf dem Niveau der       deutlich ab, dass sich der Absturz des Euros
Vorjahre; darin enthalten ist eine Aufsto-      gegenüber dem US-Dollar um mehr als 20 %
ckung in Höhe von 1.000.000 € aus Mitteln       gegenüber dem Vorjahr verfestigt hatte.
des Hochschulpakts. Diese wurde nötig, da       Da ein Großteil der von der Bibliothek sub-
die Mittel aus der Rücklage für die Finanzie-   skribierten Produkte in US-Dollar fakturiert
rung der dringend erforderlichen Aufsto-        wird, bedeutete der Verfall des Wechselkur-
ckung des Magazins zur Erweiterung der          ses bei vielen Produkten Mehrkosten von
Buchstellflächen gebunden sind und nicht        15 – 20 %. Die für den Ausgleich von Wech-
mehr zur Ergänzung des Etats zur Verfü-         selkursschwankungen vorgesehene Rück-
gung stehen. Diese Basiszuweisung konnte        lage war aber durch die Baumaßnahme zur
2015 um einen Betrag von 200.000 € aus          Aufstockung des Magazins gebunden. Der
Einnahmen verstärkt werden.                     Versuch, in den besonders betroffenen
                                                Fächern kurzfristig durch Abbestellungen
Wie bereits in den Vorjahren führten die        von Zeitschriften die Kosten zu reduzieren,
Preissteigerungen bei wissenschaftlichen        brachte nur in einigen Fächern eine spür-
Zeitschriften und Datenbanken vor allem bei     bare Entlastung.
den hochpreisigen Anbietern in den Natur-
und Ingenieurwissenschaften dazu, dass          Der größte Teil der Zeitschriftenbudgets ist
2015 weniger Mittel für Monografien bereit-     in mehrjährigen Verträgen bei den großen
gestellt werden konnten: Die Anzahl der         Wissenschaftsverlagen und in regionalen
erworbenen Monografien sank 2015 um 6 %         und nationalen Konsortien gebunden. Diese
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Verträge, besonders die bundesweiten, von        die Verhandlungsziele erreicht werden.
der DFG finanziell unterstützten Allianzlizen-   Trotz dieses Erfolges konnten die regelmä-
zen und die Verträge der regionalen Biblio-      ßigen und währungsbedingten Preissteige-
thekskonsortien bieten im Gegenzug für eine      rungen durch den hohen Anteil der überjäh-
Umsatzgarantie einen Zugriff auf ein Vielfa-     rigen Bindungen nicht kompensiert werden.
ches der abonnierten Inhalte und geben           Daher wurde das Haushaltsjahr 2015 mit
gerade bei Wechselkursschwankungen               einem Defizit von 188.000 € abgeschlossen.
Planungssicherheit. Ein Ausstieg aus diesen      Der Fehlbetrag wird als negativer Vortrag
Verträgen bedeutet i.d.R. eine drastische        nach 2016 übernommen.
Reduzierung der verfügbaren Zeitschriften
für alle Wissenschaftsfächer. Vor diesem         Die Bestandspflege zur Reduzierung des
Hintergrund kam der Verlängerung des             Bestandszuwachses ist Teil der regelmäßi-
Vertrages für die Elsevier-Zeitschriften         gen Zielvereinbarung mit der Senatorischen
besondere Bedeutung zu: Die Kosten für die       Behörde. Die Anzahl der Aussonderungen
Lizenzierung der Elsevier-Journals haben         erreichte fast 40 % der Summe aller Medi-
durch regelmäßige jährliche Preissteigerun-      enzugänge 2015. Der Anstieg gegenüber
gen von 3 % - 5 % eine Höhe erreicht, die bei    dem Vorjahr wurde durch die Abarbeitung
einem stagnierenden Bibliotheksetat nicht        von Vorhaben verursacht, die 2014 nicht
mehr aufgefangen werden können. Die              umgesetzt werden konnten (u.a. Auflösung
Lizenzverhandlungen für die Jahre 2016 und       eines großen Bestandes veralteter
2017 hatten daher das Ziel, entweder das         Schulbücher).
Volumen (und damit die verfügbaren Inhalte)
deutlich zu reduzieren oder die Spirale der      Die Universität Bremen unterstützt ihre
Preissteigerung zu unterbrechen. In dem mit      wissenschaftlichen Autoren nach den Vorga-
Unterstützung der Universitätsleitung neu        ben des DFG-Förderprogramms „Open
ausgehandelten Vertrag mit dem Elsevier-         Access Publizieren“ mit der Finanzierung
Verlag für die Jahre 2016 und 2017 konnten       von Artikelgebühren. Die SuUB übernimmt
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dabei die Publikationskosten in Open-          werden. Außerdem konnte die SuUB die
Access-Zeitschriften und wickelt den           Bibliothek des 2011 verstorbenen Histori-
Bezahlvorgang ab.                              kers Prof. Herbert Schwarzwälder überneh-
Im Jahr 2015 wurden insgesamt 66 Publika-      men. Schwarzwälder erforschte seit 1953
tionen mit einem Kostenvolumen von             die Geschichte der Freien Hansestadt
91.000 € gefördert. Da ab 2015 keine DFG-      Bremen und ist für seine fünfbändige
Mittel mehr zur Verfügung standen, erfolgte    Geschichte der Freien Hansestadt Bremen
die Finanzierung aus dem Etat für wissen-      bekannt. Der Nachlass umfasst mehr als 150
schaftliches Schrifttum.                       Umzugskartons und enthält seltene Altbe-
                                               stände, Regionalia und eine Sammlung histo-
                                               rischer Kinderbücher. Die Sichtung und
1.2 Die SuUB als Archiv- und                   Einarbeitung wird voraussichtlich mehrere
Landesbibliothek                               Jahre benötigen.

Die SuUB ist die größte und älteste wissen-    Im März 2015 erhielt die Bibliothek zwei
schaftliche Bibliothek Bremens und nimmt       Bücher als Restitution aus Georgien zurück.
heute neben der Versorgung der Universität     Die Werke aus dem 18. Jahrhundert zählten
und der Hochschulen mit Fachinformation        zu den Bibliotheksbeständen der Staatsbib-
die Aufgaben einer Landes- und Archivbiblio-   liothek Bremen, die zum Schutz vor Kriegs-
thek für die Freie Hansestadt Bremen wahr.     zerstörungen während des Zweiten Welt-
In diesem Rahmen ist die Bibliothek            krieges in ein ehemaliges Bergwerk nach
bestrebt, ihre Sammlung von Bremischen         Bernburg/Saale ausgelagert worden waren.
Rara zu erweitern. So konnten 2015 ein         In den Nachkriegswirren wurden große Teile
Konvolut mit Musikhandschriften und Musik-     dieser Bestände als Kriegsbeute von der
drucken aus den Beständen des früheren         Roten Armee mitgenommen und an unter-
Theater-Unternehmungsvereins sowie ein         schiedliche Bibliotheken abgegeben. Viele
Autograph von Gerhard Rohlfs angekauft         Bücher aus Bremen gelangten auf diese
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Weise nach Georgien. 1998 erfolgte eine         gen als Pflichtexemplare. 2015 wurden im
größere Rückgabe aus Georgien an die            Rahmen geltender gesetzlicher Regelungen
SuUB. Im Rahmen des Antrittsbesuchs des         1.384 gedruckte und 828 elektronische
neuen georgischen Botschafters Prof. Dr.        Publikationen in den Bestand genommen. Bei
Dr. h.c. Lado Chanturia bei Bürgermeister       der Erarbeitung von Lösungen und Stan-
Jens Böhrnsen übergab der Botschafter in        dards für die elektronische Pflichterwer-
der Oberen Rathaushalle die beiden Werke        bung ist die SuUB in ein nationales Netzwerk
der Direktorin der SuUB.                        von Regional- und Landesbibliotheken
                                                eingebunden.
In einer Ausstellung wurden aus den histori-
schen Sammlungen der SuUB, vornehmlich          Ausbau der Digitalen Sammlung
aus den überlieferten Nachlässen, bremi-        Die digitale Transformation regionalhistori-
sche Stammbücher des 16. bis 20. Jahrhun-       scher Bestände wurde im Jahr 2015 fortge-
derts der Öffentlichkeit präsentiert.           setzt. Mit Eigenmitteln der SuUB Bremen
Im Rahmen bestandserhaltender Maßnah-           werden bedeutende Titel zur Regional- und
men förderte die „Koordinierungsstelle zur      Kulturgeschichte Bremens und Nordwest-
Erhaltung des schriftlichen Kulturguts“ (kek)   deutschlands digitalisiert und für die wis-
die umfangreiche konservatorische und           senschaftliche und Stadtöffentlichkeit online
restauratorische Bearbeitung des Nachlas-       frei verfügbar über das bereits etablierte
ses des Archäologen und Pädagogen Dr.           Portal bereitgestellt:
Hans Schaal.                                    http://www.suub.uni-bremen.de/kataloge-
                                                sammlungen/digitale-sammlungen/
Ein wesentlicher Teil der Aufgabe als Lan-
desbibliothek ist die Sammlung und Archivie-    Im Berichtsjahr entstanden weitere 213.000
rung der in Bremen und über Bremen              Digitalisate. Der überwiegende Anteil dieser
erscheinenden Publikationen. Die SuUB           Summe besteht aus den Digitalisaten des
bezieht mehr als 800 solcher fortlaufenden      Ende 2015 beendeten DFG-Projekts zu
Sammelwerke wie Zeitschriften und Zeitun-       deutschsprachigen Zeitungen des 17. Jahr-
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                            10

hunderts, in dem der vollständige Bestand       angefragt werden. Das Projekt wird 2016 in
deutschsprachiger Zeitungen des                 Kooperation mit der HAB Wolfenbüttel
17. Jahrhunderts der SuUB Bremen (ca. 500       durchgeführt.
Zeitungsunternehmen, ca. 750 Titel, ca.
375.000 Seiten) digitalisiert wurde.            Ab Oktober 2015 wurde die Dienstleistung
Zusammen mit den Partnerbibliotheken            „Digitales Wunschbuch“ (Digitalisierung on
dieses Pilotprojektes wurde ein Masterplan      Demand, http://www.suub.uni-bremen.de/
Zeitungsdigitalisierung inhaltlich vorberei-    infos/digitalisierung-auf-wunsch/)
tet, in dem Standards und Strukturen für        vorbereitet, die im Januar 2016 offiziell
eine Zeitungsdigitalisierung in ganz            gestartet wurde. Hier können Nutzer und
Deutschland beschrieben werden.                 Nutzerinnen der SuUB kostenpflichtig Titel
                                                zur Digitalisierung bestellen.
Der mit dem DFG-Projekt „Nachbearbeitung
des OCR-Volltextes der Zeitschrift Die          Alle aktuellen Neuzugänge der Digitalen
Grenzboten“ begonnene Aufbau von Kompe-         Sammlungen können online eingesehen
tenzen zum Thema (automatische) Volltex-        werden:
terschließung (insb. bei Frakturschriften)      http://brema.suub.uni-bremen.de/nav/
und OCR-Nachbearbeitung konnte weiter           history/
ausgebaut werden. Hiermit hat die SuUB
Bremen für die Digital Humanities ein wichti-
ges Werkzeug zur automatischen Volltexter-
kennung großer digitalisierter Quellentexte
mit Frakturschriften entwickelt.

Ende des Jahres erfolgten Vorbereitungen
für die Digitalisierung ausgewählter bedeu-
tender mittelalterlicher Handschriften der
SuUB Bremen, die vielfach für Ausstellungen
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                              11

1.3 Benutzung und Service                         in die Literaturrecherche sowie in die Nut-
                                                  zung von Fachdatenbanken, E-Journals und
Die Nutzung der SuUB war auch im Jahr             E-Books erfreut sich guter Akzeptanz.
2015 intensiv. Die Zahl der physischen Bib-
liotheksbesuche (2015: 1.3 Mio.) erreichte        Die Zahl der Schulungsteilnehmer (2015:
ebenso wie die im Rahmen des Bibliotheks-         8.024, 2014: 8.342) und die Zahl der
benchmarkings BIX ermittelten virtuellen          Schulungsstunden war im Vergleich zum
Bibliotheksbesuche (1.25 Mio.) das Niveau         Vorjahr rückläufig (2015: 553, 2014: 580).
des Vorjahres.                                    Die leicht sinkenden Zahlen sind nicht auf
                                                  eine geringere Nachfrage, sondern auf
Die Nutzung der digitalen Medien stieg            fehlende Personalressourcen in der Biblio-
erneut an. Die Anzahl der Volltextzugriffe        thek zurückzuführen. 59,2 % der Veranstal-
auf von der SuUB lizenzierte elektronische        tungen wurden von Studierenden der
Ressourcen lag im Jahr 2015 bei 2.67 Mio.         Bachelor- und Master-Studiengänge der
(2014: 2.44 Mio.) und hat damit die Zahl          bremischen Hochschulen in Anspruch
der Ausleihen gedruckter Bestände (2015:          genommen. 24,9 % aller Schulungsveran-
2.1 Mio., 2014: 2.2 Mio.) deutlich übertroffen.   staltungen wurden von Schülerinnen und
                                                  Schülern der Oberstufenjahrgänge des
Das stetig wachsende Angebot an verfügba-         Landes Bremen und des niedersächsischen
ren Ressourcen und Informationen stellt die       Umlandes besucht. Diese Nutzergruppe
Nutzer und Nutzerinnen der Bibliothek vor         kommt bereits seit mehreren Jahren in die
große Herausforderungen. Das Finden,              SuUB, um sich über die Angebote einer
Auswählen, Bewerten und die Weiterverar-          Universitätsbibliothek zu informieren und
beitung von Ressourcen müssen erlernt             nach Literatur für die jeweiligen Projekte
werden. Für die SuUB stellt deshalb die           und Seminarfacharbeiten zu recherchieren.
Vermittlung von Informationskompetenz seit        Die Bibliothek betrachtet die schülerbezoge-
Jahren eine zentrale Aufgabe dar. Das Schu-       nen Angebote als Marketingbeitrag für die
lungsangebot im Rahmen von Einführungen           bremischen Hochschulen.
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Zugleich erfolgen die Schulungsaktivitäten                            Im April 2015 initiierte die SuUB sowohl in
auf der Grundlage einer Rahmenvereinba-                               der Zentrale als auch im Juridicum die
rung mit der Senatorin für Bildung und                                Aktion „10 Wochen – 10 Fragen“. Die Aktion,
Wissenschaft1.                                                        die sich vorwiegend an die Studierenden
                                                                      richtete, entsprang dem Wunsch, den Besu-
Seit Ende 2014 lizenziert die SuUB zusätzlich                         chern und Besucherinnen ein niederschwel-
zu RefWorks auch das Literaturverwal-                                 liges Feedback zur Bibliothek zu ermögli-
tungsprogramm Citavi. Im Jahr 2015 wurden                             chen. Dazu wurde im Eingangsbereich der
erstmals Schulungen für beide Programme                               beiden Standorte eine Metaplanwand mit der
angeboten, die jeweils sehr gut besucht                               „Frage der Woche“ aufgestellt. Ihre Antwor-
waren.                                                                ten und Kommentare konnten die Besucher
                                                                      und Besucherinnen jeweils eine Woche lang
Am 1.7.2015 wurde die zuletzt im Jahr 2008                            auf die Metaplanwand schreiben.
geänderte Gebührenordnung der SuUB                                    Die Statements lauteten:
aktualisiert. Unter anderem wurden die                                „Ich bin heute hier …”
Gebühren für die 2. Mahnung in Anlehnung                              „In der Bib kann ich ....“
an die Gebührenordnung für wissenschaftli-                            „Mir gefällt hier…“
che Bibliotheken in Niedersachsen von 3 €                             „Mich nervt hier …“
auf 5 € angehoben. Schülerinnen und Schü-                             „Von den Bibliotheksmitarbeitern
ler erhalten jetzt einen kostenlosen Biblio-                          erwarte ich …“
theksausweis. Darüber hinaus wurden                                   „Ich würde hier gerne ändern …“
Gebühren für das neu entwickelte Angebot
„Digitalisierung on Demand“ festgelegt.                               Das Format erwies sich als sehr einladend.
                                                                      Die zumeist jungen und vermeintlich eher
                                                                      technikaffinen Besucher und Besucherinnen
                                                                      nutzten die Metaplanwände außerordentlich
1         Rahmenvereinbarung zwischen der Senatorin für Bildung und
Wissenschaft Bremen, dem Magistrat der Stadt Bremerhaven und dem
                                                                      intensiv und gaben hier deutlich mehr Ant-
Bremischen Bibliotheksverband, Landesverband Bremen im Deutschen
Bibliotheksverband e.V. (dbv) vom 01.02.2011
                                                                      worten als im Weblog der Bibliothek und auf
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Facebook, wo die Aktion zeitgelich ebenfalls   leistungen und den räumlichen Angeboten
zehn Wochen lang angeboten wurde. Für die      der Bibliothek.
Auswertung der Ergebnisse wurden die
Antworten von den Metaplanwänden abge-         Auf den Metaplanwänden tauschten sich die
tippt und zu übersichtlichen Themenblöcken     Bibliotheksbesucher und Besucherinnen
zusammengefasst. Neben den zahlreichen         auch untereinander aus. Dadurch war für
Bemerkungen mit direktem Bezug zum             alle gleichermaßen sichtbar, dass die skiz-
jeweiligen Statement wurden einzelne The-      zierten Erwartungen an die Bibliothek wie
men immer wieder genannt. Dazu gehörten        auch die Meinungen über die Bibliothek
u.a.: der Wunsch nach ausgedehnteren           durchaus konträr sind.
Öffnungszeiten, der Wunsch nach mehr
Einzel- und Gruppenarbeitsplätzen in der       Ein gänzlich unerwarteter Marketing-Erfolg
Bibliothek, Probleme mit den Druckern und      entstand aus einem Kommentar in der zwei-
Scannern sowie das als mangelhaft empfun-      ten Woche. Zu der Aussage „In der Bibliothek
dene Angebot in der vom Studentenwerk          kann ich...“ fiel der Begriff „abbibben“ auf.
betriebenen Automaten-Cafeteria.               Aus dieser neuen Wortschöpfung entwi-
                                               ckelte die Bibliothek eine Postkarte mit
Die Fragen und Antworten wurden über die       einem lexikalischen Eintrag. Kaum herge-
Social Media Kanäle der SuUB gepostet und      stellt, erfreute sich diese Postkarte einer
aus Sicht der Bibliothek kommentiert.          überraschend großen Nachfrage: Sowohl
Eine zusätzliche Auswertung nahm eine          von Nutzern und Nutzerinnen der Bibliothek
Mitarbeiterin der Bibliothek im Rahmen ihres   als auch aus anderen Bibliotheken kamen
Bachelor-Studiengangs Information und          zahlreiche positive Kommentare und Bitten
Dokumentation an der FH Potsdam vor.           um Zusendung der Karten. Zum Dank poste-
                                               ten Empfänger Fotos auf Facebook, auf
Durch die Aktion erhielt die Bibliothek ein    denen die Postkarte an den verschiedenen,
direktes, teilweise emotionales Feedback       auch internationalen Plätzen und in unter-
der Nutzer und Nutzerinnen zu den Dienst-      schiedlichen Bibliotheken zu sehen ist.
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Teilbibliotheken                               Forschungsstand zum Thema ‚Internet und
Im Oktober wurde die langjährige Leiterin      Senioren‘“ des Studiengangs Betriebswirt-
der Teilbibliotheken, zu denen die dezentra-   schaftslehre unterstützten die Bibliotheks-
len Bibliotheksstandorte der SuUB der Hoch-    mitarbeiter und Bibliotheksmitarbeiterinnen
schulen in Bremen und Bremerhaven zählen,      intensiv Studierende der
in den Ruhestand verabschiedet. Die Stelle     Wirtschaftsinformatik.
blieb in 2015 vakant.
                                               Im Bereich der Literaturversorgung wurde
Teilbibliothek an der Hochschule               die Lehrbuchsammlung für die technischen
Bremerhaven                                    Studiengänge grundlegend überarbeitet.
Das Angebot zur Förderung von Informati-
onskompetenz umfasste neben den etablier-      In Zusammenarbeit mit der Humboldtschule
ten Angeboten während der Einführungswo-       Bremerhaven konnte die Lesung der Fern-
che des Wintersemesters die Einbindung         sehjournalistin Dr. Gabriele Krone-Schmalz
mehrerer Workshops der Bibliothek in das       organisiert werden.
Hochschulprogramm „Studi-Support – für         Zur Weiterbildung konnte ein interner Aus-
ein erfolgreiches Studium“ der Servicestelle   tausch mit Kolleginnen der Teilbibliothek
Lernen und Lehren an der Hochschule Bre-       Technik/Sozialwesen realisiert werden.
merhaven. Die Veranstaltungen wurden in
enger Absprache mit den verschiedenen          Teilbibliothek Technik und Sozialwesen
Studiengängen durchgeführt. Dabei nahm         an der Hochschule Bremen
die elektronisch gestützte Literaturverwal-    Trotz größerer personeller Veränderungen
tung einen besonderen Stellenwert ein.         und der dadurch entstandenen Vakanzen
                                               konnte das Schulungsangebot aufrechter-
Die Zusammenarbeit mit der Krankenpflege-      halten und sogar weiterentwickelt werden.
schule am Klinikum Bremerhaven-Reinken-        So wurden beispielsweise die Recherchese-
heide konnte fortgeführt werden.               minare mithilfe einer interaktiven Präsenta-
Im Rahmen des Projektes „Der aktuelle          tionsplattform durchgeführt. Die Teilneh-
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menden hatten dadurch mehr individuelle           der Hochschule Bremen konnten trozt per-
Übungsphasen und konnten im Rahmen                soneller Wechsel aufrechterhalten werden.
des sogenannten Homework die Inhalte
auch nach Abschluss der Präsenzveranstal-         Die Umstellung der Zeitschriften auf e-only
tungen vertiefen.Dabei ermöglichte der            wurde abgeschlossen, die gedruckten Mono-
Einsatz von Tablets den Bibliotheksmitarbei-      grafien im Bereich der Lehrbücher
tern und Bibliotheksmitarbeiterinnen eine         aktualisiert.
direkte Betreuung der Teilnehmenden an
deren Arbeitsplätzen.                             Teilbibliothek Musik an der Hochschule
                                                  Bremen
Für den neu eingeführten Studiengang              Die Fassadensanierung des unter Denkmal-
„Angewandte Therapiewissenschaften“               schutz stehenden Gebäudes durch die Hoch-
der Fakultät 3 entstand ein ganz neues            schule für Künste hatte Auswirkungen auf
Bestandssegment elektronisch und                  die Benutzung der Bibliothek. Schmutz und
gedruckt. In Absprache mit den Professoren        Lärm schreckten zeitweise Nutzer und
und Professorinnen wurde das Schulungs-           Nutzerinnen ab, sich in den Räumen aufzu-
konzept für die Studierenden aufgebaut            halten. Kurzzeitig musste ein Arbeitsbereich
und umgesetzt.                                    wegen Wassereinbruchs gesperrt werden.
                                                  Bestände wurden durch die Sanierungsar-
Als zusätzlicher Service wurde eine Rückga-       beiten nicht beschädigt.
bebox vor der Bibliothek installiert. Damit ist
die Medienrückgabe auch außerhalb der             Durch kontinuierliche Sichtung und Ausson-
Öffnungszeiten der Bibliothek möglich.            derung der Medien entstanden freie Stellflä-
                                                  chen, die an anderer Stelle für neuerworbe-
Teilbibliothek Wirtschaft und Nautik an           nen Bestand benötigt wurden. Zur optimalen
der Hochschule Bremen                             Ausnutzung der in 2014 erweiterten Regal-
Die Schulungsaktivitäten für die Studien-         kapazitäten waren daher Bestandsverlage-
gänge am Fachbereich Wirtschaft und Nautik        rungen notwendig.
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                             16

Teilbibliothek Kunst an der Hochschule           Der Rückgang der Fernleihbestellungen ist
Bremen                                           seit einiger Zeit bundesweit in allen Biblio-
Der Bestand wurde weiter anhand der              theken zu verzeichnen. Die Ursache für
Bedarfe der Fachbereiche Kunst und               diesen Rückgang liegt vor allem in den stetig
Design ausgebaut. Durch Neuorganisation          wachsenden lokalen Angeboten an elektroni-
der Betreuung konnte der Service in den          schen Ressourcen. Trotz des Rückgangs der
Sommermonaten trotz der personellen              Bestellungen sind die Bestände der SuUB
Engpässe in gewohntem Umfang aufrechter-         allerdings sowohl im Rahmen der Fernleihe
halten werden.                                   als auch über Subito weiterhin gut nachge-
                                                 fragt. Das Verhältnis der Lieferungen an
                                                 auswärtige Nutzer ist wie im Vorjahr ca.
1.4 Fernleihe und                                fünfmal so hoch wie die Bestellungen der
Dokumentlieferdienste                            Bremer Nutzer – ein Zeichen für die gleich-
                                                 bleibend hohe Qualität des Bestandes.
Nicht am Ort vorhandene Print-Titel
können die Nutzer und Nutzerinnen per
Online-Fernleihe in anderen Bibliotheken         1.5 IT-Dienste und
bestellen. Darüber hinaus beteiligt sich die     elektronische Bibliothek
SuUB mit „Subito“ an einem Dokumentliefer-
dienst wissenschaftlicher Bibliotheken, der      Die Nutzung digitaler Medienangebote und
bestellte Dokumente direkt an den Endkun-        Bibliotheksdienste ist zunehmend Standard
den ausliefert. In der SuUB ist die Anzahl der   in Forschung und Lehre. Ein wichtiges Ziel
Bestellungen aus anderen Bibliotheken            der Bibliotheksentwicklung ist daher der
wiederum im Vergleich zum Vorjahr leicht         bedarfsgerechte Ausbau unserer elektroni-
gesunken 2015: 49.837 (2014: 54.292).            schen Angebote und Dienste und insbeson-
Dasselbe gilt für die Anzahl der von Nutzern     dere deren ständige Verfügbarkeit. Dies
der SuUB über die Fernleihe getätigten           erfordert den Betrieb einer zeitgemäßen,
Bestellungen 2015: 10.118 (2014: 11.086).        verlässlichen technischen Infrastruktur, die
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regelmäßig auf den neuesten Stand               physischen Server als virtuelle Maschinen,
gebracht wird.                                  von denen jede Zugriff auf die zugrunde
                                                liegenden Ressourcen des Servers hat. Im
Im Jahr 2015 konnte eine praktisch vollstän-    Rahmen der kontinuierlichen Erneuerung
dige Grundverfügbarkeit der Standard-           der Infrastruktur wurden zwei Server der
dienste erreicht werden: das lokale Biblio-     VMware-Farm ausgetauscht. Die Umstellung
thekssystem, die E-LIB und der                  aller Bibliotheksrechner auf moderne Win-
PC-Nutzerpark waren nahezu ohne Unter-          dowsversionen konnte abgeschlossen wer-
brechung das ganze Jahr verfügbar.              den. Ein großer Teil der Nutzerarbeitsplätze
                                                in der Zentrale wurde mit neuen Geräten
Modernisierte IT-Infrastruktur in der           ausgestattet.
Bibliothek
Zur Verbesserung der Verfügbarkeit der          Das in 2015 für den Campus neu bereitge-
PC-Infrastruktur wurde das intern verwen-       stellte Literaturverwaltungsprogramm
dete Softwaremanagementsystem der               Citavi steht nun nicht nur allen Nutzern und
Bibliothek komplett erneuert und                Nutzerinnen zum persönlichen Download zur
modernisiert.                                   Verfügung, sondern ist auch auf allen Rech-
                                                nerarbeitsplätzen im Bibliothekssystem in
Das System erlaubt die vollautomatische         der lizenzierten Vollversion verfügbar. Damit
Installation und Wiederherstellung von Rech-    bietet die SuUB neben der Software Ref-
nern für Bibliotheksnutzer und der Mitarbei-    Works, die besonders zur kollaborativen
ter. Die Bereitstellung und der Betrieb zahl-   Literaturverwaltung in Teams geeignet ist,
reicher Windows- und Linux-basierter            ein weiteres, stark nachgefragtes System
Server, die Online Bibliotheksservices anbie-   zur Organisation eigener Literaturzitate an.
ten, erfolgt virtualisiert über eine soge-
nannte VMware-Farm. Die Virtualisierung         E-LIB Nachweisbasis & Suchraum
von Servern erlaubt die Ausführung mehre-       Der Umfang der E-LIB Nachweisbasis konnte
rer Betriebssysteme auf einem einzigen          im Jahr 2015 kontinuierlich vergrößert
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werden. Metadaten großer Verlage werden                                    Durch zusätzliche Maßnahmen der Suchma-
dazu automatisch gesammelt und zur Aktua-                                  schinenoptimierung (SEO) konnte erreicht
lisierung dem Suchmaschinenindex laufend                                   werden, dass die in der E-LIB publizierten
hinzugefügt. In ähnlicher Weise werden auch                                Bremer Texte durch ein erheblich verbes-
zunehmend Nachweise von Artikeln in Print-                                 sertes Rankingverhalten in Suchmaschinen
medien importiert und über die Suchfunktion                                wie Google noch sichtbarer werden.
angeboten2.
                                                                           E-LIB Suchtechnik
Open Access Repository                                                     Die Bibliothekssuchmaschine E-LIB arbeitet
Ein wichtiger Teilbereich der Elektronischen                               bereits seit einiger Zeit mit einem besonde-
Bibliothek E-LIB ist das universitäre Reposi-                              ren Rankingverfahren, das neben den übli-
tory zur Online-Veröffentlichung von wis-                                  chen Verfahren der Textstatistik auch Para-
senschaftlichen Dokumenten nach dem                                        meter der Mediennutzung berücksichtigt
Prinzip des Open Access. Wissenschaftler                                   analog dem Page Rank Algorithmus der
und Wissenschaftlerinnen können dort                                       Suchmaschine Google.Im Jahr 2015 wurde
eigenständig ihre Texte publizieren.                                       das Verfahren durch zwei Artikel in Fach-
                                                                           zeitschriften dokumentiert3.
In 2015 wurde der komplette Bereich inhalt-
lich und technisch überarbeitet und die                                    Interne IT-Dienste
Nutzerfreundlichkeit des Zuganges verbes-                                  Seit dem Jahr 2000 werden an der SuUB
sert, um die Open Access Transformation an                                 Bremen Intranetsysteme betrieben, die
der Universität weiter zu fördern.                                         dienstliche Informationen für die Mitarbeiter
                                                                           und Mitarbeiterinnen bereitstellen. Im Laufe
                                                                           der Zeit wurden zuvor mehrere ganz unter-
                                                                           schiedliche Lösungen genutzt. Um diese
2          Metadaten aller Zeitschriftentitel und -aufsätze der Verlage:
Elsevier, Springer, Wiley, American Economic Association, American
                                                                           komplexe Situation wieder zu vereinheitli-
Geophysical Union, Annual Reviews, BioOne, Cambridge University
Press, deGruyter, Highwire, IEEE, JSTOR, Karger, OECD, Taylor &
                                                                           chen, konnte im Jahr 2015 mit der Software
Francis, u.v.a.
                                                                           3     Siehe Kapitel 5.4 Vorträge und Veröffentlichungen
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                           19

Confluence ein neues System eingeführt         erweitert. Einige interne, noch Print-
werden, das auf einer Wiki-Methodik basiert    basierte Medienbestellverfahren an Buch-
und alle bisher verwendeten Teilsysteme        händler konnten durch Umstellung auf Email-
ablöst. Darüber hinaus eröffnet Confluence     basierte Übermittlung optimiert werden.
Möglichkeiten, die interne Kommunikation
der Mitarbeitenden sowie die Zusammenar-       Seit Januar 2015 läuft das Pilotprojekt zur
beit der Abteilungen zu verbessern.            alternierenden Telearbeit für Mitarbeiter
                                               und Mitarbeiterinnen der Bibliothek. Zur
Im Bereich der Verwaltung der bibliographi-    Organisation der Heimarbeitsplätze wurde
schen Metadaten im Kontext der Erwerbung       eine Lösung aus Hard- und Software entwi-
wurden einige noch klassisch betriebene        ckelt, die es den Projektmitarbeiterinnen
Geschäftsprozesse durch Neuorganisation        und -mitarbeitern erlaubt, über eine ver-
mittels elektronischer Verfahren optimiert:    schlüsselte Verbindung direkt wie an ihrem
täglich werden die Daten neu beschaffter       Bibliotheksarbeitsplatz zu arbeiten.
Titel automatisiert vom lokalen Bibliotheks-
system (PICA LBS3) in das hauseigene SAP-      Im Jahr 2015 beteiligte sich die Abteilung
System übernommen. Die dafür notwendige        intensiv an der technischen Konzeption der
Schnittstelle musste im Jahr 2015 komplett     anvisierten Suchsysteme und Online-Dienste
überarbeitet und auf ein neues Verfahren       im Kontext des DFG–Antrages „Fachinforma-
umgestellt werden, da die zuvor verwendete     tionsdienst Politikwissenschaft“.
Technik für diesen Prozess nicht weiter
gepflegt wird. Eine analoge Umstellung war     Informationsproduktion/Open Access
für den Prozess der Ermittlung der statisti-   Zur Unterstützung des wissenschaftlichen
schen Kennzahlen der Bibliothek zur Angabe     Publizierens im Internet stellt die SuUB mit
für die deutsche Bibliotheksstatistik (DBS)    dem E-LIB Publisher einen zertifizierten
notwendig.                                     Dokumentenserver bereit, auf dem wissen-
Die Möglichkeit zur Online-Medienbestellung    schaftliche Veröffentlichungen der Mitglie-
wurde auch auf die Bestände der Mediathek      der und Angehörigen der Hochschulen dau-
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                          20

erhaft gespeichert und über das Internet       Bestandsprofil relevante, weltweit publi-
uneingeschränkt zugänglich sind.               zierte Open Access-Dokumente im Internet
                                               „einsammelt“ und über die E-LIB erschließt
Mit dem Konzept der Selbstarchivierung von     und zugänglich macht (30 Mio.! OA-Doku-
wissenschaftlichen Publikationen unter-        mente). In den vergangenen Jahren förderte
stützt die SuUB die Politik des Open Access,   die SuUB mit Mitteln der Deutschen For-
des offenen, kostenfreien Zugangs zu wis-      schungsgemeinschaft auch den sogenann-
senschaftlicher Information im Internet.       ten Goldenen Weg des Open Access, in dem
                                               die Artikelgebühren für das Publizieren
Mit dem Angebot eines Repository trägt die     wissenschaftlicher Beiträge in Open Access
SuUB zum internationalen Wissensnetzwerk       Journals finanziert werden. Seit 2015 setzt
und zur Wettbewerbsfähigkeit der Hoch-         die Bibliothek eigene Mittel aus dem Budget
schulen bei. Über den zertifizierten Doku-     für den besonderen Forschungsbedarf ein,
mentenserver (E-LIB Publisher) bietet die      um eine Verstetigung dieses Goldenen Wegs
SuUB eine verlässliche Plattform für das       im Bereich des Open Access zu
elektronische Publizieren von Beiträgen der    gewährleisten.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
der Bremer Hochschulen. Das Repository         2015 wurden die Artikelgebühren für 66
der E-LIB sorgt für die schnelle Verbreitung   Publikationen von Bremer Wissenschaftle-
von wissenschaftlichen Veröffentlichungen      rinnen und Wissenschaftlern übernommen.
und deren eindeutiger Identifizierung (URN)    Die Aktivitäten konzentrierten sich in den
und stellt den kostenfreien Zugang im Inter-   Fachgebieten Umweltphysik und
net sicher. Der Zuwachs an wissenschaftli-     Gesundheitswissenschaften.
chen Beiträgen der Universität Bremen
betrug 2015 insgesamt 700 Publikationen.
Weiterhin unterstützt die Bibliothek die
politische Forderung der Open Access
Bewegung, indem sie für das Bremer
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1.6 Bibliotheksindex für wissenschaftli-        plätze. Auch im Bereich „Nutzung“ nimmt
che Bibliotheken (BIX-WB)                       die Bibliothek eine Position im unteren
                                                Drittel ein.
Am bundesweiten Benchmarking wissen-
schaftlicher Bibliotheken des Bibliotheksin-    Bessere Ergebnisse erzielt die SuUB dage-
dex, kurz: BIX-WB, an dem die SuUB von          gen beim Entwicklungspotential.
Beginn an (2006ff) teilnimmt, stellt sich die   Das Gesamtergebnis, aber auch die Einzel-
Bibliothek in den Leistungsvergleich mit        ergebnisse wurden kritisch bewertet. Unter
anderen wissenschaftlichen Bibliotheken.        Beteiligung des hausinternen Controllings
Leider wird der BIX-WB eingestellt, so dass     wurde die Stärken- und Schwächenbilanz
die vorliegenden Ergebnisse letztmalig          der Leistungen analysiert. Die SuUB hat sich
publiziert werden. Die Platzierungen der        entschieden, die BIX-WB spezifischen Kenn-
Bibliothek in den verschiedenen Bereichen       zahlen weiterhin zu erheben, um die erziel-
haben sich in den vergangenen Jahren kaum       ten Ergebnisse auf die eigene Leistungs-
verändert, da auch die Rahmenbedingungen        fähigkeit anzuwenden.
(Etat, Personal, Raumverhältnisse) konstant
geblieben sind. Betrachtet man die Einzeler-
gebnisse, so ist festzustellen, dass die SuUB
im Bereich der effizienten Erbringung der
Dienstleistungen für Forschung und Lehre
erneut einen Platz in der Top-Gruppe belegt.
Im Bereich der „Angebote“ schneidet die
Bibliothek traditionell schlecht ab. Gründe
dafür sind die o.g. kaum beeinflussbaren
Rahmenbedingungen wie die gleichbleibend
schmale Personaldecke, der zurückgehende
Erwerbungsetat und die eingeschränkten
räumlichen Möglichkeiten für neue Arbeits-
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2. Personal                                      für den höheren Dienst an wissenschaftli-
                                                 chen Bibliotheken, bildete die SuUB eine
2.1 Personalstand                                Referendarin zur Wissenschaftlichen Biblio-
                                                 thekarin aus (Fachstudium Soziologie).
In den vergangenen Jahren lag die SuUB mit       Vier Mitarbeiterinnen nahmen im Berichts-
128 Vollzeitäquivalenten im Vergleich mit        zeitraum an einem berufsbegleitenden Fern-
ähnlichen wissenschaftlichen Bibliotheken        studium im Bereich Bibliothekswissenschaft
bezüglich der Personalstärke bereits im          (BA Bibliotheksmanagement) teil. Zwei von
unteren Drittel (siehe bisherige BIX-Werte).     ihnen konnten in dieser Zeit das Fernstu-
Diese Benachteiligung wird weiter verstärkt,     dium erfolgreich abschließen.
da die mit dem Bremer Wissenschaftsplan
2020 neu festgelegten Eckwerte auf 121           Aufgrund der Einführung des neuen Regel-
VZÄ reduziert wurden.                            werks zur Katalogisierung RDA (Resource
                                                 Description and Access) mussten in kurzer
                                                 Zeit alle Fachkräfte im Bereich Formaler-
2.2 Aus- und Weiterbildung                       schießung umfassend geschult werden.
                                                 Dazu besuchten einige Kollegen und Kollegin-
Die SuUB Bremen ist Ausbildungsbibliothek        nen mehrtägige externe Schulungen für
für die Ausbildungsberufe Fachangestellter/      Multiplikatoren, die vom gemeinsamen Biblio-
Fachangestellte für Medien- und Informati-       theksverband (GBV) und der Deutschen
onsdienste, Fachrichtung Bibliothek (FAMI)       Bibliothek (DNB) durchgeführt wurden. Die
und Buchbinder/Buchbinderin Einzel- und          Multiplikatoren gaben die neuen Erfassungs-
Sonderanfertigung. Im Berichtsjahr               regeln im Rahmen von Inhouse-Schulungen
betreute die Bibliothek fünf Auszubildende.      an das Personal der SuUB und anderer
                                                 Bremischer Bibliotheken weiter. Hierdurch
In Kooperation mit der Gottfried Wilhelm         wurden die Fortbildungstage in 2015 im
Leibniz Bibliothek Hannover, in ihrer Funktion   Vergleich zu 2014 mehr als verdoppelt.
als niedersächsische Ausbildungsbehörde
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                  23

2.3 Mitarbeit in                         Personalrat der Universität Bremen
universitären Gremien                    Dr. Drews, Joachim
                                         Barth, Claudia
Arbeitsgruppe Personalentwicklung        Seiterich, Eugen
Bodem, Caudia                            Wienrich, Christel
Diebold, Andrea
Wienrich, Christel
                                         2.4 Mitarbeit in Fachgremien
Arbeitsgruppe Suchtprävention
Jung, Reinhard                           Aktionsbündnis Urheberrecht für
                                         Bildung & Wissenschaft
Betriebliches                            Müller, Maria Elisabeth: Kooptiertes
Eingliederungsmanagement – Team          Mitglied, Mitglied im Lenkungskreis
Mioch, Peter
                                         American Antiquarian Society
Netzwerk Personalreferenten              Dr. Elsmann, Thomas
Hochschulen
Diebold, Andrea                          Arbeitsgemeinschaft Deutscher, Öster-
                                         reichischer und Schweizer Konsortien
IT-Steuergruppe der Universität Bremen   (GASCO)
Dr. Blenkle, Martin                      Ahlborn, Benjamin, Vertreter für Bremen
Müller, Maria Elisabeth
                                         Arbeitskreis für die Geschichte des 19.
Plenum und Lenkungskreis                 und 20. Jahrhunderts (Historische Kom-
Gesundheit der Universität Bremen        mission für Niedersachsen und Bremen)
Jung, Reinhard                           Dr. Drews, Joachim
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                24

Arbeitskreis Provenienzforschung im       Deutscher Bibliotheksverband e.V.
Norden                                    (DBV): Landesverband Bremen
Cirsovius-Ratzlaff, Volker                Müller, Maria Elisabeth: Vorstand

Arbeitskreis Provenienzforschung und      Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV):
Restitution – Bibliotheken                Verbundleitung
Cirsovius-Ratzlaff, Volker                Müller, Maria Elisabeth

Bauplanungsgruppe                         Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV):
„Magazinerweiterung“                      Fachbeirat
Bodem, Claudia                            Dr. Blenkle, Martin
Huesmann, Silke
Jung, Reinhard                            Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV):
                                          Facharbeitsgruppe Fernleihe und
Beirat der Forschungsstelle für unab-     Endbenutzerdienste
hängige Literatur und gesellschaftliche   Bodem, Claudia
Bewegungen Osteuropas an der
Universität Bremen                        Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV):
Müller, Maria Elisabeth                   Facharbeitsgruppe Lokale
                                          Geschäftsgänge
Bremer Restauratorenrunde                 Ahlborn, Benjamin
Wischmann, Christiane
                                          Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV):
Berufsverband Information                 Facharbeitsgruppe Technische
Bibliothek e.V.                           Infrastruktur
Kamp, Heike: Vorstand Landesgruppe        Dr. Blenkle, Martin: Sprecher
Niedersachsen/Bremen
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                     25

Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV):    Netzwerk Mediatheken
Facharbeitsgruppe Erschließung und       Winsmann, Anke
Information
Dr. Haake, Elmar: Sprecher               Niedersächsischer Beirat für
                                         Bibliotheksangelegenheiten beim MWK
Gesellschaft für Deutsche                Müller, Maria Elisabeth: ständiger Gast
Presseforschung zu Bremen e.V.
Winsmann, Anke                           Prüfungsausschuss für die Abnahme der
                                         Zwischen- und Abschlussprüfungen
Historische Gesellschaft Bremen e.V.     zum/zur Fachangestellten für
Dr. Elsmann, Thomas                      Medien- und Informationsdienste in der
                                         Fachrichtung Bibliothek
Historische Kommission für               Schildt, Martina
Niedersachsen und Bremen
Dr. Elsmann, Thomas                      Prüfungsausschuss für die Abnahme der
                                         Zwischen- und Abschlussprüfungen
International Federation of Library      zum/zur Fachangestellten fürMedien-
Association and Institution              und Informationsdienste in der
Acquisition and Collection Development   Fachrichtung
Section der IFLA                         - Archiv
Dr. Schmolling, Regine: Schrift- und     - Information und Dokumentation
Geschäftsführerin der Sektion            - Medizinische Dokumentation
                                         Schildt, Martina: stellvertr. Mitglied
Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen
Presse e.V.                              Verein Deutscher Bibliothekare (VDB):
Winsmann, Anke: Vorstand                 Kommission für berufliche Qualifikation
                                         Werner, Britta
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                           26

Verein „Erinnern für die Zukunft“              Raubgut in der Bibliothek an. Damals zählte
Dr. Drews, Joachim                             die SuUB Bremen zu einer der ersten wis-
                                               senschaftlichen Bibliotheken Deutschlands,
Wittheit zu Bremen                             die sich dieser Aufarbeitung stellte.
Dr. Elsmann, Thomas
                                               3.2 Mobile SuUB-website

3. Projekte                                    Immer mehr Nutzer und Nutzerinnen ver-
                                               wenden ganz selbstverständlich mobile
3.1 Restitution von NS-Raubgut                 Geräte wie Smartphones, um Internet-
                                               dienste auch unterwegs zu nutzen.
Im Februar 2015 startete die SuUB ein          Wichtigste Eigenschaft aller Smartphones
neues Projekt zur Suche und Restitution von    ist ihre deutlich geringere Displaygröße, die
NS-Raubgut. Das Forschungsprojekt wird         dazu führt, dass bestehende, nicht mobil-
bis 2018 mit Mitteln des Deutschen Zent-       taugliche Webpräsenzen nur sehr umständ-
rums Kulturgutverluste finanziert und          lich bedienbar sind. Auch Bibliotheksange-
gefördert. Aufgrund neuerer Ergebnisse im      bote müssen daher zukünftig um
Bereich der Provenienz- und NS-Raubgut-        entsprechende Funktionen für die mobile
forschung wird die Herkunft der gesamten       Nutzung erweitert werden.
Bestandszugänge der damaligen Staatsbib-       Die Staats- und Universitätsbibliothek
liothek in den Jahren 1933-1948 erstmalig      betreibt seit 2010 ein Webangebot, das die
systematisch untersucht. Insgesamt handelt     typische Bibliothekshomepage und die
es sich um ca. 86.000 Bände. Nach vorsichti-   eigene Katalogsuchmaschine E-LIB in einem
gen Schätzungen werden ca. 20.000 Bände        einheitlichen Layout komplett integriert zur
als raubgutverdächtig eingestuft und einer     Verfügung stellt. Im Rahmen eines Projektes
genaueren Überprüfung unterzogen. Dieses       mit der Bremer Agentur Construktiv wurde
Projekt knüpft an die schon in den 1990er      eine mobile Version dieses komplexen
Jahre begonnenen Recherchen nach NS-           Webangebotes aus Imagewebseite und
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Suchmaschine erarbeitet und im Dezember       Dienstleistungs- und Serviceorientierung.
2015 veröffentlicht.                          Als wichtiger Beitrag zur Personal- und
                                              Organisationsentwicklung wurde im
In diesem Kontext wurde das gesamte 2010      Berichtsjahr 2015 die Führungskräfte-
eingeführte Contentmanagementsystem           Entwicklung weitergeführt, an der hierar-
(CMS) zur Bereitstellung der Webpräsenz       chieübergreifend die zentralen Führungs-
komplett erneuert und aktualisiert.           kräfte der SuUB teilnahmen.
Von den täglich ca. 3.500 virtuellen Besu-
chen kommen derzeit ca. 10 % über mobile      In Zusammenarbeit mit der Universität
Endgeräte. Dieser Nutzergruppe wird nun       veranstaltete die Bibliothek im Juni des
automatisch eine ihrem Endgerät entspre-      Jahres die Kick-Off Veranstaltung zur Ein-
chend optimierte Weboberfläche angeboten.     führung von Jahresgesprächen. Damit nutzt
                                              die Bibliothek ein neues wichtiges Instru-
                                              ment zur Verbesserung der innerbetriebli-
3.3 Jahresgespräche                           chen Kommunikation und Zusammenarbeit.
                                              Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wur-
Die SuUB nutzt und entwickelt innovative      den durch entsprechende Workshops auf die
Technologien zur Aufgabenerfüllung. Durch     Jahresgespräche vorbereitet. Die Vorge-
moderne Managementmethoden sorgt sie          setzten nahmen mit Blick auf die Jahresge-
für hohe Qualität der Dienstleistungen und    spräche an einer Führungskräfteentwick-
für die notwendige Kosteneffizienz. Das       lung teil. Auch zukünftig sollen zugunsten
setzt die kontinuierliche Förderung der       der Führungskräfteentwicklung für alle
Mitarbeiterkompetenz und eine integrierte     Vorgesetzten mit Personalverantwortung
Organisations- und Personalentwicklung im     entsprechende interne Schulungen durchge-
Sinne eines strategischen Change Manage-      führt werden.
ments voraus. Der Schlüssel zur Zukunftsfä-
higkeit der Bibliothek liegt in der Bereit-
schaft zum aktiven Vorantreiben der
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                         28

4. Schwerpunktthemen                           4.2 Aufbau des Fachinformationsdiens-
                                               tes (FID) Politikwissenschaft
4.1 Bau eines neuen Magazinturms
                                               Die SuUB erhielt in 2015 von der DFG die
Im August 2015 wurde mit dem Bau eines         Bewilligung zum Aufbau des Fachinformati-
neuen Magazinturms begonnen, der auf den       onsdienstes (FID) Politikwissenschaft.
bereits bestehenden Magazinanbau mit vier      Der Fachinformationsdienst wird die Litera-
Geschossen aufgesetzt wird. In Abstimmung      turversorgung und die Informationsinfra-
mit der Senatsbaudirektorin wurde eine         struktur für die deutschlandweite For-
besondere Fassadengestaltung ausgewählt:       schung im Bereich der Politikwissenschaft
teflonbeschichtete Platten mit Begriffen des   nachhaltig optimieren. Die enge Einbindung
Buch- und Bibliothekswesens werden als         der Wissenschaftler und Wissenschaftlerin-
Kunst am Bau dem Campus ein städtebauli-       nen bereits bei der Ausarbeitung des Antra-
ches „Markenzeichen“ verleihen.                ges zu zukunftsweisenden wissenschafts-
                                               nahen Informationsdienstleistungen war
Die im Magazinturm entstehende zusätzliche     Grundlage für diesen Erfolg und verdankt
Regalfläche wird Platz für ca. 725.000 Bände   sich der außerordentlich guten Zusammen-
bieten. Voraussichtlich wird der neuge-        arbeit mit den Bremer Forscher und For-
schaffene Platz ausreichen, um den             scherinnen und dem Kölner Institut gesis -
Zuwachs bis ins Jahr 2025 aufzunehmen. Die     Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Fertigstellung der Baumaßnahme ist für den     Die Bibliothek unterstützt damit sowohl die
Sommer 2016 geplant. Die Bibliothek steuert    Exzellenz-Universität Bremen wie auch die
zur Finanzierung zusätzlich zu den Mitteln     überregionale politikwissenschaftliche
des Landes 1,9 Millionen Euro aus eigenen      Spitzenforschung. Die Förderung läuft
Rücklagen bei und finanziert die neue          zunächst von 2016 bis 2018. Eine Abstim-
Rollregalanlage.                               mung mit dem FID Soziologie, den zukünftig
                                               die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln
                                               betreut, wird angestrebt.
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5. Öffentlichkeitsarbeit                      In 2015 konnten im Rahmen der „Aktion
                                              Buchpatenschaften“ verschiedene Projekte
5.1 Freundeskreis der SuUB                    abgeschlossen werden.

Der Freundeskreis der Staats- und Universi-   Während einer öffentlichen Präsentation
tätsbibliothek steht allen Interessierten     stellte die Werkstattleiterin Christiane
offen. Seinen Mitgliedern bietet er:          Wischmann einzelne Arbeitsschritte vor und
• Teilnahme an der Veranstaltungsreihe        übergab den anwesenden Paten eine aus-
„Bremer Bibliotheksgespräche“, in denen       führliche Dokumentation der gesamten
regelmäßig aktuelle Themen der Bibliothek     Restaurierungsmaßnahmen.
aufgegriffen bzw. Besonderheiten des          Folgende Titel wurden im Rahmen dieser
Bestandes thematisiert werden                 Buchpatenschaften restauriert:
• Führungen durch die „Schatzkammern"         • Gerd Rinesberch/Herbord Schenke:
und durch die Sonderausstellungen der         Chronica Bremensis, um 1540
Bibliothek                                    • Franz Grambecke: Diurnale Bremense,
• gemeinsame Fahrten zu bedeutenden           Bremen 1525
Bibliotheken in Deutschland                   • Nikephoros Blemmydes: Epitome Logike,
                                              um 1400
Der Freundeskreis fördert dauerhaft die       • Gebet- und Messbuch, Köln 1476
Arbeit der Bibliothek durch verschiedene      • Johann Renner: Chronica der Stadt
öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen       Bremen, 1582 - 1583 (2 Bände)
und die Bremer Bibliotheksgespräche.

Geschäftsstelle Freundeskreis
Telefon 0421 218-59401
freundeskreis@suub.uni-bremen.de
http://www.suub.uni-bremen.de/ueber-uns/
freundeskreis/
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5.2 Veranstaltungen                     Restitution von zwei vermissten Büchern
                                        aus der „Kriegsbeute“ an die SuUB
21.1.2015
Spende an Bremer Suppenengel von den    23.3.2015
Azubi der Buchbinderei übergeben        Eine Bookcrossingzone wird in der
                                        Zentrale eingerichtet
22.1.2015
Titanic Mythos und Realität             27.3.2015
Vortrag von Dr. Christian Ostersehlte   Ausstellungseröffnung „Da staunt die Maus"

5.2.2015                                30.3.2015
Bremen: Hafenstadt am Fluss auch im     Ausstellungseröffnung der Albert Camus
21.Jahrhundert?                         Ausstellung des Instituts Francias Bremen
Vortrag von Dr. Hartmut Roder           in der SuUB

13.2.2015                               7.4.2015
Blind Date mit einem Buch               Aktion „eckig statt rund" (Osteraktion)

14.2.2015                               23.4.2015
Aktion zum Valentinstag in der SuUB     Zukunftstag mit Schülern und Schülerinnen

26.2.2015                               23.4.2015
Die DGzRS heute                         Welttag des Buches
Vortrag von Christian Stipeldey
                                        27.4.2015
4.3.2015                                Nutzerbefragung mit der Aktion
Besuch des Gorgischen Botschafter,      10 Wochen 10 Fragen
Prof. Dr. Dr. h.c. Lado Chanturia:
SuUB Rechenschaftsbericht 2015                                                           31

28.5.2015                                     14.7.2015
Bücherflohmarkt in der Zentrale               Jura-Bücherflohmarkt im GW1

29.4.2015                                     17.7.2015
Schlaglichter der Bremer                      Präsentation restaurierter Bremer Schätze,
Alltagsgeschichte (Vortrag zur                zu Gast die Sparkasse Bremen als Buchpate
Ausstellung „Da staunt die Maus")
                                              20.7.2015
10.6.2015                                     Vortrag zum NS-Raubgut in der Zentrale
Informationsveranstaltung Open Access         der SuUB vom Projektmitarbeiter Volker
                                              Cirsovius-Ratzlaff; der Vortrag ist Teil des
11.7.2015                                     Programms „Ausplünderung und
Die SuUB beim Open Campus                     Enteignung – und was kommt danach?"
der Universität Bremen:
- Die SuUB als Ausbildungsplatz (2 Termine)   15.9.2015
- Leichen im Keller?                          Übergabe eines vermissten Buchs aus Tiflis
Führung durch das Magazin
- Bremer Bücher bewahren:                     5.10.2015
Blick in die Restaurierungswerkstatt          Einführung der SuUB-Audiotour
- Historische Bücher online:
Vortrag zur Digitalisierung                   8.10.2015
                                              Die SuUB auf der Orientierungswoche der
13.7.2015                                     Universität: Aktion Beweisfoto
Präsentation restaurierter Bremer Schätze,
zu Gast die Bremer Landesbank als             21.10.2015
Buchpate                                      Black Box Aktion zum Fokusgruppeninter-
                                              view in der Mensa
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