Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten

 
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Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Abt. 10 — Land- und
                       Forstwirtschaft, Ländlicher Raum

    MASTERPLAN
LÄNDLICHER RAUM
        KÄRNTEN

   Regionalstrategie
  Region Kärntner
   Zentralraum

                                      www.ktn.gv.at
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
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    Impressum:
    Medieninhaber, Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:
    Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 10 – Land- und Forstwirtschaft, Ländlicher Raum
    Mießtaler Straße 1, 9021 Klagenfurt am Wörthersee
    www.landwirtschaft.ktn.gv.at, E-Mail: abt10.post@ktn.gv.at

    Redaktion: LAG Villach-Umland/Carnica-Region Rosental/Verein Zentralraum Kärnten+
    Fachhochschule Kärnten - Public Management
    Abteilung 10 – Land- und Forstwirtschaft, Ländlicher Raum
    Büro Landesrat Martin Gruber

    Hersteller: Druckerei Ploder OG, Hauptplatz 6, 9360 Friesach
    Layout: 2Dream PRODUCTIONS OG, www.2dream-productions.at

    Version 1.0, Julii 2021

    Fotos: Seite 4 und 5: © Region-Villach-Tourismus-GmbH Harald Kübler • Seite 6 und 7 unten: © Jörg Schmöe • Seite 7 oben: © Zentralraum Kärnten •
    Seite 8 oben: © Helge Bauer • Seite 8 unten: © Adrian Hipp • Seiten: 11, 12, 14 und 15: © Infineon Austria • Seite 20 und 21: © Franz Gerdl •
    Seite 24: © Region-Villach-Tourismus-GmbH Ferdinand Neumueller
    Alle übrigen Fotos: Amt der Kärntner Landesregierung, © Natalia Slatosch

    Quellen:
    Die demographischen Daten stammen aus dem Projekt Demographie_Check:Kärnten 2020. Dabei handelt es sich bei den Werten 2020 bis 2050 um Prognosewerte.
    Das Regionsprofil fußt auf den Daten des WIBIS Kärnten. Die verwendeten Indikatoren fußen auf Durchschnittswerten für die NUTS 3 Region 211.
    Die Gebietsbeschreibung sowie die entnommenen Stärken und Schwächen fußen auf der Lokalen Entwicklungsstrategie (2014 - 2020) der LEADER-Region
    Kärntner Zentralraum. Die Entwicklungsbedarfe und Entwicklungspotenziale wurden den Workshop-Unterlagen im Rahmen des Masterplans Ländlicher Raum
    entnommen und zusammengeführt (Miroboard-Ergebnisse).
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Meerauge Bodental                      Inhalt

                            4
                                    Ziele & Maßnahmenfelder

                    Regionsprofil
            Kärntner Zentralraum
                                    10   Wirtschaftsraum

                               6
                                       13     Innovation und Infrastruktur

           Handlungsfelder und
       Entwicklungsperspektiven

                                    16   Lebensraum

                             22
                                         19     Regionale Besonderheiten

            Umsetzungsplanung
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Die Region Zentralraum
                                                        im Überblick
                                                                                                         Der Kärntner Zentralraum mit den Bezirken

                          289.117
                                                                                                         Klagenfurt, Klagenfurt Land, Villach und
                                                                                                         Villach Land grenzt an Italien und Slowenien.

                           Einwohner*innen (2020)                                                        Die Gesamtfläche des Gebietes beträgt 2.030 km²
                                                                                                         (rund 21 Prozent der Landesfläche). Der Dauer-
                                                                                                         siedlungsraum umfasst 697 km² bzw. 34 Prozent
                                                                                                         der Regionsfläche. Der Kärntner Zentralraum ist
                                                                                                         mit 289.117 Einwohner*innen (Stand 2020) dicht
                                                                                                         besiedelt. Daraus resultiert eine Bevölkerungsdichte

    2.030 km²
                                                                                                         (gesamt) von 142 Personen je km². In Bezug auf
                                                                                                         den Dauersiedlungsraum erhöht sich dieser Wert
                                                                                                         auf 415 Personen je km² (Land Kärnten: 229
                                                                                                         Personen je km²).
    Gesamtfläche davon 34 % Dauersiedlungsraum

4

                                                                                                               N
                                                                                                                                  Schiefling am
                                    5
                     3                                                                                                            Wörthersee (22)
                               4        6
                                                 7                                                                                Ludmannsdorf/Bilčovs (23)
       1
                                                                                                                                  Feistritz im
                                            8                                                                 34        35
                                                                                                                                  Rosental (24)
                                                                                                                             39
                     2              9
                                                                          21
                                                                                     25
                                                                                               31
                                                                                                                                  Moosburg (25)
                          10                              17        19
                                                                                26
                                                                                          30                                 40
                                                                                                                                  Pörtschach am
                                            14
                                                                                     27                                           Wörthersee (26)
                                                                          22                                       36
                     11
                                                               18               28                                                Maria Wörth (27)
           12
                13
                                                                                          29             32
                                                                                                                                  Keutschach am See (28)
                                                     16                        23
                                   15
                                                                     20                                                 37
                                                                                                                                  Köttmannsdorf (29)
                                                                                                    33
                                                                                    24                                            Krumpendorf am
                                                                                                                                  Wörthersee (30)
                                                                                                                   38
                                                                                                                                  Klagenfurt am
                          Die 40 Gemeinden                                                                                        Wörthersee (31)
                                                                                                                                  Maria Rain (32)
                         Stockenboi (1)                   Weißenstein (9)                      Wernberg (17)                      Ferlach (33)
                         Paternion (2)                    Bad Bleiberg (10)                    Rosegg (18)                        Maria Saal (34)
                         Ferndorf (3)                     Nötsch im Gailtal (11)               Velden am                          Magdalensberg (35)
                         Fresach (4)                      Feistritz an der Gail (12)           Wörthersee (19)                    Ebenthal in Kärnten (36)
                         Feld am See (5)                  Hohenthurn (13)                      St. Jakob im Rosental/             St. Margareten im
                         Afritz am See (6)                Villach (14)                         Šentjakob v Rožu (20)              Rosental (37)
                         Arriach (7)                      Arnoldstein (15)                     Techelsberg am                     Zell/Sele (38)
                         Treffen am                       Finkenstein am                       Wörthersee (21)                    Poggersdorf (39)
                         Ossiacher See (8)                Faaker See (16)                                                         Grafenstein (40)
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Regionsprofil

Der Kärntner Zentralraum als Wirtschaftsraum gehört zu
den wachstumsstärksten und dynamischsten Gebieten in
Kärnten. Die Wirtschaftsstruktur setzt sich vor allem aus
einem starken Dienstleistungs- und Technologiebereich
zusammen. Die Mehrheit der unselbstständig Beschäftigten
ist in Mittel- und Großbetrieben tätig. Daneben existieren       Dieser Ansatz könnte die Ausbreitungseffekte der beiden
noch eine lebendige Start-up-Szene und größere Techno-           Städte in das Umland vergrößern und damit ihre räum-
logieparks. Wichtige Branchen im Gebiet sind die Elektro-        lich limitierte Wirkung auf ein größeres Gebiet ausweiten.
technik und Elektronik, der Maschinenbau, das Bauwesen,          Der potenzielle Wirtschaftsraum des Gebietes erstreckt
Wirtschaftsdienste und wissenschaftliche Dienstleistungen        sich auch über die Landesgrenze hinweg. Beispielsweise
sowie die regionale Energieproduktion. Die Bereiche Green        gewinnt der Hafen von Triest für den Kärntner Zentralraum
Economy und Nachhaltigkeit tragen bereits wesentlich zur         sowie für Kärnten insgesamt eine immer stärkere strategi-
regionalen Wirtschaftsentwicklung bei. Ein ebenso wichtiges      sche Bedeutung als Logistik-Knotenpunkt des Alpe-Adria-
Standbein in der Standortentwicklung stellt der Tourismus        Raumes. Auch verfügen die angrenzenden slowenischen
dar. Einerseits bilden der Städtetourismus sowie der Wan-        Regionen über hohe Anteile an Industriebetrieben und
der- und Radtourismus wichtige Eckpfeiler der touristischen      ein ausgeprägtes F&E-Engagement, was potenzielle Ko-
Entwicklung und andererseits profitiert das Gebiet von           operationsbemühungen unterstützt. Der demographische
internationalem Zuzug. Insbesondere für hochqualifizierte        Wandel und die damit verbundenen veränderten Rahmen-
Schlüsselkräfte ist ein hohes Naturraumpotenzial ein attrakti-   bedingungen werden auch den Kärntner Zentralraum vor
ver Standortfaktor.                                              neue Herausforderungen stellen. Zunächst ist das Gebiet
                                                                 mit starken Zuwanderungstendenzen konfrontiert. Zwischen
Auch die Nähe zum Oberitalienischen bzw. Adriatischen            2020 und 2050 kommt es zu einem prognostizierten An-
Raum als Naherholungsgebiet wird immer mehr wahrge-              stieg der Bevölkerung um 20.718 Personen (7,17 Prozent).
nommen und bildet eine weitere Stärke des Standortes. Die        2050 werden rund 56 Prozent der Bevölkerung Kärntens im
kleinstrukturierte Land- und Forstwirtschaft, meist organi-      Zentralraum heimisch sein. Ein erheblicher Teil des Bevölke-
siert in Familienbetrieben, kennzeichnet diese wirtschaftlich    rungszuwachses stammt aus anderen Kärntner Gemeinden              5
starke Region ebenso, insbesondere da die land- und forst-       (vor allem aus stärker dezentral liegenden Gebieten).
wirtschaftlich genutzten Flächen das Landschaftsbild prä-
gen. Neben der lokalen Lebensmittelproduktion stützt der         Bessere Arbeitschancen, höhere Einkommen und Studien-
Sektor den Tourismus und die einheimische Bevölkerung            plätze lösen einen großen Teil dieser Wanderungen aus. Der
durch essentielle Ergänzungs- und Schutzfunktionen. Land-        Trend zum Wochenpendeln nimmt daher in Kärnten weiter
wirtschaftliche Produkte sowie eine gepflegte Natur- und         zu. Ziel der demographischen Entwicklung im Kärntner Zen-
Kulturlandschaft in Verbindung mit touristischer Infrastruk-     tralraum muss es sein, die Grenzen des Wachstums und die
tur prägen die Lebensqualität des Kärntner Zentralraumes         damit verbundenen negativen Effekte wie beispielsweise
entscheidend mit. Im Bereich Innovation und Infrastruktur        die zunehmende Bodenversiegelung, wirtschaftliche Pfad-
sind zunächst die beiden Statutarstädte Klagenfurt am            abhängigkeiten, steigende Mieten und steigenden Energie-
Wörthersee und Villach zu nennen. Sie bilden die Standorte       hunger, zunehmende Verkehrsbelastungen und wachsende
für Großbetriebe, Universität und Fachhochschule sowie die       Müllproduktion sowie losere Sozialstrukturen proaktiv und
Technologieparks im Rahmen einer Hub-to-Hub Entwick-             damit nachhaltig zu gestalten. Auch im Zentralraum herrscht
lung. In den Umlandgemeinden schreitet der Breitbandaus-         Fachkräftemangel und ein prognostiziertes Absinken der
bau voran. Dies wird die Lebensraumentwicklung begüns-           Erwerbsbevölkerung bis 2050. Die international tätigen
tigen, da neue Formen des Lernens und Arbeitens möglich          Groß- und Mittelbetriebe sowie viele Start-ups benöti-
werden. Der Kärntner Zentralraum ist aktuell einem starken       gen hoch qualifiziertes Personal, um wettbewerbsfähig zu
strategischen Wandel unterzogen. Einerseits wird die ge-         bleiben bzw. um zu wachsen. Lediglich ein Teil davon kann
plante Koralmbahn die beiden Agglomerationen Klagenfurt          mit heimischen Fachkräften abgedeckt werden. Aus diesem
und Graz in Form einer Hochleistungsbahnstrecke stärker          Grund spielen qualifizierte Rückwanderung sowie Zuzug
miteinander verbinden bzw. ein Tagespendeln ermöglichen.         eine große Rolle in diesem Raumausschnitt. Ein größerer
Andererseits sind neue Regionalentwicklungsstrukturen im         Teil der zugewanderten Personen wird auch nach Aus-
Aufbau. Um die Initiativen in diesem Gebiet besser aufein-       scheiden aus dem Erwerbsleben vor Ort bleiben, da eine
ander abzustimmen und zu koordinieren, wurde der Verein          soziale Verwurzelung stattfindet. Dies wird den Pflegesektor
Zentralraum Kärnten+ gegründet. Des Weiteren wird eine           vor neue Herausforderungen stellen. In dieser Region wird
Stadt-Umlandkooperation zwischen der Stadt Klagenfurt,           das höchste Wachstum der intergenerationellen Unterstüt-
den Umlandgemeinden sowie der Carnica Region Rosental            zungsrate aller Kärntner Regionen verzeichnet. Die künftigen
nach dem Vorbild der Stadt-Umland Regionalkooperation            Herausforderungen für häusliche und private Pflege werden
Villach aufgebaut.                                               zunehmen.

                                                                                                          Afritzer See und Umgebung
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Entwicklungsperspektiven
        der Region Zentralraum
      Die wirtschaftliche Entwicklung des Kärntner Zentralraumes hängt
      maßgeblich von der Nutzung der jeweiligen Potenziale ab. Die Region
      verfügt dabei über ganz spezifische Ausstattungsvorteile bzw. Allein-
      stellungsmerkmale (Unique Selling Proposition, "USP"). Im Rahmen der
      Entwicklung gilt es, diese strategisch zu nutzen. Im Segment Wirtschafts-
      raum ist dies die günstige Lage der Region im Alpe-Adria-Raum. Im
      Segment Innovation und Infrastruktur können die Universität und die
      Fachhochschule sowie die dadurch entstehenden Verbindungen zu den
      Technologie- und Forschungsunternehmen genannt werden.

      Im Segment Lebensraum sind die Mehrsprachigkeit in Teilen des Ge-
      bietes, die Vielfältigkeit des Naturraumes und der Wasserreichtum zu
      nennen. Unterschiedliche Weiterentwicklungen sind auch in wirtschaftlich
      starken Gebieten gegeben. Es gilt verschiedene Maßnahmen auf
      Basis von identifizierten Handlungsfeldern in den Zukunftsbereichen
6
      Wirtschaftsraum, Innovation und Infrastruktur sowie Lebensraum zu
      setzen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu
      erhalten und eine zeitgemäße Entwicklung des Ländlichen Raumes in
      Kärnten zu gewährleisten. Verstärkt orientieren sich die Maßnahmen an
      veränderten Rahmenbedingungen, der Raum- und Siedlungsstruktur,
      der wirtschaftlichen Spezialisierung oder auch an den veränderten
      Lebensentwürfen der Menschen vor Ort.

Gladiolenwiese Schütt im Herbst

                          Zu den Stärken des Kärntner Zentralraumes im Segment
                          Wirtschaftsraum zählen vor allem ein stark ausgeprägter
                            Dienstleistungssektor, hohe Forschungs- und Entwick-
                            lungsquoten (F&E), gute touristische Standortfaktoren
                            durch einen breiten Mix an landschaftlich- sowie sied-
                         lungskulturellen Reizen, innovative Schlüsselbetriebe und
                          Forschungseinrichtungen sowie die steigende interkom-
                         munale und auch internationale Kooperationsbereitschaft.
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Handlungsfelder und Entwicklungsperspektiven

                                                                Wirtschaftsraum
Handlungsfelder
• Arbeitsplätze in regionalen Betrieben erhalten bzw.
  durch Betriebsansiedelungen (inkl. neuer Erwerbsfelder)
  schaffen
• Existenzgründer*innen effektiv unterstützen
• Standortentwicklung (Forschung und Technologie) wei-
  terentwickeln
• Zukunftsorientierte Arbeitsplätze und Jobchancen (Ju-
  gend und ältere Bevölkerungsgruppen) ausbauen
• Qualifizierung und Wirtschaft in adäquaten Ausbildungs-
  angeboten enger verschränken
• Kooperation und Vernetzung mit anderen ländlichen Ge-
  bieten und dem Umland erreichen
• Regionale Produkte in wirtschaftliche Wertschöpfungs-
  ketten integrieren und vermarkten
• Diversifizierung der Landwirtschaft und nichtlandwirt-
  schaftliche Einkommensquellen vertiefen
• Regionale Ressourcen von Biomasse nutzen sowie eine
  koordinierte Biomassebewirtschaftung sicherstellen
• Touristische Potenziale der Region nutzen und die Re-
  gion in ihrer Gesamtheit vermarkten                                                                                    7

                                                            Entwicklungsperspektiven
                                                            •   Kompetitive Betriebe inkl. Global Players
                                                            •   Standortvorteile (zentrale Lage im Alpe-Adria-Raum)
                                                            •   Hohe Produktivität der Betriebe
                                                            •   Cluster, Technologieparks und Förderstrukturen
                                                            •   Kompetitiver Größenmix bei den Unternehmen
                                                            •   Etablierter Tourismussektor (gute Zugänglichkeit auch
                                                                für die Bevölkerung)
                                                            •   Zukunftsbranche Bioökonomie und Biodiversität
                                                            •   Forschung & Entwicklung als Wachstumssektor
                                                            •   Brain Gain (Rückwanderung und internationaler Zuzug)
                                                            •   Attraktives Umfeld für Start-ups und
                                                                Jungunternehmen
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Innovation und Infrastruktur
    Im Bereich Innovation und Infrastruktur zählen vor allem die   Handlungsfelder
    solide Infrastrukturausstattung sowie die Anbindung des
    Gebietes über die Autobahn, den Flughafen, den Hafen           • Breitbandanbindung unterversorgter Orte verbessern
    Triest oder den Dry-Port Fürnitz mit den zentralen Ver-        • Flexible und multifunktionale Nutzungskonzepte von
    kehrskorridoren des Alpe-Adria-Raumes zu den Stärken             Gebäuden entwickeln und umsetzen
    des Gebietes. In Zukunft wird auch die Koralmbahn eine         • Erneuerbare Energien und Ressourcen naturverträglich
    wichtige strategische Komponente in der Raumentwicklung          nutzen und regional in Wert setzen
    des Kärntner Zentralraumes darstellen. Sie wird die beiden     • Vorhandene Baustrukturen und das Kulturerbe erhalten
    Agglomerationen Kärntner Zentralraum und Graz näher zu-          und entwickeln
    sammenbringen und dadurch wirtschaftlich stärken.              • Wissens-, Technologie- und Innovationstransfer
                                                                     sicherstellen
8                                                                  • Freizeitstätten (Kultur, Sport, Jugend) in Orten schaffen
                                                                     oder erhalten
                                                                   • Verkehrsberuhigung in den Ortskernen und Zentren
                                                                     erhöhen
                                                                   • Notwendige Hochwasserschutzmaßnahmen und
                                                                     Schutzgebiete realisieren

                                                                   Entwicklungsperspektiven
                                                                   • Breitbandinternet und Digitalisierung
                                                                     (inkl. Kompetenzen)
                                                                   • Moderne Technologieparks und aktive
                                                                     Gründer*innenszene
                                                                   • New Work-Möglichkeiten (Homeoffice, Distance
                                                                     Learning und Co-Working)
                                                                   • Regionale Energieproduktion
                                                                   • Nachhaltige Energieversorgung
                                                                   • Verkehrsberuhigung und Lebensqualität
                                                                   • Öffentliche Mobilität für Stadt und Stadt-Umland
                                                                     (inkl. Sharing-Konzepte)
                                                                   • Nachhaltiges Baumanagement und kulturelles Erbe
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Handlungsfelder und Entwicklungsperspektiven

                                                      Lebensraum

                                                    Die hohe Umweltgüte gepaart mit einer gepflegten
                                                    Natur- und Kulturlandschaft sowie einer Vielzahl an Frei-
                                                    zeitmöglichkeiten stellt eine Stärke des Gebietes im Zu-
                                                    kunftsbereich Lebensraum dar. Die abwechslungsreiche
                                                    touristische Infrastruktur (Städtetourismus sowie See-, Wan-
                                                    der- und Radtourismus), eine damit verbundene lebendige
                                                    Kunst- und Kulturszene oder die räumliche Nähe zum Ober-
Handlungsfelder                                     italienischen Raum stärken den Lebensraum des Kärntner
                                                    Zentralraumes. Bildung, Wissen und Qualifizierung durch ein
• Bildung für alle Altersgruppen absichern und      vielfältiges Angebot an Bildungs- und Forschungseinrichtun-
  fördern                                           gen sind weitere wesentliche Charakteristika des Raumaus-
• Öffentliche Mobilität für alle Menschen der Re-   schnittes in diesem Zukunftsbereich.                           9
  gion sicherstellen und an die sich ändernden
  gesellschaftlichen Bedingungen anpassen
• Gemeinde- und regionsübergreifende
  Kooperationen intensivieren
• Innenentwicklung der Gemeinden (Stärkung der
  Ortskerne) vorantreiben
• Nachhaltige Bodennutzung sicherstellen
• Kinderbetreuungsplätze („Krabbelstuben“)
  erweitern
• Kunst und Kultur stärker in Wert setzen
• Vereine und Ehrenamt stärken
• Dreiländereck (Abbau von Hemmnissen,
  Sprachenvielfalt, grenzüberschreitender
  Austausch) stärker in Wert setzen                 Entwicklungsperspektiven
• Innovative Modellprojekte für das Wohnen und
  Leben im Alter initiieren                         • Interkommunale Kooperationen und Zusammenarbeit
• Lärmschutz forcieren                              • Stadt-Umlandkooperationen
• Anreizsysteme für ausgewogenen Wohnungs-          • Stadt-Umland-Peripherie als gemeinsamer Wirtschafts-,
  mix für verschiedene Wohn- und Lebensformen         Innovations- und Lebensraum
  entwickeln                                        • Raumordnung (Bodensicherung)
                                                    • Vitales Vereinsleben und Ehrenamt
                                                    • Ortskerne und Innenstadt
                                                    • Regionalität und Kulinarik
                                                    • Gesundheits- und Pflegesysteme (Schwerpunkt-
                                                      Krankenhäuser und mobile Dienste)
                                                    • Lebenslanges Lernen
                                                    • Familie und Kinder
                                                    • Arbeit und Einkommen
                                                    • Rückwanderung und Zuzug
Regionalstrategie Region Kärntner Zentralraum - Land Kärnten
Ziele & Maßnahmenfelder - WIRTSCHAFTSRAUM

       Wirtschaftsraum
       Der Zentralraum Kärnten mit rund 300.000 Einwohner*innen
       besitzt als Schnittpunkt von drei Sprach- und Kulturkreisen
       (Germanisch-Romanisch-Slawisch) eine besonders
       wichtige strategische Lage.

       Durch seine Lage gilt der Zentralraum        Um diese positive Entwicklung nach-         Ein erfolgreicher Wirtschaftsraum
       als Verkehrsknotenpunkt mit Anbindung        haltig zu gewährleisten und international   „Zentralraum Kärnten“ kann nur durch
       an wichtige Warenströme des internatio-      sichtbar zu machen, ist eine verstärkte     die Zusammenarbeit aller Beteilig-
       nalen Handels. Die Wirtschaftsstruktur       integrierte Zusammenarbeit in allen         ten entstehen und weiterentwickelt
       ist geprägt von einem prosperieren-          Bereichen erforderlich. Gemeinsam           werden. Dabei steht die Kooperation
       den Branchen-Mix starker Klein- und          mit dem Land Kärnten, den Städten           zwischen den Städten Klagenfurt am
       Mittelbetriebe bis hin zu internationalen    und Gemeinden, den Akteur*innen             Wörthersee und Villach sowie mit
       Leitbetrieben. Der Zentralraum mit den       aus Wirtschaft, Bildung, Tourismus          den jeweiligen Umlandgemeinden
10     Städten Klagenfurt am Wörthersee und         und Kultur soll der Zentralraum unter       sowie angrenzenden Zentralorten wie
       Villach ist im Begriff, sich zu einer auf-   Einbindung der Bevölkerung zur ersten       beispielsweise St. Veit an der Glan im
       strebenden Region im Südalpenraum            EU-Metropolregion Österreichs entwi-        Fokus der Bemühungen.
       zu entwickeln. Die Basis für die positi-     ckelt und etabliert werden.
       ve Entwicklung als zukunftsträchtiger
       Wirtschaftsraum bilden insbesondere
       die Kooperationen zwischen Wirtschaft,                               Der Zentralraum Kärnten ist prädestiniert dafür,
       Wissenschaft und Forschung. Zahlreiche                               Elektronik, Mikroelektronik und Mechatronik als
       Initiativen wurden und werden von                                         Stärkefeld zu positionieren, zu stärken und
       kooperationsbereiten Partner*innen in
                                                                            weiter auszubauen. Dieses Stärkefeld zieht sich
       dieser Region, aber auch im gesamten
       Alpe-Adria-Raum getragen.
                                                                                 von Mittelkärnten über Unterkärnten bis in
                                                                                    den Zentralraum der Steiermark hinein.

                                                                                                                        Josef Ortner,
                                                                                       Geschäftsführer Ortner Reinraumtechnik GmbH

         Ziele
       • Wir entwickeln den Kärntner Zen-           • Wir gestalten den Wirtschafts- und        • Wir wollen die landwirtschaftlichen
         tralraum als zukunftsorientierten            Arbeitsraum pulsierend, innovativ           Flächen für eine regionale Versor-
         Standort, intensivieren die Zusam-           und attraktiv. Frauen sollen sich           gung mit hochwertigen Lebens-
         menarbeit im Rahmen der Stand-               verstärkt in technischen Berufen            mitteln im Zentralraum sichern und
         ortentwicklung zwischen Stadt und            etablieren und die Schaffung von            gestalten gleichzeitig die landwirt-
         Umland und schaffen ein unterneh-            Green Jobs steht im Vordergrund.            schaftliche Produktion
         mer*innenfreundliches Umfeld.                                                            umweltschonend.
                                                    • Wir entwickeln einen sanften sowie
                                                      qualitativ hochwertigen Tourismus.
Ziele & Maßnahmenfelder - WIRTSCHAFTSRAUM

                               Maßnahmenfelder

                                       Ansiedlung
                                                                            Entwicklung
                                qualitativ höherwertiger
                                                                         von (Akquisitions-)
                                Arbeitsplätze,                         Paketen für potenzielle
                                   insbesondere im                       Fachkräfte
                               Dienstleistungs-                       von der Ausbildung bis
                                   sektor                                 zur Anstellung

                                                                                                 11

        Einrichtung                  Intensivierung
      einer zentralen                     der                            Verbesserung der
Service- und Koor-                 Standort-                              Rahmen-
dinationsstelle für               entwicklung                           bedingungen
   Leerstands-                         zwischen                       für Betriebsansiedlungen
   management                      Stadt und Umland

       Konsequente
      Erarbeitung von             Förderung weicher
                                                                          Forcierung des
 Zukunftsthemen                   Standortfaktoren für
                                                                      Zusammenwirkens von
 (Green Jobs, Bioökonomie,         Arbeit und
   Kreislaufwirtschaft) und         Familie                            Wirtschaft,
Aufbau von Forschungs- und
                                 zur Positionierung als                Wissenschaft
 Entwicklungskapazitäten für
   eine flächenschonende
                               optimaler Platz zum Leben              und Forschung
                                     und Arbeiten
    Bioökonomie
Ziele & Maßnahmenfelder - WIRTSCHAFTSRAUM

                                             Maßnahmenfelder

                                                                      Förderung von
                                                                       Dialogen
                                                                     zur Auflösung von
                                                                      naturräumlichen
                                                                      Nutzungs-
                                                                      konflikten

12

                                                                        Sicherung
                     Steigerung                     Ausbau             hochwertiger
                    digitaler                 saisonverlängernder
                                                                        Flächen
                   Kompetenzen in               Angebote            und Umsetzung von
             touristischen Betrieben und             und            Maßnahmen gegen
                Tourismus-                   Veranstaltungen          Boden-
              organisationen                                        versiegelung

                                                                         Anpassung
                                                                    der Land- und Forst-
                  Anpassung des                 Erhaltung            wirtschaft an den
                  Tourismus                       naturnaher        Klimawandel
                       an den                     (Nah-)             und Forcieren des
                Klimawandel                  Erholungsräume         Regionalitäts-
                                                                    bewusstseins

Infineon Technologies AG: Standort Villach
Ziele & Maßnahmenfelder - INNOVATION & INFRASTRUKTUR

  Innovation und
Infrastruktur
Die infrastrukturelle Ausstattung im Kärntner Zentralraum ist geprägt
von den historischen Verflechtungen im Alpe-Adria-Raum.

Dieser Umstand birgt große Entwick-       Die Innovationskraft der Region konnte   tungen (Alpen-Adria-Universität, FH
lungschancen in sich und wird in zahl-    in den letzten Jahren durch zahlreiche   Kärnten) führte dazu, dass im Zentral-
reichen Projekten wie der Entwicklung     Initiativen, wie z.B. die Entwicklung    raum Kärnten eine lebendige und inno-
des Logistikzentrums in Fürnitz, der      des Lakeside Technologieparks, des       vative Gründer*innenszene entstand,
Entwicklung des ersten Zollkorridors zu   Technologieparks in Villach oder des     die zukünftig weiterentwickelt werden
den Häfen Triest und Koper und der        Kompetenzzentrums Holz in St. Veit/      soll. Die fortschreitende Digitalisierung
Anbindung an die Neue Seidenstraße        Glan zusätzlich gestärkt werden. Die     und der Ausbau der dazu notwendigen
(Mittelmeer - Suez Kanal - Indischer      Kooperation zwischen diesen For-         Infrastruktur sollen zusätzliche Impulse
Ozean - Asien) berücksichtigt. Auch       schungszentren und den Unternehmen       für eine positive Entwicklung in dieser
die Fertigstellung des Koralmtunnels      sowie den regionalen Bildungseinrich-    Region liefern.
führt zur Anbindung an den osteuro-                                                                                            13
päisch-baltischen Raum. Der Nutzen
für produzierende Unternehmen mit
                                                            Der Zentralraum Kärnten zeichnet sich durch eine
internationalem Bezug wie auch für die
angeschlossene regionale Wertschöp-                       Vielzahl innovativer Unternehmen in den Bereichen
fungskette mit Klein- und Mittelbe-                        Digitalisierung und Informationstechnologie sowie
trieben ist klar erkennbar. Durch den              zukunftsorientierte öffentliche Institutionen aus. Unter dem
Ausbau der digitalen Infrastruktur im                    gemeinsamen Dach Zentralraum Kärnten wollen wir
Ländlichen Raum gewinnt die Entfal-                 unsere Kräfte bündeln, um das volle Innovationspotenzial
tung des Zentralraums als innovativer
                                                                      unserer Region ausschöpfen zu können.
Betriebsstandort zusätzlich an Bedeu-
tung.
                                                                     Philipp Liesnig, Geschäftsführer Axians Infoma GmbH

   Ziele
• Mit dem Aufbau einer Energieraum-       • Wir passen die Daseinsvorsorge und     • Wir überwinden die Engpässe bei
  planung liefern wir einen Beitrag zur     Infrastruktur an die Herausforderun-     gut ausgebildeten Fachkräften durch
  Klimaneutralität. Somit sorgen wir im     gen des demographischen Wandels          attraktive Rahmenbedingungen
  Zentralraum für eine zukunftsorien-       an.                                      (Bildung, Wohnraum, Vereinbarkeit
  tierte Energiesicherheit.                                                          von Beruf und Familie) und gezieltes
                                          • Wir nutzen die Digitalisierung,          Zuwanderungsmanagement.
                                            bündeln bestehende Innovations-
                                            Initiativen und vernetzen diese zu     • Wir erzielen eine nachhaltige Ent-
                                            einem KMU-Netzwerk für den               wicklung der Mobilität, insbesondere
                                            Wissenstransfer zwischen Gewerbe,        durch die Nutzung von öffentlichen
                                            Dienstleistung und Handel.               Verkehrsmitteln.
Ziele & Maßnahmenfelder - INNOVATION & INFRASTRUKTUR

                                             Maßnahmenfelder

                Intensivierung                    Forcierung der
                     von                       gemeinde-
          Energieeffizienz                   übergreifenden
               und Einsatz von                    Nutzung von
                erneuerbarer
                   Energie                     Infrastruktur

14

                                                                                Ausbau von
                                                                              Mikro-ÖV-
                                                   Schaffung
               Erstellung eines
                                               von Zentren für die            Systemen
                Energie-                  Gesundheits- sowie              und Aufbau eines regiona-
              raumplanes                   Daseinsvorsorge
                                                                         len Mobilitätsmanagements
                                                                         durch Zusammenarbeit von
                                                                           Umland-Gemeinden und
                                                                                    Städten

                                                                                 Aufbau eines
                Entwicklung                      Gestaltung der           integrierten strategischen
        eines Maßnahmenbündels zur
               Forcierung von
                                                 Ortskerne                  Leerstands-
        land- und forstwirtschaftlichen        und Stadtviertel zum
                                             Mittelpunkt des täglichen     managements
             Energie-                       Lebens gemeinsam mit der         und Forcierung der
          gemeinschaften                         Bevölkerung und             Neubelebung von
                                             ansässigen Unternehmen             Ortskernen
Ziele & Maßnahmenfelder - INNOVATION & INFRASTRUKTUR

                                 Maßnahmenfelder

                                                                           Aufrechterhaltung
                                                                            des ländlichen
                                                                          Wegenetzes

                                                                                                   15

         Bündelung von                     Schaffung
 Initiativen und Aufbau eines              attraktiver
                                    Rahmenbedingungen                  Attraktivierung
 Innovations- und               (Bildung, Wohnraum, Verein-           der Lehre durch innovative
 Wissensmanage-                 barkeit von Beruf und Familie)             und praxisnahe
                                       für zuwandernde                     überbetriebliche
   mentsystems
sowie Netzwerkmanagements       Jungfamilien und                         Ausbildungs-
   im Bereich Forschung         Rückkehrer*innen                           module
      und Entwicklung

        Aufbau eines                                                    Aufbau eines regionalen
  KMU-Netzwerks                       Errichtung                       Mobilitätsbüros
zum Wissenstransfer zwischen        und Entwicklung von                zur besseren Einbindung/
 Gewerbe, Dienstleistung und      Bildungszentren                       Integration in regionale
          Handel                                                          Mobilitätsinitiativen
Ziele & Maßnahmenfelder - LEBENSRAUM

       Lebensraum
       Für viele Menschen ist der Kärntner Zentralraum bereits jetzt der
       ideale Platz zum Arbeiten und Leben.

       Der aufstrebende Wirtschaftsraum,           Angebote entsprechend den demo-          Wenn die Stärken des Zentralraums
       die Dichte an Bildungseinrichtungen,        graphischen Entwicklungen zielgrup-      gebündelt werden, kann sich dieser
       das attraktive Freizeitangebot - all dies   pengerecht ausgebaut werden. Auch        zu einer Modellregion entwickeln, in
       sind Qualitäten der Region. Der Zen-        Kunst und Kultur sind ein verbindendes   der für die unterschiedlichen Bedarfe
       tralraum liegt im Schnittpunkt dreier       Element, das den Zusammenhalt in         der Bevölkerung – vom Wohnen über
       Kulturkreise, die Region selbst kennt       dieser Region stärken kann, genauso      Bildung und Arbeitswelt bis hin zur
       zwei Sprachen. Die Liebe zur Musik          wie Initiativen, die sich ehrenamtlich   Freizeit – nachhaltige Lösungen kreiert
       und zu kulturellen Traditionen sowie        für ein wertschätzendes Miteinander      werden.
       eine international bekannte See- und        einsetzen.
       Bergkulisse an der Südseite der Alpen
16     prägen diese Region und ihre Bewoh-
       ner*innen.
                                                                                      Wir sind Teil der Alpe-Adria-Region,
       Diese Qualitäten gilt es weiterzuent-                                           wir leben in einem zweisprachigen
       wickeln, um sie dadurch noch besser                                       Kulturraum – diese Ressourcen verleihen
       nutzen zu können, beispielsweise                                              unserer Region besondere Konturen.
       durch zukunftsorientierte Bildungsan-
       gebote für alle Altersgruppen oder indem                                                          Silke Perdacher-Kleber,
       Infrastruktur, Dienstleistungen und                                 Landwirtin Bauernhof Schludermann, Kmetija Žederman

         Ziele
       • Wir stärken Kunst und Kultur als          • Wir stellen durch neue Formen des      • Wir bündeln die Stärken des Zent-
         verbindendes Element und nutzen             Wohnens leistbaren Wohnraum zur          ralraums und setzen diese für eine
         das Potenzial im Dreiländereck.             Verfügung und fördern familienge-        effiziente und bedarfsorientierte
                                                     rechte Wohnangebote samt Umfeld.         Stadt- und Regionalentwicklung ein.
       • Wir passen das Aus- und Weiterbil-                                                   Wir fördern Kooperationen mit der
         dungsangebot an den tatsächlichen         • Wir passen Infrastruktur, Dienst-        Peripherie, stärken die Gemeinschaft
         Bedarf in der Region an und unter-          leistungen und Nahversorgung an          im Zentralraum und bauen die ört-
         stützen Lebenslanges Lernen sowie           demographische Herausforderungen         liche und überörtliche Zusammen-
         Bildungs- und Berufsorientierung.           an und begegnen den gestiegenen          arbeit aus.
                                                     Qualitätsanforderungen bei Dienst-
                                                     leistungen der Daseinsvorsorge durch
                                                     regionale Koordination.
Ziele & Maßnahmenfelder - LEBENSRAUM

                                                  Maßnahmenfelder

                                                                                    Unterstützung
                                                                                          des
                                                                                 Lebenslangen Lernens
                                                                                  sowie Bildungs- und
                                                                                    Berufs-
                                                                                  orientierung
                                                                                         für alle

                                                                                                            17

                Sicherstellung
                                                       Schaffung von                  Ausbau und
           eines niedrigschwelligen
                                                   zielgruppengerechten             Etablierung von
         Zugangs zu bedarfsorientier-
         ten und lebensbegleitenden              „funktionierenden             Nachbarschafts-
           bildungs- und                             Räumen“                      Initiativen
         berufsorientierten                         für Junge, Familien,           zur Stärkung des
                                                        Senior*innen               Zusammenhaltes
            Angeboten

                   Gezielte                          Förderung                         Start einer
                 Suche und                         von Baulandmodellen
              Einbeziehung von                                                  Pflegeoffensive
                                                            für
                                                                                 zur Attraktivierung und
              innovativen                             leistbares                     Bewerbung der
             Akteur*innen                              Wohnen                         Pflegeberufe

Klagenfurt: Blick auf Landhaus und Stauderhaus
Ziele & Maßnahmenfelder - LEBENSRAUM

                                                     Maßnahmenfelder

              Realisierung einer                                               Förderung
                effizienten und
                                                                               der emotionalen
              bedarfsorientierten
                                                                                  Anbindung
             Stadt- und                                                        an die Region –
        Regionalentwicklung                                                 dies impliziert auch die
                                                                                Wertigkeit der
              und Förderung von
             Kooperationen mit der                                         Zweisprachigkeit
                  Peripherie                                                      der Region

18

                Schaffung von
           Rahmenbedingungen für
           integrierte gemeinsame                      Förderung und         Sensibilisierung und
                                                      Unterstützung von
               Standort-                                                      Netzwerk-
                                                        aktiven              management
              entwicklung
             sowie Bündelung von                      Bürger*innen                im Bereich
            Einzelinitiativen zu einer                 zur Stärkung der    Kunst und Kultur
            ganzheitlichen Strategie                    Gemeinschaft
               „Vorzeigeregion -
                Smarte Region“

                  Förderung
               von Initiativen zur                         Nutzung               Entwicklung
                Steigerung der                        des Schnittpunktes            von
            Wertschätzung                                dreier               kulturellen
             und gesellschaftlichen                     Kulturen              Angeboten
               Anerkennung des                         (Dreiländereck)          zur Stärkung
              Ehrenamtes                                  als USP            des Zusammenhalts

Naturpark Dobratsch Wanderausstellung Bad Bleiberg
Ziele & Maßnahmenfelder - REGIONALE BESONDERHEITEN

 Regionale
Besonderheiten
Durch seine äußerst günstige geografische Lage und sein
mannigfaltiges Angebot bietet der Kärntner Zentralraum eine Vielzahl
an Möglichkeiten.

Klagenfurt als Universitätsstadt und       unter Berücksichtigung der Erhaltung     Entsprechend dem Motto: „Ein starker
Verwaltungszentrum, Villach als            einer einzigartigen Naturkulisse, der    Zentralraum für ein starkes Kärnten“
historisch gewachsener Verkehrskno-        Förderung sanfter Mobilität und einer    sollen die Vorteile des Zentralraums
tenpunkt im Straßen- und Schienen-         zeitgemäßen Infrastruktur, bis hin zum   zudem für die positive Entwicklung der
verkehr, der Hochschulbereich, eine        Mehrwehrt der lebendigen Kultursze-      peripheren Regionen Kärntens genutzt
hochentwickelte Forschungsebene und        ne und Mehrsprachigkeit. Besonders       werden. Dies trifft auch umgekehrt zu
international anerkannte Leitbetriebe      hervorgehoben sei das Potenzial durch    und soll zukünftig auf Grundlage ab-
sowie starke Klein- und Mittelunter-       die Nachbarschaft zu Slowenien und       gestimmter Kooperationen eine best-
nehmen bieten gute Grundlagen für          Italien – eine Dreiländer-Region im      mögliche Entwicklung aller Kärntner
eine zukunftsorientierte Entwicklung       Herzen Europas.                          Regionen gewährleisten.
als Zentralraum-Region. Es gilt die vor-                                                                                     19
handenen Ressourcen und Potenziale
zu stärken und weiterzuentwickeln:
beginnend beim Bildungsbereich, über
Technologie, Forschung, Tourismus                                       Naturpark Dobratsch, meine Heimat und
                                                                 Naherholungsgebiet für unsere Gäste. Nicht nur
                                                                am Puls der Zeit, sondern auch als Nahversorger
                                                                mit Schwerpunkt aus der Region in der Saison."

                                                                                                        Karin WALLNER,
                                                                                        Hotel Gasthof Wallner, Arnoldstein

  Ziele
• Zur Stärkung der Standortquali-          • Mit der ganzheitlichen Betrachtung     • Wir forcieren eine nachhaltige räum-
  tät forcieren wir die Kooperationen        des Ländlichen Raumes als Lebens-        liche Entwicklung auf regionaler und
  zwischen Bildungseinrichtungen,            raum gehen wir im Hinblick auf den       überregionaler Ebene sowie einen
  Forschungsorganisationen und               demographischen Wandel neue              raschen, flächendeckenden Ausbau
  Unternehmen sowie die Bündelung            Wege in der Regionalentwicklung          des Breitbandnetzes, um damit die
  von Initiativen.                                                                    Potenziale der Digitalisierung für
                                           • Wir intensivieren die interkommu-        unsere Region nutzbar zu machen.
• Wir entwickeln Angebote zum                nale und sektorenübergreifende
  aktiven Austausch und zur Vernet-          Zusammenarbeit, um krisenbeding-
  zung in der Region und stärken das         te Veränderungen besser meistern
  generationenübergreifende, ehren-          zu können.
  amtliche Engagement.
Ziele & Maßnahmenfelder - REGIONALE BESONDERHEITEN

                                            Maßnahmenfelder

                Attraktivierung
           und Weiterentwicklung der
                                                  Schaffung
         Stadt-Umland-Gemeinden zur
                                                 von additiven
                Ansiedlung von
             (innovativen)                Bildungsangeboten,
                                              beginnend bereits im
              Jungunter-
                                              Kindergarten
             nehmer*innen

20

                 Bündelung von
            Gründer*innen-                      Ausweitung und
                                                  Verbesserung
              Initiativen                  des Bildungsangebotes und
            und Schaffung regionaler      Förderung des Lebenslangen
            „Gründer*innen-Zellen“ in           Lernens, um der
                Verbindung mit
                                             Abwanderung
               „Start-up“                      entgegenzuwirken
               -Stipendien

                 Ganzheitliche                   Forcierung der              Erarbeitung eines
                Betrachtung der                                            Maßnahmenbündels zur
                                             Kooperationen
                   Region                zwischen Bildungseinrichtungen,     Integration
                als Lebens- und            Forschungsorganisationen                 von
                  Arbeitsraum               und Unternehmen sowie           zuziehenden
               zur Förderung der               der Bündelung von
                                                                            Fachkräften
                 Resilienz                      Initiativen                   und Jungfamilien

Blick vom Gupf ins Rosental
Ziele & Maßnahmenfelder - REGIONALE BESONDERHEITEN

                              Maßnahmenfelder

                                                                        Forcierung
                                                                   leistbarer
                                                                  Wohnqualität
                                                                         für junge
                                                                         Familien

                                                                                                 21

       Nutzung                                                        Forcierung der
    der besonderen
                                                                   digitalen
   Berg-See-                                                     Kommunikation
  Kombination                                                           zwischen
        in der                                                        Bürger*innen
 Außenkommunikation                                                  und Verwaltung

     Sicherstellung
                                 Etablierung von                       Fortsetzung
         einer
                                                                   und Erweiterung der
flächendeckenden                innovativen                          abgestimmten
und zeitlich ausreichenden       Modellen                    Naturraum-Strategien
Kinderbetreuung                und Plattformen zur           und Forcierung einer nachhaltigen
     im Ländlichen           aktiven Bürger*in-                    Land- und
         Raum
                              nen-Beteiligung                    Forstwirtschaft
Umsetzungsplanung –
        von der Idee zur greifbaren
         Regionalentwicklung

22
     Die Umsetzung des „Masterplans Ländlicher Raum Kärnten“
     beruht auf den Grundsätzen einer integrierten Regionalent-
     wicklung. Ziel ist es, durch eine bestmögliche Abstimmung
     den Nutzen für die Entwicklung der Regionen zu optimie-
     ren. Dabei gilt es, eine neue, ganzheitliche Kooperationskul-
     tur zu etablieren, um eine partnerschaftliche Festlegung von
     Schwerpunktinitiativen und regionalen Leuchtturmprojekten
     zu erreichen. Das Land nimmt dabei eine moderierende
     Rolle ein und gestaltet den Dialog für eine regionale Ab-
     stimmung in entsprechenden Plattformen und anderen
     unterstützenden Strukturen auf regionaler Ebene. Gleich-
     zeitig soll eine enge Koordinierung mit den entsprechenden
     Fach- und Förderstellen erfolgen.

     Die Sicherstellung einer intelligenten Verknüpfung und
     effizienten Nutzung von Interventionsinstrumenten und das
     Abholen von Fördermitteln auf EU- sowie Bundes- und
     Landesebene ermöglichen eine nachhaltige Verankerung
     von Maßnahmen und Initiativen in den Regionen. Aus
     diesem Grund sollen entsprechende Förder- und Finanzie-
     rungsinstrumente in Zukunft noch stärker auf Basis eines
     Multi-Fonds-Ansatzes aufgebaut werden. Dabei gilt es,
     die Entwicklung, Abstimmung und Umsetzungsbetreuung
     von Initiativen und Maßnahmen in den Regionen ohne
     Reibungsverluste zu verwirklichen. Um dies zu realisieren,
     werden gemeinsam mit den Regionen geeignete Rahmen-
     bedingungen für regionale Organisations- und Manage-
     mentstrukturen als zentrale Ansprechpartner etabliert.
Umsetzungsplanung

                                                                                                                    23

                         Masterplan Ländlicher Raum Kärnten
                               Nachhaltige Regionen & Nachhaltiges Kärnten

                  Land Kärnten                                    Kärntner Regionen

                              Innovation und                                           Regionale
  Wirtschaftsraum                                           Lebensraum
                                Infrastruktur                                        Besonderheiten

Schwerpunktinitiativen     Schwerpunktinitiativen       Schwerpunktinitiativen    Schwerpunktinitiativen

       Projekte                   Projekte                     Projekte                  Projekte

   Finanzierung durch: EU-Fonds,                                 Umsetzungsplanung und Steuerung durch
   Republik Österreich und Land Kärnten                          Multi-Level-Governance-Ansatz
          Mulit-Fonds-Ansatz

                                                                                              Wörthersee Ostbucht
Ansprechpartner
       Stadt-Umland Regionalkooperation
       Villach
       Klagenfurter Straße 66, 9500 Villach
       T +43 4242 205 6016
       https://rm-kaernten.at/lag-villach-umland/

       Carnica-
       Region Rosental
       Freibacher Straße 1, 9170 Ferlach
       T +43 4227 5119
       https://www.carnica-rosental.at/

       Zentralraum
       Kärnten+
       Seecorso 2, 9220 Velden am Wörthersee
       T +43 664 60 20 51 660
       www.zentralraumktn.at

                                                    www.ktn.gv.at
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