Rekrutierung - Schweizer Armee
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Inhaltsverzeichnis 02–05 Sicherheit und Freiheit 06–07 Orientierungstag … als Vorbereitung auf die Rekrutierung 08–09 Rekrutierung 10–11 Medizinische Tauglichkeitsabklärungen 12–13 Fitnesstest der Armee (FTA) 14–15 Tauglichkeitskriterium Sicherheit 16–17 Frauen leisten Dienst 18–19 Dienstleistungsmodelle 20–21 Rekrutenschule 22–23 Kaderausbildung 24–26 Führungsausbildung mit doppeltem Nutzen 27–28 Sold, Soldzulage, Erwerbsersatz 29–30 Rechtliches 31–33 RS-Planungsvarianten 34 Kompetenzzentren und Lehrverbände 35–36 Kompetenzzentrum ABC-KAMIR: z. B. ABC Abwehrsoldat … 37–38 Artillerie: Feuerleitsoldat … 39–40 Fliegerabwehrtruppen: Lenkwaffensoldat STINGER … 41–43 Fliegertruppen: Fliegersoldat … 44–46 Führungsunterstützungstruppen: Richtstrahlpionier … 47–48 Genietruppen: Sappeur … 49–51 Infanterie: Infanteriepanzerfahrer … 52–55 Logistiktruppen: Truppenkoch … 56–58 Militärpolizei: Militärpolizeigrenadier … 59–61 Panzertruppen: Panzerbesatzungssoldat … 62–63 Rettungstruppen: Rettungssoldat … 64–65 Sanitätstruppen: Spitalsoldat … 66–67 Spezialkräfte: Grenadier … 68–69 Bevölkerungsschutz 70–75 Zivilschutz 76 Kontaktadressen 77–80 Persönliche Notizen
Liebe Leserinnen
Liebe Leser
Herzlich willkommen am Orientierungstag! Sie werden beim Lesen der Broschüre feststel-
len, dass Sie mit einer guten Vorbereitung Ihre
In einigen Monaten werden Sie in einem der Rekrutierung und damit Ihre Rekrutierungs-
sechs Rekrutierungszentren an der Rekrutie- funktion aktiv mitgestalten können und dabei
rung teilnehmen. Einfluss auf Ihren anstehenden Dienst an der
Gesellschaft haben.
In der Armee oder im Zivilschutz gibt es zahlrei-
che Funktionen, in denen Sie Ihre Kenntnisse Im ersten Teil (rot) finden Sie Informationen
und Fähigkeiten aus Beruf und Studium einset- über die Schweizer Armee und deren Weiter-
zen können. Umgekehrt werden Sie aber auch entwicklung. Zudem erfahren Sie, was im Zu-
aus dem Dienst viel für Ihre berufliche Tätigkeit sammenhang mit Ihrer Stellungspflicht sowie
mitnehmen können. Bei einer Weiterausbildung der Rekrutierung wichtig ist und dass den Frau-
zum höherem Unteroffizier oder zum Offizier en in der Armee dieselben Möglichkeiten of-
unterstützt Sie die Armee mit einer grosszügi- fen stehen.
gen Ausbildungsgutschrift für die Finanzierung
Ihrer persönlichen Ausbildungsziele (Studium, Der zweite Teil (grün) gibt Ihnen zentrale Infor-
Sprachen, berufliche Weiterbildungen). Wissen mationen über den Militärdienst.
Sie schon alles über Ihre Rekrutierung? Dass
Sie sich darauf vorbereiten können – zum Bei- Der dritte Teil (violett) informiert Sie über die
spiel für Ihren Fitnesstest? Dass für eine Zutei- einzelnen Truppengattungen, die Hauptfunk-
lung in eine Spezialfunktion wie z. B. Pontonier tionen in der Armee sowie die Ausbildungs-
oder Fallschirmaufklärer vordienstliche Kurse standorte.
sowie Eignungsprüfungen bestanden werden
müssen? Im vierten Teil (orange) erfahren Sie Wesentli-
ches über den Bevölkerungsschutz sowie über
Die vorliegende Broschüre informiert Sie im die einzelnen Funktionen im Zivilschutz.
Hinblick auf Ihre persönliche Vorbereitung zur
Rekrutierung. Sie verschafft Ihnen einen gro- Für zusätzliche Fragen finden Sie auf den letz-
ben Überblick über den vor der Rekrutierung ten Seiten der Broschüre weiterführende Inter-
stattfindenden Orientierungstag, gibt Ihnen Ant- net- und Kontaktadressen.
worten auf Ihre Fragen zur Rekrutierung, zum
Dienst in der Armee und im Zivilschutz oder zu Eine gute Vorbereitung auf die Rekrutierung
einem allfälligen zivilen Ersatzdienst. Es wird Ih- lohnt sich – denn die Armee bietet Ihnen heute
nen auch aufgezeigt, dass Sie als Durchdiener viele Chancen und Möglichkeiten.
Ihre Dienstleistung an einem Stück absolvie-
ren können. Nutzen Sie sie!
1Sicherheit und Freiheit
Sicherheit für unser Land
Die Schweiz geniesst seit vielen Jahren Frieden, Sicherheit und Freiheit:
von der Bewegungsfreiheit aller Bürgerinnen und Bürger über die Meinungsäusserungsfreiheit
bis zur Wirtschaftsfreiheit. Diese Sicherheit in unserem Land auf lange Sicht zu wahren,
ist die Aufgabe der Sicherheitspolitik.
Zusammenarbeit: In Notlagen ergänzen sich Armee und Feuerwehr
Sicherheitspolitik umfasst die Gesamtheit al- und Integrität der Schweiz und ihrer Bevölke-
ler Massnahmen von Bund, Kantonen und Ge- rung sowie ihre Lebensgrundlagen gegen direk-
meinden zur Vorbeugung, Abwehr und Bewäl- te und indirekte Bedrohungen und Gefahren zu
tigung machtpolitisch oder kriminell motivier- schützen sowie einen Beitrag zu Stabilität und
ter Bedrohungen und Handlungen, die darauf Frieden jenseits unserer Grenzen zu leisten.
ausgerichtet sind, die Schweiz und ihre Be-
völkerung in ihrer Selbstbestimmung einzu- Zur Bewältigung der sicherheitspolitischen Auf-
schränken oder ihnen Schaden zuzufügen. gaben stehen der Schweiz die folgenden sie-
Dazu kommt die Bewältigung natur- und zivi- ben Instrumente zur Verfügung: Aussenpolitik,
lisationsbedingter Katastrophen und Notlagen. Armee, Bevölkerungsschutz, Wirtschaftspoli-
tik, wirtschaftliche Landesversorgung, Staats-
Die schweizerische Sicherheitspolitik hat zum schutz und Polizei sowie Information und Kom-
Ziel, die Handlungsfähigkeit, Selbstbestimmung munikation.
2 Sicherheit und FreiheitDie Bundesverfassung regelt im Artikel 58, dass
die Schweiz eine Armee hat, welche grundsätz-
lich nach dem Milizprinzip organisiert ist. Das
Militärgesetz überträgt der Armee in seinem
ersten Artikel drei Aufträge:
Verteidigung
Verteidigung gegen einen bewaffneten Angriff,
am Boden wie in der Luft, ist die Kernaufgabe
der Armee. Da dieser heute wenig wahrschein-
lich ist, braucht es keine dauernde Bereitschaft
für einen Kriegsfall. Die Armee muss aber bei ei-
Verteidigung: Grenadiere im Einsatz
ner Bedrohung fähig sein, wichtige Einrichtun-
gen und Verkehrsachsen zu schützen. Schliess-
lich muss sich die Armee rechtzeitig einer zu-
nehmenden Bedrohung anpassen können. Als
neutraler Staat gehört die Schweiz keinem Ver-
teidigungsbündnis an. In der Ausbildung kann
die Armee aber mit anderen Staaten zusam-
menarbeiten.
Unterstützung der zivilen Behörden, wenn deren
Mittel nicht mehr ausreichen
Im Zentrum steht dabei die Bewältigung von
Notlagen und der Schutz der inneren Sicherheit.
Die Armee unterstützt die Polizei beim Schutz Unterstützung der zivilen Behörden: Katastrophenhilfe
nach einem Unwetter
von internationalen Konferenzen oder Grossver-
anstaltungen. Im Falle einer Katastrophe ist die
Armee innert Stunden vor Ort, um der Feuer-
wehr, der Sanität und dem Zivilschutz zu helfen.
Friedensförderung im internationalen Rahmen
Die Armee setzt sich im Ausland für Sicher-
heit und Frieden ein. Sie hilft im Auftrag inter-
nationaler Organisationen in anderen Ländern
mit, nach Kriegen und Krisen wieder eine stabi-
le Ordnung aufzubauen. Eine friedlichere Welt
kommt auch der Schweiz zugute.
Die drei militärischen Aufgaben sind abge- Friedensförderung im Kosovo: SWISSCOY-Angehöriger im
Gespräch mit der lokalen Bevölkerung
stimmt mit dem zivilen Verbundsystem des Be-
völkerungsschutzes, dem auch der Zivilschutz
angehört (siehe 70).
Sicherheit und Freiheit 3Schweizerische Eidgenossensch
Art. 58 Armee
1 Die Schweiz hat eine Armee. Diese ist grundsätzlich
nach dem Milizprinzip orga- 101
Bun.desverfassung
nisiert
2der dient eris
Scheweiz chen
der Krieg sverhi ng undsens
nderuenos
Eidg bei zurtErhaltung des Friedens;
trägt chaf
Die Arme
Land und seine Bevöl kerun g. Sie unters tützt die zivilen Behörden
sie verteidigt das n Sicherheit und bei der
Bedro hunge n der innere
bei der Abwehr schwerwiegender z kann weitere Aufgaben
Lagen . Das Geset
vom ltigun
Bewä g andere
18. April 1999r ausser d am tlicher
(Stanorden 18. Mai 2014)
vorsehen.
3 Der Einsatz der Armee ist Sache des Bundes.
14
Art. 59 Militär- und Ersatzdienst
1Präam bel zu leisten. Das Gesetz sieht einen
Jeder Schweizer ist verpflichtet, Militärdienst
Im Name
zivilen Ersatz des Allmächtigen!
diensts vor.
n Gotte
izerin
Das Schweizervolk und
2 Für Schwe nen ist derdieMilitä
Kanto ne, t freiwillig.
rdiens
en eine Abgabe.
in der Verantwort
r- noch
ung Militäüber der den
3 Schweizer, die weder gegen Ersatz
Schöp fung,leisten, schuld
dienst
und eingezogen.
Kanto nen veranl agt
Diese wird vom Bund erhoben und von eit und Demo , Unab
kratiebsausf hängigkeit
im Bestr eben, den Bund zu erneu um Freih
ern,angem essene n Ersatz des Erwer alls.
4 Der Bund erlässt Vorschriften über den über der Welt zu stärke n,
und Frieden in Solidarität und Offen heit gegen
5 Personen, die Militär- oder Ersatzdienst leisten und dabei
gesundheitlichen Scha-
Rück sichtn ahme und Achtu ng ihre Vielfa
Angeh örigen der Einheit
lt in An-
im Wille n, in gegen seitig er haben für sich oder ihre
den erleiden oder ihr Leben verlieren,
zu leben
spruch auf, angemessene Unterstützung des Bundes.
und der Verantwortung gegen-
im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften Armee
igen Gene
isation ration
, Ausbi en,ldung und Ausrü stung der
über60
Art. den künftOrgan
ng wersowie Organ
seine isation
Freih Ausbi
eit ,gebra ldung
ucht, und unddass Stärkederdes Vol-
diestung
Ausrü
gewiss, dassrgeset
1 Die Militä freizgebu
nur ist,
Auslandschweizer
Arme e sind sind
Sache in
amdes s.
Friedenszeiten
Wohl der Schwachen,
Bunde von dung angenommen, so werden sie stellungs-
kes sich misst
der Rekrutierung und der Militärdienstpflicht pflichtig. Werden sie an der Rekrutierung für
geben sich folgende Verfassung :
2 …15 1
befreit (Militärgesetz, Artikel 4). Sie können sich ne gegen
militärdiensttauglich
Kanto angem essene
erklärt Ent- sind sie bereit,
und
3 Der Bund kann militärische Einrichtungen der
freiwilligschäd
zumigung
Dienst melden.
übernehmen . Wird ihre Anmel- die ihnen dort zugeteilte militärische Funktion
1. Titel: Allgemeine Besti mmu ngen zu übernehmen, so werden sie militärdienst-
Art. 61 Zivilschutz pflichtig.
1 Die GesetzgebuSchw ng über den zivilen
eizerische Eidge Schut z
nossevonnscha ft en und Gütern vor den Aus-
Person
Art. 1 ist Sache des Bunde s.
wirkungen bewaffneter Konflikte Schweizer,
Bern, Luzer n, Uri,das
welche Schw yz, Obwalden
Bürgerrecht eines an-
Das Schweizervolk undhriften die Kantone Zürich, z des Zivils chutze s bei Katas trophe n -Land-
2 Der Bund erlässt Vorsc überFreib EinsatSolot
den urg, deren hurn, Basel
Staates -Stad
besitzent undund Basel
dort ihre militäri-
und Nidwalden, Glarus, Zug, Inner rhode St. Gal-
n,Ersatzleistungen
und in Notlagen. nzell Ausse rrhod en
schen und Appe
Pflichtennzellerfüllen oder
schaft, Schaffhausen, Appe Neuenburg, Genf und
Wallis,sind
Waadt, haben,
len, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin,erbracht in der Schweiz nicht mili-
nosse nscha ft.
Jura bilden die Schweizerische Eidge tärdienstpflichtig (Militärgesetz, Artikel 5, siehe
auch Rechtliches,
Nov. 2004, 1. Jan. 2008
in Kraft seit 29).
14 Angenommen in der Volksabstimmung vom 28. BRB vom 7. Nov. 2007 – AS 2007 5765;
2 vom 3. Okt.
Art.(BB Zwec
2003,k BRB vom 26. Jan. 2005,
BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951). schüt
ft Nov. die Freihng
zt Ersatzdienst und
eitseit 1. Jan. Rechte des
die2008
1 Die
15 Schw
Aufgeh eizeri
oben sche
in der Eidge
Volksa nosse
bstimm ungnscha
vom 28. Ziviler
2004, mit Wirku
vom 7. Nov.
rheit 2007
des – ASs.
Lande 2007 5765;
Volke s und
(BB BRB hängigkeit und die
die Unab
3. Okt. 2003,
vom wahrt vom 26. Jan. 2005, BRB Siche
Der Zivildienst ist der zivile Ersatzdienst zum Mi-
BBl 2002 2291, 2003 6591, 2005 951). Entw icklung, den inneren Perso-
2 Sie fördert die gemeinsame Wohl fahrt, die nachhaltige
litärdienst. Er ist militärdiensttauglichen
Lande s. 15
Zusammenhalt und die kulturelle Vielfalt des nen vorbehalten, die den Militärdienst nicht mit
ihrem Gewissen vereinbaren können und bereit
sind, den länger dauernden Zivildienst nach Zi-
vildienstgesetz zu leisten.
Soldaten sind Bürger in Uniform
AS 1999 2556
April 1999 (BB vom 18. Dez. 1998,
1 Angenommen in der Volksabstimmung vom 18.1997 I 1, 1999 162 5986).
BRB vom 11. Aug. 1999 – AS 1999 2556; BBl
4 Sicherheit und Freiheit
1Um zum zivilen Ersatzdienst zugelassen zu wer- mindestens sechs Monate (180 Tage). Ab dem
den, muss ein Gesuch eingereicht, ein Einfüh- zweiten Jahr nach der Zulassung sind jährlich
rungstag besucht und danach das Gesuch be- Einsätze zu leisten. Die übrigen Einsätze dau-
stätigt werden. Bis zur Zulassung muss weiter- ern mindestens vier Wochen (26 Tage). Es gibt
hin Militärdienst geleistet werden, ausser das im Zivildienst keinen «blauen Weg». In Jahren,
Zivildienstgesuch wurde mindestens drei Mo- in denen Zivis keinen Einsatz leisten, zahlen sie
nate vor der nächsten Militärdienstleistung ein- Wehrpflichtersatz. Zivis erhalten diesen erst zu-
gereicht. Nach der Zulassung zum Zivildienst rückerstattet, wenn sie alle verfügten Dienstta-
kann ein Gesuch nicht mehr zurückgezogen ge geleistet haben.
werden.
Zivildiensteinsätze sind physisch und psychisch
anspruchsvoll. Die meisten Einsätze leisten Zi-
vis im Gesundheitswesen (in Spitälern oder
Pflegeheimen), im Sozialwesen (mit betagten
Menschen oder Menschen mit Beeinträchti-
gung, mit Kindern oder Jugendlichen, etc.) und
im Bereich Umwelt- und Naturschutz, Land-
schaftspflege und Wald.
Einsätze sind auch möglich im Schulwesen, in
der Landwirtschaft, in der Kulturgütererhaltung,
in der Entwicklungszusammenarbeit und hu-
manitären Hilfe oder zur Bewältigung von Ka-
tastrophen und Notlagen. Ein Zivi unterstützt im Seniorenzentrum betagte
Menschen
Die Einsätze werden in diesen acht möglichen
Tätigkeitsbereichen geleistet. Die Einsatzbetrie-
be sind für die Unterkunft und die Verpflegung
der Zivis zuständig und entrichten ein tägliches
Taschengeld von fünf Franken. Zivis erhalten
WAFFENLOSER DIENST
die Erwerbsausfallentschädigung (EO) gleich
wie Militärdienstleistende von den kantonalen Wer in der Armee aus Gewissensgründen nicht
Ausgleichskassen und deren Zweigstellen. mit Waffen umgehen möchte, kann waffenlosen
Militärdienst leisten. Dazu muss spätestens ei-
Als Einsatzregeln für Zivis, die die Rekruten- nen Monat vor der Rekrutierung ein Gesuch
beim Kreiskommando des Wohnortkantons ein-
schule nicht absolviert haben, gelten: Es werden
gereicht werden. Der Gesuchsteller hat zu be-
maximal 368 Tage (Durchdiener: maximal 450
gründen, warum er den bewaffneten Militär-
Tage) geleistet. In den ersten drei Jahren nach
dienst nicht mit dem Gewissen vereinbaren
der Zulassung muss ein langer Einsatz in der kann. Eine Kommission entscheidet über das
Pflege und Betreuung von Menschen oder im Gesuch.
Umweltschutz geleistet werden. Dieser dauert
Sicherheit und Freiheit 5Orientierungstag
… als Vorbereitung auf die Rekrutierung
Am Orientierungstag ist ein abwechslungsreiches Programm für Sie angesagt. Mit praktischen
und theoretischen Modulen werden Sie an diesem Tag umfassend auf Ihre Rekrutierung
vorbereitet – zudem erhalten Sie Ihr Dienstbüchlein. Aufgrund Ihrer Eignung und Neigung
werden Ihnen die Möglichkeiten, die Sie als Militärdienstpflichtiger haben, aufgezeigt.
Dieser Tag ist für alle Schweizer Männer im 18. Altersjahr obligatorisch. Interessierte Frauen
können freiwillig teilnehmen.
Orientierungstag: Eine gute Vorbereitung beeinflusst Ihre Chancen in Ihre Wunschfunktion eingeteilt zu werden
Darum geht es am Orientierungstag: • Unter Berücksichtigung Ihrer Ausbildungssi-
• Sie erhalten Informationen insbesondere tuation werden der Termin für die Rekrutie-
über: rung und der Zeitpunkt der Rekrutenschu-
− rechtliche Grundlagen sowie Aufgaben le (RS) provisorisch geplant. So können Sie
und Einsätze der Armee, des Zivilschut- sich in Ihrer persönlichen Planung rechtzei-
zes, des zivilen Ersatzdienstes sowie des tig darauf einstellen. Die Absprache des RS-
Rotkreuzdienstes; Termins mit Familie und Arbeitgeber sowie
− die Dienstleistungsmodelle und Berufs- die Koordination von RS und Schule oder
möglichkeiten in der Armee, dem Zivil- Studium sind sehr wichtig. Achtung: Der de-
schutz und dem Rotkreuzdienst; finitive RS-Zeitpunkt wird erst anlässlich der
− die Wehrpflichtersatzabgabe; Rekrutierung bestimmt.
− den Ablauf der Rekrutierungstage;
− die Folgen ungeordneter persönlicher Organisation durch die Kantone
Verhältnisse. Der Orientierungstag ist für Männer mit Schwei-
• Sie erfahren, welche Ausbildungs- und zer Pass und Wohnsitz in der Schweiz obliga-
Karrieremöglichkeiten Sie als Militärdienst- torisch. Schweizerinnen und Auslandschweizer
pflichtiger haben und wie Sie Ihre Zutei- können freiwillig daran teilnehmen. Der Orien-
lung durch eine gezielte Vorbereitung be- tierungstag wird nicht an die Ausbildungsdienst-
einflussen können. pflicht angerechnet. Nach Artikel 324a des Ob-
6 Orientierungstagligationenrechts muss dem Arbeitnehmer die ÄRZTLICHER FRAGEBOGEN
Zeit für die Erfüllung der gesetzlichen Pflicht ge-
Mit dem Aufgebot zum Orientierungstag erhal-
währt und der Lohn für die entsprechende Zeit
ten Sie einen ärztlichen Fragebogen. Er muss
entrichtet werden. Der Stellungspflichtige wird mit Hilfe der Eltern oder des Hausarztes sorg-
für den Orientierungstag nicht besoldet und er- fältig und wahrheitsgetreu ausgefüllt und an den
hält somit auch keinen Erwerbsersatz. Der Ori- Orientierungstag mitgebracht werden. Selbst-
entierungstag ist ein Amtstermin. verständlich wird dieses Dokument vertraulich
Die Durchführung des Orientierungstages behandelt. Der ärztliche Fragebogen dient dem
obliegt den Kantonen, die auch den Tagesab- Arzt an der Rekrutierung als Grundlage zur
lauf gestalten. Unter der Leitung des jeweiligen Beurteilung Ihres Gesundheitszustandes. Frau-
Kreiskommandanten führen eigens für diesen en müssen den Fragebogen nicht abgeben,
Anlass geschulte Moderatoren durch das Pro- können dies aber tun, wenn sie sich bereits für
die Rekrutierung angemeldet haben.
gramm und beantworten Ihre Fragen zu den
einzelnen Themen.
Typisches Beispiel für einen Tagesablauf PERSONENSICHERHEITSPRÜFUNG
Nach dem gemeinsamen Start im Plenum und
Am Orientierungstag werden Sie aufgefordert,
der Vorstellung der Moderatoren beginnt am das Formular «Personensicherheitsprüfung für
Vormittag die Gruppenarbeit mit 12 bis 15 Teil- Stellungspflichtige» zu unterschreiben.
nehmenden. Hier werden Ihnen unter ande-
rem die Aufgaben der Armee und des Bevölke- Weshalb:
rungsschutzes im Rahmen der Sicherheitspoli- Das Gros aller Funktionen bedingt eine Grund-
tik der Schweiz vorgestellt. Kurze Filme führen sicherheitsprüfung nach Artikel 10, Absatz 2
Sie in die jeweilige Thematik ein. Nach der Pau- der Personensicherheitsprüfungsverordnung
se werden Sie eingehend über die Dienstmodel- (PSPV). Mit Ihrer Unterschrift wird der Prozess
le, die Ausbildung und die Karrieremöglichkei- der Überprüfung bereits vor der Rekrutierung
eingeleitet und an der Rekrutierung abgeschlos-
ten orientiert.
sen. Das Resultat hat einen Einfluss auf die
Nach dem gemeinsamen Mittagessen steht
Funktionszuteilung, auf die Waffenabgabe oder
zunächst – wieder in Gruppen – die Vorberei- sogar darauf, ob Sie überhaupt zur Armee zu-
tung auf die eigentliche Rekrutierung auf dem gelassen werden.
Programm. Danach wird mit Ihnen individuell Wer Spezialfunktionen anvisiert, zum Bei-
der RS-Termin provisorisch geplant (je nach spiel Militärpolizeigrenadier oder eine Funktion
gewünschter Funktion muss der Zeitpunkt der bei den Fliegertruppen, muss zwei Unterschrif-
RS anlässlich der Rekrutierung noch angepasst ten geben, nämlich für die Grundsicherheits-
werden). Sie erhalten Ihr Dienstbüchlein, das prüfung nach Artikel 10, Absatz 2 der PSPV und
Sie während der gesamten Dienstzeit beglei- für die erweiterte Personensicherheitsprüfung
ten wird. nach Artikel 11, Absatz 2 der PSPV.
Wenn Sie das Formular nicht unterschrei-
Zurück im Plenum werden Sie über Ihre
ben, bleiben Ihnen an der Rekrutierung nur ganz
Rechte und Pflichten informiert und erhalten
wenige Funktionen zur Auswahl oder Sie verlän-
die Gelegenheit, Fragen zu stellen. gern den Rekrutierungsprozess. Eventuell müs-
sen Sie gar zu einer Nachrekrutierung aufgebo-
ten werden. Mehr dazu auch auf 14.
Orientierungstag 7Rekrutierung
Wo liegen ihre Stärken?
Die Rekrutierung bringt es an den Tag!
Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. An der Rekrutierung klären Spezialisten
mit Hilfe verschiedener Tests ab, welche Fähigkeiten und Talente Sie haben, ehe über Ihre
Zuteilung und Funktion entschieden wird. Im Zentrum stehen dabei Ihr Gesundheitszustand,
Ihre körperliche Leistungsfähigkeit, die Gesundheit Ihrer Psyche sowie die Sicherheit in
Bezug auf das Anvertrauen der persönlichen Waffe.
Aarau
Payerne
Die Rekrutierungszentren
Die Rekrutierung findet je nach Wohnort in ei- schieben (maximal bis zu dem Jahr, in dem Sie
nem der sechs eigens dafür eingerichteten Re- das 25. Altersjahr vollenden), verschiebt sich
krutierungszentren statt. damit automatisch auch der Zeitpunkt der Re-
krutierung.
Zeitpunkt der Rekrutierung
Die Rekrutierung dauert zwei bis drei Tage und Gesundheitszustand
findet drei bis zwölf Monate vor der Rekruten- Mit einem gründlichen medizinischen Check
schule statt. Falls Sie die Rekrutenschule ver- (siehe 10) erhält der Rekrutierungsarzt ein
8 Rekrutierungumfassendes Bild Ihres Gesundheitszustandes
und ergänzt dies mit den Angaben aus Ihren
persönlichen Unterlagen (siehe Kasten rechts).
Körperliche Fitness
Die körperliche Leistungsfähigkeit, welche die
Funktionszuteilung sowohl für die Armee als auch
für den Zivilschutz entscheidend beeinflusst, wird
mit einem mehrteiligen Sporttest ermittelt. Getes-
tet werden Schnelligkeit, Kraft, Koordination und
Ausdauer (siehe 12).
Psychologische Abklärungen
Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Flexi-
bilität und Gewissenhaftigkeit sind von Mensch
zu Mensch verschieden. Mit Intelligenz- und
Persönlichkeitstests lassen sich entsprechen-
de Erkenntnisse gewinnen. Ein weiterer Test
prüft Stress- und Angstverhalten. Darüber hi-
naus werden auch Selbstvertrauen und emo-
tionale Stabilität getestet. Einzelkämpfer oder Körperliche und mentale Fitness entscheiden über
Zuteilung und Funktion
Gruppenchef? Das Verhalten in der Gemein-
schaft und das Gespür für die Gruppenmitglie-
der entscheiden, ob die nötige soziale Kompe-
tenz vorhanden ist. MITBRINGEN
Je nach den Ergebnissen der Tests und Ab- Folgende Unterlagen müssen Sie zur Rekrutie-
klärungen erfolgt im persönlichen Gespräch am rung mitbringen:
Ende der Rekrutierung Ihre Zuteilung zur Ar- ❑ ❑ Schul- respektive Lehrzeugnisse;
mee oder zum Zivilschutz. ❑ ❑ Leistungsausweis vordienstliche Ausbildung
(falls vorhanden);
Personensicherheitsprüfungen ❑ ❑ Persönlicher Ausweis (Identitätskarte oder
Pass);
Wer Militärdienst leistet, erhält eine persönliche
❑ ❑ Führerausweis (falls vorhanden);
Waffe und hat in der Regel Zugang zu klassifi-
❑ ❑ Impfausweis;
zierten Informationen, Material oder Schutzzo-
❑ ❑ Allergiepass (falls vorhanden);
nen. Voraussetzung dazu ist eine vorgängige ❑ ❑ alte und aktuelle Arztzeugnisse zu Krank
Abklärung in Bezug auf die Sicherheit, damit heiten und Leiden, Röntgenbilder etc.;
entsprechende Risiken ausgeschlossen oder ❑ ❑ aktueller Brillenpass (max. drei Monate alt),
minimiert werden können. Die Sicherheitsabklä- sofern Sie Brillen- oder Kontaktlinsenträger
rung wird durch die Fachstelle für Personensi- sind.
cherheitsprüfungen des VBS durchgeführt (sie-
he 14).
Rekrutierung 9Medizinische Tauglichkeitsabklärungen
Zentrales Element der Rekrutierung ist der Tauglichkeitsentscheid, also der Entscheid,
ob Sie Militärdienst leisten, ob Sie in den Zivilschutz eingeteilt werden oder ob eine Dienst
leistung aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht möglich ist. Damit der vorsitzende
Arzt der Untersuchungskommission Rekrutierung einen begründeten Entscheid fällen kann,
durchläuft jeder Stellungspflichtige umfassende Tauglichkeitsabklärungen.
Tauglichkeit Ohren
«Diensttauglich ist aus medizinischer Sicht, wer Bei allen Stellungspflichtigen wird eine Audio-
körperlich, geistig und psychisch den Anforde- metrie (Gehörprüfung) durchgeführt. Dies ist
rungen des Militär- beziehungsweise Schutz- eine reproduzierbare Untersuchung, bei der
dienstes genügt und bei der Erfüllung dieser die Hörschwelle bestimmt wird. Es können aber
Anforderungen weder die eigene Gesundheit auch Einschränkungen oder Schäden des Ge-
noch diejenige Dritter gefährdet.» So lautet die hörs erkannt werden.
Definition der medizinischen Diensttauglichkeit.
Entsprechend basiert der medizinische Taug- Elektrokardiogramm (EKG)
lichkeitsentscheid auf den folgenden drei Säu- Bei jedem Stellungspflichtigen wird ein EKG
len: (Herzstromkurve) angefertigt. Hier geht es dar-
• ärztlich-medizinische Untersuchung; um, mögliche Hinweise auf Herzerkrankungen
• psychologische Tests, eventuell persönli- zu erkennen. Die EKG werden durch den un-
ches Gespräch mit Psychologen; tersuchenden Arzt und, falls nötig, durch einen
• Sporttest. Herzspezialisten bewertet.
Lungenfunktion
Die medizinischen Untersuchungen Bei entsprechender medizinischer Fragestel-
Body Mass Index (BMI) lung, oder falls Sie eine Funktion mit Atem-
Bestimmung des Verhältnisses von Grösse und schutzgerät wählen, wird eine Lungenfunktions-
Gewicht. prüfung durchgeführt. Dabei werden Lungen-
und Atemvolumen gemessen, um mögliche
Bauchumfang Einschränkungen festzustellen.
Bestimmung des Bauchumfangs zur Einschät-
zung eines eventuell vorliegenden Überge- Blutuntersuchung
wichts (nebst dem BMI). Auf prinzipiell freiwilliger Basis können Sie eine
laborchemische Blutuntersuchung durchfüh-
Augen ren lassen. Dabei werden folgende Werte be-
Bei jedem Stellungspflichtigen werden die Seh- stimmt:
schärfe sowie das Farb- und Stereosehen über- • Blutgruppe;
prüft. Falls nötig bestimmt ein Optiker Ihre Bril- • Blutchemie (Leberfunktionswerte);
lenkorrekturwerte. • Infektionen (HIV, Hepatitis B und C).
Ziel der Blutuntersuchung ist es, allfällige
Krankheiten im Frühstadium zu erkennen, um
10 Rekrutierungbei der Tauglichkeitsbeurteilung Rücksicht auf nische Tauglichkeit. Der Entscheid wird Ihnen
Ihren Gesundheitszustand nehmen zu können persönlich mitgeteilt und begründet – mit dem
und um bessere Voraussetzungen für eine all- Hinweis, dass Sie dagegen Beschwerde einrei-
fällige Behandlung im zivilen Leben zu schaf- chen können.
fen. Bei Auffälligkeiten in der Blutuntersuchung
werden sie schriftlich orientiert und bei deut- Nebst den Entscheiden «militärdiensttauglich»
lichen Abweichungen angehalten, diese beim oder «-untauglich», sowie «schutzdiensttaug-
Hausarzt kontrollieren zu lassen. Beachten Sie, lich» bzw. «-untauglich» können auch Ent-
dass für die Zuteilung in bestimmte Truppengat- scheide gefällt werden, die gewisse medizini-
tungen die Blutentnahme an der Rekrutierung sche Einschränkungen berücksichtigen, z. B.
vorausgesetzt wird. Schiessuntauglichkeit oder Einschränkungen
im Bereich Marschieren, Heben, Tragen.
Impfungen
Im Sinne einer Prävention können Sie sich im
Rekrutierungszentrum gegen Starrkrampf und
Diphterie, Kinderlähmung, bakterielle Hirnhaut-
entzündung und Masern-Mumps-Röteln imp-
fen lassen. Der untersuchende Arzt bespricht
mit Ihnen die notwendigen Impfungen. Verges-
sen Sie nicht, Ihren Impfausweis mitzubringen.
Mit einer Zuteilungsfunktion als Durchdiener
bei den Genie- und Rettungstruppen oder der
Sehtest
ABC Abwehr sowie für bestimmte Funktionen
bei den Sanitätstruppen besteht ein Impfzwang.
Ärztliche Untersuchung
Sie werden durch einen Arzt befragt und ganz-
körperlich untersucht, wobei das Herz-Kreis-
laufsystem, der Bewegungsapparat sowie das
Abdomen (Bauchraum) und die Weichteile die
Schwerpunkte der Untersuchung bilden.
Lungenfunktionsprüfung
Der Tauglichkeitsentscheid
Nebst den Befunden der genannten medizini-
schen Untersuchungen liegen dem vorsitzen-
den Arzt der Untersuchungskommission Rek-
rutierung auch die Sportresultate und die Re-
sultate der psychologischen Untersuchungen
vor. Unter Berücksichtigung all dieser Ergeb-
nisse, nach Rücksprache mit den untersuchen-
den Ärzten und nach einem persönlichen Ge-
spräch entscheidet der Arzt über Ihre medizi- Elektrokardiogramm (EKG)
Rekrutierung 11Fitnesstest der Armee (FTA)
Die fünf Disziplinen des Fitnesstests erlauben es, nach einfachen, aber modernsten
Methoden, die wesentlichen Faktoren Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit zu messen.
Es handelt sich dabei um folgende Disziplinen,
auf die Sie sich im Vorfeld der Rekrutierung ge-
zielt vorbereiten können:
1. Medizinballstossen
(Schnellkraft der Arme)
2-kg-Medizinballstoss aus dem Sitzen: Ge-
messen wird die Distanz von der Wand hin-
ter der Langbank bis zum Landepunkt des
Balls (drei Versuche).
Medizinballstossen
2. Standweitsprung
(Schnellkraft der Beine)
Standweitsprung mit Absprung auf dem
Hallenboden und Landung auf der Mat-
te: Gemessen wird die Distanz von der Ab-
sprunglinie bis zum hintersten Berührungs-
punkt des Körpers bei der Landung (drei
Versuche).
3. Globaler Rumpfkrafttest
(Kraft der globalen Rumpfmuskulatur)
In der vorgegebenen Position (Unterarm-
stütz) werden im Sekundentakt abwech-
selnd der linke und rechte Fuss vom Bo-
den um eine halbe Fusslänge angehoben.
Gemessen wird die Zeit bis zum Übungsab-
Standweitsprung bruch (ein Versuch).
4. Einbeinstand
(Koordinationsfähigkeit)
Mit den Händen hinter dem Rücken wird
beim Start ein Fuss in die Kniekehle gelegt.
Nach zehn Sekunden müssen die Augen
geschlossen werden. Nach weiteren zehn
Sekunden muss der Kopf mit geschlosse-
nen Augen nach hinten in den Nacken ge-
Rumpfkrafttest legt werden. Die Zeit bis zum Verlust des
12 RekrutierungGleichgewichts wird für das linke und das
rechte Bein gemessen. Für das Resultat
werden beide Zeiten zusammengezählt (ein
Versuch).
5. Progressiver Ausdauertest
(Ausdauerleistungsfähigkeit)
Der Ausdauertest findet entweder auf der
Rundbahn im Freien oder in der Halle als
20-m-Pendellauf statt. Für die beiden Va-
rianten gelten nicht dieselben Wertetabel-
len. Das Lauftempo wird durch ein akus-
tisches oder optisches Signal vorgegeben.
Die Startgeschwindigkeit ist 8,5 km/h. Die
Geschwindigkeit steigt immer nach 200 m
um 0,5 km/h. Gestoppt wird die Zeit, sobald
das Tempo nicht mehr mitgelaufen werden
kann (ein Versuch).
Einbeinstand
WERTUNGSTABELLEN
Pro Disziplin sind maximal 25 Punkte zu errei-
chen. Die maximale Gesamtpunktzahl ist 125.
Das Sportabzeichen wird ab 80 Punkten verge-
ben. Für die militärische Einteilung gilt für Män-
ner und Frauen dieselbe Wertungstabelle. Für
das Sportabzeichen werden die Frauen aber mit
einer geschlechtsspezifischen Wertungstabelle
beurteilt. Die detaillierten Wertungstabellen fin-
den Sie unter www.armee.ch/rekrutierung
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Ausdauerleistungsfähigkeit
Rekrutierung 13Tauglichkeitskriterium Sicherheit
Neben den medizinischen Abklärungen beinhaltet der Tauglichkeitsentscheid ein weiteres
Element: die Personensicherheitsprüfung. Diese wird ebenfalls während der Rekrutierung
durchgeführt.
Die Überlassung der persönlichen Waffe wird durch die PSP abgeklärt.
Zweck und Zuständigkeit Sicherheit (BWIS), der Verordnung über die
Personensicherheitsprüfungen (PSP) stellen Personensicherheitsprüfungen (PSPV) sowie
ein präventives Instrument zum Schutz des der Verordnung über die Militärdienstpflicht
Staates dar. Sicherheitsrisiken im Zusammen- und die Ausbildung in der Armee (VMA) ge-
hang mit Personen sollen damit ausgeschlos- regelt.
sen oder auf ein Minimum reduziert werden.
Zuständig für die Durchführung der PSP ist die Prüfstufen
Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen Nach dem MG werden alle Stellungspflichtigen
(kurz: Fachstelle) der Informations- und Ob- einer PSP unterzogen. Bei dieser geht es aus-
jektsicherheit im VBS. schliesslich um die Abklärung des Gewaltpo-
tenzials. Dabei wird beurteilt, ob Ihnen im Mi-
Rechtliche Grundlagen litärdienst eine Waffe anvertraut werden darf.
Die PSP wird aufgrund von Gesetzen und Ver- Zur Durchführung dieser PSP ist keine Zustim-
ordnungen durchgeführt. Die PSP ist im Bun- mung erforderlich.
desgesetz über die Armee und die Militärver-
waltung (Militärgesetz MG), dem Bundesgesetz Entsprechend der angestrebten Funktion be-
über Massnahmen zur Wahrung der Inneren darf es zusätzlich einer PSP nach dem BWIS.
14 RekrutierungDann zum Beispiel, wenn Sie in Ihrer Funk- auf der Grundlage dieser Empfehlung, ob Sie in
tion Zugang zu VERTRAULICH oder GEHEIM die Armee eingeteilt werden. Bei Risikoerklä-
klassifizierten Informationen, Material oder rungen (Sicherheitsrisiko) erfolgt in aller Regel
Schutzzonen haben. Diese PSP kann nur mit keine Einteilung in die Armee.
Ihrer schriftlichen Zustimmung (Unterschrift)
durchgeführt werden. Sie können innert 30 Tagen ab Eröffnung beim
Schweizerischen Bundesverwaltungsgericht ge-
Durchführung gen die Verfügung der Fachstelle schriftlich Be-
Bei der PSP werden Daten aus den Registern schwerde erheben.
der Sicherheits- und Strafverfolgungsorgane
von Bund und Kantonen sowie aus dem Straf-
register eingeholt. Entsprechend der Prüfstufe
wird zusätzlich das zuständige Betreibungsamt
angefragt. Wenn die Fachstelle für ihre Beurtei-
lung noch Fragen hat, klärt sie diese im persön-
lichen Gespräch mit Ihnen.
Nachdem die Fachstelle alle sicherheitsrelevan-
ten Informationen erhoben hat, beurteilt sie, ob
ein Sicherheitsrisiko vorliegt. Liegt kein Sicher-
heitsrisiko vor, erhalten Sie dies in Form einer
Übermittlungssoldaten beispielsweise benötigen eine
Verfügung schriftlich mitgeteilt (Sicherheitser- höhere PSP …
klärung).
Liegt ein Sicherheitsrisiko vor, teilt Ihnen die
Fachstelle dies mit. Sie bekommen dabei Gele-
genheit, zum Ergebnis der Abklärungen schrift-
lich Stellung zu nehmen, bevor die Fachstelle
ihre definitive Beurteilung abgibt. Hält die Fach-
stelle an ihrer Beurteilung fest, erlässt sie eine
entsprechende Verfügung und benennt darin
die Risiken (Risikoerklärung oder Sicherheits-
erklärung mit Auflagen).
… wie auch Funktionen bei den Flieger-, Flieger
abwehr- und Führungsunterstützungstruppen sowie bei
Abschluss der Militärpolizei.
Die Verfügung erhält einerseits die/der Stel-
lungspflichtige, also Sie, und andererseits das
Kommando Ausbildung der Armee, also dieje-
nige Stelle, die eine PSP eingeleitet hat.
Bei der Verfügung der Fachstelle handelt es
sich grundsätzlich um eine Empfehlung. Das
Kommando Ausbildung der Armee entscheidet
Rekrutierung 15Frauen leisten Dienst
Gleiche Leistung – gleiche Chancen
Frauen können bei entsprechender Eignung alle Funktionen übernehmen und alle Grade
erreichen. Es gilt der Grundsatz «gleiche Leistung – gleiche Chancen».
Weibliche Angehörige der Armee haben gleiche Rechte und Pflichten wie ihre männlichen Kameraden
Die Suche nach neuen Herausforderungen, sind die Frauen militärdienstpflichtig. Ab die-
sich für die Gemeinschaft einsetzen, Führungs- sem Zeitpunkt haben sie die gleichen Rech-
erfahrung sammeln oder von Weiterbildungen te und Pflichten wie die militärdienstpflichtigen
für das Berufsleben profitieren: Die Gründe, Männer.
weshalb sich Frauen für den Militärdienst ent- Die in der Armee gemachten Erfahrungen
scheiden, sind vielfältig. erweisen sich auch für das Berufsleben als hilf-
reich und wertvoll.
Frauen in der Armee
Schweizer Bürgerinnen im Alter von 18 bis 25 Wenn Sie sich freiwillig zum Militärdienst mel-
Jahren können sich freiwillig zur Rekrutierung den möchten, empfehlen wir Ihnen, zuerst an
melden. Artikel 59, Absatz 2 der Bundesverfas- einem Orientierungstag teilzunehmen. Das An-
sung lautet: «Für Schweizerinnen ist der Militär- meldeformular hierfür können Sie beim Kreis-
dienst freiwillig.» Truppengattungs- und Funk- kommando Ihres Kantons (siehe S. 76) oder
tionszuteilung erfolgen gemeinsam mit den beim Kommando Rekrutierung (siehe S. 76,
Männern im Rahmen der Rekrutierung (siehe Seitenende unter «Kontakte») beziehen. Es
8). Einmal diensttauglich und bereit, die muss vollständig ausgefüllt und unterschrie-
für sie vorgesehene Funktion zu übernehmen, ben an das Kommando Rekrutierung gesandt
16 Frauen leisten Dienstwerden. Wichtig: Die Unterschrift auf der An- Hauptauftrag des 1903 gegründeten RKD ist es,
meldung verpflichtet zur Teilnahme an der Re- den Sanitätsdienst der Armee zu unterstützen.
krutierung. Mit einer zweiten Unterschrift an der AdRKD werden als Fachfrauen in allen medi-
Rekrutierung werden Sie militärdienstpflichtig. zinischen Fachbereichen eingesetzt – vorwie-
gend in den Sanitäts- und Spitalformationen,
Schwangerschaft oder die Betreuung eigener aber auch im Psychologisch-Pädagogischen
Kleinkinder entbindet nicht von der Dienst- Dienst, im ABC Kompetenzzentrum, in den Stä-
pflicht. Es besteht jedoch die Möglichkeit der ben der Armee und in Fachgruppen. Besonde-
Dienstverschiebung. re Beiträge leisten sie auch als Ausbildnerinnen
der Sanitäts- und Spitalsoldaten.
Zusätzlich zum medizinischen Bereich kön-
nen Frauen rekrutiert werden, die bereit sind,
Beiträge zur Verbreitung der Grundsätze der
Rotkreuzbewegung und des Humanitären Völ-
kerrechts zu leisten.
Frauen im Zivilschutz
Auch der Zivilschutz steht Frauen offen.
Schweizerinnen und niedergelassene Auslän-
derinnen können grundsätzlich alle Funktionen
ausüben. Wie für alle Freiwilligen gilt allerdings:
Eine Hundeführerin lässt ihren Hund beim Veterinär-
dienst behandeln Ein Rechtsanspruch auf die Aufnahme in den
Zivilschutz besteht nicht; die Kantone entschei-
Frauen im Rotkreuzdienst den je nach Bedarf.
Der Rotkreuzdienst (RKD) ist eine Organisation
des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Zur Kontakte:
Rekrutierung RKD können sich Schweizer Bür- Rekrutierung Frauen in der Armee
gerinnen melden, die ein Diplom in einem me- Telefon 058 464 12 35
dizinischen Beruf haben oder Studentinnen der fda@vtg.admin.ch, www.armee.ch/frauen
Medizinalberufe. Angehende Angehörige des
RKD können vom 18. bis 38. Altersjahr rek Rotkreuzdienst
rutiert werden. Die Geschäftsstelle RKD führt Telefon 058 400 41 70
regelmässig Orientierungsanlässe durch. info@rkd-scr.ch, www.rkd-scr.ch
Die Angehörigen des RKD (AdRKD) sind zi-
viles Personal des SRK, das der Armee zuge- Zivilschutz
wiesen wird. Sie tragen dieselbe Uniform wie Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS
die Angehörigen der Armee (AdA) und sind mit Telefon 058 462 50 11
einem gut sichtbaren, speziellen RKD-Abzei- info@babs.admin.ch, www.zivilschutz.ch
chen gekennzeichnet. Die sechswöchige Re-
krutenschule der AdRKD ist in die Spital-Rek-
rutenschule integriert; die Kaderausbildung er-
folgt zusammen mit den AdA.
Frauen leisten Dienst 17Dienstleistungsmodelle
Wiederholungskurse leisten oder
durchdienen?
Die Armee bietet für die Erfüllung der Militärdienstpflicht zwei Modelle an: das klassische
WK-Modell und das freiwillige Durchdiener-Modell.
In der Armee ist Teamwork gefragt
WK-Modell Vorzüge des Durchdiener-Modells:
Beim klassischen WK-Modell leisten Sie nach • Konkrete Einsätze: Sie erfüllen wichti-
der Rekrutenschule (RS) jährlich einen Wie- ge Schutz-, Bewachungs- und Unterstüt-
derholungskurs (WK), der heute auch «Ausbil- zungsaufgaben oder leisten Katastrophen-
dungsdienst der Formation» (ADF) genannt wird. hilfe zugunsten der Bevölkerung.
• Dienstpflicht mit 20 erfüllt: Sie können
Durchdiener-Modell nach rund zehn Monaten Ihre persönliche
Durchdiener (DD) erfüllen ihren gesamten obli- und berufliche Zukunft frei planen.
gatorischen Militärdienst (RS und WK) an einem • Keine Wiederholungskurse: Sie leisten nur
Stück. Jährlich erhalten maximal 15 Prozent ei- das jährliche obligatorische Schiessen.
nes Rekrutenjahrgangs diese Möglichkeit. Vor- • Attraktiv für den Arbeitgeber: Sie haben
aussetzung ist ein Lehrabschluss oder eine Ma- keine weiteren Absenzen wegen Militär-
tura. Zudem muss das Anforderungsprofil der dienst.
jeweiligen Funktion erfüllt sein. Die Ausbildung
findet nur in deutsch und französisch statt. Der Minimalverdienst nach Graden: siehe 28.
Dienst an einem Stück ist in fast allen Truppen-
gattungen möglich (siehe ab 34).
18 DienstleistungsmodelleVordienstliche Ausbildung und Eignungs
prüfungen
Wer bereits weiss, welcher Truppengattung oder
welcher Funktion er oder sie zugeteilt werden
möchte, kann sich frühzeitig auf bestimm-
te Funktionen vorbereiten. Einige Funktionen
setzen eine vordienstliche Ausbildung, respek-
tive Eignungsprüfung voraus, nämlich: Ponto-
nier, Strategischer Funkaufklärer, Hundeführer,
Militärmusiker, Train- und Veterinärsoldat, Huf-
schmied, Fallschirmaufklärer (SPHAIR), Grena-
dier und Gebirgsspezialist. Durchdiener der Sanitätstruppen
DURCHDIENER (NUR IN DEUTSCH UND FRANZÖSISCH MÖGLICH)
Bei den Ausbildungsfunktionen, die mit diesem Symbol versehen sind (siehe
Kompetenzzentren und Lehrverbände ab 34), ist der Dienst an einem Stück möglich.
Zur Zeit werden im Durchdiener-Modell folgende Funktionen ausgebildet:
ABC Soldat DD, ABC Abw Trp Nachschubsoldat DD, Log Trp
Baumaschinenfahrer DD, G Trp Nachschubsoldat Feldpost DD, Log Trp
Büroord DD, diverser Trp Nachschubsoldat/Fahrer C1 DD, Log Trp
Einheitssanitäter/Fahrer C1 DD, diverser Trp Radarsoldat DD, Flab Trp
Fliegersoldat DD, Fl Trp Rammpontonier DD, G Trp
FU Gerätemechaniker DD Rammpontonier/Fahrer C1 DD, G Trp
Führungsstaffelsoldat DD, Inf Rettungsgerätewart DD, Rttg Trp
Führungsstaffelsoldat/Fahr C1 DD, Inf Rettungssoldat DD, Rttg Trp
Führungsunterstützungspionier DD, FU Trp Rettungssoldat/Fahrer C1 DD, Rttg Trp
Führungsunterstützungspionier/Fahrer C1 DD, FU Trp Richtstrahlpionier DD, FU Trp
FULW Gerätemechaniker DD, Fl Trp Richtstrahlpionier/Fahrer C1 DD, FU Trp
FULW Soldat DD, Fl Trp Richtstrahlpionier/Radschützenpanzerfahrer DD, FU Trp
FULW Soldat/Fahrer C1 DD, Fl Trp Sanitätssoldat DD, San Trp
Gebirgsspezialist DD, Inf Sanitätssoldat/Fahrer C1 DD, San Trp
Gerätemechaniker DD, Log Trp Sappeur DD, G Trp
Infanteriebesatzer/Infanteriepanzerfahrer DD, Inf Sappeur/Fahrer C1 DD, G Trp
Infanterist DD, Inf Strategischer Funkaufklärer DD, FU Trp
Infanterist/Fahrer C1 DD, Inf Truppenbuchhalter DD, Log Trp
Kanonier DD, Flab Trp Truppenkoch DD, Log Trp
Kanonier/Fahrer C1 DD, Flab Trp Uebermittlungssoldat DD, diverser Trp
Küchenlogistiksoldat DD Uebermittlungssoldat/Fahrer C1 DD, diverser Trp
Motorfahrer DD, Log Trp Verkehrssoldat DD, Log Trp
Motorfahrer Spezialfahrzeuge DD, G Trp Waffenmechaniker DD, Log Trp
Motormechaniker DD, Log Trp
MP Sicherungssoldat DD, Trp MP
MP Sicherungssoldat/Fahrer C1 DD, Trp MP
Dienstleistungsmodelle 19Rekrutenschule Grundausbildung für alle Die Rekrutenschule dauert 18 Wochen (23 Wochen für Spezialkräfte) und umfasst vier Ausbildungsschwerpunkte: die Allgemeine Grundausbildung (AGA), die Erweiterte Grundaus bildung (EGA), die Funktionsgrundausbildung (FGA) und Verbandsausbildung (VBA 1). Angehende Kader absolvieren – wie die künftigen Mannschaftsgrade – die gesamte Rekruten schule. Zielgerichtete Ausbildung in der Rekrutenschule 1. Allgemeine Grundausbildung (AGA) 2. Erweiterte Grundausbildung (EGA) Die AGA umfasst jene Ausbildungsinhalte, die Die EGA beinhaltet Themen, die für eine Trup- alle Angehörigen der Armee – unabhängig von pengattung zur waffenspezifischen Grundaus- Truppengattung und Funktion – beherrschen bildung gehören. Sie ist funktionsunabhängig müssen. Die Rekruten erlernen das militärische auf die jeweilige Einteilung (Modulbaustein) Grundhandwerk: militärische Formen, Umgang ausgerichtet. Die Festlegung dieser Inhalte ist mit der persönlichen Waffe, um sich selber und Sache der Lehrverbände und der Kompetenz- andere zu schützen, Grundkenntnisse im Sani- zentren. tätsdienst, um helfen und retten zu können, so- wie den Umgang mit der Ausrüstung. 20 Rekrutenschule
3. Funktionsgrundausbildung (FGA) muss sich der einzelne Angehörige der Armee
In der FGA erlernen die Rekruten das waffen- als Teil des Ganzen verstehen lernen, um seine
gattungsspezifische Handwerk. Sie werden zu Aufgabe erfüllen zu können.
Spezialisten an jenen Systemen ihrer Truppen-
gattung ausgebildet, die im Trupp oder in der
Gruppe eingesetzt werden. Der Übergang zwi-
schen AGA, EGA und FGA ist fliessend. Nach
der FGA werden alle Rekruten zu Soldaten be-
fördert.
4. Verbandsausbildung (VBA 1)
Die Zahl 1 steht für die Verbandsausbildung in WER BILDET WAS AUS?
der RS; die VBA 2 entspricht der Verbandsaus-
In der Rekrutenschule vermitteln grundsätzlich
bildung im WK. Die VBA 1 für die Stufe Zug
die Milizkader (angehende Gruppen- und Zug-
und Gruppe findet in der Regel am RS-Stand- führer sowie Einheitskommandanten), die ihren
ort statt. Für die VBA 1 Stufe Einheit (Kompa- Praktischen Dienst absolvieren, die Ausbildung.
nie, Batterie, Kolonne) geht die ganze Rekru- Ihnen stehen Berufsmilitärs als Betreuer zur
tenschule in eine sogenannte «Verlegung». Sie Seite. Durch begleitenden Kaderunterricht wer-
bezieht einen neuen Standort in einem Gelän- den die Milizkader weiter ausgebildet. Hinzu
de, in dem der Einsatz des Verbandes unter re- kommen die künftigen Quartiermeister und hö-
alitätsnahen Bedingungen geübt werden kann. heren Unteroffiziere der Miliz (Einheitsfeldwei-
Dabei werden Mannschaft und Kader im Ver- bel und Einheitsfouriere): Sie leisten ebenfalls
ihren Praktischen Dienst.
band in Einsatz- und Gefechtsübungen sowie
im Gefechtsschiessen ausgebildet. In der VBA
RS-STARTS 2020
Start Modell 2020
1 18 Wochen 13.01.2020 – 15.05.2020
23 Wochen (Gren) 13.01.2020 – 19.06.2020
Durchdiener 13.01.2020 – 04.11.2020
2 18 Wochen 22.06.2020 – 23.10.2020
23 Wochen (Gren) 06.07.2020 – 11.12.2020
Durchdiener 22.06.2020 – 14.04.2021
Für Motorfahrer zusätzlich möglich:
1 18 Wochen 13.01.2020 – 15.05.2020
1a 18 Wochen 30.03.2020 – 31.07.2020
2 18 Wochen 22.06.2020 – 23.10.2020
2a 18 Wochen 21.09.2020 – 26.02.2021
Rekrutenschule 21Kaderausbildung Ihre Aufstiegschance dank praktischer Führungserfahrung Angehende Kader der Armee werden nach einem Zweistufenprinzip ausgewählt: Anlässlich der Rekrutierung wird zunächst das Potenzial (vor-)geprüft. Die definitive Kaderselektion zum Gruppenführer, in die auch geeignete Rekruten ohne vorgängige Empfehlung einbezogen werden, erfolgt am Ende der RS. Gemeinsame Lagebeurteilung in der Unteroffizierschule als Basis für den Erfolg Gruppenführer/Wachtmeister Einheitsfeldweibel, Einheitsfourier Gruppenführer/Wachtmeister besu- Die Ausbildung zum Einheitsfeld- chen nach der RS eine Unteroffi- weibel und Einheitsfourier dauert 62 ziersschule von vier Wochen, bevor sie in Wochen (ausgenommen Spezialkräfte). Nach einer ganzen RS ihren Praktischen Dienst ab- der RS besuchen sie die Unteroffiziersschule solvieren und damit ihren Grad abverdienen. und verdienen dann ihren Grad als Wachtmeis- Die Gesamtausbildungszeit beträgt 41 Wochen ter in einer RS ab. Mit dem Vorschlag zur Wei- (ausgenommen Spezialkräfte). terausbildung zum Höheren Unteroffizier ver- 22 Kaderausbildung
lassen sie die RS nach 14 Wochen Abverdienen
und machen dann den Lehrgang für höhere NUTZEN DER WEITERAUSBILDUNG
Unteroffiziere von sechs Wochen, bevor sie in • Praxisorientierte Führungsausbildung,
einer ganzen RS ihren Grad als Fourier oder die zivil anerkannt ist;
Hauptfeldweibel abverdienen. • Praktische Führungserfahrung in jungen
Jahren;
Zugführer/Leutnant • Gute finanzielle Absicherung
(Sold, Soldzulage, EO);
Für Zugführer beginnt die Ausbildung
• Aufbau eines Beziehungsnetzes über alle
gleich wie beim Gruppenführer. Nach
Schichten der Bevölkerung;
der RS absolvieren sie die Unteroffi-
• Sammeln von wertvollen Erfahrungen
ziersschule und verdienen ihren Grad im Umgang mit Stress und schwierigen
als Wachtmeister in einem siebenwöchigen Situationen;
Praktikum in einer RS ab. Falls sie den Vor- • Sich und seine Grenzen besser kennen
schlag für eine Weiterausbildung zum Zugfüh- lernen.
rer erhalten, verlassen sie die RS nach sieben • Abhängig von Dienstgrad und Funktion wird
Wochen und absolvieren eine Offiziersschule Armeekadern eine finanzielle Ausbildungs-
von 15 Wochen. Anschliessend wird der Grad gutschrift gewährt.
als Leutnant in einer ganzen RS abverdient. Die
besondere Laufbahn für künftige Quartiermeis-
ter entnehmen Sie dem untenstehenden Aus-
bildungssystem Kader.
Ausbildungssystem für Kader
Sdt Rekrutenschule
18 Wo
Grfhr UOS Praktischer Dienst
KVK
4 Wo Qm 1 Wo, Zfhr 7 Wo,
höh Uof 14 Wo, Uof 18 Wo
Einh Höh Uof LG Praktischer Dienst
KVK
Fw 6 Wo 18 Wo
Four Höh Uof LG Praktischer Dienst
KVK
6 Wo 18 Wo
Zfhr Offiziersschule Praktischer Dienst
KVK
15 Wo 18 Wo
Qm Höh Uof LG Offiziersschule Praktischer Dienst
KVK
6 Wo 15 Wo 18 Wo
Sdt: Soldat Four: Fourier UOS: Unteroffiziersschule
Grfhr: Gruppenführer Zfhr: Zugführer KVK: Kadervorkurs
Einh Fw: Einheitsfeldweibel Qm: Quartiermeister Höh Uof LG: Höherer Unteroffizierslehrgang
Kaderausbildung 23Führungsausbildung
mit doppeltem Nutzen
Trimmen Sie sich fit – als Kader
für Armee und Wirtschaft
Die immer stärker werdende Konkurrenz verlangt auch nach einer fundierten Schulung von
Führungskräften. Dies gilt sowohl für die Armee wie auch für die Wirtschaft. Genau hier
setzt die Führungsausbildung in den Kaderschulen an: Der Zusammenschluss von Armee und
zivilen Ausbildungsinstitutionen zur Schweizerischen Vereinigung für Führungsausbildung
(SFV-ASFC) ermöglicht den Armeekadern, wichtige Bausteine eines eidgenössisch anerkannten
Abschlusses zu erwerben.
Lernen beim Führen Ergänzend zur rein militärischen, auf Noten
Zentrale Bedeutung in den Kaderschulen der basierenden Qualifikation wird dem Kaderan-
Armee hat die praktische Umsetzung der ge- gehörigen ein Bildungs- und Kompetenznach-
lernten Führungsausbildung. Der Kaderange- weis ausgehändigt. Dieser Nachweis bestätigt
hörige ist jeden Tag mit vielfältigen Führungssi- die Kompetenzen, welche der AdA während der
tuationen konfrontiert und kann somit das Füh- Grundausbildung und im Praktischen Dienst
ren in der Praxis fundiert lernen. Die so erlebte zum Abverdienen des Grades angeeignet hat.
und erlernte Führung kann in einzelnen Mo- Dies hilft dem Kader, seinem Arbeitgeber ge-
dulen mit einer Bescheinigung während dem genüber auszuweisen, was er in seiner Abwe-
Grundausbildungsdienst gratis abgeschlossen senheit vom Arbeitsplatz geleistet und welche
werden. Diese Bescheinigungen werden durch Kompetenzen er sich angeeignet hat.
die Schweizerische Vereinigung für Führungs-
ausbildung (SVF-ASFC) und somit auch durch Im Weiteren wird den angehenden Kadern für
die Privatwirtschaft anerkannt. Die Tabelle auf das Absolvieren von Kaderschulen und prak-
26 gibt eine Übersicht über die einzelnen tischen Dienst ein finanzieller Betrag gutge-
auch zivil anerkannten Module. schrieben. Dieser wird nicht ausbezahlt, son-
dern kann für eine zivile Aus- und Weiterbildung
Die in der militärischen Führungsausbildung er- an einer Schule mit Sitz in der Schweiz bezogen
worbenen Fähigkeiten werden zudem an be- werden. Die Aus- und Weiterbildungen, welche
stimmte Grund- und Weiterausbildungspro- eine Anspruchsberechtigung beinhalten, sind
gramme in Form von ECTS-Kreditpunkten an- klar definiert. Dazu zählen anerkannte Ausbil-
gerechnet. dungen des SBFI (Staatssekretariat für Bildung,
Forschung und Innovation) oder Sprachausbil-
Weitere Informationen: www.armee.ch/bildung dungen, bei denen gemäss dem Europäischen
24 Führungsausbildung mit doppeltem NutzenSie können auch lesen