RHEIN-NECKAR Info Magazin des Verbandes Region Rhein-Neckar Ausgabe 02 / 2019 Fokusthema: Gesundheit - www.vrrn.de

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RHEIN-NECKAR
Info
Magazin des Verbandes Region Rhein-Neckar
Ausgabe 02 / 2019

Fokusthema: Gesundheit

www.vrrn.de
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PERSONALIEN

Neugewählt wurden:                             Wiedergewählt wurden:
Bürgermeister Wolfram Bernhardt,               Bürgermeisterin Ilona Volk,
Adelsheim
          Schifferstadt
(Amtsantritt: 01.09.2019)
                                               Bürgermeister Frank Leibeck,
Bürgermeister Patrick Fassott,		               Verbandsgemeinde Lingenfeld
Verbandsgemeinde Rheinauen
(Amtsantritt: 01.09.2019)                      Bürgermeister Torsten Blank,
                                               Verbandsgemeinde Landau-Land

                                               Bürgermeister Gottfried Störmer,
                                               Lampertheim

IMPRESSUM UND KONTAKT

Rhein-Neckar-Info: Ausgabe 02 / 2019           Druck:
                                               Druckerei Schwörer, Mannheim
Herausgeber: 		                                Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier
Verband Region Rhein-Neckar
Körperschaft des öffentlichen Rechts           Alle Beiträge, Grafiken und Fotos sind urheberrechtlich
M 1, 4 – 5, 68161 Mannheim                     geschützt. Eine Verwertung, z. B. die Vervielfältigung, die
Tel.: 0621 10708-0                             Speicherung in elektronischen Systemen, der Nachdruck
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                                               den Grenzen des Urheberrechts und ist nur mit vorheriger
V.i.S.d.P.: Verbandsdirektor Ralph Schlusche   Genehmigung des Herausgebers möglich.
Redaktion: Boris Schmitt
Satz: Angelika Richter / Uwe Hein              Titelbild: yanadjan - stock.adobe.com
Auflage: 2.500
Redaktionsschluss: 10.07.2019

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VORWORT

                                 Ralph Schlusche
                                 Verbandsdirektor
                                 Verband Region Rhein-Neckar

  Foto: VRRN / Schwerdt

Liebe Leserin,
liebe Leser,

vielleicht sind Sie ein wenig überrascht oder fragen sich so-   Die ersten Seiten der aktuellen Ausgabe stehen unter
gar, was für ein Magazin Sie gerade in den Händen halten?       dem Titel „Gesundheit“. Unsere Region ist mit vielen For-
Ich kann Sie gerne beruhigen: Ja, es ist unser traditionelles   schungseinrichtungen, Kliniken und Spitzencluster im
„Rhein-Neckar-Info“ mit aktuellen Berichten aus unserer         Bereich Gesundheit sehr gut aufgestellt. Wir wollen die
Arbeit. Neu ist aber das Design. Nach Umzug in das Haus         Chance nutzen, nochmals transparent darzustellen, was
der Region vor rund eineinhalb Jahren, haben wir – der Ver-     die Region aktuell in diesem Themenbereich unternimmt:
ein, die GmbH und der Verband – nun ein gemeinsames             Beispielsweise mit dem äußert erfolgreichen Netzwerk
und überarbeitetes Corporate Design. Das soll den Wieder-       „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, dem Projekt
erkennungswert unserer regionalen Publikationen und Auf-        „Helden.Retten.Leben.“ oder dem „Mitarbeiterunterstüt-
tritte verstärken. In den Händen halten Sie mit der aktuellen   zungsprogramm Rhein-Neckar“. Die Digitalisierung und die
Ausgabe das erste RNI in diesem neuen Design – wir hof-         Entwicklung zur sogenannten „Arbeit 4.0“ sind dabei wich-
fen, es sagt Ihnen zu.                                          tige Faktoren – insbesondere für die psychische Gesund-
                                                                heit der Arbeitnehmer in unserer Region.
Herzlichen Dank möchte ich all denen sagen, die unseren
Stand der Region auf dem Maimarkt 2019 besucht haben.           Viele weitere Themen präsentieren wir Ihnen auf den kom-
Wir konnten wieder gute Gespräche führen – insbesondere         menden Seiten. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lek-
auch mit einer Delegation aus unserer Partnerregion Flä-        türe.
misch-Brabant, die zu einem Fachaustausch zum Thema
„Smart City“ ebenfalls auf den Maimarkt gekommen war.           Mit freundlichen Grüßen
                                                                Ihr
Diese Regionalpartnerschaft ist ein gutes Beispiel für einen
funktionierenden Austausch in Europa über nationale Gren-
zen hinweg. Das Engagement geht von beiden Seiten aus
und bereichert die tägliche Arbeit enorm.                       Ralph Schlusche

                                                                                                                       3
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DAS MITARBEITERUNTERSTÜTZUNGSPROGRAMM
RHEIN-NECKAR E.V.
Eine Investition in die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter und Ihres Betriebes!
Das Mitarbeiterunterstützungsprogramm „MUP Rhein-Ne-                     Als Verbandsdirektor stehe ich voll und ganz hinter dem
ckar e.V.“ ist eine erste Anlaufstelle bei Problemen in allen            innovativen Angebot des MUP Rhein-Neckar e.V. Wir ver-
Lebenslagen und kann von kleinen und mittleren Unter-                    folgen konsequent unser Ziel, eine der attraktivsten, wett-
nehmen sowie Verwaltungen für die Mitarbeiter gebucht                    bewerbsfähigsten Regionen in Europa zu werden. Dazu ge-
werden. Sowohl bei beruflichen als auch privaten Anliegen                hört auch, Arbeitnehmer gesund am Arbeitsplatz zu halten.
können diese im Dialog, telefonisch oder per Chat, Lösungs-              So wollen wir auch kleinen und mittelständischen Unter-
wege mit professionellen Beratern erarbeiten. Ziel der Be-               nehmen (KMU), Verwaltungen und weiteren Arbeitgebern
ratung ist es, das Wohlbefinden und die Gesundheit der                   vergleichbarer Größenordnung dabei zur Seite stehen, ih-
Mitarbeiter zu steigern und somit die Zufriedenheit an der               ren Mitarbeitern Zugang zu unterstützenden, gesundheits-
jeweiligen Arbeit und das berufliche Potenzial auszuweiten.              fördernden Angeboten wie MUP zu gewähren.

Viele größere Firmen bieten ihren Mitarbeiter/innen schon                In unserer schnelllebigen Zeit können Menschen immer
ein solches Angebot. Nun ist es in der Metropolregion                    öfter in kritische Lebenssituationen geraten und müssen
Rhein-Neckar gelungen, vorhandene Gesundheits- und                       lernen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Persönliche
Beratungsangebote so innovativ zu vernetzen, dass auch                   Belastungen wirken sich nicht nur auf die Arbeitsleistung
KMU, Verwaltungen und Organisationen ähnlicher Größen-                   des Einzelnen, sondern auch auf die Belegschaft und damit
ordnung das gesundheitsfördernde Angebot ihren Mit-                      auf den Erfolg des Unternehmens aus.
arbeiter/innen unterbreiten können.
                                                                         Großunternehmen bieten ihren Mitarbeitern konkrete Un-
Herr Schlusche, nun sind der Verband Region Rhein-                       terstützung an, indem sie Beratungsleistungen von großen
Neckar, die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und                         Gesundheitsdienstleistern einkaufen oder eigene Berater
der Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar nicht                     beschäftigen. Nun bietet der Verband Region Rhein-Neckar
nur Initiatoren und Gründungsmitglied von MUP,                           mit MUP Rhein-Neckar auch unseren KMU und Verwaltun-
sondern bieten ihren Mitarbeitern/innen auch den                         gen hier in der Metropolregion diesen Service an. Auch
umfangreichen Service von MUP Rhein-Neckar e.V.                          unsere Mitarbeiter und letztendlich der Verband selbst, pro-
proaktiv an.                                                             fitieren von diesem Angebot.

4                           Beratungsleiterin Petra Kruppenbacher und Verbandsdirektor Ralph Schlusche im Gespräch mit Pressesprecher Boris Schmitt
                                                                                                                                        Foto: VRRN
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Wie kommunizieren Sie MUP im Verband                            Was unterscheidet MUP Rhein-Neckar von
und in der GmbH?                                                vergleichbaren Angeboten?
Wir haben für jede Organisation jeweils eine Info-Ver-          Vor allem schätze ich die räumliche Nähe und es ist eben
anstaltung durchgeführt. Darüber hinaus wurde jedem             zugeschnitten auf kleinere Unternehmen oder Organisa-
Mitarbeiter ein Flyer ausgehändigt, mit allen wichtigen         tionen. Andere Dienstleister in diesem Bereich stellen Ihre
Informationen über den MUP-Service. Das halten wir für          Angebote nur Großunternehmen zur Verfügung. Hilfreich
ganz elementar. Die Belegschaft muss spüren, dass die           finde ich besonders für Führungskräfte, dass man sich auch
Geschäftsleitung und die Führungskräfte hinter dem MUP          bei MUP beraten lassen kann, ganz konkret, wenn ein per-
stehen. Wichtig ist auch, dass wir Vertraulichkeit zusichern.   sönliches, schwieriges Gespräch mit einem Mitarbeiter
Keiner erfährt, was mit wem besprochen wurde. Wir als Ar-       ansteht. Ebenso stellen die oben genannten Workshops
beitgeber bekommen lediglich allgemeine Rückmeldungen           einen großen Mehrwert dar, um zukünftig Probleme noch
über die Themenbereiche, die in der Beratung aufgelaufen        vor einer möglichen Akutberatung anzugehen.
sind. Das hat für uns den Vorteil, dass wir ein Gespür dafür
bekommen, was unsere Mitarbeiter bewegt, um dann prä-           Frau Kruppenbacher, MUP scheint ein rundes Paket
ventiv etwas anbieten zu können.                                zur Unterstützung bei zwischenmenschlichen
                                                                Themen zu sein, oder?
Können Sie hierzu ein Beispiel nennen?                          Ja, ich glaube, so kann man das zusammenfassen. Die
Es ist ein weiterer Service von MUP, dass über die telefoni-    Welt, und vor allem unsere Arbeitswelt wird immer kom-
sche Akutberatung hinaus jeder Beschäftigte und natürlich       plexer und damit steigen auch die Herausforderungen an
auch die Geschäftsleitungen an einem gewissen Kontingent        uns Arbeitnehmer. Auch unsere Freizeit ist gespickt mit
von Gesundheitsworkshops oder Vorträgen teilnehmen              Herausforderungen jeglicher Art – nicht die Vermeidung
können. Z.B. „Umgang mit Stress“ oder für Führungskräf-         von Herausforderungen, sondern das Bewältigen dieser
te und Inhaber: „Wie erkenne ich überlastete Mitarbeiter“.      lässt uns wachsen und gut gerüstet sein für die Zukunft
Dort lernen sie nicht nur an welchen Symptomen sie das          mit all ihren Möglichkeiten. MUP unterstützt die Menschen
erkennen, sondern auch wie sie die zugegebenermaßen             – die Mitarbeiter und die Führungskräfte. Davon profitieren
schwierigen Gespräche mit ihrem Mitarbeiter führen. Die         direkt die Menschen in der Region, aber eben auch die
Workshops dienen dazu, negative Trends zu identifizieren        Unternehmen. Wir können nicht verhindern, dass sich Ar-
und diese Themen direkt mit den Mitarbeitern und/oder           beits- und Privatleben immer mehr beschleunigen und ver-
Führungskräften anzugehen. Eine präventive Maßnahme,            dichten, wir können aber dafür Sorge tragen, dass die Men-
um zukünftige Problemlagen besser meistern zu können.           schen diese Herausforderungen gut bewältigen können.

                                                                                                                          5
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GEMEINSAM GESUNDHEIT FÖRDERN
Große Resonanz auf das Netzwerktreffen „Betriebliches Gesundheits­
management Rhein-Neckar“ am 6. Juni in Heidelberg

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und              staltung beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem
des Mangels an qualifizierten Fachkräften erkennen immer        Thema Betriebliches Eingliederungsmanagement, das
mehr Arbeitgeber, dass die Gesundheit und Leistungsfähig-       Arbeitgeber seit 2004 Beschäftigten anbieten müssen,
keit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunehmend an        die während eines Jahres länger als 42 Tage arbeitsunfä-
Bedeutung gewinnen, um langfristig erfolgreich und wett-        hig sind. Gastgeberin Dr. Angelina Whalley, Kuratorin des
bewerbsfähig zu sein. Ein wesentliches Instrument, um           KÖRPERWELTEN Museums, und Dr. Markus Gomer, Lei-
die Belegschaft fit zu halten und attraktiv für Fachkräfte zu   ter des Bereichs Bildung, Gesundheit, Arbeitsmarkt bei der
sein, ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM).        Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, begrüßten die 120
Doch angesichts der Fülle an Informationen und Angeboten        Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter denen zahlreiche
zu diesem Thema stellt der Einstieg ins BGM vor allem für       Unternehmen sowie Kommunen, Behörden, wissenschaft-
kleine und mittelständische Unternehmen und Institutio-         liche Einrichtungen und Anbieter im Themenfeld Gesund-
nen eine Herausforderung dar.                                   heitsmanagement waren. Esther Beckhove, Fachanwältin
                                                                für Arbeitsrecht, informierte die Arbeitgeber über Chancen,
Aus diesem Grund hat ein Kreis aus Vertretern von Groß-         gesetzliche Grundlagen und konkrete Schritte im Betrieb-
und Kleinunternehmen, Kommunen, Kammern, Verbän-                lichen Eingliederungsmanagement (BEM). Einen Einblick in
den und wissenschaftlichen Einrichtungen im Jahr 2013           die praktische Umsetzung eines BEM gab Dr. Peter Griebe,
das Netzwerk „Betriebliches Gesundheitsmanagement               Werksarzt der SAP SE. Als einen wesentlichen Erfolgsfak-
Rhein-Neckar“ gegründet. Zentrales Ziel ist es, den Arbeit-     tor in BEM-Gesprächen stellte Peggy Vossen, BEM Spe-
gebern in der Region einen niedrigschwelligen Einstieg in       cialist der BASF SE, hilfreiche Ansätze der motivierenden
die Thematik und einen Erfahrungsaustausch zur Umset-           Gesprächsführung vor.
zung zu ermöglichen.
                                                                Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmerinnen
120 Teilnehmer beim Netzwerktreffen am 6. Juni                  und Teilnehmer Gelegenheit, sich in den Workshops „Ein-
In Kooperation mit dem KÖRPERWELTEN Museum fand                 führung und Umsetzung eines BEM“ und „Chancen und
am 6. Juni 2019 das 13. Netzwerktreffen BGM Rhein-Ne-           Methoden einer motivierenden Gesprächsführung“ ver-
ckar im Alten Hallenbad in Heidelberg statt. Die Veran-         tiefend zu den Vortragsthemen auszutauschen. BGM-Neu-

6                                                                                                     Foto: Rhein-Neckar / Mazur
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linge konnten sich im Workshop „Erste Schritte ins be-         nehmen lassen. Dies zeigt, dass das Interesse am Thema
triebliche Gesundheitsmanagement“ über den Einstieg in         wächst und das Netzwerk eine geeignete Plattform bietet,
die Thematik informieren. Die Teilnehmenden des vierten        sich über Fragestellungen der betrieblichen Gesundheits-
Workshops beschäftigten sich mit der Frage, wie Arbeit-        förderung auszutauschen. Neben den regelmäßigen Tref-
geber die Widerstandskraft (Resilienz) ihrer Mitarbeiter       fen stellt das Netzwerk konkrete Orientierungshilfen zur
fördern können. Abschließend lud das KÖRPERWELTEN              Verfügung, z.B. den Flyer „Schritt für Schritt ins BGM“, den
Museum zu Networking am Büffet und verschiedenen Füh-          Leitfaden zur Gründung lokaler Netzwerke oder die Über-
rungen durch die Ausstellung ein.                              sicht der regionalen BGM-Dienstleister. Seit 2017 wird die
                                                               Netzwerkarbeit durch die BASF und sechs Krankenkassen
Fast 700 Mitglieder im Netzwerk                                finanziell unterstützt.
Die Bilanz nach fast sechs Jahren Netzwerkarbeit fällt posi-
tiv aus: Inzwischen haben sich fast 700 Vertreter aus Be-      Weitere Informationen unter: www.m-r-n.com
trieben, Kommunen und Institutionen in das Netzwerk auf-

         „Nicht nur für den Einstieg ins BGM waren die Vorträge,
          Workshops und Kontakte zu anderen Netzwerkmitgliedern,
          die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, sehr hilfreich.“
          Bianca Bernauer, Magistrat der Stadt Viernheim

DAS „ABENTEUER ESSEN“ GEHT WEITER
Programm für frühkindliche Ernährungsbildung unter neuer Trägerschaft

Das pädagogische Projekt „Abenteuer Essen – frühkind-
liche Ernährungsbildung in der Metropolregion Rhein-Ne-
ckar“ geht unter neuer Trägerschaft in die sechste Runde.
Die Bewerbungsphase ist erfolgreich abgeschlossen und
15 Kindertagesstätten werden zum Projektstart im Sep-
tember 2019 ausgewählt.

Initiiert und fünf Jahre durchgeführt wurde das Programm
von der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Neuer Trä-
ger ist ein bisheriger Projektpartner: die SRH Hochschule
Heidelberg. Ziel von „Abenteuer Essen“ ist auch weiterhin
gesundheitliche Prävention von klein auf: Die Ergebnisse
der KiGGS-Kohorte (www.kiggs-studie.de) bestätigen, dass
ein in jungen Jahren erworbenes höheres Körpergewicht
häufig bis ins Jugendalter bestehen bleibt und verdeut-
lichen die Notwendigkeit, der Entstehung von Adipositas
bereits im Kindergarten vorzubeugen. „Abenteuer Essen“
gibt neue Impulse und hilft, bestehende Aktivitäten rund
um das Thema Ernährungsbildung zu bündeln und dauer-
haft in den Kita-Alltag zu integrieren.

Infos unter: www.abenteueressen.de

                                                                    Foto: Verena Räsener, SRH Hochschule Heidelberg         7
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HELDEN.RETTEN.LEBEN.
Um ein Leben zu retten, muss man kein Superheld sein –
aber man kann einer werden!

Wussten Sie, dass es in Deutschland ca. 80.000 bis
100.000 Fälle pro Jahr gibt, bei denen Menschen vom
plötzlichen Herzstillstand betroffen sind? 50.000 davon
passieren außerhalb einer medizinischen Einrichtung. Nur
lediglich 10 Prozent dieser Fälle überleben außerhalb einer
medizinischen Einrichtung. Überträgt man diese Zahlen auf
die Metropolregion Rhein-Neckar, so sind 1.000 Personen
von einem Herzstillstand betroffen und lediglich circa 100
überleben diesen.

                                                                   Foto: Stephanie Fritz/MRN
Jede Minute zählt
Denn mit jeder Minute Verzögerung verschlechtert sich die
Überlebenschance um circa 10 Prozent. Eine sofortige Wie-        Gute Gründe mitzumachen
derbelebung durch Laien führt in circa 50 Prozent der Fälle      Die Ziele des Projekts sind:
zur Rückkehr des Spontankreislaufs. Umso erschreckender           • Laienreanimationsquote in der Region erhöhen
wirken die Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche          • Vermittlung von Wissen und Technik für den Ernstfall
Aufklärung aus dem Jahr 2016*, die zeigen, dass Deutsch-          • Abbau von Ängsten durch gezieltes Üben der
land den vorletzten Platz mit 15 Prozent bei der Quote der          Herz-Druck-Massage
Laienreanimation einnimmt (im Vergleich Schweden und              • Sensibilisierung der Organisationen und deren
Norwegen 60 Prozent).                                               Mitarbeiter/Innen

„Viele dieser Fälle könnten durch sofortige Wiederbele-          Train-the-Trainer
bungsmaßnahmen und das richtige Verhalten positiv be-            Das Projekt basiert auf Trainerschulungen, welche durch die
einflusst werden“, so Dr. Markus Gomer (Metropolregion           Metropolregion Rhein-Neckar GmbH im Juni 2019 stattfin-
Rhein-Neckar GmbH; Leitung Bildung, Gesundheit, Arbeits-         den und im Anschluss daran wird das erworbene Wissen
markt). Die Sensibilisierung für das Thema der Laienreani-       auf Basis des „Train the Trainer“- Konzepts (Multiplikatoren-
mation ist deswegen immens wichtig. „Und genau deswe-            prinzip) in die Organisationen getragen.
gen werden wir als Metropolregion Rhein-Neckar aktiv und
starten die regionale Ausbreitung des Projekts ‚Helden.          Hohes Interesse
Retten.Leben.‘ “, so Gomer weiter.                               Von 35 befragten Organisationen aus der Region haben
                                                                 sich 20 gemeldet und nehmen am Pilotprojekt teil. Darun-
BASF SE und Metropolregion Rhein-Neckar GmbH                     ter sind 10 Unternehmen, 4 Verbände/Kammern, 3 Kommu-
setzen Pilotprojekt um                                           nen, 2 Sonstige, 1 Ärzte/Kliniken.
Im Jahr 2018 hat die BASF SE „Helden.Retten.Leben.“ mit
einer Teilnehmerquote von 35 % als weltweite Gesund-             Wenn das Thema auch für Sie interessant ist, freuen wir
heitsinitiative BASF SE (Urheber/Initiator) initiiert. Um mehr   uns auf Ihre Rückmeldung (stephanie.fritz@m-r-n.com).
Menschen in der Region dem Thema Laienreanimation
gegenüber zu sensibilisieren, haben sich BASF SE und die
Metropolregion Rhein-Neckar GmbH entschieden, ein Pilot-         *https://www.bundesgesundheitsministerium.de/filead-
projekt für die Region aufzusetzen. Hauptsponsor ist dabei       min/Dateien/4_Pressemitteilungen/2016/2016_3/160919_
die BASF SE als Initiator und Urheber des Projekts.              PM__NAWIB_Info-Blatt_Reanimation_Presse.pdf

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RHEIN-NECKAR Info Magazin des Verbandes Region Rhein-Neckar Ausgabe 02 / 2019 Fokusthema: Gesundheit - www.vrrn.de
RHEIN-NECKAR-INFO 02 / 19

EIN PROJEKT MACHT SCHULE
Freiwillige HPV-Schulimpfung in Mannheim

In Deutschland erkranken jährlich ca. 8.000 Frauen und                             Nach den Sommerferien 2019 beginnt die konkrete Umset-
Männer an HPV-induzierten Tumoren. Mehr als 3.500                                  zung nun auch in Mannheim. Hier kooperiert die Stiftung
sterben daran. Ursache für diese Tumore ist eine Infektion                         u. a. mit dem Gesundheitsamt und dem Staatlichen Schul-
mit Humanen Papillomviren (HPV). Der einzige wirksame                              amt Mannheim.
Schutz ist die HPV-Impfung. Die ständige Impfkommission
am Robert Koch-Institut empfiehlt sie deshalb seit dem                             Das Projekt soll den Grundstein legen, die HPV-Impfrate
Jahr 2007 für Mädchen und seit Ende Juni 2018 auch für                             regional, landesweit und bundesweit anzuheben und somit
Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Trotz überzeugender                               HPV-induzierte Tumore auszurotten. Hierfür setzt die pre-
Studienlage sind die Impfraten nach wie vor zu niedrig.                            venta Stiftung primär auf Aufklärung, um die Gesundheits-
                                                                                   kompetenz zu steigern.
Inspiriert durch Nobelpreisträger Prof. Dr. med. Dr. h. c.
mult. Harald zur Hausen und der „Initiative Prävention in                          Die Stiftung wird insbesondere durch die Dietmar Hopp
der Metropolregion Rhein-Neckar“ wurde im Jahr 2017 die                            Stiftung gefördert und darüber hinaus von einem großen
preventa Stiftung mit dem Ziel gegründet, diese Misere zu                          Netzwerkverbund des Gesundheitswesens unterstützt.
ändern. Die „Freiwillige HPV-Schulimpfung“ ist das Leit-                           Vertreten wird die preventa Stiftung mit Sitz in Mannheim
projekt der Stiftung, das ihren Grundgedanken übermittelt:                         durch ihren Gründer Dr. Claus Köster.
Vermeidung von Krankheiten durch Prävention!

Beratung und Aufklärung bei Elternabenden sowie ein nie-
derschwelliges Impfangebot durch niedergelassene Ärzte
an Impftagen in Schulen oder beim niedergelassenen Arzt
sind Kern des Projekts. Für Schülerinnen und Schüler der
Sekundarstufe II soll ein gesundheitsförderndes Beratungs-
angebot eingerichtet werden. Seit dem Jahr 2015 wird die-
ses Projekt im Kreis Bergstraße bereits erfolgreich umge-
setzt.

Gemeinsamer Auftakt im Rathaus der Stadt Mannheim – v. l. n. r: Dr. Bettina Wrede, Dr. Annette Suhr-Wallem, Dr. Claus Köster,                          9
Gesundheitsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb, Dr. Peter Schäfer, Hartwig Weik; Foto: preventa
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RHEIN-NECKAR-INFO 02 / 19

DIE FRAKTIONEN HABEN DAS WORT
Politisches Ehrenamt mit Stressfaktor

                                CDU-Fraktion                                                    SPD-Fraktion
                                Dr. Fritz Brechtel                                              Udo Scheuermann
                                Fraktionsvorsitzender                                           Fraktionsgeschäfts-
                                                                                                führer

     Foto: VRRN / Schwerdt                                       Foto: VRRN/Schwerdt

Belastung ehrenamtlich Tätiger hat zugenommen –                Wenn wir unsere Entwicklung in der Gesellschaft und vor
Politik ist aufgefordert zu reagieren                          allem im Berufsleben zu früheren Zeiten betrachten, so hat
Auch im Ehrenamt nehmen die Belastungen unstreitig zu.         sich doch vieles grundlegend geändert. So stehen die heu-
Physische und psychische Belastungen sind angestiegen,         tigen Familien und Alleinerziehende vor anderen Situatio-
begleitet von einer zunehmenden rechtlichen und bürokra-       nen. Kindererziehung und gleichzeitige Berufstätigkeit sind
tischen Regelungsdichte.                                       heute eine große Herausforderung. Dies alles trägt dazu
                                                               bei, dass viele Menschen zwangsläufig in Stresssituationen
Besonders deutlich wurde dies im Rahmen der Flüchtlings-       kommen.
welle, als Ehrenamtliche enorme Leistungen vollbrachten,
die sie bis an den Rand körperlicher oder emotionaler Er-      Angesichts dieser Belastungen hält es die SPD-Fraktion
schöpfung brachten. Die zunehmenden Gewalttätigkeiten          im Verband für außerordentlich notwendig, wenn sich die
gegenüber diesen Ehrenamtlichen verursachen auch eine          MRN GmbH und der Verband Region Rhein-Neckar dem
neue seelische Belastung, die es in der Vergangenheit noch     Belastungsthema unserer Bevölkerung widmen. Die Be-
nicht gab. Ähnliches wird aus Rettungsdiensteinsätzen be-      lastungen im Berufsleben, in der Familie, aber auch im
richtet.                                                       Ehrenamt haben in den letzten Jahren sehr zugenommen.
                                                               Gerade im Ehrenamt sind die Anforderungen in den letzten
Die Schnelligkeit von Informationen hat sich in den letzten    Jahren gestiegen.
zwanzig Jahren rasant entwickelt. Damit verbunden, hat
sich bei Bevölkerung und Medien eine Erwartungshaltung         Viele Vereine klagen über die geringere Bereitschaft ihrer
entwickelt, die z.B. von in der Kommunalpolitik tätigen        Mitglieder, sich in den Vorständen zu engagieren. Es wird
Ehrenamtlichen nur schwer zu leisten ist. So geht auch         zunehmend schwieriger, einen kompletten Vorstand zu-
einiges an Qualität von politischer Arbeit zu Gunsten von      sammen zu bekommen. Die Arbeit in den Vereinen ist auch
Reaktionsschnelligkeit verloren. Der enorme Druck, zeitnah     sehr komplex geworden. Ein Vereinsvorsitzender sollte
richtige Entscheidungen zu treffen, ist für ehrenamtliche      eigentlich Rechtsanwalt, Steuerberater und Sozialarbeiter
Mandatsträger zu einer enormen Herausforderung gewor-          sein, um allen gesetzlichen Anforderungen in der Vereins-
den. Ebenso die große Erwartungshaltung überall präsent        welt gerecht zu werden. Auch im politischen Ehrenamt sind
sein zu müssen.                                                in den letzten Jahren die Belastungen gewachsen. Politi-
                                                               sche Entscheidungen sind komplexer geworden. Dies den
Kurz zusammengefasst: Der Druck für Ehrenamtliche wird         Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln, ist nicht einfach.
spürbar größer. Gleichzeitig ist unsere Gesellschaft in zu-    Gerade in einer Zeit, in der in Parolen vermeintlich einfache
nehmendem Maße auf ehrenamtliche Aktivitäten, Angebo-          Lösungen ihren Niederschlag finden und viele Mitbürger
te und Engagement angewiesen. Im Sinne von „Hauptamt           nur ihr persönliches Problem gelöst sehen möchten, ist
fördert Ehrenamt“ gilt es, beides in Ausgleich zu bringen      das politische Ehrenamt komplizierter geworden. Auch der
und neue Formen der Erleichterung bzw. Unterstützung           Umgangston gegenüber Politikerinnen und Politiker ist hart
des Ehrenamtes zu finden. Verbesserungsmöglichkeiten           geworden.
sind gesucht. Die Politik ist gefordert, Lösungen zu finden.

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Neben diesen Begleiterscheinungen kommt der hohe              der darauf achten, die geeignete, persönliche Balance zu
zeitliche Arbeitseinsatz für das politische Wirken in den     finden, um dem Stress entgegenzuwirken. Das ist leichter
Gremien hinzu. Wer gleichzeitig Berufsleben, Familie und      gesagt als getan, aber der Körper ist dafür dankbar, wenn
politisches Ehrenamt zu bewältigen hat, muss täglich ein      er seine Auszeiten bekommt.
hohes Arbeitspensum erledigen. Da bleibt es nicht aus,
wenn gesundheitliche Probleme und Stress entstehen            Wir müssen wieder lernen, Wichtiges vom Unwichtigen zu
können. Wer in den heutigen Zeiten ein politisches Ehren-     trennen, regelmäßige Freizeiten einzuplanen und die Stärke
amt übernimmt, muss sich der Tatsache bewusst sein, ein       finden, uns nicht immer für so wichtig zu nehmen.
Amt anzunehmen, das seine gesundheitlichen Risiken hat.
Politik im Ehrenamt ist eine persönliche Herausforderung,
die jeder auf seine Art bewältigen muss, um Stresssitua-                                       Fraktion Bündnis 90/
tionen zu vermeiden. Sicherlich wäre es hilfreich, wenn in                                     Die Grünen:
unserer Facebook-Gesellschaft Respekt und Toleranz mehr                                        Wilfried Weisbrod
Gewicht bekommen würden. Trotz all dieser Schwierigkei-                                        Fraktionsvorsitzender
ten ist ein ehrenamtliches Wirken im gesellschaftlichen und
politischen Leben unentbehrlich. Wir brauchen Menschen
die sich engagieren.

                                                                Foto: VRRN/Schwerdt

                                 FW-Fraktion
                                 Hans Zellner                 Die Ansprüche und Belastungen an ehrenamtliche politisch
                                 Fraktionsvorsitzender        Tätige sind aktuell sicher größer, umfangreicher geworden.
                                                              Der Stressfaktor dürfte im Wesentlichen gleich geblieben
                                                              sein, neben einer normalen beruflichen Arbeit auch im poli-
                                                              tischen Bereich aktiv zu sein. Es ist aber zu konstatieren,
                                                              dass das Zeitbudget für politische Ehrenämter, mit der
                                                              enormen Vielzahl an Themen, die immer umfangreicher
  Foto: VRRN / Schwerdt
                                                              werden, und den ausführlichen Debatten dazu, radikal zu-
                                                              genommen hat. Der Zeitfaktor ist beim Stress keine unwe-
Stress im Ehrenamt                                            sentliche Komponente.
Die Belastungen für den „Einzelnen“ haben in den letzten
Jahren spürbar zugenommen. Dies gilt sowohl für den Be-       Ein weiterer Faktor, der hohe Belastungen verursacht und
ruf als auch für die ehrenamtlich Tätigen.                    stressreicher geworden ist, ist die des Politikers als öf-
                                                              fentlicher Mensch. Wer sich politisch äußert, hat Kritiker.
Aufgrund einer Vielzahl von neuen Medien muss alles im-       In unserer Zeit, der Zeit der sozialen Netzwerke und der
mer schneller gehen, man muss ständig „präsent sein“,         schnellen Äußerungen, wird überall und viel Kritik geäußert
was den Druck noch einmal kräftig erhöht.                     und durch die Anonymität, die das Internet bietet, in einer
                                                              Art und Weise, die oft unter der Gürtellinie, mitunter höchst
Neben den Alltagsreizen kommen nun die sozialen Medien,       beleidigend ist. Diesen Angriffen ausgesetzt zu sein, sich
ständig neue Nachrichten und Mails, was zu einer Reiz-        nicht wehren können, ist eine Form von Stress, die noch
überflutung führt, die oft mit negativen gesundheitlichen     viel zu wenig im öffentlichen Diskurs beachtet wird.
Folgen verbunden ist. Wenn es die Betroffenen merken, ist
es meist zu spät. Viele Ehrenamtliche fühlen sich im Hams-    Wie solche Belastungen sich konkret auf die Menschen in
terrad, das sich immer schneller dreht.                       politischen Ehrenämtern auswirken, wäre eine Erhebung
                                                              wert!
Es bleibt kaum die Zeit, einen Sachverhalt in Ruhe durchzu-
denken und sich eine eigene Meinung zu bilden. Anderer-
seits wird jeder Fehler gnadenlos bestraft. Wer zu schnell
und überhastet postet, kann leicht einen Shitstorm lostre-
ten. Denn das Internet vergisst nichts. Deshalb sollte je-

                                                                                                                         11
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DIE GEBIETSKÖRPERSCHAFTEN STELLEN SICH VOR
Mosbach … immer einen Abstecher wert!

Schon mal was von Kiwwelschissern gehört? Von Neid-           ckar. Mosbach ist gesellschaftlicher, kultureller, wirtschaftli-
köpfen und Kandelschiffern? Nein? Dann wird es Zeit! Aber     cher und medizinischer Mittelpunkt im Landkreis mit einem
Obacht, die Große Kreisstadt Mosbach im Neckar-Oden-          Einzugsgebiet von nahezu 100.000 Menschen. Als Schnitt-
wald-Kreis hat so viel mehr zu bieten, als die zugegebener-   punkt der Verbindungen der umliegenden Oberzentren Hei-
maßen etwas exotischen Schlagworte vermuten lassen.           delberg, Heilbronn und Würzburg ist die Stadt Mittelzent-
                                                              rum der Region.
Aber, ganz von Anfang an:
Mosbach entstand um ein Benediktinerkloster und wird          Mosbach ist sehr gut an den regionalen Schienenverkehr
825 erstmals urkundlich erwähnt. Bis die Stadt kurpfälzisch   mit S-Bahn und Stadtbahn sowie den Fernverkehr ange-
wurde, genoss sie Reichsunmittelbarkeit, woran noch heu-      bunden. Das ÖPNV-Angebot der Stadt umfasst ein umfang-
te das Stadtwappen mit dem Adler und den Buchstaben           reiches Liniennetz inklusive Stadtbuslinien, ergänzt durch
„OM“ erinnert. Im 15. Jahrhundert war das Städtchen           Ruftaxis sowie CarSharing-Angebote. Der Individualverkehr
Pfalzgrafenresidenz; die nächsten Jahrhunderte Sitz des       wird über ein Verkehrsleitsystem zu den innenstadtnahen
Oberamtes Mosbach. Aus der ersten Blütezeit Mosbachs          Parkplätzen und -häusern geleitet.
sind noch zahlreiche prächtige Fachwerkhäuser erhalten,
die zusammen mit den malerischen Gassen rund um den           Während der Studienzeiten weilen jeweils mehr als 1.000
Marktplatz eine blühende historische Altstadt und ein stim-   der aus dem gesamten Bundesgebiet stammenden 3.600
miges Ensemble bilden.                                        Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg
                                                              Mosbach in der Stadt. Die zahlreichen weiterführenden und
Heute ist Mosbach Große Kreisstadt mit über 23.000 Ein-       beruflichen Schulen werden täglich von rund 6.000 Schü-
wohnern und Sitz des Neckar-Odenwald-Kreises. Neben           lern aus der gesamten Region besucht und sorgen für ju-
Landratsamt machen Amts- und Landgericht, Finanzamt,          gendliches Flair in der altehrwürdigen Fachwerkstadt. Nicht
Polizeirevier und Staatsanwaltschaft die Stadt zum Behör-     nur deshalb ist das Thema Stadtentwicklung und Wohnen
denzentrum der Region. Mosbach liegt nicht nur traum-         ein Dauerbrenner, auch aufgrund der topographischen Lage
haft an den südlichen Ausläufern des Odenwaldes im ro-        und Beschränkungen durch Landschaftsschutzgebiete und
mantischen Neckartal, es ist auch Teil des sehr lebendigen    Hochwasserschutz. Folgerichtig ist seit geraumer Zeit die
Rhein-Neckar-Dreiecks und der Metropolregion Rhein-Ne-        Nutzung sinnvoller Innenentwicklungspotenziale die Maxi-

12                                                                                                    Kulturzentrum Alte Mälzerei
                                                                                                             Foto: Stadt Mosbach
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me. Mithilfe des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteil-
zentren“ wurden seit 2012 rund 160 Wohnungen reakti-
viert oder neu gebaut. Das Sanierungsprogramm wurde
so gut aufgenommen, dass das Wirtschaftsministerium
Baden-Württemberg kürzlich einer erneuten Erhöhung des
Förderrahmens um weitere rund 2,2 Mio. Euro auf 8,3 Mio.
Euro zugestimmt hat.

Handwerk und Mittelstand bilden das Rückgrat eines ge-
sunden Wirtschaftslebens mit innovativen Arbeitsplätzen.
                                                                Der Kiwwelschisserbrunnen
In mehr als 800 Betrieben sind über 14.000 Arbeitsplätze        Foto: Thomas Kottal

vorhanden; mehr als 8.000 Menschen pendeln täglich nach
Mosbach, um hier zu arbeiten. Eine Zentralitätskennziffer      des Baulands. Zahlreiche Natur- und Landschaftsschutzge-
von 176,5 ist Indiz für die Attraktivität des Einzelhandels-   biete, FFH-Gebiete sowie Naturdenkmale schützen und be-
standortes Mosbach und für die herausragende Bedeutung         wahren die Vielfalt in Flora und Fauna. Auch darauf begrün-
zur Versorgung des Umlandes. Die allgemeine Kaufkraft je       det sich die Mitgliedschaft Mosbachs im UNESCO-Geopark
Einwohner ist mit 22.371 € über dem Landesdurchschnitt.        Bergstraße-Odenwald.
Mit dem interkommunalen Gewerbegebiet TECH-N-O hat
man einen modernen Dienstleistungs- und Produktions-           In Mosbach und seinen Stadtteilen finden sich Übernach-
standort mit günstigen Konditionen und für junge Unter-        tungsmöglichkeiten in den verschiedensten Kategorien
nehmen und Startups stellt die städtische Existenzgründer-     und auch für Wohnmobil-Touristen gibt es einen gut ausge-
initiative „Ideenwerkstatt“ einen starken Partner dar. Im      statteten innenstadtnahen Stellplatz. Gäste und Besucher
örtlichen Einzelhandel findet sich ein breiter Branchenmix,    wie auch Einheimische wissen das vielfältige Freizeit- und
moderne und qualitativ hochwertige Fachgeschäfte mit           Sportangebot zu schätzen: Spaß- und Erlebnisbad faMos,
13.000 qm und eine vergleichsweise geringe Leerstands-         Abenteuergolfanlage, Flugsport und Ballonfahrten, Mos-
quote. Neben den Neckar-Odenwald-Kliniken (Lehrkranken-        bacher (Kultur-)Sommer, das Kultur- und Tagungszentrum
haus Uni Heidelberg) und der neuropsychiatrischen Diako-       Alte Mälzerei, monatliche Erlebnismärkte, Stadtführungen,
nie-Klinik der Johannes-Diakonie zeichnet sich der Standort    der an die Innenstadt angebundene ehemalige Landesgar-
durch eine große Zahl von Haus- und Fachärzten aller me-       tenschau-Park, Spielplätze, Skate-Anlagen u. v. m. Kurzum,
dizinischen Fachrichtungen und Spezialisierungen aus, so       Mosbacher/innen und solche, die es noch werden möchten,
dass die Stadt auch in diesem Bereich Anlaufstelle für Men-    finden in der altehrwürdigen romantischen Fachwerkstadt
schen aus der gesamten Region ist.                             eine lebendige Mischung aus Historie und Moderne, aus
                                                               Fortschritt und Lebenslust. Die „Kiwwelschisser“ lieben
Den Herausforderungen der Zukunft stellt sich die Stadt        ihre Stadt und wissen dies auch ihren Gästen zu vermitteln.
u.a. mit Hilfe ihrer Digitalisierungsstrategie, die kürzlich
durch den städtischen Digitalisierungsbeauftragten erarbei-    Kiwwelschisser? Da war doch eingangs etwas? Ah ja …
tet wurde. Startschuss für die Strategieentwicklung war die    damit sind die Ur-Mosbacher/innen gemeint, die noch mit
Teilnahme am Landeswettbewerb „Digitale Zukunftskom-           Kandelwasser getauft wurden.
mune@bw“, in deren Rahmen Innen- und Digitalminister
Thomas Strobl Mosbach als eine von landesweit 50 Digita-       Wen jetzt das Interesse an dem sympathischen „Tor zum
len Zukunftskommunen ausgezeichnet hat.                        Odenwald“ gepackt hat, der ist herzlich eingeladen, Mos-
                                                               bach einen Besuch abzustatten und dessen Gastfreund-
Mosbach ist in zahlreiche überregionale Kultur- und Natur-     schaft zu genießen. Die Stationen des historischen Rund-
organisationen, u.a. die Deutsche Fachwerk- und die Bur-       gangs oder eine Stadtführung lösen dann auch sicher das
genstraße eingebunden. Rund um Mosbach erschließen             eine oder andere Rätsel auf. Herzlich willkommen!
ca. 120 km markierte Wander- und Radwege, darunter der
Neckarsteig, der 2018 zu Deutschlands schönstem Wan-           Weitere Informationen:
derweg gekürt wurde, die herrliche Naturlandschaft. Auf        Tourist Information, Marktplatz 4, 74821 Mosbach
der Gemarkung treffen zwei Naturräume aufeinander, der         06261 9188-0, tourist.info@mosbach.de
Buntsandstein-Odenwald und die Muschelkalklandschaft           www.mosbach.de

                                                                                                                       13
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MAIMARKT 2019
Der Stand der Region:
Abwechslungsreich, vielseitig und bunt wie die Region

Auch in diesem Jahr gab es auf dem Maimarkt wieder            cher mit dem Historischen Museum der Pfalz. Dazu gab
den Gemeinschaftsstand der Region von Verband Region          es eine Gratis-Schminkberatung, um für den nächsten
Rhein-Neckar (VRRN), Metropolregion Rhein-Neckar GmbH         Auftritt auf einem roten Teppich gewappnet zu sein. Wie
(MRN GmbH), Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e.V.          jedes Jahr brachte der Bergtierpark Fürth-Erlenbach zwei
(ZMRN e.V.) und Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH             Alpakas und den Mäusezirkus mit. Die Attraktionen spra-
(VRN). Täglich wechselnd präsentierten die Akteure aus der    chen sich schnell herum und so wurden die Tiere von zahl-
Region ihre Angebote auf der Aktionsfläche.                   reichen Besuchern bestaunt. Am letzten Tag begrüßten wir
                                                              das Schloss Schwetzingen und die Stadt Schwetzingen
Am Eröffnungstag reisten die Besucher mit den Reis-En-        am Stand. Mit Originalkostümen aus dem 18. Jahrhundert
gelhorn-Museen in das Paris der 20iger Jahre. Dabei konn-     präsentierten sie sich nach dem Motto „Leben wie Gott in
ten die Gäste ihre Französischkenntnisse testen und wur-      Frankreich“.
den mit einer kleinen Aufmerksamkeit belohnt. Der Fun
Forest Park aus Kandel lockte insbesondere die jungen         Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) stellte das Projekt
Maimarktbesucher mit seinen Geschicklichkeitsspielen an.      Modellstadt Mannheim vor, bei dem günstigere ÖPNV-Ti-
Die regionale Initiative „Sicherer Arbeitsweg“ feierte auf    ckets – sogenannte „Green-City-Tickets“ erhältlich sind.
dem Maimarkt sein 10-jähriges Bestehen. Im Rahmen von         Weitere Themen waren der eTarif sowie das Ruftaxi-Ange-
verschiedenen Selbsttests konnte die Wirkung von Alkohol-     bot. Pünktlich zum Maimarkt lag die neue Auflage der VRN
und Drogen simuliert werden. Dabei bildete sich am Stand      Ausflugsbroschüre „Ausflüge – Burgen, Museen, Zoos und
der „Promillebrille“ stets eine lange Schlange. Darüber hi-   mehr entdecken“ zum Mitnehmen für Besucher bereit.
naus wurden die Besucher mittels einer Jonglage-Show
kurzweilig über das Thema Verkehrssicherheit informiert.      An allen Tagen konnten die Besucher auch wieder spiele-
Die Sinsheimer Erlebnisregion informierte über die Hei-       risch ihr Wissen über die Region beim beliebten Metro-
mattage Baden-Württemberg, die im kommenden Jahr              polissimo-Quiz testen. An der Infotheke standen die Mit-
stattfinden und die im Bau befindliche Klima Arena wurde      arbeiter der Institutionen zu Themen und Projekten aus der
vorgestellt. Die kleinen Besucher erfreuten sich an einer     Regionalentwicklung Rede und Antwort.
Bienen-Bastelaktion. Eigene Buttons konnten die Besucher
beim Hambacher Schloss erstellen und Scherenschnitte          Verköstigt wurden die Standgäste täglich wechselnd mit
anfertigen. Wer Lust auf ein Erinnerungsfoto hatte, durfte    delikaten Weinen aus der Region. Erfreulich war der Be-
einen Schnappschuss mit der Familie Biedermeier machen.       such zahlreicher Weinprinzessinnen an der Weintheke, die
Die Mitarbeiter des Schlosses trugen aufwendige Kostü-        ihre Weine und Region vorstellten und im Gespräch mit den
me, die die Besucher fasziniert bewunderten.                  Besuchern ihr umfangreiches Wissen gerne teilten.

Der Tourismusverein Rhein-Pfalz-Kreis stellte Deutschlands    Darüber hinaus trafen sich wieder viele politische Vertreter
Gemüsegarten mit allerlei Anschauungsmaterial dar. Das        der Metropolregion Rhein-Neckar am Stand der Region.
lockte zahlreiche Besucher an. Natürliches und Kreatives      Beim Eröffnungsrundgang besuchte Dr. Andre Baumann,
von und mit den GeoNaturpark Rangern erlebten die Stand-      Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Ener-
gäste mit dem GeoNaturpark Bergstraße-Odenwald. Den           giewirtschaft den Stand und wurde von dem Verbandsdi-
ganzen Tag wurden Holzschindeln hergestellt und die Fra-      rektor herzlich begrüßt.
gen der Besucher beantwortet. Die Museen Epfenbach,
Neidenstein, Meckesheim und Eschelbronn präsentierten         Ein paar Tage später fanden sich die Bürgermeister der Re-
zahlreiche Exponate aus ihren Ausstellungen auf der Ak-       gion am Stand ein. Die Fraktionen SPD und Freie Wähler
tionsfläche, die auch gerne getestet wurden. So wurde         trafen sich am Stand der Region in gemütlicher Runde und
gedrechselt, eine Kuh gemolken und Butter hergestellt.        diskutierten über aktuelle politische Themen. Im Anschluss
Selbstverständlich alles originalgetreu per Hand. Eintau-     an den Kurpfälzer Frühschoppen besuchte MdB Dr. Carsten
chen in die Welt von Marilyn Monroe konnten die Besu-         Linnemann den Stand.

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MdB Dr. Carsten Linnemann im Gespräch mit Verbandsdirektor Ralph Schlusche                          15
Fotos: VRRN
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FLÄMISCH-BRABANT ZU GAST AUF DEM MAIMARKT

     Foto: VRRN

Am 30. April fand der in der letzten Ausgabe bereits angekün-   Smart Parking – es ergaben sich eine Reihe von Anknüp-
digte interregionale Fachaustausch zum Thema „Smart city/       fungspunkten, um den Dialog künftig akzentuiert fortzuset-
smart region“ statt. Hierzu war unter der Leitung von Tom       zen, Kooperationsmöglichkeiten und Projektideen auszulo-
Dehaene, für Internationalisierung zuständiger Vize-Gou-        ten und, gegebenenfalls mit Unterstützung aus geeigneten
verneur der Provinz Flämisch-Brabant, eine achtköpfige De-      EU-Programmen, gemeinsam umzusetzen.
legation aus der Provinz-Hauptstadt Leuven angereist, um –
im Vorfeld der Europawahl – auch ein Zeichen zu setzen für      Miteinander reden | Talk im Gläsernen Studio
partnerschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg.          Verbandsvorsitzender Stefan Dallinger und Vize-Gouverneur
                                                                Tom Dehaene verbanden ihre Teilnahme an dem Experten-
Voneinander lernen |                                            dialog mit einem Rundgang über den Maimarkt und einem
Expertendialog unter dem Maimarkt-Dach                          europapolitischen Gespräch im Gläsernen Studio des SWR
Rund 15 Personen nahmen an dem in der Halle der Re-             (Mitschnitt auf der Website der MRN: https://www.m-r-n.
gion organisierten Fachaustausch teil, informierten sich        com/was-wir-tun/themen-und-projekte/projekte/europaeis-
über laufende Projekte und best practices und diskutierten      che-zusammenarbeit).
Herausforderungen, Lösungsmöglichkeiten und potenzielle
Kooperationsansätze.                                            Tom Dehaene erinnerte an die Entstehung der regionalen
                                                                Partnerschaft, als die europaweite Suche nach Spitzenper-
Von der Vorstellung genereller Handlungsansätze im Be-          formern in zukunftsgewandten Bereichen wie Mobilität,
reich „smart region“ in Flandern und Rhein-Neckar über          Clean Tech und Health Tech den Blick auf die Top-Region
kommunale Konzepte wie die Digitale Agenda der Stadt            Rhein-Neckar gelenkt habe. Die seither praktizierte Koope-
Schönau und das Smart-city-Konzept für das Benjamin             ration habe sich aus der Sicht von Flämisch-Brabant voll und
Franklin Village Mannheim bis hin zu Fokusthemen wie            ganz bewährt. Auch Stefan Dallinger unterstrich die Bedeu-
dem Metropolatlas Rhein-Neckar und Smart Mobility bzw.          tung kooperierender innovativer Regionen für Europa.

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So sei es im Bereich Health Tech gelungen, die Potenziale      mühen. Beide politischen Repräsentaten bekräftigten, dass
der MRN (Digital Hub Chemistry & Health, Cluster Medi-         der Erfolg auch starker Regionen wie Rhein-Neckar und Flä-
zintechnologie) mit den Potenzialen in Flämisch-Brabant        misch-Brabant auf Europa als gemeinsam agierender Wirt-
gewinnbringend und mit konkretem Nutzen im Alltag der          schaftsmacht und friedensichernder Wertegemeinschaft
Menschen zu vernetzen. Künftig wolle man sich verstärkt        gründet.
gemeinsam um Fördermittel der Europäischen Union be-

RADSCHNELLWEG IM KORRIDOR
RHEIN-NECKAR – DARMSTADT
Machbarkeitsstudie wird präsentiert
Auf Wegen bis zu 20 km Länge soll in Zukunft häufiger das
Auto stehen gelassen und vermehrt das Fahrrad genutzt
werden. Um das zu unterstützen, wird im Übergangsbe-
reich zwischen der Rhein-Main- und der Rhein-Neckar-Re-
gion gerade die Machbarkeit einer sog. Radschnellverbin-
dung geprüft. In einem Nord-Süd-Korridor von rund 70 km
liegen große und mittelgroße Städte in Radfahr-Distanz zu-
einander. Auf den einzelnen Stadt-Umland-Distanzen kön-
nen bei entsprechender Erschließung der Radwege bis zu
2.000 Radfahrten pro Tag erreicht werden.
                                                                Foto: Klemens Gröger

In Heppenheim, im südhessischen Standort von Hessen
Mobil, wurde nun eine erste Machbarkeitsuntersuchung           tag, in dem Radschnellwege es einer sehr großen Zahl von
vorgestellt, die verschiedene Trassenvarianten für eine Rad-   Menschen erlauben, flexibel an ihr Ziel zu kommen und da-
schnellverbindung enthält.                                     bei etwas für ihre Gesundheit zu tun. Ein Anfang wurde vor
                                                               kurzem mit der Eröffnung des ersten Abschnittes der Rad-
Ausgehend von den Innenstädten von Darmstadt, Hei-             schnellverbindung Frankfurt – Darmstadt gemacht. Süd-
delberg und Mannheim wurden Verkehrsdaten analysiert           lich anschließend, so zeigt es die 500 Seiten umfassende
sowie Wegenetze untersucht und befahren. Mit den Ver-          Studie, eignen sich weitere Streckenabschnitte besonders
kehrsplanungsabteilungen der drei Großstädte und den           gut für einen Ausbau bestehender Radwege. Eine größere
Kreisverwaltungen Darmstadt-Dieburg, Kreis Bergstraße          Breite von bis zu vier Metern, angepasste Kurvenradien,
und Rhein-Neckar-Kreis koordinierte der Verband Region         durchgängige Kreuzungsbereiche mit einer Bevorrechti-
Rhein-Neckar eine gemeinschaftlich beauftragte Studie.         gung für den Fahrradverkehr führen nicht nur zu kürzeren
Das baden-württembergische und das hessische Verkehrs-         Fahrzeiten, sondern auch zu mehr Sicherheit und Komfort
ministerium haben die Kosten der Untersuchung bis zu 80        im Straßenverkehr. Die Relationen Mannheim – Viernheim
Prozent finanziell gefördert.                                  – Weinheim und Bensheim – Heppenheim eignen sich be-
                                                               sonders gut für eine Radschnellverbindung.
Für das ehrgeizige Vorhaben einer Radschnellverbindung in
der hochverdichteten Region gibt es mehrere gute Gründe.       Machbarkeitsstudien dienen als Einstieg in einen überre-
Mit der stärkeren Nutzung des Fahrrades im Alltagsverkehr      gionalen Abstimmungsprozess der Anliegerkommunen.
kann nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz durch einge-        Ein politischer Wille zur Umsetzung des Vorhabens kann
sparte Pkw-Kilometer geleistet werden. Das Fahrrad ist da-     nur auf Basis der Studienergebnisse gebildet werden. „Mit
rüber hinaus in den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs eine      der Präsentation der Ergebnisse in Heppenheim haben wir
flexible Alternative zu Bus und Bahn. Hier zeigt sich der      die besten Voraussetzungen geschaffen, im Übergangsbe-
künftige Weg zu einem vielfältigen Angebot im Verkehrsall-     reich zwischen zwei Metropolregionen ein zukunftsweisen-

                                                                                                                       17
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     Foto: Kreis Bergstraße

des Verkehrsprojekt zu starten. Nun sind die Kommunen         Der Verband Region Rhein-Neckar koordiniert gegenwärtig
gefragt, den Ball aufzugreifen und die aktuell verfügbaren    in seinem Zuständigkeitsbereich 6 Korridoruntersuchungen
Fördergelder auf Landes- und Bundesebene abzurufen“, so       für Radschnellverbindungen. Ein erster Radschnellweg
Ralph Schlusche, Direktor des Verbands Region Rhein-Ne-       wird gegenwärtig von der Landesregierung Baden-Würt-
ckar. „Eine Radschnellverbindung kann nur ihren Zweck         temberg auf der Pilotstrecke Heidelberg – Mannheim mit
erfüllen, wenn eine Planung über die komplette Strecke        einer Länge von rund 23 km finanziert. In diesen Tagen pu-
gewährleistet ist. Wir bieten den Kommunen die Ge-            bliziert das Regierungspräsidium Karlsruhe den geplanten
sprächsplattform, mit den Vertretern der Verkehrsministe-     Streckenverlauf zwischen den beiden Städten. Baubeginn
rien in Hessen und Baden-Württemberg die Möglichkeiten        soll in 2022 sein.
einer Realisierung zu prüfen.“
                                                              Die Kommunen vor allem im hochfrequentierten Untersu-
„Nachdem in den vergangenen Wochen bereits ein we-            chungsraum der Rhein-Neckar-Region haben nun mit der
sentlicher Teil des Radschnellwegs Frankfurt – Darmstadt      untersuchten Strecke entlang der Bergstraße die Aufgabe,
realisiert werden konnte und von den Pendlern gut ange-       die politische Tragfähigkeit für weitere Umsetzungsprojek-
nommen wird, gilt es nun eine weitere wichtige Wege-          te zu prüfen. Das beauftragte Büro R+T Verkehrsplanung
verbindung in der Metropolregion Rhein-Neckar in Angriff      GmbH aus Darmstadt kalkuliert in der vorgelegten Studie
zu nehmen“, erklärt Jochen Partsch, Oberbürgermeister         den Aus- und Umbau von Radwegen auf einen Radschnell-
der Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Wir sind davon über-       wege-Standard zwischen 500.000 und 600.000 Euro pro
zeugt, dass auch diese Verbindung nach ihrer Fertigstellung   Kilometer.
zu einer Entlastung der Straßen beitragen und einen weite-
ren Beitrag zu einer zukunftsgerichteten und nachhaltigen     Die Studie ist unter https://www.m-r-n.com/was-wir-tun/
Mobilität leisten wird.“                                      themen-und-projekte/projekte/radschnellwege im Internet
                                                              abrufbar.

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RHEIN-NECKAR PRÄSENTIERT SICH MIT NEUEM
STAND AUF DER EXPO REAL

Zum 18. Mal präsentiert sich die Metropolregion Rhein-Ne-       keit sind ebenso starke Argumente für Rhein-Neckar wie
ckar gemeinsam mit ihren Partnern bei Europas wich-             das attraktive Preisgefüge, stabile Renditen und die Verfüg-
tigster Fachmesse für Immobilien und Investitionen, der         barkeit interessanter Entwicklungsflächen.“ Umfangreiche
Expo Real in München. Vom 7. bis 9. Oktober zeigen die          Informationen und Kennzahlen zum Standort und Büro-
Region und ihre Partner die Potenziale und Möglichkeiten        markt Rhein-Neckar 2019 finden sich im Immobilienmarkt-
in Rhein-Neckar dem internationalen Publikum am Gemein-         bericht Rhein-Neckar 2019. Der Bericht steht zum freien
schaftsstand in Halle C1 (Stand 130). Der regionale Auftritt    Download unter: m-r-n.com/immobilienmarktbericht. Der
bei der Expo Real hat eine lange Tradition: Bereits seit 2002   Startschuss für den neuen Messestand ist bereits gefal-
zeigen die Partner unter dem Dach der Region gemeinsam          len und die Planungen für die Expo Real 2019 laufen auf
Flagge für Rhein-Neckar – damals der erste Gemeinschafts-       Hochtouren. Am Gemeinschaftsstand präsentieren sich
stand überhaupt auf der Expo Real. Mit 320 Quadratmetern        dieses Jahr: A+G Ludwigs Quartier GmbH & Co. KG | Aure-
Fläche zählt der neu gestaltete Stand zu den größten der        lis Real Estate Service GmbH | ARGE Wirtschaftsförderung
Messe und ist Jahr für Jahr Magnet für Vertreter aus Wirt-      Südpfalz | BASF SE | Diringer & Scheidel Unternehmens-
schaft und Politik. Dort erhalten Interessenten die komplet-    gruppe | Entwicklungsgesellschaft Patton Barracks GmbH
te Bandbreite der Investitionsmöglichkeiten, Angebote von       & Co. KG | GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft
und Kontakte zu namhaften Partnern sowie die Möglich-           mbH | Heberger GmbH | MWS Projektgesellschaft mbH |
keiten, eine „Region der kurzen Wege“ mit interessanten         pQ GmbH | Pro Concept Holding AG | Reinhard Unterneh-
Entwicklungsflächen kennen zu lernen.                           mensgruppe | Rhein-Neckar-Kreis | S-Immobilien Heidel-
                                                                berg GmbH | Stadt Heidelberg | Stadt Ludwigshafen | Stadt
Für die Metropolregion Rhein-Neckar ist die Präsenz in          Mannheim | Treureal GmbH | Technologiepark Heidelberg
München traditionell ein fester Bestandteil des Ansied-         GmbH | Vinci Facilities Deutschland GmbH | Wirtschafts-
lungsmanagements und Standortmarketings. „Im persön-            EntwicklungsGesellschaft Ludwigshafen am Rhein mbH.
lichen Austausch vor Ort zeigen wir, welche Vielfalt und Po-
tenziale Rhein-Neckar zu bieten hat“, verdeutlicht Annette      Für weitere interessierte Partner sind noch Kapazitäten vor-
Höllebrand, Bereichsleiterin Kommunikation und Marketing        handen. Besucher aus der Region sind herzlich willkommen
bei der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. „Hohe Wirt-           am Gemeinschaftsstand auf der Expo Real 2019!
schaftskraft, zentrale Lage in Europa und gute Erreichbar-

Foto: MRN GmbH                                                                                                           19
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IKM-FACHTAGUNG IN BERLIN
Intelligente Marktplätze für gleichwertige Lebensverhältnisse

Auf einer gemeinsamen Fachkonferenz am 4. Juni 2019                         ten in Projekten die Partnerschaft von Land und Stadt und
in Berlin präsentierten der Initiativkreis der Europäischen                 stärken so die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Region und ganz
Metropolregionen in Deutschland und das Bundesinstitut                      Deutschlands. Jakob Richter aus der Metropolregion Ham-
für Bau-, Stadt- und Raumforschung innovative Ansätze zur                   burg, Sprecher des Initiativkreises der Europäischen Metro-
Förderung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutsch-                     polregionen in Deutschland, ging in seinem Beitrag intensiv
land. Mit dabei: die Metropolregion Rhein-Neckar, die seit                  auf die Positionierung und Problemlösungsfähigkeit der
2005 Mitglied des Initiativkreises ist und mit dem Modell-                  deutschen Metropolregionen zur Thematik der gleichwerti-
projekt der Intelligenten Marktplätze nach Berlin gereist ist.              gen Lebensverhältnisse ein.
Vor rund 130 Fachleuten aus Politik, Planung und Wis-
senschaft erläuterte Boris Schmitt vom Verband Region                       Staatssekretär Dr. Markus Kerber, Bundesministerium des
Rhein-Neckar in einem 3-Minuten-Pitch, worum es bei                         Innern, für Bau und Heimat, stellte den Bezug zur Heimat-
dem Projekt geht, nämlich um die Sicherstellung der Ver-                    politik des Bundes her, deren Ziel es sei, die Lebensbedin-
sorgungssituation im ländlichen Raum, die Stärkung des                      gungen für jeden einzelnen und den Zusammenhalt unserer
stationären Einzelhandels, die Revitalisierung von Orts-                    Gesellschaft insgesamt zu verbessern. „Stadt-Land-Ko-
kernen als soziale Begegnungsstätte und nicht zuletzt um                    operationen sind ein wichtiges Instrument zur Erreichung
einen Beitrag zur Nachhaltigkeit durch Verbindung digitaler                 dieses Ziels. Die Metropolregionen als eingespielte Netz-
Anwendungen mit vorhandener Mobilität. Auch die Projek-                     werke sind wichtige Akteure und Multiplikatoren für die
te der anderen elf deutschen Metropolregionen zeugten                       Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in den Regio-
von der Vielschichtigkeit des raumordnerischen Postulats                    nen Deutschlands.“
gleichwertiger Lebensverhältnisse und von den kreativen,
innovativen Lösungsansätzen vor Ort. Vorgestellt wurden                     In    der     abschließenden          Podiumsdiskussion           brachte
Projekte zu Themen wie gesellschaftliche Teilhabe, Chan-                    Ralph Schlusche, Verbandsdirektor des Verbands Region
cen in einer digitalen Welt, Mobilität in ländlichen Räumen                 Rhein-Neckar und stellvertretender Sprecher des Initiativ-
und Vernetzung im Gesundheitswesen.                                         kreises der Europäischen Metropolregionen in Deutsch-
                                                                            land, das Know-how, die Erfahrungen und Handlungsan-
In den Metropolregionen wird Kooperation von städtischen                    sätze aus der langjährigen ländergrenzenübergreifenden
und ländlichen Räumen gefördert und gelebt. Sie gestal-                     Kooperation in der Metropolregion Rhein-Neckar ein.

20                   erste Reihe von rechts: Verbandsdirektor Ralph Schlusche neben Staatssekretär Dr. Markus Kerber und Jakob Richter, Sprecher des IKM
                                                                                                                                               Foto: IKM
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