Stadt Baden Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht 22. Juni 2015
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Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 1
Wir verwenden und produzieren Solarstrom
Stadt Baden
Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden
Auftrag 386Q
Planungsbericht
Bearbeitung:
Petra Schröder - Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektin TU BSLA
Peter Paul Stöckli - Landschaftsarchitekt
Franziska Rieland - Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektin TU
F:\Aufträge\200-
499\386Q\Berichte\386Q_FH_Baden_Versand_an_PT_2015_06_10\EP_FriedhöfeBaden_Bericht_2015_06_22_Vers_06_12.
docEntwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 2
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung 5
1 Aufgabenstellung und Zielsetzung 8
2 Kurzes Portrait der Badener Friedhöfe 12
2.1 Friedhof Liebenfels 12
2.2 Friedhof Rütihof 15
2.3 Friedhof Dättwil 17
2.4 Friedhof Münzlishausen 19
2.5 Alter Friedhof Bruggerstrasse 21
2.6 Israelitischer Friedhof 23
3 Grabstellenbedarfsberechnung und Überprüfung der Kapazitäten 25
3.1 Berechnungsformel und Berechnungsfaktoren 25
3.2 Bedarfsberechnung Friedhof Liebenfels 28
3.3 Bedarfsberechnung Friedhof Dättwil 36
3.4 Bedarfsberechnung Friedhof Münzlishausen 37
3.5 Bedarfsberechnung Friedhof Rütihof 38
4 Grabtypen und Beisetzungsflächen 40
4.1 Erhalt und Anpassung des bestehenden Angebots 40
4.2 Neue Bestattungsform: Parkwald 43
4.3 Muslimische Gräber 46
5 Infrastruktur 51
6 Gestaltung von Grab und Grabmal 52
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 3
7 Umgang mit kulturhistorisch bedeutenden Gräbern 55
8 Landschaftsarchitektur / gestalterische Entwicklungs- und Pflegeziele 57
8.1 Friedhof Liebenfels 57
8.2 Friedhof Rütihof 59
8.3 Friedhof Dättwil 62
8.4 Friedhof Münzlishausen 62
9 Infokonzept 63
10 Bestattungs- und Friedhofreglement sowie Sonderregelungen 65
11 Betriebsplanung 67
11.1 Friedhof Liebenfels 69
11.2 Friedhof Rütihof 72
11.3 Friedhof Dättwil 72
11.4 Friedhof Münzlishausen 72
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Anhang
Bestattungsstatistik Stadt Baden
Grabstellenbestand 2012 und Bestattungsstatistik 2000-2011 je Friedhof
Beilagen
Massnahmenpläne aller Badener Friedhöfe
Friedhof Liebenfels, Plan-Nr. 386Q-05B, M 1:500, Format 105x60cm, Stand 22.6.2015
Friedhof Rütihof, Plan-Nr. 386Q-06A, M 1:250, Format A3, Stand 27.3.2015
Friedhof Dättwil, Plan-Nr. 386Q-07B, M 1:250, Format A4, Stand 22.6.2015
Friedhof Münzlishausen, Plan-Nr. 386Q-08A, M 1:250, Format A4, Stand 27.3.2015
Die aktuellen Bestandespläne aller Badener Friedhöfe, Stand Oktober 2014 liegen separat beim
Werkhof der Stadt Baden vor.
Friedhof Liebenfels, Plan-Nr. 386A-10, M 1:500, Format 105x60cm
Friedhof Liebenfels, Plan-Nr. 386A-08C in 3 Teilen, M 1:200, Formate 3x 126x60cm
Friedhof Rütihof, Plan-Nr. 386A-52i, M 1:100, Format 126x60
Friedhof Dättwil, Plan-Nr. 386A-70G, M 1:100, Format 30x63
Friedhof Münzlishausen, Plan-Nr. 386A-85F, M 1:100, Format 42x60
Dazugehörend
Dokumentation Friedhöfe und Bestattungen (Standorte Dossier: Werkhof, Friedhof
Liebenfels, Zivilstandskreis)
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 5
Zusammenfassung
Das vorliegende Entwicklungskonzept für die Badener Friedhöfe wurde in den Jahren 2014
und 2015, begleitet durch ein Projektteam von SKK Landschaftsarchitekten erarbeitet.
Bearbeitet wurden vier der insgesamt sechs Badener Friedhöfe: der Hauptfriedhof Liebenfels
sowie die drei Friedhöfe in den Quartieren Rütihof, Dättwil und Münzlishausen. Der Alte
Friedhof Bruggerstrasse wird heute als Parkanlage genutzt, für den israelitischen Friedhof ist
die Israelitische Kultusgemeinde verantwortlich. Die Entwicklungsplanung ist ein wichtiges
Arbeitsinstrument, welches sicherstellt, dass die Friedhöfe sich hinsichtlich ihrer Gestaltung
und den auf ihnen angebotenen Grabarten – die gesellschaftliche Entwicklung
berücksichtigend - zielgerichtet entwickeln sowie ihre Kapazität stets ausreichend ist.
Als übergeordnete Entwicklungsstrategie (Kap. 2) wird formuliert, dass der Friedhof
Liebenfels in seiner Funktion als Hauptfriedhof zu stärken ist. Der Friedhof in Rütihof soll im
Status quo erhalten bleiben, während die Friedhöfe in Münzlishausen und Dättwil langfristig
stillgelegt und bis dahin in eingeschränktem Umfang betrieben werden sollen.
Mit einer ausführlichen Berechnung des prognostizierten Grabstellenbedarfs (Kap. 3) je
Grabart wurde gezeigt, dass das vorhandene Angebot an Grabarten und den zur Verfügung
stehenden Beisetzungsflächen im Grundsatz ausreichend ist. Ausnahmen:
Friedhof Liebenfels:
Gemeinschaftsgrab: Kapazität ca. 2018 ausgeschöpft. Dringender Handlungsbedarf,
insbesondere auch deshalb, weil dieser Grabtyp sehr stark nachgefragt wird.
Urnenplattengrab in Reihe: Kapazität knapp ausreichend. Bedarfsermittlung ca. 2020
überprüfen.
Erdreihengräber: Aufgrund der Bodenverhältnisse können Flächen nur 2x mit ERG belegt
werden. Bei geschickter Belegungsreihenfolge reichen die Kapazitäten bis 2080.
Familien-Erdgräber Friedhof Liebenfels: Kapazität voraussichtlich 2023 erschöpft. Da die
Nachfrage eher abnimmt, sollte ca. 2020 der Bedarf nochmals überprüft werden.
Familien-Urnengräber Friedhof Liebenfels: eher Überkapazität vorhanden. Flächen ev.
reduzieren oder für andere Grabart nutzen.
Friedhof Rütihof:
Ev. werden die Flächen für Urnenplattengräber knapp. Bedarf 2020 nochmals prüfen.
Sehr geringe Nachfrage bei den Familiengräbern. Angebot trotzdem erhalten.
Geringe Nachfrage beim Gemeinschaftsgrab. Gestalterische Aufwertung anstreben.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 6
Friedhöfe Münzlishausen und Dättwil haben eine ausreichende Kapazität. Die Sonderregelung
für Dättwil sollte jedoch an jene von Münzlishausen angeglichen werden (restriktivere
Regelung der Berechtigten).
Das bestehende Angebot an Grabtypen (Kap. 4) ist gut und zu erhalten. Einführungen von
neuen Grabtypen, die den heutigen Bestattungsbedürfnissen entsprechen, sind auf dem
Friedhof Liebenfels gut möglich (Parkwald; Kap. 4.2, Muslimisches Grabfeld; Kap. 4.3) und
sollen auch nur dort angeboten werden. Die Nachfrage nach einem Gemeinschaftserdgrab soll
2020 nochmals überprüft werden.
Die vorhandenen Infrastruktureinrichtungen (Kap. 5) sind auf allen Friedhöfen ausreichend.
Die Gestaltung von Grab und Grabmal inkl. Unterhaltsstandard (Kap. 6) der privat gepflegten
Gräber ist zum Teil unbefriedigend. Hierzu sollten bei der empfohlenen Überarbeitung des
Bestattungs- und Friedhofsreglements noch klarere Vorgaben gemacht werden. In dieser
Überarbeitung sollte auch der Gebührentarif überprüft und angepasst, sowie die teilweise
Kostenübernahme durch die Stadt Baden diskutiert werden.
Kunst- und kulturgeschichtlich bedeutende Grabmäler (Museumsgrabschild; Kap.7) sollten
inventarisiert und wenn möglich als Kulturzeugnisse vor Ort erhalten bleiben.
Aus gestalterischer Sicht sind alle vier Friedhöfe in sehr gutem Zustand (Kap. 8). Dies ist auf
ihre langjährige, kontinuierliche Pflege und Entwicklung zurückzuführen, welche sich seit
Jahren auf gestalterische, geschichtlich fundierte Leitlinien abstützt. Gestalterische Defizite
gibt es nur sehr punktuell.
Die Beratung der Angehörigen ist eine wichtige Aufgabe. Als Informationsmittel fehlt eine
Friedhofbroschüre (Kap. 9) zum Bestattungsangebot. Weiter fehlen Infotafeln (Friedhof
Liebenfels und Rütihof) sowie eine Besucherführung (Friedhof Liebenfels).
Die Entwicklungsplanung zeigt auf, dass das heute geltende Bestattungs- und
Friedhofreglement (Kap. 10) vom 23. Juni 1998 hinsichtlich verschiedener Punkte revidiert
werden sollte.
Für jeden der vier Friedhöfe wurde eine komprimiert zusammengefasste Betriebsplanung
(Kap. 11) erstellt, mit Auflistung und Terminierung von ausserordentlichen Massnahmen
sowie den fortlaufend anfallenden Grabräumungen.
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Seit dem Jahr 2000 werden jährliche Unterhalts- und Pflegerundgänge durchgeführt. Dabei
wird auch die Entwicklung der Friedhöfe laufend überprüft und Pendenzen aufgenommen,
welche nicht im Rahmen der üblichen Friedhofpflege erledigt werden können:
Arbeiten die im laufenden Unterhalt erledigt werden:
Unterhaltsarbeiten, kleinere Reparaturarbeiten
Pflege der Vegetation, inkl. Baumentwicklungskonzept
Nachführung Bestandes- und Belegungspläne
Grabräumungen (Kap. 11)
Aufwertung Gemeinschaftsgrab Rütihof (Kap. 8.2)
Anpassung Flucht Grabschild Urnenreihengräber Rütihof (Kap. 8.2)
Pendenzen die in die Entwicklungsplanung aufgenommen wurden:
Abbruch Gärtnerhaus im Friedhof Liebenfels (Kap. 8.1)
Erneuerung Beleuchtung Friedhof Liebenfels (Kap. 8.1)
Sanierung Zaun Friedhof Dättwil (Kap. 8.3)
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1 Aufgabenstellung und Zielsetzung
Im Gebiet der Stadt Baden befinden sich insgesamt sechs Friedhöfe. Der heutige
Hauptfriedhof (Zentralfriedhof) der Stadt Baden, der Friedhof Liebenfels, wurde im Jahre 1949
als Ersatz für den alten Stadtfriedhof an der Bruggerstrasse in Betrieb genommen. Zudem gibt
es drei Dorffriedhöfe in Rütihof, Dättwil und Münzlishausen sowie den israelitischen Friedhof.
Abb. 1.1 Übersichtsplan der Badener Friedhöfe
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 9
Ausgangslage
Damit die Belegung und Entwicklung von Friedhöfen zielgerichtet erfolgt und das Angebot den
sich - in Abhängigkeit von den verschiedenartigen gesellschaftlichen Entwicklungen - stetig
ändernden Bedürfnissen und Anforderungen entspricht, sind Friedhofsplanungen ein äusserst
wichtiges Arbeitsinstrument. Damit sie ihre Gültigkeit bewahren, müssen sie regelmässig
fortgeschrieben - das heisst überprüft und aktualisiert - werden.
Eine erste Friedhofsplanung für die Stadt Baden wurde 1983 für den Friedhof Liebenfels
erarbeitet. Mithilfe von ersten Bedarfsermittlungen und einem Variantenstudium wurde der
mögliche Vollausbau des Friedhofes ermittelt. In der Folge der Bedarfsermittlung, die damals
von einer absehbaren Erschöpfung der Kapazität auf dem Friedhof Liebenfels ausging, wurden
auf diesem bauliche Erweiterungsmassnahmen ausgelöst und der alte Dorffriedhof in Rütihof
1988/89 umfangreich erweitert.
1995 erfolgte eine erste Fortschreibung. Konkreter Auslöser war die deutliche Erhöhung der
prognostizierten Badener Wohnbevölkerung. Die Inhalte dieses Planwerks waren bereits
umfangreicher als die erste Planung von 1983. So wurde nicht nur der differenzierte
Grabstellenbedarf ermittelt, sondern auch die räumliche Abfolge der Belegung ausgewiesen.
Zudem wurden neben dem Hauptfriedhof Liebenfels auch die beiden kleinen Dorffriedhöfe in
Dättwil und Münzlishausen berücksichtigt. Der Friedhof in Rütihof wurde nicht bearbeitet.
Im Jahr 2000 erfolgte eine weitere Fortschreibung der Friedhofplanung. Zudem wurden für
den Friedhof Liebenfels eine Entwicklungs- und Pflegeplanung ausgearbeitet, denn es hatte
sich gezeigt, dass der Friedhof sich deutlich von den ursprünglichen Gestaltungsabsichten
wegbewegt hatte. Dieses Werk wurde ab 2001 in Jahresetappen erfolgreich umgesetzt. Die
notwendigen gärtnerischen Arbeiten wurden überwiegend durch die Friedhofgärtner in der
Vegetationsruhezeit ausgeführt. Die im Jahre 2000 empfohlenen Eingriffe wurden weitgehend
realisiert. Die damals formulierten Zielsetzungen werden heute in der laufenden Pflege
berücksichtigt.
Mit der nun vorliegenden Fortschreibung (Planungsperiode 20 Jahre; 2015 bis 2035) wurde der
Grabstellenbedarf berechnet, der Handlungsbedarf (inkl. Finanzplanung) ermittelt, sowie das
Bestattungs- und Friedhofreglement der Stadt Baden vom 23. Juni 1998 überprüft. Erstmals
wurde neben den Friedhöfen Liebenfels, Münzlishausen und Dättwil auch der Friedhof Rütihof
in das Planungswerk integriert.
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Aufgabenstellung
Erhebung der neuen demografischen und bestattungsspezifischen Daten
Überprüfung und Überarbeitung der im Jahre 2000 ermittelten Bedarfszahlen/Prognosen
Überprüfung und Überarbeitung der Belegungsplanung aufgrund der neuen Zahlen und
Prognosen
Aussagen zum Zielzustand der einzelnen Friedhöfe, zur Betriebsplanung (Jahresetappen,
grobe Kostenschätzung) und zu notwendigen Überarbeitungen des Friedhofreglements.
Erledigung von Pendenzen, welche bei den jährlichen Pflegerundgängen erfasst wurden und
die im Rahmen der Entwicklungsplanung aufgenommen und bearbeitet werden sollen.
Ziele der Entwicklungsplanung
Berücksichtigung der gesellschaftlichen Entwicklung (heutige Bedürfnisse und Anliegen)
Erlangung von Planungssicherheit im Bereich des Friedhof- und Bestattungswesens der
Stadt Baden
Sicherstellung des Angebotes an verschiedenen Möglichkeiten der Beisetzung bzw. der
Grabstelle
Schaffung von Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb des Friedhofs
Aufzeigen des zeitlichen Ablaufes von administrativen und baulichen Massnahmen sowie
zeitgerechte Bereitstellung der erforderlichen Mittel (Finanzplanung)
Erhaltung und Entwicklung eines qualitätsvollen öffentlichen Freiraumes
Überprüfung Bestattungs- und Friedhofsreglement, Aufzeigen Handlungsbedarf
Überprüfung Grabarten und Möglichkeiten für Muslimische Gräber
Überprüfung Grabunterhalt und Gebührentarif
Optimierung des ökologischen Potenzials durch Erhalt und Aufwertungsmassnahmen
Bearbeitungsperimeter
Friedhöfe Liebenfels, Dättwil, Münzlishausen und Rütihof
Nicht bearbeitet werden der israelitische Friedhof und der Alte Friedhof Bruggerstrasse. Für
letzteren wurde separat ein Entwicklungskonzept und darauf aufbauend ein
Sanierungsprojekt erarbeitet, welches 2013 realisiert wurde.
Planungsperiode
Die Friedhofsplanung umfasst den Zeitraum von 2015 bis 2035 (20 Jahre).
Grundlagen
Aktuelle Bestandes- und Endausbaupläne der Friedhöfe Liebenfels, Baden-Dättwil, Rütihof
und Münzlishausen (Stand 2014)
Bestattungs- und Friedhofreglement der Stadt Baden, Stand 1998
Sonderregelungen Friedhöfe Dättwil und Münzlishausen
Friedhofplanung Stadt Baden; Grabstellenbedarf der Stadt Baden und Nutzungskarte
Friedhof Liebenfels; Stöckli, Kienast & Koeppel, Wettingen; März/Juli 1995
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Friedhofplanung Stadt Baden; Ergänzungsbericht mit aktualisierten Belegungsplänen;
Stöckli, Kienast & Koeppel, Wettingen, Dezember 2000
Friedhof Liebenfels, Baden; Entwicklungs- und Pflegeplanung; Stöckli, Kienast & Koeppel,
Wettingen; September 2000
Aufgabenbesprechung T. Stirnemann, S. Knöpfel, I. Golz vom 3.3.11/13.7.11
Durch die Stadt Baden (T. Stirnemann) ausgefüllte Erhebungsbögen mit Angaben zu
Grabstellenbestand, Bestattungsstatistik und Planungszielen betreffend Einwohnerzahl vom
16. Februar 2012
Pendenzen aus den Friedhofsrundgängen (Stadt Baden und SKK)
Richtplanung Natur- und Landschaft (2004)
Bau- und Nutzungsordnung (2009), zur Zeit in Revision
Durchführung und Beteiligte
Die Entwicklungsplanung wurde von einem Projektteam begleitet, mit themenspezifischen
Beizug von weiteren Personen:
Thomas Stirnemann, Werkhof, Projektleitung
Albert Conrad, Zivilstandkreis, Mitglied Projektteam
Monika Greber, Entwicklungsplanung, Mitglied Projektteam
Pascale Contesse, Stadtökologie, Mitglied Projektteam
Monika Suter, Planung und Bau, Mitglied Projektteam
Andreas Gerber, Fach-Stv. Friedhöfe, Mitglied Projektteam
Petra Schröder, SKK Landschaftsarchitekten, 5430 Wettingen, Fachplanung
Manfred Schätti, Liegenschaften, Beizug themenspezifisch, Abbruch Gärtnerhaus
Matthias Messerli, Werkhof, Beizug themenspezifisch, Friedhofbewirtschaftung
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2 Kurzes Portrait der Badener Friedhöfe
2.1 Friedhof Liebenfels
Abb. 2.1 Übersichtsplan Friedhof Liebenfels
Hauptfriedhof
Standort des Krematoriums (zweites Aargauer Krematorien neben Aarau).
Total Grabstellenangebot 4'155, davon 2'027 belegt
Durchschnittlich 93 Bestattungen pro Jahr (in Betrachtungsperiode 2000-2011).
Angebotene Grabtypen: Einzelgräber in Reihe (Erdgrab, Urnengrab mit stehendem
Grabzeichen, Urnenplattengrab, Kindergräber), Gemeinschaftsgrab (für Urnen),
Familiengräber (Erd- und Urnengräber).
Bodenverhältnisse für Erdbestattungen mässig
Infrastruktur vorhanden: Krematorium, zwei Aufbahrungsräume, Abdankungshalle inkl.
Vorbereitungsraum (konfessions-neutral gestaltet), WC, zwei Parkplätze, Sitzbänke,
Wasserzapfstellen
Charakteristik und Entwicklungsgeschichte
1947-49 nach Plänen der bedeutenden Zürcher Gartenarchitekten Mertens + Nussbaumer
am Stadtrand Badens erbaut (als Ersatz für den Alten Friedhof Bruggerstrasse). Der Friedhof
ist ein herausragendes Beispiel für einen Parkfriedhof. Die Wegeführungen sind dem Terrain
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angepasst und wechselnde, verschiedenartige Räume verschmelzen mit dem im Süden und
Westen anschliessenden Badener Stadtwald. Die Gräber sind teils zu örtlich angepassten
Grabschildern, teils zu freien Gruppen angeordnet.
1957 umfangreiche nordseitige Erweiterung und Erstellung des Gebäudekomplexes mit
Krematorium, Abdankungshalle, Werkhof und Gärtnerhaus. Seitlich des neuen
Hauptzuganges wurde ein Urnengräberbezirk mit streng geometrisch angeordneten
Grabplatten angelegt und im Zugangsbereich das eindrücklichen "Eingangstor" aus Beton
erbaut. Der Ausbau von 1957 war bewusst als architektonisch definierter Raum an den
landschaftlich gestalteten Friedhofsteil von 1949 angefügt, wobei die beiden
unterschiedlichen Gestaltungsstile sich gekonnt ergänzen. (Architekten E.+R. Lanners, R.
Wahlen, Zürich)
Aufgrund der Ergebnisse einer Nutzungsplanung von 1983 wurden Anpassungen im Betrieb
(Bestattungstiefe, Reduktion Ruhefrist, Beschränkung Berechtigte) sowie bauliche
Erweiterungen durchgeführt. 1985 -1987 wurden der Urnenplatten-Gräberbezirk und der
Urnenhof mit Lindenplatz erweitert (Stöckli & Kienast) sowie das Gemeinschaftsgrab als
neuer Grabtyp angelegt (Hächler, Lenzburg mit Metron, Windisch). Die Erweiterungen
respektierten die jeweiligen Gestaltungsideen von 1949 und 1957, das heisst für die
Urnengrabbereich im Friedhofsteil von 1957 wurde eine architektonisch strenge
Gestaltungssprache gewählt, der landschaftlich gestaltete Friedhofsteil wurde bis auf die
sensible Einpassung des neuen Gemeinschaftsgrabes in seinen wesentlichen Teilen
erhalten. Insbesondere der landschaftlich am stärksten geprägte Südteil der Anlage, mit
Wasserteichen und Bachläufen, blieb weiterhin von der Bestattung unberührt, ebenso eine
grössere Fläche südlich des Hofes zur Abdankungshalle.
1998/99 Ausbau und Sanierung Krematorium und Friedhofgebäude
2004 Erweiterung Urnen-Familiengrab-Bezirk durch SKK erfolgt (FU 10)
Generelle Entwicklungsziele
Erhalt der qualitätsvollen landschaftsarchitektonischen Gestaltung (Parkfriedhof, ergänzt mit
architektonischer Ergänzung im gebäudenahen, nördlichen Bereich)
Förderung als Hauptfriedhof (alle Bestattungen Badens hier, ausser Rütihof und wenige
Ausnahmen Münzlishausen und Dättwil)
Angebot aller Grabarten inkl. Einführung eventuell neuer Grabarten ausschliesslich hier
Erhalt und Förderung der ökologischen Qualität als hochwertiger Naturraum im
Siedlungsgebiet (Parkfriedhof, alter Baumbestand, Vogelwelt).
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Abb. 2.2 Foto Friedhof Liebenfels
Abb. 2.3 Foto Friedhof Liebenfels
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 15
2.2 Friedhof Rütihof
Abb. 2.4 Übersichtsplan Friedhof Rütihof
Nebenfriedhof (Quartiers-Friedhof / alter Dorffriedhof)
Total Grabstellenangebot 565, davon 107 belegt
durchschnittlich 4.9 Bestattungen pro Jahr (in Betrachtungsperiode 2000-2011).
Angebotene Grabtypen: Einzelgräber in Reihe (Erdgrab, Urnengrab (stehendes
Grabzeichen), Urnenplattengrab, Kindergräber), Gemeinschaftsgrab (für Urnen),
Familiengräber (Erd- und Urnengräber).
Umfangreiche Reservefläche vorhanden (heute als Kleingärten genutzt, vermietet durch
Abteilung Liegenschaften, Kündigungsfrist 3 Monate)
Infrastruktur vorhanden: Aufbahrungsraum, WC, Parkplatz, Sitzbänke, Wasserzapfstellen
Charakteristik und Entwicklungsgeschichte
Der landschaftlich sehr schön gelegene alte Dorffriedhof Rütihof wurde 1989-1990 nach dem
Entwurf von Stöckli, Kienast & Koeppel, Wettingen, deutlich erweitert. Dabei wurden der Ort
und die Friedhofsfunktion neu interpretiert und mit einer hohen gestalterischen Qualität
verbunden, so dass der Friedhof heute ein schönes Beispiel für eine moderne
Friedhofsplanung darstellt.
Generelle Entwicklungsziele
Erhalt der gestalterischen Konzeption von 1990
langfristiger Erhalt der Friedhofsfunktion. Wenn möglich weitestgehend Bestattung aller
Rütihofer Bewohnerinnen und Bewohner hier. Bestattungen aus anderen Quartieren sind
weiterhin problemlos möglich (sehr wenige)
Erhalt der bestehenden Grabtypen, jedoch keine zusätzlichen Angebote.
Optimierung des ökologischen Potentials durch Erhalt und Aufwertungsmassnahmen
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Abb. 2.5 Foto Friedhof Rütihof
Abb. 2.6 Foto Friedhof Rütihof
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2.3 Friedhof Dättwil
Abb. 2.7 Übersichtsplan Friedhof Dättwil
alter Dorffriedhof
Sonderregelung vorhanden, weniger restriktiv wie jene von Münzlishausen
Total Grabstellenangebot 133, davon 55 belegt
durchschnittlich 2.25 Bestattungen pro Jahr (in Betrachtungsperiode 2000-2011).
Angebotene Grabtypen: Einzelgräber in Reihe (Erd-, Urnengrab (stehendes Grabzeichen),
Kindergrab - keine Unterscheidung), Urnenplattengrab (seit 2009).
abgesehen von einem Brunnen und Sitzbank ist keine Infrastruktur vorhanden
Zufahrtssituation unpraktisch (Naturstrasse resp. über Gehweg, keine Parkplätze)
Charakteristik
Die rechteckige Friedhofsanlage liegt auf einer Anhöhe peripher zur Siedlung und wird
klassisch von einem Eisenzaun auf Steinsockel umfriedet. Alle Gräber, auch die älteren,
wirken gepflegt, die kleine Anlage hat eine schöne Atmosphäre.
Angrenzend liegt das Areal des Kantonspitals und landwirtschaftliche Nutzungen. Es besteht
kein Nutzungsdruck auf diese Fläche, weder durch den geplanten Ausbau des Kantonspitals
noch durch die wachsende Siedlung.
Der Friedhof liegt in der OEB-Zone, die Parzelle gehört der Ortsbürgergemeinde.
Generelle Entwicklungsziele
Erhalt des Bestehenden, kein Ausbau der Fläche oder des Angebotes
restriktivere Formulierung der Sonderregelung (analog Friedhof Münzlishausen), d.h.
Festlegung der zur Bestattung berechtigten Personen
Langfristig - nach Erfüllung der Sonderregelung - wird es keine Bestattungen mehr auf dem
Friedhof geben. Die Gräber können dann nach Ablauf der Ruhefrist oberflächig geräumt
werden. Der Friedhof soll allerdings in seinem heutigen Umfang als "Ort" erhalten bleiben
(kleiner Park für ruhige Nutzung, Gedenkort o.ä.).
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Abb. 2.8 Foto Friedhof Dättwil
Abb. 2.9 Foto Friedhof Dättwil
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2.4 Friedhof Münzlishausen
Abb. 2.10 Übersichtsplan Friedhof Münzlishausen
neuer Dorffriedhof von 1948 (erbaut als Ersatz für geschlossenen alten Friedhof
Bruggerstrasse)
restriktive Sonderregelung vom Juni 2008
Total Grabstellenangebot 43, davon 17 belegt
durchschnittlich 0.58 Bestattungen pro Jahr (in Betrachtungsperiode 2000-2011).
Angebotene Grabtypen: Einzelgräber in Reihe (Erdgrab, Urnengrab mit stehendem
Grabzeichen) und Familiengräber
Infrastruktur: Wasserstelle und Sitzgelegenheiten
Zufahrtsituation unpraktisch (Naturstrasse, keine Parkplätze)
Charakteristik
Mit Hecke umschlossener, sehr kleiner Friedhof am Rande von Münzlishausen mit
wunderschöner Aussicht. Die eigentliche Friedhofsgestaltung ist gestalterisch nicht
schützenswert.
Generelle Entwicklungsziele
Erhalt des Bestehenden, kein Ausbau der Fläche oder des Angebotes
Langfristig - nach Erfüllung der Sonderregelung - wird es keine Bestattungen mehr auf dem
Friedhof geben. Die Gräber und auch die Wege können dann nach Ablauf der Ruhefrist
oberflächig geräumt werden. Der Friedhof soll allerdings in seinem heutigen Umfang als
"Ort" erhalten bleiben (kleiner Park für ruhige Nutzung, Gedenkort o.ä.)
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 20
Abb. 2.11 Foto Friedhof Münzlishausen
Abb. 2.12 Foto Friedhof Münzlishausen
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 21
2.5 Alter Friedhof Bruggerstrasse
Die Entwicklungsplanung des Alten Friedhof Bruggerstrasse ist nicht Bestandteil dieses
Berichtes. Es liegt eine separate Planung vor (vgl. Bericht vom 14.12.2012 und SR-Entscheid
vom 28.01.2013 zu Sanierung und Aufwertung des Alten Friedhof Bruggerstrasse sowie das
2013 realisierte Sanierungsprojekt).
Abb. 2.13 Übersichtsplan Alter Friedhof Bruggerstrasse
Alter (ehemaliger) Hauptfriedhof Badens
Einweihung 1821, Erweiterung in den Jahren 1839, 1878 und 1900
Letzte Bestattung im Reihengrab 1949 (ab diesem Zeitpunkt wurden alle Bestattungen auf
dem neuen Zentralfriedhof Liebenfels durchgeführt). 1977-1982 Räumung der Reihengräber
mit partiellem Erhalt von Grabsteinen und ehemaliger Grabbepflanzungen.
Letzte Bestattung im Familiengrab 1996. Für manche Familiengräber laufen noch
Konzessionen (theoretisch sind hier noch Urnenbeisetzungen möglich), max. bis 2034
1991 Anlage eines Spielplatzes und Weiterentwicklung des Friedhofs zu einem ruhigen
Quartierspark unter Respektierung seines immer noch erkennbaren Friedhofcharakters.
Infrastruktur: WC Anlage direkt ausserhalb Friedhof vorhanden
2013 Realisierung Sanierungsprojekt inkl. WC-Anlage
Charakteristik
Kulturgeschichtlich und atmosphärisch wertvolle Parkanlage in Baden.
Generelle Entwicklungsziele
Ruhiger Quartierspark unter Beibehaltung der wesentlichen Elemente der vorgängigen
Friedhofsgestaltung (Grabzeichen, Struktur, Bepflanzung, Umfriedung) sowie der
verwunschenen Atmosphäre.
Schutzobjekt gem. rev. BNO; geschützte Gartenanlage
Erhalt und Förderung der ökologischen Bedeutung (Vernetzung und Trittstein ins hoch
verdichtete Baugebiet)
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 22
Abb. 2.14 Foto Alter Friedhof Bruggerstrasse - Mittelachse
Abb. 2.15 Foto Alter Friedhof Bruggerstrasse - Spielplatzbereich
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 23
2.6 Israelitischer Friedhof
Abb. 2.16 Übersichtsplan Israelitischer Friedhof
An der Zürcherstrasse, vis à vis vom Friedhof Liebenfels, besteht seit 1879 ein israelitischer
Friedhof, welcher von der Israelitischen Kultusgemeinde unterhalten wird. Nachfolgend sind
die wichtigsten Eckdaten des Friedhofs und die bestehenden Vereinbarungen mit der Stadt
Baden aufgeführt:
Die israelitische Kultusgemeinde unterhält seit 1879 im Gebiet Liebenfels einen eigenen
Friedhof, auf welchem nach jüdischem Ritus bestattet wird und die Gräber ewige Gräber
sind. 2004 wurde der Friedhof erweitert. Die Stadt Baden beteiligte sich mit einem
einmaligen, präjudiziellen Beitrag von CHF 30'000,- an der Erweiterung.
Auf dem terrassenförmig angelegten Friedhof (drei Terrassen) befinden sich in etwa 360
Gräber. Die unterste Terrasse wird seit 2014 belegt, die oberen beiden Terrassen sind voll.
Für verstorbene Einwohner von Baden, die dieser Kultusgemeinde angehören und auf dem
Israelitischen Friedhof bestattet werden, übernimmt die Stadt Baden die anfallenden
Beerdigungskosten (vgl. Kap. 7). Werden Auswärtige in diesem Friedhof beigesetzt, wird der
Arbeits- und Geräteaufwand mit CHF 1'600 in Rechnung gestellt.
Gemäss den vorhandenen Unterlagen wurden von 1975 bis 2003 ca. 33 Personen, davon 18
wohnhaft in Baden (aus Protokoll SR vom 10.5.204), auf Wunsch der Hinterbliebenen auf
dem Israelitischen Friedhof beigesetzt. Von 2004 bis 2014 waren es gesamthaft 13
Bestattungen, ausschliesslich von Auswärtigen.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 24
Abb. 2.17 Foto Israelitischer Friedhof
Abb. 2.18 Foto Israelitischer Friedhof
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 25
3 Grabstellenbedarfsberechnung und Überprüfung der
Kapazitäten
3.1 Berechnungsformel und Berechnungsfaktoren
Der theoretische Grabstellenbedarf kann anhand einer einfachen Formel berechnet werden:
Prognose Wohnbevölkerung x Sterblichkeit X Ruhefrist = Bruttobedarf 1
Der Bruttobedarf 1 bedeutet, dass jede verstorbene Person auf einem der Badener Friedhöfe
(die Mehrzahl auf dem Hauptfriedhof Liebenfels) ein persönliches Einzelgrab beanspruchen
würde. Dies ist jedoch nicht der Fall, weil bei individuellen/privaten Verfügungen über die
Asche und Beisetzungen nach Auswärts keine persönliche Grabstelle in Anspruch genommen
wird. Diese Bestattungen sind vom Bruttobedarf abzuziehen. Der Anzahl an benötigten
Grabstätten hinzuzurechnen sind hingegen die von Auswärts auf den Badener Friedhöfen
bestatteten Personen.
Ermittlung der Bestattungen von- und nach auswärts für die Stadt Baden (inkl. Rütihof)
Total Sterbefälle pro Jahr im Zeitraum von 2000 bis 2011 111
d.h. hochgerechnet auf 12 Jahre sind von 2000 bis 2011 ca. 1'332
Menschen in Baden gestorben.
Bestattungen von auswärts pro Jahr im Zeitraum von 2000 bis 2011 11 + 9.9%
Bestattungen nach auswärts pro Jahr im Zeitraum von 2000 bis 2011 17 - 15.3%
Private Regelungen pro Jahr im Zeitraum von 2000 bis 2011 7 - 6.3%
Im Zeitraum von 2000 bis 2011 haben sich nur 88.3 % der in Baden
Verstorbenen auf einem der Badener Friedhöfe bestatten lassen 98 88.3 %
Theoretisch müssten bei den nachfolgenden Bedarfsberechnungen 11.7% vom Bruttobedarf 1
ab gezogen werden. Gemäss Einschätzung von A. Conrad ist der aktuell hohe Prozentsatz
allerdings nicht repräsentativ, weshalb für die nachfolgende Berechnung 0% angenommen
wird. (In der letzten Betrachtungsperiode von 1985 bis 1999 wurden beispielsweise mehr
Personen auf Badener Friedhöfen bestattet, als Badener gestorben sind). Mögliche Gründe für
den hohen Anteil der Auswärtsbestattungen sind die Rückführungen von ausländischen
Mitbürgern mit katholischem oder muslimischem Glauben in ihre alten Heimatländer (Anteil
nicht genau bezifferbar) sowie die zunehmende Verstreuung der Asche in der Natur.
Faktor für Bereinigung Bruttobedarf 1 bei Bedarfsberechnung 2013 0.0 %
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 26
Anspruch auf Bestattung von Auswärtigen
Auswärtige haben heute gem. §3 des Bestattungs- und Friedhofreglements (vom 23.6.1998)
nur mit Bewilligung des Stadtammans einen Anspruch auf Bestattung auf einem der Badener
Friedhöfe. Diese Regelung hat sich bewährt und soll unbedingt beibehalten werden.
Berechnungsfaktoren
Die Berechnungsfaktoren werden im nachfolgenden näher erläutert. Bis auf die Ruhefrist
handelt es sich bei allen Faktoren um Prognosezahlen, welche auf den am 16.2.2012 von der
Stadt Baden geliefert Erfahrungszahlen der letzten 12 Jahre beruhen.
Prognose Wohnbevölkerung (gemäss Planungsziel Stadt Baden)
Bestand 2011 Planungsziel / Prognose
Wohnbevölkerung 2035
Stadt Baden inkl. Münzlishausen (exkl. Rütihof und 12'476 14'700
Dättwil)
Dättwil 3'180 4'800
Stadt Baden inkl. Münzlishausen und Dättwil 15'656 19'500
Rütihof 2'528 2'800
Total inkl.Rütihof 18'184 22'300
Quelle: Angabe Stadt Baden vom 16.2.2012
Anteil muslimische Wohnbevölkerung:
Gemäss Auskunft Stadtbüro - eingeholt im April 2013 von A. Conrad - wohnen in der Stadt
Baden ca. 700 Musliminnen und Muslime. Tendenziell sind es eher mehr, da früher Muslime
unter "andere" erfasst wurden. 700 entspricht in etwa 3.8% von 18'184 Einwohnern. Das
Schweizer Mittel liegt zur Zeit bei 4.2%.
Sterblichkeit (Mortalitätsrate)
Laut Mitteilung des Werkhofes Stadt Baden betrug die durchschnittliche Sterblichkeit in den
Jahren 2000 bis 2011 in der Stadt Baden 6.9 ‰ (111 Sterbefälle pro Jahr).
Trotzdem wird auch für die aktuelle Friedhofplanung - wie bereits bei den Planungen von 1995
und 2000 - die deutlich höhere Sterblichkeitsziffer von 9.5 Promille angenommen. Diese
gegenüber der momentanen statistischen Sterblichkeit hohe Ziffer sichert gegen Zunahme
nach oben, schafft eine Katastrophenreserve (z.B. Epidemien) und puffert gegen
Schwankungen innerhalb der Beisetzungsformen ab.
Durchschnittliche Sterblichkeit für Grabstellenbedarfberechung 2013 9.5 ‰
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 27
Gesetzliche Ruhefrist
Im aktuell gültigen Bestattungs- und Friedhofsreglement der Stadt Baden ist eine Ruhefrist
von 25 Jahren für Reihengräber und 60 Jahre für Familiengräber vorgeschrieben. Daneben
gibt es noch ältere, bestehende Familiengräber mit einer Konzessionsdauer von 80 Jahren.
Ein Ziel dieser Entwicklungsplanung ist die Anpassung der Ruhefristen an die reduzierten
Mindestdauern der revidierten kantonalen "Verordnung über das Bestattungswesen
(Bestattungsverordnung)" vom 11. November 2009, das heisst Reduktion der Ruhefrist der
Reihengräber von 25 auf 20 Jahre, jene der Familiengräber von 60 auf 40 Jahre (Bestandteil
Bestattungs- und Friedhofsreglement).
Da ältere Gräber jedoch erst nach Ablauf der jetzt gültigen Ruhefristen (25/60 Jahre) geräumt
werden, wird in dieser Grabstellenbedarfsberechnung jeweils - in Gegenüberstellung - mit
beiden Ruhefristen gerechnet.
Ruhefrist Reihengräber 25 und 20 Jahre
Ruhefrist Familiengräber 60 und 40 Jahre
Abzug Doppelbelegungen
Die Anzahl der errechneten Grabstellen wird reduziert durch Doppelbestattungen, also
Urnenbestattungen, die in bestehenden Urnen- oder Erdreihengräbern durchgeführt werden.
Die Anzahl der Doppelbelegungen beträgt im aktuellen Betrachtungszeitraum von 2000-2011
für Gesamt-Baden ca. 21% in Reihengräber und ca. 9.5% in bestehende Familiengräber. Im
vorangegangenen Betrachtungszeitraum von 1985-1999 gab es sogar 26% Zweitbesetzungen
in bestehenden Reihengräbern, in bestehende Familiengräber wurden dahingehend nur 7.2%
Zusatzbestattungen durchgeführt.
Da sich das Bestattungsverhalten auf den einzelnen Badener Friedhöfen zum Teil recht
unterschiedlich gestaltet, wird bei den nachfolgende Bedarfsberechnung je Friedhof überprüft,
welcher Prozentsatz für Doppelbelegungen abzuziehen ist.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 28
3.2 Bedarfsberechnung Friedhof Liebenfels
Für die Berechnung des Grabstellenbedarfs auf dem Friedhof Liebenfels wird als
prognostizierte Wohnbevölkerung mit der Zahl 19'500 gerechnet. Diese Zahl umfasst die
Einwohner der Stadt Baden inkl. jene der eingemeindeten Stadtteile Münzlishausen und
Dättwil. Die aktuellen Bestattungen auf den Friedhöfen Münzlishausen und Dättwil sind mit
jährlich null bis vier Bestattungen vernachlässigbar. Wegen der restriktiven
Berechtigungsregel werden sie auch nicht zunehmen.
Die Einwohner von Rütihof sind in der Berechnung nicht enthalten, da diese sich mehrheitlich
auf dem Friedhof in Rütihof bestatten lassen.
Aufteilung der Bestattungen in Familien- und Einzelgräber (Friedhof Liebenfels)
Auf den Friedhöfen Münzlishausen und Dättwil werden keine Familiengräber angeboten
Gesamtzahlen Gesamtzahlen Gesamtzahlen Gesamtzahlen
Baden 1985-1999 Baden 2000-2011 Liebenfels 1985-1999 Liebenfels 2000-2011
Familiengräber (Ruhefrist 9.55 % 11.40 Keine Zahlen 11.87 %
aktuelle 60 Jahre) vorhanden
Reihengräber, 90.45 % 88.60 Keine Zahlen 88.13 %
Plattengräber und vorhanden
Gemeinschaftsgrab
(Ruhefrist aktuell 25 Jahre)
Auf den ersten Blick scheint die Attraktivität von Familiengräbern im Vergleich zum letzten
Betrachtungszeitraum angestiegen zu sein. Dieser Eindruck täuscht allerdings, denn der
Grossteil der Bestattungen in Familiengräbern stammt von Bestattungen in bereits
bestehende Familiengräber (9.63% von 11.4% Gesamtzahlen Baden bzw. 10.25% von 11.87%
Zahlen Liebenfels ). Diese Diskrepanz wird bei der Verteilung auf die einzelnen
Familiengrabtypen und dem daraus resultierenden effektiven Bedarf an Grabstellen
berücksichtigt.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 29
Familiengräber
Bruttobedarf (1 und 2) Familiengräber
Bei 60 Jahren Ruhefrist: 19'500 x 9.5 x 60 x 0.118) / 1'000 = 1'312 Grabstellen
Bei 40 Jahren Ruhefrist: 19'500 x 9.5 x 40 x 0.118) / 1'000 = 874 Grabstellen
Verteilschlüssel Besattungsformen Familiengräber
Gesamtzahlen Baden, Gesamtzahl. Liebenfels Grabstellenbedarfsermittlung und
Effektiver Anteil in % Effektiver Anteil in % Verteilschlüssel
Bestattungsform 1985-1999 2000-2011 1985-1999 2000-2011 %-Anteil je Stk total Stk total Stk /
FG-Typ bei 60 bei 40 Jahr
Jahren Jahren
Neue 1.23 0.75 Keine 0.72 6.06 % 79.5 52.96 1.3
Erdfamiliengräber Angaben
Beisetzung in 2.75 2.51 Keine 2.61 21.99 288.5 192.19 4.8
bestehendes Erd- Angaben
Familiengrab
Total 3.98 3.26 3.33 28.05
Erdbestattungen in
Familiengräbern
Neue 1.11% 1.01 Keine 0.90 7.58 99.45 66.25 1.7
Urnenfamiliengräber Angaben
Beisetzung in 4.45% 7.12 Keine 7.64 64.36 844.4 562.5 14.1
bestehendes Urnen- Angaben
Familiengrab
Total 5.56 8.13 8.54 71.95
Urnenbestattungen
in Familien-
Urnengräbern
Total Bestattungen 9.54 11.39 11.87% = 100% 1'312 874 21.9
in Familiengräber 100%
Im Durchschnitt müssen pro Jahr nur 1.3 neue Erd- und 1.7 neue Urnen-Familiengräber
angeboten werden. Dies bedeutet einen deutlich sinkenden Bedarf im Vergleich zur letzten
Bedarfsberechnung von 2000. Damals war ein jährlicher Bedarf an neuen Familiengräbern von
2.2 (Erd) und 2.0 (Urne) ermittelt worden. Diese Tendenz spiegelt sich auch auf dem Friedhof
Liebenfels wieder, denn 2007 wurde das letzte Erd-Familiengrab und 2010 das letzte Urnen-
Familiengrab neu angelegt.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 30
Kapazität Familiengräber
Schild Grabstellen- Davon belegt Davon frei Kapazität (theoretisch)
bestand total (Stand 2012) (Stand 2012)
Erdfamiliengräber FE 1
FE 2
FE 3
Total EFG 176 162 14 Bei einem jährlichen Bedarf
Erdfamiliengräber von 1.3 neuen EFG reicht der
Bestand 10 Jahre / 2023
Urnenfamiliengräber FU 1
FU 2
FU 10
Total UFG 163 84 79 Bei einem jährlichen Bedarf
Urnenfamiliengräber von 1.7 neuen UFG reicht der
Bestand 46 Jahre / 2059
Kommentar zu den Erd-Familiengräber:
Die 14 freien EFG liegen alle im Schild FE3
Räumungsdaten FE1 (2030 - 2043). Gemäss Plan sind 10 Gräber im FE1 nicht belegt. Zudem
ist bei 3 Gräbern (FE58, FE102, FE26) eine Räumung im 2013 vorgesehen gemäss mündliche
Auskunft Friedhofsteam am Pflegerundgang vom 2.5.2013
Räumungsdaten der 33 bereits belegten Gräber im FE3 (2042 - 2070)
Räumungsdaten FE2 (2027 - 2052), 6 Grabstellen sind nicht belegt
Da das Bedürfnis nach Erd-Familiengräbern stark gesunken ist, sollte der Bedarf zur Anlage
eines neuen Erd-Familiengrabschildes ca. 2020 nochmals beurteilt werden. Im Moment
drängt sich diese Anlage nicht auf. Vielmehr sollte in einem ersten Schritt versucht werden,
neue Gräber mit geringerem Platzbedarf zu erstellen.
Kommentar zu den Urnen-Familiengräbern
Räumungsdaten FU1 (2022-2040). Gemäss Plan ist eine Grabstelle nicht belegt.
Räumungsdaten FU2 (2027-2058). Gemäss Plan sind 7 Grabstellen nicht belegt.
Räumungsdaten FU10 (2066 - 2068). Der Grossteil des Schildes ist noch frei.
Bei Beibehaltung der 60-jährigen Ruhefrist wäre das Angebot an Urnen-Reihengräber 2046
erschöpft. Da sich jedoch wie bei den Erd-Familiengräber eine sinkende Tendenz feststellen
lässt, und zudem eine Reduktion der Ruhefrist auf 40 Jahre angestrebt wird, besteht im
Moment kein Handlungsbedarf zur Schaffung weiterer FU Grabschilder.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 31
Reihengräber inkl. Gemeinschaftsgrab
Bruttobedarf (1 und 2) Reihengräber inkl. Gemeinschaftsgrab
Bei 25 Jahren Ruhefrist: (19'500 x 9.5 x 25 x 0.885) / 1'000 = 4'098 Grabstellen
Bei 20 Jahren Ruhefrist: (19'500 x 9.5 x 20 x 0.885) / 1'000 = 3'279 Grabstellen
Verteilschlüssel Besattungsformen Reihengräber inkl. Gemeinschaftsgrab
Gesamtzahlen Baden, Gesamtzahl. Liebenfels Grabstellenbedarfsermittlung und
Effektiver Anteil in % Effektiver Anteil in % Verteilschlüssel
Bestattungsform 1985-1999 2000-2011 1985-1999 2000-2011 %-Anteil je Stk total Stk total Stk /
FG-Typ bei 25 bei 20 Jahr
Jahren Jahren
Erdgrab in Reihe 18.64 11.82 Keine 11.23 12.74 522.1 418 20.9
Angaben
Urnengrab in Reihe 14.65 8.55 Keine 7.01 7.95 325.8 260 13.0
(stehendes Angaben
Grabzeichen)
Urnenplattengrab in 23.62 27.24 Keine 27.58 31.29 1'282.3 1'026 51.0
Reihe Angaben
Urnenbeisetzung in 26.03 21.29 Keine 21.92 24.87 1'019.2 40.8
bestehendes Grab Angaben
(ohne Familiengrab)
Kindergräber 0.0 0.75 Keine 0.81 0.92 37.7 1.5
Angaben
Gemeinschaftsgrab 7.5 18.94 Keine 19.59 22.23 911.0 36.4
Angaben
Total Bestattungen 90.71 88.59% 88.14 % = 100% 4'098 3'279 163.9
100%
Ca. ¼ der bestatteten Personen nimmt kein eigenes Grab in Anspruch.
Die Bestattungen in den Erd- und in den Urnenreihengräber (mit stehendem Grabstein)
haben im Vergleich zu 1985-1999 abgenommen.
Dagegen ist - trotz bereits sehr hohem Niveau - nochmals ein leichter Anstieg bei der
Popularität der Urnenplattengräber und beim Gemeinschaftsgrab zu verzeichnen.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 32
Kapazität Reihengräber inkl. Gemeinschaftsgab
Schild Grabstellen- Davon belegt Davon frei Kapazität (theoretisch)
bestand total (Stand 2012) (Stand 2012)
Erdgrab in Reihe E1-E9 Theoretisch E1-E4 366 602 Aufgrund der
968 (E1-E4) Bodenverhältnisse können
Effektiv Flächen im Friedhof Liebenfels
778 - ohne bodenverbessernde
Massnahmen - nur 2x mit Erd-
Bestattungen belegt werden.
Urnengrab in Reihe U1-U5 812 276 536 Deutlich zu viele Kapazitäten
(stehendes vorhanden.
Grabzeichen)
Urnenplattengrab in UP1, 1'340 772 568 Gesamthaft knapp
Reihe UP2 (388) ausreichend. Die noch nicht
belegten Flächen reichen ca.
bis 2023. Spätestens danach
müssen Bereiche mit
abgelaufener Ruhefrist
geräumt werden.
Kindergräber K 84 20 64 Ausreichend Kapazitäten
vorhanden
Gemeinschaftsgrab 600 Ca. 350 Ca. 250 Die Kapazität für die
Namensbeschriftung ist
ca. 2018, jene für die zu
bestattenden Urnen ca. 2020/21
erschöpft Erweiterung
projektieren
Kommentar Gemeinschaftsgrab.
Gemäss Auskunft A. Gerber können im Rasenfeld noch ca. 300 Urnen bestattet werden
(anstelle der 250 oben genannten freien Plätze).
Auf den 5 neuen Namenstafeln haben jeweils 60 Namen Platz (total 300 Namen). Seit 2006
wurden bereits 2 Tafeln komplett beschriftet und die dritte ist bereits zu ca. ¼ voll. Das
heisst es besteht noch eine Kapazität von ca. 150 Namensbeschriftungen (dies reicht nur
noch für ca. 5 Jahre bzw. bis ca. 2018). Auf dem alten Gedenkstein sind insgesamt 204
Namen platziert (auf kleinen Bronzeplättchen) voll.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 33
Kommentar Erd-Reihengräber:
Aufgrund der Bodenverhältnisse können auf dem Friedhof Liebenfels Flächen ohne
Bodenverbesserungsmassnahmen nur 2x mit Erdgräbern belegt werden. Deshalb wird in
der nachfolgenden detaillierten Auswertung die theoretische Kapazität der Erdreihengräber
mit der effektiven gegengerechnet
Detaillierte Analyse der Kapazität für Erd-Reihengräber (Schilder E1-E9 und U1-U5)
Schild Bereits erfolgte Zustand 2012 Kapazitäten Kapazitäten
Belegungen mit für ERG ohne für URG, ca.
ERG Massnahmen
E1 2x Voll. Räumung partiell (2/3) im 0 x 105 135
2014
E2 2x Voll 0 x 128 160
E3 2x Voll Voll 0 x 70 75
E4 2x Voll 0 x 63 70
E5 1x 2. Belegung mit ERG hat 1 x 134 155
begonnen
E6 1x leer geräumt / Rasen 1 x 108 140
E7 1x leer geräumt / Rasen 1 x 115 135
E8 1x leer geräumt / Rasen 1 x 69 90
E9 0x mit ERG leer geräumt / Rasen 2 x 176 200
(1x mit URG)
Total E1-E9 778 Ca. 1'160
beliebig oft
belegbar
U1 1x 1. Belegung mit URG erfolgt. 1 x 120 165
Voll.
U2 1x 1. Belegung mit URG erfolgt. 1 x 55 88
Voll.
U3 1x 1. Belegung mit URG begonnen 1 x 110 153
U4 1x Leer geräumt / Rasen 1 x 100 138
U5 0x Leer geräumt / Rasen 2 x 185 268
Total U1-U9 Ca. 755 812
beliebig oft
belegbar
Total E1-E9 1'553
und U1-U5
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 34
Auf den Schildern E1-E4 können ohne Massnahmen keine Erdbestattungen mehr
durchgeführt werden.
Auf den Schildern E5-E8 kann noch je einmal eine Bestattung mit Erd-Reihengräbern
stattfinden (Total 426). Die Flächen reichen bei 21 Erd-Bestattungen pro Jahr ca. 20 Jahre,
d.h. bis ca. 2032.
Die Flächen E9 und U5 wurden noch nie mit Erdbestattungen belegt. Sie können noch 2x mit
Erdreihengräbern belegt werden und bieten Platz für 2x 361 Erd-Bestattungen, d.h. decken
den Bedarf von insgesamt 34 Jahren ab.
Die Schilder U1-U4 waren bereits einmal mit Erd-Reihengräbern belegt. Sie könnten also
noch ein zweites Mal für ERG genutzt werden (ca. 385) und würden dann insgesamt 18
Jahre reichen.
Fazit:
Vorausgesetzt, dass erstens sich der aktuell gültige Bedarf von ca. 21 Erd-Reihengräbern pro
Jahr langfristig nicht ändert und zweitens auch die Flächen U1-U5 für Erd-Reihengräber
genutzt werden (Wechsel der Urnen-Reihengräber auf die Fächen E1 und folgende), so
können auf dem Friedhof Liebenfels noch bis ins Jahr 2080 Flächen für Erd-Reihengräber
angeboten werden, ohne dass Bodenverbessernde Massnahmen durchgeführt werden
müssen.
Der Zeithorizont könnte unter Einbezug der Reservefläche (heutiger Standort Wohnhaus) um
mindestens weitere 10 Jahre bis 2090 ausgedehnt werden.
Empfehlung Bestattungsreihenfolge:
U3 und U4 sollten noch wie vorgesehen mit Urnen-Reihengräbern belegt werden (ca. 2012 -
2033). Danach sollten die Urnen-Reihenbestattungen allerdings auf E1 - E4 überwechseln,
damit U5 für Erd-Reihengräber frei bleibt.
Die Belegungshäufigkeit mit Erd-Bestattungen wird mithilfe der 6 nachfolgenden Skizzen in
eine zeitliche Abfolge gebracht.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 35
Farbgebung: grün: noch nie mit ERG belegt. gelb: 1-mal
mit ERG belegt, pink: 2x mit ERG belegt.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 36
3.3 Bedarfsberechnung Friedhof Dättwil
Im Betrachtungszeitraum von 2000-2011 haben durchschnittlich 2.25 Bestattungen pro Jahr
auf dem Friedhof Dättwil stattgefunden, hiervon 0.25 Bestattungen als Urneneinsetzung in ein
bestehendes Grab, das heisst, es wurden durchschnittlich 2 neue Gräber pro Jahr angelegt.
Dies entspricht in etwa 50% der in Dättwil verstorbenen Personen. Die Zahlen sollten 2020
überprüft werden, da 2009 das Urnenplattengrab als neuer Grabtyp eingeführt wurde und
dessen allfällige Auswirkungen auf das Bestattungsverhalten noch nicht ablesbar sind.
Für den Friedhof Dättwil steht der Zukunftsentscheid an, ob die Sonderregelung in Zukunft
ebenso restriktiv gehandhabt werden soll wie auf dem Friedhof Münzlishausen. Deshalb
werden für den Friedhof Dättwil 2 Szenarien berechnet.
Szenario 1, Beibehaltung Status quo
Bei einer Hochrechnung mit dem theoretischen Bedarf von 2 neuen Gräbern pro Jahr ergibt
sich ein Gesamtbedarf von 50 Grabstellen bei 25 Jahre Ruhefrist. Wenn man das geplante
Wachstum der Wohnbevölkerung um 150% berücksichtigt (Planungsziel 2035
Wohnbevölkerung 4'800 anstelle heute 3'180), wären es ca. 75 Grabstellen. Heute gibt es einen
Grabstellenbestand von total 133 Gräbern, wovon 55 belegt und 78 frei sind. Das heisst, die
bestehende Friedhofsfläche würde langfristig ausreichen. Problematisch bei der bestehenden
Regelung ist allerdings, dass bei einem allenfalls sich ändernden Bestattungsverhalten
möglicherweise nicht mehr rechtzeitig reagiert werden kann und ein Friedhofsausbau
notwendig wäre.
Szenario 2: "Vollausbau" (alle Dättwiler nur noch auf Friedhof Dättwil)
Bruttobedarf (1 und 2) Reihengräber
Bei 25 Jahren Ruhefrist: (4'800 x 9.5 x 25) / 1'000 = 1'140 Grabstellen
Bei 20 Jahren Ruhefrist: (4'800 x 9.5 x 20) / 1'000 = 912 Grabstellen
Nach Abzug der Doppelbelegungen (ca. 11%) würde dies einen Nettobedarf von 1'014 (bei 25
Jahren Ruhefrist) bzw. 812 (bei 20 Jahren Ruhefrist) bedeuten, das heisst ca. eine
Versechsfachung der Fläche. Dies kommt einem Friedhofsneubau gleich! Bei diesem müsste
zudem die heute komplett fehlende Infrastruktur ebenfalls erstellt werden (Parkplätze, Zufahrt
Abdankungshalle, WC, etc.), so dass bei einem Szenario "Vollausbau" mit Kosten von ca. 1
Mio Franken zu rechnen ist. Notwendig könnte der Vollausbau werden, wenn der Friedhof
Liebenfels an seine Grenzen stossen würde. Dies zeichnet sich gemäss der aktuellen
Prognosen und Berechnungen jedoch nicht ab.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Entwicklungskonzept Friedhöfe Baden - Planungsbericht - 37
Empfehlung
Erhalt des Bestehenden, kein Ausbau der Fläche oder des Angebotes
restriktivere Formulierung der Sonderregelung (analog Friedhof Münzlishausen), das heisst
Festlegung und Begrenzung der zur Bestattung berechtigten Personen (z.B. wohnhaft resp.
zugezogen in Dättwil bis Inkrafttreten neues Bestattungs- und Friedhofreglement), damit der
jetzige Umfang des Friedhofes langfristig ausreicht
(Sehr) langfristig wird es bei Einführung einer restriktiveren Regelung keine Bestattungen
mehr auf dem Friedhof geben. Der "Ort" sollte danach trotzdem in seinem heutigen Umfang
erhalten bleiben (kleiner Park für ruhige Nutzung, Gedenkort o.ä.)
3.4 Bedarfsberechnung Friedhof Münzlishausen
Für den Friedhof Münzlishausen ist keine Bedarfsberechnung nötig, da durch die geltende
restriktive Sonderregelung die Anzahl der berechtigten Personen stark begrenzt ist und der
Platz langfristig ausreicht.
In Betrachtungszeitraum von 2000-2011 haben durchschnittlich 0.58 Bestattungen pro Jahr
stattgefunden, davon 0.25 als Zweitbeisetzung in ein bestehendes Grab. von den gesamthaft
43 Grabstellen sind im Moment 17 belegt und 26 frei. Bei einigen belegten Gräbern ist die
Ruhefrist bereits abgelaufen.
Empfehlung
Erhalt des Bestehenden, kein Ausbau der Fläche oder des Angebotes
(Sehr) langfristig - nach Erfüllung der Sonderregelung - wird es keine Bestattungen mehr auf
dem Friedhof geben. Die Gräber und auch die Wege können dann nach Ablauf der Ruhefrist
oberflächig geräumt werden. Der Friedhof soll allerdings in seinem heutigen Umfang als
"Ort" erhalten bleiben (kleiner Park für ruhige Nutzung, Gedenkort o.ä.). Schöner
Aussichtspunkt.
- Wettingen - 22. Juni 2015 - Stand 12.06.2015Sie können auch lesen