Stadterneuerungskonzept Hollabrunn

 
WEITER LESEN
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
Stadterneuerungskonzept
       Hollabrunn

                Erstellt von DI Marceline Martischnig

                                April 2010

Dieses Projekt der Stadterneuerung und –entwicklung wurde aus den Mitteln der
Europäischen Union kofinanziert. Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
(EFRE)".
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
Vorwort
Mit Beginn des Jahres 2010 wurde Hollabrunn zum zweiten Mal in die Aktion der
Stadterneuerung Niederösterreich aufgenommen.
Die Ergebnisse der ersten Aktion in den Jahren 1999 bis 2003, wie Alter Schlachthof,
Sommerarena Hofmühle, Radiosender, Gerichtsbergkellergasse oder Kirchenstiege wirken
bis heute nach und haben wesentliche Impulse im Leben der Stadt gesetzt.
Daher freue ich mich, dass für Hollabrunn nunmehr neuerliche Chancen eröffnet werden,
zukunftsweisende Projekte zu entwickeln und umzusetzen.

Erklärtes Ziel der Stadterneuerung ist auch die Lebensqualität unter Miteinbeziehung der
Bevölkerung zu erhöhen.
Wir stehen jetzt, mit der Erarbeitung des Stadterneuerungskonzeptes am Anfang des
Prozesses und dieses Konzept soll sodann eine längerfristige Orientierungshilfe für die Stadt
darstellen. Es wird gemeinsam mit den BürgerInnen und VertreterInnen von Politik und
Verwaltung erstellt. Dazu gab es in diesem Jahr regelmäßige Treffen zu verschiedenen
Themenbereichen. In Hollabrunn sind dies Jugend, Umwelt & Mobilität, Bildung & Kultur,
Tourismus und Freizeit sowie Stadtbild & Ortskernbelebung. In Arbeitskreisen wurden Ziele
und Maßnahmen zu den oben angeführten Themen erarbeitet.

Die Menschen in den Städten wollen am Leben der Stadt aktiv teilnehmen, mitreden,
mitentscheiden, mitgestalten. Die Stadterneuerung ist eine Chance dazu. Das Ziel kurz
formuliert: mehr Lebensqualität in den Städten und eine bessere Kommunikation der Bürger
untereinander.

Die Stadterneuerung soll den Städten Niederösterreichs einen positiven Entwicklungsimpuls
geben. Es soll dabei nicht um Einzelprojekte im Sinne von Stadtbehübschung gehen,
sondern um Maßnahmen, die den Bürgern die Chance bieten, direkter und intensiver als
bisher am städtischen Leben und an der städtischen Entwicklung teilzunehmen.
Daher freut mich besonders die Tatsache, dass viele interessierte HollabrunnerInnen an den
Arbeitskreisen und Workshops teilgenommen haben und sich somit mit den bisher
entwickelten Projekten auch identifizieren.
Ich bin sicher, dass unsere Stadt nach diesen 5 Jahren wieder ein deutliches Stück an
Lebensqualität dazu gewinnen kann sowie die Gemeinschaft und das
Selbstbewußtseinsgefühl der Menschen gestärkt aus diesem Prozess hervorgeht.

Erwin Bernreiter
Bürgermeister der Stadt Hollabrunn

                                                                                         -2-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
Inhaltsverzeichnis

VORWORT ......................................................................................................................... - 2 -

INHALTSVERZEICHNIS................................................................................................. - 3 -

PROZESS............................................................................................................................. - 5 -

ZUSAMMENFASSUNG .................................................................................................... - 7 -

1. STRUKTUR DER GEMEINDE .................................................................................... - 8 -

1.1.     ALLGEMEINES ..............................................................................................................- 8 -
1.2.     GESCHICHTE UND ORTSBILD ......................................................................................- 9 -
1.2.1     GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ...................................................................................- 9 -
1.2.2     BAUSTRUKTUREN UND ORTSBILD .............................................................................- 16 -
1.3.     LANDSCHAFT UND NATURRAUM ...............................................................................- 19 -
1.3.1     TOPOGRAFIE, BODEN UND KLIMA .............................................................................- 19 -
1.3.2     GEWÄSSER UND FEUCHTFLÄCHEN ............................................................................- 20 -
1.3.3     WALD- UND NATURRAUMAUSSTATTUNG ..................................................................- 20 -
1.4.     BEVÖLKERUNG ..........................................................................................................- 21 -
1.5.     RAUMPLANUNG UND SIEDLUNGSENTWICKLUNG ......................................................- 24 -
1.6.     WIRTSCHAFT .............................................................................................................- 32 -
1.6.1     ALLGEMEINES ...........................................................................................................- 32 -
1.6.2     HANDEL UND GEWERBE ............................................................................................- 34 -
1.6.3     LANDWIRTSCHAFT ....................................................................................................- 36 -
1.6.4     TOURISMUS ...............................................................................................................- 38 -
1.6.5     ARBEITSMARKT .........................................................................................................- 43 -
1.6.6     KAUFKRAFT ..............................................................................................................- 44 -
1.7.     INFRASTRUKTUR ........................................................................................................- 50 -
1.7.1     ÖFFENTLICHE STELLEN UND EINRICHTUNGEN ..........................................................- 50 -
1.7.2     TECHNISCHE INFRASTRUKTUR ..................................................................................- 50 -
1.7.3     BILDUNGSEINRICHTUNGEN .......................................................................................- 56 -
1.7.4     KULTURELLE INFRASTRUKTUR .................................................................................- 62 -
1.7.5     GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN..................................................................................- 64 -
1.7.6     SOZIALE INFRASTRUKTUR .........................................................................................- 64 -
1.7.7     FREIZEITINFRASTRUKTUR .........................................................................................- 67 -
1.8.     POLITISCHE SITUATION .............................................................................................- 71 -
1.9.     GEMEINDEFINANZEN .................................................................................................- 71 -

2. STRATEGIE, LEITZIELE UND MAßNAHMEN .................................................... - 72 -

                                                                                                                                   -3-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
2.1. UMWELT UND MOBILITÄT ................................................................................................ 75
2.2. FREIZEIT UND TOURISMUS ............................................................................................... 76
2.3. ORTSBILD UND GRÜNRAUM .............................................................................................. 76
2.4. BILDUNG UND KULTUR ..................................................................................................... 77
2.5. ORTSKERNBELEBUNG ....................................................................................................... 77
2.6. JUGEND .............................................................................................................................. 78

3. BESCHLÜSSE.................................................................................................................... 79

4. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS........................................................... 82

5. ANHANG ............................................................................................................................ 83

                                                                                                                                      -4-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
Prozess

Mit Beginn des Jahres 2010 wurde Hollabrunn zum zweiten Mal in die Aktion
Stadterneuerung in NÖ aufgenommen. Die landesweite Aktion hat zum Ziel engagierte
Städte dabei zu unterstützen, gemeinsam mit ihren Bürgern und Bürgerinnen aufeinander
abgestimmte Maßnahmen zur Stadtentwicklung zu erarbeiten und umzusetzen.

Ablauf der Stadterneuerung in Hollabrunn
Hollabrunn nahm von 1999 bis 2003 das erste Mal an der Aktion teil.
Nach 4 Jahren, einem Jahr Verlängerung und vielen umgesetzten Projekten war Hollabrunn
dann eine Auszeit verordnet worden um auch anderen Städten die Chance zur Teilnahme zu
geben.

In der ersten Phase der Stadterneuerung wurden aufbauend auf das
Stadterneuerungskonzept das in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung erstellt wurde
folgende Projekte durchgeführt:

¾ Sprachschule
¾ GymRadio 94.5 und Öffentlichkeitsarbeit
¾ Spielraum Wasserpark
¾ Alter Schlachthof Entwurfsplan, Detailplanung, Bauphase 1-3
¾ Bühnenelemente Alter Schlachthof
¾ Radwegekonzept
¾ Radwege in der Stadt
¾ Sommerarena Hofmühle
¾ Gerichtsbergkellergasse
¾ FunkLAN
¾ BeachVolleyballplatz
¾ Kirchenstiege 1 + 2
¾ Rathausumbau Bürgerservice
¾ Mediathek

Ende des Jahres 2008 entschloss sich Hollabrunn an dem Projekt InnoCité der
Landeskoordinierungsstelle für Stadterneuerung teilzunehmen. In diesem Projekt wird der
Einfluss von großen Metropolen auf Kleinstädte untersucht. Das dahinter stehende Ziel ist
die Belebung des Ortskernes mit einer Schwerpunktsetzung bei der Jugend.
Bei der gemeinsamen Auftaktveranstaltung, zu der die BewohnerInnen von Hollabrunn

                                                                                       -5-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
eingeladen waren, wurden folgende Arbeitskreise gegründet:
   • Ortskernbelebung
   • Jugend
   • Freizeit & Tourismus
   • Bildung & Kultur
   • Ortsbild & Grünraum
   • Umwelt & Mobilität

Leitbild, Leitziele, Maßnahmen und Projekte des Stadterneuerungskonzeptes von 1999
wurden in Arbeitskreissitzungen auf ihre Aktualität überprüft.

Dabei stellte sich heraus, dass die vor 10 Jahren eingeschlagene Richtung grundsätzlich die
„richtige“ war und viele der damals definierten Ziele und Maßnahmen Gültigkeit besitzen.
Das damals festgeschriebene Leitbild „Hollabrunn - eine Stadt der Begegnung“, sollte durch
die beiden Schwerpunkte Jugend und Bildung ergänzt werden.

In vielen Bereichen wurden in der Zwischenzeit zahlreiche Schritte in Richtung Ziel gemacht.
Andere Ziele sind aktuell und drängend wie vor 10 Jahren wie z.B. die Förderung alternativer
Verkehrsmittel und die Anlage von Radverbindungen

Neben den Arbeitskreisen gibt es den Stadterneuerungsbeirat, ein empfehlendes Gremium
das sich zur Hälfte aus Vertretern der Gemeinde (Verwaltung und Politik) und zur Hälfte aus
Vertretern der Arbeitskreise zusammensetzt.

In diesem Beirat wurden die Leitziele und Maßnahmen diskutiert, nach Wichtigkeit für die
Stadtentwicklung gereiht und dem Stadt – und Gemeinderat zur Beschlussfassung
empfohlen. Nach Genehmigung des Konzeptes vom Land Niederösterreich ist es möglich für
die Umsetzung der Projekte über einen Zeitraum von 4 Jahren Fördermittel zu erhalten.

In das folgende Aktionspapier sind außer einer Zusammenschau bestehender Konzepte und
Publikationen (Örtliches Raumordnungsprogramm 2010, Kleinregionales
Entwicklungskonzept, Potentialanalyse Hollabrunn) die Ergebnisse der Workshops und der
Arbeitskreise sowie Gespräche mit Bevölkerung und Fachexperten eingeflossen.
DI Marceline Martischnig                             Hollabrunn, im April 2010

                                                                                           -6-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
Zusammenfassung

Hollabrunn weist seit dem Jahr 1981 eine positive Bevölkerungsentwicklung auf und umfasst
11.324 Einwohner (31.12.2008). Bis zum Jahr 2015 ist ein Wachstum von über 10%
prognostiziert. Die Stadtgemeinde besteht aus 22 Katastralgemeinden.
und ist an die Schnellbahn angebunden. Das Landesklinikum Weinviertel ist der größte
Arbeitgeber. Die Stadtgemeinde Hollabrunn ist mit 6833 EinwohnerInnen die
bevölkerungsreichste KG. Sie ist mit der Katastralgemeinde Raschala im Osten
zusammengewachsen.
Die KG Hollabrunn wurde 1908 zur Stadt erhoben. Die Stadtgemeinde Hollabrunn ist
zugleich Bezirkstadt und Schulzentrum. Durch die Situierung zahlreicher zentralörtlicher
Funktionen (über 20 Schulen, Krankenhaus, Stadtsaal….) und zahlreiche historische
Gebäude hat die KG Hollabrunn einen urbaneren Charakter als seine Katastralgemeinden,
wenn gleich auch mit starker ländlicher Prägung.

Die Stadt genießt einen hervorragenden Ruf als Schulstadt und eine Positionierung in
Richtung Bildung scheint interessant.
Für den Bereich des ehemaligen Messezentrums entlang der Josef- Weisleinstraße soll ein
Entwicklungskonzept erstellt werden. Ein Bereich für Jugend, Kultur, Bildung, und Freizeit
soll entstehen. Eine Freiluftbühne und ein Jugendraum sollen dort situiert werden.
Eine interessante, nachhaltige Konzeptionierung dieses Gebietes könnte für die weitere
städtische Entwicklung der Stadt positiv auswirken. Die Attraktivierung der Sitzendorfer
Kellergasse soll ebenfalls in Angriff genommen werden. Dies in Verbindung mit dem
zahlreichen und qualitativ hochwertigen Angebot an pädagogischen Seminaren und dem
damit verbundenen Seminartourismus sowie dem nahen Sporthotel birgt ebenfalls
Entwicklungspotential. Handlungsbedarf gibt es im Bereich Radverkehr und
umweltfreundliche Mobilitätsformen, dem Stadtbild sowie bei der Attraktivierung vorhandener
Grünräume.

                                                                                           -7-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
1. Struktur der Gemeinde

   1.1. Allgemeines

     Abb.: Lageplan von Hollabrunn

Stadtgemeinde Hollabrunn
Stadtamt Hollabrunn
Gemeindekennziffer: 3 10 22
Adresse: A-2020 Hollabrunn, Hauptplatz 1
Tel. 02952/2102
stadtgemeinde@hollabrunn.gv.at
http:/www.hollabrunn.gv.at

Politischer Bezirk: Hollabrunn
Großgemeinde mit 22 Katastralgemeinden
Bezirkshauptstadt mit 23 Gemeinden
EinwohnerInnen Stadt 7.730 davon 1.198 Nebenwohnsitz (Stand Jänner 2010)
EinwohnerInnen Großgemeinde 13.432 davon 2.268 Nebenwohnsitz (Stand Jänner 2010)

                                                                              -8-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
Katasterfläche: 152,3 km²
Katastralgemeinden: Altenmarkt im Thale, Aspersdorf, Breitenwaida, Dietersdorf, Eggendorf
im Thale, Enzersdorf im Thale, Groß, Hollabrunn, Kleedorf, Kleinkadolz, Kleinstelzendorf,
Kleinstetteldorf, Magersdorf, Mariathal, Oberfellabrunn, Puch, Raschala, Sonnberg,
Suttenbrunn, Weyerburg, Wieselsfeld und Wolfsbrunn.

Lage:
Die Großgemeinde Hollabrunn, im westlichen Weinviertel gelegen, befindet sich zwischen
der tschechischen Stadt Znaim und Wien.
Die nächsten größeren Stadtgemeinden sind neben Wien und Znaim, Stockerau,
Korneuburg, Tulln, Krems, Horn, Laa und Mistelbach. Die Bundeshauptstadt Wien ist mit
dem Auto in einer halben Stunde erreichbar.

Region:
Seit Ende 1999 gehört Hollabrunn der Kleinregion „Land um Hollabrunn“, einem
Zusammenschluss von 6 Gemeinden (Göllersdorf, Grabern, Guntersdorf, Hollabrunn,
Nappersdorf-Kammersdorf und Wullersdorf) im Bezirk Hollabrunn an.
Das Ziel ist die Intensivierung der Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg.
Erreicht werden soll damit eine gemeinsame Identität der Region, eine Stärkung der
regionalen Wirtschaft und die Belebung der Region sowie des Tourismus .
Durch die Mitgliedschaft bei der Leader Region Weinviertel Manhartsberg können von der
Gemeinde Hollabrunn EU Fördermittel lukriert werden. Dazu gehören die
Kellergassenförderung, die Erstellung eines regionalen Energiekonzeptes und die
Entwicklung zu einer Bildungsregion.

   1.2. Geschichte und Ortsbild

1.2.1      Geschichtlicher Überblick

1.2.1.1     Stadt Hollabrunn

Die Stadt Hollabrunn und ihr Umland sind bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt. Diese Zeit
ist als Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten
Tieren und Pflanzen definiert und zwischen 5.500-4.500 Jahren v. Chr einzuordnen.

                                                                                         -9-
Stadterneuerungskonzept Hollabrunn
Das mittelalterliche Hollabrunn

Die erste schriftliche Erwähnung von Hollabrunn erfolgte in einer Schenkungsurkunde des
Jahres 1135, in der Markgraf Diepold III. von Vohburg einem bayrischen Kloster eine
Schenkung von "sieben Grundholden und drei Weingärten" machte.
Die Herrschaft übten damals die Herren von Sonnberg aus, die um 1220 die Pfarre
Hollabrunn gründeten und dem Ort bereits vor 1377 das Marktrecht verliehen. Ab 1288
wurde der Ortsname Oberhollabrunn zur Unterscheidung von Niederhollabrunn verwendet.
Als die Sonnberger im 14. Jahrhundert verarmten, wechselten in der Folgezeit die Herrschaft
sehr oft, bis sie Mitte des 16. Jahrhunderts auf das Geschlecht der Gilleis überging. Ab
etwa 1530 war der Ort eine Poststation an der Route Wien-Prag. Unter Georg von Gilleis
bekam Hollabrunn 1565 das heute noch verwendete Marktwappen, 1574 wurde das
Marktprivileg erneuert.

Kriegswirren und Pest

Eine Zeit der Verwüstung durch Krieg, Krankheit und Feuersbrünste war angebrochen. 1645
verwüsteten die Schweden den Ort. Zwischen 1649 und 1679 wurde die Stadt durch
Pestepidemien stark in Mitleidenschaft gezogen. Zum Gedenken wurde 1681 die Pestsäule
am Hauptplatz errichtet. Das konnte jedoch die neuerlichen Epidemien 1688 und 1713 nicht
verhindern.
Während des Türkenkrieges 1683 schlug Sobieski mit seinen Truppen ein Lager in
Hollabrunn auf.
Wiederkehrende Feuersbrünste vernichten immer wieder Gebäude , 1719 geht fast der
gesamte Markt in Flammen auf.

In der Reformationszeit wurde die Bevölkerung überwiegend protestantisch. 1662
übernahmen die Dietrichsteiner die Herrschaft über den Ort und förderten die
Gegenreformation.
Auch die Reformen Josephs II griffen in das Leben der Stadt ein: 1783 wurde das 1667
gegründete und als philosophisch-theologisch Hauslehranstalt geführte Kapuzinerkloster
wieder aufgehoben.
Während der Franzosenkriege war der Ort 1805 Schauplatz einer Schlacht. Hollabrunn ist
daher auch auf der Inschrift am Arc de Triomphe in Paris erwähnt.
Auch 1809 kam es in der Nähe des Ortes zu Kämpfen zwischen Österreichern und
Franzosen. Die Kriegsereignisse zerstörten das historische Ortsbild von Hollabrunn.

                                                                                       - 10 -
Abb.: historische Aufnahme, Hauptplatz mit Florianibrunnen aus „Blickpunkt 4/1981“

Die Gründerzeit

1824 wurde die Sparkasse gegründet, die damit eine der ältesten Österreichs ist. Durch die
Errichtung des Bezirksgerichtes, sowie durch die Einrichtung einer eigenen
Bezirksverwaltungsbehörde 1850 und die Anbindung an die Süd-Norddeutsche
Verbindungsbahn (1872) gewann die Stadt an Bedeutung. 1875 erhielt der Ort ein
Krankenhaus.
Wesentlich zur Entwicklung der Stadt beigetragen hat die Gründung des Gymnasium 1865
und die Gründung des Erzbischöflichen Seminars 1880.

Dazu ist einiges zu sagen: Nicht wenige der Hollabrunner Gymnasiasten waren
Kinder armer Kleinbauern, die für den Unterhalt ihrer Kinder in der Fremde
gerade noch aufkommen konnten, um das Essen mußten sich die Buben selbst
kümmern. Deshalb lebten diese Studenten vom "Kosttagessen", das heißt, sie mußten
sich umsehen, Woche für Woche, an einem bestimmten Tag in einer anderen
Familie zu Tisch zu sein. Natürlich kamen da die Familien der Hollabrunner
Gymnasiasten in erster Linie in Betracht. In meiner Familie zum Beispiel hatten wir
jeden Mittwoch zwei Kostgänger zu Tisch.
(aus „Blickpunkt“ 4/1981)

                                                                                      - 11 -
Abb. Historische Aufnahme, Kirchenplatz mit Seminar und Straußendenkmal aus „Blickpunkt 4/1981“

1864 wechselten die Herrschaftsverhältnisse nochmals: Hollabrunn kam in den Besitz des
der Grafen Schönborn –Puchheim.

Das 20-te Jahrhundert

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war mit wenigen Ausnahmen von den Ereignissen
rund um die beiden Weltkriege beherrscht. So wurden etwa für Flüchtlinge aus Bukowina
und Gallizien 1916 südl. der Stadt im Bereich der heutigen Gartensiedlung ein
Barackenlager errichtet. In der Suttenbrunner Straße wurde ein Truppenausbildungslager
gebaut. Der Tempel der Israelitischen Kultusgemeinde in der Spitalgasse fällt 1938 dem
Vandalismus zum Opfer. Heute erinnert nur noch der im Süden der Stadt gelegene jüdische
Friedhof an die einstige jüdische Gemeinschaft. Noch 1945 wird Hollabrunn bombadiert und
in der Folge 10 Jahre bis 1955 durch die Russische Arme besetzt. Der letzte Frontverlauf
war bei Enzersdorf im Thale.
Erfreulichere Begebenheiten waren die Gründung der Lehrerbildungsanstalt 1906 und die
Erhebung von Hollabrunn 1908 zur Stadt wegen "seines geregelten Gemeindewesens
und seines bedeutenden Aufschwungs". 1928 erfolgte dann auch die Umbenennung des
Ortsnamens von Oberhollabrunn in Hollabrunn.
1935 gab es in Hollabrunn „für das Viertel unter dem Manhartsberg“ eine Landesausstellung.
Durch die Errichtung weiterer Gebäude mit überregionaler Funktion wie dem Finanzamt,
dem Stadtsaal, der Sporthalle, sowie weiterer Schulen und Lehranstalten (Handelsakademie
und Handelsschule, HTL, Pädagogisches Institut des Bundes, Landwirtschaftliche
Fachschule, Universitärer Lehrgang für Agrarmarketing) wird der Standort Hollabrunn als
Bezirks- und Bildungszentrum weiter gestärkt.

Wie auch in vielen anderen Gemeinden wurden 1972 die 21 umliegenden

                                                                                                  - 12 -
Katastralgemeinden eingemeindet. Die Großgemeinde Hollabrunn entsteht.
Weitere Meilensteine in der Stadtentwicklung sind sicherlich die Eröffnung der B303 der
Hollabrunner Bundesstraße und der Umfahrung des Stadtzentrums in Nord- Süd Richtung.
Damit wurden die Neugestaltung des Hauptplatzes und die Einführung einer Fußgeherzone
in der Sparkassengasse möglich.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hollabrunn

1.2.1.2       Die Katastralgemeinden

Im Laufe der Jahre 1969-1972 wurden im Zuge der Gemeindestrukturreform die Gemeinden
um die Stadt Hollabrunn zusammengelegt.

Altenmarkt im Thale
Ebenso wie die anderen Orte mit Namenszusatz "im Thale" liegt Altenmarkt im Tal des
Kleinen Göllersbaches in dem noch zahlreiche Mühlen erhalten sind. Wie schon der Name
sagt war Altenmarkt in vorgeschichtlicher Zeit ein bedeutender Handelsplatz.

Aspersdorf
Im Mittelalter war Aspersdorf ein Kuenringisches Zentrum. Der Ort ist vor allem durch die
1730 von Johann Lucas von Hildebrandt erbaute Pfarrkirche bekannt. In neuerer Zeit wird
Aspersdorf gern wegen seiner großen und gut geführten Reitställe besucht.

Breitenwaida
Breitenwaida ist mit 833 Einwohnern die größte Katastralgemeinde. Aufgrund der guten
Verkehrsanbindung durch die Schnellbahn und der örtlichen Infrastruktur (Kindergarten,
Volksschule, Supermarkt, Gasthäuser...) dehnt sich Breitenwaida aus.

Dietersdorf
Aus Dietersdorf stammt der Bildhauer und Maler Hermann Haase, der seine Werke in
zahlreichen Ausstellungen präsentiert. Als eines von vielen Projekten kann die Restaurierung
eines zweiflügeligen Tores im Bundeskanzleramt Wien erwähnt werden.

Eggendorf im Thale
Mit 149 Einwohnern ist Eggendorf einer der kleineren Orte, dennoch findet sich hier eine
zweiklassige Volksschule. Das Langhaus des neugotischen Gotteshauses wurde 1899
errichtet, der Turm stammt noch aus der gotischen Zeit. Die Pfarrkirche ist der Hl. Afra
geweiht.

                                                                                           - 13 -
Enzersdorf im Thale
An der Bundesstraße 40 Richtung Ernstbrunn liegt als östlichster Ort des Gemeindegebietes
Enzersdorf mit 287 Einwohnern. Die neugotische Pfarrkirche ist dem Hl. Markus geweiht und
wurde im Jahre 1897 erbaut. Außerdem gibt es einen Kindergarten und ein Gasthaus im Ort.

Groß
Der Ort Groß lag früher weiter nord/östlich als heute. Eine Bildsäule im Wald Richtung Maria
Dreieichen erinnert daran. Die Großer Pfarrkirche St. Veit, ist die älteste der Gemeinde. Sie
wurde schon 1141 erwähnt.

Kleedorf
Kleedorf hat 121 Einwohner und liegt am Fuße des Pankrazberges auf dem sich eine
hochmittelalterliche Hausberganlage befunden hat. Botanischen Besonderheiten laden zu
einem Besuch dieses Berges ein. Die Kapelle des Ortes ist auch dem Hl. Pankraz geweiht.

Kleinkadolz
In Kleinkadolz findet sich ein in der österreichischen Kunstlandschaft einzigartiges Denkmal.
Eine Kupferplatte zeigt den letzten Frontverlauf am 8. Mai 1945. Das Relief wurde 1985 von
Josef Weichselbaum geschaffen. Dazu kamen 1995 ein Gedenkstein und das Friedenskreuz
des Dekanates Hollabrunn.

Kleinstelzendorf
Kleinstelzendorf ist die westlichste und, mit ca. 306 m die höchstgelegenste
Katastralgemeinde. Hier werden seit 1991 privat Wetterdaten aufgezeichnet. Seit August
2005 versieht eine professionelle Wetterstation ihren Dienst.

Kleinstetteldorf
Kleinstetteldorf etablierte sich im Hochmittelalter östlich des Göllersbaches, zwischen den
Mühlen Nr. 32 und Nr. 44, als "Stetteldorf auf der Zeil". Heute hat der Ort 151 Einwohner.

Magersdorf
Magersdorf ist in den letzten Jahrzehnten mit dem Stadtgebiet Hollabrunn
zusammengewachsen. Die prächtige Kapelle stammt aus 1727 und ist vor allem auch durch
eine bemerkenswerte spätgotische Madonnenstatue bekannt.

Mariathal

                                                                                         - 14 -
Der Ortsname Mariathal hat überhaupt keinen Bezug zur Gottesmutter, sondern leitet sich
vom Mittelhochdeutschen "march" = Grenze ab, der Ort wurde also in einem Grenzgraben
begründet. Die Kapelle, 1867 errichtet, beherbergt eine barocke Schnitzgruppe "Anna, Maria
das Lesen lehrend" aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Oberfellabrunn
Auch in Oberfellabrunn gehören eine Pfarrkirche, ein Kindergarten und ein Gasthaus zur
Infrastruktur. Außerdem werden aus den Weinstöcken, die auf den Südhängen der Riede
"Raingrube" gedeihen, Qualitätsweine gekeltert.

Puch
Die südlichste Katastralgemeinde von Hollabrunn ist Puch, berühmt durch die
Kreisgrabenanlage aus dem 5. vorchristlichen Jahrtausend. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel
ist auch der liebevoll betreute Waldlehrpfad.

Raschala
Im Süden schließt Raschala direkt an Hollabrunn an. Der Ort ist durch den "Pinkelstein"
bekannt. Hier soll, der Sage nach, Wolfgang Gottlieb Mozart auf seiner Reise nach Prag
einem menschlichen Bedürfnis nachgekommen sein.

Sonnberg
Schloss Sonnberg wurde 1596 von Wolf Georg von Gilleis aus den Steinen der alten
zerstörten Burg errichtet. Diese stand an der Sonnenseite der sanften Hänge zum
Göllersbach, daher stammt der Name des Ortes. Heute ist Schloss Sonnberg eine moderne
Strafvollzugsanstalt.

Suttenbrunn
Nahe Suttenbrunn fand 1805 eine Schlacht zwischen Napoleons Truppen und den Heeren
der österreichisch/russischen Alliierten statt. Trotz großer Verluste konnten die Franzosen
aufgehalten werden.

Weyerburg
Im 14. Jht. löste Weyerburg als neues Handelszentrum Altenmarkt in dieser Funktion ab. Die
in ihrem mittelalterlichen Kern gut erhaltene barockisierte Schlossanlage ist seit 1711 im
Besitz der reichständischen Familie Schönborn-Buchheim.

Wieselsfeld

                                                                                         - 15 -
Das in seiner Siedlungsstruktur als Dreiecksanger sehr gut erhaltene Dorf Wieselsfeld
zeichnet sich durch das gelungene Ensemble der sehr schön renovierten Kapelle aus 1750
und dem modernen Dorfzentrum aus. Der Schwarzhof südlich der Kleinstetteldorfer
Kellergasse gehört noch zur Katastralgemeinde Wieselsfeld und ist Rest einer
mittelalterlichen Ortschaft.

Wolfsbrunn
Der kleinste Ort, mit 89 Einwohnern, ist Wolfsbrunn. Im Jahr 2007 wurde die Kapelle, die
1852 erbaut wurde, renoviert. An derselben Stelle stand früher eine hölzerne Kapelle die
aber abgebrannt ist. Das Ortsbild von Wolfsbrunn wird durch eine außerordentliche gotische
Lichtsäule am Ortsanfang bestimmt.

(Quelle www.hollabrunn.gv.at)

1.2.2      Baustrukturen und Ortsbild

Der Ort ist ursprünglich als Straßendorf in Nord-Süd-Richtung am Handelsweg Wien-Znaim
entstanden. Er bestand aus 2 Siedlungen, deren Strukturen noch heute im Stadtplan
erkennbar sind: dem nördlichen Wilolfisdorf mit Dreieckksanger (heutiger Lothringer Platz)
und dem südlichen Oberhollabrunn, einer Kirchensiedlung um einen spätmittelalterlich
angelegten rechteckigen Platz dem heutigen Hauptplatz. Die beiden Siedlungsteile wuchsen
zusammen. Mit dem Bau der N-W Bahn fand eine Erweiterung der Siedlung nach Westen
zum Bahnhof, später auch nach Osten statt
Im Süden wurde ab den 50er Jahren des 20Jh. die Siedlung „Gartenstadt“ angelegt.
Heute zerschneidet die Bahntrasse Hollabrunn in einen schmalen westlichen Teil und einen
breiten östlichen Teil. Eine Unterführung der Bahn gibt es nicht.

Der Hauptplatz ist Nord-Süd gerichtet an den Ecken gehen rechtwinkelig
Verbindungsstraßen nach Osten und Westen. Der Platz wird heute etwa zur Hälfte als
Parkplatz genutzt. Die zweite Hälfte rund um die Pestsäule ist Fußgängerzone. Neben der
Pestsäule befindet sich der Florianibrunnen mit einer gusseisernen Statue des heiligen
Florian der auf eine Spende der Sparkasse zurückzuführen ist und an die vielen
Feuersbrünste die Hollabrunn immer wieder zerstört haben erinnern soll. Diese Gestaltung
wurde 1994 vorgenommen und war durch die Umfahrung von Hollabrunn durch die B303
möglich geworden.
Einen weiterer Florianibrunnen steht am Lothringerplatz. Sein Sockel ist die Statue des
alten Prangers.
Die Stadtpfarrkirche liegt südöstlich des Hauptplatzes etwas erhöht und ist dem heiligen

                                                                                         - 16 -
Ulrich geweiht. In ihren Ursprüngen geht sie auf einen romanischen Bau zurück, wurde aber
1336 zerstört, im gotischen Stil wieder aufgebaut und im 17. Jahrhundert barockisiert. Um
die Pfarrkirche befand sich ein Friedhof der 1784 aufgelöst wurde.
Das heutige Stadtbild wird durch die Gründerzeitliche Bausubstanz geprägt. Ein bis
zweigeschossige Verbauung aus dem 19Jh. mit streng- und späthistorischem sowie
secessionistischem Putzdekor sind z.B. zu finden am Haupt- sowie am Kolisko und am
Kirchplatz und den folgenden Straßenzügen zu finden: Amtsgasse, Bahnstraße, ,
Pfarrgasse, Reucklstraße, Sparkassenstraße, Meixnergasse, Neugasse, Theodor
Körnergasse, Hoysgasse Dr. Winiwarterstraße, BAbogasse, Elsa Brandströmgasse.

Die Alte Hofmühle war ursprünglich der Sitz der Herren von Oberhollabrunn und wurde
später als Mühle verwendet. Im Hof wurde ein barocker Bildstock aus dem 17. Jahrhundert
aus Maria Roggendorf aufgestellt. Heute dient die Alte Hofmühle als Stadtmuseum sowie als
Veranstaltungsort.

In der Gartenstadt wurde in den 70er Jahren eine Filialkirche errichtet, mit Beiträgen von
namhaften Künstler wie Franz Deéd und Hermann Bauch.
Erwähnenswert sind auch die 1972 von Architekt Ottokar Uhl mit Partizipation der Bewohner
geplanten Reihenhäuser an der Bachpromenade.

Kellergassen
Im nordwestlichen Stadtgebiet befindet sich der Kellerbezirk, bestehend aus 3 Kellergassen
der Sitzendorfer Kellergasse, der Gerichtsbergkellergasse und der Satzer Kellergasse.

Foto: Eigene Quelle, Sitzendorfer Kellergasse

Diese führen gesäumt von maximal zweigeschossigen Kellergebäuden und Presshäusern
mehr oder weniger parallel im Westen des Stadtgebietes bergauf.

                                                                                        - 17 -
Die mehrere Kilometer langen Straßenzüge werden durch die Umfahrungsstraße nach
Norden teilweise abgeschnitten, bzw. die Umfahrungsstraße wird durch zwei Brücken
überwunden. Insgesamt gibt es ca. 350 Keller und 72 Vorkappel (wurden nur zum Gären und
Lagern verwendet).
Die meisten Keller sind nicht mehr im Besitz von Weinbauern. Dennoch sind die Keller nicht
dem Verfall preisgegeben, sondern werden wenn überhaupt zu hohen Preisen gehandelt.

Gerichtsbergkellergasse
Ihr Name leitet sich von den früher abgehaltenen Gerichtsverhandlungen ab. Heute schenkt
um die große „Baumhalle“ am Gerichtsbergkellerplatz´l ein Heuriger aus und lädt zum
Verweilen ein. Bei Kellergassenführungen kann man mehr über die Kellerwirtschaft und
deren Bauten erfahren. Seit 2004 gibt es zu Ostern den Emausgang bei dem sich die
Kellergassenbesitzer gegenseitig besuchen, der Pfarrer den Segen spendet und
Kleinigkeiten zum Essen angeboten werden.

Die Sitzendorfer Kellergasse beginnt unmittelbar hinter dem Sport- und Seminarhotel.
Derzeit wird ein Nutzungskonzept ausgearbeitet. Weinproduktion und Weinlagerung findet
nur mehr vereinzelt statt, die vorherrschende Nutzung liegt in geselligen Zusammenkünften.
Auch Gäste des Sport und Seminarhotels entdecken das Ensemble bei Spaziergängen. Der
Kleindreieichen Wanderweg führt ebenfalls durch die Kellergasse.
Ziel ist die Kellergasse als Träger der regionalen Identität, Geschichte und Kultur zu erhalten
und verstärkt als Naherholungsraum für die HollabrunnerInnen zu attraktivieren und für
Gäste erlebbar zu machen.
Für die Renovierung einzelner Keller stehen die Leader Förderungsmittel zu Verfügung.
Teilweise sind hier noch der alte Straßenbelag aus Schattauer Pflaster und malerische
Platzerln wie der Zehetplatz zu finden.
(Quelle: Breindl, Revitalisierungskonzept Sitzendorfer Kellergasse)

Satzer Kellergasse
Ist wohl die Gasse in der sich die wenigsten Keller befinden. Im unteren Bereich trifft man auf
einen malerisch verwachsenen Hohlweg.

Infos und Anregungen zu Kellergassen aus den Arbeitskreissitzungen:
   •   Radwegführung durch Kellergasse
   •   Beschilderung der Kellergasse
   •   Herstellung einer Verbindung zwischen den Kellergassen und dem Hauptplatz
   •   Info auf Homepage

                                                                                         - 18 -
•   Skulpturenweg in Kellergasse
    •   Konzert zu Fronleichnam in der Kellergasse

Quelle: Revitalisierungskonzept Sitzendorfer Kellergasse

    1.3. Landschaft und Naturraum

1.3.1       Topografie, Boden und Klima

Hollabrunn ist in der Talsenke des Göllersbaches gelegen. Das Gemeindegebiet hat eine
Ausdehnung von 152,3 km². Im Hügelland des Weinviertels wechseln sich Weinbauflächen,
intensive Landwirtschaft und Waldflächen ab. Geologisch gehört Hollabrunn der
Molassezone aus dem Jungtertiär an.
Vor 10 Millionen Jahren, verlief die Urdonau weit nördlicher als heute und mündete in einem
großen Deltasystem im Bereich zwischen Hollabrunn und Mistelbach in das Wiener Becken.
Heute liegen zahlreiche Schottergruben in dem Gebiet.
Sie werden oft von fruchtbaren Lößsedimenten, äolische (durch den Wind) abgetragene
Sedimente aus der Eiszeit bedeckt. Das ist eine ideale Grundlage für den Weinbau und den
Bau der charakteristischen Weinkeller.
Ebenfalls fruchtbar sind die Parabraunerden und Tschernoseme die sich über den Schottern
gebildet haben. Die Seehöhe beträgt 236 m. Klimatisch ist die Region dem pannonischen
Klima mit heißen Sommern und trockenen Wintern zuzurechnen. Die Jahresmitteltemperatur

                                                                                      - 19 -
liegt bei 8 und 9 Grad Celsius, die mittleren Jahressummen der Niederschläge sind mit 500
mm gering.

1.3.2      Gewässer und Feuchtflächen

Das Gemeindegebiet breitet sich entlang des Gmossbaches (Norden), Runzenbach
(Westen) und Göllersbaches aus. Der Göllersbach entspringt bei Ernstbrunn durchfließt die
Stadt Hollabrunn und mündet bei Stockerau in einen Donaualtarm.

Foto: Eigene Quelle, Göllersbach

Der Bach führt sehr wenig Wasser wie die meisten Flüsse des Weinviertels. Auf Grund der
Bachregulierungen weist der Bach großteils keine gewässerbegleitende Vegetation auf. Die
Gewässergüte des Göllersbaches weist die Klasse III/stark verschmutzt auf.
Dennoch wäre es wünschenswert wenn es entlang des Göllersbaches eine durchgehende
Radwegverbindung als sog. „Grüne Achse“ geben würde.
Eine Uferbepflanzung des Göllersbaches und die Anlage eines begleitenden Fuß- und
Radweges wurde auch im Grünraumkonzept 2008 empfohlen.
Am südl. Ende der Stadt soll der Göllersbach ein Feuchtgebiet sog. sauren Wiesen
durchflossen haben, auf denen man im Winter Schlittschuhlaufen (Schraubendampfer
fahren) konnte.
Die Festlegung als „Natura 2000 –Gebiete“ in Niederösterreich betrifft Hollabrunn nicht
direkt.

1.3.3      Wald- und Naturraumausstattung

Waldausstattung

Die Stadtgemeinde grenzt im Osten an den Ernstbrunner Wald.

                                                                                          - 20 -
Er ist das größte zusammenhängende Eichenmischwaldgebiet Österreichs und gilt als die
grüne Lunge des Weinviertels. 32,07km2 des Gemeindegebietes sind bewaldet.
Der größte Teil des Geländes befindet sich im Besitz der Johann -Philipp Stiftung und wird
von der Familie Schönborn Buchheim verwaltet. Der westlichste Teil des Waldes – auch
Kirchenwald genannt befindet sich im Gemeindebesitz.
Wandern ist im Waldgebiet erlaubt, Radfahren jedoch nur auf den offiziell dafür
ausgezeichneten Wegen.
Die Jagdwirtschaft wird als Genossenschafts- und Eigenjagd von Schönborn Buchheim
betrieben.

   1.4. Bevölkerung

Einwohnerzahlen Stadtgemeinde Hollabrunn

                            Ortschaft              Hauptwohnsitz      Nebenwohnsitz

             Altenmarkt im Thale                         144                15

             Aspersdorf                                  401                49

             Breitenwaida                                761                136

             Dietersdorf                                 180                32

             Eggendorf im Thale                          143                22

             Enzersdorf im Thale                         184                55

             Groß                                        114                30

             Hollabrunn                                 6833               1272

             Kleedorf                                    93                 15

             Kleinkadolz                                 128                28

             Kleinstelzendorf                            87                 14

             Kleinstetteldorf                            138                16

             Magersdorf                                  449                88

             Mariathal                                   98                 25

             Oberfellabrunn                              297                60

             Puch                                        98                 38

                                                                                       - 21 -
Ortschaft                    Hauptwohnsitz       Nebenwohnsitz

              Raschala                                            309                  54

              Sonnberg                                            585                  173

              Suttenbrunn                                         196                  11

              Weyerburg                                           111                  16

              Wieselsfeld                                         115                  111

              Wolfsbrunn                                          66                   15

Bevölkerungsentwicklung

Abb: Veränderung der Bevölkerungsanzahl 1991- 2001 nach Bezirken aus: Kaufstrom- und
Einzelhandelsstrukturuntersuchung in Niederösterreich CIMA 2006

In der Stadtgemeinde Hollabrunn zählt man aktuell 7.730 EinwohnerInnen, 1.198 davon
sind NebenwohnsitzerInnen. Seit 1869 hat sich laut dem Index der Bevölkerungsentwicklung
die Wohnbevölkerung in der Großgemeinde um 30% erhöht, während die Anzahl der
Bevölkerung im Bezirk um ca. 30 % geschrumpft ist. Von 2001 bis 2009 stieg die
Bevölkerung um 363 Personen, das sind 6%. In den Jahren 1991-97 lag der Anstieg bei
6,6% (österreichweit Zunahme um 3%).
Allerdings weisen außer der KG Hollabrunn nur noch die Katastralgemeinden Breitenweida
und Raschala eine positive Bevölkerungsentwicklung auf. Bis 2015 wird für den Bezirk
Hollabrunn noch eine weitere Zunahme um 750 EW prognostiziert.

                                                                                              - 22 -
Der Bevölkerungsanstieg ist auf eine positive Wanderungsbilanz zurückzuführen. So
zogen etwa 2008 633 Personen nach Hollabrunn aber nur 554 Personen aus Hollabrunn
weg. Das ergibt eine positive Wanderungsbilanz von 79 Personen. Ein Hauptgrund dafür ist
die gute verkehrsmäßige Verbindung zur Landeshauptstadt Wien.
Die Geburtenbilanz im Jahr 2008 ist negativ.

Abb: Bevölkerungszahl nach Bezirken 2001 aus: Kaufstrom- und Einzelhandelsstrukturuntersuchung in
Niederösterreich CIMA 2006

Derzeit gibt es in der Gemeinde Hollabrunn ca. 4.800 Haushalte, wobei mehr als die Hälfte
dieser Haushalte Ein- oder Zweipersonenhaushalte sind.

Signifikant ist die Entwicklung der Ausbildung der Bevölkerung in allen Bereichen von 1999-
2001. In dem Bereich hochschulverwandte Ausbildung haben sich die Absolventen
verdoppelt (derzeit 1,7%) . Allerdings haben im Bezirk Hollabrunn 48,2% der
Wohnbevölkerung über 15 Jahre ausschließlich eine Pflichtschul- und keine weitere
Ausbildung (nö-weit 42,3%)

96 % der BewohnerInnen haben die österreichische Staatsbürgerschaft. Der Anteil der
MigrantInnen setzt sich aus unterschiedlichen Nationalitäten zusammen. Insgesamt befinden
sich 65 Nationalitäten in der Großgemeinde.
Den größten Anteil stellen Personen aus Ex-Jugoslawien (468) dar, wovon wieder die größte
Anzahl (250 Personen) aus Mazedonien und 40 aus Bosnien Herzegowina stammen.
An zweiter Stelle stehen Personen aus Deutschland (87) an dritter Stelle Personen aus
Tschechien (71). An migrantischen Einrichtungen gibt es ein privat organisiertes Gebetshaus

                                                                                                    - 23 -
für Muslime und eine interkulturelle Mitarbeiterin serbischer Muttersprache in den
Kindergärten. Die Sprachschule Hollabrunn ist durch den Österreichischen Integrationsfonds
zur Abhaltung von Deutsch - Integrationskursen mit abschließendem Zertifikat berechtigt.

   1.5. Raumplanung und Siedlungsentwicklung

Die Stadt Hollabrunn ist verkehrsmäßig sehr gut erschlossen und weist eine Reihe
überregionaler Einrichtungen auf. Das nö Zentrale-Orte-Raumordnungsprogramm legt für
Hollabrunn die Stufe IV fest, d.h. Hollabrunn soll mit seinen Einrichtungen neben der
örtlichen Bevölkerung auch die Bevölkerung der Umlandgemeinden versorgen.
Die wichtigsten zentralörtlichen Funktionen in Hollabrunn sind:
   ¾ Ämter und Schulen (NÖ Straßenbauabteilung, Arbeitsmarktservice,
         Wirtschaftskammer, Vermessungsamt, Bezirksbauernkammer, Bezirksgericht,
         Bezirkshauptmannschaft, Finanzamt, Kammer f. Arbeiter und Angestellte, NÖ
         Gebietskrankenkasse,
   ¾ Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegebereichs (Landesklinikum Weinviertel,
         Landespensionisten und Pflegeheim, praktische Ärzte und Fachärzte)
   ¾ Einrichtungen des Handels – und Dienstleistungsangebotes
   ¾ Messezentrum

Die Nutzung der Fläche teilt sich folgendermaßen auf:

Landwirtschaftlich genutzt          75,52 % KG-Fläche
Waldanteil                          4,84 % KG-Fläche relativ gering
Gärten                              4,40 % KG Fläche
Bauflächen                          4,38 % KG-Fläche
Weingärten                          2,68% KG-Fläche
Gewässer                            1,23% KG-Fläche

Ca. 88 % KG-Fläche kann als Freifläche genutzt werden. Dies ist besonders für das
Stadtklima und den Erholungsraum für die Bevölkerung wichtig.

Mit dem Anstieg der Bevölkerungzahl ging ein mäßiges Siedlungswachstum einher.
Die meisten Gebäude wurden in offener Bebauungsweise auf Einzelparzellen gebaut und
beherbergen 1-2 Wohnungen (Bebauungsdichte 30-40%). Im Stadtkern selbst beträgt die
Bebauungsdichte 70-100%. Es gibt Bestrebungen neue Siedlungsgebiete in geschlossener
Bauweise zu errichten.

                                                                                        - 24 -
Anzahl         Prozent
Wohngebäude mit 1 oder 2 Wohnungen                        3.442          77,6
Wohngebäude mit 3 oder mehr Wohnungen                     153            3,4
Wohngebäude von Gemeinschaften                            5              0,1
Hotel oder ähnliche Gebäude                               22             0,5
Bürogebäude                                               80             1,8
Gebäude des Groß- oder Einzelhandels                      123            2,8
Gebäude des Verkehrs- oder Nachrichtenwesens              5              0,1
Werkstätte, Industrie- oder Lagerhalle                    136            3,1
(in Ausarbeitung Örtliches Entwicklungskonzept, Maurer, 2008)

Die Gesamtzahl der Gebäude wuchs in den Jahren 1991 bis 2001 von 4.145 auf 4.437.
Das ist ein Anstieg um 7,04%. 2001 gab es 3.886 Häuser.
Die durchschnittliche Wohnfläche beträgt 43,4m2 pro EinwohnerIn.
1% der Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Anzahl der Wohnungen stieg im gleichen Zeitraum von 4.686 auf 5.031.
Rund 43% aller Gebäude stammen noch aus der Zeit vor 1944. 30% des heutigen
Gebäudebestandes wurde von 1945 bis 1980 gebaut, 20% aller Gebäude entstanden 1981
und später. Bei 6% ist das Alter nicht nachvollziehbar.

Die Qualität des Wohnraumes verbessert sich kontinuierlich. Gab es 1991 61%
Wohnungen der Kategorie A d.h. mit Etagenheizung und Bad stieg die Anzahl 2001 auf 84%.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis pro Monat für eine Wohnung beträgt 4,75 €.
Der Preis für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung beträgt 980,- € /m2.
72,4% der Bewohner leben in Eigenheimen, 16,4% in gemieteten Objekten (Quelle: Statistik
Austria).
Die Baulandpreise für Wohngebiet in Hollabrunn liegen derzeit bei 100,- €/m2 und 150,-
€/m2. Die Preise landwirtschaftliche Flächen liegen bei 2-10,- €/m2 je nach Bonitätsklasse,
Waldflächen werden mit 0, 50,- €/m2 gehandelt.
Derzeit sind etwa 150 ha als Wohnbauland gewidmet, 30ha sind davon aber noch unbebaut.
Eine Verdichtung und Nutzung des vorhandenen Potentials wird im örtlichen
Entwicklungskonzept empfohlen. Um in Zukunft das Bauland leichter mobilisieren zu können
sollte bei Neuwidmungen auf die Vertragsraumordnung zurückgegriffen werden.
Stadterweiterungsgebiete (mit Gestaltung eines Subzentrums) sind zwischen der Siedlung

                                                                                       - 25 -
an der Aspersdorfer Straße und der Reisinger Siedlung (derzeit noch als Betriebsgebiet
gewidmet). Weitere potentielle Entwicklungsgebiete sind u.a. das Gebiet zwischen Friedhof
und Kapuzinerstraße bzw. die nach Süden orientierte Hanglage nördlich der Hauptstraße in
Raschala. Die Umsetzbarkeit und Verfügbarkeit ist laut örtlichem Entwicklungskonzept noch
zu prüfen.

Zahlreiche kleinflächige Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sind in der
Innenstadt rund um den Hauptplatz, die Sparkassengasse, die Pfarrgasse, die
Bahnhofstraße und den Eugen Markusplatz gelagert.

Die Gewerbegebiete befinden sich schwerpunktmäßig im Norden der Stadt. Als Bauland
Betriebsgebiet sind derzeit insgesamt 50,54ha gewidmet, wobei 40,95ha bereits verbaut
sind. Es handelt sich dabei um teilweise wenig attraktive Flächen bzw.
Erweiterungsmöglichkeiten vorhandener Betriebe.
Um das Angebot an Arbeitsplätzen für die Beschäftigten der Region zu verbessern ist
geplant ein neues Betriebsgebiet in der Größe von 15ha mit eventueller
Erweiterungsmöglichkeit vorzusehen. Als idealer Standort laut sich
Betriebsgebietsentwicklungsleitbild erweist das Gebiet zwischen Znaimer Straße und
Aspersdorfer Straße. Eine großräumige funktionelle Trennung zwischen Betriebsgebiet und
Wohnbauland sowie eine übergeordnete Verkehrsanbindung (B303 und Schiene) sind hier
gewährleistet. Eine leistungsfähige Verbindung zur B303, durch den Bau einer Nord-Ost
Spange oder zumindest einer Brücke über den Göllersbach in Verlängerung zur
Resselgasse ist wesentlich.
Das Gebiet wird derzeit landwirtschaftlich genutzt. Für die Entwicklung des
Wirtschaftsgebiets ist die Gewerbe und Handelspark Hollabrunn Errichtungsgesellschaft
mbH zuständig.

Seit dem Jahr 2006 ermöglicht die Gründung der KommReal Hollabrunn GmbH. der
Gemeinde Liegenschaftsverwaltung und -verwertung.
Auf der Homepage der Stadtgemeinde gelangt man zu Komsis, einem kommunalen
Standortinformationssystem zur leichteren Auffindbarkeit von Immobilien.

Brownfields                                          size in sqm

Betriebsgebiet (bereits gewidmet, aber unbebaut)         229.800

Betriebsgebiet (lt. Entwicklungskonzept)                 238.000

                                                                                      - 26 -
Wohngebiet (bereits gewidmet, aber unbebaut)          299.300

Wohngebiet (lt. Entwicklungskonzept)                  671.300

Wohngebiet (lt. Entwicklungskonzept)                  109.600

(Quelle: Fact sheet and profile of Hollabrunn)

Nur wenige Flächen befinden sich im Besitz der Stadtgemeinde. Große Flächen sind im
Besitz des Grafen Schönborn und der Kirche.

Neben der Ausweitung der Gewerbe und Industriegebiete ist eine Erweiterung der
innerstädtischen Einkaufsmöglichkeiten geplant.

Für folgende Gründe gibt es Investoren:
¾ Stenzel Haus, Sparkassegasse rund 7.000- 8.000m2
¾ Amtsgasse/Sparkassengasse 1750m2
¾ Mühlenring 3.250m2

Derzeit ist das Verhältnis der Verkaufsflächen im Fachmarktzentrum EuroCenter (16.000-
17.000m2) an der Peripherie und den Flächen der Innenstadt (17.000m2) ziemlich
ausgeglichen.

Foto: Eigene Quelle, Eurocenter

                                                                                   - 27 -
Die Stadtgemeinde betreibt eine hauseigene Werbeagentur (HVM- Werbung) um für
Veranstaltungen im Stadtsaal und in der Sporthalle auch die dazugehörige Werbung
abwickeln zu können.

Eine Ausweisung der Zentrumszonen und Gebieten für Handelszonen hat für die Stadt
Hollabrunn stattgefunden. Die Zentrumszone ist auf der untenstehenden Abbildung
gestrichelt gekennzeichnet. Die Handelszonen wurden im Wesentlichen auf bestehende
Geschäftszonen beschränkt. Eine weitere Ausweisung von Gebieten mit Handelszonen kann
künftig nur innerhalb der festgelegten Zentrumszone per Umwidmungen erfolgen. Die
Zentrumszone umfasst eine Fläche von 92,62ha brutto.

                                                                                    - 28 -
Quelle: Architekturbüro Maurer, Zentrumszone

Das Raumordnungsprogramm stammt aus dem Jahr 2009. Ein Bebauungsplan ist
vorhanden.

Grünraum
Die Grünflächen der Stadt lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

                                                                           - 29 -
1) Sportanlagen (Die Nutzung ist den Schulen vorbehalten, Vereine, frei zugänglich )
2) Parkanlagen
   •   Am Platzl Gerichtsbergkellergasse
   •   Gschmeidlergasse
   •   Gerichtsberggasse
   •   Robert Löffler –Straße / derzeit nicht öffentlich zugänglich
   •   Mühlenring
   •   Dr. Koliskopark
   •   Friedhofstraße
   •   Tannenweg/Buchenweg
   •   Romanofskygasse

Verbesserungspotential
           ¾ Möblierung
           ¾ Betätigungsmöglichkeiten (z.B. Bewegungsgeräte, Spielmöglichkeiten
           ¾ Bepflanzung (Blühaspekt)
           ¾ Gestaltungselemente (Wasser)
3) Spielplätze (siehe Soziale Infrastruktur)
4) Friedhöfe
5) Straßenbegleitgrün
Grünelemente sind in einigen alten Siedlungsgebieten vereinzelt vorhanden. Auch bei
Anlage neuer Siedlungsstraßen wurden sie vorgesehen. Es ist wichtig die Lücken zwischen
den einzelnen Naherholungsgebieten zu schließen um Grünverbindungen innerhalb des
Stadtgebietes (z.B. Gartenstadt, westlich der Bahntrasse) herzustellen. Zur Durchlüftung des
Siedlungsgebietes wird eine Sicherstellung einer Grünverbindung im Bereich des Friedhofes
bis ins Stadtzentrum empfohlen.
Im örtlichen Entwicklungskonzept wird generell eine gute Durchgrünung des Stadtgebietes
im Einfamilienhausbereich festgestellt, insgesamt fehlen jedoch laut Bedarfsberechnung
0,36ha Spielplätze und 1,36ha Parkanlagen. Für die Deckung des Bedarfs mit entsprechend
räumlichem Bezug würde sich die Ausstattung des Dr. Kolisko Park und die Parkfläche in
der Friedhofstraße anbieten.
Ebenfalls empfohlen wird die Gestaltung des Brunnenschutzgebietes bei der Steinfeldgasse
in ein stadtnahes Erholungsgebiet.
(Quelle: Grünraumkonzept)

Städtebauliche Empfehlungen laut Betriebsgebietsentwicklungsleitbild (2007/2008):
Der Bereich zwischen Göllersbach und Bahntrasse ist der Nutzung als Freizeit- und

                                                                                       - 30 -
Erholungsareal vorbehalten. Ziel ist die Schaffung eines zeitgemäßen Freizeitareals. Eine
teilweise Durchmischung mit einer Wohnnutzung wird angestrebt ist aber immer unter der
Bedachtnahme von Nutzungskonflikten zu sehen. Das Gebiet zwischen Bahntrasse und
Umfahrung wird für Wohnen und Bildung genutzt. Dieser städtische Campus soll durch
gezielte Maßnahmen für die einzelnen Nutzergruppen attraktiviert werden. Dies beinhaltet
sowohl die soziale als auch gesellschaftliche Infrastruktur als auch die Erreichbarkeit wie
etwa durch die Schaffung von attraktiven Fuß- und Radwegen.

Hollabrunn nimmt an dem ETZ Projekt Euregio city.net Projekt zur Entwicklung eines
Städtenetzwerkes Weinviertel – Südmähren teil. Ziel ist Interessensgemeinschaften
innerhalb und über die Grenzen hinweg zu bilden und wichtige Themen der
Regionalentwicklung wie Stadtentwicklung, Kultur und Generationen grenzüberschreitend in
Angriff zu nehmen.
Eine erste Analyse der Städte ergab dass Hollabrunn in 3 der 5 bedeutenden
Entwicklungsbereiche im Projektgebiet Stärken aufzuweisen hat:
Generationen und Soziales
Zukunftstechnologien
Gesundheit

Bei Natur und Landschaft wird der Stadt Hollabrunn nur geringes Potential ausgewiesen, bei
Tourismus, Wein, Kultur und historisches Erbe mittleres Potential.

                                                                                         - 31 -
Quelle: EUREGIO city.net, Weinviertel Management

   1.6. Wirtschaft

1.6.1        Allgemeines

2009 hatten 611 Betriebe ihren Standort in der Großgemeinde Hollabrunn, 1999 waren es
vergleichsweise nur 457 (Steigerung um 33,7%). Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich
allerdings von 1995 auf 2003 von 5.273 auf 4.649 (Reduzierung um 13,4%). Im Gegenzug
stieg die Anzahl der Erwerbstätigen am Arbeitsort von 1991 auf 2001 von 4.912 auf 5.558
Personen. Die Arbeitsplätze wurden gänzlich am Tertiären Sektor geschaffen, der primäre
und sekundäre Sektor sind im Abnehmen begriffen. Insgesamt werden mehr als zwei Drittel
aller Arbeitsplätze dem Tertiären Sektor zugeordnet. Wie auch aus den unten stehenden
Zahlen ersichtlich setzt sich der Aufwärtstrend fort.

                                                                     S p a r t e n
                                                                                                 Touris
                                      Gewerbe                                         Transport mus u.
                 Veränd                    u.                                Bank +          u. Freizeit   Information u.
 insgesamt          .         +/-    Handwerk   Industrie   Handel     Versicherung     Verkehr      w.       Consultung

2009      1999    in %    Vorjahr
  611      457    +33,7       +7          255         11      264               10          27       97               91

Aktive Betriebsstandorte nach Sektionen

2008                                Absolut                      %
        Handel                                    288
        Gewerbe und
                                                  262
        Handwerk
        Tourismus und
                                                  111
        Freizeitwirschaft
        Information und
                                                  110                 +72%
        Consulting

Quelle: Fact sheet and profile of Hollabrunn

                                                                                                                - 32 -
Quelle: Statistik Austria Probezählung 2006

Die größten Betriebe sind das Krankenhaus mit 450 Beschäftigten, die Nahrungs- und
Genussmittelproduktion (Frisch & Frost) mit 150 Beschäftigten und das Unterrichtswesen.
Im örtlichen Entwicklungskonzept wird die Anbindung der neuen Siedlungsgebiete an das
Zentrum mit Fuß- und Radverbindungen empfohlen.

Quelle: Eigenes Foto, Erdäpfelkisten von Frisch und Frost

Der Bezirk Hollabrunn liegt im Einzugsbereich von Wien, wird aber auch vom südmährischen

                                                                                     - 33 -
Wirtschaftsraum beeinflusst. Die Orientierung der Verkehrs-, Pendler-, und Warenströme
erfolgt jedoch noch immer nach Wien.
In der Potentialanalyse Hollabrunn wird empfohlen diese Hauptausrichtung umzupolen und
die bisher einseitig ausgeprägten Ströme auch nach Znaim bzw. Brünn zu lenken.

1.6.2      Handel und Gewerbe

Bei Gütern und Dienstleistungen der Nahversorgung und auch bei sonstigen Güter- und
Dienstleistungen für den mittel- bis längerfristigen Bedarf nimmt die Bezirkshauptsstadt eine
dominierende Stellung ein. In den umliegenden Katastralgemeinden und Gemeinden
existieren teilweise keine Geschäfte mehr. Die Versorgung haben dort „fahrende Anbieter“
aus der Region und Direktvermarkter übernommen.

Meilensteine in den letzten Jahren waren

   ¾ Gründung des Einkaufszentrums Eurocenter (2000)
   ¾ Eröffnung des Regionalen Innovationszentrums (RIZ) (2001)
   ¾ Der Bau des Ringo Siemens Call Center (2001)

Im Rahmen der KANO Studie 2006 wurden 128 Einzelhandelsbetriebe in der Stadt
Hollabrunn registriert. Im historisch gewachsenen Stadtzentrum, befinden sich in erster Linie
kleinstrukturierte, eher spezialisierte Handelsbetriebe. Großflächige Betriebe findet man nur
im Bekleidungssektor. Vor einigen Jahren wurde der gesamte Zentrumsbereich (Begrünung,
Straßenmöblierung, Fassadengestaltung) umgestaltet und attraktiviert.

Als innerstädtische 1 A-Einkaufslage werden der Hauptplatz und die Sparkassengasse
ausgewiesen.

Als innerstädtische 1B-Lage Pfarrgasse, Bahnstraße, Eugen Markusplatz, Amtsgasse,
Badhausgasse, Brunnthalgasse, Ernest Brosiggasse, Lothringer Platz, teilweise Mühlgasse,
Rapfstraße, Schulgasse,

Das restliche Stadt- und Gemeindegebiet wird als Streulage definiert.

Das Eurocenter, Aumühlgasse, Ausstellungsstraße, Christopherusstraße, Gewerberind,
Kaplanstraße werden zur Peripheren Einkaufslage gerechnet.

Die Innenstadt von Hollabrunn ist dicht bebaut. Unbebaute Liegenschaften gibt es kaum. Ein
Entwicklungspotential liegt daher hauptsächlich in einer Änderung der Nutzung der bebauten

                                                                                        - 34 -
Sie können auch lesen