Umwelterklärung Evangelische Kirchengemeinden Wolfach und Kirnbach 26. März 2018 - Evangelische ...

 
Umwelterklärung Evangelische Kirchengemeinden Wolfach und Kirnbach 26. März 2018 - Evangelische ...
Umwelterklärung
Evangelische Kirchengemeinden Wolfach und Kirnbach

                  26. März 2018

                                                29.03.2018
Umwelterklärung Evangelische Kirchengemeinden Wolfach und Kirnbach 26. März 2018 - Evangelische ...
Inhaltsverzeichnis
1. Grußworte ....................................................................................................... 1
  1.1.     Pfarrer...................................................................................................................................... 1
  1.2.     Kirchengemeinderat Kirnbach ................................................................................................. 2
  1.3.     Kirchengemeinderat Wolfach.................................................................................................. 3

2. Die Kirchengemeinden stellen sich vor ........................................................... 4
  2.1.     Kirnbach................................................................................................................................... 5
  2.2.     Wolfach ................................................................................................................................... 5

3. Das Umweltteam ............................................................................................. 6
4. Umweltleitlinien der Kirchengemeinden......................................................... 9
5. Kirnbach ......................................................................................................... 11
  5.1.     Gebäudesituation .................................................................................................................. 11
  5.2.     Auftaktveranstaltung............................................................................................................. 12
  5.3.     Bestandsaufnahme ................................................................................................................ 14
     5.3.1.       Umweltkennzahlen 2011 – 2017 ................................................................................... 14
     Kernindikatoren nach EMAS III 2013-2017 ................................................................................... 19
  5.4.     Bewertung der direkten und indirekten Umweltaspekte ..................................................... 21
  5.5.     Umweltprogramm 2018-2021 ............................................................................................... 24

6. Wolfach ......................................................................................................... 25
  6.1.     Gebäudesituation .................................................................................................................. 25
  6.2.     Auftaktveranstaltung............................................................................................................. 26
  6.3.     Bestandsaufnahme ................................................................................................................ 28
     6.3.1.       Umweltkennzahlen 2013-2017 ..................................................................................... 28
     6.3.2.       Kernindikatoren nach EMAS III für 2013-2017 .............................................................. 34
  6.4.     Bewertung der direkten und indirekten Umweltaspekte ..................................................... 36
  6.5.     Umweltprogramm 2018-2021 ............................................................................................... 37

7. Gültigkeitserklärung ...................................................................................... 38
Literaturverzeichnis .............................................................................................. 41
8. Impressum ..................................................................................................... 42

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1. Grußworte

    1.1. Pfarrer
Liebe Leserin, lieber Leser, Sie haben das Zeugnis dafür in der Hand, dass die Kirchengemeinde
Kirnbach und die Kirchengemeinde Wolfach - Oberwolfach - Schapbach - Bad Rippoldsau sich
systematisch und zielgerichtet mit dem Thema Umweltschutz beschäftigen.

Am 22.April 2001 haben die höchsten Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchen in
Europa die "Charta Oecumenica" unterschrieben und damit für unsere Kirchen verbindlich gemacht.
Dort heißt es (Artikel 9):

"Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung,
den Wert und die Schönheit der Natur. Aber wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne
Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl
zukünftiger Generationen ausgebeutet werden.

Wir wollen uns gemeinsam für nachhaltige Lebensbedingungen für die gesamte Schöpfung einsetzen.
... Wir verpflichten uns, einen Lebensstil weiter zu entwickeln, bei dem wir gegen die Herrschaft von
ökonomischen Zwängen und Konsumzwängen auf verantwortbare und nachhaltige Lebensqualität
Wert legen; ..."

In diesem Sinne stellt die badische Landeskirche neben vielen anderen Landeskirchen seit 2004 den
Rahmen dafür bereit, dass Kirchengemeinden ein Umweltmanagement-System nach europäischem
EMAS-Standard einführen können.

Es ist mir eine große Freude, dies nun in den beiden Kirchengemeinden, für die ich als Pfarrer
berufen bin, begleiten zu dürfen. Mitten im Schwarzwald lebend, und in engem Kontakt zu vielen
Menschen, die hier im Urlaub die Nähe zur Natur suchen, spüren wir sehr deutlich die
Verantwortung, unseren Teil zur Bewahrung der Schöpfung beizutragen. Unsere Erlösung empfangen
wir aus Gottes Hand. Belebte und unbelebte Natur sind in unsere Hände gelegt. Forschung, Medien
und eigene Anschauung führen uns vor Augen, wie gefährdet die Natur durch menschliches Handeln
ist. Nötig ist eine systematische und effiziente Arbeit an den Problemen.

Im Kleinen wie im Großen erleben wir, wie Gemeinschaft uns stark macht. Deshalb wurde recht
schnell klar, dass wir in einem gemeinsamen Umweltteam für beide Kirchengemeinden arbeiten
möchten.

Nun ist die erste und wichtigste Etappe geschafft: Wir haben uns eine Übersicht über die
umweltrelevanten Aspekte der Gemeindearbeit verschafft. Möge die Aufmerksamkeit auf diese
Fragen möglichst weiter Kreise ziehen und möglichst nachhaltig wirken.

Stefan Voß

Pfarrer der Ev. Kirchengemeinden Wolfach und Kirnbach

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1.2. Kirchengemeinderat Kirnbach
Mit dem „Grünen Gockel“ verbinden sich gleich mehrere, zu erwartende Vorteile, die einhergehen
mit dem Erhalt oder der Wiedererlangung einer lebenswerten Umwelt, der Einbindung von
Gemeindemitgliedern in die aktive Mitarbeit und nicht zuletzt auch die damit verbundenen
Einsparungsmöglichkeiten - bei immer stärker schrumpfenden Einnahmen (Zuweisungen der
Landeskirche).

Auf den ersten Blick sieht das sicherlich nach etwas Träumerei aus, aber wir haben in Kirnbach
(zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde in Wolfach) ein engagiertes und fachlich starkes
Team am Start, das schon sehr gute Arbeit geleistet hat. Im weiteren Verlauf wird der Erfolg jedoch
auch entscheidend davon abhängen, ob noch mehr Mitglieder sich mit Ihrem Fachwissen, Ihren
Ideen und nicht zuletzt auch einmal mit Hand anpacken beteiligen und sich in das große Ziel
mitverantwortlich einbinden lassen.

Von Vorteil dafür ist sicherlich auch, dass für das große Ziel einzelne Projekte ermittelt worden sind,
so dass nicht jede(r) immer bei allem dabei sein muss, sondern gerade in dem Bereich und den damit
verbundenen Aufgaben, die jemand besonders gut kann, Spaß daran hat und einen Sinn darin sieht.
Dass dies gelingen kann, haben schon einige Gemeinden in unserer badischen Landeskirche
erfolgreich bewiesen.

Ein großes Dankeschön gilt unserem „Grünen Gockel Team“, das mit Holger Thoma, Sabrina Wöhrle
und Miriam Lempert, zusammen mit den Teammitgliedern der Wolfacher Kirchengemeinde und
unserem gemeinsamen Pfarrer Stefan Voß das Projekt „Grüner Gockel“ erschlossen und schon viele
Ideen entwickelt hat.

Ein Glücksfall ist auch, dass mit Dr. Andre Witthöft-Mühlmann, der beim EOK das Büro für Umwelt
und Energie leitet und zugleich Umweltbeauftragter des EOK ist, ein ausgezeichneter Fachmann mit
sehr viel Erfahrung unserem Umweltteam „Grüner Gockel“ zur Seite steht und alle Maßnahmen von
Anfang an begleitet hat. Ihm gilt deshalb ein besonderer Dank für die ausgezeichnete Betreuung.

Meine Bitte an alle Gemeindemitglieder und Einwohner, denen unsere Umwelt am Herzen liegt, ist,
dass Sie sich einbinden lassen, wenn Sie um die Mitarbeit in bestimmten Aufgaben gebeten werden
und Ihre Ideen aktiv einbringen, mit denen wir einen Beitrag zur Verbesserung unserer
gemeinsamen, einen Welt leisten können.

Ich freue mich, dass es nun losgeht und bin gespannt darauf, was wir nach ein, zwei Jahren berichten
können, was alles erreicht werden konnte und welche neuen Herausforderungen dann wiederum
anstehen.

Hans-Eberhard Rök
Vors. des Kirchengemeinderats Ev. Kirchengemeinde Kirnbach

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1.3. Kirchengemeinderat Wolfach
Grußwort - einmal anders

Grüner Gockel! Welcher Hahn kräht danach?

Der Auslöser:

- Abriss und Neubau des Gemeindezentrums
- ….

Das Ziel:

- Umweltschutz mit System
- nichts dem Zufall überlassen
- Nachhaltig und Personenunabhängig
- ….

Von Klischees, Hindernissen und Motivation:

- Umweltschutz? Das nützt ja doch nichts
- Was du dem geringsten unter euch getan hast, das hast du mir getan (?)
- Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht wir, wer sonst?
- Es geschieht nichts Gutes, es sei denn man tut es.
- Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt!
- ….

Die Macher:

- Michael Gleich
- Michaela Harter
- Holger Thoma
- Sabrina Wöhrle
- Miriam Lempert
- Stefan Voß
- ….

Markus Harter

Vors. des Kirchengemeinderats Ev. Kirchengemeinde Wolfach, Oberwolfach, Bad Rippoldsau und
Schapbach

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2. Die Kirchengemeinden stellen sich vor
Die Stadt Wolfach liegt im mittleren Schwarzwald am Zusammenfluss von Kinzig und Wolf, und
gehört zum Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Bis Ende 1972 war sie selber Kreisstadt. Heute liegt
sie am Rand, benachbart zu den Kreisen Freudenstadt und Rottweil.

Die durch große Neubaugebiete erweiterte mittelalterliche Stadt regiert heute neben der
eigentlichen Stadt auch die früher selbständigen Ortsteile Kirnbach, Halbmeil und St. Roman. So
erstreckt sie sich heute von 250 m über NN bis auf 880 m über NN. Seit 1969 ist sie auch staatlich
anerkannter Luftkurort.

Bis ins 19.Jahrhundert lebten die meisten Menschen in der Stadt von Holzhandel, Bergbau und
Flößerei. Im 19.Jahrhundert kam die Verwaltung (Amtsgericht, Kreisstadt) und im 20.Jahrhundert
Tourismus, Glasbläserei (heute die einzige aktive Mundblashütte im Schwarzwald) und
Metallbearbeitung dazu.

  Abbildung 1: Geographische Lage von Wolfach und Kirnbach (Google, 2018; Landesamt für Geoinformation und
                                           Landentwicklung, 2018)

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Weit über die Region hinaus bekannt ist Wolfach durch weltweit agierende Unternehmen im
Metallbereich (Spezialbaumaschinen, Maschinen zur Oberflächenveredelung) und über die
Parkinsonklinik. Oberwolfach glänzt im Bereich der wissenschaftlichen Mathematik durch das
international bekannte Forschungsinstitut. Bad Rippoldsau hat einen chinesischen Großinvestor
gefunden, der die ehemalige Kurklinik in ein Luxus-Hotel umwandeln will.

Das öffentliche und kulturelle Leben ist von einem vielfältigen und sehr aktiven Vereinsleben
bestimmt. Die Stadt Wolfach hat sich zu einer Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet
entwickelt. Der Kirnbacher Bollenhut steht weltweit als Markenzeichen für den ganzen Schwarzwald.

   2.1. Kirnbach
In Kirnbach bilden Kirchengemeinde und Bevölkerung fast eine Einheit. Obwohl die Migrationsströme
der letzten 100 Jahre auch im konfessionellen Gefüge der Talgemeinde ihre Spuren hinterlassen
haben, ist der evangelische Pfarrer mangels katholischer Präsenz und mangels eines Ortschaftsrates
so etwas wie ein heimlicher Bürgermeister. "Man" ist evangelisch. Der rote und der schwarze
Bollenhut sind nicht nur Markenzeichen, sondern auch hier gebürtig, wie nicht nur im farbigen
Kirchenfenster dokumentiert wird. Kirnbach ist die einzige Gemeinde, in der alle Konfirmandinnen
und Konfirmanden bei der Konfirmation Tracht tragen. Dieses Fest ist zusammen mit dem
Erntedankfest unter Mitwirkung von Trachtengruppe und Trachtenkapelle ein Höhepunkt im
dörflichen Jahreslauf. Der Altarumgang gehört zu den Besonderheiten der hiesigen Frömmigkeit.
Fröhliche Familiengottesdienste, gelegentlich auch im Grünen, setzen weitere Akzente. Bei vielen
Beerdigungen kommt aus jedem Haus mindestens ein Bewohner in die Kirche. Immer wieder
unterschätzen Außenstehende, wie viel Entwicklungspotential diese als traditionell angesehene
Gemeinschaft besitzt. So ist es kein Zufall, dass Kirnbach zu den ersten beiden Grüner-Gockel-
Gemeinden im Regionalbezirk Offenburg der Ortenau gehört.

   2.2. Wolfach
Auch in Wolfach wurde im 16.Jahrhundert die Reformation eingeführt. Dynastische Gründe führten
dazu, dass das Rad nach wenigen Jahren wieder zurückgedreht wurde. Vor etwa 140 Jahren kamen
wieder Evangelische in die katholische Stadt, gründeten wenig später eine Gemeinde und bauten
eine Kirche. 125 Jahre wird sie diesen Sommer alt. Ein Großteil der heutigen evangelischen Gemeinde
Wolfach besteht aus Flüchtlingen des 2.Weltkriegs und ihren Nachkommen sowie russlanddeutschen
Einwanderern der 90er Jahre. Räumlich gehört zur Wolfacher Gemeinde das ganze Wolftal mit den
Gemeinden Oberwolfach und Bad Rippoldsau - Schapbach. Oben in Bad Rippoldsau wurde 1972 die
Friedenskapelle gebaut, um den vielen Kurgästen auch evangelische Gottesdienste und Seelsorge
anzubieten. Von der dortigen Bevölkerung sind nur etwa 10% evangelisch. Das Wolfacher
Gemeindeleben war in den letzten Jahrzehnten geprägt von einem starken Akzent auf ökumenischen
Aktivitäten vor allem im Bereich der Seniorenarbeit, einer starken Kindergottesdienstarbeit und
mehreren Bibelkreisen. In direkter Nachbarschaft und durch gemeinsame Sommerfeste verbunden
ist das Pflegeheim der Diakonie (Johannes Brenz Altenpflege gGmbH).

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3. Das Umweltteam
Das Umweltteam setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Wolfacher und der Kirnbacher Gemeinde.
Sitzungen werden außer bei gemeindespezifischen Anliegen gemeinsam abgehalten, wobei das Team
vom Umweltbeauftragten der Badischen Landeskirche, Dr. André Witthöft-Mühlmann, angeleitet
und unterstützt wird. Das Team steht in ständigem Austausch mit dem Kirchengemeinderat, was vor
allem durch die Teilnahme von Kirchengemeinderäten und dem Pfarrer Stefan Voss im Umweltteam
vereinfacht wird.

Das Team setzt sich zusammen aus Michael Gleich und Michaela Harter für die Wolfacher Fraktion,
Holger Thoma, Sabrina Wöhrle und Miriam Lempert aus der Kirnbacher Fraktion, sowie dem Pfarrer
beider Gemeinden, Stefan Voss. Michael Gleich, Holger Thoma und Sabrina Wöhrle haben die
Aufgabe der Umweltbeauftragten übernommen und vertreten das Team nach außen.

                       Abbildung 2: Organigramm Umweltteam und Kirchengemeinde

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Was uns antreibt…
Sabrina Wöhrle (Umweltbeauftragte):

„Die Natur ist eines der größten Schätze, die wir haben. Aus diesem Grund ist es für mich sehr
wichtig, sie, wo immer es mir möglich ist, zu schützen, zu erhalten und zu pflegen.
Da ich mich mit dem Thema Umweltschutz privat schon immer sehr auseinander gesetzt habe, ist es
toll dies nun auch in meinem Ehrenamt mit einbringen zu können.“

Miriam Lempert:

„Ein Ziel von mir ist es, durch die eigene Existenz die Natur so wenig wie möglich negativ zu
beeinträchtigen. In meinem Studium der Geoökologie lerne ich die Bedeutung von natürlichen Stoff-
und Lebenskreisläufe zu schätzen und sehe wie kleinste anthropogene Einflüsse diese Lebensräume
stören. Mit dem Grünen Gockel erhoffe ich mir, mehr Menschen für diese Thematik sensibilisieren zu
können.“

Holger Thoma (Umweltbeauftragter):

„Als Förster arbeite ich mit und in der Natur. Dabei wird mir unsere Abhängigkeit von einer intakten
Umwelt ständig vor Augen geführt. Dies ist meine Motivation, auch außerhalb meines Berufs für den
Umweltschutz tätig zu sein.“

Michaela Harter:

„Meine Motivation kommt aus der Überzeugung heraus, dass frau selbst was tun muss, um andere
als Vorbild zum Umdenken zu bringen. Deshalb war und ist der Grüne Gockel als ehrenamtliche
Aufgabe ein tolles Projekt für andere und mich selbst!“

Michael Gleich (Umweltbeauftragter):

„Als mehrfacher Familienvater und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens habe ich
die Pflicht, als Vorbild in Sachen Umweltschutz voran zu gehen.

Durch Anregungen und Informationen zum Thema Umweltschutz, die meine Kinder aus der Schule
mitgebracht haben, wurde mir schnell bewusst, dass ich meinen Beitrag dazu leisten kann. Dies
wollte ich nicht nur im privaten, sondern auch im geschäftlichen, sowie im ehrenamtlichen Bereich
umsetzen.

Als Pfarrer Stefan Voß mich auf das Thema Grüner Gockel ansprach, war ich sofort begeistert.

Jeder gelungene Beitrag zur Erhaltung der Umwelt ist für mich Motivation genug, um weiter zu
machen.“

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Stefan Voß (Gemeindepfarrer):

"Quasi durch das Amt gehöre ich zum Umweltteam. In einer Gemeinde, in der ich früher gearbeitet
habe, habe ich den Grünen Gockel kennen und schätzen gelernt. Der Umweltschutz ist mir auch im
privaten Bereich ein wichtiges Anliegen, zum Beispiel als Bio-Gärtner im Pfarrgarten, der den Kampf
gegen Schnecken und Unkraut auf den Knien robbend und nicht mit der Giftspritze in der Hand
aufnimmt."

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4. Umweltleitlinien der Kirchengemeinden
Präambel

Aus dem Glauben heraus setzen wir uns, die Evangelischen Kirchengemeinden Wolfach und
Kirnbach, für die Umwelt ein. Gott hat diese Welt geschaffen. Sie ist Gottes Schöpfung. Diese war am
Anfang gut. Denn Gott wusste: Das Leben auf der Erde braucht eine intakte Umwelt. Menschliches
Handeln richtet sich jedoch oft gegen sie. Gott ist in Jesus Christus selbst Teil der Schöpfung
geworden, weil er es gut meint mit uns. Deswegen trauen wir auf die Verheißung, dass Gott einen
neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird. Dieses Reich Gottes ist schon mittenunter uns, also
mitten in der Schöpfung. Gott will, dass wir Werkzeuge des Friedens, der Gerechtigkeit und der
Erhaltung seiner Schöpfung sind.

Die folgenden Umwelt-Leitlinien der Evangelischen Kirchengemeinden Wolfach und Kirnbach sollen
bei zu treffenden Entscheidungen berücksichtigt werden und unser Handeln mitbestimmen.

Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und
bewahrte (1. Mose 2, 15)

  I.    Wir haben einen Auftrag. Zum Bebauen und Bewahren der Erde wollen wir als
        Kirchengemeinde beitragen, indem wir unseren ökologischen Fußabdruck im Blick behalten
        und kontinuierlich verbessern. Hierfür wird dieser ständig überprüft und dokumentiert.

  II.   Wir denken an die Menschen anderswo und die Generationen nach uns. Die Verantwortung
        für unsere Mitmenschen und Nachkommen verpflichtet uns zum Einsatz für den Erhalt der
        Schöpfung. Auch deshalb ist für uns der Schutz der Natur und der Umwelt eine wichtige
        Aufgabe. Wir suchen der Stadt, der Natur, der Menschen Beste.

 III.   Wir handeln zukunftsorientiert, sozial, gerecht und nachhaltig. Wir achten darauf, dass sich
        unsere Entscheidungen sowohl auf künftige Generationen als auch auf andere Regionen der
        Erde positiv auswirken. Darum sollen sie solidarisch, gerecht und nachhaltig getroffen
        werden.

 IV.    Wir gehen mit Ressourcen schonend und sparsam um und schützen die Umwelt auch mit
        Hilfe der Technik. Bei unserem täglichen Handeln versuchen wir Rohstoffe schonend zu
        gebrauchen. Weiterhin versuchen wir Energieträger sparsam zu verbrauchen. Außerdem
        wollen wir - unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit - finanzierbare neue Technik zur
        Verringerung der Umweltbelastung einsetzen.

 V.     Wir schützen Lebensräume. Wir möchten gesunde Lebensräume für Menschen, Tiere und
        Pflanzen erhalten, fördern und schaffen.
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VI.   Wir wollen glaubwürdig sein und mit anderen ins Gespräch kommen. Wir wollen Schöpfungs-
       Verantwortung und Umwelt-Erziehung vorleben und weitergeben. Die Umweltarbeit soll ein
       fester Bestandteil aller unserer Aktivitäten sein. Weiterhin sind wir davon überzeugt, dass wir
       von und mit anderen lernen können. Deshalb suchen wir auch qualifizierte Beratung von
       außen.

VII.   Wir wollen gemeinsam Arbeiten. Die MitarbeiterInnen im Haupt- und Ehrenamt sowie die
       Gruppen der Kirchengemeinde werden aktiv in den gesamten Prozess eingebunden und
       sollen sich mit ihren positiven, wie auch negativen Anregungen konkret einbringen.

Bei all diesem Engagement beachten und würdigen wir auch, was in unseren Gemeinden schon
verpflichtend geregelt ist.

Die Leitlinien wurden am 26.07.17 vom Kirchengemeinderat Wolfach und am 25.01.18 vom
Kirchengemeinderat Kirnbach verabschiedet.

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5. Kirnbach

    5.1. Gebäudesituation
In Kirnbach verfügt die Kirchengemeinde über Räume in vier verschiedenen Gebäuden, die je eine
andere rechtliche Struktur haben.

Das Pfarrhaus gehört der Kirchengemeinde. Es steht auf
einem Grundstück der Evangelischen Stiftung Pflege
Schönau. Im Pfarrhaus wird eine Etage als Pfarrwohnung
genutzt, eine andere Etage bietet Raum für Pfarrbüro,
Dienstzimmer, Besprechungsraum und Teeküche. Unter
dem Dach ist ein Archivraum eingerichtet.

Die Kirche mit Grundstück gehört der Kirchengemeinde.
Die Stadt Wolfach hat für die unbeweglichen Teile des
Gebäudes die Baupflicht (abzüglich eines jährlichen                          Abbildung 3: Pfarrhaus in Kirnbach
Pflichtteils der Kirchengemeinde für kleinere Reparaturen).

                                                  Als Gemeindesaal nutzt die Kirchengemeinde den
                                                  "Krummelsaal", einen Raum in der örtlichen Festhalle.
                                                  Hier ist die Stadt Wolfach die Eigentümerin, die
                                                  Kirchengemeinde hat aber beim Bau der Festhalle am
                                                  Gemeindesaal das alleinige und unbeschränkte
                                                  Nutzungsrecht erworben, mit einem unentgeltlichen
                                                  Nutzungsrecht der Halle für große Feste.
Abbildung 4: Evangelische Kirche       Kirnbach
(Evangelische Kirchengemeinde, 2018)

Weiterhin steht im "Alten Rathaus" ein Raum für den
vierzehntägigen Kindergottesdienst zur Verfügung.

Die Gemeinde ist auf etwaige Notfälle vorbereitet. Dazu
gehören die regelmäßige Kontrolle des Brandschutzes, die
Fluchtwegbeschilderung sowie die Überwachung und
Wartung der Heizungsanlagen. Ein Notfallplan mit
Telefonliste hängt aus.

                                                                    Abbildung 5: Leopold-Krummel-Saal Kirnbach

                                                                                                            11

                                                                                                    29.03.2018
Abbildung 6: Lage der Gebäude der Kirchengemeinde Kirnbach; 1. Kirche, 2. Pfarrhaus, 3. Gemeindehalle, 4. Altes Rathaus
                                                   (Google, 2018)

    5.2. Auftaktveranstaltung
Mit Musik, weihnachtlichen Geschichten, Glühwein und Gebäck wird in Kirnbach an jedem Tag im
Advent in einem Haus ein Türchen geöffnet. Die Auftaktveranstaltung für Kirnbach fand im Rahmen
eines solchen Advents-Fensters am 16. Dezember 2016 im Leopold-Krummel-Saal statt. Nach einer
Eröffnung durch Pfarrer Voß und einer Ansprache des Dekans Frank Wellhöner, stellte Holger Thoma
die Grundgedanken des Grünen Gockels und das Umweltteam vor. Mit einem gemeinsam
gesungenen „Macht hoch die Tür“ endete der erste Teil des Adventsfensters.

Bei selbstgebackenen Plätzchen und Tee wurden danach in lockerer Atmosphäre Ideen gesammelt.
Dafür standen Pinnwände mit den Themen Energie, Müll, Umweltbildung, Ressourcen, Umweltschutz
und Ernährung bereit, an die Stichworte geschrieben werden konnten. Schon bald entwickelten sich
interessante Gespräche und Diskussionen, sodass die Auftaktveranstaltung als gelungene Vorstellung
des Grünen Gockels aber auch als interaktiver Austausch mit der Gemeinde empfunden wurde.

                                                                                                                      12

                                                                                                              29.03.2018
Die an den Pinnwänden gesammelten Stichworte waren:
Tabelle 1: Stichpunkt-Sammlung Auftaktveranstaltung Kirnbach

Thema                    Stichpunkte
Müll                     -      Zeitungen mit den Nachbarn teilen
                         -      Nichts in den Müll, was noch genießbar ist
                         -      Vermeidung fängt beim Kauf an
                         -      Bachputzede als Teamprojekt
                         -      Müll trennen / Müll vermeiden

Energie                  -        Fahrgemeinschaften bilden (2x genannt)
                         -        Heizung Kirche, Stromverbrauch
                         -        Holz, Erdwärme
                         -        Muss man bei Energieverbrauch bestimmte Werte erreichen
                         -        Wasserkraft (Jockele Mühle)
                         -        E-Mobilität
                         -        PV auf Kirchendach
                         -        LED?
                         -        Leopold-Krummel-Saal: Räume sollten nur geheizt werden, wenn
                                  sie gebraucht werden

Ernährung                -        Fleisch aus Kirnbach, Offenhaltung d. Landschaft
                         -        nichts wegwerfen, Mindeshaltbarkeit/Mindestgenießbarkeit
                         -        regionale Produkte kaufen
                         -        fairer Kaffee
                         -        saisonale Produkte
                         -        Veggie-Day, Tierhaltung

Umweltbildung            -        Naturgänge + Beobachtungen sammeln
                         -        Kindergottesdienst im Grünen
                         -        Umwelttag mit Themen beim Gemeindefest
                         -        Umwelt – (???) in rel. Unterricht einbringen
                         -        Aktionen im Kindergottesdienst
                         -        Gemeinde-Familien-Wandertag im Nationalpark (Arche, Kigo, …)
                         -        Umweltworkshop bei jeweils aktuellen Konfirmanden
                         -        Kompost – Infos für privat
                         -        Besuch im Nationalpark

Ressourcen               -        Was machen wir mit alten Gesangbüchern und Bibeln?
                                  Württembergische Nachbargemeinden fragen
                         -        Holz zum Heizen und noch mehr
                         -        Weniger Kopien => zu zweit in Blatt schauen
                         -        Neue Lieder über Projektor
                         -        Offenhaltung der Landschaft => mit „Arbeitstagen“ zum
                                  Mähen/Freischneiden (…??)

Umweltschutz             -        (Kirn-) Bachbiotop aufwerten

                                                                                                    13

                                                                                             29.03.2018
5.3. Bestandsaufnahme

         5.3.1. Umweltkennzahlen 2011 – 2017
Hinweise

Leere Felder = keine Erfassung im entsprechenden Jahr.

Bis 2015: Energiedaten nur Pfarrhaus (mit Gemeinderäume)

Ab September 2016: Energiedaten Pfarrhaus und Kirche

Grunddaten

Neben der halben Pfarrstelle sind bei der Kirchengemeinde noch Organisten mit 5,62 Std/Woche,
eine Reinigungskraft mit 4 Std/Woche und eine Sekretärin mit 6 Std/Woche beschäftigt.

Die Grundstücksfläche beinhaltet die Fläche auf der die Kirche steht ohne Friedhof und das
Pfarrhausgrundstück mit Pfarrgarten. Die beheizte Fläche ist das Pfarrhaus und die Kirche.

Tabelle 2: Grunddaten Bestandsaufnahme Kirnbach

                                       Einheit 2011         2012         2013         2014         2015         2016         2017

Gemeindemitglieder                     Pers           573          566          559          552          545          538          531

Beschäftigte                                       0,50        0,50         0,50         0,50         0,50           0,50       0,50
                                       Anz
(in Vollzeitäquivalenten)

Grundstücksfläche                      m²         2.707       2.707        2.707        2.707        2.707         2.707       2.707

Beheizte Fläche                        m²             202          202          202          202          202          202          202

Energie und Wasser

Das Trinkwasser für das Pfarrhaus stammt aus einer eigenen Quelle, die oberhalb im Pfarrwald
gefasst ist. Somit sind nur Abwassergebühren zu bezahlen.

Das Pfarrhaus wird noch mit einer Ölheizung beheizt. Die Kirche durch eine Elektro-Speicherheizung.

                                                                                                                        14

                                                                                                                29.03.2018
Tabelle 3: Energie und Wasser Bestandsaufnahme Kirnbach

                                          Einheit         2011    2012       2013       2014       2015       2016      2017

Heizenergie real                             kWh     18.370      18.180    29.580     19.140    21.800      39.964     48.906

Heizenergie witterungsbereinigt              kWh     19.922      18.433    28.721     21.948    22.868      41.006     49.322

Heizenergie                                           98,62       91,25    142,18     108,65    113,21         203     244,17
witterungsbereinigt/Beheizte            kWh/m²
Fläche

Strom                                        kWh      2.787       2.274     2.198      2.162      2.077      2.645      3.457

Strom/Beheizte Fläche                   kWh/m²        13,80       11,26     10,88      10,70      10,28      13,09      17,11

Wasser                                         m³     67,97       62,83         56     58,60      56,20      65,30      68,80

Abbildung 7: Stromverbrauch im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Kirnbach; Pfarrhaus in grün, Leopold-Krummel-Saal in
gelb, Kirche in blau

                                                                                                                 15

                                                                                                          29.03.2018
Abbildung 8: Wasserverbrauch im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Kirnbach; Pfarrhaus in grün, Leopold-Krummel-Saal in
gelb, Kirche in blau

Abbildung 9: Heizverbrauch im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Kirnbach; Pfarrhaus in grün, Leopold-Krummel-Saal in
gelb, Kirche in blau

                                                                                                                  16

                                                                                                          29.03.2018
Papier

Beim Papierverbrauch macht der Gemeindebrief etwa ein Drittel aus. Hier wollen wir den Anteil des
Recyclingpapiers erhöhen.
Tabelle 4: Papier Bestandsaufnahme Kirnbach

                                              Einheit   2011   2012   2013   2014   2015       2016      2017

Gesamtgewicht Papier                              kg                                                       48

Anteil Recyclingpapier                             %                                                       42

Abfall

Ca. die Hälfte des Restmülls fällt alleine beim Gemeindefest an.
Tabelle 5: Abfall Bestandsaufnahme Kirnbach

                                              Einheit   2011   2012   2013   2014   2015       2016      2017

Restmüll                                            l                                                     280

Wertstoffe                                          l                                                     130

Biomüll                                             l                                                      50

Papier                                              l                                                    1.560

Abfallaufkommen gesamt                              l                                                    2.024

Verkehr

Hier sind die Dienstfahrten des Pfarrers und die Seniorenausflüge enthalten. 2016 wurde nicht
erfasst. Hier hätte sonst die Israelreise stark zu Buche geschlagen.
Tabelle 6: Verkehr Bestandsaufnahme Kirnbach

                                              Einheit   2011   2012   2013   2014   2015       2016      2017

Gesamtkilometer                                  km                                                     15.250

PKW (Benzin)                                     km                                                       850

Reisebus                                         km                                                     14.400

                                                                                                  17

                                                                                           29.03.2018
CO2-Emissionen
Tabelle 7: CO2-Emissionen Bestandsaufnahme Kirnbach

                                          Einheit       2011       2012       2013       2014       2015       2016     2017

CO2 Strom                                        t      1,76       1,47       1,39       1,34       1,25        1,59     2,07

CO2 Wärme                                        t      5,88       5,82       9,47       6,12       6,98      15,04     19,93

CO2 Verkehr                                      t                                                                       0,60

CO2 gesamt                                       t      7,64       7,28      10,86       7,46       8,22      16,63     22,60

CO2 / Gemeindemitglied                          kg     13,33      13,19      19,67      13,51      14,89      30,13     40,94

Abbildung 10: CO2-Emissionen im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Kirnbach; Pfarrhaus in grün, Leopold-Krummel-Saal in
gelb, Kirche in blau

Ergänzende Aspekte gemäß den überarbeiteten Anhängen I-III der EMAS-Norm in 2017

Die Gemeinde hat die folgenden Aspekte zum Kontext der Organisation, zu interessierten
Interessengruppen u.Ä. und zu Chancen und Risiken besprochen und intern festgehalten. Der Aspekt
des "Lebenswegs" eines Produktes findet in unserer Kirchengemeinde keine Anwendung.

                                                                                                                  18

                                                                                                           29.03.2018
Kernindikatoren nach EMAS III 2013-2017
Die Grundstücksfläche fungiert als Output / Bezugsgröße für den Indikator "Flächenverbrauch", die
Gemeindegliederzahl als Output / Bezugsgröße für alle anderen Indikatoren. Bis 2015 nur sind nur
Daten zum Pfarrhaus verfügbar, ab September 2016 auch für den Leopold-Krummelsaal und die
Kirche.

Energieeffizienz und Anteil erneuerbarer Energien
Tabelle 8: Kernindikatoren nach EMAS-III Energie und Anteil erneuerbarer Energien; Kirnbach

                                          Einheit           2013           2014        2015           2016         2017

Gesamtenergie real                          MWh             31,78          21,30       23,88          42,61        52,36

Gemeindemitglieder                           Pers        552,00        552,00         545,00         538,00      531,00

Gesamtenergie/Gemeindemitglied MWh                           0,06           0,04        0,04           0,08         0,10

Gesamtenergie                                               30,92          24,11       24,94          43,65        52,78
                                            MWh
witterungsbereinigt

Gesamtenergie                                                0,06           0,04        0,05           0,08         0,10
witterungsbereinigt /                       MWh
Gemeindemitglied

Erneuerbare Energien                        MWh                                                        0,00         0,00

Anteil erneuerbare Energien                      %           0,00           0,00        0,00           0,00         0,00

Materialeffizienz

Entfällt, da in der Kirchengemeinde keine größeren Materialflüsse auftreten.

Wasser

Wird nur auf das Pfarrhaus bezogen. Wasser steht durch Quellen im Pfarrwald zur Verfügung. Es
fallen nur Abwasserkosten an.
Tabelle 9: Kernindikatoren nach EMAS-III Wasser; Kirnbach

                                                  Einheit           2013      2014        2015         2016        2017

Wasser                                                 m³       56,00         58,60       56,20        65,30       68,80

Wasser / Gemeindemitglied                              m³           0,10       0,11           0,10      0,12        0,13

                                                                                                                      19

                                                                                                               29.03.2018
Abfall und gefährliche Abfälle
Tabelle 10: Kernindikatoren nach EMAS-III Abfall; Kirnbach

                                                   Einheit         2013    2014    2015    2016        2017

Restmüll                                                     t                                          0,07

Wertstoffe                                                   t                                          0,03

Biomüll                                                      t                                          0,01

Papier                                                       t                                          0,39

Abfallaufkommen gesamt                                       t                                          0,51

Abfallaufkommen gesamt /                                           0,00     0,00    0,00    0,00        0,00
                                                             t
Gemeindemitglied

Gefährliche Abfälle                                      kg                                             1,00

Biologische Vielfalt

Bezug auf Kirche und Pfarrhaus.
Tabelle 11: Kernindikatoren nach EMAS-III Biologische Vielfalt; Kirnbach

                                                   Einheit         2013    2014    2015    2016        2017

Grundstücksfläche                                       m² 2.707,00 2.707,00 2.707,00 2.707,00 2.707,00

Versiegelungsgrad                                         %       25,49    25,49   25,49   25,49       25,49

CO2-Emissionen und Emissionen sonstiger Schadgase
Tabelle 12: Kernindikatoren nach EMAS-III CO2-Emissionen; Kirnbach

                                                   Einheit         2013    2014    2015    2016        2017

CO2 gesamt ohne Photovoltaik                                 t    10,86     7,46    8,22   16,63       22,62

CO2 / Gemeindemitglied                                       t     0,02     0,01    0,02    0,03        0,04

Jährliche Emissionen von sonstigen Schadgasen: Zu weiteren Emissionen (NOx, SO2, Staubpartikel, ...) liegen
keine Angaben vor; aufgrund der vorhandenen Anlagengröße sind diese für die Kirchengemeinde nicht
wesentlich.

                                                                                                          20

                                                                                                   29.03.2018
5.4. Bewertung der direkten und indirekten Umweltaspekte
Die verschiedenen Einflussfaktoren, welche für unsere Gemeindeaktivitäten umweltrelevant sind,
wurden in einer Portfolioanalyse bestimmt. Dabei wurden diese, in Bezug auf ihre Umweltwirkung
und das zu erreichende Verbesserungspotential beurteilt. Dieses Portfolio war die Grundlage für die
Prioritätensetzung unseres Umweltprogramms.

                       Abbildung 11: Portfolioanalyse Wolfach (rot) und Kirnbach (blau)

                                                                                                 21

                                                                                          29.03.2018
In der folgenden Auflistung werden die als umweltrelevant angesehenen Punkte in einer gewichteten
Reihenfolge dargestellt.

Direkte Umweltaspekte (D) = In diesem Bereich kann unsere Gemeinde ihre Umwelteinwirkung mit
direkt messbaren Zahlen überprüfen. Verbesserungen bzw. Veränderungen werden so beleg- und
nachweisbar.

Indirekte Umweltaspekte (I) = Indirekte Umwelteinwirkungen sind meist nicht messbar, aber
qualitativ erfassbar.

   1. Wärme (D)

Hier sehen wir momentan das größte Potenzial, unsere Umweltwirkung deutlich zu verbessern. Es ist
geplant in naher Zukunft, die Ölheizung im Pfarrhaus durch eine Heizung mit regenerativer Energie,
zu ersetzen.

   2. Beschaffung (I)

Auch hier sehen wir die Möglichkeit, durch gezielte Beschaffung unsere Umweltwirkung zu
verbessern. Hierbei sollten fair gehandelte Waren und regionale Produkte bevorzugt werden.

   3. Strom (D)

Strom sparen, indem wir nach und nach auf LED Beleuchtung umstellen und Geräte mit hohem
Stromverbrauch allmählich ersetzen.

   4. Interne Kommunikation (I)

Die Verbesserung der Kommunikation der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter ist hierbei stets zu
fördern.

   5. Fortbildung (I)

Fortbildungsangebote für Haupt – und Ehrenamtliche sollen regelmäßig angeboten werden.

   6. Papier (D)

Recycling-Papier bevorzugen und Papierverbrauch einschränken, sind hierbei wesentliche Punkte um
die Umweltwirkung zu verbessern.

                                                                                                22

                                                                                         29.03.2018
7. Reinigung (D)

Wenn möglich keine Reinigungsmittel mit Gefahrenstoffen verwenden. Reinigungsmittel ohne z.B.
Tenside sind zu bevorzugen.

   8. Öffentlichkeitsarbeit (I)

Hier gibt es viele Möglichkeiten, z.B. mit Hilfe des Gemeindesbriefes, der Homepage oder der Presse,
Menschen zu erreichen.

   9. Abfall (D)

Weiterhin Müll trennen, kompostieren, bzw. Müll vermeiden.

   10. Verkehr (D)

Fahrgemeinschaften bilden und Fahrten verbinden, sind Maßnahmen um unsere Umweltwirkung zu
verbessern.

   11. Wasser (D)

Wasser weiterhin sparsam und sinnvoll verwenden. Wenn möglich Regenwassernutzung.

                                                                                                 23

                                                                                          29.03.2018
5.5. Umweltprogramm 2018-2021
Tabelle 13: Umweltprogramm 2018-2021 Kirnbach

  Umweltziele1                 Maßnahmen                            Zeitraum    Wer kümmert sich?

  Umweltfreundliche            Die Plattform wir-kaufen-anders.de   Q1-Q2       Stefan Voss, Nadine
  Beschaffung verbessern       testen                               2018        Wöhrle

                               Wenn Test positiv, Festlegen der
                                                                    Q3          KGR
                               Produkte, die dauerhaft dort
                               bestellt
                               Fairen Kaffee & Tee im Weltladen     Bis Q3
                                                                                Hilde Aberle
                               Wolfach beziehen                     2018

  Heizenergie Kirche um
                               Heizungssteuerung prüfen lassen      Q4 2018 –
  10% reduzieren pro                                                            Kirchengemeinderat
                               und optimieren                       Q1 2019
  beheizter Veranstaltung

  CO2 Ausstoß um 75%           Neue Heizung Pfarrhaus:
                               Umstellung von Öl auf regenerative   Q2+3 2019   Manfred Esslinger
  senken
                               Energien

  Öffentlichkeitsarbeit/                                                        Stefan Voss
                               Öko-Tipps des Monats                 Q2 2018
  Sensibilisieren
                                                                                Miriam Lempert
                               Grüner Gockel-Ecke                   Q2 2018     Sabrina Wöhrle

                               Grüner Gockel als TOP auf Agenda     Jede
  Interne Kommunikation                                                         UT
                               des KGR                              Sitzung

                               Gemeindeversammlung Info             1x/Jahr     UT / KGR

                               Gemeindebeirat Info                  2x/Jahr     UT / KGR

                                                                                                  24

                                                                                           29.03.2018
6. Wolfach

   6.1. Gebäudesituation
Die Wolfacher Kirchengemeinde hat im Zuge des schon seit
langem               wirksamen              landeskirchlichen
Gebäudeoptimierungsprozesses das in der Stadt Wolfach
gebaute    Pfarrhaus    verkauft.  Weiterhin    wurde      die
Friedenskapelle in Bad Rippoldsau im Rahmen eines
Erbpachtvertrags    mit    Nutzungsrecht   für    monatliche
Gottesdienste abgegeben.

Die im Jahr 1893 erbaute Kirche bleibt in der 1973 erweiterten
Form bestehen. Das 1973 direkt an den Kirchraum
angeschlossene Gemeindehaus soll in diesem Jahr abgerissen
und an gleicher Stelle ein neues kleineres Gemeindehaus erbaut
werden.

Die Gemeinde ist auf etwaige Notfälle vorbereitet. Dazu gehören
die   regelmäßige     Kontrolle    des     Brandschutzes,    die
Fluchtwegbeschilderung sowie die Überwachung und Wartung der                      Abbildung 12: Evangelische Kirche
Heizungsanlagen. Ein Notfallplan mit Telefonliste hängt aus.                            Wolfach mit angrenzendem
                                                                                 Gemeindezentrum (Wolfach, 2018)

           Abbildung 13: Lage der evangelischen Kirche mit Gemeindezentrum in Wolfach (Google, 2018)

                                                                                                                25

                                                                                                        29.03.2018
6.2. Auftaktveranstaltung
Die Auftaktveranstaltung fand in Wolfach im Rahmen eines Kirchkaffees statt. In regelmäßigen
Abständen wird nach sonntäglichen Gottesdiensten in den Saal neben der Kirche eingeladen, um bei
Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen. Das Umweltteam nutzte diese Stunde am 27.11.2016,
um der Gemeinde den Grünen Gockel mit einer kurzen Präsentation vorzustellen. Prädikant Gottfried
Zurbrügg, der auch selbst als Umweltbeauftragter in anderen Gemeinden tätig ist, hob die
Bedeutung der Thematik Umweltschutz hervor und wies darauf hin, wo umweltbewusstes Handeln
im Alltag überall integriert werden kann.

Daraufhin folgte der konstruktive Teil. An Pinnwänden mit den Themen Energie, Müll,
Umweltbildung, Ressourcen, Umweltschutz und Ernährung konnten Ideen gesammelt und
Diskussionen eröffnet werden, was zunächst verhalten aber später mit zunehmendem Interesse
wahrgenommen wurde.

Die an den Pinnwänden gesammelten Stichpunkte waren:
Tabelle 14: Stichpunkt-Sammlung Auftaktveranstaltung Wolfach

Thema                Stichpunkte
Müll                 -      Putzmittel
                     -      Keine Einweg- Tischdecken, -Serviette
                     -      Stofftaschen statt Plastiktüten
                     -      Mehrwegflaschen
                     -      Offene Lebensmittel, Verpackungsmüll vermeiden

Energie              -        In Heizperiode Türen schließen, Schilder machen
                     -        Kirche weniger warm heizen
                     -        Winterkirche
                     -        Lichter ausmachen, zentrale Möglichkeit
                     -        Spülrandlose WCs, welche nur 4,5 Ltr Wasser pro Spülung benötigen
                     -        Heizung: an Nahwärme Oberwolfach anschließen
                     -        PV-Anlage auf jedes Dach und einen leistungsstarken Speicher

Ernährung            -        Kirchgarten / Hochbeet
                     -        (Tee-) Kräuterbeet im Garten
                     -        Faire Produkte
                     -        Statt Kaffee auch mal Tee
                     -        Vegetarisches Essen beim Gemeindefest
                     -        Regionale Produkte bevorzugen
                     -        Offene Produkte bevorzugen

Umweltbildung        -        Vorträge
                     -        Konfi-Unterricht

Ressourcen           -        Müll vermeiden
                     -        Restmüll trennen
                                                                                                   26

                                                                                            29.03.2018
-   Über die Trennung neue Wertstoffe schaffen
               -   Putzutensilien (biol. Abbaubare Schwämme…)
               -   Fahrgemeinschaften bilden

Umweltschutz   -   Nistkästen
               -   Lebensraum bewahren (Böschungen, Sträucher)
               -   Einheimische Arten
               -   Wildblumenmischung
               -   Straßenränder nicht so oft mähen
               -   „Repair“ Werkstatt nutzen
               -   Bei Gebäudetechnik auf Reparierbarkeit achten
               -   Fahrgemeinschaften zum Gottesdienst
               -   „…“ Papier (???)

                                                                          27

                                                                   29.03.2018
6.3. Bestandsaufnahme

        6.3.1. Umweltkennzahlen 2013-2017
Leere Felder = keine Erfassung im entsprechenden Jahr

Grunddaten

Die wesentliche Fläche macht das Kirchengebäude und das Gemeindezentrum aus. Grünfläche ist
keine vorhanden.
Tabelle 15: Grunddaten Bestandsaufnahme Wolfach

                                        Einheit    2013         2014         2015          2016        2017

Gemeindemitglieder                         Pers    1.353        1.353        1.311        1.301        1.275

Beschäftigte (in                                                              1,95         1,55         1,55
                                            Anz
Vollzeitäquivalenten)

Grundstücksfläche                            m²    1.521        1.521        1.521        1.521        1.521

Beheizte Fläche                              m²     723           723          723          723         723

Energie und Wasser

Die beiden Gebäude werden durch Gas beheizt. In der Kirche selbst über ein Fußbodengebläse und
im Gemeindezentrum über Heizkörper, an denen Thermostate angebracht sind. In den
Wintermonaten wird Winterkirche abgehalten, das heißt dass der Kirchenraum unbeheizt bleibt und
die Gottesdienste im beheizten Gemeindesaal stattfinden. Für die Energieeffizienz ungünstig sind die
nicht gut ausgenutzten Räume während der Woche (Kirchenraum 1x die Woche; Gemeindehaus zwar
mehrmals die Woche, aber auch nicht täglich alle Räume). Seit 2013 werden die Gottesdienste in den
Wintermonaten im Saal neben der Kirche abgehalten.

Wasser bezieht die Kirchengemeinde aus der Kleinen Kinzig. Der Hauptwasserverbrauch wird durch
die Toiletten verursacht.

Der Strom wird vom E-Werk Mittelbaden bezogen. Der Anteil an Umweltstrom beträgt 45,5% und ist
in dem Stromkennzeichnungsdiagramm vom E-Werk Mittelbaden ausgewiesen. In der Küche wird
noch ein Warmwasserboiler betrieben. Im Neubau wird es keinen mehr geben. Standby Betrieb wird
vermieden und bei Neukauf von Geräten wird auf die Umweltverträglichkeit geachtet.

                                                                                                  28

                                                                                          29.03.2018
Tabelle 16: Energie und Wasser Bestandsaufnahme Wolfach

                                         Einheit           2013             2014     2015      2016         2017

Heizenergie real                            kWh           149888       102181        98715   115945        119995

Heizenergie witterungsbereinigt             kWh           145535       117170       103550   118968        121015

Heizenergie witterungsbereinigt /                            201             162       143      165           167
                                  kWh/m²
Beheizte Fläche

Strom                                       kWh            6.123            5.080    4.853    5.164         5.153

Strom / Beheizte Fläche                 kWh/m²              8,47             7,03     6,71     7,14          7,13

Wasser                                        m³           34,32            28,68      31       34            28

Abbildung 14: Stromverbrauch im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Wolfach

Abbildung 15: Wasserverbrauch im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Wolfach
                                                                                                      29

                                                                                              29.03.2018
Abbildung 16: Heizverbrauch im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Wolfach

Papier

Der Verbrauch wird vorwiegend durch das Pfarrsekretariat bestimmt. Bisher wurden große Mengen
Weißpapier verwendet. Recyclingpapier spielte keine große Rolle. Die Umstellung soll ganz auf
Recyclingpapier erfolgen. Ein Einkauf über den „Wir-kaufen-anders-Shop“ ist angestrebt.
Tabelle 17: Papier Bestandsaufnahme Wolfach

                                          Einheit          2013           2014   2015   2016         2017

Gesamtgewicht Papier                           kg                                        113          113

Anteil Recyclingpapier                          %                                          13         13

Abfall

Mülltrennung wird schon seit Jahren praktiziert. Es wird getrennt nach Wertstoffen für den Gelben
Sack (Grüner Punkt), die Grüne Tonne (Papier) und der Schwarzen Tonne (Restmüll). Sperrmüll wird
1x jährlich gesondert gesammelt. Das Müllaufkommen ist im Ganzen gesehen gering. Beim jährlichen
Gemeindefest fällt jedoch mehr Müll als gewöhnlich an.

                                                                                                30

                                                                                        29.03.2018
Tabelle 18: Abfall Bestandsaufnahme Wolfach

                                          Einheit     2013    2014        2015         2016         2017

Restmüll                                        l                                     3.120         3.120

Wertstoffe                                      l                                     3.744         3.744

Biomüll                                         l

Papier                                          l                                     2.448         2.448

Abfallaufkommen gesamt                          l                                     9.312         9.312

Verkehr

Durch die großen Entfernungen innerhalb der Seelsorgeeinheit werden die Strecken zumeist mit dem
Auto zurückgelegt. Eine gute Anbindung an den ÖPNV ist aufgrund der ländlichen Strukturen nicht
vorhanden.
Tabelle 19: Verkehr Bestandsaufnahme Wolfach

                                          Einheit     2013    2014        2015         2016         2017

Gesamtkilometer                                km                                                   5.000

PKW (Benzin)                                   km                                                   5.000

CO2-Emissionen
Tabelle 20: CO2-Emissionen Bestandsaufnahme Wolfach

                                          Einheit     2013    2014        2015         2016         2017

CO2 Strom                                       t      3,88    3,15        2,91         3,10         3,09

CO2 Wärme                                       t     37,47   25,54       24,68       28,99           30

CO2 Verkehr                                     t                                                    1,12

CO2 gesamt ohne Photovoltaik                    t     41,35   28,69       27,59       32,08         34,21

CO2 / Gemeindemitglied                         kg     30,56    21,2       21,05       24,66         26,83

                                                                                               31

                                                                                       29.03.2018
Abbildung 17: CO2-Emissionen im Jahresvergleich Bestandsaufnahme Wolfach

Reinigung

Es gibt bisher innerhalb der Kirchengemeindekeine allgemeinen Empfehlungen oder Vorschriften
über die Verwendung von Reinigungsmitteln. Es soll darauf geachtet werden, dass die Produkte
umweltverträglich sind. Der Einkauf über den „Wir-kaufen-anders-Shop“ ist angestrebt.

Einkauf und Beschaffung

Es wurde bisher von den einzelnen Einkäufern nicht explizit darauf geachtet, ob die Produkte
umweltfreundlich sind oder nicht. Es soll darauf geachtet werden, dass mehr faire, regionale oder gar
unverpackte Produkte eingekauft werden. Auch hier ist der „Wir-kaufen-anders-Shop“ angestrebt.

Dienstleistungen werden vor Ort oder in der näheren Umgebung bezogen oder in Auftrag gegeben.
Bisher wurde nicht auf eine ökologische oder nachhaltige Verträglichkeit geachtet.

Kommunikation

Diese findet vorwiegend über die Info-Wand im Kirchenvorraum, dem Gemeindebrief oder der
Gemeindeversammlung statt.

Recht

Das Bewusstsein ist vorhanden und die geltenden Vorschriften werden eingehalten.

                                                                                                  32

                                                                                           29.03.2018
Ergänzende Aspekte gemäß den überarbeiteten Anhängen I-III der EMAS-Norm in 2017

Die Gemeinde hat die folgenden Aspekte zum Kontext der Organisation, zu interessierten
Interessengruppen u.ä. und zu Chancen und Risiken besprochen und intern festgehalten. Der Aspekt
des "Lebenswegs" eines Produktes findet in unserer Kirchengemeinde keine Anwendung.

Fazit

Der Beschluss 2014 bei Minustemperaturen von Januar bis Ostern den Gottesdienst aus der Kirche in
den Gemeindesaal zu verlegen, brachte im Bereich Heizung und Stromverbrauch eine massive
Ersparnis.

Diese Ersparnis ist ab 2014 in den Diagrammen Abbildung 14 und Abbildung 16 deutlich zu erkennen.

Weitere Einsparungen im Bereich Strom und Wärmeenergie sind nicht mehr möglich, da es sich um
ein renovierungsbedürftiges Gebäude handelt. Es konnten daher in den Jahren 2015, 2016 und 2017
keine nennenswerten Einsparungen mehr erzielt werden.

Durch den Beschluss des Kirchengemeinderates, das Gemeindezentrum durch einen Neubau zu
ersetzen, wird es daher erst nach der Fertigstellung des neuen Gemeindezentrums im Jahr 2019 eine
massive Einsparung im Bereich Strom und Heizenergie geben.

Der Wasserverbrauch in der Gemeinde ist einer leichten Schwankung unterworfen. Dies ist abhängig
von unterschiedliche Faktoren. Belegung des Gemeindesaales (Küche und Toilettenspülung),
Reinigung des Gebäudes und Bewässerung der Außenanlagen.

Das Abfallaufkommen und der Papierverbrauch sind über die Jahre konstant geblieben. Es wird eine
strikte Mülltrennung eingehalten.

Der Frischwasserpapierverbrauch wird da, wo es Sinn macht, nach Verbrauch des Bestandes auf
Recyclingpapier umgestellt.

                                                                                               33

                                                                                        29.03.2018
6.3.2. Kernindikatoren nach EMAS III für 2013-2017
Die Grundstücksfläche fungiert als Output / Bezugsgröße für den Indikator "Flächenverbrauch", die
Gemeindegliederzahl als Output / Bezugsgröße für alle anderen Indikatoren.

Leere Felder = keine Erfassung im entsprechenden Jahr

Energieeffizienz und Anteil erneuerbarer Energien
Tabelle 21: Kernindikatoren nach EMAS III Energieeffizienz und Anteil erneuerbarer Energien; Wolfach

                                           Einheit             2013            2014            2015         2016          2017

Gesamtenergie real                          MWh              156,01          107,26          103,57        121,11        125,15

Gemeindemitglieder                           Pers             1.353           1.353            1.311        1.301         1.275

Gesamtenergie/Gemeindemitglied MWh                              0,12            0,08            0,08         0,09          0,10

Gesamtenergie                                                151,66          122,25          108,40        124,13        126,17
                                            MWh
witterungsbereinigt

Gesamtenergie                                                   0,11            0,09            0,08         0,10          0,10
witterungsbereinigt /                       MWh
Gemeindemitglied

Erneuerbare Energien                        MWh                     0               0                  0        0            0

Anteil erneuerbare Energien                    %                    0               0                  0        0            0

Materialeffizienz
Entfällt, da in der Kirchengemeinde keine größeren Materialflüsse auftreten

Wasser
Tabelle 22: Kernindikatoren nach EMAS III Wasser; Wolfach

                                           Einheit             2013            2014            2015         2016          2017

Wasser                                        m³              34,32           28,68               31           34           28

Wasser / Gemeindemitglied                     m³                0,03            0,02            0,02         0,03          0,02

                                                                                                                    34

                                                                                                            29.03.2018
Abfall und gefährliche Abfälle
Tabelle 23: Kernindikatoren nach EMAS III Abfall; Wolfach

                                            Einheit             2013      2014    2015     2016          2017

Restmüll                                        t                                           0,78          0,78

Wertstoffe                                      t                                           0,94          0,94

Biomüll                                         t

Papier                                          t                                           0,61          0,61

Abfallaufkommen gesamt                          t                                           2,33          2,33

Abfallaufkommen gesamt /                                                                  0,0018        0,0018
                                                t
Gemeindemitglied

Gefährliche Abfälle                            kg                                              1            1

Biologische Vielfalt
Tabelle 24: Kernindikatoren nach EMAS III Biologische Vielfalt; Wolfach

                                            Einheit             2013      2014    2015     2016          2017

Grundstücksfläche                              m²              1.521      1.521   1.521    1.521         1.521

Versiegelungsgrad                              %               89,15      89,15   89,15    89,15         89,15

CO2-Emissionen und Emissionen sonstiger Schadgase
Tabelle 25: Kernindikatoren nach EMAS III CO2-Emissionen; Wolfach

                                            Einheit             2013      2014    2015     2016          2017

CO2 gesamt ohne Photovoltaik                    t              41,35      28,69   27,59    32,08         34,21

CO2 / Gemeindemitglied                          t                0,03      0,02    0,02     0,02          0,03

Jährliche Emissionen von sonstigen Schadgasen: Zu weiteren Emissionen (NOx, SO2, Staubpartikel, ...) liegen
uns keine Angaben vor; aufgrund der vorhandenen Anlagengröße sind diese für die Kirchengemeinde nicht
wesentlich.

                                                                                                   35

                                                                                           29.03.2018
6.4. Bewertung der direkten und indirekten Umweltaspekte
Für Wolfach sind die Umweltaspekte folgendermaßen von Bedeutung (siehe dazu Abbildung 11).
Zahlen in Klammern stehen für die Prioritätenreihenfolge:

Wärme (1) und Strom (2)

Als sehr hoch wird bei der (Heiz)Wärme und bei der Stromversorgung die Auswirkung auf die Umwelt
als auch das Veränderungspotential angesehen. Durch den Gemeindehaus-Neubau werden hohe
Einsparungen beim Verbrauch und den Kosten der Heizenergie sowie durch die Umstellung auf LED-
Beleuchtung erwartet. Diese Auswirkungen sind dadurch auch sehr schnell umzusetzen bzw. zu
erreichen.

Papier (3)

Beim Papierverbrauch ist die Umweltauswirkung im mittleren Bereich anzusiedeln mit einem hohen
Maß an Veränderung, da die Umstellung gänzlich auf Recycling erfolgen soll. Im Moment ist der
Anteil daran noch sehr gering.

Beschaffung (4)

Die Beschaffung hat auch eine hohe Auswirkung und ist aber nur mittelmäßig bei den
Veränderungsmöglichkeiten anzusetzen. Die Umstellung kann nur langsam erfolgen. Es sollen
zukünftig vermehrt faire, zertifiziert-ökologische und regionale Produkte in den verschiedenen
Bereichen erworben werden.

Fortbildung (5)

Sie liegt in der Auswirkung im mittleren oberen, fast             hohen   Bereich,   jedoch als
Veränderungsmaßnahme zunächst nachrangig anzusehen.

Interne Kommuniktion (6), Öffentlichkeitsarbeit (7), Reinigung (8), Verkehr (9), Abfall (10) und
Wasser (11)

Sind teilweise in der Auswirkung im mittleren Bereich zu finden, aber die Möglichkeiten der
Änderung sind mittel bis eher niedrig anzusehen.

                                                                                              36

                                                                                       29.03.2018
6.5. Umweltprogramm 2018-2021
Tabelle 26: Umweltprogramm Wolfach 2018-2021

Ziele                           konkrete Maßnahme                    Zeitziel   Verantwortlicher

Wärme einsparen                 Neubau Gemeindehaus. Wir planen      Q4         Kirchengemeinderat
                                den Neubau nach heutigen             2019
                                Energiestandards und erwarten eine
                                gravierende Senkung der
                                benötigten Heizenergie, die aber
                                schwer in Zahlen zu
                                prognostizieren ist
Strom einsparen                 Neubau Gemeindehaus: so weit wie     Q3         Michael Gleich
                                möglich LED Lampen einsetzen         2019

Versiegelte Fläche              Neubau Gemeindehaus: 20% weniger     Q3         Michael Gleich
reduzieren                      versiegelte Fläche                   2019

Mehr Menschen kommen            Neubau Gemeindehaus: einladender     Q3         Michael Gleich
mit dem Fahrrad zur Kirche      Fahrradabstellplatz (Überdachung,    2018
                                Diebstahlschutz)

WC Papier von 100%              Einkaufsverhalten ändern             Q2         Michaela Harter
weißem auf 100 %                                                     2018
Recycling-Papier

Papierverbrauch ändern:         Im Pfarramt grundsätzlich auf        Q4         Stefan Voß
von                             Recycling-Papier drucken, nur        2018
15.000 Blatt weiß / 3000        aus besonderem Anlass weißes
Blatt                           Papier.
Recycling (2017) auf 3000
weiß / 15.000 Recycling

                                                                                                    37

                                                                                             29.03.2018
7. Gültigkeitserklärung
Erklärung des Umweltgutachters zu den Begutachtungs- und Validierungstätigkeiten
Der für die KPMG Cert GmbH Umweltgutachterorganisation mit der Registrierungsnummer DE-V-
0328 Unterzeichnende, Georg Hartmann, EMAS-Umweltgutachter mit der Registrierungsnummer DE-
V-0245 akkreditiert oder zugelassen für den Bereich NACE 94 und 85, bestätigt, begutachtet zu
haben, ob die gesamte Organisation, wie in der Umwelterklärung 2018 der Evangelischen
Kirchengemeinden Wolfach und Kirnbach angegeben, alle Anforderungen der Verordnung (EG) Nr.
1221/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009 über die freiwillige
Teilnahme von Organisationen an einem Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und
Umweltbetriebsprüfung (EMAS)* erfüllt.
Mit der Unterzeichnung dieser Erklärung wird bestätigt, dass
•   die Begutachtung und Validierung in voller Übereinstimmung mit den Anforderungen der
    Verordnung (EG) Nr. 1221/2009* durchgeführt wurden,
•   das Ergebnis der Begutachtung und Validierung bestätigt, dass keine Belege für die
    Nichteinhaltung der geltenden Umweltvorschriften vorliegen,
•   die Daten und Angaben der Umwelterklärung der Organisation ein verlässliches glaubhaftes und
    wahrheitsgetreues Bild sämtlicher Tätigkeiten der Organisation innerhalb des in der
    Umwelterklärung angegebenen Bereichs geben.
Diese Erklärung kann nicht mit einer EMAS-Registrierung gleichgesetzt werden. Die EMAS-
Registrierung kann nur durch eine zuständige Stelle gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009
erfolgen. Diese Erklärung darf nicht als eigenständige Grundlage für die Unterrichtung der
Öffentlichkeit verwendet werden.

                                       29.03.2018
_______________                        ___________
Georg Hartmann                         Datum
Umweltgutachter
KPMG Cert GmbH
Umweltgutachterorganisation
Barbarossaplatz 1a
50674 Köln
* in Verbindung mit Verordnung (EU) 2017/1505

                                                                                                38

                                                                                         29.03.2018
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