WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark

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WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
WANDERTOURISMUS
            IN DEUTSCHLAND 2018

   Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der
          Wanderer entlang der Customer Journey

B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM DEUTSCHEN WANDERVERBAND
                                                                  B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG   1
WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Inhalt 2
    Hintergrund und Zielsetzung.................................................................................................. 3
    Untersuchungsdesign ................................................................................................................... 4

    Kurzprofil der Wanderer in der Untersuchung ........................................................................ 5
    Wanderhäufigkeit ........................................................................................................................ 5
    Weitere Outdoor-Aktivitäten der Wanderer................................................................................. 6
    Digitales Verhalten........................................................................................................................ 7

    Grundlagen Wandertourismus............................................................................................... 8
    Definition...................................................................................................................................... 8
    Volumenmarkt Wandern .............................................................................................................. 9
    Wirtschaftliche Bedeutung ........................................................................................................... 9
    Präferenzen der Wanderer.......................................................................................................... 10
    Key Facts zum Wandertourismus................................................................................................ 12

    Customer Journey................................................................................................................ 14
    Vor der Reise .............................................................................................................................. 14
    Aufenthalt im Zielgebiet ............................................................................................................. 14
    Nach der Reise............................................................................................................................ 14

    Die Phasen des Reiseprozesses............................................................................................. 16
    Inspirationsphase ....................................................................................................................... 16
    Informationsphase ..................................................................................................................... 18
    Aufenthalts- und Erlebnisphase.................................................................................................. 22
    Einstellung der Befragten zur traditionellen Navigation.............................................................. 26
    Einstellung der Befragten zur mobilen Navigation...................................................................... 28
    Reflektions- und Dialogphase ..................................................................................................... 30
    Fazit............................................................................................................................................ 32

    Empfehlungen..................................................................................................................... 34

    Weitergehende Forschungsfragen und Handlungsbedarf...................................................... 36

    Literatur- und Quellenverzeichnis............................................................................................... 38
    Impressum.................................................................................................................................. 38
    BTE Tourismus- und Regionalberatung........................................................................................ 39

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WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
ße Unterschiede. Manche wollen frei von Technik
                                                        wandern, abschalten und Natur genießen, ande-
                                                        re nutzen digitale Medienganz selbstverständlich
                                                        auch während der Wanderung und wieder andere
                                                                                                                          Hintergrund
                                                                                                                      und Zielsetzung
                                                        wollen digitale Medien als Zukunftstechnologie
                                                        beim Wandern erproben.

                                                        Als Berater empfehlen wir die Entwicklung von
Mathias Behrens-Egge      Dr. Alexander Schuler         authentischen Reiseerlebnissen und regen gleich-
Geschäftsführer BTE       Geschäftsführer BTE           zeitig an, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu
                                                        erkennen und diese z. B. in der Produktentwick-
Die Digitalisierung hat alle Lebensbereiche erfasst     lung und Kommunikation zu nutzen. Wie passt das
und ist längst ein fester Bestandteil der Tourismus-    zusammen?
branche geworden. 87 % der Deutschen nutzen di-
gitale Medien, davon 86 % täglich (Destatis 2018).      Die hier vorgelegte Studie liefert eine Übersicht
44 % der Deutschen informieren sich vor der Reise       über die Kern-Ergebnisse der Befragungen. Auf-
über mobile Endgeräte, 32 % auch während der            bauend ziehen wir Schlussfolgerungen für den
Reise (FUR 2017).                                       Einsatz und die Weiterentwicklung digitaler Diens-
                                                        te für Wanderer und geben Empfehlungen für die
Wenn 87 % der Deutschen digitale Medien nutzen          praktische Arbeit in den Destinationen.
und 70 % aller Deutschen wandern (IMT 2013),
muss es eine erhebliche Schnittmenge geben. Die-        Wir hoffen, dass die Studie Ihnen Anregungen und
se Schnittmenge beleuchten wir mit der hier vorge-      Impulse für die Arbeit bietet.
legten Studie. Wir hinterfragen, wie die Wanderer
sich in Bezug auf die digitalen Medien und Instru-      Weitere differenzierte Daten aus den Befragungen
mente verhalten und diese entlang der Customer          liegen uns vor. Sprechen Sie uns gern an, wenn Sie
Journey in welcher Intensität nutzen.                   mehr erfahren möchten.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wander-
verband haben wir eine bevölkerungsrepräsentati-
ve Stichprobe von Wanderern sowie Mitglieder des
Deutschen Wanderverbandes zu ihrem „digitalen
Wanderverhalten“ befragt. Diese Antworten lie-
fern differenzierte Einblicke in die digitalen Präfe-   Mathias Behrens-Egge           Dr. Alexander Schuler
renzen und Nutzungsmuster der Wanderer. Bereits         Geschäftsführende Gesellschafter BTE
hier sei verraten: Unter Wanderern bestehen gro-

                                                                                                               B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG   3
WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Abb. 1:
              Datenbasis
               Altersdurchschntt der Befragten
                                                                      Untersuchungsdesign
    Teilnehmer der Haushaltsbefragung (n=1.026)                       Die vorliegende Studie zum digitalen Verhalten der          Die Befragung beider Stichproben erfolgte online
                                                                      Wanderer 2018 basiert auf zwei Befragungen:                 mit Hilfe weitgehend geschlossener Fragen (=
                                                                                                                                  vorgegebene Antwortmöglichkeiten). Der Frage-
                                                                      1.   In einer repräsentativen Haushaltsbefragung            bogen wurde in Abstimmung mit dem Deutschen
                                                                           im Oktober und November 2017 wurden ins-               Wanderverband entwickelt.
                                                                           gesamt 1.026 Teilnehmer online befragt. Die
                                                                           Stichprobe ist repräsentativ im Hinblick auf           Die Ergebnisse der Untersuchung werden ergänzt
                                                                           Altersgruppen, Geschlecht und Wohnort (Bun-            durch weitere Daten und Fakten zum Wander-
                                                                           desland). Die Befragung wurde auf Wanderer             tourismus. Wichtige Quellen sind hierbei:
                                                                           zugeschnitten, d. h. Nicht-Wanderer wurden
                                                                           nach einer entsprechenden Einstiegsfrage               ▪▪   BMWi (2010): Grundlagenuntersuchung Frei-
                                                                           nicht weiter befragt und sind nicht Teil der                zeit- und Urlaubsmarkt Wandern, Berlin
                                                                           Stichprobe.
                                                                                                                                  ▪▪   BTE (2017): Naturtourismus Deutschland 2016,
                                                                      2.      Die repräsentative Haushaltsbefragung wurde              Berlin
                                                                              ergänzt durch eine Befragung von 616 Mit-
      Mitglieder des DWV (n=616)
                                                                              gliedern des Deutschen Wanderverbandes              ▪▪   FUR (2017): Reiseanalyse, Kiel
                                                                              (DWV) von Dezember 2017 bis Februar
                                                                              2018. Diese Stichprobe bewerten wir als aus-        ▪▪   Ostfalia Hochschule für angewandte Wissen-
        5
                                                                              sagekräftig
                                                                  B T E TOURISMUS‐              für engagierte und organisierte
                                                                                   UND REGIONALBERATUNG                                schaften (2018): Wandermonitor 2017, Salzgit-
                                                                              Wanderer (viele Teilnehmer sind zertifizierte            ter
                                                                              DWV-Wanderführer). 45 % der antwortenden
                                                                              Mitglieder des DWV sind älter als 66 Jahre. Der     ▪▪   PROJECT M (2014): Wanderstudie ‒ Der deut-
                                                                              Altersdurchschnitt im Sample beträgt 62 Jahre,           sche Wandermarkt, Trier
                                                                              73 % sind männlich. Die Wohnorte der Antwor-
                                                                              tenden liegen überwiegend in Hessen (25 %,          ▪▪   Statistisches Bundesamt (Destatis) (2018): Pri-
                                                                              Sitz des DWV), Bayern (20 %) und Baden-Würt-             vate Haushalte in der Informationsgesellschaft
                                                                              temberg (17 %). NRW und die nördlichen Bun-              (IKT), Fachserie 15 Reihe 4, 2017, Wiesbaden
                                                                              desländer sind unterrepräsentiert.
                                                                                                                                  Ein Quellenverzeichnis findet sich auf der letzten
                                                                                                                                  Seite der Studie.

    © BTE/DWV 2018

                          B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG
4
WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Wanderhäufigkeit
An der Befragung wurden ausschließlich Wanderer
beteiligt. Die Antworten der Bevölkerungsstichprobe
zur Häufigkeit der Ausübung der Aktivität bestäti-
gen die vorliegenden Erkenntnisse anderer Unter-
                                                                                                                                         Kurzprofil der
                                                                                                                                       Wanderer in der
suchungen (vgl. BMWi 2010; PROJECT M 2014): Es
dominieren die „Gelegenheitswanderer“. Nur 27 %
wandern regelmäßig.

Gewandert wird in allen Altersgruppen. Wandern

                                                                                                                                        Untersuchung
ist eine Freizeitaktivität die tatsächlich von allen Al-
tersgruppen ausgeführt wird. Mit dem Alter verän-
dert sich jedoch die Wanderintensität: So wandern
ältere Altersgruppen z. B. mit 42 % deutlich häufiger
regelmäßig als jüngere. Das ergaben auch bereits äl-
tere Studien (vgl. BMWi 2010; PROJECT M 2014). Die
Wanderhäufigkeit steigt mit dem Alter an.                            Abb. 1: Wander-Häufigkeit der Befragten

Das Ergebnis für die Mitglieder des DWV bestätigt
                                                                                                                            Im Maßstab formatiert !
die o.g. Aussage der im Alter steigenden Wander-
                                                           Abb. 2:   Wander-Häufigkeit der Befragten
häufigkeit nachdrücklich: 83 % geben an, mehrmals
im Monat zu wandern.

                                                                                                            Regelmäßig
                                                                                  27%                     mehrmals im Monat
                                                                                                                                                                               83%

                                                                                                           Gelegentlich
                                                                         46%                      mehr als ein bis zweimal pro Jahr
                                                                                                                                                       16%

                                                                                                             Eher selten
                                                                                  27%            weniger als ein- bis zweimal pro Jahr          1%

                                                           © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus in Deutschland 2018; Frage: „Wie häufig wandern Sie?“; n=1.026 (Haushalts-
                                                           befragung) und n=616 (Befragung Mitglieder Wandervereine)

                                                                                                   B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland

                                                                                                                       B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                                     5
WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Weitere Outdoor-
                                                                                                                                       Aktivitäten der Wanderer
                                                                                                                                       Wanderer gehen nicht nur Wandern, sie interessieren
                                                                                                                                       sich auch für viele weitere Outdoor-Aktivitäten. Mit
                                                                                                                                       anderen Worten: wer wandert, fährt auch Rad oder
                                                                                                                                       widmet sich anderen Aktivitäten in der Natur. Ange-
                                                                                                                                       sichts des höheren Durchschnittsalters der DWV-Mit-
                                                                                                                                       glieder erstaunt die Übereinstimmung der Ergebnisse
                                                                                                                                       mit der deutlich jüngeren Bevölkerungsstichprobe.

           Abb. 2: Beteiligung der Wanderer an weiteren Outdoor-Aktivitäten

                                              Im Maßstab formatiert !
    Abb. 3:   Nachfrage der Wanderer nach weiteren Outdoor-Aktivitäten

           74%                                               Radfahren                                                      71%

                             40%                               Joggen                             18%

                                     14%                 Mountainbiking                     11%

                                       11%                    Klettern                  5%
                                         9%                 Geocaching                      10%
                                          8%                   Reiten                  1%

                                          8%            Wasserwandern                   5%

                                             3%           Trail-Running                 4%
                                           18%               Sonstiges                           32%

    © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus in Deutschland 2018; Frage: „Abgesehen vom Wandern: Welche
    Outdoor-Aktivitäten betreiben Sie, zumindest gelegentlich?“; n=1.026 (Haushaltsbefragung) und n=616 (Befragung Mit-
    glieder Wandervereine)
       5                                 B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland

6
WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Digitales Verhalten                                                  Abb. 3: Häufigkeit der Internetnutzung unter den befragten Wanderern
Die Digitalisierung ist tief im Alltag der Bevölke-                                        Im Maßstab formatiert !
rung verankert: 2017 hatten 87 % der Deutschen                              Haushalts-Sample                   DWV-Sample
einen Internetzugang, den sie täglich oder fast        Abb. 4:       Häufigkeit der Internetnutzung unter den befragten Wanderern
täglich nutzen. 81 % der Deutschen verfügen über
Smartphones oder mobile Endgeräte und nutzen
diese als Zugang ins Internet. Dabei hat die Digita-
lisierung auch längst ältere Altersgruppen durch-
drungen: 77 % der 45 bis 64-Jährigen und 50 % der
Altersgruppe 65+ nutzen einen mobilen Zugang
zum Internet (Destatis 2018).
                                                                     96%                                                       Täglich                                                      92%
Die Befragung der Wanderer für die hier vorge-
                                                                                                   3%                       Wöchentlich                  7%
legte Studie erfolgte online. Der geringe Teil der
Bevölkerung ohne Internetnutzung wird über die
                                                                                                             >1%              Monatlich                  1%
Studie nicht erfasst.
                                                                 Abb. 4: Häufigkeit der mobilen Internetnutzung der Wanderer
Die in der Befragung erreichten Wanderer nutzen        © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus in Deutschland 2018; Frage: „Wie häufig nutzen Sie das Internet?“,
                                                       n=1.026 (Haushaltsbefragung) und n=616 (Befragung Mitglieder Wandervereine)
das Internet überwiegend täglich (vgl. Abb. 4). Das
                                                                                                           Im Maßstab formatiert !
Antwortverhalten ist in der Gruppe der (deutlich
älteren) Befragten des DWV weitgehend identisch:
92 % sind täglich im Internet, 7 % nur wöchentlich.    Abb. 5:   7   Häufigkeit der mobilen Internetnutzung
                                                                                                        B T E der WandererUND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland
                                                                                                              TOURISMUS‐

Auch mobil wird das Internet stark genutzt: 75 %
der in der Studie befragten Wanderer der Haus-               75%                                                               Täglich                                      46%
haltsbefragung nutzen das mobile Internet täglich.
Bei den (im Schnitt deutlich älteren) Mitgliedern                                                  12%                     Wöchentlich               13%
des DWV ist die Nutzungsrate mit 46 % täglich und
13 % wöchentlich ebenfalls hoch, aber deutlich un-                                                           2%              Monatlich                  4%
ter dem Bevölkerungsdurchschnitt. 22 % der Mit-
glieder des DWV nutzen das mobile Internet nicht.                                                         7%                  Seltener               15%
Angesichts des digitalen Verhaltens der nachkom-
menden Altersgruppen wird dieser Wert in abseh-                                                            5%                     Nie                     22%
barer Zeit sinken.

                                                       © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus in Deutschland 2018; Frage: „Wie häufig gehen Sie unterwegs, d. h. mit mo-
                                                       bilen Endgeräten (Smartphone, Tablet) ins Internet?“; n=1.026 (Haushaltsbefragung) und n=616 (Befragung Mitglieder Wan-
                                                       dervereine)

                                                                                                      B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland

                                                                                                                           B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                                       7
WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Definition
Grundlagen                                                                    Wandern gilt als bewusste, geplante Bewegung auf
                                                                              einem Weg in der Landschaft mit einem Minimum an
                                                                              geeigneter Ausrüstung (z. B. feste Schuhe, Mitführen
                                                                              von Verpflegung im Rucksack) von mindestens einer

Wandertourismus
                                                                              Stunde Dauer (BMWi 2010). Die durchschnittliche
                                                                              Tageswanderung der Deutschen ist rund 9 km lang
                                                                              und dauert 3 Stunden Im Rahmen einer Strecken-
                                                                              wanderung werden durchschnittlich 19 km am Tag
                                                                              zurückgelegt, bis zu 25 km sind üblich. Längere Stre-
                                                                              cken sind ambitioniert, sportlich oder sogar extrem
                                                                              bis hin zu 24 Stunden oder 100 km Wanderungen.

                                                                              Gewandert wird im Rahmen von Tagesausflügen
                                                                              (ohne Übernachtung) und im Rahmen eines Ur-
                                                                              laubes oder Kurzurlaubes. Wanderungen werden
                                                                              unterschieden in Tages-/Halbtagestouren und Stre-
                                                                              ckenwanderungen (Mehrtagestouren, Wanderung in
                                                                              mehreren Etappen). Sternwanderungen sind mehr-
                                                                              tägige Wanderaktivitäten an einem Urlaubsort bei
                                                                              festem Quartier, d. h. eine Aneinanderreihung von
                                                                              Tagestouren ab dem Urlaubsort.

                                                                              Der mit Abstand größere Markt der Urlaubswande-
                                                                              rungen sind Tagestouren: rund 80 % der Wande-
                                                                              rungen im Urlaub werden als Tageswanderungen
                                                                              durchgeführt. Die durchschnittliche Länge der Ta-
                                                                              geswanderungen beträgt 9,5 km. Dies spricht für
                                                                              eine hohe Bedeutung von Halbtagestouren. 87 %
                                                                              der Tageswanderer wollen Rundwege, die an einem
                                                                              Wanderparkplatz starten. Viele Wanderer reisen mit
                                                                              dem Auto an. Der kleinere Teil des Marktes der Ur-
            Im Unterschied zum Wandern gilt Spazierengehen als ungeplante,    laubswanderungen sind Mehrtageswanderungen
            spontane Aktivität. Dazu zählen die „kleine Runde nach dem Es-    (mit einer durchschnittlichen täglichen Etappenlän-
            sen“, das „Beine vertreten“ oder „rausgehen“. Spaziergänge wer-   ge von 18,7 km) (DWV 2010).
            den ohne besondere Ausrüstung unternommen und sind kürzer
            als Wanderungen.

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WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Volumenmarkt Wandern
Das Gesamtvolumen der Wanderungen der Deut-            bisher zählbaren Ausgaben bestehen weitere Poten-
schen (in Freizeit und Urlaub) addiert sich auf rund   ziale: Wanderer würden gern häufiger einkehren, als
380 Mio. Wanderungen pro Jahr bzw. 3,6 Mrd. ge-        das Angebot an den Wanderwegen es erlaubt (Ost-
wanderte km pro Jahr. Nahezu jede Destination in       falia 2018).
Deutschland bietet Wanderungen im Portfolio. Das
gilt zunehmend auch für das norddeutsche Flach-        Eine Gesamtbetrachtung der ökonomischen Effek-
land, denn die Marktforschung hat gezeigt, dass        te des Wandertourismus ergab im Jahr 2010, dass
die Mittelgebirge als Wanderlandschaften von rund      jährlich zwischen 11 und 11,5 Mrd. Euro im Kontext
50 % der Wanderer bevorzugt werden, aber rund ein      der Aktivität Wandern ausgegeben werden (BMWi                 Abb. 6:   Bevorzugte Wanderlandschaften
Drittel der Wanderer leichte Wanderungen im Fla-       2010).
chen präferieren.                                                                                                                             2%
                                                       Der Anteil der Wanderer in der Bevölkerung ist von
                                                       2010 (56 %, vgl. BMWi 2010) bis 2014 (rd. 70 %, vgl.

Wirtschaftliche                                        PROJECT M 2014) deutlich angestiegen.

                                                       Vor diesem Hintergrund ist wahrscheinlich, dass die
                                                                                                                                     21%                 29%

Bedeutung                                              wirtschaftliche Bedeutung von Wandern ebenfalls
                                                       deutlich zugenommen hat.

Der Volumenmarkt Wandertourismus hat einen
bedeutenden Anteil am Wirtschaftsfaktor Touris-                                                                                             49%
mus in Deutschland. Befragungen von Wanderern
haben ergeben, dass übernachtende Wanderer in              Übernachtende Wanderer
den Zielgebieten rund 57 Euro pro Tag ausgeben,
Tagesgast-Wanderer 15,50 Euro pro Tag. Auch für
einzelne Produkte bzw. Wanderregionen konnten
                                                           geben in den Zielgebieten                                            leichte Wanderungen im
                                                                                                                                Flachen

bereits hohe regionalwirtschaftliche Effekte nach-
gewiesen werden: so etwa für die Traumpfade im
                                                           rund 57 Euro pro Tag aus,                                            moderate Wanderungen, leicht
                                                                                                                                hügeliges Gelände

Rhein-Mosel-Eifel-Land 3,1 Mio. Euro im Jahr (BTE
2012) oder für den Rothaarsteig 49 Mio. Euro im Jahr       wandernde Tagesgäste                                                 anspruchsvolle Wanderungen,
                                                                                                                                große Höhenunterschiede

(Rothaarsteigverein e.V. 2018).                                                                                                 alpine Klettersteige

Hinzu kommen Ausgaben für Ausrüstung und Ver-
                                                           15,50 Euro pro Tag.                                  15                                    B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verb
                                                                                                                     © BTE/DWV 2018, verändert nach BMWI (2010, S. 27);
kehrsleistungen außerhalb der Zielgebiete. Über die                                                                  n=1.698 (aktive Wanderer)

                                                                                                              B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                                  9
WANDERTOURISMUS IN DEUTSCHLAND 2018 - Ergebnisse einer Befragung zum digitalen Verhalten der - Tourismus Uckermark
Präferenzen der
                                                                                                                                Wanderer
                                                                                                                                Hauptmotive der Wanderer sind „Natur erleben“,
                                                                                                                                „sich bewegen/aktiv sein“, „etwas für die Gesund-
                                                                                                                                heit tun“ und „eine Region erleben“ (BMWi 2010;
                                                                                                                                PROJECT M 2014), Dies deckt sich auch mit den
                                                                                                                                Ergebnissen unserer Studie zum Naturtourismus in
                                                                                                                                Deutschland (BTE 2017).

                                                                                                                                Wanderer wünschen und erwarten v. a. (DWV Ser-
     Abb.Abb.
          7:7: Qualitätsansprüche                                                                                               vice 2015a):
                 Qualitätsansprüche der Wandererder Wanderer
                                                                                                                                ▪▪   einen hohen Anteil naturnaher Wege: schmale,
                                                                                                                                     geschwungene Pfade, Erd- und Graswege
                        Beschilderung/Wegweiser                                                       90%
                                                                                                                                ▪▪   „schöne“ Landschaft, definiert als: waldreich,
                                Wegemarkierungen                                                    86%                              natürliche Stille, frische Luft, attraktive Aussich-
          Einbindung des Weges in die Landschaft                                                    85%
                                                                                                                                     ten, frei von Störungen, z. B. durch Lärm oder
                                                                                                                                     sichtbare technische Bauwerke
                 Absicherung von Gefahrenstellen                                                 80%
                                                                                                                                ▪▪   Abwechslungsreichtum, wechselnde Land-
                           Erreichbarkeit mit ÖPNV                                               79%                                 schaftsbilder, Wechsel der Wegeformate
                   Oberflächenqualität des Weges                                            70%                                 ▪▪   Einkehrmöglichkeiten an der Strecke
                            Informationstafeln und                                                                              ▪▪   eindeutige Markierung, Beschilderung
                                                                                            69%
                                  Übersichtskarten

                        Einfache Rastmöglichkeiten                                        65%                                   ▪▪   Ausstattung mit Infrastruktur: Bänke, Rastplätze
                             Einkehrmöglichkeiten/
                                                                                    53%                                         ▪▪   Einkehrmöglichkeiten
                              gastronom. Angebote
                           Umfangreiche Rast- und
                                                                                45%
                            Picknickmöglichkeiten                                                                               Die Bedarfe der Wanderer nach Naturerlebnis und
                 Anbindung an ÖPNV/Sammeltaxe                                40%                                                Kontemplation scheinen zunächst der Nutzung digi-
                                                                                                                                taler Medien zu widersprechen. Unsere Befragung hat
                           Angebote Wanderbusse                          32%                                                    jedoch gezeigt: digitale Dienste werden auch während
                                                      0%        20%       40%      60%       80%       100%
                                                                                                                                der Wanderung genutzt, v. a. für die Navigation, Wet-
                                                                                                                                tervorhersage und Informationen zum Zielort.

          © BTE/DWV 2018, verändert nach BMWi 2010 (S. 77); n= 4.022 (Vor-Ort-Befragung)
17                                B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland

     10
Wenn die Wanderer die Natur genießen – wollen sie dann
wirklich auf einen Bildschirm schauen?
Rund 40 % wollen das nicht. Ebenfalls äußern aber rund 60 % der befragten Wanderer ihr
Interesse an der Nutzung mobiler Navigation (vgl. S. 26 ff.). Entsprechend differenziert sollte
das Angebot einer Wanderregion sein.

                                   B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                          11
Keyfacts                                                2
                                                Gesamtvolumen der
zum Wandertourismus                         Wanderungen der Deutschen
                                              (in Freizeit und Urlaub):

                                                       380 Mio.

                         1                         Wanderungen/Jahr

                                                        3,6 Mrd.
                                                                                              3
                   Rund 70 %                       gewanderte km/Jahr         Gewandert wird in allen
             der Deutschen wandern.                                               Altergruppen.

                          35 %
                        eher selten

                          23 %
                       gelegentlich

                                                                                          häufiger
                          11 %                                            Ältere wandern
                       regelmäßig                                                als Jüngere.

                   Quelle: PROJECT M 2014

12
4
Nahezu jede Destination                                          Wandern =
 in Deutschland bietet                                           • bewusste, geplante Bewegung auf einem Weg in der Land-
                                                                   schaft
 Wandern im Portfolio
                                                                 • mit einem Minimum an geeigneter Ausrüstung (z. B. feste
                                                                   Schuhe, Mitführen von Verpflegung im Rucksack)
                                                                 • von mindestens einer Stunde Dauer (BMWi 2010).

                                                  5              Die durchschnittliche Tageswanderung der Deutschen ist rund
      30 %                                 Dies gilt zunehmend   9 km lang und dauert 3 Stunden.
                                                                 Im Rahmen einer Streckenwanderung werden durchschnittlich
 präferieren leichte                        auch für das nord-   19 km am Tag zurückgelegt, bis zu 25 km sind üblich.
  Wanderungen im
      Flachen                               deutsche Tiefland.   Längere Strecken sind ambitioniert, sportlich oder sogar extrem
                                                                 bis hin zu 24 Std. oder 100 km Wanderungen.

                           50 %
                         bevorzugen
                       die Mittelgebirge

          20 %
      wünschen sich
    anspruchsvolle Wan-
         derungen

                                                                 B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                             13
Unsere Befragung zielte auf die Bedeutung on-           gebiete, Bewertungs- und Buchungsprotale sowie
                                         line-basierter Medien beim Wandern entlang der ge-      digitale Karten wie Google Maps oder Routenpor-

Customer                                 samten Customer Journey. Welche Medien werden
                                         in den unterschiedlichen Phasen genutzt, welche Be-
                                         deutung haben sie und welche Inhalte sind relevant?
                                                                                                 tale wie Outdooractive oder Komoot. Wichtige
                                                                                                 analoge Informationsgeber sind auch Freunde und
                                                                                                 Bekannte sowie Printmedien und Wanderkarten.

Journey                                  Vor der Reise
                                         Vor einer Wanderung stehen die Reiselust und das
                                         Interesse für eine Wanderregion oder eine konkre-
                                                                                                 Aufenthalt Im Zielgebiet
                                                                                                 Ist es gelungen, das Interesse des Gastes zu we-
                                                                                                 cken und ihn für eine Tageswanderung oder eine
                                         te Wanderung. Dafür muss es den Organisatoren           Wandertour zu gewinnen, muss die geweckte Er-
                                         des Zielgebietes bzw. des Wanderproduktes gelin-        wartung (das Qualitätsversprechen) auch erfüllt,
                                         gen, die potenziellen Kunden anzusprechen. In Zei-      besser noch übertroffen werden. Hier sind Quali-
                                         ten überbordender Werbung und ständig einpras-          tät in Produkt und Service gefragt, z. B. freundliche
                                         selnder Informationen ist das gar nicht leicht.         und kundige Wandergastgeber, spektakuläre, ab-
                                                                                                 wechslungsreiche Wanderungen auf gut markier-
                                         Die Inspiration für eine Tagestour oder einen Wan-      ten Wegen oder Einkehrmöglichkeiten mit regiona-
                                         derurlaub können durch positive Berichte von            len Spezialitäten.
     Der Begriff „Customer Journey“      Freunden und Bekannten, teilweise auch bei Face-
                                         book, Instagram, YouTube, WhatsApp oder ande-

     beschreibt den Reiseprozess aus     re soziale Netzwerke erfolgen. Häufig setzen auch
                                         Fernsehberichte, Artikel in Zeitungen oder (Fach-)
                                         Magazinen den Impuls für ein erstes Interesse.
                                                                                                 Nach der Reise
     Sicht des Gastes, grob unterteilt   Auch eigene Erfahrungen aus früheren Wander-
                                         touren können für einen erneuten Besuch inspirie-
                                                                                                 Nach der Reise ist vor der Reise: Der begeisterte
                                                                                                 Gast wird nun (hoffentlich) selbst zum Inspirations-
     in die Hauptphasen „vor“, „wäh-     ren („Damals war das so schön, da möchte ich noch
                                         einmal hin“). Das so geweckte Reiseinteresse („Da
                                                                                                 geber in seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Er
                                                                                                 berichtet, bewertet, zeigt Fotos und kommuniziert

     rend“ und „nach der Reise“.         will ich einmal hin“) gilt als Voraussetzung für eine
                                         spätere Buchung.
                                                                                                 in sozialen Netzwerken oder Tourenportalen.

                                                                                                 Nicht zuletzt besteht die Chance, einen begeister-
                                         Der Inspiration folgt die konkrete Reiseplanung. Der    ten Gast für einen erneuten Besuch zu gewinnen.
                                         Gast sucht Informationen über Wandertouren, Se-
                                         henswürdigkeiten, Unterkünfte und Bewertungen           In den nachfolgenden Kapiteln werden die Phasen
                                         anderer Gäste. Wichtigstes Informationsmedium           der Customer Journey mit aktuellen Daten und
                                         der Reisevorbereitung ist heute das Internet. Häu-      Fakten aus unserer Befragung untersetzt und erste
                                         fig besucht werden die Internetseiten der Reise-        Schlussfolgerungen gezogen.

14
Abb. 8:
          Customer
          Customer Journey der Wanderung
                                         Journey im Wandertourismus
             Reflektions- und                                                          Inspiration für eine Tageswanderung                Inspirations-
             Dialogphase                                                               oder einen Wanderurlaub
                                                                                                                                                 phase
                                                                                                     z.B. durch Freunde und Bekannte
             Bewerten von Wanderroute, Etappe
                oder Unterkunft auf Bewertungs-
                                                                                                             oder durch Bilder & Beiträge im
                          plattformen im Internet
                                                                                                             Internet, TV, Radio etc.

                       Kommentar auf
              Wanderplattform oder der                                                                                              Informations-
              Internetseite der Wander-
                                                                                                                     Suche nach Informationen
                                                                                                                                              phase
                   region hinterlassen
                                                                                                                     über die Wanderung oder die
                                                                                                                     Wanderregion

                  Teilen der Wander-
             erlebnisse mit Freunden
                                                                    Reisephasen                                        Planung der Wandertour oder
                                                                                                                       von einzelnen Etappen
                     und Bekannten
                      online wie offline
                                                                     des Gastes
                                                                                                                      Buchung der benötigten
                                                                                                                      Unterkünfte

                          Festhalten der
                Wandererlebnisse und                                                                          Durchführen der geplanten
              Highlights auf der Strecke                                                                      Wanderung

                                                                          während
               Information während der Wanderung
                                                                                                       Orientierung während der Wanderung über die
                 über den momentanen Standort, die
                                                                                                       klassische Beschilderung und Wegemarkierung
                aktuelle Wetterlage oder die nächste
                                                                                                       oder mittels moderner GPS-Navigation
                               Einkehrmöglichkeit

                                Einkehren in Wanderhütten, Gastwirtschaften &       Natur erleben,
                                      Restaurants um regionale Speisen und          Ruhe spüren,
                                                      Getränke zu genießen          Kraft tanken

                                                                Aufenthalts- Erlebnisphase
© BTE 2018
    1                                                                                                     B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG

                                                                                                             B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG        15
Die Phasen                                                                                                                              Inspirationsphase
                                                                                                                                        Zu Beginn einer jeden Reise steht die Inspiration ‒

des Reiseprozesses                                                                                                                      mit ihr beginnt die touristische Customer Journey
                                                                                                                                        (siehe Abb. 8). Die Inspiration ist der initiale Funke,
                                                                                                                                        der das Interesse für ein bestimmtes Erlebnis oder
                                                                                                                                        eine bestimmte Destination beim Gast entfacht. Die-
     Abb. 6: Inspiration und Impulsgeber für die Wanderung                                                                              se Inspiration kommt vor allem über die Berichte von
                                                                                                                                        Menschen. Die Top 3 Inspirationsquellen sind Freun-
       Abb. 9:                               ImfürMaßstab
                     Inspiration und Impulsgeber  die Wanderung formatiert !                                                            de und Bekannte, das Internet und die persönliche
                                                                                                                                        Erfahrung (vgl. Abb. 9).
         1        Freunde und Bekannte                                                                             58%
                                                                                                                                        Bei denjenigen, die das Internet als wichtige Ins-
         2
                                                                                                                 Genauere Betrachtung
                  Internet                                                                        42%                                   pirationsquelle angegeben haben, wollten wir das
                                                                                                                 in Abb. 10
        3         Persönliche Erfahrung                                                        39%
                                                                                                                                        noch etwas genauer wissen und haben entspre-
                                                                                                                                        chend nachgehakt (vgl. Abb. 10).
        4         Touristinformation vor Ort                          17%

        5         Prospekte, Kataloge                                 17%

        6         Zeitschriften/ Berichte                        12%

        7         Berichte im Fernsehen                          12%                                                                        Die Inspiration für eine
       sind
         Abb.
         9
               Berichte
       ©8BTE/DWV
            Sie auf
                    2018, im
                 7:die
               Messen
                             Radio Wandertourismus in Deutschland
                          Datenbasis:
                       Wanderregion/den
                     Inspiration    undWanderweg
                                                       3%
                                                 aufmerksam
                                        Impulsgeber
                                                      3%
                                                                  2018; Frage: „In Bezug auf Ihre letzte Wanderung(en), wie
                                                              geworden?“;
                                                         für die           n=1.026 via Internet
                                                                   Wanderung                                                                Wanderung kommt von
       Abb. 10:
        10
                     Inspiration und ImpulsgeberIm
                  Über einen Wanderverein
                  Internetseite der Region/
                                                 für dieMaßstab        formatiert !
                                                         Wanderung im Internet
                                                               2%                                                                           Menschen ‒ analog oder
         1                                                                                                              69%

         2
                  des Wanderweges
                  Vorschläge aus Onlinepor-
                  talen (z.B. GPSies,B TOutdooractive)
                                         E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG             33% Naturparke I EUROPARC Deutschland
                                                                             l Verband Deutscher
                                                                                                                                            zunehmend digital über die
         3        Facebook                                                        30%                                                       sozialen Medien.
         4        YouTube                                         15%

         5        Instagram                                     13%

         6        Blogs                                           6%

       ©7BTE/DWV     2018, Datenbasis: Wandertourismus in4%
               Pinterest                                    Deutschland 2018; Frage: „Wenn Sie über das Internet aufmerksam
       wurden: Wo genau haben Sie die Wanderregion entdeckt?“; n=432 (aus n=1.026 der Haushaltsbefragung; nur diejenigen,
       die
         8 das Twitter
               Internet als Inspirationsquelle angegeben haben)
                                                          2%

         9        Flickr                                       1%

16
Erkenntnisse

Persönliche und authentische Berichte inspirieren
Die Befragung zeigt, dass die ersten Impulse für den Besuch eines Wandergebietes v. a. über persönliche Berichte
oder Empfehlungen entstehen. Dies ist seit Jahrzehnten eine Konstante in der touristischen Marktforschung. Dabei
zeigt sich, je seltener jemand wandert, desto häufiger holt sie oder er sich Tipps von Freunden und Bekannten.

Das Internet ist vor allem bei regelmäßig Wandernden eine wichtige Inspirationsquelle
Im Internet inspirieren vor allem die Internetseiten der Wanderregion(en). Doch auch Onlineportale wie Outdoo-
ractive oder Komoot sind sehr wichtig. Die verschiedenen sozialen Medien, allen voran Facebook, folgen auf den
nächsten Plätzen. Dabei wird deutlich: je regelmäßiger jemand wandert, desto eher wird die Inspiration im Internet
gesucht, oder aber auf die persönliche Erfahrung gesetzt z. B. für den geplanten Tagesausflug.

Bedeutung der Touristinformationen: Totgesagte leben länger
Die nach wie vor zweistelligen Nennungen der TI als Inspirationsgeber zeigt die Bedeutung, die diese vor allem für
Gelegenheits- oder regelmäßige Wanderer haben. Die Gäste, die sich bereits für eine Region entschieden haben,
lassen sich vor Ort für eine bestimmte Wanderung inspirieren (und im Anschluss informieren). Dieses Ergebnis
unterstreicht die Bedeutung einer überzeugenden Wanderkompetenz in den Touristinformationen mit guter Bera-
tungsleistung und individuellen Tipps. Am Counter müssen Menschen stehen, die das Wanderangebot gut kennen
und die Inspirationsgeber für Wanderungen sein können.

Klassische Medien verlieren als Inspirationsgeber an Bedeutung
Medienberichte in Fernsehen und in Zeitschriften sind in der Bedeutung immer noch zweistellig, dies vor allem bei
Gelegenheits- und regelmäßig Wandernden. Hingegen wird das Radio oder der Messebesuch nicht mehr als inspirie-
rend empfunden. Dementsprechend sollten die Wanderregionen ihre Marketingmaßnahmen planen.

                                                                                                                     B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG   17
Während die Inspiration für eine Wande-                                          Informationsphase
                                                     rung vor allem auf analogen Kontakten                                            Information vor einer Wanderung
                                                     zu echten Menschen basiert, erfolgt die                                          Nach der Inspiration folgt die Information und damit
                                                                                                                                      die Entscheidung, ob das durch Inspiration aus-
                                                     Information vor der Wanderung in erster                                          gelöste Interesse tatsächlich zu einer Wanderung
                                                                                                                                      führt. Hier steht das Internet als Informationsmedi-

                                                     Linie digital.                                                                   um ganz oben, sicher auch aufgrund der schnellen
                                                                                                                                      Verfügbarkeit der Menge an potentiell verfügbaren
                                                                                                                                      Informationen und der Gewohnheit. Konkrete Hin-
                                                                                                                                      weise von Freunden und Bekannten sind, über die
                                                                                                                                      Inspiration hinaus, auch bei der Reisevorbereitung
                                                                                                                                      wichtig.
      Abb. 11: Informationsquellen zur Vorbereitung der Wanderung
     Abb. 11: Informationsquellen zur Vorbereitung der Wanderung
                                        Im Maßstab formatiert !                                                                       Nutzung des Internets zur Vorbereitung
      1       Internet                                                                                    62%
                                                                                                                       Genauere
                                                                                                                       Betrachtung    einer Wanderung
                                                                                                                       in Abb. 12
      2
                                                                                                                                      Im Zuge der Information über das Internet ist für
              Freunde und Bekannte                                                                    57%
                                                                                                                                      die befragten Wanderer die Internetdarstellung
      3       Persönliche Erfahrung                                                          47%                                      der Region bzw. des Wanderweges von heraus-
                                                                                                                                      ragender Bedeutung. Digitale Karten, Vorschläge
      4       Zeitungsberichte/Zeitschriften                                     32%                                                  aus Online-Portalen sowie Facebook folgen auf den
                                                                                                                                      weiteren Rängen. Die Bedeutung einer klassischen
       5      Prospekte/Kataloge/Broschüren                               24%                                                         Internetseite wird vielfach diskutiert aufgrund der
                                                                                                                                      zunehmenden Stärke der sozialen Medien, Google
      6       Messen                                                   21%
                                                                                                                                      oder TripAdvisor. Eine leistungsfähige Internetseite
      7       Berichte im Radio                                12%                                                                    der Wanderdestination steht aber aktuell nach wie
                                                                                                                                      vor im Mittelpunkt des Interesses der Wanderer (vgl.
      8       Berichte im Fernsehen                            11%                                                                    Abb. 12).

      9       Touristinformation vor Ort                          3%

      10      Über einen Wanderverein                            2%

     © BTE/DWV 2018, Datenbasis: BWandertourismus
                                     T E TOURISMUS‐ UND in
                                                        REGIONALBERATUNG l Verband
                                                           Deutschland 2018;       Deutscher
                                                                              Frage:  „WelcheNaturparke I EUROPARC Deutschland
                                                                                                 Informationsquellen     nutzen Sie
     hauptsächlich bei der Vorbereitung der Wanderung?“; n=1.026

18
Während der Wanderung wahrscheinlich
eher „Naturgenuss pur“, aber welche
Rolle spielen digitale Lösungen zur
Vorbereitung der Reiseentscheidung und
der Wanderung?

                                                                      Abb. 9: Online-Informationsquellen zur Vorbereitung der Wanderung
                                                            Abb.12:     Online-Informationsquellen zur Vorbereitung
                                                                                                          Im Maßstabder Wanderungformatiert !
Zur Vorbereitung der Tageswanderung oder des Wan-
derurlaubes ist das Internet auf Platz 1 der Informati-                Internetseite d. Wander-
                                                              1                                                                                                             82%
onsquellen. Hierzu zählen allen voran die Internetseite                region/d. Wanderwegs
                                                                       Digitale Karten
der vielleicht von Freunden empfohlenen Wanderregion.        2         z.B. Google Maps, OSM
                                                                                                                                                 54%

Digitale Karten sind ebenso wichtig und folgen auf Platz     3         Vorschläge aus
                                                                       Onlineportalen
                                                                                                                          29%
2. An digitalen Lösungen zur Informationsbeschaffung         4        Facebook                                           28%
geht somit kein Weg vorbei und der relevante Content          5       YouTube                                  18%
gehört in die verschiedenen Medien, um dort von Gast
                                                             6        Instagram                          11%
gefunden zu werden.
                                                             7        Blogs                                         10%
Interessant ist, dass sich bei den klassischen Medien
                                                             8        Pinterest                              3%
die Bedeutung der Touristinformation bei der Inspi-
                                                             9        Twitter
ration auf einem vierten Platz hält, für die detaillierte                                                    2%

Information aber eher vernachlässigt wird.                   10       Flickr                                1%

                                                            11        Sonstiges                              3%

                                                                                              B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland
                                                            © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus in Deutschland 2018; Frage: „Wenn Sie das Internet für Ihre Vorberei-
                                                            tung nutzen: Welche konkreten Informationsquellen nehmen Sie in Anspruch??“; n=640 (aus n=1.026 der Haushaltsbe-
                                                            fragung; nur diejenigen, die das Internet als Informationsquelle angegeben haben)

                                                                                                                  B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                                     19
Praxisbeispiel:
     Region Hochkönig
         Die Region Hochkönig, mit den Urlaubsorten Ma-
         ria Alm, Dienten und Mühlbach, bietet seit Mai
         diesen Jahres potentiellen Gästen die Möglich-
         keit, ihre Urlaubsplanung in einer neuen Dimen-
         sion zu gestalten. Die interaktive Karte von „3D
         RealityMaps“ ermöglicht es, die Urlaubsregion in
         hochauflösenden Panoramakarten zu erleben
         und alle touristisch notwendigen Informationen
         für die Reiseplanung zu erhalten.

         Die schönsten Freizeitangebote, Informationen
         zu Verpflegung, Bergbahnen, Kultur, sowie alle
         Wander- und Mountainbikestrecken sind über-
         sichtlich in der leicht zu bedienenden Benut-
         zeroberfläche dargestellt und können über eine
         Filterfunktion ausgewählt werden. Anhand von
         Kategorien wie Familienwanderung, Fernwan-
         der-weg, Kräuterwandern oder Pilgerweg kön-
         nen Wanderinteressierte eine Vorauswahl der
         Route treffen und mit einem Klick auf die Strecke
         detaillierte Informationen zu Höhenprofil, Dauer
         und Schwierigkeitsgrad erhalten. Ein 3D Flug er-
         laubt den kompletten Wegverlauf nachzuempfin-
         den. Die dazugehörige App übernimmt die Navi-
         gation vor Ort.

         Weitere Informationen:
         www.hochkoenig.at/de/
         sommer-urlaub-salzburg/wandern.html

20
Praxisbeispiel:
Webwandern Graubünden
    Bereits seit 2012 können Wanderfans auf der
    digitalen Wanderpattform www.webwandern.ch
    die Bündner Berge zwischen Thusis und Tirano
    in zehn hoch-auflösenden virtuellen Echtzeite-
    tappen durchwandern. Die aufwendig gestaltete
    Webseite der Rhätischen Bahn und der Marke-
    tingorganisation Graubünden Ferien ermöglicht
    es die 131 Kilometer der Via Albula/ Bernia aus
    der Sicht der Regions-maskottchen, der Steinbö-
    cke Gian und Giachen, zu erleben.

    Interessierte können durch zahlreiche Hotspots
    entlang der Strecke alles Wissenswerte zu Se-
    henswürdigkeiten, Ortschaften, Kultur und Natur
    erfahren und sollen auf diese Art für eine reale
    Wanderung auf der UNESCO Welterbestrecke
    motiviert wer-den. Wer bereits erste Planungen
    für die Weitwanderung machen möchte, kann
    den Etappenstatistiken Informationen wie Wan-
    derzeit, -distanz oder Höhenprofil entnehmen.
    Die sharing Funktionen ermöglichen es die „Na-
    turerlebnisse“ über Facebook, Twitter oder You-
    tube mit Freunden zu teilen.

    Weitere Informationen:
    www.webwandern.ch/de/etappen/

                                                       B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG   21
36% der Wanderer nutzen                                                                                                             Aufenthalts- und
     das mobile Internet wäh-                                                                                                            Erlebnisphase
     rend ihrer Wanderung.
                                                                                                                                         Nutzung digitaler Medien während
     64 % tun dies nicht.                                                                                                                der Wanderung
                                                                                                                                         Wandern ist Natursport. Die Hauptmotive von Wan-
                                                                                                                                         derungen sind „Natur erleben“ (87 %), „sich bewe-
                                                                                                                                         gen, aktiv sein“ (72 %) und „etwas für die Gesund-
                  Abb. 13: Online-Informationsquellen während der Wanderung                                                              heit tun“ (65 %). Auch die Motive „Stress abbauen“,
      Abb. 13:                                  Im der
                   Online-Informationsquellen während Maßstab
                                                       Wanderung formatiert !                                                            „den Kopf frei bekommen“, „abschalten“, „den Alltag
                                                                                                                                         vergessen“, „Stille erleben“, „meine Ruhe haben“ ge-
                                                                                                                                         hören mit 20-40 % der Nennungen zu den Top 10 der
       1         Internetseite d. Region/                                                                                                Wandermotive (DWV 2010).
                 d. Wanderweges                                                                                             62%

                 Digitale Karten
       2         z.B. Google Maps, OSM
                                                                                                                          60%            Uns hat interessiert, ob und in welchem Umfang digi-
                                                                                                                                         tale Medien während der Wanderung genutzt oder
        3        Facebook                                                        29%                                                     bewusst vermieden werden.
        4        Vorschläge aus                                            24%
                 Onlineportalen                                                                                                          36% der Wanderer nutzen das mobile Internet un-
        5        YouTube                                          17%                                                                    terwegs während ihrer Wanderung. 64 % tun dies
                                                                                                                                         nicht. Die Fragestellung war ausdrücklich auf die
       6         Instagram                                 11%                                                                           Nutzung während der Wanderung bezogen, die an-
                                                                                                                                         schließende Nutzung, z. B. abends im Hotelzimmer,
       7         Blogs                                    10%                                                                            urde nicht abgefragt.
       8         Twitter                                  3%
                                                                                                                                         Diejenigen, die während der Wanderung das Inter-
       9         Pinterest                               2%                                                                              net nutzen, konzentrieren sich auf die Internetseiten
                                                                                                                                         der Region bzw. des Wanderweges oder auf digitale
      10         Flickr                                 1%                                                                               Karten.
      11         Sonstiges                                3%                                                                             Die Frage nach der Art der online nachgefragten In-
                                                                                                                                         formationen liefert ein klares Bild: Von größtem In-
      ©28BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus        inUND
                                           B T E TOURISMUS‐  Deutschland  2018; Frage:
                                                                REGIONALBERATUNG        „Wenn
                                                                                  l Verband     Sie das
                                                                                            Deutscher    Internet
                                                                                                      Naturparke    währendDeutschland
                                                                                                                 I EUROPARC Ihrer Wan-   teresse sind Navigation, Standortbestimmung sowie
      derung nutzen: Welche Informationsquellen nehmen Sie in Anspruch?“; n=374 (aus n=1.026 der Haushaltsbefragung; nur                 Informationen über das Wetter.
      diejenigen, die das Internet als Informationsquelle während der Wanderung angegeben haben)

22
Abb. 14: Art der unterwegs abgerufenen Information
                                                                                                 Im Maßstab formatiert !
                                                          Abb. 14:     Art der während der Wanderung abgerufenen Informationen

An anderer Stelle der Befragung wurde nach den              1        Navigation                                                                                                    67%
während der Wanderung genutzten Apps gefragt.
                                                            2        Standortbestimmung                                                                                   62%
Hier gaben mit 44 % fast die Hälfte aller Befragten
an, Apps zur Information während der Wanderung              3        Wetter                                                                                               62%
zu nutzen. Befragte unterscheiden zwischen der
Nutzung des Internets und der Nutzung von Apps              4        Tourenvorschläge                                              25%
auf ihrem Smartphone. Eine Erklärung für die                5        Übernachtungsmöglichkeiten                                   25%
höhere Zahl an App-Nutzern im Vergleich zu den In-
ternet-Nutzern während der Wanderung, könnte die            6        Scannen von QR-Codes                                 8%
Möglichkeit sein, bestimmte Inhalte von Apps auch
offline nutzen zu können.                                   7        Beacons                                         2%

                                                            8        Sonstiges                                    1%
Dominant ist aktuell die Nutzung von Google-Maps
und Apps der Regionen. Mehrere Apps liegen in der
                                                          © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus in Deutschland 2018; Frage: „Welche Informationen rufen Sie unter-
Nutzungshäufigkeit gleichauf bei jeweils um die 10                 Abb.
                                                          wegs online      15:
                                                                       ab?“;      Art(aus
                                                                              n=374     dern=1.026
                                                                                              genutzten      Apps während
                                                                                                     der Haushaltsbefragung;      der Wanderung
                                                                                                                             nur diejenigen, die das Internet als Informationsquelle
bis 15 % (Runtastic, Kompass, Outdooractive, Ko-          während   der Wanderung
                                                           Hinweis: Auswahl           angegeben
                                                                            der 10 häufig genutztenhaben)
                                                                                                   Apps
moot und GPSies).                                                                              Im Maßstab formatiert !
                                                          Abb. 15:     Art der genutzten Apps während der Wanderung genutzten Apps
                                                                                               B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland

                                                           1         Google Maps                                                                                           81%

                                                            2        Wetter Apps                                                                54%

Braucht jede Wanderregion                                   3        Apps der Region                                        34%

                                                            4                                            15%
eine App?                                                            Runtastic

                                                            5        Kompass-                          13%
                                                                     Wanderkarten-App

                                                            6        Outdooractive                   11%
Klares Ja. Mobile Wandernavigation wird nachgefragt.
                                                            7        Komoot                          11%
Das Wanderangebot der Region muss über diesen
                                                            8        GPSies                         10%
zeitgemäßen Ausgabekanal zur Verfügung gestellt
werden.                                                     9        Maps.me                               6%

                                                           10        Wikiwalk                           3%
Wichtig ist uns hier der Begriff der Region: großräumig
denken, keine kleinteiligen Insellösungen. Kommunale      © BTE/DWV 2018, Datenbasis: BWandertourismus       in Deutschlandl Verband
                                                                                         T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG 2018; Deutscher
                                                                                                                                     Frage: „Welche
                                                                                                                                             Naturparke IApps nutzen
                                                                                                                                                         EUROPARC       Sie regelmäßig
                                                                                                                                                                  Deutschland
                                                          während der Wanderung?“; n= 449 (aus n=1.026 der Haushaltsbefragung; nur diejenigen, die Apps als Informationsquelle
                                                          während der Wanderung angegeben haben)
oder thematische Teillösungen empfehlen wir nicht.

                                                                                                                        B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                                23
Orientierung während der Wanderung
                                                                                                                                     Einen Schwerpunkt der Befragung bildete die Er-
                                                                                                                                     mittlung der Bedeutung der digitalen Medien für
                                                                                                                                     die Orientierung während der Wanderung: Bee-
                                                                                                                                     influssen die Möglichkeiten des digitalen Routings
                                                                                                                                     die Bedeutung der klassischen Besucherlenkung
                                                                                                                                     (Markierungszeichen, Wanderkarten, …)? Wir haben
                                                                                                                                     sowohl das aktuelle Nutzungsverhalten als auch die
                                                                                                                                     Präferenzen, Interessen und zukünftigen Erwartun-
                                                                                                                                     gen abgefragt.

                                                                                                                                     Die Ergebnisse bestätigen zunächst die hohe Bedeu-
                                                                                                                                     tung einer örtlich (physisch) vorhandenen Markie-
                                                                                                                                     rung und Beschilderung sowie von Wanderkarten:
                                                                                                                                     77 % der Wanderer nutzen Wegweiser, rund 50 %
                                                                                                                                     Markierungszeichen und rund 46 % Wanderkarten.
                Abb. 16: Bedeutung unterschiedlicher Informationsmedien für die
                                                                                                                                     Unter den Mitgliedern des DWV liegt die Bedeu-
                Orientierung während der Wanderung
                                                                                                                                     tung dieser traditionellen Medien zur Orientierung
     Abb. 16:    Bedeutung unterschiedlicher Informationsmedien für die Orientierung während der Wanderung                           deutlich höher.
                                              Im Maßstab formatiert !
                                                                                                                                     Dennoch werden auch von rund 35 % der befragten
                 77%                                       Wegweiser                                              93%
                                                                                                                                     Wanderer digitale Medien zur Orientierung hin-
                             49%                     Markierungszeichen                                         88%                  zugezogen (siehe Abb. 16). Interessant ist die aus-
                                                                                                                                     geprägte (unterstützende) Nutzung digitaler Medien
                               46%                       Wanderkarten                                           88%                  unter den Mitgliedern des Wanderverbandes: 35 %
                                                                                                                                     nutzen GPS Geräte, 32 % Kartenapps. Das mag auch
                                    36%                      Internet                      16%          digitale Medien              daran liegen, dass aktive Vereinsmitglieder an der
                                           22%             GPS-Geräte                     35%
                                                                                                                                     Dokumentation und Pflege von Wegen beteiligt sind.

                                   38%                      Kartenapp                    32%                                         Das Ergebnis unterstreicht die unverändert hohe
                                                                                                                                     Bedeutung von Wegweisung und Markierung. Die
                                          23%            Wanderführer                         42%                                    Ergebnisse zeigen aber auch, dass digitale Medi-
                                                                                                                                     en während der Wanderung von vielen Wanderern
                                  18%                       TI vor Ort               23%
                                                                                                                                     mindestens unterstützend genutzt werden.

     © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus in Deutschland 2018; Frage: „Während Ihrer Wanderung: Welche In-
                                                                                                                                     Wir haben weitergefragt und die Einstellungen zur
     formationsquellen und Medien nutzen Sie, beispielsweise zur Orientierung?“; n=1.026 (Haushaltsbefragung) und n=616              digitalen Navigation ermittelt. Die Ergebnisse zeigt
     (Befragung
         35     Mitglieder Wandervereine);
                                       B T ETI=Tourist-Information
                                             TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland   das nächste Kapitel.

24
Praxisbeispiel:                                                Tourenbeschreibung mit 3D-Flug
Traumpfade
     Das Projektbüro der Traumpfade im Rhein-Mo-
     sel-Eifel-Land hat bereits seit der Eröffnung der
     ersten Wege 2008 konsequent auf ein online-
     gestütztes Informations- und Vermarktungskon-
     zept gesetzt. Bereits zur Startphase war die An-
     sicht der einzelnen Traumpfade aus der 3D-Vo-
     gelperspektive im interaktiven Tourenplaner
     beispielhaft. Aber auch die Traumpfade-App
     trägt mit den Funktionen des digitalen Stem-
     pelhefts: „Werden Sie Traumpfade-Star!“, dem
     „Gipfelfinder“ oder dem mobilen „Notfallknopf“
     wesentlich zur Erfolgsgeschichte des Premium-
     wanderprojekts bei.

     Über die vielen Kommentarfunktionen der On-
     line-Anwendungen, außerdem die beachtlichen
     Social Media Aktivitäten (z. B. Facebook, Goog-
     le+, Youtube) werden die Erfahrungen der Wan-
     derer abgefragt, gezielt ins Wegemenagement
     einbezogen und für virale Marketingaktionen ge-
     nutzt. Mit Erfolg! Umfasste das Facebook-Profil
     der Traumpfade 2012 noch 2.300 Anhänger, zählt
     die Traumpfade Community 2018 knapp 30.000
     Personen.

     Weitere Informationen:
     www.traumpfade.info

                                                         Ausschnitte Traumpfade App

                                                                                                B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG   25
Einstellung der
                                                                     Viele Wanderer wünschen sich
Befragten zur                                                     nach wie vor traditionell markierte und
                                                                       beschilderte Wanderwege ...
traditionellen Navigation
                                                          „Die Markierung und Wegweisung       „Ich verzichte beim Wan-
                                      „Ich nutze gerne   in der Landschaft ist für mich auch
„Ich orientiere mich ausschließlich   Wanderkarten.”                                            dern bewusst auf mein
                                                             zukünftig die zuverlässigste      Smartphone/GPS-Gerät.“
   via Markierung/Wegweisung.“
                                          51 %                   Orientierungshilfe.“
                 56 %                                                65 %                              39 %

© BTE 2018, n=1.026
26
Traditionelle oder mobile Navigation?                           Zustimmung zur Aussage
Neben der Einstellung zur traditionellen Naviga-      „Ich verzichte beim Wandern bewusst auf die
tion wurde auch die zur digitalen erfragt. Die Wan-
derer im Rahmen der Haushaltsbefragung wie die         Nutzung meines Smartphones, um die Natur
Mitglieder des DWV wurden um ihre Zustimmung
oder Ablehnung von prägnanten Aussagen auf einer            zu genießen“ nach Altersgruppen
5-stufigen Skala gebeten.

Auswertung nach Altersgruppen                                          60 bis 65 Jahre:

Eine differenzierte Auswertung der Aussagen nach
                                                                           51 %
Altersgruppen bringt folgende Ergebnisse:
                                                                      50 bis 59 Jahre:
Viele Bewertungen fallen unabhängig vom Alter
weitgehend gleich aus. Dies gilt für                                      39 %
▪▪   die Nutzung der Medien für die Orientierung
     (klassisch oder digital),
                                                                      40 bis 49 Jahre:
▪▪   den bewussten Verzicht auf die Nutzung des
     Smartphones während der Wanderung (dieser                            33 %
     Aussage stimmen sogar rund 30 % der 14 bis
     19-Jährigen zu) sowie
                                                                      30 bis 39 Jahre:
▪▪   die Erwartung, dass digitale Hilfsmittel für
     die Orientierung beim Wandern auf dem Vor-                            41 %
     marsch sind und sich früher oder später durch-
     setzen werden.
                                                                      20 bis 29 Jahre:
                                                                          40 %
                                                                       14 bis 19 Jahre:
                                                                           28 %              © BTE 2018, n=1.026

                                                              B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                27
Einstellung der
                                                                                            ... aber das Interesse an der
Befragten zur                                                                              Nutzung digitaler Medien beim
mobilen Navigation                                                                          Wandern ist ebenfalls groß.
                                                                                                                      „Navigation über moderne Tech-
                                      „Auf Markierungen an Wander-      „Ich erwarte, dass digitale Hilfsmittel für    nik, z. B. Smartphone oder GPS:
  „Ich benutze ausschließlich die     wegen kann ich in Zukunft ver-     die Orientierung beim Wandern auf dem        das interessiert mich, ich möchte
GPS-Navigation meines Smartphones    zichten und mich ausschließlich   Vormarsch sind und sich früher oder später            das gern anwenden.“
oder GPS-Gerätes und brauche keine
 Markierung/Wegweisung am Weg.“
                                        über mein Smartphone oder                 durchsetzen werden.“                             58 %
                                          GPS-Gerät orientieren.“
                                                                                         40 %
                  25 %                           18 %

© BTE 2018, n=1.026
28
Zustimmung zur Aussage                                Auswertung nach Altersgruppen
„Ich benutze ausschließlich die GPS-Navigati-                   Bei einer Betrachtung der Antworten zur Nutzung digitaler
                                                                Medien differenziert nach verschiedenen Altersgruppen zeigt
on meines Smartphones oder GPS-Gerätes und                      sich, dass das Verhalten der jüngeren gegenüber den älteren
                                                                Wanderer deutlich unterscheidet:

 brauche keine Markierung/Wegweisung am                         ▪▪    45 % der unter 20-Jährigen geben an, aus-
                                                                      schließlich die GPS-Navigation des Smartphones
          Weg“ nach Altersgruppen                                     oder GPS-Gerätes zu nutzen und keine Markierung/
                                                                      Wegweisung am Weg zu benötigen.

                                                                ▪▪    Das Interesse an der Nutzung digitaler Medien war zwar
                 60 bis 65 Jahre:                                     auch in der Altersgruppe 60 bis 65 Jahre bei rund 45 %
                                                                      der Wanderer deutlich. Die Zustimmung nimmt propor-
                      15 %                                            tional zum sinkenden Alter zu, bei den unter 20-Jähri-
                                                                      gen liegt sie bei 70 %.

                 50 bis 59 Jahre:
                      12 %
                 40 bis 49 Jahre:
                      21 %                                           Digital schön und gut, aber bei uns
                                                                     gibt es keine Netzabdeckung
                 30 bis 39 Jahre:
                     28 %
                                                                     Ohne Mobilfunknetz keine mobilen Dienste auf dem Smart-
                                                                     phone. Alternativen bilden GPS Geräte, die satellitengestützt
                 20 bis 29 Jahre:
                                                                     und ohne Mobilfunknetze arbeiten. Diese werden immerhin
                     37 %                                            von 22 % der Wanderer genutzt. Ergänzend können Betriebe
                                                                     Ihren Gästen ihre Haustouren fix und fertig installiert auf
                  14 bis 19 Jahre:                                   hauseigenen Geräten anbieten.
                     44 %                 © BTE 2018, n=1.026

                                                                B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                                29
72% der Wanderer teilen ihre
                                                                                                                                       Reflektions- und
                                                                       Eindrücke und Erlebnisse über                                   Dialogphase
                                                                       digitale Medien.                                                Digitales Verhalten in der Nachbereitung
                                                                                                                                       der Reise
                                                                                                                                       Nach der Reise werden die gewonnen Eindrücke mit-
                                                                                                                                       genommen, z. B. in Form von Glücksgefühlen und
                                                                                                                                       Fotos. Dia-Abende im heimischen Wohnzimmer aber
         Abb. 17: Medien-Nutzung nach der Wanderung
                                                                                                                                       waren gestern. Heute ermöglichen digitale Medien
     Abb. 17: Medien-Nutzung nach der Wanderung
                                            Im Maßstab formatiert !                                                                    und v. a. soziale Netzwerke eine schnelle und breite
                                                                                                                                       Verteilung. Das gilt auch für Wanderer: 72 % nutzen
      1      Facebook                                                                                                       40%        digitale Medien, um ihre Eindrücke und Erlebnisse
             Bewertungsfunktion auf Internet-                                                                                          der Wanderreise zu teilen.
      2      seite/App der Wanderregion                                                                        32%
             Bewertungsportal für                                                                     27%
                                                                                                                                       Hinsichtlich der Altersverteilung ergaben sich an dies-
      3      Unterkünfte und Gastronomie                                                                                               er Stelle deutlich erkennbare Unterschiede: während
      4      Instagram                                                                   19%                                           in den Altersgruppen zwischen 14 und 29 Jahren le-
                                                                                                                                       diglich 10 % keine digitalen Medien zum Teilen ihrer
             Bewertungsfunktion in einem                                        14%
      5      Onlineportal                                                                                                              Urlaubserfahrungen nutzen, tun dies in der Alters-
                                                                                                                                       gruppe der 60 bis 65-Jährigen 47 % nicht.
      6      Snapchat                                                     10%

      7      YouTube                                                    8%                                                             Als wichtigstes Online-Medium zum Teilen von Er-
                                                                                                                                       fahrungen ist Facebook klar auf Platz 1. Es wird al-
      8      Twitter                                                      4%                                                           lerdings auch bereits viel bewertet und so eine klare
                                                                                                                                       Meinung artikuliert und das über Funktionen der
      9      Blog                                                        3%
                                                                                                                                       Internetseite bzw. App der Wanderregion oder ein
                                                                         3%                                                            Bewertungsportal für Unterkünfte, Gastronomie.
     10      Pinterest
                                                                                                                                       Instagram, welches vielfach Facebook bei gerade
                                                                       2%                                                              jüngeren Zielgruppen abgelöst hat, folgt bereits auf
     11      Sonstiges
                                                                                                                                       Platz 4.
                                                                    0%
     12     Flickr

                                         B T E TOURISMUS‐
     © BTE/DWV 2018, Datenbasis: Wandertourismus       inUND REGIONALBERATUNG
                                                          Deutschland          l Verband
                                                                       2018; Frage:      Deutscher
                                                                                     „Welche       Naturparke
                                                                                               Medien         I EUROPARC
                                                                                                         nutzen          Deutschland
                                                                                                                  Sie nach der Rei-
     se, beispielsweise um Ihre Eindrücke zu teilen?“; n= 738 (aus n=1.026 der Haushaltsbefragung; nur diejenigen, die eine
     Nutzung digitaler Medien nach der Reise angegeben haben)

30
Eine genauere Betrachtung der Altersverteilung er-
gab differenzierte Ergebnisse:

▪▪   Facebook wird bspw. am stärksten von der
     Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen genutzt
     (58 %), mit steigendem Alter sinkt dann die
     Nutzungshäufigkeit. Interessanterweise wird
     Facebook aber auch von den 14 bis 19-Jährigen
     nur mäßig genutzt: hier nutzen nur rund 25 %
                                                        Abb. Abb.
                                                             18:  18: Mediennutzung              zum
                                                                       Mediennutzung nach der Reise        Teilen
                                                                                                    innerhalb           der Eindrücke
                                                                                                              der verschiedenen Altersgruppen nach der Reise
     die Social-Media-Plattform.
                                                                70%

▪▪   Instagram, Snapchat, YouTube, Twitter und
                                                                60%
     Pinterest werden überwiegend von Jüngeren
     genutzt. In der Altersgruppe der 14 bis 19-Jäh-            50%
     rigen sind Instagram (60 %) und Snapchat
     (50 %) die mit Abstand wichtigsten Medien.                 40%
     Die Bedeutung von YouTube steht hier deut-
     lich im Hintergrund. Befragte ab 50 Jahren sind            30%

     hier kaum noch nennenswert vertreten.
                                                                20%

Neben den sozialen Medien werden Bewertungs-
                                                                10%
funktionen und -portale von etwa einem Drittel der
Wanderer genutzt, um die gemachten Erfahrungen                   0%
online zu teilen. Bemerkenswert ist dabei, dass
dieses Nutzungsverhalten weitgehend altersunab-
hängig ist (siehe Abb. 18).

                                                                                                                           14-19    20-29    30-39    40-49    50-59    60-65

                                                               © BTE 2018, Datenbasis: Marktforschung Digitalisierung im Wandertourismus; Frage: „Welche Medien nutzen Sie nach
                                                               der Reise, beispielsweise um Ihre Eindrücke zu teilen?“; n=1.026

                                                       41                                B T E TOURISMUS‐ UND REGIONALBERATUNG l Verband Deutscher Naturparke I EUROPARC Deutschland

                                                                                                                   B T E TOURISMUS- UND REGIONALBERATUNG                               31
Fazit
                                                         Digitalisierung in der Inspirations- und Informationsphase:
                                                         • Inspirationsgeber für Tagestouren oder den Wanderurlaub sind unverändert Menschen. Allen voran stehen
                                                           Berichte von Freuden und Bekannten. Die Eindrücke und Empfehlungen finden sich zunehmend auch in den
                                                           sozialen Medien (z.B. Facebook oder Instagram). Vor allem aber die Internetseite der Wanderregion oder
                                                           Vorschläge aus Onlineportalen wirken inspirierend. Die Wahl der genutzten Medien ist stark altersabhängig.
                                                         • Bei der Vorbereitung der Wanderung nutzen Wanderer v. a. die Internetseite der Wanderregion, digitale Karten
                                                           und Onlineportale

                                                         Digitalisierung in der Aufenthalts- und Erlebnisphase:
     Die Ergebnisse der vorgelegten Befragung geben
     Aufschlüsse über die aktuelle Bedeutung der Nut-    • Mobile Endgeräte werden auch während der Wanderung genutzt. Rund 20 % der Wanderer vertrauen bereits
                                                           heute voll und ganz auf die mobile Navigation. Nahezu die Hälfte der Wanderer nutzt die Möglichkeiten der
     zung digitaler Medien im Segment Wandern ent-
                                                           mobilen Navigation und Information ergänzend. Dominant ist aktuell die Nutzung von Google-Maps und Apps
     lang der Customer Journey. Grundsätzlich wird         der Regionen. Mehrere andere Navigations-Apps liegen in ihrer Nutzungshäufigkeitgleichauf bei jeweils um
     deutlich: bei der Natursportart Wandern spielen       die 10-15 % (Runtasstic, Kompass, Outdooractive, Komoot und GPSies). Eine klare Marktführerschaft einer
     digitale Medien eine herausragende Rolle, v. a.       dieser expliziten Outdoor-Navigations-Apps ist aus den Antworten der Wanderer aber nicht erkennbar.
     bei der Vorbereitung und Information. Nicht alles
                                                         • Rund 65 % der Wanderer wollen auch in Zukunft nicht auf physische Markierung und Wegeweisung auf den
     muss aber bereits digital sein.                       Wanderwegen verzichten.
                                                         • Rund 60 % der Wanderer zeigen sich gegenüber digitaler Navigation interessiert und aufgeschlossen. Sie
                                                           bekunden die Absicht, diese Technik zukünftig zu nutzen.
                                                         • Rund 40 % der Wanderer verzichten allerdings auch bewusst auf die Nutzung des Handys während der Wan-
                                                           derung. Dieser Wert ist weitgehend altersunabhängig (bei den 14 bis 19-Jährigen etwas geringer) und wird
                                                           damit als stabil für die nahe Zukunft eingeschätzt. Die Zielgruppe der am analogen Wandererlebnis Interes-
                                                           sierten will beim Wandern abschalten und die Natur genießen. Gleichwohl nutzen auch diese Wanderer den
                                                           Computer, Tablet oder Smartphone für die Vor- und Nachbereitung der Reise ebenso wie für die Kommunikati-
                                                           on abends im Hotelzimmer.

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