Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 1.21 - Universität Innsbruck

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Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 1.21 - Universität Innsbruck
Lesezeichen
Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols   1.21
Zeitschrift für die Öffentlichen Büchereien Tirols 1.21 - Universität Innsbruck
Impressum

              Das LESEZEICHEN wird mit Unterstützung des Amtes der Tiroler
              Landesregierung - Abt. Kultur und der Universitäts- und Landes-
              bibliothek Tirol für Mitarbeiter/innen des öffentlichen Büchereiwesens
              herausgegeben.
              Es dient als Hilfsmittel im Sinne des Mediengesetzes § 50.

        Herausgeber:               Universitäts- und Landesbibliothek Tirol,
       		                          Innrain 50, 6020 Innsbruck

        Redaktion & Layout:        Susanne Halhammer, Daniela Oberacher
       		                          ulb-buechereien@uibk.ac.at, Tel: +43 512 507 2421

                          Druck:   Ablinger & Garber, Hall in Tirol

                                   Foto: Vordere Umschlagseite: Pixabay
Museumstag          RegionaItagung (online)                Buchtipp
                   S. 8                          S. 12                    S. 13

Inhalt
Editorial                                                          4

Aktuelles aus den Büchereien (Zams)                 		             5

Nachruf - Tanja Lotz, Bücherei Ehrwald				                         7

Museumstag							                                                  8

Aktuelles aus der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB)        10

Regionaltagungen (online) 		                                      12

Buchtipps                                                         13

Save the Date - Tiroler Büchereitag				                           15

Ausbildung: Regionale Einführung in die Bibliothekspraxis (REB)   16

Aus- und Fortbildung Frühjahr 2021                                17

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Editorial
„Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele.“

Cícero

Die Bibliothek als genau dieser Raum und das gewohnte „Bücherei-Ambiente“
haben der Leserschaft in den letzten Monaten mit Sicherheit oft sehr, sehr ge-
fehlt. Und auch 2021 bleibt das Corona-Virus anscheinend ein treuer Begleiter
unseres Alltags.

Mit der eingeschränkten Öffnung der Bibliotheken Anfang Februar wurde zu-
mindest wieder ein positives Signal gesetzt – der hohe Stellenwert dieser Einrich-
tungen hat sich ja in dieser Krise wiederholt und in unterschiedlichsten Facetten
gezeigt.

Unterschiedlich sind auch wieder die Beiträge im aktuellen Lesezeichen: Der Bo-
gen spannt sich vom Bericht der virtuellen Regionaltagungen über Buchtipps bis
hin zum Hinweis auf die „Regionale Einführung in die Bibliothekspraxis“, die wir
in diesem Jahr wieder abhalten wollen.

Einen guten Start ins Frühjahr, alles Gute und Gesundheit wünschen Euch
Susanne und Christian

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Aktuelles aus den Büchereien                                                 B
                                                                             A
Bücherei Zams

Daniel Wisser in Zams

                                      Der   erste   öffentliche   Auftritt   des
                                      Buchpreisträgers Daniel Wisser seit dem
                                      Corona-Lockdown fand am Samstag, 12.
                                      September 2020 in der Bücherei Zams
                                      statt. Der Autor begeisterte zahlreiche
                                      interessierte Zuhörer*innen mit einer
                                      packenden Lesung aus seinem Roman
                                      „Königin der Berge“ (für den er 2018
mit dem österreichischen Buchpreis ausgezeichnet wurde) und ging ausführlich
auf die Fragen aus dem Publikum ein. Bei sommerlichen Temperaturen wurde
anschließend noch im Freien – mit Corona-Abstand - ausgiebig gefachsimpelt.
Dabei ließen sich die Besucher*innen - wie Robert Turin, der Protagonist des
Romans - nicht wenige Gläser Grünen Veltliner schmecken.
Büchereileiterin Sigrid Ehrlich mit ihrem Mann Robert entführte Daniel Wisser am
Sonntag frühmorgens noch auf einen Abstecher auf den heimischen Krahberg
(leider zu Beginn noch im Nebel), bevor ihn seine Reise am späten Vormittag
weiter nach Innsbruck führte.
Danke, Daniel Wisser, für den gelungenen Abend in Zams! Wir freuen uns auf die
geplante Bühnenfassung von „Königin der Berge“ am Landestheater Innsbruck
ab Jänner 2021 und auf sein neues Buch „Wir bleiben noch“ (das voraussichtlich
im Frühjahr 2021 erscheinen wird).

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5 Jahre im Riefengebäude: Die Bücherei Zams feiert (noch nicht)
Ein großer Festreigen mit zahlreichen Veranstaltungen war geplant für die
5-Jahr-Feier der Bücherei Zams in den neuen Räumlichkeiten im Riefengebäude.
Geblieben sind Stornierungen von Veranstaltungen, beschränkter Zutritt während
der Öffnungszeiten, Abstand und Mund-Nasen-Schutz.
Was auch bleibt, ist die Tatsache, dass die Bücherei seit der Übersiedlung vor
5 Jahren sich in einem wahren Höhenflug befindet und allen Unkenrufen zum
Trotz (und mit einem sehr kleinen Team) in allen Bereichen enorme Zuwächse
verzeichnen kann:
Massiv     ausgeweitete      Öffnungszeiten,   mehr    als   Verdoppelung      des
Medienbestandes, fast Verdreifachung der Nutzerzahlen, Vervielfachung der
Entlehnzahlen, zahlreiche Veranstaltungen, neue Homepage, WebOPAC.
Jetzt heißt es abwarten, bis wieder halbwegs normale Veranstaltungen möglich
sind und sich die Bücherei der Öffentlichkeit präsentieren kann – vielleicht werden
es 55 Monate dann im Frühjahr 2021!?

Sonderöffnung vor dem Lockdown
Mit dem neuerlichen Lockdown ab 17. November 2020 hat die Bücherei Zams
nicht einfach ihre Pforten geschlossen, sondern in einem gemeinsamen Kraftakt
des Büchereiteams – so etwas geht bei ehrenamtlich Engagierten! – ganz spontan
äußerst großzügig bemessene zusätzliche Öffnungszeiten eingeführt und vor
allem über die sozialen Medien verbreitet: Den ganzen Sonntagnachmittag und
am Montagnachmittag bis in den Abend hinein konnten sich unzählige Familien
noch mit Medien für die Ausgangssperre eindecken. Insgesamt gelang es uns,
noch vor der Schließung über 1.000 Medien zusätzlich „unters Volk“ zu bringen,
eine Medienbeschränkung gab es dieser Tage selbstverständlich nicht. Und die
wenigen, die es nicht mehr geschafft haben, selbst in die Bücherei zu kommen,
können wieder auf den (schon im ersten Lockdown im Frühjahr) bewährten
Lieferservice der Bücherei zurückgreifen.
Text u.Foto: Sigrid Ehrlich, Bücherei Zams

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Nachruf
Bücherei Tanja Lotz, Bücherei Ehrwald

                            Geboren am 24.6.1943 in Breslau, verstorben am
                            17.2.2021 im Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen
                            an einem Herzinfarkt.
                            Sie hatte ein sehr ereignisreiches Leben hinter sich:
                            1945 - Flucht mit ihrer Mutter nach Leipzig. Nach
                            einigen Jahren ein Fluchtversuch aus der DDR über
                            Berlin nach Westdeutschland, der allerdings misslang.
Danach wurde ihre Mutter, die als Lehrerin tätig war inhaftiert, und Tanja kam
in ein Kinderheim. Einige Jahre später gelang ihnen die Flucht nach Westberlin
und sie lebten dann in der Nähe von Heidelberg. Nach ihrer Scheidung, nach
25jähriger Ehe, war sie sehr viel auf Reisen, unter anderem mit ihrer Harley durch
Amerika. Ende der 1990 Jahre lernte sie Ehrwald kennen und entschloss sich
nach kurzer Zeit, ihren Wohnort nach Österreich zu verlegen.
Tanja war seit 2006 Mitarbeiterin der Öffentlichen Bücherei Ehrwald. Nach
dem Besuch eines Lesekreises, hatte sie sich zur Mitarbeit in unserer Bücherei
entschlossen. Sie war sehr engagiert und sehr belesen. Ihre kleine Bibliothek
zu Hause war gut bestückt, vor allem im klassischen Bereich. Sie organisierte
für den Leserkreis so mache Kulturreise: Auf den Spuren von Hermann Hesse
in Calw, Anette von Droste-Hülshoff in Meersburg am Bodensee, Salzburg –
Theatervorstellung HIOB und zeigte uns ihre spätere Heimat Heidelberg.
2009 hat sie die Ausbildung zur ehrenamtlichen Bibliothekarin absolviert und war
sehr angetan von ihrem Aufenthalt im Bildungszentrum in Strobl. Sie war eine
engagierte und kollegiale Mitarbeiterin, die wir sehr vermissen werden. In diesen
Jahren der gemeinsamen Büchereiarbeit habe ich eine Freundin gewonnen, mit
der ich viele gemeinsame Erlebnisse verbinde.
Leb wohl Tanja, wir werden dich nicht vergessen.
Text und Foto: Rosmarie Schöpf, Bücherei Ehrwald

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Museumstag                                                                   M
Museum bewegt - Euregio Museumsjahr 2021

2021 steht in Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ganz im Zeichen der
Museumslandschaft. Eine Vielzahl an Museen ist dem Aufruf der Euregio gefolgt,
Projekte zum Thema „Transport – Transit – Mobilität“ einzureichen. Die ersten
Ergebnisse können bereits ab März besichtigt werden. Bis zum Jahresende
erwartet die Museumsbesucherinnen und -besucher eine breite Palette an
Ausstellungen und Veranstaltungen in den drei Ländern.
Als Ende 2019 die Entscheidung fiel, ein Themenjahr zur Mobilität auszuschreiben,
konnte noch niemand wissen, dass nur wenige Monate später weltweit ein
Motto gelten sollte: Mobilität einschränken, Kontakte reduzieren. Der Vielzahl
an Projekteinreichungen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino tat dieser Umstand
keinen Abbruch.
Sciher ist, dass die Museen gemeinsam gemeinsam viel bewegen können.
38 Projekte, die von Ausstellungen über Kurzfilme bis hin zu Interventionen
im öffentlichen Raum reichen, werden begleitet von einem reichhaltigen
Rahmenprogramm. Sie werden durchgeführt von über 60 Museen und sind an
etwa 70 Standorten in der gesamten Europaregion zu sehen.
Von der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur …
Gleich mehrere Museen beleuchten die vielfältigen Auswirkungen, die die
verkehrstechnische Erschließung in der Vergangenheit hatte und welche
Antworten wir heute auf deren Folgen finden.
In Tirol drehen sich einige Ausstellungen um das Thema Eisenbahn, etwa in
Lienz, Jenbach, Oberhofen und Innsbruck. Die Tiroler Landesmuseen widmen
sich im Zeughaus und im Tiroler Volkskunstmuseum dem Eisenbahnbau im 19.
Jahrhundert. Viel weiter zurück reicht die Geschichte einiger Straßenverbindungen,
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die im Museumsjahr in den Fokus rücken. Schloss Landeck widmet sich mit
Partnermuseen in Südtirol der wichtigsten Nord-Süd-Achse in römischer Zeit: der
Via Claudia Augusta. Mehr über die Geschichte der Timmelsjochstraße erfahren
Besucherinnen und Besucher im Museum HinterPasseier, das Ballhaus Imst macht
die Straßenverbindung ins Lechtal zum Thema.
Welche Auswirkungen Mobilität in Zeiten einer Seuche auf unsere Gesundheit
hat, erfahren wir nicht erst in diesen Tagen. Das Prokulusmuseum in Naturns
und die Casa de Gentili in Sanzeno zeigen die verheerenden Folgen der Pest im
Durchzugsland Tirol zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs.
Weitere Ausstellungen widmen sich etwa der Veränderung des Dialekts, dem
fahrenden Volk der Jenischen, dem Transport von Waren in den Bergen und zu
Ötzis Zeiten, dem industriellen Bergbau, historischen Fortbewegungsmitteln und
– nicht zuletzt – den Auswirkungen, die der Tourismus auf Tirol hatte und nach
wie vor hat.
Das Euregio Museumsjahr findet 2021 zum ersten Mal statt. Es ist eine
gemeinsame Initiative der Museen in der Europaregion und wurde aus einem
Bedürfnis geboren, das auf den jährlich stattfindenden Euregio Museumstagen
verstärkt geäußert wurde: bessere Vernetzung und stärkerer Austausch von
Wissen, Ressourcen und Kompetenzen innerhalb und zwischen den Regionen.
Einerseits ist das Euregio Museumsjahr ein Ergebnis dieses Wunsches und es ist
ein Angebot an die Bewohnerinnen und Bewohner der Europaregion, intensiv
in das reichhaltige kulturelle Erbe der Region einzutauchen. Andererseits ist
das Euregio Museumsjahr ein Versprechen: Die neuen Netzwerke, die in der
Entwicklungsphase zwischen den Museen geknüpft werden, haben das Potenzial,
produktiv und nachhaltig auf die zukünftige Zusammenarbeit zu wirken.
Das Euregio Museumsjahr 2021 startet mit einem Auftaktwochenende am 29./30.
Mai in Innsbruck. Bereits ab März sind die ersten Ausstellungen zugänglich.
Weitere Informationen: 2021.europaregion.info (ab Mitte März)
Land Tirol, Abt. Kultur; Design: Lupo Burtscher

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Aktuelles aus der ULB                                                         A
Tirolensie des Monats

Als Universitäts- und Landesbibliothek legen wir ein großes Augenmerk auf die
Erschließung und Präsentation der Tiroler Literaturlandschaft sowie auf Medien,
die Tirol zum Inhalt haben bzw. inhaltlich berühren.
Ein Mittel dazu ist unsere „Tirolensie des Monats“, die sich mit meist aktuell
erschienenen Büchern aus Nord-, Ost- und Südtirol beschäftigt. Ursprünglich ini-
tiiert von Helmuth Schönauer, hat sich diese Buchvorstellung an der ULB Tirol seit
Jahren etabliert und wir möchten sie ab sofort auch im „Lesezeichen“ präsentie-
ren, um so vielleicht auch den einen oder anderen literarischen Tipp zu geben…

Der Stuibenfall: kleine Kulturgeschichte eines Naturdenkmals

                          „Unaufhörlich reißt der Wind mitten aus den Wirbeln
                          des Falls den aufgelösten Wasserdampf und schleu-
                          dert ihn auf die Wipfel der Tannen.“
                          Heinrich Wenzel beschreibt in seinen „Reiseskizzen
                          aus Tyrol und dessen Nachbarschaft“ aus dem Jah-
                          re 1837 den wohl bekanntesten Wasserfall Tirols in
                          eindrücklichen Worten. Ein Wasserfall, der erst im 19.
                          Jahrhundert, als die Alpen mehr und mehr durch Wis-
senschaft und Fremdenverkehr erforscht, erkundet und entdeckt werden, in Lite-
ratur, Kunst sowie in Reisebeschreibungen auftaucht.
Walter Falkner hat sich in seinem aktuellen Werk, erschienen im StudienVerlag,
eingehend mit dem Stuibenfall und seiner Geschichte beschäftigt und dabei ein
informatives, wunderschön bebildertes Werk geschaffen.
So präsentiert sich das imposante Ötztaler Naturdenkmal in zahlreichen künst-
lerischen Darstellungen wie Aquarellen, Ölbildern oder „Correspondenzkarten“,
ergänzt durch ausführliche Informationen zur touristischen und wirtschaftlichen

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Geschichte des Wasserfalls, der sich immer wieder im Brennpunkt verschiedens-
ter Interessen fand – die Nutzung als Wasserkraftwerk oder der 2016 eröffnete
Stuibenfallweg fanden begeisterte Anhänger und erbitterte Gegner.
Was wohl das „Stuibn Nannele“, eine eng mit dem Stuibenfall verknüpfte Sagen-
gestalt aus dem 15. Jahrhundert, dazu gesagt hätte?
Der Stuibenfall: kleine Kulturgeschichte eines Naturdenkmals
Walter Falkner; Innsbruck: StudienVerlag 2020
ISBN: 9783706560979

Neues aus der digitalen Bibliothek

                     Ein Arbeitsschwerpunkt der ULB Tirol ist die Absprache
                     mit AutorInnen oder mit deren Erben, um auf der Basis von
                     Einverständniserklärungen Werke online stellen zu können,
                     die noch nicht urheberrechtsfrei sind.
                     Dieses Vorgehen wird zunehmend relevanter, da es die
                     Möglichkeit bietet, Werke des 20. und 21. Jahrhunderts
online zu stellen, wie es im EU-weiten Projekt EODOPEN vorgesehen ist.
So konnten wir an der ULB Tirol auf Vermittlung durch das Brenner-Archiv an der
Universität Innsbruck im Falle der 1909 in Meran geborenen und 1999 in Argen-
tinien verstorbenen Hedwig Eleonora Epp über ihren in Buenos Aires lebenden
Sohn Martin Hary das Einverständnis einholen. Epp schrieb Gesellschaftsromane,
die bei deutschen Verlagen erschienen sind und die vom Leben der nach Süd-
amerika Ausgewanderten in der Zeit rund um den Zweiten Weltkrieg berichten.
Diese Werke sind seit kurzem online verfügbar.
Zugleich sind schon seit einiger Zeit Werke der Tiroler Autoren Helmuth Schö-
nauer und Elias Schneitter in der Digitalen Bibliothek zu finden. Darüber hinaus
stehen wir mit weiteren zeitgenössischen AutorInnen in Kontakt und hoffen, mit
deren Einverständnis auch bald deren Titel online stellen zu können.

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Regionaltagung (online)                                                       R
Regionaltagungen Außerfern, Imst - Landeck, IBK Land - West

                                                   In den vergangenen Monaten
                                                   sind Videokonferenzen und
                                                   Online-Sitzungen    für   viele
                                                   von uns beinahe schon zum
                                                   Alltagsgeschäft geworden –
                                                   inklusive diverser technischer
                                                   Herausforderungen         und
                                                   durchs     Bild    streifender
                                                   Hauskatzen…
Mit Herbst letzten Jahres haben wir dieses virtuelle Format für die
„Regionaltagungen“ erstmals als Versuchsballon gestartet, um trotz der aktuellen
Entwicklungen und Beschränkungen den fachlichen Austausch und zugleich
einen entsprechenden Informationsfluss zu gewährleisten.
Bislang konnten wir durchaus positiv bilanzieren und haben gerade zuletzt
mit dem Außerfern und der Region Innsbruck-West wieder zwei „Treffen“
organisieren können. Am Programm stand jeweils die augenblickliche Corona-
Situation aus Sicht der betroffenen Büchereien (Stichwort Veranstaltungen, Click
& Collect…), thematisiert wurde aber beispielsweise auch der Stand der Dinge
bei den Subventionen seitens des Landes Tirol sowie die in Bälde anstehende
„Regionale Einführung in die Bibliothekspraxis“.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Sitzungen!

Text und Foto: Christian Kössler

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Buchtipps                                                                      B
Wildenkogel

                             Die junge Goldschmiedin Annalena erbt nach dem
                             Tod ihrer Mutter ein Haus mit rätselhaften Spuren
                             in die Vergangenheit ihrer Familie. Ihre Freunde
                             und Freundinnen unterstützen Annalena dabei,
                             das Dunkel in der Familiengeschichte aufzuhellen.
                             Verstörende Hinweise in Briefen und Dokumenten,
                             erschreckende     Traumbilder,    berührende     und
                             aufwühlende       Begegnungen        mit    einstigen
                             Weggefährten und Verwandten führen die junge
Frau von ihrer Heimatstadt Marburg in Hessen in ein abgelegenes Tal und zu
dessen Bewohnern in den Bergwelten Osttirols. Ungeklärte Todesfälle von vier
Menschen ihrer Familie haben sich hier von den 1930er bis in die 1960er Jahre
ereignet: Sind es lediglich Zufälle, gründen sie auf Widerstandsbewegungen
während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft oder auf die Macht der
sagenumwobenen Saligen Fräulein?
„Wildenkogel“ ist ein spannender Streifzug durch eine deutsche Familiengeschichte
und beleuchtet speziell die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs in Osttirol - es geht
um verschiedenste Geisteshaltungen, um Widerstandsbewegungen, das Leben
am Felber Tauern und um die mystische Sagenwelt Tirols.
„Im Schlaf ist Annalena wieder ein kleines Kind. Sie steht auf einer Blumenwiese
und ringsumher sind hohe Berge mit Schnee bedeckt. Der Himmel ist von einem
tiefen Blau. Von den Bergen stürzt sich ein Wasserfall in die Tiefe, er sieht aus
wie wallendes graues Frauenhaar. In der Luft ist ein sehr lautes Summen. Frauen
in weißen Kleidern tanzen über der Wiese, ohne mit den Füßen den Boden zu
berühren. Sie halten sich an den Händen und schauen freundlich. Das Wollgras
schwankt hin und her. Die Mutter legt eine Hand an seine Wange und flüstert, es
brauche keine Angst zu haben. Ihre Stimme ist sehr leise, fast nur ein Hauch.

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Das Kind will sich an der Mutter festhalten, aber sie legt es in die Wiese, zu
Wollgras, Speik und Schusternagelen und es schläft ein.“

Annegret Waldner: Wildenkogel, novum pro Verlag, 2020
ISBN 978-3-99107-210-2

Text: Christian Kössler, Foto: Verlag

Kopfsalat mit Herz
                                 Wenn die Theologin Elisabeth Rathgeb in ihrem
                                 Garten arbeitet, wühlt sie nicht nur die Erde auf: Es
                                 sind die Blüten, die Pflanzen, die Menschen, die mit
                                 ihr über den Gartenzaun plaudern, die Gartenarbeit
                                 zu einem spirituellen Rundgang werden lassen.
                                 Wenn die erfahrene Seelsorgerin davon erzählt, wie
                                 viel Freude ihr die Auswahl der Samenbriefchen am
                                 heimischen Küchentisch bereits als Kind machten,
                                 erfahren die LeserInnen, wie tief verwurzelt – eine
schöne Metapher übrigens – Elisabeth Rathgeb mit der Gartenarbeit im
Jahreskreis ist. Sie lädt ihre LeserInnen in diesen Garten ein: „Manchmal brauche
ich den Garten auch als Ort des Trostes. Und nicht zuletzt ist er ein Ort der
Dankbarkeit für die Wunder der Natur.“ Lesend erkennen wir den Garten auch
als jenen Ort, an dem sich Himmel und Erde begegnen. Ob es im Kapitel
„Schneeglöckchen mit Aussicht“ um die kleinen Wunder geht, konkret darum,
dass etwas Neues aus Eis und Schnee wächst oder ob es um die leuchtend-roten
Tulpen in ihrem Garten geht: Die Verbindung zu den spirituellen Texten ist stets
gelungen, die Vergleiche berühren und machen Lust, sofort in den eigenen
Garten zu laufen oder auf dem Balkon den Schnittlauch zu gießen. Es geht nicht
um gärtnerische Selbstfindung, sondern um das Mitteilen der Gefühle beim

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„Garteln“, die sich im Laufe des Lebens nicht nur bei der Autorin ändern. Ein
feines Buch, das neugierig auf Blumenzwiebeln macht und noch viel mehr darauf,
was sich all die Menschen, die in ihren Gärten freudig arbeiten, die die Pflanzen
auf ihren Balkonen hegen und pflegen, doch so alles denken und fühlen. Das
vorliegende Buch lässt sich in der ersten Runde mit Blick auf Pflanzen und
Jahreskreis lesen, im zweiten Durchgang mit stärkerem Fokus auf die spirituellen
Impulse, man blättert vor und zurück, wild durchs Jahr und neugierig auf die
wunderbare Textsammlung, die uns Elisabeth Rathgeb hier schenkt.
Ein Buch für jede Bibliothek, ein Buch, das Interesse weckt, einen Bibliotheksgarten
anzulegen, schließlich heißt es doch: Wer einen Garten und eine Bibliothek habe,
habe ein kleines Paradies.

Elisabeth Rathgeb: Kopfsalat mit Herz. Eine spirituelle Entdeckungsreise durch
den Garten. Tyrolia 2021.
Text: Christina Repolust, Foto: Verlag

Die Autorin Elisabeth Rathgeb wird auch eine der Referentinnen beim nächsten
Büchereitag sein und über ihr Buch und das Thema Hoffnung sprechen

Save the Date
Tiroler Büchereitag - 12. Juni
Der Büchereitag wird am Samstag, 12. Juni von 9.00 bis 12.00 Uhr ONLINE
stattfinden!

Neben zwei Vorträgen wird es auch eine Möglichkeit zum Austausch geben!
Die Einladung mit genaueren Details erfolgt im Mai. Wenn Sie angemeldet sind,
bekommen Sie vor der Tagung den Teilnahmelink zugeschickt.

Benötigt wird eine Internetverbindung sowie ein Lautsprecher, Mikrofon und
wenn möglich eine Kamera.

                                                                                 15
Ausbildung                                                                   B
                                                                             A
Reginale Einführung in die Bibliothekspraxis (REB)

Nachdem die für März          2020 geplante Ausbildung für ehrenamtliche
BibliothekarInnen aufgrund von der Coronakrise       abgesagt werden musste,
können wir die Ausbildung in diesem Jahr mit einem neuen Format anbieten.
Auch personell haben sich einige Änderungen ergeben. Der Lehrgang wird nun
von Christian Kössler geleitet und wird sowohl vituell als auch (wenn möglich) in
Präsenz stattfinden.

Termine:
28./29. Mai 2021 (präsenz)
18./19. Juni 2021 (online)
2./3. Juli 2021 (präsenz)

Ort: (geplant )
1. und 3. Wochenende an der Universitäts- und Landesbibliothek (Historischer
Lesesaal) , 2. Wochenende online (Vorraussetzungen: PC oder Tablet, Internet-
anschluß, Kamera, Kopfhörer oder Lautsprecher)

ReferentInnen.
Christian Kössler (Leitung)
Annette Wachinger (Bibliothek Walchsee)
Julia Zimmermann, BA (Stadtbibliothek Kufstein - KUBI)

Die Inhalte richten sich nach den Ausbildungskriterien des BVÖ.
Finanziert wird die Ausbildung durch den BVÖ und das Land Tirol, Abt. Kultur

Anmeldung : https://www.bvoe.at/node/93633/register

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Aus- und Fortbildung Frühjahr 2021                                                F

28.04.2021      Kinderliteratur lebendig! Bücher hautnah erleben

Uhrzeit         09:00 bis 13:00 Uhr

Inhalt          Bühnenreife Szenen im Kleinformat kreieren, Kinderbuchhelden
                aus Papier und Karton erschaffen, die Fantasie Regie führen las-
                sen! Als Literaturvermittlerin gestaltet Petra Forster auf der Basis
                aktueller Kinderbücher einfache Bühnen, auf denen die Protago-
                nisten dem jungen Publikum hautnah ihre Geschichten erzählen.
                Im Workshop gibt es praktische Tipps zur Gestaltung eigener Büh-
                nen, mit deren Hilfe die Kinder in die Welt der Sprache eintauchen
                können.
                Ziel ist es, den Kindern Lust auf Lesen zu machen, das Tor in die
                Welt der Geschichten zu öffnen und ihnen Sprache in all ihren
                Facetten anzubieten.

                Veranstaltet werden die Kurse vom Büchereiverband Österreichs
                gemeinsam mit den Servicestellen in den Bundesländern. Die Kur-
                skosten werden vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffent-
                lichen Dienst und Sport getragen. Alle BibliothekarInnen aus Bib-
                liotheken, deren Träger Mitglied beim Büchereiverband Österreichs
                sind, haben die Möglichkeit, an den Veranstaltungen der Leseaka-
                demie teilzunehmen.
Vortragende     Petra Forster ist dipl. Kindergartenpädagogin und Literaturvermitt-
                lerin KBH. In Kindergärten, Volksschulen sowie vor interessierten
                Erwachsenen bringt sie Bilderbücher auf Theaterbühnen.

Ort             Haus der Begegnung, Forum
                Rennweg 12,
                6020 Innsbruck, Tirol
Anmeldung       Büchereiverband Österreich
                https://www.bvoe.at/node/93564/register

          Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe:
                            19. Mai 2021

                                                                                   17
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17.06.2021     Jugendliteratur lebendig!

Uhrzeit        09:00 bis 15:00 Uhr
Inhalt         Jugendliteratur lebendig! Text-Adventure-Apps in der Leseförde-
               rung Jugendlicher

               Jugendliche für fiktionale Texte begeistern? Lesespaß bieten jen-
               seits von Buchseiten? Selbst eingreifen können in das Geschehen?
               All das ist möglich mit Hilfe von Text-Adventures-Apps: Sie betei-
               ligen die jugendlichen LeserInnen an der Entwicklung der literari-
               schen Handlung und sind durch Aufbau, Themenwahl und Layout
               auch für Buch-Muffel attraktiv.
               Ziel des Workshops ist es, solche Apps kennenzulernen, selbst eine
               interaktive Geschichte zu entwerfen und diese in ein digitales For-
               mat zu bringen. Der Workshop ist so strukturiert, dass die Teilneh-
               menden ihn in großen Teilen direkt mit Jugendlichen nachmachen
               können. Dabei sind die Grenzen zwischen Spiel und Lesen fließend
               – Spaß ist also garantiert!

               Veranstaltet werden die Kurse vom Büchereiverband Österreichs
               gemeinsam mit den Servicestellen in den Bundesländern. Die
               Kurskosten werden vom Bundesministerium für Kunst, Kultur,
               öffentlichen Dienst und Sport getragen. Alle BibliothekarInnen
               aus Bibliotheken, deren Träger Mitglied beim Büchereiverband
               Österreichs sind, haben die Möglichkeit, an den Veranstaltungen
               der Leseakademie teilzunehmen.
Vortragender   Hanno Koloska ist Bibliothekspädagoge mit Schwerpunkt digital
               literacy für Jugendliche und Erwachsene. Er arbeitet an der Stadt-
               bibliothek Berlin-Friedrichshain/Kreuzberg und gibt Fortbildungen
               als Referent des Verbundes der Öffentlichen Bibliotheken Berlins.

Ort            Universitäts- und Landesbibliothek Tirol, Schulungsraum der Biblio-
               thek, Innrain 50 (Altbau), 6020 Innsbruck

Anmeldung      Büchereiverband Österreich
               https://www.bvoe.at/node/93547/register

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www.uibk.ac.at/ulb
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