"ZUM HEILIGEN KREUZ" KATHOLISCHEN PFARRGEMEINDE - NEU-ISENBURG - Bistum Mainz
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Inhaltsverzeichnis
2
Auf ein Wort 3 Kinderzeltlager 24 Rumänienhilfe 39
I N H A LT
Impuls 4 Jugendfahrt 26 Unser neuer Bischof 40
Reformation 6 Katechese 28 Das Bischofswappen 41
Bibelkreis 9 Jung und erwachsen 30 Hl. Kreuz hilft! 42
Neu-Isenburg 10 Ehrung 31 Schwarze 11 44
Was macht eigentlich ... 12 Gymnastik 32 Kolping 46
Quiz 13 Ausflug 33 Rätsel 48
Kirchenjahr 17 Senioren 34 Sakramente 49
Unter der Lupe 18 Schwestergemeinden 36 Termine 50
Kindergarten 20 St. Christoph 37 Die Rückseite 56
Taizé 22 St. Josef 38
Kreuz(z)ungen 2017 Redaktion
Katholische Pfarrgemeinde Andrea Finas, Kornelia Möller,
„Zum Heiligen Kreuz“ Thorsten Möller, Julia Schneider,
Pappelweg 29 Francis Parakkal CMI, Monika Uhlig.
63263 Neu-Isenburg Verantwortlicher im Sinne des
eMail an die Redaktion: Presserechtes (V.i.S.d.P.)
Kreuzzungen@hk-ni.de Pfarrer Francis Parakkal CMI
Tel.: (06102) 32 64 00 Druck
Fax: (06102) 32 02 73 Gemeindebrief Druckerei Groß Oesingen
eMail: info@hk-ni.de Auflage
Internet: www.hk-ni.de 4 200 Exemplare
Redaktionsschluss:
Die nächste Ausgabe erscheint im Herbst 2018. 25. September 2017
Für Anregungen, Kritik, Wünsche und Mitarbeit ist die Redaktion dankbar!
Haftungsausschluss: Namentlich gezeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers oder der Redaktion wieder.
Bildquellen:
S. 1 „Titelbild - Gemeinschaft“ Thorsten Möller; S. 8 „Wartburg“ Simone El in: Pfarrbriefservice.de; S. 12 „Kirchputz“ Franz-
Josef Stoisiek; S. 17 „Kirchenjahr“ Bild: Bonifatiuswerk, www.bonifatiuswerk.de in: Pfarrbriefservice.de; S. 18 f. „Eltern-Kind-
Treff“ Doris Adam; S. 20 f „Kindergarten“ Petra Gerecht und Andrea Schulte-Sasse; S. 22 f. „Taizé“ Hannah Schulte-Sasse und
Jim Wanderscheid in: Pfarrbriefservice.de; S. 25 „Kinderzeltlager“ Alexander Albert; S. 26 „Jugendfahrt“ Thorsten Möller;
S. 28 f. „Katechese“ Alexander Albert; S. 31 „Ehrung“ Hannah Schulte-Sasse; S. 32 „Gymnastik“ Andrea Jünger; S. 33 „Ausflug“
Brigitte Köneke; S. 35 „Senioren und Kindergarten“ Alexander Albert; S. 36 „Schwestergemeinden“ Thorsten Möller; S. 40 f.
„Bischof und Wappen“ Bistum Mainz; S. 42 „Hl. Kreuz hilft“ Alexander Albert; S. 44 f. „Schwarze 11“ Oliver von der Herberg;
S. 47 „Kolping“ Wolfgang Schulte-Sasse; S. 49 „Kreuz“ Andreas Konrad in: Pfarrbriefservice.de; S. 53 „Erntealtar“ Thorsten Möl-
ler
Aus Rücksicht vor der Umwelt und Gottes Schöpfung ist diese Ausgabe der
Kreuz(z)ungen auf Umweltpapier gedruckt! Ressourceneinsparung:
21 821 l Wasser | 1 870 kWh Energie | 1 372 kg Holz
Ressourceneinsparung gegenüber Standardpapier. Grundlage der Berechnung: Durchschnittswerte des Umweltbundesamtes.
Kreuz(z)ungen 2017Auf ein Wort
Grußwort von Pfarrer Francis Parakkal 3
Liebe Kinder und Jugendliche, zu erfüllen, dafür sind wir in die-
AU F E I N WO RT
liebe Schwestern und Brüder, ser Welt. Täglich müssen wir uns
daher mit unserem Gott in Ver-
„Miteinander“ ist das Hauptthema bindung setzen, damit wir die
unserer diesjährigen Kreuz(z)- verschiedenen Dimensionen un-
ungen. Es fällt uns leicht, über serer eigenen Berufung herausfin-
das Miteinander zu reden und zu den und in die Tat umsetzen kön-
schreiben. Wesentlich schwerer nen.
tun wir uns dabei, das Miteinan- Mit Unwiederholbarkeit meine
der in die Tat umzusetzen. Wir ich, dass es keine Kopie von uns
Menschen denken und reden zu gibt. Jeder Mensch ist ein Unikat
Francis Parakkal, CMI
oft egozentrisch und können und ein gottgewolltes Kind. Gott
Pfarrer der Gemeinden
dadurch ein Miteinander meis- akzeptiert jeden wie er ist. Wenn
„Zum Heiligen Kreuz“ und
tens selbst nicht erfahren. Ist aber St. Christoph, Gravenbruch. Gott mich so akzeptiert wie ich
ein Miteinander nicht vorhanden, bin, dann bin auch ich in der La-
dann reden wir nur übereinander oder gegen- ge, mich selbst zu akzeptieren.
einander. Dadurch entsteht dann ein Durchei- Dadurch entsteht eine gewisse innere Freiheit
nander. Um dieses Durcheinander zu vermei- in mir. Mit dieser inneren Freiheit kann ich
den, brauchen wir in unserer Familie, in der mich in die Lage meiner Mitmenschen gut hin-
Pfarrgemeinde und in der Gesellschaft unbe- einversetzen. Das befähigt mich, einen Men-
dingt das Miteinander. schen so zu akzeptieren wie er oder sie ist.
Eine offene Kommunikation und Dialogbereit- Wenn wir beginnen, Mitmenschen so zu ak-
schaft sind die Voraussetzungen für ein gelin- zeptieren, dann gelingt uns tatsächlich das Mit-
gendes Miteinander. Wenn wir bereit sind, einander. Dann erleben wir das Miteinander
jeden Menschen mit seiner Einmaligkeit, sei- wie ein Wunder unter uns. Mit Gottes Glau-
ner Unersetzbarkeit und seiner Unwiederhol- ben schaffen wir das Miteinander. Sollten wir
barkeit zu akzeptieren, gelingt uns das Mitei- Gott aber vergessen, dann entsteht unter uns
nander in unserem Lebensumfeld. immer das Durcheinander. Daher ist es abso-
Mit Einmaligkeit meine ich die einmalige Ge- lut lohnend, sich für das Miteinander einzuset-
burt eines jeden Menschen. Weil jeder zen. So können wir die bleibende und lebendi-
Mensch einmalig ist, braucht er sein eigenes ge Gemeinschaft unter uns erfahren.
Leben mit dem von anderen Menschen nicht Mit diesen einleitenden Gedanken übergebe
zu vergleichen. Was er wirklich tun sollte, ist ich die neue Ausgabe der Kreuz(z)ungen den
ständig zu versuchen seine eigenen Möglich- Leserinnen und Lesern.
keiten und Grenzen herauszufinden. Dann Ich wünsche einem jeden Menschen dabei viel
weiß er, wo er im Leben stehen soll und was Freude und Gemeinschaftsgefühl!
er zum Wohl der Gemeinschaft beitragen Mit einem herzlichen Gruß des Miteinanders
kann. Mit Unersetzbarkeit meine ich, dass
Gott der Allmächtige jedem von uns eine be-
sondere Aufgabe gegeben hat. Diese Berufung Pfarrer Francis Parakkal CMI
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgMiteinander
4 Herausforderung und Chance
Von Andrea Köneke Als Christen sind wir in besonderem Maße
IMPULS
aufgefordert, uns dieser Herausforderung zu
Wir Menschen sind in die verschiedensten Gemein- stellen, denn es gibt kein Christentum ohne
schaften eingebunden: Familie, Gesellschaft, Kir- Gemeinschaft. Jesus hat Jünger um sich ver-
chengemeinde, Vereine. Dies bereichert unser Leben, sammelt, hat diese stets zu zweien ausgesandt,
denn als soziales Wesen ist der Mensch nicht zum ist in die Häuser der Menschen gegangen und
Alleinsein geschaffen. Auf der anderen Seite stellt es hat der Mahlgemeinschaft einen hohen Stellen-
eine Herausforderung dar, unterschiedliche Persön- wert zugesprochen. Dabei hat Jesus die unter-
lichkeiten zu einem harmonischen Ganzen zu ver- schiedlichsten Menschen zusammengebracht
binden. So bleibt die Frage: Wie kann Miteinander und eine Gemeinschaft begründet, die weit
gelingen? über das hinausging, was die Menschen aus
ihrem gesellschaftlichen Umfeld kannten: die
Betrachtet man das Wort „mit-ein-ander“ so Gemeinschaft von Juden und Heiden, Män-
wird deutlich, worum es geht: mit dem ande- nern und Frauen, Reichen und Armen, Herren
ren eins werden – und zwar ohne dass das An- und Sklaven; eine Gemeinschaft, in der jedem
ders-Sein zugunsten des Eins-Seins aufgegeben die gleiche Würde zugesprochen wird, unab-
wird. Innerhalb der Einheit dürfen die Einzel- hängig von seiner gesellschaftlichen Stellung.
nen verschieden sein und bleiben. Für die ersten Christen bedeutete diese Ge-
„Miteinander“ ist gelebte Einheit in Vielfalt. meinschaft den Anbruch des Reiches Gottes.
Hier liegt die Herausforderung. Ein solches Es war eine neue Form des Miteinanders, so-
Miteinander erfordert ein hohes Maß an wohl im Umgang untereinander als auch in der
Beziehung zu Gott, denn gemäß dem Wort
Respekt vor dem Fremden, Jesu „Wo zwei oder drei in meinem Namen
Toleranz, d.h. einen eigenen Standpunkt versammelt sind, da bin ich mitten unter
zu haben und zugleich zu akzeptieren, ihnen“ ist die Gemeinschaft Ort der Gotteser-
dass dies nicht der einzig mögliche fahrung. Dies bedingt zugleich, dass die Ein-
Standpunkt ist., heit zum zentralen Charakteristikum der Ge-
Achtsamkeit gegenüber einer Gefühls- meinschaft wurde, wie es im Johannesevange-
und Gedankenwelt, die nicht die eigene lium heißt: „Alle sollen eins sein: Wie du, Va-
ist, ter, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch
Bereitschaft, sich sowohl einzubringen sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du
als auch zurückzunehmen. mich gesandt hast.“ (Joh 17, 21)
Das ist ein Prozess, der täglich neu gelebt und Zugleich zeigen die eindringlichen Aufrufe so-
gestaltet werden will, indem die Einzelnen wohl von Jesus als auch in der Apostelge-
aufeinander zugehen, aneinander wachsen, schichte und den neutestamentlichen Briefen,
voneinander lernen, umeinander wissen, fürei- dass diese Einheit von Beginn an gefährdet
nander da sind, zueinander stehen und auch in war. Im Alltag ist es nicht immer leicht, Ver-
schwierigen Situationen nicht aufgeben, son- schiedenartigkeit auszuhalten. Es gibt Emp-
dern beieinander bleiben. findlichkeiten, Konkurrenzdenken, Rechtha-
Kreuz(z)ungen 2017berei und Angst. Es kommt zu Konflikten und dem anderen mit Respekt und Achtsamkeit zu
Verletzungen, die Kommunikation verhin-
dern. Die Erfahrung, dass die christliche Ge-
begegnen, sein Anders-sein als Chance und
Bereicherung zu begreifen. Voraussetzung
5
IMPULS
meinschaft oft weit von dem Ideal entfernt ist, hierfür ist, dass man mit sich selbst versöhnt
das Jesus vorgelebt hat, lässt Menschen ent- ist. Es gilt, Frieden zu schließen mit den eige-
täuscht zurück. All dies kann zum offenen nen Grenzen, geplatzten Träumen, verfehlten
Bruch führen, so wie in der Reformation vor Plänen. Es gilt, sich selbst anzunehmen, ob-
500 Jahren. Je breiter der Graben wird, umso wohl man so wenig dem eigenen Idealbild ent-
mehr wird er zum scheinbar unüberwindlichen spricht. Nur wer sich mit sich selbst aussöhnt,
Hindernis. Sicherheit und Stabilität werden in kann die Grenzen und Unzulänglichkeiten an-
der Abgrenzung gesucht, das Andere und derer annehmen. Nur wer damit Frieden ge-
Fremde wird verurteilt und verboten. schlossen hat, nicht dem eigenen Idealbild zu
entsprechen, wird nicht enttäuscht sein, wenn
In den vergangenen Jahrzehnten sind die andere und die Gemeinschaft nicht ideal sind.
christlichen Kirchen wieder verstärkt aufei- Denn wer versöhnt lebt, wird die Erfüllung
nander zugegangen, indem sie sich auf ihren seiner Sehnsucht nach Liebe, Angenom-
Ursprung besonnen haben. Die Einheit der mensein und gelingendem Leben nicht in ei-
Christen gründet in Gott, der jeden Einzelnen nem Menschen oder einer Gemeinschaft su-
so annimmt wie er ist, alle zu sich einlädt und chen, sondern bei Gott, der uns die Versöh-
uns untereinander verbindet. Es ist der Geist nung geschenkt hat. Jeder Schritt in diese
Gottes, der das christliche Miteinander prägt Richtung bringt uns einem gelingenden Mitei-
und aus dem heraus wir das Miteinander leben nander näher, das nicht nur Kirche, sondern
und gestalten sollen: die Gesellschaft prägen wird.
der Geist der Liebe, der jeden so an-
nimmt, wie er ist
der Geist der Gerechtigkeit, der jedem
Menschen die gleiche Würde zuspricht
der Geist der Barmherzigkeit, der sich
verschenkt ohne eine Vorleistung zu er-
warten
der Geist der Vergebung, der nicht ver-
urteilt, sondern zu verstehen versucht
und Wege in die Zukunft eröffnet.
Dort, wo dem Geist Gottes Raum gegeben
wird, werden Brücken gebaut, um Gräben zu Ansprechpartnerin
überwinden. Echtes Mit-ein-ander ist gelebte
Versöhnung. Versöhnung bedeutet nicht, Andrea Köneke
Pastoralreferentin
Konflikte zu vermeiden und das eigene Har-
moniebedürfnis auszuleben. Versöhnung be- St. Nikolaus Rodgau
deutet, Mit-ein-ander ernst zu nehmen, einen eMail:
eigenen Standpunkt zu vertreten und zugleich andrea.koeneke@t-online.de
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgEin neues Miteinander wagen
6 Ein Interview mit Pater Anselm Grün und dem ehemaligen EKD-
Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider zum Stand der Ökumene
R E F O R M AT I O N
Interview: Margret Nußbaum Christen sich nicht trauen. Aber wenn ich sie
einlade, kommen sie gern. Dass der katholi-
Gibt es im Jahr des Reformationsjubiläums sche Pfarrer die Eucharistie etwas anders feiert
vielleicht doch mehr Gemeinsamkeiten beider als der evangelische, entspricht der Vorstel-
Kirchen, als gemeinhin gedacht wird? Pater lung der jeweiligen Konfession. Wichtig ist
Anselm Grün von der Benediktinerabtei der Glaube, dass Jesus in der Hostie präsent
Münsterschwarzach und der ehemalige Rats- ist. Dazu gehören die Einsetzungsworte „Das
vorsitzende der Evangelischen Kirche in ist mein Leib“ und „Das ist mein Blut“. Ist dies
Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, ha- gegeben, spricht nichts gegen ein gemeinsames
ben sich in ihrem Buch „Luther gemeinsam Abendmahl.
betrachtet“ gründlich mit dieser Thematik aus-
einandergesetzt. Katholisch.de sprach mit den Nikolaus Schneider: Nach unserem Ver-
beiden Autoren. ständnis sind alle getauften Christen, die das
Bedürfnis haben, zum Abendmahl zu gehen,
Wie stehen Sie zum gemeinsamen eingeladen. Wir machen das nicht an den
Abendmahl? Grenzen der Konfession fest. Wir Protestan-
ten haben unterschiedliche Auffassungen dar-
Anselm Grün: Wenn ich im Gästehaus unse- über, wie die Präsenz Christi beim Abendmahl
rer Abtei in Münsterschwarzach Kurse gebe, zu verstehen ist. Doch selbst diejenigen im
lade ich immer alle ausdrücklich ein, zur Kom- evangelischen Bereich, die Brot und Wein rein
munion zu gehen, weil manche evangelische symbolisch verstehen, sagen und glauben:
"Christus ist gegenwärtig". Es gibt bei uns al-
lerdings zuweilen immer noch eine liturgische
Lässigkeit, die eine Missachtung der Glaubens-
inhalte signalisiert. Doch hier haben wir Evan-
gelischen in den letzten Jahren nachgelernt –
nicht zuletzt durch unsere Abendmahlgemein-
schaft mit den Altkatholiken.
Hatte die Reformation und damit die
Spaltung der Kirche vor 500 Jahren ihre
Berechtigung?
Grün: Päpste und Bischöfe waren damals un-
beweglich und versteckten sich hinter ihrer
Macht, so dass sie sich für theologische The-
men nicht interessierten. Wo Kirche aber zu
sehr nach Macht strebt, ist keine Diskussion
mehr möglich. Sicher ist es ein Auftrag der
Kreuz(z)ungen 2017Reformation an die katholische Kirche, sich griffe völlig überflüssig. Damit tue ich mich
nicht zu sehr hinter der Macht zu verstecken.
In Rom gibt es nämlich immer noch konserva-
schwer. Darüber hinaus bekomme ich ein
Problem, wenn zu Maria gebetet wird.
7
R E F O R M AT I O N
tives Denken – allerdings nicht beim jetzigen
Papst. Die katholische Kirche tut manchmal Grün: Es gab in der Mariologie Tendenzen,
so, als ob sie Moral und Verhalten festschrei- die übertrieben waren. Rein logisch würde ich
ben könnte. Luther hatte Recht, als er dagegen sagen: Lasst das weg! Aber nun ist es einfach
rebellierte. geschehen, und die Frage bleibt, wie wir es
interpretieren können, damit es stimmig wird.
Schneider: Glücklicherweise hat sich die ka- Zum anderen: Wir Katholiken beten nicht zu
tholische Kirche durch die Reformation deut- Maria, sondern bitten sie, für uns zu beten.
lich verändert. Doch ein gewisser Machtan- Die Gottesmutter wird also nicht angebetet.
spruch ist immer noch vorhanden. Nur wenn Ich muss allerdings zugeben, dass es in der ka-
Rom es erlaubt, darf sich in der Kirche Grund- tholischen Kirche Formen aggressiver Marien-
legendes ändern. Das ist ein Punkt, den ich bis verehrung gibt, die unangenehm und oft sehr
heute kritisch sehe. Da bin ich Luther ganz nah konservativ und infantil sind.
und sage: Nein, so nicht! Bitte offene Kommu-
nikationsprozesse, Kollegial- und Synodalent- Was gefällt Ihnen an der jeweils ande-
scheidungen! ren Konfession?
Ein Streitpunkt zwischen Katholiken Schneider: In der katholischen Spiritualität
und Protestanten ist auch heute noch und der Fähigkeit, Volksfrömmigkeit mit Leib
das Dogma über die unbefleckte Emp- und Seele, mit Kopf und Herz zu leben, sehe
fängnis und die leibliche Aufnahme ich eine bleibende Herausforderung an uns
Mariens in den Himmel. Wie denken evangelische Christen. Mich spricht die Ver-
Sie darüber? bindlichkeit an, in der die römisch-katholische
Kirche als eine Weltkirche zusammenlebt. Der
Grün: Maria ist Typus des erlösten Menschen. innerevangelische Ökumene-Begriff geht nicht
Und was von ihr gesagt wird, gilt auch für uns. von einer, sondern von verschiedenen Kirchen
Die unbefleckte Empfängnis ist nichts anderes aus, die sich gegenseitig anerkennen und mit-
als das, was im ersten Kapitel des Epheserbrie- einander verbunden sind. Aber es bleiben un-
fes und auch in der Liturgie gesagt wird: Wir terschiedliche Kirchen. Die Betonung des An-
alle sind von Anbeginn der Welt in Christus dersseins und der Fremdheit scheint mir im
auserwählt, heilig und makellos zu sein. Es evangelischen Lager größer als in der katholi-
heißt also nicht, dass Maria etwas Besonderes schen Weltkirche. Ich sehe es als große Her-
ist und wir die armen Sünder. So wird es lei- ausforderung für uns Evangelische, unsere re-
der oft interpretiert. Aber das ist nicht die ka- formatorische Freiheit mit einer Verbindlich-
tholische Dogmatik. keit zu allen protestantischen Kirchen so zu
leben, dass wir ein größeres Maß an Einheit
Schneider: Da stimme ich mit Ihnen überein. konkret erfahren.
Aber wenn es so ist und wenn das im Grunde
für uns alle gilt, warum brauche ich dann noch
ein Dogma über Maria? Das ist für meine Be- Bitte wenden!
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgGrün: Das eine ist: In der katholischen Kirche Wie erleben Sie die Situation der Öku-
8 müssen aus finanziellen Gründen die Kirchen- mene im 21. Jahrhundert?
musiker immer mehr reduziert werden. Das
Schneider: Mit der Aufbruchstimmung nach
R E F O R M AT I O N
ist ein Weg in die falsche Richtung. Musik ist
dem Zweiten Vatikanischen Konzil haben wir
jedoch ein ganz wichtiger Weg der Katechese.
ökumenisch unglaublich viel erreicht. Wenn
Da sollten wir uns von der evangelischen Kir-
man daran denkt, wie das Miteinander der
che herausfordern lassen. Das andere ist der
Kirchen noch bis kurz nach dem Zweiten
Aspekt der Vielfalt. Wichtig ist, diese zu ak-
Weltkrieg aussah und was in der Zeit danach
zeptieren, aber sich trotzdem gegebenenfalls
alles gewachsen und entstanden ist, kann man
korrigieren zu lassen. Sichtbar werden kann
nur dankbar sein und sich freuen. Durch die
die Einheit in der Vielfalt, in gegenseitiger
Art, wie Papst Franziskus sein Amt führt, ver-
Gastfreundschaft und in gemeinsamen theolo-
mittelt er eine Menge ökumenischer Anstöße.
gischen Kommissionen. Die sollten allerdings
nicht darum ringen, was katholisch und was
Grün: Das Reformationsjubiläum hat eine ge-
evangelisch ist. Es geht darum, eine gemeinsa-
wisse Dynamik und stellt uns alle vor die Her-
me Form zu finden, damit nicht alles auseinan-
ausforderung, über Ökumene nachzudenken.
derdriftet.
Vom Klima her, gerade jetzt mit Papst Fran-
ziskus, der nicht so dogmatisch ist und alles
genau regeln will, sehe ich die Chance, ein
neues Miteinander zu wagen.
Quelle: www.katholisch.de, In: Pfarrbriefservice.de
Buchtipp
Anselm Grün
Nikolaus Schneider:
Luther gemeinsam
betrachtet.
Reformatorische
Impulse für heute.
Herausgegeben von Klaus
Hofmeister und Lothar
Bauerochse. 207 Seiten,
gebunden mit Schutzumschlag,
Die Wartburg
18,99 Euro, Vier-Türme-
Verlag, Münsterschwarzach.
Wir Menschen können nur bestehen,
Es heißt nicht eine römische, noch nürnbergi- wenn wir einander die Hände reichen.
sche oder wittenbergische Kirche, sondern Papst Johannes XXIII.
eine christliche Kirche, wohin denn alle
gehören, die an Christus glauben. Der Weg zur Einheit zwischen verschiedenen
Martin Luther christlichen Bekenntnissen ist Liebe, die leider
auf beiden Seiten so wenig geübt wird.
Papst Johannes XXIII.
Kreuz(z)ungen 2017Die Einheit der Christen ist zugleich Zeichen Katholiken die sichtbare Einheit der
und Werkzeug für die Einheit der Menschheit.
Aus: Dekret „Unitatis Redintegratio" über den
Kirche verwundet haben.
Aus: Gemeinsame Erklärung anlässlich des gemein-
9
Ökumenismus von Papst Paul VI. 1964 samen katholisch-lutherischen Reformationsgeden-
R E F O R M AT I O N / B I B E L K R E I S
kens, am 31. Oktober 2016 unterzeichnet u.a. von
Die katholische Theologie des 20. Jahrhun- Papst Franziskus
derts sieht Luther nicht mehr als Ketzer oder
kirchlichen Revolutionär, sondern als den Lutheraner und Katholiken erfreuen sich
Gottsucher, der in den Wirren der Zeit heute eines wachsenden Verständnisses fürei-
versuchte, den Menschen Gott näher zu brin- nander, intensiverer Zusammenarbeit und
gen. Luther ist, das hat auch der theologische größeren gegenseitigen Respekts. Sie sind zu
Dialog in den letzten 50 Jahren gezeigt, der Erkenntnis gelangt, dass es mehr gibt, das
ein wirkmächtiger Zeuge Jesu Christi. sie eint, als das sie trennt: Über allem steht
Wolfgang Thönissen, katholischer Professor für öku- der gemeinsame Glaube an den dreieinigen
menische Theologie und Leiter des Johann-Adam- Gott und seine Offenbarung in Jesus Christus
Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn wie auch die Anerkennung der Grundwahrhei-
ten der Rechtfertigungslehre.
Während wir eine tiefe Dankbarkeit empfin- Aus: Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames
den für die geistlichen und theologischen lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im
Gaben, die wir durch die Reformation Jahr 2017. Bericht der Lutherisch / Römisch-
empfangen haben, bekennen und beklagen wir katholischen Kommission für die Einheit, 2013
vor Christus zugleich, dass Lutheraner und
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
… dann kann ich weiter gehen! Gott sei Dank!
Von Kristrun Gehrling Du deckst mir den Tisch
mitten in der Bedrängnis.
„Du, Herr, bist für mich wie ein guter Du tröstest mich und
Hirte. Du gibst acht auf mich. schenkst mir voll ein.
Du lässt mich rasten auf grüner Aue, Deine freundliche Aufmerksamkeit be-
am frischen Wasser, Du lässt mich gleitet mich mein Leben lang. Bei Dir
aufatmen. Du lenkst meinen Weg darf ich wohnen, heute und alle Zeit.“
treu deinem Namen.
Und muss ich in finsterer Schlucht ge- Mit diesen Worten will uns Psalm 23 neues
hen, ich fürchte mich nicht, denn ich Licht schenken. Gott sei Dank!
weiß, Du bist bei mir und schützt mich. Schlag die Bibel auf
und hol Dir dieses Licht!
Ansprechpartnerin
Kristrun Gehrling
Bibelkreis
Tel.: (06102) 38 92 9
eMail: k.gehrling@hk-ni.de
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgMiteinander in Neu-Isenburg
10
Von Herbet Hunkel Senioren die Möglichkeit, so lange wie mög-
NEU-ISENBURG
lich ein sozial integriertes Leben in der eige-
Liebe Gemeindemitglieder von Heilig Kreuz, nen Wohnung zu führen.
liebe Freundinnen und Freunde!
Wenn das stimmt, sind die wichtigsten Vo-
Gerne komme ich der Bitte des Redaktions- raussetzungen für ein gutes Miteinander gege-
teams nach, für den Gemeindebrief 2017 ei- ben. Dazu ein sozialer Frieden, bei dem nie-
nen Beitrag zu schreiben zum Thema mand außen vor bleibt.
„Miteinander“.
Dafür hat sich auch die rührige und sehr
Beginnen möchte ich meinen Beitrag mit einer menschliche Gemeinde Heilig Kreuz 2015, als
Begebenheit aus dem vergangenen Jahr. Der wir 700 Flüchtlinge im „Camp“, dem Gebäude
Stadtfotograf 2016, Herr Thomas Blankenhorn der ehemaligen Frankfurter Rundschau, auf-
besuchte mich im Rathaus und legte mir einen nahmen, sehr vorbildlich und beispielgebend
Zettel auf den Tisch. eingesetzt. Typisch Heilig Kreuz! Dafür noch-
mals ganz herzlichen Dank! Das hat sehr ge-
Auf diesem Zettel stand: „Ich trage Verant- holfen!
wortung für …“
Herr Blankenhorn bat mich, die fehlenden Dieses typische und besonders herzliche Mitei-
Worte zu ergänzen. nander erlebt man bei vielen Gelegenheiten:
Tja, wofür trage ich Verantwortung? Für eine bei den Gottesdiensten und den kirchlichen
gerechte und gute Arbeit des Rathauses, eine Festen, aber auch im Alltag, in der Adventszeit
bürgernahe Verwaltung, einen sparsamen Um- mit dem besonderen, heimeligen Weihnachts-
gang mit den Ressourcen, und, und, und ... markt, bei städtischen Aktionen oder den Fast-
nachtern der Schwarzen Elf ,die Jahr für Jahr
Schnell entschied ich mich. Ich trage Verant- Spitzenleistungen bringen.
wortung für ein gutes Miteinander in der
Stadt! Auch im Zusammenhang mit den Neubauge-
bieten im Birkengewann und im Stadtquartier
Das scheint mir das Allerwichtigste! Ein gutes Süd zeigt Heilig Kreuz großes Interesse an ei-
Miteinander in der Stadt! Das setzt voraus, nem guten Miteinander: so besuchte mich
dass die Rahmenbedingungen in unserer Kom- schon im vorigen Jahr eine Delegation mit Pa-
mune stimmen – für alle! Dafür trage ich Ver- ter Francis an der Spitze, um sich über die
antwortung: genügend Kitaplätze für unsere Kindergartenversorgung für die beiden Neu-
Kleinsten, gute Schulen mit freizeitpädagogi- baugebiete zu informieren! Nicht nur, um ein-
scher Nachmittagsbetreuung, qualifizierte fach darüber zu reden, sondern auch, um die
Ausbildungsstellen für alle Schulabgänger, be- Mitwirkung anzubieten!
zahlbarer und barrierefreier Wohnraum, gut
bezahlte Arbeitsplätze vor Ort, Sport- Kultur-
und soziale Angebote für alle. Und für unsere
Kreuz(z)ungen 2017Ich habe mich darüber sehr gefreut und bin schlossen werden können. Dann werden wir
sicher, wir werden auch hier für unsere
Kleinsten eine ebenso vorbildliche Lösung fin-
auch den Standort einer Kindertagesstätte in
diesem neuen Wohngebiet entscheiden. Ich
11
NEU-ISENBURG
den wie es schon in vielen anderen Fällen ge- könnte mir gut vorstellen, dass wir nach der
lungen ist. hervorragenden Einrichtung im Pappelweg
auch hier mit der Katholischen Kirchenge-
Für das Neubaugebiet Birkengewann gibt es meinde Zum Heiligen Kreuz eine gemeinsame
bereits eine Regelung seitens der Stadt, die Lösung realisieren! Warten wir es ab.
mehreren hilft: der städtische Kindergarten in
der Friedrich-List-Straße (3 Gruppen) zieht in Zum Abschluss dieses Beitrags möchte ich ger-
die neue Kindertagesstätte im Birkengewann ne drei Damen meine große Hochachtung aus-
in der Anny-Schlemm-Straße ein. Dort ent- sprechen:
steht Platz für 6 Gruppen, sodass für die neu
aus dem Birkengewann hinzu kommenden Frau Anna-Maria Hollerbach, Frau Ursula
Kinder genügend Platz und auch schon eine Hölzer und Frau Annemarie Ploch!
gewachsene Struktur vorhanden ist.
Diese drei Damen haben aus eigenem Antrieb
In die frei werdende Kindertagesstätte Fried- 14 Jahre Woche für Woche Pakete für Men-
rich-List-Straße wird danach die Kinderein- schen in Not in Rumänien gepackt und auf die
richtung (2 Kleinkindergruppen und eine Kin- Reise gebracht. Die wertvollen Inhalte für die
dergartengruppe) des Elternvereins „Känguruh Pakete haben sie aus Spenden und mit viel Ei-
e.V.“ aus der Straße Am Erlenbach (das Ge- geninitiative gesammelt. Am Ende waren es
bäude gehört der evangelisch-reformierten knapp 3.000 Pakete!
Gemeinde Am Marktplatz) umziehen.
Unsere stillen Helfer im Lande!
Ich hoffe, dass die neue Kindereinrichtung im
Birkengewann Anfang 2019 ihren Betrieb auf- 14 Jahre! Ohne großes Aufsehen. Einfach
nehmen kann, damit die „Känguruhs“ bald- großartig! Chapeau!
möglichst in ihr neues „Kinderparadies“ einzie-
hen können und nach 20 Jahren endlich eine Herzlichst
ausreichende Bleibe auf Dauer gefunden ha- Ihr Herbert Hunkel
ben.
Vielen Dank allen Beteiligten!
Anders sieht es im Neubaugebiet
„Stadtquartier Süd“, dem ehemaligen DuPont- Ansprechpartner
Gelände und dem Bundesmonopol-Areal aus. Herbert Hunkel
Hier bemühen wir uns um den Erwerb des Bürgermeister
Bundesmonopolgeländes durch die Gemein- Tel.: (06102) 241 - 700
nützige Wohnungsbaugesellschaft mbG eMail:
(GeWoBau). Wir hoffen, dass die Verhandlun- Herbert.Hunkel@stadt-neu-
gen noch in diesem Jahr erfolgreich abge- isenburg.de
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-Isenburg… der Kirchputz
12 Kirchenreinigung ist in „Zum Heiligen Kreuz“ Ehrensache
Von Franz-Josef Stoisiek der Ständer für die Opferkerzen und die Apos-
WA S M AC H T E I G E N T L I C H . . .
telleuchter sind zu reinigen. Dabei werden die
An Dreckschuhen und Staubflusen ist nichts Kerzen und die Kerzenständer gereinigt und
heilig. Deshalb muss eben auch ein Gotteshaus von den Wachsresten befreit.
regelmäßig geputzt werden. Einmal im Monat, Die Steinböden werden gekehrt und anschlie-
immer am ersten Dienstag, um 8:00 Uhr, be- ßend feucht gewischt. Dazu müssen die Knie-
ginnt für unsere Kirchenmäuse das große Zit- bänke aus der Verankerung herausgehoben,
tern. Fleißige Frauen und Männer reinigen verschoben und nach der Bodenreinigung wie-
dann ehrenamtlich unsere Kirche. der an ihren Platz gebracht werden. Die Tep-
pichböden werden gesaugt.
Wenn möglichst viele der zur-
zeit 6 bis 8 Frauen und 2 Män-
ner des Kirchputzteams kom-
men, ist die Arbeit in einer
guten Stunde erledigt. Manche
engagieren sich schon sehr lan-
ge Zeit, andere wiederum sind
erst seit kurzem dabei. Der
Kirchengemeinde werden so
erhebliche Kosten Jahr für Jahr
Reinigung des Altarbereichs
erspart!
Leider scheiden aus Alters-
oder Gesundheitsgründen im-
Zum Kirchputz gehört das Reinigen des kom- mer wieder Helferinnen und Helfer aus. Das
pletten Kirchenraumes einschließlich der Em- Team freut sich deshalb über jede Verstär-
pore und der Sakristei. Sitzbänke, Fensterbän- kung. Im Besonderen werden Männer benö-
ke, Geländer, Ambo usw. müssen abgewischt tigt, die bei den Kirchenbänken behilflich sind.
werden. Auch die Glastüren müssen gesäu- Kommt einfach, wenn es wieder im Pfarrblatt
bert werden. und bei der Vermeldung heißt: „am Dienstag
Eine aufwendige Aufgabe ist das Reinigen der um 8:00 Uhr Kirchputz“.
Kerzenständer. Hier sind es nicht nur die Ker-
zen auf dem Altar, hinter dem Altar, der sie-
benarmige Leuchter und die Osterkerze, auch
Ansprechpartner
Franz-Josef Stoisiek
Leiter Liturgiekreis
Tel.: (06102) 22 67 7
eMail: fj.stoisiek@hk-ni.de Reinigung des Kerzenständers
Kreuz(z)ungen 2017Hätten Sie es gewusst?
Familienquiz 13
Sie finden hier einige Fragen, die uns gestellt wurden. Versuchen Sie diese für sich zu beantworten.
QU I Z
Sprechen Sie miteinander. Antworten finden Sie auf den nächsten Seiten!
1. Warum haben wir meistens weiße 9. Welche Hochfeste gibt es und wann
und manchmal honigfarbene Kerzen werden sie gefeiert?
auf dem Altar und im Altarraum?
10. Wann benutzen wir welche Fahnen
2. Welche Bedeutung haben die auf dem Kirchengelände und welche
liturgischen Farben? Bedeutung haben die Farben?
3. Welche Farbe wird zu welchem 11. Warum wird der Corpus Jesu in
Anlass verwendet? unserer Kirche in den Wochen vor
Ostern verdeckt?
4. Warum werden zur Wandlung die
Glöckchen von den Ministranten 12. Warum stehen, sitzen, knien wir?
geläutet?
5. Wann und warum werden die 13.Warum gibt es nicht in jedem
Glöckchen nicht geläutet und katholischen Gottesdienst den
stattdessen auf Holz geschlagen? Friedensgruß mit der Hand?
6. Welche Voraussetzungen muss ich
mitbringen, um Ministrant / 14. Warum haben wir Weihwasser am
Ministrantin zu werden? Eingang unserer Kirche?
7. Muss ich viel lernen oder gibt es am
15. Wie ist der Ablauf der Messe
Anfang erst mal kleinere Aufgaben als
strukturiert?
Ministrant / Ministrantin?
8. Warum und wann werden von den
Ministranten nicht die „normalen“
Kerzen, sondern die großen Leuchter
(Flambo) benutzt?
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgFamilienquiz
14 Lösungen
1. In der österlichen und der adventlichen Bußzeit werden die honigfarbenen Kerzen
QU I Z
verwendet, um diese Zeit bewusst zu machen.
2. Welche Bedeutung haben die liturgischen Farben?
Weiß: Festfarbe, die Farbe des Lichtes, der Freude und der Festlichkeit.
Rot: symbolisiert das Blut Christi und das seiner Märtyrer, steht für die
Feuerzungen bei der Herabkunft des Heiligen Geistes am Pfingstfest.
Grün: Farbe des organischen Wachstums in der Natur und somit Zeichen des
Lebens und der Hoffnung.
Violett: will uns zur Besinnung rufen, damit wir über unser eigenes Leben
nachdenken.
Schwarz: Farbe als Symbol der Trauer und des Todes.
Rosa: Sonderfall. Rosenfarbene Messgewänder können am dritten Adventssonntag
(„Gaudete“ = „Freuet euch“) und am vierten Fastensonntag („Laetare“ =
„Freue dich“) verwendet werden. Diese liturgische Farbe soll Violett, welche
in diesen Zeiten vorherrschend ist, durchbrechen und uns einen Lichtblick
auf Weihnachten bzw. Ostern geben.
3. Siehe S. 17
4. Dies stammt aus der Zeit, als die Messe noch auf Latein gehalten wurde. Da die Gläubigen
die lateinische Sprache nicht verstanden haben, wurden die Glöckchen geläutet, um ihre Auf-
merksamkeit zu erhalten mit der Intention: „Achtung aufpassen, jetzt passiert etwas Besonde-
res.“ Außerdem gehört es zu den morgenländlichen Riten zur Ankündigung des Erscheinen
des Herrschers, mit Glöckchen zu läuten. In der Wandlung erscheint Christus (der Herr-
scher) leibhaftig in Brot und Wein. Mit dem Klingeln/Leuten der Glöckchen wird hier das
Erscheinen des Herrn signalisiert. In diesem Sinne ist auch das Läuten bei der Fronleichnams-
prozession und beim Gloria an Weihnachten und in der Osternacht zu verstehen.
5. Der Überlieferung zufolge schweigen die Glocken bzw. deren Zungen, die Klöppel,
von Gründonnerstag nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl den gesam-
ten Karfreitag und Karsamstag bis vor dem Gloria in der Osternacht, da sie alle „nach Rom
geflogen“ seien. Da die Kirchenglocken zumeist eine festliche Stimmung ausdrücken, ist de-
ren Geläute in der Zeit der Grabesruhe Jesu nicht angebracht. Daher werden auch innerhalb
der Liturgie die Ratschen bzw. Klappern anstelle der Altarglocken verwendet.
6. Die Erstkommunion, sowie die Freude am Dienst und der Gemeinschaft.
7. Zunächst übernehmen neue Ministranten kleinere Aufgaben (z.B. Leuchter, Flambo, Gaben-
bereitung), später folgen weitere Aufgaben (Prozessionskreuz tragen, Weihrauch). Zu Beginn
werden neue Ministranten von den Älteren unterstützt und vorbereitet.
8. Die größeren Leuchter (vom franz. Flambeaux) werden an Hochfesten eingesetzt, um dem
Gottesdienst einen besonders festlichen Rahmen zu geben.
Kreuz(z)ungen 20179. Hochfeste des Herrn: Geburt des Herrn (Weihnachten) (25. Dezember); Erscheinung des
Herrn (Hl. Drei Könige) (6. Januar); Verkündigung des Herrn (25. März); Ostern
(beweglicher Festtermin); Christi Himmelfahrt (40. Tag nach Ostern); Pfingsten (50. Tag
15
QU I Z
nach Ostern); Dreifaltigkeitsfest (Sonntag nach Pfingsten); Fronleichnam (Donnerstag der 2.
Woche nach Pfingsten); Herz-Jesu-Fest (Freitag der dritten Woche nach Pfingsten); Christ-
königsfest (letzter Sonntag im Jahreskreis)
Hochfeste der Gottesmutter: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und
Gottesmutter Maria (8. Dezember); Hochfest der Gottesmutter Maria (1. Januar); Hochfest
der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August)
Hochfeste der Heiligen: Hochfest des hl. Josef (19. März); Geburt des hl. Johannes des
Täufers (24. Juni); Hochfest der hl. Apostel Petrus und Paulus (29. Juni); Allerheiligen (1.
November); Allerseelen (2. November) nimmt eine besondere Stellung ein: Es ist im Kalen-
der zwar nicht als Hochfest ausgewiesen, wird aber in der liturgischen Rangordnung in Kate-
gorie I.3 mit den Hochfesten des Herrn, der Jungfrau Maria und jener Heiligen, die im Gene-
ralkalender verzeichnet sind, auf eine Stufe gestellt.
Eigenhochfeste: Patrozinium und Kirchweihe (14. September: Kreuzerhöhung)
10. Zu den Hochfesten werden die Fahnen aufgezogen. Gelb-weiß (katholische Kirche) und rot-
weiß (u.a. für die Region)
11. Die Tradition der Kreuzverhüllung besteht seit dem frühen Mittelalter. Im Messbuch
von 1570 wurde der Brauch offiziell: „Vor der ersten Vesper des Passionssonntages werden
die Kreuze und Bilder verhüllt.“ Mit den Bildern sind alle bildlichen Darstellungen wie Heili-
genfiguren und Darstellungen von Kreuzen gemeint. Sie werden ab dem fünften Fastensonn-
tag mit violetten Tüchern verhüllt. Violett ist die Farbe der Fastenzeit.
In der fünften Station des Kreuzweges findet sich eine Antwort: „Wir Menschen fürchten das
Kreuz. Selbst Petrus, der Jünger Jesu, schreckte davor zurück. Und doch ist in keinem ande-
ren Zeichen Heil außer im Kreuz.” Das Kreuz ist seit dem dritten Jahrhundert für die Chris-
ten das Zeichen der Auferstehung — und nicht das Zeichen des Todes. Es geht also nicht da-
rum, die Kreuzigung „zu verhüllen”. Durch das Verhüllen des Kreuzes wird auf die Leidens-
zeit Jesu aufmerksam gemacht.
12. Wenn wir stehen, dann bringen wir damit unsere Ehrfurcht vor Gott zum Ausdruck
(zum Beispiel während des Evangeliums). Wir demonstrieren Aufmerksamkeit und die Be-
reitschaft, zuzuhören.
Durch das Sitzen fällt es uns leichter, aufmerksam und konzentriert zuzuhören, ruhig zu
werden und uns zu sammeln und zu besinnen (Lesungen, Predigt, …).
Wir knien immer dann, wenn wir allein beten oder Gott anbeten, oder wenn wir besonders
unsere Demut zum Ausdruck bringen wollen. Wir machen uns klein, wenn wir zeigen
möchten, dass wir die Größe Gottes anerkennen.
Wann auch immer wir gehen, bewegen wir uns auf ein Ziel hin (beim Gottesdienst: Kom-
munion), sind wir unterwegs zu Gott (besonders deutlich wird das natürlich bei allen Pro-
zessionen).
Durch Verneigung und Kniebeuge zeigen wir besondere Ehrfurcht und Respekt.
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-Isenburg16 13. Der Friedensgruß kann vom Priester mit der Formel: „Der Friede des Herrn sei allezeit mit
euch.“ zum Ausdruck gebracht werden. Die Gemeinde antwortet: „Und mit deinem Geiste.“
QU I Z
Der Priester oder Diakon kann zum Friedensgruß auffordern: „Gebt einander ein Zeichen des
Friedens.“ (Offerte vobis pacem.) Daraufhin geben sich die Gläubigen ein Zeichen, so wie es
ihrer lokalen Sitte entspricht, gemäß den Regelungen durch die zuständige Bischofskonferenz,
in Mitteleuropa in der Regel in Form eines Handschlags.
Man kann dazu sagen: „Der Friede des Herrn sei immer mit dir.“ (Pax Domini sit semper
tecum.), worauf mit „Amen.“ geantwortet wird, oder „Der Friede sei mit dir.“ (Pax
tecum.) mit der Antwort „Und auch mit dir.“ (Et cum spiritu tuo.). Es ist angebracht, „dass
jeder in schlichter Weise nur seinen Nachbarn den Friedensgruß gibt“.
14. Das Weihwasser soll uns an unsere eigene Taufe erinnern.
15. Eröffnung: Einzugsprozession mit Eingangslied
Begrüßung
Schuldbekenntnis
Kyrie
Gloria
Tagesgebet
Wortgottesdienst: Lesung
Zwischengesang
Evangelium
Predigt
Glaubensbekenntnis
Fürbitten
Eucharistiefeier Gabenbereitung
Hochgebet
Vater unser
Friedensgebet mit Friedensgruß
Kommunion
Entlassung: Verlautbarungen
Schlusssegen
Schlusslied und Auszug
Kreuz(z)ungen 201717
KIRCHENJAHR
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgUnter der Lupe: Der Familienkreis
18 Miteinander ... die Kinderzeit genießen
Von Doris Adam Irgendwer wird schon eine Schaufel dabei ha-
UNTER DER LUPE
ben …“, beruhigt sie sich selbst.
Es ist Freitagmittag, eine Mutter läuft durch Nach kurzer Zeit erreicht die Familie den
die Wohnung mit einer Windel in der Hand. Spielplatz. Der angestaute Stress ist wie weg-
„Feuchttücher, Sandspielzeug, Trinkfla- geblasen, denn dort springen schon einige Kin-
sche...“, sagt sie sich im Geiste. „Maamaaa“ der zwischen 1 ½ und 3 Jahren herum. Eine
ruft es aus der Küche, „esse wollen!“ Ein Kind Einjährige übt sich in ihren ersten Schritten
hat Hunger. „Uahhh, wäh, wäh,“ fängt es und zwei Babys liegen im Kinderwagen.
gleichzeitig aus dem Wohnzimmer an zu Heute sind auch noch einige ältere Geschwis-
schreien. terkinder dabei. Sie spielen Verstecken. Und
die eben noch quengeligen Kinder sind zufrie-
Die Mutter legt die Windel auf den Tisch und den und gut gelaunt mittendrin.
kümmert sich um die
beiden Nachkömmlin-
ge. Als beide zufrieden
wirken, holt sie den
Rucksack und beginnt
zu packen. „Wo war
jetzt noch mal die
Windel – egal, eine
neue, Feuchttücher,
Kekse, Trink“ - „Uah,
Auf dem Spielplatz
wa-wa-wa“, brüllt es
da erneut. Das ältere
Kind steht betreten
neben dem Baby …
Mit einem Blick auf die Uhr schnappt die Mut- Die Eltern sitzen am Tisch und packen ihr Mit-
ter schweißgebadet das Baby und nimmt es in gebrachtes aus. So entsteht ein buntes „Snack-
die Babytrage. Das ältere Kind klammert sich Buffet“, bei dem alle zugreifen können. Das
an ihr Bein. „Auch tragen“, jammert es. lassen sich die Kinder natürlich nicht zweimal
sagen. Alle sitzen am Tisch und lassen es sich
„Mist, schon wieder so spät“, schimpft die schmecken — doch dann geht es weiter: rut-
Frau. Schnell füllt sie die Trinkflasche zu En- Ansprechpartnerin
de, immer noch das jammernde Kind am Bein,
um dann umständlich alle abmarschbereit an-
Doris Adam
zuziehen. Haustüre zu, los geht’s. Auf halbem
Eltern-Kind-Treff
Weg fällt ihr ein, dass sie eigentlich noch
Tel.: (06102) 81 66 18 8
Sandspielzeug mitnehmen wollte. „Egal, viel-
eMail: d.adam@hk-ni.de
leicht ging es bei den anderen heute besser.
Kreuz(z)ungen 201719
UNTER DER LUPE
schen, schaukeln, wippen, im Sand buddeln,
einfach spielen …
Und die Eltern genießen das Miteinander im
Austausch, bei Kaffee und Keksen und mit den
Kindern. Und nach zwei Stunden treten alle
entspannt, zufrieden und müde den Heimweg
an.
Und alle sind sich einig, das war ein schöner
Nachmittag! Und: Sandspielzeug war auch für
alle genügend da. ;-)
Haben Sie auch Kinder im Alter
von bis 6 Jahren?
Der Eltern-Kind-Treff findet jeden Freitag Familienfreizeit im Februar 2017
von 15:30 – 17:30 Uhr im Alfred-Delp-Haus
statt.
Bei schönem Wetter sind wir auf dem
Spielplatz „Eichenweg“ direkt gegenüber
der Kirche. Kommen Sie gerne einfach da-
zu.
Wir freuen uns auf Sie.
Miteinander unterwegs waren wir Familien bei
der Familienfreizeit im Februar … und das war
so schön – das machen wir wieder!
Bild rechts: Das Kreuzerchen zum Ausmalen!
Ansprechpartnerin
Katharina Stoisiek
Eltern-Kind-Treff
Tel.: (06102) 93 46 51 9
eMail: k.stoisiek@hk-ni.de
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-Isenburg20
Unser Team „Kita Zum Heiligen Kreuz“
K I N D E R G A RT E N
Stadtradeln 2017
Von Petra Gerecht
Bewegung ist wichtig – das wis-
sen wir alle. Doch immer häufi-
ger werden unsere Kinder mit
dem Auto bis vor die Kindergar-
tentür gefahren, werden auch
kurze Wege mit dem Auto zu-
rückgelegt. Pause im Wald
Wir wollten ein Zeichen setzten
für mehr Bewegung im Alltag und haben im meln für mehr Klimaschutz und Radverkehrs-
Rahmen des Neu-Isenburger Stadtradelns ein förderung in unserer Stadt.
Radteam gebildet. Zuerst haben sich einige
Mitarbeiter / -innen angemeldet, dann Fami- Insgesamt 32 Mitglieder haben sich in unse-
lien und schließlich Gemeindemitglieder und rem Team zusammengeschlossen und
Bekannte, um miteinander Kilometer zu sam- 4570,00 km gesammelt. So sind wir am Ende
auf dem 6. Platz in der Gesamt-
wertung (Gesamtleistung) gelandet.
Ein tolles Ergebnis, auf das wir alle
ganz schön stolz sein können!
Besonders viel Spaß hatten wir bei
einer gemeinsamen Radtour am
Samstag, den 27.5.2017. Unser
Ausgangspunkt war der Kindergar-
ten. Hier ging es um 14:00 Uhr los
Mit den Rädern unterwegs zur Flitterseehütte im Isenburger
Forst. Dort wurde ein gemütliches
Picknick gemacht und die Kinder hat-
ten am nahen Teich viel Spaß mit Wasserexpe-
Ansprechpartnerin
rimenten.
Wir werden im nächsten Jahr bestimmt wie-
Petra Gerecht
der beim Stadtradeln mitmachen und uns wei-
Leiterin des Kindergartens
ter für mehr Bewegungsförderung im Alltag
Tel.: (06102) 32 66 45
einsetzen.
eMail: p.gerecht@hk-ni.de
Kreuz(z)ungen 201721
Miteinander unterwegs
K I N D E R G A RT E N
Übernachtung der Vorschulkinder im Kindergarten
Von Andrea Schulte-Sasse mit Gummistie-
feln ging es in
Auch in diesem Jahr haben wir mit unseren den Bach. Wir
Vorschulkindern überlegt, wie wir das große haben Bachfloh-
Erlebnis „Wir schlafen im Kindergarten“ ge- krebse, Wasser-
stalten können. Schnell war klar: Ein schöner läufer und ande-
Ausflug, ein Lagerfeuer, vielleicht eine Nacht- re Bachbewoh-
wanderung, eine Schatzsuche und viel Zeit ner gefunden. Im Bach unterwegs
zum Spielen musste dabei sein. Wieder im Kin-
dergarten ange-
kommen, gab es ein leckeres Büffet, das mit
viel Liebe zubereitet war. Kuchen, Sandwiches
und Obst gab es zur Stärkung.
Danach war es Zeit zum „Bettenbauen“ und
zum Spielen, und wer immer noch Kraft hatte,
ging zusammen mit zwei Erzieherinnen in den
Wald, um Holz zu sammeln für das Lagerfeu-
Kleine Pause er. Nach dem gemeinsamen Abendessen, dem
Lagerfeuer und dem Grüffelo-Film waren alle
müde und gingen in ihre Betten. Getuschelt
Gemeinsam mit den Kindern haben wir einen wurde noch lange, aber irgendwann schliefen
Speiseplan erstellt und überlegt, wer mit wem auch die letzten Kinder ein.
in welcher Gruppe schläft und was eigentlich Am nächsten Morgen nach dem Frühstück gab
zum Übernachten im Kindergarten gebraucht es noch weitere Überraschungen für die Kin-
wird. der. Jedes Kind bekam ein T-Shirt mit einem
Am 18.5.2017 war es dann endlich soweit. Bild aller Vorschulkinder. Das durften sie
Bepackt mit Rucksack, Schlafsack und Decken noch nach Herzenslust bemalen und gestalten.
kamen alle im Kindergarten an. Viel Zeit blieb Auch die Schatzsuche durfte nicht fehlen. 21
nicht, um sich gemütlich einzurichten, denn es kleine Piraten sausten ohne Schiff durch den
ging mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Buchenbusch, um alle Aufgaben zu lösen. Am
nach Darmstadt-Eberstadt. Hier wurden wir Ende der Aufgaben wartete ein großer Schatz
von Frau Müller, einer Mitarbeiterin der auf die kleinen Pira-
Freunde der Streuobstwiesen, empfangen. Mit ten.
ihr gemeinsam haben wir uns auf den Weg zu Es war eine tolle
einer besonderen Bachstelle gemacht. Hier Übernachtung mit
haben wir die geheimen Lebewesen des Baches unseren großen
erkundet. Mit Eimern, Sieben, barfuß oder Lagerfeuer Vorschulkindern.
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgUnd plötzlich wurde es still
22 Taizé
Von Hannah Schulte-Sasse unserer Ankunft wurden wir in der riesigen
TA I Z É
Kirche, die überhaupt nicht aussah wie eine
Taizé ist ein kleiner Ort auf einem Hügel in Frank- Kirche bei uns, eingewiesen: Uns wurden ein
reich. Dort treffen sich jedes Jahr zu verschiedenen paar grundsätzliche Regeln erklärt, wann es
Zeiten tausende von Jugendlichen, um zu beten, sich Essen gibt, Toiletten, unser Schlafplatz etc.
auszutauschen und um sich zu treffen. Vom Der Boden war aus Teppich und es gab keiner-
2.4.2017 bis zum 9.4.2017 war eine kleine Grup- lei Bänke. Kurze Zeit später bezogen wir unse-
pe aus unserer Gemeinde in Taizé, um dort Erfah- re Baracke. Wir waren zu fünft in einer Bara-
rungen zu sammeln. Ich will Ihnen von meinen Ein- cke untergebracht. In Taizé wird alles auf das
drücken erzählen und Ihnen Taizé ein wenig näher Nötigste beschränkt, daher hatte jeder von uns
bringen. ein kleines Bett und unsere Klamotten ließen
wir in den Taschen.
Am Abend gab es den berühmten Nudelsalat,
vor dem uns alle schon gewarnt hatten. Die
Portionen waren, wie schon erwartet, sehr
klein und von einem Nachschlag war nur zu
träumen. Allerdings hatten wir vorgesorgt,
und so gab es zum Nachtisch noch einen Müs-
Gemeinsames Gebet
liriegel.
Und plötzlich wurde es still. Wir schauten uns
um und entdeckten hunderte von jungen Men-
schen, die zur Ruhe kamen und beteten. Von
nun an sollten wir ihnen eine Woche lang
dreimal am Tag nachtun. Am Anfang war es
schwer, zehn Minuten einfach still zu sitzen,
aber wir gewöhnten uns an das Gefühl und
Abendessen
genossen die Stille. Stille ist neben Gemein-
schaft erleben ein großer Baustein von Taizé.
Im Gebet ist es still, unten an der Quelle und Die erste Nacht ging ziemlich schnell vorbei,
abends, wenn die Gespräche in der Nacht ver- denn um noch duschen zu können und dabei
schwimmen. noch etwas warmes Wasser zu ergattern,
mussten wir um 7:30 Uhr raus. Erfrischt von
Am 2.4.2017 kamen wir mit einer kleinen der Dusche ging es zum Morgengebet. Noch
Gruppe der KJZ (Katholischen Jugendzentra- etwas mitgenommen von der Nacht saßen wir
le) in Taizé an. Der erste Eindruck war etwas in der Kirche, auf dem Boden, ohne Schuhe ...
fremd. Wir sahen ein riesiges Gelände mit vie- Es war schön und beeindruckend, da auch ein
len verschiedenen Gebäuden, auf dem wir uns kleiner Duft Weihrauch in der Luft lag. Das
erstmals zurecht finden mussten. Kurz nach Frühstück fiel wieder spartanisch aus. Ein
Kreuz(z)ungen 2017Brötchen, zwei Stücke Schokolade und eine lände in Taizé ist sehr groß, so kann man sich
Tasse Tee oder Kakao. zurückziehen oder mit anderen ins Gespräch
kommen. Wir waren den ganzen Tag draußen
23
TA I Z É
und haben es genossen.
Ob ich nochmal nach Taizé fahren würde?
Als ich noch in Taizé war, dachte ich: Ja, ganz
nett, aber ich muss nicht unbedingt nochmal
hin. Als ich jedoch nach Hause kam und wie-
Blick auf das Gelände
der meinen normalen Tagesablauf hatte und
einen normalen Gottesdienst besuchte, änder-
Nach dem Frühstück begann unser erster rich- te sich meine Meinung zu: Ja, da besteht Wie-
tiger Tag in Taizé. Alle Jugendlichen bis 16 derholungsbedarf.
Jahren trafen sich in einem Zelt, um dort die
Gesprächsgruppen für die kommende Woche Ich kann Taizé nur empfehlen. Nicht nur für
einzuteilen. In dieser Gruppe trafen wir uns junge Menschen, sondern auch für ältere, da
jeden Tag zweimal: morgens, um über das Ta- auch für sie ein Programm bereitsteht. In Tai-
gesthema zu reden und nachmittags, um zu zé kann man zur Ruhe kommen und der kleine
Ort bildet einen starken Kontrast zu dem nor-
putzen, oder für andere Aktivitäten.
malen Alltag. Allein um ein Taizé Gebet noch-
mal zu erleben. In der Kirche herrscht eine
Mit unserer Gesprächsgruppe hatten wir viel ganz andere Atmosphäre und, wenn alle bei
Spaß. Wir mussten alle Englisch reden, da wir den Taizé Liedern mitsingen macht es richtig
Deutsche und Franzosen waren. Aber wir ver- Spaß. Wir wollten gar nicht mehr weg.
standen uns und konnten einige Themen be-
sprechen und uns näher kennen lernen. Mit
den anderen aus der Gruppe halten wir bis
heute noch Kontakt über soziale Medien.
Die Tage
in Taizé
gingen
schnell
vorüber.
Neu-Isenburger Gruppe
Wir hatten
immer
etwas zu Ansprechpartnerin
tun, ob-
wohl man Hannah Schulte-Sasse
gleichzei- Oberministrantin
tig so viel Tel.: (06074) 72 89 10 3
Versöhnungskirche der
Communauté de Taizé Zeit hatte. eMail:
Das Ge- h.schulte-sasse@hk-ni.de
Katholische Pfarrgemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ Neu-IsenburgRitter und Drachen—wir lassen‘s krachen
24 Kinderzeltlager 2017
Von Rebecca und Florian Beermann liche Kostüme trugen, wie z.B. das eines Kö-
K I N D E R Z E LT L AG E R
nigs, Harlekins, Ritters usw.
Das diesjährige Zeltlager mit dem Motto Eines unserer persönlichen Highlights war die
„Ritter und Drachen – wir lassen‘s krachen“ Survival-Tour. Die „Surviveler“ wurden dieses
war ein großer Erfolg! Vom Zeltplatz aus hatte Jahr nämlich in Frankreich ausgesetzt, da der
man eine tolle Aussicht auf die Stadt Dahn (in Zeltplatz nicht sehr weit von der französischen
der Pfalz) und man war umgeben von Wald Grenze entfernt war. Der Gruppenname war
und Felsen. „Team Takeshi´s Castle“ (nach einer Fernseh-
Die Gruleis hatten täglich ein tolles Programm sendung). Wir „Surviveler“ kehrten – nach
vorbereitet und abends gab es immer ein La- einem 25-km-Marsch — noch in der Nacht
gerfeuer mit Gesang. zurück und übernachteten heimlich im Zelt-
Gleich am ersten Tag gab es schon ein paar heiligtum, um die anderen am nächsten Tag zu
besondere Aufgaben, um die Stadt kennen zu überraschen.
lernen. Als erstes sollten wir eine gute Tat Ein weiteres Highlight war unser Rittermarkt,
vollbringen, was von allen Gruppen anders der auf dem Zeltplatz stattgefunden hat. Es
umgesetzt wurde. Die zweite war, ein rohes gab viele verschiedene Stände, u.a. einen
Ei, das man vorher bekommen hatte, gekocht Stand mit Bier und Wein (Malzbier und Trau-
zurückzubringen. Manche fragten dafür in ei- bensaft), mehrere Essensstände (z.B. mit
ner Bäckerei oder einem Restaurant nach. Die Flammkuchen) und Glücks- und Geschicklich-
letzte Aufgabe war, einen Teebeutel weiter zu keitsspiele. Außerdem gab es noch eine Show,
tauschen und zwar so oft es ging und in etwas für die wir in Gruppen vorbereitet hatten, z.B.
mit höherem Wert. Manche Gruppen hatten eine Comedyshow, eine mittelalterliche Ge-
am Ende eine sehr große Sache, wie z.B. einen richtsverhandlung und eine Gruppe, die Leute
Werkzeugkasten, moderne Kunst oder sogar imitierte.
acht Autoreifen hatten. Während des Zeltlagers wollten nicht nur die
Besonders beeindruckend war ein Gelände- ehemaligen Gruppenleiter unser Banner klau-
spiel, das in einer alten Burgruine stattgefun- en, auch die einheimische Dorfjugend zeigte
den hat. Interesse. Doch — im Gegensatz zu den Ehe-
Es hat viel Spaß gemacht, die verschiedenen maligen — versagte diese bei jedem Versuch,
Räume und Gänge zu entdecken und die Plät- was teilweise auch der Nachtwache zu verdan-
ze zu suchen, an denen sich die Gruppenleiter ken war.
versteckt hatten, die natürlich alle mittelalter-
Alles in allem hatten wir eine tolle Zeit, die
Ansprechpartner viel zu schnell vorbei ging. Unsere Grup-
penleiter sind die besten und einen riesigen
Alexander Albert Dank auch an die Küche!
Gemeindereferent
Tel.: (06102) 59 76 50
eMail: a.albert@hk-ni.de
Kreuz(z)ungen 2017Sie können auch lesen