2020 GESCHÄFTSBERICHT - EIN JAHR IM ZEICHEN DER PANDEMIE
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Impressum: Medieninhaber & Herausgeber: Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH, Goethestraße 89, 4020 Linz, Tel.: 05 055460-0, Fax: 05 055460-40099, E-Mail: contact@ ooeg.at, Unternehmensgegenstand: Spitalsträgerin; Eigentumsverhältnisse: 100-%-Tochterunternehmen der OÖ Landesholding GmbH; Beteiligungen: Kepler Universitätsklinikum GmbH (100 %), Oö. Landespflege- und Betreuungszentren GmbH (100 %), FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH (79,83 %), Neurologisches Therapiezentrum Gmundnerberg GmbH (40 %), Kinder-Reha Rohrbach-Berg GmbH (35 %), Rehaklinik Enns GmbH (33 %); Organe der Gesellschaft: Geschäftsführung: Vorsitzender d. GF Mag. Dr. Franz Harnoncourt, Mag. Karl Lehner, MBA, Dr. Harald Schöffl, Linz; ProkuristInnen: Mag. Leander Pernkopf, MBA, Josef Friesenecker, Mag. Rainer Moshammer, Dr. Martin Rupprecht, Mag.a Herta Prandstätter; Mitglieder des Aufsichtsrates: RA Mag. Dr. Franz Mittendorfer, Abg. z. NR MRin Prim.a i.R. Dr.in Brigitte Povysil, Präs. LAbg. Prim. Dr. Walter Aichinger, RA LAbg. Dr. Walter Ratt, Präs.in Mag.a pharm. Dr.in Ulrike Mursch-Edlmayr, LAbg. Peter Binder, LAbg. Ulrike Schwarz, Fin.-Dir.in Mag.a Dr.in Christiane Frauscher, RA Dr. Gerald Waitz, Alfred Mayr, Christian Erlinger, OÄ Dr.in Petra Emrich, Ing. Gerald Engleitner, Sandra Renner; Redaktion: Mag.a Jutta Oberweger; Layout: Contentschmiede; Druck: Gutenberg, Linz; Bildnachweise, wenn nicht anders gekennzeichnet: OÖ Gesundheitsholding, Leutner; Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: Information über das betriebliche Geschehen der Unternehmensgruppe der Oberöster- reichischen Gesundheitsholding GmbH; P.b.b. Erscheinungsort Linz, Verlagspostamt 4020 Linz. Anmerkungen zu den verwendeten Bildern: Die Bilder stammen teilweise aus unserem Archiv bzw. wurden sie in den unterschiedlichsten Phasen der Corona-Pandemie aufgenommen.
INHALT
04
VORWORTE
08
AUF EINEN BLICK
10
UNSERE MITARBEITER/INNEN
12
GESCHÄFTSBEREICHE
Personaldirektion
Medizinische Direktion
Technische Direktion
Medizininformatik & Informationstechnologie
PR & Kommunikation
Unternehmensentwicklung
Recht
Konzernrevision
36
REGIONALKLINIKEN
54
AUSBILDUNG IN DER
OÖ GESUNDHEITSHOLDING
58
BETEILIGUNGEN
Beilage Finanzteil
3VORWORT
DES EIGENTÜMER-
VERTRETERS
Landeshauptmann
Mag. Thomas Stelzer
Die Corona-Krise hat uns und die gesamte Welt weiterhin fest im Griff, allerdings
blicken wir mit großer Hoffnung in Richtung Zukunft. Die breit angelegte Impfaktion
nimmt Fahrt auf, wodurch ein wesentlicher Schritt im Kampf gegen das COVID-19-
Virus gesetzt werden konnte.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen waren eine der ers-
ten Zielgruppen des nationalen Impfplans. Die besonders hohe Impfbereitschaft
dieser Zielgruppe hat mich persönlich begeistert! Bedenkt man, dass einige
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund von Vorerkrankungen oder einer bereits
durchgemachten COVID-19-Infektion nicht geimpft werden konnten, verdient die
Impfrate von über 70 Prozent wirklich ein besonderes Dankeschön.
Aber nicht nur durch die Impfbereitschaft leisteten sie in den vergangenen Monaten
einen großen Beitrag im Kampf gegen Corona, auch für den unermüdlichen Einsatz
in den öffentlichen Teststraßen in den Kliniken der OÖ Gesundheitsholding möchten
ich mich bei ihnen ganz herzlich bedanken! In Zusammenarbeit mit den Mitarbei-
terinnen und Mitarbeitern der OÖ Gesundheitsholding und den Studentinnen und
Studenten der FH Gesundheitsberufe Oberösterreich konnten bis Mitte des Jahres
2021 rund 3.000.000 Antigentests durchgeführt werden. Das große, flächendeckende
Testangebot in Oberösterreich war ganz entscheidend und wichtig, um dem Corona-
virus Herr zu werden. Für die weiterhin so gute Unterstützung dabei darf ich mich
bereits heute bedanken.
Schließlich möchte ich mich auch noch bei all jenen Mitarbeiterinnen und Mitar-
beitern der OÖ Gesundheitsholding bedanken, die seit dem Corona-Ausbruch im
Krisenstab des Landes OÖ tatkräftig mitarbeiten. Nicht vergessen möchte ich dabei
alle, die während dieser Zeit zusätzliche Aufgaben in der OÖ Gesundheitsholding
übernommen haben, damit diese Form der Zusammenarbeit möglich wurde.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der OÖ Gesundheitsholding und ihrer Kliniken
haben einmal mehr gezeigt, dass sie ihre Verantwortung in der Gesundheitsversor-
gung für die Menschen in Oberösterreich leben – ein herzliches Dankeschön dafür!
Mag. Thomas Stelzer
Landeshauptmann
4VORWORT
DES VORSITZENDEN
DES AUFSICHTSRATES
DER OÖ GESUNDHEITSHOLDING
Aufsichtsratspräsident
Dr. Franz Mittendorfer
KEPLER UNIVERSITÄTSKLINIKUM ZU 100 PROZENT Ziel ist die Entwicklung einer gemeinsamen Ausrichtung, die
IM LANDESEIGENTUM Eruierung von Potenzialen und Synergien und eine engere Ver-
Mit den Beschlüssen im Oö. Landtag am 18. Juni 2020 und im netzung unter dem gemeinsamen Konzerndach. Dieser auch
Gemeinderat der Stadt Linz am 14. Mai 2020 hat das Land Ober- extern begleitete Entwicklungsprozess hatte bereits 2019 zu ers-
österreich die Weichen gestellt, über seine 100%-Tochter, die ten organisatorischen Veränderungen geführt und auch im Jahr
Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH (OÖG), rückwir- 2020 eine wesentliche Rolle in der OÖG eingenommen.
kend mit 1. Jänner 2020 die restlichen Anteile an der Kepler Uni-
versitätsklinikum GmbH (KUK) von der Stadt Linz zu überneh- VERÄNDERUNGEN IM AUFSICHTSRAT
men. Mit der Übernahme des 25,1%-Anteils an der KUK GmbH Auch im Aufsichtsrat der Oberösterreichischen Gesundheitshol-
ist das zweitgrößte Klinikum Österreichs nun im Alleineigentum ding ist es im abgelaufenen Geschäftsjahr zu personellen Verän-
des Landes Oberösterreich. Ziel war es, alle Gesundheitsunter- derungen gekommen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen
nehmen des Landes OÖ unter einem Dach zu vereinen. Dieses jenen Aufsichtsratsmitgliedern bedanken, die das Unternehmen
Ziel konnte damit erreicht werden. durch viele Jahre hindurch intensiv begleitet haben und jetzt
neue Funktionen übernommen haben.
15.000 MITARBEITER/INNEN GARANTIEREN Ich darf mich im Namen aller Mitglieder des Aufsichtsrates bei
GESICHERTE GESUNDHEITSVERSORGUNG der Geschäftsführung der OÖ Gesundheitsholding, den Füh-
Die OÖG hält weiters 100 % der Anteile an der Oö. Landespflege- rungskräften und bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
und Betreuungszentren GmbH. An der FH Gesundheitsberufe bedanken, die durch ihren enormen Einsatz in unseren Gesund-
OÖ GmbH (FHG) ist die OÖG mit 52,5 % beteiligt und die KUK heitseinrichtungen im Corona-Jahr 2020 ein vorbildlich funk-
ihrerseits mit 27,33 %. Somit halten die beiden Gesellschaften tionierendes Gesundheitssystem in Oberösterreich sicherstellen
im Konzern insgesamt einen Anteil von 79,83 % an der FHG. Im konnten.
Bereich der Beteiligungen an Rehakliniken hält die OÖG 40 % an
der Therapiezentrum Gmundnerberg GmbH, 35 % an der Kin-
der-Reha Rohrbach-Berg GmbH „kokon“ und 33 % an der Reha-
klinik Enns GmbH.
In den Kliniken der OÖ Gesundheitsholding sowie in den Kon-
zerngesellschaften, die im Konsolidierungskreis des OÖG-Teil- Mag. Dr. Franz Mittendorfer
konzerns stehen, sind insgesamt 14.926 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigt.
SYNERGIEPROJEKT OÖG/KUK:
Weiterentwicklung der Struktur der Gesundheitsdienst-
leister des Landes Oberösterreich und deren Beteiligungen
Nachdem im Jahr 2018 die Konzeptionsphase des Synergie-
projektes abgeschlossen, in ein Umsetzungsprojekt übergeführt
und dieses im Laufe des Jahres 2019 ausgestaltet wurde, starte-
te in der zweiten Jahreshälfte 2019 das Umsetzungsprogramm
„Roadmap“, das wiederum aus vielen einzelnen Unterprojekten
besteht.
5VORWORT
DER GESCHÄFTSFÜHRUNG DER
OÖ GESUNDHEITSHOLDING
DAS „CORONA-JAHR“ 2020 IN DER OÖ GESUNDHEITSHOLDING
Anfang März jährte sich die Aufnahme der ersten COVID-Patientinnen und -Patienten in den Kliniken der Oberösterreichischen
Gesundheitsholding zum ersten Mal. Seit mittlerweile mehr als einem Jahr sind wir als gesamtes Unternehmen mit unseren
Kliniken, Tochter- und Beteiligungsgesellschaften mit einer nie dagewesenen Herausforderung konfrontiert.
Am 8. März 2020 wurde erstmals eine mit dem Coronavirus infizierte Person in einer OÖG-Klinik aufgenommen, konkret im
Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr. In den Tagen darauf folgten die ersten COVID-PatientInnen an allen anderen Standorten.
Seit Ausbruch der Pandemie wurden in den Kliniken der OÖ Gesundheitsholding insgesamt rund 4.400 an COVID-19 Erkrankte
behandelt, davon bedurften rund 550 einer intensivmedizinischen Behandlung. In der sogenannten ersten Welle im Frühjahr
wurden rund 200 COVID-19-PatientInnen in den OÖG-Kliniken behandelt. In der zweiten Welle ab Oktober 2020 waren mehr als
22 Mal so viele Erkrankte spitalspflichtig. Bei den IntensivpatientInnen stieg die Zahl während der zweiten Welle auf mehr als
das 17-Fache an. Analog zu den allgemeinen Infektionszahlen war die herausforderndste Zeit für unsere Kliniken und insbeson-
dere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die zweite Welle – hier vor allem die Monate November und Dezember 2020. Die
oberösterreichweit meisten COVID-19-PatientInnen wurden am 18. November 2020 gezählt. An diesem Tag waren insgesamt
1.115 an COVID-19 Erkrankte in einer oberösterreichischen Klinik in stationärer Behandlung. Die höchste Zahl an COVID-19-
PatientInnen auf einer Intensivstation in Oberösterreich wurde am 1. Dezember 2020 mit 152 erreicht.
TRÄGERÜBERGREIFENDE KOORDINATION UNTER DER LEITUNG DER OÖG
Um die Krise im Spitalsbereich bewältigen zu können, arbeitete die OÖG von Beginn an sehr eng mit allen anderen Spitalsträ-
gern in Oberösterreich zusammen. Eine dazu eigens eingerichtete Spitals-Taskforce bewertet regelmäßig die aktuelle Lage, die
Auslastung in Oberösterreichs Kliniken und Intensivstationen und kümmert sich um die Abstimmung sämtlicher klinikrelevan-
ter Vorgaben und Empfehlungen von Bund und Land. Die OÖG übernahm im Auftrag des Landes die Leitung dieser Taskforce
und die Gesamtkoordination für alle 16 oberösterreichischen Spitäler, inkl. der Ordensspitäler und des UKH der AUVA.
OBERÖSTERREICHWEITES INTENSIVBETTEN-MANAGEMENT IN VERANTWORTUNG DER OÖG
Seit März 2020 werden die Intensivbetten oberösterreichweit und trägerübergreifend gemeinsam koordiniert. Dazu wurde das
Intensivbetten-Managementsystem ausgebaut sowie die Einbindung in das epidemiologische Meldesystem automatisiert. Das
Intensivbetten-Management selbst liegt dabei in Händen des Kepler Universitätsklinikums.
BESCHAFFUNG VON SCHUTZAUSRÜSTUNG
Die COVID-19-Pandemie hat den Alltag im Beschaffungswesen besonders intensiv bestimmt und sämtliche Pläne für das Jahr
2020 massiv beeinflusst. Im Pharmaziebereich wurden bereits im Laufe des Jänners 2020 erste Vorsorgemaßnahmen getroffen
und kritische Medikamente bevorratet. Ende Februar 2020 wurde das Schutzmaterial knapp und der weltweite Wettbewerb um
Masken, Schutzkittel, Handschuhe und Desinfektionsmittel war eröffnet. Mitte März 2020 erfolgte die Beauftragung der OÖG
durch das Land OÖ, Schutzmaterial auch für alle anderen oberösterreichischen Bedarfsträger zu beschaffen, um drohende
Versorgungsengpässe zu vermeiden.
6DIGITALISIERUNGSSCHUB AUCH FÜR DIE OÖG REHAKLINIKEN DER OÖG WURDEN ZU MEDIZI-
Die Corona-Pandemie hat für die OÖG, wie für so viele ande- NISCHEN VERSORGUNGSEINRICHTUNGEN
re Unternehmen auch, einen bedeutenden Schub in Sachen In Oberösterreich wurden mit 1. Dezember 2020 drei Me-
Digitalisierung mit sich gebracht. Innerhalb weniger Tage dizinische Versorgungseinrichtungen (MVE) der Stufe 1 in
nach Beginn der Krise wurden die Homeoffice-Kapazitäten Betrieb genommen. Die beiden Beteiligungen der OÖG, die
um 1.200 Plätze erhöht. Die Bedeutung von Videokonferen- Rehakliniken Enns und das Neurologische Therapiezentrum
zen nahm innerhalb der OÖG, auch im medizinischen Be- Gmundnerberg sowie das Krankenhaus Sierning wurden als
reich, enorm zu. Zu Spitzenzeiten gab es 250 aktive Konfe- MVE adaptiert. Die Zuweisung erfolgte aus allen oberöster-
renzen täglich mit bis zu 52 TeilnehmerInnen in einer Sitzung reichischen Akutspitälern. Die Verteilung der Patientinnen
gleichzeitig. Für die Gesundheits- und Krankenpflegeschu- und Patienten wurde über ein zentrales Bettenmanagement
len der OÖG wurde innerhalb weniger Tage eine Home- der OÖG organisiert. Dass kritisch kranke Patientinnen und
schooling-Lösung für rund 1.000 UserInnen eingerichtet. So Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt auch längere
konnten die Schulen rasch auf Online-Unterricht umstellen. Zeit später noch funktionelle Einschränkungen erleben, ist
nicht neu. Die MVE setzen genau hier an. Durch den Schwer-
AUS-, FORT- UND WEITERBILDUNG IM ZEICHEN punkt Therapie können Patientinnen und Patienten nach
DER PANDEMIE oder bereits während einer COVID-19-Erkrankung bestens
Der Ausbruch der Corona-Pandemie hatte in den vergan- unterstützt werden. Parallel dazu konnten die Akutkranken-
genen Monaten nicht nur Einfluss auf den Klinikalltag, häuser in OÖ – vor allem Ende des Jahres in der zweiten
sondern auch auf den Wissens- und Bildungsbereich. Für Welle – gut entlastet werden.
die Akademie der OÖ Gesundheitsholding als zentrale Fort-
und Weiterbildungsinstitution bedeutete dies, dass mit den KEPLER UNIVERSITÄTSKLINIKUM
Lockdowns Präsenzveranstaltungen und Direktunterricht ZU 100 PROZENT IN LANDESEIGENTUM
zur Gänze entfielen. Wo es möglich war, wurde umgehend Mit 2. Juli 2020 übernahm das Land Oberösterreich über ihre
auf Online-Formate umgestellt, sodass sowohl Führungs- 100%-Tochter, die Oberösterreichische Gesundheitsholding
kräfte als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flexibel mit GmbH (OÖG), rückwirkend mit 1. Jänner 2020 die restlichen
maßgeschneiderten Angeboten, wie beispielsweise Führen Anteile an der Kepler Universitätsklinikum GmbH (KUK) von
in der Krise, Erfolgsfaktor Resilienz oder Kompetent gesund, der Stadt Linz. Mit der Übernahme des 25,1%-Anteils an der
unterstützt werden konnten. So konnte in dieser äußerst KUK GmbH ist das zweitgrößte Krankenhaus Österreichs als
fordernden Zeit dennoch viel geschafft und Positives be- 100%-Tochter der Oberösterreichischen Gesundheitshol-
wirkt werden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten ding im Alleineigentum des Landes Oberösterreich. Mit den
mit Wissen versorgt, neue E-Learning-Angebote entwickelt, Beschlüssen im Oö. Landtag am 18. Juni 2020 und im Ge-
Fort- bzw. Weiterbildungen auf Webinare umgestellt und be- meinderat der Stadt Linz am 14. Mai 2020 wurden dazu die
stehende Lehrgänge abgeschlossen werden. Weichen gestellt. Ziel war es, alle Gesundheitsunternehmen
des Landes OÖ unter einem Dach zu vereinen.
DISTANCE LEARNING – VOM NEUEN
SCHLAGWORT ZUM UNTERRICHTSALLTAG Dank des großen Engagements und der hervorragenden
Auch die OÖG-Schulen mussten aufgrund der Corona-Pan- Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
demie Mitte März unter großem Zeitdruck den Unterricht unseren Kliniken und den Geschäftsbereichen der Holding
auf Distance Learning umstellen. Dennoch konnten sämt- konnte die Krise bis dato bestmöglich gemeistert werden.
liche Ausbildungen wie geplant und ohne Zeitverzögerung Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in diesem
abgeschlossen werden. Theoretische Unterrichtsstunden Jahr nicht nur enorm gefordert – sie haben Außergewöhn-
wurden zur Gänze in Form von Distance Learning abgehal- liches geleistet! Daher möchten wir uns an dieser Stelle bei
ten, die praktischen Unterrichtseinheiten fanden vor Ort in ihnen allen recht herzlich bedanken und wir sind uns sicher,
Kleingruppen unter strengster Einhaltung der Hygienemaß- dass wir die Krise gemeinsam weiterhin gut bewältigen
nahmen statt. können.
Mag. Dr. Franz Harnoncourt
Mag. Karl Lehner, MBA Dr. Harald Schöffl
7AUF EINEN
BLICK
Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH (OÖG)
Die Geschäftsführung
Mag. Dr. Franz Harnoncourt Mag. Karl Lehner, MBA
(Vorsitzender der Geschäftsführung) (Mitglied der Geschäftsführung)
KEPLER UNIVERSITÄTSKLINIKUM REGIONALKLINIKEN
BETEILIGUNGEN
inkl. Beteiligungen
• FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH (27,33 %) • Salzkammergut Klinikum
• Biomed Trainingszentrum GmbH (100 %) Bad Ischl, Gmunden, Vöcklabruck
• Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum
Kirchdorf Steyr
• Klinikum Freistadt
• Klinikum Rohrbach
• Klinikum Schärding
ASSISTENZ
DER GESCHÄFTSFÜHRUNG
Direktionen/Geschäftsbereiche
DIREKTION
PERSONALDIREKTION MEDIZININFORMATIK UND TECHNISCHE
INFORMATIONSTECHNOLOGIE
UNTERNEHMENS-
PR & KOMMUNIKATION
ENTWICKLUNG
8Rohrbach
Freistadt
Schärding
Linz Wartberg
Enns
Neuhofen
Vöcklabruck
Steyr
Gmunden Kirchdorf
OÖG Unternehmensleitung
Kepler Universitätsklinikum GmbH
Bad Ischl
Regionalkliniken der OÖ Gesundheitsholding
Beteiligung an der FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH
Beteiligungen an Rehaklinken und
Pflege- und Betreuungszentren
Dr. Harald Schöffl
(Mitglied der Geschäftsführung)
DIAGNOSTIKVERBUND
PRIMÄRVERSORGUNG (PHC/PVE)
• FH Gesundheitsberufe
OÖ GmbH (52,5 %) ALTEN- UND PFLEGEHEIME
• Neurolog. Therapiezentrum
Gmundnerberg GmbH (40 %) • Landespflege- und Betreuungszentren GmbH (100 %)
• Kinder-Reha Rohrbach-Berg
GmbH (35 %)
• Rehaklinik Enns GmbH (33 %)
BÜRO
DER GESCHÄFTSFÜHRUNG
DIREKTION FINANZDIREKTION MEDIZINISCHE DIREKTION
SCHULEN RECHT KONZERNREVISION
9UNSERE
MITARBEITER/INNEN
Die Anzahl der aktiven MitarbeiterInnen in den oö. Regionalkliniken und im Kepler Universitätsklinikum ist im
Geschäftsjahr 2020 von 13.889 auf 14.239 (+ 350 Köpfe) gestiegen.
In der FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH sind 181 MitarbeiterInnen beschäftigt. In der Landespflege- und Be-
treuungszentren GmbH beschäftigen wir 506 MitarbeiterInnen. Somit beschäftigen wir im OÖG-Teilkonzern ins-
gesamt 14.926 MitarbeiterInnen.
Nachdem in den Vorjahren die Teilzeitquote kontinuierlich gestiegen ist, kam es im Jahr 2020 zu einem gering-
fügigen Rückgang um 0,30 Prozent, was auch in den Erfordernissen durch die Corona-Pandemie begründet
liegt. Die Teilzeitquote der aktiven MitarbeiterInnen ist mit über 53 Prozent jedoch nach wie vor hoch. Allgemein
bedeuten Teilzeitbeschäftigungen für eine Organisation ein höheres Maß an Komplexität und Planungsauf-
wand. Gleichzeitig kommt das Unternehmen damit den Wünschen der MitarbeiterInnen entgegen, die aufgrund
ihrer privaten bzw. familiären Situation keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen können. Im überwiegenden
Ausmaß betrifft dies Frauen.
Nach einem Rückgang der Urlaubs- und Zeitguthaben im Jahr 2019 (-0,26 Prozent) zeigt das Jahr 2020 mit einer
Erhöhung der Urlaubs- und Zeitguthaben von +17,39 Prozent die hohen Anforderungen an unsere Mitarbei
terInnen aufgrund der Corona-Pandemie.
Entwicklung der MitarbeiterInnenzahl 2018–2020*
2018 2019 2020
2.047 6.928 1.320 3.223 156 2.076 7.050 1.347 3.248 168 2.131 7.222 1.364 3.339 183
ÄrztInnen und sonstiges akademisches Pflege (inkl. SHD) MTD und Hebammen
Personal Sonstige
Verwaltungs- und Betriebspersonal
10DATEN
UND FAKTEN
URSACHEN FÜR DIE VERÄNDERUNGEN DER GESETZLICHE ERFORDERNISSE
MITARBEITER/INNENZAHL INSGESAMT:
» Einhaltung der Erfordernisse des KA-AZG (ÄrztInnen)
Im Zuge der Planungsgespräche für das Jahr 2020 ergibt sich » Erfüllung der Mindestpersonalausstattung zur Einhal-
für die Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH mit tung der Strukturqualitätskriterien (Krankenhaushygiene,
ihren Regionalkliniken und dem Kepler Universitätsklinikum Dialyse, Schulen)
eine Erhöhung von 350 Stellen im Vergleich zum Vorjahr.
ANPASSUNG AN LEISTUNGSENTWICKLUNGEN
VOLLZEIT – TEILZEIT*
UND ORGANISATIONSERFORDERNISSE
50,37 % 50,07 %
49,10 % » Spezialisierungen in der Pflege (Diabetes, Wundmanage-
ment, Kontinenz/Stoma, MentorInnen/Praxisanleitung)
» Personelle Abdeckung von organisatorischen und medi-
zinischen Notwendigkeiten sowie von Leistungssteige-
rungen in medizinischen Bereichen (z. B. im therapeuti-
schen Bereich, Apotheke, Hebammen) bzw. Pflegefunk-
2018 2019 2020 tionsbereichen (z. B. Ambulanzen, Anästhesie, OP)
Vollzeit Teilzeit TZ-Anteil
URLAUBS- UND ZEITGUTHABEN IN 1.000 STD.* ÄNDERUNG DES LEISTUNGSPROGRAMMS
2.214
» Implementierung einer Tagesklinik für Augenheilkunde
+17,39 % am Klinikum Schärding
1.891 1.886
-0,26 %
2018 2019 2020
* Die Kennzahlen beinhalten die OÖG-Regionalkliniken und das
Kepler Universitätsklinikum 11GESCHÄFTSBEREICH
PERSONAL-
DIREKTION
Ein Konzern wie die OÖ Gesundheitsholding GmbH lebt
von Menschen, die als MitarbeiterInnen voll und ganz
hinter dem Unternehmen stehen – dies zeigte sich im
Pandemiejahr 2020 mehr als deutlich. Wir sind unfassbar
stolz auf unsere MitarbeiterInnen, die ihren Beruf in der
mehr als herausfordernden Corona-Krise engagiert und
motiviert, teilweise bis an die Belastungsgrenze ausüb-
ten. Dank ihrer Flexibilität und Professionalität, aber auch
dank ihrer Empathie konnten wir sogar in der schwierigen
zweiten Welle im Herbst 2020 jederzeit alle COVID-19-Pa-
tientInnen und solche mit akuten und dringenden Indi-
kationen versorgen. Dies bewies einmal mehr, die OÖG
ist mit ihren knapp 15.000 MitarbeiterInnen die tragende
Säule des oberösterreichischen Gesundheitswesens und
stellt damit die Gesundheitsversorgung der Landesbevöl-
kerung sicher. Unseren MitarbeiterInnen garantieren wir
eine bestmögliche persönliche und fachliche Entwicklung
in unserem Unternehmen.
13VEREINBARKEIT VON BERUF UND
ANGEHÖRIGENPFLEGE
Die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und der Betreuung von
Kindern ist in der OÖG seit vielen Jahren ein Thema. Viele Maß-
nahmen wurden im Sinne einer familienbewussten Personal-
politik in allen Kliniken umgesetzt. Nun rückt – auch durch die
demografische Entwicklung – das Thema Vereinbarkeit von Be-
rufstätigkeit und Pflege von Angehörigen verstärkt in den Fokus.
Die OÖG hat daher im Rahmen der lebensphasenorientierten
Arbeitsgestaltung 2020 eine Arbeitsgruppe beauftragt, konkrete
Schritte zu erarbeiten, wie die MitarbeiterInnen bei der Verein-
barkeit von Beruf und Angehörigenpflege unterstützt werden
können. Als Grundlage dient die im Vorjahr online durchgeführ-
te MitarbeiterInnenbefragung.
DIE OÖ GESUNDHEITSHOLDING –
EINE STARKE UND VERLÄSSLICHE
ARBEITGEBERIN
GESUNDHEITSFÖRDERUNG UNTERSTÜTZT
VIELFÄLTIG
Das Pandemiejahr 2020 hat gezeigt, dass Gesundheit unser
wertvollstes Gut ist und die eigene Gesundheitskompetenz und
das Verantwortungsbewusstsein wichtiger sind als alles andere.
2020 ging es im Geschäftsbereich Personaldirektion unter ande-
rem vornehmlich darum, schnell und angemessen auf die neu-
en Anforderungen zu reagieren und die MitarbeiterInnen in ihrer
Resilienz zu stärken sowie Eigenverantwortung und gesundes
Verhalten zu fördern. Neue Online-Formate im Bereich seelische
Gesundheit ersetzten zum Teil Präsenzveranstaltungen, die co-
ronabedingt abgesagt oder verschoben werden mussten, und
ermöglichten so den MitarbeiterInnen dennoch die Teilnahme
an gesundheitsfördernden Angeboten. Veranstaltungen in den
Bereichen Bewegung und gesunde Ernährung, körperliche und
mentale Entspannung konnten unter Einhaltung der Sicher-
heitsmaßnahmen teilweise – vorwiegend in den Sommermo-
naten – durchgeführt werden. Trotz der pandemiebedingten
Einschränkungen nahmen 2020 bei den 22 zentral angebotenen
„geh mit!“-Veranstaltungen insgesamt 98 MitarbeiterInnen teil.
Mithilfe der vielen dezentralen Angebote investierten insgesamt
1.188 MitarbeiterInnen 6.194 Stunden in ihre Gesundheit.
14FÜHRUNGSKRÄFTE ENTWICKELN werden konnten. Unter dem Motto „Gemeinsam lernen und sich
UND FÖRDERN weiterentwickeln“ machten sich viele Führungskräfte mit ihren
In der OÖG beginnt die Entwicklung von Führungskräften be- Teams auf den Weg und gestalteten eine teils neue Kultur der
reits vor Übernahme einer Leitungsposition mit der Begleitung Zusammenarbeit. So wurde dennoch viel geschafft und Positi-
der MitarbeiterInnen bei der Entwicklung ihrer Führungsexper- ves bewirkt, die MitarbeiterInnen konnten mit Wissen versorgt,
tise. Mit der Teilnahme am „Internen Managementprogramm neue E-Learning-Angebote entwickelt, Fort- bzw. Weiterbildun-
– Laufbahnentwicklung in der OÖG“ (IMP) wird die Möglichkeit gen auf Webinare umgestellt und bestehende Lehrgänge abge-
zur eigenen Standortbestimmung und Perspektivenentwicklung schlossen werden.
geboten. Lehrgangsziel ist es, potenzielle Führungskräfte, aber
auch ExpertInnen auf künftige Aufgaben vorzubereiten und sie Auf der OÖG-Wissensplattform AkaWiki wurden im Kalenderjahr
in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern. Im Oktober 2020 2020 insgesamt 19 neue E-Learning-Module veröffentlicht, die
startete der 12. IMP-Lehrgang mit 20 TeilnehmerInnen. Der Ab- teilweise in Zusammenarbeit mit unseren ExpertInnen selbst
schluss ist für Ende 2021 geplant. entwickelt wurden.
Die Führungswerkstatt, ein Intensivprogramm mit speziellen Im Rahmen des zentralen Bildungsprogramms wurden in der
Führungsthemen und -anforderungen, ist das zentrale Bil- OÖ Gesundheitsholding GmbH 273 Veranstaltungen abgehal-
dungselement in der Führungskräfteausbildung der OÖG. Die ten, an denen insgesamt 3.282 MitarbeiterInnen teilnahmen.
Führungswerkstatt 2020 werden im Jahr 2021 30 Führungskräfte Darüber hinaus wurden sieben Weiterbildungen und Lehrgän-
abschließen. Für erfahrene Führungskräfte wurden Bildungsver- ge in den Bereichen Basales und mittleres Pflegemanagement,
anstaltungen angeboten, in denen sie auch nach jahrelanger Palliative Care, MentorIn, StationssekretärInnen, Internes Ma-
Leitungserfahrung neue Aspekte der Führung kennenlernen nagementprogramm, Sterilgutversorgung Fachkunde 1 sowie
konnten. Aufgrund des großen Interesses wurde 2020 die Veran- der Interdisziplinäre Lehrgang Dialektisch-behaviorale Therapie
staltung „Selbstbewusst in meiner Rolle als StellvertreterIn“ zum durchgeführt.
wiederholten Male abgehalten.
RUND 1,9 MIO. EURO FÜR AUS-, FORT- UND
OÖG-AKADEMIE – FLEXIBLE WISSENS- WEITERBILDUNG
VERMITTLUNG MIT MEHRWERT Insgesamt wurden 2020 in den OÖG-Regionalkliniken und im
Die Corona-Pandemie hatte 2020 auch Auswirkungen auf den Kepler Universitätsklinikum rund 214.000 Stunden für Aus-, Fort-
Wissens- und Bildungsbereich. Präsenzveranstaltungen und Di- und Weiterbildungen inklusive der Fachvorträge für die Mitar-
rektunterricht entfielen mit den Lockdowns zur Gänze und viel beiterInnen bereitgestellt. Die OÖG investierte im Jahr 2020
Neues musste entwickelt werden. Die Arbeit im Homeoffice – in- rund 1,9 Mio. Euro in die Förderung der fachlichen und persön-
klusive virtuellem Führen – war für viele Neuland. Wo es möglich lichen Qualifikationen der MitarbeiterInnen.
war, wurde umgehend auf Online-Formate umgestellt, wodurch
sowohl Führungskräfte als auch MitarbeiterInnen flexibel mit
maßgeschneiderten Angeboten – wie z. B. Führen in der Krise,
Erfolgsfaktor Resilienz oder Kompetent gesund – unterstützt
15PERSONALREKRUTIERUNG
UND PERSONALMARKETING
Die Corona-Pandemie stellte auch die Bereiche Personal- schnitt lag. Verschiedenste Social-Media-Kanäle (Facebook,
marketing und Recruiting vor Herausforderungen und er- Instagram etc.) wurden noch stärker bespielt bzw. wurde
forderte Umdenken. Dank der gut etablierten Strategie das Employer-Branding-Profil auf diversen Plattformen (z. B.
Recruiting 4.0, mit der die OÖG schon seit 2019 auf ver- Xing, kununu) überarbeitet und weiter ausgebaut. So wur-
mehrte Digitalisierung setzt, konnte der Konzern weiterhin den etwa für die Berufsorientierungsplattform whatchado
zielorientiert neue MitarbeiterInnen rekrutieren. Persönli- weitere Videos gedreht, sodass dort aktuell 21 KollegInnen
che Vorstellungsgespräche etwa wurden durch Online-Ter- Einblick in ihren Arbeitsalltag geben.
mine ersetzt und bewährte Messe-Formate, die nicht als
Präsenzveranstaltung stattfinden konnten, wurden virtuell Eine breit angelegte Lehrlingskampagne mit Filmen und
und interaktiv abgehalten. Dazu gehört beispielsweise die Foldern, ausgerollt in diversen Print- und Online-Medien,
DIGI-Messe „Jugend & Beruf“, bei der rund 600 potenzielle stellte die Kompetenz der OÖG als Ausbildungsunterneh-
BewerberInnen unseren Messestand besuchten. men in den Mittelpunkt. Erstmals wurde auch das Medium
Radio genutzt: Die OÖG ging mit einem Beitrag für die Se-
Besonders herausfordernd war das Besetzen der spezifisch rie „Jobs for Life“ bei Life Radio, Oberösterreichs größtem
coronabedingten Personalbedarfe, z. B. an den Schleusen Privatsender, on air und präsentierte die Berufs- und Aus-
und an den Teststraßen, für die unternehmensweit neue bildungsvielfalt im Unternehmen. Um einen umfassenden
MitarbeiterInnen binnen kürzester Zeit flexibel und unkom- Überblick über Karrieremöglichkeiten und Jobchancen zu
pliziert eingestellt wurden. bieten, wurden zudem die Karriere-Seiten auf der konzern-
eigenen Website www.ooeg.at komplett überarbeitet sowie
Trotz aller Hürden, die Corona mit sich brachte, gelang es, barrierefrei gestaltet.
an die Erfolge der Vorjahre anzuknüpfen: Die OÖG als Ober-
österreichs größter Krankenhausträger zählte auch 2020
noch immer zu den beliebtesten ArbeitgeberInnen des Lan-
des. Dies spiegelte sich beispielsweise auf dem Arbeitgebe-
rInnen-Bewertungsportal kununu wider, wo die Bestnote
von 4,0 erreicht wurde und der Konzern mit einer Weiter-
empfehlungsrate von 84 Prozent erneut über dem Durch-
16Neueinstellungen nach Berufsgruppen
2020
(Kepler Universitätsklinikum und OÖG-Regionalkliniken)
ÄrztInnen und sonstige akademische MitarbeiterInnen 550
Diplomierte PflegemitarbeiterInnen und PflegeassistentInnen* 811
Hebammen, MitarbeiterInnen medizinisch-technischer Dienst 93
Verwaltungs- und BetriebsmitarbeiterInnen 459
Sonstige MitarbeiterInnen 51
Konzerntöchter Landespflege- und Betreuungszentren 75
und Fachhochschule für Gesundheitsberufe OÖ
Gesamt 2.039
* inkl. StationssekretärInnen und AbteilungshelferInnen
17GESCHÄFTSBEREICH
MEDIZINISCHE
DIREKTION
Die Medizinische Direktion der Oberösterreichischen Ge-
sundheitsholding übernahm im Jahr 2020, das in erster
Linie von der Corona-Pandemie geprägt war, die Gesamt-
koordination der Taskforce COVID-19 für alle Kliniken
Oberösterreichs bzw. des Krisenstabes der OÖG. Am 24.
Februar 2020 wurde die Taskforce innerhalb der OÖG ein-
gerichtet, mit 10. März um das Klinikum Wels-Grieskirchen
und ab 16. März um alle anderen Fondsspitäler sowie um
das UKH Linz ergänzt.
19SCHWERPUNKTE
DES JAHRES 2020
CORONA-KRISENMANAGEMENT
Das Team der Medizinischen Direktion übernahm 2020 im Zuge der Bewältigung der Corona-Krise unter
anderem folgende Aufgaben:
» Trägerübergreifende Aufbereitung der Zahlen, Daten und Fakten zur täglichen Lagebeurteilung (Dashboard)
» Erarbeitung von Präventionskonzepten und Abstimmung zahlreicher (trägerübergreifender) Hygiene-
vorgaben sowie die Hygieneberatung für die Landespflege- und Betreuungszentren (LPBZ), die FH Gesund-
heitsberufe OÖ und die Gesundheits- und Krankenpflegeschulen (GuKPS)
» Recherche und Erarbeitung von Stellungnahmen zu medizinischen Fragen in Zusammenarbeit mit den
ExpertInnen der Kliniken
» Mitwirkung bei der Konzeptionierung Medizinischer Versorgungseinrichtungen (MVE) unter Federführung
von Dr. Harald Schöffl als Leiter der Stabsstelle Notkrankenanstalten sowie Begleitung der Umsetzung
inkl. Bettenmanagement im Zuge der zweiten Welle
» Erarbeitung und Abstimmung der Festlegungen zum Einsatz der Schutzausrüstung sowie Beratung
des Landes-Krisenstabs hinsichtlich der benötigten Mengen
» Mitwirkung bei der Organisation der Schleusenregelung für Klinik-BesucherInnen
» Information und Schulung der Klinik-MitarbeiterInnen inkl. Konzipierung von Schulungsvideos
» Koordination der Arbeitsgruppen „Antigen-Testungen von MitarbeiterInnen“ und „COVID-19-Impfungen“
» Abwicklung der „Lessons-learned-Prozesse“ zur Ableitung von Verbesserungspotenzialen
» Koordination und Aufbereitung der Beiträge anlässlich des Tags der PatientInnensicherheit zum Thema
Corona-Pandemie
20ENTWICKLUNGSRICHTUNG Diese Aufgaben werden gleichermaßen für die Regionalkli-
Ein weiterer Schwerpunkt war im Jahr 2020 die Erarbeitung niken und das KUK wahrgenommen. Die LPBZ übernehmen
der Projektergebnisse zum „Umsetzungsprogramm Road- die fachlichen Standards der Medizinischen Direktion bei
map der Medizinischen Direktion“. Im Wesentlichen wurden Bedarf und adaptieren diese gegebenenfalls. Die Zusam-
die künftige Aufbauorganisation, die Aufgaben, Zuständig- menarbeit mit der Fachhochschule für Gesundheitsberufe
keiten und Zusammenarbeit zwischen den Direktionen und OÖ wird sich in erster Linie auf den Bereich Kompetenzent-
Geschäftsbereichen der Unternehmensleitung sowie zwi- wicklung der Gesundheitsberufe beziehen.
schen Medizinischer Direktion und Kepler Universitätsklini-
kum (KUK), Regionalkliniken und Landespflege- und Betreu- Parallel dazu startete die Medizinische Direktion 2020 mit
ungszentren (LPBZ) ausgearbeitet. Besonderes Augenmerk ersten Umsetzungsaktivitäten. So wurde gemeinsam mit
wurde auf das Subsidiaritätsprinzip gelegt. Die Medizinische der Finanzdirektion die Umsetzung des Regionalen Struk-
Direktion nimmt demnach eine Service- und koordinative turplans Gesundheit (RSG) vorbereitet, gemeinsam mit dem
Steuerungsfunktion für übergeordnete holdingweite Auf- Geschäftsbereich Unternehmensentwicklung ein Konzept
gaben wahr. Sie unterstützt den Kernleistungsbereich als zur Implementierung eines Multiprojektmanagements er-
Partner bei der Entwicklung von Innovationen und treibt arbeitet, ein neues Tool zur Befragung stationärer PatientIn-
diese voran. nen implementiert, ein Board für zerebrovaskuläre Erkran-
kungen entwickelt u. v. m.
Wesentliche Aufgaben der Medizinischen Direktion sind
u. a.: Sehr erfreulich ist, dass 2020 – trotz Pandemie – an den
» Mitwirkung bei der Erarbeitung, (Weiter-)Entwicklung und Regionalkliniken alle internen und externen Audits abgewi-
Umsetzung der medizinischen Strategie ckelt und so die Qualitätszertifikate nach EN 15224:2016 und
» Medizinisches Leistungsmanagement und -entwicklung ISO 9001:2015 im Sinne einer Verbundzertifizierung weiter
sowie Weiterentwicklung des medizinischen Controllings aufrechterhalten werden konnten.
» Fachliche Führung, Beratung und Unterstützung der me-
dizinischen Leistungsbereiche inkl. Betreuung der Fach- Auch das vom Kompetenzmanagement Gesundheits- und
kommissionen Sozialberufe erarbeitete Konzept zur Klinischen Pharmazie
» Führung des medizinisch-fachlichen Prozesses der Ge- wurde 2020 umgesetzt: Es konnten sieben Stellen im Be-
sundheitsplanung in Zusammenarbeit mit der Finanz reich Klinische Pharmazie an den Regionalkliniken besetzt
direktion werden. Weitere 1,8 Stellen stehen dem Kepler Universitäts-
» Begleitung von Standardisierungsprojekten im Kernleis- klinikum zur Verfügung, der Aufbau von zwei zusätzlichen
tungsbereich, speziell vor Implementierung neuer Soft- Stellen ist bereits geplant.
ware (KIS, PDMS etc.)
» Ansprechpartner für alle Gesundheits- und Sozialberufe 2020 wurde im Auftrag der OÖG-Geschäftsführung ein Ausbil-
zur fachlichen Weiterentwicklung im Sinne einer Wissens- dungscluster in Zusammenarbeit zwischen der FH Gesund-
und Innovationsdrehscheibe sowie zu deren Vernetzung heitsberufe OÖ, den GuKPS und dem Kompetenzmanage-
und zur strategischen Weiterentwicklung ihrer Kompe- ment Gesundheits- und Sozialberufe (Teil der Medizinischen
tenzen Direktion) konzipiert. Ziel ist es, die Ausbildungen in den
» Weiterentwicklung des Zuweisungsmanagements Gesundheitsberufen transparent darzustellen, Entwicklungs-
» Koordination und Weiterentwicklung von Qualitäts- und perspektiven aufzuzeigen und BewerberInnen frühzeitig für
Risikomanagementsystemen sowie der PatientInnensi- Berufsfelder zu sensibilisieren, sodass langfristig Mitarbei-
cherheitsstrategie und des Hygienemanagements terInnen im Gesundheitswesen gewonnen und entwickelt
werden können.
21GESCHÄFTSBEREICH
TECHNISCHE
DIREKTION
BAU
PYHRN-EISENWURZEN KLINIKUM KLINIKUM ROHRBACH
STANDORT STEYR Für die Umbauarbeiten im Warenlogistikzentrum und die
Die Zusammenführung der beiden OP-Bereiche und der Errichtung eines neuen Triage-Raumes erfolgten 2020 die
Neubau der Anästhesie-Intensiv wurde 2020 projektiert und Einreichungen bei den Behörden.
beim Gesundheitsfonds zur Genehmigung beantragt, bau-
liche Adaptierungen wurden im Zuge des Austausches von KLINIKUM SCHÄRDING
Computertomografen (CT) vorgenommen. Bei der Trink- 2020 wurde die erste Etappe zur Sanierung der OPs fertigge-
wasserversorgungsanlage wurden Sanierungsmaßnahmen stellt. Die Einreichunterlagen für die dislozierte Tagesklinik
durchgeführt und Mängelbeseitigungen eingeleitet. für Augenheilkunde wurden vorbereitet und die Unterlagen
für die neue Notstromversorgungsanlage erstellt.
STANDORT KIRCHDORF
Der Masterplan mit dem Ziel der Modernisierung und der KLINIKUM FREISTADT
Umsetzung der Maßnahmen aus dem Regionalen Struk- Der Masterplan 2030, in dem auch die Anpassungen an den
turplan Gesundheit (RSG) Oberösterreich 2025 wurde 2020 neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit Oberösterreich
entwickelt und die Unterlagen für die Einreichung beim (RSG) enthalten sind, wurde fertiggestellt.
Gesundheitsfonds wurden aufbereitet. Ferner wurde der CT
ausgetauscht und Parkplätze für PatientInnen/BesucherIn- LANDESPFLEGE- UND BETREUUNGSZENTREN
nen und MitarbeiterInnen wurden errichtet. (LPBZ)
Der Bau der neuen dezentralen Außenstellen des LPBZ
SALZKAMMERGUT KLINIKUM Cumberland in Roitham und Laakirchen schritt 2020 voran.
STANDORT VÖCKLABRUCK Die neuen Gebäude werden jeweils Platz für 20 Bewohn-
Die Planungen, Behördenverfahren und Bauarbeiten für das erInnen bieten. Die Verwaltung und Versorgung (Speisen,
neue Zu- und Umbauprojekt wurden 2020 weitergeführt. Technik etc.) werden durch das LPBZ im Schloss Cumber-
Für den Zubau konnten die Ausbauarbeiten zum Großteil land übernommen.
abgeschlossen werden. Die Umbauarbeiten für den neuen
Laborbereich wurden begonnen und termingerecht fort-
gesetzt. Für die Umbauarbeiten der Akutaufnahme und der
Dienst- und der Bereitschaftszimmer wurde die letzte Bau-
etappe mit den Einreichungen für die Behördenverfahren
eingeleitet.
23HAUSTECHNIK MEDIZINTECHNIK
ENERGIEVERSORGUNG – PHOTOVOLTAIK ABTEILUNGSKONSOLIDIERUNG
In Zusammenarbeit mit den Kliniken wurde 2020 im Rahmen Das Jahr 2020 stand vornehmlich unter dem formal-organi-
des Risikomanagements die Primär-Energieversorgung (Strom, satorischen Schwerpunkt des Aufbaues der neuen Abteilung
Wärme, Wasser) analysiert und es wurden, soweit erforderlich, Medizintechnik und der Bewältigung der fachlich-inhaltlichen
Optimierungsmaßnahmen zur Erhöhung der Betriebssicherheit Herausforderungen im Sinne der möglichst umfassenden Be-
umgesetzt. Gemeinsam mit der Energie AG wurden Photovol- treuung aller relevanten medizintechnischen Fragestellungen.
taik-Anlagen auf allen Dächern der Kliniken projektiert. Damit
wurde ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltige Energiever- KOORDINATIONS- UND SUPPORT-
sorgung und Umweltbewusstsein gesetzt. DIENSTLEISTUNGEN
Das Team der Medizintechnik hat bei der Bewältigung der An-
„WAVE“ – EINHEITLICHE forderungen durch COVID-19 im Bereich der technischen Ab-
FACILITY-MANAGEMENT-SOFTWARE klärung und Koordination bei den Gerätebeschaffungen den
2020 wurde die Migration aller Anlagen- und Raumdaten des medizintechnischen Teil unterstützt bzw. abgewickelt. Bei allen
Med Campus III. (KUK) in die Facility-Management-Software Beschaffungen und Umbaumaßnahmen wurde im Bereich der
„wave“ durchgeführt. Somit kommt nun nach umfangreichen technischen Leistungsverzeichniserstellung bzw. Umsetzung
Vorbereitungen und Anpassungen in allen Kliniken ein einheit- vor Ort mitgewirkt.
liches Facility-Management-System zum Einsatz. Zudem wurde
2020 die Übernahme der Anlagen- und Raumdaten der Landes- Am Med Campus III. des KUK wurden die Gerätedatei und das
pflege- und Betreuungszentren aus dem System des Landes OÖ Bestandsverzeichnis der Medizinprodukte erfolgreich in die Fa-
(RKV View) in das vorhandene System „wave“ begonnen. cility-Management-Software „wave“ migriert. Damit wurde ein
weiterer Meilenstein für die übergreifende Zusammenarbeit ge-
TECHNISCHES FACILITY-MANAGEMENT/ schaffen. Die Vereinheitlichung der Stammdaten und Kataloge
SICHERHEITSMANAGEMENT wurde 2020 begonnen.
2020 wurde das Sicherheitskonzept Objektschutz überarbeitet
und veröffentlicht. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde ein In den Fachtagungen der Medizintechnik und der Zentralsteri-
spezieller Alarm- und Einsatzplan für die Unternehmensleitung lisation wurden 2020 übergreifende Themen bearbeitet, abge-
erstellt. Die Thematik Pandemievorsorge (Pandemieplan, Katas- stimmt und einheitliche Vorgehensweisen innerhalb der OÖG
trophenlager) wurde und wird in den bestehenden Alarm- und festgelegt.
Einsatzplänen überarbeitet. Weiters wurde die Errichtung von
Schleusen begleitet und Zutrittsregelungen in den Kliniken wur- MED-IT-RISIKOMANAGEMENT
den ausgearbeitet. Die Arbeitsgruppe zum Thema Notfall- und Im Med-IT-Risikomanagement wurden regelmäßige Abstim-
Krisenmanagement befasste sich 2020 mit der Weiterentwick- mungen mit dem Team des Chief Information Security Officers
lung und Aktualisierung der bestehenden Unterlagen und Kon- (CISO, verantwortlich für die Informations- und Datensicherheit
zepte. Zusätzlich fanden regelmäßige Abstimmungen mit allen im Unternehmen) durchgeführt und medizintechnische Frage-
Kliniken in den Bereichen Brand- und Katastrophenschutz, kriti- stellungen bei Geräteanbindungen bearbeitet. Die Schnittstelle
sche Infrastruktur sowie Objektschutz statt. der Medizinprodukte zur IT wurde im Projekt Network Access
Control der Direktion MIT bearbeitet.
ENERGIE UND UMWELT
2020 wurde die Energiebuchhaltung aller Kliniken zusammenge- NORMENAUSSCHÜSSE
führt. Im Zuge der Synergiefindung wurden dabei alle Umwelt- In den Normenausschüssen, wie ON-K 179 Medizintechnik und
maßnahmen fokussiert (Energieeffizienz, Umweltförderungen ÖVE-TK MT im Bereich der Medizintechnik, wurden 2020 die the-
und Abfallwirtschaft), eine gemeinsame Umweltstrategie entwi- matischen Schwerpunkte der Praxis im Sinne der Umsetzbarkeit
ckelt und die Abstimmungen zwischen den Klinken intensiviert. und Wirtschaftlichkeit neuer Normen bearbeitet.
Dazu fand auch eine erste gemeinsame Abstimmungsveranstal-
tung, das Umweltforum, statt. Schließlich wurden noch alle fäl-
ligen Energieausweise – soweit erforderlich – aktualisiert bzw.
neu erstellt.
24BESCHAFFUNGS- UND
INVESTITIONSMANAGEMENT
OBERSTE PRIORITÄT: SCHUTZMATERIAL
Die Pandemie bestimmte 2020 auch den Alltag im Beschaffungswesen
und beeinflusste massiv sämtliche Pläne. Im Pharmaziebereich wurden
bereits im Laufe des Jänners erste Vorsorgemaßnahmen getroffen und
kritische Medikamente bevorratet. Ende Februar wurde das Schutzma-
terial knapp und der weltweite Wettbewerb um Masken, Schutzkittel,
Handschuhe und Desinfektionsmittel war eröffnet. Mitte März beauf-
tragte das Land OÖ die OÖG, Schutzmaterial auch für alle anderen oö.
BedarfsträgerInnen zu beschaffen, um drohende Versorgungsengpässe
zu vermeiden. Das Beschaffungsteam war 24/7 damit beschäftigt, ver-
fügbare Quellen und Ressourcen zu ermitteln, um die enorm steigen-
den Bedarfe decken zu können. Symbolträchtig für den Erfolg war die
Landung der ersten Chartermaschine mit Schutzmaterial Anfang April
am Linzer Flughafen. Die Beschaffungen für die zweite Welle im Herbst
sorgten erneut für Auslastungsspitzen. Diesmal lag der Fokus jedoch
vor allem auf PCR- und Antigentests, die sowohl für die MitarbeiterIn-
nen als auch für die Massentests der Bevölkerung verwendet wurden.
MODERNISIERUNG GERÄTEPARK
Schwerpunkt der jährlichen Investitionen war 2020 die Modernisierung
des Geräteparks. So wurden etwa für das PEK Steyr zwei CTs und ein
SPECT-CT sowie für das PEK Kirchdorf ein weiterer CT beschafft. Im SK
Vöcklabruck wurden ein CT und die Angiografie-Anlage erneuert und
am KUK-Standort MC3 wurde unter anderem in ein 3-Tesla-MRT inves-
tiert. Mitte des Jahres 2020 wurde für das Synergieprojekt mit dem Kep-
ler Universitätsklinikum das Konzept zur Entwicklung eines gemeinsa-
men strategischen Einkaufs fertiggestellt. Erste Maßnahmen wurden
bereits umgesetzt. Im Bereich der Küchen fiel der Startschuss zur Teil-
nahme am Projekt „RegioLem“ des Landes OÖ, das unter anderem die
Kennzeichnung der verstärkt einzusetzenden regionalen Lebensmittel
zum Ziel hat.
25GESCHÄFTSBEREICH
MEDIZININFORMATIK
& INFORMATIONS-
TECHNOLOGIE
Die Direktion Medizininformatik und Informationstechno-
logie (MIT) wurde im Laufe des Jahres 2020 weiterentwi-
ckelt, umstrukturiert und mit der gesamten KUK-IT inklusi-
ve Medizininformatik zusammengeführt. MitarbeiterInnen
der IKT, die vormals für die IT-Betreuung des Kepler Uni-
versitätsklinikums zuständig waren, wurden in die MIT in-
tegriert. Für alle MitarbeiterInnen der MIT in Linz – mit Aus-
nahme des Vor-Ort-Services und der Medizininformatik für
das KUK – wurden neue Räumlichkeiten angemietet und
baulich adaptiert. Die Übersiedelung der rund 110 Mitar-
beiterInnen fand im 2. Quartal 2021 statt.
27PANDEMIE FORDERTE DIE MEDIZININFORMATIK UND INFORMATIONSTECHNOLOGIE
AUSSERORDENTLICH
Das Unternehmen rasch mit IT-Lösungen für die Herausforderungen der Corona-Krisenbewältigung zu unterstüt-
zen, hatte 2020 klare Priorität in der MIT. Für die Arbeit des trägerübergreifenden Krisenstabs wurde eine Share-
point-Lösung geschaffen. Die Homeoffice-Kapazität wurde um 1.200 Plätze erhöht und das Videokonferenzsys-
tem wurde ausgebaut und auf das Kepler Universitätsklinikum ausgeweitet. Für die Gesundheits- und Kranken-
pflegeschulen wurde eine Homeschooling-Lösung eingerichtet. Die Einführung von MS Teams im Unterneh-
men wurde beschleunigt, um den Kommunikations- und Videokonferenz-Bedarf abdecken zu können.
Im medizinischen Bereich wurde das Intensivbetten-Managementsystem ausgebaut, die Einbindung in das epi-
demiologische Meldesystem automatisiert und im Krankenhausinformationssystem (KIS) wurden Erweiterun-
gen für Contact-Tracing installiert. Das Schleusenmanagement wurde durch eine BesucherInnen-Datenbank
und durch die Einführung eines Gesundheitstickets über eine Weblösung sowie durch die Pilotierung einer
automatischen Schleuse unterstützt. Das WLAN wurde im gesamten Unternehmen ausgebaut und ein OÖG-
Hotspot, den PatientInnen gratis nützen können, implementiert. Für die MitarbeiterInnen-Testungen wurde
eine Anmeldeplattform im Intranet eingerichtet.
SYNERGIEPROJEKT OÖG-KUK
2020 erfolgte außerdem eine intensive Mitarbeit am Teilprojekt IT des Synergie-Projektes OÖG-KUK der OÖ Lan-
desholding. Das HR-System der Oberösterreichischen Gesundheitsholding wird so weiterentwickelt, dass darin
auch alle MitarbeiterInnen des KUK administriert werden können. Im Rahmen des Projekts Move-IT wird die
Übernahme des IT-Betriebes für das Kepler Universitätsklinikum von der IKT bearbeitet. Mitte des Jahres 2020
ging die Betriebsverantwortung für alle Applikationen auf die MIT über. Die Verlagerung der EDV-Systeme in
das OÖG-Rechenzentrum wird vorbereitet und ist für die Jahre 2021 und 2022 geplant. Der zwischen KUK und
Regionalkliniken eingerichtete gegenseitige Zugriff auf das Intranet, die gelenkten Dokumente sowie das Tele-
fonbuch und die beiderseitige Anzeige der E-Mail-Adressen ermöglichten eine Intensivierung der Zusammen-
arbeit.
28KIS-FORTSCHRITTE
Im Standardisierungsprojekt für das neue Krankenhausinforma-
tionssystem (KIS) der Regionalkliniken wurden die Grundlagen und
Inhalte für das neue KIS erarbeitet. Im beauftragten Implementie-
rungsprojekt gab es 2020 gemeinsam mit dem neuen KIS-Lieferan-
ten (Dedalus/DH Healthcare GmbH) eine Sondierungsphase. Es wur-
de am Demosystem und am Blueprint, der zentralen Vorgabe für den
KIS-Rollout, gearbeitet. Die Inbetriebnahme im Pilotspital Klinikum
Schärding ist für September 2022 geplant.
WEITERE MEILENSTEINE 2020
Der Rollout der im Rahmen des Projektes „Optimierung des medizi-
nischen Arbeitsplatzes“ konzipierten 2-Faktor-Userauthentifizierung
mit Smartcard wurde Mitte 2020 abgeschlossen.
Zur Erhöhung der Sicherheit im Netzwerk wurde 2020 die Umset-
zung des Projektes NAC (Network Access Control) in der OÖG begon-
nen. Ziel der technischen Lösung ist es, Endgeräte vor dem Eintritt in
das OÖG-Netzwerk zu authentifizieren. Der Rollout in den Kliniken
erfolgt bis 2022.
Die Übernahme von Betrieb und operativer Steuerung des ELGA-
Bereichs OÖ durch die OÖG wurde beauftragt, mit dem Umset-
zungsprojekt wurde begonnen. Die operative Übernahme des ELGA-
Betriebes ist für Mitte 2021 geplant.
Für ein Vorzeige-Pilotprojekt zur Heimbetreuung von Dialysepati
entInnen wurde die bestehende Dialyse-Software um ein Modul
für die Peritonealdialyse erweitert, das die Verwaltung der Heimbe-
handlung ermöglicht.
Mit dem Umsetzungsprojekt für die Einführung des neuen Veranstal-
tungsmanagements SAP „SuccessFactors Learning“ wurde begon-
nen. Die Implementierung ist für 2021 geplant.
Mit der Erarbeitung eines OÖG-weiten Abteilungssystems für Augen-
heilkunde wurde begonnen. Es wird eine fachspezifische, struktu-
rierte elektronische Dokumentation mit standortübergreifendem
Zugriff ermöglichen.
2930
GESCHÄFTSBEREICHE
PR & KOMMUNIKATION
UNTERNEHMENS-
ENTWICKLUNG
RECHT
KONZERNREVISION
Auch für die Geschäftsbereiche PR & Kommunikation,
Unternehmensentwicklung, Recht und Konzernrevision
war 2020 kein Jahr wie jedes andere. Bedingt durch die
Corona-Pandemie hatten sowohl der Geschäftsbereich
PR & Kommunikation als auch der Geschäftsbereich Recht
neben den üblichen Aufgabenbereichen weitere spezi-
fische Themen auf ihren Agenden. Der Geschäftsbereich
Unternehmensentwicklung widmete sich schwerpunkt-
mäßig der Unternehmensstrategie, die Geschäftsbereiche
Recht und Konzernrevision wurden 2020 zudem unterneh-
mensintern umstrukturiert.
31PR UND
KOMMUNIKATION
GROSSER KOMMUNIKATIONSBEDARF IN EINEM AUSSERGEWÖHNLICHEN JAHR
Der Geschäftsbereich PR & Kommunikation war im Corona-Jahr 2020 besonders gefordert: Spezielles Augen-
merk lag auf der internen Kommunikation. Sich häufig ändernde Rahmenbedingungen durch viele kurzfristige
Entwicklungen (z. B. Änderungen bei der Versorgung von ambulanten und stationären PatientInnen, bei den
Besuchsregelungen oder bei Themen wie Corona-Schnelltests und Impfungen für MitarbeiterInnen) mussten
rasch weitergegeben und umgesetzt werden. Nicht selten galt es, innerhalb weniger Stunden neue Informatio-
nen zusammenzutragen, aufzubereiten, Drucksorten wie Plakate oder Wegweiser zu produzieren und die Beleg-
schaft entsprechend zu informieren. Die Kommunikation wurde dabei auch verstärkt durch Videobotschaften
für die MitarbeiterInnen – neben klassischen Formaten wie Newsletter, Intranet-News und E-Mail – unterstützt.
KAMPAGNEN, REPORTAGEN, INFO-VIDEOS
Ein Schwerpunkt in der internen Kommunikation war 2020 die Informationskampagne zur Corona-Impfung. Nach
Zulassung der einzelnen Impfstoffe sorgten wiederholt Falschinformationen – vorrangig in Social Media – für
Verunsicherung. Aus diesem Grund wurde im Dezember 2020 die E-Mail-Adresse meineimpfung@ooeg.at einge-
richtet, über die alle MitarbeiterInnen ganz persönliche und individuelle Fragen zur Impfung stellen können. Sowohl
diese Fragen als auch die Antworten der ExpertInnen aus den Kliniken werden im eigens eingerichteten COVID-19-
Infoportal im OÖG-Intranet anonymisiert veröffentlicht. Darüber hinaus stehen dort alle aktuellen, geprüften
und wichtigen Informationen zur Impfung zur Verfügung. Begleitend produzierte das Team der PR & Kommu-
nikation diverse Aufklärungsvideos mit Prim. Univ.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht, einem der Experten Österreichs
zum Thema Corona, sowie eine Reportage über den Impfstart Mitte Jänner 2021.
KOMMUNIKATION AUF ALLEN KANÄLEN
Im Bereich der mehrsprachigen PatientInnen-Kommunikation wurde auf die klassischen Kommunikationsmit-
tel wie Plakate und Einschaltungen in den oö. Tages- und Wochenzeitungen gesetzt. Ausgeweitet wurde auch
die öffentliche Kommunikation auf den Online- und Social-Media-Kanälen des Unternehmens: Infos zu Maß-
nahmen, wie z. B. das absolute Besuchsverbot, die neuen Verhaltensregeln für einen Ambulanzbesuch und in
weiterer Folge die neue Besuchszeitenregelungen sowie das Gesundheitsticket „Covidoor“ als Zutrittskontrolle
und Schutzmaßnahme, mussten rasch und zielgerichtet verbreitet werden. Dies wirkte sich ebenso in der inter-
nen Kommunikation sehr positiv aus: So erlebte die geschlossene Facebook-Gruppe für MitarbeiterInnen einen
wahren Höhenflug und konnte innerhalb kürzester Zeit von wenigen Hundert auf fast 2.450 Mitglieder vergrö-
ßert werden. Eine besondere Herausforderung war 2020 schließlich noch die Servicierung der Presse. Täglich
gab es zahlreiche Anfragen von JournalistInnen, diese mussten zunächst mit dem Krisenstab des Landes abge-
stimmt und danach beantwortet werden beziehungsweise mussten laufend InterviewpartnerInnen vermittelt
werden. Begleitend dazu wurde Fotomaterial und Bewegtbild selbst produziert und zur Verfügung gestellt.
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