2019 milan - TAG DER INSEKTEN Jetzt anmelden - Birdlife Aargau

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TAG DER INSEKTEN
                              Jetzt anmelden		      37

JAHRESTHEMA
Brutvogelatlas 2013–2016 04

                                   Neue Tümpel dank
                                   Stiftungsgeldern 18

                                   Kantonale Fischerei-
                                   gewässer anders
                                   bewirtschaftet   30

                      milan                         3 | 2019
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02      INHALT                                                                                                                              milan 3 | 2019

INHALT

                                                         FOTO Flickr – dbgg1979

                                                                                                                     FOTO Ignazius Schmid
12–14 Lichtverschmutzung melden Die Sektionen sind                                22–23 Gewerbeausstellung als
aufgerufen, in der eigenen Wohngemeinde nach Lichtver-                            Plattform für Naturschutzarbeit
schmutzung zu suchen und Verbesserungen anzuregen.                                Der Naturverein Herznach-Ueken
                                                                                  wagt sich zum ersten Mal an die lokale
                                                                                  Gewerbeausstellung.

04–07

                                                                                                                                                    FOTO Sebastian Meyer
JAHRESTHEMA BRUTVOGELATLAS 2013–2016
Die Bestände der Vögel im Landwirtschaftsland haben
sich in den letzten 20 Jahren halbiert. Trotzdem gibt es
einige Lichtblicke.

08–15
BIRDLIFE                                                                          28–29 Naturmodule – ökologisch und schön
                                                                                  Naturmodule kombinieren Design mit Ökologie und
                                                                                  fördern die Natur im Siedlungsraum.
16–25
AKTUELLES / AUS DEN SEKTIONEN

26–27                                                                             34–35
HERAUSGEPICKT                                                                     KUNTERBUNT

28–33                                                                             36–39
PARTNER                                                                           VERANSTALTUNGEN

                                                                                  40
TITELFOTO Mosaikjungfer, Petra Zajec                                              JAHRESPROGRAMM
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milan 3 | 2019                                                                                               PERSÖNLICH      03

«Schuldzuweisungen bringen
uns nicht weiter»
Markus Basler ist neues Mitglied der Reservatskommission von
BirdLife Aargau. Der Landwirt aus Zeihen pflegt seit Jahren die
extensive Mager- und Fromentalwiese des lokalen BirdLife-
Reservates «Säuacher». Durch sein Engagement als Präsident
des Vereins «Interessengemeinschaft Natur und Landwirtschaft»
bringt er viel Erfahrung und Herzblut für die Natur mit. Wir
freuen uns, dass er sein wertvolles Wissen nun in die Reservats-
kommission einbringt.
Interview: Larissa Meyer, Praktikantin BirdLife Aargau

                                                                                            Markus Basler.

Welches ist Ihr einheimisches                       Warum ist Ihre Wohngemeinde             eindrücklicher Geschichte und
Lieblingstier?                                      einen Ausflug wert?                     phänomenaler Sicht aufs Mittelland
Die Rauchschwalbe, denn ich bin                     «Zeihen, die grüne Oase zwischen        mit seinen Burgen und Schlössern.
täglich von ihr umgeben. Sie hat                    Zürich und Basel» – der Slogan          Bei föhnigem Wetter kann man die
zehn Nester in unserem Melkstand                    unseres Dorfes ist sehr zutreffend.     ganze Alpenkette bewundern.
und die Schwalben halten mir beim                   Zeihen liegt zu Füssen des Homberg,
Melken die Fliegen vom Leib.                        in einer prächtigen Tafeljuraland-      Wo sehen Sie am meisten Hand-
                                                    schaft. Bei uns findet man einsame      lungsbedarf für die Naturschutzar-
                                                    Wanderwege, Orchideenmatten             beit und warum?
                                                    inmitten von Föhrenwäldern,             Bei der Bekämpfung von Neophyten,
                                                    Juravipern und vieles mehr. Bei         da haben wir noch Luft nach oben.
                                                    schönem Wetter und klarer Sicht         Ausserdem sollte die Bevölkerung in
                                                    blickt man vom Zeiher Homberg bis       Sachen Naturschutz besser zusam-
                                                    weit in den Schwarzwald und die         menarbeiten, statt sich gegenseitig
                                                    Vogesen.                                den Ball für Probleme wie das
                                                                                            Artensterben zuschieben. Die Heraus-
                                                    Was ist Ihr persönlicher Naturtipp      forderungen der heutigen Zeit
                                                    im Kanton Aargau?                       können wir nur miteinander lösen,
                                                    Ein Besuch des im Jurapark liegen-      gegenseitige Schuldzuweisungen
                                                    den Sagimülitäli mit seinen Bioto-      behindern ein lösungsorientiertes
                                                    pen, dem plätschernden Bach, dem        Handeln.
                                                    Steinbruch und den Wasserfällen
                                                    – ein Paradies. Von Zeihen kann
                                                    man durchs Sagimülitäli bis nach
                                                    Linn weiterwandern. Die Linner
Rauchschwalben.                                     Linde ist ein einmaliger Kraftort mit   FOTO zVg
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04     JAHRESTHEMA BRUTVOGELATLAS 2013–2016                                                                                milan 3 | 2019

                Sorgenkind Landwirtschaft

                                                                Neuntöter.                                           FOTO Kai Rösler

                                             In den letzten 20 Jahren haben sich die bereits arg ausge-
                                             dünnten Bestände der charakteristischen Landwirtschafts-
                                             vögel nochmals halbiert. Die trübe Bilanz ist der weiter
                                             voranschreitenden Intensivierung geschuldet und stellt
                                             unserer Landwirtschaftspolitik ein schlechtes Zeugnis aus.
                                             Es gibt aber auch Lichtblicke, etwa die Zunahme von Greif-
                                             vögeln oder lokale Erfolge dank sensibilisierter Landwirte.
  Feldlerche.           FOTO Beat Rüegger    Text: Samuel Wechsler und Claudia Müller, Schweizerische Vogelwarte Sempach

Rund 36 % der Fläche der Schweiz wird landwirtschaftlich          Wiesenbrüter besonders betroffen
genutzt, im Mittelland sogar mehr als die Hälfte. Flächenmäs-     Besonders spezialisiert auf das Leben in Wiesen und Weiden
sig ist das Kulturland somit der bedeutendste Lebensraum          sind die Wiesenbrüter. Wie es der Name schon sagt, nisten
der Schweiz. Etliche Vogelarten sind auf diese meist offenen      sie am Boden, gut geschützt durch ihr tarnfarbenes Gefie-
Flächen spezialisiert und kommen entsprechend nur dort            der. Wachtel, Wachtelkönig, Feldlerche, Baumpieper sowie
vor. Umso alarmierender ist ihre Entwicklung: Während die         Braunkehlchen sind – oder waren – auch im Aargau typische
Vogelbestände im Wald, in den Feuchtgebieten, in den Alpen        Wiesenbrüter. Das Braunkehlchen brütet heute nur noch in
und im Siedlungsraum seit den Neunzigerjahren zunahmen            den höheren Lagen der Schweiz, ab etwa 1000 m ü. M. bis
oder mehr oder weniger stabil blieben, gingen sie im Land-        zur Waldgrenze. Wie fast im ganzen Mittelland ist es auch im
wirtschaftsgebiet deutlich zurück. Bei den 27 Arten, für wel-     Aargau als Brutvogel ausgestorben (Abbildung 1) und wird
che die Landwirtschaft eine besondere Verantwortung trägt,        nur noch auf dem Durchzug beobachtet.
hat sich der Bestand zwischen 1990 und 2016 mehr als hal-           Die Wachtel brütet nach wie vor in der ganzen Schweiz in ge-
biert (Abbildung 2)! Obwohl die Landwirtschaftsarten euro-        ringen Dichten, ihr Bestand schwankt von Jahr zu Jahr. Vom
paweit rückläufig sind, zeigt ein Blick über die Grenze, dass     einst häufigen Wachtelkönig werden heute in der Schweiz
das Problem bei uns besonders ausgeprägt ist: Im Vergleich        jährlich nur etwa 20 Reviere gefunden, vor allem in Graubün-
zur Schweiz wurden 2013–2016 im grenznahen Ausland pro            den, im westlichen Jura und sporadisch in anderen Regionen.
Kilometerquadrat mehr Vogelarten, höhere Dichten und              Ausserhalb von Naturschutzgebieten kann er meist nur dank
mehr Arten der Roten Liste festgestellt.                          Mahdaufschub-Verträgen überhaupt noch Jungvögel aufziehen.
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milan 3 | 2019                                                                         JAHRESTHEMA BRUTVOGELATLAS 2013–2016                       05

Abb. 1: Rückzug des Braunkehlchens als Brutvogel aus dem Mittelland seit den Fünfzigerjahren. Inzwischen setzt sich der Rückgang dieses attraktiven
Wiesenbrüters auch im Alpenraum fort.

Auch der Baumpieper zieht sich aus den Lagen unterhalb                             Doch was macht unseren Wiesenbrütern derart zu schaffen?
1000 m ü. M. immer mehr zurück und ist heute im Mittelland                       Die drastischen Bestandseinbrüche sind eine Folge der land-
praktisch verschwunden. Im Aargau wurde der charakteris-                         wirtschaftlichen Intensivierung. Diese begann zwar schon vor
tische Gesang dieses Piepers 2013–2016 nur noch an drei                          den Neunzigerjahren, hat sich seither aber fortgesetzt: Immer
Orten im Jura gehört. Symptomatisch ist auch der Rückgang                        stärkere, schnellere Maschinen, mehr Hofdünger (bedingt
unseres noch häufigsten Bodenbrüters in offenen Land-                            durch eine höhere Viehdichte, die nur dank importiertem Kraft-
schaften – der Feldlerche. Die im Aargau 2011 bei der kan-                       futter möglich ist), ein höherer Stickstoffeintrag aus der Luft so-
tonalen Erhebung festgestellte Abnahme wurde nun schweiz-                        wie neue Erntetechniken (Mähaufbereiter und Silage) führen zu
                                                                                 immer früheren und häufigeren Grasschnitten, sodass heute im
Baumpieper im Mittelland                                                         Mittelland vier bis sechs Schnitte pro Jahr normal sind. Für die
praktisch verschwunden                                                           Vögel bedeutet die Intensivierung einerseits eine reduzierte Nah-
                                                                                 rungsbasis. Beim Mähvorgang werden bis zu 50 % der Insekten
weit bestätigt: Seit dem Atlas 1993–1996 hat die Feldlerche                      und Spinnen getötet – und das bei jedem Schnitt. Andererseits
40 % ihres Bestands verloren. Die Dichteveränderungskarten                       geht auch Lebensraum verloren: Der erste Schnitt erfolgt immer
des neuen Atlas 2013–2016 zeigen deutlich auf, wie sich die                      früher in der Saison. Selbst in den Berggebieten mähen die Land-
Bestände im gesamten Verbreitungsgebiet empfindlich aus-                         wirte die Wiesen mittlerweile mitten in der Brutzeit der Wiesen-
gedünnt haben (Abbildung 3). Im Aargau liegen die letzten                        brüter zum ersten Mal. Unzählige Bruten werden dabei zerstört,
regelmässig besetzten Gebiete auf Tafeljuraebenen und in                         und regelmässig werden sogar brütende Altvögel vermäht. Die
Ackerbaugebieten wie dem Birr- und Ruckfeld. Im Birrfeld                         Ackerbaukulturen sind zudem oft schon früh zu dicht und zu
wurden 2014 noch 38 Sänger gezählt.                                              hoch für die Anlage eines Nests zum Beispiel der Feldlerche.

                                                                                   Reviere/km2
                         100
                                                                                   Reviere/km
                                                                                        +5
                                                                                             2

                                                                                      +5

                          90
                                                                                      +2+2
                                                                                      +0,5
                                                                                        +0,5
                                                                                      –0,5
                                                                                      –2–0,5
                          80
  Index (1990 = 100 %)

                                                                                        –2
                                                                                      –5

                          70                                                            –5

                          60

                          50

                          40

                               1990   1995   2000   2005   2010   2015

Abb. 2: Der Bestandsindex von 27 typischen Kulturlandvogelarten, welche          Abb. 3: Seit den Neunzigerjahren ist in der ganzen Schweiz ein
gemäss den Umweltzielen Landwirtschaft gefördert werden sollen (SBI®-            Rückgang der einst häufigen Kulturlandvogelart Feldlerche zu
Teilindex Zielarten UZL), hat sich seit den Neunzigerjahren mehr als halbiert!   verzeichnen (rot).
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06      SCHWERPUNKT BRUTVOGELATLAS 2013–2016                                                                                                                 milan 3 | 2019

                                                                                                                  Kulturlandarten mit gemischter Diät
                                                                                                                  Insektenfresser des Waldes
                                                                                                                  Insektenfresser des Kulturlands
                                                                                                     140

                                                                                                     120

                                                                              Index (1990 = 100 %)
                                                                                                     100

                                                                                                      80

                                                                                                      60

                                                                                                      40

                                                                                                           1990     1995      2000       2005       2010   2015
                                                 FOTO Marc Tschudin

Abb. 4: Ein Rauchschwalbenpaar verfüttert während der Nestlingszeit der     Abb. 5: Die Bestandstrends von reinen Insektenfressern im Wald (grün)
Jungen rund 1 kg Insekten, was dem Inhalt dieses Plastiksacks entspricht.   und im Kulturland (rot) sowie von Kulturlandarten, die eine gemischte
                                                                            Diät (gelb) haben, legen nahe, dass die Insektenfresser im Kulturland an
                                                                            Nahrungsmangel leiden.

Rückgang der Insektenfresser                                                Faktor 1000 oder mehr) und somit Pestizide heute in erheb-
Etwa 40 % der Schweizer Brutvogelarten ernähren sich fast                   lich geringeren Mengen viel wirksamer sind, ist es wenig er-
ausschliesslich von Insekten. Weitere 25 % haben eine ge-                   staunlich, dass die Bestände der reinen Insektenfresser des
mischte Diät, ziehen ihre Jungen aber vorwiegend mit Insek-                 Kulturlands deutlich abgenommen haben (Abbildung 5), z. B.
ten auf. Deshalb ist der Bedarf an geeigneten und zudem                     Lerchen, Baumpieper, Dorngrasmücke, Braunkehlchen,
leicht zu erbeutenden Insekten gross (Abbildung 4).                         Neuntöter (Abbildung 6). Kulturlandarten, für deren Ernäh-
 Obwohl die Datenlage in ganz Mitteleuropa dürftig ist: Es                  rung Insekten eine Nebenrolle spielen (z. B. Weissstorch,
gibt heute weniger Insekten als vor Jahrzehnten. Dies ist zu-               Rotmilan, Turmfalke, Wacholderdrossel, Goldammer), sind
mindest für mehrere Gebiete in Deutschland belegt, wo die                   von diesem Rückgang nicht betroffen. Waldbewohnende
Insektenbiomasse innerhalb der letzten 27 Jahre um 75 %                     Insektenfresser (z. B. Spechte, Meisen, Mönchsgrasmücke,
zurückging. Aus der Schweiz gibt es kaum Datenreihen, die                   Rotkehlchen) haben insgesamt sogar einen positiven Be-
den Rückgang der Insektenbiomasse belegen. Ältere Loko-                     standstrend.
motivführer berichten übereinstimmend, dass sie die Wind-
schutzscheiben noch in den Sechzigerjahren nach jeder                       Gewinner?
Fahrt von einer Masse toter Insekten reinigen mussten, wäh-                 Entgegen der generell negativen Bilanz im Landwirtschafts-
rend heute eine Reinigung nur mehr in grossen Abständen                     gebiet gibt es auch Arten, die sich in diesem Lebensraum
nötig sei. Der Rückgang der Insekten im Kulturland ist wohl                 seit den Neunzigerjahren positiv entwickelt haben. Speziell
primär auf die modernen Landnutzungstechniken und den                       hervorzuheben sind die Greifvögel: Zahlreiche Arten profi-
Einsatz von Pestiziden zurückzuführen. Bei Mähwiesen wer-                   tierten davon, dass sie heute in der Schweiz kaum noch
den heute beispielsweise häufig Mähaufbereiter eingesetzt,                  direkt verfolgt werden, und dass das für Greifvögel beson-
die das Gras unmittelbar nach dem Mähvorgang quetschen,                     ders verheerende Insektizid DDT in den Siebzigerjahren
damit es schneller trocknet. Der Mähaufbereiter bewirkt ei-                 verboten wurde. Turmfalke, Rot- und Schwarzmilan sowie
nen siebenmal höheren Verlust an Honigbienen (bis zu                        Mäusebussard dürften nicht zuletzt auch von den häufige-
90’000 tote Bienen/ha) als eine Mahd ohne Aufbereiter. Auch                 ren Grasschnitten profitiert haben: Stets verfügbare, frisch
der Einsatz von Pestiziden reduziert die Vielfalt und Häufigkeit            gemähte Wiesen bieten diesen Arten guten Zugang zu
von Insekten. Die Menge der in der Schweiz ausgebrachten                    Nahrung (Mäusen, Regenwürmern,…). Der Turmfalke hat
Pestizide blieb zwar seit 1990 etwa bei 2200 t pro Jahr kons-               wohl auch von den vermehrt aufgehängten Nistkästen
tant. Da aber die Wirkstoffe laufend toxischer wurden (um den               profitiert.
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milan 3 | 2019                                                                 JAHRESTHEMA BRUTVOGELATLAS 2013–2016                07

  Reviere/km2
         4
  Reviere/km2
     4   3
     3
         2
     2

     1   1
     0
         0

«Umweltziele Landwirtschaft»
wurden nicht erreicht
Abb. 6: Die Dichte des Neuntöters 2013–2016 in der Schweiz. Der
Bestand hat sich in den letzten 20 Jahren halbiert. Im Aargau liegen die
Schwerpunkte in höheren Lagen und speziell im Jura, wo steilere Wiesen       Braunkehlchen.                           FOTO Kai Rösler
und Weiden extensiver blieben.

Die Landwirtschaftspolitik ist gefordert                                   eine besonders umweltbelastende Landwirtschaft. Als Folge
Die Schweiz hat in der Bundesverfassung das Ziel verankert,                ist die Bewirtschaftung seit den Neunzigerjahren noch inten-
die Landwirtschaft nicht nur wettbewerbsfähig, sondern auch                siver geworden und die Agrarpolitik macht so ihre Bemühun-
natur-, umwelt- und tierfreundlich zu gestalten. Pro Jahr flies-           gen um mehr Biodiversität selbst wieder zunichte. Um die
sen rund vier Milliarden Franken in die Landwirtschaft, davon              ganze Landwirtschaft endlich auf einen nachhaltigen Kurs zu
rund 2,8 Milliarden direkt an die Landwirtinnen und Land-                  bringen, muss das Direktzahlungssystem stark nachgebes-
                                                                           sert werden. Es sollen nur noch die nachhaltigen Systeme
«Umweltziele Landwirtschaft»                                               gestützt werden, diese aber dafür richtig. Die zur Verfügung
                                                                           stehenden Instrumente wie Biodiversitätsförderflächen und
wurden nicht erreicht                                                      Vernetzungsprojekte sind zwar geeignet, müssten aber viel
                                                                           konsequenter eingesetzt werden. Dass eine vogelfreundliche
wirte (Direktzahlungen). Die in den Neunzigerjahren einge-                 Landwirtschaft möglich ist, zeigen Projekte der Vogelwarte
führten Beiträge zur Förderung der Biodiversität machen                    etwa im Klettgau (SH), im Wauwilermoos (LU) oder der
heute 14,2 % der gesamten Direktzahlungen aus. Diese Mass-                 Champagne Genevoise, wo dank der Zusammenarbeit mit
nahmen haben zum Ziel, die Artenvielfalt im Kulturland zu                  aufgeschlossenen Landwirten die Vogelarten im Landwirt-
erhalten und zu fördern. Die Erkenntnisse aus dem Brutvo-                  schaftsland zunahmen.
gelatlas 2013–2016 und der Umstand, dass bis heute keines
(!) der 2008 vom Bund definierten «Umweltziele Landwirt-
schaft» erreicht wurde, verdeutlichen, dass die Gelder ihre
Wirkung bisher verfehlen. Solche Bilanzen sind frustrierend,
nicht nur für die Naturschützer, sondern auch für jene Bäu-
erinnen und Bauern, die ein grosses Engagement für die Bio-
diversität zeigen. Wo liegen aber die Gründe für das Schei-
tern der bisherigen Agrarpolitik? Nur knapp ein Fünftel der
Direktzahlungen an die Landwirtschaft ist darauf ausgerich-
tet, die Biodiversität zu fördern. Doch gleichzeitig unterstützt
der Grossteil der restlichen Direktzahlungen viele der oben
exemplarisch erwähnten Intensivierungsschritte und damit
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08   BIRDLIFE AARGAU                                                                                         milan 3 | 2019

Tätigkeiten und Projekte aus dem Vorstand

                                                            Einladung zu den
 Verbandstätigkeit                                          Vorständekonferenzen 2019

 7. Mai Vorstandssitzung                                    Jährlich führt BirdLife Aargau Vorständekonferenzen für
 Im Rahmen von «Mission B» wurde im Spendenmailing          die Sektionen in vier Regionen durch. Dabei wird über
 ein Falterli «Bunter Garten, Bunter Vogel» sowie ein Sa-   aktuelle Themen von BirdLife Schweiz, vom Kanton und
 mentütchen verschickt. BirdLife Aargau hat Stellung        von BirdLife Aargau informiert. Alle Vorstandsmitglieder
 genommen zur Richtplananpassung Hochwasser-                der Sektionen sind herzlich eingeladen, an diesen
 schutz Suhrental und eine Einwendung gegen die Um-         Anlässen teilzunehmen. Das Detailprogramm wird kurz
 gebungsgestaltung der Heizzentrale in Rheinfelden          vor dem Anlass bekannt gegeben.
 gemacht.

 19. Mai Prüfung Exkursionsleiterkurs                         Vorständekonferenzen im Aargau
 In Rupperswil an der Aare haben 20 Kursteilneh-
 mende zum Abschluss der Ausbildung eine Prüfungs-            AG Ost:      Donnerstag, 7. November, 20.00 Uhr,
 Exkursion durchgeführt. Alle haben bestanden. Bird-                       Süessbach Pflegezentrum, Brugg
 Life Aargau wünscht allen viel Freude beim Leiten von
 Exkursionen.                                                 AG Süd:      Donnerstag, 14. November, 20.00 Uhr,
                                                                           Restaurant Hans & Heidi, Wohlen
 1. Juni Prüfung Feldornithologiekurs
 Die Abschlussprüfung fand rund um den Klingnauer             AG Nord:     Donnerstag, 21. November, 20.00 Uhr,
 Stausee statt. 23 haben bestanden und sind nun dip-                       Restaurant Rössli, Eiken
 lomierte Feldornithologen – wir gratulieren!
                                                              AG West:     Donnerstag, 28. November, 20.00 Uhr,
 15. Juni Prüfung Feldbotanikkurs                                          Naturama, Aarau
 Die Prüfung wurde rund um Brugg durchgeführt. 19
 Kursteilnehmende haben die Prüfung bestanden.
 Herzliche Gratulation!                                     Sollte das vorgeschlagene Datum in der Region nicht passen,
                                                            haben Sie die Möglichkeit, an einen der drei anderen Orte
 18. Juni Vorstandssitzung                                  auszuweichen.
 Spannende Naturflächen wurden BirdLife Aargau zum          Wir freuen uns, möglichst viele Vorstandsmitglieder begrüs-
 Kauf angeboten. Nach eingehender Prüfung wurde             sen zu dürfen.
 beschlossen, die eine Fläche, ein Grundstück in Helli-
 kon, zu kaufen. Mögliche Themen für die Vorstände-
 konferenzen 2019 wurden besprochen. BirdLife Aargau
 hat Einwendungen gemacht gegen die BNO-Revision
 Dintikon, eine Bachverbauung in Oberkulm und die
 Entfernung von Biberdämmen im Sengelbach in Aarau.
 Alex Grendelmeier übernimmt neu die Leitung der
 Reservatskommission.

                                                            MEHR INFORMATIONEN   www.birdlife-ag.ch
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milan 3 | 2019                                                                                         BIRDLIFE AARGAU        09

Wahlen 2019 – Informationen auf www.umweltrating.ch

Am 20. Oktober 2019 werden die Vertreterinnen und                   freundlichkeit der Kandidierenden für den National- und
Vertreter aus dem Aargau für den National- und Stände-              Ständerat machen: Entweder über den Leistungsausweis der
rat gewählt und gleichzeitig findet auch die Ersatzwahl             Jahre 2015–2019 oder über das Wahlversprechen.
für den Regierungsrat statt. In den Parlamenten in Bern             BirdLife Aargau empfiehlt, sich auf www.umweltrating.ch
wie auch in der Aargauer Regierung werden jeweils                   über die Kandidierenden zu informieren und Personen zu
wichtige Beschlüsse gefasst. Es ist für die Biodiversität           wählen, die sich nachweislich für die Umwelt einsetzen. Ge-
und die Landschaft deshalb entscheidend, wer im Herbst              hen Sie am 20. Oktober wählen, die Natur und Landschaft ist
gewählt wird. Text: kh                                              auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Auf www.umweltrating.ch – eine Dienstleistung der Umwelt-
organisationen – können Sie sich ein Bild über die Umwelt-

Helfen Sie mit bei der Pflege der BirdLife-Reservate!

Wie jedes Jahr führen wir in unseren Reservaten drei                  Samstag, 7. September, Feret, Densbüren
Pflegeeinsätze durch. Schwerpunkt bildet das Zusammen-                Besammlung:      8.30 Uhr, beim Reservat (Rüdlenstrasse)
tragen von Schnittgut in Riedwiesen sowie die Weiher-                 Anmeldeschluss: 4. September
pflege. Dabei sind wir auf die Unterstützung von Jung und
Alt angewiesen. Wenn Sie zur Erhaltung dieser wertvollen              Samstag, 5. Oktober, Boniswilerried
Lebensräume einen tatkräftigen Beitrag leisten möchten,               Besammlung:      8.30 Uhr, beim ehemaligen Deponie-
freuen wir uns auf Ihre Teilnahme.                                                     platz Eichhölzli (Eichholzstr.), Boniswil
Herzlichen Dank im Voraus!                                            Anmeldeschluss: 2. Oktober

Allgemeine Informationen                                              Samstag, 26. Oktober, Sundel, Wittnau
Dauer: Von 8.30 bis ca. 12 Uhr. Im Boniswilerried zusätzlich          Besammlung:      8.30 Uhr, beim Reservat (Sundelstrasse)
von 13.30 bis ca. 16.30 Uhr. In Wittnau und Densbüren setzen          Anmeldeschluss: 23. Oktober
wir uns das Ziel, die Arbeiten bis zum gemeinsamen Mittages-
sen abzuschliessen. Die Anlässe finden bei jeder Witterung statt.
Ausrüstung: Arbeitskleider der Witterung entsprechend, Stie-
fel/Bergschuhe und wenn vorhanden Arbeitshandschuhe mit-
nehmen. Werkzeug ist vor Ort.
Verpflegung: Znüni, Zmittag und Getränke sind offeriert.
Eine Anmeldung ist notwenig für die Bereitstellung des Werk-
zeugs sowie zur Planung der Verpflegung! Bitte Angabe von
Name, Adresse, Personenanzahl und Telefonnummer für all-
fällige Rückfragen!

Anmeldung per Telefon oder E-Mail bei: Roland Temperli,
079 307 31 40 oder 056 560 84 55, roland.temperli@bluewin.ch.
                                                                                                               FOTO Beni Herzog
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2019 milan - TAG DER INSEKTEN Jetzt anmelden - Birdlife Aargau
10      BIRDLIFE AARGAU                                                                                                             milan 3 | 2019

Ein Teich beginnt zu leben

                                                Vor nicht einmal einem Jahr entstand beim Naturzentrum
                                                ein Flachteich. Inzwischen haben bereits diverse Tierarten
                                                den neuen Lebensraum besiedelt. Die auffälligsten An-
                                                kömmlinge sind die Libellen.
                                                Texte: Petra Zajec, Leiterin Naturzentrum Klingnauer Stausee

Der Flachteich direkt vor dem Naturzentrum wurde im Herbst             Einflug der Libellen
2018 neu angelegt und ist nur etwa 30 cm tief. Er wird durch           Bereits Mitte Mai beobachteten wir die erste Grosse Königs-
Regenwasser gespiesen, seine Sohle ist mit Kies ausgekleidet           libelle bei ihren Erkundungsflügen am Flachteich. Wie pas-
und Steinhaufen und Wurzelstöcke bieten am Ufer zusätzlichen           send, denn die erste Station des Erlebnispfades ist genau die-
Lebensraum. Durch die geringe Tiefe und die gut besonnte               ser häufigen Art gewidmet! In den darauffolgenden Wochen
Lage erwärmt sich das Wasser sehr rasch, was die Entwicklung           fanden sich immer mehr adulte Libellen beim Flachteich ein.
von Amphibien- und Libellenlarven beschleunigt. Der Teich ist          Nacheinander konnten wir Vierfleck, Grossen Blaupfeil und
gut zugänglich, sodass die Besucherinnen und Besucher die              Südlichen Blaupfeil beobachten. Der Vierfleck kam sogar im
Tiere ganz nah beobachten können.                                      Paarungsrad und das Weibchen legte gleich darauf ihre Eier
  Bereits im Mai entdeckten wir im Team des Naturzentrums am           ins Wasser ab. Für Nachwuchs ist also gesorgt. Auch Kleinli-
Flachteich die ersten Wasserfrösche. Diese häufige Amphibien-          bellen konnten wir bereits entdecken, zum Beispiel Azur-
art ist am Klingnauer Stausee und im Sohlenbach heimisch, so-          jungfern und die Pechlibelle. Es ist immer wieder erstaunlich,
dass es in das neue Gewässer nur ein Katzensprung war. Ganz            wie schnell neue Lebensräume besiedelt werden.
offensichtlich fühlt sie sich auch im Flachteich wohl, was die im        Bei guter Witterung fliegen einige Libellenarten bis weit in den
Juni gefundenen Kaulquappen belegen. Andere Arten sind                 Herbst hinein. Sie sind herzlich willkommen, wenn Sie Heideli-
nicht so einfach zu entdecken, aber nicht minder interessant.          bellen und Mosaikjungfern bei einer Tasse Kaffee selbst beob-
Beim Keschern konnten wir unter anderem Taumelkäfer, Ein-              achten möchten! Alle Infos für Ihren Besuch finden Sie auf un-
tagsfliegenlarven und Rückenschwimmer nachweisen.                      serer Website www.naturzentrum-klingnauerstausee.ch.

                                              FOTO Petra Zajec                                                          FOTO Lara Toffolon

Blick über den Flachteich.                                             Auch der Südliche Blaupfeil ist beim Flachteich des Naturzentrums bereits
                                                                       heimisch.
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Rückblick: Erfolgreiche Eröffnung des Naturzentrums

                                                 Ende Mai nahmen fast 2000 Gäste an der Eröffnung des BirdLife-
                                                 Naturzentrums Klingnauer Stausee teil.

Nach dem offiziellen Teil mit Vertretern von Politik, Wirtschaft      den, den Film betrachten und den Hide ausprobieren. Grossen
und BirdLife war die Bevölkerung zum grossen Fest am 25. und          Anklang fand auch der Postenlauf, wo Biber, Eisvogel, Wasser-
26. Mai eingeladen. Zum ersten Mal konnten die Besucherin-            frosch und Königslibelle auf die Gäste warteten. Vielen Dank an
nen und Besucher die Ausstellung und den Erlebnispfad erkun-          die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer!

                                                                                                                      FOTO Dominique Wirz

Am 24. Mai kamen fast 300 geladene Gäste zur offiziellen Eröffnung.

                                                   FOTO Petra Zajec                                                   FOTO Dominique Wirz

Speziell für die Eröffnung wurde der Postenlauf mit Informations-     Markus Birchmeier vom Wirtschaftsforum Zurzibiet, Regierungsrat Stephan
ständen und Bastelaktivitäten zu den Themen Kleintiere im             Attiger, BirdLife Aargau-Präsidentin Gertrud Hartmeier, Böttsteiner Gemein-
Wasser, Amphibien, Eisvogel und Biber konzipiert.                     deammann Patrick Gosteli sowie BirdLife Schweiz-Vertreter Nik Gugger (v. l.
                                                                      n. r.) durchschnitten in einem feierlichen Akt gemeinsam das rote Band.
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Dunkel in die Nacht bringen – Beleuchtungskartierung in
der Gemeinde

                       Zu viel künstliches Licht in der Nacht schadet zahlreichen
                       Arten und Organismengruppen. Trotzdem nehmen die
                       Lichtemissionen weiter zu. Inzwischen tauchen Themen
                       wie Lichtverschmutzung und Insektensterben zwar ver-
                       schiedentlich in der Presse auf, doch was können wir kon-
                       kret gegen schädliches Licht in der Nacht unternehmen?
                       Text: Michael Storz, Agnes Schärer, Kommission Projekte

                                                                                 FOTO Pixabay
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Nachdem der Milan letztes Jahr als           Aussenbeleuchtung» können wir kon-         die Beleuchtung öffentlicher Bauten
Schwerpunkt über die Lichtverschmut-         krete Verbesserungen vorschlagen.          und Anlagen sowie auf Liegenschaften
zung berichtet hat, ruft die Kommission      Gleichzeitig lassen sich Entscheidungs-    grösserer Industrie- und Handelsun-
Projekte von BirdLife Aargau nun die         träger wie etwa Gemeinderäte oder          ternehmen beschränken, denn diese
Sektionen auf, in der eigenen Wohnge-        Bauverwalter sensibilisieren.              Objekte haben Vorbildfunktion. Die öf-
meinde nach Lichtverschmutzung zu                                                       fentliche Hand ist ausserdem zur Vor-
suchen und Verbesserungen anzure-            Auf wertvolle Naturräume                   sorge und zum Handeln verpflichtet.
gen. Das geht auch ohne Messinstru-          beschränken                                Grössere Unternehmen verfügen meist
mente. Man benötigt nur einen Orts-          Wenn der Blick erst einmal geschärft       über eine interne Umweltfachstelle, die
plan, das Kartierblatt von BirdLife Aargau   ist, findet man viele ungünstige Be-       sich um Verbesserungen in diesem Be-
(von der Homepage downloaden) und            leuchtungssituationen. Hier ein von        reich bemüht. Bei störender Beleuch-
Freude an Abendspaziergängen. Wir            unten beschienener Baum, da eine           tung durch kleinere private Wohnlie-
hoffen, dass BirdLife Sektionen und          LED-Strassenlampe, die hell und me-        genschaften – beispielsweise mit ex-
andere interessierte Personen diese          terweit über die Strasse hinausstrahlt,    zessiver Gartenbeleuchtung – oder
Beleuchtungskartierung in ihrer Ge-
meinde durchführen. Somit können             Öffentliche Bauten haben eine Vorbildfunktion
störende Lichtquellen in sensiblen Na-
turräumen den Eigentümern und Be-            oder dort eine Reklametafel, die übers     durch kleinere Gewerbebetriebe un-
treibern der Leuchten oder dem Ge-           freie Feld leuchtet. Mit unserer Kartie-   ternimmt BirdLife Aargau momentan
meinderat gemeldet werden. Mit den           rung beginnen wir grundsätzlich am         nichts, denn die Gesetzesgrundlagen
während der Kartierungen erstellten          Siedlungsrand und überprüfen zuerst        reichen nicht aus. Ein gut-nachbar-
Objektbeschrieben und der «Informati-        die wertvollen Naturräume auf über-        schaftliches Gespräch hilft in diesen
onsbroschüre über naturverträgliche          flüssiges Licht. Auch wollen wir uns auf   Fällen besser.

                                                                                          Wertvolle
                                                                                          Naturräume
                                                                                          Wertvolle Naturräume können
                                                                                          beispielsweise sein: Weiher, Bäche,
                                                                                          Hecken, Waldränder, Naturschutz-
                                                                                          zonen (auch kommunale), Vernet-
                                                                                          zungskorridore etc. Bei besonders
                                                                                          wichtigen Objekten dürfen Sie
                                                                                          sich gerne auch an die Kommis-
                                                                                          sion Projekte von BirdLife Aargau
                                                                                          wenden. Wenn möglich werden
                                                                                          wir Sie gerne unterstützen.

                                                                                                                    FOTO zVg
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Massnahmen müssen technisch möglich und finanziell                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    Beleuchtungskartierung im Praxistest
tragbar sein                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Michael Storz von der Kommission Projekte hat die Be-
Findet sich in der Gemeinde ein wertvolles Naturobjekt, das                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           leuchtungskartierung für uns getestet: «Das ist wirklich
in der Nacht zwischen 22 Uhr und 6 Uhr längere Zeit mitbe-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            eine neue Erfahrung für einen Naturfreund: Statt früh
leuchtet wird, sollte ein Objektbeschrieb ausgefüllt werden.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          morgens mit dem Feldstecher (fürs Brutvogelinventar)
Damit kann man sowohl das Naturobjekt charakterisieren, als                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           oder tagsüber mit Kamera und Bestimmungsbüchern
auch festhalten, welche Beleuchtungsanlage das überflüssige                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           (zwecks Ergänzung des kommunalen Landschaftsin-
Licht erzeugt. Mittels einer Checkliste lassen sich zudem Ver-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        ventars) fahre ich jetzt nachts mit dem Fahrrad durch
besserungsvorschläge anbringen. Diese sollen dem Eigentü-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             meine Gemeinde, möglichst dem Licht nach wie eine
mer respektive Betreiber der Leuchten konstruktiv dabei hel-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Motte... Wo kann ich von Lichtverschmutzung ausge-
fen, die Beleuchtungssituation naturverträglich zu gestalten.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         hen? Soll ich diesen Wohnblock mit Kugellampen rund
  Der Objektbeschrieb kann anschliessend dem Eigentümer                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               um den mit Bäumen bepflanzten Vorplatz oder die hel-
oder Betreiber der Leuchten oder dem Gemeinderat zuge-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                len Reklameschriften eines Möbelhauses aufnehmen,
stellt werden. Der Gemeinderat ist verpflichtet, für die Einhal-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      welche die Uferbestockung des nahe gelegenen Bachs
tung der Rechtsgrundlagen zu sorgen. Das betrifft auch das                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            beleuchten?»
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Die Kugelleuchten des Wohnblocks strahlen ihr Licht
Mensch und Natur sind zu schützen                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     auf alle Seiten ab, auch gegen oben. So verursachen
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      sie unnötige Lichtverschmutzung, was natürlich nicht
Umweltschutzgesetz. Dieses schreibt vor, dass Mensch und                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              gut ist. Da es sich beim Vorgarten jedoch nicht um ein
Natur vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen zu schützen                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          besonders wertvolles Naturobjekt handelt und der
sind – auch vorsorglich. Diese Vorsorgepflicht gilt übrigens                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Wohnblock nicht Teil einer sehr grossen Überbauung
unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung. Man kann                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              ist, sollte Michael diesen Fall nicht weiterverfolgen.
sich also nicht damit herausreden, dass sowieso schon über-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           Vielleicht kennt er jedoch den Hauswart oder den Be-
all Licht brennt. Die verlangten Schutzmassnahmen müssen                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              sitzer und kann bei günstiger Gelegenheit über den
jedoch technisch und betrieblich möglich und finanziell trag-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Zaun hinweg mit ihm sprechen.
bar sein. Wenn sich eine Beleuchtungssituation relativ einfach                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Der Fall der hellen Reklameschrift des Möbelhauses
verbessern lässt, beispielweise durch den Einbau eines Timers                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         ist jedoch etwas anders gelagert. Einerseits befindet
oder das Abschirmen von Leuchten, haben wir gute Chancen,                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             sich das Gebäude am Ortsrand, also in einem Raum, in
dass durch unsere Beleuchtungskartierung die Nacht im be-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             dem man besonders sorgfältig mit Licht umgehen
troffenen Naturraum wieder etwas dunkler wird.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        sollte. Andererseits handelt es sich bei dem direkt da-
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      neben liegenden Bach mit Begleitgehölzen um einen
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      wertvollen Naturraum. Zudem verläuft gemäss Richt-
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      plan auf dem Feld hinter der Uferbestockung ein Wild-
 Wo wird das Licht benötigt?

 Licht sollte dorthin gelenkt werden, wo es benötigt
                                                                                                          Weitere Informationen

                                                                                                          „Die Nacht braucht ihre Dunkelheit“:
                                                                                                                                                                     Für eine naturfreundliche
                                                                                                                                                                     Beleuchtung von Haus, Hof
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      tierkorridor. Dieser soll (v.a. nachts) das Zirkulieren von
 wird, beispielsweise auf Wegen, Treppen oder an Ein-                                                     www.darksky.ch                                             und Garten

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Wildtieren gewährleisten. Wenn nun dort die Leucht-
 gängen. Entscheiden Sie sich für abgeschirmte und
 damit blendfreie Leuchten, die nur nach unten strah-                                                     energieberatungAARGAU, eine Dienstleistung des Kantons
 len (auch als «Downlights» oder «full cut off» be-                                                       Aargau, ist eine zentrale Anlauf- und Auskunftsstelle zu
 zeichnet). Verwenden Sie keine Kugellampen. Diese                                                        Themen wie Energieeffizienz.
 strahlen das Licht ungerichtet überall hin.                                                              Mehr erfahren Sie unter:
                                                                                                          www.ag.ch/energie

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      reklamen die Ufergehölze oder das Gewässer mitbe-
 Gute Lichtlenkung                                                                                        Generelle Informationen zu Lichtemissionen
                                                                                                          im Kanton Aargau finden Sie unter:
                                                                                                          www.ag.ch/de/bvu/umwelt_natur_landschaft/
                                                                                                          naturschutz/natur_im_siedlungsraum_1/lichtver-
                                                                                                          schmutzung_1/lichtverschmutzung.jsp
                                                           Quelle: https://biosphaerenreservat-rhoen.de

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      leuchten, könnte dies die Qualität des Lebensraums
                                                                                                          Norm SIA 491 „Vermeidung unnötiger
                                                                                                          Lichtemissionen im Aussenraum:
 Schlechte Lichtlenkung                                                                                   www.sia.ch

                                                                                                          Energieeffiziente Lampenprodukte unter:
                                                                                                          www.topten.ch

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      und die Wirkung des Bachs als Vernetzungsachse
                                                                                                          Schwerpunktthema bei BirdLife Aargau:
                                                                                                          www.birdlife-ag.ch/aktuell/milan/Jahresthema/
                                                                                                                                                                                  Aussenbeleuchtung liegt im Trend                                          Licht aus!                                                                 Empfehlungen für die private Aussen- und Garten-
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       beleuchtung:
                                                                                                          lichtverschmutzung

 Für die Beleuchtung von Treppenstufen eignen sich
                                                                                                                                                                                  Neue LED-Technologien ermöglichen die kostengünstige                      In einem naturfreundlichen Garten wird es nachts richtig                   Ist die Aussenbeleuchtung wirklich nötig?
                                                                                                                                                                                  Beleuchtung des privaten Freiraums. Gezielt eingesetzt                    dunkel. Nachtaktive Tiere, wie Igel und andere Kleinsäu-
 Pollerleuchten. Montieren Sie die Lampen möglichst                                                       In Zusammenarbeit mit der Abteilung Landschaft und

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      schwächen. Deshalb sollte Michael diese Beleuch-
                                                                                                                                                                                  ist die Beleuchtung von Haus, Hof und Garten sinnvoll.                    ger, Amphibien und viele Insekten benötigen die Dunkel-                    Jede Beleuchtung, die rein dekorativen Zweck hat, ist
 niedrig. Dadurch reduzieren Sie die Fernwirkung des                                                      Gewässer, Departement Bau, Verkehr und Umwelt,
                                                                                                                                                                                  So sorgen etwa beleuchtete Wege im Vorgarten für ein                      heit zur Nahrungssuche und Fortpflanzung. Doch auch                        überflüssig. Denken Sie daran: Licht verbraucht Energie
 Lichtes, und es werden weniger Insekten angelockt. In                                                    Kanton Aargau, herausgeben von:
                                                                                                                                                                                  Sicherheitsgefühl.                                                        tagaktive Tiere brauchen die Finsternis für ihre Ruhepha-                  und trägt damit auch zur Klimaerwärmung bei. Verzich-
 den Himmel gerichtete Bodenstrahler sind ungeeignet.
                                                                                                                                                                                  Zuviel künstliches Licht in der Nacht schadet allerdings der              sen, genauso wie der Mensch.                                               ten Sie auf die Beleuchtung von Gartenteichen, Bäumen
                                                                                                                                                                                  Tierwelt, denn gerade die Gärten am Stadtrand und in den                                                                                             und Sträuchern. Sie erleichtern damit zahlreichen Tieren
 Welches Leuchtmittel ist geeignet?
                                                                                                                                                                                  Dörfern sind wertvolle Lebensräume für verschiedene Tier-                                                                                            im Garten das Leben.
                                                                                                                                                                                  arten wie Igel, Nachtfalter, Amphibien und Fledermäuse.
 Die Begriffe «Leuchtmittel» und «Lampen» werden häu-

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      tungssituation im Objektblatt beschreiben und dem
                                                                                                                                                                                                                                                            Schlechtes Beispiel einer Wegbeleuchtung.                                  Dekorative Beleuchtung beeinträchtigt Tiere im Garten.
 fig synonym genutzt. Es gibt verschiedene Typen, wie
 u.a. Halogen-, Kompaktleuchtstoff- und LED-Lampen.
 Letztere sind am Energieeffizientesten. Bei LED-Lampen
 reicht deshalb eine geringere Watt-Zahl, um die gleiche                                                  BirdLife Aargau
                                                                                                                                                                                                                                           © Albert Krebs

 Helligkeit wie mit anderen Leuchtmitteltypen zu erzie-                                                   Pfrundweg 14
 len. Achten Sie auch auf eine geringe Farbtemperatur.                                                    5000 Aarau

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Gemeinderat zustellen oder sich damit direkt bei der
 Sie steht auf der Verpackung und sollte unter 3000                                                       Telefon 062 844 06 03                                      Informationsbroschüre über naturverträgliche
                                                                                                                                                                                                            zVg

 Kelvin (K) liegen. Das warmweisse Licht mit geringem                                                     info@birdlife-ag.ch                                        Aussenbeleuchtung zum Schutz von Tieren im
 Blauanteil ist am naturverträglichsten.                                                                  www.birdlife-ag.ch                                         Siedlungsraum.
                                                                                                                                                                                                            ©entomartIn

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Umweltfachstelle des Möbelhauses melden.
                                                                                                                                                                                                                                           zVg

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  zVg

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                zVg
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                zVg

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Kaufen Sie keine «billigen» Solarleuchten. Diese be-
                                                                                                                                                                                  Die negativen Auswirkungen von unnötig                                                                                                               leuchten selten sinnvoll, sind oft bereits nach kurzer Zeit
                                                                                                                                                                                  viel Licht im Aussenraum sind vielfältig                                  Gutes Beispiel einer Wegbeleuchtung.                                       defekt, und die Akkus müssen als Sondermüll entsorgt
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       werden.
                                                                                                                                                                                  Ein in die Baumkrone gerichteter Effektscheinwerfer
                                                                                                                                                                                  kann Vögel bei ihrem Brutgeschäft stören. Viele Nacht-                                                                                               Wie lange ist Beleuchtung notwendig?
                                                                                                                                                                                  falter gehen zugrunde, weil sie im grellen Licht der
                                                                                                                                                                                  Lampen die Orientierung verlieren. Frösche und Kröten                                                                                                Licht sollte nur eingeschaltet werden, wenn es wirklich
                                                                                                                                                                                  hingegen meiden hell beleuchtete Flächen. Dadurch                                                                                                    gebraucht wird. Verwenden Sie Lichtschalter mit Zeit-
                                                                                                                                                                                  verkleinert sich ihr Jagdrevier und sie finden weniger                                                                                               automatik wie in Treppenhäusern, wobei eine möglichst
                                                                                                                                                                                  Nahrung.                                                                                                                                             kurze Nachbrenndauer sinnvoll ist.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       Wenn Sie sich für Bewegungsmelder entscheiden, ach-
                                                                                                                                                                                  Gründe genug, um Garten, Hof und Einfahrt nicht nur bei                                                                                              ten Sie auf eine exakte Ausrichtung, damit das Licht
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Foto: © Neuco BEGA

                                                                                                                                                                                  der Bepflanzung, sondern auch bei der Aussenbeleuch-                                                                                                 nicht von jeder Katze oder jedem Passanten auf der
                                                                                                                                                                                  tung besondere Aufmerksamkeit zu schenken.                                                                                                           Strasse ausgelöst wird. Nach 22.00 Uhr, spätestens
                                                                                                                                                                                  BirdLife Aargau zeigt Ihnen, wie Sie Wege und Terras-                                                                                                nach Mitternacht, wird kaum noch Licht benötigt: Ab-
                                                                                                                                                                                  sen beleuchten können ohne die Tiere im Garten zu                                                                                                    schalten oder Dimmen bis um 6.00 Uhr morgens ist
                                                                                                                                                                                  stören.                                                                                                                                              dann sinnvoll.

Informationsbroschüre zum Thema «Naturfreundliche Beleuchtung von Haus, Hof und Garten» zum Download:
www.birdlife-ag.ch/aktuell/milan/Jahresthema/lichtverschmutzung
milan 3 | 2019                                                                                         BIRDLIFE SCHWEIZ          15

Schutz der Moore und Moorland-                                      Dreimal Unterschriften sammeln
schaften bestätigt                                                  für die Natur

In der Juni-Session lehnte der Nationalrat eine Standesinitiative
des Kantons Bern ab, welche Moore und Moorlandschaften für
den Bau von Anlagen erneuerbarer Energien öffnen wollte. Der
Abstimmung war eine gezielte Informationskampagne von Bird-
Life Schweiz vorausgegangen. Ebenso erfreulich ist, dass im Kan-
ton Schwyz gerichtlich bestätigt wurde, dass Nutzungsänderun-
gen Moorlandschaften nicht beeinträchtigen dürfen. Das Ver-
waltungsgericht des Kantons Schwyz machte klar, dass ein neuer
Modellflugplatz in der Moorlandschaft Rothenthurm nichts zu
suchen hat. Das Gericht stützte ausdrücklich die Empfehlungen
von BirdLife Schweiz und anderen Partnern, dass für Modellflug-
plätze ein Abstand von 500 Metern um Moorlandschaften ein-
zuhalten ist.

                                                                    BirdLIfe Schweiz, Pro Natura und WWF sammeln gemeinsam.
BirdLife-Herbstkampagne für die
Zugvögel                                                            Die Doppelinitiative für die Biodiversität und Landschaft ist ge-
                                                                    startet (s. Milan 2/19). Auch dank den Unterschriften aus der
                                                                    ganzen BirdLife-Familie ist bereits gut die Hälfte des Ziels er-
Die diesjährige Herbstaktion von BirdLife Schweiz ist dem           reicht. Die Unterschriftensammlung geht nun in die entschei-
Schutz der Zugvögel in Italien, Zypern und der Schweiz ge-          dende zweite Halbzeit. Bitte unterschreiben Sie die Biodiversi-
widmet. Die LIPU/BirdLife Italien wird an der Strasse von Mes-      tätsinitiative und die Landschaftsinitiative, wenn noch nicht ge-
sina die Anti-Wilderei-Camps ausbauen und in Apulien neu            schehen, und sammeln Sie unter Bekannten, im Dorf und im
Nachtsichtgeräte einsetzen, um die Wilderer überführen zu           Verein Unterschriften. Mehr Infos und Unterschriftenbogen:
können. In Zypern legen die Wilderer ganze Bewässerungs-            www.birdlife.ch/initiativen.
systeme und Akazienplantagen an, um die Vögel in die grü-             Das Referendum gegen das missratene Jagdgesetz startet
nen Büsche und Bäume zu locken. BirdLife Zypern führt hier          wohl im Oktober. Bereits seit längerem ist bekannt, dass die
einen wichtigen Kampf gegen den illegalen Vogelfang. Ende           laufende Revision des Jagd- und Schutzgesetzes (JSG) den
September liegen die Unterlagen in Ihrem Briefkasten.               Schutz der Arten in der Schweiz bedroht. Leider hat das Parla-
                                                                    ment in keinem der gravierenden Punkte Verbesserungen be-
                                                                    schlossen. Ab Mitte Oktober werden deshalb BirdLife Schweiz,
                                                                    Pro Natura, WWF und die Gruppe Wolf Schweiz bis vor Weih-
                                                                    nachten die nötigen 50’000 Unterschriften sammeln müssen.
                                                                    Wir hoffen, auch dann auf Ihre volle Unterstützung zählen zu
                                                                    können.       Texte: Werner Müller, BirdLife Schweiz

                                                                    FOTOS BirdLife Schweiz
Zugvögel sind gefährdet durch Wilderer.                             MEHR INFORMATIONEN www.birdlife.ch
16     AKTUELLES / AUS DEN SEKTIONEN                                                                      milan 3 | 2019

Wildpflanzen bedeuten Leben und
Lebensfreude!

                                                                                                                  FOTO Steve Skillman
                                                             Nach einer Pause von fünf Jahren rief
                                                             der Naturschutzverein Magden im Früh-
                                                             ling 2018 den Wildpflanzen- und Kräu-
                                                             termarkt wieder ins Leben. Der diesjähri-
                                                             ge Markt fand am 4. Mai 2019 unter dem
                                                             Motto «Vielfalt im Siedlungsraum» statt.
                                                             Text: Christine Bühler-Vuille, NV Magden

Verkauf am Wildpflanzenmarkt.

Ein wichtiges Anliegen des Markts bestand darin, den Leu-   Wildblumeninseln anstelle von Steingärten
ten in Magden und Umgebung den grössten Reichtum auf        Ein bunter Duftrasen bringt Abwechslung und Entspan-
Erden näher zu bringen – die Natur. Über 40 verschiedene    nung, verleiht der Seele beruhigende Momente und er-
Gewürzkräuter und Tomatenpflanzen sowie mehr als 80         freut die ganze Insektenwelt. Honig- und Wildbienen
einheimische Wildpflanzen für schattige und sonnige         brauchen den Nektar als Kohlenhydratnahrung und für die
Standorte, Steingärten und Balkon standen zur Auswahl.      Honigherstellung, und der Blütenstaub liefert ihnen Ei-
Mit dieser Fülle wollten wir die Marktbesucherinnen und     weissnahrung für ihre Brut. Im Gegenzug bestäuben die
-besucher darauf aufmerksam machen, welche Alternati-       Bienen die Obstbäume und Wildpflanzen, was für die Ent-
ven zu einem englischen Rasen, Steinvorgärten und Gera-     wicklung der Früchte und das Fortbestehen der Pflanzen
nienkisten bestehen.                                        lebensnotwendig ist.

MEHR INFORMATIONEN www.naturschutz-magden.ch
milan 3 | 2019                                                                      AKTUELLES / AUS DEN SEKTIONEN                   17

  Auf dem Pflanzenmarkt boten wir den Besuchern deshalb

                                                                                                                         FOTO Esther Sonderegger
gezielt gute Bienenpflanzen an, zum Beispiel den Muskatel-
lersalbei für die selten gewordene Holzbiene. Ein anderer
Schwerpunkt war, den Leuten möglichst viele Anpflanzbeispiele
zu zeigen, wie ein Heilkräuter- oder ein Antibauchwehbeet,
eine bunte Insel im Rasen oder eine originelle Balkonkiste.
Auch die SRF-Aktion «Mission B: jeder Quadratmeter zählt»
erwähnten wir ausführlich.

Alternative zum Garten
Wer keinen Garten besitzt, hat andere Möglichkeiten. So eig-
net sich ein flaches und leicht geneigtes Dach auch als
Standort für Mauerpfeffer, Hauswurz oder eine Blumenwiese

Schattenplätze – Nutzflächen
für Mensch und Tier                                             Muskatellersalbei mit Holzbiene.

mit Wundklee, Glockenblumen, Färberkamille, Kartäuser-           Die trotz schlechtem Wetter zahlreich erschienenen Markt-
nelke und Wiesensalbei. Auch Schattenplätze lassen sich in      besucherinnen und -besucher nahmen unsere Anregungen
Nutzflächen für Mensch und Tier umwandeln. Dabei eignet         dankbar an: Bereits nach zwei Stunden war die Hälfte der
sich nicht nur Waldmeister als Bodendecker, sondern auch        Pflanzen verkauft und am Ende blieben von 695 nur noch
die Walderdbeere. An Trockenmauern – wertvolle Lebens-          108 übrig. Auch nach dem Anlass sprachen uns viele Leute
räume für eine Vielzahl von Pflanzen, Reptilien und Insek-      an und teilten uns ihre Freude am Setzen, Gestalten, Gedei-
ten – gedeiht das Zimbelkraut, welches auf Französisch          hen und Betrachten der erworbenen Wildpflanzen mit – ein
«ruine de Rome» heisst. Kaiser Nero baute dieses Kräutlein      grosser Erfolg für den Pflanzenmarkt!
an, und als Rom zerstört wurde, fand man das Mauerzim-
belkraut überall zwischen den Steintrümmern der Stadt.

INSERAT

                                                                                                   FOTO Esther Sonderegger

                                                                      IZABELA,
                                                                      BUNTSTIFT
                                                                      Auffällig kreativ. Unsere
                                                                      Lernende. Weil wir
                                                                      einfach mehr können.

   EAG_Inserat_178_56_5mm.indd 1                                                                                16.05.19 07:55
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Naturschutzgebiet Dellgrube in
Magden aufgewertet
                                            Die Dellgrube ist eine ehemalige Mergelgrube, die seit rund
                                            20 Jahren dem Naturschutzverein Magden und BirdLife Aar-
                                            gau gehört. Amphibien, Reptilien und Insekten zu fördern, ist
                                            hier prioritär. Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung
                                            umweltengAGement liessen sich nun diverse Aufwertungs-
                                            massnahmen realisieren. Text: Stephen Skillman, Michael Schaub, NV Magden

In der Dellgrube kommen vier Amphibienarten vor: Gras-           Käferlarven zu dezimieren. Da es in der Dellgrube mehrere
frosch, Erdkröte, Bergmolch sowie Geburtshelferkröte. Um         Weiher gibt, die nicht trocken fallen, sind diese Insektenar-
diese zu fördern, liess der Naturschutzverein Magden in der      ten in ihrem Bestand nicht gefährdet, und das Trockenlegen
Vergangenheit mehrere Weiher verschiedener Grösse                eines Teiches ist eine vertretbare Massnahme. Wir erhoffen
bauen und erstellte einen stattlichen Haufen aus den Bruch-      uns davon, dass die Überlebenschancen der Kaulquappen
steinen des abgerissenen Gemeindehauses. Auch eine von
der Pfadi errichtete Bruchsteinmauer bereichert die Grube.
Neben einigen spärlich bewachsenen Mergelflächen sind
diese Elemente wichtig für die Geburtshelferkröte, die spe-
ziell im Fokus der Naturschutzarbeit unseres Vereins steht.
Die Population ist mit etwa fünf Rufern zwar stabil, aber re-
lativ klein und deshalb verletzlich. Um die Art effizienter zu
fördern, beschlossen wir im Vorstand, einen weiteren grö-
sseren Teich zu bauen sowie den Landlebensraum für die
Kröte zu verbessern.

Ein ablassbarer Teich als neues Laichgewasser
Für diese Massnahmen nahmen wir die Hilfe von Christophe
Berney, einem ausgewiesenen Amphibien- und Reptilien-
fachmann, in Anspruch. Er beriet uns und koordinierte die
Ausführung der Arbeiten. Der neue Teich wurde mit einer
Kautschukfolie abgedichtet. Ein angeschlossenes Abflussrohr
mit einem Schieber ermöglicht es, das Wasser des Weihers         Die Geburtshelferkröten verstecken sich gerne unter Steinen. Die Männchen
                                                                 tragen die Eier auf ihrem Rücken, bis sie diese zum Schlupfzeitpunkt ins
                                                                 Wasser absetzen.
Die Teichpflege wird einfacher
                                                                 und somit der Bestand der Geburtshelferkröten zunimmt.
periodisch abzulassen. Dies bietet viele Vorteile. Zunächst       Es ist vorgesehen, den Teich im Herbst abzulassen, sodass
einmal ist die Pflege deutlich einfacher, denn im trockenen      er sich durch Niederschläge im Laufe des Winters wieder
Teich lassen sich Wasserpflanzen leicht entfernen. Auch ein-     natürlich füllt. Ob wir den Teich in jedem Jahr ablassen, wis-
gewanderte, unerwünschte Fische können so schnell wieder         sen wir noch nicht: dies werden die Erfahrungen mit der
herausgeholt werden. Ausserdem erlaubt das periodische Ab-       Zeit zeigen.
lassen des Wassers, Kaulquappenräuber wie Libellen- und
milan 3 | 2019                                                                                       AKTUELLES / AUS DEN SEKTIONEN                      19

Vorher: Blick auf den bereits existierenden grossen Teich und zwei kleinere Tümpel.

Nachher: Der fertiggestellte neue Teich ist bereits zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Die Abbruchkante und die Unterschlüpfe sind am rechten Bildrand zu sehen.
20     AKTUELLES / AUS DEN SEKTIONEN                                                                                    milan 3 | 2019

Zwei Fliegen auf einen Schlag                                        insgesamt fünf verschiedene Wildpflanzensamenmischungen
Bevor der Naturschutzverein die Grube vor rund 20 Jahren             angesät. So entstehen in den nächsten Jahren hoffentlich
erwarb, wurde sie teilweise aufgefüllt. Diese aufgeschüttete         eine artenreiche Wiese und mehrere Ruderalstandorte.
Oberfläche war uneben, mit Steinen durchsetzt und nur mit
grosser Mühe pflegbar. Im Zuge des Weiherbaus liessen wir            Die Umgebung muss stimmen
sie deshalb mit dem ohnehin im Einsatz stehenden Raupen-             Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Ge-
bagger planieren, mit der Absicht, sie später mit einem Bal-         burtshelferkröten grosse Ansprüche an den Landlebensraum
kenmäher zu bewirtschaften. Im Frühling wurden darauf                stellen, bei den Laichgewässern jedoch weniger wählerisch
                                                                     sind. Deshalb optimierten wir die Umgebung der Weiher
                                                                     noch weiter, die in der Grube an sich schon günstig war. Wir
                                                                     erstellten in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Teiches
                                                                     eine steile Abbruchkante, die weitgehend vegetationsfrei
                                                                     bleiben dürfte und sich als Grabhabitat für die Geburtshel-
                                                                     ferkröte, auch Glögglifrosch genannt, eignet. Mit Steinen und
                                                                     Wurzelstöcken schufen wir zusätzliche Versteckmöglichkeiten.
                                                                     Innerhalb der neu planierten und angesäten Fläche bauten

                                                                     Holzhaufen für Glögglifrosch
                                                                     und Zauneidechse
                                                                     wir ausserdem eine Reihe von Holzhaufen. Diese dienen dem
                                                                     Glögglifrosch ebenfalls als Unterschlupf in der unmittelbaren
                                                                     Nachbarschaft zur neu angesäten Wiese. Die Zauneidechse
                                                                     kann die Holzhaufen zudem als Sonnplatz nutzen.
                                                                       Die Kosten für all diese Massnahmen konnte der Verein
Der Vorstand des NV Magden und die Stiftung für umweltengAGement
                                                                     nicht alleine tragen. Wir waren deshalb sehr froh, dass die
besuchen das Gelände. Die Holzhaufen sind im Vordergrund sichtbar.
                                                                     Stiftung für umweltengAGement den grössten Teil des Be-
                                                                     trags beisteuerte. Dies wurde bei einem köstlichen Apéro
                                                                     auch gebührend gefeiert. Nun hoffen wir, dass Geburtshel-
                                                                     ferkröte und Co. von den Aufwertungsmassnahmen profitie-
                                                                     ren werden. Die Rufe des Glögglifroschs, die wir anlässlich
                                                                     der Einweihungsfeier vernahmen, dürfen sicherlich als gutes
                                                                     Omen gedeutet werden.

Ansähen der planierten Flächen im Mai mit fünf verschiedenen
Samenmischungen.

MEHR INFORMATIONEN www.naturschutz-magden.ch
FOTOS BEITRAG Steve Skillman
milan 3 | 2019                                                                         AKTUELLES / AUS DEN SEKTIONEN          21

Gemeinsam macht es mehr Spass!
                                              Die beiden Natur- und Vogelschutzvereine von Suhr und Un-
                                              terentfelden führen seit Jahren einen gemeinsamen Arbeits-
                                              einsatz durch. Das Ziel ist die Pflege des Naturschutzgebietes
                                              in der Brüelmatte. Wie beliebt dieser Anlass ist, zeigt sich an
                                              den vielen Teilnehmenden. Wichtig für die Helfenden ist ein
                                              sichtbares Ergebnis für die Natur und das anschliessende ge-
                                              mütliche Beisammensein. Text: Thomas Hersche, Präsident NVV Unterentfelden

Der jeweils Mitte März stattfindende Ar-      Gränichen, führte ins Thema ein. Die gut     auch, dass diese Räuber bedingt durch
beitstag entstand als Pflegeeinsatz für die   zwei Dutzend Freiwilligen erfuhren von       die Tageslänge und die Aussentempe-
Aufforstung bei der Holzbrücke über die       ihr viel Wissenswertes zu diesen putzi-      ratur ihr Fell wechseln können: Ende
Suhre. Diese Aufforstung wiederum war         gen Tierchen. Bei uns sind zwei Arten        Februar, Anfang März ändert die Farbe
eine Ersatzmassnahme für den Bau der          heimisch: das Hermelin, auch Grosses         von weiss auf braun.
Suhrentalstrasse. Der NVV Unterentfel-        Wiesel genannt, und das Maus- oder             Die Brüelmatte ist für die Wiesel ge-
den und der NVV Suhr pflegen dort seit-       Kleine Wiesel. Die Mauswiesel, die kaum      radezu prädestiniert: Das Nahrungsan-
her gemeinsam nicht nur den Waldrand,         grösser als eine Wühlmaus sind, haben        gebot ist äusserst reichhaltig und mit
sondern betreuen und werten auch das          einen langgestreckten Körper und ver-        den vielen Hecken, Altgrasstreifen und
Naturschutzgebiet Brüelmatte im Nah-          fügen kaum über Fettreserven. Die            Krautsäumen ist die Deckung optimal
erholungsgebiet zwischen Suhr und Un-         Folge davon ist, dass sie das ganze Jahr     für diese weltweit kleinsten Raubtiere.
terentfelden auf. Ein warmes Zvieri, das      hindurch viel fressen müssen. Pro Tag        Gemeinsam bauten die Helferinnen
abwechslungsweise von den beiden Ver-         verschlingt das Wiesel ein bis zwei          und Helfer zwei Burgen, die dem Wie-
einen organisiert wird, bildet jeweils den    Mäuse, mehrheitlich Scher- und Feld-         sel Unterschlupf und ein Nest für den
gemütlichen Abschluss des Pflegetags.         mäuse. Würde es Fett ansetzen, wäre          Nachwuchs bieten. Trotz beginnen-
  Dieser vereins- und gemeindeüber-           seine Jagdstrategie in Gefahr; das Wiesel    dem Regen waren am Ende alle stolz
greifende Arbeitseinsatz ist seit vielen      jagt in den Gängen der Mäuse, weshalb        auf das erreichte Resultat.
Jahren Tradition. Einerseits können           es nicht dick werden darf! Interessant ist
Kontakte über die Vereinsgrenze hin-
aus geknüpft werden, andererseits wird
anschaulich vor Augen geführt, dass
die Natur keine Grenzen kennt. Zudem
ist es motivierender, in einer grossen
Gruppe mit Gleichgesinnten für die
und in der Natur zu arbeiten.

Das Wiesel vertilgt täglich ein bis zwei
Mäuse
Befriedigend ist ein Arbeitseinsatz vor
allem dann, wenn nach getaner Arbeit
ein sichtbares Resultat vorliegt – zum
Beispiel eine Wieselburg, deren Bau
dieses Jahr im Zentrum stand. Cristina
Boschi, die Geschäftsführerin der Stif-                                                                     Foto Thomas Hersche
tung WIN Wieselnetz und Vorstandsmit-
glied des Natur- und Vogelschutzvereins       So gross ist die fertige Wieselburg.
22     AKTUELLES / AUS DEN SEKTIONEN                                                                                   milan 3 | 2019

Der Naturverein Herznach-Ueken an
der Gewerbe Arena

                                             Nebst Gewerbetreibenden und Verpflegungsbetrieben wagte sich
                                             dieses Jahr erstmals auch der Naturverein Herznach-Ueken mit
                                             einem eigenen Stand an die Gewerbeausstellung – mit Erfolg!
                                             Text: Ignazius Schmid, Aktuar Naturverein Herznach-Ueken

Die Gewerbe Arena Herznach fand dieses Jahr vom 17. bis                  schöne Blütenpflanzen wachsen, darunter sogar eine Orchi-
19. Mai statt. Inmitten von 50 teilnehmenden Unternehmen                 dee, die Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum);
war erstmals auch der Naturverein Herznach-Ueken (NVHU)              •   der Experte P. Landert aus Basel im Gebiet Fondle in
vertreten. Sein Stand hatte einiges zu bieten: Nebst vielfälti-          einer Stunde mehr als 25 verschiedene Schneckenarten
gem Informationsmaterial gab es beispielsweise auch kleine               findet (in der ganzen Nordwestschweiz kommen ca. 130
Wildbienenhotels und Nistkästen für Vögel. Das Hauptange-                Arten vor);
bot aber war besonders attraktiv: total neun verschiedene            •   die Geburtshelferkröte (Glögglifrosch) auch in Herznach
zweistündige Exkursionen und ein Vortrag über Biodiversi-                heimisch ist;
tät, die man während des Ausstellungswochenendes gratis              •   man rund um das Gemeindehaus in Ueken gegen 20 ver-
besuchen konnte.                                                         schiedene Singvögel hören und zum Teil sehen kann,
                                                                         und mit Feldstecher oder Fernrohr temporär junge Grau-
  Folgende Exkursionen standen zur Auswahl:                              reiher in ihren Nestern beobachtet werden können;
  Am 17.05. Wald / Fledermäuse                                       •   auf dem Hundrai der sehr seltene Gelbringfalter auf Nek-
  Am 18.05. Vögel in Herznach / Botanik / Schnecken /                    tarsuche geht, inmitten einer Vielzahl von Orchideen?
             Geburtshelferkröte
  Am 19.05. Vögel in Ueken / Orchideen / Schmetterlinge               Die Exkursionsteilnehmer waren alle sehr begeistert. Einige
                                                                     schrieben sich gleich als neue Vereinsmitglieder ein.
  Dank des günstigen Wetters konnten alle Exkursionen mit bis
zu 13 Personen durchgeführt werden. Sehr versierte Kenner ih-
                                                                     Lebendige Überraschung am
res Fachgebietes leiteten jeweils die Gruppen. Alle während den
Exkursionen angetroffenen Spezies wurden notiert, zum Teil           Blumenstrauss
auch fotografiert. Diese Unterlagen bilden die Basis für ein lo-
kales Artenverzeichnis. Der Verein fand ausserdem für jede Ex-        Zum Schluss noch ein hübsches Detail: Am Sonntagmorgen
kursion einen Sponsor, der die anfallenden Kosten übernahm.          hing am Blumenstrauss, der den NVHU-Stand zierte, ein Lin-
                                                                     denschwärmer (Mimas tiliae). Er war offensichtlich eben aus
Einige Besonderheiten, auf die man während den Exkursi-              seinem Kokon geschlüpft, denn seine Flügel waren noch
onen stiess                                                          eingerollt. Langsam pumpte er diese auf, liess sie trocknen
Wussten Sie, dass …                                                  und zeigte sich dann in wahrer Pracht.
• im Waldgebiet Sarbe in Herznach eine Gruppe stattlicher             Der NVHU wertet das als gutes Omen für seine weitere
  Mammutbäume steht;                                                 Tätigkeit. Er dankt allen Sponsoren und hofft auf die Mit-
• es auch in Herznach einige Zwergfledermäuse gibt;                  hilfe der Bevölkerung bei den Bestrebungen, die noch vor-
• sich im Gebiet Buech ein Habicht minutenlang im Flug               handene Biodiversität zu bewahren und wo möglich zu
  zeigen kann;                                                       vergrössern.
• direkt an der Strasse auf den Rai über 40 verschiedene
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