Bilingualer Kindergarten Flohkiste Pädagogische Konzeption - Wir machen Kinder stark für das Leben

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Bilingualer Kindergarten Flohkiste Pädagogische Konzeption - Wir machen Kinder stark für das Leben
Bilingualer Kindergarten
        Flohkiste

              Deutsch - Englisch

Wir machen Kinder stark für das Leben

Pädagogische Konzeption

     Gemeindekindergarten Flohkiste 2020/2021
                     Seite 1
Bilingualer Kindergarten Flohkiste Pädagogische Konzeption - Wir machen Kinder stark für das Leben
Pädagogische Konzeption
            des bilingualen
         Gemeindekindergartens
               Flohkiste
                             Einrichtung:

             Bilingualer Gemeindekindergarten Flohkiste
                          Wildmoosstraße 32
                           82194 Gröbenzell
                         Telefon 08142/54830
                         Fax 08142/6503829
                   E-Mail: flohkiste@groebenzell.de
              Homepage: www.flohkiste-groebenzell.de

Leitung der Kindertageseinrichtung: Renate Guth, Dipl. Sozialpädagogin
                                 (FH)

                                Träger:

                        Gemeinde Gröbenzell
                         Danziger Straße 23
                          82194 Gröbenzell
               Telefon 08142/505 -251 oder 505 -239
               E-Mail: brigitte.gegner@groebenzell.de
                    grit.werner@groebenzell.de
                  Homepage: www.groebenzell.de

Trägervertreterinnen: Brigitte Gegner und Grit Werner (Kinderbetreuung)

                             Impressum:

          Herausgeber: Gemeindekindergarten Flohkiste
   Redaktion und damit verantwortlich im Sinne des Presserechts
         (V.i.S.d.P.): Erster Bürgermeister Martin Schäfer

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Vorwort des Ersten Bürgermeisters

Leitlinien der Gemeinde

INHALTSVERZEICHNIS                                                     Seite

1. Unser Leitbild – unsere Visionen                                        7
   1.1. Wir sind offen für Kinder und Eltern
   1.2. Unser Teamleitbild
   1.3. Unser Beitrag zur Gesellschaft

2. Beschreibung der Einrichtung                                         8-11
   2.1. Entstehung der Einrichtung
   2.2. Räumlichkeiten und Ausstattung
   2.3. Öffnungszeiten und Gruppenstärke
   2.4. Ferienzeitenregelung
   2.5. Besuchsgebühren
   2.6. Essen
   2.7. Personelle Besetzung

3. Zusammenarbeit im Team                                              12-13

4. Elternarbeit                                                           14

5. Die Rechte der Kinder                                               15-16

6. Pädagogische Ziele – Handeln                                         17-29
   6.1. Selbstwertgefühl und Selbstverantwortung
   6.2. Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen
   6.3. Umgang mit individuellen Unterschieden und Vielfalt
         - Kinder verschiedenen Alters
         - Geschlechtersensible Erziehung
         - Interkulturelle Erziehung
         - Kinder mit erhöhtem Entwicklungsrisiko und (drohender Behinderung)
         - Kinder mit Hochbegabung
   6.4. Musikalische Erziehung
   6.5. Sprachförderung (Förderschwerpunkt)
   6.6. Bewegungserziehung (Motorik, Rhythmik)
   6.7. Gesundheitserziehung und –pflege
   6.8. Umwelterziehung
   6.9. Sinnesschulung (ästhetische Elementarerziehung)
   6.10. Ethische Bildung und Philosophie

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6.11    Kreativitätsförderung
  6.12.   Medienerziehung
  6.13.   Kognitive Fähigkeiten und Philosophieren
  6.14.   Lernmethodische Kompetenz
  6.15.   Mathematische Bildung
  6.16.   Naturwissenschaftliche und technische Bildung

7. Pädagogischer Ansatz                                         30-31
   7.1. Situationsorientierte Arbeit
   7.2. Bilingualer Ansatz nach der Immersionsmethode

8. Schlüsselsituationen                                         32-38
   8.1. Projektarbeit
   8.2. Teilöffnung
   8.3. Tagesablauf
   8.4. Förderung in Kleingruppen
   8.5. Freispiel
   8.6. Eingewöhnungszeit
   8.7. Übergang in die Grundschule
   8.8. Gemeinwesenorientierung

9. Reflexion und Qualitätssicherung                               39

10. Schlusswort                                                   39

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Vorwort des Ersten Bürgermeisters

Heute steht in Gröbenzell in allen Kindertageseinrichtungen ein bedarfsgerechtes
Angebot für die Betreuung unserer Kinder zur Verfügung. Der Weg zu dieser
vorbildlichen Situation mit einer Vielzahl von Trägern (Gemeinde Gröbenzell,
kirchliche, gemeinnützige und private Träger) war sicherlich nicht leicht und mit
einem großen finanziellen Aufwand verbunden.

Dieses breite Angebot an Kindertagesseinrichtungen, ergänzt um die
Mittagsbetreuung an den drei Grundschulen, ist für viele junge Familien ein
entscheidender Grund, in unsere Gartenstadt zu ziehen.

Mit dem ersten bilingualen Kindergarten im Landkreis Fürstenfeldbruck geht die
Gemeinde Gröbenzell seit 2008 einen weiteren Schritt, die bereits hervorragende
Kinderbetreuungssituation weiter zu verbessern. Nicht nur die Anzahl der
Betreuungsplätze, sondern vor allem das pädagogische Angebot für unsere Kinder
ist entscheidend für deren positive Entwicklung.

Eine Fremdsprache praktisch „im Vorbeigehen“ zu erlernen und dafür das nötige
Sprachgefühl zu entwickeln ist das Ziel der Immersionsmethode, die Kindern das
zweisprachige Aufwachsen ermöglicht.

Leitlinien der Gemeinde
Das große Ziel, den Bedarf an Plätzen in Kindertageseinrichtungen zu decken geht
einher mit hohen qualitativen Anforderungen an die pädagogische Arbeit mit den
Kindern.

Orientiert an der Lebenswirklichkeit unserer Kinder in den Familien geben die
ständig fortgeschriebenen Konzepte der einzelnen Einrichtungen die Standards für
eine qualitativ hochwertige Arbeit vor. Gemäß dem Kant´schen Motto

             „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“

geben unsere Kindertageseinrichtungen über Bildung, Erziehung und Betreuung
den Kindern und Eltern viele Anknüpfungspunkte für eine Entwicklung unserer
jüngsten Mitbürgerinnen und Mitbürgern hin zu selbstbewussten, couragierten und
verantwortungsbewussten Menschen.

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Unser Ziel ist es, als kommunale Kindertagesstätte einen Beitrag zu einer
liebenswürdigen und lebendigen Gemeinde zu leisten.
In Bezug auf unseren konkreten Auftrag im Rahmen der Bildung, Erziehung und
Betreuung von Kindern verfolgen wir insbesondere folgende Leitziele:

      -   frühkindliche Bildung orientiert an den hohen Qualitätsstandards des
          Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BayBEP)

      -   ganzheitliche und kindergerechte Betreuung entsprechend den zeitlichen
          Bedürfnissen und Wünschen der Eltern

      -   optimale Betreuungsangebote ausgerichtet an den fachlich-
          pädagogischen Erfordernissen, den Anforderungen von Kindern, Eltern,
          Mitarbeitern/-innen und dem Träger sowie den gesetzlichen Vorgaben.

Um eine hohe Zufriedenheit unserer Eltern und Kinder zu gewährleisten, legen wir
großen Wert auf eine ausführliche Vorabinformation der Eltern über die Konzeption
und das Betreuungsangebot unserer Einrichtung. Denn nur durch die aktive
Mitwirkung der Eltern und Kinder und durch den beidseitigen Austausch können wir
unsere Leitziele gemeinsam verwirklichen.

Aus den Gesprächen heraus gewinnen wir wertvolle Informationen für unsere
tägliche Arbeit und können bei auftretenden Fragen schnell reagieren, sie geben
uns Anlass zur kritischen Reflexion unserer Arbeit.
Diese werden systematisch bearbeitet und dokumentiert, dazu gehört in jedem Fall
eine Rückmeldung an die Eltern.

Zusätzlich wird einmal im Jahr eine anonyme Elternbefragung durch die Einrichtung
durchgeführt, deren Auswertung den Eltern als Aushang im Kindergarten zur
Verfügung gestellt wird.

Für die Umsetzung dieser Ziele sind die Mitarbeiterinnen in ihrem jeweiligen
Aufgabenbereich verantwortlich.

Martin Schäfer
Erster Bürgermeister

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1. Unser Leitbild - unsere Visionen

1.1. Wir sind offen für Kinder und Eltern

Bei uns sind alle Menschen, egal welcher Kultur, Nationalität, sozialer Herkunft
und Lebenssituation herzlich willkommen.

In unserem Haus sollen sich Eltern und Kinder wohlfühlen.

Wir fördern das Gemeinschaftsgefühl, die Individualität, die Neugier und die
Kompetenzen der Kinder.

Wir streben an, Kinder mit unterschiedlichsten Persönlichkeitsmerkmalen (geistig,
seelisch, körperlich) adäquat zu betreuen.

1.2. Unser Teamleitbild

Wir sind ein Team mit hoher Fachkompetenz und verbessern unsere Qualität
ständig durch Fortbildung und Reflexion.

Wir arbeiten im Team gleichberechtigt. Jeder bringt seine Fähigkeiten ein und
erfährt Wertschätzung.

Wir kooperieren mit unserem Träger und werden in unserer Arbeit unterstützt.

1.3. Unser Beitrag zur Gesellschaft

Durch unsere Arbeit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Wir
unterstützen die Familien. Wir vermitteln den Kindern Werte und Orientierung und
legen den Grundstein für mündige Menschen, die sich in unserer globalisierten
Welt gut zurechtfinden. Wir tragen dazu bei, die Integrationsbereitschaft von
Familien zu fördern.

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2. Beschreibung der Einrichtung

2.1. Entstehung der Einrichtung

Aufgrund der rasanten Bevölkerungsentwicklung in den 70er Jahren wurde im
Jahr 1974, unter der Trägerschaft der Gemeinde Gröbenzell, unser Kindergarten
„Flohkiste“ in der Freilandstraße als erste gemeindliche Kindertagesstätte in
Gröbenzell eröffnet. Seit September 2008 arbeiten wir bilingual und sind
anerkanntes Mitglied im Verein für frühe Mehrsprachigkeit an Kindertages-
einrichtungen und Schulen e. V. (FMKS). Im September 2009 sind wir in den
Kindercampus an der Wildmoosstraße umgezogen.

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2.2. Räumlichkeiten und Ausstattung

        Unser Kindergarten ist im ersten Stock des Kindercampus untergebracht. Im
        Erdgeschoss befindet sich eine Kinderkrippe in privater Trägerschaft. Durch eine
        großzügige Eingangshalle gelangt man über eine Holztreppe in unsere modernen
        und lichtdurchfluteten Räume.

        Unser Kindergarten verfügt über zwei großzügige Gruppenräume, zusätzlich
        zwei Intensivräume für Kleingruppenarbeit, einen Mehrzweckraum (Schlaf- und
        Turnraum), ein Büro und einen Personal- bzw. Besprechungsraum, eine Küche,
        ein Kinderbad, einen Materialraum und einen großen Vorraum mit Sinnes-
        parcours, Bällebad und Werkschränken.
Experimentier-Ecke              Gruppenraum Mäuse               Puppenecke

        Beide Gruppenräume werden durch Raumteilverfahren in Kuschelecken,
        Bauecken, Puppenecken, Mal-/Bastelecken, Experimentierecken, Tisch-
        spielbereiche und einen Brotzeitbereich untergliedert.

        Der Mehrzweckraum wird sowohl vom Kindergarten als auch von der Krippe als
        Turnraum genutzt. In der Mittagszeit dient er als Ruheraum für die jüngeren
        Kinder. Den Kindern beider Gruppen stehen alle Räume nach Absprache zur
        Verfügung.

        Unser großflächiger, wunderschön angelegter Garten, den wir fast täglich nutzen,
        bietet den Kindern ausreichend Bewegungsfreiheit und Spielmöglichkeiten:

           Bäume, Sträucher und Pflanzbeete
           ein Baumhaus und Spielhäuschen
           Sitzgruppen
           eine Fahr- und Bewegungsfläche
           einen Wasserspielplatz
           eine Sandbaustelle mit Rutsche
           Reckstangen
           einen großen Sandkasten
           eine Schaukel und eine Vogelnestschaukel
           zwei Fußballtore
           einen Barfußparcours

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2.3. Öffnungszeiten und Gruppenstärke

Unsere Einrichtung besteht aus zwei Gruppen mit jeweils 25 Kindern:

Unser Haus ist Montag bis Donnerstag von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet, am
Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr.

 Bringzeit                  07.30 bis 08.30 Uhr
 Abholzeiten                12.30 Uhr
                            13.15 bis 13.30 Uhr
                            ab 14.15 Uhr gleitend, je
                            nach Buchung
Die pädagogische Kernzeit ist von 8.30 bis 12.30 Uhr.

2.4. Ferienzeitenregelung

In den Schulferien im Herbst, an Fasching, Ostern und Pfingsten bieten wir meist
einen Feriendienst an. In diesen Ferienzeiten können alle Kinder den Kindergarten
besuchen, die vorher in den aushängenden Listen angemeldet wurden. Die
Anmeldungen erleichtern die Personalplanung.

In den Weihnachtsferien und einem Teil der Sommerferien ist der Kindergarten in
der Regel geschlossen.

In den Sommerferien bietet die Gemeinde eine Ferienbetreuung für alle
gemeindlichen Kindergärten an, für die eine separate Anmeldung und Bezahlung
erforderlich ist. Diese Ferienbetreuung findet in einem der drei gemeindlichen
Kindergärten statt.

Der Kindergarten ist höchstens 30 Tage pro Jahr (plus bis zu 5
Teamfortbildungstage) geschlossen. Über die Schließtage werden die Eltern
frühzeitig informiert.

2.5. Besuchsgebühren

Informationen über die aktuellen Gebühren und Kosten, die zu zahlen sind,
können der Satzung über die Erhebung von Benutzungsgebühren für den Besuch
einer gemeindlichen Kindereinrichtung entnommen werden.

Es werden Gebühren für den Besuch des Kindergartens, Spielgeld, Getränkegeld
und bei Buchung Verpflegungsgeld erhoben.

Geschwisterermäßigung wird bei Vorliegen der Voraussetzungen laut Satzung
gewährt.

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2.6. Essen

Die Kinder bringen die Brotzeit für vormittags von zu Hause mit. Wir legen Wert
auf eine gesunde Brotzeit in umweltfreundlicher Verpackung.

Das Mittagessen wird von der Firma Kindermenü König aus München frisch
zubereitet geliefert. Bei der Firma König handelt es sich um einen etablierten
Essensanbieter, der sich auf gesunde Ernährung für Kinder spezialisiert hat.

Der Speiseplan hängt im Eingangsbereich aus.
Den Kindern stehen Getränke wie verschiedene Saftschorlen (ohne Zuckerzusatz)
und Mineralwasser zur Verfügung. Zum Mittagessen und im Garten gibt es
ausschließlich Mineralwasser.

Am Nachmittag schneiden wir für die Kinder Obst frisch auf, das die Eltern in den
Obstkorb legen.

Außerdem werden wir vom Amperhof im Rahmen des Schulobstprogramms mit
Bio-Obst, Gemüse und Milch beliefert.

Das Essen wird als soziales und kommunikatives Beisammensein betrachtet.
Unser Ziel ist, dass die Kinder eine positive Einstellung zum Essen und einen
bewussten Umgang mit Essen entwickeln, sowie eine gute Tischkultur erleben.

2.7. Personelle Besetzung

In unserem Team arbeiten eine Dipl. Sozialpädagogin FH als Leitung, eine
Erzieherin als stellvertretende Leitung, fünf weitere Erzieherinnen, eine
Kinderpflegerin sowie zwei englisch-sprachige Fachkräfte. Unterstützt wird das
pädagogische Personal von zwei Küchenhilfen und bei Bedarf von einer
Springerin.

Die Anforderungen an das pädagogische Personal sind hoch und vielfältig.
Deshalb ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung notwendig. Alle Teammitglieder
nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil, um ihre Arbeit zu reflektieren, sowie
neue Impulse und Fähigkeiten zu erlangen.

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3. Zusammenarbeit im Team
Wir sind wichtige Vorbilder für die Kinder. Unser Verhalten und Umgang
miteinander prägt die Atmosphäre der Einrichtung.

Einer für alle und alle für einen

Wir arbeiten im Team selbstverantwortlich.

Das bedeutet für uns Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit, Konfliktfähigkeit und die
Bereitschaft, dazu zu lernen.

Wir erreichen dies, indem jeder über sein Tun und Handeln nachdenkt,
Anforderungen erkennt und Verantwortung übernimmt. Wertschätzung gegenüber
der Arbeitsleistung des anderen und Pflichtbewusstsein sind für uns
Voraussetzungen für Selbstverantwortung.

Unseren Erfolg messen wir an der gut funktionierenden Zusammenarbeit und dem
guten Betriebsklima.

Der Weg ist das Ziel

Wir führen alle Vorschläge, Ideen und Bedenken zu einem gemeinsamen,
tragbaren Ergebnis.

Das bedeutet für uns ein intensives Auseinandersetzen mit dem Thema und
gemeinsam hinter den Beschlüssen zu stehen.

Wir erreichen dies durch Diskussionen, Offenheit und Konsensfähigkeit.

Unseren Erfolg messen wir an unserer Identifikation mit der Einrichtung.

Gemeinsam sind wir stark

Bei uns wird jeder in seiner Einzigartigkeit angenommen.

Das bedeutet für uns einen respektvollen Umgang miteinander, gegenseitige
Unterstützung und Rücksichtnahme.

Wir erreichen dies durch gemeinsame Ziele, Aufgeschlossenheit und
Hilfsbereitschaft.

Unseren Erfolg messen wir an einem guten Vertrauensverhältnis.

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Wir arbeiten Hand in Hand

                                              Jeder bringt sich eigenständig und
                                              verantwortungsvoll nach seinen
                                              Fähigkeiten und seiner Arbeitszeit
                                              ein.

                                              Das bedeutet für uns: ein
                                              reibungsloser Ablauf des
                                              Kindergartenalltags schafft eine
                                              vertrauensvolle Basis
                                              untereinander und sorgt für einen
                                              besseren Überblick.

Wir erreichen dies durch genaue Absprachen untereinander und demokratisches
Verteilen von Aufgaben.

Unseren Erfolg messen wir an der Zufriedenheit der Mitarbeiter/-innen, der
effizienten Zusammenarbeit und der Bereitschaft, auch Aufgaben anderer zu
übernehmen.

Wir ziehen alle an einem Strang

Jeder von uns ist ein gleichberechtigtes Mitglied im Team.

Das bedeutet für uns, sich als Teil des Teams zu fühlen, uns aktiv einzubringen
und die Persönlichkeit des anderen zu akzeptieren.

Wir erreichen dies durch Achtung voreinander, Zuhören und Ausreden lassen und
einen regelmäßigen Informationsaustausch.

Unseren Erfolg messen wir am Mitspracherecht in allen Belangen, am offenen
Einbringen der eigenen Meinung und am übereinstimmenden Zusammenhalt.

Wir lösen unsere Konflikte konstruktiv

Jeder sagt offen seine Meinung und alle gehen respektvoll miteinander um.

Das bedeutet für uns Probleme anzusprechen, den eigenen Standpunkt zu
vertreten, aber auch die Sichtweise anderer ernst zu nehmen.

Wir erreichen dies durch offenen Umgang miteinander, Kompromissbereitschaft,
Zuhören und Reflexion des eigenen Verhaltens.

Unseren Erfolg messen wir an guter Zusammenarbeit und geklärten Situationen.

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4. Elternarbeit
Bei der Elternarbeit ist uns besonders wichtig, mit den Eltern eine Bildungs- und
Erziehungspartnerschaft einzugehen und die Eltern gut zu informieren. Ein
stimmiger Informationsaustausch sorgt für ein gutes Klima innerhalb des
Kindergartens und macht es möglich, in Erziehungsfragen an einem Strang zu
ziehen.

Der Informationsfluss beginnt bereits mit der veröffentlichten Konzeption, mit dem
ausliegenden Flyer, der Homepage und den Infoveranstaltungen vor der
Anmeldung. Hier können sich die Eltern über unser Haus und unsere Arbeitsweise
informieren. Beim ersten Elternabend für die Eltern der neu aufgenommenen
Kinder können alle bis dahin noch ungeklärten Fragen gestellt werden. Im
laufenden Kita-Jahr finden verschiedene Elternveranstaltungen statt, wie z. B. ein
Gruppenelternabend oder themenorientierte Elternabende (Freispiel,
Schulfähigkeit, Sprachentwicklung oder Verkehrserziehung), die teilweise von
Referenten gehalten werden.

Um pädagogisch möglichst optimal arbeiten zu können, ist für uns die gegen-
seitige Information über das Kind sehr wichtig. Aus diesem Grund finden diverse
Entwicklungsgespräche statt. Diese werden terminlich vorher vereinbart.
Während der Bring- und Abholzeit stehen wir den Eltern selbstverständlich zu
einem kurzen Gespräch zur Verfügung.

Es besteht die Möglichkeit zu Hospitationen, um den Eltern einen tieferen Einblick
in unsere pädagogische Arbeit zu geben. Hospitation bedeutet für uns, dass die
Eltern für einen vereinbarten Zeitraum in die Gruppe kommen und ihr Kind
beobachten. Anschließend findet am gleichen Tag ein Reflexionsgespräch statt.
So machen wir unsere Arbeit transparent.

Um Rückmeldung über die Qualität unserer Arbeit zu bekommen und die
Wünsche und Bedürfnisse der Eltern zu erfahren und möglichst zu
berücksichtigen, führen wir regelmäßig anonyme Elternbefragungen durch.
Häufig bringen Eltern ihre Ideen und Fähigkeiten in den Kindergartenalltag ein wie
z. B. Eltern erzählen im Morgenkreis von Ihrem Herkunftsland, singen, basteln und
backen mit den Kindern und vieles mehr.

Die Eltern, die sich im Kindergarten gerne intensiv einbringen wollen, können sich
auch als Mitglied des Elternbeirats betätigen. Der Elternbeirat unterstützt die
Zusammenarbeit zwischen Träger, Einrichtung und Eltern. Der Elternbeirat hat
eine beratende Funktion und wird von Träger und Kindergartenleitung informiert
und gehört, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden. Er wird durch die
Eltern des Kindergartens gewählt.

In unserem Haus finden übers Jahr verteilt verschiedene Projektgruppen und
Bastelaktionen statt, bei denen die Mitarbeit der Eltern benötigt wird.

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5. Die Rechte der Kinder
Im November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten
Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Alle Kinder der Welt
erhielten damit verbriefte Rechte – auf Überleben, Entwicklung, Schutz und
Beteiligung. Die Kinderrechtskonvention formuliert weltweit gültige Grundwerte im
Umgang mit Kindern über alle sozialen, kulturellen, ethischen oder religiösen
Unterschiede hinweg. Sie fordert die Sicht auf Kinder als eigenständige
Persönlichkeiten.

In unserem Kindergarten haben die Kinder das
Recht…
                           ...Gefühle zu zeigen

…ihre Bewegungsfreude auszuleben

                  …mit allen Sinnen zu erleben und zu entdecken

                                …auf individuelle Förderung

                … auf Annahme ihrer individuellen Persönlichkeit

                       …auf Beachtung und liebevolle Zuwendung

                                   …Mehrsprachigkeit zu erleben

                        … ernst genommen zu werden

…auf Hilfe und Unterstützung

                          …ein Teil der Gemeinschaft zu sein

                                        …auf Spaß und Lebensfreude

Zur Sicherung der Rechte der Kinder haben wir alle eine wertschätzende und
aufmerksame Haltung. Wir sind Vertrauenspersonen für die Kinder und haben ein
offenes Ohr und ein wachsames Auge für alle ihr Anliegen, Kritik und Nöte. Die
Kinder bestimmen selbst, an wen sie sich mit ihren Anliegen wenden und welchen
Weg sie wählen, ob im persönlichen Gespräch oder auf Papier gebracht.

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Im Eingangsbereich zum Leitungsbüro und Personalzimmer hängt ein
Kinderpostkasten. Dieser Postkasten bietet für die Kinder eine weitere Möglichkeit
sich der Leitung und dem Team mitzuteilen: für Beschwerden, Kummer & Ärger,
Freudiges, Nachrichten, Bilder,… .
Diese Möglichkeiten können die Kinder mit Unterstützung der Eltern oder auch
völlig selbständig nutzen.

Wir ermöglichen den Kindern auch in Alltagssituationen Partizipation. Außerdem
halten wir z.B. Kinderkonferenzen, führen Gespräche im Morgenkreis und arbeiten
mit Gefühlskarten und -büchern.

Unser Ziel ist, dass sich die Kinder zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln,
die demokratisch Erfahrungen machen und aktive Gestalter ihrs Lebensumfeldes
sind.

Im pädagogischen Alltag werden die Erfordernisse des § 8a, SGB VIII,
(Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung) beachtet. Gegebenenfalls behält sich
die Gemeinde Gröbenzell als Träger der Kindertagesstätte Flohkiste vor, das
Jugendamt bei einer Kindeswohlgefährdung mit einzuschalten. Als Kindeswohl-
gefährdung gelten folgende Erscheinungsformen: körperliche und seelische
Vernachlässigung, seelische und körperliche Misshandlung, körperliche und
sexuelle Gewalt.

Zwischen dem Träger, der Gemeinde Gröbenzell, und dem Amt für Jugend und
Familie gibt es eine schriftliche Vereinbarung, um der angemessenen Umsetzung
des Schutzauftrags gerecht zu werden. Zur professionellen Umsetzung wurden
Handlungsschritte erarbeitet und schriftlich festgelegt. Außerdem arbeitet das
Team an der Erstellung eines Kinderschutzkonzeptes.

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6. Pädagogische Ziele – Handeln
               WIR MACHEN KINDER STARK FÜR DAS LEBEN

Gesetzliche Grundlage unserer pädagogischen Arbeit sind das Bayerische Kinder-
bildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG), die dazugehörigen Ausführungs-
verordnungen (AVBayKiBiG) sowie der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan
für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung (BayBEP) sowie das Kinder-
und Jugendhilfegesetz.

6.1. Selbstwertgefühl und Selbstverantwortung

Die Kinder handeln selbstbewusst und selbständig und können Entscheidungen
treffen.
Sie entwickeln ihre eigene Persönlichkeit und übernehmen Verantwortung für sich
und andere.

Wir achten die Kinder als eigenständige Persönlichkeiten, begleiten und
unterstützen sie in diesem Prozess.

Wir arbeiten gruppenübergreifend und beziehen die Kinder bei Entscheidungen,
z.B. in Kinderkonferenzen und Gruppengesprächen ein.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die eine eigene Meinung haben und diese
selbstbewusst vertreten.

6.2. Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen

Die Kinder entwickeln soziales Denken und Handeln.

Das bedeutet,
 dass die Kinder die Bedürfnisse und Gefühle anderer, aber auch die eigenen
  wahrnehmen.
 dass die Kinder Freundschaften schließen und lernen aufeinander Rücksicht
  zu nehmen.
 dass die Kinder Konflikte eigenständig lösen, sich in ihrer Individualität
  angenommen und in der Gruppe wohl fühlen.
 dass die Kinder sich schwierigen Situationen stellen und sie bewältigen
  (Resilienz).

Durch unsere Vorbildfunktion, positives Verstärken, Vertrauen in die kindliche
Kompetenz, Einfühlungsvermögen und ausreichend Raum für Freispiel
unterstützen wir die Kinder. Damit die Kinder lernen mit den vorhandenen

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                                    Seite 17
Materialien verantwortungsvoll umzugehen, zu teilen und sich zu arrangieren,
sollen die Kinder ihre persönlichen Spielsachen (außer Bücher und Kuscheltiere)
zu Hause lassen.

Unseren Erfolg messen wir durch die Beobachtung der Kinder im
Kindergartenalltag, an ihrem Umgang miteinander und der eigenständigen
Bewältigung von schwierigen Situationen.

6.3. Umgang mit individuellen Unterschieden und Vielfalt

Die Individualität der Gruppenmitglieder bietet den Kindern ein weites Feld
vielseitiger Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten.

Wir nehmen jedes Kind in seiner Individualität wahr und schätzen diese.
Entsprechend ihrem Alter und ihrer Entwicklung fördern wir sie.

Wir leben Offenheit und Toleranz und fördern die Kinder in Kleingruppen.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die offen und tolerant auf andere zugehen
und ihrer Entwicklung entsprechend Fortschritte machen.

- Kinder verschiedenen Alters

Unsere Einrichtung besuchen Kinder ab 3 Jahren bis zum Schuleintritt. Die Kinder
lernen im Austausch mit Älteren bzw. Jüngeren das Zusammenleben in der
Gruppe.

Die Jüngeren lernen von den Älteren und die Älteren lernen von den Jüngeren.

Das erfordert Verständnis füreinander und gegenseitiges Helfen.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die Rücksicht aufeinander nehmen, sich
unterstützen und voneinander lernen.

- Geschlechtersensible Erziehung

Die Kinder entwickeln eine eigene Geschlechtsidentität, mit der sie sich sicher und
wohl fühlen durch Wahrnehmung und Interaktion.

Unterschiedliches Spielmaterial und -angebote und die kritische Auseinander-
setzung mit geschlechterspezifischen Normen, Werten, Traditionen und Ideologien
unterstützen sie dabei.

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Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die die Unterschiede zwischen den
Geschlechtern wertschätzen und sich in ihrer Geschlechterrolle wohl fühlen.

- Interkulturelle Erziehung

Die Aufgeschlossenheit anderen Kulturen gegenüber ist für unsere Gemeinschaft
wichtig.

Wir begegnen anderen Kulturen wertfrei und weltoffen.

Das erreichen wir durch:

 unser bilinguales Konzept (zweisprachige Literatur und Spielmaterial,
  zweisprachiges Personal)
 zweisprachige, gezielte Angebote in Deutsch und Englisch
 das Erleben des Alltags in zwei Sprachen
 den Austausch mit anderen Kulturen
 Informationen geben und die Neugierde der Kinder wecken
 unser Selbstverständnis und eigenes Vorleben

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die offen auf andere zugehen und Spaß
daran haben, mit Sprachen umzugehen.

- Kinder mit erhöhtem Entwicklungsrisiko und (drohende) Behinderung)
Die Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit. Dabei
unterscheidet sich jedes Kind durch seine Persönlichkeit und individuelle
Entwicklung von den anderen Kindern. Um auf die individuellen Unterschiede der
Kinder einzugehen machen wir differenzierte Bildungsangebote. Diese
entsprechen der sozialen, kognitiven, emotionalen und körperlichen Entwicklung
der Kinder und sollen sie weder über- noch unterfordern.

Die Beobachtung der Lern- und Entwicklungsprozesse bildet eine wesentliche
Grundlage für unser pädagogisches Handeln.

Kinder, die in ihren körperlichen Funktionen, ihrer geistigen Fähigkeit oder ihrer
seelischen Gesundheit längerfristig beeinträchtigt sind und deutlich vom
Entwicklungsstand, der für ihr Lebensalter typisch ist, abweichen, haben einen
Anspruch auf Eingliederungshilfe.

Die Umsetzung eines integrativen Konzeptes von Bildung, Erziehung und
Betreuung für Risikokinder oder Kinder mit (drohender) Behinderung macht eine
enge Kooperation mit anderen Hilfssystemen notwendig (z.B. Jugendhilfe,
Kinderhilfe, Förderschulen). Es ist wichtig einen angemessenen Rahmen zu
schaffen, damit alle Beteiligten, das, die Gruppe und das Personal, den
Integrationsprozess gut umsetzen und begleiten können.

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                                    Seite 19
In unserer Regeleinrichtung bestehen, auch wenn ein Kind nach einer gewissen
Zeit den erhöhten Förderungsfaktor bekommt, die Gruppengrößen von 25 Kinder
weiter, im darauffolgendem Jahr werden es dann 23 Kinder. Das stellt häufig für
Kinder mit erhöhtem Förderbedarf eine Reizüberflutung oder Überforderung dar.

So bleibt es für uns und die Eltern abzuwägen, wo eine geeignete Förderung
stattfinden kann, bei uns, in einem Integrationskindergarten oder einer
heilpädagogischen Tagesstätte und gegebenenfalls die entsprechenden Kontakte
zu knüpfen.

- Kinder mit Hochbegabung

Durch Beobachtungen lassen sich frühzeitig Anzeichen für Hochbegabung
erkennen. Diese teilen wir den Eltern mit, damit z. B. in der Beratungsstelle für
Hochbegabte oder in anderen speziell qualifizierten Fachdiensten eine Diagnose
erstellt werden kann und sich die Eltern individuell beraten lassen können.

Auch hochbegabte Kinder dürfen weder über- noch unterfordert werden. Sie
benötigen eine ganzheitliche Unterstützung. Für hochbegabte Kinder ist die
Integration in eine Regelgruppe wichtig, sie brauchen ganzheitliche Lernprozesse,
um ein Gleichgewicht zu finden zwischen den unterschiedlich weit entwickelten
Bereichen (z. B. kognitiv und sozial-emotional). Auftretenden
Verhaltensauffälligkeiten und sozialen Problemen begegnen wir individuell.

Wir unterstützen die Kinder darin, ihre Hochbegabung zur Entfaltung zu bringen.
Mit den Eltern klären wir ab, welche zusätzlichen Lernangebote außerhalb des
Kindergartens erschlossen werden können (z. B. Erlernen eines Instruments). Die
Möglichkeit einer vorzeitigen Einschulung wird mit den Eltern und der Schule
abgeklärt.

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                                    Seite 20
6.4. Musikalische Erziehung

Die Kinder entwickeln und entdecken ein Gehör für die Tonvielfalt von Musik und
verschiedenen Sprachen.

Wir fördern das Rhythmusgefühl der Kinder und motivieren sie, neue Instrumente
und Musikrichtungen kennen zu lernen.

Das erreichen wir durch:

      die Möglichkeit, den Klang und die Melodie zweier Sprachen zu entdecken
      durch Ermutigung Neues auszuprobieren
      Klatsch- und Rhythmusspiele
      Liedangebote in beiden Sprachen
      Einsetzen von Orff-Instrumenten
      Experimentieren mit und Herstellen von Instrumenten
      gezieltes Einsetzen von Musikmedien

Unser Kindergarten hat am Projekt „Grundton“ teilgenommen. Damit das Projekt
nachhaltig Spuren hinterlässt wurde das Team eingebunden und fortgebildet. Die
Inhalte werden im musikalischen Morgenkreis und im Alltag weiterhin umgesetzt.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die Spaß an Rhythmus, Singen und Musik
haben.

                    Musikinstrumente – immer einsatzbereit

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                                   Seite 21
6.5. Sprachförderung (Förderschwerpunkt)

Kinder finden über die Sprache Verständigungsmöglichkeiten und lernen, sich
verbal auszudrücken und mitzuteilen. Deshalb hat die Sprachförderung bei uns
einen hohen Stellenwert. Die Basis dazu ist der sichere Umgang mit der
deutschen Sprache. Dialekte und Redewendungen sind für Kinder spannend und
regen sie dazu an, sich mit ihrer Umgebung und Identität auseinanderzusetzen.

Wir wecken die Neugierde der Kinder auf die deutsche Sprache und andere
Sprachen. Wir ermutigen sie, sich verständlich auszudrücken und fördern ihre
Bereitschaft, den Wortschatz zu erweitern.

Das fördern wir durch:
 Unseren Alltag und gezielte Angebote in zwei Sprachen
 Geschichten, Gespräche, Rollenspiele, Reime, Fingerspiele, Rätsel
 Aufmerksames Zuhören und Ausreden lassen
 Gezielte Förderung der Sprachentwicklung
 Förderung der Vorschulkinder in Anlehnung an das Würzburger
  Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache
 Vorkurs Deutsch für Vorschulkinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit
  Deutsch als Erst- und Zweitsprache, die zusätzlichen Unterstützungsbedarf
  haben. In Zusammenarbeit mit der Grundschule wird ein Ablauf- und
  Kooperationsplan erarbeitet, schriftlich fixiert und entsprechend umgesetzt.
  Die Kinder werden im Kindergarten bereits im vorletzten Jahr vor dem
  regulären Schulbeginn ab Februar entsprechend gefördert. Im Vorschuljahr
  besuchen sie darüber hinaus an bis zu 3 Schulstunden pro Woche den Vorkurs
  Deutsch in der Grundschule.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die Sprachverständnis und
Sprachfertigkeit aufgebaut haben, angstfrei und mit Freude erzählen, Konflikte
verbal lösen können und ein phonologisches Bewusstsein und einen großen
sprachlichen Erfahrungshorizont entwickelt haben.

6.6. Bewegungserziehung (Motorik, Rhythmik)

Wir fördern die Gesundheit der Kinder und unterstützen sie in ihrem Bedürfnis
ihren Körper kennenzulernen, wahrzunehmen und ihren Bewegungsdrang
auszuleben.

Wir bieten ihnen Freiraum und Zeit für Bewegung und motivieren die Kinder sich in
Bewegung auszudrücken.

Regelmäßiges Turnen, Bewegungsspiele, Geländespiele, Tanzen, Bereitstellen
von entsprechendem Spielmaterial, Turngeräten und die Nutzung des gesamten
Raumangebots und des Gartens schaffen reichliche Möglichkeiten dazu.

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Für unsere Midis bieten wir einmal wöchentlich Psychomotorik oder Rhythmik an.

Psychomotorik
Die Kinder experimentieren und spielen mit Alltagsgegenständen (z. B.
Bierdeckel) und/oder Bewegungsmaterial (Seile, Rollbretter), um damit ins
gemeinsame Spiel - ins miteinander Tun – zu kommen.

Rhythmik
Rhythmik verbindet Bewegungs- und Musikpädagogik.
Wir bieten den Kindern den Raum zu experimentieren mit verschiedenen
Materialien wir Reifen, Holzstäben, Sandsäcken, … und improvisieren mit
Musikinstrumenten.
Die Kinder bewegen sich im Raum und erfahren sich als Teil der Gruppe und
deren Dynamik. Dabei machen sie individuelle, persönliche Erfahrungen.

Unseren Erfolg messen wir an den fein- und grobmotorischen Fähigkeiten der
Kinder, an ihrer Ausgeglichenheit und Freude, sich zu bewegen.

6.7. Gesundheitserziehung und –pflege

Damit die Kinder ein gesundes Körperbewusstsein entwickeln, sensibilisieren wir
sie, indem wir auf Hygiene, gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung
achten.

Beispielsweise putzen wir täglich Zähne mit den Kindern. Regelmäßiges
Händewaschen, Turnen, Spaziergänge, zubereiten gesunder Nahrung und
Bewegung in unserem Garten gehören zu unserem Alltag.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die ein gesundes Körperbewusstsein
haben, auf ihren Körper achten und sich gerne bewegen.

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6.8. Umwelterziehung

Die Kinder entwickeln eine Beziehung zu Ihrer Umwelt.

Wir wecken ihr Verständnis für die Zusammenhänge in unserer Umwelt, in dem
wir vorbildhaft mit der Umwelt umgehen und Informationen zu dem Thema
vermitteln und mit den Kindern forschen.

Beispielsweise achten wir auf sparsamen Umgang mit Wasser und Licht,
Müllvermeidung und Mülltrennung und den achtsamen Umgang mit der Natur und
jeder Kreatur. Durch das Forschen und Experimentieren in naturwissenschaft-
lichen Projekten und regelmäßige Waldtage erfahren und erleben sie ihre Umwelt
hautnah.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die die Umwelt schätzen und lieben.

6.9. Sinnesschulung (ästhetische Elementarerziehung)

Die Kinder entwickeln ihre Sinne.

Wir fördern dies, indem wir mit den Kindern turnen, ihnen Sinnes-,
Wahrnehmungs- und Rhythmikspiele anbieten, wie z. B. Bewegungsbaustelle,
Barfußparcours, Tastdomino, Tastlotto, Hörmemory. Wir stellen unterschiedliche
Bastelmaterialien zur Verfügung, kochen gemeinsam und ermöglichen
Naturerfahrungen.

Wir sensibilisieren Kinder für ihre Sinne und helfen ihnen dadurch,
Zusammenhänge besser zu erkennen.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die mit allen Sinnen offen durch das
Leben gehen und ihren Wahrnehmungen vertrauen.

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6.10. Ethische Bildung und Philosophie

Kinder suchen Antworten auf Lebensfragen, die sie verstehen und verarbeiten
wollen. Sie brauchen einen Bezug zu dem, was nicht mess-, wieg- oder zählbar
ist, aber dennoch zum Leben gehört.

Wir orientieren uns an christlichen Werten wie z. B. Nächstenliebe, Toleranz,
Respekt und Rücksichtnahme, die wir vermitteln und vorleben.

Wir bieten dies durch eine Umgebung, die Grundvertrauen schafft. Wir geben
Denkanstöße und Raum für die Auseinandersetzung mit Themen und Fragen, die
die Kinder beschäftigen, sowie ethische Normen und Werte. Wir gehen respektvoll
mit Menschen, Natur und Materialien um.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die sich eigene Gedanken machen, sich
positionieren und ein positives Weltbild entwickeln.

Gemeinschaftswerk – entstanden bei der Einweihungsfeier des Kindercampus

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6.11. Kreativitätsförderung

Die Kinder sind phantasievoll, offen und experimentierfreudig, haben viele Ideen
und setzen diese in verschiedenen Bereichen um.

Das unterstützen wir durch ansprechende Raumgestaltung, indem wir
unterschiedliche, anregende Materialien wie eine Verkleidungskiste, Schminke
oder diverses Mal- und Bastelmaterial zur Verfügung stellen, die Ideen der Kinder
aufgreifen und sie unterstützen.

Wir machen mit den Kindern Phantasiereisen, arbeiten mit Kett-Material, lesen
Geschichten und Märchen, um den Horizont der Kinder zu erweitern.

In unserem Kunstprojekt konnten die Kinder unterschiedliche Künstler und
Stilrichtungen kennen lernen, die Pinakothek der Moderne besuchen, eigene
Erfahrungen mit unterschiedlichen Farben und Materialien machen.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die eigene Ideen entwickeln und diese
auch umsetzen.

                             gelegtes Gemälde

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6.12. Medienerziehung

Damit die Kinder ein Gefühl für den sinnvollen Umgang mit unterschiedlichen
Medien entwickeln, thematisieren wir den Medienkonsum. Wir setzen Medien
gezielt ein und führen die Kinder an verschiedene Medien, wie z. B. Bücher,
Radio, Computer und Tablets heran.

Gerne schauen die Kinder Bilderbuchkino mit Beamer an und nutzen die
unterschiedlichen Möglichkeiten unserer Tablets wie z. B. interaktives Bilderbuch.
Wir besuchen die Bücherei und machen mit den Vorschulkindern den Bücherei-
führerschein. Im Rahmen der Projektarbeit haben wir z. B. mit den Kindern am
Computer ein Fotobuch erstellt und an einem Radiobeitrag in Form von Interviews
mitgewirkt. Mit Tablets fotografieren und filmen die Kinder, bearbeiten die
Aufnahmen und erstellen daraus z. B. Puzzle oder Rätsel. Gezielt setzen wir Apps
ein, wie z. B. interaktive Bilderbücher oder Origamianleitungen.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die sorgsam und eigenverantwortlich mit
Medien umgehen können und Freude daran haben.

6.13. Kognitive Fähigkeiten

Die Kinder können logisch denken und entwickeln ihre Beobachtungs- und
Merkfähigkeit. Sie sind wissbegierig, suchen Erklärungsmöglichkeiten, stellen
eigene Hypothesen auf und können Zusammenhänge miteinander verknüpfen und
hinterfragen.

Wir unterstützen dies durch eine positive Gruppenatmosphäre, in der alle Ideen
wertgeschätzt werden sowie durch Denkanstöße, Konzentrationsspiele, Zeit für
intensive Diskussionen und anregende Materialien.

Unseren Erfolg messen wir an wissbegierigen Kindern, die Lernbereitschaft
zeigen, sich Herausforderungen stellen und in der Lage sind, sie zu bewältigen.

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6.14. Lernmethodische Kompetenz

Lernmethodische Kompetenz ist die Grundlage für bewussten Wissens- und
Kompetenzerwerb.

Durch eine anregende Lernumgebung, Nachdenken über das eigene Lernen, das
Ausprobieren verschiedener Lernwege und einen konstruktiven Umgang mit
Fehlern schaffen wir die Basis zum Erwerb lernmethodischer Kompetenz.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die wissen, wie sie neue Informationen
beschaffen und verarbeiten können, die ihre eigenen Leistungen zutreffend
einschätzen und aus Fehlern lernen.

6.15. Mathematische Bildung

Die Kinder gehen ihrer Entwicklung angemessen mit Zahlen, Mengen,
geometrischen Formen, Zeiträumen, Längen und Gewichten um und können diese
erkennen und benennen.

Zum Erfassen, messen und vergleichen bieten wir unterschiedliches Spielmaterial
wie Lineale, Zirkel, Waagen, Messlatten, Bausteine, diverse Sanduhren,
Colorama, Mengen abmessen beim Kochen, Zählen, usw. an.

Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die Spaß haben am Umgang mit Zahlen,
Mengen und anderen mathematischen Einheiten und diese abschätzen und
einordnen können.

6.16. Naturwissenschaftliche und technische Bildung

Die Kinder zeigen Interesse an Umwelt und Technik, erforschen sie, erlangen
naturwissenschaftliche und technische Grundkenntnisse und verstehen
Zusammenhänge.

Als Grundlage dienen Beobachtungen, Experimente, Informationsmaterial und
Medien.

In unserem Projekt „Forscherkiste“ haben wir z. B. das Deutsche Museum besucht
und Experimente zu Magnetismus, Schall, Licht & Schatten, Erdanziehungskraft
und Wasser gemacht. Es wurden Vulkane und Balanciermännchen gebastelt,
Samen gesät, Seifenblasenexperimente durchgeführt und Vieles mehr.

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Unseren Erfolg messen wir an Kindern, die wissbegierig sind, Freude haben am
Forschen und sich in ihrer Umwelt und hochtechnisierten Umgebung gut
zurechtfinden.

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7. Pädagogischer Ansatz
7.1. Situationsorientierter Ansatz

Der Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit ist, gezielt auf die Bedürfnisse
und individuellen Lebenssituationen der Kinder einzugehen. Wir möchten die
Kinder bei ihrer Entwicklung begleiten und fördern.

Bestimmte Themen ergeben sich, indem wir Erfahrungen, welche die Kinder
machen und Interessen, die sie zeigen, aufgreifen und auf sie eingehen.

Das bedeutet für uns ein genaues, detailliertes Beobachten der Kinder.

Dabei ist uns wichtig, wie und was die Kinder spielen, wovon sie erzählen, was sie
beschäftigt, wie sich die Gruppe verhält und was Eltern von ihren Kindern
berichten.

Aus den Beobachtungen und Informationen leiten wir Themen ab, die für die
Kinder von Bedeutung sind.

Die Themen werden durch Vorschläge und Vorhaben der Kinder und der
Mitarbeiter/-innen ausgestaltet und zu Projektthemen gemacht.

Eltern können sich über Projektvorhaben und das aktuelle Thema an den
Informationstafeln der jeweiligen Gruppe informieren.

                    Martinsfeier

Jahreskreisbezogene Feste sind ein wichtiger und fester Bestandteil unserer
Arbeit. Bei der Gestaltung der Feste (z. B. Weihnachten, Ostern, Geburtstag)
legen wir Wert auf wiederkehrende Rituale. Sie geben den Kindern Orientierung
und Halt.

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7.2. Bilingualer Ansatz nach der Immersionsmethode

Warum mehrsprachig?
Im Zeitalter von Globalisierung und multikultureller Gesellschaft steht die
Verständigung mit anderen Menschen im Vordergrund. Das Werkzeug hierzu ist
die Kommunikation. Gute Sprachkenntnisse eröffnen den Kindern Chancen in der
persönlichen Entwicklung. Der Kindergarten verfügt über ideale Voraussetzungen,
um Kindern die Chance einer zusätzlichen Sprache spielerisch, kindgerecht, ohne
Überforderung oder Zwang, aber mit viel Spaß zu eröffnen.

Wer früh anfängt, hat es leichter
Kinder im Kindergartenalter befinden sich in einer sensiblen Sprachlernphase. Sie
sind wissbegierig und interessiert an Neuem.

Die Methode: Immersion
Die Methode heißt Immersion, was so viel bedeutet wie Eintauchen, Sprachbad.
Zentraler Punkt ist die Vermittlung im Zusammenhang, die sogenannte
Kontextualisierung. Die Sprache wird in die Handlung eingebunden. Das Gesagte
wird unterstützt durch Handlungen, Gesten und Mimik. Wie auch in der
Muttersprache erwerben die Kinder die Sprache über die jeweilige Situation.

                     Zweisprachigkeit – überall sichtbar

Eine Sprache – Eine Person
Das pädagogische Personal der Gruppen wird durch je eine englischsprachige
Fachkraft ergänzt. Diese spricht ausschließlich Englisch, versteht aber Deutsch.
Die deutschsprachige Fachkraft spricht ausschließlich Deutsch, versteht aber
Englisch. Die deutsche Sprache ist für die meisten Kinder unserer Einrichtung die
Mutter- und Umgangssprache.

Fehler sind erlaubt
Da bei Immersion jegliches Übersetzen, Erklären, Korrigieren oder Üben
unterbleibt, ist das Lernen ganz den Kindern überlassen. Auf diese Weise wird
zweierlei sichergestellt: Zum einen werden die Kinder nicht überfordert, da sie das
Lerntempo und die Inhalte selbst bestimmen; zum anderen erfolgt das Lernen
stets kind- und altersgerecht. Dazu gehört auch, dass die Kinder Fehler machen
und machen dürfen.

Kein Zwang
Das Angebot der Zweitsprache ist grundsätzlich vorhanden. Die Kinder sollen
stets die Möglichkeit haben, dieses Angebot wahrzunehmen.

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8. Schlüsselsituationen
8.1. Projektarbeit

Im Rahmen von Projekten sollen Kinder mit Lebenssituationen konfrontiert
werden, in denen sie kognitive, soziale, motorische und emotionale Kompetenzen
erwerben und für ihre Entwicklung wichtige Erfahrungen machen.

Kinder sind oftmals aus der Erwachsenenwelt ausgegliedert und verbringen ihre
Zeit überwiegend in pädagogischen Einrichtungen wie Kindertagesstätten,
Musikschulen und anderen Angeboten speziell für Kinder. Dadurch machen
Kinder immer weniger Natur- und andere Basiserfahrungen und können ihre
Kräfte weniger erproben. Auch der Medienkonsum trägt zum Bewegungsmangel
bei und behindert soziale Kontakte, sowie die Ausbildung kommunikativer
Fähigkeiten.

Durch Projekte werden Wahrnehmung und Sinne der Kinder geschult. Projekte
fördern Wissensaneignung, Forscherdrang, Neugier und Durchhaltevermögen der
Kinder. Selbständigkeit und Selbstbestimmung sowie die Kooperationsfähigkeit
entwickeln sich weiter.

Stellvertretend für die Projektarbeit in unserem Haus beschreiben wir zur
Veranschaulichung das Projekt: “In der Welt zu Hause – in Gröbenzell dahoam“.
Die Kinder haben durch das Angebot der englischen Sprache Interesse und
Neugier gegenüber Sprachen und Kulturen entwickelt und entdeckten ihr
Lebensumfeld Gröbenzell. Das Thema eröffnete den Kindern unterschiedlichste
Erfahrungsbereiche.

Im täglichen, gruppenübergreifenden Morgenkreis wurden den Kindern während
der Projektzeit unterschiedliche Angebote zu unserem Thema vorgestellt.
Anschließend konnten die Kinder entscheiden, ob sie beispielsweise eine
afrikanische Maske kleistern und verzieren, Pizza backen, im Turnraum zum
Bergsteigen gehen, australische Musik mit Donnertrommel und Didgeridoo
spielen, indianische Traumfänger oder Totempfähle gestalten wollten, und vieles
mehr. An je einem Tag in der Woche wurde in festen Gruppen Tänze eingeübt
oder unser selbstgedichtetes Flohkistenlied gesungen.

Auch Eltern trugen durch eigene Erfahrungen in anderen Ländern dazu bei, den
Kindern die Lebensweise und Kultur beispielsweise von Arizona, China und Peru
nahe zu bringen.

Sowohl die Vielfältigkeit als auch die Gegensätzlichkeit der verschiedenen
Kulturen brachten die Kinder zum Staunen.

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Den Höhepunkt und Abschluss des Projekts bildete das Sommerfest, an dem die
Kinder die erlernten Tänze und das Flohkistenlied präsentieren konnten. Die
Kinder bekamen viele Gelegenheiten zur Mitbestimmung und Mitgestaltung bei
der gemeinsamen Erarbeitung des Themas. Durch Kleingruppenarbeit erlebten sie
viel Abwechslung. Wichtig war für uns die Durchführung von Gesprächen mit den
Kindern. Dabei lernten sie ihre Bedürfnisse mitzuteilen und zuzuhören, sowie
Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft. Ebenso konnten sie
demokratisches Verhalten erproben. Sie haben andere Verhaltens- und
Sichtweisen kennen gelernt und sich selbst als aktiver Gestalter ihrer Umwelt
erfahren.

8.2. Teilöffnung

Wir arbeiten teiloffen. Dies bedeutet, dass jedes Kind einer Gruppe eindeutig
zugeordnet ist.

Die Kinder beider Gruppen treffen sich täglich im Frühdienst, im Garten und
nachmittags, sowie bei Festvorbereitungen und Festen, Ausflügen und Projekten.
In der Freispielzeit können sie sich gegenseitig besuchen und im Vorraum
gemeinsam spielen.

Durch die Teilöffnung schaffen wir ein offenes, freundliches Klima im Haus, in dem
sich die Kinder selbstbewusst bewegen.

Für die Kinder bedeutet das einerseits die Geborgenheit in der Gruppe zu
erfahren, andererseits lernen sie andere Kinder und Betreuer/-innen, andere
Spiele und Räumlichkeiten, verschiedene Gruppenregeln und -rituale kennen und
erweitern so ihren Aktionsradius. Dadurch sind die Kinder gestärkt und offener für
neue Erfahrungen. Darüber hinaus profitieren sie von den unterschiedlichen
Schwerpunkten und individuellen Fähigkeiten des Personals.

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8.3. Tagesablauf

Bringzeit:

Um 7.30 Uhr öffnet der Kindergarten, es findet ein gemeinsamer Frühdienst statt.

Bis ca. 8.15 Uhr verteilen sich alle Kinder in ihre jeweilige Gruppe.

Ende der Bringzeit ist um 8.30 Uhr, da wir mit den pädagogischen Angeboten
gemeinsam beginnen wollen.

Morgenkreis:

Im Morgenkreis nehmen wir uns gegenseitig wahr, besprechen den Tagesablauf,
machen Fingerspiele, Kreisspiele etc.

Brotzeit:

Wir bieten den Kindern gleitende Brotzeit an. Das heißt, sie können selber
bestimmen, wann und mit wem sie essen möchten.

Spielzeit:

Die Kinder können frei nach ihren Bedürfnissen ihre Spielaktivitäten und
-partner auswählen.

Außerdem werden den Kindern verschiedene Angebote und Aktionen in der Groß-
oder Kleingruppe gemacht. Dabei wird auf die Bedürfnisse, die Fähigkeiten und
individuellen Entwicklungsstände der einzelnen Kinder oder der Gruppe geachtet.
Nach Absprache mit den Gruppenbetreuern/-betreuerinnen, ist es den Kindern
möglich, sich im Haus frei zu bewegen, alle Räume zu nutzen und die andere
Gruppe zu besuchen.

Regelmäßige Angebote:

Als festes Wochenangebot zählen einmal in der Woche das Turnen, die
Vorschulerziehung, der musikalische Morgenkreis, Psychomotorik und Rhythmik,
ab Januar zweimal wöchentlich das Sprachförderprogramm für die Vorschulkinder.

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Mittagessen und Ruhezeit:

Um 12.30 Uhr ist Essenszeit.

Anschließend ist für die jüngeren Kinder Ruhezeit im Schlafraum. Auch die älteren
Kinder haben in dieser Zeit die Möglichkeit, sich mit Büchern oder anderen
ruhigen Spielen zu entspannen.

Das Schlafangebot orientiert sich am Schlafbedürfnis der Kinder und der
Absprache mit den Eltern.

Abholzeiten:

Die Kinder können um 12.30 Uhr, von 13.15 bis 13.30 Uhr und ab 14.15 Uhr
gleitend je nach Buchung abgeholt werden.

Beim Abholen des Kindes soll etwas Zeit eingeplant werden, damit die Kinder die
Möglichkeit haben, das Spiel zu beenden und auch das Spielmaterial
aufzuräumen.

Garten:
Wir nutzen unseren Garten gern und so oft wie möglich.

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8.4. Förderung in Kleingruppen

Wir fordern und fördern die Kinder ihrem Alter und ihrer Entwicklung
entsprechend. Das bedeutet, dass wir die Kinder an verschiedenen Tagen in der
Woche in Kleingruppen aufteilen. So ist es uns möglich, die Stärken und
Schwächen jedes einzelnen Kindes sehr genau wahrzunehmen und es
entsprechend zu fördern.

Wir richten die Angebote, Materialien und Anforderungen am jeweiligen
Entwicklungsstand der Kinder aus.

Wir arbeiten ganzheitlich und sprechen alle Sinne der Kinder an.

8.5. Freispiel

               FREISPIEL BEDEUTET: „LERNEN FÜRS LEBEN“

Freispiel ist eine wichtige Zeit in unserem Tagesablauf. Während des Freispiels
beobachten wir Gruppenprozesse und Kinder in ihrem individuellen Verhalten. Wir
erkennen Probleme (z. B. in der Motorik oder im Sozialverhalten) und können
Hilfestellung durch gezielte Förderung geben.

Die Kinder entscheiden selber, womit sie spielen wollen. Sie können individuell
ihre Spielinhalte und -materialien auswählen. Sie entscheiden auch, mit wem sie
spielen wollen. Außerdem legen sie fest, wie lange und wie intensiv sie sich mit
ihrem Spielpartner beschäftigen. Die Kinder haben die Möglichkeit, sich zurück-
zuziehen, nicht mitzuspielen und andere zu beobachten.

Es gibt bestimmte Regeln im Freispiel, die für alle Kinder verbindlich sind. Die
Pädagogen /Pädagoginnen halten sich in ihren Aktivitäten zurück. Sie sind als
Ansprechpartner/-in jederzeit präsent und unterstützen die Kinder bei Bedarf.
Das Freispiel ist fest im Tagesablauf eingeplant und nimmt einen verhältnismäßig
großen Raum ein.

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