Mensch sein für Menschen - Caritasverband für die Region Günzburg und Neu-Ulm ...

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Mensch sein für Menschen - Caritasverband für die Region Günzburg und Neu-Ulm ...
2017
Jahresbericht
Mensch sein
für Menschen

Caritasverband für die Region
Günzburg und Neu-Ulm e.V.
und

Bericht des Sozialpsychiatrischen
Dienstes in Günzburg + Neu-Ulm

Bericht der Psychosozialen
Beratungs– und
Behandlungsstelle Günzburg
Mensch sein für Menschen - Caritasverband für die Region Günzburg und Neu-Ulm ...
Inhalt                                                   Seite
Einleitung
•    Vorstand und Geschäftsführung                       Seite 3
•    Mitglieder Vorstand und Caritasrat                  Seite 4
•    Impressum                                           Seite 4

Beratung und Begleitung
•   Sozialberatung Günzburg und Neu-Ulm                  Seite 5
•   Notwohnung in Günzburg                               Seite 6
•   Psychosoziale Beratung für Langzeitarbeitslose       Seite 7
•   Betreuungsverein                                     Seite 8
•   Gemeindespsychiatrischer Verbund Günzburg/Neu-Ulm    Seite 9
•   Betreutes Wohnen für psychisch Kranke und
    Wohngemeinschaften                                   Seite 10
•   Hospizarbeit                                         Seite 11
•   Palliativdienst Mittelschwaben gGmbH                 Seite 11

Caritasläden/Kultur
•    Günzburger und Burgauer Tafel                       Seite 12
•    Möbellager Günzburg                                 Seite 13
•    Interview: Warum das Möbellager 2019 umzieht        Seite 14
•    Kleiderkammer Günzburg                              Seite 15
•    Gebrauchtwarenladen Fairkauf Neu-Ulm                Seite 16
•    Kulturtafel Günzburg, Leipheim und Burgau           Seite 17

Ehrenamt
•   Ökumenisches Freiwilligenzentrum im Landkreis        Seite 18
    Günzburg
•   Ehrenamtsbörse Neu-Ulm + Engagierte Stadt Neu-Ulm    Seite 20
•   Interview Ehrenamt über die Tätigkeit in der Tafel   Seite 21

Familien
•   Ökumenisches Familienzentrum Neu-Ulm                 Seite 23
•   Mütterkuren, Mutter-Kind-Kuren und                   Seiet 24
    Erholungsmaßnahmen
•   Kinderstiftung Ulm Donau Iller                       Seite 25
•   Familiensprechstunde Neu-Ulm                         Seite 25

Senioren
•   Seniorenzentrum Albertinum Neu-Ulm                   Seite 26
•   Neu-Ulmer-Seniorenbesuchsdienst (NUSEBE)             Seite 27

Ökumenische Wohnungslosenhilfe
•  Obdachlosenberatung Senden                            Seite 28
•  Obdachlosenberatung Neu-Ulm                           Seite 29
•  Wohnraumprävention (Vermeidung von Obdachlosigkeit    Seite 30
   im Landkreis Neu-Ulm)

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Sehr geehrte Damen und Herren,                   Arbeit der Ehrenamtlichen würdigen. Im
                                                 Dezember wurde eine neue kleine Wohn-
Nehmen Sie sich etwas Zeit und würdigen          gemeinschaft des Ambulant Betreuten
Sie die Arbeit unserer ehren– und haupt-         Wohnens im Herzen von Günzburg eröff-
amtlichen Mitarbeiterschaft durch das            net. Damit leisten wir einen kleinen Beitrag
Lesen unseres Jahresberichtes!                   zur Verbesserung der Wohnsituation unse-
                                                 rer Betreuten.
Das Jahr 2018 war wieder geprägt von             Im Frühjahr erfolgte der Spatenstich zum
Herausforderungen, die wir gemeinsam mit         Neubau des Wertstoffzentrums in Leipheim
unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern        und für unseren zukünftigen Standort des
angenommen und bewältigt haben. Wir              Möbellagers. Im Sommer stand die Außen-
möchten uns daher am Anfang des Berich-          hülle bereits. Wir sehen gespannt dem
tes bei allen bedanken die unsere umfang-        Umzug unseres Möbellagers entgegen und
reichen Angebote ermöglicht haben. Ne-           hoffen, dass es auch in Leipheim so gut
ben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,       angenommen wird wie in Günzburg.
waren das der Diözesancaritasverband
und die Kommunen, die uns ideell und fi-         Wir freuen uns, dass wir im Jahr 2018 viele
nanziell unterstützt haben. Einen herzli-        neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
chen Dank auch an alle Kooperations-             unserem Verband begrüßen durften. Trotz
partner, mit denen wir 2018 wieder vertrau-      der angespannten Lage auf dem Arbeits-
ensvoll zusammenarbeiten durften.                markt ist es gelungen, neue Stellen mit
Erst durch das gemeinsame Bemühen um             sehr gutem Personal zu besetzen.
Verbesserungen in unseren Landkreisen
werden unterstützende Angebote möglich.          Wir sehen vertrauensvoll in das Jahr 2019
2018 wie auch die Jahre zuvor und wohl           und danken allen, die uns weiter begleiten
noch eine Weile länger hat uns die Woh-          für ihre Treue und Unterstützung. Es wird
nungsmarktsituation beschäftigt, die vor         ein spannenden Jahr werden mit vielen
allem unsere Klienten sehr hart trifft. Es ist   Neuerungen.
selbst in unseren Landkreisen zu einem
Problem geworden bezahlbaren Wohn-               Ihr
raum zu finden. Im Sommer konnten wir
das 10jährige Bestehen der Burgauer Aus-         Hans Klement         Mathias Abel
gabestelle unserer Tafel begehen und die         1.Vorsitzender       Geschäftsführer

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Vorstand
                                                   Kulturtafel          8 Mitarbeiterinnen
1. Vorsitzender:      Hans Klement
                                                   Familienzentrum
2. Vorsitzender:      Christoph Rehle              Neu-Ulm:             79 Mitarbeiter/-innen

Geistliche:           Pfarrer Johannes             NUSEBE             24 Mitarbeiter/-innen
                      Wolfgang Martin              Neu-Ulmer Senioren Besuchsdienst
                      Pfarrer Christoph
                      Wasserrab                    Vorstand und
Beisitzer:            Gabriele Ritzler             Caritasrat:          20 Vertreter
                      Irmgard Bissinger
                      Christina Oblio              Delegierte:          38 Vertreter
                      Dr. Ruth Niemetz
Geschäfts-            Mathias Abel
führung:                                           Mitarbeitervertretung

       Der Caritasrat (Aufsichtsrat)               Charlotte Schlichting Vorsitzende
                                                   Michaela Adlassnig
Vorsitzender:         Wolfgang Seitz
Stellvertreter:       Stefan Riederle
Schriftführer:        Stefan Baisch
Mitglieder:           Karl Blum
                      Eugen Strobel
                      Walter Waschke
                      Artur Geis
                      Sylvia-Maria Braun-
                      warth
                      Diakon Alois Held                          Impressum
                      Thomas Gehbald
                      Arthur Faigle

Kassenprüfer:         Elisabeth Lutz               Caritasverband für die Region
                       Daniel Szerman              Günzburg und Neu-Ulm e.V.

              Mitarbeiter/-innen                   Zankerstraße 1a, 89312 Günzburg
                 Personen 44                       Telefon: 08221-3676-0
                                                   Fax:       08221-3676-50
     Ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen              E-Mail: info@caritas-guenzburg.de
                                                   Internet: www.caritas-guenzburg.de
Fairkauf Neu-Ulm:     5 Mitarbeiter/innen
                                                   Redaktion:      Mathias Abel v.i.d.P.
Fairkauf Günzburg: 12 Mitarbeiter/innen            Gestaltung:     Mathias Abel

Café Sonnenblume                                   Bilder: Alle Bilder sind urheberrecht-
und Mittagstisch    6 Mitarbeiter/-innen           lich geschützt und dürfen ohne Einwil-
Seniorenzentrum                                    ligung nicht verwendet werden!
Albertinum Neu-Ulm: 22 Mitarbeiter/-innen
                                                   1.   Vorstand : Hans Klement
Kleiderkammer                                      Vorsitz Caritasrat: Wolfgang Seitz
Günzburg:             20 Mitarbeiter/-innen        Geschäftsführer: Mathias Abel

Günzburger und
Burgauer Tafel:       120 Mitarbeiter/-innen

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Beratung und Begleitung                                leistungen (z.B. Hartz IV Anträge)
                                                  •    Hilfe bei Kontakten zu Behörden, Ar-
                                                       beitgebern usw.
Soziale Beratung Günzburg                         Vermittlung an andere fachspezifische Be-
und Neu-Ulm                                       ratungsstellen (z.B. Schwangerschaftsbera-
                                                  tung, Suchtberatung, sozialpsychiatrischer
                                                  Dienst, Schuldnerberatung)
                                                  Ein Beispiel aus der Praxis:
                                                  Herr A., alleinerziehender Vater von vier
                                                  Kindern, darunter eine schwerbehinderte
                                                  Tochter, wandte sich wegen einer finanziel-
                                                  len Notlage an die Beratungsstelle. Konkret
                                                  konnte er die Wassergebühren nicht bezah-
                                                  len, da er trotz Hartz IV, Kinder- und Pflege-
                                                  geld und Unterhaltsvorschuss monatlich
                                                  wenig finanzielle Rücklagen schaffen konn-
                                                  te. Um einen Antrag bei einer der vielen
                                                  Stiftungen zu stellen, wurde zunächst ein
                                                  exakter Haushaltsplan mit den fixen Ein-
                                                  und Ausgaben , den vorhandenen Schulden
                                                  sowie ein ausführlicher Sozialbericht gefer-
                                                  tigt. Hr. A. konnte schließlich seine Rech-
                                                  nung durch die gewährten Stiftungsgelder
                                                  begleichen und wurde durch die ausführli-
                                                  che Beratung in die Lage versetzt, den
                                                  Überblick über seine finanzielle Situation zu
                                                  behalten.
Andreas Höppler (Günzburg) und
Erwin Thoma (Neu-Ulm)
                                               Ein Rückblick in Zahlen:
                                               Im Jahr 2018 fanden insgesamt ca. 480 Be-
                                               ratungen, die beispielsweise zu Stiftungsan-
Soziale Beratung Günzburg:                     trägen, Ausstellung von Tafelausweisen,
Die Beratungsstelle hilft Menschen, die sich finanziellen Überbrückungshilfen und Hilfe-
in einer sozialen oder wirtschaftlichen Notsi- stellung bei Anträgen nach sich zogen,
tuation befinden. Die Probleme der Hilfesu- statt. Ungezählt bleiben dabei die zahlrei-
chenden sind sehr individuell. Die Bera-       chen Hausbesuche und telefonischen Bera-
tungsstelle bietet die Möglichkeit, diese in   tungen.
Gesprächen zu analysieren und aufzuarbei-
ten. Ergänzend werden auch Hausbesuche Auch im vergangenen Jahr bewarben sich
im Wohnumfeld des Betroffenen angeboten. wieder mehr Personen für die Notwohnung
                                                  als aufgenommen werden konnten. 2018
Konkrete Hilfestellungen:                         wurde die Wohnung von einer Person ge-
                                                  nutzt.
•    kleinere Schuldenregulierungen
•    kleinere finanzielle Überbrückungshil-       Tendenzen:
     fen                                          Insgesamt blieb die Zahl der Menschen, die
•    Beantragung von Stiftungsgeldern bei
     unverschuldeter Notlage                      sich 2018 an die Fachberatung für Sozial-
•    Unterstützung bei der Erstellung eines       und Lebensfragen wandten, gleichbleibend
     individuellen Haushaltsplanes                hoch. Auffällig viele Ratsuchende wünschen
•    Einkommensüberprüfung und Erstel-            sich mittlerweile Unterstützung beim Ausfül-
     lung eines Ausweises zum Erwerb ei-          len ihrer Hartz IV Anträge. Auch nimmt die
     nes Tafelausweises zum Einkauf im            Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber zu,
     Tafelladen
                                                  die sich an die Beratungsstelle wenden.
•    Hilfe bei der Beantragung von Sozial-

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Diese beantragen überwiegend Tafelaus-      Termine vergeben.
weise oder werden vom Fachberater an die Die unterstützende Begleitung der Hilfesu-
Migrationsberatungsstelle weitervermittelt. chenden zu Behörden zur Durchsetzung
                                            der Ansprüche hat 2018 signifikant zuge-
Notwohnung:                                 nommen. Bei den Behördenkontakten ging
Wer sich in einer vorübergehenden finanzi- es häufig darum, Bescheide mit den Sach-
ellen oder psychosozialen Notlage befindet bearbeitern zu klären, zu aktualisieren und
                                            den aktuellen Lebensbedingungen der Kli-
und kurzfristig auf einen Wohnraum ange-
                                            enten anzupassen. Die Sozialberatung,
wiesen ist, dem bietet der Caritasverband   Fachdienst für Sozial– und Lebensfragen,
eine kleine Wohnung an. Die Bewohner/       ASD, leistet hier wichtige Clearingarbeit.
innen werden von der Fachberatung beglei- Im Zahlenwerk ist eine deutliche Zunahme
tet oder an andere Fachdienste vermittelt.  der Beratungen abzulesen.

                                                     Vermehrt fungieren Ehrenamtliche als Tür-
 Kontakt:                                            öffner für Hilfesuchende, motivieren sie die
 Caritasverband für die Region Günzburg              Beratungsstelle aufzusuchen. Bei der
 und Neu-Ulm e.V.                                    Gruppe „Sonstige“ Personen ist eine Zu-
 Andreas Höppler                                     nahme zu beobachten. Im Beratungspro-
 Zankerstraße 1 a, 89312 Günzburg                    zess steht auch hier das Clearing an erster
 Tel: 08221 / 3676-14                                Stelle. Dann muss mit den Betroffenen die
 Fax: 08221 / 3676-50                                Gewichtung vorgenommen werden, in wel-
 e-mail: andreas.hoeppler@caritas-                   cher Reihenfolge die Fragen angegangen
 guenzburg.de                                        werden sollen oder an welche Fachstellen
 Aussensprechstunde Krumbach:                        weitervermittelt werden muss.
 Bürgerhaus Krumbach, Heinrich-Sinz-Str.
 18, 86381 Krumbach                                  Mit der Beratungsstelle für Wohnraumerhalt
 (jeden 1. und 3. Dienstag im Monat von              gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit.
 08.00 Uhr bis 11.00 Uhr)                            Verstärkt konnten durch ein vermittelndes
                                                     Gespräch mit dem Vermieter weitere rechtli-
                                                     che Schritte verhindert werden, oder eine
                                                     bereits ausgesprochene Räumung ausge-
Soziale Beratung Neu-Ulm
                                                     setzt werden. Die Betroffenen erhielten
Im Jahr 2018 nahmen deutlich mehr Män-               noch einmal eine Chance, es selbst zu
ner, als im Jahr 2017 das Beratungs-                 regeln.
angebot der Sozialberatung in Anspruch.
Viele dieser Personen hatten ihre Arbeits-
stelle verloren u. a. weil der Betrieb insol-
vent ging. Dort waren sie z. T. über viele           Kontakt:
Jahre beschäftigt. In den Beratungsgesprä-           Caritasverband für die Region Günzburg
chen ging es um die Klärung der nächsten             und Neu-Ulm e.V.
notwendigen Schritte. Doch zuerst mussten            Erwin Thoma
die Betreffenden ihre Frustration über den           Heinz-Rühmann-Str. 7, 89231 Neu-Ulm
Verlust des Arbeitsplatzes loswerden, bevor          Tel: 0731-9709570
die dringlichen Probleme angegangen wer-             Fax: 0731-9709572
den konnten. Die Begleitung zu den Behör-            e-mail: erwin.thoma@caritas-neu-ulm.de
den, um die ihnen zustehenden Hilfen zu
beantragen, waren für die Hilfesuchenden
ein entlastendes und zugleich unterstützen-          Außensprechtage in Illertissen und Wei-
des Angebot. Allerdings gestaltete sich die-         ßenhorn
se Arbeit als sehr zeitaufwendig, weil sie mit
langen Wartezeiten bei den Behörden ver-
bunden war, denn nur in Ausnahmefällen
wurden an die Betreffenden gesonderte

                                                 6
Mensch sein für Menschen - Caritasverband für die Region Günzburg und Neu-Ulm ...
Psychosoziale Beratung für                         •    Antragsstellung zur Einleitung einer
                                                        gesetzlichen Betreuung bei Gericht (2)
Langzeitarbeitslose                                •    Auflistung von Schulden und Beglei-
                                                        tung zur Schuldnerberatungsstelle (5)
                                                   •    Anträge für einmalige Stiftungszuwen-
                                                        dung „in besonderen Notlagen“ (11)
                                                   •    Thematisierung Suchterkrankung (13),
                                                        Entgiftung (2) und Weitervermittlung
                                                        zur Suchtberatung (3)
                                                   •    Begleitung Alleinerziehender (14)
                                                   •    Psychologische Stütze bei schweren
                                                        seelischen Krisen (26), psychischer
                                                        Krankheit und gegebenenfalls Weiter-
                                                        vermittlung an sozial. psychiatr. Dienst
                                                        u/o ambulante Psychotherapie
                                                   •    Thema: körperliche Probleme (20).
                                                        Begleitung ärztl. Abklärung und mediz.
                                                        Weiterbehandlung (4)
                                                   •    Information und Austausch bezüglich
                                                        Maßnahmen von Seiten des Jugend-
                                                        amtes (9)
                                                   •    Hilfe bei der Wohnungssuche (9), da-
                                                        von akute Obdachlosigkeit (3)
                                                   •    Hilfestellung bei gerichtl. Anträge zum
                                                        Sorge-, Umgangsrecht und stationärer
                                                        Unterbringung (3)
                                                   •    Beratung zum Thema
                                                        „Selbstpflege“ (körperl. u seelisch),
                                                        Vernachlässigung, Messisyndrom
Andrea Nieke Sieber und Dorothea Moser             •     Zugang zur „Tafel“ (3), zur Kulturtafel
                                                        (2) und zu den Tagesstätten (2)
                                                   •    Unterstützung bei der Beantragung
                                                        ambulanter, pflegerischer Hilfen (2)
An der psychosozialen Beratungsstelle be-          •    Hilfestellung beim Bewerbungsan-
gleiten wir Menschen, die sich in schweren              schreiben für Arbeitsstellen (5) und
Lebenssituationen befinden und über länge-              Vermittlung zum Deutschkurs (1)
re Zeit Harz-IV beziehen. Die Zuweisung            •    Begleitung zu Gesprächen in der Leis-
erfolgt ausschließlich über die Fallmanager             tungsabteilung des Jobcenters (4)
des Jobcenters. Wir bieten regelmäßig Ge-          •    Sonstige Themen: Umgang mit Sankti-
sprächstermine an, vermitteln weiterführen-             onen des Jobcenters, gerichtl. Strafen,
de Hilfen, begleiten zu Netzwerkpartnern                Polizei, Inhaftierung uvm.
und versuchen im Beratungsprozess fach-
lich und menschlich zu unterstützen. Nach          Zu uns kommen erwachsene Menschen
Ablauf der Frist von 6 Monaten erstellen wir       und wir versuchen ihnen in ihrer Persönlich-
einen Clearingbericht und eine Verlänge-           keit zu helfen, wenn möglich zu stärken, po-
rung ist im Einzelfall möglich.                    sitive, andere Lebenseinstellung und Sicht-
2018 haben wir durch 2 Teilzeitstellen 40          weisen zu vermitteln. Sie haben alle Proble-
Personen aus dem Landkreis begleitet               me, die eigenständig nicht bewältigt wer-
und 23 Fälle abgeschlossen.                        den, sind oft verzweifelt und bleiben auch
Beispiele konkreter Tätigkeiten und The-           deshalb vom Amt abhängig. Selten ist es
men:                                               Unlust die zur Arbeitsunfähigkeit führte.
•     Fachliche Berichte für Anträge zu            Fast alle haben ein negatives Selbstbild,
      Reha-Maßnahmen und Mutter-Kind-              wenig Selbstbewusstsein, leiden unter Stig-
      Kuren (6)                                    matisierung, fühlen und beurteilen sich
                                                   selbst als „nutz-/wertlos“. Im Gespräch wol-

                                               7
Mensch sein für Menschen - Caritasverband für die Region Günzburg und Neu-Ulm ...
len wir etwas auflösen, Mut zusprechen und
treten jedem Klienten mit menschlichem
Respekt gegenüber. Oft fehlt es an Informa-
tion.

Hauptziel ist und bleibt die „Hilfe zur
Selbsthilfe“, wir unterstützen neue Wege
und begleiten sie bei „Schwellenängsten“.
Die Erfahrung selbst wieder aktiver zu wer-
den, ist ein ausschlaggebender Nebenef-
fekt, aber auch nicht allein mit Sorgen und
Problemen zu sein. Durch andere Blickwin-
kel kommen neue Denkprozesse in Gang,
z.B. persönliche Defizite nicht als absolut zu
setzen, Stärken wieder mehr zu schätzen,
Durchhalten positiv werten, Wille zur Ände-
rung äußern und auch Grenzen erkennen.
Resignation, wie Momente der Freude sind
Teil des Lebens, die eigenen Gedanken
und Gefühle regulieren sind Aufgaben.
Rückschläge sind normal, kontinuierliche
Veränderung unumgänglich, ein lebenslan-
ger Prozess des Lernens und Selbstach-
tens.

Das höchste Ziel ist persönliche Zufrieden-
heit und „Akzeptanz“. Manchmal hilft ein
„Mehr-zurückkommen-ins-Leben“, Leben-
digkeit, raus aus Isolation, in Einzelfällen
die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben,
manchmal müssen sich Situationen beruhi-
gen, aber niemand muss ganz alleine damit
sein!

„Der Mensch kann nicht alles tun, aber er kann tun       Rosa Rueß, Michaela Adlassnig, Matthias Süßmuth und
was er kann“ (frei nach Henry David Thoreau)             Tiffany Strehle

Kontakt:                                                 Betreuungsverein
Caritasverband für die Region Günzburg
und Neu-Ulm e.V.                                         Der Betreuungsverein der Caritas besteht
Zankerstraße 1 a, 89312 Günzburg                         mittlerweile seit fast 25 Jahren. Im Jahr
Fax: 08221 / 3676-50                                     2018 wurden von unserem Verein ca. 85
Dorothea Moser                                           Betreuungen geführt.
Telefon: 08221-3676-17                                   Aufgrund einer Erkrankung im Sommer
e-mail: dorothea.moser@caritas-                          2018 wurde zunächst Frau Rosa Rueß und
guenzburg.de                                             im späteren Verlauf Frau Tiffany Strehle als
Andrea Nieke Siebert                                     zusätzliche Unterstützung eingestellt. Zu-
Telefon: 08221-3676-21                                   sammen mit Frau Adlassnig führen sie die
e-mail: andrea.nieke-siebert@caritas-                    Betreuungen unter der Anleitung von Herrn
guenzburg.de                                             Süßmuth, der als Vereinsbetreuer seit 17
                                                         Jahren im Caritasverband tätig ist. Aufgrund
                                                         des Krankheitsausfalls sind die Zahlen der

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Mensch sein für Menschen - Caritasverband für die Region Günzburg und Neu-Ulm ...
geführten Betreuungen 2018 etwas niedri-           (psychische Erkrankungen, Medikation,
ger als in den Jahren davor. Knapp die Hälf-       rechtliche Bestimmungen etc).
te der Betreuten lebt in einer eigenen Woh-
nung während die anderen in einer betreu-
ten Wohnform leben. Wesentliche Aufga-          Kontakt:
benkreise, wie Gesundheitssorge, Vermö-         Caritasverband für die Region Günzburg
genssorge, Wohnungsangelegenheiten,             und Neu-Ulm e.V.
Aufenthaltsbestimmung sind bis auf wenige       Zankerstraße 1 a, 89312 Günzburg
Ausnahmen für alle Betreuten angeordnet.        Telefon: 08221-3676-13/ -12
                                                Fax: 08221 / 3676-50
Rechtliche Grundlage                            Matthias Süßmuth Betreuer
Das Betreuungsrecht stellt eine besondere E-Mail: matthias.suessmuth@caritas-
Form der staatlichen Rechtsfürsorge dar         guenzburg.de
und ist im Wesentlichen im §§ 1896 ff. des      Angelika Mahler Betreuerin
Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt. Dem          E-Mail: angelika.mahler@caritas-
Betreuten ist zur Durchführung seiner recht- guenzburg.de
lichen Angelegenheiten ein gesetzlicher Be- Michaela Adlassnig Verwaltung
treuer zur Seite gestellt. Der Betreute bleibt Tiffany Strehle Verwaltung
bei allen Angelegenheiten voll geschäftsfä- Rosa Rueß Verwaltung
hig. Sollte dies nicht der Fall sein, wird vom
Betreuungsgericht ein sogenannter Einwilli-
gungsvorbehalt angeordnet.
Unter Betreuung wird hier die rechtliche        Gemeindepsychiatrischer Verbund
Vertretung verstanden, d.h. es erfolgt Unter- Günzburg und Neu-Ulm (GPV)
stützung bei der Bewältigung der rechtli-       Der GPV wurde im November 2010 gegrün-
chen Angelegenheiten für den Betreuten          det. Er setzt sich für die Verbesserung der
wie z.B. bei Anträgen bei Behörden, dem         Versorgung von psychisch erkrankten Men-
Organisieren eines Heimplatzes, der Rege-
lung von finanziellen Angelegenheiten oder schen ein. Er besteht aus einem dreiköpfi-
bei Entscheidungen über medizinische Ein- gen Vorstand, dem auch Herr Abel ange-
griffe. Inbegriffen ist hier nicht eine Sozial- hört und dem Trägerrat, dem 15 Träger an-
oder Gesundheitsbetreuung wie die Hilfe         gehören, die im Bereich der psychiatrischen
bei den Verrichtungen des täglichen Lebens Versorgung tätig sind. In Arbeitskreisen mit
(Begleitung zum Arzt, Hilfe beim Einkaufen, verschiedenen Themenstellungen werden
Besuchs- oder Fahrdienste).                     aktuelle Inhalte beraten. Mindestens einmal
Der Betreuer handelt im Sinne eines Defizit-
ausgleichs. Es werden nur Aufgaben in dem im Jahr veranstaltet der GPV ein Forum für
Maße auf die gesetzliche BetreuerIn über- Fachkräfte und Interessierte.
tragen, wie es die augenblickliche Lebens- Sandra Winkler ist Psychiatriekoordinatorin
lage des betroffenen Menschen erfordert         und Ansprechpartnerin des GPV GZ/NU.
und der betreute Mensch die Angelegenheit
nicht selbst meistern kann.

Informieren Sie sich
Neben der Führung von rechtlichen Betreu-
ungen gehört die Information von ehrenamt-
lichen Betreuern zu unseren Aufgaben. Zu-
sammen mit dem Betreuungsverein des
BRK Günzburg werden regelmäßig in den
Räumen der Caritas Informationsveranstal-
tungen für ehrenamtliche BetreuerInnen
durchgeführt, zu den Themen, die für die
Führung einer Betreuung relevant sind      Herbstforum 2018 ; Prof. Dr. T. Becker

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Mensch sein für Menschen - Caritasverband für die Region Günzburg und Neu-Ulm ...
Betreutes Wohnen für psychisch
Kranke und Wohngemeinschaften

Annette Veitenhansl, Andreas Häussler, Sigrid Sawatzki, Stefanie Gerhard, Charlotte Schlichting (Leitung), Andreas
Höppler und Yvonne Linse.

Zielgruppe und Wirkungskreis                              Rückblick 2018
Das Ambulant Betreute Wohnen (ABW) ist                    Im Jahr 2018 wurden 34 Klienten im Alter
eine aufsuchende Maßnahme der Einglie-                    von 28 -71 Jahren begleitet und unterstützt.
derungshilfe nach §§ 53, 54 SGB XII, für                  Mindestens einmal im Monat wurde für alle
Menschen mit einer Psychischen - und /                    Klienten eine Freizeitaktivität angeboten.
oder einer Suchterkrankung. Das Angebot                   Um den Wünsche, Ideen und Vorschläge
richtet sich an den gesamten Landkreis                    der Klienten mehr Raum zu geben und die
Günzburg; es bietet Beratung, Begleitung                  Gemeinschaft untereinander zu stärken,
und Unterstützung im Alltag der Menschen                  wurden die Angebote offener gestaltet. An
an. Entsprechend dem individuellen Hilfebe-               der dreitägigen Urlaubsfahrt im September
darf werden unter Berücksichtigung der vor-               nach Reute in Tirol, nahmen vier Klienten
handenen Ressourcen, die Hilfsangebote                    und erstmals das Kind einer Klientin teil.
gemeinsam mit dem Klienten erarbeitet. Sie                Als Reaktion auf die stetig wachsenden An-
sind so vielfältig und individuell wie die Be-            fragen nach ABW in Kombination mit Wohn-
dürfnisse der einzelnen Menschen. Im Vor-                 raum wurde im Dezember eine weitere
dergrund stehen dabei der Erhalt der Selb-                zweier Wohngemeinschaft für Frauen eröff-
ständigkeit und der Selbstbestimmung. Die                 net.
Betreuung findet im häuslichen Umfeld statt               Ausblick
oder in einer der drei ambulant betreuten                 Die Problematik, besonders für Menschen
Wohngemeinschaften.                                       mit einer psychischen Erkrankung, finan-
                                                          zierbaren und lebensweltorientierten Wohn-
                                                          raum zu finden hat in den letzten Jahren
                                                          stark zugenommen. Wohnen, ein existenzi-

                                                       10
elles Grundbedürfnis und eine wichtige Ba-       Raphael Hospizverein Günzburg
sis für psychische Stabilität und Gesundheit
rückt somit vermehrt in den Bereich der am-      Im Jahr 2018 hat der Caritasverband für die
bulanten Versorgung. Für 2019 ist der Be-        Region Günzburg und Neu-Ulm e.V. den
zug der Wohngemeinschaft im ehemaligen           Raphael Hospizverein
Haus 57 über den Räumlichkeiten der AR-          unterstützt und war im
BE (Psychosoziale Hilfsgemeinschaft- Ar-         Vorstand vertreten.
beit und Beschäftigung für psychisch Belas-
tete) vorgesehen. Aktuell finden die Umbau-      Der Caritasverband
maßnahmen statt. Die Wohngemeinschaft            hat per Satzung, wie
bietet für sieben Personen Wohneinheiten         die Diakonie, einen
mit integriertem Badezimmer an.                  Sitz im Vorstand. Der
                                                 Hospizverein veröffentlicht einen eigenen
                                                 Jahresbericht, der im Hospizbüro erhältlich
                                                 ist.
                                                 Gerade die Betreuung durch ehrenamtliche
                                                 Hospizhelfer ist uns ein Anliegen, das wir
                                                 von Beginn an unterstützten.

                                                     Kontakt:
                                                     Raphael Hospizverein Günzburg e.V.
                                                     Zankerstraße 1 a, 89312 Günzburg
                                                     Telefon: 08221-3676-16
                                                     www.hospiz-guenzburg.de

 Henry Exner und Anna-Maria Götz
 Wohngemeinschaft Dr. Simnacher Stiftung

                                                 Palliativdienst Mittelschwaben
Kontakt:
Charlotte Schlichting,                           Der Palliativdienst Mittelschwaben
Leitung Betreutes Einzelwohnen (ABW&WG)          gGmbH hat 2018 sehr gute Arbeit geleistet
Zankerstraße 1a, 89312 Günzburg,
Telefon: 08221-3676-20,
                                                 und sich in der Region etabliert. Der Cari-
Fax: 08221-3676-50                               tasverband ist einer von neun Gesellschaf-
Mobil 0175-5805026                               tern. Weitere Informationen erhalten Sie un-
E-Mail: charlotte.schlichting@caritas-           ter:
guenzburg.de                                     www.palliativdienst-mittelschwaben.de
Sigrid Sawatzki, Mobli: 0160-97215545
E-Mail: sigrid.sawatzki@caritas-guenzburg.de
Stefanie Gerhard, Mobil: 0160-90154139
E-Mail: stefanie.gerhard@caritas-guenzburg.de
Annette Veitenhansl, Mobil: 0173-2950958
E-Mail: annette.veitenhansl@caritas-
guenzburg.de
Andreas Häußler, Mobil: 0173-4524427
E-Mail: andreas.haeussler@caritas-
guenzburg.de
Yvonne Linse, Mobil: 0174-6919109
E-Mail: yvonne.linse@caritas-guenzburg.de        Kontakt:
Andreas Höppler, Mobil 0172-3228204
E-Mail: andreas.hoeppler@caritas-guenzburg.de    Palliativdienst Mittelschwaben gGmbH
                                                 Memminger Straße 59
Henry Exner                                      89264 Weißenhorn
Anna-Maria Götz                                  Telefon: 07309-91399-30
                                                 www.sapv-mittelschwaben.de

                                                11
und
Caritasläden und Kultur

Günzburger und Burgauer Tafel
Eigentlich gibt es keinen Grund eine Tafel
zu feiern. Doch 2018 haben wir das Enga-
gement der Ehrenamtlichen wieder geehrt.
Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die
Ausgabestelle unserer Tafel in Burgau. Un-
ser alljährliches Sommerfest konnten wir in
der Kapuzinerhalle feiern. Herzlichen Dank
an die Stadt Burgau, die uns tatkräftig un-
terstützt hat. Unten ein Teil der geehrten
Ehrenamtlichen.
Die Günzburger und Burgauer Tafel ist eine              Sommerfest in Burgau in einer gut gefüllten
Initiative des Caritasverbandes für die                 Kapuzinerhalle.
Region Günzburg und Neu-Ulm e.V.. Der
Caritasverband Günzburg ist Mitglied bei
der Deutschen Tafel e.V..
Im September 2004 wurde die Günzburger
Tafel offiziell eingeweiht und im Juni 2008
startete die Ausgabestelle der Burgauer Ta-            Unterhaltung der Günzburger und Burgauer
fel im Evangelischen Pfarrzentrum in                   Tafel ermöglichten.
Burgau. Damit die Kunden Lebensmittel                  Vor allem unseren ca. 120 Helferinnen und
einkaufen können, benötigen sie einen Aus-             Helfern möchten wir danken für ihr großes
weis. Dieser Ausweis ist über unsere Bera-             Engagement!
tungsstelle nach sorgfältiger Überprüfung              Danken möchten wir auch der evangeli-
des Einkommens erhältlich.                             schen Kirchengemeinde Burgau. Sie stellt
Das Projekt wird von ca. 120 ehrenamtli-               der Burgauer Ausgabestelle die Räume zur
chen Helfern und über 50 Lebensmittellä-               Verfügung und unterstützt uns tatkräftig in
den und Discountern unterstützt. Nicht zu              der Arbeit! Aufgrund verringerter Waren-
vergessen sind die vielen Geldspender, die             mengen musste die Zahl der Kunden be-
dafür sorgen, dass die laufenden Kosten                grenzt werden. Die Nachfrage nach Hilfe ist
der Tafel gedeckt werden können.                       größer als das Angebot an Waren.
Ein besonderer Dank gilt allen Unterstüt-
zern, und Lieferanten, die die Gründung

Bürgermeister Konrad Barm, Pfarrer Peter Gürth, Hans Simon, Gabi Müller, Rosemarie Schäffler, Andrea Hoser,
Walter Buck, Alwin Kramer, Gertrud Biedermann, Ursula Seitz, Stadtpfarrer Christoph Wasserrab und Hans Klement

                                                     12
Betten, etc. versorgt, das bestärkt uns da-
       Lebensmittelausgabe 2018 der              rin, dass das Möbellager eine gute Instituti-
       Günzburger & Burgauer Tafel               on ist und gebraucht wird.
            2018    2017     2016     2015   Der Ausblick für das Jahr 2019 wird span-
           4.573    4194     3.557   3.737
                                             nend.
  Kinder
           10.034 10.253 10.174 10.360
                                             Direkt neben dem neuen Wertstoffzentrum
  Erw.
                                             in Leipheim, bezieht das Möbellager größe-
  Gesamt 14.607 14.447 13.731 14.097
                                             re Räumlichkeiten. Wir freuen uns darauf
                                             unsere Mitmenschen noch besser, mit allem
Ohne das Ehrenamt wäre die Günzburger        was den Hausrat betrifft versorgen zu kön-
und Burgauer Tafel nicht möglich. Die Eh-    nen. Wir werden auch versuchen unseren
renamtlichen leisten damit einen Beitrag zur
Verbesserung der Lebenssituation vieler      Wirkungskreis bei den Abholungen auszu-
Menschen.                                    weiten.

Kontakt:
Caritasverband für die Region Günzburg
und Neu-Ulm e.V.
Zankerstraße 1 a, 89312 Günzburg
Maritta Fischer
Telefon: 08221-3676-18
Fax: 08221 / 3676-50
E-Mail: maritta.fischer@caritas-
guenzburg.de

Möbellager Günzburg

Unsere Zielgruppe
sind alle Menschen, vorrangig die Men-
schen mit geringen finanziellen Mitteln. Wir
versuchen diese mit allen Gegenständen
rund um den Haushalt zu versorgen. Vom
Zahnstocher bis zum Kleiderschrank.                  Viktor Hofmann, Gerald Putz und
                                                     Werner Mayr (Leitung)
Was zeichnete uns 2018 aus
Wir konnten hunderte von Menschen mit
Haushaltswaren, Möbel und ganzen Woh-                Kontakt:
nungseinrichtungen versorgen. Bei mehre-             Caritasverband für die Region Günzburg
ren Umzügen und Entrümpelungen, haben                und Neu-Ulm e.V.
wir unsere Kunden unterstützt und alles zu           Caritas Möbellager
deren Zufriedenheit erledigt. Da wir ein ein-        Leitung Herr Werner Mayr
gespieltes Team sind, verstehen wir uns oft          Ichenhauser Str. 2
ohne viel Worte. Auch unsere Ehrenamtli-             Tel:           08221/3674267
chen sind mit großem Eifer dabei.                    Whatsapp:      08221/3674267
                                                     Fax:           08221/09301055
Was gab es Besonderes im abgelaufenen
                                                     Unsere Öffnungszeiten :
Jahr
Wir konnten im Jahr 2018 wieder eine Eh-             Montag: Geschlossen
renamtliche dazugewinnen. Auch die Hilfs-            Dienstag:   9.00 – 12.00 Uhr und 13.30 – 16.00
bereitschaft in unserer Gesellschaft ist sehr        Mittwoch:   9.00 – 12.00 Uhr und 14.30 – 17.00
groß, wir werden mit vielen Spenden in               Donnerstag: 9.00 – 12.00 Uhr und 14.30 – 17.00
                                                     Freitag:    9.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 16.00
Form von Möbeln, Geschirr, Elektrogeräten,

                                                13
Interview:                                    aufrecht erhalten zu können. Das Möbella-
Warum das Möbellager 2019 um-                 ger muss sich selbst tragen und wird aus
                                              dem Verkauf der Waren finanziert.
zieht ! Das Interview führen Mathias Abel
                                              M.A.: Warum ziehen Sie um?
und Werner Mayr
                                              W.M.: Im April/Mai 2019 ist es endlich so
M.A.: Herr Mayr besteht überhaupt ein Be-
                                              weit. Nach jahrelanger Vorbereitung wird
darf an einem Möbellager?
                                              der Umzug Realität. Wir benötigen adäquate
W.M: Alleine im vergangenen Jahr haben
                                              Räumlichkeiten und diese konnten wir leider
wir insgesamt 7.209 Artikel vermittelt. Dabei
                                              nicht zu einem vernünftigen Preis in Günz-
ging es querbeet durch den Haushalt. Kü-
                                              burg finden. Der Landkreis Günzburg errich-
chen, Schränke, Kühlschränke, Betten,
                                              tet neben dem Wertstoffzentrum auf dem
Lampen, Haushaltsgegenstände und vieles
                                              ehemaligen Fliegerhorst Leipheim unser
mehr.
                                              neues Möbellager das wir anmieten werden.
M.A.: Wer kommt zu Ihnen?
                                              Unser langjähriger Standort in Günzburg ist
W.M.: Vor allem sind es Mitbürger/innen, die
                                              in die Jahre gekommen, wir benötigen eine
über wenig Einkommen verfügen. Wir prü-
                                              größere Fläche die besser zu bedienen ist
fen das Einkommen und wenn Sie als Ge-
                                              als dies momentan der Fall ist.
ringverdiener gelten, erhalten Sie 30% Ra-
                                              M.A.: Freuen Sie sich auf den Umzug?
batt auf die Waren in unserem Möbellager.
                                              W.M.: Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber
M.A.: Das bedeutet, dass auch Normalver-
                                              ich bin zuversichtlich, dass wir einen guten
diener einkaufen können?
                                              Standort gewählt haben und danke allen die
W.M.: Ja, momentan dürfen wir 1/3 der Wa-
                                              uns bei der Umsetzung unterstützen! Einen
ren an Normalverdiener weitergeben.
                                              großen Dank an unsere Ehrenamtlichen, die
Wir brauchen diese sogar um das Angebot
                                              das Angebot erst ermöglichen!

  Werner Mayr, Leiter des Möbellagers des Caritasverbandes für die Region Günzburg und Neu-Ulm e.V.

                                                    14
Kleiderkammer Günzburg
Unsere Kleiderkammer besteht seit 38 Jah-
ren und wir können auf eine jahrzehntelan-
ge erfolgreiche Arbeit zurückblicken.
Ein besonderer Dank gilt unseren Ehren-
amtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz
und ihr vorbildliches soziales Engagement.
Ohne sie hätten wir das nicht geschafft.
Im Jahr 2018 besuchten 2.207 Personen
(2017 / 2.368 Personen) unsere Kleider-
kammer und Kleidung, Schuhe und sonsti-
ge Gegenstände wie Taschen,
Vorhänge, Spielsachen, etc., fanden neue
Besitzer.
Insgesamt wurden ausgegeben:

 Kleidung        Schuhe        Sonstiges
 2018            2018          2018

 7.399 Stück     982 Paar      1.540 Stück

Die Kleidung die bei uns nicht mehr getra-
gen wird, sortieren die Helferinnen aus; sie
wird an Hilfsbedürftige im Ausland weiterge-
geben. Im Jahr 2018 umfasste das ein Vo-
lumen von 16, 5 Tonnen (2017 / 18,5 Ton-
nen).                                         Die Günzburger Kleiderkammer bietet sehr günstige
Im Juli 2018 fand in der Kapuzinerhalle in    Kleidung, aber auch guterhaltene Schuhe und vieles
Burgau unser Sommerfest für die Ehren-        mehr.
amtlichen statt. Die Band „Jazz up“ sorgte
mit ihrem Auftritt für gute Stimmung
und es war ein beschwingter und gelunge-
ner Abend. Ein herzliches Dankeschön an
die Stadt Burgau, dass sie uns ihre Halle für Kontakt:
unser Fest zur Verfügung gestellt haben.      Caritasverband für die Region Günzburg
Am 08.10.2018 verstarb unsere ehemalige       und Neu-Ulm e.V.
ehrenamtliche Helferin, Frau Waltraud         Zankerstraße 1 a, 89312 Günzburg
Schumm. Sie war 15 Jahre als zuverlässige Fax: 08221 / 3676-50
und engagierte Ehrenamtliche in               Brigitte Aschenbrenner
unserer Kleiderkammer tätig. Wir haben sie Telefon: 08221-3676-0
sehr geschätzt und werden sie stets           E-Mail: brigitte.aschenbrenner@caritas-
in guter Erinnerung behalten.                 guenzburg.de
Im Jahr 2018 haben die ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfer 2.012 Stunden          Kleiderkammer, Hockergasse 12,
(2017 / 1.842 Stunden) für die Kleiderkam-    89312 Günzburg
mer gearbeitet.                               Öffnungszeiten:
                                              Dienstag :           09.00 bis 11:00 Uhr
„Ein gebührendes Dankeschön an die            Donnerstag:          14:00 bis 16:00 Uhr
Ehrenamtlichen und an die Bürgerinnen
und Bürger aus dem Landkreis Günz-            In den Schulferien ist die Kleiderkammer
burg, die unsere Kleiderkammer                geschlossen!
tatkräftig unterstützen“.

                                                15
Gebrauchtwarenladen
Fairkauf Neu-Ulm                                  Sehr erfreulich ist, dass im vergangenen
                                                  Jahr einige Ehrenamtliche neu angefangen
                                                  haben. Nachdem die Ehrenamtsbörse des
                                                  Familienzentrums mehrere Aktionen auf
                                                  den Marktplatz in Neu-Ulm gestartet hatte,
                                                  stellten sich Annerose Binder, Nicole Gals-
                                                  ter und Herr Zater Yasar Hengst hier vor.
                                                  Sie sind mittlerweile gut eingearbeitet und
                                                  wollen sich weiterhin engagieren.

 Im Fairkauf gibt es neben Kleidung ein großes
 Angebot an Haushaltsgegenständen zu günstigen
 Preisen.

In der Augsburger Str.26 im Innenhof befin-
det sich seit nunmehr 11 Jahren der
Fairkauf Neu-Ulm.                                 Insgesamt wurden in 2018 zu den üblichen
Neben gut erhaltener Kleidung bieten wir          Arbeitszeiten noch 632 Stunden ehrenamtli-
dort viele Haushaltsgegenstände, Geschirr,        che Stunden von den drei hauptamtlichen
Spielsachen, Schuhe, und Kleinteile an.           Mitarbeiterinnen geleistet. Die neuen Ehren-
Mit viel Einsatz und Engagement führten           amtlichen waren insgesamt bereits 182
Frau Binder und ihre Mitarbeiter/innen in         Stunden im Einsatz.
2018 den Laden zu einem erfolgreich Jah-          Vielen Dank an alle Beteiligten für die Zu-
resergebnis. Und das obwohl der Laden im          sammenarbeit und für den Einsatz!
Sommer zeitweilig wegen Krankheit ge-                 Kontakt:
schlossen werden musste.                              Caritasverband für die Region Günzburg und
                                                      Neu-Ulm e.V.
Statistik 2018                                        Heinz-Rühmann-Straße 7, 89231 Neu-Ulm
  Bezeichnung                        2018             Christa Schemmel
                                                      Telefon:    0731-9709570
  Bekleidung                         4545             Fax:        0731-9709572
  Bettwäsche, Vorhänge               1147             E-Mail: christa.schemmel@caritas-neu-ulm.de

  Kleinwäsche                        2508             Fairkauf Neu-Ulm, Augsburgerstr. 26
  Haushaltswaren                     4332             89231 Neu-Ulm
                                                      Öffnungszeiten:
  Schuhe (Paar)                      408              Montag :        14:00 bis 18:00 Uhr
  Gesamt Kunden                      4937             Donnerstag:     14:00 bis 18:00 Uhr

                                                 16
Ritzler organisiert und strukturiert wird.
Kulturtafel für
Günzburg, Leipheim und Burgau
                                                      Die Arbeitsgruppe wechselt sich wöchent-
Ein Konzert besuchen, bei einem Fußball-              lich, aufgeteilt in 4 Zweierteams ab.
spiel mitfiebern, ins Theater gehen – ein-            Die Hauptaufgaben sind:
fach am kulturellen Leben im Günzburger               •      Kontakt mit den Veranstaltern aufzu-
Landkreis teilnehmen. Für viele Menschen                     nehmen, um Freikarten zu erhalten
ist das aufgrund der damit verbundenen                •      angemeldete Gäste in die Datei
Kosten nicht möglich.                                        einzugeben
Dies will der Caritasverband Günzburg in              •      Gäste anzurufen, um die angebotene
Zusammenarbeit mit den Städten Günzburg                      Veranstaltung zu vermitteln
(seit 2014), Burgau und Leipheim (neu seit            •      dem jeweiligen Veranstalter mitzutei-
2018) ändern.                                                len, wer die entsprechenden Freikar-
Mit der Kulturtafel soll erreicht werden, dass               ten erhält.
Kultur jedem zugänglich gemacht wird,                 Momentan sind insgesamt 65 Gäste in der
auch wenn die private wirtschaftliche Situa-          Kartei. Es wurden im vergangenen Jahr 237
tion das normalerweise nicht zulässt. Die             Freikarten für die unterschiedlichsten Ver-
Idee der Kulturtafel ist, nicht verkaufte Ein-        anstaltungen vermittelt.
trittskarten denjenigen Bürgern zu geben,
die ein Interesse an Kultur haben, jedoch             Die Flyer für die Information und Anmel-
über zu wenig Geld für kulturelle Aktivitäten         dung bei der Kulturtafel liegen in den Rat-
verfügen. So wollen wir die Situation bedürf-         häusern und im Gebäude des Caritasver-
tiger Menschen konkret verbessern, die So-
                                                      bands aus. Dort befindet sich auch das vom
lidarität innerhalb der Städte stärken und
auf unbürokratische Art Menschen und An-              Ehrenamtsteam besetzte Büro, welches im-
gebote zusammenbringen.                               mer donnerstags, von 15.30 Uhr bis 16.30
Umgesetzt wird das Konzept der Kulturtafel            Uhr geöffnet ist.
von einer 9-köpfigen ehrenamtlichen Ar-
beitsgruppe, die von der Initiatorin Gabriele

  2018 wurde die Tätigkeit der Kulturtafel offiziell auf die Städte Leipheim und Burgau ausgeweitet.
  v.l.: Bürgermeister Christian Konrad, Gabriele Ritzler, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig, Dr.
  Stefan Siemons, Vorsitzender Hans Klement, Mathias Abel, Michaela Adlassnig, Bürgermeister
  Konrad Barm und Sandra Parada. Bild: Julia Lenzer, Stadt Günzburg

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Kontakt:
                                                        Caritasverband für die Region Günzburg
                                                        und Neu-Ulm e.V.
                                                        Zankerstraße 1 a, 89312 Günzburg
                                                        Kulturtafelteam
                                                        Donnerstag: 15:30 bis 16:30 Uhr
                                                        E-Mail: kulturtafel@caritas-guenzburg.de

                                                        Ansprechpartnerinnen:
                                                        Gabriele Ritzler und Michaela Adlassnig

  Ein Teil des Kulturtafelteams:
  Vorne: Gabriele Ritzler, Rita Ganser,
  hinten: Brigitte Sommerkorn, Eva Mendle,
  Michaela Adlassnig
                                                       Ehrenamt
                                                       Ökumenisches Freiwilligen Zentrum

Ein Teil des Teams des Freiwilligenzentrums: Michael Strohdeicher, Eva Geyer, Inge Schmidt (Leitung),
Maria Granz, Michaela Hoch und Ronja Kaltenecker

                                                     18
Über uns:                                        Ausblick 2019
Das Freiwilligenzentrum STELLWERK ist            In der Woche des Bürgerschaftlichen Enga-
die zentrale Informations-, Beratungs- und       gements vom 13.09. bis 22.09.2019 findet
Vermittlungsstelle für das bürgerschaftliche     die 2. Ehrenamtsmesse im Landkreis, die-
Engagement im Landkreis Günzburg. Wir            ses Mal in Krumbach, statt.
beraten Menschen, die sich ehrenamtlich
engagieren möchten, und vermitteln in pas-       Wichtige Tendenz im Ehrenamt
sende Engagementfelder aus knapp 250             Engagierte Menschen brauchen eine gute
Möglichkeiten. Gemeinnützige Organisatio-        Begleitung bei ihrer ehrenamtlichen Tätig-
nen begleiten wir bei der Umsetzung neuer        keit. Wertschätzung und Anerkennung heißt
Projekte und unterstützen sie bei ihrer Su-      „gesehen werden“. Ein genaues Hinsehen
che nach Freiwilligen. Für Bürgerinnen und       und ein aufmerksames Zuhören ist für alle
Bürgern, die bereits ehrenamtlich tätig sind,    Einrichtungen, die mit Ehrenamtlichen ar-
stehen wir als Moderator bei Problemen zur       beiten von sehr großer Bedeutung.
Verfügung. Zusätzlich bieten wir für Verei-
ne, sozialen Einrichtungen und deren Eh-         Kontakt:
renamtlichen ein bedarfsgerechtes Fortbil-       Freiwilligenzentrum STELLWERK
dungsprogramm an.                                Krankenhausstr. 36, 89312 Günzburg
                                                 Tel: 0 82 21 – 9 30 10 10
Öffentlichkeitsarbeit:                           Email: info@fz-stellwerk.de
Aktion zur Woche des Bürgerschaftli-             Internet: www.fz-stellwerk.de
chen Engagements
Das Freiwilligenzentrum STELLWERK star-          Leitung: Inge Schmidt
tete vom 17. bis 23. September im Rahmen         E-Mail: schmidt@fz-stellwerk.de
der Woche des Bürgerschaftlichen Engage-
ments eine etwas andere Aktion – die Eh-         Öffnungszeiten: In den Geschäftsräu-
renamtsleine. An diesen Tagen flatterten         men in Günzburg: Montag bis Don-
zahlreiche bunte Blätter an Wäscheleinen –       nerstag 09.00 bis 12.00 Uhr, Donners-
von Baum zu Baum gespannt - in den Städ-         tag 14.00 bis 17.00 Uhr und nach Ver-
ten Günzburg und Krumbach. Insgesamt 29          einbarung
soziale Einrichtungen und Vereine nahmen
an der Aktion teil und wir hatten 74 Steck-      Außensprechstunden in Krumbach, im
briefe unterschiedlichster Art.                  Bürgerhaus: 1. und 3. Dienstag 15.00
                                                 bis 17.00 Uhr

    Beratungsstatistik 2018

                                                19
Die Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse
                                                                                   Innovationspotenzial der Re-
                                                                                   gion und bieten Studieren-
                                                                                   den die Möglichkeit Wissen
                                                                                   aus dem Studium praktisch
                                                                                   anzuwenden und soziale
                                                                                   Kompetenzen zu erwerben.
                                                                                   Durch gemeinsame Veran-
                                                                                   staltungen und Informations-
                                                                                   angebote wird der Wissens-
                                                                                   transfer gefördert. Basis ist
                                                                                   die im Oktober 2017 ge-
                                                                                   schlossene Kooperationsver-
                                                                                   einbarung zwischen der
                                                                                   Hochschule Neu-Ulm, dem
v.l.n.r. Jeanette Behrens (Öffentlichkeitsarbeit), Patricia Hitz (Projektleitung),
                                                                                   Familienzentrum Neu-Ulm,
Linda Hagg (Verwaltung)                                                            sowie den Freiwilligenagen-
                                                                                   turen „Hand in Hand“ und
                                                                 „engagiert in Um e.V.“. Christopher Cordes,
Die „Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse“ ist ein                           wissenschaftlicher Koordinator des ZiieL,
Projekt des Familienzentrums Neu-Ulm,                            stellte den Netzwerkpartnern verschiedene
dessen Ziel es ist, bestehendes bürgerli-                        Kooperationsmöglichkeiten mit der HNU vor
ches Engagement im Stadtgebiet Neu-Ulm und erläutert: „Ob im Bereich Betriebswirt-
zu unterstützen und zu fördern.                                  schaft, Kommunikation, Gestaltung oder
Zusammen mit Neu-Ulmer Organisationen, Gesundheitsmanagement – HNU-
Vereinen und Initiativen will sich die Ehren- Studierende bringen eine Vielzahl an Kom-
amtsbörse gemeinsam auf den Weg zu ei- petenzen mit, von denen gemeinnützige
ner engagierten Stadt machen, indem enga- Einrichtungen profitieren können. Auf der
gementfreundliche Strukturen geschaffen
                                                                 anderen Seite können unsere Studierenden
und gestärkt werden und der Weg für Bür-
gerinnen und Bürger ins Ehrenamt erleich- ihr Wissen aus dem Studium praktisch an-
tert wird.                                                       wenden und sich damit auf das Berufsleben
Die Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse wird im                             vorbereiten.“ Auch für das kommende Jahr
Rahmen des Netzwerkprogramms                                     soll die Kooperation zwischen der Neu-
„Engagierte Stadt“ vom Bundesministerium Ulmer Ehrenamtsbörse und der Hochschule
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Neu-Ulm gefördert und vergangene Projek-
der Bertelsmann Stiftung, der Bethe Stif-                        te weiter ausgebaut werden.
tung, der Breuninger-Stiftung, der Joachim-
Herz Stiftung, der Körber-Stiftung und der
                                                                   Kontakt:
Robert Bosch Stiftung gefördert. Seit 2018
                                                                   Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse im
erhält das Projekt zudem einen finanziellen
                                                                   Familienzentrum
Zuschuss von der Stadt Neu-Ulm.
                                                                   Kasernstraße 54
                                                                   89231 Neu Ulm
Förderung von studentischem Engagement
                                                                   Tel: 0731 / 6030991
Ein Arbeitsschwerpunkt im Jahr 2018 war
                                                                   Fax: 0731 / 7054369
die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für                             info@neu-ulmer-ehrenamtsboerse.de
interdisziplinäres, internationales und enga-
giertes Lernen (ZiieL) der Hochschule für                          Ansprechpartnerin: Patricia Hitz
angewandte Wissenschaften in Neu-Ulm.                              Offene Sprechstunden Ehrenamt:
Mit ZiieL hat die Neu-Ulmer Ehrenamtsbör-                          Dienstag 10:00 – 12:00 Uhr
se einen Partner auf Augenhöhe gefunden. Donnerstag 16:00 – 18:00 Uhr
Gemeinsame Projekte stärken das

                                                      20
Interview Ehrenamt                                    Kasse. Auch beruflich hatte ich immer mit
Günzburger u. Burgauer Tafel                          Geld zu tun und immer mit Zahlen. Das ma-
                                                      che ich eben gern.
„Die Tafel gibt mir sehr viel“
                                                      D.M.: Wie kann man sich bei der Tafel
                                                        ehrenamtlich einbringen? Welche Tä-
                                                        tigkeiten gibt es?
                                                        M.E.: Zur Vorbereitung der Tafel gehört
                                                        das Einsammeln der Ware bei den abge-
                                                        benden Geschäften. Das wird von vielen
                                                        Männern, ebenfalls ehrenamtlich, ge-
                                                        macht. Dann wird die Ware sortiert. Das
                                                        wird ja schon Montagnachmittag und
                                                        Dienstagvormittag gemacht. Die Waren
                                                        werden dann, wie im besten Geschäft,
                                                        eingeräumt. Am Dienstag beginnt dann
                                                        ab 13.00 Uhr die Ausgabe der Waren an
                                                        die Kunden. Wir machen das alles voll-
                                                        kommen ehrenamtlich.

                                                          D.M.: Wie viel Zeit investieren Sie
                                                          ungefähr?
                                                          M.E.: Ich komme dienstags um 10.30
Im Interview Marie-Luise Eberle, Ehrenamtliche der        Uhr und bleibe bis 17.00 Uhr. Das mache
Günzburger und Burgauer Tafel
                                                          ich zwei Wochen hintereinander und
                                                          dann habe ich eine Woche frei.
Das Interview führt Dorothea Moser Mitar-
                                             D.M.: Was bringt Ihnen diese Arbeit?
beiterin des Caritasverbandes                M.E.: Ich brauche eine Aufgabe. Ich bin seit
                                             17 Jahren in der Kommunalpolitik und war
D.M.: Frau Eberle, seit wann sind Sie        auch viele Jahre auf kirchlicher Ebene en-
denn mit dem Regionalverband Günz-           gagiert. Die Tafel gibt mir sehr viel und ich
burg/Neu-Ulm der Caritas verbunden?          freue mich jeden Dienstag darauf. Ich habe
M.E.: Eigentlich nicht nur mit Günzburg son- auch das Gefühl, von den Kunden ange-
dern diözesanweit. Ich habe früher neben- nommen zu werden.
beruflich die Geschäftsführung bzw. Finanz-
verwaltung beim örtlichen Krankenpflege-     D.M.: Wenn Sie Freude haben, reagieren
verein gemacht und das über dreißig Jahre die Leute positiv auf Sie?
lang. Dabei hatte ich immer mit dem Diöze- M.E.: Ja, öfters. Na, es sind natürlich nicht
sanverband Augsburg zu tun. Bei der Günz- alle Menschen gleich. Wenn sich jemand
burger Tafel bin ich jetzt so ziemlich genau freundlich bedankt, freuen wir uns natürlich.
seit sechs Jahren. Nach meinem Berufsle-
ben suchte ich eine Beschäftigung, die Sinn D.M.: Wer nimmt denn den Tafelladen in
und mir auch Spaß macht. Ich denke, dass Anspruch?
ich sie gefunden habe. Ich habe damals ei- M.E.: Das sind ganz unterschiedliche Men-
ne Bekannte getroffen, die in Günzburg bei schen, oft sehr dankbare und hilfesuchen-
der Tafel mitarbeitete. Über sie bin ich zur de. Bei manchen versteht man das manch-
Günzburger Tafel gekommen.                   mal vom Augenschein nicht so ganz, doch
                                                      das Einkommen muss nachgewiesen wer-
D.M.: Was macht so viel Spaß an der Ta-               den und wird geprüft. Das ist nicht mein
felarbeit?                                            Part. Und man sieht nicht in einen Men-
M.E.: Erstens der Kontakt zu den Menschen             schen hinein. Die Probleme der Leute sind
und: Ich bin ein Zahlenmensch. Ich leite seit         wohl recht verschieden. Es kommen auch
einigen Jahren zwei Gruppen und sitze                 junge Leute. Es gibt auch welche, die mal
auch bei der Warenausgabe meist an der                gut situiert waren und durch irgendeine Situ-

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ation total in Schwierigkeiten geraten sind;     Um Weihnachten herum war eine Pause
Einflüsse wie Scheidung, Haus verloren,          und ich habe mich jetzt richtig gefreut, dass
Kinder weg … oder eine Insolvenz. Und            es wieder los geht . Das macht auch die Zu-
dann ist man hilfebedürftig.                     sammenarbeit mit dem Gremium, Frau Fi-
                                                 scher, Herr Abel und Herr Höppler. Das
D.M.: Wie sind Sie denn mit der Organi-          läuft sehr gut.
sation der Tafel zufrieden?
M.E.: Die Organisation ist gut. Es läuft. Wir
                                            D.M.: Haben Sie auch manchmal den Ein-
Ehrenamtliche sind in Gruppen eingeteilt,   druck, dass Besucher denken, dass es
die jeweils für die unterschiedlichen Aufga-auf die Leistungen der Tafel eine Art offi-
ben zuständig sind.                         ziellen Rechtsanspruch gibt?
                                            M.E.: Ich habe eher das Gefühl, dass viel
D.M.: Gibt es auch Dinge oder Situatio-     mehr Leute den Tafelladen in Anspruch
nen, die Sie nerven?                        nehmen könnten. Sie schämen sich aber
M.E.: Manchmal muss man auch ein Macht- und sagen, nein, da gehe ich nicht hin. Heu-
wort sprechen, wenn es Streit gibt zwischen te hat mich eine Dame angesprochen, die
den Tafelbesuchern. Das kommt vor. Da       erzählte, ein Bekannter bräuchte die Hilfe,
kann es dann schon sein, dass ich sie zu    traut sich jedoch nicht her. Sie bringt ihn
Recht weise. Aber dann ist es oft auch wie- jetzt mit zum Kennenlernen. Einmal geht
der gut.                                    das schon.

D.M.: Es kommen ja auch sehr viele Be-      D.M.: Ja. Mit jemandem gemeinsam ge-
sucher, nicht wahr?                         hen erleichtert den ersten Kontakt si-
M.E.: Im Schnitt 120 bis 140 Leute. Die     cher. Können denn mehr Leute als Tafel-
meisten davon sind sehr nett. Aber es gibt  kunden aufgenommen werden? Das Le-
auch andere. Aber ich komme ziemlich gut    bensmittelangebot ist doch begrenzt?
zurecht.                                    M.E.: Ja, das steuert auch Herr Höppler, ob
                                            noch Leute aufgenommen werden können.
D.M.: Was wünschen Sie sich für die Ta- Zurzeit haben wir wieder mehr Lebensmit-
fel in den nächsten Jahren?                 telspenden. Und wir müssen natürlich bei
M.E.: Unser Staat müsste eigentlich mehr der Lebensmittelausgabe auch steuern. Es
für unsere Bedürftigen tun. Aber es gibt ja gibt genaue Vorgaben. Zum Beispiel Grund-
auch ganz unterschiedliche Situationen, wa- nahrungsmittel: Wenn jemand Kartoffeln be-
rum man hilfebedürftig werden kann. Ich     kommt, gibt es dann eventuell nicht auch
denke, dass die Tafel auch in den nächsten noch Nudeln. Wenn genügend da ist, be-
Jahren mehr denn je gebraucht wird.         kommt man natürlich beides.

D.M.: Wenn sich jemand für ein Ehren-            D.M.: Die Ehrenamtlichen müssen also
amt interessiert, was würden Sie sagen,          sehr genau schauen, was ist noch da
warum sollte man sich gerade bei der Ta-         und mit wie vielen Leuten müssen wir
fel einbringen?                                  heute noch rechnen?
M.E.: Die Helfer sind alle sehr nett. Jeder      M.E.: Ja, richtig. Das kann dann schon sein,
will eine Beschäftigung, will also was ma-       dass die letzte Gruppe kein so großes An-
chen. Die meisten sind Rentner oder teil-        gebot mehr vorfindet. Aber das Gruppen-
zeitbeschäftigt. Manche mögen nicht so ger-      system der Kunden ist rollierend, also die
ne den Kontakt mit den Besuchern. Diejeni-       letzten werden ein andermal die ersten sein.
gen erledigen dann die anderen Tätigkeiten       Jeder kommt also mal in den Genuss, dass
wie Einräumen.                                   er aus dem Vollen schöpfen kann.

D.M.: Das ist also auch ein mögliches    D.M.: Frau Eberle, vielen Dank für das
Ehrenamt für Leute, die etwas Sinnvolles Gespräch und weiterhin Freude an Ihrer
tun möchten, aber nicht unbedingt im     Tätigkeit!
direkten Kontakt zu Menschen?
M.E.: Ja genau.

                                                22
Familien
Ökumenisches Familienzentrum
Neu-Ulm
                                                         Günzburg und Neu-Ulm e.V.. Finanziert
Bereits seit 2005 ist das Familienzentrum                wird das Familienzentrum von der Stadt
eine zentrale Anlaufstelle für Kinder, Fami-             Neu-Ulm.
lien und Alleinlebende im Neu-Ulmer Stadt-
gebiet. Hier haben Bürger und Bürgerinnen                2018 war ein besonderes Jahr für das Fa-
die Möglichkeit, sich untereinander auszu-               milienzentrum und zwar wurden zwei Pro-
tauschen und Kontakte zu knüpfen, sich zu                jekte des Familienzentrums mit Preisen
informieren und zu verschiedenen Familien-               ausgezeichnet. Das Projekt „Plaudern mit
themen beraten zu lassen. Zudem bietet                   dem Nähkästchen“ erhielt den schwäbi-
das Familienzentrum vielfältige Projekte,                schen Integrationspreis. Diesen vergibt
Veranstaltungen und Freizeitangebote für                 die Regierung von Schwaben, um Initiativen
die ganze Familie und den Neu-Ulmer Bür-                 auszuzeichnen, die sich in den Bereichen
gerinnen und Bürger die Möglichkeit sich                 Wirtschaft, Kultur, Bildung, Sport, Soziales
ehrenamtlich für die Gesellschaft zu enga-               und Gesundheit für ein interkulturelles Mitei-
gieren. Träger des Familienzentrums sind                 nander einsetzen.
das Diakonische Werk Neu-Ulm e.V. und
der Caritasverband für die Region                        Das Projekt „Plaudern mit dem Nähkäst-
                                                         chen“ wurde 2012 ins Leben gerufen und
                                                         befähigt Kinder und Erwachsene dazu,

Das Team des Familienzentrums
V.l.n.r.: Beate Bader, Mirjam Menz, Renate Koch, Juliane Ott (Leitung) und Linda Hagg

                                                       23
Mütterkuren, Mutter-Kind Kuren
kaputte Kleidung zu reparieren, Hosen          und Erholungsmaßnahmen
selbst zu kürzen oder alte Kleidung zu mo-
dernisieren und somit den Gang zur teuren
                                               Wir beraten Mütter vor der Kur und vermit-
Änderungsschneiderei oder ins Kaufhaus
                                               teln entsprechende Hilfe:
zu umgehen. Zudem kommen hier Men-
                                               10 Mütter wurden 2018 über die Beantra-
schen verschiedener Nationalitäten und
                                               gung und Durchführung einer Mütterkur und
sehr individueller Biographien in Kontakt
                                               Mutter-Kind-Kur, beraten. 16 Beratungsge-
und mit der Zeit entstand unter den Teilneh-
                                               spräche wurden durchgeführt. Sie erhielten
mern ein echtes „Wir-Gefühl“. Seit mehre-
                                               auch Informationen und Unterstützung bei
ren Jahren engagieren sich mehrere Teil-
                                               der Antragstellung und bei Widerspruchs-
nehmerinnen ehrenamtlich im nahegelege-
                                               verfahren.
nen Seniorenzentrum Albertinum.
                                             Viele Mütter sind durch die Doppel- und
Unter dem Titel „Nähtreff mobil“ ziehen die
                                             Dreifachbelastung in Familie, Haushalt und
Teilnehmerinnen zweimal im Jahr mit Näh-
                                             Beruf so erschöpft und ausgelaugt, dass sie
maschinen, Nadel und Faden ins Senioren-
                                             als kurbedürftig gelten. Durch die Viel-
zentrum und bieten den Senioren kostenlos
                                             zahl der täglichen Anforderungen und Er-
ihre Nähdienste an.
                                             wartungen stehen die Mütter sehr unter
                                             Stress und Druck. Die Durchführung einer
Ein weiteres Highlight dieses Jahr war die
                                             Mutter/Mutter-Kind-Kur über das Mütterge-
Auszeichnung mit dem 1. Platz des Verant-
                                             nesungswerk soll den Müttern wieder neuen
wortungspreises der VR Bank Ulm/
                                             Antrieb und Kraft geben.
Biberach für das Projekt „Lernpaten“. Die-
ses Projekt hilft Kindern und Jugendlichen,
                                             Die Mütter können sich kostenlos zu allen
die einen besonders hohen Förderbedarf
                                             Fragen rund um die Kurmaßnahme
haben, von zu Hause aber nicht die notwen-
                                             beraten lassen.
dige Unterstützung bekommen. Die indivi-
                                             Der Caritasverband ist hier beratend und
duelle Begleitung durch die Lernpaten er-
möglicht den Kindern, ihre emotionalen, so- vermittelnd tätig. Die Kosten für die Kur
zialen und kognitiven Fähigkeiten zu ver-    werden bei Genehmigung von den Kran-
bessern und in der Schule zu bestehen. Die kenkassen getragen.
Lernpaten sind ihren Schützlingen für min-
destens ein Schuljahr fest zugeordnet. Ziele
des Projekts sind neben der Unterstützung     Kontakt:
im Schulalltag, das Selbstbewusstsein der     Caritasverband für die Region Günzburg
Kinder und Jugendlichen zu fördern, sie bei und Neu-Ulm e.V.
der Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche Zankerstraße 1a, 89312 Günzburg
zu unterstützen und ihnen bei der Bewälti-    Ansprechpartnerin:
gung ihres Alltags zu helfen.                 Brigitte Aschenbrenner
                                                   Telefon:   08221-3676-0
Kontakt:                                           Fax:       08221-3676-50
Familienzentrum Neu-Ulm
Kasernstraße 54                                    E-Mail:
89231 Neu Ulm                                      Brigitte.aschenbrenner@caritas-
Tel: 0731 / 6030991                                guenzburg.de
Fax: 0731 / 7054369                                www.caritas-guenzburg.de
E-Mail:
info@familienzentrum-neu-ulm.de

Ansprechpartnerin: Juliane Ott (Leitung)

www.familienzentrum-neu-ulm.de

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