Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso

Die Seite wird erstellt Sven-Aarge Wendt
 
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Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Daumenkino: Fotoreportage zu
Vollmond   –   Ernte-   oder
Blutmond?    3  Minuten   am
Wolkenrand
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Heute, am 15. November
um 15.54 Uhr MEZ ist es wieder soweit: Halbmond. Die Nacht und
der Morgen davor ist noch zunehmender Mond. Vollmond soll dann
am Freitag, den 23. November um 6.39 Uhr sein. Der
Novembermond heißt Nebelmond oder Bibermond. Das Aussterben
und Verschwinden der Biber in Deutschland hat der Begriff
überdauert. Jetzt gibt es nicht nur Bieber in Kanada, sondern
auch bei uns wieder Biber. Haben manche manchmal Fieber? Das
weiß Rolf Zuckowski besser. Der vergangene Vollmond, der
Oktobervollmond, heißt Ernte-, Jäger- oder Blutmond. Er
amtiert quasi noch.

„Voll was los“ zu Vollmond 2018
Mondmäßig war ganz schön was los dieses Jahr. Im Januar und
März gab es jeweils einen „Blue Moon“ mit zweimal Vollmond im
Monat. Solche Sonnenjahre sind sehr selten. Im Februar – das
war der Monat mit der Berlinale – gab es überhaupt keinen
Vollmond, das nennt man auch Black Moon.
Bis in alle gesellschaftlichen Schichten drang die totale
Mondfinsternis in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli durch
(siehe Link unten). Sie war in Berlin genauso sichtbar wie die
Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Halbschatten-Mondfinsternis am 31. Januar.

Beobachtungsglück zu Vollmond
Auch beim Oktobervollmond hatte Berlin Glück. Während dieser
Erntemond in weiten Teilen Deutschlands, zum Beispiel im Süden
und Westen, nicht zu sehen war, gab es zwischen Elbe und Oder
bessere Sichtungschancen, in der Hauptstadt vor allem im
Westen.
Die daumenkinoähnlichen Bilder wenige Minuten nach der
100%igen Abdeckung beim von Regen und Wind freigewaschenem
Himmel möchten wir ihnen nicht vorenthalten, zudem wir als
Glücksfall den Vollmond genau am Rande eines riesigen
Wolkenbandes ablichten konnten. Dabei gelangte er unter
anderem scheinbar in ein Wolkenfenster und schaute heraus.
Durch die hohe Durchzugsgeschwindigkeit der Wolken bei
außergewöhnlich klarer Sicht ergaben sich buchstäblich in
Windeseile immer wieder ganz neue Ausblicke, ohne die Geduld
des Betrachters in der Kühle des Abends zu behelligen.

Zum Vollmond-Daumenkino:

Stille
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Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Oktobervollmond hinter Wolken. © Foto/BU : Andreas Hagemoser,
2018

Heute soll Vollmond sein? 19.17 Uhr + 19 Sekunden. Bei starkem
Höhenwind. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Ist überhaupt etwas zu sehen auf dem Photo? 19.17 Uhr + 31
Sekunden. am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018

Was soll das sein? Vollmond? Sicher nicht! 19.17 Uhr + 37
Sekunden am 24. Oktober 2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser,
2018
Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Ist überhaupt ein Film in der Kamera? 19.17 Uhr + 58 Sekunden.
24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018

Oh, da ist was! 19.18 Uhr + 24 Sekunden. 24.10.2018. © Foto/BU
: Andreas Hagemoser, 2018
Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Das muss wohl der Mond sein. 19.18 Uhr + 28 Sekunden. Am
24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018

Vollmond mit Akademikermütze. 19.18 Uhr + 33 Sekunden.
24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Vollmond fast im Wolkenfenster. Ist er gleich wieder weg?
19.18 Uhr + 42 Sekunden. Am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas
Hagemoser, 2018

Vollmond im "Fenster", aber nicht durch das Fenster
photographiert. 19.18 Uhr + 49 Sekunden am 24.10.2018. ©
Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Daumenkino: Fotoreportage zu Vollmond - Ernte- oder Blutmond? 3 Minuten am Wolkenrand - Kulturexpresso
Oh, die Wolken ziehen schnell! Als Vollmond dennoch sichtbar
um 19.18 Uhr + 53 Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas
Hagemoser, 2018

EI IM NEST. Vollmond. 19.19 Uhr + 04 Sekunden. 24.10.2018. ©
Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Als ob er nicht ganz rund wär'. Wolkenfetzchen vor Vollmond um
19.19 Uhr + 13 Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas
Hagemoser, 2018

Vollmond mit Bauchbinde - Rauch? um 19.19 Uhr + 20 Sekunden am
24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Könnte ein Auge sein. Vollmond zwischen Wolken, unten rechts
ziemlich bedeckt um 19.19 Uhr + 25 Sekunden am 24.10.2018. ©
Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018

Nur dünne Wolkenfetzen vor dem Vollmond um 19.19 Uhr + 33
Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Nur 5 sec. später: Gleich ist er wohl wieder weg ..., der
Vollmond um 19.19 Uhr + 38 Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU :
Andreas Hagemoser, 2018

Wieder 5 sec. später: Hält ihn eine Hand?Erntevollmond vor dem
Verschwinden um 19.19 Uhr + 43 Sekunden am 24.10.2018. ©
Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
3/4 bedeckt und schwindend ... aber er steigt ja auch, der
Vollmond um 19.19 Uhr + 49 Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU :
Andreas Hagemoser, 2018

Der Vollmond hat Oberwasser um 19.19 Uhr + 56 Sekunden am
24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Vollmond mit Strahlengang - Jägervollmond um 19.20 Uhr + 14
Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018

Voll und ganz zu sehen; der Vollmond um 19.20 Uhr + 24
Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Schon wieder kommen Wolken. Der Vollmond um 19.20 Uhr + 29
Sekunden am 24.10.2018. © Foto/BU : Andreas Hagemoser, 2018
Mehr erklärender Text zur Fotoreportage im Beitrag Ernte- oder
Blutmond? Je reißerischer, desto häufiger verwendet werden die
Begriffe, auch bei Vollmond von Andreas Hagemoser.

 Wenn die Verdunklung erhellt. Die in Deutschland sichtbare
 Mondfinsternis, ein Jahrhundertereignis
Wenn die Verdunklung erhellt.
Die in Deutschland sichtbare
Mondfinsternis,           ein
Jahrhundertereignis
Anklam/ Berlin/ Brandenburg/ Heringsdorf/ Kleinmachnow/
Neubrandenburg/ Rostock-Warnemünde/ Stralsund/ vielerorts,
Deutschland, Erde (Kulturexpresso). Ein gesellschaftliches
Großereignis. Die Fußball-WM? Klein dagegen. Nur alle 110 oder
120 Jahre soll so ein Ereignis sichtbar stattfinden. Die
Mondfinsternis. Die totale. Zu lang, um es auf das nächste Mal
zu verschieben. Was du heute kannst betrachten, solltest du
lieber achten. Ein nächstes Mal wird es nicht geben.

Allein dieser Gedanke fasziniert viele. Zieht sie hinaus ins
Freie.

Unsere Begrenztheit und die Endlichkeit des menschlichen
Körpers werden gewahr.

Selbst ein Groß-Verbrecher oder ein Multimillardär hätten die
Mondfinsternis nicht anhalten können. Ein gutes Gefühl, das zu
wissen.

Die Entfernungen können Demut erzeugen. Wie klein wir sind.
Und wie groß; wenn wir das erkennen.

Mondfinsternis und Pünktlichkeit
21.19 Uhr in Berlin: Die
                                    Sonne geht gleich unter. ©
                                    Foto: Andreas Hagemoser,
                                    2018

Unausweichlichkeit ist das Stichwort. Wer das hier verschlief
oder zu lange vor dem Fernseher saß, erhält keine „zweite
Chance“. Pünktlich wie der Anstoß der Spiele der Fußball-WM in
Russland tritt der Mond in den Kernschatten, dann in den
Halbschatten, dann in die partielle Phase, die um Berlin herum
bis 1.28 uhr dauert. Um partiell entbrennt ein Streit mit
einem Mitbetrachter. Das hieße doch teilweise. Ja. Aber es
geht nicht um den sichbaren Schatten auf dem mond, sondern um
die geringere Lichtstärke des Vollmonds, da der Planet Erde
einigen Sonnenstrahlen auch zwischen 0.20 Uhr und kurz vor
halb zwei im Wege war.

Die Betrachtung des Mondes erfordert Vorbereitung. Akku voll?
Kamera dabei?    Doch    die   wichtigste   Frage:   Von   wo   aus
betrachten?
Einige von uns sind nach Marienfelde gefahren, um vom Berg aus
näher an den Ereignissen zu sein. Man kann ja nicht immer aus
Charlottenburg berichten. Allein: Der Dunst störte. Nicht der
Alkoholdunst, der die eigene Wahrnehmung trüben könnte,
sondern die wolkenähnliche Sichtbehinderung des gerade gegen 9
aufgegangenen Mondes. Also schnell in die Innenstadt. Am
Kurfürstendamm muss man auf Fußgänger achten. Mehr als sonst
um diese Uhrzeit. Obwohl die totale Verdunklung des Vollmondes
schon eine Stunde andauert, ist an guten Stellen alles voll.
Zum Glück ist der höchste Punkt des Ku’damms nicht nur in der
Nähe der Autobahn. Die Kurfürstendammbrücke ermöglicht eine
freie Sicht nach Süden, während der Mond auf seiner Umlaufbahn
nach links aus dem Schatten entflieht. Durch die Erddrehung
wandert der Mond natürlich subjektiv nach rechts und steigt
gleichzeitig an. Gut für die Beobachtung. Doch das wichtigste:
Der Himmel ist klar! Hurra!
Alles klar.

Fake News zur Mondfinsternis

Mond mit Erdschatten, unten
der Mars. © Foto: Andreas
Hagemoser, 2018

Hohle Erde? Nicht gesellschaftsfähig, nicht mehrheitsfähig.
Nein, die Kollegen der Boulevardzeitungen haben gut
informiert. Nicht gut genug für einen Physiklehrer. Er
schimpft auf die falsche Graphik und holt Papier und Stift.
Nicht so schick wie in der Zeitung, dessen ausgeschnittener
Artikel herumgereicht wird, dafür aber richtig zeichnet er die
Position des Mondes und der Erde ein. Der Schattenwurf war
falsch dargestellt.

Auch sonst kursieren viele Gerüchte: Ein Pärchen
photographiert mit dem Handy. Der Mann erzählt, er habe es
erst kürzlich von einem Arbeitskollegen erfahren. Ich frage
ihn, welcher Planet denn da unten dichter über Land zu sehen
sei – Venus oder Mars? Das sei bestimmt ein Flugzeug, meinte
er. Das muss von Air Berlin gewesen sein, denn es rührte sich
scheinbar gar nicht vom Fleck.

Es   war   aber   auch   kein    Stern,   denn   die   flackern.
Gesellschaftlicher Konsens biledet sich heraus. Eine
Anwohnerin um halb zwölf: „Das ist der Mars, haben wir
herausgefunden.“ Sie ist mit einer Nikon ausgestattet und
photographiert bequem von einer Bank aus. Der Ku‘damm macht‘s
möglich.
Die Mondfinsternis: ein Thema für
Astrologie, Astronomie und Vermischtes

                 8 nach Mitternacht: Vom
                 Erdschatten ist nur noch
                 wenig zu sehen. Elf Minuten
                 später ist das vorbei. Die
                 partielle Phase beginnt. ©
                 Foto: Andreas Hagemoser,
                 2018

Die US-amerikanische Theater- und Buchautorin Lisa Streitfeld
weist seit langem auf die große Bedeutung solcher Finsternisse
hin. „Eclipse of the moon“ und „eclipse of the sun“ heißen sie
auf der anderen Seite des Kanals und großen Teiches. Lisa S.
Ist eine Pionierin auf dem Gebiet. Leider liegen ihre
Veröffentlichungen noch nicht in deutscher Sprache vor.

Mondfinsternis und Geschlecht
Der Mond ist im Deutschen männlich. International ist das eher
die Ausnahme. La lune (lün, frz.), la luna sind weiblich. Die
Sonne ist weiblich, le soleil auf französisch männlich. Das
spricht eine deutliche Sprache.

Mondfinsternis: Alle auf Augenhöhe
Handyphotos, Zweite-Reihe-
                                  Parken: Um 23.35, bei
                                  beginnendem Halbschatten,
                                  ist immer noch viel los am
                                  Kurfürstendamm. © Foto:
                                  Andreas Hagemoser, 2018

Die Oberärztin und der Künstler, der DHL-Fahrer und die
Softeisverkäuferin: Beim Fußball begegnen sich alle auf
Augenhöhe. Nationalitäten bekommen ihren richtigen Platz, wenn
Niederländer und Deutsche das Endspiel Kroatien-Frankreich
anschauen.

Auch bei der Mondfinsternis kommen Wildfremde miteinander ins
Gespräch. Menschen, die sich sonst nie gesprochen hätten.
Geschäftsideen entstehen: „Das Opernglas könnten Sie
verleihen“. Ein Fernglas macht die Runde.
Junge sprechen mit Alten. Dumme mit Klugen. Männer mit Frauen.
Dick und Doof in Betrachtung des Mondes. Es herrscht Frieden.

Mondfinsternis: Kein nächstes Mal
Die Mondfinsternis passiert in den nächsten hundert Jahren
nicht noch einmal. Das ist Rekord. Und wenn jemand die
Mondfinsternis mit Mars doch noch einmal erlebt, ziehen
vielleicht gerade Wolken auf. Dennoch: Eine Fußball-WM in
Russland wird es vielleicht innerhalb der nächsten hundert
Jahre auch nicht mehr geben.
Der Unterschied: Wir wissen es nicht.

Die Wissenschaftler, die jetzt ausgrechnet haben, das 2120
nach nächste Mal so ein kosmisches Ereignis eintreten wird,
werden dann schon lange verstorben sein.

Unsereins freut sich ja schon, dass die WM in Russland im
Sommer stattfand. Denn die nächste Fußball-WM findet im
Dezember statt. Katar macht‘s möglich.

Tropical Island. AFFB mit
Kunstmesse, Designermarkt und
Livemusik – erst das Essen,
dann die Kultur
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Das afrikanische
Essensfest Berlin heißt original African Food Festival Berlin
(AFFB). In Berlin führt der Weg nach Afrika übers Englische.
Berlin ist eben keine Insel (mehr). Warum sollte das AFFB eine
(tropische) Insel sein? A tropical island? Auch wenn wir alle
verglobalisiert werden, oder nun aufgrund des Trumpschen
Rückzugs aus G7 ja jetzt irgendwie doch nicht, verstehen die
meisten Deutschen deutsch noch am besten. Schon klar,
Weltsprache englisch. Die Filmfestivals Berlinale und SEEFF
führen englisch als Festivalsprache genau wie manch andere
Hauptstadtveranstaltungen (z.B. „Writing in Migration)“.

Natürlich hat die englische Sprache weltweit eine gewisse
Dominanz erreicht. Doch feixen die Latinos seit den 80er
Jahren, dass von Miami bis San Diego bald alles spanisch
spricht. Die meisten Sprecher eines Volkes hat das Chinesische
– und die Einwohnerzahl Indiens könnte bald, nachdem China die
Ein-Kind-Politik jahrelang verfolgte, die Chinesen von ihrem
Spitzenplatz ablösen. Auf die Sprachen gehen wir unten in
einem eigenen Abschnitt ein, damit es einem wie Schuppen von
den Augen fällt.

Kurz gesagt ist englisch eine Lingua franca für die (Exil-
)Afrikaner. Für wenig Sprachbegabte ist englisch – auch unter
Landsleuten – die Krücke, mit der man so gut laufen kann, dass
deutsch bisweilen vernachlässigt wird. Berlin macht es ihnen
leicht, nicht nur der Coffee ist aus Togo.

Anderseits führen die ausschließlich englischsprachigen
Handzettel und Flyer dazu, dass deutschsprachige Berliner sich
abgeschreckt fühlen oder schlicht nicht verstehen, was dort
annonciert wird. Für Zweisprachigkeit mag ja auf einer
postkartengroßen Werbung nicht viel Platz sein. Doch einladend
und aufgeschlossen geht noch besser.

Eine Postleitzahl ist auf der Karte, die unter anderem im
Babylon-Kino in Mitte auslag, auch nicht zu finden. Halten wir
einfach mal fest: Es gibt Kommunikationshindernisse.

Das AFFB am 9. und 10. Juni: Ein Tropical
island
Das Food Festival hatte je nach Betrachtung schon ein, zwei
oder drei Vorgänger unter derselben Leitung, aber in anderem
Rahmen. Es hieß eben nicht immer so. War kleiner.

2017 war es schon einmal am Osthafen. Warum tropisch? Warum
Insel?

Tropisch waren die Temperaturen am Samstag, den 9. Juni
allemal. Die Sonne schien krass und die abendlichen dunklen
Wolken verdunkelten zwar die Sonne, aber die nicht
mitgebrachten Regenschirme konnte man steckenlassen.
Mancherorts in Deutschland maß man 42 Grad im Schatten. Am
Sonntag dann nachmittags drei Regengüsse mit großen Tropfen,
ohne dass die Wärme – sagte ich Hitze? – verschwand.

Warum Insel? Das Gelände am Hafen – welche bewohnte Insel
hätte keinen, nicht wenigstens einen kleinen Anleger? – hat
eine natürliche und zwei künstlich-natürliche Grenzen. Es ist
überhaupt nur von einer Seite zugänglich – von der Straße –
und von dort wegen der straßenseitigen Gebäude nicht
einsehbar. Im Süden – hört sich auch schon nach Insel an,
„Süden“ – bildet die Spree die Grenze. Im Osten und Westen
Brücken. Nur im Norden ist das eindrucksvolle Haus Alt-Stralau
1 Zugang und Bollwerk zugleich.

Das Essen im Vordergrund, die Kultur im
gut sichtbaren Hintergrund
Von der Esskultur mal abgesehen wurde dem Geist viel geboten.
Writing in Migration, ein von der KBB (Kulturveranstaltungen
des Bundes) veranstaltetes Festival afrikanischer Literatur,
kooperiert mit dem AFFB. Es gab einen Büchertisch.

Für die Ohren und zum Tanzen „Live Acts“, also Konzerte, und
zwar von MARY MAY und Gue Gue. Musik auch von Discjockeys:
Selecta Maestro aus London, Djs Jamie, Jon, Nomi, Boris, Mo
Lateef, Haizel und Chadna.

Fürs Auge die Kunstmesse „AFFB Art Fair“ mit „Upcoming African
artists“, also Künstern, denen eine große Zukunft bevorsteht
und den AFFB Designer Market, Kunsthandwerk, Design,
Textildesign. Im Fachjargon „African inspired goods“. Waren,
deren Herstellung vom Geist des afrikanischen Kontinents
angeregt wurde.
Weiterhin wurden „Workshops“ und „Talks“ angeboten. An die
Werkstätten hat man sich schon gewöhnt, Gespräche und
Podiumsdiskussionen kennt man auch noch unter anderen Namen.
Natürlich gab es eine Kinderecke „Kids corner“ mit „beach“, am
Strand.

Die Sache mit der Sprache: Was in Indien
und Afrika anders ist
In Indien gibt es etwa 20 Hauptsprachen, Telugu, Kannada, ja,
auch Hindi. Doch sollte uns die phonetische Ähnlichkeit der
Wörter „Indien“ und Hindi“ nicht darüberhinwegtäuschen, dass
weniger als jeder Sechste Inder Hindi spricht. Die Lösung für
Wirtschaft und Volk: Englisch ist die Verkehrssprache. Und in
Afrika?
Da wir hier kein Afrikanistikstudium ersetzen können, greifen
wir nur drei Länder des südlich von uns gelegenen Kontinents
heraus.

Angola:   die   Kolonialsprache                        weit
verbreitet, und trotzdem …

Flagge Angolas auf einem
Magneten    zur    Herren-
Fußball-WM             2006
(„Sommermärchen“). © 2018,
Foto/BU: Andreas Hagemoser
Zuerst Angola. Warum Angola? Erstens wollen wir wegen des
Alphabets im Westen anfangen, im Westen des Südteils (also im
Südwesten), zweitens aus verschiedenen Himmelsrichtungen
Staaten stichprobenartig betrachten.

Außerdem ist Angola wohl das Land, in dem sich die
Kolonialsprache am weitesten verbreitet hat. Ein Drittel der
Angolaner sind portugiesische Muttersprachler. Und trotzdem
sehen wir sogar hier, dass es einfach „zu viele“ Sprachen
gibt. Von vielen davon kennt man in Europa noch nicht mal den
Namen.

„Unter den afrikanischen Sprachen Angolas am weitesten
verbreitet sind das Umbundu, von der ethnischen Gruppe der
Ovimbundu gesprochen, das Kimbundu der Ambundu und das Kikongo
der Bakongo sowie dessen Kreolvariante Kituba .“ Der
Wikipediaartikel fährt in der Version des AFFB-Wochenendes
fort:
„Andere Sprachen sind Ngangela, Oshivambo (Kwanyama, Ndonga),
Mwila, Nkhumbi, Otjiherero und Chokwe sowie das im 20.
Jahrhundert von Rückwanderern aus dem Zaire eingeführte
Lingala.“
11 beziehungsweise 12 Sprachen habe ich gezählt, portugiesisch
war noch gar nicht dabei. Ein Einzelfall? Nein.

Die Sklaven auf den Farmen im Süden der USA konnten auch nicht
miteinander sprechen, darauf wurde zum Beispiel in der
Berliner PFF (Protestant Faith Fellowship) zurecht immer
wieder hingewiesen.

Vielleicht ist Angola einfach zu groß? Kolonien wurden ja
meist den Völkern ziemlich link abgeluchst, um es einmal
salopp und umgangssprachlich auszudrücken.

Der Senegal
Also schauen wir einmal nach Senegal. Der Senegal liegt im
Westen am Atlantik, nicht allzuweit südlich von den Kanaren.
Insgesamt gibt es zurzeit etwa 15 Millionen Senegalesen.
Die sechs senegalesischen Hauptsprachen Wolof, Serer, Diola,
Pulaar, Soninke und Mandinka gehören zwar alle zur Niger-
Kordofanischen Sprachfamilie, doch die Sprecher können sich
nicht verstehen.
Dabei ist der westafrikanische Senegal klein. Die Bonner
Republik, die Bundesrepublik Deutschland in den Grenzen von
1988, war bereits ein Viertel größer als das Land, das
aussieht wie ein Gesicht, das nach Westen guckt, mit Dakar als
Nase. Der Staat umschließt außerdem das längliche Gambia, als
sei es die Zunge im Munde Senegals.

120 Sprachen im Tschad
Hangeln wir uns weiter im Alphabet nach Tschad, sind wir
wieder in einem großen Land, das etwa dreieinhalbmal soviel
Fläche aufweist wie das heutige Deutschland.

Der Tschad ist nur unwesentlich größer als Angola. Ein
Binnenland zwischen Niger und Sudan, zwischen Libyen und der
Zentralafrikanischen Republik. Hier wohnen weit weniger als 14
Millionen Menschen auf einer Riesenfläche. 10 Einwohner pro
Quadratkilometer. Im Norden ist es nicht heiß wie in der
Sahara. Da ist Sahara.

Im Tschad gibt es 120 Sprachen. Die Amtssprachen sind
französisch und arabisch, wichtig ist auch das Sara. Ja, Sara
ist eine Sprache. Nicht nur ein Name. Weitere nennenswerte
Sprachen sind Bagimi, Dazaga, Tedaga und Zaghawa. Sara ist mit
knapp einem Drittel der tschadischen Sprecher die
zweitwichtigste Sprache.

Zum Vergleich: In der Bundesrepublik gibt es nur eine Handvoll
deutsche Sprachen, bei sechsmal soviel Einwohnern.

Die Bibel spricht nicht umsonst von Babylon und meint damit
weder das Babylon-Kino in der Dresdner Straße noch das in
Mitte.

Das viele Englisch sei also vorübergehend verziehen. Auf die
Dauer ist die Frage allerdings berechtigt, warum deutsch für
das AFFB nicht wichtiger ist. Das Fest in der deutschen
Hauptstadt hätte bestimmt mehr deutschsprachige Gäste, wenn
diese von dem Festival erfahren würden.

Ein tropical island ist Berlin nicht, trotz der um die
Wiedervereinigung und in den 80er Jahren beliebten Postkarten
von Claudia Katz-Palme. Sie kolorierte beliebte Motive wie von
der Gedächtniskirche und dem Kurfürstendamm und fügte von Hand
Palmen und wilde Tiere hinzu.

Ob ein solches tropical island ein Paradies wäre, ist auch
noch zu klären. Klärungsbedarf heißt Kommunikation. Und die
sollte in der deutschen Hauptstadt ab und zu mal auf deutsch
ablaufen. Understand? Vastehste?

Geheim! Die Fremde in Das
Fremde in der Fremde – an
einem unbekannten, brutal
nebulösen Ort. Björn Zahns
Stück   mit  Betty-Despoina
Athanasiadou   bringt    die
Message in die Botschaft
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Wir Journalisten sind
gewohnt, Informationen zu überliefern. Bei einem Theaterstück
Ort, Zeit und vielleicht noch den Eintrittspreis. Einen Preis,
den man in diesem Fall gewiss zahlen muss, ist, selbst den Ort
herauszufinden. Denn wir kennen ihn nicht. Nicht, dass wir ihn
wüssten und verheimlichen – er ist tatsächlich geheim. Das
Fremde: Ein Geheimtip, der seinen Namen verdient. Der
Aufführungsort ist Berlin. Die Uhrzeit steht fest: 21 Uhr.
Viel Spaß beim Suchen.

Berlin ist größer als ein Drittel Luxemburgs. Viermal so groß
wie Malta, die Insel. Aussichtslos. Die Veranstaltung wird
deshalb zweimal wiederholt, nach der Premiere am Samstag, 9.
Dezember, am 15.12., Freitag, und am Donnerstag, den 21.12.
Fände die Theateraufführung in Jübar, Hanum oder Oedeme statt,
hätte man vielleicht eine Chance, den Ort zu finden und
pünktlich zu kommen. Nicht so in der deutschen Hauptstadt. Da
hilft es auch wenig, dass das „Theater in einer Berliner
Botschaft“ ‚ist‘. Von den Kneipen, die sich „Botschaft“
nennen, einmal ganz zu schweigen. Fast in jeder Kirche wird
die ‚Gute Nachricht‘ verkündet, Gotteshäuser sind Orte für
Botschaften. Zählt die Vertretung der 1911 gegründeten
Republik China, als Taiwan bekannt, dazu?
Ein Konsulat wird es wohl nicht sein, der Veranstaltungsort
für das Event.

Und das Stück?

Nebulös
Wir wissen von dem Stück nicht mehr als der Leser. Mancher
Leser durchbohrt vielleicht mit dem Laserstrahl der Kenntnis
den Nebel des Unwissens.

Nebel
Das Theater heißt „Nebel brutal“. Brutal ist die schonungslose
Wahrheit, die man manchmal nicht hören möchte, wie in den im
August 2017 aufgeführten „Wirtuationen“, die gar nicht wirr
erschrecken ließen wie der Löwe, Tiger oder Bär, die im klaren
Wasser ihr Spiegelbild erblicken und es für einen Fremden
halten.
„wir wissen das-
wir wissen, dass wir jetzt dran sind-wir waren zu lange nicht
dran
allmählich müssen wir dran sein
und es wird bald sein
jetzt“.

Mit Verlaub, wem läuft da nicht ein Schauer den Rücken
herunter?
Dem Ignoranten? Oder dem Schönfärber? Dem Ewiggestrigen? Dem
Gläubigen, der um die Realität einen allzubrüchigen Kokon zu
stricken versucht?

Der Reiz des Unbekannten
Die erste Zigarette wurde (genauso wenig wie die zweite, wenn
sie denn folgte) nicht geraucht, weil sie schmeckte. Auch
nicht wegen des unweigerlichen Hustens. Sie hatte soziale oder
Entdeckungsgründe.
Drogen, Alkohol – in der Jugend vom Reiz des Neuen umgeben.
Einem Nebel, den zu durchdringen man durchs „Ausprobieren“
hofft(e). Vergeblich. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Eyes Wide Shut
So eine Veranstaltung wie die Aufführung des Stückes „Das
Fremde“ lässt sich nur noch vergleichen mit der Swingerparty
aus „Eyes wide shut“. In dem Spielfilm ist das zentrale
Ereignis eine geschlossene Veranstaltung an einem geheimen
Ort, zu dem man Zutritt nur nach Einladung hätte, ohne
eigentlich eine Einladungskarte vorzeigen zu können.

Heimlich muss sie stattfinden, da die sexuellen
Ausschweifungen, denen maskierte Wohlhabende frönen, nicht in
das moralische Bild der umgebenden Gesellschaft der USA
passen. Die puritanisch-frigiden Sonntagsreden der Politiker
und Moralapostel, die den Wert der Familie predigen, würden
als Doppelmoral enttarnt, wenn die Öffentlichkeit von dem
Event oder den aus dem Fernsehen bekannten Teilnehmern
erführe.
„Geachtete Mitglieder der Gemeinde“ und „tragende Säulen der
Gesellschaft“ würden mit Stumpf und Stiel ausgerottet,
hinfortgejagt, geteert und gefedert, wenn ihr Treiben ans
Licht käme.

Spannend
ist das Theaterstück also allemal. Selbst wenn gar nichts
passierte. Selbst, wenn es nicht treffend „Das Fremde“ hieße.

Der erste Farbfilm, der erste 3D-Film, die erste Rundfunk-oder
Fernsehübertragung wäre auch dann mit Spannung verfolgt
worden, wenn sie Oma Krause beim Stricken oder die Bilder
einer Verkehrsüberwachungskamera gezeigt hätten.

Der geheime Ort – nur ein Marketingtrick? Nun, niemand will
Massen von Interessierten abweisen, seien es nun vor dem
begrenzten Platz der Räumlichkeiten der Botschaften Lesothos,
Monacos oder Bruneis oder vor den großzügigeren Palais der
ehemaligen Besatzungsmächte.

Wir sind also doppelt und dreifach gespannt und haben selbst
ob der Reservierungspflicht keine Teilnahmegarantie.

Das Fremde in und außerhalb der Dose
Yoko Tawada verfasste „Das Fremde in der Dose“. Die
deutschschreibende Japanerin aus Hamburg verpackte es noch
oder beschrieb das Eingedoste.
Bekanntes in der Dose wäre die Berliner Luft.

Nebel schwebt in der Luft und entzieht sich dem Zugriff fast
wie die Wolken. Filmemacher wie Hitchcock oder einige Japaner
wussten das in Farbe und Schwarzweiß zu nutzen.

Das Theaterplakat zeigt einen Menschen (eine Figur?) unter
einer pelzigen, flocatiähnlichen (furry) Maske. Ein gute
Verbildlichung des Fremden.

Fremd ist das, was wir noch nicht kennen. Es gibt Menschen,
darunter Politiker, die fahren jedes Jahr an denselben Ort in
Urlaub. Dieser war ihnen beim ersten Mal fremd.

Lernen wir jemanden kennen, wandelt         sich   der   Fremde
automatisch in einen Bekannten.

Das Unbekannte, das wir entdecken, wir zwangsläufig bekannt.

Kolumbus entdeckte Amerika. Die Wikinger und Indianer (First
Nations) kannten es, nannten es Schildkröteninsel.
Die Europäer bemühten Amerigo Vespucci zur Benennung, einen
Europäer. Unter dem Namen ‚Amerika‘ ist es heute auch dort
bekannt.

Philip Reis erfand das Telefon, Konrad Zuse den Computer.
Vielleicht benutzten Außerirdische, uns Fremde, die anderen
bekannt sein mögen, nach ähnlichen Prinzipien funktionierende
Geräte schon lange.

Das Fremde ist nur so lange fremd, wie wir es nicht
kennengelernt haben. Die Fremde ist nur so lange fremd, wie
wir sie nicht kennengelernt haben.

Das Fremde.
Ein theatrales Mixtape von Björn Zahn.
Eine Nebel-brutal-Produktion.
(Erläuterung ‚Mixtape‘ für Einheimische,
denen die englische Sprache oder der
Begriff fremd ist: Das Mixtape ist ein
Begriff aus der Zeit, als Compact-
Cassetten alternativlos waren oder nur
vom überlegenen Tonband ersetzt werden
konnten (oder, von den wenigen, die sie
selber     pressen     konnten,      von
Schallplatten). Das unbespielte, „leere“
Band – Tape – wurde dann zum Mixtape,
wenn man nach eigenem Gusto dort etwas
aufnahm, mehr als ein, zwei Stücke –
Quellen konnten Radio und Schallplatte
sein.)
9., 15. & 21.12.2017 jeweils um 21 Uhr. Theater in einer
Berliner Botschaft. GEHEIMER ORT. Begrenzte Teilnehmerzahl.
Nur mit Reservierung.
(Anmeldung und Infos zur Location unter nebelbrutal@gmail.com)
Darsteller: Betty-Despoina Athanasiadou, Marc C. Behrens, Lena
Milde, Simon Mayer, Björn Zahn, Celina Basra und Till-Jan
Meinen.

Regie/ Kostüm/ Konzept: Björn Zahn
(Mit Unterstützung des Theaterhauses Mitte.)

Verwandtes Thema:

 Hellas-Filmbox macht Theater. Zwei Stücke Cinematic Theatre –
 Case Study I: The Sins of the Fathers und Eutopia Poka-Yio –
 im Roten Salon der Volksbühne

Mehr dazu:

 Start
Von    Alter   Schule    bis
Zebrastreifen. Die Top-100-
Lieder des alten Hauses Rolf
Zuckowski      alphabetisch
sortiert
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Für Fans und Archivare,
Chronisten und Statistiker, Musikwissenschaftler und Kinder
stellen wir die folgende Liste zur Verfügung. Sie enthält die
beliebtesten     hundert   Lieder    Zuckowskis    nach   dem
Anfangsbuchstaben des Liedtitels sortiert.

Die Titel folgen einer Auswahl, die sich 2007 aus 225
Wunschkonzerten herauskristallisiert hatte.

Mancher hatte nach dem runden Geburtstag Rolfs Zuckowskis das
Bedürfnis wiederverspürt, die alten Kassetten und CDs noch
einmal zu hören. So am Muttertag eine junge Frau aus
Magdeburg, die ihren Fernseher sehr bewusst benutzt.

Was wird am 16. Juli zu hören sein?
Mal sehen, was am 16. Juli 2017 ab 15 Uhr in Hamburg-
Winterhude erklingt – und sei es als Zugabe. Rolf Zuckowski
schenkt sich ein Konzert. Was Wunder: Kinder sind dabei.
1. Achterbahn (45)
2. Alle machen Fehler (74)
3. Alle wissen alles – keiner weiß bescheid (97)
4. Als ich ein Baby war (7)
5. Alte Schule, altes Haus (51)
6. An meinem Fahrrad ist alles dran (43)
7. Besuch auf dem Bauernhof (My Toot Toot) (38)
8. Das Brummi-Lied (89)
9. Das eine Kind ist so, das andre Kind ist so (55)
10. Dein kleines Leben (59)
11. Deutschland, deine Kinder (49)
12. Dezemberträume (26)
13. Drachen im Wind (27)
14. Du bist du – ich bin ich. Gesang: Bill Ramsey, Lucie
Schäfer (60)
15. Du brauchst ein Lied (57)
16. Du da im Radio (10)
17. Ein Schmetterling im Tannenbaum (70)
18. Ein Vogel wollte Hochzeit machen (13)
19. Elbkinder (42)
20. Es gibt noch echte Kinder (L’italiano) (86)
21. Es ist nicht leicht, ein Narr zu sein (62)
22. Es schneit (14)
23. Frag mir doch kein Loch in’n Bauch (66)
24. Freunde sein (92)
25. Fröhlicher August (95)
26. Frohe Ostern (88)

27.   Frühstück mit Mama, Frühstück mit Papa (21)
28.   Glücksminuten (91)
29.   Guten Tag, ich bin der Nikolaus (76)
30.   Hallo Mama, hallo Papa (31)

31.   Hallo Welt (46)
32.   Hut ab! (39)
33.   Ich bin sauer (58)
34.   Ich bin stark (28)
35.   Ich schaff das schon (6)
36.   Ich bau mir eine Höhle (41)
37.   Ich glaub, ich hab dich lieb (56)
38.   Ich hab mich verlaufen (54)
39.   Ich kenn ein Haus (87)
40.   Im Kindergarten (9)
41.   Im Orient (94)
42.   Im Osten geht die Sonne auf (83)
43.   Immer wieder kommt ein neuer Frühling (19)
44.   In der Osterhasenmalerwerkstatt (73)
45.   In der Weihnachtsbäckerei (3)
46.   Die Jahresuhr (Platz 1)
47.   Jane und John (100)
48.   Jetzt kommt die Osterzeit (72)
49.   Kinder brauchen Träume (78)
50. Die Kinder des Rock’n’Roll (93)
51. Kinder werden groß (40)
52. Kleine Europäer (52)
53. Komm, wir woll’n Laterne laufen (35)
54. Lachende Augen (79)
55. Leben ist mehr (48)
56. Lieder, die wie Brücken sind (23)
57. Links und rechts (84)
58. Mein neuer Bruder (80)
59. Mein Platz im Auto ist hinten (37)
60.   Mein Weg zur Schule (67)
61.   Meine Heimat ist ein kleiner blauer Stern (81)
62.   Meine Mami (15)
63.   Meine Schwester (82)
64.   Die Monster kommen (98)
65.   Der Morgenmuffel (85)
66.   Nackedei (8)
67.   Nasenküsse (17)
68.   Ohne dich (44)
69.   Oma liebt Opapa (4)
70.   Papa, bist du müde? (34)
71.   Papi, wach auf (12)
72.   Riesenglück (90)
73.   Ryrksnglynks (61)
74.   Schneewittchen und die sieben Zwerge (25)
75.   Schulbus (18)
76.   So wie du bist (32)
77.   Sommerkinder (33)
78.   Sommerzeit – Ferienzeit (65)
79.   Der Spielmann (71)
80.   Starke Kinder (20)
81.   Sternenkinder (77)
82.   Stups, der kleine Osterhase (5)
83.   Theo (Der Bananenbrot-Song) (29)
84.   Tick, tick, tick (69)
85.   Tiere brauchen Freunde (64)
86.   Tip Tap (30)
87. Tweety (22)
88. … und ganz doll mich (36)
89. Unsre Schule hat keine Segel (75)
90. Was Spaß macht (24)
91. Wenn der Sommer kommt (53)
92. Das Wetter (96)
93. Wie gut, daß es die Sonne gibt (68)
94. Wie schön, dass du geboren bist (2)
95. Winterkinder (16)
96. Wir sind Kinder (47)
97. Wir wollen Sonne (63)
98. Wo ist das Telefon? Gesang: Alexander Zuckowski (99)
99. Der Zahnlückenblues (50)
100. Zebrastreifen (11)
Man soll nie nie sagen. Rolf
Zuckowski tut es wieder:
Konzert     im     Hamburger
Stadtpark Winterhude
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). Am 16. Juli um 15 Uhr
passiert das, was man nicht für möglich gehalten hatte: Rolf
Zuckowski gibt noch ein Konzert. Als „Rentner“ hatte er sich
von der Bühne verabschiedet, nun „schenkt er sich“ ein Konzert
zum 70. Geburtstag, den er am 12. Mai feierte. Für Fans eine
Freude.
Manche wird es nach Hamburg ziehen, nicht nur Ratzeburger,
Lauenburger und Büchener, die mit ihrem Autokennzeichen dem
Sänger verbunden sind. Immerhin ist es aus dem Kreis Herzogtum
Lauenburg in die zweitgrößte deutsche Stadt nicht weit.
Die Hafenstadt an der Elbe wird von zwei Bundesländern
umgeben, im Süden und Südwesten Niedersachsen mit Stade,
Winsen/Luhe und Lüneburg, einer weiteren Hansestadt.
Im Norden und Osten Schleswig-Holstein mit direkten
Autobahnverbindungen nach Bargteheide, Kiel, Lübeck bis nach
Gudow, dem Seenparadies.

Im Hamburger Stadtpark Winderhude heißt es Sonntag nachmittag:
40 Jahre Rolfmusik. Fünf Chöre mit 500 Kindern singen Rolfs
Vogelhochzeit.
Eintritt 25,- Euro
Stadtpark Freilichtbühne, Saarlandstraße, 22303 Hamburg

Anfahrt: Ecke Jahnring

Veranstalter: Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH, Budapester
Straße 45
20359 Hamburg. (040 41 47 88 -0)

Eintrittskarten:
01806 – 62 62 80 (Anruf aus dem Festnetz 20 Cent, vom Handy
höchstens 60 Cent)
tickets@kj.de

Karten an der Abendkasse und den VVK-Stellen (Konzertkassen).
Erwachsene Stehplatz 25,-, Kinder (bis 12 J.) Stehplatz EUR
20,50

—

Ankündigung:

Der Gesangsverein Rietheim-Weilheim wird mit seinem Vorchor,
seinem gemischten Chor und seinem Erwachsenenchor ein Konzert
für Rolf Zuckowski geben.
„Kinder brauchen Musik.“ Konzert für (und mit) Rolf Zuckowski.

Saal    der   Gemeindehalle   Rietheim,   Schulstraße   1,   78604
Rietheim-Weilheim in Württemberg

Wann? Am 22. und 23.7.2017, Samstag und Sonntag; Samstag um 19
Uhr, Einlass 18 Uhr, Dauer: etwa 2 Stunden
(Für Sonntag, den 23. Juli um 14.30 können keine Plätze mehr
gebucht werden. Für Sa. waren (bei Veröffentlichung) noch ca.
2 Dutzend Karten da.)
7   x    70   Lieder.    Rolf
Zuckowskis Liedgut ist aus
den Kindergärten und -zimmern
nicht mehr wegzudenken
Berlin, Deutschland (Kulturexpresso). An den Tagen nach Rolf
Zuckowskis 70. Geburtstag am 12. Mai haben wir einige Leute
befragt, ob sie den Liedermacher kennen. Zufällig ausgewählt
und wegen des Muttertages am 14. hauptsächlich Frauen. Die
jüngeren haben ihn selbst gesungen und gehört, haben noch
Kassetten Zuhause; die Mütter haben die Lieder für die Kinder
besorgt und CompactCassetten oder CDs im Regal.

Doch die wenigsten konnten einen Liedtitel nennen. Dem ist
abzuhelfen.

100 Lieder nach Beliebtheit sortiert

Um nicht wieder wie bei den Interviews alles dem Zufall zu
überlassen, gehen wir bei der Liedauswahl systematisch vor.

„R.Z.   und   seine   Freunde“   (und   Mitarbeiter)   hatten   die
Vorarbeit geleistet und aus 225 Wunschkonzerten die
Lieblingslieder ermittelt. In der schönen Edition „Rolfs Top
100“ – 5 CDs à 20 Songs mit Textheft im Schuber – aus dem Jahr
2007 werden die Stücke in ebendieser Rang- bzw. Reihenfolge
präsentiert.
1. Die Jahresuhr
2. Wie schön, dass du geboren bist
3. In der Weihnachtsbäckerei
4. Oma liebt Opapa
5. Stups der kleine Osterhase
6. Ich schaff das schon
7. Als ich ein Baby war
8. Nackedei
9. Im Kindergarten
10. Du da im Radio
11. Zebrastreifen
12. Papi, wach auf
13. Ein Vogel wollte Hochzeit machen
14. Es schneit
15. Meine Mami
16. Winterkinder
17. Nasenküsse
18. Schulbus
19. Immer wieder kommt ein neuer Frühling
20. Starke Kinder

21. Frühstück mit Mama, Frühstück mit Papa
22. Tweety
23. Lieder, die wie Brücken sind
24. Was Spaß macht
25. Schneewittchen und die sieben Zwerge
26.   Dezemberträume
27.   Drachen im Wind
28.   Ich bin stark
29.   Theo (Der Bananenbrot-Song)
30.   Tip Tap
31.   Hallo Mama, hallo Papa
32.   So wie du bist
33.   Sommerkinder
34.   Papa, bist du müde?
35.   Komm, wir woll’n Laterne laufen
36.   … und ganz doll mich
37.   Mein Platz im Auto ist hinten
38.   Besuch auf dem Bauernhof (My Toot Toot)
39.   Hut ab!
40.   Kinder werden groß

41.   Ich bau mir eine Höhle
42.   Elbkinder
43.   An meinem Fahrrad ist alles dran
44.   Ohne dich
45.   Achterbahn
46.   Hallo Welt
47.   Wir sind Kinder
48.   Leben ist mehr
49.   Deutschland, deine Kinder
50. Der Zahnlückenblues
51. Alte Schule, altes Haus
52. Kleine Europäer
53. Wenn der Sommer kommt
54. Ich hab mich verlaufen
55. Das eine Kind ist so, das andre Kind ist so
56. Ich glaub, ich hab dich lieb
57. Du brauchst ein Lied
58. Ich bin sauer
59. Dein kleines Leben
60. Du bist du – ich bin ich
Gesang: Bill Ramsey, Lucie Schäfer

61.   Ryrksnglynks
62.   Es ist nicht leicht, ein Narr zu sein
63.   Wir wollen Sonne
64.   Tiere brauchen Freunde
65.   Sommerzeit – Ferienzeit
66.   Frag mir doch kein Loch in’n Bauch
67.   Mein Weg zur Schule
68.   Wie gut, daß es die Sonne gibt
69.   Tick, tick, tick
70.   Ein Schmetterling im Tannenbaum
71.   Der Spielmann
72.   Jetzt kommt die Osterzeit
73.   In der Osterhasenmalerwerkstatt
74.   Alle machen Fehler
75.   Unsre Schule hat keine Segel
76.   Guten Tag, ich bin der Nikolaus
77.   Sternenkinder
78.   Kinder brauchen Träume
79.   Lachende Augen
80.   Mein neuer Bruder

81. Meine Heimat ist ein kleiner blauer Stern
82. Meine Schwester
83. Im Osten geht die Sonne auf
84. Links und rechts
85. Der Morgenmuffel
86. Es gibt noch echte Kinder (L’italiano)
87. Ich kenn ein Haus
88. Frohe Ostern
89. Das Brummi-Lied

90. Riesenglück
91. Glücksminuten
92. Freunde sein
93. Die Kinder des Rock’n’Roll
94. Im Orient
95. Fröhlicher August
96. Das Wetter
97. Alle wissen alles – keiner weiß bescheid
98. Die Monster kommen
99. Wo ist das Telefon? Gesang: Alexander Zuckowski
100. Jane und John

Echte Kinderlieder

6mal taucht das Wort ‚Kinder‘ direkt im Titel auf (u.a. starke
-, echte -, – die groß werden), viermal in Zusammensetzung
(Winter-, Sommer-, Sternen-, Kinder-garten), und zweimal in
einem Lied das ‚Kind‘ im Singular.

Sicherheit im Verkehr ist nicht verkehrt

Die Lieder 11, 18, 37, 43 und 67 kann man in die Rubrik
„Verkehrssicherheit“ einordnen. Bei RZ ist das schöner
verpackt, als dieser halb nach Schule und halb nach Polizei
riechende Ausdruck es übermittelt.

Wetter ist auch ein Thema

Wer mal online herausfinden wollte, wie das Wetter wird, hat
schnell die vielen Pop-Ups und Anzeigen gesehen. Im Fernsehen
ist der Wetterbericht inzwischen meist von den Nachrichten
separiert und hat einen eigenen Sponsor. Das zeigt, wie sehr
uns das Thema bewegt.
Die Kinder vielleicht noch mehr?
Herr Zuckowski behandelt eigentlich alle Themen im Leben eines
jungen Menschen. Das Himmelsgeschehen eingeschlossen.

Über den Wolken (muss) – die Freiheit … grenzenlos

Da   bleibt   es   nicht   aus,   dass   die   Jahreszeiten   und
Wettergegebenheiten besungen werden. Platz 68: „Wie gut, daß
es die Sonne gibt“!
Und: sie geht im Osten auf (83.), die japanische Flagge
illustriert’s genauso wie das chinesische Zeichen für ‚Ost‘.

Beliebtheit trotzt Manipulation und offenbart – was?

Der beste Songwriter und Komponist kann die Reaktion des
Publikums nicht exakt steuern. Deshalb ist eine
Beliebtheitsrangfolge von so vielen Liedern – mehr als 8
Dutzend – von einer gewissen, ziemlich hohen Aussagekraft.
Erstaunt stellt man fest, dass der Winter beliebter ist als
der Sommer. Zumindest gilt das für die Winterkinder (Pl. 16)
vor den Sommerkindern (Platz 33).

Wir wollen Sonne
Ein Lied, in das wohl alle Deutschen einstimmen können, außer
denen, die gerade eine Augen-OP hinter sich haben.
Es könnte die neue, weniger umstrittene Nationalhymne werden.
Meckerer und Deutsche – vereinigt euch (bei diesem Lied)!

Statisti(c)k: Riesenglück und Glücksminuten

Kurios, wenn zwei Osterlieder hintereinander kommen. Oder das
Riesenglück (90) gleich vor den Glücksminuten (91).
Klar allerdings, dass ein RIESENGLÜCK den Hörern wichtiger ist
als ein paar Glücks-MINUTEN.
Dass Weihnachten (3) und der Nikolaus (76) beliebter sind als
Ostern (5, 72, 73, 88), kann man wohl nicht behaupten.

Zudem die Kurzen ihr Tun in der Strandburg am Wasser und beim
Manschen im Sandkasten mit dem Teigkneten assoziieren; die W.-
bäckerei also nicht ausschließlich dem kommerziell
bestausgenutzten Fest der Christenheit zugeordnet weden kann.

Beliebtheit

Was die „besten“ hundert Lieder in der Hörergunst nicht
verraten, ist, wie beliebt der Autor selbst ist.
Doch er, der Gratulanten ein eigenes Glückwunsch-
Dankeschönlied schrieb und schickte, ist es.
Und bleibt.
Nicht beleibt,
beliebt.
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