DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen

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DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
DIAKONIE
MAGAZIN
2021 / Nr. 1
               © Diakonie Bayern
DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
»Sie hat mir eine große Last
von den Schultern g   ­ enommen«,
­erzählt Yvonne Reuter *.
 Nach einer Operation durfte
 die 39-Jährige für acht W ­ ochen
 nicht schwer heben und sollte
 sich schonen. Ihr jüngerer
 Sohn war gerade im Krabbel­
 alter. ­Familienpflegerin
 ­Gertraud N­ eumeier sprang zur
  Entlastung ein. »So etwas kann
  jedem j­ederzeit passieren.«
  S. 14 –15

* Name geändert
DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
2–3

VORWORT
Liebe Leser*innen
unseres Diakonie Magazins,

von »Kerngeschäft« redet man gern in Wirtschaftsunter­
nehmen. Bei uns in der Diakonie reden wir nicht so,
aber eine zentrale Aufgabe gibt es doch auch bei uns.
Wir verleihen dem mit unserem Motto Ausdruck:
                                                              MATTHIAS EWELT
»Hilfe im Leben«.                                             Pfarrer, Vorstandssprecher
                                                              der Diakonie Erlangen
In dieser Ausgabe finden Sie Berichte rund um die Hilfe
im Leben für Familien. Welche Hilfe leisten wir für
pflegende Angehörige von Demenzerkrankten, allein­
erziehende Mütter und Familien in Notsituationen? Für
uns ist das wirklich der Kern unseres Handelns. Und uns
berühren immer wieder Schilderungen unserer Klienten*­
innen, die bei uns diese Hilfe im Leben erfahren haben.

Ein altes Wort für diese Zuwendung lautet in der Bibel
»Barmherzigkeit«. Liebevolle, selbstlose Hilfsbereitschaft
könnte man diesen Begriff umschreiben. Auch unsere
Hilfe im Leben möchten wir als Barmherzigkeit verstehen,
denn wir wollen uns für Menschen in Notlagen mit aller
Kraft und allen Mitteln einsetzen; liebevoll, selbstlos und
helfend. Auch und gerade wenn es dazu viel Professio­
nalität und Verwaltung, Mittel, Zuschüsse, Spenden und
Erstattungen braucht. Denn die Hilfe soll gleichzeitig
bezahlbar, professionell und herzlich sein.

Die Jahreslosung für das neue Jahr 2021 beschreibt
diesen Auftrag so: Jesus Christus spricht:
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist !
Lukasevangelium, Kapitel 6, Vers 36.

Unwillkürlich erinnert das an Jesu Weg durch Galiläa:
Menschen zuhören, sie berühren, sie heilen, ihnen helfen,
sich ihnen zuwenden, sich Zeit nehmen, sie aus prekären
Zusammenhängen herausrufen und ihnen die frohe
Botschaft Gottes weitersagen; so ist uns Jesus Christus
zum Vorbild der Barmherzigkeit geworden.

Schön, wenn es uns allen gelingt, barmherzig für Andere
zu sein. Mit allen guten Wünschen grüßt Sie

Ihr Matthias Ewelt
DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
Impressum

Impressum

HERAUSGEBERIN
Diakonisches Werk Erlangen e. V.
Raumerstraße 9
91054 Erlangen
T. ( 09131) 63 01 - 0
F. ( 09131) 63 01 - 120
info @ diakonie-erlangen.de

REDAKTION
Anna Thiel, Öffentlichkeitsreferat

GESTALTUNG
Armin Reinhold, www.sunda.studio

DRUCK
Druckhaus Haspel, Erlangen
Auflage 1.240 Exemplare

PAPIER
Gedruckt auf 100% Recyclingpapier
mit Farben auf Basis pflanzlicher Öle.
Wir unterstützen den Waldschutz
im Oberallgäu. Besuchen Sie das
Projekt unter: https://bit.ly/396O9uJ

FOTONACHWEIS
S. 1, 6, 15 © Diakonie Bayern
S. 11 © Daniel Schneider
S. 12 © Pixabay, feeeling_blu
S. 20 © Siemens Mobility, © HJ Krieg
S. 23 © Stephan Minx
Fotos o. A. © Diakonie Erlangen

SPENDENKONTO
Diakonie Erlangen
Sparkasse Erlangen
IBAN: DE46 7635 0000 0060 0258 74
BIC: BYLADEM1ERH
Bitte Verwendungszweck
( z. B. Einrichtung oder Spendenprojekt )
und Ihre Adresse angeben.
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4–5

INHALT

                                         2
  1
                                         Meine Diakonie

                                         10   Von Puppen und
                                              Keksen
  Nachrichten
  der Diakonie und
  ihrer Einrichtungen

                                         4
  6   Panorama

                                         Zahlen und Fakten

       3
       Schwerpunkt
                                         16

                                         22
                                              Spenden und helfen

                                              Einrichtungen

       12   Anker für Alleinerziehende

       14   Im Einsatz für Familien
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DIAKONIE NACHRICHTEN
Panorama

                                                       PANORAMA
                                                       DANIEL SCHNEIDER, ANNA THIEL

6
HILFE FÜR MENSCHEN
IN WOHNUNGSLOSIGKEIT
                                                       Erlebnisse und Veranstaltungen
Zwei Sozialpädagogen*innen
kümmern sich seit 2020 um
                                                       aus Einrichtungen der Diakonie
ältere Menschen in verfestigter
Wohnungslosigkeit.                                     in ganz Erlangen.
7
HOFFNUNGSSCHIMMER
IMPFUNG
Das Impfen in Deutschland hat
begonnen. Doreen Lösel und
Lilia Olenberg geben Auskunft.

8
PFLEGE
Im Herbst lud der Kreisver­
band Bündnis 90/Die Grünen
Erlangen Gesprächspartner*­
innen ein, um darüber zu
sprechen, wie die Probleme
im Pflegesektor politisch
angepackt werden können.

9
HOSPIZ
Am 5. Dezember wird jährlich
                                   © Diakonie Bayern

zum internationalen Tag des
Ehrenamts weltweit ­freiwilliges
Engagement in der Gesell­
schaft geehrt.

                                                       Hilfe für Menschen                 Ziel des Projektes ist die Verbesserung
                                                                                          der Lebens- und Wohnsituation der
                                                       in Wohnungslosigkeit               Menschen in städtischen Verfügungs­
                                                                                          wohnungen im Hinblick auf das Alter
                                                       In der Wohnungslosenhilfe          und die damit veränderten Bedürf­
                                                       Erlangen kümmern sich seit 2020    nisse. Sie unterstützen die Klienten­
                                                       zwei Sozialpädagogen*innen        *innen bei gesundheitlichen Problemen,
                                                       innerhalb eines neuen Projektes    der Suche nach neuem Wohnraum,
                                                       um ältere Menschen in              Beschäftigung und Arbeit sowie der
                                                       verfestigter Wohnungslosigkeit.    Freizeitgestaltung. Gemeinsam wird
                                                                                          versucht, neue Perspektiven zu
                                                                                          entwickeln, um die Lebensqualität
                                                                                          der Bewohner*innen von Übergangs­
                                                                                          wohnungen zu erhöhen. »Die Erfolge
                                                                                          der ersten fünf Monate geben uns
                                                                                          recht, das Projekt anlaufen zu lassen«,
                                                                                          bilanziert Sabine Hornung, Bereichs­
                                                                                          leiterin der Soziale Dienste in Erlangen.
DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
6–7

                                         STARTSCHUSS
                                         BEIM IMPFEN
                                         In der Diakonie am
                                         Ohmplatz ist das
                                         mobile I­ mpfteam
                                         vom ASB schon
                                         da gewesen.
                                         Einrichtungsleiterin
                                         Doreen Lösel ging
                                         mit gutem Beispiel
                                         voran und ließ sich
                                         zuerst impfen.

Hoffnungsschimmer Impfung                                       sind alle im Haus bereit, sich impfen zu lassen. Ein paar
                                                                haben bereits schützende Antikörper im Blut und sind
Das Impfen in Deutschland hat begonnen und weckt                nach den Regeln der Regierung darum von der Impfung
große Hoffnungen. Gerade dort, wo es gilt, vulnerable           ausgeschlossen.
Gruppen zu schützen, wie in Senioren­pflegeheimen.
Doreen Lösel, Einrichtungsleiterin der Diakonie am              Wie ist die Haltung der Angehörigen – gibt es
Ohmplatz, und Lilia Olenberg, Leiterin der Diakonie             ­ihrerseits Vorbehalte oder Sorgen?
Sophienstraße berichten zur Lage in den Heimen der               Olenberg: Nein gar nicht. Sie sind beruhigt, dass wir bald
Diakonie Erlangen.                                               impfen können. Viele wussten von der Zulassung des
                                                                 Impfstoffs aus den Medien und haben schon angefragt,
 Am 23. Dezember hat die Europäische Union                       wann es bei uns losgeht.
 den ­ersten Impfstoff zugelassen. Wie ist der ­aktuelle         Lösel: Wir machen auch die Erfahrung, dass Angehörige
  Stand in den Seniorenpflegeheimen der Diakonie                 durch die Impfung vor allem auf baldige Normalität hoffen
 ­Erlangen was das Fortschreiten der Impfungen                   und sie darum mit großem Interesse verfolgen.
­angeht?
  Olenberg: Unsere Bewohner*innen haben im Januar               Wird sich sonst für das Haus etwas verändern, z. B.
  die erste Impfdosis bekommen. Für die Mitarbeitenden          an den Besuchsregeln? Werden auch die Geimpften
  ist ein Termin Ende des Monats ausgemacht.                    noch regelmäßig auf das Corona-Virus getestet?
  Lösel: Bei uns ging es am 15. Januar los. Innerhalb von       Olenberg: Ja, Mitarbeitende werden erstmal weiterhin
  zwei Tagen waren wir in unserem Haus mit der ersten           zweimal pro Woche getestet, wenn sie möchten auch
  Dosis durch.                                                  öfter – mindestens bis die zweite Dosis verabreicht wurde.
                                                                Bei den Bewohnern*innen testen wir die, die das Haus
Der Impfstoff stellt eine große Chance dar, gleich­             auch mal verlassen. Die Besucher*innen werden natürlich
zeitig haben manche Menschen Bedenken, weil seine               weiterhin alle getestet.
Wirkungsweise neu ist. Wie reagieren die Bewohner­              Lösel: Die Testmöglichkeiten bedeuten eine hohe
*innen und Mitarbeitenden auf die Möglichkeit,                  Sicherheit für die Bewohner*innen. Wie es weitergeht,
geimpft zu werden?                                              wenn die Impfungen abgeschlossen sind, muss sich erst
Lösel: Die Bewohner*innen sind alle sehr offen und              noch zeigen. Wir warten auf die Anforderungen vom
haben der Impfung schon zugesagt, nur drei von ihnen            Ministerium dazu. Ob wir offener werden können, hängt ja
möchten sich nicht impfen lassen. Bei den Mitarbeit­-           auch davon ab, wann z. B. Angehörige geimpft werden.
enden sind auch Unsicherheiten zu spüren, manche
machen sich Gedanken wegen möglicher unentdeckter               Was bedeutet das Impfen für Sie?
Langzeitfolgen.                                                 Lösel: Veränderung und raus aus der Isolation. Das ist
Olenberg: Auch bei uns sind die Bewohner*innen sehr             die Hoffnung, die hier alle haben. Ein Stück weit die Rück­
positiv gestimmt und wollen sich impfen lassen. Ein paar        kehr zur Normalität wäre wünschenswert.
wenige überlegen noch und möchten sich mit ihren                Olenberg: Ich bin froh, dass es bald losgeht und die
Angehörigen besprechen. Wir lassen ihnen natürlich die          geimpften Bewohner*innen und Mitarbeitenden dann
Zeit für eine Entscheidung. Von den Mitarbeitenden              besser geschützt sind.
DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
DIAKONIE NACHRICHTEN
Panorama

                                                                                       PFLEGE UND
                                                                                       POLITIK
                                                                                       IM ­G ESPRÄCH
                                                                                       ( v. r.) Felix Krauß,
                                                                                       Leitung des amb.
                                                                                       Pflegedienstes, und
                                                                                       Matthias Wölfel,
                                                                                       Stationsleiter,
                                                                                      ­debattierten mit
                                                                                       u. a. Ami Lanzinger
                                                                                       von den Grünen.

»Der Markt wird es schon richten«,                               eine Ausbildung in Deutschland zu absolvieren. Ob man
                                                                 durch die globale Krise 2021 überhaupt alle Ausbildungs­
gilt für die Pflege nicht                                        plätze besetzten könne, sei fraglich, schlussfolgerte er.

Im Herbst lud der Kreisverband Bündnis 90 /                      Eine sozialpolitische Transformation tut not
Die Grünen Erlangen Gesprächspartner*innen ein,                  Matthias Wölfel prangerte an: »Der Markt wird es schon
um darüber zu sprechen, wie die Probleme im                      richten, gilt für die Pflege nicht!« Einrichtungen stünden
Pflege­sektor politisch angepackt werden können.                 unter starkem Druck seitens der Politik, dass Pflege
Mit dabei waren auch Felix Krauß, Leitung des                    günstig sein müsse. »Das ganze System ist reformbedürf­
ambulanten Dienstes der Diakonie Erlangen und                    tig«, die Privatisierung müsse gestoppt werden. Eine
Matthias Wölfel, gelernter Krankenpfleger, Leiter                35- oder sogar 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnaus­
der Diakoniestation Süd                                          gleich schien vielen am Gespräch Beteiligten als zukunfts­
                                                                 trächtige Lösung plausibel. Denn auch ohne Pandemie
Corona hat die Pflege vor große Herausforderungen                sei ein Pflegeberuf in Vollzeit langfristig kaum zu schaffen.
gestellt, da waren sich alle Teilnehmenden der Veranstal­        »Wir sind auf eurer Seite«, betonte Ami Lanzinger, Experte
tung »Beifall zahlt keine Miete« einig. Ebenso, dass die         für Arbeit, Soziales und Gesundheit und Votenträger der
Probleme schon vorher da waren, die Pandemie sie aber            Grünen Jugend Bayern für die Bundestagswahl, »mit
besonders sichtbar gemacht habe. Etwa den Fachkräfte­            Gesundheit sollte kein Profit gemacht werden dürfen«.
mangel oder die Arbeitsbedingungen: »Die psychische              In der Tat seien die Grünen bisher »nicht so sichtbar« beim
Belastung der Mitarbeitenden ist derzeit enorm hoch«,            Thema Pflege gewesen. Klar sei aber auch ihnen, dass
berichtete Matthias Wölfel.                                      es einen Systemwechsel brauche und mehr Geld in den
                                                                 Pflegesektor fließen müsse. »Von den staatlichen Corona­
Unter den Gästen der Veranstaltung waren auch                    hilfen ist ein viel zu kleiner Teil an die Pflege gegangen.«
Mitar­beitende aus stationären Altenpflegeeinrichtungen
anderer Träger, die ihre Erfahrungen teilten. Sie kritisierten   Kein Stillstand
unter anderem, dass ein Großteil der Angestellten in             Zumindest in Hinblick auf die Digitalisierung und eine
Pflegeheimen, die die Versorgung der Menschen ebenso             damit verbundene Zeitersparnis im Pflegealltag zeigte sich
wie Pflegekräfte sicherstellten, keinen Bonus für ihren          Felix Krauß optimistisch. Der Pflegedienst nehme am
fordernden Einsatz in der Corona-Pandemie erhalten               Förderprogramm der Pflegekassen mit 12.000 Euro teil.
hätten. Darunter viele ungelernte, gering bezahlte Mitar­        »Da tut sich gerade was in der Pflege.«
beitende, die beispielsweise in der Reinigung oder Küche
der Pflegeeinrichtung tätig sind. »Eine höhere Bezahlung         Auch was die Kommunalpolitik angeht, darf die Diakonie
allein ist noch keine Lösung«, betonte aber Felix Krauß.         Hoffnung haben: Krauß’ Wunsch, als Pflegedienst in
                                                                 der Stadt die Busspuren mitnutzen zu dürfen, um schneller
Gleichzeitig verschärfe die Pandemie den Personalmangel          bei den Klienten*innen zu sein, fiel bei den Grünen auf
im Pflegesektor drastisch: Etwa die Hälfte der Mitarbei­         fruchtbaren Boden. Die Fraktion fordert ohnehin eine
tenden in Pflege­berufen komme aus anderen Ländern –             autofreie Innenstadt – notwendige Fahrten, wie die eines
im Rahmen des Bundes­freiwilligendienstes, aber auch um          Pflegedienstes, dabei aber ausgenommen.
DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
8–9

Engagement in allen Zeiten                                       »Da haben sich unsere Ehrenamtlichen einen kleinen
                                                                 Wagen geschnappt und ihn zu einem Ausstellungstisch
Am 5. Dezember wird jährlich zum internationalen Tag             umfunktioniert, den sie zu den Hospiz-Gästen ins Zimmer
des Ehrenamts weltweit freiwilliges Engagement in                gebracht haben«, freut sich Kulla, »ein mobiler Basar
der Gesellschaft geehrt. Bundesweit engagieren sich              sozusagen«.
Menschen aktiv und setzten ihre Freizeit dafür ein, für
andere da zu sein. So auch in der Diakonie Erlangen.             Die Hospizversorgung lebt von dem freiwilligen Engage­
                                                                 ment der Menschen. »Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen
Im Frühjahr durften Ehrenamtliche nicht mehr zu ihren            und -begleiter stehen alten, einsamen und schwerst­
Einsätzen ins Hospiz kommen, erinnert sich Einrichtungs­         kranken und sterbenden Menschen zur Seite, unterstützen
leiter Alexander Kulla. »Alle haben gemerkt, dass da             sie und ihre Angehörigen dabei, ihre letzte Zeit so zu
etwas fehlt.« Er sei froh, dass das jetzt anders ist, natür-     gestalten, wie sie es wünschen. Ohne sie gäbe es keine
lich unter strengen Hygienevorkehrungen. Da viele selbst         Hospizbewegung«, erklärt Timo Grantz, Geschäftsführer
schon älter sind, ist das Team an Ehrenamtlichen im              des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes.
Hospiz Erlangen trotzdem kleiner als normalerweise.
Und für die, die dabeibleiben, ist es beschwerlicher, mit        Damit leisten Ehrenamtliche einen wichtigen Beitrag in
FFP2-Masken zu arbeiten und mit den Hospiz-Gästen,               der Begleitung alter sowie schwerstkranker und ster­
wie die Bewohner*­innen hier heißen, zu kommunizieren.           bender Menschen. Ehrenamtlich Tätige sind aber nicht nur
                                                                 in der Sterbebegleitung aktiv, sondern leisten beispiels­
Die aktuelle Corona-Krise schränkt die Ehrenamtlichen            weise im Hospiz Verein Erlangen e. V. Öffentlichkeitsarbeit,
in ihrer Arbeit ein. Dennoch lassen sie sich nicht entmu­        Verwaltungstätigkeiten, Vorstandsarbeit oder Telefon­
tigen und finden oftmals auch kreative Wege ihre wichtige        dienste. Mit jeder in der Freizeit geleisteten Arbeitsstunde
Arbeit weiterzuführen. Der Adventsbasar im Erlanger              übernehmen sie gesellschaftliche Verantwortung und
Hospiz, zu dem normalerweise auch externe Besucher*­             leisten einen elementaren Beitrag zur hospizlichen und
innen kommen, musste in diesem Jahr abgesagt werden.             palliativen Versorgung.

                                         ERIKA SPERLEIN
                                         ist gelernte Kranken­
                                         schwester und
                                         ehrenamtlich im
                                         Hospiz aktiv, weil
                                         sie gern für Alte
                                         und Kranke da ist.
                                         Zusammen mit einer
                                         Kollegin hat sie den
                                         mobilen Weihnachts­
                                         basar umgesetzt:
                                         »Die Atmosphäre war
                                         einfach toll.«
DIAKONIE MAGAZIN 2021 / Nr. 1 - Diakonie Erlangen
MEINE DIAKONIE
Von Puppen und Keksen

          VON PUPPEN
          UND KEKSEN
           DANIEL SCHNEIDER

           Die Pflege alter, demenzkranker Menschen ist für ihre Familien-
           mitglieder oft schwierig und belastend. Für sie bietet die Diakonie
           Erlangen einen Entlastungsdienst an. Geschulte, ehrenamtliche
           Helfer*innen kommen dabei stundenweise zu Senioren*innen
           nach Hause, um mit ihnen zu singen, zu spielen oder sich einfach
           zu unterhalten. Je nach Mobilität stehen auch Einkaufen und
           gemeinsame Spazier­gänge auf dem Programm.

                                      Claudia Wagner und Anneliese Kienast sitzen zusammen
                                      am großen Tisch in Frau Kienasts Wohnung, jede hat
                                      eine Tasse Kaffee vor sich, ein Teller mit Keksen steht
                                      daneben. Claudia Wagner zündet eine Kerze an und stellt
                                      sie in die Mitte des Tisches. »Das ist unser Anfangsritual«,
                                      erzählt sie. Sie ist eine von rund 20 Helfer­*innen, die in
                                      Erlangen, dem Landkreis Erlangen-Höchstadt und Herzo­
                                      genaurach etwa 60 Menschen mit Demenz betreuen. »Wir
                                      haben jedes Mal eine gute Unterhaltung und immer was
                                      zu tun«, ergänzt Anneliese Kienast. Für sie vergehen die
                                      zweistündigen Besuche wie im Fluge: Nach dem anfäng­
DIAKONIE BILDET                       lichen Kaffeeritual singen sie miteinander, lesen Geschich­
DEMENZHELFER­* INNEN
AUS                                   ten oder sie sitzen über Brettspielen. »Aber hauptsächlich
Die Demenzbetreuung der               haben wir viel Spaß und lachen gemeinsam«, fasst die
Diakonie Erlangen bildet im           86-Jährige es lächelnd zusammen.
März und April 2021 speziell
geschulte Demenzhelfer*-              Anneliese Kienast lebt zusammen mit einer 24-Stunden-­
innen aus. Schwerpunkte der
kostenlosen Schulung sind
                                      Pflegekraft in ihrer Wohnung. Kienasts Tochter Ute ist
das Krankheitsbild »Demenz«,          berufstätig und kann die Mutter deshalb nicht so eng um­
der Umgang mit den Betrof­            sorgen, wie diese es bräuchte. Ute ist sehr froh, dass sie
fenen sowie rechtliche Grund­         für ihre Mutter den Besuchsdienst der Diakonie als regel­
lagen. Insgesamt um­fasst             mäßige Hilfe nutzen kann. Denn es fehlen auch andere
die Schulung 40 Stunden.
                                      Bekannte oder Angehörige aus dem persönlichen Umfeld,
Kontakt:                              die das übernehmen könnten. »Es ist berührend, wie viel
Karoline Kopp                         Dankbarkeit ich hier erfahre«, sagt Claudia Wagner über
T. ( 09131) 63 01 - 520               ihre Betreuungsarbeit. Jedes Mal gehe sie nach den zwei
karoline.kopp@diakonie-               Stunden mit Anneliese Kienast zufrieden nach Hause.
erlangen.de
                                      Zur Demenzbetreuung der Diakonie kam sie durch zwei
                                      Freundinnen, die beide dort aktiv waren.
10 – 11

                                                                                           BERATUNGSSTELLEN
© Daniel Schneider

                                                                                           BIETEN HILFE

                                                                                            Fachstelle für pflegende
                                                                                           ­Angehörige der
                                                                                            Stadtmission Nürnberg
                                                                                            Die Fachstelle steht Ihnen in allen
                                                                                            Fragen rund um die Pflege und
                                                                                            Versorgung von Ihren Ange­
                                                                                            hörigen sowie zum Krankheitsbild
                                                                                            Demenz zur Verfügung. Sie
                                                                                            wendet sich insbesondere an
                                                                                            Menschen, die eine demenz­
                                                                                            kranke Person pflegen, betreuen,
                                                                                            begleiten oder versorgen sowie
                                                                                            an selbst Betroffene im frühen
                                                                                            Stadium einer Demenzerkran­
                                                                                            kung. In einer Gesprächsgruppe
                                                                                            können sich Angehörige aus­
                                                                       Die Ehrenamtliche    tauschen und ein ehrenamtlicher
                                                                       Claudia Wagner       Helfer­*innenkreis ist dafür da,
                                                                       ( l. ) besucht       sie stundenweise zu entlasten.
                                                                       Anneliese Kienast    Die Fachstelle für pflegende
                                                                       jede Woche.          Angehörige unseres Schwester­
                                                                                            unternehmens Stadtmission
                                                                                            Nürnberg informiert Sie gerne
                                                                                            ausführlicher.

                                                                                           Burgschmietstraße 4
                     Das Schöne an der Tätigkeit sei, dass man all seine Talente           90419 Nürnberg
                     einbringen kann, erklärt sie. Da sie nebenher Gesangs­                Gabriele Volz
                                                                                           T. ( 0911) 21 759 - 24
                     unterricht nimmt, hat sie Anneliese Kienast Atemübungen               gabriele.volz@stadtmission-­
                     gezeigt und sie zum gemeinsamen Singen motiviert. Auch                nuernberg.de
                     ihre Fertigkeiten als Clownin für Heim­bewohner*innen                 www.seniorenzentrum-­
                     bereichern die Betreuung: Ein Beispiel: Immer, wenn                   stadtmission.de
                     Claudia Wagner Anneliese Kienast besucht, hat sie Ronny
                                                                                           Verein Dreycedern e. V.
                     dabei, ihre große Handpuppe, die Anneliese Kienast                    Altstädter Kirchenplatz 6
                     jedes Mal liebevoll umarmt. »Er ist ganz schön frech und              91054 Erlangen
                     vorlaut«, beschreibt Frau Kienast das Miteinander mit                 T. ( 09131) 907 68 - 00
                     Ronny. Durch seine naseweise Art entstehen viele lustige              info@dreycedern.de
                     Wortspielereien. »Deshalb ist er auch von der Masken­                 www.dreycedern.de/demenz
                     pflicht befreit«, fügt Frau Kienast schmunzelnd hinzu.                Telefonische Sprechzeiten:
                                                                                           Mo, Di, Do: 9.30 – 11.30 Uhr
                     Dass die Chemie zwischen den beiden Frauen stimmt,                    Mi: 14.00 – 16.00 Uhr
                     merkt man bei jeder Geste. Zum Abschluss holt Claudia                 Fr: geschlossen
                     Wagner ein kleines Holz­kästchen, ihre »Schatzkiste«,
                                                                                           Pflegeberatung Erlangen
                     hervor. Muscheln, bunte Steine oder jahreszeit­gemäße                 Daimlerstraße 44
                     Deko-Teile müssen immer ergänzt werden. Erwartungs­                   91058 Erlangen
                     voll öffnet Anneliese Kienast den Deckel und nimmt sich               Daniela Zabel
                     einen kleinen Igel heraus. Das lege sie jedes Mal in                  T. ( 09131) 63 01 - 220
                     ein Schälchen auf ihrem Nachttisch, verrät sie. Solche                M. ( 0160) 953 913 09
                                                                                           daniela.zabel@diakonie-­
                     strukturgebenden Rituale hat Claudia Wagner beim
                                                                                           erlangen.de
                     Vorbereitungskurs der Diakonie gelernt. »Wir bekommen                 www.diakonie-erlangen.de/
                     Tipps, wie wir alle Sinne ansprechen können«, berichtet               pflegeberatung
                     sie über die monatlich stattfindenden Treffen der Demenz-­
                     helfer*innen. Dies ermögliche es, möglichst individuell
                     auf die Bedürfnisse der Betroffenen einzugehen.

                     Am Ende geht Anneliese Kienast trotz ihrer Gehbeschwer­
                     den immer auf den Balkon, um ihrer Helferin hinterher­
                     zuwinken und ihr ein »Fahr vorsichtig!« mit auf den Weg
                     zu geben. »Die Zuwendung, die man für sein Engagement
                     erhält, ist einfach rührend«, bilanziert Claudia Wagner.
SCHWERPUNKT
Anker für Alleinerziehende

                                       ­ANKER FÜR
                                        ALLEIN­
                                        ERZIEHENDE
                                       DANIEL SCHNEIDER

  ANGEBOTE FÜR                         Regina Müller * ist alleinerziehende Mutter zweier
­A LLEINERZIEHENDE
  Die Kirchliche ­Allgemeine           Kinder. Schule, Arbeit, Freizeit und Haushalt alleine
  ­Sozialarbeit ( KASA )
   der ­Diako­nie Erlangen ­bietet
                                       unter einen Hut zu bekommen, kostet oft viel Kraft.
   viele Angebote speziell für
   allein­erziehende Mütter und
                                       Die Wochenend-Seminare der Kirchlichen All­ge­
   Väter an. ­Darunter z. B. Einzel­   meinen Sozialarbeit ( KASA ) für Alleinerziehende
   beratung und Mediation,
   aber auch Gruppenangebote,          sind für sie wie ein Rettungsanker.
   wie Vorträge, jahreszeitliche
 ­Ver­anstaltungen und regel­
   mäßige ­Wochenend-Seminare.
  Bei diesen ist für Unterkunft,
  Vollverpflegung, Kinder­be­
  treuung und natürlich interes­
  sante Seminar-Themen gesorgt.
   Bei geringem Ein­kommen
  kann die Teilnahme­gebühr
  bezuschusst werden.

Kontakt:
Manuela Heck
T. ( 09131) 63 01 - 122
alleinerziehend@diakonie-­
erlangen.de

  ONLINE-SEMINAR
­» RESILIENZ«
  Als Ersatz für das ­ausgefallene
  Wochenendseminar im
  Herbst finden Sie in unserem         NICHT NUR FÜR
 ­YouTube-Kanal »Diakonie              DIE ELTERN
  Erlangen« ein Online-Seminar         ist eine Trennung
  für alleinerziehende Eltern und      meist schmerzhaft
  alle, die sich für »Resilienz«       und anstrengend,
  interessieren.                       auch die Kinder
                                       leiden darunter. Da
Referentinnen:                         hilft oft nur, ihnen
Stephanie Diemer und                   Aufmerksamkeit,
Nicole Jungbauer                       Liebe und Fürsorge
                                                                                               © Pixabay, feeeling_blu

                                       zu schenken – mehr
                                       als normalerweise.
                                       Seminar-Wochen­
                                       enden speziell für
                                       Alleinerziehende
                                       oder Projektwochen
                                       der Diakonie tun der
                                       ganzen Familie gut.
12 – 13

»Die Kinder fragen immer, wann das Wochenende denn               ­auseinandergesetzt und dabei viel Hilfreiches für
 wieder stattfindet«, erzählt Müller * am Telefon. Nicht nur     ihren persönlichen Alltag mitgenommen. Doch nicht nur
 den Kindern mache diese Auszeit wahnsinnig viel Spaß.          der Inhalt, sondern das ganze Drumherum der zweitägigen
 Auch für sie sei das Angebot für alleinerziehende ­Mütter      Seminare sei ein Gewinn. »Wir drei genießen diese Zeit
 und Väter enorm entlastend. Hier könne man andere               und fiebern dem nächsten Termin regelrecht ­entgegen«,
­Alleinerziehende treffen und sich frei austauschen. Denn        beschreibt Müller* die Tage mit Unterkunft, Vollverpfle­
 manche Dinge verstünden selbst die besten Freunde               gung, Kinderbetreuung und Seminareinheiten. Hier habe
 oft nicht, wenn sie sich in einer intakten Beziehung befän­      sie auch neue Freundinnen gefunden. »Wir sind dann
 den. In solchen Situationen helfe es ungemein, Menschen        ­gemeinsam in den Urlaub gefahren«, erzählt sie, was nicht
 mit den gleichen Lebenshintergründen zu begegnen,               nur Spaß gemacht habe, sondern auch ganz praktisch
 erläutert die junge Frau.                                      Vorteile gehabt habe: Beim Eintritt in einen Freizeitpark
                                                                zum Beispiel hätten die beiden Mütter den Familientarif in
Bei den Seminaren lerne man andere kennen, denen                Anspruch nehmen können und dadurch etwas weniger
es genauso ginge, wie einem selbst und könne so von             zahlen müssen.
den gegenseitigen Erfahrungen profitieren. Zum Beispiel
mit der ständig präsenten Aufgabe, tausend Dinge                Auch im Rückblick ist die Trennung von ihrem Partner für
zu tun, ohne eine zweite Person neben sich zu haben, die        Regina Müller * noch immer der richtige Weg – auch wenn
helfe. Morgens die Kinder fertigmachen und zur Schule           das kein leichter ist. In der Beziehung gab es oft kräfte­
bringen, um im Anschluss selbst in die Arbeit zu gehen.         zehrenden Streit, alleine dagegen fand sie später eine
Mittags die Kinder wieder einsammeln, das Essen kochen,         innere Ruhe für sich selbst. Dass sie sich nach der Tren­
die ­Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen und die           nung ein Zuhause in Ruhe und Harmonie s­ chaffen konnte,
Freizeit­aktivitäten der Kinder fördern. Zeit finden, den       habe ihr geholfen, sich voll und ganz auf ihre K
                                                                                                               ­ inder zu
Haushalt zu machen, das Abendessen herrichten und die           konzentrieren.
Kinder ins Bett bringen. Dann ist man selbst müde und
erschöpft. »Als Alleinerziehende hast du kaum Auszeit für       »Ein gutes Netzwerk ist wichtig«, betont Müller *.
dich selbst«, bilanziert sie.                                   Etwa, wenn die Grundschule schon früher aus ist, sie
                                                                 selbst aber noch in der Arbeit bleiben muss. »Die ­Kinder
 Für Alleinerziehende gäbe es kein »Übernimm bitte Du           gehen dann mit zu Klassenkameraden nach Hause«,
 mal«, »Ich gehe heute früher ins Bett« oder »Ich treffe         beschreibt sie ihre Lösung. Aber auch ihre eigene ­Mutter
 mich noch mit Freunden«. Abends einmal mit Freundinnen         gehöre zu diesem Unterstützungskreis. Sie wohne zwar
­wegzugehen, sei zum Beispiel eine ständige Abwägungs­           nicht vor Ort, sei aber jederzeit telefonisch erreichbar.
  sache. »Gehe ich mit ins Kino, zahle ich doppelt:             »Meine Mutter hört mir immer zu, wenn mir etwas auf der
 für den Film und den Babysitter«, verdeutlicht Müller * das    Seele brennt«, sagt Müller* dankbar. So könne sie sich
 Problem, auch einmal Zeit für sich zu finden. So müsse          auch mal Erziehungstipps von einer Vertrauten holen,
 man immer alleine stark und für die Kinder da sein. Meist       auch wenn sie zuhause allein die Verantwortung für ihre
  seien die negativen Erlebnisse der zerbrochenen Bezie­        Kinder trage. Oder ihrem Kummer und Ärger Luft machen
 hung ein Grund, dass die Kinder stattdessen noch mehr          – und natürlich: Schöne Momente teilen.
Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge bräuchten. Auch
 gestalteten sich die Umgangszeiten zwischen den Eltern­        Müller * sagt selbst, es fehle zuhause oft an Zeit und Ruhe
 teilen oft schwierig, meint Müller*. Wenn der Vater zum        für solche Telefonate. Gerade deswegen aber ist sie froh,
 Beispiel etwas erlaube, was bei der Mutter verboten ist.       dass die Wochenend-Seminare der KASA eine Ruheinsel
»Da kommt es oft vor, dass die Kinder durcheinander sind,       bildeten und wie ein Rettungsanker in der stürmischen
 wenn sie wieder zuhause sind«, beschreibt sie den Zwie­        See des Alltags seien.
  spalt. Diese Überforderung äußere sich manchmal auch
  in aggressivem Verhalten. Vor allem, wenn dann auch           * Name geändert
 noch nicht geklärte Spannungen zwischen den Elternteilen
 ­herrschen, leide der Nachwuchs darunter sehr. Da sei
 es wichtig, auf die Kinder einzugehen.

Doch Regina Müller * hat auch sehen und schätzen gelernt,
was sie jeden Tag leistet: »Mütter sind wie Löwen – wenn
es darauf ankommt, entwickeln wir ungeahnte Kräfte«,
 stellt Müller* fest. Man müsse nur sein Ziel kennen und
 an sich selbst glauben, ist sie sich sicher. Nicht nur dabei
 helfe das Alleinerziehenden-Seminar der KASA ganz
­deutlich. »Die Themen sind immer sehr lebenspraktisch«,
 sagt sie. »Kommunikation«, ­»Pubertät«, »Umgang mit
Stress« oder »Wie finde ich innere Kraft« zählt sie beispiel­
 haft auf. Mit alledem habe sie sich bereits im Seminar
SCHWERPUNKT

                                                                                                                               © Diakonie Bayern
Im Einsatz für Familien

           IM EINSATZ
           FÜR ­FAMILIEN
            ANNA THIEL

Die Familienpflege der Diakonie                                ­Unterstützung von einer Familienpflegerin. »Es war
                                                               auch eine Hilfe für meinen Mann, der so wieder normal
Erlangen unterstützt Eltern in Aus­                             ­arbeiten gehen konnte«, so Yvonne Reuter *. Familie
nahmesituationen vorübergehend                                 vor Ort, die hätte einspringen können, hat das Paar nicht.
                                                               Eine fremde Person in den privaten Bereich zu lassen,
bei der Bewältigung des Alltags.                               sei aber kein Problem gewesen: »Gertraud war sehr
Obwohl die Hilfe so oft gebraucht                              herzlich und mir auf Anhieb sympathisch«, erinnert sich
                                                               die Biologin in Elternzeit, »vor allem ist sie sehr schön
wird, ist sie kaum bekannt.                                    und umsichtig mit dem Kleinen umgegangen«.

Gertraud Neumeier ist Familienpflegerin bei der Diako­         Kaum bekannt, kaum finanziert
nie Erlangen. »Wenn jemand plötzlich körperlich oder           »In persönlichen Krisen können sich Familien oft nicht
­psychisch krank wird, ins Krankenhaus muss oder wegen         mehr selbst helfen«, weiß Familienpflegerin Gertraud
 einer Risikoschwangerschaft nicht voll einsatzfähig ist,      Neumeier. »So etwas kann jedem jederzeit passieren.«
 entlasten wir«, erklärt sie. Der Vorteil des Angebotes sei,   Ihr Beruf sei dennoch kaum bekannt, bedauert ­Neumeier:
 dass die Familien in ihrer gewohnten Umgebung, ihrem          »Selbst Ärzte oder Fachleute aus anderen helfenden
 Zuhause bleiben könnten.                                      ­Berufen kennen das Angebot oft nicht und können so
                                                               im Einzelfall nicht darauf hinweisen.«
Wenn Mama ausfällt
»Sie hat mir eine große Last von den Schultern genom­          Auch Yvonne Reuter * erfuhr erst bei der Nachunter­
men«, erzählt Yvonne Reuter *. Nach einer Operation            suchung in der Klinik von der Möglichkeit, Familienpflege
durfte die 39-Jährige für acht Wochen nicht schwer heben       zu beantragen. »Bei dem Begriff hätte ich an sozial
und sollte sich schonen. Ihr jüngerer Sohn war gerade          schwache Familien gedacht und nicht an meine eigene
im ­Krabbelalter. »Ich konnte ihn nicht hochheben und im       Situation«, bemerkt sie. Hätte sie aber früher davon
Haushalt blieb viel liegen, weil ich anstrengendere Arbeiten   gewusst, hätte sie anders planen können. »Jetzt erzähle
nicht selbst machen konnte«, erinnert sich die zweifache       ich jedem davon«, sagt sie und lacht. Es sei »einfach
Mutter. Ihr Mann habe zwar übernommen, so gut es ging,         beruhigend zu wissen, dass da eine Hilfe ist, auf die
­neben dem Beruf seien die Kapazitäten aber begrenzt.          man sich verlassen kann, wenn mal was ist im Leben.«
 Für mehrere Wochen erhielt die Familie Reuter * vormittags
                                                               30 bis 40 Familien werden auf diese Weise jährlich von
                                                               der Diakonie Erlangen unterstützt. Die Kosten ­tragen zum
                                                               Teil Kranken- oder Rentenkassen, Jugend- oder Sozial­
                                                               ämter sowie Beihilfestellen. Ohne Zuschüsse der
FAMILIENPFLEGE                                                 ­kirchlichen Träger, von Land und Kommunen gäbe es die
Kinderbetreuung und                                            Familienpflege in Bayern aber nicht. »Der offizielle ­Begriff
Haushaltshilfe bei Krankheit                                    im Sozial­gesetzbuch lautet ›Haushaltshilfe‹ «, ­erklärt
und Krisen.
                                                               Felix Krauß, Leiter der Familienpflege. Viele w­ ürden daher
Kontakt:                                                       nur an »Putzkraft« denken, Familienpflege aber leiste viel
Felix Krauß                                                    mehr: Sie kümmert sich z. B. auch darum, dass die Kinder
T. ( 09131) 63 01 - 200                                        versorgt sind, hilft bei den Hausaufgaben, pflegt Neu­
familienpflege@diakonie-                                       geborene, bringt die Kleinen zum Kindergarten und holt
erlangen.de
                                                               sie wieder ab.

                                                               * Name geändert
14 – 15

                                                                                  © Diakonie Bayern
                         HILFE ­A NNEHMEN        Alltag oft schnell
                         ist für viele nicht     aus den Fugen.
                         leicht. Von den Ange-   Großteils sind es
                         boten zu wissen,        auch Frauen, die als
                         ist dafür die Voraus­   Familienpflegerin
                         setzung. Wenn Mütter    einspringen, hier
                         »ausfallen«, gerät      eine Kollegin von
                         der funktionierende     Gertraud Neumeier.

MEHR ALS EINE
HAUSHALTSHILFE
Familienpfleger*innen
übernehmen meist
                                                                                  © Diakonie Bayern

vielfältige Aufgaben,
damit der Familien­
alltag weiter rund
laufen kann. Fach­
schulen für Familien­
pflege bilden sie aus.
ZAHLEN UND FAKTEN
Spenden und helfen

               SPENDEN
               UND HELFEN
                DANIEL SCHNEIDER, ANNA THIEL

                Angesichts der vielfältigen Heraus­­
                  forderungen, die Corona mit sich
                  brachte, blicken wir voll Dankbarkeit
                  auf die Unterstützung, die wir erfahren.
                 Ob mit ehrenamtlichem Engagement,
                  mit Sach- oder Geld­spenden – ob
                 ­kleinen oder ­großen ­Beiträgen und
                ­Gedanken.

                Dank Ihres zuverlässigen Engagements
                 und Ihres Mitdenkens können wir
                ­bewährte Projekte weiterführen und
                 auch neue Hilfsangebote entwickeln.
                Denn auch in Zukunft möchten wir
                dort HILFE IM LEBEN leisten, wo wir
                dringend gebraucht werden.

                Auch Sie möchten uns gerne unterstützen? Unser Spendenkonto
                finden Sie auf der Rückseite dieser Ausgabe.
16 – 17

           »Unsere Gäste sind
           sehr dankbar, dass
           jemand mit solch einer
           Geste an sie denkt «
            Claudia Steubing, Leiterin der Bahnhofsmission Erlangen

                                            Spenden für die Bahnhofsmission            Pünktlich zum Nikolaus konnten sich
                                            Unter dem Motto »Türchen auf! – 24         die Gäste der Bahnhofsmission ein
                                            Wünsche aus dem Ehrenamt« stellte          sorgfältig verpacktes Geschenk am
                                            der Online-Adventskalender der             Bahnsteig 1 abholen. Mitarbeitende
                                             Stadt Erlangen jeden Tag soziale          von Siemens Mobility hatten 50
                                             Einrichtungen vor und erfüllte deren      Pakete mit Bohnenkaffe, Lebkuchen,
                                            ­Wünsche. Die Bahnhofsmission              Tee, Honig, Seife oder Zahnbürsten
                                             bekam eine Brotschneidemaschine           gefüllt und bei Claudia Steubing,
                                             geschenkt. Sie beschleunigt jetzt         Leiterin der Bahnhofsmission, abge­
»TÜRCHEN AUF ! –
24 WÜNSCHE AUS                               das Vorbereiten der Brotzeit, die die     geben. Schon am ersten Ausgabetag
DEM EHRENAMT«                                Ehrenamtlichen im Augenblick selbst       kam es zu einer regen Abholung
Dr. Clemens Hey­                             belegen müssen. Denn durch corona­        durch »alteingesessene« Gäste. »Alle
denreich erfüllt der                         bedingte Schließungen am Bahnhof          sind sehr dankbar, dass jemand
Bahnhofsmission                              fielen die regelmäßigen Spenden an        mit solch einer Geste an sie denkt«,
ihren Wunsch nach
einer Brotschneide­
                                             fertigen Backwaren für die Gäste weg,     beschreibt Steubing die ersten
maschine.                                    erklärt Claudia Steubing, Einrichtungs­   Ein­drücke. Allerdings mischt sich in
                                             leiterin der Bahnhofsmission. »Aktuell    die Freude auch ein wenig Trauer.
                                             bekommen wir ganze Brotlaibe von          Das traditionelle Weihnachts­essen
                                             den Bäckereien Trapper und Frank.«        mit einem gemeinsamen Essen,
                                                                                       Weihnachtsliedern und Geschenken
                                            Außerdem erhielt die Bahnhofsmission       kann dieses Jahr wegen Corona
                                            durch eine Spende vom Leo Club             leider nicht s­ tattfinden.
                                            Erlangen „Markgraf“ und von Siemens
                                            Mobility die finanziellen Mittel, um       Weitere Spenden kamen von EDEKA
                                            Thermobecher für ihre Kundschaft           Bächmann und dem dm Drogerie­
                                            anzuschaffen. »Gerade bei den              markt am Hugenottenplatz mit
                                            winterlichen Temperaturen ist ein          Schokoladen-Nikoläusen und ver­
GESCHENKE
VON SIEMENS                                 heißes Getränk eine wichtige Sache«,       schiedenen Hygiene-Artikeln für die
Ein ganzes Auto                             sagt Steubing.                             Gäste der Bahnhofsmission. Die
voller Geschenke für                                                                   Hochschulgruppe des Verbands
die Gäste der Bahn­                         Die Bürgerstiftung unter ihrer Vorsit­     Elektrotechnik, Elektronik und Infor­
hofsmission nahm                            zenden Dr. Elisabeth Preuß schenkte        mationstechnik »ETG Kurzschluss
Einrichtungsleiterin
Claudia ­Steubing von
                                            der Bahnhofsmission 500 Euro für           e. V.« spendete 500 Euro. Claudia
Siemens ­entgegen.                          eine Zwischentüre mit Durchreiche.         Steubing möchte das Geld für Öffen­
                                            Die mit der Anfertigung beauftragte        tlichkeitsarbeit und Kommu­nikation
                                            Schreinerei Holzkirchner übernahm          nutzen, etwa ein neues Telefon mit
                                            die Restkosten von etwa 500 Euro für       Anrufbeantworter, einen zusätzlichen
                                            Material und Montage als Spende.           Internetanschluss sowie Prospekt­
                                            »Wegen der Hygienemaßnahmen sind           halter für Informations­broschüren.
                                            Türe und Fenster häufig geöffnet«,
                                            erläutert Steubing, »darum standen
                                            unsere überwiegend älteren Ehren­
                                            amtlichen oft in der Kälte – das ist
                                            jetzt besser zu kontrollieren«.
ZAHLEN UND FAKTEN
Spenden und helfen

            »Abwechslungsreiche
            Aktivitäten und
            Angebote im Heim sind
            gerade sehr wichtig … «
             Doreen Lösel, Leiterin der Diakonie am Ohmplatz

                                             Siemens Energy beschenkt Kinder           Bürgerstiftung unterstützt
                                             geflüchteter Familien                    ­Senioren*innen
                                             Einen vollen Gabentisch bereiteten        Je 700 Euro haben die Senioren-
                                             die Mitarbeitenden von Siemens            heime Diakonie Sophienstraße und
                                             Energy der Flüchtlings- und Integra­      Diakonie am Ohmplatz von der
                                             tionsberatung der Diakonie Erlangen.      ­Bürgerstiftung Erlangen im Herbst
                                             Schon zum dritten Mal in Folge            erhalten. Das Geld wurde verwendet,
                                             sammelte der Nachwuchskreis von           um Material zur Freizeitgestaltung
                                             Siemens die sorgsam verpackten            und Gesundheitsprophylaxe der
 SIEMENS ENERGY
 Iliana Ilonidou, Siemens                    Geschenke und überbrachte sie der         Bewohner*innen anzuschaffen, zum
 Energy, Alexandra                           Diakonie. »Dieses Jahr ist über­          Beispiel Igelbälle und Spiele zum
­Bendrich, Flüchtlings-                      wältigend«, sagt Alexandra Bendrich,      Gedächtnistraining. Gerade in Zeiten
 und Integrationsberatung                    Leiterin der Flüchtlings- und Integra­    von eingeschränkten Besuchs- und
 bei der Übergabe                            tionsberatung mit Blick auf den           Kontaktmöglichkeiten seien diese
 der Geschenke.
                                             vollgepackten Tisch. Ihrer Schätzung      Dinge von herausragender Bedeutung
                                             nach sei es mindestens doppelt so         für die Gesundheit und das Gemüt,
                                             viel wie im vergangenen Jahr. Diese       erklärt Doreen Lösel, Einrichtungs­
                                             weihnachtlichen Gaben werden nun          leiterin der Diakonie am Ohmplatz.
                                             56 Kindern geflüchteter Familien in       »Abwechslungsreiche Aktivitäten und
                                             Baiersdorf, Buckenhof, Marloffstein,      Angebote im Heim sind zurzeit sehr
                                             Möhrendorf und Spardorf zugute­           wichtig und haben auch eine präven­
                                             kommen.                                   tive gesundheitsfördernde Funktion.«
                                                                                       Die Diakonie Erlangen dankt der
                                             Bürgerstiftung versüßt                    Bürgerstiftung für ihre Unterstützung.
                                             ­Senioren*innen den Advent
                                             140 Päckchen Lebkuchenkonfekt hat        Spenden der Sparkasse
                                             die Bürgerstiftung an das Senioren­      Die Sparkasse Erlangen leistete ver­
                                             pflegeheim Diakonie am Ohmplatz          lässliche Unterstützung für verschie­
                                             gespendet. Klaus Fella, Vorstandsvor­    dene Arbeitsbereiche der Diakonie
                                             sitzender der Bürgerstiftung Erlangen    – wie die Hilfen für Menschen in Woh­
BÜRGERSTIFTUNG
( v. l.) Klaus Fella, Vor­                   erklärte: »Die Bäckerei Pickelmann       nungsnot, die Tafel, die Bahnhofs­
standsvorsitzender der                       hat uns neben dem Backen mit einer       mission und die Kirchliche Allgemeine
Bürgerstiftung, bei der                      Preisreduktion dabei unterstützt,        Sozialarbeit. Die Spendenübergabe
Spendenübergabe vor                          diese Weihnachtsaktion umzusetzen.«      durch den Vorstand der Sparkasse
der Diakonie am Ohm­                         Doreen Lösel, Einrichtungsleiterin       im Beisein von Oberbürgermeister
platz mit Krista Wagner,
Leiterin des Sozial­
                                             des Seniorenpflegeheims, bedankte        Dr. Florian Janik ( Erlangen ), Bürger­
dienstes, Natalie Vom                        sich bei den Beteiligten für die         meister Dr. Hacker ( Herzogenaurach ),
Schemm, Pflegefach­                          Geschenke. »Unsere Bewohnerinnen         Landrat Alexander Tritthart und dem
kraft, und Doreen Lösel,                     und Bewohner freuen sich dieses Jahr     Sparkassen-Christkind wurde corona­
Einrichtungsleiterin.                        besonders über alles, was sie mit        bedingt erstmals aufgezeichnet. Die
                                             ›normalen Weihnachten‹ verbinden.«       Abwechslung und Professionalität der
                                                                                      anschließenden Internet-Über ­tragung
                                                                                      machte den sonst üblichen persön­
                                                                                      lichen Austausch fast wett.
18 – 19

             »In Zeiten von Corona
              ist es schwierig
             ­Weihnachten zu feiern,
              insbesondere für die
              Menschen im Hospiz «
             Alexander Kulla, Leiter des Hospiz, Diakonie am Ohmplatz

                                             Kindergrüße an Hospiz-Gäste                 Rotarier spenden, auch
                                             Die Kinder der Kita Kunterbunt in           ohne ­Tombola
                                             Adelsdorf ließen noch vor dem Lock­         Die Tombola mit Losverkauf der
                                             down die Scheren glühen, um für             Erlanger Rotary-Clubs ist in diesem
                                             die Gäste des Hospizes der D ­ iakonie      Jahr coronabedingt zwar ausgefallen,
                                             am Ohmplatz weihnachtliche                  stattdessen haben sie aber in ihre
                                             Anhänger zu basteln. »In Zeiten von         eigene Tasche gegriffen und u. a.
                                             Corona ist es schwierig Weihnachten         für die Diakonie Erlangen gespendet:
                                             zu feiern, insbesondere für die             3.333 Euro überreichte Präsident
                                             Menschen im Hospiz«, so Alexander           Prof. Wolfgang Peukert vom Rotary
                                             Kulla, Leiter des Hospizes. In diesem       Club Erlangen Elke Bollmann, ­Leiterin
                                             Jahr fand daher keine große Weih­           der Tafel Erlangen. 1.666 Euro erhielt
                                             nachtsfeier statt. Stattdessen gab es       Doreen Lösel, Einrichtungsleiterin
                                             ein Weihnachtsmenü für die Ange­            der Diakonie am Ohmplatz von Prof.
KITA KUNTERBUNT
Lotte und Elias haben                        hörigen und Gäste in deren Zimmern          Hans Drexler, Präsident des RC
fleißig geschnippelt,                        im Hospiz.                                  Erlangen-­Schlosses. Die Rotarier
um den Hospiz-Gästen                                                                     hofften, in den Einrichtungen mithilfe
einen Weihnachtsgruß                            Haarstudio Nico sammelt für              der Spenden einiges bewegen zu
zu schicken.                                 ­Jugendwerkstatt                            können.
                                              Das Erlanger Haarstudio Nico
                                                sammelte in diesem Jahr wiederholt       Hilfe beim Lüften
                                              Geld für soziale Zwecke. Dieses Mal        Regelmäßiges Lüften hilft, Infek­
                                                ging das Geld an die Jugendwerk-         tionen über Aerosole zu vermeiden.
                                                statt der Diakonie Erlangen. Den Tipp,   2.000 Euro hat die Stadt Erlangen
                                                die 1.200 Euro aus der aufgestellten     darum jeder örtlichen Pflege­
                                              Spendenbox an die Ausbildungs­             einrichtung zur Verfügung gestellt,
                                              werkstatt zu geben, bekam Friseur          um CO2-Ampeln anzuschaffen.
                                                Nicolo Gervasio von seiner Stamm­        Die Geräte messen die Qualität der
                                                kundin Pfarrerin Lídia Barth, Leiterin   Raumluft und zeigen an, wann
                                                der Pastoralen Dienste der Stadt­        gelüftet werden muss. Die Senioren­
HAARSTUDIO NICO
( v. l.) Kerstin ­Müller,                       mission Nürnberg. Einrichtungsleiter     pflegeheime sowie die Tagespflege
­Nicolo Gervasio,                             Wolfgang Gremer erklärt, dass die          der Diakonie Erlangen haben das
 ­Wolfgang ­Gremer,                           Jugendwerkstatt der Ort für junge          Angebot dankend angenommen und
  Lídia Barth                                 Menschen sei, die in regulären Aus­        ihre Häuser mit neuen CO2-Ampeln
                                                bildungsbetrieben nicht Fuß fassen       ausgestattet.
                                                könnten. »Unsere Auszubilden­-
                                                den haben teilweise schwerwiegende
                                                Bio­grafien und ernste psychische
                                              ­Belastungen, die sie als ›Rucksack‹
                                                mit sich herumtragen«, so Gremer.
                                               Doch durch das pädagogische
                                               ­Konzept hätten die Azubis eine Ver­
                                                mittlungsquote von 85 Prozent
                                                auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
ZAHLEN UND FAKTEN
                     Spenden und helfen

                                 »Geldspenden helfen
                                 uns, eine gute Versorgung
                                 sicherzustellen«
                                 Elke Bollmann, Leiterin der Erlanger Tafel

                                                                   Tafel-Spende des Nachwuchs-             Sparda-Bank spendet
© Siemens Mobility

                                                                   kreises von Siemens Mobility            300 ­Adventskalender an Tafel
                                                                   Der »Nachwuchskreis Mobility Süd«       Die Sparda-Bank Nürnberg eG spen­
                                                                   der Siemens Mobility GmbH hat sich      dete 300 Adventskalender für Kinder
                                                                   für die Tafel Erlangen eingesetzt und   einkommensschwacher Familien
                                                                   reichlich Kisten voller Lebensmittel    an die Tafel der Diakonie Erlangen.
                                                                   und Waren des täglichen Bedarfs         Die Kalender enthalten nicht – wie
                                                                   gesammelt. Diese werden in den          oft üblich – hinter jedem Türchen
                     MOBILITY SÜD                                  Ausgabestellen an die Tafelkunden­      Schokoladenstücke, sondern jeweils
                     Nachwuchskreis der                            *innen weitergegeben. Das Fazit der     ein hochwertiges Spielzeug. »Es ist
                     ­Siemens Mobility GmbH im
                                                                   Siemens-Mitarbeitenden nach der         wunderbar, dass wir gerade jetzt in
                      Einsatz für den guten Zweck.
                                                                   Sammlung: »Es war eine super Aktion     diesem durch Corona sehr außerge­
                                                                   und wir wollen das gerne weiter         wöhnlichen Jahr mithilfe der Sparda-­
                                                                  ­beibehalten!«                           Bank Nürnberg so vielen Kindern ein
© HJ Krieg

                                                                                                           Lächeln ins Gesicht zaubern können«,
                                                                  Hubwagen und Essensgutscheine            sagt Elke Bollmann, Leiterin der Tafel
                                                                  Die Bürgerstiftung Erlangen              Erlangen. »Wenn sie dabei auch nur
                                                                  schenkte der Tafel einen Hubwagen.       kurz die Sorgen und Probleme des
                                                                  Gemeinsam mit Holger Nein vom            Alltags vergessen können, haben wir
                                                                  Biergarten am Röthelheim ­spendeten      unser Ziel erreicht.« Die finanziellen
                                                                  sie außerdem der Tafel Gutscheine        Mittel für die Spende stammen aus
                                                                  im Wert von 1.700 Euro. Die Tafel­       dem Gewinn-Spar-Verein der Sparda­-
                                                                  kunden*innen können sich dafür im        Bank Nürnberg e. V.
                      BÜRGERSTIFTUNG
                      Spendenübergabe                             »Biergarten am Röthelheim« Lecke­
                      der ­Essensgutscheine                       reien à la carte zum Mitnehmen
                     von der Bürgerstiftung und                   aussuchen.
                     ­Holger Nein vom Biergarten
                      am Röthelheim.                              Spenden zu Erntedank
                                                                  Eine bunte Sammlung an Spenden
                                                                  haben die Tafel-Ausgabestellen
                                                                  Herzogenaurach und ­Büchenbach
                                                                  von der Evangelischen Freien
                                                                  Gemeinde Herzogenaurach, der
                                                                  Carl-Platz-Schule Herzogenaurach,
                                                                  der Heinrich-Kirchner-Grundschule
                                                                                                           SPARDA-BANK
                                                                  Büchenbach und von zahlreichen           Ein Highlight für Tafel­
                                                                  Kirchengemeinden anlässlich des          kunden*innen mit Kindern:
                                                                  Erntedankfestes erhalten: Darunter       Die Adventskalender mit
                                                                  viele lang haltbare Lebensmittel aber    Spielzeug-Überraschung.
                     CARL-PLATZ-SCHULE
                     HERZOGENAURACH                               auch frisches Obst und herbstliche
                     sammelte anlässlich des                      Kürbisse. Die Schulkinder haben sich
                     Erntedank-Festes Spenden                     im Rahmen der Spendenaktion im
                     für die Tafel.                               Schulunterricht mit Überfluss und
                                                                  Mangel von Lebensmitteln und der
                                                                  Funktion der Tafel als Retter und Ver­
                                                                  teiler auseinandergesetzt.
20 – 21

                                  Spenden von Sparkasse und                  Die Anzahl der belieferten Personen
                                  Fitness-Studio                             hat sich seit Anfang des Jahres ver­
                                  Bei der Veranstaltung »Unter der           doppelt, von 20 auf 40 Kunden*innen.
                                  Kuppel – Unternehmer im Gespräch«          Dies sei ein beunruhigender Befund,
                                  am 21. Oktober 2020 erhielt die            so Bollmann. Vier Mitarbeitende
                                  Tafel Erlangen einen Scheck über           ­fahren einmal pro Woche Lebens­
                                  10.000 Euro. Als Spender traten zu          mittel aus. »Geldspenden helfen uns,
                                  gleichen Teilen die Sparkasse               eine gute Versorgung sicherzustellen«,
UNTER DER KUPPEL                  Erlangen Höchstadt Herzogenaurach           erklärt die Tafel-Leiterin.
( v. l.) Walter Paulus-­Rohmer,   und die RSG Group, bekannt durch
Mitglied des Vorstandes                                                      Tafel-Tüten-Aktion von EDEKA
                                  die McFit-Sportstudios, auf. Elke
der Sparkasse, Rainer
Schaller, Gründer und             Bollmann, Leiterin der Erlanger Tafel,     und REWE
Geschäftsführer der RSG           freute sich, mit dieser großzügigen        Ab 12. Oktober konnten Kunden*-
Group, Johannes von               finanziellen Zuwendung hilfsbedürf­        innen im EDEKA in Alterlangen für
Hebel, ­Vor­sitzender des         tigen Menschen Unterstützung und           fünf Euro eine vorgepackte Lebens­
Vorstandes der Sparkasse          neuen Lebensmut geben zu können.           mittel-Tüte für die Tafel erwerben.
und Elke ­Bollmann, Leiterin
der ­Erlanger Tafel.
                                                                             »Wir haben rund 300 Tüten erhalten«,
                                  Junge Union unterstützt Tafel              so Elke Bollmann, Leiterin der Tafel.
                                  Die Junge Union ( JU ) Erlangen            Die Filiale in Alterlangen war in Bayern
                                  unter­stützte am 24. Oktober 2020          eine von 79 Standorten, die 14 Tage
                                  die Tafel mit der Sammelaktion             lang an dieser Aktion teilnahmen.
                                  »Kauf eins mehr«. Dabei sammelten          Auch bei REWE gab es eine ähnliche
                                  die Mitglieder zwei Transporter voller     Aktion in über 3.600 Märkten in ganz
                                  Lebensmittel. Diese wurden im An­          Deutschland. In Erlangen und
                                  schluss von der Tafel an sozial und        Umgebungen haben sich alle REWE-­
                                  wirtschaftlich benachteiligte Bürger­      Märkte an der Aktion zu Gunsten
                                  *innen weitergegeben.                      der Tafel beteiligt. Woche für Woche
                                                                             nutzen rund 600 Familien das
                                   Spende statt Feier                        Angebot der Tafel, aber auch zahl­
                                   Die Belegschaft des Malteser Wald­        reiche Rentner*­innen sowie Geflüch­
                                   krankenhauses St. Marien feierte          tete und andere Bedürftige.
JUNGE UNION
(v. l.) Süeda Kanatli,             dieses Jahr keine Weihnachtsfeier,
Sophia Schenkel,                   sondern spendete 2.500 Euro an die        Tafel erhält Erlanger Medizinpreis
JU Kreisvor­sitzende,              Tafel Erlangen. »Den Mitarbeiterinnen     Der Verein »Gesundheit und M  ­ edizin
Irina Schmitz.                     und Mitarbeitern ist sehr bewusst,        in Erlangen« zeichnete die Tafel
                                   dass die Corona-Pandemie nicht nur        Erlangen mit dem 500 Euro dotierten
                                   für ein Krankenhaus eine schwierige       Sonderpreis aus. Die Jury erklärte:
                                   Zeit ist, sondern auch für viele, viele   »Die Initiative befasst sich mit her­
                                   Menschen in Erlangen«, erklärte           ausragendem Engagement mit der
                                   Margit Kahl-Schimkat, die Vorsitzende     Bewältigung der Corona-Pandemie.«
                                   der Mitarbeitervertretung des Kran­       Denn gerade die Schwächsten und
                                   kenhauses. Elke Bollmann, Leiterin        Ärmsten würden in dieser Zeit am
                                   der Tafel Erlangen, bedankte sich für     härtesten getroffen. In diese ­Situation
                                   die Unterstützung und den Weitblick:      halten viele ehrenamtliche und außer­
                                   »Das ist ein echter Akt der Nächs­        ordentlich engagierte Mitarbeitende
                                   tenliebe, auf diese Weise anderen         die Versorgung der Erlanger Bürger*­
                                   etwas Gutes zu tun.« 1.900 Men­           innen aufrecht – und das, obwohl
WALDKRANKENHAUS
Elke Bollmann ( l. ), ­Leiterin    schen versorgt die Tafel in Erlangen,     viele der Ehrenamtlichen selbst im
der Tafel Erlangen, ­erhielt       Büchenbach und Herzogenaurach             fortgeschrittenen Alter sind und
den Spendenscheck                  mit Lebensmitteln. Der Lieferservice      somit als »Risikogruppe« gelten. Mit
von Dr. Carsten Haeckel,          ­TafelMobil boomt seit der Pandemie.       dem Erlanger Medizinpreis werden
­Geschäftsführer des Mal­          Er versorgt Kunden­*innen, die auf­       herausragendes Engagement im
 teser Waldkrankenhauses
 St. Marien, und Margit           grund von Alters­beschwerden, Ge­          Ehrenamt sowie beispielhafte Projekte
 Kahl-Schimkat von der Mit­        brechlichkeit oder Krankheiten nicht      und Initiativen aus den Bereichen
 arbeitervertretung ( MAV ).       mehr selbst in die Ausgabestellen         »Gesundheitsförderung / Prävention«
                                   kommen können. Viele von ihnen ge­        sowie »Medizin­ische Versorgung«
                                   hören zu einer Corona-Risikogruppe.       gewürdigt.
ZAHLEN UND FAKTEN
Einrichtungen

UNSERE
EINRICHTUNGEN
Diakonisches Werk                             BAHNHOFSMISSION                             AMBULANTE PFLEGE
                                              Bahnhofsplatz 1, 91054 Erlangen
                                              Claudia Steubing, T. (09131) 63 01 - 360    Diakoniestation Mitte
BEZIRKSSTELLE                                 bahnhofsmission@diakonie-erlangen.de        Hertleinstr. 8, 91052 Erlangen
Raumerstraße 9, 91054 Erlangen                                                            Nicole Bentheimer, T. (09131) 63 01 - 500
Sabine Hornung                                FUNDGRUBE
sabine.hornung@diakonie-erlangen.de           Langfeldstr. 27, 91058 Erlangen             Diakoniestation Süd
   Sekretariat                                T. (09131) 63 01 - 0                        Daimlerstr. 44, 91058 Erlangen
Maria Kohlmann, Simone Liebscher,             fundgrube@diakonie-erlangen.de              Matthias Wölfel, T. (09131) 63 01 - 400
T. (09131) 63 01 - 0
info@diakonie-erlangen.de                     TAFEL                                       Diakoniestation West
                                              Ausgabestellen:                             Obere Gasse 7b, 91056 Erlangen
Hilfen für Familien                             Schillerstraße 52 a, 91054 Erlangen       Irina Fischer, T. (09131) 63 01 - 460
  Ambulante Erzieherische Hilfen                Frauenauracher Str. 1 a, 91056 Erlangen
Julia Palmai, T. (09131) 63 01 - 124            Kantstraße 17, 91074 Herzogenaurach       Diakoniestation Herzogenaurach
aeh-diakonie@diakonie-erlangen.de             Elke Bollmann, T. (09131) 63 01 - 129       Beethovenstr. 14, 91074 Herzogenaurach
                                              tafel@diakonie-erlangen.de                  Marion Ebel, T. (09132) 83 61 061
Beratungsstelle KASA
   Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit         JUGENDWERKSTATT                             Diakoniestation Uttenreuth
Monika Köhler                                 Sonnenstr. 23, 91058 Erlangen               Esperstr. 25 a, 91080 Uttenreuth
kasa@diakonie-erlangen.de                     Wolfgang Gremer, T. (09131) 63 01 - 340     Marco Heidig, T. (09131) 63 01 - 440
   Angebote für Alleinerziehende              wolfgang.gremer@diakonie-erlangen.de
Manuela Heck, T. (09131) 63 01 - 122                                                      Demenzbetreuung
alleinerziehende@diakonie-erlangen.de                                                     Karoline Kopp, T. (09131) 63 01 - 520 oder - 200
                                              Pflege                                      karoline.kopp@diakonie-erlangen.de
Hilfen für Menschen in Wohnungsnot
Doris Dallheimer, T. (09131) 63 01 - 132                                                  Familienpflege
Hartmut Walter, T. (09131) 63 01 - 133        STATIONÄRE PFLEGE UND                       Daimlerstr. 44, 91058 Erlangen
doris.dallheimer@diakonie-erlangen.de         BETREUTES WOHNEN                            Felix Krauß, T. (09131) 63 01 - 225
hartmut.walter-stoehr@diakonie-­erlangen.de                                               familienpflege@diakonie-erlangen.de
                                              Diakonie am Ohmplatz
Hilfen für Menschen                           Am Röthelheim 2, 91052 Erlangen
  mit seelischer Erkrankung                   Doreen Lösel, T. (09131) 71 929 - 0
Babette Brokmeier, T. (09131) 63 01 - 119     ohmplatz@diakonie-erlangen.de
pb@diakonie-erlangen.de
                                              Diakonie Sophienstraße
Flüchtlings- und Integrationsberatung         Gebbertstr. 72, 91052 Erlangen
Alexandra Bendrich, T. (01520) 42 89 837      Lilia Olenberg, T. (09131) 308 - 5
alexandra.bendrich@diakonie-erlangen.de       sophienstrasse@diakonie-erlangen.de

KulturTafel                                   Tagespflege Maria-Busch-Haus
Juliane Siegel, T. (09131) 63 01 - 121        Daimlerstr. 44, 91058 Erlangen
kulturtafel@diakonie-erlangen.de              Alexandra Meyer, T. (09131) 63 01 - 300
                                              tagespflege@diakonie-erlangen.de
Dorfhelferinnen
Sabine Hornung, T. (09131) 63 01 - 0          Stationäres Hospiz
info@diakonie-erlangen.de                     Am Röthelheim 2a, 91052 Erlangen
                                              Alexander Kulla, T. (09131) 63 01 - 580
                                              hospiz@diakonie-erlangen.de
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