E C HOBezirksverband Baden e. V - Super - das neue Familienhaus ist eröffnet - AWO Baden
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Nr. 200 4. Quartal 2017 Magazin der AWO Bezirksverband Baden e.V.
C HO
EBezirksverband B
Super - das neue Familienhaus
ist eröffnet13. BezirkSkoferenz
inTerview
sind wir hervorragend aufgestellt.
den letzten beiden Jahrzehnten
olgen werden wir uns aber nicht
m hilfsbedürftige Menschen auch
ptimal betreuen und pflegen zu
erden wir uns weiterhin auf un-
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uletzt wissen wir genau, wo unsere
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Elf Schülerinnen
gen. Die Arbeiterwohlfahrt ist einund Schüler wurden im Marta-Schanzen-
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Teilnahme
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den Kinderheften der Vorschulbande.
Beginn der Veranstaltung. Auch beim Buffet, das fast keine
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Wünsche man viele bei einem angeregten
Marta-Schanzenbach-Wettbewerb
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Telefon: 0221 606083-0, Telefax: 0221 606083-79INHALT
Titel 4 Liebe Freundinnen und Freunde,
Ein neues Familienhaus für die
Reha-Klinik Katharinenhöhe es ist mir immer eine große Freude die Katharinenhöhe, unsere renommierte
Staufermedaille für Stephan Maier 6 Rehabilitationsklinik für krebs- und herzkranke Kinder und ihre Familien sowie
junge Menschen in Schönwald/Schwarzwald, zu besuchen. Am 7. Novem-
Interview 7 ber 2017 habe ich mich besonders gern auf den Weg in den Schwarzwald
AWO-Geschäftsführer: gemacht, galt es doch, den dringend benötigten Erweiterungsbau der Katha-
Soziale Verantwortung und Erfolg rinenhöhe offiziell zu eröffnen. Das neue barrierefreie Familienhaus wird die
Reha-Bedingungen für die Patientenfamilien deutlich verbessern – lesen Sie
Einrichtungen und Dienste 8 mehr dazu in dieser Ausgabe von AWO-Echo.
Gemeinschaft erleben
Neues AWO-Bauprojekt am Start Die Katharinenhöhe und ihre wichtige Arbeit zum Wohle lebensbedrohlich
Kurz & bündig erkrankter junger Patientinnen und Patienten sind für mich persönlich und
Belegung noch gesteigert für die AWO Baden eine echte Herzensangelegenheit. Seit über 30 Jahren
Ehrenamtliche gesucht! hat unser Bezirksverband die Katharinenhöhe konsequent als Rehabilita-
Aktuelles tionsklinik mit familienorientiertem und ganzheitlich-interdisziplinärem Kon-
Flüchtlinge gewürdigt 10 zept aufgebaut und weiterentwickelt. Heute ist die Katharinenhöhe zu Recht
Der Neubau steht ein Flaggschiff der AWO, auf das wir stolz sein können. Ca. 40 Prozent aller
In zehn Jahren 53 Projekt gefördert jährlich durchgeführten Rehabilitationsmaßnahmen für krebskranke Kinder
Das I-Care Projekt und Jugendliche in Deutschland finden in der Katharinenhöhe statt.
AWO Rhein-Neckar aktiv gegen
Altersarmut Und noch eine Besonderheit: Zahlreiche Orts- und Kreisverbände der AWO
in Baden engagieren sich oft schon seit Jahrzehnten auf vorbildliche Weise
Marketing 12 für die Katharinenhöhe – sei es mit einer Mitgliedschaft im Förderverein der
Zeitlose Werte zeitgemäß umgesetzt Reha-Klinik oder mit den verschiedensten Spendenaktionen zugunsten der
Abenteuerliches zum Azubi-Tag krebskranken Patienten. Für viele badische AWO-Gliederungen ist es eine
... zu Gast beim Bundespräsidenten Selbstverständlichkeit, „ihrer“ Katharinenhöhe regelmäßig einen Besuch ab-
zustatten. Diese enge Verbundenheit rührt nicht von ungefähr: Die Kathari-
Katharinenhöhe 13 nenhöhe war die erste Immobilie, die von der Arbeiterwohlfahrt nach ihrer
Neue Kraft für zuhause Gründung erworben wurde. AWO-Gründerin Marie Juchacz steht im Grund-
Vorbildlicher Einsatz bucheintrag. Viele ältere Mitglieder der AWO kennen die Katharinenhöhe
zudem aus ihrer Jugend, als die Einrichtung noch ein Kindererholungsheim
AWO International 14 und später dann ein Ferien- und Landschulheim war. Was hat sich seitdem
Hilfe für geflüchtete Rohingya nicht alles getan?
Verband 15 Liebe Freundinnen und Freunde, ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich
Ältere Menschen für das Ehrenamt im Namen des gesamten Vorstandes bei allen haupt- und ehrenamtlichen
gewinnen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen persönlichen Einsatz und
Herzlichen Glückwunsch
für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr recht herzlich zu bedanken.
Führungswechsel
Wir wünschen Ihnen allen frohe, besinnliche Festtage und für das neue Jahr
OV-Versammlungen 16
2018 alles erdenklich Gute, Gesundheit und Zufriedenheit.
Applaus für Willi Querfurth
70 Jahre AWO
Ihr
„Ich bin ein Teil des Ganzen“
Herbstfahrt ins Blaue
Nachruf
Ehrungen 18
Wilfried Pfeiffer
Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft
Vorsitzender
Impressum, Redaktionsschluss
AWO-ECHO, 4. Quartal 2017 3TiTel
Ein neues Familienhaus
für die Reha-Klinik Katharinenhöhe
Endlich geschafft: Anfang November 2017 wurde der neue Erweiterungsbau der Rehabilitations-
klinik Katharinenhöhe, das sog. Familienhaus, offiziell eröffnet. Gut 150 Gäste feierten
gemeinsam mit dem Team der Klinik sowie Patientinnen und Patienten dieses besondere Ereignis.
Im neuen barrierefreien Haus sind sechs Patientenwoh- doch die erste Immobilie, die von der Arbeiterwohlfahrt er-
nungen speziell für größere Familien, Räume für die päda- worben und z. B. als TBC-Kinderheilstätte sowie als Feri-
gogischen Kindergruppen „Flohzirkus“ und „Räuberhöhle“ en- und Landschulheim genutzt wurde. „Die AWO hat die
mit direktem Zugang zu einem geschützten Außenspiel- Katharinenhöhe später dann über mehr als 30 Jahre als
platz sowie als Highlight ein Freizeitbereich mit Bowling- Reha-Klinik ausgebaut“, so Wilfried Pfeiffer. „Die Kathari-
bahn, Billardtisch, Dartscheibe und Videoübertragung ent- nenhöhe ist ein Flaggschiff der Arbeiterwohlfahrt, und wir
standen. sind bemüht, diese weiterzuentwickeln.“
Als neuen Aufbruch in der Rehabilitation bezeichnete Hans-
jörg Seeh, AWO-Ehrenvorsitzender und Aufsichtsratsvorsit-
Ein Flaggschiff der AWO zender der Katharinenhöhe, das neue Familienhaus. „Der
Neubau ist ein wichtiger Abschnitt für die weitere Zukunft
„Applaus, Applaus“ war denn auch genau das richtige Lied der Katharinenhöhe.“ Indes sei die Umsetzung des Erwei-
für die Katha-Band, um den Festakt für das neue Famili- terungsbaus anfangs schwierig gewesen, schließlich gab es
enhaus zu eröffnen. Danach kamen zahlreiche Redner zu keine offizielle Förderung. „Es war eine mutige Entschei-
Wort. Den Anfang machte AWO-Bezirksvorsitzender Wil- dung, über drei Millionen Euro privat aufbringen zu wol-
fried Pfeiffer. Er betonte in seiner Rede die große historische len“, so Hansjörg Seeh. „Nur dank zahlreicher kleiner und
Bedeutung der Katharinenhöhe für die AWO, war das Haus großer Spenden war dies überhaupt möglich.“
Wilfried Pfeiffer Hansjörg Seeh Prof. Dr. Thomas Klingebiel Ina Hönninger Marianne Mack
4 AWO-ECHO, 4. Quartal 2017TiTel
Ort der Freude wichtig die Errichtung der Jugendarena. „Wir sind glücklich, dass
wir helfen konnten“, sagte auch Marianne Mack, deren
Wie bedeutsam die Arbeit der Katharinenhöhe aus Sicht Verein Santa Isabel den kompletten Freizeitbereich des Er-
der Akutklinik ist, davon berichtete Prof. Dr. Thomas Klinge- weiterungsbaus konzipiert, mitentwickelt und finanziert hat.
biel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugend- Denn: „Ein Ort der Freude ist wichtig – und Lachen die be-
medizin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main und ste Medizin!“
Vorsitzender des Fördervereins der Katharinenhöhe. „Die
heutige Therapie wäre ohne Nachsorge nicht möglich: Wir
verlassen uns darauf, dass während der Reha die Folgen Überraschung zum Schluss
der Akutbehandlung gelindert und neue verhindert wer-
den“, erklärte Prof. Klingebiel und dankte der AWO, dass Natürlich durften bei der Festveranstaltung die Patienten und
sie die Reha-Klinik Katharinenhöhe aufgebaut hat. Mitarbeiter/-innen der Katharinenhöhe nicht fehlen. Musi-
kalische Höchstleistungen zeigten sie z. B. mit einem auf-
Voll des Lobes für die Katharinenhöhe war ebenfalls Ina wendig inszenierten Sprechgesang. Einen spannenden Vor-
Hönninger, die im Namen der José Carreras Leukämie- trag über ihre therapeutische Arbeit lieferten Kinderarzt Dr.
Stiftung sprach. Gerne habe man den Bau des neuen Familien- Jörn Andreae, Diplom-Heilpädagogin Monika Ruthardt und
hauses unterstützt – wie übrigens schon vor einigen Jahren Erzieherin Vanessa Disch. Besonders eindrucksvoll waren
AWO-ECHO, 4. Quartal 2017 5TiTel
zudem die Berichte eines Patientenvaters und einer Patien-
tin aus der Jugendarena. „Die Katharinenhöhe tut gut“, so
ihre einhellige Meinung. Hier könne man aufatmen, Kraft
tanken und fit werden zum Weiterleben.
Vor der obligatorischen Schlüsselübergabe durch den Ar-
chitekten Martin Reiber an Klinikgeschäftsführer Stephan
Maier gab es zum Schluss noch eine freudige Überra-
schung: Christiane Eichenhofer (unten, 2. von rechts)
überreichte von der letztjährigen Tour Ginkgo einen Spen-
denscheck in Höhe von 325.000 Euro – Geld, das im neu-
en Familienhaus bestens angelegt ist.
Finanziert wurde das neue Familienhaus aus-
schließlich über kleine und große Spenden.
Hervorzuheben sind hier z. B.
die Deutsche Krebshilfe (800.000 Euro),
die José Carreras Leukämie-Stiftung (400.000 Euro),
die Christiane Eichenhofer-Stiftung (325.000 Euro),
die Hermle-Stiftung (300.000 Euro),
der Förderverein der Katharinenhöhe (200.000 Euro) und
der Verein Santa Isabel, der die Bowlingbahn und den
Freizeitbereich komplett übernommen hat.
Staufermedaille für Stephan Maier
Eine ganz besondere Ehre: Stephan Winfried Kretschmann die Staufer- „Herr Maier ist ein Vorbild, sein Enga-
Maier, Geschäftsführer und Psycho- medaille des Landes Baden-Württem- gement nachahmenswert“, lobte
sozialer Leiter der Rehabilitationsklinik berg verliehen. Im Rahmen eines Fest- Minister Wolf. „Er ist Motor der Klinik,
Katharinenhöhe wurde in Anerkennung aktes auf der Katharinenhöhe Mitte sein Treibstoff ist Begeisterung für die
seines großen ehrenamtlichen Engage- September 2017 wurde ihm die Me- Sache – und ein paar Liter Kaffee.“Die
ments zugunsten lebensbedrohlich daille von Landesjustizminister Guido Auszeichnung mit der Staufermedaille
erkrankter Kinder von Ministerpräsident Wolf offiziell überreicht. sei Dank für diesen vorbildlichen Einsatz.
6 AWO-ECHO, 4. Quartal 2017inTerview
Soziale Verantwortung und Erfolg
Zwei Fragen an AWO-Geschäftsführer Klaus Dalmeyer
AWO Echo: Wir beurteilen Sie die aktuelle Lage des AWO-Be- AWO Echo: Was treibt Sie persönlich an, um
zirksverbands Baden und was ist für die Zukunft geplant? sich auch nach 20 Jahren im Bezirksver-
Klaus Dahlmeyer: Der Bezirksverband befindet sich in einer seit band immer wieder neu zu motivieren?
nunmehr 20 Jahren andauernden Erfolgsphase. Die wirtschaft- Klaus Dahlmeyer: Soziale Arbeit heißt für
liche Situation ist stabil. Unsere Einrichtungen sind qualitativ mich: Soziale Verantwortung übernehmen –
sehr hochwertig, modern und zukunftsorientiert. Diese Ent- für unsereGesellschaft insgesamt, für die Menschen, die
wicklung war nicht selbstverständlich. Sie erfordert permanent sich der AWO anvertrauen, und auch für unsere Beschäftigten.
viel Arbeit, hohes fachliches Know-how und auch Kreativität. Wir möchten, dass es allen gut geht. Ausreichende finanzielle
Existentiell wichtig ist es dabei, dass wir uns immer wieder wei- Mittel sind dafür unerlässlich. Heute sind alle unsere
terentwickeln. Ich persönlich bin sehr froh, an diesen wichtigen Einrichtungen in einem hervorragenden Zustand – sowohl
Aufgaben mitwirken zu können. baulich als auch konzeptionell. Das macht mich stolz.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Einrich-
Auch in den nächsten drei bis fünf Jahren stehen im Bezirksver- tungen oder auch in der Geschäftsstelle engagieren sich Tag für
band zahlreiche große Projekte an: Die Umsetzung der Einzelzim- Tag für die Ziele unseres Verbands und damit letztlich auch für
merregelung in den stationären Einrichtungen, die Implemen- den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Dafür bin ich allen
tierung unserer neuen Heimverwaltungssoftware, der Erweite- sehr dankbar! Ich bin überzeugt davon, dass unsere gemeinsame
rungsbau für das Seniorenzentrum „Hardtwald“ in Eggenstein- Arbeit gerade in der heutigen Zeit von besonderer Bedeutung ist.
Leopoldshafen oder der Ersatzneubau für die Bezirksgeschäfts- Deshalb würde ich es sehr begrüßen, wenn soziale Hilfe in unserem
stelle, um nur einige Beispiele zu nennen. Land wieder mehr gesellschaftliche Anerkennung erfahren würde.
Und wenn Sie mich fragen, was mich immer wieder neu motivie-
Zunehmende Sorgen bereitet uns der Fachkräftemangel in der ren kann: Es ist ganz besonders auch das wichtige Engagement
Pflege. Im Bezirksverband haben wir deshalb bereits zahlreiche unserer zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer
Maßnahmen ergriffen, um dem soweit wie möglich entgegen- in den Gliederungen der AWO Baden und in unseren Einrich-
wirken zu können. Hier ist aber insbesondere auch die Politik ge- tungen. Ein besonderer Dank gilt dabei auch den Mitgliedern
fragt, damit die Rahmenbedingungen für den Pflegeberuf endlich des Bezirksvorstands, an der Spitze Wilfried Pfeiffer.
nachhaltig verbessert werden. Ich halte die jetzt vom Gesetzgeber
beschlossene Ausbildungsreform leider nur bedingt dazu geeig- Allen Haupt- und Ehrenamtlichen der AWO Baden wünsche ich
net, um dieses Problem nachhaltig lösen zu können. frohe Weihnachten und ein gesundes und friedliches neues Jahr.
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AWO-ECHO, 4. Quartal 2017 7EinrichtungEn und diEnstE
Kurz & bündig
Neue Einrichtungsleiterin
Rheinau-Freistett. Michae-
la Ludwig – dieser Name ist
im AWO-Seniorenzentrum
Hanauerland schon gut be-
kannt, heißt so doch die bis-
herige Pflegedienstleiterin
(PDL) des Hauses. Nach dem Weg-
gang von Heimleiterin Silvia Bainczyk
hat die 34-Jährige im September
2017 nun auch die Leitung der Ein-
richtung offiziell übernommen. Ca.
zehn Jahre ist Michaela Ludwig be-
reits im Seniorenzentrum Hanauer-
Gemeinschaft erleben
land tätig: zunächst als Altenpflege- Freiburg. Die individuellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner re-
rin, dann als Wohnbereichsleiterin, spektieren und zugleich eine aktive Teilnahme am Gemeinschaftsleben ermög-
stellvertretende PDL und PDL – und lichen – im Berthold-Kiefer-Haus und im Haus Littenweiler, den AWO-Wohn-
jetzt Einrichtungsleiterin. Diese be- heimen für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung in Freiburg, wird
eindruckende Karriere in relativ kur- Beides großgeschrieben.
zer Zeit war nur mit einer berufsbe- Ein Beispiel für die zahlreichen Angebote an Gruppenaktivitäten: Im Oktober/
gleitenden Fortbildung möglich. November 2017 fanden Halloween-Partys in den Häusern statt. Zu diesem Zwe-
cke schminkten sich die Bewohner/-innen entsprechend gruselig, auch Masken
Danke-Schön-Nachmittag wurden gebastelt. Die Räume wurden stilvoll mit Gespenstern, Kürbissen, Fle-
Singen. Unter dem Motto „Heut‘ dermäusen und Spinnen dekoriert, Essen und Trinken gruselig verfeinert. Ernst-
schau ich mal nach mir!“ fand an- haft erschreckt hat sich aber anscheinend niemand – stattdessen wurde bei den
lässlich des Welt-Alzheimertages Aktionen viel gelacht.
im AWO-Seniorenzentrum Micha-
el-Herler-Heim am 21. September
2017 ein Danke-Schön-Nachmit-
tag für pflegende Angehörige von
Demenzerkrankten statt. Eingela-
Neues AWO-Bauprojekt am Start
den hatte dazu das Aktionsbünd- Kenzingen. Nach langen Planungen war es Ende August 2017 endlich so weit:
nis Demenz Singen/Hegau, zu dem In Kenzingen wurden mit einem ersten Spatenstich die Bauarbeiten für das Pro-
auch die AWO Konstanz gehört. Die jekt Franziskanergarten offiziell begonnen. Neben dem bereits bestehenden
Teilnehmer/-innen erlebten nicht nur AWO-Pflegeheim Kenzingen im ehemaligen Franziskanerkloster sollen zwei
kurzweilige Stunden bei Kaffee und neue Gebäude gebaut werden: Im ersten Haus, das über einen Steg mit dem
Kuchen, sondern hörten auch aller- Altbau verbunden werden soll, werden voraussichtlich im Erdgeschoss eine Kin-
lei Wissenswertes von Experten zum dertagesstätte für 65 Kinder, im ersten und zweiten Obergeschoss zwei AWO-
Thema Demenz und Betreuungs- Pflegegruppen mit 30 Einzelzimmern entstehen. Im Klostergarten ist zudem eine
möglichkeiten zuhause. Am Ende Außenspielfläche für die Kinder vorgesehen. Zusätzlich geplant ist ein Wohnge-
gab es dann für jeden Gast eine bäude mit 14 Privatwohnungen. Ab 2019 wird das bestehende Pflegeheim sa-
Rose bestückt mit einem Spruch, der niert und umgebaut und wird dann 39 Einzelzimmer-Plätze haben
zur Selbstpflege anregen soll.
Ein langes Leben
VS-Schwenningen. Stattliche 109
Jahre – so alt wurde Maria Mugai.
Anfang September ist die älteste Bür-
gerin der Stadt, die seit etwa acht
Jahren im AWO-Seniorenzentrum
Am Stadtpark gewohnt hat, nun ge-
storben. Mit ihrer lebensfrohen und
geselligen Art war die gebürtige Ober-
schlesierin, die nach eigenen Angaben
nie krank war, sehr beliebt und wird
dem gesamten Team des Senioren-
zentrums in guter Erinnerung bleiben.
8 AWO-ECHO, 4. Quartal 2017EinrichtungEn und diEnstE
Aktuelles
Aktionswoche gestartet
Auch im vermeintlich reichen Baden-
Württemberg ein Thema: Armut, wo-
rauf bei der landesweiten Akti-
onswoche „Armut bedroht alle“
der Landesarmutskonferenz Mitte
Oktober 2017 aufmerksam gemacht
werden sollte. Armutsprävention und
Teilhabe sowie die besonders von
Armut betroffenen Kinder, Jugend-
lichen und alten Menschen standen
Belegung noch gesteigert bei der Aktionswoche deutlich im
Fokus. Zahlreiche Verbände und
Initiativen beteiligten sich an der
Bräunlingen. Ein beliebtes Haus – im AWO-Seniorenzentrum in Bräunlingen Kampagne mit den verschiedensten
freut man sich, dass die ohnehin schon sehr gute Belegung noch einmal gestei- Aktionen und Veranstaltungen –
gert werden konnte. Wie der Zweckverband des Seniorenzentrums bei seiner auch vielerorts die AWO.
letzten Sitzung im August 2017 mitteilte, betrug die Belegungsquote der insge-
samt 30 Pflegeplätze im vergangenen Jahr 94,1 Prozent (2015: 93,3 Prozent). Geld für Wohnungslose
Das entspricht in etwa einer vollen Belegung, weil immer wieder Übergangstage Insgesamt 1,5 Millionen Euro –
mit einzelnen freien Plätzen für Neubelegungen und die Kurzzeitpflege erforder- so viel Geld gibt das Land Baden-
lich sind. Derzeit besteht eine kurze Warteliste. Württemberg im Jahr 2017 als frei-
Laut Einrichtungsleiterin Bianca Braunersreuther kommt die große Mehrheit der willige Leistung für Einrichtungen der
Bewohner/-innen aus Bräunlingen, nämlich 14; Platz 2 übernimmt Donaue- Wohnungslosenhilfe. Sinn und
schingen mit vier, gefolgt von Hüfingen mit zwei. Man kann also mit Fug und Zweck der Förderung ist nicht nur,
Recht von einer Bräunlinger Einrichtung sprechen – und so ist es mehr als fol- den betroffenen Menschen zu helfen,
gerichtig, dass der dortige Bürgermeister Vorsitzender des Zweckverbandes ist. sondern auch die Kommunen und
Bisher war dies Jürgen Guse, der allerdings zum Ende des Jahres in Ruhestand Kreise bei der Wohnungslosenhilfe
geht. Als Nachfolger des Bräunlinger Bürgermeisters wurde im Oktober 2017 zu unterstützen.
Micha Bächle gewählt, der dann vermutlich auch im Zweckverband des Seni- Laut einer Studie des Sozialministe-
orenzentrums den Vorsitz übernehmen wird. riums von 2015 gibt es in Baden-
Württemberg ca. 22.800 woh-
nungslose Menschen, 28 Prozent
Ehrenamtliche gesucht! von ihnen Frauen. 12,8 Prozent
der Wohnungslosen im Land sind
jünger als 25 Jahre, ca. 13,5 Prozent
Heidelberg. Einfach unverzichtbar – Menschen, die sich ehrenamtlich in einem älter als 60 Jahre.
Seniorenzentrum engagieren und mit dazu beitragen, den Bewohnerinnen und
Bewohnern mehr Lebensqualität zu schenken. Auch im AWO-Seniorenzentrum Hilfreiche Broschüre
Louise-Ebert-Haus in Heidelberg-Boxberg weiß man die Zusammenarbeit mit Unter dem Titel „Pflegebedürftig –
freiwillig Tätigen sehr zu schätzen und hat deshalb gerne an der ersten Heidel- Was nun?“ hat das Sozial- und In-
berger Engagement-Messe teilgenommen, die von der Stadt und der örtlichen tegrationsministerium des Landes
Freiwilligenagentur Mitte Oktober 2017 im September 2017 eine Broschüre
organisiert wurde. Los ging die Messe neu herausgegeben. Darin berück-
um 11 Uhr. Vorher wurden Tisch und sichtigt sind nun die wesentlichen
Stellwand mit Info-Material ausgestat- Neuerungen seit Inkrafttreten des
tet – und dann standen Henrik Schaum- Pflegestärkungsgesetzes im Januar
burg, Einrichtungsleiter des Louise- dieses Jahres. Das Heft soll ein erster
Ebert-Hauses (Foto), und Cathrin Wegweiser für Pflegebedürftige und
Autenrieb vom Sozialen Heimdienst deren Angehörige sein und dabei
bereit, um Interessierten Auskunft helfen, die wichtigsten Fragen zu
über die Einrichtung und mögliche frei- klären. Zu finden ist die neue Pflege-
willige Tätigkeiten zu geben. Denn, so Broschüre unter http://sozialmini-
Henrik Schaumburg: „Ehrenamtliche sterium.baden-wuerttemberg.de/
bereichern ein Haus. Deshalb kann fileadmin/redaktion/m-sm/intern/
ein Haus wie das unsere nie genug downloads/Publikationen/Pflege-
ehrenamtliche Engagierte haben.“ beduerftig-was-nun_DE_2017.pdf.
AWO-ECHO, 4. Quartal 2017 9EinrichtungEn und diEnstE
Flüchtlinge gewürdigt Konstanz. Im AWO-Treffpunkt Chérisy, dem beliebten
Veranstaltungsort der AWO Konstanz, war eine Grup-
pe von Flüchtlingen eingeladen, um den Abschluss ihrer
gemeinnützigen Arbeit zu feiern. Eingesetzt waren sie in
der Stadtbücherei, der Wesenberggalerie, im Theater
oder bei der Feuerwehr, im Erlebnis-Aquarium Sealife oder
beim Sozialdienst katholischer Frauen.
„Sie haben etwas freiwillig getan, nicht nur, um die Sprache
zu erlernen oder um mit anderen Menschen in Kontakt zu
kommen, sondern auch, um unserer Stadt etwas zurück-
zugeben“, sagte Moustapha Diop, der städtische Flücht-
lingsbeauftragte. Von den vielfältigen Aufgaben berichtete
Zahide Sarikas, die das von der Stadt Konstanz finanzierte
Projekt umgesetzt und begleitet hatte.
„Es hat Spaß gemacht und ich habe viele neue Menschen
kennengelernt“, erzählte der Teilnehmer Ibrahim Nouri.
Zwei der freiwilligen Helfer fanden sogar im Anschluss an
ihren Einsatz im städtischen Theater eine Arbeit bzw. einen
Ausbildungsplatz als Schneider. Reinhard Zedler, Ge-
schäftsführer des AWO Kreisverbands Konstanz, über-
reichte die Urkunden, mit denen die ehrenamtliche Arbeit
der Flüchtlinge dokumentiert und anerkannt wurde.
Der Neubau steht
Weingarten. Gut gelaunte Schlüsselübergabe beim großen
Neubau- und Sanierungsprojekt der AWO Freiburg:
Im September wurde das neue Haus in der Sulzburger Straße
offiziell eröffnet. Die Architekten Heinz Geyer (links)
und Stefanie Damm (rechts) überreichten dem Freibur-
ger AWO-Kreivorsitzenden Hansjörg Seeh und der Leite-
rin der AWO-Seniorenwohnanlage Weingarten, Sibylle
Bierbaum, symbolisch einen gebackenen Schlüssel.
Der Neubau mit 32 öffentlich geförderten Betreuten
Seniorenwohnungen bildet den Auftakt für aufwändige
Bau- und Sanierungsmaßnahmen der drei Bestandsge-
bäude des AWO-Seniorenzentrums, die bis ins Jahr 2022
dauern sollen.
In zehn Jahren 53 Projekte gefördert
Waldshut. Die Gemeinschaftsstiftung der AWO Waldshut
zieht zum zehnjährigen Jubiläum mit 53 Förderprojekten
ein erfolgreiches Fazit. „Da die öffentliche Hand tenden-
ziell weniger Geld für soziale Einrichtungen in die Hand
nimmt, können wir mit einer solchen Stiftung lokale ge-
meinnützige Projekte fördern“, erklärte Vorstandsmitglied
Thomas Bomans, Kreisgeschäftsführer der AWO Waldshut
(2. von rechts). Stiftungsratsvorsitzender ist Günter Heinrich
(3. von links), der auch den AWO-Kreisverband leitet. Mit
den Spenden engagierter Bürger und Unternehmen wur-
den in den ersten zehn Jahren z. B. Kunstprojekte für psy-
chisch kranke Menschen oder Theaterprojekte verwirklicht
und u. a. die AWO-Elternschule mit Spielzeug und Musik
ausgestattet.
10 AWO-ECHO, 4. Quartal 2017EinrichtungEn und diEnstE
Das I-CARE Projekt
Karlsruhe. Im AWO-Seniorenzentrum Grünwinkel betreut
die AWO Karlsruhe derzeit ein Forschungsprojekt des
Karlsruher Instituts für Technologie, kurz KIT. Speziell für
Demenzkranke hat das KIT gemeinsam mit den Universi-
täten in Heidelberg und Bremen das Projekt I-Care ent-
wickelt: einen PC, der die Erinnerung aktivieren und die
Lebensqualität verbessern soll.
„Vollgepackt“ ist das Tablet mit Fotos, Filmen, Musik, Rät-
seln und vielem mehr. Das Besondere ist die Interaktion:
Der „lernende PC“ erkennt, worauf der Mensch am Bild-
schirm reagiert und kann Pflegekräften sagen, womit
der Einzelne am besten ansprechbar ist. Anfang Septem-
ber reiste der Vorsitzende des AWO-Bundesverbands,
Wilhelm Schmidt, nach Karlsruhe, wo die AWO das bun-
desweite Projekt I-Care koordiniert. Angesichts der stei- Hilda Westrich das Tablet (Bild oben). Über die Schulter
genden Zahl pflegebedürftiger Menschen sagte Wilhelm schauten ihr dabei u. a. Projektkoordinatorin Jana Lohse
Schmid: „Wir müssen viel tun, um Antworten passgenauer (links), die Karlsruher AWO-Vorsitzende Angela Geiger,
zu geben.“ Das Projekt I-Care bezeichnete er dabei als zu- AWO-Geschäftsführer Gustav Holzwarth (hinten rechts)
kunftsweisend. Bei der Präsentation testete die 93-jährige und Wilhelm Schmidt (vorne).
AWO Rhein-Neckar aktiv gegen Altersarmut
Weinheim. Altersarmut hat viele Auswirkungen: Mit ihr einhergehen häufig Vereinsamung, mangelnde medizinische
Versorgung, Einschränkungen bei Wohnung und Ernährung bis hin zum Verlust von Würde. Vor gut zwei Jahren
startete die AWO Rhein-Neckar darum das Projekt „Altersarmut“, unterstützt und finanziert von der Stiftungsinitia-
tive „Alwine - in Würde altern“.
Ziel war und ist es, bedürftigen Menschen ab 60 Jahren schnell und unbürokratisch zu helfen. In der AWO-Ge-
schäftsstelle in Weinheim wurde dafür eigens eine Beratungsstelle eingerichtet. Betroffene erhalten dort umfassende
Informationen, können fragen, ob Anspruch auf Grundsicherung oder Wohngeld besteht und bekommen in akuten
finanziellen Notlagen konkrete Unterstützung in Form einer Einmalzahlung.
Seit seiner Gründung hat sich das Projekt „Altersarmut“ in Weinheim gut etabliert und ist um einige Angebote erwei-
tert worden. So können seit letztem Jahr Bedürftige über die AWO Rhein-Neckar einen Hausnotruf erhalten – eine
Kooperation mit dem DRK und dem Rotary-Club Weinheim, der die Initiative finanziell unterstützt. 2017 kamen der
„Kaffeeklatsch fer umme“ und verschiedene Veranstaltungen hinzu, z. B. eine „Ü-60-Party“ und Kinoabende.
„Staffel-Übergabe“ Heidelberg. Am 3. Oktober 2017 verabschiedete der
AWO-Kreisverband Heidelberg seinen langjährigen
Geschäftsführer Hermann Stammer in der Friedrich-Ebert-
Gedenkstätte in den Ruhestand und begrüßte dessen
Nachfolgerin Stefanie Burke-Hähner offiziell im Amt: Das
Bild zeigt die symbolische „Staffel-Übergabe“.
40 Jahre lang, davon 35 als AWO-Geschäftsführer, hat
Hermann Stammer das soziale Gesicht der Stadt Heidelberg
entscheidend mitgestaltet, z. B. im Rahmen der Familien-
offensive, in deren Zuge die AWO drei neue Kitas
eröffnete. Stammers Werdegang skizzierte der Heidelber-
ger AWO-Vorsitzende Thomas Krczal. Persönliche Erinner-
ungen schilderten auch Stadträtin Professor Dr. Anke Schuster
und Peter Maurus, Geschäftsführer der benachbarten AWO
Neckar-Odenwald. Am Ende wurde Hermann Stammer
zum Ehrengeschäftsführer ernannt.
AWO-ECHO, 4. Quartal 2017 11MarkeTing
Zeitlose Werte zeitgemäß umgesetzt
Marketing-Preis für AWO Bezirksverband Baden e.V
Im Rahmen des Fachkongresses „Marketing für Senioreneinrichtungen“ wurden
am 11. Oktober 2017 in Düsseldorf bereits zum dritten Mal herausragende
Kommunikationskonzepte im Pflegemarkt ausgezeichnet. Der Preis in der Kate-
gorie „Belegungsmanagement“ ging dieses Mal an die AWO Bezirksverbands
Baden e.V., in deren Auftrag die Hamburger Werbeagentur COMMWORK
eine Kampagne für das neue Freiburger AWO-Seniorenzentrum Am Zollhof
entwickelt hat.
Neben großflächigen Plakatkampagnen, Verkehrsmittelwerbung, Kundenma-
gazinen und weiteren Print-Produkten setzt die Kampagne unter dem Motto
„Zeitlose Werte zeitgemäß umgesetzt“ verstärkt auf den Online-Auftritt und
die Social-Media-Aktivitäten der Einrichtung – nicht zuletzt, weil auch die Per-
sonalkommunikation in Händen von COMMWORK liegt.
Die Belegungsmanagementkampagne für das neue AWO-Seniorenzentrum
Am Zollhof wurde Ende 2016 gestartet und läuft bis zu dessen Vollbelegung
voraussichtlich Ende dieses Jahres.
Abenteuerliches zum Azubi-Tag 2017
Grenzen testen und die Gemeinschaft her Kletterhalle für die ca. 20 Hardt- Vertrauen in andere Menschen", er-
stärken – so könnte man die Aktionen wald-Auszubildenden und ihre Praxis- klärt Einrichtungsleiter Markus Bär.
der AWO-Seniorenzentren Am Stadt- anleitungen. „Uns ist es wichtig, dass Die fast 20 Auszubildenden des
park in VS-Schwenningen und Hardt- unsere Azubis Spaß haben, sich ge- Schwenninger AWO-Seniorenzen-
wald in Eggenstein-Leopoldshafen genseitig kennenlernen und anhand trums waren zu einem erlebnispädago-
zum Azubi-Tag Mitte Oktober 2017 der Übungen ein Gefühl dafür be- gischen Tag in der Natur eingeladen.
überschreiben. Hoch hinaus ging kommen, was Vertrauen bedeutet – Feuermachen mit Naturmaterialien,
es bei einem Ausflug in die Karlsru- Selbstvertrauen und besonders auch Überwinden von „Treibsand" und
Knobelaufgaben standen auf dem
Programm – mit den Zielen Team-
erfahrung und Persönlichkeitsent-
wicklung. Der Tag wurde von vielen
Teilnehmenden auch zum näheren
Kennenlernen genutzt. Schließlich
sollen die Mitarbeiter/-innen spüren:
„Wir sind alle Teil eines großen
Ganzen", so Einrichtungsleiter Martin
Hayer, der weiß, wie wertvoll diese
Fachkräfte von morgen sind.
AWO-Vorsitzender zu Gast beim Bundespräsidenten
Eine Einladung zum jährlichen Bürgerfest des Bundespräsidenten
in Schloss Bellevue – glücklich, wer diese in seinem Briefkasten fin-
det. Zu den Auserwählten zählte auf Vorschlag des AWO-Bundesver-
bandes in diesem Jahr Wilfried Pfeiffer, Vorsitzender der AWO Baden,
der gemeinsam mit seiner Frau Anfang September 2017 nach Berlin
reiste. Zum Kreis der Gäste zu gehören, war nicht nur eine besonde-
re Ehre für Wilfried Pfeiffer und die AWO Baden, sondern auch eine
gute Gelegenheit, sozusagen auf Bundesebene Öffentlichkeitsarbeit
für den Bezirksverband zu machen.
12 AWO-ECHO, 4. Quartal 2017kaTharinenhöhe
Neue Kraft für zuhause
Was bedeutet es, ein krebskrankes Kind zu haben? Zum
einen natürlich die stete Sorge um das lebensbedrohlich
erkrankte Kind, zum anderen aber auch eine große Belas-
tung für die gesamte Familie. „Der Alltag dreht sich nur um
Paul“, erzählt z. B. Volker S. aus Bayern, der im September
2017 mit seiner Frau Susanne und den Söhnen Paul (5)
und Leon (15 Monate) zur Reha auf der Katharinenhöhe
war. Bei Paul wurde im Alter von zwei Jahren ein Gehirntu-
mor diagnostiziert. Zweimal wurde der Junge operiert und
zwei Jahre lang mit Chemotherapie behandelt. Er musste
das Gehen neu lernen, ein Arm ist noch eingeschränkt.
„Der Tumor selbst und die beiden Tumoroperationen haben
leider zu einer erheblichen Schädigung der rechten Hirn-
hälfte mit ungewöhnlich schweren neurologischen Ausfäl-
len geführt“, erklärt der Ärztliche Leiter Dr. Siegfried Sauter.
„Diese betreffen nicht nur seine Motorik, sondern auch seine hier richtig gut entspannen und schöne Momente mitein-
Stimmung und sein Verhalten, das sehr impulsiv ist.“ Die ander verbringen.“ Auch die Eltern haben das Snoezelen
Familie befinde sich in einer extrem belasteten Situation, als sehr wohltuend empfunden und zudem gemeinsam mit
weil Paul ganz viel Aufmerksamkeit und Unterstützung Heilpädagogin Ruthardt neue Entspannungsmöglichkeiten
brauche. „Paul ist auf der einen Seite betreuungsintensiv“, für daheim erarbeitet. „Die Zusammenarbeit mit Familie
bestätigt Mutter Susanne. „Auf der anderen Seite hat er ein S. war sehr konstruktiv“, lobt Monika Ruthhardt und freut
ganz liebenswertes Wesen und kann witzig und charmant sich, dass die Beziehung zwischen Paul und Leon während
sein.“ Durch Pauls unvorhersehbares Verhalten ist aller- der Reha deutlich besser geworden ist.
dings auch sein kleiner Bruder Leon gefährdet. „Die Eltern
sind dadurch in ständiger Anspannung und am Ende ihrer Auch die Familie ist sehr zufrieden mit ihrem vielfältigen
Kräfte“, so Dr. Sauter. Reha-Programm. „Wir sind schon zum zweiten Mal auf der
Katharinenhöhe und froh, wieder hier zu sein“, sagen die El-
Schnell war klar, dass Heilpädagogik ein Reha-Schwerpunkt tern unisono. „Die Kinder sind regelrecht aufgeblüht und für
sein musste – mit dem Ziel, insbesondere die Geschwi- uns ist die Reha eine echte Entlastung. Wir haben hier wieder
sterbeziehung durch Entspannung zu stabilisieren. „Hilf- neue Kraft, mehr Schwung und Energie für zuhause gefunden.“
reich war dabei z. B. der Snoezelen-Raum“, sagt Diplom- Für die Familie soll die Reha überdies eine Art Abschluss
Heilpädagogin Monika Ruthardt. „Beide Kinder konnten nach der Chemotherapie sein – bevor der Alltag beginnt.
Vorbildlicher
Einsatz
Fast 84.500 Euro – so viel Geld ha-
ben die Beschäftigten der Hermle AG
für die Patientinnen und Patienten der
Katharinenhöhe beim Schwarzwald-Bi-
ke-Marathon Anfang September 2017
erradelt. Die hohe Spendensumme
möglich gemacht haben die Geschäfts-
führung der Hermle AG und die Hilde- „Toll, mit welchem Herzblut sich die Geschäftsführung und die Mitarbeiter
gard-und-Katharina-Hermle-Stiftung, ganze Belegschaft für die gute Sache der Hermle AG sowie die Hermle-Stif-
die für jeden gefahren Kilometer des einsetzt“, freut sich Klinikgeschäftsfüh- tung unseren kleinen und großen Pati-
Firmenteams, ausschließlich Hermle rer Stephan Maier. „Mit dieser beein- enten viel Freude geschenkt und Türen
Beschäftigte, 20 Euro spendeten. druckenden Unterstützung haben die aufgestoßen.“
Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft, Karlsruhe, IBAN DE84 6602 0500 0006 7261 00, BIC BFSWDE33KRL
AWO-ECHO, 4. Quartal 2017 13awO inTernaTiOnal
Hilfe für geflüchtete Rohingya
700.000 Rohingya sind vor Gewalt und Uddin von unserer Partnerorgani-
Verfolgung aus ihrer Heimat Myan- sation. „Die Menschen und vor allem
mar in das benachbarte Bangladesch die Frauen und Kinder kommen sehr
geflohen. Es sind vor allem Frauen, geschwächt und krank hier in den
Kinder und alte Menschen, die Schutz Lagern an.“ In einem ersten Nothilfe-
suchen. „Mein Mann und mein Sohn projekt werden 220 Familien (etwa
wurden vor unseren Augen ermordet. 1.400 Personen) mit dem Nötigsten
Ich habe alles verloren. Mit meinen versorgt. Sie erhalten provisorische,
Kindern haben wir es irgendwie sichere Unterkünfte, Kleidung und
geschafft hierher zu kommen. Wir Hygieneartikel. Darüber hinaus
haben überlebt. Sie sind meine werden Toiletten und Brunnen gebaut,
Hoffnung“, berichtet Khatoon Fati- um die sanitäre Situation zu verbessern.
ma. Die Flüchtlingslager in Bangla- Eine Ausweitung der Hilfsmaßnahmen
desch sind komplett überfüllt. ist geplant. (Fotos: © AWO International)
Die meisten Geflüchteten haben
kein Dach über dem Kopf, keinen Helfen Sie mit Ihrer Spende.
Zugang zu sauberem Trinkwasser, Vielen Dank!
leiden an Hunger und sind schwer
traumatisiert. Spendenkonto: AWO International
Stichwort: „Nothilfefonds “
AWO International führt bereits seit
einigen Jahren Projekte in Bangladesch IBAN: DE83 1002 0500 0003 2211 00
durch und hat umgehend 75.000 Euro
für Soforthilfemaßnahmen bereit- Fragen? Kontaktieren Sie uns!
gestellt. „Die Not in den Lagern ist sehr mail@awointernational.de
groß“, berichtet Mohammad Helal
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Zum vierten Mal hatte der AWO- Im Mittelpunkt des Hauptteils stand de unterschiedlich sind, werden das
.
Bezirksverband die Ortsvereine und die Frage, wie es gelingen kann, äl- Gesellschaftsbild prägen, in dem die
Kreisverbände sowie die Einrich- tere Menschen für ein Engagement AWO ihr ehrenamtliches Engagement
tungen der AWO Baden zum Forum in der AWO zu gewinnen. Während einbringen muss.
Ehrenamt eingeladen, das am Frei- das in den AWO-Einrichtungen gut Dass es in der AWO Baden gute und
tag, 20.10.2017, im Herrmann-Jung- funktioniert, stellt dies viele AWO- attraktive Ansätze gibt, die zukunftsfä-
Haus in Karlsruhe stattfand. Ortsvereine vor eine manchmal hig ausgebaut werden können, zeigte
schwer zu bewältigende Aufgabe. die Verleihung des Förderpreises 2017
Zu Beginn stellte Wilfried Pfeiffer, Vor- Mit seinem Impulsreferat „Wir brau- an zwei beispielhafte Projekte: Das Se-
sitzender des Bezirksverbands sowie chen euch! Die wachsende gesell- niorenzentrum Tennenbacherplatz der
der AWO Sozialstiftung, kurz die Ar- schaftliche Bedeutung des Alterns“ AWO Freiburg und die deutsch-tür-
beit der Sozialstiftung und deren Ziel- gab Loring Sittler, der lange Jah- kische Mädchengruppe PepKiz des
setzung vor. Seit 2006 hat die AWO re den Generali Zukunftsfonds gelei- Ortsvereins Lauchringen wurden für
Sozialstiftung 86 Projekte mit einer tet hatte, einen Einblick in die Lebens- ihr Engagement geehrt. In der Talk-
Summe von über 140 Tsd. Euro unter- welt älterer Menschen und skizzierte runde mit den Preisträgern (ergänzt
stützt und hilft dadurch mit, das soziale darüber hinaus die zukünftigen He- durch den Ortsverein Laudenbach)
Engagement unserer Gesellschaft aktiv rausforderungen, vor die sich un- kamen durch die professionelle Mo-
zu gestalten und die ohnehin schwere sere Gesellschaft gestellt sieht. We- deration von Matthias Zeller, Journalist
ehrenamtliche Arbeit in den Gliede- niger Menschen, die allesamt älter des SWR, manche Faktoren für erfolg-
rungen und Einrichtungen zu entlasten. sind und deren kulturelle Hintergrün- reiche Projekte zur Sprache.
Herzlichen Glückwunsch! Führungswechsel
Wenn das kein Grund zum Feiern ist – seinen 80. Geburts- Zehn Jahre lang war Manfred Weißkopf mit
tag beging Ende August 2017 Günter Heinrich, Kreis- großem Engagement Kreisgeschäftsführer
vorsitzender der AWO Waldshut, wozu ihm auch AWO- der AWO Rhein-Neckar. Ende Oktober 2017
Bezirksvorsitzender Wilfried Pfeiffer herzlich gratulierte. hat er sich in den wohlverdienten Ruhestand
Günter Heinrich engagiert sich seit Jahrzehnten mit viel verabschiedet. Seine Nachfolge haben zum
persönlichem Einsatz ehren- 1. November 2017 zwei Frauen angetreten: Bettina Latsch
amtlich für die AWO. Den und Andrea Schneider übernehmen gemeinsam die Ge-
Vorsitz der AWO Waldshut schäftsführung des Kreisverbandes. Beide kennen die AWO
übernahm er von 1994 bis Rhein-Neckar bereits und waren
2011 und, als Not am Mann hier schon einige Jahre in leiten-
war, wieder im Jahre 2015. den Funktionen tätig. Bleibt nur
Er ist Träger des Bundesver- noch, den beiden neuen AWO-
dienstkreuzes und der AWO- Kreisgeschäftsführerinnen viel
Ehrenmedaille in Silber. Glück und Erfolg zu wünschen.
AWO-ECHO, 4. Quartal 2017 15Verband
OV-Versammlungen
Aufatmen bei der AWO Furtwangen:
Es gibt wieder eine Ortsvereinsvor-
sitzende. Den offenen Posten über-
nahm Angela Algermissen zusätzlich
zur Kasse. Heinz Herzog, Vorsitzender
des Kreisverbands Schwarzwald-
Baar, und Bürgermeister Josef Herd-
ner gratulierten zur Wahl. Die neue
Vorsitzende plant u. a. einen Ausflug
zur Reha-Klinik Katharinenhöhe, zu
dem Leiter Stephan Maier seine Furt-
wanger Nachbarn herzlich einlud.
Die AWO Triberg, ebenfalls im
Applaus für Willi Querfurth
Kreisverband Schwarzwald-Baar, Laudenbach. Im AWO-Ortsverein und im Kreisverband Rhein-Neckar ist der
hat ihren Vorstand für die nächsten Name Willi Querfurth (Mitte) wohlbekannt: Er steht für unermüdlichen Einsatz
drei Jahre wiedergewählt. Vorsitzen- und immer neue, kreative Ideen. Schon vor Jahren hat der rührige AWO-Mann
der Rolf Görsch zog eine eindrucks- u. a. das Laudenbacher Seniorenfrühstück ins Leben gerufen, das sich schnell zu
volle Bilanz: Von August 2016 bis einem Renner entwickelte. Im Oktober war es wieder soweit: Die AWO Lauden-
Ende Juli 2017 hat das AWO-Team bach lud zu einem speziellen „Oktoberfest-Frühstück“ im bayerischen Stil ein.
weit über 500 Stunden ehrenamt- Obwohl immer gut besucht, war das Frühstück diesmal sogar noch voller, selbst
liche Arbeit geleistet, ist dafür über Willi Querfurth war vom Andrang überrascht. Die Gäste griffen herzhaft zu bei
1.700 Kilometer gefahren und hat Weißwurst, Brezeln und süßem Senf, aber auch bei vielen anderen Leckereien,
über 400 Personen beraten und be- die das Küchenteam vorbereitet hatte.
treut. „Keiner muss AWO-Mitglied
sein, um Hilfe zu erhalten“, betonte Dass so viele gekommen waren, hatte einen guten Grund: Willi Querfurth hört
der Vorsitzende. auf, und die Gelegenheit bot sich an, um dem Initiator so vieler AWO-Aktionen
zu danken. Der Laudenbacher Ortsvereinsvorsitzende Hans-Jürgen Moser (r.)
Gut besucht war die Hauptversamm- und sein Stellvertreter Friedhelm Stiller (l.) bescheinigten ihm hervorragende
lung der AWO Waldshut. Bekannt ist Arbeit und überreichten ihm ein Präsent.
der Ortsverein besonders für seine Nach dem lautstarken Applaus der Anwesenden sagte Willi Querfurth dann
fleißigen Damen vom Strickcafé, die zum letzten Mal: „Das Buffett ist eröffnet!“
Socken und Mützen für Babys im
Krankenhaus und für Menschen in
Weißrussland stricken.
Vorsitzender Wolfgang Hauser ver- 70 Jahre AWO
abschiedete Elvira Hansmann von
der Verwaltung der Geschäftsstelle Horb. Wie sich ein lebendiger AWO-
offiziell in den Ruhestand und stellte Ortsverein mit der Zeit entwickelt und
ihre Nachfolgerin Ingrid Albrecht verändert, wurde bei der Jubiläumsfei-
vor. er in Horb am 16. September deutlich.
Den Festvortrag zum Thema „AWO-
Bei der AWO Lauchringen im Kreis- Ehrenamt in Tradition und Moder-
verband Waldshut gab Vorsitzender ne“ hielt Wilfried Pfeiffer, der Vorsitzende der AWO Bezirksverband Baden e.V.
Thomas Bomans einen Rückblick Neben vielen AWO-Mitgliedern waren auch Staatssekretär Hans-Joachim Fuch-
auf die Aktivitäten des vergangenen tel und Oberbürgermeister Peter Rosenberger zu Gast. Rosenberger sorgte für
Vereinsjahrs. Die Schwerpunkte der eine schöne Überraschung, als er der AWO zu deren 70. Geburtstag spontan
AWO-Arbeit lagen bei der Mäd- als Mitglied beitrat.
chengruppe PepKiz International,
bei der schon seit 23 Jahren be- Ein guter Teamgeist kennzeichnet die Arbeit in Horb. Seit 2016 leitet Leif Bra-
stehenden Elternschule und dem ckelmann den Ortsverein, sein Stellvertreter Ulrich Hofmann ist zugleich Vor-
Helferkreis für die AWO-Senioren- sitzender des Kreisverbands Freudenstadt. Den gemeinsamen Sitz haben Orts-
wohnanlage „Ob dem Lauffen“. verein und Kreisverband in Horb, wo der AWO-Treff eine beliebte Anlaufstelle
Das Vorstandsteam wurde bei den ist. Zu den aktuellen Angeboten gehören die PC-Stammtische für Männer und
Wahlen bestätigt. Frauen, die Theatergruppe und die Handarbeitsgruppe. Schon seit Jahren or-
ganisiert die AWO Horb außerdem gemeinsam mit pädagogischen Fachkräften
die Nachmittagsbetreuung an sieben Grundschulen der Region.
16 AWO-ECHO, 4. Quartal 2017Sie können auch lesen