E-Commerce Paper | M&A Insights - SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE November 2019 - Walter Fries

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E-Commerce Paper | M&A Insights - SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE November 2019 - Walter Fries
E-Commerce Paper | M&A Insights
SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE
November 2019
E-Commerce Paper | M&A Insights - SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE November 2019 - Walter Fries
Nische als Chance
Der Online-Handelsmarkt in Deutschland lag im Jahr 2018 bei 65,1 Mrd. €, was im Vergleich zu 2017 einem Anstieg
von 11,3 % entspricht. Für dieses Jahr wird ebenfalls ein geringeres Wachstum erwartet. Bestimmte Warengruppen
liegen in der Käufergunst weit vorne. Wie dem neuen Online-Retailing-Report von Mintel zu entnehmen ist, soll der
deutsche E-Commerce-Markt in diesem Jahr aufgrund der schwächelnden Konjunktur nur noch um 6,9 % wachsen.
Im Jahr 2024 erwartet das Marktforschungshaus ein Marktvolumen von 88,3 Mrd. € Auf Platz 1 der beliebten
Warengruppen steht immer noch Kleidung (gekauft von 61 % der Befragten), gefolgt von Hardcopy-Medien wie
Büchern, CDs und Videospielen (34 %) sowie Parfüms, Kosmetik- und Pflegeartikel (32 %). Insbesondere
spezialisierte Anbieter im Umfeld „Lifestyle“ gewinnen in diesem Zusammenhang eine steigende Durchdringung
des E-Commerce durch Social-Media, wie Instagram oder Pinterest, an Relevanz. Für Onliner, die in einer Nische
tätig sind, ergeben sich durch die Nutzung neuer Marktkanäle mit einer zielgruppenorientierten Strategie besondere
Marktchancen – abseits von den bekannten Online-Plattformen, wie z.B. Amazon.

Dieser Trend wird darüber hinaus durch einen hohen Anteil an Smartphone-Usern gestützt. Über 80 % der
Deutschen besitzen ein Smartphone, wobei diese nicht mehr nur jüngeren Verbrauchern vorbehalten sind.
Insbesondere die jüngeren Generationen sind hier jedoch Vorreiter, so dass der Mobile Commerce in Deutschland
weiter an Bedeutung gewinnt.

Mit Premium-Mitgliedschaften und Abo-Commerce Umsatz sichern
Beim deutschen E-Commerce handelt es sich um einen relativ gesättigten Markt – daher ist es wenig verwunderlich,
dass sich der Anteil der Online-Shopper mittlerweile auf einem hohen Niveau eingependelt hat. Die
Herausforderung liegt jetzt dabei, mehr Kaufanreize und Impulse zu setzen, um die Frequenz der Online-Käufe zu
steigern. Deshalb legt beispielsweise Amazon so viel Wert auf Prime, und auch eBay hat mit einem ähnlichen
Kundenangebot Maßnahmen ergriffen. Ziel ist es, mit Premium-Mitgliedschaften eine höhere Anzahl von Online-
Einkäufen zu erreichen.

Abo-Commerce: Jeden Monat zahlt der Abonnent den vereinbarten Preis und bekommt dafür die gewünschte Ware
zum vereinbarten Termin geliefert. Grundsätzlich lassen sich drei Arten von Abo-Commerce unterscheiden:
Replenishment (hier werden Produkte immer wieder nachgeliefert, an denen ein stetiger Bedarf beim Kunden
besteht), Überraschungsboxen (in diesen Boxen werden Produkte einer Kategorie stetig neu zusammengestellt) und
Club-Mitgliedschaft (diese erlaubt den Kunden einen Zugang zu günstigeren Angeboten).

Der wesentliche Vorteil von Abo-Commerce für die Anbieter ist, dass sie regelmäßige, kalkulierbare Umsätze
einbringen. Der Vorteil für die Kunden ist die Bequemlichkeit. Am gewünschten Tag wird geliefert und die Box dort
abgestellt, wo es vereinbart wurde. Die Zahlung geschieht entweder über Dienstleister oder ganz einfach über einen
Abbuchungsauftrag.

Social Marketing ist zwischenzeitlich nicht mehr nur ein Teilaspekt des E-Commerce
sondern in vielen Branchen auch ein wichtiger Erfolgstreiber.
Social Media-Plattformen haben das Potenzial, sich langfristig zu Verkaufsplattformen zu entwickeln, denn der
Einfluss von Social Media auf den Onlinehandel ist hoch: So wird bereits bei Fashion-Onlinekäufen jeder vierte
verdiente Euro, insgesamt 3,4 Mrd. €, durch Social-Media-Plattformen beeinflusst. In anderen Branchen wie
Körperpflege & Kosmetik liegt der Anteil noch höher.

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Social-Media-Nutzer sind besonders onlineaffin und aufgeschlossen für Spontan- und Impulskäufe. Laut der Studie
„Social Media im Handel – Bedeutung und Performancevergleich von Branchen“ von der IFH Köln entfallen bereits
86 % aller Onlinebestellungen auf die Nutzer von Social-Media-Plattformen. Doch das Engagement bei
Unternehmen wird bislang laut der Studie mehr über Influencer abgedeckt, die Kooperationen mit Unternehmen
eingehen, als von den Markenherstellern selbst. Ihre Kanäle erzielen wesentlich höhere Reichweiten als
Unternehmenskanäle

Die meisten der Top 133 Händler sowie der Top 160 Hersteller/Marken in Deutschland sind auf Facebook,
Instagram und YouTube unterwegs. 83 % aller Unternehmen betreiben mindestens einen deutschsprachigen Kanal
(insgesamt mehr als 500) auf den drei Plattformen. Händler performen im Vergleich zu Hersteller/Marken hier
stärker bzw. sie veröffentlichen mehr Beiträge und bekommen seitens der Nutzerschaft eine größere Rückmeldung.

Traditionsmarken sehen in Micromarken eine Chance für Wachstum und Transformation
Traditionsmarken, denen die Innovationsfreudigkeit fehlt, sind oft auf der Suche nach trendigen Mikrobrands. Sie
sehen in ihnen agile Innovatoren, die schnell in der Lage sind eine Marktlücke zu erobern, manchmal fast über
Nacht.

Ein weiterer Vorteil in Microbrands zu investieren liegt darin, dass Microbrands meist direkten Kontakt zum
Verbraucher von Social Media und Influencern haben. Somit können die Wirksamkeit und das Potenzial neuer
Konzepte getestet und auf eine große Anzahl von Projekten abgezielt werden.

Auch zur Erweiterung des eigenen Portfolios nutzen Traditionsmarken die innovativen Start-Ups. Douglas hat in
Welmoa, einer Buchungsplattform für Beauty-Termine investiert. Durch die Kooperation möchte Douglas seinen
Kunden diesen innovativen und exklusiven Service ermöglichen. Ein weiteres Beispiel ist der Zukauf von foodspring
an Mars Edge. Mars Edge möchte, sich damit in der Sparte gesunde Ernährung stärker positionieren.

Dieser Trend wird sich weiterentwickeln. Mehr zu den genannten Deals können Sie hier im E-Commerce Paper
erfahren. Denn in dieser Ausgabe haben wir uns dazu entschlossen, einen besonderen Fokus auf das Lifestyle-
Segment im E-Commerce Markt zu werfen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.

Ihr WALTER FRIES Corporate Finance Team

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MARKT- & DEALENTWICKLUNG IM E-COMMERCE
Prognose der Umsätze im E-Commerce nach Produktsegmenten weltweit (in Mrd. €)

                                                                                                                     2.368
                                                                                                     2.227
                                                                                                                      214
                                                                                     2.039           202
                                                                      1.817           187                              367
                                                                                                     346
                                                1.594                 168             316
                                                                                                                       416
                               1.409              149                  281                           396
          1.273                134                                                    368
                                                   246
            123                 218                                    334
            197                                    300                                                                 554
                                                                                                     520
                                272                                                   475
            253                                                        423
                                                   370
                                325
            291
                                                                                                     763               817
                                                                       611            693
                                460                529
            409

            2017               2018e              2019e               2020e          2021e          2022e            2023e

          Fashion         Elektronik & Medien        Spielzeug, Hobby & DIY    Möbel & Haushalt     Lebensmittel & Drogerie        .

Quelle: Statista 2019

Wachstumsraten der einzelnen Produktsegmente (in %)

      18%

      16%                                                      16%
                                                               14%
      14%

      12%          12%                                          13%

                   11%                                          11%
      10%
                    9%
       8%
                    8%
                                                                                                                              7%
       6%                                                                                                                     6%
                                                                                                                              5%
       4%
                        2017              2018e                 2019e               2020e            2021e               2022e

              Fashion          Elektronik & Medien          Spiezeug, Hobby & DIY       Möbel & Haushalt       Lebensmittel & Drogerie

Quelle: Statista 2019

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Welche Artikel werden lieber online oder offline gekauft? (weltweite Umfrage, 2018)

    Bücher, Filme, Musik & Videospiele                                   28%
                                                                                                                          60%

 Computer & Unterhaltungselektronik                                                                         51%
                                                                                               43%

                               Textilien                                                                    51%
                                                                                             40%

                             Spielzeuge                                                37%
                                                                                         39%

     Kosmetik & Gesundheitsprodukte                                                                  47%
                                                                                       37%

                 Sport- & Outdoorartikel                                                           44%
                                                                                       36%

                        Haushaltsgeräte                                                                             56%
                                                                                 33%

                               Schmuck                                                                   49%
                                                                                 32%

                DIY / Heimwerkerbedarf                                                                       52%
                                                                           30%

               Möbel & Haushaltswaren                                                                                  59%
                                                                           30%

                           Lebensmittel                                                                                           70%
                                                                  23%

                                           0%   10%        20%          30%            40%           50%            60%         70%        80%

                                                           Offline      Online

Quelle: Statista 2019

Länder mit den höchsten im Jahr 2018 erwarteten Umsätzen im E-Commerce (in Mrd. €)

               576

                                     457

                                                      78                          74                           64

              China                  USA         Großbritannien                Japan                     Deutschland

Quelle: Statista 2019

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Transaktionsvolumen und Kaufpreis-Multiplikator in den letzten 42 Monaten

    800                                                                                                                                      16
                                                                     14,4x              14,3x              14,3x                14,2x
                                                    13,8x
    700                                                                                                                                      14
                                       11,3x
    600               11,1x                                                                                                                  12

    500                                                                                                                                      10

    400                                                                                                                                      8

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                      2,7x                                                                      2,3x
                                        2,3x                2,2x             2,2x                                  2,2x
    100                                                                                                                              2,3x    2

       0                                                                                                                                     0
              1H 2016             2H 2016          1H 2017          2H 2017            1H 2018            2H 2018             1H 2019

                             Transaktionsvolumen               Median EBITDA Multiple                  Median Sales Multiple

Quelle: Hampleton 2019, E-Commerce M&A Overview 2H 2019

Hauptsitz der Zielunternehmen                                                       Hauptsitz der Käufer europäischer Zielunternehmen

                                                                                                           1% 3%
                     15%                                                                                                       17%

             27%

                                                       58%                               79%

                Nordamerika         Europa     Rest der Welt                          Nordamerika         Europa          Rest der Welt     Asien

Quelle: Hampleton 2019, E-Commerce M&A Overview 2H 2019

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E-Commerce Paper | M&A Insights - SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE November 2019 - Walter Fries
BISHERIGE TOP 10 E-COMMERCE DEALS IN 2019 NACH VOLUMEN IN USD *

   No.        Preis       Target                  Land             Investor/Käufer            Sektor               Dealtyp
      1    $ 4,2 Mrd. Clarivate Analytics USA                      Churchill Capital Corp.    Datenanalyse         Merger
      2    $ 1,7 Mrd. Shutterfly Inc.             USA              Apollo Global Management   Fotodienstleistung   Acquisition
      3    $ 1,7 Mrd. Trade Me Group              Neuseeland       Apax Partners              Internet-Auktion     Acquisition
      4    $ 1,4 Mrd. Harry´s                     USA            Edgewell Personal Care       Rasierzubehör        Acquisition
      5    $ 1,1 Mrd. Signalfx                    USA            Splunk                       Datenanalyse         Acquisition
      6    $ 998 Mio. Ocado Retail                Großbritannien Marks and Spencer Group      Online-Supermarkt    Acquisition
                      Trilogy Education
      7    $ 750 Mio.                             USA              2U Inc.                    Bildungstechnologie Acquisition
                      Services Inc.
      8    $ 623 Mio. Gamesys Ltd.                Großbritannien JPJ Group                    Glücksspiel          Acquisition
      9    $ 410 Mio. Caviar                      USA              Doordash                   Lieferdienst         Acquisition
                                                                   Modern Media Acquisition
    10     $ 400 Mio. Akazoo Ltd.                 Griechenland                                Musikstreaming       Acquisition
                                                                   Corp.

*Nur Deals mit veröffentlichtem Transaktionsvolumen

Quelle: Hampleton 2019, E-Commerce M&A Overview 2H 2019, eigene Recherche

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E-Commerce Paper | M&A Insights - SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE November 2019 - Walter Fries
TRENDSEGMENT: #LIFESTYLE
Mars übernimmt Foodspring

                                  Seit 2013 verkauft das Berliner Startup Foodspring Proteinshakes und Fitnessriegel. Nun
                                  hat der US-Lebensmittelhersteller Mars die Mehrheit übernommen. Zur Kaufsumme
                                  wollen sich beide Parteien nicht äußern.

                                  Nach der Übernahme soll Foodspring als eigenständiges Unternehmen bestehen
                                  bleiben und weiterhin von Schrempp und Schüle geführt werden. Abgesehen von Mars
                                  hält nur noch das Gründerduo Anteile an Foodspring.

                                  Foodspring wurde 2013 von den ehemaligen Rocket-Internet-Managern Schrempp und
                                  Schüle gegründet und richtet sich mit seinen Proteinshakes, Snacks und
                                  Nahrungsergänzungsmittel vor allem an Sportler. Zu den Investoren gehörten die
                                  Wagniskapitalgeber Econa und Btov Partners. Zuletzt sammelte Foodspring im März
                                  2018 Kapital in Höhe von 22 Mio. € ein. Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra
                                  beteiligte sich damals an dem Berliner Unternehmen. 2017 setzte Foodspring nach
                                  eigenen Angaben mehr als 10 Mio. € um und wollte seinen Umsatz im Jahr darauf
                                  steigern. Der Onlineshop ist in zwölf Ländern aktiv. Mars soll Foodspring nun vor allem
                                  bei der Internationalisierung unterstützen. Aktuell zählt das Berliner Startup ca. 130
                                  Mitarbeiter.

Pharmakonzern kauft Wiesbadener Tee-Startup

                                  Die Online-Tee-Versandmarke Fitvia verkauft hochpreisige Tees mit ausgefallenen
                                  Namen und setzt damit achtstellige Beträge um. Jetzt hat der Gründer von seinem
                                  Startup, das er über Instagram groß machte, 70 % der Unternehmensanteile an das
                                  börsennotierte Pharmaunternehmen Dermapharm verkauft. Über die geflossene
                                  Summe wurde Stillschweigen vereinbart.

                                  Das Konzept kommt bei den Kunden an: 2018 setzte das Startup mehr als 18 Mio. € um.
                                  Profitabel wirtschaftet es laut Gründer Sebastian Merkhoffer schon seit Woche vier nach
                                  der Gründung 2014. In diesem Jahr will das Unternehmen 20 Mio. € umsetzen, mit
                                  einem EBITDA von etwa 3,5 Mio. €. Große Wagniskapitalgeber sind nicht an Bord, die
                                  einzigen Gesellschafter sind Lesara-Gründer Roman Kirsch und Business Angel Pascal
                                  Zuta. Zusammen mit dem Käufer Dermapharm will Fitvia sein Sortiment erweitern. Das
                                  Pharmaunternehmen verfüge über eine eigene Produktion, die Fitvia nutzen soll, um
                                  schneller neue Angebote auf den Markt zu bringen. Der Gründer will weiter an Bord
                                  bleiben. Eine halbe Mio. Kunden, die meisten weiblich und zwischen 18 und 35 Jahren
                                  alt, erwerben seine Produkte jährlich, sagt Merkhoffer. Pro Monat verkaufe man eine
                                  sechsstellige Zahl Produkte in Deutschland, Spanien, Frankreich, Österreich und der
                                  Schweiz – ausschließlich über den eigenen Onlineshop. Nach der Übernahme soll nun
                                  die Expansion beschleunigt werden.

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E-Commerce Paper | M&A Insights - SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE November 2019 - Walter Fries
Grußkarten-Startup für Millionenbetrag verkauft

                                  Die Arcus Capital und die Kölner Firma BE Beteiligungen kaufen mit 65 % die Mehrheit
                                  an dem Karten-Onlineshop Sendmoments. Die Sendmoments-Gründer Michael Nadler
                                  und Andreas Schulz gehören die restlichen 35 % des Startups. Dabei soll ein mittlerer
                                  zweistelliger Millionenbetrag geflossen sein. Die Gründer des Startups bleiben weiter an
                                  Bord.

                                  Über ihre Website verkaufen die beiden seit 2012 personalisierte Gruß- und
                                  Einladungskarten. 2018 soll Sendmoments 35 Mio. € umgesetzt haben. Die beiden
                                  Beteiligungsunternehmen haben zuvor schon andere Firmen gemeinsam übernommen,
                                  etwa den Teleshopping-Sender 1-2-3.tv und die Maschinenfabrik Spitznas.

Douglas beteiligt sich an dem Münchner Beauty-Startup Welmoa

                                  Nur selten macht Douglas durch Startup-Investments auf sich aufmerksam. Nun
                                  beteiligt sich der Konzern an Welmoa, einer Buchungsplattform für Beauty-Termine. Die
                                  Beteiligung läuft in Form eines Media-for-Equity-Deals: Douglas erhielt rund 7 % der
                                  Anteile an Welmoa, das Startup im Gegenzug aber kein Geld sondern Werbeleistungen.

                                  Der Konzern werde das Startup durch „Ansprache der Kunden über diverse Kanäle“
                                  unterstützen, außerdem durch Werbung in den Douglas-Filialen, so eine Sprecherin von
                                  Douglas auf Nachfrage von Gründerszene. Außerdem wirke das Unternehmen
                                  „beratend bei Markenauftritt und Strategie“. Welchen Wert diese Leistungen insgesamt
                                  haben, sagte die Sprecherin nicht. Über die Website des Startups können Nutzer Beauty-
                                  Termine für Zuhause buchen. Friseurinnen, Kosmetiker oder Masseure sollen innerhalb
                                  von drei Stunden nach Buchung bei den Kunden sein. Derzeit ist man in sechs
                                  deutschen Großstädten aktiv. Douglas fährt seit letztem Jahr eine Modernisierungs- und
                                  Digitalisierungsstrategie. Das Unternehmen tritt seitdem mit einem neuen Logo und
                                  dem Slogan „Forward Beauty“ auf. Außerdem warb es mit einem Wettbewerb um
                                  Beauty-Startups.

Apollo Global Management kauft den US-Fotodienstleister

                                  Das börsennotierte Unternehmen Shutterfly wurde durch die amerikanische
                                  Beteiligungsgesellschaft Apollo Global Management übernommen. Es wurde sich mit
                                  den Aktionären auf einen Gesamtkaufpreis in Höhe von 2,7 Mrd. $ verständigt.

                                  1999 wurde Shutterfly gegründet und bot anfangs nur den Druck digitaler Fotos über
                                  das Internet an. Shutterfly’s Hauptprodukt heute sind Fotobücher, es werden aber auch
                                  andere individuelle Foto-Artikel, wie Kalender, Grußkarten oder Plakate verkauft. Über
                                  das Tochterunternehmen BorrowLenses wird hochwertige Fotoausrüstung verliehen.
                                  2012 kauft man den Online-Fotoservice Kodak Gallery. Derzeit werden 1.934 Mitarbeiter
                                  beschäftigt, die in 2017 einen Gesamtumsatz von 1,19 Mrd. $ erzielten.

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E-Commerce Paper | M&A Insights - SPEZIALISIERUNG IM E-COMMERCE // #LIFESTYLE November 2019 - Walter Fries
Onlinehändler Kaola an Alibaba verkauft

                                  Das Portal Kaola für Edelmarken in China wurde von Alibaba für 2 Mrd. $ vom
                                  Computerspielekonzern Netease übernommen.

                                  Kaola wurde 2015 gegründet und verkauft Produkte von hochpreisigen Marken, die
                                  direkt vo m Hersteller bezogen werden in China. Alibaba möchte Kaola in Tmall
                                  integrieren und so die größte grenzüberschreitende E-Commerce-Plattform in China
                                  schaffen.

Essilor übernimmt deutschen Augenoptiker

                                  Der Pionier des E-Commerce in der Augenoptik Brille24 wurde von Essilor aufgekauft.
                                  Mit der Akquisition möchte Essilor seine digitale Partnerschaft mit Partner-
                                  Augenoptikern vorantreiben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
                                  Brille24 ist mit mehr als 500.000 Kunden in kurzer Zeit zum Vorreiter im E-Commerce-
                                  Vertrieb der augenoptischen Branchen geworden und hat mit 150 Augenoptikern enge
                                  Partnerschaften aufgebaut. Es wird zudem seit kurzem zusammen mit der Universität
                                  Oldenburg ein Innovationslabor für künstliche Intelligenz betrieben.

                                  Durch die Übernahme versucht Essilor die Möglichkeiten der Digitalisierung mit einer
                                  Strategie auszuschöpfen, die auf einer engen Partnerschaft mit unabhängigen
                                  Augenoptikern basiert. Vor diesem Hintergrund wird derzeit ein mögliches Drive-to-
                                  Store-Modell für die Zukunft entwickelt. Das Modell zielt darauf ab, dass die
                                  Verbraucher künftig in vollem Umfang die Möglichkeiten der neuen Technologien
                                  nutzen können und einfachen Zugang zu dem Fachwissen und der Kompetenz
                                  unabhängiger Partner-Augenoptiker erhalten. Derzeit werden rund 6 % der Brillenkäufe
                                  online getätigt; Essilor und Brille24 schätzen das Potenzial zukünftig auf 10 bis 12 %.

Lonely Planet erwirbt TRILL Travel

                                  Der Travel-Guide-Anbieter Lonely Planet erwarb den KI-Experten. Mit TRILL werden
                                  visuelle Inhalte (z. B. Instagram-Posts) zu buchbaren Erlebnissen verwandelt. Die
                                  näheren Vertragsbedingungen wurden nicht bekannt gegeben.

                                  TRILL analysiert Bilder und erstellt Links zu Buchungsseiten für Hotels, Erlebnisse oder
                                  Restaurants, um Inhalte auf der Lonely Planet-Plattform buchbar zu machen. Obwohl
                                  Lonely Planet bereits seit einigen Jahren Reisebuchungen über Partner wie Skyscanner
                                  und Booking.com anbietet, hilft TRILLs Modell und doppelseitige Marktplätze dabei,
                                  dass Reisemarken direkte Buchungen über Beiträge in sozialen Netzwerken erhalten und
                                  fungiert hierfür als Monetarisierungsplattform für die Beiträge von Influencern. Durch
                                  das Umsatzbeteiligungsmodell werden Provisionen für bestätigte Buchungen
                                  automatisch an Influencer ausgezahlt.

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E-Bay verkauft Shopping-Club

                                  Der von Ebay überno mmene Online-Shopping-Club Brands4friends wurde nun an die
                                  US-Investmentgesellschaft Regent veräußert. Ebay wollte verkaufen, da Brands4friends
                                  nicht länger zur strategischen Ausrichtung passte. Das Online-Auktionshaus hatte
                                  Brands4Friends 2010 für rund 150 Mio. € übernommen. Der nun erzielte Verkaufspreis
                                  dürfte aber deutlich unter diesem Betrag liegen.

                                  Ebay will sich verstärkt auf sein Kerngeschäft über die eigene Plattform konzentrieren.
                                  Bereits 2015 hatten sich die Amerikaner deswegen von dem Shopsystem Magento
                                  getrennt. Derzeit prüft Ebay Berichten zufolge auch den Verkauf der Online-Ticketbörse
                                  StubHub und des Portals Ebay Kleinanzeigen.

                                  Brands4friends ist einer der Online-Shopping-Pioniere Deutschlands. 2007 gegründet,
                                  hat das Unternehmen heute nach eigenen Angaben mehr als 8 Mio. registrierte Nutzer
                                  und derzeit rund 250 Mitarbeiter. Verkauft werden reduzierte Produkte aus den
                                  Bereichen Mode, Lifestyle, Sport/Freizeit, Wohnen und Technik.

                                  Seit der Gründung hat die Shopping-Plattform laut eigener Berechnung über 40 Mio.
                                  Artikel versendet. Pro Jahr verschickte Brands4friends durchschnittlich 1,5 Mio. Pakete
                                  an seine Kunden in Deutschland und Österreich. 2017 konnte Brands4friends den
                                  Umsatz um 16 % auf 142 Mio. € steigern. Branchenkenner gehen davon aus, dass die
                                  Berliner aber noch immer nicht profitabel sind.

Hallhuber wurde von Robus Capital Management übernommen

                                  Der Finanzinvestor Robus Capital Management übernahm das Münchner
                                  Modeunternehmen Hallhuber. Seit 2015 gehörte das Münchner Unternehmen zum
                                  Bekleidungskonzern Gerry Weber, der im Januar ein Insolvenzverfahren in
                                  Eigenverwaltung beantragt hat. Gerry Weber bleibt mit 12 % weiterhin beteiligt.

                                  Robus hatte Hallhuber im Februar kurzfristig mit einer dringend benötigten
                                  Finanzspritze über Wasser gehalten. Hallhuber bekam damals eine Brückenfinanzierung
                                  über 10 Mio. €, im Gegenzug sicherte Robus sich die nun ausgeübte Kaufoption. Unter
                                  Robus soll Hallhuber künftig etwas unterhalb der Premium-Marken positioniert werden.
                                  Zudem soll eine Omnichannel-Strategie verankert werden, durch die die
                                  Distributionskanäle Online und Filiale eng verzahnt werden.

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WEITERE UNTERNEHMENSTRANSAKTIONEN
Allianz kauft das Onlineportal Finanzen.de

Der Allianz-Konzern übernimmt über seine Investmenttochter Allianz X das Portal Finanzen.de für eine nicht näher
genannte Summe. Verkäufer ist der US-Finanzkonzern Eli Global, der die Plattform 2018 gekauft hatte. Der Dax-
Konzern ist dabei vor allem an den Daten interessiert.

Finanzen.de wurde 2004 gegründet, aktuell beschäftigt man ca. 130 Mitarbeiter und rechnet für 2019 mit einem
Umsatz von 50 Mio. €. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, angesichts der Umsatzzahlen des Portals ist aber von
mehr als 100 Mio. € auszugehen. Das Geschäftsmodell des Portals: Es sammelt Daten von Nutzern, die im Netz
nach Versicherungsangeboten suchen. Nach eigenen Angaben sind das jeden Monat bis zu 50.000. Für diese Daten
bezahlen die mehr als 12.000 angeschlossenen Vermittler, die den Interessenten daraufhin Versicherungen
anbieten. Es sind wohl diese Kundenkontakte, die die Plattform so interessant machen für das Dax-Unternehmen.
Mit immer schärferen Datenschutzregelungen ist es für Versicherungsanbieter schwieriger geworden, Leads von
Drittanbietern zu erwerben und verwenden. Gehörte diese Firma aber zur eigenen Firmengruppe, gelte dieses
Problem nicht.

Glory erwirbt Mehrheitsbeteiligung am Berliner Finanz-Startup Barzahlen

Nach acht Jahren geben die Gründer die Mehrheit an Barzahlen an den japanischen Konzern Glory ab. Glory
übernimmt 53 % der Anteile und kaufte hierfür den Großteil der bisherigen Investoren heraus. Dazu zählen Carsten
Maschmeyers Wagniskapitalgeber Alstin, Rewe Digital, die Berlin Technologie Holding und mehrere Business
Angels, außerdem der ausgeschiedene Barzahlen-Mitgründer Florian Swoboda. Die beiden Gründer Achim Bönsch
und Sebastian Seifert halten zusammen noch etwa 18,4 % an ihrer Firma.

Seit der Gründung 2011 sammelte Barzahlen insgesamt 12,5 Mio. € Wagniskapital ein. Welche Summe Glory nun für
die Mehrheitsbeteiligung zahlte, ist offiziell nicht bekannt. Doch nach Informationen von Finance Forward ist Glory
zu einer Bewertung von 42 Mio. € eingestiegen, damit hätten die Japaner 22,5 Mio. € für insgesamt 53 % der Anteile
gezahlt. Barzahlen bietet Systeme an, mit denen Online-Rechnungen bar bezahlt werden können. Dazu kooperiert
das Startup mit einem Netzwerk aus Einzelhändlern, etwa Rewe und Rossmann, bei denen Kunden Rechnungen wie
beispielsweise vom Stromanbieter oder Mahnungen in Bargeld begleichen können. Nach der Übernahme soll
Barzahlen seinen Service europaweit ausrollen, etwa in Spanien, Polen und Frankreich.

Finleap übernimmt N26-Klon Penta

Der Berliner Company-Builder Finleap erwirbt die ebenfalls in der Hauptstadt ansässige Smartphone-Bank Penta.
Das Startup wurde erst im Dezember 2017 gelauncht und ist im Endeffekt eine Kopie von N26, die sich nur auf
Firmenkunden konzentriert. Das Kernklientel sind dabei kleine GmbHs, speziell aus dem Tech- und Startup-Bereich.
Zum Kaufpreis möchten sich die betroffenen Parteien nicht äußern.

Rund 5.500 dieser Kunden hat Penta nach eigenen Angaben bis dato gewonnen. „Mit dem Zukauf stärken wir unser
Ökosystem, zudem streben wir für Penta nach der Integration eine enge Kooperation mit unserem auf Konten für
Freiberufler spezialisierten italienischen Venture Beesy an“, sagte Finleap-CEO Ramin Niroumand im Interview mit
Finanz-Szene.de. Des Weiteren darf spekuliert werden, ob Penta mit der (zukünftigen) italienischen
Schwestergesellschaft Beesy wirklich nur kooperieren soll – oder ob die beiden Unternehmen nicht, genauso wie
Finreach und Figo, irgendwann verschmolzen werden, da sie von den Dienstleistungen her sehr ähnlich sind.

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Flixbus schnappt sich Eurolines

Mit der Übernahme des französischen Konkurrenten Eurolines bedient der Münchner Fernbusanbieter Flixbus noch
mehr Märkte in Europa und erweitert so sein Angebot. Die Übernahmesumme ist nicht bekannt.

Der französische Verkehrskonzern Transdev ist unter der Marke Eurolines in mehreren europäischen Ländern aktiv.
In Frankreich selbst fährt der Anbieter unter der Marke Isilines, die ebenfalls an Flixbus verkauft werden soll. Zurzeit
bietet Eurolines seinen Service in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, der Tschechischen Republik und Spanien
an. Die französische Busgesellschaft habe insgesamt ca. 2,5 Mio. Menschen befördert. Flixbus kommt nach eigenen
Angaben auf etwa 45 Mio. Passagiere in 29 Ländern. Dem Finanznachrichtendienst Bloomberg zufolge ist
Flixmobility derzeit weiterhin nicht an einem Börsengang interessiert. Stattdessen sammle Flixbus Investorengelder,
um durch Zukäufe zu wachsen. Hierüber wolle das Unternehmen rund 400 Mio. € zusammenbringen. Nach der
Expansion in den USA könnten die Münchner möglicherweise dort einen Börsengang in Erwägung zu ziehen, so
Bloomberg.

Deutsche Bahn verkauft Routenplaner Qixxit an Lastminute.com

Da man sich auf den eigenen Routenplaner konzentrieren möchte, hat die Deutsche Bahn ihr Startup Qixxit an das
Portal Lastminute.com verkauft. Mit der App können Nutzer eine Kombination aus Flug-, Bahn- und Fernbusrouten
in einem Schritt buchen.

Die Bahn wolle sich verstärkt auf ihre Ticket-App Navigator konzentrieren, die Routen innerhalb des Bahnnetzes und
der Verkehrsverbünde anzeigt, sowie auf ihr neues Softwareunternehmen Mobineo, heißt es in einer Mitteilung.
Mobineo entwickelt für Verkehrsunternehmen Software für vernetzte Mobilität. Qixxit ist ein Spin-off des Konzerns
und gehörte von 2012 bis 2017 zur Abteilung der DB Vertrieb, bevor es ausgegründet wurde. Lastminute.com will
mit der Übernahme die technischen Fähigkeiten für Mobilitätsangebote ausbauen. Entsprechend sollen die App und
die dahinterstehende Technologie weiterentwickelt und integriert werden. Die Lastminute-Group gilt als ein Pionier
der Online-Reisebranche mit monatlich mehr als 60 Mio. Nutzern. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt.

Intermedia Vermögensverwaltung übernimmt Flugrechte-Unternehmen Flightright

Flightright zählt zu den erfolgreichsten Legaltech-Firmen in Deutschland. Jetzt wurden die Potsdamer an den
Medienkonzern Intermedia verkauft.

Das Potsdamer Flugrechte-Unternehmen Flightright wird an die Intermedia Vermögensverwaltungs GmbH verkauft.
Den Kaufpreis wollte Gründer Philipp Kadelbach nicht kommentieren. Die Intermedia hat ihren Sitz in Ludwigshafen
und ist eine Tochtergesellschaft des Medienkonzerns Medien Union, der Anteile an zahlreichen Tageszeitungen
hält. Flightright aus Potsdam erstreitet vor Gericht Entschädigungen für Flugpassagiere, deren Flug entweder
ausgefallen ist oder verspätet war. 20 bis 30 % der durchgesetzten Entschädigungssumme behält Flightright als
Provision ein.

Im ersten Schritt soll die Intermedia zwar die Mehrheit der Anteile an Flightright bekommen, aber noch nicht 100 %.
Eine spätere Übernahme aller Anteile durch Intermedia ist nach Unternehmensangaben jedoch möglich. Wie viele
Anteile die Vermögensverwaltung vorerst übernimmt ist nicht bekannt. Flightright sammelte seit der Gründung
Funding in Höhe von nur 1,4 Mio. € ein, seit der letzten Runde finanziert sich das Unternehmen aus dem operativen
Cashflow. Nach eigenen Angaben hat Flightright 2018 Gewinn erwirtschaftet, 140 Mitarbeiter und konnte bislang
200 Mio. € Schadenersatz für seine Kunden bei den Fluggesellschaften erstreiten.

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Doordash kauft seinen Konkurrenten Caviar

Der US-Lieferdienst Doordash kauft Caviar von Square. Der Kaufpreis für den On-Demand-Lebensmittelliefer- und
Cateringdienst betrug 410 Mio. $. Square übernahm Caviar vor ca. fünf Jahren für etwa 90 Mio. $.

Doordash zeigte schon seit längerem Interesse an seinem Konkurrenten, der in rund 30 US-Städten tätig ist. Mit der
Übernahme soll das Technologie-Team gestärkt werden. In einer Pressemitteilung von Doordash-CEO Tony Xu
heißt es: „Wir haben Caviar schon lange bewundert, die Firma hat ein außergewöhnliches Portfolio an Premium-
Restaurants und führender Technologie.“ Die Akquisition erweitert die Auswahl an Händlern noch weiter und
ermöglicht es, dem Kunden noch mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Bestellung über DoorDash zu bieten.

Delivery Hero bekommt 130 Mio. € mehr für Takeaway-Deal

Im Dezember vergangenen Jahres verkaufte Delivery Hero sein Deutschlandgeschäft an die Lieferando-Mutter
Takeaway. Nun wurde die Kaufsumme nach oben korrigiert und die Geschäftszahlen veröffentlicht.

Zwar wurde der Vertrag bereits letztes Jahr unterzeichnet, der Wert des Deals hat sich mittlerweile aber verändert.
Der Lieferdienst wird künftig nur noch 15,5 % (statt 18 %) an seinem Konkurrenten halten, dafür liegt der
Transaktionswert aber bei 1,06 Mrd. € (statt 930 Mio. €), heißt es in einer Mitteilung. Die erhöhte Kaufsumme
ergebe sich daraus, dass der Aktienkurs von Takeaway seit Vertragsunterzeichnung immens gestiegen sei: Seit dem
Bekanntwerden der Übernahme kletterte die Aktie von einst 44,90 € um rund 27 % nach oben.

Delivery Hero profitiert davon, da die Berliner auch in Aktien ausgezahlt werden. Obendrein hat das niederländische
Unternehmen von CEO Jitse Groen Mitte Januar angekündigt, 680 Mio. € in Form von neuen Aktien und
Wandelanleihen aufzunehmen. Das verwässere die geplante Beteiligung von Delivery Hero um mehr als zwei
Prozentpunkte. Das heißt: Der geringere Anteil ist mehr wert. Positiv haben sich Delivery Heros Geschäftszahlen im
vergangenen Jahr entwickelt. Anstatt der angepeilten 785 Mio. € setzte das Startup von CEO Niklas Östberg
792 Mio. € um – im Vorjahr waren es noch 544 Mio. €. Auf dem Heimatmarkt erwirtschafteten die Berliner 105 Mio.
€. Die vorläufige EBITDA-Marge lag 2018 auf Konzernebene bei minus 18 %.

Caterwings übernimmt den Catering-Wettbewerber Lemoncat

Die Rocket Internet Tochter Caterwings übernahm den Konkurrenten Lemoncat an dem Rocket bereits zuvor
beteiligt war zu 100 %. Damit breitet man sich weiter auf dem Markt für Business-Catering aus. Über den Kaufpreis
wurde Stillschweigen vereinbart.

Zukünftig sollen beide Marken zusammengeführt werden. So wurden alle Lemoncat-Mitarbeiter in die B2B Food
Group von Rocket Internet integriert. Den Zukauf von anderen Anbietern hatte man schon im Januar dieses Jahres
angekündigt. An der B2B Food Group beteiligt ist neben Rocket Internet unter anderem Holtzbrinck Ventures. Im
Zuge der Lemoncat-Übernahme habe die B2B Food Group zusätzlich zu den bislang eingesammelten 9 Mio. € einen
weiteren „hohen siebenstelligen“ Betrag eingeworben, so Frenzel. Für weitere mögliche Übernahmen im Business-
Catering-Bereich schaue man sich nun in bestehenden und neuen Märkten um. Er sagt: „Es macht mehr Spaß, wenn
man der größte Player am Markt ist.“ Ein bestehender Wettbewerber in Deutschland ist dabei etwa das Berliner
Startup Heycater. Rocket hat bei dem Thema große Ambitionen, den Erfolg von Essenslieferplattformen wie Delivery
Hero zu wiederholen. Ein Blick in die USA zeigt, wie groß die Hoffnungen sind, die Investoren in das Geschäftsfeld
stecken: Das US-Vorbild Ezcater hat bislang bereits mehr als 300 Mio. $ Wagniskapital aufgenommen.

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WIE DIE SUCHE NACH DEM RICHTIGEN PARTNER ABLÄUFT

E-Commerce Paper | M&A Insights                    Seite 15 von 17
WER STECKT HINTER DEM E-COMMERCE PAPER

WALTER FRIES Corporate Finance GmbH
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                                  Projektmanager                                 d.schmidt@walterfries.de
                                  Master of Science (M.Sc.)                      Fon: +49 (0) 6021 – 35 42 0
                                  Business Administration & Law

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                                  Projektmanager                                 t.bieder@walterfries.de
                                  B. Sc. Business Administration                 Fon: +49 (0) 6021 – 35 42 0
                                  and Economics
                                  » Märkte und Branchen entwickeln und verändern sich, genau wie unsere Betreuung in
                                  Transaktionsprozessen. Was aber immer bleiben wird sind die Werte für die wir stehen und die für eine
                                  partnerschaftliche Beratung unverzichtbar sind. «

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BILDQUELLEN
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