Energie & wasser - Was sagt uns das Klima? Hilfe, wenn's heiss wird Ein Picknick zum Glück - IWB
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RUBRIK
AUSGABE 2/ 20 RUBRIK
energie
& wasser
DAS MAGAZIN VON IWB
FOCUS
Was sagt uns
das Klima?
Seite 8
ENERGIE & ICH
Hilfe, wenn's heiss wird
Seite 25
PROMENADE
Ein Picknick zum Glück
Seite 30
energie & wasser 1 / 19 33EDITORIAL | INHALT
16 Langfristige
Foto: Timo Orubolo
30 Aufgaben
Foto: Nikada/iStock
Foto: IWB
Aktuell Vermutlich ist der Klimaschutz die
4 Wasserstoff-Pilot, digitale Velokuriere, neue Ladestationen grösste Aufgabe unserer Zeit. Denn sie
erfordert nicht nur gewaltige Anstren-
Einblick gungen, sondern auch einen langen
6 Der Mann, der nachhaltige Wärme in die Schweiz bringt Atem. Das wissen auch wir bei IWB,
7 Ein Fitnesscenter macht Energietraining etwa, wenn wir auf unsere Wärmepro-
duktion blicken. Vor 15 Jahren haben wir
Focus mit dem Bau des ersten Holzkraftwerks
8 Die lange Basler Klimageschichte in Basel begonnen. Es folgten Beteili-
12 Wie das Quartier von morgen lebt gungen an Biogasanlagen und schliess-
16 Klima und Unternehmen: Interview mit Thomas Vellacott lich ein zweites Holzkraftwerk. Bald
nehmen wir in Basel den Wärmespei-
Aus eigener Energie cher Dolder in Betrieb, und das Heiz-
18 Mehrwert durch Begrünung werk Bahnhof wollen wir teilweise auf
Holzpellets umstellen. Immer neue Mo-
Energie & ich saiksteine kommen hinzu, die weniger
21 Die neue, bessere Wärmebox fossile Energieträger bedeuten. Ein
22 Welcher Heizungstyp sind Sie? langfristiger Effort für ein klares Ziel:
25 Wenn Abkühlung nottut eine klimafreundliche Basler Wärmever-
26 Neues aus dem IWB CityCenter sorgung mit Fernwärme, Wärmeverbün-
den und dezentralen, erneuerbaren
Rätsel Energiequellen. Für die Gemeinden aus-
29 Umweltausflug zu gewinnen serhalb des Kantons Basel-Stadt bleibt
IWB zum einen ein verlässlicher Partner.
Promenade Zum andern unterstützt IWB die Ge-
30 Die vielleicht schönste Art, zu essen meinden, die eine klimafreundliche
Wärmeversorgung anstreben, mit wirt-
schaftlichen, innovativen Lösungen.
IMPRESSUM Aufgaben, die wir gerne übernehmen.
energie&wasser, Magazin von IWB, A usgabe Juni 2020. E rscheint vierteljährlich.
Telefon +41 61 275 96 53, e.w@iwb.ch, www.energie-und-wasser.ch Redaktionsteam:
Thomas Aerni, Claude Beauge, Paul Drzimalla, Belinda Hasler, Katarina Karadzic,
Dietmar K üther, Reto Müller, Jonas Recher, Erik Rummer, Sebastian Schillinger,
Markus Siegenthaler, Dominic Specht, Barbara Tank, Brunella Torres Martin Eschle
Konzept, Redaktion, Produktion: Basel West Unternehmenskommunikation AG, Basel, Mitglied der Geschäftsleitung
Eicon AG, Naters Druck: Swissprinters AG, Zofingen, gedruckt auf FSC©-Recyclingpapier
Leiter Beschaffung
Titel: Christian Aeberhard
Anzeigenmarketing: DaPa Media GmbH, Bremgarten AG, Telefon +41 56 641 90 80
Inserateschluss für Ausgabe 3/20: 17. August 2020, für Ausgabe 4/20: 9. November 2020 Envelope-open martin.eschle@iwb.ch
PERFORM ANCE
neutral 01-20-124267
Drucksache myclimate.org
energie & wasser 2/20 3AKTUELL
Das Kraftwerk Birsfelden liefert
erneuerbare Energie für die
Produktion von Wasserstoff.
Wasserstoff-
Pilotprojekt
mit IWB
In Basel erreicht die Elektromobilität den Güter-
verkehr. Gemeinsam mit der Fritz Meyer AG plant
IWB eine Wasserstoff-Produktionsanlage in Basel.
Direkt neben dem Kraftwerk Birsfelden ist eine
Elektrolyseanlage geplant. Mit erneuerbarer Was-
serkraft soll dort Wasserstoff entstehen, der in
entsprechenden Fahrzeugen wiederum in elektri-
schen Strom umgewandelt wird. Der Wasserstoff-
antrieb hat als klimafreundliche Alternative zum
Verbrenner gerade im Güterverkehr Potenzial, wo
Foto: Simon Havlik
Gewicht und Reichweite von Batterien ein Hinder-
nis sind. Zudem ist Wasserstoff transportierbar,
was ihn zum idealen Speicher macht.
Öffentliche Ladestationen
in den Birsstadt-Gemeinden
Beratung neu Die Elektromobilität kommt nach
Aesch, Arlesheim, Dornach, Muttenz,
auch per Skype Pfeffingen und Reinach. In den Ge-
meinden der Energieregion Birsstadt
Ob Strom, Heizung, Elektromobilität, erstellt IWB 20 neue öffentliche Lade-
Internet oder Energie im Allgemeinen stationen. Für die Menschen in den
– IWB bietet rund um das umfangrei- sechs Gemeinden heisst das: zuverläs-
che Angebot eine unverbindliche Erst- sig laden im IWB-Ladenetz und dabei
beratung an. Neu steht das kostenlose zertifizierten Ökostrom nutzen. Das ga-
Angebot auch über den Videokonfe- rantiert das Gütesiegel «naturemade
renzdienst Skype zur Verfügung. Ur- star», das IWB auch bei ihren Ladestati-
sprünglich während der Coronakrise onen in Basel-Stadt einsetzt. Schon in
eingeführt, hat IWB beschlossen, das diesem Jahr kann an den ersten Statio-
Angebot weiterzuführen, welches die nen geladen werden. Bis 2022 sind die
Beratung per Telefon ergänzt. Installationen komplett.
Foto: Timo Orubolo
Weitere Informationen Weitere Informationen
GLOBE iwb.ch/beratung GLOBE iwb.ch/mobilitaet
4 energie & wasser 2/ 20AKTUELL
Ein neuer Film zeigt
die Komplexität
der Baustelle am
Viertelkreis.
Baustellenfilm:
Viertelkreis
Das Gundeli bekommt ein neues «Eingangstor» im
Osten. Im Bereich Viertelkreis wird seit letztem
August gebaut mit dem Ziel, den Verkehr für alle
Teilnehmer zu verbessern. Aber auch unter der
Erde geschieht vieles: Gemeinsam mit dem Tief-
bauamt des Kantons Basel-Stadt erneuert IWB Lei-
tungsanlagen für die Grundversorgung. Insbeson-
dere eine neue Trinkwasserhauptleitung soll auch
in Zukunft sicherstellen, dass jederzeit qualitativ
hochwertiges Trinkwasser fliesst. Nun zeigt ein
Baustellenfilm die Hintergründe der komplexen
Foto: Niels Franke
Bauarbeiten:
GLOBE iwb.ch/viertelkreis
Veranstaltungen im
IWB CityCenter
Was hat das zweite Halbjahr 2020 zu bieten?
Einiges, zumindest mit IWB. Das Halbjahrespro-
gramm zeigt, wann wieder spannende Themen-
wochen, Erlebniswelten sowie die beliebte Veran-
Foto: Piola666/ iStock
staltungsreihe «Einblicke» stattfindet, die Basel
von einer ganz besonderen Seite zeigt. Das Halb-
jahresprogramm ist gratis im IWB CityCenter,
Steinenvorstadt 14, erhältlich.
LoRa zeigt, wo die Kuriere sind
Die nächsten Veranstaltungen
«Wo bist du, und wie schnell kannst du auf dem Bruderholz (vorbehältlich BAG-Entscheide):
sein?» – was bei der KurierZentrale bisher per Funk diskutiert 20.8. Urban Art-Tour
wurde, passiert bald automatisch. Die Basler Velokuriere tes- 17.9. Uhrwerkbesichtigung Pauluskirche
ten mit IWB gerade LoRa-Sensoren, die den Standort auto- 15.10. Besichtigung Flusskraftwerk Birsfelden
matisch an die Zentrale übermitteln. Diese kann so schnell
Routen planen und anpassen. Das bedeutet weniger Warte-
zeit und mehr Aufträge für die Kuriere. LoRa ist als strah-
lungsarmer und energieeffizienter Funkstandard ein Teil der
Smart-City-Initiative Basel, die IWB unterstützt.
Weitere Informationen
GLOBE smartcity.bs.ch
energie & wasser 2/ 20 5EINBLICK
Die lokale Wärmelösung
Wärme aus erneuerbaren Energien ist auf demVormarsch.
Von der grossen Erfahrung, die IWB in diesem Bereich hat,
könnten Gemeinden in der ganzen Schweiz profitieren.
Eine Aufgabe, wie geschaffen für Bruno Jordi.
Text: Paul Drzimalla
Foto: IWB
Was kann IWB dabei bieten?
Basel-Stadt ist in vielen aktuellen Energie- und Kli-
mafragen Vorreiterin. Das liegt zum einen an der
Gesetzgebung, die in Basel-Stadt weiter geht als
anderswo, und zum anderen an IWB, die immer
wieder innovative Lösungen realisiert. Bestes Bei-
spiel ist die geplante IWB Pflanzenkohleanlage in
Kleinhüningen, die aus Abfällen Wärme erzeugt
und dabei der Atmosphäre CO₂ entzieht. All dieses
Know-how möchten wir schweizweit in neue, zeit-
gemässe Projekte einbringen. Dabei ist uns wich-
tig, partnerschaftlich und auf Augenhöhe Projekte
mit allen Interessierten zu entwickeln. Funktionie-
rende Lösungen mit lokalen Partnern sind gefragt.
Ausserhalb Basel-Stadt hat IWB viele Gas
kunden. Was sagen Sie diesen?
IWB ist für alle Gaskunden weiterhin ein verlässli-
cher Partner und wird ihre Verpflichtungen einhal-
ten. Sollte IWB Gasnetze ausserhalb Basel-Stadt
einst stilllegen, wird sie dies nur in Abstimmung
mit den betroffenen Gemeinden tun und mit vie-
len Jahren Vorlauf kommunizieren. Dass IWB ihren
grossen Erfahrungsschatz mit erneuerbaren Ener-
gien auch Partnern ausserhalb von Basel-Stadt zu-
Der neue «Wärme- gänglich machen will, ist für mich kein Wider-
botschafter» von Bruno Jordi, Sie sind erster «Leiter Wärmever- spruch.
IWB: Bruno Jordi bünde Schweiz» bei IWB. Warum braucht es
diese neue Stelle? Sie sind seit Beginn des Jahres bei IWB.
Schauen Sie sich die politische und gesellschaftli- Ihre ersten Eindrücke?
che Diskussion an: Dekarbonisierung ist wichtiger Ich wurde sehr offen und positiv empfangen. Da-
denn je, und gerade bei der Wärme ist das Poten- bei konnte ich viele innovative Projekte und Ideen
zial gross. In Basel-Stadt gibt es bereits das Fern- kennenlernen. IWB hat spannende neue Ansätze
wärmenetz und Wärmeverbünde. Doch auch aus- im Wärmebereich, die marktreif sind. Meine eige-
serhalb des Kantons gibt es viele geeignete ne, langjährige Erfahrung in der Errichtung und
Perimeter, in denen IWB Wärmeverbünde errich- dem Betrieb von Wärmeverbünden ist hier richtig
ten möchte. aufgehoben.
6 energie & wasser 2/ 20EINBLICK
Dylan Teal kontrolliert
mit dem Tablet den
Energieverbrauch, den
er in vier Jahren auf
die Hälfte reduzieren
konnte.
Fitte Geräte
Bei Let’s Go Fitness in Basel kommen nicht nur Menschen
in Form. Auch die Energieverbraucher haben eine Schlank-
heitskur durchlaufen – mit erstaunlichem Resultat.
Text: Paul Drzimalla
Foto: Gianni Groppello
P
uls, Zeit, Watt – wer im Fitnesscenter trai- per Tablet kontrollieren. «Dass tagsüber viel ver-
niert, kann seine Fortschritte sehen. Doch braucht wird, war mir klar. Aber was nach Laden-
bei Let’s Go Fitness in Basel verfolgt auch der schluss noch alles läuft, hat mich doch erstaunt.»
Geschäftsführer genau die Daten. Nicht die seiner So hat Teal weitere Geräte durch energieeffiziente
Kunden, sondern die seiner Energieverbraucher: ersetzt oder effizienter gesteuert. Das Ergebnis
«50 Prozent in knapp vier Jahren.» Dylan Teal ist merkt er nicht nur auf dem Screen, sondern auch
begeistert. Was er seit 2016 an Energie eingespart auf dem Kontoauszug: Die Energiekosten, mit die
hat, übertrifft nicht nur seine Erwartungen, son- grössten Posten in jedem Fitnesscenter, sind mar-
dern auch die Vorgaben. Das KMU-Modell der kant gesunken.
Energie-Agentur der Wirtschaft EnAW, zu dem sich
auch Teal verpflichtet hat, sieht eine Reduktion von Für die Zukunft will Teal die Daten weiter im Auge
zehn Prozent in zehn Jahren vor. Doch der Energie- behalten. Einerseits kann er die daraus gewon
berater von IWB motiviert Dylan Teal, mit Fitness- nenen Erkenntnisse seinen Lernenden weiterge-
centern habe er bereits 20 Prozent geschafft. ben, deren Ausbildung Ressourcenmanagement
beinhaltet. Andererseits soll das Niveau gehalten
Gemeinsam machen sie eine Bestandsaufnahme. werden, auch im zweiten Basler Standort von
Schnell sind die grossen Verbraucher ausgemacht: Let’s go Fitness, den Teal demnächst eröffnet.
Lüftung und Kühlung werden durch neue, besser Schliesslich muss, wer seine Fitness halten will,
steuerbare Geräte ersetzt, Sauna und Dampfbad auf sie achten.
laufen nur noch bedarfsgesteuert, und die gesam-
te Beleuchtung ist inzwischen auf LED umgestellt.
Seit anderthalb Jahren kann Dylan Teal mit dem Energieberatung für Unternehmen:
IWB Energiemonitoring-Tool den Energieverbrauch GLOBE iwb.ch/energieberatung
energie & wasser 2/ 20 7FOCUS
Celsius’
Erben
Exakt und erprobt: Drei-
mal täglich wird im Mess-
häuschen die Temperatur
je viermal abgelesen.FOCUS
Wie das Wetter heute ist, lässt sich einfach sagen.
Doch wie es letztes Jahr und das zuvor war?
Oder gar vor hundert Jahren? Da braucht es schon
Leute wie Max Baumann.
Text: Paul Drzimalla
Fotos: Christian Aeberhard
S
chnell reibt er die Hände aneinander. Es ist Aus einer Metallkugel verdampft Alkohol in eine
kalt an diesem Frühlingsmorgen, an dem Röhre. «Nur noch zwei solche Geräte gibt es in der
wir Max Baumann treffen, und gleich wird Schweiz. Das andere in Locarno», meint er, und
er wissen, wie kalt. Er steigt die drei Stufen zum kurz scheint etwas wie Stolz aufzublitzen, bevor
weissen Holzhäuschen hinauf, dreht den Schlüssel der Meteorologe wieder bescheiden wird. Er führt
und öffnet zwei Türen. Er liest ein Thermometer zu weiteren Apparaturen, zeigt auf Gefässe, die
ab. Dann noch eines. Noch eines. Und ein weite- Niederschlag messen, weist auf einen metallum-
res. «6.7 Grad», sagt Baumann schliesslich. Tem- ringten Kreis in der Wiese: zehn Tonnen Erdreich,
peratur ist nichts Banales, das merkt man bei die unterirdisch gewogen werden, um die Ver-
einem Besuch der Wetterstation St. Margarethen dunstung zu erfassen. Nicht alle Geräte gehören
in Binningen bald. Dreimal täglich kommen Max dem Verein; MeteoSchweiz hat eine automatische
Baumann und seine Kollegen her, um zu messen Wetterstation errichtet. Auch zu ihr schauen die
und zu beobachten. Immer um Viertel vor sieben Basler Meteorologen.
am Morgen, Viertel vor eins am Mittag, Viertel vor
sieben abends. Sommerzeit ignorieren sie, das
könnte die Zahlen verfälschen. Und Zahlen sind Was die Zahlen zeigen
alles, hier oben über Basel.
Über uns steht die Sonne alleine im kühlblauen
Himmel. «Sehr trocken, die Temperatur etwas un-
Die letzten ihrer Art ter dem Durchschnitt. Die Bise bringt kalte Luft.
Vermutlich werden wir elf Stunden Sonne haben»,
Baumann und seine Kollegen, sie sind der Meteo- kommentiert Baumann, während wir in sein Büro
rologische Verein Basel. Und sie verwalten ein be- gehen. Zeit, sich aufzuwärmen und Zahlen zu stu-
sonderes Erbe: die Basler Klimareihe. Vor über 260 dieren. Und Geschichte. Sie beginnt 1755. Die Celsi-
Jahren begonnen, ist sie eine der ältesten unun- us-Skala in der heutigen Form gilt noch nicht lan-
terbrochenen Aufzeichnungen von Wetterdaten ge, und in Basel werden erstmals Temperatur-
der Welt. Deshalb auch die Gerätschaften, die wie messungen gemacht. Erst über hundert Jahre spä-
aus einer anderen Zeit scheinen. Die Flüssigkeits- ter wird es ein schweizweites Messnetz geben, der
thermometer etwa, die Max Baumann abliest – ei- Basler Standort ist am Bernoullianum, einem in-
nes für den Minimal- und den Maximalwert, eines zwischen denkmalgeschützem Gebäude der Uni-
für die Luft- und eines für die Verdunstungstem- versität Basel in der Nähe des Spalentors. Da die
peratur. Oder auch das Hygrometer, in dem echte Stadt wächst, wird die Messstation 1929 an den
Haare eingespannt sind, deren Spannung sich mit heutigen Ort verschoben, ins Grüne, der Mess-
der Luftfeuchtigkeit ändert. Vieles hier arbeitet genauigkeit halber. Knapp 40 Jahre später kommt
ohne Elektronik, dafür schon seit zig Jahren ohne Max Baumann zum ersten Mal hierher. Er studiert
Störung. damals Mathematik und Physik, die Station ist sein
Institut.
Ruhig zeigt Max Baumann weitere Instrumente.
Lose verstreut, fast zufällig stehen Stäbe und Käs- Viel hat sich geändert seitdem. Die Klimareihe
ten auf der Wiese. Max Baumann zeigt eine Röhre, geht von der Universität an den Kanton, bis sie
die auf Kopfhöhe hängt: ein Strahlungsmesser. schliesslich 2004 eingestellt wird. Ein Verein führt
energie & wasser 2/ 20 9FOCUS
Die Letzten: Instrumente
wie der Strahlungsmes-
ser mit alkoholgefüllter
Stahlkugel sind heute rar.
sie weiter, mit Baumann zehn Leute. Sie pflegen
Daten, korrigieren Messfehler, denn Meteorologie
braucht Erfahrung. Und sie erbringen einen Be-
fund. «Da sehen Sie es deutlich.» Max Baumann
zeigt eine Kurve, die immer steiler ansteigt: die
Jahresmittelwerte der in Basel gemessenen Tem-
peratur. Zwei Grad plus seit Messbeginn. Die
30-jährigen Mittelwerte zeigen dasselbe Bild.
Denn erst ab 30 Jahren redet man vom Klima, so
die internationale Konvention. Ende 2020 geht
wieder eine Periode zu Ende. Die Differenz zur
letzten wird wohl mindestens ein Grad betragen.
Max Baumann zeigt eine weitere Kurve. Es ist der Baumann will etwas anderes zeigen. Er geht zu
Blühbeginn der Kirsche, der vom April immer einer Apparatur ganz in der Ecke. Eine Glaskugel
mehr in den März wandert. Auch solche Beobach- ist in eine Metallfassung gespannt. «Man muss
tungen gehörten zu seiner Aufgabe, erklärt er und sich drüberbeugen.» Baumann winkt. Wir halten
zeigt aus dem Fenster. «Das ist unser Kirschbaum.» dem Anblick nicht lange stand, doch verstehen
Er ist stark zurückgestutzt. Der kranke Baum, ein schnell. Wie eine Lupe wirft die Kugel einen gleis-
Sinnbild? «Man muss vorsichtig sein, wenn man senden Punkt auf ein gerastertes Papier und hin-
einzelne Phänomene betrachtet», meint Bau- terlässt – eine Brandspur. Die Messmethode für
mann, während er alte Aufzeichnungen hervor- die Sonnenscheindauer seit über 150 Jahren.
holt. Es gebe Berichte von Kirschenblüte im De-
zember, von zwei Obstblüten in einem Jahr. Aber Die alten Instrumente – sie sind nicht nur rar, son-
dass zum Beispiel der Rhein noch einmal gefriert dern auch gefährdet. Ersatzteile gibt es oft keine
wie zuletzt 1963? «Möglich», sagt Max Baumann, mehr; was kaputtgeht, bleibt kaputt. Und der Ver-
«aber sehr, sehr unwahrscheinlich.» ein hat Probleme, Mitglieder zu finden. Warum
also der Aufwand? «Weil wir hier etwas Einmaliges
machen», entgegnet Baumann. «Unsere Arbeit ist
Die Brandspur Kultur.» Natürlich überlegt er, mit heute 73 Jahren,
irgendwann aufzuhören. Aber 2020 die Klimaperi-
Wir gehen noch einmal nach draussen. Max Bau- ode abschliessen, «das wäre schon was», sagt er
mann will uns auf dem Nachbardach etwas zei- mit dem Anflug eines Lächelns. Was danach
gen. Er steigt die knarrenden Treppen des leeren kommt? Ob die Klimareihe ihr 300-jähriges Beste-
Institutsgebäudes hinauf und tritt durch eine Tür hen erlebt? «Auf jeden Fall», meint Baumann. Zur
unter den Frühlingshimmel. Auch die Bewölkung Not messe die automatische Station weiter. Doch
wird jeden Tag beobachtet, was heute leichtfällt: er wünscht sich, dass es auf die alte Art passiert.
Es gibt keine. Oder die Sichtweite, die an be- Dass jemand dreimal täglich hierherkommt, die
stimmten Punkten festgemacht wird. Der Grand Daten abliest, den Himmel und die Bäume beob-
Ballon in den Vogesen ist zu sehen, 55 Kilometer achtet. Selber sieht, wie die Sonne ihre Bahn
entfernt, weiter geht die Skala nicht. Doch Max durchs Papier frisst.
10 energie & wasser 2 / 20FOCUS
Historische Wetterauf-
zeichnungen lagern im
Projekt
Basler Klimaarchiv.
«Smart Climate»
In der Region Basel wird auch das Mikroklima erforscht: Erste Tests mit Sensoren
der meteoblue AG haben dazu im Sommer 2019 im Smart City Lab Basel stattge-
funden. Unter der Leitung von Smart Regio Basel ist seitdem mit «Smart Climate
– Plug & Sense» ein engmaschiges Sensornetzwerk in der «Triregio» installiert wor-
den. Ein Projektziel ist die Entwicklung eines Klimamodells speziell für Städte. Es
soll helfen, Hitzeinseln und andere Phänomene des urbanen Mikroklimas zu ver-
stehen. An ausgewählten Standorten überwachen zusätzlich Feinstaub- und
Lärmsensoren die Luftqualität. Weitere Sensoren sind geplant. Für die Datenüber-
tragung stellt IWB dem Projekt ihr LoRaWAN-Netz zur Verfügung.
GLOBE smartregiobasel.ch
GLOBE smartcitylabbasel.ch
Ein automatisches Nie-
derschlagsmessgerät von
MeteoSchweiz. Auch es
wird von Max Baumann
gewartet.
Mehr über den
meteorologischen Ver-
ein der Region Basel:
GLOBE klimabasel.chPositiv fürs Klima
Immer mehr Quartiere zeigen, wie klimaschonend
leben geht. Vorne dabei: das Westfeld, wo IWB
dabei unterstützt, eine umfassende Vision Wirklichkeit
werden zu lassen.
Text: Paul Drzimalla
12 energie & wasser 2 / 20FOCUS
Klimaschonend
und in Gemein-
schaft leben: die
Vision im Westfeld
Energieeffizienz als Vision
Auf rund 35 000 Quadratmetern lässt die Bauge-
nossenschaft wohnen&mehr im Westfeld ein ge-
mischtes Quartier entstehen. Mit Gewerbe, Quar-
tiertreffpunkt, Freiflächen, vor allem aber mit 500
Wohnungen. Noch bevölkern Baumaschinen das
Areal rund um das frühere Felix Platter-Spital, wel-
ches Teil der Überbauung wird. Denn die Voraus-
setzungen für das energieeffiziente, klimaneutrale
Leben müssen erst geschaffen werden: Eine eige-
ne Photovoltaikanlage wird einst den Strom lie-
fern, der die Wärmepumpenheizung, Speicherbat-
terien und Elektroautos der Bewohner versorgt.
Zusätzlicher Strom aus dem Netz soll nur nach
«naturemade star»-Standard bezogen werden,
dem strengsten Ökostromlabel der Schweiz. Ein
Anschluss an das Basler Fernwärmenetz ergänzt,
ebenfalls erneuerbar, die Wärmeversorgung.
Die hohen Standards sind kein Zufall: Das West-
feld ist als 2000-Watt-Areal konzipiert. So will es
die Baugenossenschaft, die sich diesen Baustan-
dard selber auferlegt hat. «Wir haben denjenigen
Visualisierung: wohnen&mehr
Standard gesucht, der uns garantiert, dass energe-
tisch besonders effizient gebaut und später ge-
wohnt wird», sagt Claudio Paulin, Co-Geschäftslei-
ter der Genossenschaft. Diese hat als Infrastruk-
turpartnerin schliesslich IWB gewählt, die im
Westfeld sämtliche Energie- und Infrastruktur-
lösungen realisiert.
Umfassend gedacht
E
r ist eine Gewissheit, die uns herausfordert: «Dass wir erneuerbare Energiequellen für Strom
der Klimawandel. Dass er geschieht, ist klar. und Wärme brauchen, war uns von vornherein
Seine Folgen zeichnen sich immer deutli- klar», so Paulin. «IWB hat jedoch weitere innovati-
cher ab, konkret heissere Sommer und mildere ve Ansätze ins Spiel gebracht, die uns helfen,
Winter. Dass wir rasch auf ein Leben ohne fossile das Ziel zu erreichen.» Die Bauherrschaft im West-
Energieträger umstellen müssen, diese Einsicht feld verfolgt einen integrierten Gedanken. «Wie
teilen immer mehr. Und doch können sich die wollen wir zusammenleben?», war die Frage von
wenigsten vorstellen, wie so ein Leben aussieht. wohnen&mehr. Die Gemeinschaft soll gefördert
Deshalb kann man gar nicht hoch genug schät- werden, ein neues Zentrum im Quartier entste-
zen, was im Basler Westfeld gerade entsteht: eine hen. Dazu die Energieeffizienz, und weitere Mass-
Blaupause für das klimaverträgliche Leben. nahmen ergeben plötzlich Sinn. So ist ein Carsha-
energie & wasser 2 / 20 13FOCUS
Energierichtplan
Basel-Stadt
ring-Angebot geplant, bei gleichzeitig reduzierter Wie heizt mein Quartier? Seit 2017 hat Basel-Stadt ein neues Energiegesetz, das
Parkplatzzahl. Auch eine geteilte Ladeinfrastruktur den Ersatz von Öl- und Gasheizungen nur noch in Ausnahmefällen zulässt. Der im
für Elektroautos und E-Bikes gehört zum Konzept April 2020 veröffentlichte Energierichtplan zeigt, in welchem Gebiet welche Wär-
und wird von wohnen&mehr und IWB realisiert – in meversorgung infrage kommt. Der Richtplan und weiterführende Informationen
enger Zusammenarbeit. finden sich auf der Seite des Amts für Umweltschutz und Energie des Kantons
Basel-Stadt, mehr Informationen zu Wärmelösungen auf der Seite von IWB.
«Es hat uns sehr motiviert,
1 die Bauherrschaft bei
ihrer Vision einer nachhaltigen und lebenswerten GLOBE aue.bs.ch/energie
Quartiersentwicklung zu unterstützen», meint GLOBE iwb.ch/waerme
Sebastian Schillinger, Leiter Produktmanagement
bei IWB. Dies erfordere neben einem innovativen
Energiesystem auch die Vernetzung vieler Baustei-
ne. Als Contractingpartnerin hat IWB dafür ge-
sorgt, dass die Anlagen optimal geplant sind. So ist
die Photovoltaikanlage auf sehr hohen Eigenver-
brauch ausgelegt, der produzierte Strom soll also
Grafik: Simon Havlik
möglichst vor Ort genutzt werden. Grundlage da-
für sind der Zusammenschluss zum Eigenver-
brauch (ZEV), die Wärmepumpenheizung, die im
Sommer auch für Kühlung sorgt, sowie der Batte-
riespeicher, der nachts zur Verfügung steht, um
beispielsweise Elektroautos zu laden.
Einsatz, von dem alle profitieren
Neben den ökologischen haben Baugenossen-
schaft und IWB im Westfeld auch ökonomische
Ambitionen. Das sei ein starkes Signal, meint
Sebastian Schillinger: «Auf dem Westfeld beweisen
wir, dass es möglich ist, alle ökologischen Stan- Fernwärme
dards zu erfüllen und dennoch nicht teurer zu sein Wärmeverbünde
als heutige konventionelle Lösungen.» Die Bewoh- Hier sind laut ERP weder Fernwärme
ner sollen von bezahlbarer Energie und Mobilität noch Wärmeverbünde vorgesehen.
profitieren können. Leben in der klimafreundlichen
Zukunft soll kein ökonomisches Privileg sein. Aller- detaillierten Einblick in ihren Energieverbrauch ge-
dings erfordere das auch Einsatz. «Wir zeigen hier, ben und diesen durch die Steuerung der Geräte
was in einem modernen Quartier möglich ist.» optimieren. Solche Ambitionen bringen Herausfor-
Doch IWB zeige noch mehr: Commitment. Über derungen mit sich. «Wir arbeiten gemeinsam mit
fünf Millionen Franken investiert IWB im Westfeld. der Baugenossenschaft daran, diese digitalen Ser-
Als Contractor ist sie Eigentümerin der Energie- vices auszugestalten», meint Sebastian Schillinger.
infrastruktur und verantwortlich für den Betrieb. «Mit dem energetischen Nutzungskonzept steht
aber der Rahmen, damit die Vision der Bauherrin
Noch kann niemand sagen, wie sich die Menschen funktionieren kann.» Eine Vision des gemein-
auf dem Areal einst genau verhalten werden. schaftlichen Lebens. Klimaneutral, offen für alle.
Gleichzeitig möchte man ihnen einen möglichst Etwas, worauf man sich freuen kann.
14 energie & wasser 2 / 20Wie nachhaltig bist
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Zusammen in die
Netto-Null-Welt
Die Klimaerwärmung betrifft alle. Doch wie sollten
wir und insbesondere Unternehmen handeln?
Fragen, die Thomas Vellacott nur zu gut kennt.
Text: Paul Drzimalla
Foto: Timo Orubolo
Herr Vellacott, als Laie die Situation ums Klima che die Politik vorgibt. Die Politik kann sie besser
einzuschätzen, ist schwierig: dramatische Natur- vorgeben, wenn es bereits Firmen gibt, die als Pio-
ereignisse auf der einen Seite, immer mehr Ak- niere vorausgegangen sind. Beides sollte man
teure, die das Ziel Nullemissionen verfolgen, auf nicht gegeneinander ausspielen.
der anderen. Was überwiegt: Verzweiflung oder
Hoffnung? Was sollten Unternehmen denn tun?
Weder noch. Wichtig ist, dass man beides sieht. Zunächst, sich Ziele setzen, wie sie zu Nullemissio-
Einerseits war die Situation noch nie so drama- nen kommen. Wenn ein Unternehmen Erfolg ha-
tisch. Anderseits gibt es eine bisher ungesehene ben will, braucht es ein Geschäftsmodell, das in
Dynamik von Akteuren, die handeln. Ob wir es einer Netto-Null-Welt funktioniert. Dann braucht
schaffen oder nicht, ist schwer zu beantworten, es einen Weg, um schrittweise dorthin zu kom-
denn es gibt im Klimasystem sogenannte Tipping men. Oft sind die Lösungen bekannt: den Energie-
Points. Diese haben eine grosse Wirkung, wir wis- verbrauch senken, andere Produkte auf den Markt
sen aber nicht, wann sie eintreten. Zum Beispiel bringen. Manchmal müssen Unternehmen aber
der auftauende Permafrost, der das hochwirksa- experimentieren und beobachten, wo sie am
me Klimagas Methan freisetzt. Doch egal, wie meisten bewirken können. Wichtig ist, die ganze
hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass wir die Kli- Wertschöpfungskette zu betrachten: Was kann
maziele erreichen – ich mache immer das Gleiche: man bei den Zulieferern erreichen, wie die Konsu-
nämlich alles, damit wir es schaffen. menten unterstützen?
Lange hiess es, die Politik stehe beim Klima- Haben wir denn Zeit, zu experimentieren? In 30
schutz in der Pflicht. Nun ertönt der Ruf, auch Jahren wollen wir Nullemissionen haben.
Unternehmen sollten Verantwortung überneh- Das ist richtig. Und in vielen Bereichen muss man
men. Zu Recht? nicht experimentieren, sondern einfach investie-
Zunächst muss man sagen, dass die Wirtschaft ren. Wir wissen insbesondere, dass wir aus den
nicht erst seit gestern handelt. Erste Unternehmen fossilen Brennstoffen aussteigen müssen. Finan-
haben schon vor 20 Jahren Massnahmen gegen zierbare Lösungen hierfür sind auf dem Markt. Ex-
den Klimawandel ergriffen. Leider gibt es heute perimentieren macht aber Sinn, wenn es darum
die Tendenz, dass jeder mit dem Finger auf den geht, neue Geschäftsmodelle zu erproben.
anderen zeigt. Die einen fordern, dass der Staat
handelt, die anderen sagen, nur freiwillige Mass- Der WWF hat Partnerschaften mit Unterneh-
nahmen bringen etwas. Aus unserer Sicht muss es men. Was bringen diese?
eine Kombination sein. Die Wirtschaft handelt, Wir können unser Fachwissen zur Verfügung stel-
aber sie braucht auch Rahmenbedingungen, wel- len, wenn es darum geht, einen Absenkpfad bei
16 energie & wasser 2 / 20FOCUS
Zur Person
Seit 2001 ist Thomas Vellacott beim WWF
Schweiz. Seit 2012 ist er CEO. Die grösste
Schweizer Umweltorganisation ist Teil des
internationalen WWF-Netzwerks, das in über
100 Ländern tätig ist. Der WWF Schweiz un-
terhält Partnerschaften mit Unternehmen,
mit denen er gemeinsam ambitionierte Um-
weltziele verfolgt. Seit 2016 besteht eine
Partnerschaft zwischen dem WWF Schweiz
und IWB.
GLOBE wwf.ch
GLOBE iwb.ch/nachhaltigkeit
den Emissionen zu definieren. Wir wenden
auch nie eine reine Klimaoptik an, sondern eine
allgemein-ökologische und eine soziale. Ich bin
überzeugt, dass wir den Weg zu Netto-Null nur
schaffen, wenn wir über Sektorgrenzen hinweg
zusammenarbeiten. Und wir als WWF können
helfen, einen anderen Blickwinkel einzunehmen
und das, was getan wird, den Konsumenten zu
vermitteln.
Seit 2016 arbeitet der WWF mit IWB zusammen.
Gab es nie Reibungspunkte?
Doch, die gab es. Aber zu einer guten Partnerschaft
gehören Kontroversen. Bei der Wasserkraft etwa
hat auch IWB noch Potenzial, sie ökologischer zu
gestalten. Aber es gab auch Erfolge, vor allem die
sehr ambitionierten Emissionsziele, in deren Rah-
men IWB jetzt auch die Wärmeversorgung dekar-
bonisiert.
Wie merke ich als Verbraucher, ob ein Unterneh-
men wirklich etwas für den Klimaschutz tut? Was
ist mit Kompensationen im Ausland?
Prüfen Sie, welche Informationen Ihnen das Unter-
nehmen gibt. Dann, ob es sich an extern definier-
ten Zielen orientiert. Und schliesslich, ob es sich
auch von unabhängiger Seite kontrollieren lässt.
Kompensationen funktionieren, vor allem, wenn
«Ich bin überzeugt, dass wir den Weg sie nach dem «Gold Standard» erfolgen. Sonst lau-
nur schaffen, wenn wir über Sektor fen Sie als Konsument Gefahr, heisse Luft zu kaufen.
Kompensationen sollen immer ergänzend zu ambi-
grenzen hinweg zusammenarbeiten.» tiösen CO2 -Reduktionen erfolgen, nicht anstelle
von diesen. Erst zuletzt sollen verbleibende Emis
Thomas Vellacott, CEO, WWF Schweiz sionen kompensiert werden.
energie & wasser 2 / 20 17AUS EIGENER ENERGIE
Bunt statt einfach nur grün
Wer Gras über eine Sache wachsen lässt, wünscht sich, dass sie in Vergessen-
heit gerät. Doch bei diesen Freiflächen wäre das schade. Denn IWB hat sie
nicht einfach nur begrünt, sondern ökologisch aufgewertet. Zusammen mit
der Stiftung Natur & Wirtschaft hat sie Bienenhabitate und, wie hier auf dem
Dach des Reservoirs Bruderholz, Wildblumenwiesen erstellt. Die heimischen
Wildstauden dienen vielen Insektenarten als Futterpflanzen und helfen so,
die Biodiversität zu erhalten. An anderen IWB-Standorten finden Amphibien
und Kleinlebewesen zusätzlich Lebensraum. Eine wahrlich grüne Begrünung.
Und eine, die man auch im eigenen Garten haben kann – das sollte tatsächlich
nicht in Vergessenheit geraten.
18 energie & wasser 2 / 19AUS EIGENER ENERGIE
Foto: Simon Havlik
energie & wasser 2 / 19 19yellow.agency
Die unglaubliche Welt der Systemstöcke
Sonderausstellung bis 4. Oktober 2020
Museum, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Spielzeug Welten
Museum Basel
Ristorante La Sosta und Boutique, täglich von 9.30 bis 18 Uhr
Steinenvorstadt 1, CH-4051 Basel | www.swmb.museum
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auf dem Basler Glasfasernetz.
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zweiwest.chENERGIE & ICH
Wärmebox –
noch näher bei Ihnen
Die Wärmebox wird noch persönlicher: mit zertifizierten
Installateuren aus der Region und einem weiteren Heizsystem.
Text: Claude Beauge
Für das gute Gefühl:
IWB Wärmebox
Foto: IWB
macht nachhaltig
Heizen einfach.
H
eizungsersatz fällig? Die Wärmebox von Rundum sorglos – neu auch mit Holz
IWB ist der komfortabelste Weg, um zu
einer neuen und nachhaltigen Heizung zu Die Wärmebox ist ein Komplettpaket von IWB für
kommen. Und dieser Weg wird jetzt noch einfa- den nachhaltigen Heizungsersatz. IWB übernimmt
cher: Dank einem Partnernetzwerk können Sie ab für Sie die Planung und Installation Ihrer neuen
Herbst Ihre neue Heizung mit einem Installateur Heizungsanlage. Als Technologien stehen Wärme-
aus Ihrer Region erstellen. Mit ausgewählten Part- pumpen mit Aussenluft oder Erdsonde sowie Fern-
nern hat IWB ein Installateurnetzwerk in der Nord- wärme und Wärmeverbünde zur Verfügung. Ab
westschweiz aufgebaut. Sommer 2020 bietet IWB die Wärmebox neu auch
mit Holzpellet-Heizkessel an. Zudem übernimmt
Das Netzwerk ist zugleich eine Garantie: Alle Part- IWB während der Vertragsdauer von 10 oder wahl-
ner wurden von IWB für sämtliche Systemmodule weise 15 Jahren auch den Betrieb und Unterhalt und
der Wärmebox zertifiziert. So ist sichergestellt, das technische Risiko (Vollkasko-Versicherung).
dass Ihre neue Heizung den hohen IWB-Standard
erfüllt. Der Weg zur Wärmebox beginnt entweder
mit einer Beratung bei einem der Partner-Installa- Mehr über die Wärmebox und Beratung unter:
teure oder direkt bei IWB. GLOBE iwb.ch/waermebox
energie & wasser 2 / 20 21ENERGIE & ICH
Was steckt hinter
Ihrer Heizung?
An einem sonnigen Sommertag ist es klar, wer die Wärme
bringt. Und in den kälteren Jahreszeiten? Die verbreitetsten
Heizungstypen in der Übersicht.
Text: Paul Drzimalla
Illustrationen: Patrizia Stalder
Die Vielseitige
Luft-Wärmepumpen nutzen Umge-
bungsluft und Elektrizität als Energie-
Die Urbane quellen – in Kombination mit einer
Photovoltaikanlage sind sie eine der
Fernwärme und Wärmeverbünde sind komfortable Wärmelösun- nachhaltigsten Lösungen überhaupt.
gen, da die Installationen wenig Platz und wenig Wartung benöti- Und sie können nicht nur heizen,
gen. Beide Typen erfüllen die Anforderungen des Basler Energie- sondern auch kühlen.
gesetzes. Zudem wächst das Basler Fernwärmenetz stetig.
Flexibel, wartungsfrei,
Komfortabel, kompatibel mit dem Basler Energiegesetz Energiekosten
Anschluss an Fernwärmenetz oder Wärmeverbünde benötigt Nicht überall möglich (Akustik)
4000
Allgemein mehr erneuerbare
4000
3500
und weniger fossile Energien
3500
3000
3000
Bruttoenergieverbrauch nach 2500
2500
Energieträger für Basel-Landschaft und 2000
2000
Basel-Stadt (in GWH) 1500
Quelle: Umweltbericht beider Basel
Heizöl: BS + BL 1500
1000
Heizöl: BS + BL 1000
Erdgas: BS + BL 500
Erdgas: BS + BL
Erneuerbare Energieträger: BS 500
+ BL 0
Erneuerbare Energieträger: BS + BL 0 2010 2012 2014 2016
2010 2012 2014 2016
22 energie & wasser 2 / 20ENERGIE & ICH
Die Regionale
Pelletsheizungen nutzen einen Energie-
träger, der quasi vor der Tür verfügbar ist:
Holz. Wo technisch möglich, gehören sie
zu den nachhaltigsten Wärmelösungen in
der Schweiz. Dank niedrigen Feinstaub-
werten wird kein Abgasfilter benötigt.
Regionaler Energieträger, nachhaltig
Platzbedarf (Pelletslager),
wartungsintensiv
Die Altbekannte
Gasheizungen sind in vielen Haushalten zu
finden. Hauptargument: das Gasnetz, das
den Brennstoffnachschub quasi garantiert.
Die Klimabilanz kann durch den Bezug von
Biogas und durch eine ergänzende solar-
thermische Anlage verbessert werden.
Verfügbarkeit in der Region Basel
Nicht erneuerbar, Heizungsersatz in
Basel-Stadt nur in Ausnahmefällen erlaubt
Die Ökologische
Erdsonden-Wärmepumpen funktionieren
gleich wie Luft-Wärmepumpen. Anstatt Um-
gebungsluft nutzen sie Erdwärme als zusätz- Die Fossile
liche Energiequelle. Der Wirkungsgrad und
die Klimabilanz sind dadurch noch besser. Ölheizungen sind noch
immer weit verbreitet, die
Flexibel, wartungsfrei, Energiekosten, Technik ist günstig und aus-
sehr nachhaltig, auch Kühlen möglich gereift. Die Klimabilanz des
Investitionskosten, nicht ü
berall möglich Energieträgers Erdöl ist schlecht,
(Erdsondenbohrung) durch die Kombination mit einer solarthermi-
schen Anlage lässt sie sich e twas verbessern.
Kostengünstig
Schlechteste Klimabilanz, Heizungsersatz in
Basel-Stadt nur in Ausnahmefällen erlaubt
energie & wasser 2 / 20 23Für mehr
Lebensqualität,
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Diese
Hitze!
Unsere Beziehung zur
warmen Jahreszeit ist
ambivalent: Kaum ist
sie da, wollen wir ihr
entkommen. Mit die-
sen vier Tipps klappt
die Abkühlung.
Text: Claude Beauge
Auf sich selbst
achten
Bevor Sie an Fächer, Eiskübel & Co den-
ken: Kühlung fängt am eigenen Leib an.
Lockere, weite Kleider aus dünnen Stof-
fen und, falls möglich, offene Schuhe Hilft unter anderem
Foto: Simon Havlik
tragen, wenig und nicht zu schwer es- gegen Hitze: baden
sen und vor allem: viel trinken. Und da- und viel trinken.
mit sind nicht Drinks mit Schirmchen
gemeint, sondern am besten Trinkwas-
ser, das in Basel in bester Qualität aus
der Leitung kommt. Wenn, dann Cooler baden
«Venti» Die Menschen in Basel haben es gut.
Wohnung kühl Neben vielen kleineren haben sie mit
Apropos: Die meisten Klimageräte ge- dem Rhein ein grosses und noch dazu
halten hen nicht nur ins Geld, sondern sind kostenloses Schwimmbad vor der
auch wahre Energiefresser und belas- Haustür. Nicht zu vergessen die vielen
Insbesondere wer in Altbauten wohnt, ten damit das Klima. Noch dazu wird Badebrunnen, die dank zweiwöchentli-
sollte die eigenen vier Wände tagsüber für Klimaanlagen eine Baubewilligung cher bis wöchentlicher Leerung und
möglichst dunkel halten und in der benötigt. Viel energiesparender ist der Reinigung stets wunderbar kühl sind.
Nacht lüften. Wenn nicht gerade Tro- gute alte Ventilator. Der bewegt zwar Tipp: Nach dem «Schwumm» nicht di-
pennächte herrschen, bleibt so die nur Luft, fördert so aber die Verduns- rekt abtrocknen (Grund siehe oben).
Temperatur zuverlässig auf einem an- tung auf der Haut, was kühlend wirkt. Und wenn, dann mit einem praktischen
genehmen Niveau. Ganz ohne teure Dafür muss er allerdings auch auf den Active Towel aus dem IWB CityCenter
Klimageräte. Körper gerichtet sein. (Adresse siehe Seite 27).
energie & wasser 2 / 20 25ENERGIE & ICH
Immer eine gute Figur
Ob Tag, ob Nacht, zu Land oder zu Wasser:
Diese Produkte aus dem IWB CityCenter
machen jederzeit Freude.
Text: Paul Drzimalla
Der Praktische
In vielen Haushalten liegt ein Kordel-
beutel vergessen in irgendeinem
Schrank. Zu Unrecht, denn er kann so
schön daherkommen: Der neue Beutel
von IWB ist aus hochwertiger Baum-
wolle gefertigt und mit Kunstleder ver-
stärkt. Innen nimmt ein praktisches
Reissverschlussfach auch kleine Gegen-
stände, die gerne verloren gehen, auf.
Foto: SimCla
Mit Tragehenkel auch als Tasche nutz-
bar. Und mit den klassischen Kordelträ-
gern als Begleiter für überallhin.
So schön kann praktisch sein!
Verfügbar ab August
Ca. 35 x 45 cm
CHF 19.90
Clever und immer dabei
Wer kennt das nicht? Der Tag dauert länger als erwartet,
und plötzlich fehlt für den Heimweg die Beleuchtung für Velo,
Scooter und Co. Mit der cleveren Multifunktionslampe pas-
Foto: SimCla
siert das nicht mehr. Nicht viel grösser als ein Stück Schokola-
de passt sie noch in die kleinste Tasche und ist immer dabei.
Zwei starke LEDs leuchten wahlweise weiss oder rot. Der inte
grierte Clip hält das Lämpchen an Hose oder Rucksack, das
mitgelieferte Gummiband auch an Lenker oder Anhängergriff. Verfügbar ab August
Erhältlich in Weiss und Schwarz, inklusive USB-Ladekabel. CHF 14.90
26 energie & wasser 2 / 20Aktion
Wickelfisch 10 % Rabatt
Foto: IWB
CHF 25.– Beim Kauf von zwei
oder mehr Produkten aus
dem Schwimmtaschen-
Gut gewickelt ist halb Sortiment
Da bleibt
geschwommen alles trocken
Inzwischen gehört er zu Basel wie der Rhein. Und genau dort Die praktischen Schwimmtaschen
fühlt er sich vermutlich am wohlsten: der IWB-Wickelfisch. von IWB sind genau das Richtige für
Sein geräumiges Inneres fasst alles, was es für einen Ausflug alle Wasserratten. Noch robuster und
mit «Schwumm» so braucht, und bringt es trocken von Steg praktischer als der Wickelfisch bietet
zu Steg. Und dank dem breiten, längenverstellbaren Trage- die grosse Variante wasserdichten
riemen lässt er sich bequem über der Schulter tragen. Kein und sicheren Stauraum für das nächste
Wunder, erobert der Wickelfisch immer neue Gewässer. Abenteuer. Die kleine Variante hat ein
praktisches Format für Geld, Handy
oder andere Wertsachen. Sie ist die
ideale Begleiterin in den Ferien oder
im Wickelfisch – für alle, die auf Num-
mer sicher gehen wollen.
Schwimmtasche
CHF 18.– (klein), CHF 27.– (gross)
Foto: SimCla
Der Urbane
Wer einen hat, weiss, wie praktisch Rucksäcke sind.
Ob Einkauf, Freizeit oder Büro: Sie sind immer dabei,
bieten Platz und zwei freie Hände. Das neue IWB-
Alle Produkte erhältlich
Modell ist zudem aus einem Stoff, der es in sich hat: im IWB CityCenter,
«Jeans Paper». Die natürliche Holzfaser ist nachhaltig
und zugleich extrem widerstandsfähig. Gleichzeitig Steinenvorstadt 14, 4051 Basel
bekommt sie im Gebrauch eine unverwechselbare
Used-Optik. So wird jeder Rucksack zum Unikat. Öffnungszeiten
Nicht wundern, wenn sich auf der Strasse plötzlich Mittwoch bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
alle umdrehen. Samstag von 10 bis 15 Uhr
Vom 20. Juli bis zum 1. August 2020 bleibt
das CityCenter geschlossen.
Verfügbar ab August
Ca. 37 x 31 x 11 cm GLOBE iwb.ch/citycenter
CHF 34.90
energie & wasser 2 / 20 27Auch ohne eigenes Dach möglich Gemeinsam die Kraft der Sonne nutzen. Mit Sonnenbox Crowd helfen Sie Solaranlagen auf den Dächern Basels zu errichten. iwb.ch/sonnenbox-crowd Aus eigener Energie.
RÄTSEL
Umweltausflug
ins Baselbiet
Machen Sie mit bei unserem Suchrätsel
Foto: Nick Mosimann
und gewinnen Sie mit etwas Glück
einen Ausflug mit einem Umweltexperten
an die schönsten Orte im Baselbiet. Und so gehts
Jeder Bildausschnitt auf der linken
Z U Seite ist irgendwo im Heft versteckt.
Sie haben das «Original» g efunden?
Dann notieren Sie die Seite, von
dem der Bildausschnitt stammt,
im Feld unterhalb des blauen Buch-
C K T stabens. Nach Seitenzahl sortiert
(von 1 bis 32), ergeben die Buchsta-
ben das Lösungswort.
Sie haben die Lösung?
Dann schnell einsenden! Unter allen
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4 x 2 Umweltausflüge ins Baselbiet
im Wert von je CHF 150.–. Die Tages-
tour findet am Samstag, 29. August
2020 für 8 Teilnehmer statt (vorbe-
H A hältlich BAG-Entscheide). 4 Gewin-
ner erhalten je 2 Plätze. Die Tour
dauert etwa acht Stunden und be-
inhaltet kurze, nicht anspruchsvolle
Spaziergänge.
L S Teilnahme per Postkarte
Senden Sie das Lösungswort
per Postkarte an:
Lösungswort IWB energie & wasser
Postfach
4002 Basel
Absender nicht vergessen!
Die Gewinnerin oder der Gewinner wird persönlich benachrichtigt. Teilnahmeberechtigt
sind alle, ausser Mitarbeitende von IWB sowie deren Angehörige. Es wird keine Korrespondenz
geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Lösung erscheint in der nächsten Ausgabe Teilnahme per Internet
von energie&wasser. Sie können das Lösungswort
auch online übermitteln unter:
Auflösung des letzten Rätsels GLOBE energie-und-wasser.ch
Die richtige Lösung des Preisrätsels in der Ausgabe vom März 2020 lautet: «Versorgung».
Der glückliche Gewinner eines FCB-Gutscheins im Wert von zwei Tickets mit Hospitality ist Teilnahmeschluss ist der
Claude Heitz (Arlesheim). Er wurde persönlich benachrichtigt. Wir gratulieren herzlich! 31. Juli 2020.
energie & wasser 2 / 20 29PROMENADE
Picknickfreunde
wissen: Draussen
schmeckts besser.
Ein Korb voll Freude
S
Die schönsten Freuden sind die ein- eine erste Mahlzeit nahm der Mensch ver
mutlich im Freien ein. Und auch wenn
fachsten, heisst es. Im Sommer kaum irgendwann Tisch, Stühle und vier Wände
dazukamen, so ist das Essen «al fresco» noch im-
zu toppen ist das Picknick. Drum ran an mer Kulturgut. Die Engländer haben das Picknick
kultiviert, die Franzosen ihm zuvor den Namen ge-
die Körbe und rauf auf die Decken! geben, und schon die alten Griechen und Römer
verabredeten sich zum Essen unter freiem Him-
mel. Da können es die Menschen in der Schweiz
Text: Paul Drzimalla von heute ihnen gut gleichtun.
30 energie & wasser 2 / 20PROMENADE
Ein kühles Plätzchen ber herstellen. Je nach Monat kann rund um die
Picknickdecke gleich Nachschub an Beeren und
Denn seien wir ehrlich: Wenn die glühende Sonne Blüten gesammelt werden. Getränke müssen nicht
am Zenit steht – wer will da nicht einfach die Glie- eiskalt sein, lauwarm entziehen sie dem Körper
der entspannen und gemütlich unter Bäumen sein weniger Energie. Auch warmer Tee passt gut zum
Essen zu sich nehmen? Der beste Ort für ein Pick- Sommer – wer sein Picknick «very british» auf den
nick ist, wie zu viktorianischen Zeiten, der Park. Nachmittag legt, kommt um ihn nicht herum. Last
Lassen Sie doch abends die Menschenmassen but not least sollte der Sonnenschutz nicht da-
ihre Einweggrills aufstellen – für Ihr Mittagessen heim bleiben: Creme, ein weiter Hut oder ein Son-
reichen eine Picknickdecke und ein paar kühle nenschirm, falls alle Schattenplätze belegt sind.
Happen. Die besten Plätze sind die ruhigen: nicht
der Stadtpark, sondern Grünanlagen eher etwas
ausserhalb wie die Kraftwerksinsel Birsfelden. Einmal Picknick zum Ausleihen
Noch weiter auszuschwärmen – etwa zu den
Burgen in Baselland – schadet auch nicht. In der Wer nun gar keine Picknickausstattung sein Eigen
Morgenfrische mit dem Velo ins Grüne radeln, nennt, braucht nicht sofort ins Warenhaus zu stür-
in der Mittagshitze bei Häppchen und Gekühltem zen. In und um Basel gibt es etliche Ausflugsziele,
ausspannen. die einen gefüllten Picknickkorb anbieten, der di-
rekt vor Ort genossen werden kann. Die Villa Meri-
an etwa oder das Museum Tinguely – wo zur kör-
Selbstgemachtes und Erfrischendes perlichen die kulturelle Nahrung kommt. Solche
bieten auch die Picknickkonzerte des Sinfonieor-
Womit das Wichtigste angesprochen ist: Speis und chesters Basel im Hof des Museums der Kulturen.
Trank. Natürlich wäre es bequem, sich fürs Picknick Dort muss der Korb zwar selbst mitgebracht wer-
kurz vorher beim Supermarkt auszustatten – doch den, der Eintritt ist hingegen frei. Frei wie ein Som-
geht so ein grosser Teil Spass verloren. Selbstge- mertag an der frischen Luft, ohne Sorgen und Ter-
machte Sandwiches und leichte Salate sind perfek- mine, dafür mit einem Korb voll Lebensfreude. Passen einfach zuei-
nander: der Ausflug
te Begleiter. Saucen und Chutneys lassen sich, gut
und das Picknick.
abgefüllt und kühl gelagert, soger mehrmals ver-
wenden. Abfall vermeidet man dabei ebenfalls.
Vorportionieren und kühlen vermeidet Food
Waste, schnell Verderbliches wie Speisen mit ro-
hen Eiern bleibt am besten daheim. Ach ja: Dass
Wegwerfgeschirr nicht nur stillos ist, sondern auch
die Natur belastet, die man beim Picknicken zu ge-
niessen gedenkt, sollte einleuchten.
An Getränken darf es im Sommer nicht fehlen.
Foto: Nikada/iStock
Idealerweise sind sie nicht zu stark gezuckert und
non-alkoholisch, davon hat der Körper in der Hitze
am meisten. Limonaden lassen sich aus Sirup sel-
Foto: Basel Tourismus
Picknickkörbe auf Voranmeldung:
GLOBE villa-merian.ch
GLOBE tinguely.ch
Foto: Cora Beck
Picknicken lässt sich's
auch «urban» – etwa Konzerte-Programm:
im Museum Tinguely. GLOBE mkb.ch
energie & wasser 2 / 20 31Damit es Ihnen auch jetzt
EINBLICK
RUBRIK
zuhause an nichts fehlt
«Wir sorgen für Ihre Sicherheit»
Interview mit
Matthias A. Wirz,
Geschäftsführer
Home Instead Basel
Herr Wirz, erzählen Sie von Ihren Erfahrungen
während dieser Ausnahmezeit …
Matthias A. Wirz: Ältere Menschen sind durch das
Coronavirus speziell gefährdet. Als grösste private Be
treuungsorganisation verfügen wir über die Erfahrung, die
Kompetenz und die Ressourcen, um in dieser herausfor
dernden Situation Unterstützung zu leisten. Wir sorgen
(Dieses Bild ist eine Archivaufnahme – in der aktuellen Situation für die Sicherheit der Kunden, einerseits mit möglichst
werden die geltenden Schutzmassnahmen eingehalten) wenig Bezugspersonen im Einsatz, anderseits auch für die
Angehörigen, welche wir mit unserem Einsatz entlasten.
Wie sieht bei Ihnen ein klassischer Dienst aus?
Ihre individuelle In den Morgenstunden wird unser Angebot der Grund
pflege sehr geschätzt, wobei unsere Kunden vom Bett
und zuverlässige aufgenommen, gewaschen und angezogen werden. Im
Anschluss ein feines Frühstück gerichtet und beispiels
Seniorenbetreuung
weise aus der Tageszeitung vorgelesen wird. Die Mittags
dienste sind sehr beliebt. Das heisst, wir gehen einkaufen
und wenn möglich kochen und essen wir zusammen.
zuhause. Diese Tätigkeiten geben dem Alltag eine Struktur.
Wie soll ich mir einen Ablauf vorstellen,
wenn ich Unterstützung wünsche?
Uns ist es wichtig, schnell zu reagieren. Sie rufen an und
Wir sind rund um die Uhr für Sie da. wir werden innerhalb von 24 Stunden zu einem kosten
losen und unverbindlichen Beratungsgespräch vorbei
kommen – dieses wird heute teilweise auch telefonisch
Rufen Sie uns an für ein unverbindliches geführt. Gemeinsam schauen wir, welche individuellen
und kostenloses Beratungsgespräch: Bedürfnisse wir in der Betreuung sinnvoll finden und
übernehmen können. Uns ist es wichtig, dass die Senioren
Tel. 061 205 55 77 das Programm bestimmen und nicht wir. Der Start kann
bereits nach 48 Stunden erfolgen oder wenn es brennt
manchmal auch noch schneller.
Was kennzeichnet gute Betreuung?
Dass der Kunde und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt
stehen und die Betreuung rasch und unkompliziert
starten kann. Die Dienstleistung muss flexibel ausge
baut oder reduziert werden können. Wichtig ist auch,
dass die Betreuungspersonen gut zum Senior passen.
Damit eine Beziehung entstehen kann, setzen wir immer
die gleichen Mitarbeitenden ein. Unser Ziel ist es, die
Lebensqualität älterer Menschen, aber auch jene von
betreuenden Angehörigen zu erhöhen.
energie & wasser 1 / 19Sie können auch lesen