Fokus Schule Übertritt - Ausgabe 3 2017 / 2018 - SekZH

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Fokus Schule Übertritt - Ausgabe 3 2017 / 2018 - SekZH
Fokus Schule
Ausgabe 3 2017 / 2018

Übertritt

Bildungstage
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Schulische Heilpädagogik
Diese Unterstützung erwarten Lehrpersonen.
Fokus Schule Übertritt - Ausgabe 3 2017 / 2018 - SekZH
Impressum
Erscheint 4 mal pro Jahr, jeweils September / Dezember / März / Juni.
Nächster Redaktionsschluss: Freitag, 1.6.2018
Auflage: 1 800 Exemplare
Druck und Versand: Mattenbach AG, Winterthur
Redaktion FOKUS SCHULE: redaktion@sekzh.ch
Anna Durmaz, Florastrasse 2, 8400 Winterthur,
Layout: Markus Lüthi, www.luethidesign.ch
Brunnacker: Beni Diener
Cartoon: Christof Stückelberger, christof@stueckelberger.ch
Illustration Titelblatt: Ursina Lanz

Adressen SekZH
Sekretariat: SekZH, Hagenwies 32, 8308 Illnau, Telefon 044 202 03 04
Präsident: Dani Kachel, dkachel@sekzh.ch, Telefon 052 535 81 82, Mobile 076 382 47 55
Gewerkschaftliches: Pierre Bonhôte, pbonhote@sekzh.ch
Beratungsdienst: Thomas Derrer, 079 503 73 21, tderrer@sekzh.ch
Sylvia Donzé, Mobile 079 405 23 27, sdonze@sekzh.ch
Jürg Freudiger, Mobile 079 479 67 01, jfreudiger@sekzh.ch

Dienstleistungen SekZH
Berufsrechtsschutz-Versicherung:
Für Ordentliche Mitglieder im Jahresbeitrag inbegriffen (ohne Basismitglieder).
Zusätzliche Familien-, Privat- und Verkehrs-Rechtschutzversicherung: Jahresbeitrag Fr. 210.–
Verlag SekZH: Martin Tischhauser, Tösstalstrasse 52, 8483 Kollbrunn,
Telefon 044 713 04 70, Fax 044 713 21 61, mtischhauser@sekzh.ch
Unsere Website: www.sekzh.ch
Mitgliederkontrolle: SekZH, Hagenwies 32, 8308 Illnau,
Telefon 044 202 03 04, info@sekzh.ch
Fokus Schule Übertritt - Ausgabe 3 2017 / 2018 - SekZH
Inhalt
    Liebe Kollegin und lieber Kollege

                                       Meine Schülerinnen und Schüler stellen ziemlich selten Fragen zur Gram-
                                       matik. Als sich im BM 1-Vorbereitungskurs jemand nach dem Unterschied
                                       zwischen der ing-Form und dem Present continuous erkundigte, muss-
                                       te ich hinter dem Lehrerpult zuerst einmal nach Luft schnappen.
                                       An der Pädagogischen Hochschule hatte ich mir sagen lassen, dass Gram-
                                       matik- und Voci im Sek-1-Englisch nur 40 Prozent des Unterrichts aus-
    machen sollten. Deshalb hatte ich ernsthaft angenommen, dass sich sämtliche Arten von ing-Formen in
    den Schülerhirnen festsetzen würden. So naiv können Studierende sein.
    Es kommt noch schlimmer. Als autoritätsgläubige Bürgerin bin ich davon ausgegangen, dass das Schweizer
    Bildungssystem über grobe Fehler erhaben ist. Nie hätte ich gedacht, dass der Sekundarschulstoff mitsamt
    seinen obligatorischen Lehrmitteln nicht exakt auf die Anforderungen der Mittelschule abgestimmt ist.
    Die VSGYM-Tagung im vergangenen Herbst hat mir gezeigt, dass die mangelnde Passung des Sek- und
    Gymi-Lehrstoffs eine Facette eines komplexen Problems ist. Auch die Übertrittsverfahren von der Volks-
    schule an die Maturitätsschulen sind (noch) nicht einheitlich. Nun liegt ein neuer Vorschlag auf dem Tisch.
    Lust auf Details? Blättern Sie um.
    An der Tagung der Verbände und Hochschulen am 19. Januar traf man sich nicht nur im Hörsaal der PHZH,
    sondern auch an den Steh-Tischen zum Steh-Kaffee und Steh-Lunch. An «unserem» Tisch wurde über die
    Rolle von Heilpädagoginnen und Heilpädagogen in der Oberstufe diskutiert. Die unterschiedlichen
    Gesprächsbeiträge veranlassten uns, das Thema weiter zu verfolgen. Lesen Sie mehr darüber auf Seite 15.
    Last but not least: Der Frühling bringt neben Blumen im Garten auch Pensengespräche und Änderungs-
    kündigungen. Wir von der Redaktion wünschen allen Betroffenen gute Nerven und Geistesgegenwart
    beim Verhandeln.

    Herzliche Grüsse
    Natalie Thomma, Redaktion Sek ZH

 4 Übertritt in die Mittelschulen
    Die Sek ZH engagierten sich für das neue Übertrittsverfahren und sind mit dem Resultat zufrieden.

10 Bildungstage
    Die Kommissionen bieten Leckerbissen für deine persönliche Weiterbildung.

15 Schulische Heilpädagogik
    Die Erwartungen der Lehrpersonen an die Fachleute sind sehr hoch.

    Rubriken
    16   Der Experte
    17   Standpunkt
    18   Brunnacker
    19   Aus dem Verlag                                                        Quicklink
                                                                               www.sekzh.ch
                                                                               Dieses Symbol signalisiert, dass
                                                                               auf unserer Website ergänzende
                                                                               Informationen zu finden sind.

                                                             Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018              3
Die SekZH
gestalten den Übertritt an die Mittelschulen aktiv mit
Kaspar Vogel, Vizepräsident SekZH

Ein neues Aufnahmeverfahren an die Maturitätsschulen liegt zur Vernehmlassung vor. Es soll für die Mittelschulen mit
Schuljahresbeginn 2019/2020 gelten.

                    Die Aufnahmeverfah-        Auszüge aus dem Bericht über das Vorprojekt
                    ren an die verschiede-     Prüfungsanforderungen (bisher: An­ Prüfungszugang
                    nen Maturitätsschulen      schlussprogramm)                        Zugang zur ZAP (2 und auch 3) haben alle
                    sind zurzeit nicht kohä-   Die Prüfungsanforderungen für alle Prü- Sek A-Schüler/innen. Schüler/innen aus
                    rent. Die Prüfungszeit-    fungsfächer basieren auf den Kompeten- der Sek B benötigen eine schriftliche
punkte sind uneinheitlich. Zudem gel-          zen gemäss Lehrplan 21 (Stand Ende ers- Empfehlung ihrer Klassenlehrperson für
ten unterschiedliche Regelungen, wel-          tes Semester, zweite Sekundarklasse).   den Zugang an die ZAP.
che Aufnahmeprüfungen bei Bestehen
auch die Zulassung zu einem anderen            Prüfungstermin                               Prüfungsform
Mittelschultyp ermöglichen. Auch be-           Die ZAP 3 für die berufsbezogenen            Auf die mündliche Prüfung für Grenzfäl-
schloss der Kantonsrat, dass die Vorleis-      Maturitätsschulen FMS, IMS und BM 1          le wird künftig verzichtet, da sie einerseits
                                                                                                                                             Übertr
tungen der Schüler/-innen «angemessen          findet in der gleichen Woche, aber nicht     an den jeweiligen Schulen nicht einheit-
                                                                                                                                             9/17
zu berücksichtigen» seien.                     am gleichen Tag, statt wie die ZAP 2         lich gehandhabt wird und andererseits
Der Bildungsrat – die beratende Kommis-        (Übertritt ins Kurzgymnasium bzw. in         mit erheblichem personellem Aufwand
sion der Bildungsdirektion – lancierte         die HMS).                                    verbunden ist. Neu werden die Vorleis-
deshalb das Projekt «Übertrittsverfahren
an die verschiedenen Mittelschulen im          Das Aufnahmeverfahren auf einen Blick
Kanton Zürich». Der Auftrag lautete, das
System des Übertritts umfassend zu                                                   Kurzgymnasium                              HMS
überarbeiten. Bis im Oktober 2016 wur-          Prüfungstyp                                 ZAP 2 (einheitlich für KG und HMS)
den unter Einbeziehung der Vertreterin-
nen und Vertretern aus dem Arbeitsfeld
                                                Anschlussprogramm                 Kompetenzen LP 21, Stand Ende 1. Semester 2. Sek
Schule Lösungsideen für ein kohärentes          Termin                                                                                 März ca. KW
System der Übertrittsverfahren und Auf-
                                                                                ƒ mit Einbezug der Vorleistungen:              Sek A: alle Prüfung
nahmebedingungen entwickelt. Der
Zwischenbericht wurde vom Bildungs-                                                                                            Sek A: sofern die P
rat anerkennend zur Kenntnis genom-                                             ƒ ohne Einbezug der Vorleistungen:             Sek A: sofern nicht
                                                Prüfungszugang
men und legte zuhanden des Hauptpro-                                                                                           Anforderungsstufe
jekts die Eckwerte fest. Im darauffolgen-                                                                                      Sek B: nur mit schr
den Hauptprojekt wurde das neue Reg-
                                                                                                                               Privatschulen
lement für den Übertritt sowie die die
notwendigen           Umsetzungsarbeiten        Prüfungsform                                                                                nur sch
(Anschlussprogramme, Anmeldeverfah-             Prüfungsfächer                                                                          Deutsch un
ren etc.) erarbeitet.
Die Sek ZH war im Vor- und im Hauptpro-         Vorleistungen (VL)                               Noten Januar-Zeugnis in Deutsch, Mathem
jekt massgeblich beteiligt. Kaspar Vogel                                                                                   und Zeugnisb
hatte Einsitz in der Begleitgruppe. Nico                                        ƒ mit Einbezug Vorleis-            ƒ mit Einbezug Vorleis-
Sieber, Jana Gürth, Christoph Barandun                                            tung:                              tung:
und Martin Spaltenstein begleiteten und
                                                                                  Ø 50% ZAP + 50% VL                 Ø 50% ZAP + 50% VL
begutachteten die Erarbeitung der Prü-          Bestehensnorm                     = mind. 4.75                       = mind. 4.5
fungsanforderungen (bisher Anschluss-
programm) und der neuen Aufnahme-                                               ƒ ohne Vorleistung:                ƒ ohne Vorleistung:
prüfungen ZAP 2/ZAP 3.                                                            Ø ZAP = mind. 4.5                  Ø ZAP = mind. 4.25
Das neue «Aufnahmeverfahren an die                                              ZAP-Note         = Ø (nicht gerundet) aus Ø beider Not
Maturitätsschulen des Kantons Zürich»
                                                                                Note Vorleistung = Ø (nicht gerundet) aus Noten im Janu
liegt nun zur Vernehmlassung vor. Es ist        Rundungsregel
                                                                                                   (je 1/6)
geplant, dass dieses erstmals für den Über-
tritt in die Mittelschulen mit Schuljahres-                                     Gesamtergebnis = Ø aus ZAP-Note und Vorleistungsno
beginn 2019/2020 zur Anwendung kommt.          ZAP: Zentrale Aufnahmeprüfung, HMS: Handelsmittelschule, KG: Kurzgymnasium, IMS: Informatikmittelsch

  4         Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018           Fokusthema
die Einschätzung der Sekundarlehrpersonen bezüglich Eignung einer Schüle-
                                                         rin bzw. eines Schülers für eine Mittelschule bzw. einen Mittelschultyp in ho-
                                                         hem Masse.

              tungen miteinbezogen, wodurch trotz                                            8.3%
              Abschaffung der mündlichen Prüfung der                                  8.3%                        25.0%
              prognostische Wert bezüglich des Erfolgs
              in der Probezeit sogar verbessert wird.
                                                                                   8.3%
              Prüfungsfächer
              Für die beiden Zentralen Aufnahmeprü-                                8.3%
              fungen (ZAP 2 und ZAP 3) sind Deutsch
              und Mathematik Prüfungsfächer mit je
                                                                                      8.3%                        25.0%
              einem Anteil von 50 Prozent an der Prü-
              fungsnote. Auf Französisch und/oder auf                                        8.3%
              Englisch als Prüfungsfach wird verzichtet.
                                                                 Mathematik Aufnahmeprüfung               Deutsch Aufnahmeprüfung
              Einbezug der Vorleistungen                       Mathematik Erfahrungsnote                      Deutsch Erfahrungsnote
              Die Vorleistungen werden nur bei Sek
                                                               Französisch Erfahrungsnote                     Englisch Erfahrungsnote
              A-Schüler/innen miteinbezogen, die in
              den Prüfungsfächern in der Anforde-              Naturwisschenschaften Erfahrungsnote Lernverhalten Zeugniseintrag
              rungsstufe I unterrichtet werden. Bei
                                                          Zusammensetzung der ZAP-Beurteilung aus Aufnahmeprüfung (50%) und Erfahrungsnote bzw.
              allen anderen werden die Vorleistungen
                                                          Lernverhalten (50%)
                                                      Zusammensetzung      der ZAP-Beurteilung aus Aufnahmeprüfung (50%) und Grafik           ZVG
                                                                                                                                        Erfahrungsnoten bzw.
              nicht einbezogen. Für sie zählt nur die
 rittsverfahren Mittelschulen                         Arbeits- und Lernverhalten (50%)
              schriftliche Prüfung.
              Als Vorleistungen einbezogen werden klusiv Geometrie), Französisch, Englisch zählen, sowie die sechs Aspekte des
                                  Variante
              aus dem Januar-Zeugnis          3: inEinbezogen
                                        die Noten                       wird die Gesamtbeurteilung
                                                          und Naturwissenschaften, welche zu den «Arbeit- der        Klassenlehrperson
                                                                                                                und Lernverhaltens»     im Zeug- der Sekundar-
              den Fächern Deutsch, Mathematik (in-    schule    in der
                                                          Fächern  Form     einer Empfehlung (analog
                                                                       HarmoS-Bildungsstandards                   zur Regelung
                                                                                                      nis für die Sekundarstufe.       in den Kantonen
                                                                                                                                   Die Vorleistun-
                                                      Thurgau und St. Gallen). Diese Variante wurde bereits beiSechstel
                                                                                                      gen  errechnen   sich zu je einem    der letzten Revi-
                                                                                                      aus den fünf Fächernoten und der in eine
                                                      sion des Übertrittsverfahrens im Kanton                  Zürich (2010) in die Vernehmlassung
                                                                                                      Note umgewandelten vierstufigen Be-
                 IMS                           FMS gegeben, von den BM             1
                                                                                Lehrpersonen        –urteilung
                                                                                                       insbesondere          vonund
                                                                                                                  des «Arbeits-     den   betroffenen Sekun-
                                                                                                                                      Lernverhal-
                            ZAP 3 (einheitlich für alledarlehrpersonen
                                                        drei Schultypen) – aber vehement tens».       abgelehnt. Dementsprechend hat auch der
                  Kompetenzen LP 21, Stand Ende Bildungsrat   2011
                                                     1. Semester      von dieser Form des Einbezugs der Vorleistungen abgese-
                                                                 3. Sek               Bestehensnorm
W 10 oder 11                                    hen. In den beiden Hearings im April  Die 2016     wurde diese
                                                                                          ZAP 2 entscheidet  über den Variante
                                                                                                                        Zutritt ins von den
                                                Lehrpersonen wiederum mit Nachdruck
gsfächer in Anforderungsstufe I, sofern sie in Anforderungsstufen unterrichtet werden
                                                                                              abgelehnt.
                                                                                      Kurzgymnasium     und in die HMS, die ZAP 3
                                                                                      über den Zutritt in die FMS, in die IMS und
Prüfungsfächer nicht in Anforderungsstufen unterrichtet werden                        in Juni
                                                                                         die BM2016
                                                                                                 1. Das Bestehen   der ZAP22 be-
                              Die Bildungsdirektorin hat in der Aussprache vom                           die Variante          gemäss «Zür-
t alle Prüfungsfächer in Anforderungsstufe I besucht wurden, obwohl sie in            rechtigt nicht zum Zutritt an die FMS, IMS
 I angeboten wurden           cher Modell» als Eckwert definiert.                     oder BM 1. Für alle berufsorientierten Mit-
riftlicher Empfehlung der Sek-Klassenlehrperson
                              Die Teilnehmenden am zweiten Hearing vom 29.telschulen    September (einschliesslich HMS) gilt eine
                                                                                                          2016 stimmen dem Modell in
                                                                                                    Bestehensnorm von 4.5 (Durchschnitt
                                    diesem Punkt einstimmig zu.                                     aus Notendurchschnitt ZAP und Vorleis-
hriftlich                                                                                           tungen). Können die Vorleistungen nicht
nd Mathematik                                                                                       einbezogen werden, gilt eine Bestehens-
                                                                                                    norm von 4.25 (Notendurchschnitt ZAP).
matik (inklusive Geometrie), Französisch, Englisch, Naturwissenschaften                             Für den Übertritt ins Kurzgymnasium ist
beurteilung in «Arbeits- und Lernverhalten»                                                         ein Notendurchschnitt von 4.75 erforder-
                                   ƒ mit Einbezug Vorleistung:                                      lich (4.5 ohne Vorleistungen). Mit der Er-
                                     Ø 50% ZAP + 50% VL = mind. 4.5                                 höhung des erforderlichen Gesamt-
                                                                                                    durchschnitts kann die Benotung der ZAP
                                   ƒ ohne Vorleistung:                                              näher beim Niveau der Vornoten liegen.
                                     Ø ZAP = mind. 4.25

 ten aus ZAP Deutsch (nicht gerundet) und Note aus ZAP Mathematik (nicht gerundet)
  uar-Zeugnis in fünf Fächern und umgewandelte Note «Arbeits- und Lernverhalten»

 ote, gerundet auf zwei Stellen nach dem Komma
 hule, FMS: Fachmittelschule, BM 1: Berufsmatur, LP: Lehrplan                       Grafik: ZVG

                                                                             Fokusthema Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018                5
Zwölf Fragen zum neuen Aufnahmeverfahren
Nico Sieber und Kaspar Vogel

Bena Keller, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Reto Givel, Leiter Mittelschulen in der Bildungsdirektion Zürich neh-
men als Projektleitende der Übertrittsverfahren an die verschiedenen Maturitätsschultypen Stellung zu den wichtigsten
Änderungen.

                                             Hauptziel ist ein transparentes und ein-      Französisch hat im Aufnahmeverfahren
                                             faches Aufnahmeverfahren von hoher            weiterhin eine Bedeutung: Die Note im
                                             Qualität – damit möglichst viele Schü-        Fach Französisch macht einen Sechstel
                                             ler/-innen möglichst schnell in den für sie   der Vorleistungen aus.
                                             richtigen Ausbildungslehrgang kommen.         Die Funktion der Zentralen Aufnahmeprü-
                                             Dazu gehört unter anderem, dass es zwi-       fung besteht nicht darin, die Bedeutung
Warum wird das Aufnahmeverfahren             schen den verschiedenen Aufnahmever-          eines Faches zu stärken. Vielmehr muss
schon wieder geändert, nachdem es            fahren nur noch dort Unterschiede gibt,       die Zentrale Aufnahmeprüfung möglichst
vor vier Jahren erst angepasst wurde?        wo diese gut begründbar sind.                 valide selektionieren. Eine externe Studie
Der Kantonsrat hat im April 2015 beschlos-   Weshalb braucht es überhaupt eine             hat gezeigt, dass der Prognosewert der
sen, dass für die Aufnahme ans Kurzgym-      Aufnahmeprüfung? Reichte nicht eine           Mathematik- und Deutsch-Prüfung we-
nasium die Vorleistungen «angemessen         Empfehlung des Sekundarlehrers?               sentlich höher ist als derjenige der Fran-
zu berücksichtigen» sind. Die Tatsache,      Der Kanton Zürich hat die Zentrale Auf-       zösisch-Prüfung.
dass die Übertrittsverfahren aus der Se-     nahmeprüfung eingeführt, damit die Se-        Ausserdem ist schwer begründbar,
kundarstufe an die verschiedenen Matu-       lektionshürde für alle Schüler/-innen die     warum Französisch geprüft werden soll,
ritätsschulen sehr unterschiedlich sind,     gleiche ist.                                  nicht aber Englisch und naturwissen-
hat den Bildungsrat im November 2015         Warum kann man nicht eine Ab­                 schaftliche Fächer. Die Bedeutung von
dazu veranlasst, den Prozess einer umfas-    schlussprüfung in der Sekundarschu­           Französisch als Unterrichtsfach wird
senden Überarbeitung in Gang zu setzen.      le durchführen, welche bei guten Leis­        damit nicht hinterfragt.
Was ändert sich gegenüber dem be­            tungen eine Aufnahme ins Kurzgym­             Bestehen nicht immer weniger Ju­
stehenden Aufnahmeverfahren?                 nasium zuliesse?                              gendliche die Probezeit, wenn jetzt
Neu gibt es nur noch zwei verschiedene       Vor einigen Jahren gab es einen parla-        auch noch die Französischprüfung ab­
Aufnahmeprüfungen aus den Sekundar-          mentarischen Vorstoss, der die Abschaf-       geschafft wird?
schulen in die Maturitätsschulen, näm-       fung der Aufnahmeprüfung forderte. Der        Dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Der
lich eine für Kurzgymi und HMS (ZAP 2)       Kantonsrat hat sich aber für die Beibehal-    vergleichsweise geringe Prognosewert
und eine für BM, IMS und FMS (ZAP 3).        tung der Aufnahmeprüfung entschieden.         der Französischprüfung legt sogar eher
Beide Prüfungen finden im Frühling statt     Eine Abschaffung der Aufnahmeprüfung          das Gegenteil nahe.
(Kalenderwoche 10/11).                       stand im Zusammenhang mit dem aktu-           Warum wurde an der prüfungsfreien
Neu gibt es für die an die Sekundarschu-     ellen Projekt nicht zur Diskussion.           Wiederholung der Probezeit festge­
le anschliessenden Maturitätslehrgänge       Weshalb werden so viele Fächer für            halten?
anstelle von sieben Aufnahmereglemen-        die Vorleistungen berücksichtigt?             Bei der Erarbeitung der neuen Aufnah-
ten nur noch eine Aufnahmeverordnung.        Die Allgemeinbildung ist in sämtlichen        meverordnung wurden verschiedene
Die Anschlussprogramme wurden eben-          Maturitätslehrgängen von grosser Be-          Änderungen der Probezeitregelung dis-
falls überarbeitet, anstelle der drei An-    deutung. Die Breite der bei den Vorleis-      kutiert. Schliesslich hat man sich dafür
schlussprogramme sind die Prüfungsan-        tungen berücksichtigten Fächer wider-         entschieden, die Aufnahmeverordnung
forderungen neu in einem Dokument zu-        spiegelt dies.                                nicht mit Änderungen zu überladen.
sammengefasst.                               Warum erhält das Lern- und Arbeits­           Vor einer allfälligen Änderung der Pro-
Schriftliche Prüfungen gibt es nur noch      verhalten Gewicht im Aufnahmever­             bezeitregelung sollen die Massnahmen
in Deutsch und Mathe. Es wird nicht          fahren? Im Gymi zählt ja nur die Prü­         der Gymnasien gegen die hohe und von
mehr mündlich geprüft und Französisch        fungsleistung.                                Schule zu Schule unterschiedliche An-
fällt als Prüfungsfach weg.                  Das Lern- und Arbeitsverhalten hat sehr       zahl Probezeitaustritte ihre Wirksamkeit
Bei den Vorleistungen zählen: Mathe,         wohl einen Einfluss auf die Prüfungsleis-     unter Beweis stellen dürfen.
Deutsch, Französisch, Englisch, Natur        tung. Erfahrungsgemäss kann es aus-           Wenn auch das Arbeits- und Lernver­
und Technik, sowie das Arbeits- und          schlaggebend dafür sein, ob eine Schü-        halten zu den Vorleistungen gezählt
Lernverhalten.                               lerin oder Schüler am Gymnasium lang-         wird, werden die Eltern noch mehr
Neben diesen grössten Änderungen gibt        fristig reüssiert.                            Einfluss auf die Arbeit der Lehrperso­
es auf Verordnungsebene weitere An-          Für Lehrbetriebe ist das Lern- und Arbeits-   nen zu nehmen versuchen.
passungen, beispielsweise hat man mit        verhalten bei der Auswahl ihrer Lernen-       Den Sekundarlehrpersonen steht für die
einer bestandenen ZAP 2 keinen Zugang        den seit langem ein wichtiger Faktor.         Bewertung des Lern- und Arbeitsverhal-
mehr zu ZAP 3-Lehrgängen.                    Weshalb fällt die Französischprüfung          ten ein feingliedriger Kriterienkatalog zur
Was soll sich mit dem neuen Aufnah­          weg? Besteht da nicht die Gefahr, dass        Verfügung. Insofern ist diese Bewertung
meverfahren verbessern?                      dieses Fach an Bedeutung verliert?            mit der Bewertung von mündlichen Fach-

  6         Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018         Fokusthema
kompetenzen vergleichbar. Wir sind über-        einem harmonisierten Aufnahmever­            zweite oder an die dritte Sekundarschu-
zeugt, dass sich die Sekundarschullehr-         fahren zu passenden Schüler/-innen?          le anschliesst.
personen dem möglichen Versuch einer            Um den verschiedenen Anforderungs-           Ob eine Ausbildung zu den Schüler/-in-
Einflussnahme professionell widersetzen.        niveaus gerecht zu werden, gelten für        nen passt, hängt aber nicht nur von deren
Bisher waren die Prüfungen der ver­             das Kurzgymnasium höhere Bestehens-          Leistungsfähigkeit ab. Ebenso entschei-
schiedenen Anschlussschulen auf die             normen als für BM, FMS, HMS und IMS.         dend sind deren Interesse und deren Er-
Bedürfnisse der einzelnen Ausbildun­            Die Unterscheidung in ZAP 2 und ZAP 3        wartungen an den Ausbildungslehrgang.
gen zugeschnitten. Wie kommen die               berücksichtigt ausserdem, ob die ent-        Hier ist nicht das Aufnahmeverfahren,
sehr unterschiedlichen Schulen mit              sprechende Maturitätsschule an die           sondern die Berufsorientierung gefordert.

Aufnahmeverfahren
an die Maturitätsschulen des Kantons Zürich
Auszug aus der Vernehmlassungsant­              ges von Sekundarlehrpersonen durch das       Bestehensnorm: Die Prüfung zur Aufnah-
wort der SekZH (vorbehältlich Abnah­            Mittelschul- und Berufsbildungsamt gere-     me ins Kurzgymnasium ist bestanden,
me an der DV III).                              gelt werden. Der Einsatz von Sekundar-       wenn das Mittel aus Prüfungsnote und den
                                                lehrpersonen erachten wir weiterhin als      Vorleistungen mindestens 4.75 und ohne
Die Sek ZH sind mit folgenden Punk­             sehr notwendig. Einerseits können Sekun-     Vorleistungen 4.5 beträgt. Die Aufnahme-
ten völlig einverstanden:                       darlehrpersonen sonst gar nie erfahren,      prüfung für HMS, IMS, FMS und BMS ist
Aufnahmeprüfung mit Aufnahmever­                wie andere Schüler/-innen die Prüfung ge-    bestanden, wenn das Mittel aus Prüfungs-
fahren: Zukünftig soll die Aufnahme an          löst haben. Dies ist nur schon zur           note und den Vorleistungen mindestens 4.
sämtliche Maturitätsschulen (Kurzgymna-         «Eichung» des eigenen Bildes notwendig.      5 und ohne Vorleistungen 4.25 beträgt.
sien, HMS, IMS, FMS, BM 1, BM 2, Liceo artis-   Auf der anderen Seite muss auch die Er-      Kein prüfungsfreier Übertritt ZAP 2 nach
tico, K+S Klasse) im Anschluss an die zweite    fahrung der abgebenden Stufe im Prü-         ZAP 3: Bisher bestand teilweise die Mög-
beziehungsweise dritte Klasse der Sekun-        fungsverfahren und auch in der -korrektur    lichkeit von einer «ZAP 2-Schule», insbe-
darstufe in einer einheitlichen Verordnung      einbezogen werden.                           sondere von den gymnasialen Maturitäts-
geregelt wer­den.                               Vorleistungen: Bei Schüler/-innen, die       schulen, prüfungsfrei in eine «ZAP 3-Schule»
Zentrale Aufnahmeprüfungen: Die Ma-             zum Zeitpunkt der Anmeldung die zwei-        zu wechseln. Weder bei der Aufnahme in
turitätsschulen führen jeweils eine einheit-    ten oder dritten Klasse einer öffentlichen   die ersten Klasse noch danach soll dies
liche ZAP 2 beziehungsweise ZAP 3 durch.        zürcherischen Sekundarstufe in der Ab-       künftig prüfungsfrei möglich sein. Dieses
Anmeldung für Schüler/-innen der Ab­            teilung A besuchen und die sämtliche         Anliegen unterstützen wir zugunsten der
teilung B der Sekundarschule: Schü­ler/-        Vorleistungsfachbereiche in der Anfor-       abnehmenden Schulen. Für die Sekundar-
innen, welche die Abteilung B der Sekun-        derungsstufe I, sofern angeboten, absol-     schulen wäre dies keine Notwendigkeit.
darschule besuchen, benötigen neu die           vieren, werden beim Entscheid über die
Empfehlung der Klassenlehrperson, um            Aufnahme Vorleistungen berücksichtigt.       Die Sek ZH sind mit folgenden Punk­
an die Aufnahmeprüfung zugelassen zu            Diese bestehen aus den Fachbereichen         ten gar nicht einverstanden:
werden.                                         Deutsch, Mathematik, Französisch, Eng-       Kostenlose Anmeldung: Für die Anmel-
Prüfungstermine: Die Prüfungen finden           lisch, Natur und Technik sowie aus dem       dung an einen Teil der Maturitätsschulen
neu für sämtliche Maturitätsschulen im          Arbeits- und Lernverhalten.                  wurde bisher eine Gebühr verlangt. Die
Frühling, in der Regel im März, statt. Der      Beurteilung des Arbeits- und Lernver­        SekZH lehnen ab, dass für die Anmeldung
einheitliche Termin vereinfacht die Prü-        haltens: Die vierteilige Beurteilung der     zur Aufnahmeprüfung künftig keine Ge­
fungsvorbereitung in den Sekundarschu-          Teilkompetenzen des Arbeits- und Lern-       bühren mehr erhoben werden sollen. Eine
len erheblich.                                  verhaltens wird in die Noten 3 (ungenü-      einmalige Ein­schreibgebühr von 20 Franken
Prüfungsform: Künftig soll auf eine münd-       gend) bis 6 (sehr gut) umgerechnet und       verhindert, dass sich Personen anmelden,
liche Prüfung verzichtet werden. Der Weg-       daraus eine Durchschnittsnote errechnet.     welche sich mit der Prüfung gar nicht ausei-
fall der mündlichen Prüfung geschieht zu-       Ausnahmen bei der Berücksichtigung           nandergesetzt haben. Der geringe Betrag ist
gunsten der Kohärenz. Die BMS wären nicht       der Vorleistungen: Keine Vorleistungen       auch für minderbemittelte Eltern bezahlbar.
in der Lage, eine solche durchzuführen.         werden berücksichtigt insbesondere für       Prüfungsfreie Wiederholung nach der
Prüfungsfachbereiche ZAP 2 und ZAP3:            Schüler/-innen:                              Probezeit: Bei bestandener Aufnahmeprü-
Die Fachbereiche Deutsch und Mathema-           – aus der Abteilung A einer Sekundar-        fung, aber nicht bestandener Probezeit soll
tik zählen für die Prüfungsnote künftig zu         schule, die nicht alle angebotenen Vor-   nicht wie bisher ein prüfungsfreier Wieder-
gleichen Teilen. Französisch wird nicht            leistungsfachbereiche in der Anforde-     eintritt auf das nächste Schuljahr hin mög-
mehr geprüft.                                      rungsstufe I besuchen                     lich sein. Der prüfungsfreie Wiedereintritt
Korrektur des Prüfungsergebnisses:              – aus der Abteilung B einer Sekundar-        führte bisher dazu, dass betroffene Schü-
Bislang wirkten Sekundarlehrpersonen               schule                                    ler/-innen das letzte Semester in der dritten
bei der Korrektur der gymnasialen Auf-          – aus einer Privatschule                     Sek als lockeres «Abhocksemester» be-
nahmeprüfung mit. Künftig soll bei allen        – aus einem ausländischen Bildungssystem     trachteten. Dies konnte beträchtliche so-
Schultypen die Ausgestaltung des Beizu-         – im Rahmen der BM 2-Aufnahmeprüfung         ziale Unruhe in die Klassen bringen.

                                                                     Fokusthema Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018                    7
Freuen wir uns auf ein kohärentes Aufnahmeverfahren!
Kommentar von Kaspar Vogel, Vizepräsident Sek ZH

Das neue Aufnahmeverfahren aus der Sek an die verschiedenen Mittelschulen bringt für alle Beteiligten nur Vorteile. Ein-
ziger Kritikpunkt ist die Möglichkeit der prüfungsfreien Wiederholung der Klasse nach nicht bestandener Probezeit: Sie
bringt Unruhe in die Abschlussklassen der Sekundarstufen.

                  «Der Regierungsrat än-      Warum wird bei der BM 1 Englisch geprüft      telschulkandidat/-innen auf die Prüfung
                  derte vor gut fünf Jah-     und bei allen andern nicht? Warum soll-       in den Fächern Deutsch und Mathema-
                  ren die Zulassungsbe-       ten an der Zentralen Aufnahmeprüfung          tik gebührend vorzubereiten. Es liegt auf
                  dingungen an die Prü-       (ZAP) die Vorleistungen wieder berück-        der Hand, dass wir uns unserer Notenge-
                  fung ins Gymnasium.         sichtigt werden und an der BM 1 nicht?        bung bewusst sind und diese adäquat
Im Sinne einer Chancengerechtigkeit                                                         vornehmen.
wurden neben Schüler/-innen der Sek A         Gleiche Prüfungsanforderungen für
auch solche der Sek B zur Prüfung zuge-       alle                                          Das neue Aufnahmeverfahren wird aber
lassen. Das ist falsch, weil die Durchläs-    Der Vorschlag für das neue Modell des         nicht alle Schwierigkeiten an dieser
sigkeit innerhalb der Sekundarschule          Aufnahmeverfahrens liegt nun vor.             Schnittstelle lösen. Es werden weiterhin
längst gewährleistet ist und dadurch alle     Bestechend ist die Kohärenz und Klarheit.     nicht alle Sekundarschüler/innen, wel-
Lernenden, die über das Potenzial ver-        Aus Sicht der Sekundarschule werden die       che die ZAP bestanden haben, die Pro-
fügen, die stofflichen Anforderungen          Vorleistungen gebührend berücksichtigt.       bezeit im Gymi bestehen. Viel hängt
einer Mittelschule zu erfüllen, in der Sek    Die Verantwortung liegt nicht nur auf         nämlich davon ab, wie gut die Zeit zwi-
A eingeteilt sind. So ist das System. Die     den Schultern der Klassenlehrperson,          schen Prüfungstermin und eigentlichem
vereinzelten Ausnahmefälle rechtfertig-       weil die Vornoten aller HarmoS-Fächer         Schuleintritt nach den Sommerferien
ten es nicht, ein gut funktionierendes        einbezogen werden und zusammen mit            genutzt wird. Hierfür aber müssen
System als Ganzes infrage zu stellen.         den Arbeits- und Lernverhaltensleistun-       Jugendliche und ihre Eltern die Verant-
                                              gen ein umfassendes Abbild der Prüflin-       wortung selbst übernehmen.
Diese trotzdem beschlossene Änderung          ge ergeben. Für uns Sekundarlehrperso-
führte dazu, dass sich eine Flut von Schü-    nen kann die Vorbereitung an die einzel-      Unnötige Wartezeit
ler/-innen an die Gymiprüfung anmelde-        nen Mittelschulen einheitlich geschehen,      Es ist ärgerlich, dass die prüfungsfreie
te. Private kostspielige Vorbereitungskur-    weil wir nur noch einen einzigen Prü-         Wiederholung nach nicht bestandener
se, welche rege genutzt wurden, florier-      fungstermin und vor allem gleiche Prü-        Probezeit weiterhin möglich sein soll.
ten. An der Prüfung selber kam es leider      fungsanforderungen für unsere Proban-         Dieses unnötige «Warte-Halbjahr» von
einzig und allein auf die Tagesform und       dinnen und Probanden erhalten. Das ver-       einzelnen Gymirückkehrer/-innen bringt
Prüfungsvorbereitung jedes Einzelnen          einfacht unsere Planung.                      Unruhe ins letzte Semester der
an. Die Sekundarlehrerschaft war aus der                                                    Abschlussklassen. Wenn für einige leis-
Verantwortung entlassen worden. Dieser        Es ist zu begrüssen, dass der unbeschränk-    tungsstarke Schüler/-innen diese Zeit nur
Umstand machte niemanden glücklich.           te Zugang für Sek B-Schüler/innen wieder      zum Abhocken genutzt wird, ist es
                                              abgeschafft wird. Es ist sicher sinnvoll,     schwierig, die Lernatmosphäre am Ende
Unterschiedliche Anforderungspro­             dass in einzelnen Ausnahmefällen durch        der Schulzeit hochzuhalten.
gramme                                        die Empfehlung der Klassenlehrkraft die-
Es ist nicht einsichtig, weshalb die Anfor-   ser Zugang nicht ganz verschlossen wird.      Für einen erfolgreichen Übertritt in die
derungsprogramme an die verschiede-           Ich bin aber der festen Überzeugung, dass     berufsbezogenen Maturitätsschulen
nen Mittelschulen und Prüfungsfächer          Schüler/innen, welche den Anforderun-         oder die Berufsschulen müssten sich
unterschiedlich und unübersichtlich           gen einer Maturitätsschule gewachsen          aber alle anderen Lernenden auf ihre
sind. Schliesslich besuchen alle Sekun-       sind, in der Sek A eingeteilt sein müssen.    neue Situation vorbereiten, indem allfäl-
darschüler/innen die Sekundarschule           Die Sekundarschule gewährt diese Durch-       lige stoffliche Lücken geschlossen und
mit einem verbindlichen Lehrplan und          lässigkeit, indem für aussichtsreiche Schü-   Automatismen eingeübt werden. Sinn-
haben somit, soweit das bei der Plurali-      ler/innen eine Aufstufung aus der Sek B       voller wäre es deshalb, die Möglichkeit
tät unserer Schulen und uns Lehrperso-        rasch und unkompliziert vollzogen wird.       der prüfungsfreien Wiederholung abzu-
nen möglich ist, die gleichen stofflichen                                                   schaffen oder auf die Probezeit analog
Voraussetzungen.                              Sorgfältige Notengebung und                   der Berufsmaturitätsschulen ganz zu ver-
                                              gründliche Aufarbeitung des Stoffes           zichten.»
Warum entscheidet an der einen Mittel-        Das neue Aufnahmeverfahren nimmt uns
schulen für Grenzfälle eine mündliche         Sekundarlehrkräfte wieder stärker in die
Prüfung und an den andern nicht?              Pflicht. Wir sind angehalten, unsere Mit-

  8         Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018          Fokusthema
MINT-Fächer fallen stärker ins Gewicht
Christoph Barandun, Mathematik-Kommission

Im neuen Aufnahmeverfahren steigt der Stellenwert der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer. Dies liegt auch
im Interesse der Mittelschulen.

                 «Über das neue Aufnah-      Der gesamte Bereich der Mathematik,         erbringen sollten.
                 meverfahren an die Mit-     Informatik, Natur und Technik (MINT)        Daneben entsteht auch eine leichte Ver-
                 telschulen wurde schon      macht im neuen Aufnahmeverfahren die        schiebung im Anforderungsprofil: Etwas
                 viel berichtet. Meist       Hälfte der Prüfungsnote und einen Drit-     weg von den sprachlich besonders
                 stand dabei die Berück-     tel der Vorleistungen aus.                  begabten Schülerinnen und Schülern zu
sichtigung der überfachlichen Kompe-         Das ist eine Steigerung im Vergleich zum    den eher mathematisch-naturwissen-
tenzen in die neu wieder anzurechnen-        jetzt noch gültigen Aufnahmeverfahren.      schaftlich talentierten.
den Vorleistungen im Vordergrund.            Der Einbezug des Fachbereichs Natur         Das liegt letztlich auch im Interesse der
Zu wenig erwähnt wurde der gestiege-         und Technik ist besonders sinnvoll. Da      Mittelschulen. Besonders die Gymnasien
ne Stellenwert der Mathematik und der        an den Mittelschulen in den getrennten      klagen über ungenügende Leistungen
Naturwissenschaften.                         Fächern Chemie, Physik und Biologie         in Mathematik: Um die 40 Prozent (EVA-
Das ist einerseits so, weil Mathematik       unterrichtet und bewertet wird, besitzt     MAR II, Leistungstests beim Maturitäts-
eines von nur noch zwei Prüfungsfä-          der Bereich für die Promotion einen ganz    jahrgang 2007, Publikation 2008) der
chern ist. Andererseits aber auch, weil in   anderen Stellenwert als an der Sekundar-    Maturandinnen und Maturanden been-
den Vorleistungen neben Mathematik           schule. Es ist also nur konsequent, dass    den ihre schulische Laufbahn mit einer
auch der Fachbereich Natur und Technik       Kandidatinnen und Kandidaten an unse-       ungenügenden Note in diesem zentra-
mit einem Sechstel berücksichtigt wird.      rer Stufe hier ansprechende Leistungen      len Fach.»

Französisch: Der Austausch zwischen den Schulstufen
wird nötiger denn je
Nico Sieber, Sprachenkommission SekZH

In den kommenden Jahren bleibt den Schüler/-innen das systematische Repetieren der Fremdsprachen für die Aufnah-
meprüfung erspart. Dafür treten sie als Folge des Lehrplans 21 und des neuen Franz-Lehrmittels während drei Jahren mit
verschiedenen Voraussetzungen in die Mittelschulen ein.

                  «Auch aus Sicht der        gen in Angriff genommen werden. Dies        Jahre mit jeweils unterschiedlichen Vor-
                  Sprachlehrpersonen ist     werden die abnehmenden Mittelschu-          aussetzungen an die Mittelschulen über-
                  zu begrüssen, dass das     len spüren, wenn die Sprachlehrperso-       treten (Abschaffung der Aufnahmeprü-
                  Aufnahmeverfahren          nen kein Gegensteuer geben.                 fung, Verschiebung von Lektionen von
                  einfacher und einheitli-   Zusätzlich verkompliziert wird der Über-    der Sekundar- in die Primarstufe, neues
cher wird. Aufnahmeprüfungen sollen          tritt im Französisch durch die Einführung   Lehrmittel).
ein Ort für begabte Schülerinnen und         des Lehrplans 21 und des neuen Lehr-        Gut sind im Rahmen von VSGYM bereits
Schüler und nicht für Personen mit prü-      mittels «dis donc!». Durch die unter-       Kontakte zwischen den Schulstufen ge-
fungsstrategischem Beraterstab sein.         schiedliche Taktung dieser Vorhaben         knüpft worden. Ein intensiver Austausch
Ein Wermutstropfen aus sprachlicher          werden die Lernenden während dreier         ist nötiger denn je.»
Sicht ist die Abschaffung der Prüfungen
in den Fremdsprachen. Grundsätzlich ist                                   Kurzgymnasium
es ausreichend, wenn nur diejenigen Fä-         2018/2019        2019/2020        2020/2021        2021/2022        2022/2023
cher geprüft werden, welche eine mög-
                                              «envol»          «envol»          «dis donc»       «dis donc»       «dis donc»
lichst zuverlässige Prognose zum defini-
                                              mit Franzö-      mit Franzö-      ohne Franzö-     ohne Franzö-     ohne Franzö-
tiven Verbleib an einer Mittelschule ab-
                                              sisch-ZAP        sisch- ZAP       sisch-ZAP        sisch-ZAP        sisch-ZAP
geben. Die systematische Repetition des
                                              2/2 + 4/4 Wo­    2/2 + 4/4 Wo­    2/2 + 4/3 Wo­    2/2 + 3/3 Wo­    3/3 + 3/3 Wo­
Stoffs, welche für die meisten Lernenden
                                              chen­lektionen   chen­lektionen   chen­lektionen   chen­lektionen   chen­lektionen
in schulinternen oder privaten Vorberei-
tungskursen selbstverständlich war, wird     Mit diesen Voraussetzungen treten die Lernenden im genannten Schuljahr das Kurz-
aber ohne Prüfung nur noch von Weni-         gymnasium an.

                                                                 Fokusthema Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018                 9
Das Problem Probezeit
Philipp Herren, Mitglied der bildungsrätlichen Kommission Mittelschulen

Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die aus der Kanti in die dritte Sek zurück müssen, wollen oft nur eins – so schnell wie
möglich zurück an die Mittelschule. Eine einjährige Probezeit oder eine zweite Aufnahmeprüfung könnten Abhilfe schaffen.

                   «Ich werde mich bis          Glück, die Mutter auf «meiner» Seite zu      ein Jahr wiederholen möchten oder eine
                   zum Ende der Schulzeit       haben und so schaukelten wir «das Kind»      andere Anschlusslösung bevorzugen.
                   nicht mehr an Regeln         mehr schlecht als recht bis zum Ende der     Wer freiwillig früher aus dem Gymna-
                   halten, das Zeugnis En­­de   Schulzeit. Was bringt es, wenn Schüle-       sium austreten möchte kann dies jeder-
                   der dritten Sek inte­res­    rinnen und Schüler Mitte der dritten Sek     zeit tun. Solche Schülerinnen und Schü-
siert mich nicht, ich werde sowieso wie-        zurückkehren? Die Berufswahl, Atelier-       ler integrieren sich auch meistens gut
der ans Gymnasium zurückkehren.»                und Projektunterricht sind fortgeschrit-     und je nach Zeitpunkt des Eintritts kom-
Mit diesem Satz konfrontierte mich eine         ten und die Sozialstrukturen der Klasse      men sie auch noch rechtzeitig für die
Schülerin, die die Probezeit des Kurzgym-       haben sich verändert. Wäre es also nicht     Lehrstellensuche oder um sich nochmals
nasiums nicht bestanden hatte und in            sinnvoller, wenn die Probezeit ein gan-      gezielt aufs Gymnasium vorzubereiten.
meine dritte Sek zurückkehrte. Vielleicht       zes Jahr dauern würde? Es gäbe keine un-     Damit sei auch gesagt, dass mit bestan-
kommen dem einen oder anderen sol-              angenehmen Wechsel mitten im Schul-          dener Aufnahmeprüfung nach der zwei-
che oder ähnliche Aussagen bekannt vor.         jahr und die Schülerinnen und Schüler        ten Sek ein prüfungsfreier Eintritt nach der
Ich jedenfalls kenne weitere Beispiele.         könnten nach nicht bestandener Probe-        dritten Sek nicht mehr möglich sein soll.»
Im oben genannten Fall war es dann ein          zeit entscheiden, ob sie im Gymnasium

Austauschtagung der Verbände
mit den Hochschulen und der Bildungsdirektion
Anna Durmaz, Redaktion Fokus Schule

Gemeinsam wirksam wachsen. Selbstwirksamkeit mit Blick auf den Bildungsauftrag.
Ein Bericht von der 10. Austauschtagung an der pädagogischen Hochschule am 19. Januar 2018.

                  Ein Highlight in der Tä-
                  tigkeit im Vorstand der
                  Sek ZH ist ganz be-
                  stimmt die Austauschta-
                  gung, die ich als Vor-
standsmitglied besuchen durfte. Jedes           Gaumenfreuden gehören dazu Dominique Tanner, der ZLV GL Früchte motivieren zum Bleiben
Jahr lädt eine Gruppe, bestehend aus Ver-
treterinnen der Verbände, der Hochschu-         klar, dass hier ein kompetenter Ersatz für   können, doch leider mussten wir weiter
len und der Bildungsdirektion ein. In der       Lilo Lätzsch gefunden wurde. Besonders       zum Mittagessen, an dem die Teilneh-
Einladung wurde auf viele Neuerungen in         erheiternd war, dass Christian Hugi von      menden die Kontakte untereinander ver-
der Arbeitswelt von Pädagoginnen und            der Selbstwirksamkeit beim Putzen er-        tieften.
Pädagogen verwiesen. Berufsauftrag,             zählte, ein gelungener Einstieg.             Am Nachmittag hatte ich die Gelegen-
Lehrplan 21, Harmos - ein bunter Strauss        Im World Café zum Thema «Erfahrung           heit zu einem Austausch mit Marion Völ-
von Anforderungen, die in den Berufsall-        mit Selbstwirksamkeit» lernten sich die      ger zum Thema Beurteilung. Sie meinte,
tag integriert werden müssen. Doch ein-         Teilnehmenden besser kennen und dis-         dass es für sie enorm schwierig gewesen
geladen wurde auch zum persönliche              kutierten angeregt.                          sein, ihre zehn Mitarbeitenden in die vor-
Austausch auf Augenhöhe zwischen Leh-           Das Referat von Dieter Rüttimann war         gegebenen Kategorien von A – F zu be-
rerverbänden, Hochschule und Volks-             sehr erfrischend vorgetragen und begeis-     werten. Nun würde im Volksschulamt nur
schulamt und dies vor allem selbstwirk-         terte die Zuhörenden sichtlich. Die Schil-   noch mit bestanden oder nicht bestan-
sam. Nun schien mir dieser Begriff sehr oft     derung, wie bereits mit ganz jungen Ler-     den gearbeitet, was die Zusammenarbeit
gehört und verwendet worden zu sein, ein        nenden Coaching Gespräche geführt            und die Wertschätzung enorm fördere.
bisschen ausgequetscht vielleicht. Doch         werden können, hat mich sehr beein-          Der Abschluss war kurz und noch von
bereits der Einstieg zeigte, dass Selbst-       druckt. Auch Aufgaben in denen Grup-         einem feinen Dessertbuffet gekrönt. Lei-
wirksamkeit nach wie vor ein wichtiges          pen selbständig die Lösung finden kön-       der waren am Schluss nur noch ca. 20
Anliegen in der Pädagogik sein muss.            nen, scheinen die Lernenden sehr anzu-       Personen anwesend, doch ich freue mich
Die Begrüssung durch den neuen Präsi-           sprechen und ihre Selbsttätigkeit zu för-    bereits aufs nächste Jahr und hoffe auf
denten der ZLV, Christian Hugi, machte          dern. Ich hätte noch lange zuhören           eine ähnlich anregende Veranstaltung.

 10         Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018            SekZH
Delegiertenversammlung II der SekZH vom 6.12.2017
Pierre Bonhôte, Protokollführer und Vorstandsmitglied SekZH

Schwerpunkte der heutigen Delegiertenversammlung sind der Rückblick auf die VSGYM-Tagung, die Lehrmittelagenda
des Lehrmittelverlags, die Änderungen im Zeugnisreglement (LP21), das immersive Lernen mit Longbridge sowie der
Rückblick auf die Umfrage zum nBA.

                  Der Präsident der Sek ZH,                                                Deutsch, Französisch, NaTech, Geografie
                  Dani Kachel, begrüsst                                                    und Informatik werden neue Lehrmittel
                  alle Anwesenden zur                                                      erarbeitet. Er erwähnt die ausserordent-
                  zweiten Delegiertenver-                                                  lich gute Zusammenarbeit mit den Sek ZH.
                  sammlung im Schuljahr                                                    Martin Lampert erwähnt die Änderungen
2017/2018 und lässt das Protokoll der                                                      im Zeugnisreglement, die auf den LP21
Delegiertenversammlung vom 25.10.2017                                                      zurückzuführen sind. Neu wird beispiels-
abnehmen.                                                                                  weise von Fachbereichen gesprochen.
Dani Kachel informiert darauf die Anwe-
                                              Grosses Interesse der Delegierten
senden über Themen aus der Tagung des
Vorstandes vom 17./18. November 2017.         Kaspar Vogel informiert auch über das
Die digitale Erfassung der Basismeinung       Projekt Übertrittsverfahren in die Mittel-
zu den Schulsystemen anlässlich der DV        schulen. An der DV III wird die Projekt-
I wird er in den Meinungsprozess in den       verantwortliche, Bena Keller, Beauftrag-
Verbänden einfliessen lassen. Er wird die     te des Mittelschul- und Berufsbildungs-
Thematik der B/C-Lehrmittel direkt in die     amts, den Delegierten vorgestellt wer-
kantonale Lehrmittelkommission ein-           den.
                                                                                           Karin von Siebenthal
bringen und die Problematik um die Inte-      Kaspar Vogel dankt allen Lehrpersonen,
grationsformen im Vorstand weiter ver-        welche aktiv am Regional- und Fachdia-       Anna Durmaz stellt Frau Karin von Sieben-
folgen. Ferner teilt er mit, dass immer       log teilgenommen haben.                      thal vor, welche über das Projekt des
wieder Lehrpersonen, welche nicht Mit-        Anna Durmaz informiert über die VPV,         immersiven Lernens referiert und auf die
glieder der Sek ZH sind, Beratungsanfra-      den Zusammenschluss der Personalver-         Homepage www.longbridge.ch hinweist.
gen stellen. Diese Trittbrettfahrer sind      bände des Kantons Zürich und ruft zur        Zum Schluss informiert Theo Renfer die
ihm ein Dorn im Auge.                         Teilnahme an der Demo vom 11. Dezem-         Versammlung über den Beschluss der
Dani Kachel gibt einen Rückblick auf die      ber 2017 auf, um die Kantonsräte auf die     Zentralschulpflege Winterthur, die Sekun-
Umfrage der drei Lehrerverbände zum           aktuelle Budgetdebatte bezüglich Teue-       darschule ab kommendem Schuljahr drei-
nBA. Über 3500 Lehrpersonen haben             rungszulage und Lohnerhöhungen für           teilig, also ohne Anforderungsstufen zu
daran teilgenommen, darunter 330 Lehr-        das Staatspersonal zu sensibilisieren.       führen.
personen der Sek ZH. Es sind über 1500        Beat Schaller, Verlagsleiter des Lehrmit-
sehr differenzierte Kommentare verfasst       telverlags Zürich, gibt eine Informations-   Das vollständige Protokoll der ordentli-
worden. Inhaltlich hat es keine Überra-       mappe ab und zeigt die Lehrmittelagen-       chen Delegiertenversammlung 2017/2018
schungen gegeben, wohl aber haben ter-        da des LMVZ, welche stark auf die Sekun-     kann auf der Homepage eingesehen
minliche Vorgaben für Pensenvereinba-         darstufe I fokussiert ist. In Mathematik,    werden.
rungen und Änderungskündigungen
zum Teil nicht erfüllt werden können.
Auch wird die Altersentlastung in vielen
Gemeinden sehr unterschiedlich gehand-
habt. Ein Knackpunkt bleibt auch die
unverschuldete Abwesenheit bis zu
einem Monat bedingt durch Krankheit,
Militär, unbezahlten Urlaub, DAG o.ä.
Anschliessend informiert Kaspar Vogel
über die sehr erfolgreiche VSGYM-Ta-
gung vom 15. November 2017 in der Aula
der Kantonsschule Stadelhofen. Die Teil-
nehmerzahl war erstaunlich gut und die
Publikation zur Tagung wird mit dem
nächsten Fokus an alle Mitglieder und
Schulhäuser versandt.                         Der krönende Abschluss der Delegiertenversammlung: Das Quartett La Merula

                                                                         SekZH Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018                11
Weiterbildungsmenu der Kommissionen der SekZH
Anna Durmaz, Redaktion Fokus

In diesem Jahr bieten dir die Kommissionen der Sek ZH ein Menu mit Leckerbissen für deine persönliche Weiterbildung an.
Der Vorstand der Sek ZH freut sich sehr, dich an der einen oder anderen Veranstaltung treffen zu dürfen.

 Datum                Inhalt                                                                Kosten            Anmelde-
 Zeit / Ort                                                                                                   schluss

 16. 6.2018           Sprachenkommission: Theatersport                                                        16.5.2018
 13.30–16.30 h        Ohne Textbuch, ohne Kostüme, ohne Bühnenbild entsteht                 Fr. 20.–
 Zvieri inbegriffen   Theater aus dem Moment. Wir probieren, verwerfen, spie-               Für Mitglieder
 Zürich               len, scheitern, lachen, entwickeln Ideen und entdecken so             der Sek ZH/ZLV
                      ganz beiläufig, wie viel Kreativität in uns steckt. Theater-          und Partnerin-
                      spielen ist eine wunderbare Möglichkeit in andere Reali-              nen und Partner
                      täten einzutauchen und den Alltag hinter sich zu lassen.
                      Unter der Anleitung einer erfahrenen Theatersport-Kurslei-            Fr. 40.– für
                      terin erlernen wir Spielformen und Techniken, die auch im             Nichtmitglieder
                      Unterricht eingesetzt werden können.

 5.9.2018             Sprachenkommission: Graphos: Buchdruck-Erlebnispark                                     5.8.2018
 14.00–16.00 h        Unser Abenteuer Buchdruck beinhaltet einen informati-                 Fr. 10.–
 danach Apéro         ven und einen praktischen Teil. Im informativen Teil erfah-           Für Mitglieder
 Uster                ren wir viel über die Entstehung der Schrift, die Erfindung           der Sek ZH/ZLV
                      des Buchdrucks und seine Bedeutung für die Menschheits-               und Partnerin-
                      geschichte.                                                           nen und Partner
                      Im praktischen Teil können wir selbst Bleibuchstaben set-
                      zen und an der Setzmaschine Bleizeilen giessen. Die gesetz-           Fr. 30.– für
                      ten Zeilen werden dann in Bleisätze eingebaut und später              Nichtmitglieder
                      gedruckt.
                      Im Anschluss an die zweistündige Führung in Uster können
                      diejenigen, die Lust haben, den erlebnisreichen Nachmit-
                      tag in der Zeughausbar ausklingen lassen.

 12.9.2018            Natechkommission:                                                                       12.8.2018
 13.30–18.00 h        Besuch im Life Science Learning Center an der Universität             Fr. 20.–
 danach Apéro         Zürich:                                                               Für Mitglieder
 Universität          Verschiedene Labors öffnen ihre Türen für unseren Besuch.             der Sek ZH/ZLV
 Zürich Irchel        Forschungskisten für die Sek I gefüllt mit Experimentier-             und Partnerin-
                      materialien, die Lehrplan 21 kompatibel sind, können                  nen und Partner
                      erkundet werden. Aber auch das selbständige Experimen-
                      tieren zu den Themen Neurobiologie, Biochemie zum                     Fr. 40.– für
                      Anfassen, Grundlagen der Genetik und Drosophila, DNA                  Nichtmitglieder
                      Isolation, verspricht einen spannenden Nachmittag.

 3.11.2018            Hauswirtschaftskommission:                                                              3.9.2018
 17.30–22.00 h        Wir laden ein zum vegetarischen Kochkurs in der Hiltl                 Fr. 155.–
 Zürich               Kochakademie in Zürich:                                               Für Mitglieder
                      Bei unseren Gruppenevents werden Sie und Ihre Gäste mit               der Sek ZH/ZLV
                      fachkundiger Unterstützung des Akademie-Teams in Grüpp-               und Partnerin-
                      chen ein exklusives, vegetarisches Mehr-Gang-Menu zube-               nen und Partner
                      reiten. Anschliessend können Sie Ihr selbstzubereitetes
                      Menu in geselliger Runde Gang für Gang geniessen. Für                 Fr. 175.– für
                      einen längeren Ausklang lädt die Hiltl Bar-Lounge im Erd-             Nichtmitglieder
                      geschoss ein. (Ausschreibung Hiltl)

Alle Anmeldungen an: vkachel@sekzh.ch oder telefonisch: 044 202 03 04

                                                                                                          Quicklink
                                                                                                          Weiterbildung

 12           Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018         SekZH
vpod                        zürich
Medienmitteilung
12. Januar 2018

3500 Zürcher Lehrpersonen zum neuen Berufsauftrag

Stimmung ist im Keller
Seit August 2017 gilt in der Zürcher Volksschule der neue Berufsauftrag. Zeit für eine erste Bilanz: Auf das Jahresende 2017
hin haben die Lehrpersonenverbände Sek ZH, VPOD, ZLV, zbl und VZL DaZ eine Umfrage bei ihren Mitgliedern durchge-
führt. Über 3500 Lehrpersonen und therapeutisch tätige Fachpersonen nahmen teil – fast ein Viertel aller an den Zürcher
Schulen tätigen Lehrpersonen beteiligte sich. Die Umfrage zeigt, dass beim neuen Berufsauftrag grosser Anpassungsbe-
darf besteht. Von den 1500 eingegangenen Zusatzkommentaren war kaum einer positiv. Die Stimmung bei den Lehrper-
sonen ist im Keller. Die Verbände fordern daher, dass der Arbeitszeitfaktor erhöht, die Fristen bei den Pensenvereinbarun-
gen eingehalten, die Altersentlastung angepasst und die Regelung bei unverschuldeter Abwesenheit fair gelöstwerden.

Der neue Berufsauftrag (nBA) soll Lehr-       Benachteiligung von kranken und              Arbeit ausserhalb des Unterrichts auch
personen sowie Therapeutinnen und             langjährigen Mitarbeitern                    zu leisten. Damit verlangt der Arbeitge-
Therapeuten im schulischen Bereich vor        Die Altersentlastung findet im neuen         ber gar die doppelte Arbeit!
zeitlicher Überlastung schützen. Deshalb      Berufsauftrag mit zusätzlichen Ferien-       Die Verbände fordern umgehend eine
müssen sie ihre geleistete Arbeit auf-        wochen und damit einer geringeren Jah-       faire Regelung bei Krankheit, Militär-
schreiben und belegen. Die ersten Erfah-      resarbeitszeit statt. Was gut tönt, bedeu-   dienst und unbezahltem Urlaub.
rungen zeigen allerdings kaum eine Ent-       tet für die betroffenen Lehrpersonen
lastung. Dies ist das Fazit einer von den     konkret allerdings eine Verschlechte-        Stunden-Lektionen-Faktor zu tief
Lehrpersonenverbänden gemeinsam               rung gegenüber der bisherigen Rege-          Die Resultate der Umfrage zeigen: Bis
durchgeführten Online-Umfrage.                lung. Weniger als 20% der Betroffenen        jetzt hat der neue Berufsauftrag sein Ziel
                                              erhielten eine Kompensation, um den          eindeutig verfehlt. Statt klarer Lösungen
Pensenvereinbarung und Änderungs­             Verlust auszugleichen. Diese tiefe Zahl      und Zufriedenheit zu schaffen, herrscht
kündigungen zu spät                           verdeutlicht, dass der Übergang in der       in den Lehrerzimmern grosse Unzufrie-
Die Pensenvereinbarung ist ein Kernele-       Altersentlastung ungelöst ist.               denheit. In den Schulhäusern gelten
ment des neuen Berufsauftrags. Sie            Die Verbände fordern, dass Kanton und        unterschiedlichste Regelungen. So erhiel-
regelt, wie viele Stunden eine Lehrper-       Gemeinden seit langen Jahren treuen          ten im einen Schulhaus Heilpädagogin-
son insgesamt und in welchem Arbeits-         und engagierten Lehrpersonen die             nen oder DaZ-Lehrer gar keine und
feld zu leisten hat (z. B. Unterrichtszeit,   gebotene Wertschätzung gewähren.             anderswo 100 Stunden Gutschrift für ihre
Teambesprechungen etc.). Bei einer Pen-       Ein ähnliches Problem stellen die unver-     internen Absprachen, und im nächsten
senreduktion hätten die Schulbehörden         schuldete Abwesenheit (Militärdienst,        Schulhaus gilt nochmals ein anderer Wert.
generell per Ende März 2017 eine Ände-        Krankheit oder Krankheit des Kindes)         Über kurz oder lang führt diese Ungleich-
rungskündigung ausstellen müssen. All         und der unbezahlte Urlaub dar: Den dazu      behandlung zur Verminderung der Chan-
dies klappte überhaupt nicht: Drei Vier-      aufgestellten Regeln mangelt es an Aus-      cengerechtigkeit. Dies widerspricht dem
tel der an der Umfrage Teilnehmenden          gewogenheit und Augenmass. So wird           Auftrag der Volksschule. Die Spielregeln,
erhielten weder die Pensenvereinbarung        die Abwesenheit bei den ausserhalb des       Möglichkeiten und Angebote müssen für
noch falls betroffen die Änderungskün-        Unterrichts anfallenden Arbeiten erst        alle Schülerinnen und Schüler und für das
digung rechtzeitig. Die Mitsprache war        nach einer Gesamtabwesenheit von             Personal überall gleich sein. Die Chancen-
dadurch nicht sichergestellt und vertrag-     einem Monat berücksichtigt. Ansonsten        gerechtigkeit ist zu wahren.
liche Fristen wurden nicht eingehalten.       ist diese Arbeitszeit nachzuholen, was       Vor diesem Hintergrund lehnen die Ver-
Die Verbände fordern für die demnächst        etwa bei Teamsitzungen und Schulhaus-        bände auch die da und dort festgestell-
anstehenden Verhandlungen für das             anlässen gar nicht möglich ist. So kön-      te Anpassung des Arbeitszeitfaktors im
neue Schuljahr die Einhaltung der Frist       nen Lehrperson in einen negativen            Bereich Unterricht nach unten strikte ab.
(Ende März 2018) durch sämtliche Schul-       Arbeitszeitsaldo fallen. Gleichzeitig wird   Die Arbeitszeit im Bereich Unterricht wird
leitungen und Behörden.                       von Stellvertretern gefordert, dieselbe      im neuen Berufsauftrag pauschal berech-

                                                                         SekZH Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018                13
net. Das Lehrpersonalgesetz bestimmt,         angesetzt ist. Einerseits liest man dies     ein faires Mass erhöht werden.
in welchen Fällen eine Schulleitung den       aus den Rückmeldungen in der Umfra-          Die Lehrpersonenverbände werden die
Arbeitszeitfaktor von 58 Stunden für eine     ge und andererseits erkennt man das,         weiteren Erfahrungen mit dem neuen
Lektion während eines Jahres erhöhen          weil etliche Gemeinden mit dem neuen         Berufsauftrag sorgfältig verfolgen und in
oder senken darf. Eine Reduktion des Fak-     Berufsauftrag munter sparen. Aufgaben,       ihre Strategiediskussionen einfliessen las-
tors hat zur Folge, dass der Anteil der zur   die früher zusätzlich entschädigt wur-       sen. Eine nächste Umfrage wird zeigen,
Verfügung stehende Zeit im Bereich            den, werden nun komfortabel über den         wie sich die Stimmung weiterentwickelt.
Unterricht kleiner wird und die Arbeit, die   Berufsauftrag abgewickelt. Das Gemein-
in den anderen Tätigkeitsbereichen            debudget wird auf Kosten der Lehrper-        Ansprechpersonen für die Medien:
geleistet werden muss, grösser wird oder      sonen aufpoliert. Für die Lehrpersonen-      heute Freitag, 12. Januar 2018, ab 12 Uhr:
aber der Beschäftigungsgrad reduziert         verbände ist dies Beweis genug, dass der     Christian Hugi, Präsident ZLV,
werden muss.                                  Faktor zu tief angesetzt ist.                076 580 70 97
                                              Die ursprüngliche Forderung der Ver-         Fabio Höhener, Gewerkschaftssekretär
Gemeinden bessern ihr Budget auf              bände von mindestens 60 Stunden pro          VPOD, 079 353 51 74
Die Verbände monierten von Anfang an,         Jahreslektion ist damit bestätigt: Der       Dani Kachel, Präsident Sek ZH,
dass der Wert von 58 Stunden zu tief          Arbeitszeitfaktor pro Lektion muss auf       076 382 47 55

Aus dem Leben eines Delegierten
Silvan Küttel, Delegierter SekZH

                   Als ich gebeten wurde,     mir in der Folge selbst anschaffte. Es kam   Berufsleben angekommen zu sein. Als
                   einen Beitrag über         dann der Wunsch des Schülers auf, mir        eines Tages ein Mitglied der Sek ZH an
                   meine Arbeit als Lehr-     Unterricht in der Bedienung des Geräts       einer Schulkonferenz uns den Verband
                   person und Delegierter     und der entsprechenden Software zu           vorstellte, wurde mir zum ersten Mal
                   der Sek ZH zu schreiben,   erteilen. Hier zeigte sich, dass die Linie   bewusst, was sich alles in den nächsten
war ich zunächst etwas ratlos. Was könn-      zur nötigen Distanz in der Lehrer-Schü-      Jahren verändern würde. Es war nicht nur
te ich berichten, was nicht alle Leser        ler-Beziehung ausgereizt war. Es fällt       ein neuer Lehrplan in Erarbeitung, der
bereits aus ihrer Praxis kennen? Dennoch      nicht immer leicht, hier die nötige          auch diverse neue Lehrmittel mit sich
möchte ich im Folgenden einen Versuch         Abgrenzung durchzusetzen. Das ist auch       bringt, sondern auch der neue Berufs-
starten, euch aufzuzeigen, was mich als       dann ein Thema, wenn wir Junglehrer          auftrag stand vor der Tür.
Junglehrer in der Gemeinde Bassersdorf        nach dem Unterricht zuweilen mit den         Angesichts dieser Neuerungen war es
umtreibt und welche Rolle dabei die           Schülern auf unserem «Töggeli-Kasten»        mir schnell wichtig, immer auf dem aktu-
Sek ZH spielt und spielen könnte.             kickern.                                     ellsten Stand der Dinge zu sein und mich
Ich unterrichte 3. Sek A-Klassen in Natur-    Während einerseits eine grosse Vertraut-     für uns Lehrpersonen zu engagieren.
wissenschaften und bewege mich in             heit mit den Lernenden besteht, sind         Deshalb trat ich der Sek ZH bei und stell-
unserem Schulhaus in einem eher jun-          gleichzeitig die Erwartungen einzelner       te mich nur wenige Zeit später zur Wahl
gen Team. Oft sprechen wir im Lehrer-         Eltern kaum zu erfüllen. Es ist sehr her-    als Delegierter für den Bezirk Bülach, um
zimmer über die Herausforderungen,            ausfordernd, wenn von dieser Seite           auch aktiv an den zukünftigen Entwick-
denen wir uns als junge Lehrpersonen          zuweilen der Eindruck erweckt wird, ein-     lungen mitgestalten zu können. Unter
stellen müssen. Die Abgrenzung zu den         zig das eigene Kind bedürfe besonderer       anderem war es mir so schon möglich,
Schülerinnen und Schülern ist dabei ein       Förderung und Berücksichtigung seiner        im Rahmen des VSGYM am meines Erach-
bestimmendes Thema. Aufgrund des              individuellen Bedürfnisse. Als Folge die-    tens im Bereich A-Klassen äusserst zen-
geringen Altersunterschieds gibt es häu-      ser vereinzelten aber intensiven Inter-      tralen Austausch zwischen Gymna-
fig Überschneidungen bei den Interes-         ventionen von Eltern empfinde ich es als     sial-Lehrern und Sekundarlehrern teilzu-
sen in der Freizeitgestaltung. So kommt       eine meiner Hauptaufgaben, die davon         nehmen. Meines Erachtens bietet die
es immer wieder vor, dass man von den         nicht betroffenen Schüler nicht zu ver-      Sek ZH die ideale Plattform, bei einem
Lernenden Tipps für neue «Netflix»-Se-        nachlässigen.                                freundlichen Austausch aktiv an der
rien bekommt und man sich auch über           Als ich mit 23 Jahren, noch während mei-     Gestaltung unseres Berufszweiges teil-
gesehene Folgen austauscht. Mir ist auch      nes Studiums, in Teilzeit zu unterrichten    zunehmen. Ich bin der Ansicht, dass die
die Situation begegnet, dass ein Schüler      begann, machte ich mir überhaupt keine       Energien, die von vielen Kollegen in die
ein neues digitales Instrument - ein soge-    Gedanken über diese Herausforderun-          Aufregung über die Neuerungen wie z.
nanntes «Launchpad» - mit zur Schule          gen, auch nicht darüber, welchen Ent-        B. dem Berufsauftrag investiert werden,
nahm und mir und der Klasse vorstellte.       wicklungen unser Berufsfeld unterliegt.      im Rahmen der Sek ZH konstruktiv
Davon war ich so begeistert, dass ich es      Ich freute mich hauptsächlich, endlich im    genutzt werden könnten.

 14         Fokus Schule Ausgabe 3 2017/2018          SekZH
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