Forschung für Gesundheit - Dialog fördern - Vernetzung stärken - Ein Überblick zu Forschungsprojekten und Forschenden in der Gesundheitsregion ...

 
Forschung für Gesundheit - Dialog fördern - Vernetzung stärken - Ein Überblick zu Forschungsprojekten und Forschenden in der Gesundheitsregion ...
Forschung für Gesundheit
Dialog fördern – Vernetzung stärken

Ein Überblick zu Forschungsprojekten und Forschenden
in der Gesundheitsregion Ostwestfalen-Lippe

                                                       Zentrum für Innovation in
                                                       der Gesundheitswirtschaft
                                                       Ostwestfalen-Lippe
Forschung für Gesundheit - Dialog fördern - Vernetzung stärken - Ein Überblick zu Forschungsprojekten und Forschenden in der Gesundheitsregion ...
Inhalt

    Wissenschaft als Wertschöpfungsfaktor                     4

    Region für Gesundheit                                     5

    OWL forscht für Gesundheit                                6

    Institute und universitäre
    Forschungszentren in OWL                                  8

    Ausgewählte Portraits                                16

    Ansprechpartnerinnen
    und Ansprechpartner                                  27

    Impressum                                                     Bildnachweise:
                                                                  Prof. Dr. Danneel: HS OWL | Prof. Dr. Domik-Kienegger: Uni
    Herausgeber: ZIG – Zentrum für Innovation                     PB | Prof. Dr. Hagemann: FHDD | Prof. Dr. Hörstmeier: FH BI |
    in der Gesundheitswirtschaft Ostwestfalen-Lippe gGmbH         Prof. Dr. Kopp: CITEC, Uni BI | Prof. Dr. Kutz: HS OWL | Prof.
    Jahnplatz 5 | 33602 Bielefeld | Tel. 05 21.32 98 60-0 |       Dr. Nauerth, FH BI | Prof. Dr. Pilgramm: HS OWL | Prof. Dr.
    Fax 05 21.32 98 60-49 | info@zig-owl.de | www.zig-owl.de      Platzner: Uni PB | Prof. Dr. Schaeffer: Michael Fuchs, Rem-
    Geschäftsführung: Uwe Borchers, Brigitte Meier                seck | Fotocollage Seite 27 ff: fotolia.com
    Projektleitung: Susanne Lübker
                                                                  Oktober 2016
    Unter Mitarbeit von:
    Jürgen Heinrich, Benedikt Meyer zu Theenhausen,
    Tatjana Wanner (Lektorat), Bernd Ackehurst (Gestaltung)

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Forschung für Gesundheit
Dialog fördern – Vernetzung stärken

Ein Überblick zu Forschungsprojekten und Forschenden
in der Gesundheitsregion Ostwestfalen-Lippe

                                                       Zentrum für Innovation in
                                                       der Gesundheitswirtschaft
                                                       Ostwestfalen-Lippe

                                                                               3
Wissenschaft als
                         Wertschöpfungsfaktor

                                           Die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld vertritt die Inter-
                                           essen von rund 113.000 Unternehmen, darunter ca.
                                           2.340 Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich.
                                           Die Vielfalt an Unternehmen und Produkten ist groß:
                                           Von großen Herstellern für Zahntechnik, Pflegemö-
                                           beln oder Rollstühlen über zahlreiche Sanitätshäu-
                                           ser bis hin zu „Tüftlern“ für Nischenprodukte der
                                           Medizintechnik.

                                           Wir sehen die Wissenschaft als Wertschöpfungsfak-
                                           tor, der regionale Unternehmen bei Förderung und
                                           Erhalt ihrer Innovationsfähigkeit unterstützt. Die
Thomas Niehoff
                                           Gesundheitsbranche kann hier in besonderem Maße
IHK Ostwestfalen zu Bielefeld
                                           profitieren. Die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld be-
Hauptgeschäftsführer
                                           müht sich um einen lebendigen Austausch zwischen
                                           Hochschulen und Unternehmen. Wir engagieren
                                           uns unter anderem im Wissenschaftsbüro der Stadt
                                           Bielefeld und in der Standortinitiative „Wissen-
                                           schaftsstadt Bielefeld“, die derzeit ein umfassendes
                                           Strategiekonzept für die Vernetzung von Wirtschaft,
                                           Wissenschaft, Campusentwicklung, Kultur und
                                           Stadtgesellschaft in der Kommune erarbeitet. Dabei
                                           stehen Themen wie Standortsicherung und -attrakti-
                                           vität, Fachkräftesicherung vor dem Hintergrund des
                                           demografischen Wandels sowie Bildung und Quali-
                                           fizierung im Vordergrund. Darüber hinaus arbeiten
                                           unsere Transferexperten an der direkten Schnittstelle
                                           zwischen Unternehmen und Hochschulen.

                                           Ostwestfalen punktet mit solidem Mittelstand und
                                           exzellenten Bildungs-, Arbeits- und Lebensbedingun-
                                           gen. Diese zu erhalten und nachhaltig zu fördern ist
                                           uns ein großes Anliegen. Wir begrüßen daher die
                                           Initiative des ZIG (Zentrum für Innovation in der Ge-
                                           sundheitswirtschaft OWL), das Forschungsprofil der
                                           Region im Gesundheitswesen zu schärfen und auf
                                           diese Weise Möglichkeiten zum Transfer zwischen
                                           Forschung und Praxis zu eröffnen.

                                           Ihr Thomas Niehoff

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Region für Gesundheit

Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist die
Gesundheitswirtschaft Motor für Beschäftigung und
Innovation. Eine gute Infrastruktur und erstklassig
qualifizierte Fachkräfte machen Deutschland zu
einem hervorragenden Standort für Unternehmen
der Gesundheitswirtschaft. Die Fortschrittlichkeit der
Branche lässt sich an den innovativen Hightech-Pro-
dukten, pharmazeutischen Neuerungen sowie der
Entwicklung immer neuer Behandlungsformen
ausmachen. Der Gesundheits- und Sozialsektor zählt
zu den großen Wachstumsmärkten der Zukunft.
Auch in Bielefeld ist der Gesundheits- und Sozial-
                                                         Brigitte Meier
sektor mit fast 30.000 sozialversicherungspflichtig
                                                         WEGE
Beschäftigten ausgezeichnet aufgestellt und hoch
                                                         Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bielefeld mbH
dynamisch. Mit den v. Bodelschwinghschen Stiftun-
                                                         Mitglied der Geschäftsleitung
gen Bethel und dem Evangelischen Johanneswerk
haben die beiden größten diakonischen Einrichtun-
gen in ganz Europa ihren Sitz in Bielefeld.

Unternehmen der Gesundheitsversorgung ebenso wie
Hersteller, Zulieferer und Dienstleister der Gesund-
heitswirtschaft kooperieren mit den Hochschulen
der gesamten Region. Wissenstransfer, Ausbildung
und Qualifizierung, Innovationsentwicklung durch
gemeinsame Forschungsprojekte und Kooperatio-
nen bieten gegenseitigen Nutzen. Dafür muss man
wissen, wer mit welcher Kompetenz und Exzellenz in
welchen Forschungsfeldern tätig ist.
Hier setzt der Forschungskatalog des ZIG an und
bietet die Möglichkeit, sich umfassend über die
Bandbreite der regionalen Forschung im Gesundheits-
bereich zu informieren. Der vorliegende Forschungs-
katalog macht die vorhandene Expertise der Region in
der Gesundheitswirtschaft sichtbar und nutzbar.

Als Mitgliedsunternehmen und enger Partner des
ZIG begleitet die WEGE mbH gerne den Prozess,
die Region Ostwestfalen-Lippe als kompetente
Forschungsregion für die Themen Gesundheit und
Wirtschaft deutlicher zu positionieren. Die daraus
resultierende Vernetzung zwischen Forschenden
untereinander, mit Unternehmen und weiteren Ak-
teuren aus der Gesundheitswirtschaft wird dauerhaft
die gesamte Region stärken.

Ihre Brigitte Meier

                                                                                                             5
OWL forscht für Gesundheit

                            An den Universitäten und Fachhochschulen in der             biologische oder biotechnologische, psychologische,
                            Region Ostwestfalen-Lippe forschen viel mehr                pharmakologische, ernährungswissenschaftliche
                            Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund um            oder medizintechnische Kompetenzen sowie um
                            Fragen der Gesundheit, als man vielleicht meint.            neue Lösungsansätze mit technischen Assistenzsys-
                            Mit exzellenten Forschungsprojekten zeigen sich die         temen oder HighTech-Produkten zum Beispiel für
                            Universität Bielefeld und die Universität Paderborn.        Menschen mit Behinderungen oder für chronisch
                            Auch an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, der              Kranke.
                            Fachhochschule Bielefeld, der Fachhochschule der
                            Diakonie und der Fachhochschule des Mittelstands            Die vorliegende Übersicht macht das Spektrum
                            finden innovative Forschungsaktivitäten statt, die          dieser Forschung in der Gesundheitsregion OWL
                            direkt oder indirekt zur Verbesserung der Gesund-           sichtbar. Sie ist eine Handreichung, um die Vernet-
                            heitsversorgung für die Menschen der Region und             zung zwischen Forschenden untereinander oder mit
                            zur Stärkung der Gesundheitswirtschaft insgesamt            interessierten Unternehmen und Akteuren aus Politik
                            beitragen. Zahlreiche Forscherinnen und Forscher            und Gesundheitswirtschaft zu fördern. Die Übersicht
                            suchen nach neuen Wegen, um Krankheiten vor-                unterstützt den regionalen Dialog. Sie bietet auch
                            zubeugen, sie zu diagnostizieren oder zu therapie-          Orientierung für akademische Nachwuchskräfte.
                            ren. Dabei geht es um medizinische, pflegerische,

        Aktuell fokussierte Forschungsbereiche mit
        Gesundheitsbezug der Ministerien und der                     Ingenieurwesen
        außeruniversitären Forschungsinstitute                             lll      Gesundheitswissenschaften
        in Deutschland                                 Maschinenbau                                  l
                                                             ll
                                                                               Indikationen
        Forschungsbereiche                                                                              Versorgungsforschung
        mit Gesundheitsbezug                Maschinentechnik,                                                   lll
                                                                        Prävention Volkskrankheiten
        an den Hochschulen
                                               Mechatronik
        in Ostwestfalen-
                                                   ll                                                           Bildungsforschung
                                                                    Umwelt       Medizintechnik
        Lippe                         Elektrotechnik                                                                  llll
                                            lll                                             Assistenzsysteme
                                                              Pflegeforschung                                    Pflegewissenschaften
                                                                                 l Uni BI                                lll
                                   Automatisierung
                                         lll                                     l Uni PB         Informatik
                                                           Life Sciences                                                Sozialwesen
                                                                                 l FH BI                                    ll
                                      Informatik                                 l HS OWL
                                         lll               Versorgungs-                             Telematik,
                                                             forschung           l FHDD           Elektronische     Psychologie, Sport
                                  Naturwissenschaften                            l FHM         Gesundheitskarte            lll
                                           ll                       Genetik,
                                                               Molekularbiologie                                      Linguistik
                                         Life Sciences                                  Medikamente,                      l
                                                                                   Wirkstoffe, Toxikologie,
                                              ll                                      Resistenzen, MRSA         Lebensmittel,
                                               Pharmazie                 Lebensmittel                            Ernährung
                                                  ll                                                                 ll
                                                          Architektur,                           Rechtswissenschaften
                                                        Innenarchitektur                                    l
                                                                 l           Wirtschaft und
                                                                               Gesundheit
                                                                                    l

Abb.: Forschungsthemen mit Gesundheitsbezug bundesweit und an den Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe

6
Einige Beispiele: Am Centrum für Biotechnologie der     Die Erhebung wurde im Wesentlichen während der
Universität Bielefeld (CeBiTec) werden Methoden         ersten Jahreshälfte 2016 durchgeführt und erfolgte
zur gezielten Vernichtung von Tumorzellen entwi-        mit Beschränkung auf die sechs Hochschulen der
ckelt. Oder: Mathematiker der Universität Paderborn     Gesundheitsregion OWL:
arbeiten unter dem Stichwort „Mathematische
Biologie“ an Berechnungsformeln zum Wachstum            ■ Universität Bielefeld
von Krebstumoren. Auch die anderen Hochschulen          ■ Universität Paderborn
greifen neue Entwicklungstrends auf und tragen zu       ■ Hochschule Ostwestfalen-Lippe
einer vitalen „Forschungslandschaft Gesundheit“ in      ■ Fachhochschule Bielefeld
der Region OWL bei. Die Hochschule OWL entwi-           ■ Fachhochschule der Diakonie
ckelt Verfahren zur Optimierung pharmazeutischer        ■ Fachhochschule des Mittelstands
Wirk- und Trägerstoffe und beschäftigt sich im archi-
tektonischen Bereich mit dem Thema Wohnmedizin.
Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) greift        Im Rahmen der verfügbaren Möglichkeiten konn-
den gesellschaftlichen Trend zu veganer Ernährung       ten für diese Broschüre längst nicht alle Hinweise
auf und bietet den neuartigen Studiengang B. A.         verfolgt und nicht alle Informationen aufgenommen
Vegan Food Management an. Das Land Nord-                werden. Es gäbe sehr viel mehr zu berichten. Aber
rhein-Westfalen fördert das neue Fortschrittskolleg     die Broschüre bietet einen ersten Einblick in das brei-
an der Universität Bielefeld: „Herausforderungen        te Spektrum der Forschung für Gesundheit in OWL.
und Chancen globaler Flüchtlingsmigration für die
Gesundheitsversorgung in Deutschland (FlüGe)“.          Stellvertretend für die große Themenvielfalt stehen
Das Besondere daran ist der interdisziplinäre Ansatz    zehn exemplarische Portraits, ebenso wie die
und die Kooperation mit Praxispartnern aus dem          ausgewählten hochschulintegrierten oder -nahen
Gesundheitswesen. Besondere Forschungskompe-            Forschungsinstitute mit Bezügen zur Gesundheits-
tenzen gibt es in der Gesundheitsregion OWL in der      versorgung und Gesundheitswirtschaft. Die Bro-
medizinnahen Forschung zu Tumorbehandlungen,            schüre listet über 80 Ansprechpartnerinnen und
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Demenz       Ansprechpartner auf – für ganz unterschiedliche
oder körperlichen, geistigen und seelischen Behin-      Forschungsthemen und -projekte. Die Dokumenta-
derungen.                                               tion beansprucht ausdrücklich keine Vollständigkeit.
                                                        Wir freuen uns über weitere Hinweise, Anregungen
Die Übersicht zur Forschung rund um Gesundheit in       und Ergänzungen.
OWL ist aus vorliegenden Informationen, gezielten
Recherchen sowie Befragungen von Multiplikatoren
der Gesundheitsbranche entstanden. Unterstützt          ZIG – Zentrum für Innovation
wurden die Arbeiten zu dieser Übersicht durch Ge-       in der Gesundheitswirtschaft OWL
spräche mit Professorinnen und Professoren an den
Hochschulen, bei den Rektoraten und Hochschullei-       Uwe Borchers               Susanne Lübker
tungen sowie mit den Forschungs- und Transferbe-        Geschäftsführer            Projektleitung
auftragten. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten                                 Forschung für Gesundheit
sehr herzlich für wertvolle Hinweise und weiterfüh-
rende Empfehlungen.

                                                                                                                  7
Institute und universitäre
    Forschungszentren in OWL

    Zahlreiche An- und In-Institute der Hochschulen,                     Das C-LAB Cooperative Computing & Commu-
    Exzellenzcluster und Forschungslabore an den Hoch-                   nication Laboratory ist ein gemeinsames For-
    schulen der Region ergänzen die anwendungsnahe                       schungs- und Entwicklungslabor der Firma Atos
    Forschung im Gesundheitsbereich. Sie werden zum                      und der Universität Paderborn. Die Vision des
    Teil mit beachtlichen Summen aus Bund und Län-                       C-LAB lautet: Herausforderungen beim Übergang in
    dern gefördert. Auch die Fachhochschulen bauen                       die Informationsgesellschaft sind nur durch globale
    ihre Forschung seit einigen Jahren aus und sind mit                  Kooperation und in tiefer Verzahnung von Theorie
    fachbereichsnahen Fakultäten oder Instituten der                     und Praxis zu lösen. Hier arbeiten Mitarbeiterinnen
    Universitäten vernetzt.1                                             und Mitarbeiter von Hochschule und Industrie in
                                                                         einer institutsähnlichen Organisation an Projek-
                                                                         ten mit internationalen Partnern. Das allgemeine
    Universität Paderborn                                                Arbeitsgebiet umfasst Computeranwendungen und
                                                                         -techniken sowie computergestützte Kommunika-
    Die Universität Paderborn hat besondere Stärken in                   tion zur Bewältigung technischer, prozessualer und
    den informationstechnologischen, technischen und                     sozialer Herausforderungen.
    ingenieurwissenschaftlichen Forschungsbereichen.
    Neben den Fakultäten für Naturwissenschaften,                        Zum 1. Januar 2016 wurde aus der Fraunhofer-
    Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und                         Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik des
    Mathematik gibt es zahlreiche Institute und Ent-                     Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT,
    wicklungslabore, die mit der Universität eng ver-                    Aachen das eigenständige Fraunhofer IEM. Es ist
    netzt sind und in einzelnen Projekten immer wieder                   damit die erste selbstständige außeruniversitäre
    auch Bezüge zum Gesundheitswesen finden.                             Forschungseinrichtung in der Innovationsregion
                                                                         Ostwestfalen-Lippe. Die Fraunhofer IEM (Fraunho-
    Die Abteilung Advanced System Engineering                            fer-Einrichtung für Entwurfstechnik Mechatronik)
    (ASE) des Fraunhofer ENAS (Fraunhofer-Insti-                         bietet Expertise für intelligente Mechatronik im
    tut für Elektronische Nanosysteme) in Paderborn                      Kontext Industrie 4.0. Mechatronische Systeme
    beschäftigt sich mit dem Entwurf, der elektrischen                   von morgen sollen benutzungsfreundlich sein, auf
    Simulation und der Charakterisierung von mikro-                      die zunehmende Komplexität des Gesamtsystems
    und nanoelektronischen Systemen sowie von                            reagieren können, intelligenter und stärker vernetzt
    Mikrosystemen. Kernkompetenzen sind Entwurf                          werden. Die Einrichtung verfolgt das Ziel, intelligen-
    und Modellierung. Der Hauptfokus liegt auf dem                       te Produkte, Produktionssysteme und Dienstleis-
    Gebiet der Modellierung parasitärer elektromagne-                    tungen zu entwickeln. Sie wird durch die interdis-
    tischer Effekte (elektromagnetische Verträglichkeit,                 ziplinäre Zusammenarbeit mit dem Heinz Nixdorf
    elektromagnetische Zuverlässigkeit, Signalintegrität,                Institut und der Universität Paderborn gestärkt.
    Hochfrequenz).
                                                                         Das interdisziplinäre Heinz Nixdorf Institut (HNI)
    Das Center for Optoelectronics and Photonics                         stellt die Symbiose von Informatik, Natur- und
    Paderborn (CeOPP) ist ein interdisziplinäres For-                    Ingenieurwissenschaften in den Mittelpunkt.
    schungszentrum der Fachbereiche Elektrotechnik,                      Hieraus entstehen Impulse für intelligente techni-
    Physik und Chemie an der Universität Paderborn. Es                   sche Systeme und Dienstleistungen der Zukunft.
    befasst sich mit den Bereichen Materialforschung,                    Diese finden Anwendung in Kommunikationstech-
    Geräte- und Systementwicklung im Feld der Opto-                      nik, Maschinenbau, Verkehrstechnik, Elektroindus-
    elektronik und Photonik.                                             trie und Medizintechnik.

    1) Die folgende alphabetische Zusammenstellung einzelner Institute
    und Projekte basiert weitestgehend auf den Selbstdarstellungen der   Die Forschung des Instituts für Ernährung,
    Einrichtungen im Internet.                                           Konsum und Gesundheit umfasst die Erhebung,

8
Auswertung und Beurteilung von Verzehrdaten im         „Applied neurosciences in sports and exercise“ ist
Zusammenhang mit repräsentativen epidemiologi-         der innovative Forschungsweg, den das Sportme-
schen Studien. Mithilfe dieser Daten werden aktu-      dizinische Institut unter neurologischer Leitung
elle ernährungswissenschaftliche Fragestellungen       innerhalb der deutschen und internationalen
wie die Zufuhr von Energie, Nähr- und Zusatzstof-      Sportmedizin einschlägt. Die physiologische Basis
fen in verschiedenen Altersgruppen untersucht.         der Forschungsarbeit bilden die Beschreibung und
Dabei arbeiten die Forscher eng mit verschiedenen      Erforschung von Funktionsweisen des Gehirns –
Partnereinrichtungen zusammen: an der Universität      beispielsweise in Netzwerken – in Relation zu Leis-
Paderborn mit den Haushalts- und den Sportwis-         tung und Ermüdung. Im Interesse der angewandten
senschaften/Sportmedizin, außeruniversitär mit der     Forschung stehen die Wirkung auf das autonome
Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE),      Nervensystem oder Veränderungen durch Erkran-
dem Max Rubner-Institut (MRI), dem Bundesinsti-        kungen des Gehirns wie Epilepsien, Demenz oder
tut für Risikobewertung (BfR) sowie dem Robert         Multiple Sklerose. Angewandte Projekte im Bereich
Koch-Institut (RKI).                                   der Prävention und Therapie neurodegenerativer
                                                       Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz, Multip-
Das Institut für Leichtbau mit Hybridsystemen          len Sklerose oder bei Epilepsien laufen unter dem
(ILH) bündelt Kapazitäten aus den Fachbereichen        Projekttitel „Sport als Apotheke“.
Chemie, Physik und Maschinenbau in elf Arbeits-
gruppen. Realisiert werden neue Hybridsysteme aus      www.iem.fraunhofer.de/de/fraunhofer-iem/pro-
verschiedenartigen Materialien. Der ganzheitliche      fil-und-leitbild.html | www.ceopp.de |www.c-lab.de |
Leichtbauansatz ermöglicht signifikante Energie-       www.iem.fraunhofer.de | www.hni.uni-paderborn.
und Kosteneinsparungen, von denen unter ande-          de | www.sug.uni-paderborn.de/ekg/ernw | www.
rem die Medizintechnik profitiert.                     ilh.uni-paderborn.de | www.s-lab.uni-paderborn.de |
                                                       www.sug.uni-paderborn.de/sport/sportmedizin
Das s-lab – Software Quality Lab folgt dem Leit-
gedanken der Softwarequalität. Das Labor wurde
als erste wissenschaftliche Einrichtung der Fakultät   Universität Bielefeld
für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik
der Universität Paderborn errichtet. Ziele sind die    Das Center for Biotechnology (CeBiTec) ist
kooperative Forschung mit Unternehmen sowie der        eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der
Transfer von Wissen, Kompetenzen und Technolo-         Universität Bielefeld. Es hat die Aufgabe, die
gien zu Themen der Softwareentwicklung und Soft-       biotechnologischen Aktivitäten und Forschungs-
warequalitätssicherung. Themenschwerpunkte sind        projekte der Universität Bielefeld zu bündeln und
modellbasierte Entwicklungsmethoden, Software-         kombiniert die Expertise von Forschenden aus den
architektur, Softwarequalität und Softwaretests,       Naturwissenschaften, den Life Sciences, techni-
Anforderungsmanagement, intelligente Informati-        schen Fachbereichen und der Informatik. Mehr als
onsverarbeitung und adaptive Systeme. Das s-lab        35 Forschungsgruppen arbeiten in verschiedenen
arbeitet zurzeit mit neun assoziierten Partnerunter-   Forschungsfeldern und nutzen eine umfassende
nehmen zusammen, die von den Forscherinnen und         technologische Infrastruktur. Die beiden zentralen
Forschern bei der Entwicklung qualitativ hochwerti-    Forschungsfelder sind: Large Scale Genomics and
ger Softwareprodukte unterstützt werden.               Big Data Bioinformatics und Metabolic Engineering
                                                       of Unicellular Systems and Bioproduction. In beiden
Am Sportmedizinischen Institut steht neben             Forschungsfeldern gibt es zahlreiche Kooperati-
einer breiten klinischen und sportmedizinischen        onsvorhaben mit medizinischen Einrichtungen,
Leistungs- und Gesundheitsdiagnostik das Gehirn        beispielsweise mit dem Herz- und Diabeteszentrum
im Zentrum der Lehr- und Forschungstätigkeiten.        NRW, Bad Oeynhausen oder pharmazeutischen

                                                                                                              9
Unternehmen. Themen sind unter anderem: Bioin-         Das Projekt KogniHome vom Exzellenzcluster
     formatik und personalisierte Medizin, Drug Design,     Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) beschäf-
     Molekulare Medizin, Medical Microbiology and           tigt sich mit der mitdenkenden Wohnung. Die Tür
     Genomics, KardioGenetik oder Molekulargenetik,         begrüßt Besucher, der Garderobenspiegel erinnert
     mit dem Ziel der genetischen Beratung für familiäre    an den Schlüssel, der Herd warnt, wenn die Milch
     Formen der Kardiomyopathie. Das Projekt „Deut-         überzukochen droht – dies sind nur einige Fähigkei-
     sches Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur         ten der mitdenkenden Wohnung. Menschen sollen
     (de.NBI)“ des Bundesministeriums für Bildung und       in ihrem häuslichen Alltag unterstützt werden
     Forschung (BMBF) besteht aus einem Verbund acht        – ausgestattet mit lernender Technik, die einfach
     deutscher Zentren der Bioinformatik, die künftig       durch Sprache oder Gestik bedient wird. Gerade
     bioinformatische Dienstleistungen für Forschungs-      die intuitive Steuerung bietet für Seniorinnen und
     projekte aus Biotechnologie und Biomedizin             Senioren sowie Menschen mit Behinderungen
     anbieten sowie die Ausbildung in der Nutzung von       eine Chance, selbstbestimmt in den eigenen vier
     Bioinformatik-Software fördern sollen. Das Projekt     Wänden zu wohnen. 14 Partner aus Wissenschaft,
     wird bis 2020 durch das BMBF mit 22 Millionen          Industrie, Sozial- und Gesundheitswesen haben sich
     Euro gefördert.                                        hier zu einem Kooperationsverbund zusammen-
                                                            geschlossen. Dies sind unter anderem der Haus-
     Von Alltagsgeräten bis zu Robotern: Forscherinnen      gerätehersteller Miele, die v. Bodelschwinghschen
     und Forscher am CITEC – Exzellenzclusters Kog-         Stiftungen Bethel und das Unternehmen Hella aus
     nitive Interaktionstechnologie der Universität         Lippstadt. Das Bundesministerium für Bildung und
     Bielefeld entwickeln technische Systeme, die für       Forschung (BMBF) fördert das Projekt bis 2017 mit
     den Menschen intuitiv und leicht bedienbar sind.       acht Millionen Euro. Einschließlich der Eigenmittel
     Die Vision: Technologien zu entwickeln, die sich an    der Projektpartner liegt das Gesamtvolumen bei
     den Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Das         11,3 Millionen Euro. Das Engagement der v. Bo-
     Exzellenzcluster CITEC ist seit 2013 in einem eigen-   delschwinghschen Stiftungen Bethel in Bezug auf
     ständigen Neubau auf dem Campus der Universität        technische Erleichterungen des Alltags ist groß. Die
     Bielefeld und in Verbindung zum neuen Campus           seit 2011 bestehende Kooperation mit dem CITEC
     der Fachhochschule Bielefeld angesiedelt. Es um-       führt dazu, dass sich die Ideen der CITEC-Forscher
     fasst rund 250 Mitglieder. Sie verteilen sich auf 29   an den praktischen Bedürfnissen von Menschen
     Forschungsgruppen, die zu den fünf Fakultäten          unterschiedlicher Beeinträchtigungen orientieren
     Biologie, Linguistik und Literaturwissenschaft,        können. Umgesetzt wird nur das, was von den Be-
     Mathematik, Psychologie und Sportwissenschaft          treuten und ihren Angehörigen, aber auch von den
     sowie zur Technischen Fakultät der Universität         Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern akzeptiert wird.
     Bielefeld gehören. Dazu kommen strategische Part-      Forschungsansätze sind unter anderem virtuelle
     ner aus Industrie, Wirtschaft und dem Sozial- und      Assistenten, die soziale Umgangsformen lernen,
     Gesundheitswesen, darunter die v. Bodelschwingh-       digitale Mitbewohner als Kompass, die mithan-
     schen Stiftungen Bethel, Miele, Bertelsmann und        delnde Brille, der intelligente Waschtisch, der beim
     das Honda Research Institute. Die Forschungs-          Zähneputzen souffliert und vielfältige Software-
     gruppen beschäftigen sich zum Beispiel mit Active      anwendungen für Menschen mit Behinderungen,
     Sensing, Neuropsychologie und Neurolinguistik,         Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
     Ambient Intelligence, Computerlinguistik, Interak-
     tionstechnologie, Kognitiver Robotik, Neuroinfor-      Das CoR-Lab Research Institute for Cognition
     matik, Biomechanik, Psychologie, Semantischen          and Robotics (CoR-Lab) besteht seit Oktober
     Datenbanken und Verhaltensökologie.                    2007 und ist eine wissenschaftliche Einrichtung der
                                                            Universität Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr.
                                                            Jochen J. Steil. Es verbindet Ingenieurwissenschaf-

10
ten, Informatik, Neuro- und Geisteswissenschaften       Behaviour in school-aged Children). Diesen Status
sowie Psychologie und Linguistik. Es steht damit in     besitzen weltweit nur etwa 7 Prozent der Schools
der langen Bielefelder Tradition der interdisziplinä-   of Public Health. Die Aufgabe des Collaborating
ren Forschung. CoR-Lab hat sich zum Ziel gesetzt,       Centers in Bielefeld besteht darin, die internatio-
Maschinen zu entwickeln, die vom Menschen und           nalen Publikationen der 35 Länderteams sowie die
seinem Verhalten lernen, sich an den Menschen           Forschungsarbeiten im gesamten Bundesgebiet zu
anpassen und flexibel mit ihm interagieren können.      koordinieren.
Als neuartige Forschungsinstrumente und Demons-
trationsplattformen werden aktuelle humanoide           Das Institut für Pflegewissenschaft an der
Roboter sowie industrienahe Robotersysteme              Universität Bielefeld (IPW) gehört zur AG 6 –
verwendet. Das CoR-Lab erschließt durch einen           Versorgungsforschung und Pflegewissenschaft
intensiven Wissensaustausch in Transferprojekten in     der Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Es
der Region Ostwestfalen-Lippe und darüber hinaus        wurde 1995 gegründet mit dem Ziel, den Aus-
das Potenzial der Lern- und Kognitionstechnologie.      bau von Pflegewissenschaft und -forschung auf
                                                        universitärer Ebene voranzutreiben. Das IPW ist ein
Ein Alleinstellungsmerkmal in der regionalen            An-Institut der Universität Bielefeld und wird vom
Aus- und Weiterbildungslandschaft für das Thema         Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege
Gesundheit ist die Fakultät für Gesundheits-            und Alter NRW finanziell gefördert. Träger ist die
wissenschaften an der Universität Bielefeld.            Gesellschaft zur Förderung der Pflegewissenschaft
Sie entstand 1994 als erste deutsche Fakultät           NRW e. V. (GFP). Die Aktivitäten des IPW zielen
für Gesundheitswissenschaften/School of Public          darauf ab, pflegewissenschaftliche Erkenntnisse zu
Health. Mit der Ausrichtung auf berufsverwertbare       gewinnen, die zur Verbesserung der pflegerischen
Grundlagenforschung und Lehre wurde die Fakultät        Versorgung beitragen. Dabei geht es insbesondere
als Professional School, im Unterschied zu einer        um die Entwicklung von bedarfsangemessenen,
Academic School, gegründet. Der Fachbereich             evidenzbasierten Versorgungs- und Interventi-
speist sich entsprechend seinem interdisziplinären      onskonzepten. Bearbeitet werden vorrangig drei
Leitgedanken aus unterschiedlichen wissenschaftli-      Themenschwerpunkte: Konzept-, Methoden- und
chen Disziplinen: Biologie, Epidemiologie, Medizin,     Instrumentenentwicklung, Stationäre (Langzeit-)
Demografie, Ökonomie, Pädagogik, Psychologie,           Versorgung, Ambulante Pflege/Community Health.
Pflegewissenschaft/Versorgungsforschung, Polito-
logie und Soziologie. Die Bevölkerungsbezogene          Das Zentrum für Versorgungsforschung und
Gesundheit als Forschungsgegenstand verbindet           Rehabilitationswissenschaften an der Fakultät
diese Disziplinen miteinander. Dabei betrachten         für Gesundheitswissenschaften ist eine Dienst-
die Forscherinnen und Forscher zum Beispiel die         leistungsplattform für Forschungsaktivitäten im
Zusammenhänge zwischen sozialer Benachteiligung         Bereich der gesundheitlichen Versorgung chronisch
und Gesundheit oder erfassen quantitativ epide-         Kranker. Als wissenschaftliche Einrichtung bündelt
miologische Störungen und Wirtschaftlichkeits-          es im Sinne des Landeshochschulgesetzes NRW ver-
faktoren im Gesundheitswesen. Sie untersuchen           schiedene Forschungsaktivitäten speziell in den Be-
Möglichkeiten und Grenzen der Telemedizin und           reichen Pflege- und Rehabilitationswissenschaften,
erarbeiten Studien zur Pflegesituation vor dem Hin-     aber auch in Epidemiologie und Sozialepidemiolo-
tergrund des demografischen Wandels. Ziel ist es,       gie, Gesundheitssystemanalyse sowie Statistik und
die Rahmenbedingungen für die Gesunderhaltung           Forschungsmethoden. Das Zentrum ist eine Service-
aller Bevölkerungsgruppen weiter zu verbessern.         einheit für die Mitglieder der Fakultät, kooperie-
1994 ernannte die Weltgesundheitsorganisation           rende Wissenschaftler und Einrichtungen sowie für
die Fakultät zu einem der drei „Collaborating           Kostenträger und Drittmittelgeber. Grundsätzlich
Centers“ des HBSC-Forschungsverbundes (Health           geht es darum, Projekte und Kooperationen aus der

                                                                                                              11
Versorgungs-, Pflege- und Rehabilitationsforschung     Mathematik und Wirtschaft/Gesundheit. Es bietet
     zusammenzulegen und sie in einer leistungsfähigen      berufsbegleitende Studienangebote zur Profes-
     Versorgungsforschung nachhaltig zu festigen.           sionalisierung des beruflichen Bildungspersonals
                                                            im Humandienstleistungs- und Technikbereich. Im
     www.cebitec.uni-bielefeld.de | www.cit-ec.de |         weiterbildenden Studium sollen Arbeitskräfte unter
     www.hbsc-germany.de | www.kogni-home.de |              anderem auf leitende Funktionen in Betrieben oder
     www.cor-lab.uni-bielefeld.de | www.uni-bielefeld.      Weiterbildungseinrichtungen vorbereitet werden.
     de/gesundhw/fakultaet | www.uni-bielefeld.de/          Die Fachhochschule Bielefeld kooperiert in diesem
     gesundhw/ag6/ipw | www.uni-bielefeld.de/gesund-        Projekt mit der Westfälischen Wilhelms-Universität
     hw/zfv                                                 Münster sowie mit Unternehmen aus der Region
                                                            OWL. Es wird im Zeitraum von 2014 bis 2018 durch
                                                            das Bundesministerium für Bildung und Forschung
     Fachhochschule                                         (BMBF) gefördert.

     Bielefeld                                              Im InBVG – Institut für Bildungs- und Versor-
                                                            gungsforschung im Gesundheitsbereich arbei-
     Bis vor einigen Jahren waren die Aktivitäten der       ten Forscherinnen und Forscher der Lehreinheit
     Fachhochschule im Bereich Forschung und Entwick-       Pflege und Gesundheit mit verschiedenen Arbeits-
     lung relativ schwach entwickelt. Es gab einige sehr    schwerpunkten in den Bereichen Pflegewissen-
     erfolgreiche Akteurinnen und Akteure, es fehlten       schaft, Therapiewissenschaften, Gesundheitswis-
     aber eine breitere Basis und nachhaltige Strukturen.   senschaften sowie Berufspädagogik und Medizin
     Diesem in Fachhochschulen traditionell verankerten     zusammen. Ziel ist es unter anderem, die Entwick-
     Strukturmerkmal wirkt die FH Bielefeld seit einiger    lungen im Gesundheitsbereich mitzugestalten. Das
     Zeit erfolgreich entgegen. So wurde seit 2007 bei-     InBVG begleitet und unterstützt Praxiseinrichtungen
     spielsweise der technische Bereich ausgebaut, um       in den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunk-
     neue Studiengänge zu schaffen, aber auch um For-       ten durch Vernetzung in Wissenschaft und Praxis,
     schung und Entwicklung zu stärken. Zur finanziel-      fördert den wissenschaftlichen Austausch und die
     len Unterstützung wurden – neben der Einwerbung        interdisziplinäre Zusammenarbeit. Es bietet Nach-
     von Drittmitteln – hausinterne Förderinstrumente       wuchsförderung, Forschungsdienstleistungen und
     entwickelt.                                            Transfer. Forschungsschwerpunkte sind: Bildungs-
                                                            forschung (Qualifikations- und Kompetenzentwick-
     Bereits 1995 gründete die FH Bielefeld den Fach-       lung in den Gesundheitsberufen, Lehr- und Lern-
     bereich Pflege und Gesundheit. Er ist der jüngste      forschung im Gesundheitsbereich, Personal- und
     unter den fünf Fachbereichen. Bachelor-Studien-        Organisationsentwicklung im Gesundheitsbereich);
     gang „Berufliche Bildung Pflege/Berufliche Bildung     Versorgungsforschung (Regional differenzierte
     Therapie“ und Masterstudiengang „Berufspäda-           Versorgungskonzepte, Förderung von Gesundheits-
     gogik Pflege und Therapie“ bereiten Studierende        kompetenz und Selbstmanagement in unterschied-
     aus Pflege- und Therapieberufen auf pädagogische       lichen Phasen des Lebenslaufs, Mensch-Technik-In-
     Aufgaben vor. Seit 2010 gibt es zusätzlich den         teraktion, Evaluation von Versorgungskonzepten).
     dualen Bachelor-Studiengang „Gesundheits- und          Die Ergebnisse der Arbeit leisten einen Beitrag für
     Krankenpflege“, in dem Studierende einen Berufs-       die zukunftsgerichtete Gestaltung der Berufs- und
     abschluss und den wissenschaftlichen Bachelor of       Tätigkeitsfelder im Gesundheitsbereich.
     Science (B. Sc.) erlangen.
                                                            Das ISyM Institut für Systemdynamik und
     Human Tec ist ein interdisziplinäres Forschungs-       Mechatronik entwickelt technische Systeme auf
     projekt der Fachbereiche Ingenieurwissenschaften/      den Gebieten Human Mechatronics und Model

12
based Automation. Es wurde 2013 am Fachbereich         im Bereich der Prävention von Pflegebedürftigkeit
Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH          und bei eingetretener Pflegebedürftigkeit, in der
Bielefeld gegründet. Der vom ISyM geprägte Begriff     pflegerischen Versorgung, bei unterschiedlichen
Human Mechatronics steht für menschzentrierte          Nutzergruppen sowie in der seit langem beklagten
Technologien, bei der mechatronische und mensch-       mangelnden Patienten- und Nutzerorientierung.
liche Faktoren im Entwurf intelligenter Systeme        Der Forschungsverbund konzentriert sich auf die
gleichermaßen berücksichtigt werden. Anwendun-         zwei Themenschwerpunkte Regional differenzierte
gen finden sich unter anderem im Gesundheitswe-        Versorgungskonzepte sowie Förderung der Ge-
sen (Orthetik, Prothetik, intelligente Gehörschutz-    sundheitskompetenz und des Selbstmanagements
lösungen). Ein wichtiger Entwicklungsfokus liegt       in den unterschiedlichen Phasen des Lebenslaufs.
in der Produktion. Es werden zum Beispiel Roboter      Für die Bearbeitung der Einzelprojekte wurden fünf
entwickelt, die die Montagearbeiten nicht erset-       Forschertandems zwischen der Universität und der
zen, sie jedoch erleichtern, indem die Bewegungen      Fachhochschule Bielefeld gebildet.
intuitiv gesteuert werden können.
                                                       www.fh-bielefeld.de/forschungsbericht-2014 |
Im Prüflabor für Rollsysteme bietet das Kompe-         www.fh-bielefeld.de/fb5/bereich-pflege-und-ge-
tenzzentrum für Bewegungsvorgänge (KfB),               sundheit | www.fh-bielefeld.de/fb3/forschung/inter-
Untersuchungen beweglicher Systeme mit der Ziel-       disziplinaere-projekte/humantec | www.fh-bielefeld.
setzung einer Energie- und Nutzungsoptimierung         de/inbvg | www.fh-bielefeld.de/fb3/forschung/isym |
an. Im Rahmen der unabhängigen Untersuchung            www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag6/nuv
von Rädern, Rollen und Gehäusen aus unterschied-
lichen Einsatzbereichen analysiert das KfB Betriebs-
parameter, Bewegungssysteme, Dauerbelastung,           Hochschule
Verschleiß und Schlupf. Ein wesentlicher Bestand-
teil der Untersuchungen sind die Prüfungen nach        Ostwestfalen-Lippe
DIN-Normen. Das KfB steht in direkter – auch per-
soneller – Verbindung zum Forschungs- und Ent-         An der Hochschule Ostwestfalen-Lippe wird
wicklungsschwerpunkt Industrielle Bewegungs-           intensiv im Bereich der Automatisierungstechnik
Technologie (IBT), dem Labor für Fördertechnik,        geforscht. Auch wenn auf den ersten Blick kei-
Materialfluss und Logistik (FML) und dem Fachbe-       ne direkten Bezüge zur Gesundheitsversorgung
reich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der       erkennbar sind, schlagen sich Ergebnisse dieser
FH Bielefeld.                                          Forschungsbereiche auf Produktionsprozesse etwa
                                                       bei Medizin- und Pharmaprodukten nieder. Daher
Der Fachbereich Gesundheit und Wirtschaft der          werden hier einige Einrichtungen mit exzellenter
Fachhochschule Bielefeld und die Fakultät für          Forschungskompetenz, auch aus den Bereichen
Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld    Architektur, Innenarchitektur und Lebensmitteltech-
starteten 2013 eine Forschungskooperation, die zu-     nologie an der Hochschule OWL vorgestellt.
gleich der Förderung des wissenschaftlichen Nach-
wuchses dient. Der vom Ministerium für Innova-         Das Forschungs- und Entwicklungszentrum Cen-
tion, Wissenschaft und Forschung NRW geförderte        trum Industrial IT (CIIT) ist Deutschlands erstes
NuV – Forschungsverbund Nutzerorientierte              Science-to-Business-Center im Bereich der industri-
Versorgung bei chronischer Krankheit und               ellen Automation. Unter einem Dach arbeiten und
Pflegebedürftigkeit zielt auf den sozio-demo-          forschen voneinander unabhängige Unternehmen
grafischen und epidemiologischen Wandel, der           und Institute an der Verknüpfung von Informations-
das gesamte Gesundheitswesen und den Pflege-           und Automatisierungswelt. Das Institut für in-
bereich vor große Herausforderungen stellt, wie        dustrielle Informationstechnik (inIT) in Lemgo

                                                                                                             13
forscht und entwickelt auf dem Gebiet der indus-       beit mit Industriepartnern entwickelt. Dabei geht
     triellen Informationstechnik und Automation für        es in erster Linie um die energetische Verbesserung
     intelligente technische Systeme. ProErgo – Ergo-       der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Verringe-
     nomische Gestaltung von Produktionsmaschi-             rung von Wärmebrücken) und den Einsatz neuer
     nen im Kontext Industrie 4.0 ist ein 2013 ge-          Technologien und erneuerbarer Energiequellen.
     gründeter interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt     Unter dem Titel PerceptionLab haben sich Hoch-
     der Hochschule OWL. Ziel ist es, gemeinsam mit         schullehrende aus den Fachbereichen Architektur
     Herstellern, Betreibern und Nutzern von Produkti-      und Innenarchitektur sowie Medienproduktion mit
     onsmaschinen innovative ergonomische Standards         dem Ziel zusammengeschlossen, die Wahrnehmung
     für Produktionsmaschinen und deren Betrieb zu          von Objekten, Räumen und medialen Umgebungen
     erforschen, diese technischen und organisatori-        durch den Menschen beziehungsweise den Nutzer
     schen Standards im Rahmen von Maschinenpro-            in den Mittelpunkt von Forschung und Lehre zu
     totypen zu erproben und weiterzuentwickeln. An         stellen. Durch die Beteiligung unterschiedlicher
     diesem Forschungsschwerpunkt sind die Fachbe-          Fachrichtungen und die Einbindung externer Fach-
     reiche Produktion und Wirtschaft, Elektrotechnik       leute, ist der Forschungsansatz ein ganzheitlicher.
     und Technische Informatik, die Detmolder Schule
     für Architektur und Innenarchitektur sowie das         Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln, Nach-
     Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Auto-          haltigkeit der Produktionsprozesse und Produktin-
     mation (IOSB-INA) und das Institut für industrielle    novationen sind die Antriebsmotoren für Forschung
     Informationstechnik (inIT) beteiligt. Darüber hinaus   und Entwicklung im Institut für Lebensmitteltech-
     arbeiten am Forschungsschwerpunkt weitere              nologie.NRW (ILT.NRW), das 2010 gegründet
     Partner mit. In Lemgo wurde im April 2016 die          wurde und ein In-Institut der Hochschule Ostwest-
     SmartFactoryOWL eröffnet. Die Forschungs- und          falen-Lippe ist. Hier haben sich lebensmittelorien-
     Demonstrationsfabrik in Lemgo ist auf Initiative der   tierte und forschungsaktive Hochschullehrerinnen
     Fraunhofer-Gesellschaft und der Hochschule OWL         und -lehrer des Fachbereiches Life Science Tech-
     errichtet worden, um neue Industrie-4.0-Techno-        nologies zusammengeschlossen, um gemeinsa-
     logien wissenschaftlich zu begleiten, praktisch zu     me Themenfelder zu erschließen und somit das
     erproben und für KMU erfahrbar zu machen.              Profil der Lemgoer Lebensmitteltechnologie nach
                                                            innen und außen zu schärfen. Neben dem Tech-
     Unter dem Dach der Detmolder Schule für Ar-            nologie- und dem wissenschaftlichen Austausch
     chitektur und Innenarchitektur haben sich drei         zwischen praxisorientierter Forschung und indus-
     Forschungsschwerpunkte entwickelt, die sich mit        trieller Umsetzung, bietet das ILT.NRW ein Dienst-
     der Gestaltung und Konstruktion von Gebäuden,          leistungsspektrum primär für den Bedarf in der
     dem Wohnumfeld und deren Wahrnehmung befas-            Lebensmittelindustrie und den Zulieferbetrieben an.
     sen: Das urbanLab bündelt die Kompetenzen und          Ein weiterer Eckpfeiler im ILT.NRW ist der Bereich
     Kapazitäten in den Bereichen Stadtplanung, Land-       Fortbildung und Science to Business Transfer. Dazu
     schaftsarchitektur, Verkehrsplanung, Siedlungswas-     gehören regelmäßige Fachtagungen, Symposien,
     serwirtschaft und Kommunikation. Beteiligt sind        Seminare und Schulungen.
     die Fachbereiche Detmolder Schule für Architektur
     und Innenarchitektur, Bauingenieurwesen sowie          www.ciit-owl.de | www.hs-owl.de/init | www.hs-
     Landschaftsarchitektur und Umweltplanung. Ziel         owl.de/proergo.html | www.smartfactory-owl.de |
     des ConstructionLab ist es, Materialien und Pro-       www.hs-owl.de/fb1/forschung/urbanlab | www.
     dukte und ihre Anwendung in der Architektur und        hs-owl.de/fb1/forschung/constructionlab.html |
     Innenarchitektur weiterzuentwickeln – insbeson-        www.hs-owl.de/fb1/forschung/perceptionlab.html |
     dere als Teil der Gebäudehülle. Die verschiedenen      www.hs-owl.de/ilt-nrw
     Forschungsprojekte werden in enger Zusammenar-

14
Fachhochschule                                          Fachhochschule
der Diakonie                                            des Mittelstands
Die Fachhochschule der Diakonie sieht sich als          Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM)
„Forschungswerkstatt“ der Diakonie, denn soziale        verfügt über angeschlossene In-Institute, die sich
Einrichtungen unterhalten nur selten eigene             mit Aufgaben der Forschung, wissenschaftlichen
Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Die            Weiterbildung und Wirtschaftsförderung beschäfti-
Forschungsvorhaben der Hochschule orientieren sich      gen. Die Bereiche der Unternehmensgründung und
an konkreten Aufgabenstellungen aus der sozialen        Existenzsicherung stellen sowohl in der Hochschul-
Arbeit. Zur Bündelung der Forschungsaktivitäten         lehre als auch in der Forschung und Beratung mit
wurden lehrstuhlübergreifende Forschungsschwer-         einem eigenen Institut ein zentrales Interesse der
punkte und hochschulübergreifende Forschungs-           FHM dar. Als Partnerhochschule mittelständischer
netzwerke eingerichtet. Das Forschungsprofil            Unternehmen konzentriert sich die Fachhochschu-
hat folgende Schwerpunkte: Sozial-, Pflege- und         le des Mittelstands (FHM) auf eine angewandte
Gesundheitsmanagement, Anleiten & Beraten, Heil-        Forschung und praktische Wirtschaftsförderung.
pädagogik sowie Soziale Arbeit im Gemeinwesen.          Ausgehend von ihrem Leitbild beschäftigt sie sich in
Die Studiengänge sind berufsbegleitend konzipiert       wissenschaftlichen Studien und Forschungsprojekten
und sorgen für einen intensiven Praxisbezug der         gezielt mit Kompetenzfeldern, die für die mittel-
Studierenden und der Lehrenden beziehungswei-           ständische Wirtschaft relevant sind und/oder einen
se Forschenden. Der Ausbau von Kooperationen            direkten, erkennbaren Nutzen für Unternehmen
mit Partnerhochschulen im In- und Ausland sowie         beinhalten. Dabei werden die Forschungsaktivitäten
Organisationen wie Brot für die Welt liefern aktuelle   in erheblichem Umfang über Drittmittelprojekte und
Forschungsimpulse, die teilweise in drittmittelgeför-   Stiftungsprofessuren finanziert.
derte Projekte umgesetzt werden.
                                                        www.fh-mittelstand.de
www.fh-diakonie.de

                                                                                                               15
Ausgewählte Portraits

          Um die Vielfalt der Forschungsaktivitäten im Bereich
          Medizin und Gesundheit an den Hochschulen in
          der Region hervorzuheben, sind einige Forscherin-
          nen und Forscher exemplarisch in einem Portrait
          dargestellt. Ausgewählt wurden zehn Forscherinnen
          und Forscher, deren Projekte oder Institutionen
          zum Beispiel über eine besonders lange Expertise
          verfügen, besonders innovative Trends aufgreifen,
          aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen bedienen
          oder „Forschungsnischen“ belegen.

16
Bioaktive Wirkstoffe aus Nebenprodukten
der Lebensmittelindustrie

Hochschule Ostwestfalen-Lippe                          Kontakt
Institut für Lebensmitteltechnologie.                  Prof. Dr. Hans-Jürgen Danneel
NRW (ILT.NRW)                                          Hochschule Ostwestfalen-Lippe
                                                       Labor für Angewandte Biochemie
                                                       Georg-Weerth-Str. 20
Prof. Dr. Hans-Jürgen Danneel                          32756 Detmold
                                                       Telefon: 05231-769-6068
Leiter des Instituts für Lebensmitteltechnologie.      E-Mail: hans-juergen.danneel@hs-owl.de
NRW an der Hochschule OWL                              Web: www.hs-owl/ilt-nrw

Prof. Hans-Jürgen Danneel hat Biochemie an der         für sicherere, gesündere, ethischere Verfahren in der
Universität Hannover studiert, in angewandter Mik-     Lebensmittelproduktion erforscht.
robiologie an der Universität Göttingen promoviert
und als Postdoktorand an der Universität Birming-      Besonderer Schwerpunkt ist unter dem Begriff Le-
ham zu enzymunterstützten Kohlenhydratsynthesen        bensmittel 4.0 die Anwendung moderner IT-Tech-
geforscht. Er arbeitete anschließend etwa zehn Jahre   nologien für transparente Informationsflüsse und
in der FuE eines Pharma- und Lebensmittel-Ingre-       Verwertung über die gesamte Wertschöpfungskette
dient-Herstellers.                                     der Lebensmittel – vom Rohstoff zum Verbraucher.

1998 erhielt er einen Ruf an die Hochschule OWL,
wo er am Fachbereich Life Science Technologies
organische Chemie und Biochemie unterrichtet.
Seine Forschungsprojekte befassen sich mit pro-
teinbezogenen Thematiken im Lebensmittel- und
Gesundheitsbereich.

Wichtigste aktuelle Forschungssparten sind die
Gewinnung von bioaktiven Peptiden aus protein-
haltigen Rückständen der Agrar- und Lebensmittel-
industrie und die prozesschromatische Anreicherung
von Wirkstoffen aus Naturstoffgemischen.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Danneel ist Mitbegründer und
Leiter des Instituts für Lebensmitteltechnologie.
NRW. In dem Institut werden in multidisziplinären
Forschungsansätzen technologische Entwicklungen

                                                                                                               17
Früherkennung von koronaren
 Herzkrankheiten mittels Computergrafik

         Universität Paderborn                                 Kontakt
         Institut für Informatik                               Prof. Dr. Gitta Domik-Kienegger
                                                               Universität Paderborn
                                                               Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und
                                                               Mathematik
         Prof. Dr. Gitta Domik-Kienegger                       Institut für Informatik
                                                               Fürstenallee 11
         Leiterin des Fachgebiets Computergrafik,              33102 Paderborn
         Visualisierung und Bildverarbeitung                   Telefon: 05251-606610
                                                               E-Mail: domik@uni-paderborn.de
                                                               Web: www-old.cs.uni-paderborn.de/fachgebiete/
                                                               ag-domik/personen/prof-gitta-domik

         Koronare Herzkrankheiten sind die häufigsten          terstützt, muss jedoch durch einen erfahrenen Arzt
         Todesursachen in den westlichen Industrienationen.    getroffen werden. Es ist daher eine große technische
         Jährlich erleiden in der Bundesrepublik Deutschland   Herausforderung für die Informatiker, die großen
         ca. 250.000 Menschen einen akuten Myokardin-          Datenmengen einer CT-Aufnahme von irrelevanten
         farkt. Trotz einer guten medizinischen Versorgung     Informationen zu filtern, um den behandelnden
         versterben ca. 80.000 Menschen an den Folgen.         Ärzten eine zeitnahe Diagnose zu ermöglichen. Die
                                                               derzeit wichtigste Visualisierungstechnik für diesen
         In der Diagnostik koronarer Herzkrankheiten spielt    Zweck ist die sogenannte Curved Planar Reformati-
         die Qualitätsüberprüfung von visuellen Darstellun-    on (CPR).
         gen zunehmend eine Rolle. Der Lehrstuhl Compu-
         tergrafik, Visualisierung und Bildverarbeitung von    Seit 1995 besteht in diesem Forschungsfeld eine
         Prof. Dr. Gitta Domik-Kienegger arbeitet daran, die   Kooperation zwischen der Universität Paderborn und
         Früherkennung von koronaren Herzkrankheiten zu        dem Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeyn-
         verbessern, um die Operationsplanung zum Beispiel     hausen. Das Institut für Informatik entwickelt seit
         beim Einsetzen von Stents und Bypässen zu optimie-    2005 die Software „Volume Studio“, die im Herz-
         ren.                                                  und Diabeteszentrum NRW zu Forschungszwecken
                                                               eingesetzt wird.
         Die Herausforderung dabei ist die schnelle Erken-
         nung und Lokalisierung von Plaque in den Ko-
         ronarien. Der Operateur muss erkennen können,
         ob gefährliche Engstellen in den Koronargefäßen
         vorhanden oder im Aufbau sind. Dabei soll die Diag-
         nose in zehn Minuten abgeschlossen sein.

         Die Entscheidung darüber, ob ein Plaque gefährlich
         werden kann, wird durch die Computergrafik un-

18
Wohnquartier und Zivilgesellschaft
Inklusionsprojekt der Diakonie Deutschland

Fachhochschule der Diakonie                            Kontakt
                                                       Prof. Dr. Tim Hagemann / Prorektor
                                                       Fachhochschule der Diakonie
                                                       Grete-Reich-Weg 9
                                                       33617 Bielefe-d
Diakon Prof. Dr. Rüdiger Noelle                        Telefon: 0521 144-2706
Prof. Dr. Tim Hagemann                                 E-Mail: tim.hagemann@fhdd.de
                                                       Web: www.fh-diakonie.de/.cms/Die_FH_der_Dia-
Claudia Brinkmann                                      konie/Dozentinnen_und_Dozenten/

Ziel des Vorhabens: Die Akzeptanz chronisch            Projektbeschreibung: Mit finanzieller Unter-
psychisch kranker/seelisch behinderter Menschen        stützung der Aktion Mensch fördert die Diakonie
im Wohnquartier und der lokalen Zivilgesellschaft      Deutschland von Ende 2015 bis 2018 an fünf
spürbar zu verbessern.                                 verschiedenen Standorten in Deutschland lokale
                                                       Arbeitsplattformen, die durch verschiedene Maß-
Hintergrund: Eine psychische Störung wird für Mit-     nahmen und Aktivitäten vor Ort ein Handlungskon-
menschen oftmals durch Verhaltensweisen sichtbar,      zept zur Inklusion von Menschen mit psychischer
die als inadäquat bezeichnet werden. Dieses Stigma     Erkrankung umsetzen und erproben.
empfinden Betroffene als zurückweisend, sie fühlen
sich von der Gesellschaft isoliert, manche sogar       Die inhaltlichen Schwerpunkte wurden von den
exkludiert.                                            Standorten unter Beteiligung von Psychiatrie-Erfah-
                                                       renen entwickelt. Zu den Themenfeldern gehören
Exklusionstendenzen und Isolation wirken sich          beispielsweise Arbeit/Beschäftigung, Wohnen und
ungünstig auf die psychische Störung aus, unter        Freizeit. Die lokalen Arbeitsplattformen sollen trialo-
Umständen wird die psychische Störung dadurch          gisch und mit zivilgesellschaftlichen Partnern besetzt
sogar verstärkt oder verlängert. Die Auswirkungen      sein. Die Erfahrungen an den fünf Modellstandorten
haben sowohl negativen Einfluss auf das private und    werden miteinander verglichen und durch die FH der
soziale Umfeld der Betroffen als auch auf ein vor-     Diakonie evaluiert.
handenes Beschäftigungsverhältnis (Thieme, 2015).
Wesentlich für Inklusion ist die selbstverständliche
Begegnung von Menschen mit und ohne Beeinträch-
tigung im Alltag und den verschiedenen Lebens-
welten. Bisher gibt es wenig Konzepte und keine
flächendeckende Umsetzung von Modellen, die die
Gemeinden/die Zivilgesellschaft vor Ort auf dem
Weg zu einem inklusiven Gemeinwesen begleiten.

                                                                                                                 19
Rollenqualität für Rollstühle

           Fachhochschule Bielefeld                               Kontakt
           Fachbereich Ingenieurwissenschaften                    Prof. Dr. Ralf Hörstmeier
           und Mathematik                                         Fachhochschule Bielefeld
                                                                  Interaktion 1
                                                                  33619 Bielefeld
           Prof. Dr. Ralf Hörstmeier                              Telefon: 0521-106-7445
                                                                  E-Mail: ralf.hoerstmeier@fh-bielefeld.de
           ■ Kompetenzzentrum für Bewegungsvorgänge               Web: www.fh-bielefeld.de/kfb
              (KfB, gegründet 2000)
           ■ Forschungsschwerpunkt Industrielle Bewegungs         (Das KfB steht seit April 2016 unter Leitung von
              Technologie (IBT, gegründet 1995)                   Prof. Dr. Jürgen Sauser.)
           ■ Labor Fördertechnik, Materialfluss, Logistik (FML,
              gegründet 1986)
           ■ Vorstandsmitglied im VDI OWL

           Das Kompetenzzentrum für Bewegungssysteme              mittelversorgung und zu einer verbesserten Nutzung
           (KfB) am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und       manueller Rollstühle.
           Mathematik der Fachhochschule Bielefeld beschäf-
           tigt sich seit über 25 Jahren mit der Erforschung      Bereits in den 1980er-Jahren entstand an der Fach-
           und Prüfung von Rollen und Rollsystemen. Die           hochschule Bielefeld unter Federführung von Prof.
           Forschungseinrichtung ist als neutrales Prüflabor      Dr. Ralf Hörstmeier das Fachgebiet Fördertechnik
           in seinem Bereich europaweit einzigartig. Sie führt    Materialfluss und Logistik (FML) mit dem FML-Labor.
           Untersuchungen beweglicher Systeme mit der             1995 richtete er den Forschungs- und Entwicklungs-
           Zielsetzung einer Energie- und Nutzungsoptimierung     schwerpunkt Industrielle BewegungsTechnologie
           durch.                                                 (IBT) ein.

           Die flexibel einsetzbaren, zum Teil mobilen Prüfsta-
           tionen erlauben eine differenzierte Analyse unter-
           schiedlicher Produkte aus verschiedenen Einsatzbe-
           reichen. Ein Schwerpunkt ist die Untersuchung von
           manuellen Rollstühlen und anderen Rollsystemen
           aus dem Gesundheitsbereich. Diese werden hin-
           sichtlich Bewegungswiderständen, Lastverteilung,
           Energiebedarf, Sicherheit, Komfort und Ergonomie
           geprüft.

           Die Ergebnisse ermöglichen eine Qualitätssteige-
           rung in der Herstellung sowie in der individuellen
           Einstellung und Anwendung der Produkte. Die For-
           schungsvorhaben im Bereich Mensch und Technik/
           Gesundheit führen zu einer Optimierung in der Hilfs-

20
Trauma-Therapie mit Hilfe
von Smartphones und Smartwatches

Universität Bielefeld                                          Kontakt
Exzellenzcluster Kognitive Interaktions-                       Prof. Dr. Stefan Kopp
technologie (CITEC)                                            Universität Bielefeld
                                                               Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie
                                                               (CITEC)
Prof. Dr. Stefan Kopp                                          Inspiration 1
                                                               33619 Bielefeld
■ Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der
                                                               Telefon: 0521-106-12144
  Gesellschaft für Kognitionswissenschaft
                                                               E-Mail: skopp@techfak.uni-bielefeld.de
■ Mitglied im wissenschaftlichen
                                                               Web: www.techfak.uni-bielefeld.de/~skopp/
  Beirat des Frankfurter Zukunftsrats e. V.
■ Associate Editor bzw. Editorial Board-Member
  von zahlreichen internationalen Fachzeit-
  schriften

Prof. Dr. Stefan Kopp und seine Forschungsgruppe               Damit Therapeuten mit den Daten arbeiten können,
Kognitive Systeme und soziale Interaktion beteiligen           entwickeln die Forschenden ein eigenes Diagnosesys-
sich an dem neuen Fortschrittskolleg „Herausforderun-          tem. Es soll die Informationen nicht nur präsentieren,
gen und Chancen globaler Flüchtlingsmigration für die          sondern dazu auch mit dem Therapeuten kommunizie-
Gesundheitsversorgung in Deutschland (FlüGe)“ an der           ren können. „Wir befassen uns auch damit, wie Thera-
Universität Bielefeld. Das Fortschrittskolleg unter der Lei-   peuten technische Systeme einsetzen können, um ihren
tung der Gesundheitswissenschaften vereint Natur- und          Patienten zu behandeln“, sagt Prof. Dr. Stefan Kopp.
Sozialwissenschaften. Die Forschenden erheben die Ge-          So könnte in den Therapiesitzungen die Eyetracking-
sundheitszustände und Risikofaktoren von Flüchtlingen.         Technik verwendet werden, um das Blickverhalten der
                                                               Patienten zu ermitteln.
Die Forschungsgruppe befasst sich dabei mit dem
Einsatz von Diagnose- und Behandlungstechnik für               „Der Therapeut erfährt dann, wie die Patienten kör-
jugendliche Flüchtlinge, die an posttraumatischen              persprachlich auf seine Interventionen reagieren.“ Als
Belastungsstörungen (PTBS) leiden. Mobile Technik kann         Behandlungsansätze sind laut Prof. Dr. Stefan Kopp zum
zum Beispiel genutzt werden, um im Alltag fortwährend          Beispiel elektronische Tagebücher denkbar, außerdem
den Puls, die Atmung oder auch Herzrhythmus und                „Serious Games“ – das sind Computerspiele, die eine
-frequenz zu messen. „In unserem Projekt untersuchen           Lernabsicht verfolgen. Erprobt wird auch, wie virtuelle
wir zunächst, welche verfügbaren Sensor-Technologien           Realität in der Therapie eingesetzt werden kann.
überhaupt in Frage kommen, um Daten im Alltag der
Patienten zu erfassen“, sagt Prof. Dr. Stefan Kopp. Dazu
sollen Ansätze für die Diagnose entwickelt werden.
„Wir prüfen beispielsweise, ob sich Smartwatches für
Schlafbeobachtung eignen“, erklärt der Informatiker.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler program-
mieren eine automatisierte Auswertung der Daten, die
mit der Technik vom Patienten erhoben werden.

                                                                                                                         21
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